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Verletzt atmen die Nächte

Nepomuk Ullmann
Flexibler Einband: 40 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 05.05.2017
ISBN 9783744814225
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

... heißt das jüngste Werk Nepomuk Ullmanns mit seinen ungefähr 50 bisherigen Veröffentlichungen, dessen Lyrik m. E. den Vergleich zu Ezra Pound nicht scheuen muss und in ihrer sprachlichen Schönheit, im Wortfluss, an Rilke gemahnt, meistens allerdings, wenn auch nicht immer, ohne dessen Romantik zu entsprechen. Die enthaltene lyrische Prosa erinnert mich indes an Simon Traston, ist allerdings oftmals persönlicher in der Diktion und dennoch - oder gerade deshalb -  anhand des Lesers eigener Erfahrungswelt nachempfindbar.
Möglicherweise verschont Ullmann einen nicht von der Traurigkeit, die oftmals sich als Resultat seiner ihm abzunehmenden, nicht nur gutmenschlich vorgestellt erscheinenden, tiefen Menschlichkeit ergibt. Er wird dabei aber nicht resignierend, sondern lässt unterschwellig stets Hoffnung in seinen Zeilen oder gar zwischen ihnen erscheinen und entstehen. Verletzt von den vielen Tagen atmen die Nächte, mitnichten jedoch zerstört.

Lesen Sie nicht mehr als zwei, höchstens drei Gedichte hintereinander, bevor sie eine Lesepause einlegen, denn "Gedicht" bedeutet bei Ullmann auch immer Konzentration von Aussage und Sprache zu einer Dichte, die einen, konsumiert man sie in gewohnter Weise schnell, überfordern oder übersättigen kann.

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große göttin, briga, elben, cernunnos, elfen

Morgaine

Christine Arana Fader
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Schirner Verlag, 19.07.2014
ISBN 9783843461825
Genre: Fantasy

Rezension:

Komisch, schon als kleiner Junge fühlte ich mich u.a. darin alleine, Drachen positiv zu sehen. Anderen waren sie mythische Riesenschädlinge. Enttäuscht war ich von Siegfried, weil er den Rheindrachen erschlug. Das mag ersten Anlass gegeben haben, mich eher Hagen zuzuwenden.


Mit meinem Missverhältnis zur Welt musste ich mich abfinden, ob es nun das Verhältnis zu Drachen betraf, meine Liebe zur Straßenbahn, die abgeschafft wurde, zum Schnee, den andere verfluchten, meine Bewunderung der Mädchen, mit denen ich als Junge doch nicht spielen sollte oder meine Begeisterung fürs Knallen, das andere als störend empfanden und die später als kindisch dargestellt wurde, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Wie erfreut war ich doch, als ich erster positive Drachenbilder gewahr wurde, z.B. durch den berühmten Glücksdrachen der "Unendlichen Geschichte" oder durch die hinreißende Kurzgeschichte "Das goldene Ei" von der Autorin mit dem unglaublichen Namen "Morning Glory Cell", die mir so sehr aus der Seele sprach.


Christine Arane FADER nun verknüpft eine an die "Nebel von Avalon" angelehnte alternative Geschichte Morgaines, ganz aus ihrer Sicht in Ich-Form und Präsens geschrieben, mit Drachenmythen, um nicht zu sagen: mit ihrer Drachenwirklichkeit. Zu den Kräften und Mächten der Priesterinnen Avalons tritt noch die von Drachen hinzu, die möglicherweise einen jeden von uns begleiten wie ein Totemtier.
Als Skeptiker hatte ich zu schmunzeln. Irgendwann fragte ich mich, was für eine Frau die Autorin wohl wäre, und ich suchte nach Hinweisen am Ende des Buches. Von dort blickte die schöne Frau mich an, mit (wohlgeschminkten) Augen, deren Blick ganz meiner bisher gehegten Vorstellung eines Blickes von Drachenaugen auf mich entsprachen. Das war schon erstaunlich.

Persönlich irritierte mich ein wenig das ständige Lieben in der Romanhandlung, denn alles gleich ist nichts geliebt, und meine Lebenserfahrungen mit Menschen, die ständig ihre große und überschäumende Liebe zu allem und jedem betonen, lassen solche meistens als Tartuffe-Persönlichkeiten erscheinen. Als Anhänger und Verehrer der Großen Göttin war mir auch die positive Rolle Jesu suspekt, aber das sind rein persönliche Befindlichkeiten, die anderen die Freude an der Geschichte und ihre Hingabe an sie wohl nicht verleiden können, genauso wenig, wie die noch erträgliche Neigung zu Anglizismen, die im Namen "Black" für Morgaines Drachen ihren mich distanzierenden Höhepunkt fand.
Ansonsten schreibt Christine A. Fader fast schon literarisch; im Gegensatz zu vielen anderen Beispielen von Avalon-Sekundärliteratur ist ihr Stil einer Schriftstellerin würdig, der Inhalt spannend statt ermüdend und belehrend und der Ausdruck regelmäßig zutreffend. Das Ende der Geschichte freilich stimmte mich persönlich traurig, habe ich doch mehr Hoffnung für Avalon, als die Autorin ihrem Leser lässt.


C.A. Fader hat es deutlich mit Drachen, was auch ihr Internetzauftritt und ihre Seminare (schnöde leider "workshops" genannt) offenbaren, und es ist interessant, deren Mythos mit dem avalonischen zu verknüpfen, wobei ich mich frage, ob die Drachen nun das Totemtier ergänzen oder ersetzen.
Mich motivierte das, wieder einmal ernsthafter an das Rufen meines Drachens zu denken, das ich nach einem druidischen Anleitungsbuch auf einem einsamen Berggipfel vorzunehmen hätte, dort beschrieben wie ein Kochrezept und tatsächlich ohne unzugängliche Umstände und Mittel, wie etwa Erde vom Platz eines Erhängten oder so, an deren Nichtverfügbarkeit die Realisierung solcher Anleitungen regelmäßig scheitert. Sogar den Berggipfel habe ich schon im Sinn. Vielleicht wird diesen Sommer etwas daraus, und Interessierten will ich gerne von meinen Erfahrungen dabei berichten.

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avalon, melanie buhl, cernunnos, große göttin, ceridwen

Avalons letzter Apfel

Melanie Buhl
Flexibler Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Fabuloso, 01.08.2012
ISBN 9783935912761
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor uns liegt der typisch unliterarische Versuch, mittels eines Romans anhand einer Geschichte ohne erkennbaren Spannungsaufbau geschweige denn -bogen zu belehren - genau so, wie es Autoren versuchen würden, die selbst noch nicht viel und vor allem wohl weder kritisch, noch reflektiert, gelesen haben.
Doch der Versuch misslingt: Ganz offenbar wurde einfach unreflektiert aus "Die Nebel von Avalon" und Sekundär- und Wicca-Literatur abgeschrieben oder zusammengefasst.

Da wird, was ich am schlimmsten fand, Mittwinter auf Imbolc verlegt und Mittsommer tatsächlich auf Lughnasad, obwohl doch beide Begriffe sowohl in Deutsch wie in ihren Entsprechungen in anderen europäischen Sprachen durchaus landläufig natürlich die Winter- und Sommersonnenwende bezeichnen.
Offenbar besaß die Autorin lediglich Kenntnis von den astronomischen Daten der Jahreszeiten, aber keine von meteorologischen oder gar denen in der Natur. Somit verschließen sich ihr möglicherweise auch die Unterschiede zwischen Mond- und Sonnenjahr, denn der jeweilige Beginn von Jahreszeiten in der Natur wird maßgeblich vom Mondjahr bestimmt und fällt mit den Mondfesten zusammen. In den Jahreszeiten der Natur ist Imbolc Frühlingsbeginn (es erscheinen die ersten Blumen - Schneeglöckchen und Winterlinge z.B.). Lughnasad ist in der Natur Herbstbeginn (die Ernten sind im Gegensatz zur Darstellung der Autorin vielfach schon eingebracht, die ersten Herbstfrüchte, insbesondere die ersten Äpfel, sind gereift, Tiere beginnen Wintervorräte anzulegen, es wächst nichts mehr oder nur noch wenig, sondern die Wintervorbereitung beginnt und ist zu Samhain abgeschlossen - die Eichenblätter z.B. sind dann braun und bleiben über den Winter teilweise am Baum.
Beltane wird plötzlich zu "Mittfrühling" erklärt - nie zuvor gehört oder gelesen. So gibt es also plötzlich mitten im Frühling Früchte? Beltane ist im Jahreskreis der Natur Sommerbeginn, denn die ersten Früchte sind gereift, Erdbeeren namentlich, falle Beltane auch auf Mitte April oder Mitte Mai (diese Regel stimmt nicht immer, aber oft).

Gegenüber den Schnitzern mit Mittsommer und Mittwinter lässt die Bemerkung, die Christen feierten am 24.12. die Geburt Jesu, schon eher schmunzeln. Nein, das tun sie nicht, die Katholiken und Protestanten nicht und die Orthodoxen schon gar nicht!
Obendrein handelt der Roman aus der Zeit der Hohepriesterin Viviane, also zu Zeiten König Artus', vermutlich im 5. Jahrhundert. Zu dieser Zeit galt noch das päpstliche Verbot, den Geburtstag Jesu festzulegen.

Auf dem heiligen Tor stehen "Ruinen aus längst vergangener Zeit" - ohne jede weitere Erläuterung - nicht etwa ein Steinkreis, wie er vermutlich vor der Christianisierung dort stand. Fundstücke unterstützen diese Vermutung.
Überhaupt gibt es häufig schwammige Formulierungen wie "zu gewissen" oder "an bestimmten" - man fragt sich vergeblich, welcher Art diese geheimnisvollen gewissen oder bestimmten Umstände nun genau wären oder welcher längst vergangenen Zeit Ruinen auf dem Tor entstammen sollen. Ich vermute, die Autorin wusste es auch nicht.

Im Garten der oft heilkräuterkundigen Priesterinnen "keimt das `Unkraut´ so schnell wie die Nutzpflanzen - welches soll das denn sein? Die verbreiteten Garten-"Un"-Kräuter, z.B. Melde, Giersch, Beifuß und auf ärmeren Böden Mieren, Kamillen und Bärlappe sind allesamt entweder essbar oder heilwirksam oder beides.

An einer Stelle wird erwähnt, die Christen betrachteten ein Heiligabend geborenes Kind als Unglückskind, da seine Geburt die Geburt Jesu verhöhne. Viviane, im Roman leicht umbenannt, hält aufgrund dieser Aussage einen Vortrag über die zunehmende Frauenfeindlichkeit der Christen - m.E. ein Beispiel für nicht nachvollziehbare Gedankenführung. So berechtigt Vivianes Vortrag inhaltlich sein mag, so wenig hat die Diffamierung dieses Geburtstages mit Frauenfeindlichkeit zu tun.

Zu Beltane, das seltsamerweise beharrlich "Beltaine" genannt wird, obwohl weder die Britokelten noch die einwandernden/einfallenden Germanen Englisch sprachen und obwohl der Roman ja in Deutsch geschrieben ist, will sich die Protagonistin als Priesterschülerin nur "in die Schatten der Feldfeuer" legen, wenn sie einen Mann richtig liebt. (Die Druiden wären auch alle zu alt.)
Genau diese Einschränkung ist in ihrer Undifferenziertheit zwischen Liebe und Lust vielleicht recht "fromm", brav und zeitgeistgemäß, entspricht aber gerade nicht dem überlieferten Wesen des Beltanefestes.  

Ich könnte ewig so weiterschreiben, aber vielleicht habe ich Sie mittlerweile genug gelangweilt. Lesen sie lieber das Buch. Langeweile kommt nur auf, wenn sie sich nicht empören oder die ganze Zeit den Kopf schütteln müssen.

Es tut mir Leid, einen solchen Verriss schreiben zu müssen, denn Charisma und gute Absicht der Autorin möchte ich nicht bestreiten. Sie zieht sich ja in geradezu ermüdender Weise nahezu ausnahmslos zwischen allen Zeilen dahin. Der Nachhilfe bedarf sie aber bestimmt, unter anderem auch in der Interpunktion und im Ausdruck. So ist Sexualität vielleicht für einige Arten Sonnenanbeterinnen und Spinnenweibchen ein "fleischlicher Genuss", für uns aber als "Fleischeslust" ein körperlicher (wenn überhaupt, das wichtigste Sexualorgan ist wahrscheinlich das Gehirn).
Vor allem aber empfehle ich ihr, selbständig nachzudenken statt einfach irgendwelche Lehren unreflektiert zu kolportieren. Die undialektischen Widersprüche fielen ihr dann mit Gewissheit auf.
Sollte die Autorin tatsächlich ungefähr dreizehn oder 14 Jahre alt gewesen sein, als sie das Buch geschrieben hat - denn diesen Eindruck erweckt ihr Schreibstil - so möchte ich mich bei ihr entschuldigen und ihr Bemühen und ihren Idealismus anerkennen. Für eine Erwachsene jedoch wäre ihre Leistung insbesondere in literarischer, aber auch in spiritueller Hinsicht zumindest mangelhaft.

Als Jugendbuch ist "Der letzte Apfel Avalons" trotz des einfachen Schreibstils nicht zu empfehlen, da die vielen fehlerhaften Darstellungen junge Leser geradezu verbildeten. Sie wissen es ja noch nicht besser und glauben dann etwas, von dem sie im Laufe der Zeit bemerken, dass es so vorne und hinten irgendwie nicht stimmen kann und ein System innerer Logik fehlt.  Daraus erwüchse m.E. die Gefahr, sich mit der Religion der Großen Göttin insgesamt zu überwerfen. Das wäre gewiss weder im Sinne der Autorin noch des Rezensenten.

Erstaunlicherweise ändert sich der Schreibstil ungefähr ab Mitte des Buches merklich; er wird geschliffener und gewinnt an Klarheit und zutreffendem Ausdruck. Selbst spannende und interessante Anteile erfährt die Geschichte, wenn ein Abenteuer in der sogar jenseits Avalons versunkenen Feenwelt und dessen Folgen geschildert werden.
Beinahe wurde ich versöhnt.
Dann jedoch stieß ich auf den Nachtrag "Die Keltischen Feste im heutigen Gregorianischen Kalender".
Abgesehen davon, dass es keinen gestrigen solchen gab und die Erhebung des Begriffs "keltische Feste" zum Eigennamen etwas willkürlich erscheint, abgesehen auch davon, dass es eben keine "keltischen" sind, da sie einst zumindest in ganz Europa und Kleinasien und wahrscheinlich rings ums Mittelmeer gefeiert wurden, sind einfach die vermutlich "neokeltischen" Daten wie z.B. 1. Februar, 1. Mai, 20. Juni usw. angegeben - und das, obwohl wenige Seiten zuvor noch von vier Sonnen- und Mondfesten die Rede war.
Welcher Kalender auch gilt, Sonnen- und Mondlauf stehen fest; bestimmte Ereignisse wie die Frühjahrstagundnachtgleiche oder der zweite Vollmond nach deren dreitägigem Fest (Beltane) fallen auf bestimmte Tage. Diese liegen jedes Jahr bei den Sonnenfesten geringfügig, bei den Mondfesten erheblich anders. Wem das zu kompliziert ist, der könnte ja auch gleich die Sommersonnenwende in der Nacht zum 1. Juni feiern. Dann bräuchte er sich nicht darum zu kümmern, ob sie wirklich am 21. Juni oder am 20. gegen 23.30 Uhr oder am 22. gegen 3 Uhr erfolgt. Nur - was feierte er denn dann? Irgendetwas, vermute ich, nicht aber die Naturgegebenheiten. Hier wird kritiklos der christlichen Ursupation der Feste gefolgt. So fiel die Wintersonnenwende eben nach altem Kalender tatsächlich auf den 25. Dezember. Mögen manche Christen (Kopten und Orthodoxe nicht!) die Geburt ihres Gottessohnes aufgrund des Kalenderwechsels einfach vier Tage später feiern; die Wintersonnenwende kümmert´s nicht, der astronomische Zeitpunkt bleibt gleich und heißt nun eben 21. (oder 20. oder 22.) Dezember.
Wenn den Christen die Festlegung von Allerheiligen auf den zweiten Vollmond nach dem dreitägigen Fest der Herbsttagundnachtgleiche zu kompliziert erschien und sie daher das Datum auf den 1. November festlegten, bleibt Samhain eben doch das Fest dieses zweiten Vollmondes irgendwann zwischen später Mitte Oktober und früher Mitte des Novembers. Hätten Sie im Vorfrühling am 20. März Geburtstag und würde man die Benennung der Monate einfach umkehren, der März also plötzlich "Oktober" heißen, würden Sie ja Ihren Geburtstag deswegen zukünftig vermutlich auch nicht im Herbst feiern, weil der Oktober dann "März" hieße.
Hier wird menschliche Willkür über die Naturgegebenheiten gestellt, wie es in unserer Zivilisation weitgehend üblich ist. Dem im Buche manchmal ermüdend vordergründig und wiederholt beschworenen Geist von Avalon entspricht das m.E. nicht.

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prozess, analphabetismus, vorlesen, gefängnis, vergangenheit

Der Vorleser

Bernhard Schlink
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 28.06.2017
ISBN 9783257261349
Genre: Romane

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soziales experiment, ameisenstaat, überleben, dystopie, liebe

Hellstroms Brut, Frank Herbert SF Tb. (1977)

Frank Herbert
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 01.01.1977
ISBN B005HPZ1GG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Worte der Brutmutter Trova Hellström: "Mit freudiger Gewissheit erwarte ich den Tag, da ich in die Bottiche eingehen werde, um mit unserem ganzen Volk eins zu werden."
26.10.1896

Es sind teilweise konkurrierende Geheimdienste der USA, die Gerüchten, verwirrenden Vorkommnissen und Anzeichen nachgehen.
Doch sie alle unterschätzen, was sich tief unter dem Boden des mächtigsten Imperiums der Neuzeit wirklich entwickelt hat und zu einer völligen Umkrempelung des menschlichen Daseins, der Lebensweise, Ethik, Moral und jeglicher bisher bekannter Kultur bereitsteht!

Hellströms Brut ist einer der besten SF-Romane, die ich je gelesen habe.
Der Leser verliert sich und geht auf in einer Handlung, in der Menschen auf eine Weise verschwinden, die ihm genau geschildert wird, die er sich aber dennoch nicht zu erklären vermag.
Fast weicht die Spannung beim Lesen der Angst.

Was von der Idee her grotesk anmutet, wird schlüssig und nachvollziehbar erklärt, sodass es nicht mehr unmöglich erscheint:
Ein unterirdisches Reich, ameisenstaatsähnlich organisiert, nur der Ratio verpflichtet und dennoch vielleicht nicht grausamer als die oberirdische Welt der Menschen, bedroht nicht nur die Existenz der VSA, sondern die aller Nationen.

Frank Herbert ist neben spannendster Unterhaltung ein Werk mit Anspruch gelungen, das gerade durch seinen nachdenklich stimmenden Vergleich unserer ("guten") Welt mit der zu bekämpfenden Hellströms zu einem leider wenig beachteten Stück Literatur geworden ist.
Analysen und Darstellungen menschlicher Gefühle von Liebe über Neid bis zu Hass kommen dabei ebenso wenig zu kurz wie die anschauliche und realistische Beschreibung technischer Details.

Als überwältigend jedoch vermittelt sich die Infragestellung unserer selbstverständlich gewordenen Alltagskulturen im Vergleich zu einer unerwartet fremden und dennoch in vielen Zügen erstaunlich menschlichen Gegenkultur, die dem zunächst abgestoßenen Leser gegen Ende des Romans einen überraschenden Perspektivwechsel vermitteln kann.
Während der Leser beginnt, Strukturen, Mechanismen und die Philosophie Hellströms Gegenwelt zu verstehen, erweitert sich sein innerer Blick auf sich selbst, seine Reaktionen, seine scheinbaren Selbstverständlichkeiten des Wissens und Empfindens wie auch sein Blick auf die Wirklichkeit unserer Welt.

Meine Empfehlung lautet daher: unbedingt lesen! Das Buch wird nicht mehr verlegt, ist aber z.B. über www.booklooker.de gebraucht von privaten Anbietern oder Antiquariaten erhältlich.

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Tags: ameisenstaat, dystopie, liebe, menschlichkeit, soziales experiment, überleben   (6)
 

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Planet der Abenteuer

Jack Vance
Flexibler Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404232246
Genre: Fantasy

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Station Araminta

Jack Vance
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.04.1997
ISBN 9783453083295
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auf Cadwal, einem fernen Planeten, den ein Naturschutzverein gekauft hat, um das planetare Leben zu erhalten, siedeln einige hundert "Konservatoren" des Vereins - und ein paar illegale Einwanderer, denen man eine kleine Inselgruppe überlassen hat. Tausend Jahre später gibt es immer noch einige Hundert Konservatoren, aber mehrere Hunderttausend mittlerweile biologisch differenzierte Nachfahren der illegalen Einwanderer auf der Inselgruppe, die sich unkontrolliert vermehren und eine grauenvolle Sozialordnung geschaffen haben.

Nun will die "Liga für Frieden und Freiheit" unter den Konservatoren den "Yips", den 100000-den von den Inseln, den Planeten überlassen und eine Demokratie errichten, in der ein Konservator eine Stimme hat wie einer der Yips. Sie verstehen sich bevorzugt als Anwälte der "Entrechteten", der Yips.
Die "konservativen" Konservatoren wollen aber den Planeten als Naturschutzgebiet erhalten. Sie befürchten bzw. erkennen, dass die Yips den Planeten überbevölkern und die einheimische Natur vernichten würden.
Schließlich stellt sich heraus, dass die Liga-Angehörigen von Kräften außerhalb des Planeten finanziell unterstützt bzw. ausgehalten werden, die den Planeten wirtschaftlich ausbeuten wollen. Den Liga-Angehörigen werden große Besitztümer auf Cadwal zugesprochen, die von fröhlich arbeitenden und abends Volkstänze tanzenden Yips zu bewirtschaften wären.

Jack Vance hat mit diesen Romanen Rhetorik, Grundsätze und Verhaltensweisen des Gutmenschentums entlarvt wie einst Molière mit seinem Tartuffe, denn die Liga-Angehörigen führen natürlich ständig Mitleid, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bannerhaft ins Feld. Somit schaffen sie eine Atmosphäre des moralischen Ausschlusses der Konservationisten als egoistisch und menschenfeindlich. Parallelen zur Gegenwartsrealität erscheinen wohl nur naiven Gemütern rein zufällig ...

Im Verlauf des dreibändigen Romans entlarven die Liga-Angehörigen mehr und mehr ihr Antlitz. "Gutmeinend" schrecken sie vor keinen Intrigen zurück, teilweise nicht einmal vor der Verletzung menschlichen Lebens.

Zusätzlich entfaltet sich eine spannende, interstellare Jagd nach der Originalurkunde, die den Planeten als Besitz der Naturschutzvereinigung bestätigt. Wer sie in die Hand bekommt, beherrscht das Schicksal Cadwals, seiner Menschen und seiner Natur.
Hierbei stellt Jack Cance eine Protagonistin in den Vordergrund, die erfüllt von wahrem Idealismus und Liebe, das bekannte Universum, das staatenbundartige "Gaianische Reich" durcheilt und Großes für Cadwal leistet.
Er entfaltet ihre Persönlichkeit in farbigem Detailreichtum und Tiefe quasi als Kontrastprogramm zu denen, die ihren Egoismus und ihre Machtgier hinter "humanistischer Gutsprech" verstecken.
Der männliche Leser kommt nicht umhin, Zuneigung zu diesem Mädchen zu gewinnen, die ihn, von abstrakter Liebe zu ihr erfüllt, mit ihr bangen und hoffen lässt.

Jack Vance ist ein SF-Autor von durchdringender Menschlichkeit, die sich in der Ehrlichkeit der Darstellung seiner Protagonisten charakterisiert. Seine Romane veranschaulichen Verhaltensmuster und Mechanismen menschlichen Verhaltens, die zu durchschauen man gar nicht lang genug lebt oder studieren kann.
Dabei bewahrt er stets einen Stil, der von Spannungskurve zu Spannungskurve führt und es schwierig macht, ein angefangenes Buch aus der Hand zu legen. Die ganze Bandbreite aller Dinge, die Menschen wichtig sind, schließt er in seine Erzählungen ein:
Wissen, Theoretisieren, Erkenntnis, Kampf, Tod in der übergeordneten Bedeutung des Wortes, also auch als Verlust, und nicht zuletzt: Liebe, ebenfalls in der ganzen Bandbreite ihrer Bedeutung, also von der Liebe zum Universum (zur Schöpfung) über die Liebe zu nahestehenden Menschen bis hin zu den faszinierenden Aspekten der Liebe zwischen Frau und Mann, die er immer wieder erzählerisch neu entwickelt, um sie zu entfalten oder scheitern zu lassen.
Obwohl er es dabei nicht an tiefer und eingehender Betrachtung vermissen lässt, wird er nie langweilig, öde oder gar belehrend, sondern versteht es, den Leser in fremde Welten des Universums und seiner Seele zu entführen, in denen er Erkenntnisse gewinnen und sich selbst näher kommen mag oder nicht, ganz, wie er es vor seinem persönlichen Hintergrund reflektiert.

Die drei Bände sind:

1. Station Araminta - die erste Cadwal-Chronik, ISBN 3-453-08329-8
2. Esse und die alte Erde - die zweite Cadwal-Chronik,
3. Throy - die dritte Cadwal-Chronik.

Ich halte sie für unbedingt lesenswert - nicht nur für Science-Fiction-Freunde! Falls sie im Buchhandel nicht mehr erhältlich sind, empfehle ich die Suchfunktion von booklooker.de zu benutzen, da sie gebraucht immer wieder angeboten werden.

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alte götter, worms, historischer roman, burgunder, historischer roman deutschland

Wodans Fluch

Stephan Grundy , Verena C Harksen
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.03.2005
ISBN 9783596137633
Genre: Fantasy

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nibelungen, siegfried, götter, sage, fantasy

Rheingold

Stephan Grundy , Manfred Ohl , Hans Sartorius
Flexibler Einband: 848 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.04.1995
ISBN 9783596124640
Genre: Fantasy

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fantasy, marion zimmer bradley, historie, die andere seite, dilogie

Glenraven / Im Schatten der Burg

Marion Zimmer Bradley
Flexibler Einband: 848 Seiten
Erschienen bei Weltbild Verlag
ISBN 9783828988262
Genre: Sonstiges

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toronto, krimi, kanada, malta

Die Malteser Göttin

Lyn Hamilton
Flexibler Einband
Erschienen bei Econ TB.
ISBN 9783612276117
Genre: Fantasy

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atlantis, verschiedene epochen

Die Tänzerin von Atlantis

Poul Anderson
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.10.1994
ISBN 9783453302990
Genre: Sonstiges

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Die Bienenkönigin

Thomas Burnett Swann
Sonstige Formate
Erschienen bei GOLDMANN WILHELM, 01.01.1986
ISBN 9783442233045
Genre: Sonstiges

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Kriegerin, Königin, Zauberin

Marguerite Elsbeth , Kenneth Johnson
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ansata
ISBN 9783778770399
Genre: Sachbücher

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Kelch und Schwert

Riane Eisler
Flexibler Einband: 373 Seiten
Erschienen bei Arbor, 15.07.2005
ISBN 9783936855166
Genre: Sachbücher

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fantasy, zauberflöte, tamino, papageno, halblinge

Tochter der Nacht

Marion Zimmer Bradley
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 01.08.1998
ISBN 9783596283507
Genre: Fantasy

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

kassandra, trojanischer krieg, fantasy

Die Feuer von Troia

Marion Zimmer Bradley
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 01.07.1999
ISBN 9783596139200
Genre: Historische Romane

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In Stahlgewittern

Ernst Jünger , Helmuth Kiesel
Flexibler Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.07.2015
ISBN 9783608960808
Genre: Klassiker

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Der Wanderer zwischen beiden Welten

Walter Flex , Heinz Baum
Audio CD
Erschienen bei Hierax Medien, 01.09.2014
ISBN 9783863520564
Genre: Romane

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145 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

avalon, fantasy, artus, frauen, merlin

Die Avalon-Trilogie

Marion Zimmer Bradley
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 01.12.1999
ISBN 9783596144112
Genre: Fantasy

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836 Bibliotheken, 16 Leser, 10 Gruppen, 32 Rezensionen

fantasy, avalon, morgaine, merlin, liebe

Die Nebel von Avalon

Marion Zimmer Bradley , Manfred Ohl , Hans Sartorius
Fester Einband
Erschienen bei Weltbild, 27.01.2005
ISBN 9783898971072
Genre: Fantasy

Rezension:



Da liest man seit Jahren in jeder freien Minute. ´Zigmal läuft man in Romanboutiquen und Büchereien an dem Buch vorbei. Schließlich drückt einem eine Bekannte das Buch in die Hand, das sie aussondert, und wie es der Zufall will, hat man gerade nichts anderes zu lesen.
Über 1100 Seiten! Ich lese bis mir die Augen zufallen. Aufgewühlt kann ich nicht einschlafen. Nach 2 Stunden Schlaf ruft der Wecker zum Arbeitstag.
Ich bin Romanliebhaber, gerade des Genres SF und dessen, was man oft geringschätzig als Horror bezeichnet. Marion Zimmer-Bradleys Werk hat mit Fiktion zu tun, allerdings solcher mit historischem Hintergrund.
Abgeklärt bin ich aufgrund literarischer Konsum-Erfahrung auch. Meist lächle ich gönnerhaft, wenn ich lese: so wenig Neues, so viele Romane schon, die mich in ihren Bann zogen, faszinierten oder schwärmen ließen. Doch kein Roman hat mich je so sehr ergriffen wie Die Nebel von Avalon:

Die Römer zogen sich aus Britannien zurück. Von Avalon und den Druiden toleriert, breitete sich das Christentum über die Instrumentalisierung von Schuld immer weiter aus. Mit der Machtzunahme der Christen einher ging der Prozess ihrer Missbilligung des Alten Glaubens. Der Kontrast zwischen der Religion der Liebe, der Toleranz und Lebensbejahung Avalons und der Großen Göttin einerseits und dem Dogmatismus, der Finsternis und neurotischen Engherzigkeit des damaligen Christentums andererseits wird deutlich.
Die Druiden wissen (und verkünden immer wieder die altbekannte Weisheit), dass der Glaube der Menschen ihre Welt und Wirklichkeit formt, und demgemäß versinkt Avalon immer weiter hinter den Nebeln im Sommersee und in den Unschärfen der Zeit. Was ihr folgte, ist bekannt: das Zeitalter der Dunkelheit, der Menschenverbrennungen, der Krankheiten, Religionskriege und des Imperialismus.
Artus, Sohn der Linie der Göttin und derjenigen der Könige und Herzöge, wird Großkönig und einigt Britannien dank der ihm von der Göttin verliehenen Macht. Doch seiner Macht und seiner christlichen Gattin wegen verrät er Avalon. Erst im Todeskampf weiht er sich ihr wieder und findet zurück zur Großen Göttin und zur Herrin vom See.
Morgaine ist Hohepriesterin, Herrin vom See und Inkarnation der Großen Göttin auf Erden geworden. Zerrissen im Kampf für die Einheit Britanniens und den Erhalt Avalons in dieser Welt muss sie versagen. Doch sie wächst über sich hinaus, kämpft märtyrerhaft und trägt letztendlich dazu bei und versteht, dass die Große Göttin das, was das Christentum an Hellem und Schönem beinhaltet, von Avalon in die `reale Welt´ überträgt. Denn ohne die Große Göttin, die ja Naturgewalt und Lebenskraft ist, würden selbst heute die Felder verdorren!

Ungefähr 1500 Jahre lag Avalon nun hinter den Nebeln des Vergessens und der Missachtung. Nur in Sagen und Märchen lebte sie in unserer Zeit fort, und die Kinder, die bekanntlich ohne Gefühl für Zeit Vergangenes und Zukünftiges in die Gegenwart verdichten, glaubten an sie in dem Moment, in dem sie von ihr hörten. Wie wenig Zeit verging demzufolge dort in den 1500 Jahren, bis sich das Christentum zu überleben begann?
Schon vor Veröffentlichung des Buches gab es in Großbritannien den "Orden der Großen Göttin". Aufgeforstet wird auch wieder und der vorhandene Wald - wenigstens besser als früher - geschützt - vielleicht sogar ein heiliger Hain?
Vor mir liegt ein Fischer-Taschenbuch des 890. Tausends vom November 1993. Über 1 Million Bücher sind jetzt im deutschen Sprachraum verbreitet, etliche mehr in Englisch und vielen anderen Sprachen. Millionen Menschen könnten mittlerweile Kunde von Avalon vernommen haben. 1982 erschien das Buch in den USA. Im selben (!) Jahr veröffentlichte der Brite Brian Ferry mit seiner Rockmusikgruppe Roxy Music den Titel Avalon, eine eigenwillige Huldigung an die Große Göttin ("I see you coming out of nowhere"). Nach dem Titel wurde das ganze Album benannt, beides wurde ein Riesenerfolg.
Wer ist eigentlich gegenwärtig Merlin von Britannien?

Das, was die Menschen glauben, was sie zu wissen meinen und was sie hoffen, formt diese Welt. Jeder Mensch, der Seele hat und Die Nebel von Avalon liest, hofft inständig für Avalon, liebt sie und mancher betet danach für sie. Jeder Leser glaubt unwillkürlich an Avalon, er erbebt bei ihrem Untergang und lebt mit ihrem Aufleben auf. Bald muss es mehr Menschen so gehen, als damals in Britannien, Irland und der Bretagne gelebt haben.
Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf überraschende geographische Neuigkeiten aus England, auf solche eben, mit denen in unserer ach so erforschten Welt niemand mehr gerechnet hat.
Viermal, zur Sommersonnenwende 98, zu Beltane 99, Beltane 2000 und Beltane 2003, war ich nun in Glastonbury. Mir erschien es, als rücke Avalon unserer Welt wieder in kleinen Schritten näher.
Der Wille der Göttin geschehe!

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Sehnsucht nach Avalon

Gilbert von Luck
Flexibler Einband
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 13.10.2016
ISBN 9783960084655
Genre: Fantasy

Rezension:

Die bei Amazon.de aus unbekannten Gründen gelöschte Besprechung veröffentliche ich hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Bewerten musste ich; da es sich um mein Buch handelt, versuchte ich, neutral zu bleiben (drei Sterne):


"Gilbert von Luck schreibt einfach so drauflos. Man hätte vielleicht gedacht, Erklärungen des polytheistischen Glaubens an die Große Göttin zu erhalten, doch ebenso wie etwa bei christlicher Literatur üblich, bemüht der Autor sich darum nur am Rande.
Kern seines Buches ist ein Reisebericht nach Glastonbury auf der Suche nach Avalon bzw. ihrer (der Insel) Spuren heutzutage, 1500 Jahre nach ihrem Verschwinden aus unserer Welt. Zu dieser Suche bewegt hat ihn tatsächlich die Lektüre von "Die Nebel von Avalon". Was und wie viel er gefunden hat, bleibt, obwohl seine Suche nicht vergeblich war, offen. Dennoch bietet das Buch mehr als Fiktion oder gar spinnertem Sektierertum. Des Autors Hingab an, Liebe zu und Ehrfurcht vor der Großen Göttin wird deutlich und wird zu Trost und Hoffnung für die verstreut lebenden Anhänger Avalons und der Großen Göttin.
Offen bleibt dabei auch, ob die Große Göttin als Konzept, Naturgesetz oder personifiziert gesehen werden soll. Das ist typisch heidnisch. Der Autor erweckt den Eindruck, solch anscheinend widersprüchliche Auslegungen insgesamt harmonisch zu synkretisieren und scheinbar Widersprüchliches zu vereinen.

Der teilweise heitere, meist lebendige Erzählstil des Autors erleichtert das Lesen in einem Zug; einmal angefangen, will man weiterlesen und das Buch nicht weglegen. Langweilig wird es kaum je.
Interessant wird für viele die umfassende Anleitung für Festzeremonien zu Ehren der Göttinnen und Götter sein. Kurzgeschichten, Festberichte, einige schöne Fotos und einige Gedichte von ehrfürchtig über schmunzelnd bis überwältigend klassisch-gebildet runden das Werk ab.

Ines Zarnecke"

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