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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Nordwasser

Ian McGuire , Joachim Körber
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 13.02.2018
ISBN 9783866482678
Genre: Historische Romane

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

siam, australien, hölle, japan, zwangsarbeit

Der schmale Pfad durchs Hinterland

Richard Flanagan ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2015
ISBN 9783492057080
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Scott Manson / Die Hand Gottes

Philip Kerr , Hannes Meyer
Flexibler Einband: 397 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.10.2017
ISBN 9783608501391
Genre: Krimi und Thriller

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21 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

serie, reihe, fortsetzung, band 4

Aisha

Jesper Stein , Patrick Zöller
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.01.2018
ISBN 9783462050783
Genre: Krimi und Thriller

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258 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

wien, sigmund freud, österreich, nationalsozialismus, freud

Der Trafikant

Robert Seethaler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 04.11.2013
ISBN 9783036959092
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die letzten Meter bis zum Friedhof

Antti Tuomainen , Niina Wagner , Jan Costin Wagner
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 24.01.2018
ISBN 9783498065522
Genre: Romane

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

berlin, krimi, historischer krimi, mord, zwanziger jahre

Der weiße Affe

Kerstin Ehmer
Fester Einband
Erschienen bei Pendragon, 30.08.2017
ISBN 9783865325846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„So sehr hast du versucht ein echter Deutscher zu sein, Shylock“, flüstert sie. „Ich könnt's nicht glauben, würd ich's nicht sehn. Dein Traum vom Deutschsein, das ist das hier, das alles. Deutscher, nicht Jude, nicht staatenlos herumgejagt durch die Jahrhunderte, sondern Ordnung, Anstand, Frieden, Ruhe, Heimat, Herkunft, Scholle, das haste dich was kosten lassen.“ Sie sinkt auf einen Sessel. „Ich wusste, dass er den Mut hatte für solche Träume. Und ich wusste nicht, dass wir ihm so gar nicht ausreichten, dass er sich wegstehlen musste in sein Privattheater.“ Sie weint jetzt haltlos, als könne sie nie wieder aufhören. „Es ist, als hätte ich ihn gar nicht gekannt. Plötzlich ist mein Vater ein Fremder und wird es immer bleiben, denn er ist ja tot und kann nichts mehr erklären.“ (S.76)


Berlin in den Goldenen Zwanzigern: Kommissar Ariel Spiro aus dem beschaulichen Wittenberge tritt seinen neuen Job bei der Kripo an. Auf seinen ersten Fall muss er nicht lange warten. In einem Mietshaus wird die Leiche des jüdischen Bankiers Fromm gefunden. Offenbar führte Fromm ein Doppelleben mit einer Geliebten in einer Wohnung im Haus. Spiro ermittelt sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld des Toten und wird dabei vom Großstadtleben gehörig mitgenommen.


Seine Ermittlungen führen den jungen Kommissar nicht nur in dunkle Hinterhöfe, Schwulenbars und Bankiersvillen, sondern auch zur Tochter des Toten, Nike Fromm, die Spiro prompt den Kopf verdreht und seine Ermittlungsarbeit deutlich erschwert. Hierbei ergeben sich verschiedene Ansätze. Verdächtig sind vor allem Ambros Fromm, der Sohn, der seine Homosexualität sehr zum Verdruss des Vaters ausschweifend auslebt, und Moses Silberstein, Vizedirektor der Bank, der sich offenbar in Anlagefragen mit Fromm uneinig war.


Doch dem Leser wird noch ein zweiter Handlungsstrang dargeboten. Dieser beleuchtet die Perspektive des 14jährigen Alexander, der von seiner Mutter, einer exzentrischen Kostümschneiderin, von der Außenwelt abgeschirmt wird. Er darf nicht zur Schule, wird tagelang eingesperrt. Ein Besuch auf einem progressiven Internat wird von der Mutter schnell wieder abgebrochen, so verliert der Junge seinen einzigen Freund aus den Augen. Alexander flüchtet sich mehr und mehr in Fantasien, in denen er im Mittelpunkt von Initiationsriten eines Eingeborenstammes in Neuguinea steht. Man ahnt bereits, dass es irgendwann zur Katastrophe kommen muss. Diese Absätze sind deutlich kürzer gehalten, kursiv geschrieben und ihre Bedeutung ergibt sich erst nach und nach. Auch stilistisch ergibt sich ein deutlicher Bruch zu den übrigen Abschnitten, kaum Dialog, bildhafte Beschreibungen, ein enger Blickwinkel eines zunehmend in den Wahn abgleitenden Jungen. Irgendwie konnten mich diese Abschnitte nicht völlig überzeugen. Anfangs war ich sogar geneigt, sie zu überfliegen, da ich den Bruch zur übrigen Geschichte als zu deutlich und störend empfand, was sich nur teilweise besserte. Am Ende werden die zwei Stränge zusammengeführt. Wie befürchtet geschieht dies aber eher nach dem Zufallsprinzip, was in der Realität vielleicht sogar nicht abwägig wäre, aber hier als Krimiplot mich nicht ganz zufriedenstellt.


Dass ich am Ende dennoch zu einem ziemlich positiven Eindruck komme, liegt vor allem an zwei Faktoren. Zum einen ist da die Atmosphäre im Berlin der Zwanziger Jahre. Spiro ermittelt an vielen verschiedenen Ecken der brodelnden Hauptstadt und dies wird hervorragend transportiert. Sei es die Arbeiterkneipe, das ostjüdische Leben im Scheunenviertel oder die Schwulen-Tanzbar „Zauberflöte“. Außerdem lässt die Autorin Kerstin Ehmke so einige Einheimische berlinern, verwendet zeitgenössische Begriffe und bringt auch humorvolle Momente unter. Sehr interessant und mir bis dato unbekannt war das Institut für Sexualwissenschaft von Dr. Magnus Hirschfeld, das prominenten Raum im Buch einnimmt. Auch wenn die Ermittlungen nicht unbedingt in die politische Richtung gehen, schwingen die gesellschaftlichen Verhältnisse und zukünftige bedrohliche Entwicklungen im Hintergrund immer ein wenig mit. Gerade die Identitätsfrage der deutschen Juden spielt eine nicht unerhebliche Rolle im Roman. Dies deutet auch der Titel an, handelt es sich bei dem weißen Affen doch um ein vermeintliches Stück „Judenporzellan“. Insgesamt also ein wirklich überzeugendes Setting.


Zum anderen ist Ariel Spiro eine sehr gelungene Hauptfigur. Sein Vorname sorgt für allerlei Aufsehen, wird er doch direkt für einen Juden gehalten, obwohl sein Name der Figur aus einem Shakespeare-Drama entliehen ist. Der junge Mann kommt zwar vom Lande, doch völlig ahnungslos ist er nicht. Er hat sich in Wittenberge an der Elbe bereits als Kommissar bewiesen, zeigt auch in Berlin direkt großen Einsatz. Dennoch ist Berlin ein anderes Kaliber, das muss er sehr schnell feststellen. Er verliert sich ein wenig im Großstadtdschungel – und in den grünen Augen von Nike Fromm. Spiro ist intelligent, ehrgeizig und ein wenig verbissen, aber fehlbar und gerade dadurch eine sympathische Figur. Ich weiß zwar nicht, ob die Autorin weitere Bücher mit ihm geplant hat, aber Ariel Spiro taugt als Protagonist durchaus für mehrere Bände.


Autorin Kerstin Ehmer hat jahrelang als Fotografin gearbeitet und betreibt inzwischen seit zehn Jahren eine Bar in Berlin. „Der weiße Affe“ ist ihr erster Kriminalroman und wurde auch für den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie „Debüt“ nominiert.

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Tags: berlin, doppelleben, historischer krimi, juden, mord, polizei, zwanziger jahre   (7)
 

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149 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

insel, überleben, überlebenskampf, extremsituation, liebe

Herz auf Eis

Isabelle Autissier , Kirsten Gleinig
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 07.03.2017
ISBN 9783866482562
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wie könnt ihr schlafen

Monika Geier
E-Buch Text
Erschienen bei Argument Hamburg/PRO, 01.03.2009
ISBN 9783867549219
Genre: Krimi und Thriller

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Die Angst reist mit

Eric Ambler
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 01.01.1984
ISBN B0051E7HNI
Genre: Sonstiges

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Laßt die Kadaver bräunen!

Jean P Manchette , Jean-Patrick Bastid , Katarina Grän , Roland Voullié
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Distel Literaturverlag, 01.09.2007
ISBN 9783923208838
Genre: Krimi und Thriller

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Abpfiff

Dominique Manotti , Andrea Stephani
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Argument Verlag mit Ariadne, 13.04.2015
ISBN 9783867541978
Genre: Krimi und Thriller

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

thriller, maddeleine, krimi, mord, schwarz

Die Schwarze Dahlie

James Ellroy , Jürgen Behrens
Flexibler Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB
ISBN 9783548256108
Genre: Krimi und Thriller

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mord, rassismus, rassendiskriminierung, paris trout, pete dexter

Paris Trout

Pete Dexter , Jürgen Bürger
Buch: 415 Seiten
Erschienen bei Liebeskind, 29.07.2008
ISBN 9783935890540
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Krokodile und edle Ziele

Liza Cody , Else Laudan
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Argument Verlag mit Ariadne, 25.09.2017
ISBN 9783867542272
Genre: Krimi und Thriller

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82 Bibliotheken, 0 Leser, 11 Gruppen, 31 Rezensionen

drogen, liebe, gewalt, freundschaft, sex

Man Down

André Pilz
Fester Einband: 275 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.02.2010
ISBN 9783852186238
Genre: Romane

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

insel, thriller, schweden, psychothriller, isolation

Isoliert

Åsa Avdic , Stephanie Elisabeth Baur , Annika Ernst
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.12.2017
ISBN 9783959671408
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hinterher, als wir im Bett nebeneinander auf dem Rücken lagen, strich er mir zerstreut mit dem Zeigefinger über die Wange. Im Zimmer war es nahezu dunkel, obwohl die Vorhänge vor dem Fenster noch immer nicht zugezogen waren, und am Nachthimmel trieben die Wolken weiter in unvermindertem Tempo am Mond vorbei.
„Woran denkst du, Anna?“, fragte er leise.
„An Verrat“, erwiderte ich. Verdutzt drehte er mir den Kopf zu.
„Was sagst du?“
„Verrat. Ich kenne das Gefühl.“ (S.139-140)


Eine Insel vor der schwedischen Küste und ein besonderes Casting für einen wichtigen Regierungsjob. Fünf Personen, eine Ärztin und Anna Francis. Sie glaubt, dass sie als heimliche Beobachterin engagiert wurde, doch als plötzlich nach und nach die Teilnehmer des Castings verschwinden, muss sich Anna entscheiden, ob sie ihre Beobachterposition aufgibt oder aktiv eingreift.


Das ganze Geschehen spielt im Jahre 2037. Die Annahme der Autorin ist, dass der kalte Krieg nicht mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion geendet ist, sondern im Gegenteil weitere Staaten sich dem kommunistischen Block angeschlossen haben. So auch Schweden im Rahmen einer sogenannten Freundschaftsunion. Spannende Idee, aber – um es vorweg zu nehmen – enttäuschend, dass die Autorin diesen Hintergrund letztlich nicht nutzt, sondern eine Geschichte kreiert, bei der die Art des Regimes und auch der Zeitpunkt aus meiner Sicht letztlich unerheblich waren.


Zentrale Figur (und leider die einzige, die mehr Konturen erhält) ist Anna Francis. Eine Frau mittleren Alters, die aktuell eine Art Verwaltungstätigkeit ausübt. Sie ist eine einsame, verschlossene Frau, die ein Trauma mit sich herum trägt, seitdem sie eine leitende Tätigkeit in einem Hilfsprojekt in Zentralasien ausgeübt hat. Sie hat ein zerrüttetes Verhältnis zu ihrer Mutter und sie ringt um ihr Verhältnis zu ihrer Tochter, die seit ihrer Tätigkeit in Asien bei ihrer Mutter lebt.


Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, unter anderem mit zwei Ich-Erzählern. Neben Anna ist dies Henry Fall, ein ehemaliger Arbeitskollege von Anna, für den sie auch etwas empfindet. Der Ton ist ziemlich sachlich und unterkühlt. Die Szenerie auf der Insel wird chronologisch regelmäßig unterbrochen von Kapiteln, in denen die beteiligten Personen nachträglich über die Ereignisse auf der Insel verhört werden


Die Verhörkapitel fand ich noch das Beste an dem Buch. Auf dem Abschnitt auf der Insel kommt dann auch endlich Spannung auf, aber leider werden die Ereignisse oft durch einen Szenen- oder chronologischen Wechsel unterbrochen. Die entscheidende Frage ist letztlich, wozu man dieses Szenario auf der Insel aufgebaut hat und welche der Ereignisse sind geplant und welche ergeben sich situativ. Um es klar zu sagen: Das Ende bzw. die Auflösung überzeugt mich nicht. Ich halte alles für sehr konstruiert und auch nicht immer für logisch. Am meisten hat mich aber enttäuscht, dass ein Hintergrund aufgebaut wurde (Freundschaftsunion, Jahr 2037), der dann eigentlich gar nicht genutzt wurde.

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Tags: insel, isolation, schweden, täuschung, thriller, trauma, zukunft   (7)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

australien, serie, krimi, inspector hal challis

Flugrausch

Garry Disher , Peter Torberg
Fester Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 25.07.2005
ISBN 9783293003521
Genre: Krimi und Thriller

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

kalter krieg, agenten, spionage, spione, george smiley

Das Vermächtnis der Spione

John le Carré , Peter Torberg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 13.10.2017
ISBN 9783550050121
Genre: Krimi und Thriller

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Dirty Old Town

Garry Disher , Frank Nowatzki , Ango Laina , Angelika Müller
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei PULP MASTER, 10.09.2013
ISBN 9783927734463
Genre: Krimi und Thriller

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

rumänien, krimi, mord, einsamkeit, korruption

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

Oliver Bottini
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 30.01.2018
ISBN 9783832197766
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aber sie hörte einfach nicht auf, sich zu wehren, selbst jetzt nicht, als er schwer auf ihr lag. Sie biss und kratzte und versuchte, zu schreien und zu treten, und da musste er sie wieder schlagen, bis sie endlich stillhielt.

Als er fertig war, fuhr ihm der Schreck über das, was er getan hatte, in die Knochen, und mit dem Schreck kam die Wut.
„Adrian...!“, schrie sie unter seiner Hand und fing wieder an, sich zu wehren, und seine Wut wuchs immer mehr.
Da griff er zum Messer und befreite sich von der Angst und der Wut. (S.30-31)

Im rumänischen Banat, nahe der Stadt Temeswar, wird die junge Deutsche Lisa Marthen ermordet aufgefunden. Ihr Vater ist einer der zahlreichen ausländischen Großgrundbesitzer. Zeitgleich mit ihrer Ermordung ist der junge Feldarbeiter Adrian spurlos verschwunden. Zu Hause hatte er sich noch schnell umgezogen und versucht, seine blutige Kleidung zu verbrennen. Wie sich schnell herausstellt, Blut von Lisa. Der Fall scheint eindeutig und dennoch ist Kommissar Ioan Cozma vorsichtig. Vor allem irritiert ihn, dass ein solch brisanter Fall ihm übertragen wurde.

Lisa und Adrian waren befreundet, seine Verliebtheit wurde von ihr aber wohl nicht geteilt. Ein Mord aus verschmähter Liebe? Cozma hat von Beginn an Zweifel, zumal es nahe des Tatorts noch Spuren eines Fahrzeugs gibt, das nicht von Adrian ist. Im fruchtbaren Banat haben ausländische Investoren weite Teile der landwirtschaftlichen Fläche übernommen. Es herrscht ein heftiger Bieterkampf um weitere Flächen. Marthen erhielt mehrfach Angebote, die er bisher ablehnte. Ergibt sich hier ein mögliches weiteres Motiv?


Der stille Winkel

Kommissar Ioan Cozma ist ein stiller, einsamer Mann. Seine Frau hat ihn schon länger verlassen, zu Hause warten nur seine eigene Dämonen: Sein früh verstorbener jüdischer Vater und sein früheres zorniges Ich, das unter der Ceauşescu-Regime als Polizist an den brutalen Verfolgung von Regimegegnern beteiligt war. Cozma hat es nicht mehr lange bis zu seiner Pensionierung. Er fliegt bis dahin unter dem Radar. Mit seinem Chef hat er eigentlich eine stillschweigende Übereinkunft, dass er keine großen Mordermittlungen mehr übernehmen muss. Doch in diesem Fall wird Cozma aus seinem stillen Winkel vertrieben. Irgendjemand weiter oben zieht die Fäden und verspricht sich etwas davon, dass ausgerechnet er den Fall bearbeitet. Doch Cozma ist gewissenhaft und nicht gewillt, den Fall schnell zu beenden. Dabei erhält er durch die Antikorruptions-Staatsanwältin Valentina Olar unerwartete Unterstützung. Doch schon bald erhält er auch erste Warnungen vor allzu tiefgreifenden Ermittlungen.


Mecklenburg

Ein weiterer Schauplatz dieses Buches ist außerdem Mecklenburg. Aus dem kleinen Dorf Prenzlin stammt die Familie Marthen und Maik Winter, Betriebsleiter von Marthen in Rumänien. Winter ist so etwas wie der zweite Protagonist des Buches. Er hat im Jahr 2011 bei einer Massenkarambolage auf der A 19 wegen eines Sandsturms seine Familie verloren (hiermit beginnt das Buch) und nun in Rumänien neu angefangen. Winter hat sich seiner Trauer nur bedingt gestellt und als er nun nach Prenzlin reist, weil der Gesuchte Adrian dorthin flüchtet, holt ihn die Vergangenheit mit voller Wucht ein, inklusive seiner Jugendfreundin Anett, der Schwester von Marthen. Auch Cozma reist nach Deutschland auf der Suche nach der Wahrheit in diesem Fall.


Vielseitigkeit

Oliver Bottini ist wahrlich kein Unbekannter mehr in der deutschen Krimiszene, u.a. mehrfacher Preisträger des Deutschen Krimi Preises. Seine Reihe um die Kommissarin Louise Boní ist inzwischen schon fürs Fernsehen verfilmt worden. Daneben schreibt Bottini aber immer wieder Stand-Alones. Zuletzt den großartigen und vielseitigen Politthriller „Ein paar Tage Licht“. Auch „Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“ ist von einer faszinierenden Vielschichtigkeit. Dabei schafft es der Autor aber spielend, gesellschaftliche, politische Themen mit persönlichen Schicksalen zu verbinden und europäische Verbindungen aufzuzeigen. Hier sind es Themen wie der Ausverkauf der landwirtschaftlichen Flächen damals in Mecklenburg wie heute in Rumänien, der Kampf der jungen Demokratie in Rumänien gegen Korruption und Vetternwirtschaft inklusive die Aufarbeitung der Verbrechen während des kommunistischen Regimes.


An einem Metallschild mit der Aufschrift 'JM Romania' bogen sie auf eine nicht asphaltierte Privatstraße ab, passierten ein schlichtes Holzschild mit einem Ortsnamen, 'Neu-Prenzlin'.

„Was soll das bedeuten?“
„Sie kommen aus Prenzlin“, sagte Cozma. „Prenzlin in Deutschland. Das alte Prenzlin vielleicht.“
„Und in Rumänien haben sie ein neues Prenzlin gebaut, ja?“
„Wir wollten in die EU, Cippo. So ist das nun mal.“
„Gehe ich nach Deutschland und baue ein neues Firiteaz?“
„Du könntest es wahrscheinlich.“ (S.64)


Figuren

Doch keine Angst für diejenigen, die solche Themen nur am Rande interessieren. Das Faszinierende an diesem Buch ist Bottinis Umgang mit seinen Figuren. In seiner multiperspektiven Erzählweise erlangen nicht nur die Hauptfiguren eine beeindruckende Tiefe. Er schafft es, auch den Nebenfiguren Leben einzuhauchen, Konturen zu verpassen. Zum Beispiel der Hubschrauberpilotin Ana, die das Grab ihrer während des Regimes ermordeten und verscharrten Eltern sucht. Oder Cozmas Kollege Cippo, der nur schwer von der 'Großen Rumänischen Krankheit' – Bestechung/Schmiergeld – lassen kann.

Der Roman handelt von Schuld und Gier. Was viele der Figuren aber miteinander verbindet ist eine tiefe Einsamkeit und zum Teil auch Trauer. Der Mord an Lisa Marthen ist dann wie der Beginn eines Strudels, in dem sich schließlich alle verfangen.

Kurz vor Weihnachten hatte ich das Buch beendet und musste es dann auch noch in unbedingt in meine Jahresbestenliste aufnehmen. „Der Tod in den stillen Winkel des Lebens“ ist für mich ein herausragendes Werk und sowohl sprachlich als auch vom Plot und den Figuren sehr überzeugend.

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Tags: agrarindustrie, einsamkeit, krimi, landnahme, mecklenburg, mord, rumänien, trauer   (8)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

hamburg, thriller, drogen, korruption, gewalt

Sarajevo Disco

David Gray
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 25.08.2017
ISBN 9783865325853
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um Teddys absolut ungebremstes Zutrauen darin, dass die Zukunft gut sein werde, hatte Boyle ihn schon immer beneidet. Was jeden Ansatz von Vertrauen in die Zukunft in ihm immer wieder erschütterte und vernichtete, waren Orte und Augenblicke wie diese. Er stand zu oft vor den Trümmern andere Leute Leben, um noch glauben zu können, dass sich Vertrauen und Zuversicht wirklich lohnten. Eine beschissene déformation professionnelle. (S.267)


Für alle, die sich nicht mehr erinnern: Der erste Teil der Boyle-Reihe endete damit, dass der gute Lewis Boyle sein ganzes Magazin in ein Werbeplakat der Hamburger Polizei mit seinem Konterfei leerte. Boyle war ganz schön fertig, aufgerieben zwischen den hohen Erwartungen an seine Person durch die Werbekampagne, seiner Freundschaft zur Kiezgröße Teddy Amin, dem Tod seines Kollegen Tommy Graf, seinem eigenen moralischen Anspruch und den schmutzigen Deals, die er mit Gangstern und seinem Boss bei der Polizei gedreht hatte, auch um selbst nicht unter die Räder zu geraten.


Boyle hat es einige Jahre später (das Buch spielt 2004/05) inzwischen zum Leiter der Mordkommission geschafft und gerät nun wieder in wahrlich aufreibende knapp 24 Stunden. In einem Etablissement wird der wichtigste Helfer von Teddy Amin erschossen aufgefunden, kurze Zeit später die Leiche eines Mitglieds der Hells Angels. Auch auf den Boss der dritten großen Gang auf dem Kiez wird ein Anschlag verübt. Nun versucht Boyle und die gesamte Hamburger Polizei einen Kiezkrieg verhindern. Gleichzeitig zu den Morden kommt es plötzlich zu Meldungen über mehrere Fälle von Überdosen bei Drogenabhängigen. Irgendjemand pusht eine neue tödliche Droge in den Markt. Es folgen aufreibende Stunden, in denen Boyle mehrfach va banque spielt.


Zusätzlich zum üblichen Personal, dass man teilweise schon aus dem ersten Teil kennt, etabliert der Autor eine Boyle ebenbürtige Figur in diesem zweiten Teil. Die Kommissarin Jale Arslan wird direkt zu Beginn mit einem Paukenschlag eingeführt: Sie erschießt in Notwehr ein ehemaliges RAF-MItglied. Boyle ist beeindruckt vor der Kaltblütigkeit und erkennt schnell, dass Jale ein Geheimnis verbirgt: Sie hat eine dissoziale Persönlichkeitsstörung. Doch Boyle erinnert sich an Jale und glaubt, dass sie mit ihrer gestörten Emotionalität, die sie aber mit einer umso größeren Auffassungsgabe kompensiert, in diesem Fall noch sehr nützlich sein kann. So beginnt sie zunächst mit Ermittlungsarbeiten in seinem Auftrag zu Beginn dieses Tages, wird aber im Laufe des Tages und der Nacht zu seiner engsten Partnerin und Verbündeten im Kampf an mehreren Fronten.


Wie schon „Kanakenblues“ ist „Sarajevo Disco“ ein Polizeithriller in rauem, schnoddrigen Ton mit ungewöhnlichen, aber in diesem Plot überzeugenden Figuren. Mit großem Tempo und Intensität hetzt der Autor seine Protagonisten durch die knallharte Story, in der es nicht nur um Machtkämpfe zwischen Gangstern, sondern vor allem auch im Polizeipräsidium geht. Und auch wenn Gray ab und zu ein wenig die Gäule in seiner bildhaften Sprache durchgehen („Denn alles, worum es dem Präsidenten mit seinem Razziabefehl wirklich ging, war Bürgermeister Mahlmann so tief in den Arsch zu kriechen, dass all die Blechsterne auf seinen Uniformschultern hart über dessen Speiseröhre kratzen mussten.“, S.132), überwiegt der Spaß an diesem lässig-coolen, unkonventionellen, hartgesottenen Stück Krimi.

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Tags: drogen, gangster, hamburg, kiezkrieg, machtkampf, persönlichkeitsstörung, polizei, thriller, verrat   (9)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

blinden flecken, raf, deutscher herbst, terror, politik

Die blinden Flecken der RAF

Wolfgang Kraushaar
Fester Einband: 423 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 05.08.2017
ISBN 9783608981407
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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114 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

musik, gitarre, blues, gitarren, rock

Vintage

Grégoire Hervier , Alexandra Baisch , Stefanie Jacobs
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257070026
Genre: Romane

Rezension:  
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134 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 77 Rezensionen

thriller, blind, berlin, jenny aaron, blindheit

Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tausend Lügen gäbe es, sie kennt sie alle: dass Layla ihr bloß sagen muss, wo Varga ist. Dass die Abteilung ihn jagt und zur Strecke bringt. Dass Varga der Prozess gemacht wird. Dass sie die Therapie beginnt und wieder ein neues Leben erfindet. Und noch eine Lüge und noch eine und noch eine.

Der Bushidō sagt: Rache ist das höchste Gericht.

Sie will die Hand auf Vargas Brust legen und fühlen, dass sein Herz nicht mehr schlägt. (S.252)


Die blinde Polizistin Jenny Aaron erhält das Angebot zu ihrer Spezialeinheit zurückzukehren, in der sie schon vor der Erblindung gearbeitet hat. Sie ist sich nicht sicher, ob sie das tun soll, denn sie hat erste Anzeichen für eine mögliche Genesung; sie kann hin und wieder Lichtveränderungen wahrnehmen. Doch dann erhält sie über einen Anwalt die Nachricht, dass ihr Erzfeind Ludger Holm ihr ein ungeheures Vermögen von zwei Milliarden Dollar bei einer Bank in Marrakesch hinterlassen hat. Doch natürlich hat die Sache einen Haken.


Denn Holms Vater hat das Geld einem Superterroristen namens „Der Broker“ entwendet, dessen Identität durch die Sicherheitsbehörden bislang nicht geklärt werden konnte. Dieser erhebt natürlich weiterhin Anspruch. Holm hetzt Aaron somit wieder einen gefährlichen Gegner auf den Hals. Doch Holm verrät außerdem, dass „der Broker“ Schuld am Tod von Aarons Vater trägt. Somit begibt sich Jenny Aaron mit ihrem besten Freund und Kollegen nach Marokko in die Höhle des Löwen. Dabei begibt sie sich in zweierlei Gefahr: „Der Broker“ wartet bereits auf sie und ihr Arzt hat sie gewarnt, dass die permanente Adrenalinausschüttung ihr Augenlicht irreversibel schädigen könne.


Der erste Teil der Reihe um die blinde Polizistin Jenny Aaron, "Endgültig“, hatte mich sehr positiv überrascht. Ich war mit geringen Erwartungen an eine Story um eine blinde Superheldin, die einen Superverbrecher jagt, gegangen, und überrascht über die Intensität der Figurendarstellung, insbesondere die Beschreibungen von Situationen und Emotionen aus „Sicht“ der blinden Jenny Aaron. Diese Fertigkeiten stellt Autor Andreas Pflüger auch im zweiten Teil der Reihe sehr versiert unter Beweis. Gerüche, Geräusche und nun auch wieder erste Hell-Dunkel-Schattierungen – diese Wahrnehmungen sind äußerst gekonnt aufs Papier gebracht.


Darüberhinaus ist Pflüger ein perfekter Choreograf von Actionszenen, auch wenn manchmal die Metaphorik überhand nimmt. Auch ansonsten erweist sich der Autor als pfiffig, etwa wenn die Listen (Zehn Dinge) einfügt oder die Geschlechterrollen konsequent untergräbt, indem er Jenny fortwährend nur mit ihrem Nachnamen schreibt.


Nun kann man natürlich die Nase rümpfen und den ganzen Plot als unrealistischen Quatsch à la Bond abtun, aber man würde dabei einen wirklich virtuosen Pageturner verpassen, dessen Figuren über erheblich mehr Tiefgang verfügen als im Rest des Genres üblich. Zwar haben mich gegen Ende 1-2 Sachen im Plot gestört (müsste spoilern, um das zu erklären), aber insgesamt war „Niemals“ wieder ein überzeugender Thriller mit Themen wie Freundschaft, Loyalität und Rache.

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Tags: blindheit, freundschaft, loyalität, rache, spezialeinheit, thriller   (6)
 
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