Herbstrose

Herbstroses Bibliothek

467 Bücher, 320 Rezensionen

Zu Herbstroses Profil
Filtern nach
467 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

25 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

sklaverei, asante, yaa gyasi, ghana, südstaaten

Heimkehren

Yaa Gyasi , Anette Grube
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198381
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

frankreich, paris, kindheit in den 50er, selbstmord, armut

Das Lächeln meiner Mutter

Delphine de Vigan , Doris Heinemann , Delphine de Vigan
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.11.2014
ISBN 9783426304129
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

gedächtnisverlust, thriller, siegfried langer, verbrechen, mord

Aus dem Koma

Siegfried Langer
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.06.2017
ISBN 9781521531877
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

amsterdam, hobby-ermittlerin, leid, wahnsinn, galgen

Dunkle Flut

Isa Maron , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 04.07.2016
ISBN 9783832163570
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

bankräuber, gefängnis, verbrechen, wirtschaft, liebe

Knapp am Herz vorbei

J.R. Moehringer , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.04.2014
ISBN 9783596195831
Genre: Romane

Rezension:


New York, Weihnachten 1969. Nachdem er die letzten siebzehn Jahre im Attica State Prison inhaftiert war, wird Willie Sutton vorzeitig entlassen. Sein halbes Leben verbrachte er wegen diverser Bankeinbrüche hinter Gittern, jetzt ist er 68 Jahre alt, krank und hinfällig. Für ein Exklusivinterview, das seine Anwältin für eine New Yorker Zeitung vereinbart hatte, ist er nun einen Tag lang mit dem Reporter „Schreiber“ und dessen Fotografen „Knipser“ unterwegs. Kreuz und quer fahren sie mit ihm durch das verschneite New York, wo sie chronologisch die Stationen seines früheren Lebens aufsuchen. Und Willie erinnert sich …

Der Autor J. R. (John Joseph) Moehringer wurde 1964 in New York City geboren. Nach seinem Studium an der Yale University arbeitet er als Reporter und Korrespondent für namhafte amerikanische Zeitungen. 2002 wurde er mit dem Pulitzer-Preis für Fachliteratur ausgezeichnet. 2005 schrieb er seinen ersten autobiographischen Roman „Tender Bar“, 2009 verfasste er zusammen mit Andre Agassi dessen Autobiographie „Open“. Die Originalausgabe des vorliegenden, teils biographischen, Romans erschien 2012 unter dem Titel „Sutton“. Titel und Cover der deutschsprachigen Ausgabe sind meiner Meinung nach völlig undpassend und nicht nur knapp, sondern weit am Inhalt vorbei.

Wie Moehringer bereits zu Anfang des Buches bemerkt, handelt es sich bei „Knapp am Herz vorbei“ nicht um eine reine Biographie, jedoch stimmt vieles aus Suttons Leben und einiges könnte so gewesen sein. Sutton lässt an diesem Weihnachtstag 1969, als er mit dem Reporter und dem Fotografen in New York unterwegs ist, seine Vergangenheit Revue passieren, und der Leser ist bei den wichtigsten Stationen seines Lebens dabei: Als Kind irischer Einwanderer wurde er 1901 in Brooklyn geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, erlebte als Jugendlicher die Depression, fand keinen Job und lernte schon früh seine große Liebe Bess kennen. Es sind harte Zeiten, er möchte seinem Mädchen etwas bieten, aber Geld ist kaum vorhanden. So erfolgt dann zwangsläufig der erste Einbruch, die erste Verhaftung, die erste Gefängnisstrafe, der erste Ausbruch – eine Gangsterkarriere nahm seinen Lauf. Da seine Raubzüge stets gewaltlos abliefen, hatte er bald die Sympathien einer breiten Bevölkerungsschicht und erlangte eine fragwürdige Berühmtheit – er wurde zu einem amerikanischen „Hero“.

Auch der Autor war von Sutton fasziniert, seit er ein kleiner Junge war, er sah in ihm, laut eigener Aussage, einen modernen Robin Hood. Und auch ich bin beeindruckt, begeistert vom Schreibstil Moehringers, von seinen kurzen knappen, teils abgehackten Sätzen, die so gut zu der Geschichte passen. Kein Wort zu viel, trotzdem sehr eindringlich und berührend. Dass bei wörtlicher Rede die Kennzeichnung fehlt, merkt man alsbald nicht mehr. Aber man merkt, wie man von Sutton und dessen Lebenslauf gefesselt wird und wie man von diesem „Gentleman-Bankräuber“, der die Literatur liebt und gerne philosophiert, fasziniert ist. Man hofft für Sutton, dass alles gut ausgeht und ist erschüttert über die damaligen brutalen Methoden der amerikanischen Polizei und des Strafvollzugs, an denen sich bis heute wohl nicht viel geändert haben dürfte. Auch die Situation der New Yorker Bevölkerung, die während der Depression und Prohibition verzweifelt nach Arbeit und Auskommen sucht, wird eindringlich beschrieben und regt zum nachdenken an.

Fazit: Eine überaus interessante und informative „halbwahre“ Biographie über einen ungewöhnlichen Menschen seiner Zeit.

Die „echte“ Biographie über Willie Sutton ist im Internet auf der Website des FBI nachzulesen: https://www.fbi.gov/history/famous-cases/willie-sutton

  (91)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(708)

1.383 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 48 Rezensionen

klassiker, liebe, roman, tochter, inzest

Homo faber

Max Frisch
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.03.1977
ISBN 9783518368541
Genre: Klassiker

Rezension:


Der 50jährige Ingenieur Walter Faber ist ein durch und durch rationaler Mensch, ein emotionsloser Individualist. Er glaubt nicht an Schicksal und Fügung, für ihn besteht das Leben aus planbarer Wahrscheinlichkeit und berechenbarem Zufall. Doch mit einem Flug von New York nach Mexiko beginnt eine Fülle von Ereignissen, die Fabers bisherige Weltanschauung ins Wanken bringt und ihn sogar veranlasst, einen „Rechenschaftsbericht“ über sein Leben zu schreiben. Beim Warten auf Hilfe nach einer geglückten Notlandung in der Wüste erfährt Faber, dass es sich bei seinem Sitznachbarn um Herbert, den Bruder seines ehemaligen Studienfreundes Joachim handelt. Dieser hatte seinerzeit Fabers Freundin Hanna, die von ihm schwanger war als er sie verließ, geheiratet. Faber entschließt sich, Joachim, der jetzt in Guatemala lebt, zusammen mit Herbert aufzusuchen. Doch als die beiden Männer dort eintreffen ist Joachim tot, er hat sich erhängt. Wieder zurück in New York trennt Faber sich von seiner langjährigen Freundin Ivy. Um sie nicht länger ertragen zu müssen, bucht er für seine nächste Dienstreise nach Europa eine Schiffspassage. An Bord des Schiffes verliebt er sich in die 20jährige Sabeth, die ihn sehr an Hanna erinnert. In Paris begegnet er ihr wieder, zusammen reisen sie nach Südfrankreich, Italien und Griechenland. Selbst als er Gewissheit erhält, dass Hanna Sabeths Mutter ist, verdrängt er vehement den Gedanken, dass seine Geliebte auch seine Tochter sein könnte. Am Strand von Korinth nimmt die Geschichte eine tragische Wendung. Sabeth wird von einer Schlage gebissen, weicht vor dem ihr nackt zu Hilfe eilenden Faber zurück und stürzt eine Böschung hinunter. Er bringt die bewusstlose Sabeth ins Krankenhaus nach Athen – dort trifft er Hanna wieder …

Bald nach seiner Veröffentlichung 1957 entwickelte sich „Homo faber. Ein Bericht“ zum Bestseller und wurde eines der bekanntesten Werke des Schweizer Schriftstellers Max Frisch (1911 – 1991). Teile des Romans gehen, nach eigener Aussage, auf Frischs eigene Lebensgeschichte zurück. Die Geschichte wurde unter der Regie von Volker Schlöndorff verfilmt und kam 1991 in die Kinos. Max Frisch, der kurz nach der Premiere des Films starb, nahm in den Monaten zuvor noch regen Anteil an der Verfilmung. (Quelle Wikipedia). Der Roman wurde in mehrere Sprachen übersetzt und wird häufig auch im Schulunterricht behandelt.

Der Roman ist in zwei Teile gegliedert, die „Stationen“ genannt werden. Als Ich-Erzähler berichtet Faber zunächst im ersten Teil, der während seiner Erkrankung in Caracas entstand, chronologisch über die Ereignisse vom Abflug in New York bis zum Tod Sabeths, Begebenheiten zuvor sind in Rückblenden eingefügt. Der zweite Teil bzw. Station entstand während Fabers Krankenhausaufenthalts in Athen. Jetzt springt er in seiner Erzählung ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sparsame Ausblicke auf die Zukunft sind eingebunden. Das Ende des Romans ist offen, die letzte Aufzeichnung endet am Morgen vor der Operation: „o8.o5 Uhr – Sie kommen“. Es ist zu vermuten, dass Faber die Operation nicht überlebt hat.

Der flüssige Schreibstil ist sehr gut dem emotionslosen, rational denkenden Faber angepasst, knapp und korrekt aber dennoch fesselnd und unterhaltsam. Szenen, Beziehungen und auch Landschaften sind ausführlich erfasst und trotz einiger Längen zwischendurch bleibt es spannend und kommt keine Langeweile auf. Ebenso treffend ist die Weltanschauung des Protagonisten skizziert, Fabers problematisches Verhältnis zu den Frauen und seine unterdrückten Schuldgefühle sind gut heraus gearbeitet. Seine schwere Erkrankung mit der Diagnose „Magenkrebs“ ist schon sehr früh zu erahnen, obwohl Faber es immer als Magenbeschwerden verharmlost. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein – alles nur „Zufall“. Welche Ironie, ein Mann, der nicht an Schicksal glaubt, wird in einem Ausmaß vom Schicksal getroffen, das den Leser nachdenklich stimmen muss.

Fazit: Ein „Klassiker“, den zu lesen sich allemal lohnt. 

  (20)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

armut, lebensfreude, john steinbeck, schlitzohr

John Steinbeck: Die Straße der Ölsardinen

John Steinbeck
Flexibler Einband
Erschienen bei DTV, 01.01.1988
ISBN B007TXBT0G
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(87)

176 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, drogen, freundschaft, italien, tod

Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung

Valentina D'Urbano , Constanze Neumann
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2014
ISBN 9783423249997
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Long Valley

John Steinbeck , John H. Timmerman
Flexibler Einband: 233 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 01.08.1995
ISBN 0140187456
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 11.08.2017
ISBN 9783843715829
Genre: Sonstiges

Rezension:


Kent, „Down House“, Frühjahr 1881. Wieder einmal erwacht Charles Darwin schweißgebadet. Alpträume stören seinen Schlaf, sein schlechtes Gewissen plagt ihn, seit er die Gesetze der Evolution entdeckt und somit den Glauben an den Schöpfer verloren hat. Er ist jetzt 72 Jahre alt und fürchtet, nach seinem Ableben als „Gottesmörder“ in die Geschichtsbücher einzugehen. Die Folgen davon sind chronische Migräne, ausgeprägte Übelkeit und unerträgliche Flatulenzen, die auch die regelmäßigen Besuche seines Arztes Doktor Beckett nur unzureichend lindern können. So widmet er sich nächtelang seinem Experiment zur Erforschung des Regenwurms – seiner Frau Emma wäre es lieber, er würde sich wieder Gott zuwenden.

Etwa 20 Meilen entfernt, in London, Maitland Park Road, leidet ein anderer Mann, Karl Marx. Der staatenlose Immigrant aus Deutschland hadert mit seinem Schicksal. Die Arbeit am 2. Band von „Das Kapital“ geht nur schleppend voran, seine finanzielle Lage ist beschämend, die Revolution will und will nicht kommen, das Wetter in England ist ihm zu nass und zu kalt, und jetzt ist er auch noch ernsthaft krank. Der 63jährige liegt mit schwerer fiebriger Bronchitis danieder, sein gut betuchter Freund Friedrich Engels schickt ihm Doktor Beckett.

Der Arzt ist fasziniert von seinen beiden Patienten, dem Juden und Rabbiner-Enkel Marx und dem ehemaligen Theologie-Studenten Darwin, von ihren Theorien und Denkweisen. Es bleibt nicht aus, dass er bei dem einen über den anderen spricht und dabei feststellt, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie sich eingestehen wollen. Bei einem abendlichen Dinner kommt es zum Treffen, das mit einem Eklat endet …

Die Autorin Ilona Jerger hat Politologie und Germanistik studiert, war von 2001 bis 2011 Chefredakteurin der Zeitschrift „natur“ und lebt als freie Journalistin und Autorin in München. Dem Roman „Und Marx stand still in Darwins Garten“ liegt eine intensive Recherche vor Ort zugrunde, Darwins Briefe und der Briefwechsel zwischen Marx und Engels wurden ebenfalls hinzu gezogen. Historische Fakten wurden nicht verändert, allerdings sind sich Darwin und Marx nie begegnet und Doktor Beckett gab es nicht. Tatsächlich hat Marx jedoch an Darwin ein Exemplar von „Das Kapital“ mit einer sehr wertschätzenden Widmung geschickt, für welches sich Darwin seinerseits mit einem höflichen Brief bedankte. Das Buch steht heute noch in Darwins Arbeitszimmer in „Down House“, das sich im Besitz von „English Heritage“ befindet und der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Ein informativer Roman, in dem die Autorin ihre Erzählkunst mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Erkenntnissen verbindet und das Portrait zweier bedeutender Männer des 19. Jahrhunderts zeichnet. Ihr Schreibstil ist klar und flüssig, gut und schnell lesbar, und von beeindruckender Präzision. Der Leser erfährt Einzelheiten aus Darwins jungen Jahren, über seine gefahrvollen, abenteuerlichen Reisen, bei denen er Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis erlebte, und erhält Einblick in seine vielfältigen Forschungen. Dass Karl Marx aus einer Rabbinerfamilie aus Trier stammt ist ebenso interessant zu lesen wie, dass bei seiner Beerdigung Engels die Grabrede hielt und Wilhelm Liebknecht einen Kranz mit roter Schleife nieder legte.

Fazit: Ein humorvolles Portrait zweier großer Männer – für den interessierten Leser ein Gewinn.

  (88)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Fluch der Schriftrollen - Eine sensationelle Entdeckung beim Entziffern antiker Texte

Barbara Wood
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer Verlag, 01.01.1994
ISBN B006MVK2CW
Genre: Sonstiges

Rezension:


In Israel macht Prof. Dr. Weatherby eine sensationelle Entdeckung. Bei Ausgrabungen stößt er auf ca. 2000 Jahre alte Tonkrüge, deren Inhalt, Handschriften auf Papyrus, nahezu unversehrt ist. Benjamin (Ben) Messer, Professor für Orientalistik an der Universität von Kalifornien in LA, ist begeistert, als er den Auftrag erhält, diese zu entziffern und zu übersetzen. Zu seiner Überraschung handelt es sich nicht, wie er zunächst vermutete, um religiöse Texte, sondern um eine Art Schuldbekenntnis, das ein Jude namens David Ben Jona als Vermächtnis für seinen Sohn verfasst hatte. Bereits die erste Schriftrolle enthält einen entsetzlichen Fluch, der den unrechtmäßigen Besitzer der Schriften treffen soll. Bald beginnt sich Benjamins Leben dramatisch zu verändern. Er glaubt Gemeinsamkeiten zwischen sich und David zu erkennen und immer mehr verwischen sich Gegenwart und Vergangenheit …

Barbara Wood ist eine international bekannte Bestseller-Autorin. Ihre Werke wurden in ca. 30 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage ihrer Romane allein im deutschsprachigen Raum liegt weit über 13 Mio. Sie wurde 1947 in der Nähe von Liverpool geboren. 1954 ließen sich ihre Eltern mit ihr und ihrem Bruder in den USA in Kalifornien nieder, wo sie auch heute noch lebt. Im Jahr 2002 erhielt sie den Corine-Preis für ihren Roman >Himmelsfeuer<. In vielen ihrer Werke ist die Heldin eine emanzipierte Frau.

„Der Fluch der Schriftrollen“ mit Untertitel „Eine sensationelle Entdeckung beim Entziffern antiker Texte“ – das klingt doch nach Spannung, und das Cover dazu mit der Ansicht auf Jerusalem lässt mancherlei Abenteuer erwarten. Dass dabei einiges an Hintergrundwissen vorausgesetzt wird, z.B. über die Qumran-Schriftrollen, über den Fluch Mose im AT, über das Judentum, den jüdischen Glauben und ihre Gebräuche sowie über alte Sprachen und Schriften, ist für den interessierten Leser selbstverständlich.

Zu Anfang konnte mich das Buch durchaus begeistern. Es war interessant zu erfahren, was den Verfasser der Texte vor beinahe 2000 Jahren zum Schreiben veranlasste und sein Leben zur damaligen Zeit zu verfolgen. Diese Texte sind in kursiver Schrift jeweils zwischen dem Tagesablauf des Übersetzers Benjamin Messer eingefügt. Doch bald begann mich die Geschichte zu langweilen. Über die Ausgrabungen in Israel ist leider nichts zu erfahren, die gefundenen Texte kommen als Fotos per Post zu Ben, die dieser täglich sehnsüchtig erwartet. In dieser Phase hängt das Buch dann längere Zeit fest. Einer Endlosschleife gleich wiederholt sich das Geschehen: Ben wartet auf die nächste Lieferung, spürt währenddessen eine innere Unruhe, sein Charakter beginnt sich zu verändern und er empfindet euphorische Gefühle, wenn die ersehnte Post aus Israel endlich eintrifft. Es wird richtig metaphysisch, als Ben sich mehr und mehr als David fühlt und dessen Eigenheiten annimmt. Als er aber dann auch noch seine Augenfarbe von blau in braun änderte, da war für mich der Punkt erreicht, an dem ich es nur noch lächerlich fand! Das hat mit einem Fluch nichts mehr zu tun!

Logisch und nachvollziehbar klingt hingegen das Leben, das David Ben Jona im alten Jerusalem führte. Man erfährt viel über den jüdischen Glauben und die Entstehung des frühen Christentums. Ob es historisch korrekt ist, kann ich nicht beurteilen, es könnte sich jedoch so zugetragen haben. Gut gelungen ist der Autorin auch die Verknüpfung der Leben der beiden Hauptakteure – recht unspektakulär und ziemlich abrupt ist hingegen das Ende der Geschichte.

Fazit: Nicht schlecht, aber Barbara Wood hat auch viel Besseres geschrieben.

  (89)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(548)

1.076 Bibliotheken, 17 Leser, 3 Gruppen, 74 Rezensionen

liebe, frankreich, gemälde, kunst, krieg

Ein Bild von dir

Jojo Moyes , Karolina Fell , ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.01.2015
ISBN 9783499269721
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

68 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

hummerfang, hummer, familiengeschichte, maine, insel

Die Hummerkönige

Alexi Zentner , Werner Löcher-Lawrence
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442715442
Genre: Romane

Rezension:


Seit vielen Generationen lebt die Familie Kings auf Loosewood Island, einer kleinen, der Küste vorgelagerten Insel im Atlantik, an der Grenze zwischen Kanada und den USA. Sie sind die Kings, die Hummerkönige der Insel, seit ihr Vorfahr, der Maler Brumfitt Kings vor beinahe 300 Jahren die Insel entdeckte und sich dort ansiedelte. Sie leben vom Hummerfang, der in den Gewässern rund um die Insel sehr ertragreich ist. Immer war es ein Sohn, der das Familienerbe übernahm und das Geschäft mit dem Hummerfang weiter führte. Doch jetzt möchte Cordelia Kings, die älteste Tochter, mit der Tradition brechen und diese Aufgabe übernehmen. Sie liebt das Meer und liebt die schwere Arbeit mit den Hummerkörben.

Auch die Fischer von der Küste aus James Harbor wissen von dem Reichtum der Insel und wildern gerne in deren Gewässer. Aber sie kommen nicht nur zum Hummerfang, sie schmuggeln in ihren Booten auch Drogen. Woody Kings, das Oberhaupt der Familie, will mit Hilfe von Cordelia und der anderen Hummerfischer der Insel diesem Treiben Einhalt gebieten. Das könnte jedoch sehr gefährlich werden …

Der Autor Alexi Zentner wuchs in der kanadischen Provinz Ontario auf und lebt heute mit Frau und zwei Töchtern in den USA, in Ithaca im Staat New York. Er besitzt sowohl die kanadische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Für seine Geschichten erhielt er bereits zahlreiche Preise. „Die Hummerkönige“ kam im englischen Original bereits 2014 unter dem Titel „The Lobster Kings“ auf den Markt und ist nun in einer ausgezeichneten Übersetzung von Werner Löcher-Lawrence als Taschenbuch-Ausgabe des btb-Verlags auch bei uns erhältlich. Das Cover hierzu ist sehr schön gestaltet und passt gut zur Geschichte.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Cordelia geschrieben und liest sich wie ein Abenteuerroman. Der Leser erfährt zunächst einige interessante Episoden aus ihrer Kindheit, um dann an ihrem späteren aufregenden und gefahrvollen Leben als Hummerfischerin hautnah dabei zu sein. Aufgelockert wird die Geschichte durch gelegentliche Beschreibungen der Bilder Brumfitt Kings und Erinnerungen aus seinen Tagebüchern, die von Cordelia auf ihre eigene Weise interpretiert werden. Man erfährt von dem Fluch, der auf der Familie lasten soll und dem Pakt, den der Urahn geschlossen hat: Das Meer gibt der Familie Hummer – und nimmt sich dafür einen Sohn. Ob sich dieser Fluch bewahrheitet, soll hier natürlich nicht verraten werden. Er gibt dem Geschehen jedenfalls etwas Mystisches.
 
Die Protagonisten sind ausgezeichnet beschrieben, sehr lebensecht und liebevoll portraitiert. Jeder der Charaktere ist individuell und einzigartig, dadurch wirken sie sehr authentisch. Als Leser spürt man auch die Wandlungen, die sie im Laufe der Jahre durchmachen. Man liebt mit ihnen, man leidet mit ihnen, man kämpft mit ihnen gegen die raue See, trotzt Sturm und Wellen und ist manchmal über ihren Mut überrascht. Die Spannung ist besonders gegen Ende zu sehr hoch, man wird von Emotionen gepackt, ein stetes Auf und Ab der Gefühle. Auch wenn man nicht alle Handlungsweisen gutheißen kann, sind doch ihre Beweggründe verständlich.

Fazit: Ein großartiges Buch. Allen Lesern, die das Meer lieben und auch bei Sturm noch schön finden, möchte ich es uneingeschränkt empfehlen.

  (54)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

84 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

russland, großmutter, deutschland, familie, enkelin

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Alina Bronsky
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.04.2012
ISBN 9783462043921
Genre: Romane

Rezension:


Rosalinda will immer hoch hinaus, sie wäre gerne etwas Besseres, als es ihre Verhältnisse zulassen. Sie fühlt sich jung und schön und will deshalb auch noch nicht Großmutter werden, als ihre Tochter schwanger nach Hause kommt. Sulfia muss abtreiben, ob sie will oder nicht. Die Prozedur wird von der Nachbarin auf dem Küchentisch vorgenommen, mit wenig Erfolg. Das Baby kommt zur Welt und Rosalinda nimmt die kleine Aminat sofort in Besitz, als wäre sie die Mutter. Alle Versuche Sulfias, sich ihrer Mutter zu widersetzen, misslingen mehr oder weniger. Rosalinda bestimmt, wen ihre Tochter zu heiraten hat und wie Aminat erzogen wird. Auch als Sulfia mit ihrem Mann und inzwischen zwei Kindern nach Israel auswandern will, weiß Rosalinda dies mit unfairen Mitteln zu verhindern. Als dann später die Verhältnisse in Russland immer schlechter werden kommt Dieter gerade recht, der an einem Kochbuch über die tatarische Küche schreibt. Als Rosalinda bemerkt, dass der vermutlich pädophile Deutsche an der kindlichen Aminat großen Gefallen findet, bedrängt sie ihn, Sulfia, Animat und sie selbst nach Deutschland zu holen. Auch dort spinnt sie ihre Fäden und alle sollen nach ihrer Pfeife tanzen …

Alina Bronsky
(der Name ist ein Pseudonym) wurde 1978 in Jekaterinburg, dem damaligen Swerdlowsk in der UdSSR, geboren. Als sie 12 Jahre alt war, wanderte ihre Familie nach Deutschland aus. Sie arbeitete später als Werbetexterin und Redakteurin beim Darmstädter Echo, nachdem sei ein begonnenes Medizinstudium abgebrochen hatte. Alina Bronsky ist Mutter von vier Kindern. Der Vater ihrer ersten drei Kinder verunglückte 2012 tödlich in den Walliser Alpen. Heute lebt sie mit dem Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen, von dem sie eine Tochter hat, in Berlin-Charlottenburg.

„Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ ist Alina Bronskys zweiter Roman und stand 2010 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Dass es sich hier keineswegs um ein Kochbuch handelt, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, merkt man schon nach den ersten Sätzen. Der Schreibstil ist scharfzüngig, bissig, sehr direkt und bisweilen von zynischem Humor, so dass dem Leser das Lachen im Halse stecken bleibt. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem mir die Protagonistin von Anfang bis Ende so unsympathisch war, wie hier. Die Story ist breit gefächert und umfasst viele Themen die für den Leser interessant sein könnten, wenn sie denn ausführlicher behandelt worden wären. Da die Geschichte aus Sicht von Rosalinda geschrieben ist, lernt man leider nur ihre Aspekte kennen – die Ansichten und Denkweisen der anderen Personen bleiben im Hintergrund. War die Handlung anfangs noch interessant und unterhaltsam, flachte sie bald ab, wurde eintönig und voraussehbar, um zuletzt in einem viel zu hektischen, oberflächlichen Schluss zu münden.

Fazit: Ein Buch, das deprimiert und schlechte Laune macht – das aber viele Emotionen weckt und bei dem man sich streiten kann, ob es gefällt oder nicht. 

  (85)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

häusliche gewalt, schuld, berlin, naturkundemuseum, erinnerungen

Museum der Erinnerung

Anna Stothard , Kathrin Bielfeldt
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257300482
Genre: Romane

Rezension:


Seit vier Jahren arbeitet die junge britische Insektenforscherin Cathy im Berliner Museum für Naturkunde, wo auch ihr Verlobter, der amerikanische Paläontologe Tom, beschäftigt ist. Dort in ihrem Büro hütet sie ihr ganz persönliches Geheimnis: ein kleines verschlossenes Schränkchen, gefüllt mit Andenken und Erinnerungsstücken aus ihrer Vergangenheit, die meist schmerzhafte Gefühle wachrufen. Gefühle der Schuld und Empfindungen der Scham, von denen auch Tom nichts weiß, eingesperrt um zu vergessen. Doch nun ist die Vergangenheit zurück und die Angst wieder da, die sie die letzten vier Jahre erfolgreich verdrängen konnte. Ein Päckchen ohne Absender liegt auf ihrem Schreibtisch und Cathy weiß sofort von wem es ist. Er hat sie gefunden, Daniel ist in Berlin, heute, am Tag der 200-Jahr-Feier des Museums, bei der Cathy für ihre Forschungsarbeit geehrt werden soll …

Die Autorin Anna Stothard wurde 1983 in London geboren. Nach ihrem Literaturstudium in Oxford studierte sie zwei Jahre Drehbuch am American Film Institute in Los Angeles. Heute lebt sie wieder in London. „Museum der Erinnerung“ ist ihr dritter Roman, der bereits 2016 unter dem Originaltitel „The Museum of Cathy“ in Großbritannien erschienen ist.

Schuld und Rache, Liebe und Verzeihen, sind die fundamentalen Themen dieses Romans, die die Autorin in einer bildhaften, sehr detailgetreuen Schreibweise in Szene gesetzt hat. Schauplatz der Handlung ist das Berliner Naturkundemuseum, über dessen Sammlungen und Arbeitsweise man aufschlussreiche Details erfährt. Ausgestopfte Tiere, interessante Artefakte und skurrile Erinnerungsstücke begegnen dem Leser zuhauf und machen das Geschehen sehr lebendig. Ständige Wechsel der Zeitabläufe zwischen Gegenwart und Vergangenheit sorgen für Spannung. Ganz allmählich, einem Puzzle gleich, erhält man Einblick in Cathys Vergangenheit und erfährt die Umstände, warum sie vom selbstbewussten Kind zur ängstlichen, unsicheren jungen Frau wurde und erfährt auch mehr über ihre verhängnisvolle Beziehung zu Daniel. Die Charaktere sind gut und individuell heraus gearbeitet, so dass man sich gut in ihre Gedanken einfühlen und ihre Handlungsweisen nachvollziehen kann.

Fazit: Eine interessante Geschichte, sehr detailreich und ausgeschmückt erzählt, mit einem Ende, das ich so nicht erwartet hätte.

  (76)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

kurzgeschichte, krimi, booksnack, bettina wagner, erbe

Sieben Mörder

Bettina Wagner
E-Buch Text: 31 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 27.03.2017
ISBN 9783960870944
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

kurzgeschichte, thomas kowa, booksnack, schweiz, heimweh

Der Gentleman (Kurzgeschichte, Humor) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Thomas Kowa
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 28.02.2017
ISBN 9783960871484
Genre: Sonstiges

Rezension:


Nach dreißig Jahren in Brasilien plagt den nunmehr 94-jährigen Gentleman Walter Seiler die Sehnsucht nach seiner Heimat. Jetzt ist er zurück in der Schweiz, am Züricher Flughafen, allerdings in Handschellen. Seinerzeit hatte er eine Bank überfallen von der er sich betrogen fühlte, jetzt soll er seine Strafe absitzen. Um seine Haftfähigkeit festzustellen, muss er vom Arzt untersucht werden. Dieser bescheinigt ihm die Schweizer Krankheit, allgemein auch „Heimweh“ genannt …

Diese Kurzgeschichte von Thomas Kowa besteht gerade mal aus sieben eBook-Seiten, die jedoch alles enthalten, was einen klassischen Booksnack ausmacht. Spannung, Humor, flüssiger Schreibstil und eine überraschend menschliche Pointe machen das Lesen zum Vergnügen.

Fazit: Ein empfehlenswerter „Snack“ für zwischendurch, ganz ohne Kalorien.  

  (50)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Schlafende Hunde - Inspector Rebus 19: Kriminalroman by Ian Rankin (2014-09-08)

Ian Rankin
Fester Einband
Erschienen bei Manhattan, 01.01.1762
ISBN B01K9547Z4
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

polen, toronto, schicksal, holocaust, liebe

Fluchtstücke

Anne Michaels , Beatrice Howeg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Berliner Taschenbuch Verlag BVT, 07.01.2012
ISBN 9783833308109
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(111)

198 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 25 Rezensionen

lehrer, musik, roadtrip, münchen, reise

Becks letzter Sommer

Benedict Wells
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.11.2009
ISBN 9783257240221
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

82 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

physik, einstein, iran, albert einstein, gott

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Im Auftrag der Neuen Universität Lissabon befindet sich der Kryptanalyst und Professor für Geschichte Tomás Noronha gerade in Kairo, als er von der schönen Iranerin Ariana Pakravan angesprochen wird. Sie bietet ihm an, dem iranischen Wirtschaftsministerium bei der Entschlüsselung eines bisher unveröffentlichten Manuskripts von Albert Einstein behilflich zu sein und zeigt ihm in Fotokopie die erste Seite des Dokuments. DIE GOTTESFORMEL, stand da zu lesen, darunter ein Gedicht und eine Unterschrift. Tomás‘ Interesse war geweckt, er willigt ein.

Wieder zurück in Lissabon wird Tomás in die amerikanische Botschaft berufen. Die CIA hat von der Vereinbarung erfahren und macht ihm klar, dass es sich bei dem fraglichen Dokument vermutlich um die Anleitung für eine einfach herzustellende Atombombe handelt, die der israelische Premierminister Ben-Gurion bei einem Treffen mit Einstein am 13. Mai 1951 in Auftrag gegeben haben soll. Eine solche Anleitung in iranischem Besitz wäre eine Gefahr für die Welt – so wird Tomás wider Willen zum Doppelagenten.

Bei seiner Arbeit im Iran bekommt Tomás nur eine Seite des Manuskripts zu sehen, die er entschlüsseln soll. Als er das vollständige Dokument in seinen Besitz bringen will, wird er entdeckt und verhaftet. Mit Arianas Hilfe kann er entkommen. Auf seiner Flucht vor dem iranischen Geheimdienst und der CIA findet er Unterschlupf in einem Kloster in Tibet. Dort erklärt ihm ein Mönch die Denkweise und Weltanschauung der buddhistischen Religion und ihre erstaunlichen Parallelen zum christlichen Glauben und zur Wissenschaft. Doch erst mit Hilfe seines im Sterben liegenden Vaters gelingt es Tomás, das wohl größte Rätsel des Universums zu lösen …

Der portugiesische Autor José Rodrigues dos Santos ist Dozent für Journalistik an der Neuen Universität Lissabon und gehört als Sprecher der Abendnachrichten in Portugal zu den bekanntesten Gesichtern. Seine Bücher erreichen Millionenauflagen und wurden bisher in 18 Sprachen übersetzt. 2016 wurde dos Santos zum besten Autor Portugals gewählt. „Das Einstein Enigma“ ist der Titel der 2017 erschienenen deutschen Übersetzung, dessen Original unter dem Titel „A Fórmula de Deus“ bereits 2006 veröffentlicht wurde. Die Filmrechte sollen bereits verkauft sein.

Der Roman befasst sich mit den großen existenziellen Fragen der Menschheit wie Leben und Tod, Gott und Unsterblichkeit, und basiert auf realen Forschungsergebnissen. Diese wurden zwar in Fachkreisen lebhaft diskutiert, die breite Öffentlichkeit erfuhr jedoch so gut wie nichts davon. Integriert in eine spannende Handlung bringt der Autor dem Leser die Welt der Atomphysik, der Quantenmechanik, der Relativitätstheorie, der Entstehung und dem möglichen Ende des Universums (Big Bang – Big Crunch oder Big Freeze) näher und erklärt diese Themen allgemeinverständlich. Überraschend sind auch die buddhistischen Weisheiten, die teils erstaunliche Übereinstimmungen mit modernen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen aufweisen. Es geht um die Existenz Gottes und einen möglichen wissenschaftlichen Beweis. Die Quintessenz lautet letztendlich: Den Gott der Bibel kann die Wissenschaft nicht nachweisen, das Universum jedoch ist so meisterhaft konstruiert, dass alles auf Intelligenz hindeutet, und so aufeinander abgestimmt, dass eine Absicht – ein Gott - dahinter zu vermuten ist.

Fazit: Der Leser sollte ein gewisses Grundinteresse an den wissenschaftlichen Themen mitbringen, dann ist das Buch eine Bereicherung und ein großes Lesevergnügen. Mich hat es fasziniert und sehr nachdenklich gestimmt. 

  (74)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

64 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

bahnhof, italien, zug, tagebuch, suche

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641195021
Genre: Romane

Rezension:


Michele ist sieben Jahre alt, als seine Mutter eines Morgens mit Koffer und seinem roten Tagebuch in der Hand in den Zug steigt, wegfährt und nicht wieder zurück kommt. Heute, mit dreißig, leidet er noch immer unter diesem Verlust. Er ist zum Eigenbrötler geworden, lebt alleine im Elternhaus am Bahnhof und hat nach dem Tod des Vaters dessen Arbeit übernommen. Jeden Abend kontrolliert er den einzigen Zug, der noch in den kleinen Bahnhof fährt, nach vergessenen und verlorenen Gegenständen. Diese zu sammeln und aufzubewahren sind die einzige Freude seines ansonsten trostlosen Lebens. Eines Abends steht Elena vor seiner Tür, eine quirlige junge Frau, die ihre im Zug vergessene Puppe abholen möchte. Sie wirbelt Micheles beschauliches Leben gründlich durcheinander. Als er dann noch sein rotes Tagebuch aus Kindertagen im Zug entdeckt, ist seine Ruhe endgültig dahin. Er beschließt mit Elenas Hilfe seine Mutter zu suchen – eine abenteuerliche Reise beginnt …

Der Autor Salvatore Basile ist gebürtiger Neapolitaner und lebt heute in Rom. Er ist Regisseur und Drehbuchautor, was seinem ersten Roman „Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands“ meiner Meinung nach auch anzumerken ist. Landschaften, Gebäude und vieles mehr werden herrlich plastisch und bis ins kleinste Detail beschrieben, ebenso die Gesten und Bewegungen der Personen - über Aussehen und Statur der Protagonisten konnte ich mir jedoch, außer vielleicht Augen- und Haarfarbe, bis zum Schluss kein klares Bild machen. Der Schreibstil ist gut lesbar, mit viel Lust am Detail und von großer erzählerischer Kraft. Die Dialoge empfand ich manchmal etwas hölzern, was vielleicht der Übersetzung zuzuschreiben ist.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend mit einem wunderbaren Zitat von Saint-Exupéry. Auch der Plot (junger Mann begibt sich auf die Suche nach seiner verschollenen Mutter, begegnet dabei verschiedenen Charakteren und macht selbst eine bemerkenswerte Entwicklung durch) weckt die Hoffnung auf ein außergewöhnliches Werk. Es hätte ein modernes Märchen werden können, hätte der Autor die Geschichte nicht vollgepackt mit philosophischen Lebensweisheiten und psychologischen Erkenntnissen. Der Protagonist Michele macht innerhalb weniger Tage eine innere Wandlung durch, die recht unglaubwürdig anmutet und real nicht nachvollziehbar ist. Anfangs ist die Geschichte ruhig und einfühlsam und kann den Leser durchaus in seinen Bann ziehen. Doch gegen Ende zu, vermutlich aus dramaturgischen Gründen, wird die Handlung immer rasanter. Geheimnisvolle Zufälle und mystische Wunder geschehen, manche Aktionen erinnern gar an Slapstick-Komödien und sind für mich nur haarsträubender Unsinn. Selbst das versöhnliche Ende, in dem wie im Märchen alles aufgeklärt wird, konnte mich nicht mehr überzeugen, da meiner Meinung nach der Grundgedanke der Geschichte verloren gegangen ist.

Fazit: Ein Roman mit Stärken und Schwächen – eine unterhaltsame Lektüre für Leser, die sich auf „märchenhaftes“ einlassen können.

  (104)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(114)

278 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

roman, freundschaft, gail honeyman, eleanor oliphant, liebe

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:


Eine seltsame junge Frau, diese Eleanor Oliphant, etwas verschroben und weltfremd. Unangepasst wie sie nun mal ist, hat sie auch keine Freunde. Alles in ihrem Leben ist geregelt: arbeiten, essen, schlafen – mittwochs wird mit Mummy telefoniert und am Wochenende werden zwei Flaschen Wodka getrunken. Doch jetzt ist alles anders, plötzlich hat sie Pläne für die Zukunft. Eleanor hat sich Hals über Kopf in einen Mann verliebt, einen Musiker, den sie nur einmal gesehen hat. Ganz langsam, Schritt für Schritt entdeckt sie nun das reale Leben und muss dabei viele Rückschläge einstecken. Einen nicht unwesentlichen Anteil an ihrer Verwandlung hat Raymond, ein Arbeitskollege, der sich als treuer Freund erweist …

„Ich, Eleanor Oliphant“ ist der Debüt-Roman der jungen, in Glasgow lebenden schottischen Schriftstellerin Gail Honeyman, der bereits vor seinem Erscheinen große Beachtung fand. Es ist die Geschichte einer zutiefst einsamen Frau, die durch ihre bösartige Mutter, durch Schicksalsschläge in der Kindheit und durch die ständig wechselnden Pflegefamilien traumatisiert und zur Außenseiterin wurde. Eleanor hat Narben im Gesicht und Narben auf der Seele, verursacht durch ein Ereignis, über das sie nicht reden will, ja nicht reden kann, das sie verdrängt und das sie am liebsten ungeschehen machen möchte. Es ist interessant zu lesen, wie sie im Laufe der Ereignisse eine Wandlung durchmacht, die teils durch äußere Einflüsse und teils durch eigene Erkenntnis ausgelöst wird.

Honeyman lässt ihre Protagonistin selbst erzählen und uns somit an ihren Emotionen hautnah teilhaben, wodurch der Roman sehr authentisch wirkt. Schonungslos offen, erschreckend und voller bedrohlicher Begebenheiten, gleichzeitig aber voller Hoffnung und Zuversicht, berichtet Eleanor Oliphant über ihr Leben. Durch ihre erfrischend eigenwillige Art die Dinge zu sehen zeigt sie uns, wie wichtig doch Freundschaft und Kameradschaft im zwischenmenschlichen Umgang sind. Mit jedem Schritt in ihre Zukunft erfährt der Leser auch etwas aus ihrer Vergangenheit – bis sich am Ende die ganze bestürzende Wahrheit offenbart.

Dennoch ist es kein trauriges Buch, sondern eher eine Hommage an die Freundschaft. Durch den wunderbar natürlichen Schreibstil und die präzise Sprache lässt es sich gut und flüssig lesen und der hintergründige Humor zaubert dem Leser, bei aller Ernsthaftigkeit, ein beständiges Grinsen ins Gesicht. Man beendet das Buch in positiver Stimmung und mit dem guten Gefühl, dass es die Mühe wert ist, sich der Vergangenheit zu stellen und an die Zukunft zu glauben.

Fazit: Das Buch hat mich überzeugt – nicht die ganz große Literatur, aber sehr angenehm zu lesen.

  (64)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Ich gehöre keinem

Åsa Linderborg , Paul Berf
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 12.12.2011
ISBN 9783442743230
Genre: Romane

Rezension:


Åsa ist gerade vier Jahre alt, als die Mutter die Familie verlässt und das Kind beim Vater zurück lässt. Dieser ist, trotz aller Liebe, unfähig, das Mädchen ordentlich zu erziehen. Leif ist Alkoholiker, ist oft bis zur Bewusstlosigkeit betrunken und erbricht sich vor den Augen des Mädchens ins Spülbecken. Zwar verdient er gut als Metallvergütungsmeister, dennoch ist selten Geld im Haus. So isst man bei den Großeltern und Kleidung bekommt man gespendet. Hygiene ist ein Fremdwort für Vater und Tochter – man wäscht sich nicht, putzt keine Zähne und man schläft in unbezogenen Betten. Aber nach außen hin wird der Schein gewahrt, der Balkon wird jedes Jahr bepflanzt, es gibt Gardinen an den Fenstern und abends brennt immer ein Lämpchen hinter der Fensterscheibe. Erst als Åsa in die Pubertät kommt, ändert sich etwas. Sie zieht zur Mutter – und Vater stürzt völlig ab …

Åsa Linderborg wurde 1968 im schwedischen Västerås geboren, ist studierte Historikerin und arbeitet als Kulturredakteurin bei einer schwedischen Zeitung. Seit 1980 ist sie Mitglied der Linken Kommunisten Schwedens und wurde 1987 Ombudsmann der Kommunistischen Jugend. Sie ist Mutter zweier Kinder. Ihre Autobiographie "Ich gehöre keinem" erschien bereits 2007 in Schweden unter dem Titel „Mig äger ingen” und war für den August-Preis (nach August Strindberg) als bester schwedischer Roman des Jahres nominiert. Das Buch war die Basis für einen Film mit demselben Titel.

Diese Autobiographie lässt mich sehr zwiespältig zurück. Es ist einerseits eine tief berührende, traurige Geschichte, die von der Autorin völlig unsentimental und ohne Pathos erzählt wird – andererseits drängt sich mir die Frage auf: Warum tut sie das? Des Bucherfolges wegen? Muss es wirklich sein, dass man den (inzwischen toten) Vater so schonungslos bloß stellt? Die ganze Familie wusste Bescheid, aber anstatt den Mann zur Therapie zu schicken wurde seine Sucht ignoriert. Auch die Mutter, die ihr kleines Kind im Stich gelassen hat und später zu einer in Schweden bekannten Politikerin und Mitglied im Parlament der Linken wurde, bekommt von mir keine Sympathiepunkte. Ihre Antwort auf Åsas Frage, warum sie sie nicht mitgenommen habe, „Papa tat mir so leid, dass ich ihm das Schönste schenkte, was ich hatte, dich“, wird auch durch ihr wiederholtes beteuern nicht glaubwürdiger.

„Auch ein Alkoholiker kann ein liebevoller Vater sein“ schreibt Åsa Linderborg, was zweifellos stimmt. Sie wurde von Leif geliebt und sie liebte ihn auch, sehr. Sie führten eine liebevolle Beziehung und Åsa fühlte sich als Kind sehr wohl und geborgen bei ihm. Dies änderte sich, als sie älter wurde, das Vertrauensverhältnis schwand. Sie sah ihn plötzlich mit anderen Augen und zog, als sie 14 Jahre alt war, zur Mutter und deren neuer Familie. Zur Abiturfeier wurde Vater noch eingeladen, als sie promovierte war er nicht mehr erwünscht. Dennoch findet sich im ganzen Buch kein Wort der Anklage, weder gegen den Vater, noch gegen die Mutter. Der Schreibstil Linderborgs ist völlig unsentimental, nüchtern und ohne Pathos, klar und deutlich sind ihre Erinnerungen. Der Leser kann nur erahnen, dass die Autorin den vielen verpassten Begegnungen und den versäumten Gesprächen nachtrauert.

Fazit: Ein beeindruckendes Buch – ohne zu werten, ohne Anklage, aber dafür mit viel Liebe und Verständnis geschrieben – lesenswert!

  (77)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

san francisco, geheimnisse, gefühle, traditionen, die zeit in der wir träumten

Die Zeit, in der wir träumten

Meredith Jaeger , Corinna Rodewald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746632964
Genre: Romane

Rezension:


Sarah Havensworth ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann Hunter, der aus wohlhabender Familie stammt, in San Francisco. Auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit zum Master of Fine Arts entdeckt die ehemalige Journalistin in den digitalen Archiven der Daily Alta California, eine der ältesten Zeitungen San Franciscos, einen Artikel aus dem Jahr 1876, der sofort ihre Aufmerksamkeit erregt: Zwei Näherinnen werden vermisst, sie gelten als ermordet. Sarah beginnt mit ihren Recherchen und stößt bald auf den Namen Havensworth. Was hat die Familie ihres Mannes mit den verschwundenen jungen Frauen zu tun? Plötzlich fühlt sie sich verfolgt, erhält bedrohliche Emails und befürchtet, ein schreckliches Geheimnis aus ihrer Vergangenheit könnte entdeckt werden …

In einer ärmlichen Gegend, unweit des verrufenen Rotlichtviertels Barbary Coast in San Francisco, leben im Jahr 1876 zwei junge Einwanderinnen. Beide arbeiten als Näherinnen, die Deutsche Hanna und die Irin Margaret. Ihre Zukunft sieht trostlos aus, Hunger, Armut und Prügel vom Vater bestimmen den Alltag. Bei ihrer Arbeit im Walton’s Tailor Shop lernen sie eines Tages zwei Herren der besseren Gesellschaft kennen, die Cousins Lucas und Robert Havensworth, die sich offenbar für die jungen Frauen interessieren. Als Hanna eines Tages die Einladung von Lucas in die Oper annimmt, verschwindet währenddessen ihre Freundin spurlos. Mit Lucas‘ Hilfe macht sich Hanna auf die Suche nach der vermissten Margaret …

Die Autorin Meredith Jaeger ist in San Francisco geboren, ihre Vorfahren stammen aus Deutschland. Jahrelang bereiste sie die Welt und lebte auf verschiedenen Kontinenten. Heute wohnt sie mit ihrem Ehemann, ihrer kleinen Tochter und ihrer Englischen Bulldogge außerhalb San Franciscos in der Bay Area. „The Dressmaker’s Dowry“ ist ihr erster Roman, der in Deutschland unter dem Titel „Die Zeit, in der wir träumten“ beim Aufbau-Verlag als Taschenbuch erschienen ist.
Die Geschichte San Franciscos in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, das harte Los der damaligen Einwanderer, die extremen Klassenunterschiede – aber auch das heutige, moderne San Francisco mit seinen vielfältigen sozialen Problemen – sind die großen Themen dieses Romans. Geschickt verwebt die Autorin beide Handlungsstränge, indem sie abwechselnd Sarah aus ihrem jetzigen Leben berichten lässt, um dann im nächsten Kapitel Hannas Geschichte zu erzählen. Früher wie heute geht es um Liebe zwischen Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, um die Bewältigung der Vergangenheit mit ihren Geheimnissen und um Ausblicke in die Zukunft. Welches Geheimnis verbirgt die angesehene Familie Havensworth und welches Erlebnis aus früher Jugend verschweigt Sarah ihrem Mann?

Spannend und aufwühlend waren für mich hauptsächlich das Leben und die Lebensumstände der Einwanderer vor 140 Jahren. Stark übertrieben jedoch empfand ich die Szenen im Rotlichtmilieu, während mir die Geschichte um Hanna und Lucas (reicher Mann macht armem Mädchen kurz nach dem Kennenlernen schon Heiratsantrag) ziemlich kitschig vorkam. In der Gegenwart störten mich besonders die vielen seltsamen Zufälle, die zur Aufklärung des Falles beitrugen. Außerdem bezweifle ich stark, dass man 140 Jahre alte Einwohnerverzeichnisse und damals in einer Zeitung, die es längst nicht mehr gibt, erschienene Artikel samt Bilder im Internet nachlesen kann. Das Ende kommt dann recht schnell, es überstürzen sich die zum Teil vorhersehbaren Ereignisse und im Epilog wird nochmals kräftig auf die Tränendrüsen gedrückt.

Fazit: Unterhaltsam und spannend, eine gute Mischung aus Historie und Gegenwart, Krimi und Liebe, über ein bisschen Schnulze sollte man hinweg sehen.  

  (48)
Tags:  
 
467 Ergebnisse