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Und Marx stand still in Darwins Garten: Roman

Ilona Jerger
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 11.08.2017
ISBN 9783843715829
Genre: Sonstiges

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Der Fluch der Schriftrollen - Eine sensationelle Entdeckung beim Entziffern antiker Texte

Barbara Wood
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer Verlag, 01.01.1994
ISBN B006MVK2CW
Genre: Sonstiges

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1.051 Bibliotheken, 18 Leser, 3 Gruppen, 71 Rezensionen

liebe, frankreich, gemälde, kunst, krieg

Ein Bild von dir

Jojo Moyes , Karolina Fell , ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.01.2015
ISBN 9783499269721
Genre: Liebesromane

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39 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

hummerfang, hummer, maine, insel, fluch

Die Hummerkönige

Alexi Zentner , Werner Löcher-Lawrence
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442715442
Genre: Romane

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Seit vielen Generationen lebt die Familie Kings auf Loosewood Island, einer kleinen, der Küste vorgelagerten Insel im Atlantik, an der Grenze zwischen Kanada und den USA. Sie sind die Kings, die Hummerkönige der Insel, seit ihr Vorfahr, der Maler Brumfitt Kings vor beinahe 300 Jahren die Insel entdeckte und sich dort ansiedelte. Sie leben vom Hummerfang, der in den Gewässern rund um die Insel sehr ertragreich ist. Immer war es ein Sohn, der das Familienerbe übernahm und das Geschäft mit dem Hummerfang weiter führte. Doch jetzt möchte Cordelia Kings, die älteste Tochter, mit der Tradition brechen und diese Aufgabe übernehmen. Sie liebt das Meer und liebt die schwere Arbeit mit den Hummerkörben.

Auch die Fischer von der Küste aus James Harbor wissen von dem Reichtum der Insel und wildern gerne in deren Gewässer. Aber sie kommen nicht nur zum Hummerfang, sie schmuggeln in ihren Booten auch Drogen. Woody Kings, das Oberhaupt der Familie, will mit Hilfe von Cordelia und der anderen Hummerfischer der Insel diesem Treiben Einhalt gebieten. Das könnte jedoch sehr gefährlich werden …

Der Autor Alexi Zentner wuchs in der kanadischen Provinz Ontario auf und lebt heute mit Frau und zwei Töchtern in den USA, in Ithaca im Staat New York. Er besitzt sowohl die kanadische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Für seine Geschichten erhielt er bereits zahlreiche Preise. „Die Hummerkönige“ kam im englischen Original bereits 2014 unter dem Titel „The Lobster Kings“ auf den Markt und ist nun in einer ausgezeichneten Übersetzung von Werner Löcher-Lawrence als Taschenbuch-Ausgabe des btb-Verlags auch bei uns erhältlich. Das Cover hierzu ist sehr schön gestaltet und passt gut zur Geschichte.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Cordelia geschrieben und liest sich wie ein Abenteuerroman. Der Leser erfährt zunächst einige interessante Episoden aus ihrer Kindheit, um dann an ihrem späteren aufregenden und gefahrvollen Leben als Hummerfischerin hautnah dabei zu sein. Aufgelockert wird die Geschichte durch gelegentliche Beschreibungen der Bilder Brumfitt Kings und Erinnerungen aus seinen Tagebüchern, die von Cordelia auf ihre eigene Weise interpretiert werden. Man erfährt von dem Fluch, der auf der Familie lasten soll und dem Pakt, den der Urahn geschlossen hat: Das Meer gibt der Familie Hummer – und nimmt sich dafür einen Sohn. Ob sich dieser Fluch bewahrheitet, soll hier natürlich nicht verraten werden. Er gibt dem Geschehen jedenfalls etwas Mystisches.
 
Die Protagonisten sind ausgezeichnet beschrieben, sehr lebensecht und liebevoll portraitiert. Jeder der Charaktere ist individuell und einzigartig, dadurch wirken sie sehr authentisch. Als Leser spürt man auch die Wandlungen, die sie im Laufe der Jahre durchmachen. Man liebt mit ihnen, man leidet mit ihnen, man kämpft mit ihnen gegen die raue See, trotzt Sturm und Wellen und ist manchmal über ihren Mut überrascht. Die Spannung ist besonders gegen Ende zu sehr hoch, man wird von Emotionen gepackt, ein stetes Auf und Ab der Gefühle. Auch wenn man nicht alle Handlungsweisen gutheißen kann, sind doch ihre Beweggründe verständlich.

Fazit: Ein großartiges Buch. Allen Lesern, die das Meer lieben und auch bei Sturm noch schön finden, möchte ich es uneingeschränkt empfehlen.

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russland, großmutter, deutschland, familie, enkelin

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Alina Bronsky
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.04.2012
ISBN 9783462043921
Genre: Romane

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51 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

schuld, anna stothard, berliner museum für naturkunde, hass, tragisches schicksal

Museum der Erinnerung

Anna Stothard , Kathrin Bielfeldt
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257300482
Genre: Romane

Rezension:


Seit vier Jahren arbeitet die junge britische Insektenforscherin Cathy im Berliner Museum für Naturkunde, wo auch ihr Verlobter, der amerikanische Paläontologe Tom, beschäftigt ist. Dort in ihrem Büro hütet sie ihr ganz persönliches Geheimnis: ein kleines verschlossenes Schränkchen, gefüllt mit Andenken und Erinnerungsstücken aus ihrer Vergangenheit, die meist schmerzhafte Gefühle wachrufen. Gefühle der Schuld und Empfindungen der Scham, von denen auch Tom nichts weiß, eingesperrt um zu vergessen. Doch nun ist die Vergangenheit zurück und die Angst wieder da, die sie die letzten vier Jahre erfolgreich verdrängen konnte. Ein Päckchen ohne Absender liegt auf ihrem Schreibtisch und Cathy weiß sofort von wem es ist. Er hat sie gefunden, Daniel ist in Berlin, heute, am Tag der 200-Jahr-Feier des Museums, bei der Cathy für ihre Forschungsarbeit geehrt werden soll …

Die Autorin Anna Stothard wurde 1983 in London geboren. Nach ihrem Literaturstudium in Oxford studierte sie zwei Jahre Drehbuch am American Film Institute in Los Angeles. Heute lebt sie wieder in London. „Museum der Erinnerung“ ist ihr dritter Roman, der bereits 2016 unter dem Originaltitel „The Museum of Cathy“ in Großbritannien erschienen ist.

Schuld und Rache, Liebe und Verzeihen, sind die fundamentalen Themen dieses Romans, die die Autorin in einer bildhaften, sehr detailgetreuen Schreibweise in Szene gesetzt hat. Schauplatz der Handlung ist das Berliner Naturkundemuseum, über dessen Sammlungen und Arbeitsweise man aufschlussreiche Details erfährt. Ausgestopfte Tiere, interessante Artefakte und skurrile Erinnerungsstücke begegnen dem Leser zuhauf und machen das Geschehen sehr lebendig. Ständige Wechsel der Zeitabläufe zwischen Gegenwart und Vergangenheit sorgen für Spannung. Ganz allmählich, einem Puzzle gleich, erhält man Einblick in Cathys Vergangenheit und erfährt die Umstände, warum sie vom selbstbewussten Kind zur ängstlichen, unsicheren jungen Frau wurde und erfährt auch mehr über ihre verhängnisvolle Beziehung zu Daniel. Die Charaktere sind gut und individuell heraus gearbeitet, so dass man sich gut in ihre Gedanken einfühlen und ihre Handlungsweisen nachvollziehen kann.

Fazit: Eine interessante Geschichte, sehr detailreich und ausgeschmückt erzählt, mit einem Ende, das ich so nicht erwartet hätte.

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kurzgeschichte, booksnack, bettina wagner, hass, mörder

Sieben Mörder (Kurzgeschichte, Krimi) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Bettina Wagner
E-Buch Text: 31 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 27.03.2017
ISBN 9783960870944
Genre: Sonstiges

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schweiz, thomas kowa, booksnack, kurzgeschichte, heimweh

Der Gentleman (Kurzgeschichte, Humor) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Thomas Kowa
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 28.02.2017
ISBN 9783960871484
Genre: Sonstiges

Rezension:


Nach dreißig Jahren in Brasilien plagt den nunmehr 94-jährigen Gentleman Walter Seiler die Sehnsucht nach seiner Heimat. Jetzt ist er zurück in der Schweiz, am Züricher Flughafen, allerdings in Handschellen. Seinerzeit hatte er eine Bank überfallen von der er sich betrogen fühlte, jetzt soll er seine Strafe absitzen. Um seine Haftfähigkeit festzustellen, muss er vom Arzt untersucht werden. Dieser bescheinigt ihm die Schweizer Krankheit, allgemein auch „Heimweh“ genannt …

Diese Kurzgeschichte von Thomas Kowa besteht gerade mal aus sieben eBook-Seiten, die jedoch alles enthalten, was einen klassischen Booksnack ausmacht. Spannung, Humor, flüssiger Schreibstil und eine überraschend menschliche Pointe machen das Lesen zum Vergnügen.

Fazit: Ein empfehlenswerter „Snack“ für zwischendurch, ganz ohne Kalorien.  

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Schlafende Hunde - Inspector Rebus 19: Kriminalroman by Ian Rankin (2014-09-08)

Ian Rankin
Fester Einband
Erschienen bei Manhattan, 01.01.1762
ISBN B01K9547Z4
Genre: Sonstiges

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polen, toronto, schicksal, holocaust, liebe

Fluchtstücke

Anne Michaels , Beatrice Howeg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Berliner Taschenbuch Verlag BVT, 07.01.2012
ISBN 9783833308109
Genre: Romane

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189 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 24 Rezensionen

lehrer, musik, roadtrip, münchen, reise

Becks letzter Sommer

Benedict Wells
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.11.2009
ISBN 9783257240221
Genre: Romane

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

physik, einstein, gott, bibel, urknall

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Im Auftrag der Neuen Universität Lissabon befindet sich der Kryptanalyst und Professor für Geschichte Tomás Noronha gerade in Kairo, als er von der schönen Iranerin Ariana Pakravan angesprochen wird. Sie bietet ihm an, dem iranischen Wirtschaftsministerium bei der Entschlüsselung eines bisher unveröffentlichten Manuskripts von Albert Einstein behilflich zu sein und zeigt ihm in Fotokopie die erste Seite des Dokuments. DIE GOTTESFORMEL, stand da zu lesen, darunter ein Gedicht und eine Unterschrift. Tomás‘ Interesse war geweckt, er willigt ein.

Wieder zurück in Lissabon wird Tomás in die amerikanische Botschaft berufen. Die CIA hat von der Vereinbarung erfahren und macht ihm klar, dass es sich bei dem fraglichen Dokument vermutlich um die Anleitung für eine einfach herzustellende Atombombe handelt, die der israelische Premierminister Ben-Gurion bei einem Treffen mit Einstein am 13. Mai 1951 in Auftrag gegeben haben soll. Eine solche Anleitung in iranischem Besitz wäre eine Gefahr für die Welt – so wird Tomás wider Willen zum Doppelagenten.

Bei seiner Arbeit im Iran bekommt Tomás nur eine Seite des Manuskripts zu sehen, die er entschlüsseln soll. Als er das vollständige Dokument in seinen Besitz bringen will, wird er entdeckt und verhaftet. Mit Arianas Hilfe kann er entkommen. Auf seiner Flucht vor dem iranischen Geheimdienst und der CIA findet er Unterschlupf in einem Kloster in Tibet. Dort erklärt ihm ein Mönch die Denkweise und Weltanschauung der buddhistischen Religion und ihre erstaunlichen Parallelen zum christlichen Glauben und zur Wissenschaft. Doch erst mit Hilfe seines im Sterben liegenden Vaters gelingt es Tomás, das wohl größte Rätsel des Universums zu lösen …

Der portugiesische Autor José Rodrigues dos Santos ist Dozent für Journalistik an der Neuen Universität Lissabon und gehört als Sprecher der Abendnachrichten in Portugal zu den bekanntesten Gesichtern. Seine Bücher erreichen Millionenauflagen und wurden bisher in 18 Sprachen übersetzt. 2016 wurde dos Santos zum besten Autor Portugals gewählt. „Das Einstein Enigma“ ist der Titel der 2017 erschienenen deutschen Übersetzung, dessen Original unter dem Titel „A Fórmula de Deus“ bereits 2006 veröffentlicht wurde. Die Filmrechte sollen bereits verkauft sein.

Der Roman befasst sich mit den großen existenziellen Fragen der Menschheit wie Leben und Tod, Gott und Unsterblichkeit, und basiert auf realen Forschungsergebnissen. Diese wurden zwar in Fachkreisen lebhaft diskutiert, die breite Öffentlichkeit erfuhr jedoch so gut wie nichts davon. Integriert in eine spannende Handlung bringt der Autor dem Leser die Welt der Atomphysik, der Quantenmechanik, der Relativitätstheorie, der Entstehung und dem möglichen Ende des Universums (Big Bang – Big Crunch oder Big Freeze) näher und erklärt diese Themen allgemeinverständlich. Überraschend sind auch die buddhistischen Weisheiten, die teils erstaunliche Übereinstimmungen mit modernen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen aufweisen. Es geht um die Existenz Gottes und einen möglichen wissenschaftlichen Beweis. Die Quintessenz lautet letztendlich: Den Gott der Bibel kann die Wissenschaft nicht nachweisen, das Universum jedoch ist so meisterhaft konstruiert, dass alles auf Intelligenz hindeutet, und so aufeinander abgestimmt, dass eine Absicht – ein Gott - dahinter zu vermuten ist.

Fazit: Der Leser sollte ein gewisses Grundinteresse an den wissenschaftlichen Themen mitbringen, dann ist das Buch eine Bereicherung und ein großes Lesevergnügen. Mich hat es fasziniert und sehr nachdenklich gestimmt. 

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bahnhof, italien, zug, tagebuch, suche

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641195021
Genre: Romane

Rezension:


Michele ist sieben Jahre alt, als seine Mutter eines Morgens mit Koffer und seinem roten Tagebuch in der Hand in den Zug steigt, wegfährt und nicht wieder zurück kommt. Heute, mit dreißig, leidet er noch immer unter diesem Verlust. Er ist zum Eigenbrötler geworden, lebt alleine im Elternhaus am Bahnhof und hat nach dem Tod des Vaters dessen Arbeit übernommen. Jeden Abend kontrolliert er den einzigen Zug, der noch in den kleinen Bahnhof fährt, nach vergessenen und verlorenen Gegenständen. Diese zu sammeln und aufzubewahren sind die einzige Freude seines ansonsten trostlosen Lebens. Eines Abends steht Elena vor seiner Tür, eine quirlige junge Frau, die ihre im Zug vergessene Puppe abholen möchte. Sie wirbelt Micheles beschauliches Leben gründlich durcheinander. Als er dann noch sein rotes Tagebuch aus Kindertagen im Zug entdeckt, ist seine Ruhe endgültig dahin. Er beschließt mit Elenas Hilfe seine Mutter zu suchen – eine abenteuerliche Reise beginnt …

Der Autor Salvatore Basile ist gebürtiger Neapolitaner und lebt heute in Rom. Er ist Regisseur und Drehbuchautor, was seinem ersten Roman „Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands“ meiner Meinung nach auch anzumerken ist. Landschaften, Gebäude und vieles mehr werden herrlich plastisch und bis ins kleinste Detail beschrieben, ebenso die Gesten und Bewegungen der Personen - über Aussehen und Statur der Protagonisten konnte ich mir jedoch, außer vielleicht Augen- und Haarfarbe, bis zum Schluss kein klares Bild machen. Der Schreibstil ist gut lesbar, mit viel Lust am Detail und von großer erzählerischer Kraft. Die Dialoge empfand ich manchmal etwas hölzern, was vielleicht der Übersetzung zuzuschreiben ist.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend mit einem wunderbaren Zitat von Saint-Exupéry. Auch der Plot (junger Mann begibt sich auf die Suche nach seiner verschollenen Mutter, begegnet dabei verschiedenen Charakteren und macht selbst eine bemerkenswerte Entwicklung durch) weckt die Hoffnung auf ein außergewöhnliches Werk. Es hätte ein modernes Märchen werden können, hätte der Autor die Geschichte nicht vollgepackt mit philosophischen Lebensweisheiten und psychologischen Erkenntnissen. Der Protagonist Michele macht innerhalb weniger Tage eine innere Wandlung durch, die recht unglaubwürdig anmutet und real nicht nachvollziehbar ist. Anfangs ist die Geschichte ruhig und einfühlsam und kann den Leser durchaus in seinen Bann ziehen. Doch gegen Ende zu, vermutlich aus dramaturgischen Gründen, wird die Handlung immer rasanter. Geheimnisvolle Zufälle und mystische Wunder geschehen, manche Aktionen erinnern gar an Slapstick-Komödien und sind für mich nur haarsträubender Unsinn. Selbst das versöhnliche Ende, in dem wie im Märchen alles aufgeklärt wird, konnte mich nicht mehr überzeugen, da meiner Meinung nach der Grundgedanke der Geschichte verloren gegangen ist.

Fazit: Ein Roman mit Stärken und Schwächen – eine unterhaltsame Lektüre für Leser, die sich auf „märchenhaftes“ einlassen können.

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206 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

roman, freundschaft, trauma, eleanor oliphant, ich eleanor oliphant

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:


Eine seltsame junge Frau, diese Eleanor Oliphant, etwas verschroben und weltfremd. Unangepasst wie sie nun mal ist, hat sie auch keine Freunde. Alles in ihrem Leben ist geregelt: arbeiten, essen, schlafen – mittwochs wird mit Mummy telefoniert und am Wochenende werden zwei Flaschen Wodka getrunken. Doch jetzt ist alles anders, plötzlich hat sie Pläne für die Zukunft. Eleanor hat sich Hals über Kopf in einen Mann verliebt, einen Musiker, den sie nur einmal gesehen hat. Ganz langsam, Schritt für Schritt entdeckt sie nun das reale Leben und muss dabei viele Rückschläge einstecken. Einen nicht unwesentlichen Anteil an ihrer Verwandlung hat Raymond, ein Arbeitskollege, der sich als treuer Freund erweist …

„Ich, Eleanor Oliphant“ ist der Debüt-Roman der jungen, in Glasgow lebenden schottischen Schriftstellerin Gail Honeyman, der bereits vor seinem Erscheinen große Beachtung fand. Es ist die Geschichte einer zutiefst einsamen Frau, die durch ihre bösartige Mutter, durch Schicksalsschläge in der Kindheit und durch die ständig wechselnden Pflegefamilien traumatisiert und zur Außenseiterin wurde. Eleanor hat Narben im Gesicht und Narben auf der Seele, verursacht durch ein Ereignis, über das sie nicht reden will, ja nicht reden kann, das sie verdrängt und das sie am liebsten ungeschehen machen möchte. Es ist interessant zu lesen, wie sie im Laufe der Ereignisse eine Wandlung durchmacht, die teils durch äußere Einflüsse und teils durch eigene Erkenntnis ausgelöst wird.

Honeyman lässt ihre Protagonistin selbst erzählen und uns somit an ihren Emotionen hautnah teilhaben, wodurch der Roman sehr authentisch wirkt. Schonungslos offen, erschreckend und voller bedrohlicher Begebenheiten, gleichzeitig aber voller Hoffnung und Zuversicht, berichtet Eleanor Oliphant über ihr Leben. Durch ihre erfrischend eigenwillige Art die Dinge zu sehen zeigt sie uns, wie wichtig doch Freundschaft und Kameradschaft im zwischenmenschlichen Umgang sind. Mit jedem Schritt in ihre Zukunft erfährt der Leser auch etwas aus ihrer Vergangenheit – bis sich am Ende die ganze bestürzende Wahrheit offenbart.

Dennoch ist es kein trauriges Buch, sondern eher eine Hommage an die Freundschaft. Durch den wunderbar natürlichen Schreibstil und die präzise Sprache lässt es sich gut und flüssig lesen und der hintergründige Humor zaubert dem Leser, bei aller Ernsthaftigkeit, ein beständiges Grinsen ins Gesicht. Man beendet das Buch in positiver Stimmung und mit dem guten Gefühl, dass es die Mühe wert ist, sich der Vergangenheit zu stellen und an die Zukunft zu glauben.

Fazit: Das Buch hat mich überzeugt – nicht die ganz große Literatur, aber sehr angenehm zu lesen.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ich gehöre keinem

Åsa Linderborg , Paul Berf
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 12.12.2011
ISBN 9783442743230
Genre: Romane

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

san francisco, geheimnisse, gefühle, traditionen, die zeit in der wir träumten

Die Zeit, in der wir träumten

Meredith Jaeger , Corinna Rodewald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746632964
Genre: Romane

Rezension:


Sarah Havensworth ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann Hunter, der aus wohlhabender Familie stammt, in San Francisco. Auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit zum Master of Fine Arts entdeckt die ehemalige Journalistin in den digitalen Archiven der Daily Alta California, eine der ältesten Zeitungen San Franciscos, einen Artikel aus dem Jahr 1876, der sofort ihre Aufmerksamkeit erregt: Zwei Näherinnen werden vermisst, sie gelten als ermordet. Sarah beginnt mit ihren Recherchen und stößt bald auf den Namen Havensworth. Was hat die Familie ihres Mannes mit den verschwundenen jungen Frauen zu tun? Plötzlich fühlt sie sich verfolgt, erhält bedrohliche Emails und befürchtet, ein schreckliches Geheimnis aus ihrer Vergangenheit könnte entdeckt werden …

In einer ärmlichen Gegend, unweit des verrufenen Rotlichtviertels Barbary Coast in San Francisco, leben im Jahr 1876 zwei junge Einwanderinnen. Beide arbeiten als Näherinnen, die Deutsche Hanna und die Irin Margaret. Ihre Zukunft sieht trostlos aus, Hunger, Armut und Prügel vom Vater bestimmen den Alltag. Bei ihrer Arbeit im Walton’s Tailor Shop lernen sie eines Tages zwei Herren der besseren Gesellschaft kennen, die Cousins Lucas und Robert Havensworth, die sich offenbar für die jungen Frauen interessieren. Als Hanna eines Tages die Einladung von Lucas in die Oper annimmt, verschwindet währenddessen ihre Freundin spurlos. Mit Lucas‘ Hilfe macht sich Hanna auf die Suche nach der vermissten Margaret …

Die Autorin Meredith Jaeger ist in San Francisco geboren, ihre Vorfahren stammen aus Deutschland. Jahrelang bereiste sie die Welt und lebte auf verschiedenen Kontinenten. Heute wohnt sie mit ihrem Ehemann, ihrer kleinen Tochter und ihrer Englischen Bulldogge außerhalb San Franciscos in der Bay Area. „The Dressmaker’s Dowry“ ist ihr erster Roman, der in Deutschland unter dem Titel „Die Zeit, in der wir träumten“ beim Aufbau-Verlag als Taschenbuch erschienen ist.
Die Geschichte San Franciscos in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, das harte Los der damaligen Einwanderer, die extremen Klassenunterschiede – aber auch das heutige, moderne San Francisco mit seinen vielfältigen sozialen Problemen – sind die großen Themen dieses Romans. Geschickt verwebt die Autorin beide Handlungsstränge, indem sie abwechselnd Sarah aus ihrem jetzigen Leben berichten lässt, um dann im nächsten Kapitel Hannas Geschichte zu erzählen. Früher wie heute geht es um Liebe zwischen Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, um die Bewältigung der Vergangenheit mit ihren Geheimnissen und um Ausblicke in die Zukunft. Welches Geheimnis verbirgt die angesehene Familie Havensworth und welches Erlebnis aus früher Jugend verschweigt Sarah ihrem Mann?

Spannend und aufwühlend waren für mich hauptsächlich das Leben und die Lebensumstände der Einwanderer vor 140 Jahren. Stark übertrieben jedoch empfand ich die Szenen im Rotlichtmilieu, während mir die Geschichte um Hanna und Lucas (reicher Mann macht armem Mädchen kurz nach dem Kennenlernen schon Heiratsantrag) ziemlich kitschig vorkam. In der Gegenwart störten mich besonders die vielen seltsamen Zufälle, die zur Aufklärung des Falles beitrugen. Außerdem bezweifle ich stark, dass man 140 Jahre alte Einwohnerverzeichnisse und damals in einer Zeitung, die es längst nicht mehr gibt, erschienene Artikel samt Bilder im Internet nachlesen kann. Das Ende kommt dann recht schnell, es überstürzen sich die zum Teil vorhersehbaren Ereignisse und im Epilog wird nochmals kräftig auf die Tränendrüsen gedrückt.

Fazit: Unterhaltsam und spannend, eine gute Mischung aus Historie und Gegenwart, Krimi und Liebe, über ein bisschen Schnulze sollte man hinweg sehen.  

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(2.539)

3.277 Bibliotheken, 44 Leser, 9 Gruppen, 63 Rezensionen

dystopie, klassiker, big brother, überwachung, utopie

1984

George Orwell , Michael Walter
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.06.1994
ISBN 9783548234106
Genre: Science-Fiction

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72 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

kunst, dominic smith, kunstfälschung, das letzte bild der sara de vos, malerei

Das letzte Bild der Sara de Vos

Dominic Smith , Sabine Roth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081873
Genre: Romane

Rezension:


Seit vielen Generationen ist das Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, „Am Saum eines Waldes“, schon im Besitz der Familie. Doch nun hängt im Schlafzimmer des reichen New Yorker Patentanwaltes Marty de Groot plötzlich eine Kopie – vermutlich ausgetauscht bei der Wohltätigkeits-Party vor einigen Tagen. Bei dem Bild handelt es sich um das einzige verbliebene Werk der holländischen Malerin Sara de Vos, die 1631 als erste Frau in die Amsterdamer Meistergilde aufgenommen wurde. De Groot schaltet einen Detektiv ein, der auch bald den Maler der brillanten Kopie ausfindig machen kann. Es ist die junge Kunststudentin Ellie Shipley, die für den Kunsthändler Gabriel gelegentlich beschädigte Gemälde restauriert. Zu spät merkt sie, dass sie einem Betrug aufgesessen ist und für Gabriel eine Fälschung gemalt hat – mit weitreichenden Folgen …

Der Autor Dominic Smith wuchs in Sidney auf und lebt heute in Austin, Texas. Er schrieb Beiträge für einige namhafte Zeitungen und erhielt für seine historischen Romane zahlreiche Preise, doch erst mit seinem Buch „Das letzte Bild der Sara de Vos“ errang er weltweit Beachtung und Anerkennung. Der Roman zeichnet sich durch Liebe zur Malerei, großen Sachverstand und ausgezeichnete Recherche aus, das Cover dazu ist hervorragend gelungen und verrät bereits im Voraus einiges über den Inhalt.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend und lässt sich gut und flüssig lesen. Besonders ausdrucksstark sind dem Autor die Landschaftsbeschreibungen und sehr lebendig die Lebensumstände der Protagonisten gelungen. Erklärungen zur Malerei, Maltechniken und Pinselführung sind anschaulich geschildert. Wie Dominic Smith im Nachwort erwähnt, ist die Handlung frei erfunden, wobei er jedoch biographische Details einiger Malerinnen des 17. Jahrhunderts, wie Judith Leyster und Sarah van Baalbergen, mit eingebunden hat.

Die Geschichte baut auf drei Hauptpersonen in drei verschiedenen Zeitebenen an drei verschiedenen Orten auf. Da ist die Malerin Sara de Vos, ihr Leben und Wirken in den Jahren 1636 und 1637 in Holland – der Anwalt Marty de Groot und die Kunststudentin Ellie Shipley in New York 1958 – und ein nochmaliges Zusammentreffen des Anwalts und der Fälscherin in Sidney im Jahr 2000. Handeln und Beweggründe der Protagonisten sind sehr real geschildert, menschliche Schwächen und ihre Hintergründe sind gut nachvollziehbar. Kurze Kapitel und ein stetiger Wechsel von Ort und Zeit steigern allmählich die Spannung und halten sie bis zum Schluss auf hohem Niveau. Obwohl die Grundstimmung eher melancholisch ist, blitzt doch ab und zu Humor durch, das Ende stimmt versöhnlich und lässt einen zufriedenen Leser zurück.

Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, sehr empfehlenswert – für Kunstinteressierte ein Muss.  

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(78)

104 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

alter, liebe, einsamkeit, roman, kent haruf

Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

Rezension:


Sie sind beide über siebzig, Addie Moore und Louis Waters, beide seit einigen Jahren verwitwet und sehr einsam. Man kennt sich flüchtig, wie man eben jemanden kennt, der seit über vierzig Jahren in der Nachbarschaft wohnt. Lange hatte Addie überlegt und gezögert, nun fasst sie sich ein Herz und klingelt bei Louis. Sie hat ihm ein Angebot zu machen, kein unmoralisches, wie sie extra betont. Sie bietet ihm an, die Nächte bei ihr zu verbringen, neben ihr im Bett zu liegen, zu reden und nicht alleine einzuschlafen. Am nächsten Abend steht Louis vor Addies Tür … - Das nächtliche Treffen der beiden alten Leute bleibt in der Kleinstadt Holt in Colorado nicht lange geheim. Die Nachbarn tuscheln und sind schockiert, Louis‘ Tochter Holly, die extra aus Colorado Springs angereist kam als sie von der Geschichte erfuhr, ist empört und Addies Sohn Gene verbietet der Mutter gar den Umgang mit Louis …

Ein wunderbarer kleiner Roman von knapp 200 Seiten, den der US-Schriftsteller Kent Haruf (1943–2014) noch kurz vor seinem Tod fertig gestellt hat und der 2015 posthum unter dem englischen Titel Our Souls at Night erschienen ist. Der in Colorado beheimatete Lehrer schrieb insgesamt sechs Romane, die alle in der fiktiven Kleinstadt Holt spielen und für die er einige Preise und Auszeichnungen erhielt. Die deutsche Ausgabe erschien am 22.3.2017 im Diogenes-Verlag und wurde von der als Pociao bekannten Übersetzerin, Autorin und Verlegerin Sylvia de Hollanda einfühlsam übersetzt.

Der Schreibstil Harufs ist ruhig und distanziert. Es gelingt ihm großartig, Gefühle einfach und schön auszudrücken. Er fesselt den Leser an die Geschichte, ohne unnötige Spannung entstehen zu lassen. Nach kurzer Zeit hat man sich auch daran gewöhnt, dass die wörtlichen Reden nicht durch Satzzeichen hervorgehoben sind. Kurze Kapitel und knappe Dialoge erzeugen mit sparsamen Worten das unbestimmte Gefühl, dass den beiden Protagonisten nur noch wenig Zeit bleibt. Der feinfühlige, liebevolle Umgang miteinander macht das Geschehen sehr real und authentisch – sie liegen nebeneinander im Bett, endlose Gespräche füllen die Nacht und Erinnerungen aus ihrer beider Leben werden ausgetauscht.

Die wohlige Grundstimmung wird aber jäh gestört, als Addies Sohn Gene auftaucht. Auf geradezu hinterhältige Weise greift er in ihr Leben ein, indem er droht, ihr den Enkel zu entziehen. Das ist zu viel für Addie, zumal der kleine Jamie dringend die Liebe seiner Großmutter braucht, die ihm im Elternhaus nicht gegeben wird. Wie wird sich Addie entscheiden? Zerbricht dieses wunderbare späte Glück? Bleiben ihr und Louis nur noch die heimlichen nächtlichen Telefongespräche? Dem Leser jedenfalls bleibt eine Hoffnung: Ein Film mit Jane Fonda und Robert Redford soll in Vorbereitung sein!

Fazit: Ein bewegender, warmherziger Roman über Liebe im Alter und spätes Glück, aber auch über Neid, Bosheit und Missgunst der Mitmenschen. Ein Lese-Highlight!

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lebensträume, demenz, abschied, reise, freundschaft

Etta und Otto und Russell und James

Emma Hooper , Michaela Grabinger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426305461
Genre: Romane

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hiddensee, ddr, flucht, lutz seiler, sehnsucht

Kruso

Lutz Seiler
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.09.2015
ISBN 9783518466308
Genre: Romane

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78 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

flucht, familie, lissabon, kindheit, kinder

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 27.03.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

Rezension:

Vater, Mutter, drei Kinder – eine ganz normale Familie, wie es zunächst den Anschein hat. Doch es fällt auf, dass sie in letzter Zeit mehrmals umgezogen sind. Jetzt, 1984, wohnen sie in einem Haus mitten im Wald in der Nähe von Kaiserslautern. Vater Jürgen, der schon immer von Reichtum und vom mondänen Leben träumte, verkauft derzeit gebrauchte Nobelkarossen. Mutter Jutta gibt gelegentlich Tupper-Partys und ist ansonsten ganz zufrieden mit ihrem Leben, so wie es ist. Der 13jährige Arno besucht das Gymnasium in Kaiserslautern, seine fünf Jahre jüngere Schwester Jeany die Grundschule im benachbarten Ort und der Jüngste, Fabian, ist gerade mal ein halbes Jahr alt. Doch statt des erhofften Reichtums kommen nun öfters Briefe vom Gericht und gelegentlich steht auch die Polizei vor der Tür. Dann, eines Tages war er plötzlich da, der große Geldsegen, der Reichtum. Um Mitternacht werden die Kinder geweckt, rasch das Nötigste eingepackt, und ab geht’s im geliehenen Benz Richtung Süden, an die Côte d’Azur. Jetzt kann man es sich gut gehen lassen, man hat ja schließlich „einen Arsch voll Geld“, wie Vater sich ausdrückt. Man mietet eine Villa mit Meerblick und Swimmingpool und gibt das Geld mit vollen Händen aus. Abends geht Vater ins Casino nach Nizza oder Cannes, zum ‚Arbeiten‘, wie er es nennt. Dann steht eines Tages wieder die Polizei vor der Tür – und wieder flüchtet man mitten in der Nacht, diesmal ohne Geld, denn das ist aufgebraucht …

Arno Frank, Jahrgang 1971, studierte Kunstgeschichte und Philosophie, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München, war elf Jahre Redakteur bei der „taz“ in Berlin, arbeitete als freier Kulturjournalist für verschiedene Magazine, lebt jetzt in Wiesbaden und ist dort Inlandskorrespondent der „taz“. Seine Kindheits- und Jugenderlebnisse hat er, leicht verfremdet. In seinem ersten Roman „So, und jetzt kommst du“ zusammen gefasst und nach dem Tod seiner Mutter veröffentlicht.

Protagonist und Erzähler seiner Erlebnisse ist Arno als dreizehn- bis fünfzehnjähriger Junge. Der Schreibstil ist sehr angenehm, ausdrucksstark und bildhaft. Zu Beginn jedoch, wenn Arno als kleines Kind über seine Erfahrungen berichtet, ist meiner Meinung nach die Sprache zu ‚erwachsen‘, bzw. nicht der kindlichen Sprach- und Denkweise angepasst. Die Geschichte liest sich ansonsten gut und flüssig und hat bei aller Tragik, zumindest in der ersten Hälfte, auch ihre komischen Momente. Doch irgendwann wird dem Leser klar, dass der Spaß und das Abenteuer zu Ende ist. Plötzlich hat man nur noch Mitleid mit den Kindern und den beiden Hunden, die auf dieser Odyssee auch mitgeschleppt werden, ärgert sich über die Mutter, die alles so teilnahmslos hinnimmt, und bekommt Hass auf den Vater, der in seiner Hilflosigkeit gewalttätig wird und mit seiner Großspurigkeit die ganze Familie ins Unglück stürzt.

Anfangs zieht sich die Handlung etwas verhalten dahin, doch mit der Flucht kommt deutlich mehr Spannung auf. Man fragt sich, wie lange das noch gut gehen kann und warum immer wieder der Zusammenhalt der Familie beschworen wird. Selbst als kein Geld für Essen und Unterkunft mehr da ist, werden Vaters Entscheidungen nicht infrage gestellt. Ist das noch Liebe, Arglosigkeit oder eher Dummheit? Man hofft, dass die Familie endlich merkt, dass er kein Held, sondern ein ganz gewöhnlicher Betrüger ist. Es macht mich betroffen, dass die Kinder dadurch keine normale Kindheit erleben konnten.

Fazit: Ein gut gelungenes Romandebüt, eine ausdrucksstark erzählte Geschichte die berührt und betroffen macht.

      

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schottland, psychothriller, mord, thriller, vermisst

Wenn du mich tötest

Karen Winter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.04.2016
ISBN 9783426305126
Genre: Krimi und Thriller

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entführung, krimi, rätsel, intrige, lüge

Zeig mir den Tod

Petra Busch
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783426511244
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Premierenstimmung am Freiburger Stadttheater, in vier Tagen ist es so weit. Faust wird aufgeführt, mit Günther Assmann in der Hauptrolle. Lange hat er dafür gekämpft, oft mit unredlichen Mitteln, aber jetzt hat er sogar die Chance auf ein Engagement in Wien. Er ist fest entschlossen, sich diesen Aufstieg in seiner Karriere nicht entgehen zu lassen. – Nun ist plötzlich alles anders. Seine beiden Kinder, der 18jährige Marius und die 10jährige Rebecca sind spurlos verschwunden. Entführt? Will ihm jemand schaden? Neidet ihm einer seine Rolle? Nur zögerlich willigt Assmann ein, dass seine Frau Lene die Polizei benachrichtigt, er will kein Aufsehen, aber Rebecca ist zuckerkrank und braucht Medikamente.

Hauptkommissar Moritz Ehrlinspiel und sein Kollege Paul Freitag von der Kripo Freiburg übernehmen den Fall. Gleich zu Beginn der Ermittlungen stellen sie fest, dass die Assmanns bereits ihre erste Tochter, Annika, verloren haben - das Mädchen verschwand vor 20 Jahren spurlos. Jetzt erhält Assmann eine SMS: Um seine Kinder wieder zu bekommen solle er sich zu einer alten Schuld bekennen und dies auf öffentlicher Bühne bei der Premiere verkünden. Der krankhaft ehrgeizige Assmann weigert sich, denn das könnte seine Karriere ruinieren. Wird es seiner Frau und der Polizei gelingen, Assmann zu überreden? Wird Assmann seiner Karriere wegen seine Kinder opfern oder gelingt es der Polizei, diese vorher zu finden? …

„Zeig mir den Tod“ ist bereits der dritte Roman der deutschen Kriminalschriftstellerin Petra Busch mit dem Freiburger Kommissar Ehrlinspiel und seinem Ermittlerteam. Bereits für ihr erstes Buch bekam die Autorin den Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt des Jahres 2010. Frau Busch studierte u. A. Literaturgeschichte und Informatik und arbeitete an der Universität Freiburg. Sie ist Mitglied einer Autorengruppe für deutschsprachige Kriminalliteratur und lebt heute im Nordschwarzwald.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut den einzelnen Personen und den wechselnden Perspektiven angepasst. Die Charaktere sind exakt heraus gearbeitet und wirken sehr lebendig, da der Leser neben ihrem Aussehen auch einiges über ihr Wesen und über ihr Umfeld erfährt. Die Krimihandlung wird durch die vielen psychologischen Aspekte etwas in den Hintergrund gedrängt, was jedoch die Geschichte wohltuend belebt. Der Vater mit seinem krankhaften Ehrgeiz und seinen vielen charakterlichen Schwächen, die Mutter, die unbedingt den Schein wahren will und ihre Kinder wie eine Glucke behütet, der große stille Junge ohne Freunde und das kleine Mädchen, das Tiere über alles liebt und so gerne wie ihre vielen Freundinnen wäre – sie alle lernen wir intensiv kennen, die Ermittler und andere Personen bleiben eher etwas im Hintergrund.

Im Zentrum des Geschehens steht zweifellos Günther Assmann, dessen Leben und Vorleben man nach und nach kennen lernt. Dadurch ergeben sich für die Ermittler und auch für den Leser eine Fülle von Spuren, die eventuell von Bedeutung sein könnten. Die Spannung, die bereits zu Beginn vorhanden ist, steigert sich durch zwischen den Kapiteln kursiv eingefügte Gedanken einer unbekannten Person, deren Identität man erst ganz zum Schluss erkennen kann. Die Sorgen um die Kinder und die Frage, was mit der seinerzeit verschwundenen ersten Tochter geschehen ist, sind weitere Punkte, die die Spannung hoch halten und den Leser bis zum Schluss mit raten und mit fiebern lassen. Gut recherchierte und aufschlussreiche Erklärungen über Diabetes bei Kindern und eine genaue Ortskenntnis runden den guten Gesamteindruck ab.

Fazit: Ein „leiser“ Krimi der durch die psychologisch ausgefeilten Charaktere seine Spannung erhält und mit einem überraschenden Schluss aufwarten kann.

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fbi, nero wolfe, new york, krimi, detektiv

Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

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Nachdem die reiche Geschäftsfrau Rachel Bruner das Buch „Hinter den Kulissen des FBI“ gelesen hatte war sie der Meinung, alle Amerikaner in führenden Positionen sollten es auch lesen und verschickte es daher an 10.000 einflussreiche Bürger. Das gefiel wohl dem FBI ganz und gar nicht – die Dame fühlt sich seither verfolgt und auf Schritt und Tritt überwacht. Als Retter in der Not erscheint ihr Nero Wolfe geeignet, der bekannte New Yorker Privatdetektiv. Doch Wolfe zögert den Auftrag anzunehmen, er kann und will sich nicht mit dem FBI anlegen. Auch Wolfes Assistent Archie Goodwin rät davon ab. Doch ein Scheck über 100.000 Dollar als Anzahlung stimmt Wolfe um …

Wer von den (älteren) Lesern kennt sie nicht, die US-Fernsehserie „Nero Wolfe“ aus den 80er Jahren, mit dem übergewichtigen bärtigen Ermittler, der seine Wohnung fast nie verlässt und der mit Hilfe seiner Assistenten Archie Goodwein und Saul Panzer auch die kniffligsten Fälle in seinem Stuhl sitzend löste? Nero Wolfe, der gemütliche Orchideenzüchter und Liebhaber exzellenter Küche, mit eigenem Koch und Gärtner, – ihnen allen begegnet man in diesem Buch wieder. „Es klingelte an der Tür“ ist eine der unzähligen Episoden, die der Autor Rex Stout (1886-1975) in der Zeit von 1934 bis 1975 geschrieben hat. Auch hier befasste er sich kritisch, wie in vielen seiner Bücher, mit Übergriffen amerikanischer Staatsorgane in die Privatsphäre der Bürger und entlarvt mit grimmigem Witz die Überwachungsmethoden des FBI.

Der Schreibstil ist, dank der Neuübersetzung von Conny Lösch, sehr ansprechend und flüssig lesbar. Der Autor lässt seinen Assistenten Archie Goodwin erzählen, der die verzwickte Story dem Leser auf unterhaltsame Weise und mit einer gehörigen Portion Humor näher bringt. Trotzdem ist es nicht einfach, dem kniffligen Geschehen zu folgen, denn zwei zunächst eigenständige Fälle werden von Wolfe geschickt miteinander verwoben. Richtige Spannung kommt jedoch erst ab etwa der Mitte des Buches auf. Die Protagonisten sind gut gezeichnet – beim Lesen kommen Erinnerungen zurück und es spielt auch eine große Portion Nostalgie mit. Die gute Haptik des Einbandes, das einprägsame Cover, ein interessantes Nachwort von Jürgen Kaube und ein Auszug (in englisch) aus dem Rex-Stout-Archiv vervollständigen den guten Gesamteindruck.

Fazit: Eine Detektivgeschichte, die zu lesen mir großen Spaß bereitet hat.

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