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Accabadora

Michela Murgia , Julika Brandestini
Fester Einband: 173 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 25.02.2010
ISBN 9783803132260
Genre: Romane

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30 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Hippie

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070491
Genre: Romane

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Deutscher Buchpreis 2018

LovelyBooks
Buch
Erschienen bei LovelyBooks, 01.08.2018
ISBN 9783777777777
Genre: Romane

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73 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Gerade aus dem Urlaub zurück, findet der Gymnasiallehrer Victor unter der eingegangenen Post einen Brief vor, der in ihm alte Erinnerungen wach werden lässt. Es war vor beinahe 30 Jahren, während seines Studiums in Paris, als er Zeuge beim Selbstmord eines Kommilitonen wurde. Mathieu war nur ein flüchtiger Bekannter, dennoch veränderte sein Tod Victors Leben, plötzlich steht er im Mittelpunkt. Auch Patrick Lestaing, der Vater des Verstorbenen, sucht Victors Nähe. Er brauchte ihn auf seiner Suche nach dem Warum und um seinen Schmerz zu verarbeiten. Aber auch Victor braucht Patrick … 

Der französische Autor Jean-Philippe Blondel wurde 1964 in Troyes geboren, machte 1987 seinen Magister in Englisch und arbeitet seit 1990 als Englischlehrer am Gymnasium in Troyes. Als Schriftsteller hat er seit 2003 eine Reihe von Romanen und Jugendbücher veröffentlicht, wovon einige ins Deutsche übersetzt wurden. 

Auf weniger als 200 Seiten gelingt es dem Autor zu beweisen, dass die Qualität eines Buches nichts mit seinem Umfang zu tun haben muss. Blondels ruhiger, sehr konzentrierter Schreibstil und seine sensible Art, in die Gefühlswelt der Protagonisten einzutauchen, berühren den Leser zutiefst. Er lässt Victor seine Geschichte selbst erzählen und schafft so eine emotionale Nähe und feinsinniges Verständnis für dessen Verhaltensweise, für seine Handlungen und die Reaktionen der anderen Protagonisten. Sein innerer Zwiespalt, seine Zerrissenheit und sein Zweifel an sich selbst sind sehr fein herausgearbeitet und lassen den Leser tief in seine Psyche blicken. Einsamkeit und Verzweiflung, sich zaghaft anbahnende zwischenmenschliche Kontakte, das allmähliche Ablösen vom Elternhaus und das erbarmungslose Auslesesystem an Frankreichs Universitäten sind weitere Aspekte, mit denen uns der Autor konfrontiert. „Es gibt niemanden, der die Verwirrung der Gefühle auch nur annähernd so beschreiben kann wie Jean-Philippe Blondel.“ (LE FIGARO)

Fazit: Ein einfühlsamer und außergewöhnlicher Roman über zwischenmenschliche Beziehungen – sehr zu empfehlen!

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34 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Ich komme mit

Angelika Waldis
Fester Einband
Erschienen bei Wunderraum, 27.08.2018
ISBN 9783336547975
Genre: Romane

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Konzert ohne Dichter

Klaus Modick
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.10.2016
ISBN 9783462049909
Genre: Romane

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Wir sind nicht wir

Matthew Thomas , Astrid Becker , Karin Betz
Flexibler Einband: 896 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783833310553
Genre: Romane

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Padre Padrone

Gavino Ledda , Heinz Riedt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2003
ISBN 9783423131216
Genre: Romane

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Summer

Monica Sabolo , Christian Kolb
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.08.2018
ISBN 9783458177654
Genre: Romane

Rezension:

Benjamin Wassner war 14 Jahre alt, als seine Schwester Summer bei einem Picknick am Genfer See plötzlich verschwand. Ein Trauma für den sensiblen Jungen, das er jedoch bisher erfolgreich verdrängen konnte. Doch jetzt, nach beinahe fünfundzwanzig Jahren, weckt der Geruch der neuen Wandfarbe, mit der sein Büro renoviert wurde, in ihm Assoziationen – es kommt zum Zusammenbruch. Mit Hilfe eines Psychologen gelingt es, seine verschütteten Kindheitserinnerungen nach und nach wieder zu wecken, die damaligen Geschehnisse ins Gedächtnis zurück zu rufen und die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Jetzt erlebt er das Drama seiner Familie noch einmal und erfährt endlich die finstere Wahrheit … 

Monica Sabolo, geboren 1971 in Mailand, ist Journalistin und Schriftstellerin. Für ihren autobiographischen Roman „Das hat alles nichts mit mir zu tun“ erhielt sie 2013 den Prix de Flore. Kurz darauf kündigte sie ihren Job als Chefredakteurin der Zeitschrift Grazia, um Drehbücher zu schreiben. Sabolo lebt in Paris. (Quelle: Suhrkamp/Insel-Verlag) 

Ein Mensch verschwindet plötzlich spurlos, ein interessantes und äußerst brisantes Thema, das die Autorin hier gewählt hat. Was ist mit Summer geschehen? Warum verschwand sie? Wurde sie entführt? Ist sie ertrunken? Lebt sie vielleicht noch? All diese Fragen gehen dem Leser zu Beginn des Buches durch den Kopf, doch es stellt sich sehr bald heraus, dass dies mehr eine Geschichte über Benjamins Gedanken und Befinden ist, als über seine verschwundene Schwester. Seine Erinnerungen lichten sich nach und nach, die Aura der heilen Welt seiner Familie zerbricht und er erkennt endlich die wirklichen Zusammenhänge. 

Ein durchaus spannendes Thema, doch leider hat mich die Umsetzung enttäuscht. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig, etwas schwülstig und gespickt mit überflüssigen, teils absurden Metaphern. Ellenlange Sätze, die sich gelegentlich über eine halbe Buchseite hinziehen, reichlich in Klammern gesetzte Ergänzungen und überwiegend das Wort „ich“ zu Beginn eines Absatzes verhindern ein flüssiges Lesen. Hinzu kommen die chronologischen Sprünge zwischen Gegenwart und verschiedenen Ereignissen in der Vergangenheit, manchmal mitten im Satz, die dann reichlich unmotiviert anmuten. Auch die Charaktere konnten mich nicht begeistern, ja ich fand sie durchweg unsympathisch und konnte mich nicht in ihre Handlungsweisen reinversetzen. Einige brisante Fakten werden kurz angerissen, dann aber nicht weiter erörtert und das Ende ist eher banal. Man hätte aus dem Potential der Geschichte viel mehr machen können!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Brennende Wellen.

Jack du Brul
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2013
ISBN B00ELC0N8C
Genre: Sonstiges

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Der 13jährige Théo hat gewaltigen Stress. Seine Eltern sind geschieden, und deshalb lebt er, laut Abmachung, eine Woche beim Vater und eine Woche bei der Mutter. Diese Umstellung ist für ihn kaum zu verkraften, dazu kommen noch die Anforderungen in der Schule. Um alles einigermaßen zu bewältigen hat er zwei Freunde, Klassenkamerad Mathis - und den Alkohol. Schon seit einiger Zeit trinkt er regelmäßig und hat sich mittlerweise so daran gewöhnt, dass er ohne Hochprozentigem beinahe nicht mehr funktioniert. Er sucht darin die Wärme, die er sonst nirgends bekommt. Während beide Eltern noch ahnungslos sind und vor den Tatsachen die Augen verschließen, fällt Theos verändertes Verhalten seiner Lehrerin Hélène und auch Cécile, der Mutter seines Freundes Mathis, auf. Doch beide haben ihre eigenen Sorgen und Probleme, die zuerst bewältigt werden müssen …  

Delphine de Vigan ist eine französische Schriftstellerin. Sie wurde 1966 in Paris geboren und lebt heute noch mit ihren beiden Kindern in dieser Stadt. Seit 2001 hat sie mehrere Romane veröffentlicht, für die sie einige bedeutende französische Literaturpreise erhielt. 

Trotz der Problematik der Geschichte und der überwiegend bedrückenden Atmosphäre liest sich das Buch sehr gut. Der Autorin gebührt ein großes Lob für ihren präzisen Schreibstil, der sehr gefühlvoll, aber dennoch sachlich fundiert ist. De Vigan schreibt aus Sicht von vier beteiligten Personen. Dadurch wird das Geschehen von mehreren Seiten beleuchtet und gibt dem Leser Gelegenheit, tief in die Psyche der Beteiligten einzutauchen. Man ist hautnah dabei, möchte eingreifen, möchte helfen, wenn es denn irgendwie möglich wäre. Théos Nöte, seine Überlastung und seine Hilflosigkeit rauben einem beim Lesen den Atem und lassen uns hilflos zurück. 

Wie weit darf Loyalität gehen? Muss man jemandem gegenüber, den man gern hat, loyal sein oder wäre es nicht besser, ihn zu seinem Nutzen zu verraten? Théo würde sich gerne seiner Lehrerin anvertrauen, doch dann müsste er ja seine Eltern verraten - seine Mutter, die nach der Scheidung recht seltsam geworden ist und sein Vater, der sich seit dem Verlust seines Arbeitsplatzes vernachlässigt. Théos Freund Mathis würde auch gerne mit seiner Mutter reden – doch dann müsste er seinen Freund verraten. Lehrerin Hélène versucht verzweifelt, die anderen Lehrkräfte von ihrem Verdacht zu überzeugen – und stößt dabei auf taube Ohren. Dann trifft Théo einen verzweifelten Entschluss … 

Fazit: Ein einfühlsamer, außergewöhnlicher Roman, der im Leser noch lange nachklingen und ihn beschäftigen wird. Sehr empfehlenswert!

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76 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

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Wie ich fälschte, log und Gutes tat

Thomas Klupp
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783827013668
Genre: Romane

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

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Königskinder

Alex Capus
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260092
Genre: Romane

Rezension:

Nachts bei Schneetreiben eine gesperrte Alpenstraße zu befahren ist nicht die beste Idee. Zu dieser Erkenntnis kommen auch Max und Tina, als sie auf Höhe des Jaun-Passes in einer Schneewehe stecken bleiben und nun gezwungen sind, die Nacht im Auto zu verbringen. Um Tina die Zeit zu verkürzen bis am nächsten Morgen Hilfe zu erwarten ist, erzählt Max ihr eine Geschichte, eine wahre Geschichte, wie er behauptet. Sie beginnt im Jahre 1779 auf einer kleinen Melkhütte im Greyerzerland ganz in der Nähe. Dort hütet der arme Waisenjunge Jakob die Kühe des reichen Bauern Magnin, in dessen Tochter Marie er sich unsterblich verliebt hat. Auch Marie liebt Jakob, aber es werden noch viele Jahre vergehen, bis die Beiden endlich glücklich sein können. Jakob geht zum Militär und landet später als Kuhhirte am Hofe Ludwig XVI. in Versailles. Die Schwester des Königs, Prinzessin Elisabeth, erfährt von Jakobs unglücklicher Liebe. Sie hat einen raffinierten Plan … 

Der Autor Alex Capus wurde 1961 in der Normandie als Sohn einer Schweizerin und eines Franzosen geboren. Seine ersten fünf Lebensjahre verbrachte er in Paris. 1966 zog seine Mutter mit ihm in die Schweiz, wo er später an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ethnologie studierte. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, Kurzgeschichten und Reportagen, wofür er einige Auszeichnungen erhielt. Mit „Léon und Louise“ war er 2011 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Das in „Königskinder“ im Auto eingeschneite Paar Max und Tina kennen Capus-Leser bereits aus dem 2016 erschienen Roman „Das Leben ist gut“. Alex Capus ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen, er lebt heute als freier Schriftsteller in Olten in der Schweiz. 

Max und Tina, das langjährige Ehepaar aus der heutigen Zeit, und Jakob und Marie, das verliebte junge Paar aus der Zeit der Französischen Revolution – eine Gegenüberstellung, die Capus außerordentlich gut gelungen ist. Fließend geht eine Geschichte in die andere über. Eine Nacht im roten Toyota Corolla, in der Max aus dem Leben von Jakob und Marie erzählt. Gelegentlich unterbrochen von Tinas amüsanten Zwischenfragen entspinnt sich ein unterhaltsamer, vergnüglicher Dialog zwischen ihnen. Max erzählt von Jakobs kargem, entbehrungsreichen Leben im Alpenland, berichtet auch über das dekadente, heruntergekommene Leben am Französischen Hof und über Elisabeth, die exzentrische Schwester von König Ludwig XVI. Der Leser erhält kurze Einblicke in überlieferte Ereignisse wie die erste Ballonfahrt der Brüder Mongolfier, der Vulkanausbruch 1783 auf Island, der in ganz Europa eine Kälteperiode mit nachfolgender Hungersnot einläutete und trifft auch auf einige historische Personen, so dass ein schönes Bild des ausgehenden 18. Jahrhunderts entsteht. 

Der Schreibstil ist sehr ansprechend, flüssig, humorvoll und erstaunlich lebendig. Liebevoll und gut recherchierte Details sowie ausdrucksstarke Landschaftsbeschreibungen bereichern die Geschichte. Capus braucht nicht viele Worte, um eine warmherzige Liebesromanze anzudeuten und sie dem Leser ästhetisch nahe zu bringen. Die Charaktere sind sehr fein gezeichnet und von zarter Poesie. Man empfindet die gesamte Handlung, ohne dass es jemals kitschig wird, beinahe märchenhaft und beendet das Buch mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit.

Fazit: Eine herzerwärmende Liebesgeschichte und eine Huldigung an die hohe Kunst des Erzählens. Sehr empfehlenswert! 

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59 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

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Die Gesichter

Tom Rachman , Bernhard Robben
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423289696
Genre: Romane

Rezension:

Schon als kleiner Junge verehrte Charles seinen Vater über alle Maßen. Er sonnte sich gerne im Ruhm von Bear Bavinsky, des bekannten und berühmten Malers, und versuchte stets, ihm nachzueifern. Das änderte sich auch nicht, als dieser auszog und eine neue Familie gründete. Später, als junger Mann, als Charles seine ersten zaghaften Versuche unternahm, ebenfalls zu malen, wurden diese vom Vater gnadenlos als „völlig untalentiert“ beurteilt. So wurde denn aus Pinch, wie ihn seine Eltern stets nannten, ein Lehrer für Italienisch an einer kleinen Londoner Sprachenschule, der aber seinen berühmten Vater weiterhin aus der Ferne bewundert und vergeblich versucht, von ihm Anerkennung und Liebe zu bekommen. Die bekommt er erst, als der nunmehr hochbetagte Bear ihn als Erben und Nachlassverwalter einsetzt. Jetzt hat Pinch die Möglichkeit zu tun, was er schon immer tun wollte …

„Die Gesichter“ (The Italian Teacher) ist der dritte Roman des 1974 in London geborenen Autors Tom Rachman. Nach seinem Studium der Filmwissenschaften und Journalistik arbeitete er zunächst mehrere Jahre als Auslandskorrespondent in verschiedenen Ländern. Um zu Schreiben entschied er sich später für eine Teilzeitstelle bei der International Herald Tribune in Paris. Heute lebt Rachman in London und Rom.

Gleich mehrere interessante Themen hat der Autor in diesem Buch vereint. Da ist zunächst die problematische Vater/Sohn-Beziehung: der übermächtige selbstbewusste Vater, ein Künstler, um den sich die Welt zu drehen hat - und der Sohn, ein eher schüchterner, an sich selbst zweifelnder Mann, der zeitlebens um die Liebe seines Vaters buhlt. Ausdrucksvoll und wortgewaltig lässt Rachman den Leser am Konflikt der beiden teilhaben und nimmt ihn mit auf eine emotionale Reise in deren Leben. Es geht ferner um Kunst, Künstler und die Vermarktung ihrer Werke. Wer bestimmt ihren Wert auf dem Kunstmarkt? Muss ein Künstler gegen die guten Sitten verstoßen, um Aufmerksamkeit für sein Schaffen zu bekommen? Welchen Einfluss haben Spekulanten, Galeristen und Museen? Ein weiteres Thema behandelt die Moral und das eigene Gewissen. Muss ein Fehler zwangsläufig weitere Vergehen nach sich ziehen oder gebietet es das Verantwortungsbewusstsein, sich dazu zu bekennen?

Der Schreibstil ist leicht anspruchsvoll und von starker emotionaler Tiefe, das Lesen erfordert daher eine gewisse Konzentration. Dass der Autor sehr gut schreiben kann, ist an den überaus plastisch heraus gearbeiteten Charakteren zu erkennen. Als Leser hat man das Gefühl dabei zu sein, die Personen schon lange zu kennen, an ihrem Leben teilzunehmen und mit ihren Gedanken zu verschmelzen. Die Schicksale berühren tief. Nicht nur der Sohn muss um die Anerkennung seines Vaters kämpfen, auch der Vater hat sich die Bestätigung und das Ansehen auf dem Kunstmarkt zu erkämpfen. Besinnliche, traurige Begebenheiten wechseln sich ab mit heiteren, humorvollen Momenten, so dass hintergründig stets eine gewisse Spannung erhalten bleibt und nie Langeweile aufkommt.

Fazit: Man sollte sich voll auf das Thema einlassen, um diesen Roman richtig genießen zu können – dann wird er noch lange in Erinnerung bleiben.    



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222 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 118 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Kit und Laura 1999 ihre erste totale Sonnenfinsternis in Cornwall gemeinsam erleben, können sie die Folgen noch nicht erahnen. Im Dämmerlicht glaubt Laura Zeuge einer Vergewaltigung geworden zu sein, aber der Mann streitet alles ab und die Frau schweigt. Es kommt zur Gerichtsverhandlung und aufgrund Lauras Aussage wird der Mann, Jamie, zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Kurze Zeit später steht unerwartet das Opfer, Beth, bei dem jungen Paar vor der Tür und drängt sich in ihr Leben. Seltsame Dinge geschehen, Kit und Laura fühlen sich bedroht und leben in ständiger Angst. Es gelingt ihnen eine neue Identität anzunehmen und unterzutauchen. – Fünfzehn Jahre später ist Kit alleine auf die Färöer Inseln zu einer Sonnenfinsternis gereist, als plötzlich wieder Beth bei Laura auftaucht und die Vergangenheit erneut ans Licht gezerrt wird. Jetzt müssen sich alle der Wahrheit stellen … 

Die Autorin Erin Kelly wurde 1976 in London geboren und wuchs in Essex auf. Sie studierte englische Literaturwissenschaft und arbeitete anschließend als Journalistin. Ihr erster Roman „Das Gift des Sommers“ erschien 2012. Heute lebt Erin Kelly mit ihrem Mann und ihren Töchtern in London. 

Da ich das Glück hatte, am 11.8.99 die totale Sonnenfinsternis über Süddeutschland zu erleben, hatte ich an das Buch „vier.zwei.eins“ große Erwartungen. Der Anfang war noch recht vielversprechend, der Spannungsbogen stieg langsam an, doch der weitere Verlauf war eher enttäuschend. Es folgen einige langatmige Passagen, die Geschichte plätschert so vor sich hin, und auf weiten Strecken passiert kaum etwas. Viele Zufälle, unerwartete Ereignisse und verschleierte Andeutungen bringen dann, nach etwa der Hälfte des Buches, wieder Spannung in das Geschehen, das dann allerdings ziemlich konstruiert wirkt. Zum Schluss hin geschieht dann sehr viel auf einmal. Es klärt sich alles auf, sehr schlüssig sogar, und die Geschichte endet in einem furiosen Showdown. 

Der Schreibstil ist recht flüssig, die Sprache einfach und durch wörtliche Rede gut verständlich. Unterschiedliche Perspektiven und verschiedene Zeitebenen verschaffen dem Leser einen umfassenden Eindruck der Ereignisse, ohne ihn allzu sehr zu verwirren. Die Charaktere sind gut durchdacht und effektvoll ausgearbeitet. Durch ein Geflecht von Lügen, Heucheleien und Verheimlichungen schafft es die Autorin, dass man keine Gefühle für die Betroffenen entwickeln kann und am Ende alle Akteure einfach nur unsympathisch in Erinnerung bleiben. 

Fazit: Ein Roman, der recht spät Fahrt aufnimmt, ab etwa der Mitte spannend wird, um dann dramatisch und effektvoll zu enden.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Alligatoren: Roman

Deb Spera
E-Buch Text: 376 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959677882
Genre: Romane

Rezension:

In den Sümpfen von South Carolina, 1924: Eine armselige Hütte, vier Kinder, nichts zu essen und einen gewalttätigen, ständig besoffenen Mann - das ist Gertrudes Leben. In ihrer Verzweiflung bringt sie die drei ältesten Mädchen ins nahe Dorf zu ihrem Bruder Berns, wo sie ihm auf den Baumwollfeldern helfen sollen. Berns schickt Gertrude zu Annie Coles, in deren Fabrik sie die Stelle einer verstorbenen Näherin erhält und die ihr gleichzeitig ein kleines Häuschen zur Miete überlässt. Die 6jährige kranke Mary gibt Gertrude bei Oretta ab, einer Schwarzen, die bei Annie Haushälterin ist und die für ihre Heilkünste bekannt ist. Nun kann sie sich, mit einer Flinte bewaffnet, zurück auf den gefährlichen Weg durch den Sumpf machen, um ihre paar Habseligkeiten in dem alten Zuhause zu holen. Plötzlich bleibt sie wie angewurzelt stehen, ein riesiger Alligator versperrt ihr den Weg – sie legt an, ein Geräusch, ihr Mann torkelt heran, die Bestie bewegt sich, ein Schuss fällt … 

So aufregend beginnt „Alligatoren“, der erste Roman von Deb Spera, der Leiterin eines amerikanischen TV-Produktions-Unternehmens. Sie wuchs in Louisville, Kentucky, auf. Deb Spera veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten in namhaften Journalen und war Finalistin des Montana Literaturpreises und zweimalige Finalistin des Kirkwood Literaturpreises. Heute lebt sie mit Mann und zwei ihrer drei Kinder in Los Angeles. 

Gertrude, Annie und Oretta, drei starke Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, deren Schicksal jedoch eng miteinander verwoben ist. Eins haben sie gemeinsam, sie wollen ihr Leben selbst bestimmen, frei und unabhängig sein: 

Annie scheint alles erreicht zu haben. Sie ist mit einem reichen Plantagenbesitzer verheiratet und hat ihre eigene kleine Fabrik. Doch sie hat einen Feind, da wo sie es nicht vermutet und auch lange nicht wahrhaben will, was ihrem jüngsten Sohn bereits das Leben kostete, ihre Mädchen vertrieben hat und auch sie in Todesgefahr bringt. – Oretta, Annies schwarze Haushälterin, besitzt viel Lebensweisheit und wird von metaphysischen Wahrnehmungen heimgesucht. Die Sklaverei ist zwar abgeschafft, dennoch hat sie unter ihrer Hautfarbe zu leiden. Von allen Seiten erfahren sie und ihr ebenfalls schwarzer Mann Demütigungen, Vorurteile von Weißen sind alltäglich. – Gertrude hat nichts als Sorgen, täglich muss sie ums Überleben für sich und ihre vier Mädchen kämpfen. Außerdem führt sie einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Natur, gegen ihr Umfeld und gegen ihr Gewissen … 

Ein großes Lob gebührt der Autorin für dieses Erstlingswerk. Es gelingt ihr großartig, die Atmosphäre der Südstaaten Mitte der 20er Jahre wiederzugeben und den Figuren Leben einzuhauchen. Kapitelweise abwechselnd lässt sie die Frauen selbst zu Wort kommen, was dem Buch eine authentische Lebendigkeit verleiht. Der Schreibstil ist sehr ausdrucksstark und angenehm flüssig, Aktionen und Landschaften sind anschaulich erfasst und treffend in Szene gesetzt. Die Handlung ist solide konstruiert mit etlichen dramatischen Wendungen, schonungslos offen und erschreckend, die dem Geschehen eine völlig neue, tragische Richtung verleihen und zu einem unerwarteten Ende führen.

Fazit: Eine ergreifende Geschichte, spannend und mitreißend – ein wundervolles Buch!

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266 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

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Mario und der Zauberer

Thomas Mann
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.04.1989
ISBN 9783596293209
Genre: Klassiker

Rezension:  
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148 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

Rezension:

Schneesturm und eisige Kälte in Brooklyn. Der 60jährige Richard Bowmaster, Professor an der New York University, hatte eben seinen Kater zum Tierarzt gebracht und befand sich nun auf dem Heimweg, als er aufgrund der Glätte auf einen vor ihm fahrenden Wagen auffuhr. Ein belangloser Schaden den seine Versicherung regeln würde, dachte er, und übergab der jungen Fahrerin seine Visitenkarte. Doch kaum ist Richard zu Hause angekommen, steht sie auch schon vor seiner Tür, völlig aufgelöst und den Tränen nahe. Da sie offenbar nur spanisch spricht, braucht Richard die Hilfe seiner Untermieterin, der 62jährigen Universitäts-Gastdozentin aus Chile, Lucia Maraz. Nach einigem Hin und Her stellt sich heraus, die Fahrerin heißt Evelyn Ortega, stammt aus Guatemala, arbeitet illegal als Kindermädchen und – sie hat eine Leiche im Kofferraum. Diese muss natürlich verschwinden! So machen sich die drei im Schneetreiben auf den Weg in den Norden, wo Richard an einem See in den Wäldern eine Hütte hat … 

Diese aberwitzige Geschichte ist jedoch nur das Gerüst, der rote Faden, für den Roman „Ein unvergänglicher Sommer“ von Isabel Allende. Wie auch in ihren anderen Romanen führt die Autorin den Leser nach Mittel- und Südamerika, indem sie die beiden Frauen während der langen beschwerlichen Fahrt von ihren Heimatländern berichten lässt. In Rückblicken erzählen sie ihre bewegenden Lebensgeschichten. Wir erfahren von Grausamkeiten in Guatemala, von Morden und Vergewaltigungen, von Bandenkämpfen und von Evelyns abenteuerlicher Flucht. Lucia berichtet über die Machtübernahme des Militärs 1973 in Chile, über Guerillakämpfe und über Mütter auf der Suche nach ihren verschollenen Söhnen. Auch Richard hat viel mitzuteilen, fühlt er sich doch noch immer schuldig am Tod seiner Frau und seiner Tochter. Das gemeinsame Erlebnis dieses gefährlichen Unternehmens bringt die drei Menschen einander näher – endlich können sie sich öffnen und von seelischer Last befreien. Jetzt haben sie wieder eine Zukunft … 

Ein Buch voller Herzenswärme und feinem ironischen Humor. Mit großer erzählerischer Kraft und Lust am Detail gelingt es Allende, die jeweilige Stimmung treffend einzufangen und wiederzugeben. Spannung und ruhigere Phasen wechseln sich gekonnt ab. Ihr Schreibstil ist sehr lebendig und flüssig, klar und schnörkellos, und dennoch voller Ausdruckskraft. Landschaften und Örtlichkeiten sind atmosphärisch treffend erfasst und mit ihrem guten Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen wirken die Charaktere authentisch und lebensecht. 

Fazit: Ein wunderbares Buch, das ich ohne Einschränkungen empfehlen kann!

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Beim Ruf der Eule

Emma Claire Sweeney , Ulrike Werner-Richter
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404177134
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auch mit beinahe 80 Jahren betreibt Maeve Maloney noch immer die kleine, von ihrer Eltern geerbte Pension an der See, in der sie Menschen mit geistiger Behinderung beherbergt. Auch wenn sie nach außen schroff und unnahbar wirkt, zu ihren Gästen ist sie stets liebevoll und herzlich. Ganz anders jedoch zu dem neuen Gast, Vincent Roper, ihn würde sie gerne wieder los werden. Nach über 50 Jahren ist er plötzlich wieder da, der Jugendfreund, den sie damals nie wieder sehen wollte. Er ist der einzige Mensch der noch weiß, dass sie eine Zwillingsschwester hatte, Edie, die wunderbar singen konnte und bestimmt berühmt geworden wäre, hätte das Schicksal nicht so grausam zugeschlagen. Plötzlich sind Maeves Erinnerungen wieder da - und ihre Schuldgefühle, die sie jahrzehntelang verdrängt hatte … 

„Beim Ruf der Eule“ ist der Debütroman der US-amerikanischen Autorin Emma Claire Sweeney, die bisher erfolgreich Kunstfeatures und Beiträge über Menschen mit Behinderungen in verschiedenen namhaften Magazinen veröffentlichte. Inspiriert zu dem Roman wurde sie durch ihre Schwester, die an Zerebralparese und Autismus erkrankt ist. Sie lebt heute in London. 

Die Idee, über Menschen mit Handicap zu schreiben und eine Pension für Behinderte in den Mittelpunkt der Geschichte zu stellen, finde ich grundsätzlich gut – die Ausführung ist meiner Meinung nach weniger gut gelungen. Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen, in den 50er-Jahren und etwa 2013, wobei die Gegenwart in der Vergangenheitsform geschrieben ist und die Geschehnisse vor 60 Jahren in der Gegenwartsform geschildert werden. Warum nur? Das macht das Lesen, zumindest anfangs, sehr anstrengend und hindert den Lesefluss. Überhaupt zieht sich die Geschichte zäh und mühsam dahin. Etwas Spannung entsteht lediglich dadurch, dass man wissen möchte, wie es seinerzeit zu dem Zerwürfnis zwischen Maeve und Vincent gekommen ist. Die Auflösung am Schluss ist dann eher banal. 

Überraschend einfühlsam hingegen schildert die Autorin das Verhältnis zu Personen mit Down-Syndrom, über ihre Gefühle und ihre Art zu leben. Man erfährt beispielsweise, dass manche Betroffene, mit etwas Unterstützung, sehr wohl in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen. Dass das Leben mit Behinderten einerseits sehr bereichernd sein kann, andererseits aber deren Pflege manche Familien total überfordert, erfährt der Leser ebenfalls in der Geschichte. 

Im Epilog berichtet die Autorin, wie sie durch Personen ihres Umfeldes zu diesem Buch angeregt wurde und vieles davon hier übernehmen konnte. Ich muss leider gestehen, dass mich dieser kurze Bericht mehr interessiert und betroffen gemacht hat, als der Roman selbst. 

Fazit: Ein Buch, über das man verschiedener Meinung sein kann. Deshalb sollte sich jeder sein eigenes Urteil bilden. 

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Laienspiel

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2013
ISBN 9783492303033
Genre: Krimi und Thriller

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Der Sprengmeister

Henning Mankell , Verena Reichel , Annika Ernst
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 23.07.2018
ISBN 9783552059016
Genre: Romane

Rezension:

Eine Zündung zur falschen Zeit und das Leben des jungen Sprengmeisters Oskar Johansson nimmt einen ganz anderen Verlauf. Schrecklich entstellt und von seiner Freundin verlassen sieht er zunächst keine Zukunft – bis er Elvira kennen lernt. Die beiden heiraten, bekommen drei Kinder, und führen ein bescheidenes, aber zufriedenes Leben. Oskar ist weiterhin als Sprengmeister beschäftigt und ist nebenbei politisch aktiv. Nach Elviras Tod kauft er in den Schären ein Saunahäuschen, wo er zukünftig die Sommer in aller Abgeschiedenheit beim Fischfang verbringt. Gelegentlich erhält er Besuch, dem er einiges aus seinem Leben erzählt. Nicht alles, nicht zu viel, an manches will er sich auch gar nicht mehr erinnern - Oskar hat sein eigenes Tempo. So vergeht die Zeit, so vergeht ein Leben …

„Der Sprengmeister“ ist der erste Roman des später weltberühmten Autors Henning Mankell (1948-2015). Die schwedische Originalausgabe erschien erstmals 1973. Schon hier zeigt sich Mankells Neigung zu sozialkritischen Themen und das einfühlsame Übermitteln von Problemen benachteiligter Menschen. Ganz nebenbei erfährt man auch einiges über Schwedens Politik und das Weltgeschehen zwischen 1911 und 1962.

Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut. Kurze prägnante Sätze, kein Wort zu viel – und dennoch ist alles klar verständlich. In rascher Folge wechseln die Zeiten, mal ist Oskar Johansson ein junger Mann, mal in hohem Alter – aber man weiß immer sofort, in welchem Abschnitt seines Lebens man sich befindet. Mankell lässt den Sprengmeister nur ganz sporadisch selbst erzählen, meist berichtet ein Freund oder eine dritte, unabhängige Person, über ihn. Oftmals sind wir auch Zeuge eines Gesprächs zwischen Oskar und einer anderen Person, was aber, entsprechend Oskars Mentalität sehr knapp und auf das Wesentliche beschränkt, ausfällt. Am Ende jedoch kennt man seine ganze Geschichte, erfasst sein ganzes Leben.

Fazit: Ein großartiges Buch, ein bei uns bisher unentdeckter Schatz, in dem das Können des damals 25jährigen Henning Mankell bereits sehr gut erkennbar ist.

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Unter blutrotem Himmel

Mark T. Sullivan , Peter Groth
Flexibler Einband: 596 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 22.05.2018
ISBN 9781503950085
Genre: Historische Romane

Rezension:

Pino Lella ist siebzehn Jahre alt, als die Alliierten im Juni 1943 über Mailand die ersten Bomben abwerfen. Um ihren Sohn vor der Gefahr zu schützen, schicken die Eltern Pino in ein Dorf in den Alpen, wo sie ihn im Casa Alpina bei Pater Re in Sicherheit vermuten. Aber Pater Re hat andere Pläne mit Pino. Er braucht ihn als Bergführer, um Juden zu ihrer gefahrvollen Flucht über die Grenze in die Schweiz zu verhelfen. Unter der drückenden Last der Verantwortung für die Flüchtlinge und oftmals dem Tod sehr nahe wird der Junge viel zu rasch zum Mann. Zurück in Mailand wird der nun 18-Jährige von seinen Eltern gezwungen, der deutschen Organisation Todt beizutreten. So kann verhindert werden, dass er von der italienischen Armee an die Ostfront geschickt wird. Nun wird Pino Fahrer für Generalmajor Leyers und erhält Einblick in geheime Tätigkeiten der Deutschen. Das trifft sich gut, denn Onkel Albert ist in der Resistenza, dem italienischen Widerstand, und spioniert für die Alliierten … 

Der Autor Mark Sullivan ist Journalist und wurde bisher durch seine Thriller, für die er einige namhafte Preise erhielt, bekannt. Durch einen glücklichen Zufall, wie er selbst im Vorwort des Buches bemerkt, erfuhr er von Pinos Geschichte. Sein Interesse war geweckt, er recherchierte, fuhr an die Orte des Geschehens und sprach persönlich mit dem zu diesem Zeitpunkt neunundsiebzig Jahre alten Pino Lella. Da kaum noch überlebende Zeitzeugen und Dokumente vorhanden waren die Pinos Geschichte untermauern konnten, entschloss sich der Autor daraus einen Roman zu machen. Heraus gekommen ist, wie im Vorwort des Buches zu lesen ist, „ein Roman aus biografischer und historischer Fiktion, der sich eng daran orientiert, was Pino Lella zwischen Juni 1943 und Mai 1945 widerfahren ist“. 

Der Schreibstil ist flüssig und sehr lebendig. Landschaften, Ereignisse und zwischenmenschliche Beziehungen sind treffend erfasst und atmosphärisch und emotional passend wiedergegeben. Erzählt wird weitgehend chronologisch in der Wahrnehmung von Pino Lella, auf die Ich-Form wird jedoch verzichtet. Die Brutalität des Krieges jener Zeit, der den Norden Italiens besonders hart getroffen hat, wird angebracht vermittelt ohne auf bestialische Details ausführlich einzugehen. Eher zurückhaltend und sachlich schildert der Autor die Vorkommnisse, trotzdem kommen die Gefühle wie Wut und Hass, Angst und Verzweiflung, Trauer und Hoffnungslosigkeit, aber auch Liebe, Aufopferung und Zuversicht, recht gut zum Ausdruck. 

Dennoch bleiben für mich einige Kritikpunkte: Die Kriegshandlungen werden, wohl weil der Autor Amerikaner ist, sehr einseitig verurteilt. Italien musste unter den Alliierten mindestens genau so leiden, wie unter der deutschen Besatzung, die Deutschen aber sind durchwegs schlecht und werden ständig als “Teufel“ bezeichnet. Die erwähnten Schwarzhemden und Faschisten waren Italiener, die ihre eigenen Landsleute bespitzelten, bekämpften und niedermetzelten. Ferner wird im Buch ständig von Held und Heldentum gesprochen. Ich kann nichts Heldenhaftes daran feststellen, wenn ein Priester einen 17jährigen Jungen als Fluchthelfer einsetzt oder ein Onkel seinen 18jährigen Neffen zur Spionage zwingt – doch darüber sollte sich jeder Leser seine eigenen Gedanken machen, ebenso wie über die vielen exzellenten Begabungen und Fähigkeiten des jungen Pino. 

Fazit: Ein unterhaltsames Buch über den 2. Weltkrieg in Italien, über dessen Wahrheitsgehalt wohl einige Zweifel aufkommen dürften.

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Schattenwasser

Michael Kibler
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2010
ISBN 9783492259064
Genre: Krimi und Thriller

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Die Liebe in den Zeiten der Cholera

Gabriel García Márquez , Dagmar Ploetz [Übers.]
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.01.1987
ISBN 9783462018042
Genre: Liebesromane

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Der General in seinem Labyrinth

Gabriel García Márquez , Dagmar Ploetz
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.01.1989
ISBN 9783462020137
Genre: Romane

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