Leserpreis 2018

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318 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 114 Rezensionen

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Der Wortschatz

Elias Vorpahl , Julia Marie Stolba
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Buchblatt Verlag, 01.01.2018
ISBN 9783000571695
Genre: Fantasy

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(3)

13 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Wege in die Hölle

JD Alexander
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei epubli, 07.09.2017
ISBN 9783745017281
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(16)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Ziemlich beste Schwestern - Mit Karacho in den Winter

Sarah Welk , Sharon Harmer
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 12.09.2018
ISBN 9783845826004
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen. Mir gefielen sofort die Dialoge der beiden Schwestern und ihre Feststellungen, die einfach herzerfrischend sind.
Hier zwei Beispiele:

"Ich würde euch gern mehr über uns erzählen, aber gerade habe ich überhaupt keine Zeit, weil Flo und ich sofort nach draußen müssen. Weil, ratet mal, was da ist? Schnee! In echt!"

"Ich kann nicht verstehen, dass Erwachsene sich gar nicht richtig freuen, wenn es schneit. Weil das ist ja nicht so oft. Das ist irgendwie besonders, fast so wie Weihnachten, das ist ja auch nicht so oft."

Das Buch ist in fünf Geschichten aufgeteilt, die in sich abgeschlossen sind und mit jeweils einem zusammenfassenden Satz enden, der den Gemütszustand der beiden Schwestern beschreibt. Mimi und Flo unternehmen gemeinsam spaßige Abenteuer, die allerdings die Eltern teilweise nicht so lustig empfinden. Ich bin begeistert von diesem Kinderbuch. Es wurde durch Vorablesen.de vorgestellt. Dort las ich die Leseprobe. Daraufhin habe ich „Ziemlich beste Schwestern - Mit Karacho in den Winter“ gekauft. Es scheint sehr gefragt zu sein, denn ich erwischte das letzte Exemplar in unserer örtlichen Buchhandlung, nachdem meine Bestellung online nicht von Erfolg gekrönt war. Ich erhielt die Mitteilung, dass dieses Buch restlos ausverkauft sei.
Die farbigen Illustrationen von Sharon Harmer runden die Geschichte hervorragend ab.
„Quatsch mit Soße“ und „So ein Affentheater“ sind die vorherigen Bände der Schwestern-Reihe von Sarah Welk. Die Schrift ist schön groß und sollte von den Kindern nach Beendigung der ersten Klasse gut zu lesen sein. Das jüngste Buch „Mit Karacho in den Winter“ erschien am 12. September 2018.

Fazit:
Das Buch mit dem festem Einband (Hardcover) in einem kleineren Format liegt wunderbar in der Hand und besteht aus 123 Textseiten.
Ich bin der Meinung, dass die Serie das Zeug zum zukünftigen Klassiker haben könnte.
Die Reihe bietet gute Unterhaltung und ist schön zum Selberlesen und zum Vorlesen. Der Leseempfehlung ab 7 Jahre stimme ich zu und ist sowohl für Jungen als auch für Mädchen geeignet.

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(28)

36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Vielleicht tanzen wir morgen

Ruth Hogan , Marion Balkenhol
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 09.11.2018
ISBN 9783471351703
Genre: Romane

Rezension:

Mascha hat trotz großer Achtsamkeit schuldlos durch einen einzigen unglücklichen Moment ihr Liebstes verloren. Ihr kleiner Sohn Gabriel verunglückte und wurde nie gefunden. Ihre grenzenlose Trauer versucht sie seitdem durch morgendliches Schwimmen im eiskalten Wasser zu betäuben bzw. möchte sie nachempfinden, was ihr Kind vor dem Ertrinken gespürt haben muss. Durch ihre täglichen Begegnungen mit einzigartigen Menschen u. a. auf dem Friedhof, in der Praxis, wo sie arbeitet, mit ihrem Freund Edward , mit ihrem herrlichen Hund Haizum, findet sie langsam ins reale Leben zurück. Sie lernt wieder zu genießen und eines Tages kommt die Vergangenheit zurück...
Für mich ist es das zweite Buch von Ruth Hogan. Nach „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“, die auch schon eine sehr gefühlvolle Story beinhaltete, legt sie hier wieder eine wundervolle, detailreiche Geschichte vor.
Mir zog es alles zusammen, als ich las, welchen Temperaturen sich Mascha aussetzte, um sich zu bestrafen. Eigentlich wollte sie nicht mehr leben. Sie band alle ihre Verwandten und Bekannten in ihre tiefe Trauer mit ein.
„ Ich habe sie zu einer lähmenden Behutsamkeit verdammt, um meine Gefühle zu schonen...“[S. 68].
Ich fühlte mich durch die Autorin ganz sacht in die Gefühlswelt der Protagonistin einbezogen. Maschas Überlebensplan konnte ich begreifen. Dazu gehörte das Schwimmen im eiskalten Wasser, ihr Hund Haizum, die neue Ausbildung zur Psychotherapeutin. Trotzdem will es ihr lange nicht gelingen in das ganz normale Leben zurückzufinden. Sie fühlt sich den Toten näher als den Lebenden, legte sich eine neue (imaginäre) Familie auf dem Friedhof zu. Ihr umfangreiches Wissen, was sie sich in den zwölf Jahren nach dem Ableben ihres Sohnes über die in den Gräbern liegenden Menschen zulegte, prädestiniert sie zur Friedhofsführerin. Mascha nimmt nicht wirklich am wahren Leben teil. Sie kann sich zum Beispiel auch nicht mehr am Frühling erfreuen.
[S. 95] „Ich hasse den Frühling. Was ich nicht will.....Sobald die Bäume frische Blätter zur Schau tragen, Blüten austreiben und die Sonne wärmer und heller wird, fallen Schatten über meine Welt...Für mich ist der Frühling ein Vorbote des Untergangs.“
Die Geschichte um Mascha wird eigentlich im wesentlichen getragen durch die beiden starken weiblichen Charaktere. Das ist zum einen die anscheinend obdachlose Stadtstreicherin Sally Red Shoes, die Mascha des öfteren auf dem Friedhof tanzend antrifft. Zum anderen gibt es da Kitty Muriel, eine ältere, bewundernswerte, attraktive Lebenskünstlerin. Durch sie lernt Mascha ihre Lektion fürs Leben, fürs Überleben.
[S. 220] „Um den Tod eines Kindes durchzustehen, braucht man viel Mut,...aber man braucht noch viel mehr Mut, um ohne sie weiterzuleben.“
Ein bißchen fällt für mich leider der Part um Alice und ihren Sohn Mattie ab. Die sehr kranke
Alice blieb mir in der Beschreibung zu blass. Lange Zeit wußte ich nicht, was die Autorin mit den beiden Protagonisten bezweckte. Alle anderen Figuren fand ich sehr gelungen. Die Sprache ist auf eine einfühlsame, sensible Weise poetisch.

Insgesamt ist „Vielleicht tanzen wir morgen“ für mich ein zuversichtlicher, realistischer Roman, der mit viel Gefühl und Zukunftsperspektive erzählt wird. Ein Roman, der Hoffnung selbst nach einer Tragödie verspricht.
„Mr. Peardew“ konnte mich zwar noch mehr begeistern, aber trotzdem möchte ich meiner Bewertung keinen Stern abziehen.

Ich vergebe die Höchstbewertung und meine Lese-/Kaufempfehlung.



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273 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

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Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 30.08.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

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41 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Bittere Schokolade

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.11.2018
ISBN 9783462050738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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49 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

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Ofirs Küche

Ofir Raul Graizer , Manuel Krug
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.11.2018
ISBN 9783458177661
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Ofirs Küche“- Dieses Kochbuch machte mich total neugierig. Ich besitze nur ein einziges Kochbuch mit 1680 Rezepten. Es ist das Standardwerk aus der DDR, heißt „KOCHEN“ und befand sich damals fast in jedem Haushalt. Meine Familie und ich, wir sind und waren außerordentlich zufrieden mit den Rezepten, da wir nicht unbedingt Freunde des übermäßigen Experimentierens bei der Essenszubereitung sind. Nun las ich die Leseprobe von „Ofirs Küche“. Danach musste ich dieses Kochbuch unbedingt selbst in den Händen halten.
Nachdem mein Mann und ich erste Erfahrungen machen durften, setzt sich die Erkenntnis mit jedem neuen Gericht durch, dass dieses Werk eine wunderbare Ergänzung, Erweiterung zu unserem Kochbuch ist. Wir werden nachkochen, was das Zeug hält.
Der israelische Filmemacher Ofir Raul Graizer läßt überwiegend seine persönlichen Erfahrungen einfließen, die er schön und nachvollziehbar beschreibt. Ofir selbst nennt seine Anleitungen zum Zubereiten der Gerichte, Erfahrungen aus der israelisch-palästinensisch-jüdisch-arabischen Küche.
Er gibt sehr geeignete Hinweise zum Gebrauch seines Kochbuchs. Die durchaus raffinierten Rezepte bestechen durch ihre Einfachheit. Sie sind für jeden zugänglich. Nur wenige benötigen besonderes Zubehör (z. B. Kieselsteine für das Brot Frena). Und immer wieder erfährt man über die Herkunft der Rezepte, ihre Geschichte, die Hintergründe.
Das gesamte Kochbuch gefällt mir durch seine Einteilung. Einem Besuch in der Bäckerei mit u. a. der Vorstellung von traditionellen Broten und natürlich deren Herstellung folgen Beilagen, Dips, Salate und Käse zum Selbermachen. Es schließen sich Kapitel über die Bedeutung der Hitze bei der Zu- bzw. Vorbereitung, dann Gerichte mit Eiern und Gerichte mit Gemüse an. Alles wird sehr informativ, unkompliziert, klar und verständlich beschrieben. Ich möchte auf die Gerichte Sheikh Mahshi – Auberginen mit Tomate und Käse – und den Arme Pilze – Auflauf eingehen. Beides sind Gerichte, die ohne Aufwand zubereitet werden können, die aber sehr gut schmeckten und in geringen Portionen sättigten. Das Wichtigste, was ich mir für diese Küche mitnahm, ist die Erkenntnis, dass ich unbedingt frische Kräuter benötige (frischer Basilikum, frischer Oregano).
Die Gestaltung des Kochbuches, die gesamte Aufmachung und die optische Präsentation der Speisen ist hervorragend gelungen!
Am Ende des Buches befindet sich ein Index mit detaillierten Angaben zu besonderen Zutaten sowie eine kleine Tabelle mit Maßeinheiten.

Ofirs Küche empfehle ich vollmundig!
Mit seinen 70 bis 80 pfiffigen, wohlschmeckenden, vegetarischen Rezepten kann dieses Kochbuch für Jeden nur eine Bereicherung des Speisezettels sein.
Ich vergebe fünf von fünf Sternen.


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Tags: vegetarisches essen   (1)
 

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

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Mörderische Renovierung

Edgar Cantero , Thomas Görden
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Golkonda Verlag, 26.10.2018
ISBN 9783946503491
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was als allererstes im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge springt ist dieses tolle Cover. Zwar wurde es total in schwarz/weiß in feinen Abstufungen gehalten, aber so gut gestaltet, dass es ein absoluter Hingucker ist. Über dem Rahmen des Covers sind ringsum Titel zu lesen, die ganz sicher dem Autoren viele Inspirationen lieferten für dieses Buch (z. B. The Juggernaut: Das ist eine fiktive Figur, die in amerikanischen Comics von Marvel Comics erscheint).
Der Roman von dem jungen Katalanen Edgar Cantero setzt ein großes Spukhaus in den Mittelpunkt des Geschehens. Es befindet sich in Point Bless/Virginia und nennt sich das Axton House nach seinen ersten Bewohnern, die sich Sklaven hielten und äußerst grausam und brutal waren. Die Bewohner der Neuzeit, die beiden Wells, kamen jeweils durch einen nebulösen Fenstersturz um Leben. Sie gehörten einer geheimen Gesellschaft an, deren Mitglieder sich jährlich zur Wintersonnenwende in dem Haus trafen, um sich einem mysteriösen Ritus zu unterwerfen. Sie warten zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Offenbarungen einer kristallenen Speicherkugel. Das jährliche Treffen rückt immer näher und jetzt ist der Erbe der Gastgeber.
A. (so der Name, der im gesamten Buch nicht konkretisiert wird) lebt seit kurzem in den USA, weil er von dem ihm völlig unbekannten Cousin 4. Grades, Ambrose Wells, dieses große Anwesen und dazu eine Menge Geld erbte. Der junge Mann ist 23 Jahre alt und mit ihm gemeinsam bewohnt seine 17jährige irische, stumme Gefährtin Niamh (sprich: Nief) das Haus. Auf Wunsch einer zunächst nicht näher vorgestellten Tante Liza soll sie auf A. aufpassen und ihn beschützen. Was so alles passiert, nachdem die beiden jungen Leute das scheinbar verfluchte Haus in Beschlag nehmen, ist gleichzeitig phantasiebeladen als auch horrormäßig erzählt.
„Mörderische Renovierung“ ist eine Spukgeschichte der besonderen Art. Für mich war dieser Roman ein durch und durch ungewöhnliches Leseformat. Es ließ sich auf keinen Fall leicht lesen wegen der ständig wechselnden Arten der Berichterstattung wie u. a. Tagebucheinträge, Protokolle, wissenschaftliche Beiträge, Briefe, Botschaften zum Dechiffrieren, Videos u. v. mehr. Diese wechseln sich fortwährend ab mit der normalen Erzählweise. Ich empfand es als sehr anstrengend, da zudem die Mysterien, die Rätsel kein Ende zu finden scheinen. Erst fast zum Schluss kommt etwas Erhellung in die ganze Geschichte. Trotzdem war die Erzählweise für mich widerspenstig, sehr ungewöhnlich. A. und Niamh sind sehr geduldige, ausdauernde, mit einer großen Wißbegier ausgestattete Charaktere. Ihre persönliche Beziehung zueinander ist mehr als seltsam. Alles dies zusammen faszinierte mich an diesem Buch und schließlich blieb ich dran. Das Ende überraschte mich und ließ mich etwas ratlos zurück.
Mein Fazit:
“Mörderische Renovierung” (Originaltitel: The Supernatural Enhancements)
- übrigens ein Titel, den ich nicht sehr passend finde – ist phantastische Horrorliteratur mit übernatürlicher
Atmosphäre und einigen Ungereimtheiten.
Wer Lovecraft mag, wird auch dieses Buch mögen!

Ich bewerte mit vier von fünf Sternen und empfehle den Roman für alle, die Fantasie gepaart mit Horror mögen.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Gangsterblues

Joe Bausch , Joe Bausch
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 12.10.2018
ISBN 9783957131072
Genre: Sachbücher

Rezension:

          Bisher kannte ich Joe Bauschs charakteristisches Gesicht sowie seine markante Stimme nur aus den Kölner Tatort-Folgen. Dort spielt er seit 1997 den Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth an der Seite von Ballauf und Schenk.
Mit „Gangsterblues – Harte Geschichten“ legte er nun ein Buch vor, indem er aus seinem realen Berufsalltag berichtet. Seit über 30 Jahren behandelt er in der Justizvollzugsanstalt Werl als Gefängnisarzt die Schwerstverbrecher. Man kann sich durchaus einen leichteren Job in diesem Beruf vorstellen. Ich zolle Joe Bausch meine Hochachtung und bewundere ihn für die jahrzehntelange, gesundheitliche Betreuung der Außenseiter unserer Gesellschaft. Wie er selbst betonte, ist seine Arbeit auch nicht ungefährlich.
Ich habe sein Werk nun als Hörbuch erleben dürfen. Die 12 Knastgeschichten liest der Autor auf 6 CDs und in 450 Minuten selbst. Sie wirkten auf mich sehr authentisch. Seine eindringliche Stimme hat ein Timbre, das bei mir Wirkung zeigt. Ich war vom ersten Ton an sofort aufmerksam. Ab und zu hatte ich das Gefühl, dass er die Intonierung nicht an der richtigen Stelle einsetzt. Doch das war für mich für den guten Gesamteindruck nicht weiter von Belang. Ich gewöhnte mich an seine etwas ungewöhnliche Betonung und Modulation der Stimme.
Gleich zu Beginn hat mich die Story um einen zu Unrecht Verurteilten ganz schön mitgenommen. Die Umstände, die den jungen Bankangestellten eines grausamen Mordes an einer jungen Frau beschuldigten und überführten, fand ich skandalös. Letzten Endes war es für den unschuldigen Mann leider dumm gelaufen. Wenn nicht noch ein Wunder geschehen sollte, wird er voraussichtlich sein Leben weiterhin auf unbestimmte Zeit hinter Gittern verbringen. Da hat meiner Meinung nach zuerst die Polizei und dann die Justiz total versagt. Ich finde es einfach fatal, dass es keine Möglichkeit zu geben scheint, auch mal Fehler einzugestehen.
Wie Joe Bausch seine Knastologen und ihre Verbrecherkarrieren
vorstellt, zeigt mir auf eine besondere, beeindruckende Weise, dass er auch diesen Menschen nicht nur als zuständiger Mediziner Beachtung und seine volle Aufmerksamkeit schenkt. D.h. allerdings, wenn sie es wollen! Er legt es nicht darauf an z. B. den Seelenklempner zu geben. Wer seinen Rat oder sein Zuhören benötigt, bekommt das auch.
Ohne jegliche Klischees versteht der Arzt die Verurteilten im Kontext zur Gesellschaft, zu den Normen darzustellen. Er bezieht dabei ihre Sicht auf ihre Tat(en) mit ein, ohne selbst zu werten. Die Taten stehen für sich und wie die Täter sich selbst dazu bekennen. Es wird über Fälle berichtet, die wirklich interessant,  und ausgefallen sind. Sie wirken manchmal sogar absurd. Die harten Geschichten, die Joe Bausch im Laufe der Jahre erfährt, schildert er in einer Weise, die eine Identifikation schwierig machen. Er hat sie wirklich im Knast erlebt. Die Namen und andere Dinge veränderte der Autor, fiktionalisierte sie zum Teil und entwickelte sie weiter. Somit wurde die Privatsphäre der Betroffenen gewährleistet.

Wie schon im Klappentext zu erfahren ist, hat Joe Bausch die besten dieser Geschichten aufgeschrieben. Wahre Geschichten, die unter die Haut gehen.

Für mich war das Hörbuch fünf von fünf Sternen wert und wer ein wenig aus der härtesten Justizvollzugsanstalt Deutschlands erfahren will, dem möchte ich „Gangsterblues“ empfehlen.  


       

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Scarlett (Scarlett 1)

Laurel Remington , Britt Somann-Jung
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551520968
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Scarlett ist der unfreiwillige Star auf dem erfolgreichen Blog ihrer Mutter und sie hasst es. Jetzt kennt jeder ihre peinlichsten Erlebnisse und sie fühlt sich einsamer als je zuvor. Doch dann entdeckt sie in der Küche der alten Rosemary ein handgeschriebenes Kochbuch. Scarlett muss einfach ein Rezept ausprobieren. Und während sie heimlich kocht und backt, Zutaten mischt und Köstlichkeiten kreiert, wird alles ein bisschen besser. Scarlett findet Freundinnen, sie gründet einen geheimen Kochklub und sogar ihre Mum ist nicht mehr ganz so schlimm. Als würde das gemeinsame Essen etwas Unglaubliches bewirken: das Beste und Schönste in den Menschen hervorzubringen. Ob das an der geheimen Zutat liegt?
Ein Buch, das einfach glücklich macht. (Klappentext)

Das englische Jugendbuch bezaubert schon durch das hauptsächlich in verschiedenen Rottönen gehaltene Cover. Es ist sehr lustig gemacht wie da die verschiedenen Zutaten zum Backen und auch andere Dinge aus einem Kesselchen fliegen. Das ganze Buch ist liebevoll gestaltet. Die 40 Kapitelüberschriften sind in Schreibschrift verfaßt und weisen auf den Inhalt hin. Kleine Illustrationen zieren die kurzen Kapitel. Die Hauptperson ist die dreizehnjährige Scarlett. Sie hat Unannehmlichkeiten mit und wegen ihrer Blogger-Mum, weil diese aus den kleinsten „Schussligkeiten“, die ihr passieren, ihren Nutzen zieht. Das arme Mädchen tat mir leid. Ausgerechnet in dem Alter von der eigenen Mutter für alle User nachlesbar bloßgestellt zu werden. Sie erwähnt zwar den Namen ihrer Tochter nicht. Jedoch jeder weiß, wer gemeint ist. Scarlett hat noch eine jüngere Schwester, Kelsie, die aber in der Geschichte nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Aus der Ich-Perspektive erzählt Scarlett von ihrem Alltag in der Schule, von ihrem Kummer, den ihr die Mutter bereitet und wie sie sich am besten „unsichtbar“ machen möchte. Sie will in keinster Weise auf sich aufmerksam machen, damit sie nicht erneut zum „Opfer“, zum ungewollten Blognews-Lieferanten ihrer Mutter wird. Scarlett hat einen regelrechten Horror vor der „Mama-Höhle“. Durch Zufall bekommt sie mit, dass die Nachbarin Mrs. Simpson ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Sie versorgt die Katze der alten Dame und entdeckt deren traumhafte Küche sowie ein handgeschriebenes kleines Rezeptbuch. Darin die Worte:

„Für meine kleine Köchin – mögest du die geheime Zutat finden.“

Es ist schön zu lesen, wie das junge Mädchen erst sich selbst findet und dann Freundinnen, einen Freund, die zu ihr halten. Gemeinsam tun sie Gutes im geheimen Kochclub. Wie es sich für ein Kinderbuch gehört, fügt sich fast alles zum Positiven. Die einzelnen Charaktere wurden durch die Autorin Laurel Remington im Verlauf der Story einer glaubhaften Entwicklung unterzogen. Selbst die übereifrige, Grenzen überschreitende Bloggermutter und der zunächst kaltherzig erscheinende Neffe der alten Dame, der Abgeordnete Emory Kruffs, wurden mir zum Ende hin sympathisch. Am sympathischsten aber sind Scarlett, ein liebes Mädchen mit einem großen Herzen und die bewundernswerte Mrs. Simpson, die ihre Koch- und Backkenntnisse mit großer Begeisterung an die junge Generation weitergibt. Ein Rezept wird als besonderes Schmankerl preisgegeben. Da hätten es schon noch mehr sein dürfen!

Am Ende wird klar, was mit der geheimen Zutat gemeint ist!

Es ist ein Buch, dass sowohl Probleme aufdeckt als auch Wege zeigt, wie man diese bewältigen kann. Ein Buch, dass u. a. Krankheit und sogar den Tod, die Gebrechen des Alters, und Meinungsverschiedenheiten nicht ausspart. Das alles kindgerecht verpackt und teilweise märchenhaft erzählt, kann ich es nur als Lektüre für das angezeigte Lesealter (ab 10 Jahren) empfehlen.

Ich vergebe 4 Sterne!

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(162)

246 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

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Der Angstmann

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der Angstmann" – ein Kriminalroman, der in der schönsten Stadt meiner sächsischen Heimat, in Dresden gegen Kriegsende, spielt.
Es ist Ende November 1944. In einem Bootshaus der Rudergesellschaft Dresden entdecken zwei Jungen eine äußerst grausam zugerichtete Frauenleiche. Kriminalinspektor Max Heller wird zu dem Fall gerufen. Bei ungemütlichem, naßkalten Regenwetter trifft er am Tatort ein. Doch das ist nicht das einzige Übel. Es fehlt an allem in diesen Tagen, nicht nur die Arbeitsmittel zur Untersuchung der Spuren sind knapp oder fehlen gänzlich. Die bedauernswerte Tote wird jedoch bald trotz der widrigen Umstände identifiziert. Klara Bellmann war eine Krankenschwester in der nahen Frauenklinik, geschieden von einem Juden. Lag darin der Grund für ihre Ermordung?
Das Buch interessierte mich schon nach der Leseprobe sehr. Nun hatte ich die Gelegenheit es im Gesamten zu lesen. Es behandelt ein Verbrechen in einer Zeit, in der Dresden schon stark von den Kriegsfolgen gezeichnet war. Die Stadt war zu dem Handlungszeitpunkt schon voller Flüchtlinge aus den Ostgebieten. Nur wenige Wochen später, am 13.02.45 wütete in der schönen Stadt an der Elbe ein Feuersturm. Durch die anglo-amerikanischen Bombenangriffe fanden Tausende Menschen den Tod. Die Stadt wurde in Schutt und Asche gelegt.
Dem Kriminalinspektor Max Heller verbleibt also wenig Zeit den grausamen Mord an der jungen Frau aufzuklären. Von seinem Vorgesetzten kann er keine Unterstützung erwarten. Die öffentliche Ordnung gerät immer schneller außer Kontrolle. Jeder scheint sich selbst der Nächste zu sein. Wird es Max Heller von der Dresdner Polizei gelingen den Täter zur Strecke zu bringen? Findet er noch Verbündete, die ihm hilfreich zur Seite stehen? Und wer ist der ominöse Angstmann? Ist er der Mörder?

Das enorme Ausmaß der geschichtlichen Ereignisse drängt beinahe den Kriminalfall in den Hintergrund. Es gelingt dem Autoren Frank Goldammer jedoch glaubhaft die Geschichte bis kurz nach Kriegsende im Mai 1945 weiterzuführen und schließlich aufzuklären. Er verbindet geschickt die Fäden der fiktiven Verbrechen mit denen der Zeitgeschichte, indem er zum Beispiel seinen Protagonisten Max Heller auch mit dem jungen, sowjetischen Offizier Saizew zusammen agieren läßt. Es gibt aber viele Verwicklungen und Nebenhandlungen, die den Leser vom eigentlichen Geschehen abbringen. Der Täter überraschte mich.

„Der Angstmann“ erregte über die gesamten 336 Seiten meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Geschichte wird spannend mit realem geschichtlichen Hintergrund in atmosphärisch dichter Erzählweise dargeboten.
Max Heller ist ein sympathischer Charakter, der trotz des allgemeinen Chaos pflichtbewußt und ehrlich bleibt. Ihm und seiner Frau möchte ich gern in einer Fortsetzung wieder begegnen.
Das Cover paßt sehr gut zur Handlung. Es zeigt Elemente, wie das Fahrrad, der Schattenriß des Mannes an der bröckligen Wand, die Arzttasche, die alle eine Rolle spielen.
Von mir: 5 Sterne!



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(92)

131 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

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Winterkalt: Thriller

Catherine Shepherd
Buch: 344 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 20.10.2018
ISBN 9783944676210
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Rechtsmedizinerin Julia Schwarz in einer eiskalten Winternacht zu einem Leichenfundort gerufen wird, ist sie zunächst ratlos. Auf einem Platz mitten in der Stadt steht eine kunstvoll angestrahlte Eisskulptur. Aber Julia sieht keine Leiche. Erst ganz dicht vor dem Kunstwerk erkennt sie, dass dort im Eis etwas steckt. Schockiert starrt Julia in das Gesicht einer toten Frau. Sie kann sich nicht erklären, wie das Opfer in das Eis eingeschlossen wurde. Doch nicht nur das. Kriminalkommissar Florian Kessler findet keinen einzigen Zeugen, der beobachtet hat, wie die Eisstatue überhaupt auf den Platz gelangt ist. Zudem muss Julia mit der Obduktion zähneknirschend warten, bis die Leiche aufgetaut ist. Aber noch bevor sie zum Skalpell greifen kann, schlägt der Eiskünstler erneut zu. (Klappentext)

„Winterkalt“ ist der dritte Fall für die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und dem Kriminalkommissar Florian Kessler. Es ist immer wieder erstaunlich, wie einfallsreich in den Thrillern von Catherine Shepherd Menschen um ihr Leben gebracht werden. Dieses Mal sind es junge Frauen, die kunstvoll drapiert in Eis eingefroren und als Skulptur im öffentlichen Raum ausgestellt werden.
Ganz schnell war ich in der Handlung drin. Wie stets bei der Autorin liest sich auch dieser Thriller wie von selbst. Ich flog nur so durch die Seiten. Die 41 kurz gehaltenen Kapitel endeten wiederholt mit einem Cliffhanger. Immer neue Verdächtige werden raffiniert ins Geschehen eingeführt, die die Spannung steigen lassen. Spuren werden gelegt, die sich mehrfach als nicht zielführend erweisen. Beeindruckend war für mich, wie die Autorin wieder viele Details in die Story eingearbeitet hat. Davon dienten viele als Ablenkung, was sich jedoch erst fast zum Ende hin zeigte. Durch die Einblicke in die Welt des Balletts und in die der Eiskünstler ergeben sich Querverbindungen in andere Lebensbereiche. Julia und ihre neue Assistentin Lenja bringen mit ihren waghalsigen, illegalen Aktionen zusätzlich nervenzerreißende Spannung in die Ermittlungen. Julias analytischer Spürsinn läßt sie oft alle Vorsicht vergessen. Ein ums andere Mal kommen sie deshalb in gefährliche Situationen.
Die Suche nach dem psychopathischen Mörder endet schließlich mit der glücklichen Rettung eines der Opfer in letzter Minute und der Festnahme des Eiskünstlers in flagranti.

Die Charaktere sind in ihren Lebens- und Arbeitsbereichen sehr gut, zum Teil bildhaft (Annabell, Philip) herausgearbeitet worden. Man erhält auch einen kleinen Einblick in die kranke Gedankenwelt des Täters. Was der sich so zurechtgelegt hatte, warum er die jungen Frauen in Eisskulpturen verwandeln musste! Einfach unfaßbar! Die Protagonisten Julia und Florian sind in ihrer persönlichen Beziehung vorangekommen. Ihr Verhältnis hat sich stabilisiert. Die neue Mitarbeiterin Julias, die Finnin Lenja scheint eine patente Person zu sein. Sie paßt zu Julia und ihrem Arbeitsstil. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Fall. Wird Julia nach ihrer Beförderung noch Zeit für die Ermittlungsarbeit finden? Ich hoffe sehr, dass es trotzdem weitergeht mit dem smarten Florian und der taffen Rechtsmedizinerin.

„Winterkalt“ hat mich wieder sehr gut unterhalten. Es war eine kurzweilige, spannungsgeladene Lektüre, die ich allen Thrillerfreunden ans Herz legen kann.
Ich vergebe meine Lese-und Kaufempfehlung mit fünf von fünf Sternen!

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Stern des Nordens

D.B. John , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 25.09.2018
ISBN 9783805203326
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von der ersten Seite an fesselte mich D. B. Johns Thriller. Es beginnt im Juni 1998 an einem Inselstrand Südkoreas. Die neunzehnjährige Soo-min und ihr gleichaltriger Freund Jae-hoon verschwinden, ohne Spuren zu hinterlassen.
Es vergehen zwölf Jahre. Der Autor befördert den Leser abwechselnd an drei verschiedene Schauplätze und zu drei sehr unterschiedlichen Protagonisten. Zunächst ist da die frischgebackene CIA-Agentin Jenna Williams aus den USA, die für eine geheimnisvolle Mission nach Nordkorea entsendet wird. In der Zeit ihrer Spionageausbildung entdeckt sie, dass ihre Zwillingsschwester nach Nordkorea entführt wurde. Die beiden anderen Handlungsorte befinden sich in Nordkorea. Der loyale Oberst Cho in Pjöngjang ist ein hoher Parteifunktionär, der die Privilegien in der verbotenen Stadt mit seiner Familie genießen darf. Die Bäuerin Moon indes kämpft in einem Dorf der nordkoreanischen Provinz ums Überleben.
Wie die Handlungsstränge zusammengeführt werden, das ist atemberaubend spannend. Im Prolog, in den 57 Kapiteln von angenehmer Länge und schließlich im Epilog berichtet der Autor über einen Zeitraum von etwa 16 Monaten (Oktober 2010 bis Februar 2012). Er erzählt von Geschehnissen, von denen man glauben mag, dass sie nicht in unserer Welt passieren. Des öfteren geriet ich an meine Grenzen des Verstehens der so unglaublichen Ereignisse. Vor dem Teil 1 ist ein Zitat abgedruckt:
„Die Saat der Klassenfeinde, wer auch immer sie sind, muss bis in die dritte Generation ausgerottet werden.“ (KIM IL-SUNG, im Jahre 1970)
Und danach wird bis zum heutigen Tag gnadenlos gehandelt. Stammbäume werden bis in die dritte Generation zurückverfolgt. Das ist auch Thema dieses Buches und ließ mich ebenfalls fassungslos zurück.
Ich fand die Story sehr aufschlussreich, informativ und vor allem nachvollziehbar in einem angenehmen Schreibstil erzählt. Dazu waren die Hinweise, Erläuterungen des Autors im Anhang sehr hilfreich. Was mir bis zum Ende des Thrillers teilweise als unmöglich, als fiktiv erschien, erklärten die Anmerkungen ausführlich. Sie trugen dazu bei, die Situationen, Vorgänge, Vorgehensweisen in dem abgeschotteten Land, besser zu verstehen. Außerdem bemühte ich die Suchmaschine Google. Es ist vieles im Buch verarbeitet, worüber es sich lohnt, Näheres zu erfahren.
Da ansonsten Nordkorea eher selten Thema ist, war das Buch für mich eine große Bereicherung. „Stern des Nordens“ wird als Thriller ausgewiesen und so sollte die Story um die drei Protagonisten auch bewertet werden. Nicht alles ist bis ins letzte realistisch, aber gerade die grausamsten, brutalsten Szenen der Folterungen, die qualvollen Zustände in den Lagern, die unerträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen eines großen Teils der Bevölkerung, die menschenverachtenden Programme der Regierung, sind es doch. Ein Teil der Handlung ist nichts für zart besaitete Seelen. Entsetzlich, was Menschen in unserer Zeit und auf unserer Erde ertragen und erdulden!
Ein sehr aufwühlender Thriller, der auf Realität basiert. Grausam. Unvorstellbar. Zustände, die es auf dieser Welt nicht mehr geben sollte. Nordkorea ist noch immer ein totalitäres Regime mit großen Widersprüchen. Wie lange noch?
Das Cover zeigt den Zug des Großen Führers (Bestandteil der Handlung), der durch eine schneebedeckte, hier nicht sichtbare Landschaft fährt. Darauf in großen, roten erhabenen Lettern der Autor, der Titel und ein roter Stern. Im Anhang gibt es ein Glossar nordkoreanischer Wörter, die im Buch Erwähnung finden.

Ich bewerte mit fünf von fünf Sternen und spreche für alle Freunde des Politthrillers eine unbedingte Lese-/Kaufempfehlung aus.



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128 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

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Die wundersame Mission des Harry Crane

Jon Cohen , Alexandra Kranefeld
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783458363620
Genre: Romane

Rezension:

Die Handlung des Buches findet vornehmlich in den Wäldern und den Ortschaften der Endless Mountains im Nordosten von Pennsylvania statt.
Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt und beginnt zum einen mit Harry Crane, einem Angestellten der Forstbehörde. Er ist zufrieden mit seinem bescheidenen Leben, da er eine glückliche, aber kinderlose Ehe mit der lebensfrohen Beth führt. Das wichtigste in seinem Leben, das sind seine Frau und die Bäume. Für beide empfindet er eine große, starke Liebe.
Zum anderen sind da die Krankenschwester Amanda Jeffers mit ihrem kräftigen, bärenstarken Mann Dean und der zehnjährigen, lesebegeisterten Tochter Oriana. Sowohl Amanda als auch Harry erleiden fast zur gleichen Zeit den urplötzlichen, schmerzhaften Verlust ihres Ehepartners. - Dann vergeht ein Jahr. - Harrys Schuldgefühle bekommen neue, heftige Nahrung als er eine Abfindung von vier Millionen Dollar erhält für den Unfalltod seiner Frau. Was soll er damit? Seine geliebte Beth bekommt er dadurch nicht zurück. Er geht in den Wald, mit der Absicht sich zu töten. Das Vorhaben mißlingt. Harry macht die Bekanntschaft von Amanda und der kleinen Oriana und richtet sich in ihrem Baumhaus ein. Was für ein phantastischer Zufall. Es ist in einer riesigen Amerikanischen Buche (Fagus grandifolia). Das ist sein Baum, der Baum seiner Kindheit! Ein gutes Omen!

Zu Beginn war das Buch gekennzeichnet von großer Trauer, Verzweiflung und Selbstaufgabe (Harry Crane), Verklärung und Pragmatismus (Oriana und Amanda). Ich finde die Einblicke in die Gefühlswelten der verschiedenen Personen gut erzählt. Daher war ich sehr gespannt wie die Geschichte weitergeht, wie die Personen miteinander harmonieren, wie sie alle weiterhin mit dem entsetzlichen Verlust eines geliebten Menschen umgehen. Warum mich das Buch am Ende doch nicht so gefangen nahm, liegt in der Hauptsache an der weitschweifigen, ausführlichen Erzählweise Jon Cohens. Da gibt es sehr viele Sequenzen in der Geschichte, die hätten gekürzt werden können. Zum Beispiel die Obsession Harrys für Bäume ging mir dann doch zu weit, seine Klettertouren auf über einhundert verschiedene Exemplare musste nicht so detailliert erläutert werden. Immerhin kenne ich nun die Baumarten Pennsylvanias, habe einen tiefgreifenden Einblick in die dortige Flora des Waldes erhalten.
Die märchenhafte und schöne Unbeschwertheit der Erzählung mit der Verflechtung des Buches des alten Grum wird leider immer wieder durch Szenen unterbrochen, die mich in meinem Lesefluss hinderten, die ich als unpassend empfand. Die magische, bezaubernde Atmosphäre, berührende Momente wurden nicht weiter verfolgt. Ich fühlte mich als Leser irgendwie auf Abstand gehalten. Das Buch besticht aber durch einige brillante Einfälle, die dramaturgisch geschickt eingeflochten wurden. Sie werden immer wieder aufgegriffen und weitergeführt. Neben der Geschichte des Grum und der damit verbundenen Phantasiewelt der kleinen Oriana gefielen mir besonders die Gestaltung einiger Nebenfiguren. Die alte Stadtbibliothekarin Olive Perkins und Ronnie, der Loser, wurden zu meinen Lieblingsfiguren. Dagegen waren Stu und Wolf, der Bruder von Harry, etwas überzeichnet. Eben wie im Märchen, der Gegensatz von gut und böse. Die Geschichte schwankt zwischen Jugendbuch und märchenhafter Erzählung für Erwachsene, ohne sich entscheiden zu können. Von allem etwas und doch zu wenig bzw. zuviel. Für mich leider nicht die passende Lektüre.
Zum Schluß fügt sich alles – eben wie im Märchen. Ende gut, alles gut.

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen!

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166 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dennis Lehane wird bescheinigt, ein Meister des Thrillers zu sein. Der vorliegende Roman wird vom Diogenes Verlag als Roman bezeichnet. Für mich war es das erste Buch des hochgelobten Autors. Sein Schreibstil hat mir gefallen, aber die erzählte Story nicht. Ich versuche es zu erläutern. „Der Abgrund in dir“ wurde in drei Teile gegliedert, die für mein Empfinden nicht zusammenpassen. Sie ergeben für mich kein einheitliches Ganzes. In einer Art Prolog erfährt man, dass die Protagonistin Rachel Childs ihren Mann mitten ins Herz schießt. Dann geht es weiter zum
Teil 1 – Rachel im Spiegel 1977 bis 2010
Der Leser wird mit Rachel durch ihre Kindheit mit der dominanten, egozentrischen Mutter geführt, danach auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater mitgenommen. Man erfährt von ihrem totalen Versagen vor laufender Kamera, nachdem sie in Haiti dieses schlimme Chaos nach der Katastrophe erlebte. Sie erleidet ihre erste Panikattacke, der noch viele folgen sollen. Ihr Ehemann Sebastian wendet sich von ihr ab, weil sie nicht mehr die erfolgreiche, vorzeigbare Journalistin ist. Sie trennen sich. Und dann immer wieder Brian. Er scheint es zu spüren, wenn es Rachel schlecht geht und ist wie durch Zauberhand stets zur Stelle...
Teil 2 – Brian 2011 – 2014
Brian und Rachel lernen sich intensiver kennen und heiraten. Trotz seiner Fürsorge verschlimmert sich ihr Zustand. Sie verläßt 18 Monate nicht das Haus, ehe sie es wagt, sich mit einer Freundin zu treffen. Danach geschieht das, was sie dazu bringt, sich mit ihrem Ehemann näher zu beschäftigen. Wer ist dieser Mann? Sie kommt ihm auf die Spur. Am Ende des Teiles 2 sind wir wieder beim Prolog...
Teil 3 – Rachel in der Welt 2014
Rachel wird zu einer Frau, die ich mit den vorangegangenen Teilen nicht in Einklang bringen konnte. Die Geschichte entwickelt sich zu einem Thriller mit für mich unglaubwürdigen Szenen. Auf S. 377 trifft Rachel eine Kugel ins Rückgrat und doch geht es danach munter weiter bis zu einem Ende, dass alles offen läßt...
Da bin ich nun wieder beim gesamten Buch. Mittendrin wollte ich aufhören zu lesen. Selten brauchte ich für ein Buch so lange. Mir fehlte die Struktur, das Gefüge in der Story, der rote Faden, der alles glaubhaft zusammenbringt. Zu viele Handlungsstränge laufen für mich ins Leere, vom Autor werden sie nicht wieder aufgegriffen. Es stellten sich für mich zu viele Fragen, für die ich keine Antwort fand. Meine Interpretationen brachten mich nicht weiter. Einige der Szenen, Zusammenhänge waren für mich nicht logisch. Vor allem im letzten Teil fanden zu viele Inszenierungen mit deutlichen dramaturgischen Schwächen statt. So viel Action auf einmal, so viele Tote! Vielleicht macht sich das in einer Verfilmung sehr gut, aber in einem Buch bin ich da sehr kritisch. Es machte sich bei mir Skepsis breit.

"Der Abgrund in dir" ist ein vielversprechender Titel und setzte bei mir deshalb schon eine gewisse Erwartungshaltung frei. Dem wurde das Buch leider nicht gerecht. Auch durch die unbeteiligte, sehr neutrale Erzählweise und der Draufsicht aufs Geschehen ergriff mich die Geschichte um Rachel nicht. Es war weder eine Liebesgeschichte, die mich berührte, noch ein Thriller, der mich zu packen verstand. Ich werde es nun mit den anderen Büchern von Lehane versuchen.

Ich bewerte mit drei von fünf Sternen.


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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Rezension:

Das Cover zeigt einen imposanten Fachwerkbau mit sehr spitzem Dach. Ganz dicht dahinter befindet sich ein steil aufragender Felsen, von dem das Ende nicht zu sehen ist. Beides, sowohl das Wohnhaus als auch der nackte Berg, unterstützen die Geschichte von Anton Schenk, läßt einen das aufgeschriebene in Teilen nachvollziehen. Das Schillerzitat tut sein Übriges. Auch der Untertitel (T)Raum und Zeit hat seine Berechtigung. Man sollte sich das öfter vergegenwärtigen im Wechsel der Erzählung.
Die Gestaltung der Geschichte verwirrte mich zunächst, aber zunehmend kam ich besser in den Lesefluß. Die handelnden Personen (mit den immer wiederkehrenden gleichen Vornamen Anton) in mehreren Jahrhunderten sind dem Buch vorangestellt. Da musste ich ab und zu mal nachsehen, um wieder im Bilde zu sein.
Der Autor beweist sehr viel Fantasie, die er irgendwie und ohne Frage mit der Hauptperson gleichen Namens gemeinsam besitzt. Das ließ mich fragen, ist das Erzählte zu einem großen Teil autobiographisch? Es ist anzunehmen. Wie Anton Schenk den Leser in die Welt seines Protagonisten einführte, beeindruckte mich. Das Spielen mit den verschiedenen Zeitebenen faszinierte.
Was für mich das Lesen dieses Ebooks schmälerte, war die ungewöhnliche, zum größten Teil fehlende Zeichensetzung (Kommas), einige Fehler in der Groß-/Kleinschreibung und in der Grammatik.
Die Geschichte endet offen und wird sicher in einem nächsten Werk des Autors fortgesetzt.

Ich bewerte die ungewöhnliche Geschichte mit drei von fünf Sternen und empfehle es für Freunde von Fantasie/SciFi.

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

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Rachgier

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426521816
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Rachgier“ ist schon der zehnte Band von Val McDermid um die Ermittler Carol Jordan und Tony Hill. Für mich war es der erste Band aus der Reihe.
Ich fand es gut, dass man zunächst so nach und nach die einzelnen Sonderermittler vom neugegründeten, regionalen Team ReMIT (Regional Major Incident Team) vorgestellt bekam. So viele Namen! Da gab es bei jedem Einzelnen so einige Besonderheiten. Jeder hat so seine Geschichte. Chefin ist Carol Jordan, die ein schweres Alkoholproblem hat. Ihr wurde auf nicht gerade legale, faire Weise der Weg zum neuen Posten geebnet. Diese Tatsache macht ihr im weiteren Verlauf große Probleme und das Unbehagen ist ihr ständiger Begleiter.
Gleich der erste Fall wird zu einer echten Herausforderung für die bunt gewürfelte Truppe. Opfer wurde eine Frau, die ein tadelloses Leben führte und auf grausame Weise umgebracht wurde. Ihr Mörder ist ein Bilderbuch-Psychopath. Der Leser befindet sich zunächst im Vorteil, da er über den Täter und seine Beweggründe zu töten, Informationen erhält. Diese gehen aber nicht so weit, dass man erfährt, wer der Mann ist. Das bleibt lange ein Geheimnis.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der letzte Teil ist zugleich der längste und der intensivste.
In dem Thriller wird recht ausgewogen über den Kriminalfall und über das Privatleben der Figuren berichtet. Ich fand es gut, dass es auch „menschelt“.Die Beziehung zwischen Tony und Carol kann ich nur aufgrund dieses Bandes beurteilen. Ich finde, dass Tony mit ihr sehr rücksichtsvoll und vorsichtig umgeht, seine berufliche Erfahrung als Profiler, als Psychologe mit einbringt. Er behandelt sie wie ein rohes Ei. Das ist meine Empfindung. Beide scheinen sich ihrer besonderen Nähe füreinander durchaus bewußt zu sein. Sie lieben sich sehr.
Das dramatische Ende dieses Buches schockte mich. Damit konnte man überhaupt nicht rechnen. Was für ein Schluß! Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Band, wie Val McDermid diesen „gordischen Knoten“ auflösen will. Sie läßt sich da meiner Meinung nach einige Optionen offen. Oder hat sie sich in eine Sackgasse manövriert? Wird sie die Reihe weiterführen oder war das jetzt das Ende? Da fehlen mir nun vielleicht die Vorkenntnisse? Jedenfalls ließ sich dieser Thriller für sich gut lesen. Val McDermid verfügt über einen angenehmen, eindrucksvollen Schreibstil, der ohne Ausschmückung der Gewaltszenen auskommt.

Ich bin jedenfalls mit „Rachgier“ gut unterhalten worden und freue mich auf die nächste Folge bzw. auf das nächste neue Buch der Autorin. Meine Bewertung: fünf von fünf Sternen!

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128 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

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Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

Rezension:

Neschwitz, so heißt der Ort der Handlung und befindet sich nordwestlich von Bautzen in der sächsischen Oberlausitz. Es ist auch das Siedlungsgebiet der Sorben, auch Wenden genannt, die im Buch eine Rolle spielen. Die Landeshauptstadt Dresden ist ca. 60 km entfernt.
Mir fiel es sehr leicht in das Buch hineinzukommen. Für mich besticht es durch seine bündige, ab und zu verknappte, präzise Sprache. Der sehr junge Autor (Jahrgang 1994) erzählt aus der Draufsicht, wertet nicht, läßt seine Worte wirken. Seine Schilderungen sind detailreich und erzeugten bei mir eine bedrückende Atmosphäre. Für mich stand vieles zwischen den Zeilen. Die Thematik beschäftigte mich weiter, wenn ich das Buch aus der Hand gelegt hatte. Ich vermute, dass Lukas Rietzschel eine Menge von seinem eigenen Erleben mit in den Roman eingebracht hat, da sein Geburtsort in der Nähe von Neschwitz liegt.
Der Roman ist in drei Teile/Bücher gegliedert: Buch 1 - die Jahre von 2000 - 2004, Buch 2 - 2004 bis 2006, Buch 3 - 2013 bis 2015. Die Handlung erstreckt sich also über 15 Jahre.
Es beginnt mit dem Hausbau der Familie Zschornack, elf Jahre nach der Wende. Der Vater ist von Beruf Elektriker, die Mutter Krankenschwester. Sie haben zwei Söhne, beide in den 90er Jahren geboren. Philipp ist der Ältere und Tobias, genannt Tobi, ungefähr im gleichen Alter wie der Autor. Alles scheint zunächst in Ordnung zu sein. Aber unter der Oberfläche eines normalen Alltags brodelt es gewaltig. Recht bald empfand ich die Tristesse, die Langeweile, die aus fast jeder Zeile spricht. Mich berührte sehr unangenehm die Sprach-, ja irgendwie Teilnahmslosigkeit der Erwachsenen. Die Großeltern und Eltern der Jungen hätte ich schütteln mögen. Warum werden die Fragen der Kinder nicht beantwortet? Das Umfeld wirkt wie erstarrt und es erfolgt kein normaler, geschweige altersgerechter Umgang mit den Kindern, weder zu Hause noch in der Schule. Philipp und Tobias erhalten keine Antworten auf ihre Fragen, ihre Probleme. Nicht zum Zustand des Nachbarn Uwe, nicht zu den rußgeschwärzten Wänden des Ausländerwohnblocks in Hoyerswerda, keine Erklärungen zu Wörtern, die als Schimpfworte benutzt werden wie „Jude“, „Judensau“. Hakenkreuzschmierereien werden vor der Schule zugehangen von einer Lehrerin! Es wird viel zu viel totgeschwiegen, ignoriert, unangenehme Situationen werden vermieden, man geht ihnen aus dem Weg, klärende Gespräche finden nicht statt, geschweige denn ein vernünftiger Meinungsaustausch. Vorherrschend sind Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit, Desinteresse, Verharmlosung.
Lukas Rietzschel zeigt in „Mit der Faust in die Welt schlagen“ anhand der Heranwachsenden und jungen Erwachsenen in dem kleinen Lausitzort eine brandaktuelle Situation auf. Er beleuchtet mögliche Ursachen für den zunächst latenten und dann immer offener werdenden Rassismus. Er bringt jede Menge Erklärungsversuche für die Radikalisierung einer Gruppe von Jugendlichen, darunter die Brüder Tobias und Philipp Zschornack. Ihr „Anführer“ heißt Menzel, ein junger Erwachsener, ein Neonazi. Tobias läßt sich von ihm immer mehr beeinflussen, während es Philipp zum Ende hin gelingt, sich von Menzel zu lösen.
Ich fragte mich wiederholt: Woher kommt die unbändige Wut auf alles Fremde? Warum geht man auf die Sorben los, die schon ewig dort leben? Wie kommt ein junger Mann wie Tobias zu einer so unglaublichen Aussage:

„Es braucht mal wieder einen richtigen Krieg.“ S. 294

Meiner Meinung nach fühlt er sich von allen verlassen und gerät immer mehr in den Sog der Gewalt mit rohen, zerstörerischen Handlungen gegen Menschen und Sachen. Wer oder was kann Tobias noch stoppen? Das läßt der Roman offen.
Ein Roman kann nur bedingt die Wirklichkeit abbilden. Aber ich verstehe das Werk Rietzschels als Mahnung, als Aufforderung hinzuschauen. Dringendst notwendig erachte ich, dass in den Schulen mehr deutsche Geschichte gelehrt wird, vor allem die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg! Da hat unsere Jugend Nachholbedarf und große Defizite!

Das Titelbild des Buches ist durch das blaue Kreuz über das gesamte Cover sehr auffällig. Dahinter befindet sich ein Landschaftsgemälde (Hügel mit Bruchacker bei Dresden )– ein Bild vom bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, um 1824 gemalt. Ich finde die Gestaltung sehr gut gewählt. Sie unterstützt den Inhalt des Buches, soll heißen, dass es keine Spur von Romantik, Poesie, Edelmenschentum mehr gibt. Auch das läßt viel Spielraum für Diskussionen.

Ich bin begeistert von dem reifen Werk, das Debüt!!!! des 24jährigen Lukas Rietzschel und bewerte es mit fünf von fünf Sternen. Meine Empfehlung gilt für alle!


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93 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

Rezension:

Nun kann der Schauspieler auch noch schreiben! Mir gefiel Christian Berkels Debütroman außerordentlich. Er hat eine wahre, schriftstellerische Begabung!
In „Der Apfelbaum“ beschreibt er ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte anhand der ungewöhnlichen Liebe seiner Eltern in der Zeit der Nationalsozialisten. Diese aufregende Story der Beiden bildet den Kern des Buches.
Die außergewöhnliche Handlung beginnt in Berlin im Jahre 1932. Sala und Otto verlieben sich Knall auf Fall ineinander bei einer sehr bizarren Situation. Zu dem Zeitpunkt ist sie zarte 13 und er erst 17 Jahre alt. Sie stammen aus vollkommen unterschiedlichen Welten – Otto ist ein typisches Arbeiterkind mit Berliner Schnauze, Sala hat einen intellektuellen, jüdischen Hintergrund.
Christian Berkel gelingt ein tiefes Eintauchen in die Persönlichkeiten, besonders von Sala und Otto. Hier zeigt sich, dass sich der Autor äußerst gründlich mit seiner Familiengeschichte beschäftigt hat. Seine Recherchen müssen außerordentlich zeitaufwendig gewesen sein. Beide Eltern werden von ihm durchdringend analysiert und mit konkreten, fassbaren, substantiellen Charaktereigenschaften versehen. Seine Mutter Sala und die eigenwillige, distanziert wirkende Großmutter Iza, die Jüdin ist, stellt er als starke Frauen dar. Sala wächst sehr unkonventionell beim Vater auf, da Iza sie beide für einen anderen Mann verläßt. Der Vater, ein feinsinniger gebildeter Mann, sexuell nicht auf ein Geschlecht festgelegt, läßt dem Mädchen viele Freiheiten. Sala leidet unter der scheinbaren Gefühlskälte ihrer Mutter. Sie gibt ihr außerdem u. a. die Schuld an ihrer Orientierungslosigkeit, an ihrer Unwissenheit, was das Judentum betrifft. Sie fühlt sich als Deutsche und muss trotzdem die Repressalien der Nazis erleiden. Durch Umwege über Frankreich, wo sie bei Verwandten lebt, gerät sie doch in die Fänge des Systems. Sie wird in einem Lager in der französichen Ortschaft Gurs (Pyrenäen) interniert, übersteht Hunger, unsägliche unhygienische Zustände und entkommt durch Glück der Deportation nach Auschwitz. Es ist sehr spannend wie sich ihr weiterer Weg gestaltet. Otto hingegen zieht als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg, gerät in russische Kriegsgefangenschaft, wo auch er unfaßbare Dinge erleben und überleben muss. Erst 1950 kehrt er zurück ins zerstörte Berlin. Die beiden Liebenden müssen noch manche Hürde überwinden, bis sie sich endlich wieder in die Arme schließen können. -
Über 48 Kapitel wechselt der auktoriale Schreibstil mit Abschnitten, die in der Ich-Form geschrieben wurden. Diese abwechselnde Erzählweise brachte mich anfänglich leicht aus dem Takt des Leseflusses. Das ist meine einzigste, leichte Kritik am Buch. Eventuell wären passende Überschriften hilfreich gewesen, mit dem Wechsel der Zeitebenen besser zurecht zu kommen. Die Ich-Perspektive berichtet aus der Gegenwart und der Autor tritt als Interviewer seiner betagten, leicht vergeßlichen Mutter in Erscheinung.
Mich beeindruckte sehr die gewandte, detaillierte, wohlformulierte Sprache des Autors, die mich vergessen ließ, dass dies sein erster Roman ist. Dialoge entwickelten oft eine eigene Dynamik und wirkten nicht erdacht. Die autobiografischen Elemente wurden geschickt mit fiktionalen Handlungsebenen verwoben. Spannungsreich und sehr souverän erzählt er die Geschichte seiner Familie über drei Generationen von Ascona (Künstlerkolonie), Berlin, Paris, Lager in Gurs, Leipzig, Rußland bis nach Argentinien. Gerne würde ich noch ein Buch über diese Familie lesen. Vielleicht ein weiterer Roman, in dem Christian Berkels Großeltern die Hauptrollen einnehmen? Beide, der Großvater Johannes Nohl und die Großmutter Iza-Gustava Gabriele Prussak, lebten ein sehr ungewöhnliches Leben.

Chapeau, Christian Berkel! Ich empfehle dieses Buch sehr gern mit der Höchstbewertung!


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150 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 83 Rezensionen

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Deutsches Haus

Annette Hess
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 21.09.2018
ISBN 9783550050244
Genre: Romane

Rezension:

»Dieser Roman kommt genau zur richtigen Zeit.« Iris Berben

Die vielfach ausgezeichnete Annette Hess legt mit „Deutsches Haus“ ihren ersten Roman vor, der am 21.09.2018 im Ullstein-Verlag erschien. Sie ist vornehmlich als Drehbuchautorin tätig. Sehr erfolgreich liefen die Serien "Weissensee", "Ku'damm 56" und Ku`damm 59“ im Fernsehen, in denen Nachkriegsdeutschland schon das Thema war. Im Roman "Deutsches Haus" widmet sich die Autorin der westdeutschen Vergangenheitsbewältigung.
Die überwiegende Handlung spielt in Frankfurt im Jahr 1963. Der erste Auschwitz-Prozess wird vorbereitet. Durch einen Zufall kommt die junge Eva Bruhns, eine gelernte Dolmetscherin, Übersetzerin für die polnische Sprache, zu der verantwortungsvollen Aufgabe, Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihren Eltern, Inhaber einer Speisegaststätte, und ihrem Verlobten ist das gar nicht recht. Doch sie widersetzt sich und bringt damit ihre Zukunft mit dem reichen Versandhausbesitzer Jürgen Schoormann ins Wanken. Je tiefer Eva in die Materie der Gerichtsverhandlungen eindringt, je mehr sie von den Gräueltaten der Angeklagten erfährt, umso mehr nimmt sie wahr, wie sie sich an lange zurückliegende Ereignisse erinnert, an ihre frühe Kindheit...
In vier Teilen ohne Kapiteleinteilung, aber mit deutlich abgegrenzten Leseabschnitten wird anschaulich und detailreich das Leben in der Bundesrepublik in den 60ern erzählt. Es wird hinter die Fassaden der anscheinend so heilen, intakten Welt geschaut. Es ist die Zeit des Wirtschaftsaufschwungs und 18 Jahre nach dem Ende des Krieges wollen viele nichts mehr von der Zeit vor 45 wissen. Eva, die durch ihren Geburtsjahrgang (1939) eigentlich gar nichts wissen kann, bekommt von einem jungen Mann (David Miller), der für die Staatsanwaltschaft in dem Auschwitzprozess arbeitet, ihr „Fett“ weg.

„Ihr seid alle so ignorant...Für euch kamen ´33 die kleinen braunen Männchen in einem Raumschiff und landeten in Deutschland,...´45 haben sie sich dann wieder verzogen, nachdem sie euch armen Deutschen diesen Faschismus aufgezwungen hatten.“ [S. 33]

„Sie sind eins von diesen Millionen dummen Fräuleins.“ [S. 34]

Mich beeindruckt bei dem Roman die Authenzität, die Emotionalität. Es gibt viele erschreckende Momente, die mich tief erschüttert haben. Hier bemerkte ich deutlich das Handwerkszeug der Drehbuchautorin. Die Bilder stellten sich wie von selbst ein.
Annette Hess ist es hervorragend gelungen, in ihrer sorgsam eindringlichen, detailgetreuen Darstellung der Ereignisse im Gerichtsprozeß, im Umgang mit den Angeklagten und Zeugen, in den Lebensumständen der Familien Bruhns und Schoormann, die Brisanz darzustellen. Die Älteren schleppen ihre schlimmen Erinnerungen mit sich, die einerseits verdrängt (die Eltern Bruhns) und anderseits als Teil des Krankheitsbildes (Walter Schoormann) immer wieder gegenwärtig werden.
Das Buch besticht durch seine lebendige Erzählung. Die Ausdrucksweise und Lebensart ist originalgetreu wie in den 60ern. Mit „Evas Ungehorsam“ wird auch die Rolle der Frau in dieser Zeit thematisiert. Die Sprache der Autorin empfand ich oft als bildhaft und ausdrucksstark („Der Hellblonde“, „Die Bestie“, „Schimpansengesicht“). Vielleicht hätte es die Figur der Kinderkrankenschwester Annegret (die ältere Schwester Evas) nicht unbedingt bedurft. Dieser Charakter ist sehr problembeladen und verdichtet nochmals das ohnehin sehr emotional packende Thema der Massenvernichtung von Menschen. Ja, und was aus David Miller geworden ist, hätte ich gern noch erfahren! Sein Schicksal bleibt ungeklärt.
„Deutsches Haus“ empfinde ich als gelungenes Romandebüt. Es ist ein Buch, das die Fragen der persönlichen und der kollektiven Schuld thematisiert. Ein Buch gegen die Verdrängung, gegen das Vergessen der größten Massenmorde in der Geschichte der Menschheit. Ein Buch gegen die Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Von mir gibt es fünf von fünf Sternen und eine bedingungslose Kauf-/Leseempfehlung.

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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Die Tote und der Polizist

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.08.2018
ISBN 9783352009167
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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49 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

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Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste

Philipp Schwenke
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462051070
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt einen wesentlichen Grund, warum ich das Erstlingswerk von Philipp Schwenke unbedingt lesen wollte. Ich bin gebürtige Sächsin und im zarten Alter von 10 Jahren machte ich die erste Bekanntschaft mit den Büchern Karl Mays in seinem Geburtsort Hohenstein-Ernstthal, unweit seines Geburtshauses. Durch meine Verwandten, die in dem Ort wohnten, erfuhr ich damals schon sehr viel über den berühmten Schriftsteller, den sie einen ziemlichen „Hallodri“ und „Hochstapler“ nannten. Warum, das konnte ich damals nicht verstehen, denn ich fand seine Geschichten außerordentlich unterhaltsam.
Das Buch beginnt mit dem Jahr 1862 mit einer Verhandlung in einem Chemnitzer Gericht. Karl May muss sich wegen eines geringen Vergehens verantworten und wird mit Zuchthaus bestraft. Der Prolog endet mit dem bemerkenswerten Satz:
„Noch ehe er 21 Jahre zählte, war Karl Mays Leben vorüber.“
Der Autor stellt dieses einschneidende Erlebnis der drastischen, maßlos übertriebenen Bestrafung nochmal zur Disposition in einer Beichte Karl Mays Richard Plöhn gegenüber. Sein bester Freund befragt ihn wegen dem Wahrheitsgehalt seiner Werke und May antwortet u. a.:
„Es bildete sich bei mir das Bewußtsein heraus, dass ich kein Ganzes mehr sei. Stattdessen gab es in mir verschiedene handelnde Personen, die sich bald gar nicht, bald aber auch sehr genau voneinander unterschieden.“ S. 492
Im wesentlichen beschreibt „Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste“ die Jahre 1899 bis 1902. Die Orte der Handlung wechseln ständig. Sie zeigen einen Karl May, der mit seinen Werken einen Riesenerfolg hatte, aber den ersten Stimmen begegnen will, die ihn als einen Phantasten, als Lügner, als Spinner beschimpfen. „Der größte Abenteurer des Deutschen Reichs“ (S. 47) ist bereits 57 Jahre alt, als er beschließt seine erste, tatsächliche Reise in ferne Länder zu bestreiten und wird dabei recht bald mit seinen eigenen Illusionen in höchst unangenehmer Art und Weise konfrontiert.
„Die Wirklichkeit aber, sie hatte zu flimmern begonnen. ...in dem Irrsinn, mit dem man ihn liebt, entgleitet Karl sich selbst.“ S. 99
Seine wirkliche Orientreise ist erneut von erdachten Situationen, gepaart mit einer nicht wirklich existierenden Person, durchdrungen. Der Mann mit der „Schmetterfaust“ bringt sich mit seinen Flunkereien und Phantastereien sehr oft und vollkommen unnötig in teils arge Schwierigkeiten und Bedrängnis. Er verstrickt sich immer mehr in seine eigene, abstruse Wirklichkeit und gerät mehr und mehr unter physischen und psychischen Druck. Wie Karl May damit, dazu mit den heftigen Angriffen der Nachrichtenblätter aus der Heimat während seiner Reise, und noch mit privaten Problemen fertig wird, davon erzählt Philipp Schwenke in seinem Roman sehr gekonnt und abwechslungsreich. Mir gefällt es sehr, wie sich der Autor auch in der schwülstig, geschraubten Sprache des „Old Shatterhand“, „Kara Ben Nemsi“ ausdrückt.

Karl May ist ein sehr dankbares Thema für einen Roman. Er war ein Schriftsteller, der es mit der Wahrheit nie so genau nahm, der vermutlich auch im privaten Umfeld unter einer verzerrten Wahrnehmung litt. Hier beziehe ich mich hauptsächlich auf sein Verhältnis zu seiner ersten Ehefrau Emma sowie auch zu der Beziehung zu Klara Plöhn, die maßgeblichen Einfluß auf ihn hatte. Philipp Schwenke hielt sich an die authentischen Gegebenheiten (dazu gibt es viele Quellen), um Karl Mays Leben darzustellen. Er läßt dem Leser weiten Raum zu Spekulationen.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen, aber es war mir teilweise zu weitschweifig. Ca. 200 Seiten weniger hätten es auch getan.
Informativ sind die Karte im Innenteil vorn und das Foto der Ehepaare May und Plöhn im hinteren Teil des Buches.

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen. Ich vergebe meine Empfehlung für alle Freunde des historischen Romans und Karl Mays.


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Mexikoring

Simone Buchholz
Flexibler Einband: 247 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518468944
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zuerst habe ich mal gegoogelt, was der Titel „Mexikoring“ zu bedeuten hat. Es ist eine Adresse im Hamburger Stadtteil Winterhude, im Norden der Hansestadt.
Zum Inhalt:
Chastity Riley, die Staatsanwältin mit amerikanischen Wurzeln, wird am frühen Morgen in die triste Bürohochhauslandschaft im Hamburger Norden gerufen. Dort auf einem Parkplatz hat ein Auto gebrannt. Das ist durchaus nichts Neues, aber in dem Wagen saß noch ein Mensch. Nouri Saroukhan lebte noch als die Rettungskräfte eintreffen, aber wenig später verstirbt er im Krankenhaus. Warum gelang es ihm nicht, sich zu retten? Wollte der junge Mann sterben? War es Selbstmord oder Mord? Die Ermittlungen werden sofort aufgenommen und führen die Kriminalisten zu einem in sich abgeschotteten Familienclan nach Bremen, der inzwischen seine kriminellen Strukturen weit in Deutschland ausgebreitet hat. Wird es der Kripo und der Staatsanwältin gelingen in dieses Gefüge, in diese so ganz andere Welt, einer Parallelwelt einzudringen? Werden sie das Geschehen aufklären können?
Brennende Autos werden immer wieder thematisiert im Buch. Die Städte, wo das passiert werden genannt. In Deutschland. In New York. In Afrika. Rund um den Erdball. Warum nur diese sinnlose Gewalt? In dem Roman wird sehr viel geraucht, Kaffee und immer wieder Alkohol getrunken. Die durchaus taffe und trinkfeste Staatsanwältin sowie die meisten der Kriminalisten sind vom Leben gezeichnet, kaum einer hat wirklich ein normales, bodenständiges Leben. Sex statt Liebe. Warum? Haben sie alle Angst, eine wirkliche stabile Beziehung einzugehen? Erkennen sie ihre Ohnmacht gegenüber den kriminellen Machenschaften?
Meine Meinung:
Das Buch mit seinen knapp 250 Seiten hatte ich schnell und mit wachsendem Interesse gelesen. Mich überzeugte der lässige, lakonische, knappe, aber aussagekräftige Sprachstil von Simone Buchholz. Ihre Sprache hat durchaus auch ein wenig Poesie, ein wenig Witz. Das beweist sie schon zu Beginn auf Seite 11 gleich zweimal:

„Die Straßen sind Schluchten, und obwohl hier und da immer mal wieder ein einsamer Baum oder eine tapfere Grünfläche gepflanzt worden sind, ist das kein Ort für welche Art von Leben auch immer.“ Und:

„Der warme Wind wirbelt eine Plastiktüte durch die Luft, eine zweite fliegt hinterher. Vielleicht sind Plastiktüten ja irgendwann die besseren Möwen.“

Die Kapitel sind sehr kurz und mit markanten Überschriften versehen. „Mexikoring“ war für mich der Einsteigerkrimi in das Werk der Autorin. Ich werde nun auch die anderen Bücher von ihr lesen. Das erste Mal wurde ich mit den Mhallamiye, sprich Mchallami, konfrontiert und erhielt einen kleinen Einblick in deren extrem machohafte, frauenfeindliche, menschenverachtende Welt. Inwieweit hier Klischees bedient werden, kann ich nicht beurteilen. Es scheint auf alle Fälle ein Mikrokosmos zu sein, der in den weitverzweigten Familien reibungslos funktioniert. Ich habe mich im Internet kundig gemacht über die Herkunft dieser Menschen. Es gibt mir sehr zu denken, dass man sie in Deutschland gewähren ließ und ihrem Treiben weitgehend tatenlos zuschaut. Das Ende des Buches und die Auflösung des Falles war dann dennoch überraschend und anders als von mir angenommen.
Das Titelbild empfinde ich mit der Telefonzelle als friedliches, harmloses Motiv, ein Relikt aus der handylosen Zeit, im Gegensatz zum Inhalt. Den Krimi selbst nehme ich als Warnung, als Mahnung wahr, endlich durchzugreifen gegen diese Clans!

Ich vergebe gern meine Empfehlung, vor allem für Krimifreunde, und bewerte mit fünf von fünf Sternen.

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311 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 150 Rezensionen

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Der Schatten

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 23.07.2018
ISBN 9783442757527
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Schatten“ ist für mich nach „Die Wahrheit“ das zweite Buch von Melanie Raabe und ich schicke voraus, dass mich die Story wieder überzeugt hat. Es liegt Unheimliches, Gefährliches, Drohendes von Beginn an in den Zeilen.

Der Leser wird nach dem düsteren Prolog mit einer noch unheilschwangeren Situation konfrontiert. Die Protagonistin Norah Richter, Mitte Dreißig, verläßt Hals über Kopf ihre Heimatstadt Berlin, den Freund Alex und den Hund nach einer angeblichen Katastrophe. Ihre Gründe dafür konnte ich leider nicht nachvollziehen. Sie sind wahrscheinlich in ihrem Charakter zu suchen. Die Journalistin zieht nach Wien. Kaum dort angekommen, passieren merkwürdige Dinge. Schon nach der ersten Nacht in ihrer Wiener Wohnung begegnet sie im Treppenhaus einer jungen Frau, von der sie glaubt, sie sei ein Geist. Diese Ähnlichkeit mit ihrer verstorbenen, besten Freundin Valerie! Als nächstes hat sie in der Wiener Fußgängerzone ein beunruhigendes Erlebnis mit einer auffälligen Bettlerin, die ihr prophezeit:
„Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus freien Stücken. Und mit gutem Grund.“
Sie findet es im Moment nicht bedrohlich, aber nach und nach beschäftigt sie sich intensiver mit dieser Aussage und wird fündig. Wird sie wirklich zur Mörderin?

Über die gesamte Story fühlte ich wie die Hauptperson Norah. Ich empfand mit. Es war für mich sehr verwirrend, irgendwie mysteriös! Ständig schwebte über dem Geschehen diese unterschwellige Bedrohung, eine beklemmende Atmosphäre, die sich auch auf mich übertrug. Es gab etliche Wiederholungen bei Norahs Tagesablauf, ihrem Gemütszustand, ihren Handlungen. Sie drehte sich im Kreis. Was hatte es mit der „Weissagung“ der großen, obdachlosen Frau auf sich? Wer wollte unbedingt, dass sie diesen Arthur Grimm tötet? Welches Motiv steckte dahinter? Und was hatte die vor langer Zeit verstorbene Valerie damit zu tun? Es geschehen rätselhafte Dinge um Norah herum. Norah hört Geräusche, riecht Pfeifentabak, doch niemand ist zu sehen. Sie fühlt sich beobachtet. Es verschwinden Dinge aus ihrer Wohnung, andererseits finden sich welche an. Ein Fremder, der sich als ihr Freund bezeichnet, sendet merkwürdige SMS-Botschaften. Die Freunde Tanja, Max und Paul wenden sich von ihr ab. Als Leser war ich hin- und hergerissen. Bildet sich Norah das alles nur ein? Oder ist es so, wie es beschrieben wird? Sind es tatsächliche Wahrnehmungen, Feststellungen, Ahnungen von Norah oder handelt es sich vielleicht doch um Halluzinationen. Bis ins letzte Drittel des Buches war ich im Unklaren. Wie die Autorin die Geschichte auflöst, und als Stilmittel dann in die Ich-Perspektive (Norah) wechselt, finde ich meisterhaft. Eine Wendung in der Geschichte, die ich zwar ahnte, aber mich dennoch erstaunte. Die Hauptperson ist und bleibt Norah. Sie wurde gut dargestellt, eine taffe, mutige, aber zugleich auch unsichere, zweifelnde Persönlichkeit. Die Nebenfiguren bleiben weitgehend im Hintergrund, aber wurden von der Autorin mit akribischer Sorgfalt mit positiven wie negativen Eigenschaften ausgestattet.
Melanie Raabe versteht es von Anfang an, mit ihrem angenehmen Schreibstil zu fesseln. Sie weiß wunderbar zu formulieren. Mich beeindruckte ihre bildhafte Sprache. Dadurch wurden Stimmungen erzeugt, die Suggestionen, Manipulationen noch befeuern.

Cover und Titel sind gut gewählt. Tote Vögel gibt es jede Menge im Buch und werden auch in der Prophezeiung der Bettlerin erwähnt:
„Blumen welken...Uhren bleiben stehen. Die Vögel fallen tot vom Himmel.“

"Der Schatten" kann ich empfehlen, vor allem für Leser, die Psychothriller lieben. Ich vergebe die höchste Bewertung. Fünf von fünf geheimnisvollen Sternen!

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Die Jawa-Bande

Eveline Schulze
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Das Neue Berlin Imprint von Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH, 18.07.2018
ISBN 9783360013354
Genre: Krimi und Thriller

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