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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Sieben Mörder (Kurzgeschichte, Krimi) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Bettina Wagner
E-Buch Text: 31 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 27.03.2017
ISBN 9783960870944
Genre: Sonstiges

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kurzgeschichte, thomas kowa, booksnack, schweizer krankheit, heimweh

Der Gentleman (Kurzgeschichte, Humor) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Thomas Kowa
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 28.02.2017
ISBN 9783960871484
Genre: Sonstiges

Rezension:


Nach dreißig Jahren in Brasilien plagt den nunmehr 94-jährigen Gentleman Walter Seiler die Sehnsucht nach seiner Heimat. Jetzt ist er zurück in der Schweiz, am Züricher Flughafen, allerdings in Handschellen. Seinerzeit hatte er eine Bank überfallen von der er sich betrogen fühlte, jetzt soll er seine Strafe absitzen. Um seine Haftfähigkeit festzustellen, muss er vom Arzt untersucht werden. Dieser bescheinigt ihm die Schweizer Krankheit, allgemein auch „Heimweh“ genannt …

Diese Kurzgeschichte von Thomas Kowa besteht gerade mal aus sieben eBook-Seiten, die jedoch alles enthalten, was einen klassischen Booksnack ausmacht. Spannung, Humor, flüssiger Schreibstil und eine überraschend menschliche Pointe machen das Lesen zum Vergnügen.

Fazit: Ein empfehlenswerter „Snack“ für zwischendurch, ganz ohne Kalorien.  

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Schlafende Hunde - Inspector Rebus 19: Kriminalroman by Ian Rankin (2014-09-08)

Ian Rankin
Fester Einband
Erschienen bei Manhattan, 01.01.1762
ISBN B01K9547Z4
Genre: Sonstiges

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

polen, toronto, schicksal, holocaust, liebe

Fluchtstücke

Anne Michaels , Beatrice Howeg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Berliner Taschenbuch Verlag BVT, 07.01.2012
ISBN 9783833308109
Genre: Romane

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184 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 24 Rezensionen

lehrer, musik, roadtrip, münchen, reise

Becks letzter Sommer

Benedict Wells
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.11.2009
ISBN 9783257240221
Genre: Romane

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50 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

physik, gott, einstein, urknall, spionage

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

bahnhof, italien, zug, tagebuch, suche

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641195021
Genre: Romane

Rezension:


Michele ist sieben Jahre alt, als seine Mutter eines Morgens mit Koffer und seinem roten Tagebuch in der Hand in den Zug steigt, wegfährt und nicht wieder zurück kommt. Heute, mit dreißig, leidet er noch immer unter diesem Verlust. Er ist zum Eigenbrötler geworden, lebt alleine im Elternhaus am Bahnhof und hat nach dem Tod des Vaters dessen Arbeit übernommen. Jeden Abend kontrolliert er den einzigen Zug, der noch in den kleinen Bahnhof fährt, nach vergessenen und verlorenen Gegenständen. Diese zu sammeln und aufzubewahren sind die einzige Freude seines ansonsten trostlosen Lebens. Eines Abends steht Elena vor seiner Tür, eine quirlige junge Frau, die ihre im Zug vergessene Puppe abholen möchte. Sie wirbelt Micheles beschauliches Leben gründlich durcheinander. Als er dann noch sein rotes Tagebuch aus Kindertagen im Zug entdeckt, ist seine Ruhe endgültig dahin. Er beschließt mit Elenas Hilfe seine Mutter zu suchen – eine abenteuerliche Reise beginnt …

Der Autor Salvatore Basile ist gebürtiger Neapolitaner und lebt heute in Rom. Er ist Regisseur und Drehbuchautor, was seinem ersten Roman „Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands“ meiner Meinung nach auch anzumerken ist. Landschaften, Gebäude und vieles mehr werden herrlich plastisch und bis ins kleinste Detail beschrieben, ebenso die Gesten und Bewegungen der Personen - über Aussehen und Statur der Protagonisten konnte ich mir jedoch, außer vielleicht Augen- und Haarfarbe, bis zum Schluss kein klares Bild machen. Der Schreibstil ist gut lesbar, mit viel Lust am Detail und von großer erzählerischer Kraft. Die Dialoge empfand ich manchmal etwas hölzern, was vielleicht der Übersetzung zuzuschreiben ist.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend mit einem wunderbaren Zitat von Saint-Exupéry. Auch der Plot (junger Mann begibt sich auf die Suche nach seiner verschollenen Mutter, begegnet dabei verschiedenen Charakteren und macht selbst eine bemerkenswerte Entwicklung durch) weckt die Hoffnung auf ein außergewöhnliches Werk. Es hätte ein modernes Märchen werden können, hätte der Autor die Geschichte nicht vollgepackt mit philosophischen Lebensweisheiten und psychologischen Erkenntnissen. Der Protagonist Michele macht innerhalb weniger Tage eine innere Wandlung durch, die recht unglaubwürdig anmutet und real nicht nachvollziehbar ist. Anfangs ist die Geschichte ruhig und einfühlsam und kann den Leser durchaus in seinen Bann ziehen. Doch gegen Ende zu, vermutlich aus dramaturgischen Gründen, wird die Handlung immer rasanter. Geheimnisvolle Zufälle und mystische Wunder geschehen, manche Aktionen erinnern gar an Slapstick-Komödien und sind für mich nur haarsträubender Unsinn. Selbst das versöhnliche Ende, in dem wie im Märchen alles aufgeklärt wird, konnte mich nicht mehr überzeugen, da meiner Meinung nach der Grundgedanke der Geschichte verloren gegangen ist.

Fazit: Ein Roman mit Stärken und Schwächen – eine unterhaltsame Lektüre für Leser, die sich auf „märchenhaftes“ einlassen können.

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101 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

trauma, tod, eleanor, mutter-tochter-beziehung, neuanfang

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ich gehöre keinem

Åsa Linderborg , Paul Berf
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 12.12.2011
ISBN 9783442743230
Genre: Romane

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

san francisco, geheimnisse, gefühle, traditionen, die zeit in der wir träumten

Die Zeit, in der wir träumten

Meredith Jaeger , Corinna Rodewald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746632964
Genre: Romane

Rezension:


Sarah Havensworth ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann Hunter, der aus wohlhabender Familie stammt, in San Francisco. Auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit zum Master of Fine Arts entdeckt die ehemalige Journalistin in den digitalen Archiven der Daily Alta California, eine der ältesten Zeitungen San Franciscos, einen Artikel aus dem Jahr 1876, der sofort ihre Aufmerksamkeit erregt: Zwei Näherinnen werden vermisst, sie gelten als ermordet. Sarah beginnt mit ihren Recherchen und stößt bald auf den Namen Havensworth. Was hat die Familie ihres Mannes mit den verschwundenen jungen Frauen zu tun? Plötzlich fühlt sie sich verfolgt, erhält bedrohliche Emails und befürchtet, ein schreckliches Geheimnis aus ihrer Vergangenheit könnte entdeckt werden …

In einer ärmlichen Gegend, unweit des verrufenen Rotlichtviertels Barbary Coast in San Francisco, leben im Jahr 1876 zwei junge Einwanderinnen. Beide arbeiten als Näherinnen, die Deutsche Hanna und die Irin Margaret. Ihre Zukunft sieht trostlos aus, Hunger, Armut und Prügel vom Vater bestimmen den Alltag. Bei ihrer Arbeit im Walton’s Tailor Shop lernen sie eines Tages zwei Herren der besseren Gesellschaft kennen, die Cousins Lucas und Robert Havensworth, die sich offenbar für die jungen Frauen interessieren. Als Hanna eines Tages die Einladung von Lucas in die Oper annimmt, verschwindet währenddessen ihre Freundin spurlos. Mit Lucas‘ Hilfe macht sich Hanna auf die Suche nach der vermissten Margaret …

Die Autorin Meredith Jaeger ist in San Francisco geboren, ihre Vorfahren stammen aus Deutschland. Jahrelang bereiste sie die Welt und lebte auf verschiedenen Kontinenten. Heute wohnt sie mit ihrem Ehemann, ihrer kleinen Tochter und ihrer Englischen Bulldogge außerhalb San Franciscos in der Bay Area. „The Dressmaker’s Dowry“ ist ihr erster Roman, der in Deutschland unter dem Titel „Die Zeit, in der wir träumten“ beim Aufbau-Verlag als Taschenbuch erschienen ist.
Die Geschichte San Franciscos in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, das harte Los der damaligen Einwanderer, die extremen Klassenunterschiede – aber auch das heutige, moderne San Francisco mit seinen vielfältigen sozialen Problemen – sind die großen Themen dieses Romans. Geschickt verwebt die Autorin beide Handlungsstränge, indem sie abwechselnd Sarah aus ihrem jetzigen Leben berichten lässt, um dann im nächsten Kapitel Hannas Geschichte zu erzählen. Früher wie heute geht es um Liebe zwischen Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, um die Bewältigung der Vergangenheit mit ihren Geheimnissen und um Ausblicke in die Zukunft. Welches Geheimnis verbirgt die angesehene Familie Havensworth und welches Erlebnis aus früher Jugend verschweigt Sarah ihrem Mann?

Spannend und aufwühlend waren für mich hauptsächlich das Leben und die Lebensumstände der Einwanderer vor 140 Jahren. Stark übertrieben jedoch empfand ich die Szenen im Rotlichtmilieu, während mir die Geschichte um Hanna und Lucas (reicher Mann macht armem Mädchen kurz nach dem Kennenlernen schon Heiratsantrag) ziemlich kitschig vorkam. In der Gegenwart störten mich besonders die vielen seltsamen Zufälle, die zur Aufklärung des Falles beitrugen. Außerdem bezweifle ich stark, dass man 140 Jahre alte Einwohnerverzeichnisse und damals in einer Zeitung, die es längst nicht mehr gibt, erschienene Artikel samt Bilder im Internet nachlesen kann. Das Ende kommt dann recht schnell, es überstürzen sich die zum Teil vorhersehbaren Ereignisse und im Epilog wird nochmals kräftig auf die Tränendrüsen gedrückt.

Fazit: Unterhaltsam und spannend, eine gute Mischung aus Historie und Gegenwart, Krimi und Liebe, über ein bisschen Schnulze sollte man hinweg sehen.  

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(2.538)

3.249 Bibliotheken, 41 Leser, 9 Gruppen, 63 Rezensionen

dystopie, klassiker, big brother, überwachung, utopie

1984

George Orwell , Michael Walter
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.06.1994
ISBN 9783548234106
Genre: Science-Fiction

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68 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

kunst, malerei, dominic smith, kunstfälschung, new york

Das letzte Bild der Sara de Vos

Dominic Smith , Sabine Roth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081873
Genre: Romane

Rezension:


Seit vielen Generationen ist das Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, „Am Saum eines Waldes“, schon im Besitz der Familie. Doch nun hängt im Schlafzimmer des reichen New Yorker Patentanwaltes Marty de Groot plötzlich eine Kopie – vermutlich ausgetauscht bei der Wohltätigkeits-Party vor einigen Tagen. Bei dem Bild handelt es sich um das einzige verbliebene Werk der holländischen Malerin Sara de Vos, die 1631 als erste Frau in die Amsterdamer Meistergilde aufgenommen wurde. De Groot schaltet einen Detektiv ein, der auch bald den Maler der brillanten Kopie ausfindig machen kann. Es ist die junge Kunststudentin Ellie Shipley, die für den Kunsthändler Gabriel gelegentlich beschädigte Gemälde restauriert. Zu spät merkt sie, dass sie einem Betrug aufgesessen ist und für Gabriel eine Fälschung gemalt hat – mit weitreichenden Folgen …

Der Autor Dominic Smith wuchs in Sidney auf und lebt heute in Austin, Texas. Er schrieb Beiträge für einige namhafte Zeitungen und erhielt für seine historischen Romane zahlreiche Preise, doch erst mit seinem Buch „Das letzte Bild der Sara de Vos“ errang er weltweit Beachtung und Anerkennung. Der Roman zeichnet sich durch Liebe zur Malerei, großen Sachverstand und ausgezeichnete Recherche aus, das Cover dazu ist hervorragend gelungen und verrät bereits im Voraus einiges über den Inhalt.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend und lässt sich gut und flüssig lesen. Besonders ausdrucksstark sind dem Autor die Landschaftsbeschreibungen und sehr lebendig die Lebensumstände der Protagonisten gelungen. Erklärungen zur Malerei, Maltechniken und Pinselführung sind anschaulich geschildert. Wie Dominic Smith im Nachwort erwähnt, ist die Handlung frei erfunden, wobei er jedoch biographische Details einiger Malerinnen des 17. Jahrhunderts, wie Judith Leyster und Sarah van Baalbergen, mit eingebunden hat.

Die Geschichte baut auf drei Hauptpersonen in drei verschiedenen Zeitebenen an drei verschiedenen Orten auf. Da ist die Malerin Sara de Vos, ihr Leben und Wirken in den Jahren 1636 und 1637 in Holland – der Anwalt Marty de Groot und die Kunststudentin Ellie Shipley in New York 1958 – und ein nochmaliges Zusammentreffen des Anwalts und der Fälscherin in Sidney im Jahr 2000. Handeln und Beweggründe der Protagonisten sind sehr real geschildert, menschliche Schwächen und ihre Hintergründe sind gut nachvollziehbar. Kurze Kapitel und ein stetiger Wechsel von Ort und Zeit steigern allmählich die Spannung und halten sie bis zum Schluss auf hohem Niveau. Obwohl die Grundstimmung eher melancholisch ist, blitzt doch ab und zu Humor durch, das Ende stimmt versöhnlich und lässt einen zufriedenen Leser zurück.

Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, sehr empfehlenswert – für Kunstinteressierte ein Muss.  

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

alter, liebe, einsamkeit, roman, kent haruf

Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

Rezension:


Sie sind beide über siebzig, Addie Moore und Louis Waters, beide seit einigen Jahren verwitwet und sehr einsam. Man kennt sich flüchtig, wie man eben jemanden kennt, der seit über vierzig Jahren in der Nachbarschaft wohnt. Lange hatte Addie überlegt und gezögert, nun fasst sie sich ein Herz und klingelt bei Louis. Sie hat ihm ein Angebot zu machen, kein unmoralisches, wie sie extra betont. Sie bietet ihm an, die Nächte bei ihr zu verbringen, neben ihr im Bett zu liegen, zu reden und nicht alleine einzuschlafen. Am nächsten Abend steht Louis vor Addies Tür … - Das nächtliche Treffen der beiden alten Leute bleibt in der Kleinstadt Holt in Colorado nicht lange geheim. Die Nachbarn tuscheln und sind schockiert, Louis‘ Tochter Holly, die extra aus Colorado Springs angereist kam als sie von der Geschichte erfuhr, ist empört und Addies Sohn Gene verbietet der Mutter gar den Umgang mit Louis …

Ein wunderbarer kleiner Roman von knapp 200 Seiten, den der US-Schriftsteller Kent Haruf (1943–2014) noch kurz vor seinem Tod fertig gestellt hat und der 2015 posthum unter dem englischen Titel Our Souls at Night erschienen ist. Der in Colorado beheimatete Lehrer schrieb insgesamt sechs Romane, die alle in der fiktiven Kleinstadt Holt spielen und für die er einige Preise und Auszeichnungen erhielt. Die deutsche Ausgabe erschien am 22.3.2017 im Diogenes-Verlag und wurde von der als Pociao bekannten Übersetzerin, Autorin und Verlegerin Sylvia de Hollanda einfühlsam übersetzt.

Der Schreibstil Harufs ist ruhig und distanziert. Es gelingt ihm großartig, Gefühle einfach und schön auszudrücken. Er fesselt den Leser an die Geschichte, ohne unnötige Spannung entstehen zu lassen. Nach kurzer Zeit hat man sich auch daran gewöhnt, dass die wörtlichen Reden nicht durch Satzzeichen hervorgehoben sind. Kurze Kapitel und knappe Dialoge erzeugen mit sparsamen Worten das unbestimmte Gefühl, dass den beiden Protagonisten nur noch wenig Zeit bleibt. Der feinfühlige, liebevolle Umgang miteinander macht das Geschehen sehr real und authentisch – sie liegen nebeneinander im Bett, endlose Gespräche füllen die Nacht und Erinnerungen aus ihrer beider Leben werden ausgetauscht.

Die wohlige Grundstimmung wird aber jäh gestört, als Addies Sohn Gene auftaucht. Auf geradezu hinterhältige Weise greift er in ihr Leben ein, indem er droht, ihr den Enkel zu entziehen. Das ist zu viel für Addie, zumal der kleine Jamie dringend die Liebe seiner Großmutter braucht, die ihm im Elternhaus nicht gegeben wird. Wie wird sich Addie entscheiden? Zerbricht dieses wunderbare späte Glück? Bleiben ihr und Louis nur noch die heimlichen nächtlichen Telefongespräche? Dem Leser jedenfalls bleibt eine Hoffnung: Ein Film mit Jane Fonda und Robert Redford soll in Vorbereitung sein!

Fazit: Ein bewegender, warmherziger Roman über Liebe im Alter und spätes Glück, aber auch über Neid, Bosheit und Missgunst der Mitmenschen. Ein Lese-Highlight!

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

lebensträume, demenz, abschied, reise, freundschaft

Etta und Otto und Russell und James

Emma Hooper , Michaela Grabinger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426305461
Genre: Romane

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69 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

hiddensee, ddr, buch, lutz seiler, kruso

Kruso

Lutz Seiler
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.09.2015
ISBN 9783518466308
Genre: Romane

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

flucht, familie, lissabon, kindheit, kinder

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 27.03.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

Rezension:

Vater, Mutter, drei Kinder – eine ganz normale Familie, wie es zunächst den Anschein hat. Doch es fällt auf, dass sie in letzter Zeit mehrmals umgezogen sind. Jetzt, 1984, wohnen sie in einem Haus mitten im Wald in der Nähe von Kaiserslautern. Vater Jürgen, der schon immer von Reichtum und vom mondänen Leben träumte, verkauft derzeit gebrauchte Nobelkarossen. Mutter Jutta gibt gelegentlich Tupper-Partys und ist ansonsten ganz zufrieden mit ihrem Leben, so wie es ist. Der 13jährige Arno besucht das Gymnasium in Kaiserslautern, seine fünf Jahre jüngere Schwester Jeany die Grundschule im benachbarten Ort und der Jüngste, Fabian, ist gerade mal ein halbes Jahr alt. Doch statt des erhofften Reichtums kommen nun öfters Briefe vom Gericht und gelegentlich steht auch die Polizei vor der Tür. Dann, eines Tages war er plötzlich da, der große Geldsegen, der Reichtum. Um Mitternacht werden die Kinder geweckt, rasch das Nötigste eingepackt, und ab geht’s im geliehenen Benz Richtung Süden, an die Côte d’Azur. Jetzt kann man es sich gut gehen lassen, man hat ja schließlich „einen Arsch voll Geld“, wie Vater sich ausdrückt. Man mietet eine Villa mit Meerblick und Swimmingpool und gibt das Geld mit vollen Händen aus. Abends geht Vater ins Casino nach Nizza oder Cannes, zum ‚Arbeiten‘, wie er es nennt. Dann steht eines Tages wieder die Polizei vor der Tür – und wieder flüchtet man mitten in der Nacht, diesmal ohne Geld, denn das ist aufgebraucht …

Arno Frank, Jahrgang 1971, studierte Kunstgeschichte und Philosophie, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München, war elf Jahre Redakteur bei der „taz“ in Berlin, arbeitete als freier Kulturjournalist für verschiedene Magazine, lebt jetzt in Wiesbaden und ist dort Inlandskorrespondent der „taz“. Seine Kindheits- und Jugenderlebnisse hat er, leicht verfremdet. In seinem ersten Roman „So, und jetzt kommst du“ zusammen gefasst und nach dem Tod seiner Mutter veröffentlicht.

Protagonist und Erzähler seiner Erlebnisse ist Arno als dreizehn- bis fünfzehnjähriger Junge. Der Schreibstil ist sehr angenehm, ausdrucksstark und bildhaft. Zu Beginn jedoch, wenn Arno als kleines Kind über seine Erfahrungen berichtet, ist meiner Meinung nach die Sprache zu ‚erwachsen‘, bzw. nicht der kindlichen Sprach- und Denkweise angepasst. Die Geschichte liest sich ansonsten gut und flüssig und hat bei aller Tragik, zumindest in der ersten Hälfte, auch ihre komischen Momente. Doch irgendwann wird dem Leser klar, dass der Spaß und das Abenteuer zu Ende ist. Plötzlich hat man nur noch Mitleid mit den Kindern und den beiden Hunden, die auf dieser Odyssee auch mitgeschleppt werden, ärgert sich über die Mutter, die alles so teilnahmslos hinnimmt, und bekommt Hass auf den Vater, der in seiner Hilflosigkeit gewalttätig wird und mit seiner Großspurigkeit die ganze Familie ins Unglück stürzt.

Anfangs zieht sich die Handlung etwas verhalten dahin, doch mit der Flucht kommt deutlich mehr Spannung auf. Man fragt sich, wie lange das noch gut gehen kann und warum immer wieder der Zusammenhalt der Familie beschworen wird. Selbst als kein Geld für Essen und Unterkunft mehr da ist, werden Vaters Entscheidungen nicht infrage gestellt. Ist das noch Liebe, Arglosigkeit oder eher Dummheit? Man hofft, dass die Familie endlich merkt, dass er kein Held, sondern ein ganz gewöhnlicher Betrüger ist. Es macht mich betroffen, dass die Kinder dadurch keine normale Kindheit erleben konnten.

Fazit: Ein gut gelungenes Romandebüt, eine ausdrucksstark erzählte Geschichte die berührt und betroffen macht.

      

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(88)

114 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

schottland, psychothriller, mord, thriller, vermisst

Wenn du mich tötest

Karen Winter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.04.2016
ISBN 9783426305126
Genre: Krimi und Thriller

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87 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

entführung, krimi, rätsel, intrige, lüge

Zeig mir den Tod

Petra Busch
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783426511244
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Premierenstimmung am Freiburger Stadttheater, in vier Tagen ist es so weit. Faust wird aufgeführt, mit Günther Assmann in der Hauptrolle. Lange hat er dafür gekämpft, oft mit unredlichen Mitteln, aber jetzt hat er sogar die Chance auf ein Engagement in Wien. Er ist fest entschlossen, sich diesen Aufstieg in seiner Karriere nicht entgehen zu lassen. – Nun ist plötzlich alles anders. Seine beiden Kinder, der 18jährige Marius und die 10jährige Rebecca sind spurlos verschwunden. Entführt? Will ihm jemand schaden? Neidet ihm einer seine Rolle? Nur zögerlich willigt Assmann ein, dass seine Frau Lene die Polizei benachrichtigt, er will kein Aufsehen, aber Rebecca ist zuckerkrank und braucht Medikamente.

Hauptkommissar Moritz Ehrlinspiel und sein Kollege Paul Freitag von der Kripo Freiburg übernehmen den Fall. Gleich zu Beginn der Ermittlungen stellen sie fest, dass die Assmanns bereits ihre erste Tochter, Annika, verloren haben - das Mädchen verschwand vor 20 Jahren spurlos. Jetzt erhält Assmann eine SMS: Um seine Kinder wieder zu bekommen solle er sich zu einer alten Schuld bekennen und dies auf öffentlicher Bühne bei der Premiere verkünden. Der krankhaft ehrgeizige Assmann weigert sich, denn das könnte seine Karriere ruinieren. Wird es seiner Frau und der Polizei gelingen, Assmann zu überreden? Wird Assmann seiner Karriere wegen seine Kinder opfern oder gelingt es der Polizei, diese vorher zu finden? …

„Zeig mir den Tod“ ist bereits der dritte Roman der deutschen Kriminalschriftstellerin Petra Busch mit dem Freiburger Kommissar Ehrlinspiel und seinem Ermittlerteam. Bereits für ihr erstes Buch bekam die Autorin den Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt des Jahres 2010. Frau Busch studierte u. A. Literaturgeschichte und Informatik und arbeitete an der Universität Freiburg. Sie ist Mitglied einer Autorengruppe für deutschsprachige Kriminalliteratur und lebt heute im Nordschwarzwald.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut den einzelnen Personen und den wechselnden Perspektiven angepasst. Die Charaktere sind exakt heraus gearbeitet und wirken sehr lebendig, da der Leser neben ihrem Aussehen auch einiges über ihr Wesen und über ihr Umfeld erfährt. Die Krimihandlung wird durch die vielen psychologischen Aspekte etwas in den Hintergrund gedrängt, was jedoch die Geschichte wohltuend belebt. Der Vater mit seinem krankhaften Ehrgeiz und seinen vielen charakterlichen Schwächen, die Mutter, die unbedingt den Schein wahren will und ihre Kinder wie eine Glucke behütet, der große stille Junge ohne Freunde und das kleine Mädchen, das Tiere über alles liebt und so gerne wie ihre vielen Freundinnen wäre – sie alle lernen wir intensiv kennen, die Ermittler und andere Personen bleiben eher etwas im Hintergrund.

Im Zentrum des Geschehens steht zweifellos Günther Assmann, dessen Leben und Vorleben man nach und nach kennen lernt. Dadurch ergeben sich für die Ermittler und auch für den Leser eine Fülle von Spuren, die eventuell von Bedeutung sein könnten. Die Spannung, die bereits zu Beginn vorhanden ist, steigert sich durch zwischen den Kapiteln kursiv eingefügte Gedanken einer unbekannten Person, deren Identität man erst ganz zum Schluss erkennen kann. Die Sorgen um die Kinder und die Frage, was mit der seinerzeit verschwundenen ersten Tochter geschehen ist, sind weitere Punkte, die die Spannung hoch halten und den Leser bis zum Schluss mit raten und mit fiebern lassen. Gut recherchierte und aufschlussreiche Erklärungen über Diabetes bei Kindern und eine genaue Ortskenntnis runden den guten Gesamteindruck ab.

Fazit: Ein „leiser“ Krimi der durch die psychologisch ausgefeilten Charaktere seine Spannung erhält und mit einem überraschenden Schluss aufwarten kann.

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88 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

fbi, nero wolfe, new york, krimi, detektiv

Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

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Nachdem die reiche Geschäftsfrau Rachel Bruner das Buch „Hinter den Kulissen des FBI“ gelesen hatte war sie der Meinung, alle Amerikaner in führenden Positionen sollten es auch lesen und verschickte es daher an 10.000 einflussreiche Bürger. Das gefiel wohl dem FBI ganz und gar nicht – die Dame fühlt sich seither verfolgt und auf Schritt und Tritt überwacht. Als Retter in der Not erscheint ihr Nero Wolfe geeignet, der bekannte New Yorker Privatdetektiv. Doch Wolfe zögert den Auftrag anzunehmen, er kann und will sich nicht mit dem FBI anlegen. Auch Wolfes Assistent Archie Goodwin rät davon ab. Doch ein Scheck über 100.000 Dollar als Anzahlung stimmt Wolfe um …

Wer von den (älteren) Lesern kennt sie nicht, die US-Fernsehserie „Nero Wolfe“ aus den 80er Jahren, mit dem übergewichtigen bärtigen Ermittler, der seine Wohnung fast nie verlässt und der mit Hilfe seiner Assistenten Archie Goodwein und Saul Panzer auch die kniffligsten Fälle in seinem Stuhl sitzend löste? Nero Wolfe, der gemütliche Orchideenzüchter und Liebhaber exzellenter Küche, mit eigenem Koch und Gärtner, – ihnen allen begegnet man in diesem Buch wieder. „Es klingelte an der Tür“ ist eine der unzähligen Episoden, die der Autor Rex Stout (1886-1975) in der Zeit von 1934 bis 1975 geschrieben hat. Auch hier befasste er sich kritisch, wie in vielen seiner Bücher, mit Übergriffen amerikanischer Staatsorgane in die Privatsphäre der Bürger und entlarvt mit grimmigem Witz die Überwachungsmethoden des FBI.

Der Schreibstil ist, dank der Neuübersetzung von Conny Lösch, sehr ansprechend und flüssig lesbar. Der Autor lässt seinen Assistenten Archie Goodwin erzählen, der die verzwickte Story dem Leser auf unterhaltsame Weise und mit einer gehörigen Portion Humor näher bringt. Trotzdem ist es nicht einfach, dem kniffligen Geschehen zu folgen, denn zwei zunächst eigenständige Fälle werden von Wolfe geschickt miteinander verwoben. Richtige Spannung kommt jedoch erst ab etwa der Mitte des Buches auf. Die Protagonisten sind gut gezeichnet – beim Lesen kommen Erinnerungen zurück und es spielt auch eine große Portion Nostalgie mit. Die gute Haptik des Einbandes, das einprägsame Cover, ein interessantes Nachwort von Jürgen Kaube und ein Auszug (in englisch) aus dem Rex-Stout-Archiv vervollständigen den guten Gesamteindruck.

Fazit: Eine Detektivgeschichte, die zu lesen mir großen Spaß bereitet hat.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

freundschaft, musik, berlin, belletristik, italien

Die Ordnung der Sterne über Como

Monika Zeiner
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.08.2014
ISBN 9783746630571
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

märchen, hund der bär, soraya, magiewelt, fantasie

Luka und das Lebensfeuer

Salman Rushdie , Bernhard Robben , Cathrin Günther , any.way
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.09.2012
ISBN 9783499255328
Genre: Romane

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

trauer, familie, aufarbeitung, biographie, tod

Das Siegel der Tage

Isabel Allende , Svenja Becker
Flexibler Einband: 409 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 16.11.2009
ISBN 9783518461266
Genre: Romane

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84 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

katzen, kinderbuch, italien, humor, katze

Nero Corleone

Elke Heidenreich , Quint Buchholz , Quint Buchholz
Flexibler Einband: 87 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.11.2003
ISBN 9783423621557
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der Bauer nennt ihn Nero, weil er total schwarz mit nur einer einzigen weißen Pfote ist - die Tiere des Hofes nennen ihn ehrfurchtsvoll Don Nero Corleone, weil er so wagemutig ist und seine Krallen so gezielt einsetzen kann – und die deutschen Urlauber Isolde und Robert finden ihn einfach nur süß. Er kann sich so herrlich bei ihnen einschmeicheln, so dass sie ihn am Ende ihres Urlaubs in ihr Heim nach Köln mitnehmen. Auch dort ist er bald der Herr im Revier …
 
Eine zauberhafte Geschichte für Kinder und jung gebliebene Erwachsene, die Elke Heidenreich hier geschrieben hat. Nicht nur Katzenliebhaber werden ihre helle Freude daran haben. Der gewitzte Kater Nero, der sich stets mutig und furchtlos in allen Lebenslagen durchsetzt, wird jedem in Erinnerung bleiben, der dieses wunderbare Buch mit seinen herrlichen Bildern von Quint Buchholz gelesen hat. Die Autorin lässt Nero selbst erzählen und bringt so seine Gedanken und das typisch freche, schmeichlerische Katzengebaren dem Leser nahe. Nicht nur bei uns Menschen, auch im Katzenleben spielen die großen Themen wie Leben und Sterben, Glück und Leid, Heimat und Geborgenheit, eine wichtige Rolle und werden in dieser Erzählung behandelt.

Fazit: Eine empfehlenswerte Tierfabel, die Menschen jeden Alters ansprechen wird.

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112 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

alter, sibirien, freundschaft, roman, bäume

Betrunkene Bäume

Ada Dorian
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 24.02.2017
ISBN 9783961010011
Genre: Romane

Rezension:


Tag für Tag fällt es dem 80jährigen Erich schwerer, die täglichen Aufgaben des Alltags allein zu bewältigen. Einzig an seinen geliebten Bäumen, seinem Wald, den er heimlich und verborgen von allen Blicken im Schlafzimmer seiner Wohnung gezüchtet hat, hat der Professor für Geologie und ehemalige Experte für Permafrost noch Interesse. Er vermisst seine Arbeit in Sibirien und besonders seine Frau Dascha, die er dort kennen und lieben gelernt hat. Durch die gelegentlichen Kontrollbesuche seiner Tochter Irina fühlt er sich bevormundet und in seiner Freiheit eingeschränkt. Als nun in die leer stehende Wohnung nebenan die 17jährige Ausreißerin Katharina einzieht, entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Nachbarn eine freundschaftliche Zweckgemeinschaft. Auch Katharina sehnt sich nach Sibirien, nach ihrem Vater, der dort irgendwo arbeitet …

„Betrunkene Bäume“ ist der Debütroman der jungen Autorin  Ada Dorian, die bereits 2009 den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg gewann, Trägerin des Literaturstipendiums des Landes Niedersachsen 2016 ist und für den Ingeborg-Bachmann-Preis 2016 nominiert war – und das zu Recht. Ihre Texte sind schwer und intensiv, schreibt NDRkultur. Über sich selbst meint Dorian, sie sei kein Fan der Heiterkeit und würde sich selbst als optimistische Melancholikerin bezeichnen. „Ich glaube, dass meine Texte ganz viel Mut machen, aber inhaltlich rückwärtsgewandt sind und sehr nachdenklich. Sie werden in meinen Texten keine Explosionen und keine Witze finden.“

Der Buchtitel klingt zunächst seltsam, hat aber durchaus seinen Sinn. Wie bei Wikipedia nachzulesen, verlieren die Bäume im tauenden Permafrost ihren Halt und geraten in Schieflage, was allgemein „betrunkene Bäume“ genannt wird. Das Cover dazu ist sehr passend und regt zum näheren Hinsehen und Zugreifen an. Der Schreibstil ist sehr schön und trotz seiner Sachlichkeit beinahe poetisch. Es herrscht ein leicht melancholischer Grundton, der zu der zutiefst berührenden Geschichte ausgezeichnet passt, der aber nie rührselig oder sentimental ist. Man erlebt den Alltag eines alten Menschen, ungeschönt und ehrlich.

Die Charaktere sind sehr lebensnah geschildert, auch wenn man ihre Handlungsweise nicht immer nachvollziehen kann. Jeder hat Probleme, jeder hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen und jeder versucht auf seine Art, damit umzugehen. Perspektive und Zeit wechseln mit jedem Kapitel, Rückblenden in Erichs früheres Leben sind geschickt eingefügt. Dies lockert zwar die Geschichte auf, verlangt aber vom Leser ein erhebliches Maß an mitdenken. Nach und nach entwickelt sich die ganze Komplexität des Geschehens, bis sich zum Ende alle Handlungsstränge zum harmonischen Ganzen zusammen fügen.

Fazit: Ein ruhiges, poetisches Buch – sehr empfehlenswert!

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207 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

usa, geister, mutter, nathan hill, chicago

Geister

Nathan Hill , Werner Löcher-Lawrence , Katrin Behringer
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492057370
Genre: Romane

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