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Friedas Abenteuer im Land Wunderschönhausen

Hannelore Jost , Sabine Krondorf
Flexibler Einband: 48 Seiten
Erschienen bei winterwork, 06.03.2012
ISBN 9783864680984
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Über Friedas Abenteuer im Land Wunderschönhausen schrieb der Reporter Reinhard Kästner am 27. 06. 2012 im Döbelner Anzeiger:


"Erzählt wird eine Geschichte, die einen Bezug zur Gegenwart hat, denn es geht um den Schönheitswahn. Den erlebt die kleine Frieda für einen Tag im Land Wunderschönhausen, in dem Schönheit das oberste Gesetz ist. Doch schon bald merkt sie, dass der äußere Schein nicht das Wichtigste auf der Welt ist. Das alles erzählt Hannelore Jost ohne erhobenen Zeigefinger. ....."


Hier eine kleine Leseprobe aus diesem Buch.


Die Sonne schien warm auf Friedas Haut. Das Mädchen öffnete schnell ihre Augen. Sie stand auf einer Wiese, überall blühten weiße, gelbe, rote und blaue Blumen. Wie auf der Gebirgswiese, die Frieda im letzten Urlaub mit ihren Eltern so bewundert hatte.


Auf dieser Wiese spielten viele Prinzessinnen, Prinzen und Ritter. Sie schienen alle aus dem Malbuch gesprungen zu sein, welches noch auf Friedas Schreibtisch lag. Überall flatterten Schmetterlinge, kleine Käfer oder Bienen herum.


Frieda überlegte: Ob jedes Kind ebenfalls einen Schmetterling, einen Käfer oder eine Biene gemalt hat? Sie hörte die Kinder fröhlich singen, lachen oder vor Begeisterung in die Hände klatschen.


Überall flogen große regenbogenfarbene Kugeln herum. Eine blieb stehen und breitete sich zu einem riesengroßen Spiegel aus, mit einem Rahmen aus schwarzem Ebenholz und kleinen Armen und Beinen daran. In diesem Spiegel sah Frieda die Prinzessin, die sie selbst gemalt hatte. Sie drehte sich im Wind, so dass ihr langer Rock schwebte. Ihr lockiges schwarzes Haar war noch so, wie sie es selbst gemalt hatte. Sie hatte es natürlich länger gemalt, als es im Malbuch war. Und das Kleid – es glitzerte und strahlte im Sonnenlicht. Auch die silbernen Schuhe strahlten.


Frieda sah verliebt in ihr eigenes Spiegelbild und sprach vor sich hin: „Ja, so möchte ich aussehen.“


Plötzlich verblasste das Spiegelbild und es erschienen zwei übergroße Augen und ein kleiner Mund. Der Spiegel sprach: „Willkommen im Land Wunderschönhausen. Du bist die hübscheste Prinzessin hier, du darfst für einen Tag bleiben. Schönheit ist bei uns das oberste Gesetz. Alles und jeder muss schön sein. Achte immer darauf. Wer seine Schönheit verliert, wird unsichtbar.“


Nun wurde das Gesicht im Spiegel ernst und mahnte: „Berühre nicht das Wasser des Mondscheinsees! In diesem See herrscht seit vierhundert Jahren der grausame Lichtibus. Er nennt sich selbst König. Jeden Prinzen und jede Prinzessin, die das Wasser berühren, fängt er ein und hält sie für hundert Jahre auf dem Grund des Sees gefangen. Sie erleiden ein furchtbares Schicksal. Denke immer daran!“ Diese Worte klangen ernst, fast drohend.


„Nun wünsche ich dir noch viel Spaß“, fuhr das Gesicht im Spiegel fort. „Schau dir alles an, spiele und freue dich. Du kannst auch zum Frisör gehen oder zum Schneider, zur Kosmetik oder ins Nagelstudio. Mmmmm mmmmm ... Und denke daran: Berühre nicht das Wasser des Mondscheinsees!“


„Nun möchte ich mich von dir verabschieden.“ Mit einer kleinen Verbeugung verabschiedete sich der Spiegel von Frieda, wurde wieder zu der großen regenbogenfarbenen Kugel, flog nochmals um Frieda und Felix herum, hüpfte und murmelte fröhlich: „Schön, schön, schön.“ Dann flog er davon.


„Was war denn das?“, fragte Frieda.


„Oh“, sagte Felix, „das ist einer der Wächter der Schönheitspolizei. Sie achten darauf, dass alles hier im Land Wunderschönhausen schön anzuschauen ist. Du brauchst dich aber nicht vor ihnen zu fürchten. Wenn du dich schmutzig gemacht hast, kommen sie mit einer Waschschüssel und waschen dich blitzeblank von Kopf bis Fuß, säubern dein Kleid und kämmen dein Haar, dass jede Locke wieder richtig an seiner Stelle sitzt. Oder sie putzen dir deine Schuhe.“

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