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Die Erschaffung des Monsters

Philippe Pujol , Till Bardoux , Oliver Ilan Schulz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 21.08.2017
ISBN 9783446256866
Genre: Sachbücher

Rezension:

Marseille, Metropole am Golfe du Lion, zweitgrößte Stadt Frankreichs, 2013 Kulturhauptstadt Europas, alles so schön bunt hier und multikulti, was natürlich ganz besonders die Touristen freut.  Aber auch Spitzenreiter in den alljährlichen Kriminalitätsstatistiken. Eine Stadt der Gegensätze: Reichtum und Armut, Heimat des wohlsituierten Bürgertums, aber auch Hafen für Migranten aus aller Herren Länder.

Der mehrfach ausgezeichnete Journalist Philippe Pujol lebt und arbeitet in Marseille und liefert mit „Die Erschaffung des Monsters: Elend und Macht in Marseille“ eine aktuelle Bestandsaufnahme der Zustände in „seiner“ Stadt, die aber gleichwohl stellvertretend für alle größeren Städte in Frankreich steht. Die problematischen Viertel, die Banlieues, hier als „Zones urbaines sensibles“ bezeichnet, sind im Norden zu finden. Hier türmen sich marode Sozialbauten, heruntergekommene Wohnblocks, in denen überwiegend Migranten aus dem Maghreb und den ehemaligen französischen Kolonien hausen. Ja, hausen und nicht leben, denn als solches kann man es angesichts der menschenunwürdigen Zustände, die dort herrschen, nun wirklich nicht bezeichnen. Gewalt ist an der Tagesordnung. Revierkämpfe, Schlägereien aus Langeweile – es ist die Armut und die Perspektivlosigkeit, die viele Jugendliche in die Kriminalität abdriften lässt. Der Drogenhandel verspricht schnelles Geld, aber sollten sie bei ihren Aktionen verhaftet werden, sitzen sie ihre Strafe ab und machen nach ihrer Entlassung dort weiter, wo sie aufgehört haben. Es gibt zwar engagierte Sozialarbeiter, aber deren Programme sind nur Tropfen auf den heißen Stein.

Im zweiten Teil der Reportage erläutert der Autor aus seiner Sicht die Ursachen und zeigt auf, warum sich an diesen grauenhaften Zuständen in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Alles steht und fällt mit dem ausgeprägten Klientelismus der politischen Entscheidungsträger, an deren Spitze seit 1995 Bürgermeister Jean-Claude Gaudin. Diese waten in einem Sumpf aus Korruption und Klientelpolitik (im Wesentlichen für die Baubranche), der einerseits ihren Unterstützern satte Profite garantiert und andererseits ihre eigene Macht und Einfluss festigt. Ein kriminelles Netzwerk, das sich über Jahrzehnte hin etabliert hat und keinerlei Interesse daran hat, an den Lebensbedingungen in den Elendsvierteln etwas zu ändern, gründet sich darin doch ihr Reichtum.

Pujol hat sich vor Ort ein Bild gemacht und sehr viel Zeit in den Vierteln verbracht, in die sich Außenstehende kaum noch hinein trauen. Genaue Beobachtungen und unzählige Gespräche mit den Bewohnern, ganz gleich, ob Familien oder Kleinkriminelle vermitteln dem Leser ein authentische Bild dieser widersprüchlichen Metropole.

Ergänzend dazu empfehle ich die Lektüre zweier Kriminalromane, deren Handlung in Marseille verortet ist: „Die Marseille-Trilogie“ von Jean-Claude Izzo und „Schwarzes Gold“ von Dominique Manotti. Interessant auch, was die beiden Autoren kurz und knapp über diese Stadt der Parallelgesellschaften sagen. Izzo nennt Marseille „eine schillernde Stadt, ein Knäuel von Fantasien und Lügen, Trugbildern und Täuschungen“, Manotti bezeichnet sie als „eine furchterregende Stadt. Alle kennen sich, alle überwachen einander. Nichts bleibt verborgen und nichts kommt ans Licht“. Aber vielleicht sieht Pujol genau darin seinen Auftrag, denn indem er in seiner Reportage die Lebensbedingungen der Abgehängten aufzeigt, schärft er – zumindest bei seinen Lesern – den Blick für all das, was nicht nur in Frankreich schiefläuft.

Nachdrückliche Leseempfehlung!

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58 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

thriller, verlag: suhrkamp, blind, zweiter fall, andreas pflüger

Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andreas Pflüger schreibt in „Niemals“ die Geschichte von Jenny Aaron fort. Wie bereits in „Endgültig“, dem Vorgänger dieses Thrillers, lässt er uns in Vergangenheit und Gegenwart seiner Protagonistin eintauchen, dieser blinden Superheldin a la James Bond, die neben den Kämpfen mit ihren Gegnern vor allem mit sich selbst im Clinch liegt.

Wer ist Jenny Aaron? Sie ist Polizistin, Verhörspezialistin und arbeitet bei einer 40-köpfigen Sondereinheit des BKA, die unter dem Radar operiert. Sie hat den dritten Dan in Karate, kann mit allem töten, was ihr in die Finger kommt – und sie ist blind (wie es dazu bekommen ist, erzählt der Autor in dem Vorgänger „Endgültig). „Niemals“, die Fortsetzung, gliedert sich zeitlich in drei Bereich: 2007, 2012 und Gegenwart. Neben Rom nimmt uns der Autor mit nach Barcelona, Dänemark, Marrakesch, Avignon, Wiesbaden und natürlich Berlin, und das alles mit Zeitsprüngen. Aber keine Angst, die jeweiligen Kapitel sind immer mit Ort und Zeit überschrieben, sodass sie problemlos eingeordnet werden können.

Der Autor benötigt nur einen kurzen Einstieg, einige erläuternde Sätze, und schon ist der Leser mittendrin in einer actionreichen Handlung, die dennoch nie substanzlos ist. Und genau das ist es, was seine Thriller ausmacht. Er zeigt die Verfechtungen von Geld (schmutzig) und Macht (politisch, aber auch schmutzig), packt diese in eine verschachtelte Geschichte, eröffnet diverse Handlungsstränge parallel und führt diese am Ende meisterhaft zusammen.

Erzählt wird im Präsens mit kurzen, knackigen Sätzen, was von Beginn an ein Garant für hohes Tempo ist. Die Handlung an sich wird mit jeder Menge Action garniert, bietet aber immer wieder auch ruhige, reflektierende Passagen, die den Leser durchatmen lassen.

Die Personen, ganz gleich, ob sie eine tragende Rolle spielen oder nur als Staffage dienen, sind bis ins Detail charakterisiert. Gleiches gilt für die verschiedenen Handlungsorte. Die Beschreibung der Gerüche, der Geräusche, immens wichtig für die blinde Protagonistin, aber auch für den Leser Atmosphäre kreierend. Hier fand ich das marokkanische Setting sehr dicht und absolut überzeugend.

Wieder einmal ein spannender, actiongeladener Thriller von Andreas Pflüger - mich hatte er bereits nach dem ersten Absatz in der Tasche.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

flamingo, burke

Flamingo

James Lee Burke , Oliver Huzly
Fester Einband
Erschienen bei Pendragon, 17.08.2017
ISBN 9783865325907
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

James Lee Burke naserümpfend als 08/15-Krimiautor abzutun wäre eine grobe Fehleinschätzung seiner Qualitäten. Wie kein anderer Autor dieses Genres versteht er es, die vielen Facetten der menschlichen Natur auszuleuchten, und das macht er besser, als so manch hochgelobter Literat. So auch in „Flamingo“, dem vierten Band der Reihe, in überarbeiteter Neuauflage bei Pendragon erschienen.

Dave Robicheaux ist zurück in New Iberia, der Alltag hat ihn wieder. Das soll aber nicht lange so bleiben, denn es gibt einen neuen Auftrag für ihn und seinen Partner. Die beiden Mörder Jimmie Lee Boggs und Tee Beau Latiolais sollen zu ihrer Hinrichtung ins Staatsgefängnis überführt werden. So weit, so gut, aber Boggs‘ Helfershelfer haben vorgesorgt. Bei einer kurzen Pause kann dieser eine versteckte Waffe an sich nehmen, und in dem nachfolgenden Feuergefecht wird Robicheauxs Partner Benoit erschossen. Er selbst kann verletzt fliehen, Latiolais verfolgt und erwischt ihn, aber lässt ihn am Leben. An Leib und Seele schwer angeschlagen weiß Robicheaux, dass er nur dann Frieden finden kann, wenn der den Tod seines Partners rächt. Boggs hat sich nach New Orleans abgesetzt und arbeitet dort mittlerweile als Auftragskiller für die Drogenmafia, an deren Spitze Tony Cardo steht. Ein alter Freund bei der DEA verschafft Dave die Möglichkeit, als Undercover Agent in dessen Organisation eingeschleust zu werden und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Er soll Cardo ans Messer liefern und kann Boggs für die Ermordung Benoits bezahlen lassen. Wenn es denn so einfach wäre…

Schaut man sich Robicheaux und seinen Gegenspieler Cardo genauer an, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob letztgenannter die dunkle Seite des Protagonisten verkörpert, schleppt er doch wie dieser auch die Wunden, die Vietnam in seiner Seele hinterlassen hat, bis heute mit sich herum.

Gut und böse, schwarz und weiß. Auf den ersten Blick scheint so, als ob Burke diese Gegensätze verwenden würde, um seine Figuren zu klassifizieren. Aber das täuscht, denn auf den zweiten Blick zeigt sich das ganze Spektrum von Grautönen der menschlichen Existenz, die durch viele Faktoren bestimmt wird. Das Milieu, in das jemand hineingeboren wird. Die Brüche in den Biografien, verursacht durch einschneidende Erlebnisse in der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reichen.

Burke wertet nicht, lässt die Moralkeule an Ort und Stelle. Es sind die Handlungen seiner Figuren, die uns Lesern die ganze Bandbreite dessen, was wir Menschsein nennen, aufzeigen. Wie immer großartig und beeindruckend. Nachdrücklich empfohlen!

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Driving Miss Norma

Tim Bauerschmidt , Ramie Liddle , Teja Schwaner , Iris Hansen
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 28.08.2017
ISBN 9783837139648
Genre: Biografien

Rezension:

90 Jahre alt, nach siebzigjähriger Ehe verwitwet, und dann die Krebsdiagnose – Zeit zum Abschied nehmen? Nicht für Miss Norma, die Operation und Chemotherapie verweigert und beschließt, gemeinsam mit Sohn Tim, Schwiegertochter Ramie und dem Familienpudel Ringo zu ihrer letzten großen Reise aufzubrechen. Gemeinsam wollen sie sich auf das große Unbekannte einlassen und in einem Camper auf einen Roadtrip quer durch die Vereinigten Staaten gehen. Und auch die Öffentlichkeit darf an diesem Abenteuer per Facebook-Seite teilnehmen, die in kürzester Zeit über eine halbe Million Follower hat.

Die Reise startet in Michigan und führt durch die nördlichen Bundesstaaten zuerst gen Westen, danach wieder Richtung Ost. Ausgespart werden lediglich der Mittlere Westen sowie ein Teil der Südstaaten. Jeder Tag bietet Unbekanntes, dem sich die Reisegefährten stellen müssen, denn Norma denkt nicht im Traum daran, passiv auf das Ende ihres Lebens zu warten – im Gegenteil. Sie nimmt jede Herausforderung an, die sich ihr bietet, stellt sich ihren Ängsten und holt so vieles von dem nach, was sie in ihrem bisherigen Leben versäumt hat. Und so kann sie es auch annehmen, als sich ihr Gesundheitszustand nach ca. einem Jahr rapide verschlechtert und ihr klar wird, dass nun der letzte Abschnitt ihrer großen Reise auf sie wartet.

„Driving Miss Norma“ ist die sehr persönliche, ehrliche Beschreibung eines Roadtrips. Warmherzig, nie sentimental oder jammernd, sondern immer lebensbejahend und voll positiver Emotionen. Ein intensives Jahr des gemeinsamen Lebens und Erlebens im Angesicht des Todes, in dem alle Beteiligten viel von und übereinander erfahren und gelernt haben.

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cambridge, spionage, agenten, spione, cambridg

Cambridge 5 - Zeit der Verräter

Hannah Coler
Fester Einband
Erschienen bei Limes, 06.09.2017
ISBN 9783809026822
Genre: Romane

Rezension:

Hannah Coler ist das Pseudonym einer renommierten deutschen Historikerin, die in Cambridge studiert und gelehrt hat. Aber offenbar wurde sie nicht nur durch ihren Aufenthalt an der englischen Eliteuniversität zum Schreiben ihres ersten Romans „Cambridge 5 – Zeit der Verräter“ (erschienen bei Limes) inspiriert. Es könnte auch die eigene Familiengeschichte gewesen sein, hat doch ihr Vater, wie die Autorin im Nachwort schreibt, seit dem Zweiten Weltkrieg als Nachrichtenoffizier für das amerikanische Counter Intelligence Corps, die Spionage-Abwehrabteilung, gearbeitet.

Cambridge und Spione, das hat eine lange Tradition. Sowohl die britischen als auch die sowjetischen Geheimdienste, mittlerweile wahrscheinlich auch die Chinesen, streckten und strecken dort ihre Fühler nach jungen und begabten Studenten aus, um sie als Spione zu rekrutieren.

So auch die titelgebenden Cambridge Five, eine fünfköpfige Gruppe von Maulwürfen um Kim Philby, die steile Karrieren im MI6 machen und alles, was sie dort erfahren, postwendend an den sowjetischen GPU weiterleiten. Diese Thematik ist bereits in zahlreichen Spionageromanen (John le Carré, Graham Greene, Robert Littell, Frederick Forsyth, Charles Cumming etc.) und Filmen (u.a. Dame, König, As, Spion) verarbeitet worden. Alles bereits gesagt, oder etwa nicht? Umso gespannter war ich auf die Sichtweise einer Historikerin auf diese Gruppierung.

Hannah Coler hat mit „Cambridge 5 – Zeit der Verräter“ einen wenn auch dokumentarisch, so doch äußerst spannenden Roman geschrieben, der sich an den neuesten Forschungsergebnissen orientiert und auch die ehemals unter Verschluss gehaltenen Mitrochin-Papiere (Freigabe erst 2014) des KGB berücksichtigt. Die Rahmenhandlung spielt 2014/15. Wera, eine deutsche Doktorandin, schreibt in Cambridge ihre Promotionsarbeit über Kim Philby. Ihr Doktorvater ist Hunt, ein exzentrischer Historiker mit Vergangenheit, war er doch während seiner Studienzeit ein Linker und Anfang 1970 an der Garden-House-Revolte beteiligt. Seine damaligen Freunde, deren Leben er mit zunehmender Skepsis beäugt, sind noch immer in Cambridge zugange, lehren, forschen, geben Gesellschaften oder veröffentlichen triviale Publikationen. Von seinen Doktoranden fordert er immens viel, vor allem neue Erkenntnisse. Und so muss Wera immer wieder den aktuellen Stand ihrer Forschungen rapportieren. Und genau das sind die interessanten Passagen des Romans, in denen uns Coler durch Weras Augen mit den verschiedenen Aspekten des Lebens und Wirkens Philbys bekannt macht. Sie verweilt aber nicht nur in der Vergangenheit sondern bringt auch noch durch einen Mord eine aktuelle Komponente ins Spiel. Diesen Handlungsstrang hätte ich zwar nicht unbedingt benötigt, aber es zeigt, dass Cambridge auch heute noch, gerade unter dem Aspekt der neuen Technologien, ein lohnenswerter Spielplatz für Geheimdienste und deren Agenten ist.

Ein interessanter Handlungsort, hier und da sarkastische Kommentare zum akademischen Leben, Charaktere mit Ecken und Kanten, ein spannender und gut recherchierter historischer Hintergrund – so wird Geschichte lebendig!

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Kurzer Abstecher

Irvine Welsh , Stephan Glietsch
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453271180
Genre: Romane

Rezension:

Wer erinnert sich nicht an „Trainspotting“, den 1993 erschienenen Roman Irvine Welshs über die schottische Drogenszene. Fortgeschrieben wurde die Geschichte der Clique in „Porno“ (2002), und 2012 machte uns der Autor in „Skagboys“ mit der Vorgeschichte bekannt. Was ist in der Zwischenzeit aus den Protagonisten geworden? Haben sie die Drogenexzesse überlebt, sitzen sie im Knast oder sind sie clean geworden? Diese Fragen mag sich auch der Autor gestellt haben. Antwort darauf gibt er in „The Blade Artist“ aus dem Jahr 2016, nun in der Übersetzung unter dem Titel „Kurzer Abstecher“ in der Übersetzung bei Heyne Hardcore erschienen, wobei Welsh sich hier auf Franco Begbie konzentriert, den einzigen aus der Clique, der nicht drogensüchtig war, sondern sich an und mit Gewalt berauscht hat.

Franco Begbie gibt es nicht mehr. Nein, er ist nicht tot, er hat nur einen anderen Namen angenommen und lebt jetzt als Jim Francis in Kalifornien mit Frau (einer Kunsttherapeutin, die er im Gefängnis kennengelernt hat) und zwei Töchtern. Sein neues Betätigungsfeld ist nun die Bildende Kunst, und mit seinen verstörenden Plastiken hat er sich einen Namen bei den Reichen und Schönen gemacht. Aber die Aggressionen brodeln noch immer unter der Oberfläche.

Eine Nachricht aus seinem früheren Leben katapultiert ihn zurück in die Vergangenheit. Sean, sein Sohn aus einer früheren Beziehung, wurde in Edinburgh ermordet. Zwar hat er schon seit Jahren nichts mehr von ihm gehört, aber er ist sein Fleisch und Blut. Also dann, auf zu einem kurzen Abstecher nach Schottland! Und zwar nicht nur, um an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen, sondern um den Mörder seines Sohnes ausfindig zu machen. Edinburghs Unterwelt ist alarmiert, denn hier weiß jeder, dass Begbie ein Meister mit der Klinge ist…

Schaut man sich „Kurzer Abstecher“ im Vergleich mit den Vorgängern an fällt auf, dass deren Stories zwar durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten wurden, aber dennoch eher in der Struktur einem Mosaik ähnelten. „Kurzer Abstecher“ hingegen ist ein astreiner Thriller und konzentriert sich ausschließlich auf Franco Begbie und dessen Rückkehr auf bekanntes Terrain. Innere Monologe kombiniert mit Rückblicken in die Vergangenheit lassen die Zwiespältigkeit des Protagonisten erkennen, der sich durch seinen jüngeren Sohn mit seinem alten Ich konfrontiert sieht. Und es stellt sich die Frage, ob er sich wirklich geändert hat oder noch immer der kaltschnäuzige Kriminelle von damals ist. Das ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Thrillers.

Wie immer ist Irvine Welsh nicht zimperlich in seiner Wortwahl bzw. der Beschreibung von Gewaltszenen – von daher eher eine Lektüre für abgebrühte Leser.

Kurze Bemerkung zum Schluss: Wie eingangs erwähnt ist „Kurzer Abstecher“ der mittlerweile vierte Roman um die Edinburgher Clique, und wenn man diesen mit „Trainspotting“ vergleicht, hat die Geschichte doch ziemlich an Substanz verloren. Zu viel Blut, zu viel Nabelschau, zu wenig kritische Blicke auf die gesellschaftspolitischen Zustände, zu wenig bissige Kommentare. Scheint so, als wäre diese Story auserzählt.

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erzählungen, pita, hummu, brunch, frühstüc

Molly's Kitchen - Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen

Molly Yeh
Fester Einband
Erschienen bei Südwest, 04.09.2017
ISBN 9783517096223
Genre: Sachbücher

Rezension:

Molly Yeh, Hobbyköchin, Bäuerin, Percussionistin und Betreiberin des mehrfach ausgezeichneten Foodblogs „My name ist Yeh“, lebt nach Jahren in New York mittlerweile mit ihrem Mann auf einer Farm in East Grand Forks, North Dakota und hat nun ihr erstes Buch veröffentlicht, das in der deutschen Übersetzung im Südwest Verlag erschienen ist. Neben mehr als 120 Rezepten sind immer wieder unterhaltsame Geschichten über die Gerichte und das Leben auf der Farm eingestreut, die dem Kochbuch einen lockeren und sympathischen Touch verleihen.

Ich freue mich immer wieder, wenn mir Rezepte ins Auge fallen, die ich so noch nicht ausprobiert habe. Das passiert schließlich nicht oft, wenn man viele Jahre Kocherfahrung vorweisen kann. „Molly’s Kitchen“ hat mich überrascht, habe ich hier doch Zubereitungsarten und Zutatenkombinationen gefunden, die ich so noch nicht kannte bzw. ausprobiert hatte. Begeistert hat mich hier insbesondere der Pizzateig (das Rezept stammt allerdings nicht von Molly, sondern von Jim Lahey, dem „Erfinder“ des No-Knead-Bread“) mit den ungewöhnlichen Belagsvariationen. Aus 500 g Mehl, 2 Teelöffeln Salz, etwas Trockenhefe, 350 ml Wasser und einer 18 – 24 stündigen Ruhezeit (gekühlt) wird hier ein Boden, der es qualitativ mit jeder italienischen Pizza aufnehmen kann.

Die meisten Rezepte sind jüdisch-asiatisch geprägt und in vier Bereiche unterteilt: Frühstück und Brunch, Hauptgerichte und anderes leckeres Zeug, Snacks und Partyfood sowie Desserts und Kuchen. Es gibt Gerichte mit und ohne Fleisch, die Zutaten sind durch die Bank weg konventionell und überall erhältlich, vieles ist schnell gemacht, anderes braucht Zeit – also für jede Gelegenheit etwas dabei. Empfehlen möchte ich auf alle Fälle die „Spaghetti mit Veggiebällchen“ (so lecker, auch für Nicht-Vegetarier), die Lindsay-Lohan-Cookies, die Blumenkohl-Schawarma-Tacos, die Quinoa-Carbonara und das Knoblauchbrot. Und für alle Makkaroni & Käse Fans, die Geduldigen und die Ungeduldigen, das zweiseitige Flussdiagramm mit unzähligen Variationsmöglichkeiten. Klasse!

„Molly’s Kitchen“ ist das etwas andere Kochbuch einer sympathischen Bloggerin für experimentierfreudige Hobbyköche, das in keiner Küche fehlen sollte. Kaufen!

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

berlin, eugen de bodt, terrorakte, bevölkerung in panik

Giftflut

Christian v. Ditfurth
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei carl's books, 04.09.2017
ISBN 9783570585658
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit seinem neuen Thriller „Giftflut“, dem dritten Band der Eugen-de-Bodt-Reihe, ist Christian von Ditfurth am Puls der Zeit und beweist einmal mehr, dass er zu den besten deutschen Autoren im Genre der Politthriller gehört.

Alles beginnt mit einem mysteriösen Todesfall in Berlin. Der Verantwortliche eines Wasserwerks wird gemeinsam mit seiner Frau leblos in der Badewanne aufgefunden. Suizid oder Mord? Die Platzierung der Toten legt die Vermutung nahe, dass die beiden nicht freiwillig aus dem Leben geschieden sind. Die Untersuchung der Leichen bestätigt dies, denn bevor sie ertränkt wurden, hat man ihnen ein Betäubungsmittel verabreicht. Nahezu zeitgleich kommt es in Paris und London zu identisch inszenierten Morden mit dem Resultat, dass die Wasserversorgung dieser Metropolen lahmgelegt ist. Doch das ist erst der Anfang. Es folgen Sprengstoffanschläge auf Brücken, eine Explosion im Eurotunnel und der Untergang einer Fähre. Was bzw. wer steckt hinter diesen terroristischen Anschlägen auf Europa? Sind es wirtschaftliche Interessen? Oder Umweltaktivisten? Oder politische Radikale, die die Ängste der Bürger für ihre Zwecke benutzen? Es gibt keine Bekennerschreiben, die ermittelnden Behörden sind ratlos. Eugen de Bodt wird auf den Fall angesetzt. Gemeinsam mit seinen europäischen Kollegen und seinem Team soll er Licht ins Dunkel bringen und die Drahtzieher dingfest machen.

Christian von Ditfurth hat den Finger am Puls der Zeit, wenn er über die Auswirkungen der Anschläge schreibt. Diese Thematik seines Thrillers ist aktuell, man muss sich nur die Schlagzeilen der Nachrichten und das Ergebnis der Bundestagswahl anschauen. Nichts wirkt konstruiert, alles könnte so oder so ähnlich geschehen, Auswirkungen auf die Aktienmärkte inklusive, vom Verhalten der Politik sowie der Bevölkerung ganz zu schweigen.

Die Story ist logisch aufgebaut, der Stil absolut passend. Die kurzen, prägnanten Sätze erzeugen von Beginn an ein hohes Tempo, das der Autor durchgängig halten kann. Kurze Verschnaufpausen werden dem Leser dennoch geboten, etwa dann, wenn de Bodt seine Philosophen zitiert, die Ermittlungsergebnisse reflektiert oder sich mit dem Ignoranten Krüger das eine oder andere Scharmützel liefert. Auflockernd wirken auch die Interaktionen zwischen dem Kommissar, der angeschmachteten Kollegin Silvia Salinger und dem IT-Käpsele Ali Yussuf, die immer wieder für ein Schmunzeln gut sind.

„Giftflut“ hat alles, was ein guter Thriller braucht: einen spannenden Plot, sympathisches Personal sowie die überzeugende gesellschaftspolitische Komponente, die sich an der Realität orientiert. Eine eindeutige Empfehlung für jeden Thrillerleser!

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

irland, aberglaube, frauen, feenvolk, historisch

Wo drei Flüsse sich kreuzen

Hannah Kent , Leonie Reppert-Bismarck
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.09.2017
ISBN 9783426199794
Genre: Romane

Rezension:

Die australische Autorin Hannah Kent offenbart einmal mehr ihre Faszination für historische Stoffe, die auf wahren Begebenheiten beruhen. In ihrem Erstling „Das Seelenhaus“ nimmt sie den Leser mit nach Island, ihr neuer Roman „Wo drei Flüsse sich kreuzen“ führt uns nach Irland. Der zeitliche Rahmen beider Bücher ist mit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahezu identische, ebenso das große Ganze der Handlungsorte. Beides sind Inseln, liegen im Norden und bilden durch ihre isolierte Lage ein geschlossenes System, in dem Mythen, Traditionen und Aberglaube fest in den Köpfen der Menschen verankert sind.

Ein abgeschiedenes Tal im irischen Hinterland. Das Leben ist geprägt von Armut und Entbehrung. Die Annehmlichkeiten des „modernen“ Lebens sucht man vergebens. Kälte, Schmutz und Dunkelheit. Und natürlich Hunger, der ständiger Gast in den Katen der Menschen ist. Kartoffeln, Wasser, manchmal Milch, ab und an ein Ei sowie Beeren und Wildkräuter, Tabak und Gerstenschnaps zu besonderen Gelegenheiten – zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.

Heimat von Nance Roche, der geheimnisvollen Außenseiterin. Kräuterfrau, sagen die einen, Hexe, die anderen, gemieden von den Dorfbewohnern und doch heimlich aufgesucht, wenn Hilfe benötigt wird. Sie lebt die alten Traditionen und hat noch das Wissen der Urahnen parat, das sich aus Aberglaube und Mythen speist.

Heimat aber auch von Nóra, die nicht nur um ihren Mann sondern auch ihre bereits erwachsene Tochter trauert und nun Mutterstelle an Micheál, ihrem Enkelkind vertreten muss. Aber Micheál ist anders. Er ist behindert, spricht nicht, kann nicht laufen, krampft immer wieder am ganzen Körper und hat nichts mehr mit dem lebhaften Kind gemeinsam, das er bis zur Krankheit und dem Tod seiner Mutter war. Nora schämt sich für seinen Zustand und schirmt ihn vor der Außenwelt ab. Mit seiner Pflege ist sie überfordert, weshalb sie sich eine Magd ins Haus holt. Mary, ein Mädchen aus dem Norden, aufgewachsen mit vielen Geschwistern, die sich liebevoll um das Kind kümmert.

Gemunkelt wird immer in der Nachbarschaft, aber als die Kühe plötzlich keine Milch mehr geben, ein Kind tot geboren wird und eine Frau sich selbst in Brand setzt, ist der Schuldige schnell gefunden. Micheál ist der Auslöser, das Böse. Er muss ein Wechselbalg sein, ein Kuckucksei, das ihnen die Feen ins Nest gelegt und mit dem ehemals gesunden Kind vertauscht haben. Es muss etwas geschehen, Gedanken reifen, und so entspinnt sich zwischen Nóra und Nance eine unheilvolle Allianz, der auch Mary nichts entgegenzusetzen hat…

Hannah Kent hat ein besonderes Gefühl für die Sprache, die diesem klaustrophobischen Handlungsort angemessen ist. Sie beherrscht die Dramaturgie perfekt und erzählt ruhig und sehr poetisch. Eine Geschichte aus einer Zeit, in der das Wünschen nicht geholfen hat. Eine Geschichte verzweifelter Menschen, die sich dem Schicksal hilflos ausgeliefert fühlen und deshalb Zuflucht in Vertrautem suchen. In altem Wissen, ihren Traditionen und ihrem Aberglauben.
Nachdrücklich empfohlen!

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Marx. Der Unvollendete

Jürgen Neffe , Stefan Wilkening
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 25.09.2017
ISBN 9783844528251
Genre: Biografien

Rezension:

Von Jürgen Neffe, Biochemiker, Wissenschaftsjournalist und Autor der vielfach ausgezeichneten Biografien über Albert Einstein und Charles Darwin, ist kürzlich anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx im kommenden Jahr ein neues Werk mit dem Titel „Marx. Der Unvollendete“ erschienen. In dieser Biografie macht er den Leser nicht nur mit dem Leben und den Schriften dieses herausragenden Denkers des 19. Jahrhunderts bekannt, sondern zeigt ebenso die Relevanz seiner Theorien, die heute aktueller denn je für unser Jahrhundert sind, auf.

 Auf satten 656 Seiten (Textteil 600 Seiten, dazu 30 Seiten Anmerkungen des Autors sowie eine umfassende zehnseitige Bibliografie) beleuchtet Neffe zum einen Marx‘ Leben, zum anderen aber auch seine Kontakte und Auseinandersetzungen mit Theoretikern und Weggefährten und den gesellschaftlichen Realitäten seiner Zeit, geprägt von der industriellen Revolution in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als Gerüst für den Werdegang dienen dem Autor Marx‘ biografische Daten: hineingeboren in eine gutbürgerliche Familie, Jurastudium, politischer Journalist, verfolgt von den Geheimdiensten, schließlich das politische Exil in London. In England werden er und sein Freund Friedrich Engels Zeitzeuge eines entfesselten Kapitalismus und veröffentlichen zuerst „Das kommunistische Manifest“, danach diverse Werke zu politischen Ökonomie, 1867 dann der erste Band seines Hauptwerks „Das Kapital“. Es ist eine Analyse der kapitalistischen Welt, eine Bestandsaufnahme, mit der er das Bewusstsein der Menschen schärfen möchte, aufzeigen will, wie der Arbeiter seinem Tun und letztlich damit auch sich selbst entfremdet wird.

 Marx‘ scharfsinnige Analysen sind heute aktueller denn je. Man denke nur an den Kollaps der Finanzsysteme oder die zunehmende soziale Ungleichheit, das Auseinanderklappen der Schere zwischen Arm und Reich. Aber ein Patentrezept dagegen sucht man auch bei ihm vergebens. Revolution ja, dann aber weltweit und nur mit einem Zukunftsmodell, das Freiheit für jeden einzelnen gewährleitet.

 Neffe zeigt uns den großen Freiheitsdenker in seiner ganzen Widersprüchlichkeit: Der ökonomische Theoriegebäude entwirft, selbst aber nicht mit Geld umgehen kann. Der Solidarität predigt, sich aber in endlosen intellektuellen Scharmützeln mit Gleichgesinnten verliert. Der einen gewaltsamen Umsturz und die Abschaffung des Kapitalismus fordert, aber dafür auch kein Patentrezept parat hat.

„Marx. Der Unvollendete“ ist für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2017 nominiert – zurecht!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

nonna, poetisch, messina, andreas hoppe, sizilien

Das Sizilien-Kochbuch

Andreas Hoppe , Cettina Vicenzino
Fester Einband
Erschienen bei Südwest, 11.09.2017
ISBN 9783517096094
Genre: Sachbücher

Rezension:

Für den Berliner Schauspieler Andreas Hoppe, bekannt durch seine Rolle als Sidekick von Hauptkommissarin Lena Odenthal im Ludwigshafener „Tatort“, ist Ernährung ein wichtiges Thema. Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, im besten Fall aus regionaler Erzeugung, die nach Möglichkeit keine ökologischen Ressourcen verschwenden, sollen es sein, wie wir seit der 2013 produzierten SWR Fernsehreihe „Der Kommissar im Kühlschrank“ wissen. Außerdem ist er Fan der mediterranen Küche. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er den Spuren seines filmischen Alter Ego Mario Kopper folgt und Sizilien sowie die dortige Küche erkundet. Entstanden ist aus dieser Sehnsuchtsreise mit Hilfe der sizilianischen Foodfotografin und Rezeptentwicklerin Cettina Vicenzino eine Liebeserklärung an das Land, wo die Zitronen blühen - und die Tatort-Drehbuchschreiber die Wurzeln Mario Koppers verorten: „Das Sizilien Kochbuch“.

Wer aber nun glaubt, dass er damit eine reine Sammlung italienischer Rezepte erhält, irrt. Es ist vielmehr eine Rundreise auf der Ätna-Insel im Mittelmeer. Und anhand der verschiedenen Stationen macht uns Andreas Hoppe mit Land und Leuten bekannt und beschreibt die jeweiligen Eigenheiten der Region. Außerdem erfahren wir neben Interessantem zur Historie auch etwas über Hoppes Begegnungen mit den besonderen Menschen, für die gutes authentisches Essen zum Leben einfach dazugehört.

Aber natürlich erhalten wir auch jede Menge typisch regionale Rezepte, von Cettina Vicenzino lecker zusammengestellt und sehr ansprechend ins Bild gesetzt. Sehr viel Fisch, die Fleischrezepte sind überschaubar, Leckeres mit Gemüse, mit Milchprodukten und natürlich Pasta, Polenta und Reis. Nicht zu vergessen die Dolci, der süße Abschluss jeder Mahlzeit. Durchgängig bodenständig und rustikal, eher Alltagsküche, keine Haute Cuisine und deshalb auch von jedem, der etwas Erfahrung am Herd hat, leicht nachzukochen.

„Das Sizilien Kochbuch“ weckt die Sehnsucht nach Sonne und Meer und bringt uns, gerade weil es neben Kulinarischem auch von Land und Leuten erzählt, diese besondere Mittelmeer-Insel näher.

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20 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Der Sympathisant

Viet Thanh Nguyen , Wolfgang Müller
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blessing, 14.08.2017
ISBN 9783896675965
Genre: Romane

Rezension:

Üblicherweise werden historische Ereignisse aus der Sicht des Siegers geschildert. Anders verhält es sich mit dem Vietnamkrieg, an dem sich die Vereinigten Staaten aktiv seit Beginn der sechziger Jahre (und der Präsidentschaft JFKs) im großen Stil bis zum bitteren Ende beteiligten. Und entgegen der festen Überzeugung der Amerikaner gingen sie aus diesem Krieg nicht als Sieger sondern als Verlierer hervor. Ein Trauma, das bis heute nicht wirklich verarbeitet wurde. Was die Amerikaner aber nicht davon abhielt, die westliche Welt mit ihre Sichtweise dieses Krieges zu fluten. Man denke nur an die unzähligen Blockbuster, TV-Serien und B-Movies zur Vietnam-Thematik, mit denen Hollywood phasenweise den Markt überschwemmt hat, aber auch die unterschiedlichsten Romane und Sachbücher.

Viet Thanh Nguyen, geboren in Vietnam und als Vierjähriger 1975 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten geflohen, hat nun mit „Der Sympathisant“ einen Polit-Thriller geschrieben, in welchem er die Sichtweise umkehrt. Und offenbar hat er damit einen Nerv getroffen, denn für diesen Roman wurde er 2016 sowohl mit dem Pulitzer Preis als auch mit dem Edgar Award ausgezeichnet.

Der titelgebende „Sympathisant ist ein namenloser halbvietnamesischer Ich-Erzähler, der nach dem Fall Saigons in die USA eingeschleust wird. Angeheuert wird er nicht nur von den Amerikanern sondern auch von den Vietnamesen. Und so lebt er sein Leben als Undercover-Doppelagent mit zwei Dienstherren und zwei Seelen.

Es ist diese Dualität, die die Schilderung seiner Vergangenheit und Gegenwart so interessant macht. Die Reflexionen über den Vietnamkrieg und dessen Folgen für die amerikanische Gesellschaft. Aber auch seine Rolle als Maulwurf in dem Land der Verlierer, das noch immer die Strippen ziehen will. Von daher geht es dem Autor nicht nur um Vietnam, sondern ebenso um all die anderen Kriege, in die sich die Vereinigten Staaten einmischen und eingemischt haben. Um die USA als moralische Instanz, die entscheidet, wer oder was gut oder böse ist.

 Vernetzt ist der Namenlose nach allen Seiten und in alle Richtungen, kann aber doch nicht immer unter dem Radar durchschlüpfen. Und so gerät er in ein Umerziehungslager, wo er diese seine Geschichte, sein Geständnis, niederschreibt.

Mich hat diese anspruchsvolle Story voller Querverweise sehr gut unterhalten. Viet Thanh Nguyen gibt dem Leser jede Menge Denkanstöße. Sei es die Thematik der medialen Verwertung des Krieges wie in Coppolas „Apocalypse Now“, die Integration, die in der neuen Heimat nicht gelingen will, weil trotz Anpassung die Akzeptanz des Fremden fehlt, die Suche nach der eigenen Identität, die unter einer Vielzahl von Maskierungen verborgen ist.

Spannend und ironisch, politisch und dennoch höchst unterhaltsam – eine klare Leseempfehlung!

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Low Carb - Das große Backbuch

Anne Peters
Fester Einband
Erschienen bei Naumann & Göbel, 01.01.2017
ISBN 9783625178187
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kaum ein Ernährungstrend wird momentan von Allesessern so propagiert wie Low Carb, die Reduzierung bzw. der Verzicht auf Kohlenhydrate in der täglichen Ernährung. Nicht weiter verwunderlich, vereint diese Art des Essens doch einige Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Zum einen eignet es sich zur Gewichtsreduktion, zum anderen ist es auch für Menschen mit Diabetes eine sinnvolle Alternative (oder Unterstützung) bei der medikamentösen Behandlung dieser Krankheit. Mittlerweile gibt es auch viele Backbücher der unterschiedlichsten Qualität, die diesem Trend Rechnung tragen, wobei das vorliegende „Low Carb. Das große Backbuch“ von Anne Peters zweifelsfrei für Einsteiger zu den Besten gehört, da hier das gesamte Spektrum dessen abgebildet wird, was kohlenhydratreduziertes Backen ausmacht.

In der Einleitung werden die Grundzutaten im Detail erläutert, die Herkömmliches ersetzen: Erythrit, Birkenzucker und Stevia anstatt üblichem Haushaltszucker, aber auch die Alternativen zu gemahlenem Getreide, wie Kokos-, Süßlupinen-, Soja- sowie diverse Nuss- und Samenmehle. Bei den Rezepten wird das verwendete Mehl durch einen farbigen Merker entsprechend kenntlich gemacht. So sieht man bei der Rezeptsuche auf den ersten Blick, ob man die benötigte Zutat im Haus hat.

Die Rezepte sind in vier Rubriken gegliedert und stellen im Wesentlichen süße Backwaren vor: Kuchen & Torten, Muffins, Cupcakes & Co. Und Waffeln & Pancakes. Die vierte Rubrik widmet sich Brot, Brötchen & Herzhaftem. Hier findet man neben Baguettes auch Quiches und Tartes mit verschiedenem Belag. Alle Rezepte sind kinderleicht nachzubacken und fordern keine besondere Erfahrung. Und die Ergebnisse können sich nicht nur sehen lassen, sondern sind auch im Geschmack den kohlenhydratreichen Vorbildern zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Für Einsteiger sehr empfehlenswert!

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Meine Rezepte für die ganze Familie

Leila Lindholm , Ricarda Essrich
Fester Einband
Erschienen bei Fackelträger Verlag, 25.08.2016
ISBN 9783771646783
Genre: Sachbücher

Rezension:

Leila Lindholm ist, obwohl in ihrem Heimatland Schweden eine der populärsten Fernsehköchinnen (wie mir schwedische Freunde versicherten), hierzulande weitgehend unbekannt. Eigentlich schade, denn wenn man sich ihr neues Kochbuch „Meine Rezepte für die ganze Familie“ anschaut, stellt man fest, dass sie eine Alltagsküche propagiert, die sämtliche Kriterien gesunder Ernährung erfüllt und dennoch schmackhaft und praktikabel ist. Das Credo ist „einfach, schnell und frisch“, und genau darum geht es, wenn man täglich ein ausgewogenes Essen auf den Tisch bringen möchte.

Ein weiterer Punkt fällt positiv auf. Da heutzutage viele Menschen unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und/oder Allergien leiden, sind Kochbücher hilfreich, die dies bei den Rezepten berücksichtigen. Leila Lindholm hat dafür Kategorien mit Hinweisfähnchen eingeführt, die bei jedem Rezept zu finden sind. Sie unterscheidet glutenfrei, laktosefrei, Rohkost, kein weißer Zucker, ohne Nüsse, Veggie, ohne Ei und vegan. So weiß man auf den ersten Blick, ob ein Nachkochen Sinn macht. Vorbildlich!

Die Gerichte sind im Wesentlichen mediterran und asiatisch geprägt, bieten aber auch einen bunten Querschnitt durch verschiedene Länderküchen. Allen gemeinsam sind die frischen Zutaten, ganz gleich, ob Früchte, Gemüse oder Salate, die ausnahmslos ohne Schwierigkeiten zu beschaffen sind. Frühstück, Zwischenmahlzeiten, Fisch und Fleisch, Gemüse und Salate, Unkompliziertes und Schnelles für unter der Woche, Aufwendigeres für die Wochenenden und Dessert – hier findet man für jeden Anlass das Richtige!

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Magic Cakes

Anne Peters
Fester Einband
Erschienen bei Naumann & Göbel, 01.02.2017
ISBN 9783625178149
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mit den Rezepten aus dem Backbuch „Magic Cakes“ von Anne Peters gelingen außergewöhnliche Kuchenkreationen, die jeden Kaffeetisch aufwerten. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Was macht die Magie aus?

Das Besondere an diesem neuen Trend aus Frankreich ist die Art des Backens mit dem entsprechenden Endergebnis: ein knuspriger Boden, darüber eine saftige Puddingschicht, abgeschlossen von einem feinen Biskuit – und das alles mit nur einem Teig aus der Rührschüssel. Das Zauberwort ist einerseits Geduld, andererseits zügiges Arbeiten, denn alle Zutaten müssen gründlich gerührt und auf Stand gebracht werden, wobei dem sehr steif geschlagenen Eischnee die tragende Rolle zukommt. Aber keine Angst, den Rezepten ist eine ausführliche Anleitung vorangestellt, und wenn man sich minutiös an diese hält, wir man mit einem wunderbaren Ergebnis belohnt.

Die Einteilung der Rezepte steigert sich mit der Backerfahrung dieser besonderen Kuchen: „Einfache Magics“, „Frucht- und Nuss-Magics“, „Magics mit Alkohol“ und „Besondere Magics“. Hier finden sich die verschiedensten Kreationen von Erdnuss-Karamell, über Cassata, Cupcakes sowie diverse Rezepte mit den unterschiedlichsten Frucht- und Likörsorten – mein Favorit ist der Schokokuchen mit Baileys.

Doppelseiten mit ansprechenden Fotos, Zutatenliste, exakte Zeit- und Nährwertangaben sowie ausführliche Anleitungen sorgen dafür, dass das Ergebnis dieser auf den ersten Blick ungewöhnlicher Art des Backens zum Highlight auf der Kaffeetafel wird.

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Neues vom Muffinblech

Anne Peters
Fester Einband
Erschienen bei Naumann & Göbel, 01.01.2017
ISBN 9783625178194
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schokomuffins, Blaubeermuffins, Vanillemuffins – die Reihe mit den süßen Kleinigkeiten für Zwischendurch ließe sich beliebig fortsetzen. Aber die Backform mit den zwölf Mulden bietet weit mehr Einsatzmöglichkeiten, die in dem Koch- und Backbuch „Neues vom Muffinblech“ ansprechend in Szene gesetzt werden.

Es gibt zwei Unterteilungen: „Himmlisch lecker“ und „Höllisch gut“. Erstere listet die süßen, die zweite die herzhaften Varianten auf. Himmlisch lecker - das reicht von Peanutbuttercups auf der Basis dunkler Schokolade, über Salzkaramell-Cheesecakes, bis hin zu den Klassikern am Kaffetisch wie Franzbrötchen und die portugiesischen Pasteis de Nata. Und natürlich dürfen auch die hoch dekorativen Mangotörtchen, die Schokokörbchen mit Sazbrezeln, die Blütentartes sowie die Blätterteig-Apfelröschen nicht fehlen. Höllisch gut – hier werden Rezepte für Pizzen, Quiches und Tartes im Miniformat vorgestellt, aber auch Spaghetti- und Specknester, Tortillas und Zwiebelküchlein sowie diverse Eierspeisen, die sich problemlos im Muffinblech zubereiten lassen.

Die Rezepte werden auf Doppelseiten präsentiert, wobei bereits die dazugehörigen Bilder, die das Endergebnis ansprechend in Szene setzen, dem Hobbykoch das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung macht das Nachkochen und –backen einfach, und selbstverständlich fehlen auch die entsprechenden Nährwertangaben nicht.

Alles in allem eine empfehlenswerte Ergänzung für die Kochbuch-Sammlung.

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paris, roman, nanny, familie, kindermord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Der Tod eines Kindes – für alle Eltern DIE Katastrophe schlechthin. Rund um diesee Thematik hat die französisch-marokkanische Autorin Leila Slimani ihren Roman „Dann schlaf auch du“ (im Original „Chanson douce“)  angelegt, der 2016 mit dem renommierten Literaturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet wurde.

Vater, Mutter,  Kinder - eine Bilderbuchfamilie in gesicherten Verhältnissen, bei der alles passt. Paul, der Vater, Musikproduzent und beruflich stark engagiert, Myriam, die Mutter, ausgebildete Juristin, zunehmend unzufrieden mit ihrer Lebenssituation, erschöpft von dem täglichen Einerlei mit den Kindern, möchte wieder in den Beruf zurück. Also suchen und finden sie eine Kinderfrau. Kein junges Ding, sondern Louise, eine gestandene Frau, alleinstehend mit einer erwachsenen Tochter. Die Kinder lieben sie, aber auch Paul und Myriam sind restlos begeistert, denn nebenher nimmt ihnen Louise auch noch jede Menge alltägliche Verrichtungen ab, weshalb sie auch schnell zum unverzichtbaren Bestandteil der Familie wird. Aber genau so, wie die Familie sich in Abhängigkeit von Louise begibt, vereinnahmt auch diese nach und nach deren Alltag. Es ist ein langsamer, schleichender Prozess, und bis sich Paul und Myriam darüber bewusst werden, dass ihre Kinderfrau massive Probleme – nicht nur psychischer Art – hat, ist es bereits zu spät und das Unglück geschehen.

Die Geschichte, die Slimani erzählt, ist bitter. Denn gerade die Kleinkindbetreuung ist auch in Deutschland für viele Berufstätige ein Thema. Das Kind jemandem anzuvertrauen, von dem man eigentlich nichts weiß, dürfte, wie bei dieser französischen Familie, auch hier die Regel sein. Zu erwarten, dass die Nanny das fremde Kind wie ihr eigenes liebt, scheint illusorisch, denn trotz allem macht Louise diesen Job zum einen, um ihrer Einsamkeit, ihrem tristen Alltag zu entfliehen, zum anderen ist sie hoffnungslos verschuldet und auf den Verdienst angewiesen. Die Arbeitgeber wissen das nicht, für sie ist diese Frau ein Dienstbote, sie als Person interessiert sie nicht, entscheidend ist nur das Resultat ihrer Beschäftigung. Selbstverwirklichung und Bequemlichkeit, auf diesem Altar wird letztendlich das Leben der Kinder geopfert. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen – bis es zu spät ist.

Slimani rollt den Fall von hinten auf. Sie schreibt nüchtern und klar, emotionslos und als distanzierter Beobachter.  Damit schildert sie umso eindringlicher den Weg in die Katastrophe. Gleichzeitig hält sie der französischen Gesellschaft, noch immer eine Klassengesellschaft und im Standesdenken verhaftet,  damit einen Spiegel vor. Oben und unten, Herren und Diener, wobei die Herren keine Veranlassung sehen, sich für das Schicksal und die Befindlichkeiten der Diener zu interessieren.

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vegan, kochbuch, musthave

Vegional - Mit Liebe gekocht

Stina Spiegelberg
Fester Einband
Erschienen bei Fackelträger Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783771646899
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dass die vegane und vegetarische Küche sehr viele verschiedene Facetten hat, haben die verschiedensten Kochbuchautoren mittlerweile hinreichend bewiesen. Was mich allerdings bei vielen Rezepten in diesem Ernährungsbereich gestört hat, war die Verwendung von „exotischen“ Zutaten, die zum einen nachweislich wegen des Transportes von weit her eine sehr schlechte Energiebilanz haben, zum anderen das Vertrauen des Verbrauchers in ein Ökosiegel voraussetzen, ohne dass man im konkreten Fall die Anbaumethoden bzw. die Arbeitsbedingungen der damit betrauten Feldarbeiter kontrollieren kann (siehe z.B. Avocado). Hinzu kommt, dass die von weit her eingeflogenen sogenannten Superfoods, was die Inhaltsstoffe angeht, ohne weiteres durch heimische Erzeugnisse ersetzt werden könnten (z.B. Chia vs. Leinsamen).

Von daher ist Stina Spiegelbergs neues Kochbuch „Vegional - Mit Liebe gekocht: vegan, regional, genial“ längst überfällig, denn bei den Zutaten für ihre veganen Rezepte beschränkt sie sich auf heimische Erzeugnisse; die eigentlich nur Vorteile bieten: die Transportwege sind kurz, Frische ist dadurch garantiert, im günstigsten Fall kennt man den Erzeuger persönlich (beim Einkauf im Hofladen) und preiswerter als die Exoten sind sie allemal. Kurz und gut, eine win-win Situation für Verbraucher und Erzeuger.

Dem Rezeptteil ist ein Saisonkalender vorangestellt, hilfreiche Einkaufshilfe für all diejenigen, die nicht wissen, was wann geerntet wird. Die Gliederung an sich orientiert sich am Tagesablauf und startet mit Frühstück, Snacks für die Zwischenmahlzeiten, Mittag, Abend und einem süßen Abschluss. Die Zubereitungszeiten variieren zwischen 10 und maximal 30 Minuten, sind also überschaubar und somit auch für Berufstätige spielend leicht zu realisieren. Besondere Fähigkeiten werden nicht vorausgesetzt, alles ist einfach zuzubereiten.

Ein schönes Kochbuch, das Anstöße gibt. Gleichermaßen für Veganer, aber auch für die ganz normalen Esser geeignet ist, die sich bewusst ernähren und Wert darauf legen, ihren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

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frühstück, rezepte

Power-Morgen

Coralie Ferreira
Fester Einband
Erschienen bei Südwest, 04.09.2017
ISBN 9783517096131
Genre: Sachbücher

Rezension:

Morgens ist die Zeit meist knapp. Sei es, weil man zur Arbeit oder den Kindern gesunde Pausenmahlzeiten für die Schule zubereiten muss. Oft bleibt es dann bei der Tasse Kaffee bzw. Tee. Aber fast alle Ernährungsexperten sind sich darin einig, dass gerade das Frühstück eine wichtige Funktion hat. Es soll den Körper mit gesunden Nährstoffen versorgen und damit sicherstellen, dass die Herausforderungen des Tages gemeistert werden können. Hier kommt Coralie Ferreira ins Spiel. Die französische Kochbuchautorin liefert in „Power Morgen“. 30 unkomplizierte Frühstücksideen, die sich sowohl für die Tage, an denen es schnell gehen muss, als auch das Wochenende, wenn man sich für die Zubereitung mehr Zeit nehmen kann, taugen.

Und genau nach diesen beiden Kriterien sind die Rezepte auch unterteilt: zum einen gibt es den „Kickstart in den Tag“, zum anderen das „Verwöhnfrühstück“. Smoothies, Obst-Bowls, Flockenzubereitungen, die bereits am Vorabend vorbereitet und in den Kühlschrank gestellt werden, Energieriegel, warme Gerichte, Muffins, Waffeln, Eiergerichte – hier ist für jeden Geschmack, von süß bis herzhaft, etwas dabei.

Besonderen Wert legt Ferreira auf vollwertige Zutaten aka Superfood wie Obst, Gemüse, Samen, Kerne und Nüsse, die gut schmecken, für langanhaltende Sättigung sorgen und den Körper mit den Nährstoffen versorgen, die er für einen guten Start in den Tag benötigt. Die Zutaten sind überall erhältlich, ganz gleich, ob Supermarkt, Bioladen oder Reformhaus, die Zubereitung auf für Ungeübte kein Hexenwerk. Ansprechende Fotos der zubereiteten Gerichte machen Appetit und runden den positiven Eindruck ab, den dieses Kochbuch hinterlässt.

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schwarzgeld, mord, athen, kostas charitos, mafia

Offshore

Petros Markaris , Michaela Prinzinger
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257070033
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Petros Markaris Kriminalromane um den Athener Kommissar Kostas Charitos in einen Topf mit denen von Bannalec, Walker sowie den üblichen Verdächtigen in Sachen Urlaubskrimi zu werfen, wäre gefrevelt. Warum? Weil der Autor mit seinen Romanen ein populäres Genre nutzt, um die gesellschaftlichen und politischen Zustände und Veränderungen der griechischen Gesellschaft im Zuge der Globalisierung auf den Punkt genau zu analysieren und zu beschreiben. Ihm geht es nicht nur um Unterhaltung, er will informieren und Denkanstöße geben.

Am Beispiel von Kommissar Charitos und dessen nächstem Umfeld zeigt und kommentiert Markaris den griechischen Alltag sehr eindringlich. Sehr informativ und empfehlenswert dazu ist seine Trilogie der Krise, bestehend aus den Bänden „Faule Kredite“, „Zahltag“ und „Abrechnung“. Und jeder Leser, der in diesem oder den vergangenen Jahren in Griechenland unterwegs war, konnte sich in Gesprächen mit Einheimischen davon überzeugen, wie detailliert der Autor die Stimmung im Land wiedergibt.

In „Offshore“, dem neuesten Kriminalroman der Reihe, ist die Krise zumindest vordergründig bewältigt. Die Situation für die Bevölkerung hat sich entspannt, der absolute Sparkurs der Regierung ist vorbei, und selbst den Staatsbediensteten werden Lohnerhöhungen in Aussicht gestellt. Kredite sind wieder leichter zu haben, und im Zuge dessen geben die Menschen bereits wieder Geld aus, das sie (noch) nicht haben. Auch Charitos macht hier keine Ausnahme und holt sein stillgelegtes Auto aus der Garage, den erhobenen Zeigefinger seiner skeptischen Gattin Adriani übersieht er geflissentlich. Gedanken darüber, wo das leicht verfügbare Geld so plötzlich herkommt, machen sich weder Charitos noch der Großteil seiner Landsleute. Und dass der Mord an einem Regierungsbeamten und einem Reeder damit in Zusammenhang stehen könnte, dämmert ihm leider erst im Laufe der Ermittlungen.

Wenn ich mir die aktuellen Entwicklungen in Griechenland anschaue, beschleicht mich ein komisches Gefühl, denn das, was Markaris in „Offshore“ beschreibt, erscheint mir nicht weit hergeholt. Die Sahnestücke des Staatseigentums werden an ausländische Investoren verkauft, eine gute Gelegenheit der Geldwäsche für dubiose Firmen, deren Kapital außerhalb der Eurozone zwischengelagert ist. Und diese Offshore-Banken pumpen nun Kapital ins Land. Den „einfachen Leuten“ wird es deshalb nicht besser gehen. Aber wer sind die Gewinner bei diesen Transaktionen? Stellt sich wirklich jemand diese Frage?

Seine Themen sind politisch, und Markaris verpackt sie in einer spannenden Krimihandlung, sodass sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen kann. Er paart sie mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, gibt einen Schuss „Family affair“ dazu und kreiert so eine unterhaltsame Lektüre mit Substanz, die dem einen oder anderen Leser mit Sicherheit die Augen öffnet. Lesenswert!

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Lazare und der tote Mann am Strand

Robert Hültner
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2017
ISBN 9783442756605
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Hültner, Krimilesern bestens bekannt durch seine mehrfach ausgezeichneten Inspektor-Kajetan-Romane, hat mit seinem neuesten Roman „Lazare und der tote Mann am Strand“ zwar nicht das Genre, aber sowohl die Hauptfigur als auch Region gewechselt. Südfrankreich an Stelle von Bayern - aber keine Angst, den Leser erwartet keiner dieser üblichen Urlaubskrimis, die sich mehr um Land, Leute und Kulinarik als um einen ausfeilten Plot kümmern. Doch dafür ist Hültner viel zu politisch, als dass er in diese Falle tappen würde.

Narciso Lazare, der Commissaire aus Montpellier, ermittelt in Sète, der Hafenstadt im französischen Midi und der umliegenden Region. Vordergründig zur Verstärkung entsandt, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen. Diese sind etwas konsterniert, denn ein ertrunkener Roma erfordert ihrer Meinung nach nicht den Einsatz der Kavallerie. Kommt in dieser Gegend öfter vor, ist halt Routine. In Wirklichkeit ist Lazare aber einer viel größeren Sache auf der Spur, und dort eingesetzt, weil er die Gegend wie seine Westentasche kennt. Glücklicherweise ist er für Ermittlungen vor Ort, denn der tote Gitan wird nicht die einzige Leiche bleiben.

Wie so oft geht es um Geld, um Besitz, aber auch um rechtspopulistische Umtriebe, um Fremdenfeindlichkeit, Prostitution, um politisch höchst Brisantes aus der jüngsten deutsch-französischen Vergangenheit und Gegenwart. Jedenfalls sind die örtlichen Saubermänner eifrig bemüht, ihre schmutzigen Geheimnisse für sich zu behalten, denn sie wollen mit aller Macht verhindern, dass ihre betrügerischen Mauscheleien publik werden.

Verpackt in eine spannende Story und mit Blick fürs Detail zeigt uns Robert Hültner anhand dieser südfranzösischen Region, welchen Einfluss scheinbar kleine Veränderungen auf eine Gesellschaft nehmen. Dazu gehören neben den politischen natürlich auch die ökonomischen Faktoren, die sich auf den direkten Umgang der Menschen mit- und gegeneinander auswirken. Und das nicht nur in Frankreich, sondern ebenso bei uns. Der Autor beobachtet genau, was sich nicht nur in seinen Milieuschilderungen sondern auch in seinen Personencharakterisierungen zeigt. Sachlich exakt, oft ironisch und sprachlich immer sehr elegant – Hültner schreibt auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht. Ein stimmiger, fein komponierter Kriminalroman, dem ich viele Leser wünsche!

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1.088 Bibliotheken, 107 Leser, 4 Gruppen, 47 Rezensionen

horror, stephen king, clown, es, pennywise

Es

Stephen King , Alexandra von Reinhardt , Joachim Körber
Flexibler Einband: 1.536 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435773
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das „Es“ ist ein Begriff aus der Freudschen Psychoanalyse, dem „Ich“ gegensätzlich. Es speist sich aus den Trieben und ist der dunkle, unbewusste Teil der Persönlichkeit, der diese dennoch prägt. Es ist das, was weit unter der Oberfläche im Verborgenen lauert. Das diffuse Wiedererkennen von Situationen, die tief in Vergangenem vergraben sind. Ängste, die sich durch scheinbar harmlose Ereignisse plötzlich in den Vordergrund drängen. Alltägliches, das bedrohlich, ja sogar tödlich werden kann.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich sehr leicht der Bogen zu einem der bekanntesten  Werke des Horrorgenres schlagen – „ES“, dieses 1986 erstmals erschienene Mammutwerk Stephen Kings, aktuell wieder in aller Munde, da die Neuverfilmung demnächst in die Kinos kommen wird. Im Zuge dessen ist nun endlich auch eine ungekürzte Hörbuchversion mit 5 mp3-CDs und einer Laufzeit von annähernd 52 Stunden, veröffentlicht bei Random House Audio, erhältlich. Gelesen wird das Hörbuch von David Nathan, und eine bessere Wahl konnte man kaum treffen. Mit seiner prägnanten Stimme ist er in der Lage, durch kleinste Modulationen Emotionen, Charaktere und Ereignisse zum Leben zu erwecken. Gleichzeitig trägt er zu jedem Zeitpunkt der Kingschen Dramaturgie Rechnung, verändert die Tonlage und das Tempo, wenn es der Handlungsverlauf erfordert und lässt so die Ereignisse in Derry, der Kleinstadt im US-Bundesstaat Maine, lebendig werden. Vergangenheit und Gegenwart, jede Menge Zeitkolorit, zwei Handlungsstränge 1957/58 und 1984/85, sieben Freunde und „Es“, das personifizierte Böse in Gestalt eines Clowns.

Meine Empfehlung: Geeignet für Kenner des Autors, denen das Hören mit Sicherheit neue Facetten dieses außergewöhnlichen Romans offenbaren wird, aber auch ein idealer Einstieg für Neulinge, die sich mit dem Werk des Autors vertraut machen wollen.

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116 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

thriller, schweden, skandinavien, wolf, drogen

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zack Herry, Hauptfigur in Kallentoft/Luttemans Thriller „Die Fährte des Wolfes“ wird auf dem Klappentext als „Mix aus Lisbeth Salander und Harry Hole“ angepriesen. Und jeder Kenner der skandinavischen Krimi-/Thrillerszene weiß, dass mit dieser Aussage die Erwartungen des Lesers hoch sind, haben doch sowohl Stieg Larsson als auch Jo Nesbø mit ihren beiden Protagonisten unverwechselbare Charaktere erschaffen.

Wer ist dieser Zack Herry? Zuerst einmal, er ist noch sehr jung, hat aber seine Ausbildung mit Bravour gemeistert. Nun ermittelt er in einer Sondereinheit, und seine unkonventionelle Arbeitsweise ist berühmt-berüchtigt. Das mag daran liegen, dass er immer sehr nahe an seiner Klientel ist, treibt er sich doch auch im Privatleben in dubiosen Clubs herum, kokst wie ein Weltmeister und geht auch keiner körperlichen Auseinandersetzung aus dem Weg. Und offenbar ist er für diesen neuen Fall genau der Richtige.

Als kurz nacheinander vier junge Thailänderinnen, die in einem Massagesalon ihre Dienste angeboten hatten, brutal ermordet werden, betraut man Zack Herry und seine Kollegin Deniz Akin mit der Untersuchung. Der Tathergang wird untersucht, Zeugen werden befragt und Vermutungen angestellt. Schließlich gibt es diverse heiße Spuren, eine führt ins Prostitutionsmilieu, eine andere lässt auf einen rassistischen Hintergrund für die Morde schließen. Oder vielleicht geht es doch um Revierkämpfe der Unterwelt-Organisationen? Doch die Vorzeichen ändern sich, als die Chefin der ermordeten Frauen mit schweren Verletzungen an den Beinen aufgefunden wird. Grässliche Wunden, die von einem Raubtier stammen müssen…

Tja, was soll ich sagen? So weit, so konventionell, kein Vergleich mit den Qualitäten eines Larsson oder Nesbø. Ja, natürlich, skandinavisch düster, mit Ermittlern, die über die Stränge schlagen, verfolgt von jeder Menge innerer Dämonen, vollgepackt mit psychischen Problemen, so dass man ihnen am liebsten eine Sitzung beim Psychologen verordnen würde. Aber die den Morden zugrunde liegende Thematik an sich ist nun auch nicht gerade neu und wurde bereits von diversen Autoren weidlich ausgeschlachtet. Lediglich die Menschen im persönlichen Umfeld des Protagonisten bringen etwas frischen Wind in diesen Thriller, insbesondere Rudolf und Sirpa.

Auf der Homepage des Autors findet man den Hinweis, dass „Die Fährte des Wolfes“ der Auftaktband einer geplanten zwölfteiligen Reihe um den Protagonisten Zack Herry ist, die sich an den Aufgaben des Herkules, Held der griechischen Mythologie, orientiert. Bleibt zu hoffen, dass die nachfolgenden Bände interessantere Stories mit mehr Tempo und Substanz liefern.

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Leon. Fast & Free

Jane Baxter , John Vincent , Alexandra Titze-Grabec , Kerstin Somalo
Fester Einband: 308 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.05.2017
ISBN 9783832199241
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien sind auf dem Vormarsch, mittlerweile sind davon ca. 10 % der Bevölkerung betroffen. Meiner Meinung nach ist ein wesentlicher Grund dafür, natürlich neben der genetischen Disposition, der Konsum von Fertignahrungsmitteln und den darin enthaltenen Zusatzstoffen.

Die britische, mehrfach ausgezeichnete Fastfood-Kette LEON, die in ihren Filialen gesunde Gerichte, deren Zutaten aus natürlichem, kontrollierten Anbau stammen, anbietet, hat nun ein Kochbuch auf den Markt gebracht, das diesem Umstand Rechnung trägt: „LEON Fast & Free“, erschienen in der deutschen Übersetzung im DuMont Verlag. Und der Untertitel verrät schon, worum es geht: „Rezepte frei von Gluten, Milch, und Zucker für Menschen, die wirklich gerne essen“ – und man könnte ergänzen, „und die sich darin auch nicht durch Unverträglichkeiten einschränken lassen wollen“.

Das Buch startet mit einer detaillierten Aufzählung der Lebensmittel, die sich im Vorratsschrank befinden sollten, wenn man nicht wegen jeder Mahlzeit extra einkaufen möchte, die Grundzutaten sozusagen. Diese sind mehr oder weniger leicht zu besorgen, wenn nicht im Bioladen oder Reformhaus, dann doch per Einkauf im Internet. Gerade bei den verschiedenen Mehlen und Backzutaten sehe ich Schwierigkeiten. Es hat ja nicht jeder das Glück, eine Mühle mit gut sortiertem Laden und einer engagierten Müllersfrau vor Ort zu haben, die die Kichererbsen frisch vor den Augen der Kunden zu Mehl verarbeitet.

Der Aufbau der Rezeptkapitel ist an die klassische Tageseinteilung angelehnt: Frühstück und Brunch, Vorspeisen, Einfaches für jeden Tag, Schnelle Abendessen. Dazu Gerichte für viele Mitesser, Köstliche Kleinigkeiten sowie Süße Verführungen. Jedes Rezept listet nicht nur die Zutaten und die Zubereitung sondern auch noch die Vorbereitungs- und Zubereitungszeit auf. Sehr hilfreich, wenn man vorab den Aufwand einschätzen möchte oder muss. Zusätzlich zeigen die zu Beginn des Buches erläuterten Symbole, die sich bei jedem einzelnen Rezept befinden, ob das jeweilige Gericht vegan, zuckerfrei, ohne Nüsse etc. ist. Für Allergiker ein absolutes Muss!

„Leon: Fast & Free“ ist ein wunderbares, alltagstaugliches Kochbuch, das zu keinem Zeitpunkt das Gefühl vermittelt, man müsse sich einschränken und auf Genuss verzichten. Eine Bereicherung für jede Küche, auch für Menschen, die nicht an Lebensmittelunverträglichkeiten leiden!

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Aphrodites Küche

Christina Loucas
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 22.03.2017
ISBN 9783898836388
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Der Geschmack von Sommer und Zypern“. So lautet der Untertitel des ansprechend layouteten Kochbuchs „Aphrodites Küche“ der Foodbloggerin Christina Loucas. Aufgewachsen in Kanada als Tochter griechisch-zypriotischer Eltern lebt sie mittlerweile wieder auf der Insel ihrer Vorfahren im östlichen Mittelmeer und begeistert mit ihren Rezepten all diejenigen, die den Sommer verlängern und sich kulinarischen Sonnenschein auf den Teller holen wollen.

Die Rezepte der zypriotischen Küche sind schon durch die Lage der Insel von vielerlei Einflüssen geprägt, wobei der von Griechenland am eindeutigsten auszumachen ist. Aber auch die anderen Anrainerstaaten im östlichen Mittelmeer haben ihre Spuren hinterlassen. Viele verschiedene Sorten Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze geben den Gerichten den typisch mediterranen Touch.

Der Aufbau des Kochbuches ist, zumindest was die Rezeptfolge angeht klassisch und startet mit einer kleinen Auswahl von selbst zubereiteten, alkoholfreien Getränken. Es folgt „Brot, Pasteten & Co.“, salzig und süß, wobei sich diese allerdings eher im Fingerfood und Snackbereich ansiedeln lassen. „Suppen, Salate und Kleine Gerichte“ starten die Menüfolge. Danach sind die „Hauptgerichte“ an der Reihe, hierhalten sich Fleisch und Vegetarisches die Waage. „Eingelegtes, Dips & Extras“ präsentieren die typischen Beigaben auf dem Tisch, wohingegen „Süßspeisen, Kuchen & Gebäck“ das Menü komplettieren.

Jedes Rezept wird auf einer Doppelseite behandelt, Foto auf der einen und Zutatenliste sowie Zubereitung auf der anderen Seite. Zusätzlich ist jedem ein ausführlicher, persönlich gehaltener Theorieteil vorgeschaltet, in dem Christina Loucas detailliert auf die Rezepte sowie auf die verwendeten Zutaten eingeht. Abschließend stellt sie dann noch ihre drei Lieblingsmärkte in Limassol und Nikosia vor, lokal und saisonal ausgerichtet, auf denen sie die frischen Zutaten für ihre Rezepte einkauft.

Ein schönes Kochbuch, das keine großen Anforderungen an die Fähigkeiten des Hobbykochs stellt. Und auch die Zutaten sind ohne besonderen Aufwand überall erhältlich. Die Rezepte sind bodenständig, ehrlich und einfach zu realisieren und bringen Urlaubsfeeling auf den Teller. Empfehlenswert!

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