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gericht, scheidungskinder, vernachlässigtes kind, gerichtgutachter / psychiater, familienhelfer

Die Schanin hat nur schwere Knochen!: Unerhörte Geschichten einer Familienpsychologin

Sophie Seeberg
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 24.04.2015
ISBN 9783426433737
Genre: Sonstiges

Rezension:


Eine Familienpsychologin berichtet aus ihrem Alltag - und erlebt genau das, was in Reality TV in Formaten wie "Frauentausch", "Tausche Familie" u.ä. gezeigt wird - bzw. sogar noch Schlimmeres. Da ist z.B. Natascha, die sich im Alter von nur 9 Jahren mit ihrem kleinen Bruder Robin an der Hand auf dem Weg zum Jugendamt macht, weil ihre sie von Geburt an misshandelnden Eltern das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Oder Schanin, die stinkt und mit Frittiertem gefüttert wird, weil ihr ihre Eltern zwar ein liebevolles Zuhause bieten, aber selbst von Hygiene und Ordnung keine Ahnung haben.
Seeberg berichtet von schimmelnden Wänden, kaltem Rauch, Wohnungen ohne Klo und fließend Wasser, Familien, die in ihrem eigenem Sumpf versinken - Armut in Deutschland zum einen, zum anderen aber auch Unterschichtsbühne vom Feinsten. Seeberg bemüht sich jedoch, hier kein abwertendes Sozialbashing zu betreiben, sondern die dramatischen Schicksale von mehreren Seiten zu beleichten.
Klar - dass diese Geschichten enormen Unterhaltungswert haben, lässt sich nicht leugnen. Für mich war aber das Herausragende, dass ich nun mehr Ahnung davon habe, was eine Famiienpsychologin/ Gutachterin macht und wie der Gesamtapparat Sozialhilfe/ Jugendamt funktioniert. Da die Autorin durchaus auch Defizite in der Zusammenarbeit mit diversen Kollegen und Schnittstellen zur Sprache bringt, versteht man nach der Lektüre besser, weshalb es zu manch in den Medien breit getretenen Dramen überhaupt kommt.

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autismus, wien, österreich, lesbisch

Marie anderswie

Carolin Schairer
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.03.2010
ISBN 9783897412972
Genre: Romane

Rezension:  
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219 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

magie, liebe, berlin, traumprinz, liebeskummer

Traumprinz

David Safier , Oliver Kurth
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 27.10.2016
ISBN 9783463406046
Genre: Humor

Rezension:


Nellie ist verliebt - in Bendix, seit 14 Tagen. Auf der rosa Wolke sitzend trifft sie der Blitz der Ernüchterung in Form von Bendix' Verlobter Marissa, von deren Existenz sie bis zu diesem Zeitpunkt nichts wusste. Nellie versinkt erst einmal im Liebeskummer. Ihr bester Freund Lennie schleppt sie schließlich zu einer dubiosen Unterhaltungsshow, um sie abzulenken. Dort gerät sie an Mr. Moore, dem sie ein geheimnisvolles Notizbuch entwendet. In dieses zeichnete die bisher erfolglose Comoiczeichnerin aus Kummer, Langeweile und plötzlicher Inspiration ihren Traumprinzen, den sie "Retro" nennt. Und genau der steht plötzlich vor ihr - wunderschön und quicklebendig! Blöder Weise ist er mit seiner persönlichen Ankunft in Berlin erstmal sehr unzufrieden und Nellie findet sich bald in einem Strudel von Abenteuern wieder.


David Safier, von dem ich auch schon "Mieses Karma" gelesen habe, ist aus meiner Sicht ein verdienter Bestsellerautor. Seine Bücher sind für mich eine Garantie, mich schon beim Lesen schlapp zu lachen. Er ist reich an Ideen, hat eine bewundernswerte Phantasie - und all das hat er bei "Traumprinz" wieder unter Beweis gestellt. Ergänzt wird das Buch durch tolle Zeichnungen von Oliver Kurth, die Lust machen auf einen eigenständigen "Nellie"-Comic.

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

frauenlieb, coming-out, irrungen, schaire, wolfgangsee

Frischer Wind am Wolfgangsee

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 26.10.2016
ISBN 9783897413900
Genre: Romane

Rezension:


Wer "Frischer Wind am Wolfgangsee" liest, der denkt wirklich automatisch an das "Weiße Rößl" und den Kitschfilm mit Peter Alexander von 1960. Carolin Schairers Roman spielt in der heutigen Zeit und nicht einmal im "Weißen Rößl". Ich habe mich von daher ziemlich schwer getan, die Titelwahl nachzuvollziehen; es erschien mir wie ein billiger Werbegag von Seiten der Autorin bzw. des Verlags (wer auch immer die Titel macht).
In "Frischer Wind am Wolfgangsee" wird nicht gesungen. Dazu wäre Gastwirtstochter Vanessa wohl auch kaum in Stimmung. Die 26-jährige plagen ganz andere Probleme: sie denkt, dass sie lesbisch ist, hat Angst, sich zu outen, träumt von einer festen Freundin.... An ihrem 27. Geburtstag outet sie sich immerhin bei ihren engsten Freundinnen, und die wollen ihr gleich ein Date organisieren. Doch Vanessa findet keinen Zugang zur Szene, nicht einmal online über ein Partnerschaftsportal. Die einzige Frau, die sie interessiert, ist scheinbar unerreichbar: Louise, eine Unternehmensberaterin aus Wien. Trotz vielerlei Hindernissen kommt es zu einem Treffen; mehr noch, die beiden verlieben sich tatsächlich. Doch damit fangen Vanessas Probleme erst richtig an: eine Fernbeziehung zu managen und die Sache vor ihren wohlmeinenden Eltern zu verbergen, wird mehr und mehr zur Herausforderung.
Es geht um ein Coming-Out, aber nicht um Selbstzweifel, was das eigene Empfinden betrifft. Zum Glück, denn mit so etwas kann ich wenig anfangen. Die rigide Haltung der Eltern in Bezug auf Homosexualität mag einigen übertrieben und unzeitgemäß erscheinen, leider erlebe ich sie auch heute noch in einigen Fällen in meinem persönlichen Umfeld. Ich kann dazu noch ergänzen: es gibt sogar Schlimmeres als Vanessas Eltern, und das leider im 21. Jahrhundert. Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine nette Liebesgeschichte, die interessante Themen streift: Coming Out, Burn Out, Ehrgeiz, gescheiterte Erwartungen von Eltern an ihre Kinder. Die Charaktere waren wie immer sehr überzeugend.
Ja, das Buch hätte etwas länger sein können. Das Ende kam mir zu abrupt. Überhaupt finde ich, die Stärke der Autorin liegt in längeren Romanen - siehe "Ellen", ihr zweites Buch, mit knapp 500 Seiten.

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entführung, raum, gefangenschaft, vergewaltigung, emma donoghue

Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:

Eine junge Frau wird entführt, in ein fensterloses Zimmer gesperrt und von ihrem Entführer über Jahre immer wieder vergewaltigt. Hierbei entsteht ein Kind – der kleine Jack, aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Jack begreift den Ernst der Lage natürlich noch nicht, und seine Mutter tut alles, um die Realität schön zu zeichnen. Sie erfindet auf engstem Raum Spiele und Rituale, um ihn abzulenken, fördert ihn nach besten Möglichkeiten….bis ihr eines Tages sogar die Flucht gelingt.

Dass nun nicht alles eitle Wonne ist, dürfte klar sein. Die Medien und die Familie der Frau sind Punkte, die sich teilweise als heikel entpuppen. Wie typisch für Boulevardjournalisten, fällt es da einer Reporterin schon ziemlich schwer, zu kapieren, dass eine Vergewaltigung eine Vergewaltigung bleibt und dass sich nicht „zwangsläufig“ Sympathie zum Täter entwickelt. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, was in dem Opfer wohl vor sich gehen muss, wenn es mit diesen Blödheiten konfrontiert wurde. Sowohl die Gefangenschaft aks auch die Zeit danach schildert die Autorin daher sehr glaubwürdig.

Warum Emma Donoghue als Autorin international erfolgreich ist, wundert nach diesem Buch nicht. Ich werde sicher noch weitere Werke von ihr lesen.

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frauenliebe, liebe, mähren, aristokratie, berlin

Zu keiner anderen Zeit

Barbara Martina Strebel
Flexibler Einband: 620 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.09.2016
ISBN 9783897413917
Genre: Historische Romane

Rezension:


Von Barbara Martina Strebel hatte ich noch nie gehört, ehe mir in einer einschlägigen Buchhandlung ihr Roman empfohlen wurde. Wie sich herausstellte, wohl ihr erster (?).
Ich war von Beginn an ziemlich beeindruckt, wie tief die Autorin in die politischen und geschichtlichen Wogen des frühen 20. Jahrhunderts eingetaucht ist. Recherche hat sie wahrlich nicht gescheut, und im Vergleich zu anderen historischen Romanen, die ich kenne, wirkt hier alles realistisch, fundiert, frei von Kitsch. Beim Lesen fragte ich mich dennoch immer wieder, warum dieser Roman denn um Himmels Willen nur in einer einschlägigen Buchhandlung ausliegt - oder ÜBERHAUPT dort ausliegt. Denn die lesbische Liebesgeschichte, obgleich am Klappentext groß angekündigt, wurde hier nur ganz sparsam und dosiert abgehandelt, obgleich sie doch eigentlich das Hauptthema sein sollte (?).
In einer anderen Rezension heißt es, das Barbara Martina Strebel eine Art raffinierten Kunstgriff gewählt hat, um diese Geschichte der zwei Frauen zu berichten. Nun, so kann man es auch nennen.... mir war es einfach ein bisschen zu wenig.
Allerdings schreibt die Autorin vom Stil her sehr gut, und ich sehe ihre Zukunft bei irgendeinem großen Publikumsverlag. Die Charaktere waren gut und überzeugend geschildert, allerdings hätte ich vor dem Hintergrund, dass die beiden Frauen doch eigentlich die Hauptfiguren sein sollen, mehr Einblick in deren "Innenleben" erwartet. Damit meine ich ihre Wünsche, Träume, Ängste, Emotionen...ja, und auch - vor allem! - ihre Liebe zueinander. Diese war für mich nicht allzu plausibel dargestellt, weshalb ich nur vier Sterne vergebe.
Trotzdem finde ich den Roman insgesamt beeindruckend...nur ist es eben kein typischer Genre-Roman.

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frauenliebe, coming out, musikalische zitate, oper

Sommer in Barock

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783897413962
Genre: Romane

Rezension:


Für ihren neuen Liebesroman hat sich Carolin Schairer die Welt der Oper ausgesucht - eine Welt voller Dramen, voller Emotionen, voller Hoch`s und Tief`s.
Hauptperson ist die Mezzosopranistin Diana Kleedorf, die zu Beginn des Romans eine eher minder glückliche Ehe mit Ehemann Michael führt, einem Unternehmer, dem der rechte Zugang zu ihrem Beruf fehlt. Michael wünscht sich ein Kind. Diana, die zwei In-Vitro-Fertilisationen hinter sich hat, ist mit dem Thema eigentlich durch. Aber statt darüber zu reden, flüchtet sie sich in die Premiere eines Romeo-und-Julia-Verschnitts und hofft bei Kollegin Galina Wolkova auf Trost - und auf mehr, wie im Laufe der Geschichte klar wird.
Als alles zu viel wird, klappt die emotional Überbelastete auf offener Bühne zusammen. Panik bei sämtlichen Intendanten, in deren Häusern für sie weitere Engagements gebucht ist! In einer Talkshow soll sie sich als gesund und fit präsentieren, doch die Lage entgleist, als der Moderator kompromittierende Fotos von ihr und Galina Wolkova einblendet. Sodann flüchtet die zwangsgeoutete Sängerin nach Anzingen, wo sie den Ariodante in Händels gleichnamiger Oper singen soll - und in die Arme einer neuen Bekanntschaft/ Liebe......
Die Autorin hat mir mit diesem Roman mehr beschert als nur eine neue Lektüre. Durch sie lernte ich die Barockoper und einige spezifische Fachbegriffe kennen. Einige Opernausschnitte habe ich mir inzwischen sogar angehört. Besonders gelungen fand ich die Kapitelüberschriften, die gleichzeitig die Titel von Opern sind und die Dianas Stimmungslage kennzeichnen.
Die Personen waren wie immer gut charakterisiert, von der 16-jährigen Filippa angefangen bis hin zu ihrer störrischen Tante Sophie.  Ich schätze sehr, dass dieses Buch diesmal wieder etwas länger ist, denn meines Erachtens entfaltet die Autorin ihr Können besser, wenn ihre Romane mehr Seiten haben. Besonders genossen habe ich den Epilog, der Dianas Leben fünf Jahre nach dem "Sommer in Barock" zeigt.
Wenn es heißt, die Autorin habe mit der Stoppuhr gearbeitet, kann ich das aus meiner Sicht nicht recht nachvollziehen. Für mich hatte die Geschichte diesmal die passsende Länge. Ich denke, jedes Buch muss zwangsläufig irgendwann enden, und wer mehr als 1000 Seiten will, soll besser die "Nebel von Avalon" lesen...

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

50er jahre, unmögliche liebe, carol, emotionen, liebe

Salz und sein Preis

Patricia Highsmith , Melanie Walz
Flexibler Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.10.2006
ISBN 9783257234022
Genre: Romane

Rezension:

Die junge Therese lernt in einem Kaufhaus die schöne, elegante Carol kennen, eine Dame der Highsociety. Sie selbst ist "nur" Verkäuferin und sucht noch ihren Weg im Leben. Carol zieht sie sofort in ihren Bann, und es gelingt ihr, eine Art Freundschaft zu ihr aufzubauen. Anfangs sehr zurückhaltend, offenbart Carol allmählich ihr wahres Leben - das einer unglücklichen Frau, die sich von ihrem Mann trennen will, der sie aber nicht wirklich gehen lassen will und sie daher immer über das gemeinsame Kind erpresst.  Auf einer Reise durch die Staaten kommen sich Carol und Therese dann auch in intimer Weise näher. Therese ist verliebt. Carol aber zieht sich radikal zurück, als offenkundig wird, dass ihr Mann einen Privatdetektiv engagiert hat, der ihre lesbische Affäre zum Thema der Scheidung machen soll.
Das Buch ist ein Klassiker. Ich las es schon vor vielen Jahren und jetzt, da es verfilmt wurde und viel Aufmerksamkeit durch die Medien bekam, nochmal. Vieles wurde mir beim zweiten Lesen noch viel deutlicher bewusst, nämlich die soziale Ungleichheit der beiden Frauen und Carols Dominanz-Gehabe von Anfang an. Patricia Highsmith ist eine absolute Könnerin, was das subtile und auch einmal weniger subtile Vermitteln von gesellschaftlicher Stellung und Selbstbewusstsein betrifft. Für mich ist SALZ UND SEIN PREIS ein Roman, der schon viel früher als Film in die Kinos hätte kommen können.

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17. jahrhundert, ungarn, tereza vanek, schneiderin, dienstmädchen

Im Dienst der Gräfin

Tereza Vanek
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 26.05.2014
ISBN 9783931989811
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die üblichen hostorischen Romane verlaufen ja oft nach einem gewissen Konzept: da gibt es die schöne, unschuldige Maid, die durch widrige Umstände in die weite Welt gestossen wird, und den edlen Ritter, der sie nach mehreren Abenteuern und Prüfungen aus ihrem Elend holt und zurück zu Heim und Herd bringt. Im Grunde ist das bei Tereza Vaneks IM DIENST DER GRÄFIN nicht absolut anders, denn auch hier geht es um ein Mädchen - Emilia - die als Waise in der Fremde dienen muss, in eine abenteuerliche Geschichte verwockelt wird und ihren künftigen Mann dabei kennen lernt. Trotzdem hebt sich der Roman von anderen ab, denn im Zentrum steht eine wahre Begebenheit, nämlich die sogenannte Blutgräfin Elisabeth Barthory, die mehrere Dienstmägde umgebracht haben soll, und dies auf grausame Weise. Damit verlässt der Roman bereits eingetretene Pfade wie Fehden zwischen Adelshäusern, Kriege und ähnliches. Es ist selten, dass gerade eine Frau die zentrale Figur ist, um die eine Geschichte wie diese herum gebaut wird. Und Tereza Vaneks Emilia ist zudem eine sehr selbstständige, intelligente Frau, die nicht gleich weinend nach einem Retter schreit, wenn der Wind rauher wird. Sie weiß genau, was sie will, und sie tritt dafür ein. Daher war die in der Handlung beinhaltete Liebesgeschichte auch keine schnulzige Abhandlung nach Schema F.
Tereza Vanek versteht sich aus meiner Sicht sehr gut darauf, ihren historischen Romanen eine kräftige Portion Realismus zu verpassen. Da gibt es beispielsweise Vergewaltigungen, was sicher zu jener Zeit zum Bedrohnis Nummer Eins alleinstehender Frauen gehörte. Die Handlung gleitet insgesamt nie ins Kitschige ab. Das ist das, was ich an ihren Romanen schätze.

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autorin, lesben, thriller

In jener Nacht

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.09.2015
ISBN 9783897413764
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

IN JENER NACHT wurden Julies Stiefschwestern vom Stiefvater ermordet. Eine dramatische Beziehungstat, denn Julies Mutter, die Schauspielerin Dana, wollte sich von ihrem Lebensgefährten und Vater der jüngeren Kinder trennen. Als mittlerweile erwachsene Frau und internationale Bestsellerautorin will Julie die Familientragödie in einem neuen Roman aufarbeiten. Kaum wurde dies den Medien bekannt gegeben, häufen sich die seltsamen Vorfälle in ihrem Leben: bei ihr wird eingebrochen, sie wird im Parkhaus verfolgt, bekommt Drohbriefe und wird Opfer eines seltsamen Autounfalls. Nervlich recht bald am Ende, wendet sie sich an die Polizei-Psychologin Helene Winter, die ihr eine Auszeit im abgeschieden gelegenen Haus ihrer Mutter ermöglicht. Dort bleibt die Autorin jedoch nicht lange allein...
Die Autorin versteht sich meisterhaft darauf, tiefgehende und markante Charaktere zu erschaffen. Für mich war die Figur der Dana Karneol das wahre Meisterstück dieses Romans, aber auch scheinbare Nebenfiguren wie die Lehrerin Lydia, deren Bruder Paul und Joe, der Versager, sind noch immer in guter Erinnerung. Eine kleine Liebesgeschichte gibt es auch, doch die nimmt - wie bei einem Krimi/ Thriller üblich - nicht so viel Raum ein. Für mich ist IN JENER NACHT ein sehr gutes Buch, das wirklich einen Krimipreis verdient hätte.

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bittersüß

Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an

Veneda Mühlenbrink
Buch: 281 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 05.10.2010
ISBN 9783897413061
Genre: Romane

Rezension:

Valerie ist eine junge Autorin, die etwas ziellos durch das Leben streift und nicht gerade glücklich ist. Ihre Liebe hat sie verlassen, da sie sie betrogen hat, und ihre schriftstellerische Karriere stagniert. Eine Freundin empfiehlt ihr einen Besuch bei einer älteren Dame in einem Altersheim. Luise, so ihr Name, will vor ihrem Tode unbedingt noch etwas los werden, was sie auf dem Herzen trägt - ihre Lebensgeschichte, besonders ihre Liebesgeschichte zur Zeit des 2. Weltkrieges. Genauso wie Valerie ist auch Luise lesbisch - nur, dass es natürlich damals viel schwieriger war, ein freies Leben dieser Art zu leben. Je mehr Valerie von Luise erfährt, desto mehr setzt sie sich mit ihrem eigenen Leben auseinander, erkennt Fehler und Muster und reift daran. Aber auch Luises Geschichte, die den Hauptteil des Buches ausmacht, hat es in sich....
Der Autorin gelingt es, Gegenwart und Vergangenheit exzellent miteinander zu verweben. Langeweile kam beim Lesen nicht auf, höchstens einmal Wut auf Valerie, zu Anfang, die mit Gefühlen nicht umgehen kann und alles in den Sand setzt. Das aber spricht entschieden für die Autorin, die es geschafft hat, die Hauptpersonen so lebendig zu gestalten, dass sie Emotionen hervor rufen.

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historischer roman, historie, lesbisch, zesewitz

Donaunebel

Stefanie Zesewitz
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Querverlag, 01.03.2015
ISBN 9783896562302
Genre: Historische Romane

Rezension:

Theo Brunner ist eine junge lesbische Frau im Wien der 20er Jahre, die sich ihren Lebensunterhalt in einem Bestattungsunternehmen verdient - verkleidet als Mann. Die Frauen verfallen ihr reihenweise, aber sie lässt sich nicht auf nähere Beziehungen ein, weil sie Angst hat, aufzufliegen. Lesbische Beziehungen werden nämlich hart bestraft....Ihr Leben ändert sih, als sie die geflüchtete russische Adelige Agalja kennen lernt. Die hat haufenweise Probleme und einen schwierigen Bruder im Anhang, der nichts Gutes im Schilde führt...
Ich schätze es, dass es mittlerweile auch in diesem Genre historische Romane gibt. Gerne mehr davon! Dieser war besonders fein geschrieben und man hat viel über die Epoche erfahren, ohne den Eindruck zu haben, belehrt zu werden. Die Liebesgeschichte war glaubhaft geschildert.

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ehrenmord, schicksal, familie, westjordanland, feuer

Bei lebendigem Leib

Souad , Marie-Thérèse Cuny
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 09.05.2005
ISBN 9783442362684
Genre: Biografien

Rezension:

Souad ist eine junge Algerierin, die einen in ihrer Gesellschaft tragischen Fehler begeht: sie verliebt sich in einen Burschen aus der Nachbarschaft, trifft ihn heimlich, hat - natürlich auf sein Bestreben hin - Sex, wird schwanger. Als ihre Familie das mitbekommt, wird der Schwager beauftragt, sie mit Benzin zu übergießen und anzünden. Souad überlebt schwer verletzt und hochschwanger. In einem Krankenhaus in der nächsten Stadt wird sie zum Sterben in ein Zimmer gelegt. Eine französische Hilfsorganisation wird auf sie aufmerksam und rettet ihr das Leben, in dem sie sie nach Frankreich bringt. Hier bringt Souad ihr Kind zur Welt, muss es der Umstände wegen aber weggeben. Jahre später heiratet sie einen Franzosen, bekommt mit ihm zwei Kinder. Und irgendwann findet auch ihr verloren geglaubter Sohn den Weg zu ihr.
Souad hat überlebt, aber ihr Körper ist voller Wunden - und gewiss auch ihre Seele. Ein bisschen etwas hört man zwischen den Zeilen heraus, was letzteres betrifft. Ich habe mich mehrmals gefragt, was die Ehe zu ihrem jetzigen Mann aufrecht hält....wie er mit ihrer Historie und ihren auch seelischen Wunden umgeht. Darüber erfährt man leider zu wenig. Über den Ehrenmord und die Hintergründe dagegen umso mehr, und das ist erschütternd genug. Souads Eltern haben kein Unrechtsbewusstsein, das wird schnell klar. Und sie würden es jederzeit wieder tun. Das ist die schrecklichste Erkenntnis an diesem autobiographischen Bericht.

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Verlieren – vergessen – verzeihen

Carolin Schairer
Buch: 277 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.10.2013
ISBN 9783897413559
Genre: Romane

Rezension:

Violinistin Eva wird auf dem Höhepunkt ihrer Karriere Opfer eines Erdbebens. Herabstürzende Bauteile verletzen sie so schwer, dass sie fortan nicht mehr Geige spielen kann. Eva, die sonst nichts im Leben hat außer die unerfüllte Liebe zu ihrer besten, heterosexuellen Freundin Andrea, verfällt in eine tiefe Depression. Andrea will sie auf andere Gedanken bringen und schickt sie nach ihrer Genesung mit der jungen Pianistin Estella quer durch Europa. Was schwierig beginnt, entwickelt sich im Lauf der Zeit von einer Freundschaft zu Liebe. - Aus meiner Sicht ist dieser Roman unglaublich berührend. Die Hauptpersonen gingen mir sehr nahe. Am besten fand ich jedoch, dass die Geschichte wirklich einmal in einem eher ungewöhnlichen beruflichen Umfeld angesiedelt ist, nämlich in der klassischen Musikszene. Da kenne ich keinen anderen Lesbenroman.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

hamburg, jazz, historischer roman, koks, 20er jahre

Chinatown

Tereza Vanek
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.09.2009
ISBN 9783897412866
Genre: Historische Romane

Rezension:

In Hamburg der 20er Jahre gab es ein Chinesenviertel, in der der Handel mit so Allerlei blühte - inklusive Zwangsprostituierten wie der Chinesin Mai Ling, die selbst ein tragisches Leben hinter sich hat und nach Europa geflohen ist. Der geschichtliche Umstand war mir bisher überhaupt nicht bekannt, weshalb ich es um so mehr schätzte, dass die Autorin am Ende des Buches noch einige vom Roman unabhängige Seiten dazu niederschrieb. Die Handlung an sich ist spannend und unterhaltsam, nur für die Hauptpersonen hatte ich dann doch nicht so viel Sympathie übrig. Sie kamen mir oft gefühlsarm vor. Dennoch hat das Buch allein von der geschichtlichen Rahmenhandlung her 5 Sterne verdient.

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fantasy, avalon, morgaine, merlin, liebe

Die Nebel von Avalon

Marion Zimmer Bradley , Manfred Ohl , Hans Sartorius
Fester Einband
Erschienen bei Weltbild, 27.01.2005
ISBN 9783898971072
Genre: Fantasy

Rezension:

Liebe, Abenteuer, Intrigen, Spannung, Verrat, Hass, Machstreben - DIE NEBEL VON AVALON beinhalten alles. Neben dem Hauptstrang um die Hoheoriesterin Morgaine gibt es noch viele Nebengeschichten, die sich über Generationen hinweg fortsetzen. Das Buch ist nicht neu und ich habe es schon vor längerer Zeit gelesen, dennoch zählt es nach wie vor zu meinen Lieblingsbüchern. Marion Zimmer Bradley war eine beeindruckende Autorin, und ich sehe in diesem Werk ihr Meisterstück.

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