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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

film, traum, schule, freundschaft, jugendbuch

Close Up

Heike Abidi
Buch: 208 Seiten
Erschienen bei PINK!, 01.04.2013
ISBN 9783864300141
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 

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(175)

299 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

selbstmord, thriller, stalker, höllentalklamm, psychothriller

Höllental

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.02.2013
ISBN 9783442475612
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick - ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird ... (Kurzbeschreibung der Originalausgabe)
"Höllental" heißt der neue Roman von Andreas Winkelmann und verspricht laut Kurzbeschreibung wieder einmal mehr eine rasante und thrillige Story. Ich bin hin- und hergerissen, wie ich das Buch letzten Endes bewerten soll.
Einerseits ist Winkelmanns Schreibstil erneut packend und spannend, aber leider nicht durchweg und andere Bücher des Autors haben mich bei Weitem mehr gefesselt.
Dieses Mal überrascht er zum Finale zusätzlich mit einer unvorhersehbaren Wendung, die zeigt, dass man sehr(!) aufpassen sollte wen man zum Freund hat. DAS widerum ist mir persönlich einen Pluspunkt wert.

Die Charaktere sind vielschichtig und realistisch beschrieben. Verletzlich, brutal, voller Selbstzweifel und hinterlistig - die Abwechslung ist groß. Dadurch lebt nicht nur die Handlung, sondern auch das Kopfkino.
Winkelmann beschreibt die Szene des Selbstmords eindringlich, bedrohlich und voller Dramatik und glänzt später in den brutalen Sequenzen des Thrillers erneut gekonnt durch seine Fähigkeit mir allein beim Lesen seiner Worte Schmerzen zu bereiten.

Schlussendlich vergebe ich vier Punkte, weil es mir ab und an ein bisschen an Spannung fehlte. Trotzdem sollte kein Thrillerfan an "Höllental" vorbeigehen!

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241 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

amt, liebe, glück, ordnung, roman

Das Glücksbüro

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.10.2016
ISBN 9783832162252
Genre: Romane

Rezension:

Ich mag Bücher, die die Welt verändern. Dieses Buch ist so eines. Eigentlich ist die Welt heute nicht anders, als zu dem Zeitpunkt als ich das Buch noch nicht gelesen hatte und doch ist etwas geschehen.

Albert Glück ist geschehen! Er hat sich einfach in mein Leben geschlichen. Zuerst ganz grau und immer nach denselben Regeln lebend und dann plötzlich immer bunter, offener und freier. Am Ende ist er sogar verliebt und hatte großartige Pläne im Kopf.
Albert hat seine kleine Welt auf den Kopf gestellt. Einzig durch die magische Kraft der Liebe und eines Antrags, der eigentlich keiner ist.

Ich hatte eigentlich nur eine nette Geschichte erwartet, denn was soll schon groß passieren in einem Amt? Aber Andreas Izquierdo hat mit "Das Glücksbüro" einen magischen kleinen Kosmos entwickelt, der alles verändert. Nicht nur bei Albert!

Izquierdo fordert seine Leser mit etwas "Magie" auf die Dinge in Zukunft mit anderen Augen zu betrachten. Und vor allem die Menschen!

Es ist schwer zu beschreiben wie er es schafft, aber es ist wohl die poetische und treffende Sprache, der Blick fürs Wesentliche und die bereits erwähnte Magie, die er seinen Lesern zuteilwerden lässt. Es ist schon verwunderlich wie viel Magie in so eine kleines Büchlein passt!

Und während Albert für die ein oder anderen immer noch der langweilige Bürokrat ist, wird er für viele seiner Mitmenschen zum Superhelden, denn mit etwas Glück und Liebe ist alles zu schaffen.

Das ist für mich die Botschaft des Buches und ich hoffe, dass "Das Glücksbüro" seine Botschaft noch ganz viele Leser erreichen wird!

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212 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

humor, liebe, montag, berlin, lustig

Linksaufsteher

Matthias Sachau
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2011
ISBN 9783548283197
Genre: Romane

Rezension:

Montage sind ätzend. Das weiß auch Oliver Krachowitzer, von allen nur Krach genannt. Daher träumt er auch regelmäßig schlecht. Sehr schlecht sogar! Zum Beispiel von Zöpfen, Mephisto und 80er-Jahre-Fliesen.
Doch dieser Montag entwickelt sich anders als gedacht, als Krach eine junge Frau anrempelt und sich auf der Stelle verliebt.
Um das hübsche Gesicht mit den wunderbaren Lachgrübchen wiederzusehen verbringt er seine Zeit nun öfter im Coffee & Bytes und hofft sehnsüchtig auf eine erneute Begegnung.
Während er wartet meldet er sich bei Facebook an, lernt neue Leute kennen und versucht vor allem er selbst zu sein.
Ob ihm das gelingt?
Mit Hilfe des siebenjährigen Antons ganz sicher, denn der kleine Knirps bringt Oliver auf richtig, coole Ideen.

Nach "Kaltduscher" gibt es in "Linksaufsteher" endlich ein Wiedersehen mit Oliver Krachowitzer, dem es immer noch nicht leicht fällt eine Hose zu kaufen. Mittlerweile wohnt er alleine und hat ein geregeltes Einkommen. Aber ansonsten geht es immer noch sehr chaotisch bei ihm zu. So ist es kein Wunder, dass wir in Matthias Sachau 's neuestem Werk ein bisschen von allem kriegen.
Wahnsinn, Mephisto, Liebe und Humor - Sachau vereint alles zu einem abwechslungsreichen Lesespaß, nicht nur für Montagshasser!
Besonders gut haben mir seine Idee mit dem iKoffer und die überzogenen Dialoge der Werbefuzzis gefallen. Nicht zu vergessen, die kleine Lehrstunde in Sachen Facebook und Twitter.
Matthias Sachau hat mit "Linksaufsteher" erneut bewiesen, dass er trotz böser Montage eine Knallerperformance hinlegen kann.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

zeitreise, 50er jahre, emanzipation, frauenbewegung, liebe

Fräuleinwunder

Pia Osterwald , any.way , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2011
ISBN 9783499255458
Genre: Romane

Rezension:

Die 44jährige Cosima von Troplowitz steht mit beiden Beinen fest im Leben: Ihre Scheidung ist durch, ihr Sohn Philipp ist aus dem Haus, sie hat ihr eigenes Einkommen als Pressefrau für eine Hotelkette und eine schicke Wohnung.
Lediglich die Sache mit der Maus macht ihr zu schaffen, die sie 14tägig in der 'Brigitte' sucht. Doch dann findet sie die kleine Bleistiftzeichnung ganz unerwartet wie von selbst - an ihrem Geburtstag - und ist sich sicher, dass nun eine wunderbare Zeit auf sie zukommt.

Leider eröffnet ihr Frauenarzt Doktor Scheidengruber andere Aussichten. Die Wechseljahre stehen an!
Cosima sieht sich bereits zu Staub verfallen und fühlt sich schlimmer als nach einer Amputation. Auch die deutsch ' deutsche Polin Murmel, ihres Zeichens Cosimas Putzfrau, kann sie nicht aufbauen.

Aber eventuell kann das Geburtstagsgeschenk ihrer Freundin Bille die frustrierte Cosima wieder aufmuntern. Sie hat für Cosima eine Sitzung bei der freundlichen Wahrsagerin Frau Nasila gebucht und die katapultiert Cosima ins Jahr 1954.

Es ist die Zeit der Petticoats und Nierentische. Aber auch eine Zeit in der 'Frauengold - im Gegensatz zu weiblichem Selbstbewusstsein sehr gefragt ist. Die Frau gehört an den Herd und hat sich ganz und gar dem Mann unterzuordnen.
Das lässt jedoch die couragierte Cosima nicht mit sich machen und kämpft ab sofort für die Rechte der Frauen.
Bis ihr die Liebe in die Quere kommt und die verkompliziert die ganze Sache auf ihre Art.

Pia Osterwald führt uns mit "Fräuleinwunder" in die Zeit der 50er Jahre. Es ist eine Zeit des Aufschwungs, aber auch der Unterdrückung und für so manche Frau waren diese Jahre mit Sicherheit nicht golden.
Hierbei die Grenze zwischen einer heiteren Zeitreisegeschichte und der dafür nötigen Ernsthaftigkeit zu finden ist keine Leichtigkeit. Die Autorin hat diese Herausforderung allerdings mit Bravour gemeistert! Cosimas aufregende Reise in die 'gute alte Zeit' hat sie in eine nachdenkliche Geschichte verpackt.

"Fräuleinwunder" spiegelt ein ungeschöntes Bild der Frau in der Gesellschaft der 50er Jahre wider und rüttelt an der Unterdrückung der Frau. So kommen im Verlauf der Handlung immer mehr Zweifel an dem berühmten Satz "Früher war alles besser" und ich bin sehr froh, dass mittlerweile Frauen ihre eigene Meinung lauthals kundtun können, nicht nur Kinder und Kochtopf für uns Priorität haben und Nylons bei 35 Grad schon lange aus der Mode sind.
Dafür haben mutige Frauen gesorgt, eben "Fräuleinwunder" wie Cosima!

Ich wünsche mir, dass dies nicht nur hier bei uns so wäre. Aber vielleicht reist Cosima noch einmal in die Vergangenheit. In etlichen Ländern wäre sie bei den Frauen sicher sehr gern gesehen und bitter nötig!

Mich hat "Fräuleinwunder" nicht nur amüsiert, sondern auch sehr nachdenklich gemacht. Es hebt sich meiner Meinung nach auf eine sehr besondere Art von der Vielzahl der "Liebe auf der rosa Wolke" Unterhaltung ab und hat dafür bei weitem mehr als fünf Punkte verdient.
Auch eine Fortsetzung könnte ich mir sehr gut vorstellen.

Fazit: Zwischen "Pleasantville" und Petticoats liegt noch vieles im Verborgenen. Pia Osterwald hat es entdeckt und daraus leichte Unterhaltung mit dennoch ernsthaften Zwischentönen geschaffen. Einfach großartig!

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1.733 Bibliotheken, 22 Leser, 17 Gruppen, 173 Rezensionen

krimi, taunus, mord, pia kirchhoff, oliver von bodenstein

Schneewittchen muss sterben

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.06.2010
ISBN 9783548609829
Genre: Krimi und Thriller

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529 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 83 Rezensionen

berlin, thriller, serienmörder, krimi, engel

Die Reinheit des Todes

Vincent Kliesch
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 10.05.2010
ISBN 9783442374922
Genre: Krimi und Thriller

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 7 Gruppen, 31 Rezensionen

hartmann von aue, minnesänger, heilerin, 12. jahrhundert, liebe

Der Minnesänger

Tim Pieper
Flexibler Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 04.01.2010
ISBN 9783453470996
Genre: Historische Romane

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212 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 41 Rezensionen

schneewittchen, märchen, hamburg, zwerge, liebe

Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid

Gabriella Engelmann
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.06.2010
ISBN 9783401064888
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die siebzehnjährige Sarah ist hübsch. Wahnsinnig hübsch sogar. Sehr zum Ärger ihrer Stiefmutter Bella, die den Schönheitschirurgen Dr. Meng ständig dazu nötigt sie noch schöner zu botoxen. Während Sarah ein überraschender Modelauftrag gerade zu in die Einkaufstüte fällt, würde Bella eben alles darum geben die Schönste zu sein, und genau dabei ist ihr Sarah im Weg.
Kurz entschlossen beschließt sie das Mädchen aus dem Weg räumen zu lassen. Glücklicherweise findet Sarah Unterschlupf in einer WG voller netter Jungs. Alle sieben kümmern sich liebevoll um sie und einer verdreht ihr dabei ganz schön den Kopf. Doch leider hat Bella ihren Plan ihr ebenso den Hals umzudrehen noch lange nicht aufgegeben.
DAS ist mal wirklich was anderes: Ein Märchen ganz auf die moderne Art.
So liest sich „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ nochmal so schön.
Pfiffig verfrachtet Gabriella Engelmann die sieben „Zwerge“ in eine coole WG, und gibt allen ihre ganz persönliche Note. So lädt bereits das Personenregister am Anfang zum Schmunzeln ein, und man ahnt an dieser Stelle schon, dass da einiges auf den Leser zukommt. Den einen oder anderen „Zwerg“ hätte ich mir damals auch für meine WG gewünscht!
Natürlich fehlt auch hier genau wie im wahren Märchen nicht die Liebe, aber der Weg dorthin gestaltet sich nicht nur für die Hauptfigur etwas schwierig.
Fazit: Ein modernes, pfiffiges Märchen – für alle Schneewittchen.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

couch, therapie, liebe, yoga

Couchgeflüster

Mira Becker
Flexibler Einband: 299 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.07.2010
ISBN 9783499253867
Genre: Romane

Rezension:

Wer meine bisherigen Rezensionen verfolgt (hat) wird wissen, dass ich eine Vorliebe für schusselige, untypische Hauptprotagonistinnen habe. Bevorzugt entsprechen sie eben nicht dem Ideal von superordentlich, megaerfolgreich und vom Prinzen geküsst. Genau aus diesem Grund hat mich die verträumte Nelly schlagartig um den kleinen Finger gewickelt. Überschuldet, leicht planlos und modisch ganz weit hinter den aktuellen Trends möchte man ihr gerne an so mancher Stelle einen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben.
Zum Beispiel wenn sie tatenlos zusieht wie ihr kleines Yogastudio in Berlin nach und nach immer mehr Kunden verliert.
Zum Ausgleich dafür gewinnt Nelly das Herz von Ben, und plötzlich läuft alles ein bisschen aus dem Ruder, denn Ben hat auch eine klitzekleine Macke.

Ein bisschen Verwechslungskomödie, eine Prise Herzschmerz und eine klitzekleine Portion von "Das gibt es doch gar nicht" - die Idee an sich ist nicht neu, doch dieser Roman besticht durch seinen ganz eigenen Charme.

Mira Becker lässt Nelly direkt aus ihrer Perspektive erzählen und gibt damit der Story eine zusätzliche, persönliche Note. Ich mag es zum Beispiel sehr, wenn ich beim Lesen in die Gedankenwelt der Hauptfigur eintauchen kann, und mit ihrem flüssigen, lockeren Schreibstil ist der Autorin dies perfekt gelungen. Nellys emotionale Achterbahnfahrt von Ratlosigkeit, Enttäuschung, Verliebtheit und Herzschmerz sind ein Garant für unterhaltsame Lesestunden.
Nicht umsonst habe ich "Couchgeflüster" in einem Rutsch durchgelesen. Auch die Nebenfiguren wie Ben oder Tante Tessa sind sehr sympathisch und runden Nellys kleine Welt gekonnt ab.
An dieser Stelle sei gesagt, dass Nellys Mama zwar ein paar typische Therapeuten - Klischees bedient, aber das stört nicht weiter. Es sorgt eher noch für zusätzliche Schmunzler, und wie im wahren Leben kann man auch diese Mutter mit Blumen sehr beeindrucken.
So ist "Couchgeflüster" eine unterhaltsame, aus dem Leben gegriffene Lektüre für alle diejenigen, die dringend von langweiligen Liebesromanen therapiert werden müssen.

Fazit: "Couchgeflüster" ist eine unterhaltsame, witzige Verwechslungskomödie und eine kurzweilige Therapie gegen Lesefrust.

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842 Bibliotheken, 4 Leser, 7 Gruppen, 127 Rezensionen

freundschaft, auschwitz, nationalsozialismus, konzentrationslager, holocaust

Der Junge im gestreiften Pyjama

John Boyne , Brigitte Jakobeit (Übers.)
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 27.07.2007
ISBN 9783596852284
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch musste lange auf mich warten. Obwohl ich ahnte, dass es mich verändern und berühren wird. Schließlich hatte ich schon kurz nach seinem Erscheinen die Meinungen zum Buch verfolgt.
Eines Nachmittags kommt der neunjährige Bruno nach Hause und muss zusehen, wie das Dienstmädchen Marie seine Sachen in Holzkisten verstaut. Von einem Umzug ist die Rede, wegen der Arbeit seines Vaters. Einer sehr wichtigen Arbeit wie es scheint. Eine für die man jemand ganz spezielles braucht – eben seinen Vater.
Doch mit dem neuen Zuhause ist nichts mehr so wie es vorher war. Das Haus ist viel kleiner, die Freunde fehlen und auch die Gegend ist nicht gerade vielversprechend. Statt eines Gemüsehändlers auf der Straße befindet sich sechs Meter hinter dem Garten ein stacheliger Zaun, karge Baracken und überhaupt scheint alles sehr trist. Selbst die Menschen scheinen grau und müde, und alle tragen passenderweise gestreifte Pyjamas.
Aber was tun die dort drüben? Bruno macht sich auf, um genau das zu „erforschen“ und bald trifft er auf den Jungen Schmuel, der so wenig und doch so viel mit ihm gemeinsam hat.
Als ich circa ein Drittel des Buches gelesen hatte, war ich immer noch am Überlegen es aus der Hand zu legen. John Boyne hat in „Der Junge im gestreiften Pyjama“ versucht in einer kindlichen Sprache den Holocaust zu beschreiben, aber an manchen Stellen erschien mit Bruno für einen neunjährigen einfach nur dumm. So wie Boyne ihn darstellt muss er bisher kaum das Haus verlassen haben, sonst hätte er auch als neunjähriger mit Sicherheit von der Judenverfolgung erfahren. „Kinder können grausam sein“ heißt es, und Bruno soll mitten in Berlin nichts davon mitbekommen haben? Ich möchte nicht damit sagen, dass er Fakten hätte wissen müssen, doch der Judenstern hätte ihm doch schon wenigstens einmal irgendwo begegnen müssen. Gerade in Hinsicht darauf, dass sein Vater Angehöriger der SS war. Komisch, dass dieser ihn dann nicht schon gewarnt hatte vor dem „Pack“ – zumal auf Bruno spätestens mit zehn Jahren die DJ erwartet hätte, und gerade ein SS – Kommandant hätte seinen Sohn sicherlich nicht „blauäugig“ dort herangeführt.
Innerhalb eines Jahres und trotz des täglichen „Umgangs“ mit Aus – Wisch ist Bruno nicht in der Lage dieses Wort korrekt auszusprechen. Aber das ist nur einer seiner „Sprachfehler“.
Eigentlich ist er ein „hoffnungsloser Fall“. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen worauf ich damit anspielen möchte.
Zum Schluss, zu dem man relativ schnell gelangt, wegen des flüssigen Schreibstils, überschlagen sich dann die Ereignisse der Geschichte.
Das ist der Punkt warum ich dieses Buch nicht mit schlecht sondern gut beurteile, denn mit diesem Ende hätte ich nicht gerechnet. Das Quälen durch die langatmigen anderen 240 Seiten wird auf schockierende Art und Weise belohnt, und macht dieses Buch für mich doch noch ein ganz kleines bisschen besonders. Inklusive Kloß im Hals.
Fazit: Ich wünsche mir noch viele tausend Leser für dieses Buch – gegen das Vergessen.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

augsburg, liebe, mord, historisch, luther

Die Hüterin des Evangeliums

Gabriela Galvani
Flexibler Einband: 395 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 31.05.2010
ISBN 9783746626048
Genre: Historische Romane

Rezension:

Augsburg 1555
Hierher entführt uns die Autorin Gabriela Galvani in ihrem historischen Roman "Die Hüterin des Evangeliums"
Hauptfigur ist Christiane Meitinger, deren drei engste Verbündete in kürzester Zeit zu Tode kommen. Sie verliert nicht nur ihren Mentor Sebastian Rehm, sondern auch ihre Cousine Martha und ihren Ehemann Severin Meitinger.
Doch der hinterlässt ihr ein ganz besonderes Erbe und fortan schwebt Christiane in großer Gefahr. Es stellt sich heraus, dass ihr Ehemann wegen geheimer Schriften erschlagen wurde und schneller als ihr lieb ist, wird sie in die Aufklärung des Mordes hinein gezogen.
Gabriela Galvani schafft mit ihrem Schreibstil ein prachtvolles historisches Bild vor dem Auge des Lesers. Schon auf den ersten Seiten fühlt man sich von der Handlung in den Bann gezogen  nicht nur wegen des dramatisch anmutenden Prologs durch den man regelrecht in die Geschichte hineinstolpert.
Die Sprache ist der Zeit angemessen, wirkt aber an keiner Stelle schwülstig oder bemüht. Man ist eher dazu geneigt das Buch in einem Rutsch zu lesen, da sich in dem historischen Gewand des Buches auch ein spannungsvoller Krimi versteckt der nicht nur fesselt, sondern auch begeistert.
Kurze Kapitel, verschiedene Handlungsstränge  dieses Buch hat für mich alles was eine unterhaltsame Lektüre benötigt. Besonders ans Herz gewachsen ist mir dabei Christiane Meitinger. Keine geringere als die verstorbene Mutter der Autorin war hierfür Vorbild und das spürt man in jeder Zeile Galvanis. Gekonnt erweckt sie Christiane zum Leben und stattet sie zusätzlich mit einem sympathischen Charakter aus. Nachvollziehbar, liebenswert und auf ihre Art und Weise ganz besonders einzigartig!
Fazit: Krimi im historischen Gewand oder historischer Roman Krimielementen  die Frage kann ruhig unbeantwortet bleiben. Fakt ist, dass ich so gut schon lange nicht mehr unterhalten wurde. Diesen Roman kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich bin mir sicher, er wird noch viele begeisterte Leser/innen finden.

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149 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 52 Rezensionen

eifel, pest, mittelalter, historischer roman, burg

Die Eifelgräfin

Petra Schier , ,
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2009
ISBN 9783499249563
Genre: Historische Romane

Rezension:

Petra Schier lässt uns mit "Die Eifelgräfin" teilhaben am Burgleben des Jahres 1348.

200 Jahre zuvor teilten sich drei Männer nach einem Kreuzzug ihre Beute, darunter ein magisches Kruzifix. Jeden von ihnen begleitet fortan ein Teil dieses Kreuzes, als Glücksbringer und Unterfand für zukünftiges Glück, und als Erinnerung an einen Schwur...

Elisabeth von Küneburg wird in die Obhut von Freunden auf die Burg Kempenich geschickt. Während sie auf die Wiederkehr ihres Verlobten wartet, freundet sie sich intensiv mit ihrer neuen Magd Luzia an. Sie entdeckt, dass in dem Mädchen mehr als ein einfaches Bauernmädchen steckt, und bringt ihr unter anderem sogar Lesen und Schreiben bei. Aus dem Mädchen wird in kürzester Zeit eine hübsche junge Frau. Als Gaukler die Burg besuchen verliebt sich Luzia zum ersten Mal, und bald kann sie ihrer Leidenschaft für den jungen Roland nicht mehr nachgeben.
Elisabeth jedoch muss sich mit dem ungehobelten Johann von Manten auseinander setzen. Immer wieder begegnet er ihr auf respektlose Art und weckt so ihren Zorn. Dann trifft endlich langersehnte Nachricht über ihren Verlobten ein und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, denn auch die Pest ist geradewegs auf dem Weg nach Kempenich.

Petra Schier hat mit "Die Eifelgräfin" einen leidenschaftlichen, spannungsgeladenen, historischen Roman geschaffen in dem es an nichts mangelt. Liebe, Leidenschaft, Freundschaft, Zwistigkeiten, Krankheit, Tod und die Pest bringt sie gekonnt zusammen. Flüssig geschrieben und kurzweilig erfährt man so sehr viel vom Burgleben dieser Zeit. Mittlerweile konnte ich auch in Erfahrung bringen was Höllenfenster sind, denn diesen Begriff kannte ich vorher noch nicht.
Ebenso war mir bisher noch nie so ein stures Burgfräulein untergekommen. Ich hätte Elisabeth, aber auch Johann an so manch einer Stelle im Buch nur allzu gern kräftig durchgeschüttelt. Petra Schier bedient hierbei zwar einiges an Klischees, aber in vielerlei Hinsicht ist ihre ganz spezielle "Kriegen Sie sich oder kriegen Sie sich nicht?" - Thematik heute noch aktuell und ich bin mir sicher, dass genau das noch vielen Leser/innen - die Herzschmerz lieben - sehr gefallen wird.
Rund um das Kruzifix hat die Autorin noch einen Schuss Mystik mit einfließen lassen, der den Aberglaube und die Gottesfurcht dieser Zeit zusätzlich unterstreicht.
Die Zeichnungen am Ende des Buches und die historischen Nachbemerkungen runden das positive Gesamtpaket noch einmal ab.

Fazit: Ein gelungener historischer Roman, dem es an nichts fehlt - außer vielleicht einer Fortsetzung.

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

humor, trennung, liebe, scheidung, werbung

Voll auf Ex-Kurs

Lena Gold
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.05.2010
ISBN 9783442471683
Genre: Liebesromane

Rezension:

Normalerweise ist es überhaupt nicht zum Lachen, sich mit Liebeskummer zu beschäftigen. Es sei denn, man selbst ist nicht betroffen. In diesem Fall ist Pia, 33, Texterin in einer Werbeagentur, die Verlassene und sie findet das gar nicht so lustig, dass ihre große Liebe Basti Schluss gemacht hat. Klar, dass Pia ihren Schatz ganz schnell zurückgewinnen möchte und so fährt sie kurzerhand nach Berlin, um dort am ultimativen Seminar zur Rückgewinnung verlorener Lieben teilzunehmen: Voll auf "Ex - Kurs"
Selbstverständlich verspricht der Veranstalter eine 99prozentige Erfolgsgarantie. Von allen anderen Irrungen und Wirrungen die durch das Seminar auf Pia zukommen, steht allerdings nichts in der dazugehörigen Kursbeschreibung. Und auch nicht von Lars, der ihr Leben noch ein klitzekleines bisschen mehr durcheinanderwirbeln wird.

In ihrem Debütroman verpackt Lena Gold die eigentlich traurige Geschichte rund um Trennung und Liebeskummer mit soviel Charme und Humor, dass man "Voll auf Ex - Kurs" sehr schwer aus der Hand legen kann. Mit Pia hat sie eine Protagonistin erschaffen, die uns irgendwo und irgendwie allen bekannt vorkommen wird. Heulend, chaotisch und dann wieder voller Energie begegnet Pia ihrem neuen Single - Dasein.
Es wird wohl kaum jemanden geben, der nicht schon einmal von Liebeskummer geplagt wurde und dieses Wechselbad der Gefühle selbst schon erfahren hat. Umso nachvollziehbarer sind ihre emotionalen Schwankungen und ihre Aktivitäten, die sie startet um ihren Basti zurückzuerobern. Diese beschreibt die Autorin ohne kitschig zu wirken und die Mischung aus Romantik, Humor und Herzschmerz ist genau richtig dosiert um sich in mein Herz zu schreiben. Das I - Tüpfelchen war für mich allerdings die Wendung, die das Prädikat uneingeschränkt lesenswert noch einmal unterstreicht.
Fazit: Ein überraschender Debütroman mit einer Protagonistin, die ein kleines bisschen in jedem von uns steckt - absolut GOLD wert und bestens für Herzschmerzwellen beim Lesen geeignet.

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

venedig, theater, historisch, liebe, padua

Der König der Komödianten

Charlotte Thomas
Fester Einband: 699 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 05.03.2010
ISBN 9783431038071
Genre: Historische Romane

Rezension:

Veneto, 1594: Vollwaise Marco Ziani muss nach dem Tod seines geliebten Onkels seine ländliche Heimat verlassen. Somit beginnt für ihn eine Reise voller Ungewissheit, in eine neue Zukunft. Seine erste Station ist ein Kloster und wenn es dort nach dem Prior ginge, wäre das auch Marcos einzige und vor allem letzte Station. Doch der Junge belauscht heimlich ein Gespräch in dem erfährt, dass er der Erbe eines größeren Vermögens ist und so beschließt er die Flucht - sehr zum Leid seines Freundes Iseppo.
Er schließt sich einer reisenden Schauspieltruppe an. Die "Incomparabili" sind auf dem Weg nach Venedig. Die Truppe steht fast vor dem Aus und ihre ganze Hoffnung liegt in einem neuen, erfolgreichen Stück. Nur so kann das Theater vor dem Untergang gerettet werden. Während Marco plötzlich sein Talent zum Schreiben entdeckt, somit zum Schreibgehilfen wird und auch im Ansehen der Truppe steigt, warten immer wieder neue Abenteuer auf ihn. Nicht nur gegen zweilichte Gestalten gilt es zu kämpfen, sondern auch um die Liebe einer jungen Frau.

Charlotte Thomas ist bekannt für opulente und vor allem farbenfrohe Geschichten, mit denen sie ihre Leserschaft regelrecht in das Geschehen hineinzieht. Ihrem Schreibstil kann man sich einfach nicht entziehen. Man muss einfach in ihren Beschreibungen abzutauchen. Mit ihren Helden teilt man Leid, Abenteuer und oftmals auch die Verwirrungen der Liebe. Und schlussendlich möchte man am Ende des Buches keinen Abschied nehmen, so sehr klopfen ihre Figuren ans Herz.

Mit "Der König der Komödianten" ist Charlotte Thomas ein weiterer großartiger Roman gelungen, der auf ganz spezielle Weise fasziniert. Ihre Liebe zu Venedig und ihr unverkennbarer Schreibstil sorgen für einen wahren Lesehochgenuss.

Dieses Mal hat sie sich einem besonderen Thema gewidmet: der historischen Komödie.
Dabei lässt sie ihre Hauptfigur als ICH  Erzähler in Erscheinung treten. Der Leser bekommt dadurch noch einen besseren Blick für die bunte, schillernde und aufregende Welt des Theaters.

Die Figuren bezaubernd durch viel Charme und Humor. Die durchaus nachvollziehbaren menschlichen Schwächen verleihen ihnen zusätzlich liebenswerte Züge. Schräge Charaktere, wie z. B. Cipriano, der sich gerne in Frauenkleidern zeigt, fügt die Autorin ebenso geschickt in die Handlung ein, wie Zitate von Shakespeare.

Natürlich kommt auch diesmal die Liebe in diesem pompösen Spektakel nicht zu kurz. Marcos unerfahrene Art und die widerborstige Art seiner Angebeteten steigern zudem noch die Spannung.

Fazit: Wieder einmal hat mich Charlotte Thomas vollends überzeugt. Applaus!

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211 Bibliotheken, 1 Leser, 7 Gruppen, 52 Rezensionen

dackel, liebe, hund, humor, freundschaft

Dackelblick

Frauke Scheunemann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 22.02.2010
ISBN 9783442203574
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dackelwelpe Carl - Leopold von Eschersbach ist das Ergebnis einer Affäre seiner Mutter mit einem schneidigen Terrierrüden. Nun sitzt er in der Klemme oder besser gesagt, im viel zu engen Zwinger eines Tierheims, denn für die Jagd und die Zucht ist er gänzlich ungeeignet und sein altes Herrchen wollte ihn nicht mehr.
Zum Glück schließt ihn Carolin am Besuchstag auf Anhieb in ihr Herz. Sie duftet nicht nur lecker nach Minze und Erdbeeren. Nein, sie ist auch lustig und liebevoll. Solch einen Menschen kann der kleine Dackel im Moment gut gebrauchen und auch bei ihrem Freund Daniel macht Herkules, wie Carl - Leopold ab sofort heißt, direkt einen guten Eindruck.
Doch schnell muss Herkules feststellen, dass Daniel gar nicht Carolines Freund ist, sondern nur ihr Kollege in der Geigenbauwerkstatt.
Ihr Lebensgefährte heißt Thomas und der ist überhaupt nicht begeistert von dem süßen Dackelwelpen, dabei wünscht sich Herkules nichts weiter als eine richtige Familie.
Daher beschließt er, die erstbeste Gelegenheit zur Verbrüderung am Schopfe zu packen. Doch sein Versuch endet in einem großen Desaster.
Gut, dass der Nachbars Kater Herr Beck ihm hilft die Menschen zu verstehen und Thomas loszuwerden.
Aber so brillant, wie die Idee anfangs erschien ist sie dann wohl doch nicht, oder?
Frauke Scheunemann lässt in ihrem neuen Roman "Dackelblick" keinen geringeren als den kleinen Dackelwelpen Herkules zu Wort kommen und das ist so schön - das geht direkt ins Herz und dazu trägt natürlich auch das fantastisch gestaltete Cover bei.
Wau!! Ich bin total verliebt in dieses Buch und den kleinen Kerl, der hier ganz groß daher kommt.
Mehrmals habe ich mich gefragt ob die Autorin selbst eine Zeit lang als Hund gelebt hat, denn besser kann man die Welt aus der Sicht eines Dackels meiner Meinung nach nicht nachfühlen. Wie das Gras im Garten am Bauch kitzelt, wie es sich anfühlt im Tierheim zu sitzen oder wie ein kleiner Hund versucht auf drei Beinen zu pinkeln - all das hat die Autorin wahrlich tierisch gut beschrieben.
Göttlich, wie Herkules mit Herrn Beck durch den Garten streift, um neue Pläne zu schmieden und dabei fast selbst zur Katze wird, als er vom Balkon springt. Oder wie er versucht mit kleinen Tricks das Liebesleben seines Frauchens zu beeinflussen. Man muss den kleinen Kerl einfach mögen.
Sehr gefallen hat mir auch seine Beschreibung des Lesens:
"Fest steht, dass man dafür unglaublich lange auf ein Blatt mit einem seltsamen Muster gucken muss. Irgendetwas passiert dabei mit den Menschen...Denn ab und zu fangen sie an zu lachen."
Herkules Weltanschauung ist so amüsant, dass man beim Lesen selbst in vergnügliche Stimmung gerät und mit einem Dauerlächeln durch die Kapitel fliegt.
Carolins Suche nach einem neuen Freund bleibt bei all den Hundeabenteuern natürlich nicht auf der Strecke. Glaubt man zuerst recht schnell zu wissen wie sie sich entscheidet, wird man im Laufe der Handlung eines Besseren belehrt. Aber so ist das (Liebes)Leben nun eben mal: verwirrend, aufregend und immer wieder voller Überraschungen.
Eine tierisch gut verstrickte und sehr humorvolle Liebeskomödie, die nicht nur Hundefreunden sofort ins Herz geht!!

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165 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 67 Rezensionen

mauren, christen, granada, historischer roman, andalusien

Die Maurin

Lea Korte
Flexibler Einband: 663 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2010
ISBN 9783426502303
Genre: Historische Romane

Rezension:

15. Jahrhundert
Erbitterte Kämpfe zwischen Mauren und Christen beherrschen Andalusien. Hassan, seines Zeichens Emir von Granada, verweigert die Tributzahlungen an das Königshaus Kastiliens. Dies sehen die Spanier als Grund die Friedensverträge zu ignorieren und verfolgen nun ihr großes Ziel: die christliche Herrschaft des Landes.
Zahra, eine junge Maurin kämpft in dieser letzten Phase der Reconquista ihren eigenen Kampf gegen Tradition, geprägt von Zwängen und Regeln. Mit viel Mut und Ehrgeiz bestreitet sie dennoch ihren Weg, der gepflastert ist von Schicksalsschlägen, Verlusten und ungeahnter Leidenschaft.

Lea Korte versteht es vorzüglich, ihrer Leserschaft ein Bild dieser Zeit zu verschaffen. Schon auf den ersten Seiten erfasste mich die Szenerie und ich war mitten im Geschehen, denn nicht nur die Personen, sondern auch die Handlungsorte sind so beschrieben, dass ich mit meinem inneren Auge Zahra und ihre Weggefährten erfassen konnte.
Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und so schloss ich nicht nur Zahra schnell in mein Herz, sondern darüber hinaus auch einige Nebencharaktere. Darunter finden sich etliche historische Figuren, die auch nach der Lektüre noch interessant bleiben (z. B. Boabdil).
Dadurch, dass die Geschichte nicht nur trockene, geschichtliche Fakten beinhaltet, sondern eben gespickt ist mit viel Spannung, wurde es an keiner Stelle langweilig. Ständig geschieht etwas Neues und wenn man glaubt, Zahra sei eine Verschnaufpause vergönnt, wendet sich das Blatt überraschend.
Die Kämpfe zwischen den Mauren und Christen werden nicht übertrieben blutig und grausam dargestellt, aber ausreichend genug, um Hunger und Elend des Krieges als Leser zu erfassen.
Das Buch ist in mehrere gut unterteilte Kapitel aufgeteilt und ganz am Anfang befindet sich ein gut sortiertes Personenverzeichnis. Die zahlreichen Personen mögen den ein oder anderen abschrecken, aber die Autorin lässt sie nach und nach in die Handlung mit einfließen, so dass ich an keiner Stelle den Faden verlor.
Das Cover erinnert ein bisschen an ein ähnliches Werk aus dem Verlag, passt aber wiederum perfekt zum Genre.
Fazit: Hier wurde nicht trocken recherchiert, sondern Geschichte zum Leben erweckt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kindergeschichten, regenbogenläufer, rensmann, weihnachten, geschichten für das ganze jahr!

Regenbogenläufer

Nicole Rensmann , Jan Radermacher
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.11.2009
ISBN 9783931989392
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kennen Sie schon die Geschichte vom Ampelmännchen, dass die Nase voll hatte ohne Hut im Regen zu stehen? Oder sind sie schon einmal einem frierenden Pinguin begegnet?? Nein!? Dann lassen Sie sich entführen in die Geschichtenwelt von Nicole Rensmann.
"Regenbogenläufer" bietet eine kunterbunte, abwechslungsreiche Geschichtensammlung und ist perfekt zum Vorlesen, selber lesen und träumen. Der gebundende Einband macht es aber auch zum empfehlenswerten Geschenkbuch!!
So entführt Rensmann ihre Leser u.a. in die bezaubernde Welt von Luzifee  dem kleinen Teufelsmädchen, welches den Weihnachtsmann besuchen möchte.
Die Länge der einzelnen Episoden eignet sich wunderbar zum "Zwischendurch  Vorlesen" und als "Gute  Nacht  Geschichte" und die Schriftgröße lässt mit Sicherheit auch bei gedämmten Licht ein angenehmes Lesen zu.
Zahlreiche liebevoll gestaltete, wunderschöne Abbildungen runden das Geschichtenbuch ab.
Fazit: Perfekt für die Kleinen und für die Großen ebenso.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

remscheid, fantasy, zeitreise, verzweiflung, hoffnung

Firnis

Nicole Rensmann
Fester Einband: 278 Seiten
Erschienen bei Bergischer Verlag, 01.08.2007
ISBN 9783923495924
Genre: Fantasy

Rezension:

Nicole Rensmann gehört für mich eindeutig in die Kategorie „Autorinnen – Neuentdeckungen 2009“, so ist es nicht verwunderlich, dass ich nun ihre bezaubernde Geschichte „Firnis“ regelrecht in mich ausgesogen habe.
Nach einer Theateraufführung kommt die Schauspielerin Ellen Weber heim und ihr ungutes Gefühl bestätigt sich leider: Ihre elfjährige Tochter Jenny ist spurlos verschwunden.
Zusammen mit dem Kindermädchen Tina durchsucht Ellen verzweifelt das ganze Haus und den Garten, aber es findet sich keine Spur von dem Mädchen.
Auch die Hündin Grain wird vermisst.
Doch trotz aller Verdächtigungen glaubt Ellen nicht daran, dass Jenny fortgelaufen ist.
Kurz darauf stößt sie auf eine fantasievolle Geschichte in Jennys PC – Dokumenten.
Von einer Schatztruhe ist die Rede und dem geheimnisvollen Hermann.
Aber wer ist Herrmann und was hat das alles mit dem alten Gemälde im Flur zu tun?

„Firnis“ hat mich wirklich überrascht und zwar positiv. Nicht nur, dass diese Geschichte einen Plot hat der sich von vielen anderen abhebt. Nein, die Autorin versteht es auch ausgezeichnet, mit einfachen Sätzen Großes auszudrücken. So beschreibt Rensmann die Sorgen und Ängste der Mutter um ihr Kind so anschaulich, dass man nicht umhin kann mitzufiebern und zu hoffen, dass Ellen ihre Jenny bald wieder in die Arme schließen kann.
Aber auch andere zwischenmenschliche Gefühle verwandelt Nicole Rensmann in wunderbare Zeilen und so haucht sie ihren Figuren auf gekonnte Weise Leben ein, sei es über Dialoge oder die Art wie sie handeln. Dementsprechend verliebt war ich beim Lesen selbst. In wen? Das findet jeder Leser des Buches sicherlich selbst heraus.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und das Buch lässt sich wunderbar leicht und schnell lesen.
Da ich historische Romane sehr gerne lese, hat mich die Art der außergewöhnlichen Zeitreise fasziniert und ich sah mich eben so in den Gassen des alten Remscheids.
Es gibt dazu einige Fakten und anschauliche Beschreibungen aus der damaligen Zeit. Fiktion und Realität werden hierbei wunderbar miteinander verknüpft, aber ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten.
Allerdings möchte ich anmerken, dass das fade Cover der verzaubernden Geschichte überhaupt nicht gerecht wird!
Fazit: Eine berührende Geschichte über die Liebe, die Freundschaft und ganz viel Magie.

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7.545 Bibliotheken, 63 Leser, 34 Gruppen, 472 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als frisch gebackene Zeitreisende und bis über beide Ohren verliebt, soll Gwendolyn die Welt retten. Ob das so eine gute Idee ist? Schließlich bereitet ihr Gideon schon genug Herzklopfen.
Und auch sonst geht es ziemlich aufregend in Gwens Leben zu, schließlich lernt man nicht jeden Tag komplizierte Tanzschritte oder veraltete Bezeichnungen für Handtaschen.
Mit „Saphirblau“ schließt Kerstin Gier lückenlos an den ersten Teil ihrer Zeitreise – Trilogie an und beweist erneut ihr Talent.
Ich muss ehrlich gestehen, dass mir die blaue Umschlaggestaltung noch ein bisschen besser gefällt (was kaum möglich war) und auch wenn ich das Buch direkt in einem durch und leider schon ausgelesen habe, wird es anschließend nicht gleich im Regal verschwinden. Dazu ist es viel zu schön.
Nach dem sich Gideon und Gwendolyn nun das erste Mal geküsst haben, geht es turbulent weiter. Gwen reist noch öfter in der Zeit, (sorry sie ELAPSIERT natürlich ) und nutzt dabei die Gelegenheit ihren Großvater besser kennenzulernen. Im Nachhinein kommt Gideon ihr auf die Schliche.
Er verhält sich zusehends merkwürdiger. Ob das mit seiner Wunde am Kopf zu tun hat?
Andererseits ist er nicht der Einzige, der sich komisch verhält oder ist ein Friends will be Friends singender Wasserspeiher etwa normal? Xemerius begleitet Gwendolyn ab sofort und stärkt ihr in schwierigen Situationen den Rücken oder spioniert für sie.
Getoppt wird diese GIERsche Erfindung noch von Plusterlippe Giardano, eine Mischung aus Rudolph Moshammer und Harald Glööckler.
Ich habe Tränen gelacht über seine Bemühungen Gwen Menuett beizubringen. Aber warum wehrte sie sich nicht gegen seine ständigen Beleidigungen? Und auch Charlotte hätte ich an Gwens Stelle schon lange mal die Meinung gegeigt.
Apropo, Geige. Gideon überrascht mit neuen Talenten und so wundert es mich nicht, dass Gwen sich immer mehr in ihn verliebt. Ob Gideon diese Gefühle ehrlich erwidert, erfährt man natürlich beim Lesen.
Und DAS sollte man genießen, denn leider ist „Saphirblau“ viel zu kurz und das Ende schneller als erwartet da. Doch auch hier setzt die Autorin im Epilog noch einen drauf. Rätselnd entlässt sie ihre Leserschaft. Wie wird es wohl weitergehen?
Jeder der die ersten beiden Teile verschlungen hat, wird sehnsüchtig auf den letzten Teil warten. So wie ich.
Bis dahin höre ich Bon Jovis „Hallelujah“.
„Jeder braucht schließlich seinen eigenen Soundtrack für so einen Fall.“ (aus „Saphirblau“)
Fazit: Oh und Hmmmm und Mehr!!

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176 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 21 Rezensionen

geist, köln, krimi, pascha, kloster

Im Kühlfach nebenan

Jutta Profijt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2009
ISBN 9783423211857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Pascha ist der geborene Prolet, er ist großkotzig, ordinär und direkt. Aber leider hat er ein Manko, denn er ist tot und statt mit schnellen Kisten durch Kölns City zu rasen, flitzt er momentan als Medium durch die Rechtsmedizin. Der einzige, der ihn hören kann ist ausgerechnet Martin Gänsewein, Teetrinker, Stadtplansammler und Entenfahrer. Tolle Aussichten für Pascha. Er stellt sich die Frage, ob er Martin davon überzeugen kann seinen Tod aufzuklären?
Jutta Profijt führt zusammen was im Normalfall nicht zusammen gehört und genau dadurch entsteht eine kurzweilige, vor Wortwitz sprühende Story. Ein Kleinkrimineller passt einfach nicht ins Muster eines korrekten Rechtsmediziners oder doch? Vielleicht kann der eine vom anderen ja noch etwas lernen? Aber die Frage beantwortet sich beim Lesen ganz sicher, denn lesenswert ist „Kühlfach 4“ auf jeden Fall. Am meisten haben mich die Wortkreationen amüsiert, die sich Pascha in einem fort aus dem nicht mehr vorhandenen Ärmel schüttelt und ich habe mehrmals laut gelacht über diverse Fettnäpfchen der beiden Hauptfiguren und der etwas anderen Art der Ermittlung, denn wer verfolgt schon einen Jaguar mit einer Ente? Die Fortsetzung steht schon im Regal, aber nicht mehr lange dann verschlinge ich auch diese. Fazit: Endlich mal eine etwas andere „Ich bin tot und irgendwas hindert mich daran in den Himmel zu kommen“ – Story.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

venedig, kochen, renaissance, machtkämpfe, 2009

Der Granatapfeldieb

Elle Newmark , Karin Dufner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.05.2009
ISBN 9783426198629
Genre: Historische Romane

Rezension:

Überraschend wird der kleine Dieb Luciano Lehrjunge bei dem geheimnisvollen Chefkoch des Dogen Maestro Ferrero.
Luciano wird um seine Lehrstelle beneidet, denn Gerüchten zu Folge besitzt Ferrero ein Kochbuch von unschätzbarem Wert und der Doge möchte nichts mehr, als dieses Buch besitzen, denn er ist krank und hofft mit den Rezepten des Buches, dem Tod von der Schippe springen zu können.
Reichtum, Unsterblichkeit und Zauberkräfte um Menschen zu beeinflussen verspricht das Buch.
Nach und nach wird Luciano ebenso von den Gerüchten gepackt und gerät damit in eine Intrige, dessen Gefahr es sich noch nicht bewusst ist.
Schon auf den ersten Seiten nimmt die Autorin dem ursprünglich, spannendem Plot einiges an Reiz, in dem sie der Handlung vorgreift.
Abgesehen von einer durchaus gelungenen, kurzen Einführung hetzt Newmark den Leser durch die ersten Seiten. Bis zur Seite 25 erfuhr ich beim Lesen schon, dass Luciano (Erzähler der Geschichte) als Straßenjunge aufgelesen wurde, um dann als Lehrjunge in einer großen Küche arbeite.
Ohne ersichtlichen Grund nimmt Maestro Ferrero ihn unter seine Fittiche. Später wird zwar auf die Gründe eingegangen, aber anfänglich wirft das Tempo der Autorin mehr Fragen auf als nötig. Außerdem verrät sie schon auf diesen ersten Seiten, dass Luciano seiner Francesca bald näher kommt.
Hier wäre durchaus ein anderer Aufbau wünschenswert gewesen.
Erst allmählich kehrt etwas Ruhe in die Story, die dann aber durch Zeitsprünge immer wieder zerrissen wird. Trotzdem war es mir möglich relativ flüssig zu lesen. Dazu trägt wohl auch der eher einfache Schreibstil der Autorin bei. Nur bleiben die Protagonisten blass und berechenbar.
Fast jedenfalls, denn am Schluss überschlagen sich die Ereignisse und während die Story in der Mitte eher zäh ist, schließt sie mit einem überraschenden Finale.
Ich möchte außerdem anmerken, dass ich den gewählten Titel als sehr unpassend gewählt empfinde. Der englische Originaltitel kommt der Handlung viel näher. Außerdem ist jedes Kapitel mit einem „Buchthema“ überschrieben und so wäre alles im Gesamten viel stimmiger.
Fazit: Tolle Idee zäh umgesetzt. Das Ende tröstet ein bisschen darüber hinweg.

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(3.764)

5.968 Bibliotheken, 63 Leser, 38 Gruppen, 627 Rezensionen

liebe, zeitreise, london, zeitreisen, fantasy

Rubinrot

Kerstin Gier
Fester Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2009
ISBN 9783401063348
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gwendolyn Sheperd ist Trägerin eines Zeitreisegens.
Blöd nur, dass ihre ganze Familie seit Jahren ihre Cousine Charlotte darauf vorbereitet in der Zeit zu reisen und daraus ein großes Geheimnis macht.
Als Gwen plötzlich in der Zeit springt ist die Verwirrung groß. Wie kann es sein, dass Isaac Newton sich bezüglich des Genträgers verrechnet hat? Oder steckt vielleicht mehr dahinter?
Wem kann Gwen jetzt noch trauen? Und ist Gideon wirklich in Charlotte verliebt?

Kerstin Gier ist mit „Rubinrot“ nicht nur ein zauberhaftes Buch gelungen, sondern obendrein eines für Jung und Alt. Mit ihrem großartigen und bildgewaltigem Schreibstil bringt sie London und die dazu passenden, teils schrägen, Charaktere in jedes Wohnzimmer. Charlotte, die hochnäsige Cousine und die natürliche Gwen, könnten nicht gegensätzlicher sein. Bleibt allerdings abzuwarten, wie sich Charlotte in der Fortsetzung entwickelt, jetzt wo Gwen die Hauptfigur der Familie ist.
Gwens Mutter ist leider wenig begeistert von den Fähigkeiten ihrer Tochter und in Vergangenheit hat sie schon einiges getan um das Schicksal ihrer Tochter abzuwenden. Mit ihrer liebevollen Art Gwendolyn gegenüber habe ich sie direkt ins Herz geschlossen. Und auch Leslie, Gwens beste Freundin, ist erfrischend sympathisch. So eine Freundin sollte jeder haben.
Zwielichte Personen wie z.B. der Graf von Saint Germain oder Miro Rakoczy dürfen natürlich in solch einem Buch nicht fehlen und auch sie sind perfekt ausgearbeitet.
Auch an Spannung ist die Story nicht zu übertreffen. Viele Fragen tauchen auf und ich bin mir sicher, dass sie Fortsetzung mindestens genau so grandios wird und sich etliche Geheimnisse entschlüsseln und vielleicht auch neue dazu kommen werden.
Natürlich kommt der klassische Gier – Humor kommt bei „Rubinrot“ nicht zu kurz und manchmal hat man das Gefühl Figuren der Mütter – Mafia neu zu entdecken.
Aber bei allem Lob für den Inhalt darf auf keinen Fall das aufwendig gestaltete Cover nicht zu kurz kommen. Der Scherenschnitt macht dieses Buch auch nach dem Lesen zu einem ganz besonderen Highlight im Buchregal, welches man gerne wieder in die Hand nimmt.
Ich freue mich jetzt einfach nur noch auf die den zweiten Teil und danke Kerstin Gier für einen kurzweiligen zweiten Weihnachtsfeiertag, den mir Gwens Geschichte beschert hat.
Fazit: Wer im Alltag eine Möglichkeit sucht einfach mal der Realität zu entfliehen, sollte sich zurücklehnen und sich von „Rubinrot“ verzaubern lassen.
© Ricarda Ohligschläger

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(126)

166 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 30 Rezensionen

zeitreise, liebe, london, fantasy, zeitreisen

Rubinrot

Kerstin Gier , Sascha Icks
Audio CD
Erschienen bei Arena, 01.06.2009
ISBN 9783401263342
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(81)

131 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

tod, molly, liebe, roman, jenseits

Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben

Sally Koslow , Britta Mümmler
Flexibler Einband: 363 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.05.2009
ISBN 9783423247252
Genre: Romane

Rezension:

Eigentlich hat Molly Marx alles was eine Frau braucht: humorvolle Freundinnen, eine schlanke Figur, eine zuckersüßes Töchterchen und einen gut verdienenden Schönheitschirurg, als Ehemann an ihrer Seite. Doch leider behandelt dieser die Brüste seiner Patientinnen auch nach Feierabend. Wohl aus Trotz hat Molly obendrein noch einen Liebhaber – und sie ist tot!!
Gestorben in Folge eines Fahrradunfalls. Oder war es gar kein Unfall?
Diese Frage stellt Molly sich immer wieder, während sie ihre Familie bei ihrer eigenen Beerdigung beobachtet.
Molly beschließt solange zu bleiben, bis sich ihr Tod aufgeklärt hat und ihre neuen Fähigkeiten als Geist könnten ihr dabei sehr hilfreich sein.
Die Idee des Buches ist nicht neu. Eine junge Frau stirbt und möchte aus irgendeinem Grund noch etwas auf die Ewigkeit warten. Sei es um dem geliebten Menschen noch etwas mitzugeben oder, wie in diesem Falle, um zu erfahren warum man nun wirklich ab sofort auf Wolken sitzt.
Mit Molly Marx hat Sally Koslow aber eine eher unperfekte Hauptprotagonistin geschaffen: eine die fremd geht. Und das gibt der Handlung noch mehr Spekulationsstoff, wer denn nun warum an Mollys Tod die Schuld trägt.
Ist es die verhasste Schwiegermutter Kitty, die ihrem Sohn Berry und dessen Geliebter den Weg frei machen wollte, da sie in Stephanie eine ebenso ehrgeizige Frau sah, wie sie selbst eine ist?
Hat Berry selbst Mollys Tod zu verantworten, da er erfahren hat, dass Luke nicht nur ein Kollege sondern auch ein Kavalier für Molly war?
Oder hat sogar Luke etwas mit der ganzen Sache zu tun?
Gott sei Dank taucht in dem ganzen Wirrwarr Inspektor Hiawatha Hick auf und obwohl er den Fall nach und nach auflöst, verstrickt er sich selbst in einen ganz neuen „Fall“.
Sally Koslows Schreibstil ist zwar nicht ganz so locker und spritzig, wie ich ihn für ein „Wölkchenbuch“ erwartet habe, aber trotz allem ist ihr eine emotionale, spannende Story gelungen.
Besonders berührt hat mich, dass Molly ihre kleine Annabell zurück lassen musste.
Fazit: Für einen entspannten Nachmittag auf der Couch (fast) perfekt.
© Ricarda Ohligschläger

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