Gulan

Gulans Bibliothek

480 Bücher, 226 Rezensionen

Zu Gulans Profil
Filtern nach
480 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Blut in den Bayous

James Lee Burke
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 10.10.2016
ISBN 9783865325631
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

6 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ein schöner Ort zu sterben

Malla Nunn , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 28.02.2011
ISBN 9783746626833
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Unter Wasser stirbt man nicht!

Ross Macdonald
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes
ISBN 9783257237108
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

dorfgemeinschaft, mord, massaker, lidice

Die Toten schauen zu

Gerald Kersh
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei PULP MASTER, 28.01.2016
ISBN 9783927734746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Porkchoppers

Ross Thomas , Jochen Stremmel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Alexander, 01.02.2016
ISBN 9783895814037
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

7 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

filmsternchen, notwehr, schmuddelfilm, 60er jahre, stalking

Ein Schlag ins Gesicht

Franz Dobler
Fester Einband: 385 Seiten
Erschienen bei Tropen, 24.09.2016
ISBN 9783608502169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Steam Pig

James McClure , Sigrid Gent
Flexibler Einband
Erschienen bei Unionsverlag, 26.09.2016
ISBN 9783293207431
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

penny pepper, kinderkrimi, advent, ulrike rylance, lisa hänsch

Penny Pepper - Tatort Winterwald

Ulrike Rylance , Lisa Hänsch
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423761628
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Rachel Carson

Dieter Steiner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei oekom verlag, 03.04.2014
ISBN 9783865814678
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ins Westeis

Tor Even Svanes , Gabriele Haefs , Andreas Brunsterman
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Osburg Verlag, 01.08.2016
ISBN 9783955101152
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein letzter Drink

Dennis Lehane , Steffen Jacobs
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2016
ISBN 9783257300307
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

112 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

hannover 96, hooligans, familie, hooligan, freundschaft

Hool

Philipp Winkler
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.09.2016
ISBN 9783351036454
Genre: Romane

Rezension:

„Ich komm trotzdem noch ab und zu in den Timpen, und wir können ja öfters wieder ins Stadion gehen. Als Ausgleich sozusagen. Nur bei den Fahrten bin ich nicht mehr dabei. Heiko, komm. Wir bleiben doch nach wie vor Freunde. Da ändert sich doch nichts.“
Aber ich habe nur ein wildes Rauschen im Ohr, das mir glühende Stahlwolle durch den Gehörgang zischt.
Ich sage: „Alles ändert sich, Ulf. Andauernd! Was soll das?! Und das mit den Freunden? Da bin ich mir nicht sicher.“
Ich trete meinen Stuhl zur Seite. Er kippt um und schlittert ein Stück. Ich gehe darüber hinweg, zerre die Tür auf und stürme raus. (S.142)

Heiko Kolbe ist ein Hool. Seine Familie ist eine Farce. Heikos neue Familie ist seine Clique, bestehend aus Kai, Jojo und Ulf. Die Vier hängen gemeinsam ab und fahren gemeinsam zu den „Spielen“. Als Teil einer Hannoveraner Hooligan-Gruppe messen sie sich mit Gleichgesinnten aus dem ganzen Land. Doch so langsam bekommt die Freundschaft Risse, als die anderen die gemeinsamen Aktivitäten als Hools in Frage stellen.

Phillipp Winkler hat sich für seinen Debütroman eine Parallelgesellschaft ausgesucht. Eine Welt voller Gewalt, Wut und Adrenalin. Doch er lässt dies den Roman nicht dominieren. Denn sein Ich-Erzähler Heiko erzählt seine eigene traurige Geschichte. Familiäres, Pubertäres, Absurdes, Asoziales, Illegales, Brutales. Dabei verfällt er jedoch nicht ins Episodische, sondern behält einen roten Faden. Der Autor arbeitet immer wieder mit Rückblenden und schafft so auch durchaus Spannungseffekte.

Heiko ist ein Außenseiter, Anfang 20, ohne Schulabschluss. Er jobbt nun bei seinem Onkel, dem Anführer der Hools, im Gym. Heiko lebt bei Arnim zur Untermiete, einem Typen, der schon eine Strafe wegen Mordes abgesessen hat und nun auf seinem abgelegenen Hof Tierkämpfe organisiert. Seine Familie bietet keinen Rückhalt, hat es nie getan. Seine Mutter ist schon während seiner Kindheit abgehauen, der Vater Frührentner, Säufer, hat sich im Thailand-Urlaub eine neue Partnerin mitgebracht. Umso mehr vertraut er auf die Freundschaft in seiner Clique und auf die reinigende Wirkung der Hooligankämpfe. Umso mehr ist er entsetzt und fühlt sich verraten, als die anderen die Hooligans verlassen wollen. Eine wirklich authentisch wirkende Figur, asozial, wütend, unfähig Gefühle auszudrücken. Und doch berührt seine tiefe Melancholie, sein Wunsch nach Anerkennung, nach Geborgenheit – frei nach den Ärzten (und einer Stimme auf dem Klappentext): „Seine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe.“

Ich überlegte, was ich sagen könnte. Gottverdammte Scheiße, so was konnte ich noch nie. Kann ich auch heute noch nicht. Meine Gefühle artikulieren, wie Manuela das formuliert. Da fällt mir gar nichts mehr ein, mein Hirn blockiert und anstatt, dass irgendetwas Sinnvolles rumkommt, werde ich nur wütend. (S.74)

Eine Geschichte von Außenseitern, von zerstörten Familien, von Freundschaft und vom Sog der Wut und der Gewalt. Brutal und hart, gleichzeitig aber voller Melancholie und Traurigkeit. Dabei sollte aber keiner den erhobenen Zeigefinger oder Gesellschaftskritik erwarten. Das Buch ist einfach eine Innendarstellung, dabei eine absolut mitreißende Geschichte und stand meiner Meinung nach völlig zurecht auf der Shortlist des Buchpreises.

  (26)
Tags: außenseiter, drama, familie, freundschaft, gewalt, hooligan, melancholie, wut   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

australien, fingierte selbstmord

Die Schuld vergangener Tage

Peter Temple , Hans M. Herzog
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 12.09.2016
ISBN 9783328100706
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

melbourne, hal challis, australien, serienmörder, kriminalität

Drachenmann

Garry Disher , Peter Friedrich
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 16.02.2012
ISBN 9783293205604
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Miss Terry

Liza Cody , Martin Grundmann
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Argument Verlag mit Ariadne, 17.10.2016
ISBN 9783867542197
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

wien, rassismus, mord, sexismus, flüchtlinge

Der König der Schweine

Manfred Rebhandl
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 06.10.2016
ISBN 9783709978603
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Daran war ich natürlich selbst schuld. Ich wollte ja unbedingt einen Job haben, in dem ich mit Kerlen arbeiten konnte, denn ich mochte Kerle. Ich mochte richtige Kerle wie Johnny aus der Bingobongobar, oder welche, die tagsüber Straßen asphaltieren und nachts schwere Autos fuhren. Solche mit Haaren auf der Brust und keine Sackrasierer. Aber am Bau wollte man mich nicht haben und zum Asphaltieren hatte ich keine rechte Lust. Also blieb mir am Ende nur die Polizei, Abteilung Gewaltverbrechen inklusive Mord. Wie aber hatte ich jemals glauben können, dass mir das Spaß machen würde? (S.12)

In einem Wald bei Wien werden innerhalb kurzer Zeit die Leichen zweier Dunkelhäutiger gefunden. Offenbar ermordet, der Beginn einer Mordserie? Beide waren in einem Flüchtlingsheim untergebracht, in dem einige hemmungslose Gutmenschen in Unwesen treiben, wie selbstgemachte Suppen ausschenken und Fashion-Shows veranstalten. Kitty Muhr ist wenig begeistert, dass ihr dieser Fall zugeteilt wird und noch weniger gefällt ihr ihr neuer Partner Ali Khan Kurtalan, der das genaue Gegenteil ihres Männerbildes verkörpert.

Protagonistin und Ich-Erzählerin ist Kitty Muhr, 39, nicht mehr rank und schlank, Alkohol, Tabakwaren und sonstigem nicht abgeneigt, etwas derb im Umgangston, Bulle bei der Wiener Kriminalpolizei. Im Beruf ist sie allerdings nicht gerade ambitioniert, dümpelt auf einer Stelle in einem Stadtbezirkskommissariat herum. Viel mehr macht ihr allerdings zu schaffen, dass auch ihr Liebesleben vor sich hin dümpelt und so stellt sie den ganzen Tag, bevorzugt abends mit ihrer Freundin, der Klatschreporterin Susi, in der Bingobongobar Überlegungen an, wie man an den nächsten Sexualpartner oder wenigstens das nächste Schwanzfoto kommt. Und diesem Zustand, wird Kitty auch noch auf eine Stelle versetzt, in der sie mit dem kurdischstämmigen Ali zusammenarbeiten muss, ein strebsamer, motivierter und integrationswilliger Kollege. Und ihr erster Fall ist ausgerechnet diese merkwürdige Mordserie an dunkelhäutigen Flüchtlingen.

Die österreichische Krimiszene ist durchaus bekannt für Krimis der skurrilen, etwas anderen Art – man denke an den Brenner von Wolf Haas oder den Metzger von Thomas Raab. Auch Manfred Rebhandl steht in dieser Tradition. Seine erste Krimireihe um den Gendarmen Biermösel spielte im Ausseerland, danach folgte die Reihe um den Wiener Schnüffler Rock Rockenschaub. Nun beginnt eine neue Reihe um die chronisch untervögelte (upps, aber sie würde mir zustimmen) Wiener Polizistin Kitty Muhr.

Und diese Reihe beginnt alles andere als politisch korrekt. Im Gegenteil, denn Kitty ist derb, und vulgär, die Sprache flapsig und schnoddrig, die Inhalte sexistisch (in beide Richtungen), rassistisch, nonkonformistisch. Über weite Strecken ist das aber durchaus amüsant zu lesen, denn Rebhandl skizziert durch sein überzeichnetes Personal ein aktuelles überspitzt-anarchisches Sittenbild. Denn jeder bekommt hier sein Fett weg: Männer, Frauen, Rassisten, Gutmenschen, Behinderte, Flüchtlinge, Ausländer, Einheimische.

Insgesamt ist „Der König der Schweine“ so etwas wie eine Gesellschaftssatire im Krimigewand. Allerdings muss man den Krimi eine lange Zeit ziemlich suchen und auch am Schluss wurde es nur minimal besser. Das war vom Autor sicher auch bewusst konzipiert, aber ich weiß auch nicht, ob die inhaltliche Konstruktion als Whodunnit das Richtige war, denn die Täterjagd und Aufklärung spielt ja nur eine untergeordnete Rolle. Generell bin solchen, mal ganz anderen Krimis nicht unaufgeschlossen, zumal es zwischendurch auch herrlich flapsig und politisch inkorrekt war. Allerdings wurden mir Kittys Libido-Probleme dann doch etwas zu häufig präsentiert, so dass es ein wenig langweilig wurde. So muss ich am Ende konstatieren, dass der Funke bei mir nicht so richtig übergesprungen ist.

  (57)
Tags: flüchtlinge, krimi, mord, politisch inkorrekt, rassismus, satire, sexismus, wien   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

sozialdemokratie, rosa luxemburg, biografie, proletariat, marxismus

Rosa Luxemburg

Dietmar Dath
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 25.01.2010
ISBN 9783518182352
Genre: Biografien

Rezension:

„Geschändet, entehrt, im Blute watend, von Schmutz triefend – so steht die bürgerliche Gesellschaft da, so ist sie. Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik, Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt – als reißende Bestie, als Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch für Kultur und Menschheit, so zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt. […] Mitten in diesem Hexensabbat vollzog sich eine weltgeschichtliche Katastrophe: die Kapitulation der internationalen Sozialdemokratie.“ (S.107)

Dies schrieb Rosa Luxemburg mitten im ersten Weltkrieg und die Verbitterung über die Entwicklung „ihrer“ Partei ist in diesen Worten allzu spürbar. Kurze Zeit später wird sie sich endgültig von der SPD lossagen, in die USPD eintreten und später die KPD gründen.

Luxemburg ist eine dieser linken Ikonen. Heutzutage wieder hoch angesagt, doch oftmals mehr wegen ihrer „Passionsgeschichte“ als wegen ihres Werks. Dath schreibt bissig: „ein Phänomen, das man leicht an der penetranten Märtyrerinnenduzerei erkennt, die ihre liebe Rosa so gern hat wie tote Linke ganz allgemein, am besten gewaltsam aus dem Leben gerissene, ob die nun Leo heißen oder Che“ (S.8).

Rosa Luxemburg wird 1871 als Tochter bürgerlicher polnischer Juden geboren. Schon als Abiturientin wirkt sie in der polnischen Sozialdemokratie, später nach dem erfolgreichen Studium in der Schweiz ab 1898 auch in der deutschen. In der SPD wird sie zu einer einflussreichen marxistischen Theoretikerin des linken Parteiflügels. Sie setzt sich unter anderem für einen internationalen proletarischen Sozialismus ein und kämpft damit gegen Nationalismus und Militarismus. Sie befürwortete u.a. Massenstreiks als Mittel des politischen Kampfes. Als die SPD 1914 die Kriegskredite für den ersten Weltkrieg mittrug, kam es zu einem schleichenden Zerwürfnis mit ihrer Partei. Rosa Luxemburg bekämpfte die Politik des Burgfriedens und wurde mehrfach inhaftiert. Sie trat in die USPD ein und wurde nach der Novemberrevolution 1918 Gründungsmitglied der KPD. Nach dem Scheitern des Spartakusaufstands im Januar 1919 tauchte sie gemeinsam mit Karl Liebknecht unter. Am 15.01.1919 wurden Luxemburg und Liebknecht von einem Freicorps festgenommen, misshandelt und ermordet. Ihre Leichen wurden in den Landwehrkanal geworfen.

Das Buch gehört zur Reihe „Suhrkamp BasisBiographie“. In kompakter Form auf etwa 160 Seiten wird das Wichtigste zur Person zusammengefasst. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt: Leben, Werk und Wirkung. Das Werk Luxemburgs nimmt dabei den Hauptpart ein, die wichtigsten Schriften werden vorgestellt. Die Theorien sind schon nicht ohne, aber der Autor versucht sein Bestes, um die Abhandlungen dem in marxistischer Theorie nicht so versierten Leser nahe zu bringen.

Autor Dietmar Dath ist selbst kein unbeschriebenes Blatt, erfolgreicher Autor, bekennender Marxist. Das habe ich allerdings erst im Nachgang ermittelt, denn mitten in der Lektüre war ich durchaus (positiv) überrascht, dass Dath das Werk Luxemburgs nicht nur erläutert und in den damaligen, sondern auch in den aktuellen Bezug setzt. Dabei lässt er in einigen Passagen kein gutes Haar an den heutigen Linken, die sich auf Rosa Luxemburg beziehen, aber seiner Einschätzung nach auch einiges missinterpretieren.

Insgesamt war ich mit der Lektüre ziemlich zufrieden. Natürlich bleibt so eine kompakte Biografie eher an der Oberfläche und kann nicht ausgiebig auf bestimmte Details eingehen. Wenn man dies aber bedenkt, ist man gut bedient und kann eventuell noch mit anderen Werken tiefer eintauchen.

  (58)
Tags: antimilitarismus, biografie, marxismus, proletariat, rosa luxemburg, sozialdemokratie   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(60)

108 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

texas, gewalt, drogen, killer, usa

Kein Land für alte Männer

Cormac McCarthy , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Verlag GmbH, 10.03.2008
ISBN 9783498045029
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das schwarze Korps

Dominique Manotti , Andrea Stephani
Flexibler Einband
Erschienen bei Argument Verlag mit Ariadne, 12.09.2016
ISBN 9783867542210
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

berlin, ddr, krimi, mord, schule

Wintertod

Thomas Nommensen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499271984
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Langsam ging ich zu der Stelle. Mein Speer hatte den Vogel tatsächlich genau in der Mitte des kleinen Körpers getroffen und war so weit eingedrungen, dass die Schneide bis zum Anschlag in dem schwarz glänzenden Gefieder steckte. […]
Eine Weile standen wir so und betrachteten schweigend den toten Körper. Als wir uns schließlich umdrehten und gehen wollten, ertönte über uns ein Krächzen. Es war die andere, die vorsichtige Krähe. Sie hockte auf einem Zweig und starrte uns aus ihren Kohleaugen an.
Ob sie jetzt traurig ist?, überlegte ich. Oder wütend?
Adam sah mich an, als ob er meine Gedanken gehört hätte. „Respekt“, sagte er. „Sie hat jetzt Respekt vor dir.“
Ich nickte und nahm mir vor, beim nächsten Wurf nicht wieder die Augen zu schließen. Das war ich dem Tod einfach schuldig. (S. 303)

Auf einem aufgegebenen Friedhof im Berliner Stadtteil Buch wird von einer Schatzsucherin die notdürftig begrabene Leiche einer Frau gefunden. Laut Obduktion gibt es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung. Hauptkommissar Arne Larsen will den Fall jedoch nicht so schnell abhaken und folgt spätabends seinem Bauchgefühl wieder zum Friedhof. Dort entdeckt er tatsächlich unmittelbar neben dem Fundort einen weiteren Leichnam: Diesmal ist es die Leiche eines kleinen Mädchens und diesmal gab es eine äußere Gewalteinwirkung.

„Wintertod“ ist der zweite Band einer Serie um den Hauptkommissar Arne Larsen. In „Ein dunkler Sommer“ ermittelte Larsen noch in Schleswig-Holstein, ist aber nun in die Hauptstadt gezogen. Damit folgt Larsen seinem Autor Thomas Nommensen, der ebenfalls aus dem hohen Norden (schon in den 1980ern) nach Berlin gezogen ist. Die Lektüre von Band 1 ist übrigens nicht zwingend notwendig, denn Larsen sucht in Berlin den Neuanfang und kommt zwar nicht ohne Ballast, aber alleine. Er fremdelt allerdings noch mit seiner neuen Heimat: Er kennt niemanden, hat sich in einer ziemlich quirligen WG einquartiert und auch beruflich ist er etwas erstaunt, dass er zur Eingewöhnung trotz höheren Dienstgrads sich erst einmal hinter seiner Kollegin Mayla Aslan einreihen muss. Trotz der widrigen Verhältnisse kann er aber (mit einigen Alleingängen) seine beruflichen Fähigkeiten unter Beweis stellen und findet im Laufe des Buches auch privat Anschluss.

Nommensen baut die Geschichte sehr versiert auf. In kurzen Kapiteln wechselt nicht nur die Perspektive, sondern auch der Erzähler und auch die Zeitebene. Seinen Protagonisten begleitet er im Präsens. Daneben erzählt er einen Strang mit der Lehrerin Lea Zeisberg, die gerade erst von einem traumatischen Erlebnis wieder in den Schuldienst zurückgekehrt ist und nun einige Merkwürdigkeiten in ihrer Schule feststellt. Besonders mit den beiden Geschwistern Kolja und Merle scheint etwas nicht zu stimmen. Vor etwa einem halben Jahr ist ihr Vater verstorben, ihre Mutter hat nun einen neuen Partner, dennoch fehlen beide regelmäßig beim Unterricht, aber seltsamerweise immer abwechselnd. Lea Zeisberg forscht nach und stößt damit nicht nur beim restlichen Kollegium auf wenig Gegenliebe. Der dritte Strang spielt deutlich in der Vergangenheit, 1979 in einer abgegrenzten Waldsiedlung für hohe Funktionäre der DDR. Hier verwendet der Autor den Ich-Erzähler Martin, der davon erzählt, wie der neue Partner seiner Mutter, Adam, ihn und seine Mutter kontrolliert und mehr oder weniger abschottet. Adam übt totale Macht aus, weniger physisch als vielmehr psychisch. Martin wird dadurch immer mehr sozialisiert und begehrt im Gegensatz zu seiner Mutter nicht länger auf, sondern orientiert sich an Adam. Damit ist das Thema dieses Kriminalromans auch klar, es geht um Machtmissbrauch und Gewalt in der Familie.

Ein wenig kritisieren möchte ich, dass die entscheidende Person, Adam, bis zum Ende eher schwammig bleibt. Außerdem suggerieren die DDR-Rückblenden und zahlreiche Schauplätze eine politische Komponente, die jedoch nicht bedient wird. Insgesamt ist „Wintertod“ jedoch ein gelungener und gut aufgebauter Kriminalroman. Thomas Nommensen erzählt mit gutem Gespür für realistische Figuren und interessante Schauplätze eine erschütternde Geschichte.

  (71)
Tags: berlin, familie, gewalt, krimi, macht, mord, polizei   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

broken hill, australien, weltkrieg, shakespeare, flüchtlinge

Broken Hill

Nicholas Shakespeare , Georg Deggerich
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.04.2016
ISBN 9783455405446
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

krimi, verbrechen, rollstuhl, liebe, kurzgeschichten

Das Fenster zum Hof

Cornell Woolrich , Jürgen Bauer , Edith Nerke
Flexibler Einband: 195 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.11.2003
ISBN 9783257217186
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

niederlande, widerstand, schuld, deutsche besatzung, roman

Die Dunkelkammer des Damokles

Willem Frederik Hermans , Waltraud Hüsmert , Cees Noteboom
Fester Einband: 383 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.08.2016
ISBN 9783351036577
Genre: Romane

Rezension:

Als ich ihn zum ersten Mal sah, dachte ich: So wie dieser Mann ist, so müßte ich sein. Verstehst du, es ist gar nicht so leicht, das auszudrücken, aber ich meine so ungefähr wie in einer Fabrik, wo ein bestimmter Gegenstand hergestellt wird: Hin und wieder mißlingt einer, ein zweiter wird gemacht, der in Ordnung ist, und das mißlungene Exemplar wird weggeworfen...
Nur, mich haben sie nicht weggeworfen, ich habe weitergelebt, wenn auch mißlungen. Ich habe nie gewußt, daß ich das mißlungene Exemplar bin, bis ich Dorbeck begegnet bin. Von da an wußte ich es. Von da an wußte ich, daß er das gelungene Exemplar ist, daß ich im Vergleich mit diesem Mann keine Existenzberechtigung hatte, daß ich mich nur zu einem annehmbaren Menschen entwickeln konnte, indem ich genau das tat, was er wollte. Ich habe alles getan, was er von mir verlangt hat, und das ist nicht wenig...nein, nicht wenig... (S. 196-197)

Henri Osewoudt betreibt einen kleinen Tabakladen in Voorschoten, als wenige Tage nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande im Mai 1940 der niederländische Offizier Dorbeck sein Geschäft betritt und ihn bittet, einen Film zu entwickeln und seine Uniform zu verstecken. Von da an erhält Osewoudt weitere Anweisungen von Dorbeck, die er zuverlässig ausführt, sogar als Dorbeck ihn zum Mord anstiftet. Osewoudt wird sogar von den Deutschen verhaftet, kann aber fliehen und sich im April 1945 in den bereits befreiten Teil der Niederlande durchschlagen. Dort angekommen wähnt er sich als Held des Widerstands und muss fassungslos feststellen, dass er als Verräter verhaftet wird.

„Die Dunkelkammer des Damokles“ gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten niederländischen Romane. Der Autor Willem Frederik Hermans zählt zu den „Groten Drie“ der niederländischen Nachkriegsliteratur (zusammen mit Harry Mulisch und Gerard Reve). Er wurde 1921 in Amsterdam geboren. Seine Kindheit war geprägt durch eine schwieriges Verhältnis zu seinem Vater und seiner älteren Schwester. Ihr Selbstmord und der deutsche Einmarsch in die Niederlande im Mai 1940 bildeten eine Zäsur in seinem Leben. Hermans veröffentlichte während der Besatzungszeit Erzählungen und Gedichte in Untergrundzeitschriften. Mit seinem zweiten Roman „Die Tränen der Akazien“ (1949) stellte er zum ersten Mal den heroischen niederländischen Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht in Frage, was er später in „Die Dunkelkammer des Damokles“ wieder aufgreifen wird. Beide Romane zeugen außerdem von einer zutiefst pessimistischen, misanthropischen Weltsicht des Autors. Hermans war zeitlebens eine streitbare Figur, der vor Provokation und Polemiken nicht zurückschreckte. So war 1952 sein Roman über die Rolle der Niederlande im indonesischen Unabhängigkeitskrieg „Ik heb altijd gelijk“ Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Er ignorierte unter anderem den kulturellen Boykott des südafrikanischen Apartheidregimes und schied 1973 im Streit mit der Universität Groningen, wo er Geografie lehrte, und verfasste als Abrechnung den Schlüsselroman „Unter Professoren“. Im gleichen Jahr kehrte er unter großem Getöse der Niederlande den Rücken und ging nach Paris ins Exil, später nach Brüssel. Kurz vor seinem Tod kehrte er in sein Heimatland zurück und starb am 27.April 1995 in Utrecht. Zu den Hobbys des Autors zählten neben dem Sammeln von Schreibmaschinen auch das Fotografieren und die Entwicklung von Filmen, ein Thema, das er in „Die Dunkelkammer des Damokles“ einbaut.

Sein Protagonist Henri Osewoudt ist zu Beginn des Buches gerade mal zwölf Jahre alt, als er nach Hause kommt und eine Menschenmenge vor dem Tabakladen seines Vaters vorfindet. Sein Vater wurde von seiner Mutter erstochen, diese wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Er wächst bei seinem Onkel Bart auf und wird von seiner deutlich älteren, hässlichen Cousine Ria verführt bzw. missbraucht. Als er 18 wird, heiratet er Ria, übernimmt den Tabakladen und holt seine Mutter aus der Psychiatrie. Dies geschieht auf wenigen Seiten und zeigt bereits den Charakter Osewoudts als vom Schicksal gebeutelt und antriebslos. Als der Offizier Dorbeck sein Geschäft betritt, ist es für Osewoudt, als begegne er einem besseren Ebenbild. Dorbeck sieht ihm frappierend ähnlich, aber im Gegensatz zu ihm hat er dunkles Haar, einen Bart (während bei ihm kein Barthaar wächst) und einen Plan, eine Lebensvorstellung. Völlig arglos lässt sich Osewoudt von seinem Doppelgänger ohne eigenen ideologischen Antrieb instrumentalisieren und setzt damit ohne es wollen eine Maschinerie in Gang, die ihm später zum Verhängnis wird.

Er drehte sich um, noch ehe Moorlag das Zimmer verlassen hatte. Vaterland, was ist das? Dachte er. Die blaue Straßenbahn? Die gelbe Straßenbahn? Sie fahren heute ebensogut wie früher, nur abends mit weniger Licht. (S. 78)

Denn als er später als Verräter verhaftet wird, versucht Osewoudt verzweifelt, Dorbeck als Auftraggeber anzugeben. Niemand kennt Dorbeck oder will niemand ihn kennen? Ist Dorbeck gar nur eine Ausgeburt Osewoudts Fantasie? Die Ankläger sind durchaus gewissenhaft, gehen Osewoudts Angaben nach, aber letztendlich bleibt Dorbeck unauffindbar. Ein faszinierender, alptraumhafter Plot, bei dem sich auch der Leser fragt: Was ist denn jetzt die Wahrheit, was ist Paranoia? In seinem Nachwort beschreibt Cees Noteboom dies als Quintessenz: „Unbeweisbare Unschuld, Personenverwechslungen, Rätsel, die nicht gelöst werden, unentrinnbares Schicksal, surreale Plots und immer wieder Menschen in ihrer hilflosen Kleinheit als Opfer von 'Mutwillen und Mißverständnis', ohne dass eine Katharsis in Sicht wäre.“

Was ist der Sinn meines Lebens, erwiderte Osewoudt, wenn ich mit einem Fluch geboren werde und diesen Fluch nicht anders als durch Gnade loswerden kann? Soll ich dafür leben: um zwei Geschenke zu bekommen, die sich gegenseitig aufheben, obwohl ich überhaupt nicht um Geschenke gebeten habe? Ich habe um nichts gebeten. Ich habe auch nicht darum gebeten, zu leben. Ich habe nicht darum gebeten, geboren zu werden, ich habe nicht darum gebeten, bei meiner Geburt verflucht zu werden, und bitte bei meinem Tod auch nicht darum, begnadigt zu werden. Wenn mir ohnehin keine andere Möglichkeit bleibt, als zu sterben, bin ich auf Gnade nicht mehr angewiesen: Mit dem Ende meines Lebens endet auch der Fluch. (S. 367)

Ist „Die Dunkelkammer des Damokles“ auf den ersten zwei Dritteln überwiegend ein thrillerhafter Weltkriegsroman, dominieren vor allem im letzten Teil die existentialistischen und philosophischen Aspekte. Die Frage nach der eigenen Identität, nach Schuld und Moral, beziehungsweise deren Nichtexistenz. Ich habe den Roman für dieses „Niederlande/Flandern“-Wochenende nun schon zum zweiten Mal gelesen und bin immer noch fasziniert.

  (47)
Tags: deutsche besatzung, existentialismus, identität, moral, niederlande, philosophie, schuld, widerstand, zweiter weltkrieg   (9)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

deep throat, new york, gangsterroman, fbi, mafia

Johnny Porno

Charlie Stella , Andrea Stumpf , Andrea Stumpf
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.07.2016
ISBN 9783518466865
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Du hast echt Nerven“, fuhr Santorra fort. „Wen interessiert’s, dass du arbeiten musst? Mich nicht.“
John schwieg.
„Findet er selbst auch“, sagte Santorra. „Johnny Porno hat echt Nerven.“
„Ich heiße Albano. John Albano. Und ich hab gesagt, dass ich arbeiten muss.“
„Du heißt so, wie ich sag, Wichser.“
John spürte, wie sich jeder Muskel in seinem Gesicht anspannte.
Dann sagte Santorra: „Er musste arbeiten. Waaaahnsinn. Der will uns verarschen.“
Da hatte es John gereicht. Bei dem „Waaaahnsinn“.
„Nein, nur dich“, hatte er gesagt.
„Was?“
„Dich verarsch ich“, sagte John. (S. 89-90)


New York, 1973: John Albano hat gerade keinen Lauf. Seinen Job beim Bau hat er verlaufen und dann hat sich auch noch in einer Mafia-Kneipe mit einem Cop (in Zivil) geprügelt. Nun fährt er für den Mafia-Boss Eddie Vento die Pornokinos ab und kassiert die Tageseinnahmen des berühmten Pornos „Deep Throat“. Das weckt natürlich bei einigen Begehrlichkeiten, aber auch sonst gerät Johnny in eine unangenehme Gemengelage.

Da sind zum einen Johnnys kratzbürstige Ex Nancy und ihr gieriger Ex-Mann Louis, der mehr als ein Auge auf die Kohle geworfen hat. Außerdem sinnt der Ex-Cop Billy Hastings, mit dem sich Johnny geprügelt hat, und der sich nun im Laufe der Geschichte als waschechter Psychopath entpuppt, auf Rache. Genau wie Nick Santorra, Johnnys Ansprechpartner bei Eddie Vento, den Johnny mehr als einmal hat auflaufen lassen. Außerdem gibt es da noch den korrupten Cop Sean Kelly, der sich von Vento schmieren lässt, und der so langsam unter Druck gerät, denn in den eigenen Reihen des NYPD wird er unter die Lupe genommen. Und auch gegen Eddie wird natürlich ermittelt, hier hat das FBI sogar mit Eddies Geliebter eine heiße Quelle an prominenter Stelle.

Wie man merkt, versammelt Stella hier ein durchaus üppiges Personal, dem er abwechselnd durch die Kapitel folgt. Er erschafft eine dichte, komplexe Story mit authentischem 70er-Jahre-Flair. Anders als der Klappentext suggeriert, beginnt nicht von Beginn an der große Run auf die Pornokohle, sondern die verschiedenen Personen haben durchaus unterschiedliche Interessen und belauern sich auch eine Zeit lang, so dass es für meinen Geschmack zwischendurch auch etwas temporeicher hätte zugehen können. Aber irgendwann beginnt dann doch das große Finale und wie man schon fast ahnen kann, treffen im Showdown mehr oder weniger alle Figuren aufeinander – und nicht jeder kommt mit heiler Haut davon.

Johnny Porno hatte ich mir im Vorhinein etwas humorvoller, unernster erwartet. Aber letztendlich bietet dieser Mafia-/ Gangsterroman interessante Figuren, eine gute Atmosphäre und einen passablen Plot. In einem Punkt hat er mir allerdings richtig stark gefallen: Die zahlreichen Dialoge sind knapp, knackig und ungemein kurzweilig.


  (53)
Tags: deep throat, fbi, gangsterroman, mafia, new york   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

reue, schuld, wilderei, country noir, sühne

Ein einziger Schuss

Matthew F. Jones , Robert Brack
Flexibler Einband: 274 Seiten
Erschienen bei Polar Verlag, 01.07.2016
ISBN 9783945133392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

John sichert die Flinte und rennt auf das Distelfeld zu, aber bevor er dort ankommt, hält er an, weil er eine längliche Vertiefung auf dem von Kiefernnadeln bedeckten Boden bemerkt hat. Er kniet sich hin, berührt mit der Hand die Mitte der Kuhle und spürt die Wärme, die das entflohene Wild zurückgelassen hat. Sogar ein paar Fetzen von seinem Fell sind zu sehen. Johns Herz schlägt schneller, er atmet schwer. Er kann den Hirsch riechen. Den Adrenalinschub des Tiers, heftig und stechend wie sein eigener. (S. 9)

John Moons Leben befindet sich auf Talfahrt. Er lebt in einem Trailer auf dem ehemaligen Land seiner Familie, seine Frau hat ihn mit dem kleinen Sohn verlassen. Sein Essen erwildert sich John regelmäßig in den Wäldern. Eines Tages schießt er einen Hirsch an und verfolgt das verwundete Tier über eine lange Strecke bis zu einem alten Steinbruch. Dort wird John von einem Geräusch überrascht. Er schießt. Doch statt des Hirschen hat er versehentlich eine junge Frau, eine Ausreißerin, erschossen.

John steckt in einer absoluten Zwickmühle. Es war ein Unfall, aber würde man ihm glauben? Als John die Habseligkeiten der Toten begutachtet, findet er eine Kiste voller Geldscheine. Geld, das er verdammt gut gebrauchen kann, vielleicht kann er sogar seine Ehe retten. Er nimmt das Geld an sich, versteckt die Leiche und kehrt nach Hause zurück. John hofft, dass sich alles zum Guten wendet, doch insgeheim ahnt er, dass er die Büchse der Pandora geöffnet hat.

Normalerweise recherchiere ich zu einem Buch auch vorab ein wenig. Hier habe ich das aber versäumt und war dementsprechend überrascht, dass das Original bereits aus dem Jahr 1996 stammt und erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. Außerdem wurde es sogar schon verfilmt. „A Single Shot“ feierte Weltpremiere bei der Berlinale 2013. Autor Matthew F. Jones durfte auch das Filmdrehbuch schreiben. „Ein einziger Schuss“ ist ein waschechter „country noir“ und spielt im ländlichen, waldreichen Norden des Bundesstaates New York. Die erzählte Zeit beträgt genau eine Woche. Jones erzählt die Geschichte im Präsens und bleibt als Erzähler die ganze Zeit bei seinem Protagonisten.

Ein absoluter Verlierer, dieser John Moon. Die elterliche Farm wurde schon vor Jahren von der Bank zwangsversteigert, seine Eltern sind unter anderem daran krank geworden und schon verstorben. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs mehr schlecht als recht über Wasser. Auch seine Frau Moira sieht keine Perspektive und ist mit dem gemeinsamen Sohn Nolan ausgezogen. Und nun dieser verhängnisvolle Schuss, der ihm endgültig den Boden unter den Füßen wegzieht. John treffen die Schuldgefühle mit voller Wucht. Gleichzeitig aber meint er voller Naivität mit dem gefundenen Geld seine Familie zurückgewinnen zu können. Aber natürlich gibt es noch jemanden, der seine Kohle wiederhaben will und selbstverständlich ist mit dem nicht zu spaßen. Zuerst wird Johns Hund erschossen, danach wird bei ihm der Trailer verwüstet und die von ihm versteckte Leiche in seinem Bett platziert. John deponiert die Leiche in seinem Gefrierschrank und wird danach panisch bis paranoid. Doch John nimmt – auch mangels Alternativen - den Kampf um Leben und Tod an.

„Ein einziger Schuss“ ist spannendes, dramatisches Werk, in dem vor allem die intensiven Erfahrungen von Schuld, Reue, Hoffnung und Verzweiflung der Hauptfigur im Vordergrund stehen. Die Ereignisse nehmen an Intensität stetig zu. Und obwohl klar ist, dass dem tragischen Held kein Happy End vergönnt sein wird, fiebert man ein Stück weit mit ihm mit – und wird von der Gnadenlosigkeit des Autors am Ende brutal geerdet.

  (54)
Tags: country noir, drama, noir, reue, schuld, sühne, wilderei   (7)
 
480 Ergebnisse