Leserpreis 2018

Hilde1945s Bibliothek

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

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Sünder büßen

Eva Ehley
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2016
ISBN 9783596033362
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gibt es "Soko Sylt" schon? Ich weiß es nicht, da ich nicht viel fernsehe. Wenn nicht, könnte Eva Ehley problemlos die Plots dazu liefern. "Sünder büßen" ist mein erster Krimi von ihr und liefert alles, was so eine Vorabendserie im Krimi-Stil braucht:

- eine übersichtliche Anzahl von Ermittlern, die alle recht sympathisch und untereinander befreundet sind bzw. sogar liiert sind

- mit Sylt eine wirklich schöne Kulisse, die man von persönlichen Aufenthalten oder zumindest von Fotos/ TV-Filmen kennt

- ein Mord, der nicht durch amerikanische Blutrünstigkeit glänzt, sondern so aus meiner Sicht wirklich passieren könnte.

Kurz zum Inhalt: die erste Tote ist Larissa, ein Mädchen aus ärmeren Verhältnissen, die allerdings an einer der feinsten Adressen Sylts residierte - als Tochter des Hausmeisterehepaars. Larissa ist zum Zeitunkt ihres Todes erwachsen und hat einige Beziehungen hinter sich, u.a eine mit einem Gewalttäter. Ansonsten war sie insgesamt sehr umschwärmt und hat viele Herzen gebrochen. Ihre tiefe Liefe galt nämlich von Kindheit an dem Schweizer Millionärssohn Alexander, dessen Haus die Eltern betreuten. Doch dem ging sie relativ rasch auf die Nerven und so musste sie sich anderweitig trösten, was den Grundstein für alle weiteren Vorfälle in diesem Buch legte. Es gibt natürlich noch weitere Tote und die böse Staatsanwältin setzt die netten Ermittler auch noch unter Druck. Dieses Konzept dürfte für Soko-Liebhaber nicht neu sein.

"Sünder büßen" ist kein schlechtes Buch, aber für mich nichts, was mir in Erinnerung bleiben wird. Dazu bot mir die Geschichte zu wenig Außergewölhnliches. Wer einen lesbaren, durchschnittlich unterhaltsamen Krimi sucht, ist mit "Sünder büßen" gut bedient.


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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Madonna von Notre-Dame

Alexis Ragougneau , Tobias Scheffel , Max Stadler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613727
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem es in keinem Kapitel an irgendeiner sexistischen oder herabwürdigen Bemerkungen mangelt, was Frauen betrifft. Gleich zum Einstieg geben zwei Kirchenbedienste einen "Bombenalarm!" - nein, keiner muss in Panik verfallen, sie haben nur ein hübsches Mädchen in einer der Kirchenbänke entdeckt. Das habe ich ja noch verstanden. Dann aber kam die Staatsanwältin ins Spiel - sorry, die KLEINE Staatsanwältin, wie diese 30-jährige Topjuristin fortan immer wieder genannt wird. Dass ihr die Position nachgeschmissen wurde, kann nicht einmal vermutet werden - folglich wird sie wohl nicht auf den Kopf gefallen sein. Dennoch versäumt der Autor keine Gelegenheit, seine eigene Hauptfigur Claire Kauffmann im Laufe der Ermittlungen ständig als überfordert und inpompetent darzustellen, selbst, wenn sie sehr korrekt handelt.  Andererseits werden die wirklch ätzenden, nicht korrekt handelnden Ermittler Lanard und Gombrowicz ständig als Helden dargestellt, die mit ungewöhnlichen Verhörmethoden Verdächtige zum Reden bringen..... Auch Pater Kern hat es nicht geschafft, meine Sympathie für ihn zu wecken. Dazu war er einfach zu krank und zu verschroben.

Nun könnte ich das alles irgenwie noch verstehen, wenn der Autor Jahrgang 1929 wäre und in einer von Männern dominierten Welt sozialisiert wurde. Doch oh Weh, der Typ ist Jahrgang 1973! Offensichtlich hat er jedoch verschlafen, dass Staatsanwältinnen nicht KLEINE, dumme Wesen sind, denen ein Kommissar mal erst die Welt erklären muss, und auch andere Jobs haben können außer Prostituierte. Denn in diesem Buch kommen quasi nur zwei Sorten von Frauen vor: eben die KLEINE dumme Juristin, die auch noch psychische Probleme haben dürfte, wie wir aus Andeutungen erfahren, und...ja, Prostituierte! Ansonsten: nur Männer, was sicher zum Teil auch durch das Umfeld Kirche bedingt ist.

Spannung kam für mich nicht wirklich auf. Wenn ich ein besseres Buch zur Hand gehabt hätte, hätte ich dieses wohl kaum zu Ende gelesen. Interessant waren die Abläufe in Notre Dame, und der Schreibstil ist handwerklich korrekt. Insgesamt ist dieses Buch jedoch absolut verzichtbar.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die Frau, die nie fror

Elisabeth Elo , Jürgen Bürger , Kathrin Bielfeldt
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.09.2015
ISBN 9783548287294
Genre: Romane

Rezension:

Die Zeitschrift FREUNDIN hat bereits kundgetan, dass dieser Thriller an "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" erinnert - was stimmt und auch nichts Schlechtes bedeutet, denn dieses Buch mochte ich! Und so verhält es sich auch mit dem Werk von der mir bisher unbekannten Elisabeth Elo. Wie Fräulein Smilla, die x verschiedene Arten von Schnee mit unterschiedlichen Begriffen titulieren kann, so hat auch Hauptfigur Pirio einen ungewöhnlichen Zugang zur Kälte: sie kann länger im eiskalten Wasser überleben als jeder andere Mensch, da sich ihr Körper aus unerklärlichen Gründen wieder aufzuwärmen beginnt. Dies ist ihr nützlich, als ein großes Schiff bei Nacht und Nebel den Fischkutter ihres Freundes Ned rammt und beide in den eisigen Fluten landen. Ned stirbt, Pirio überlebt und versucht, angespornt von ihrem Vater, den Mörder zu finden. Denn das mysteriöse Schiff verschwindet einfach im Nebel und niemand will für das Unglück verantwortlich sein. Schnell kommt sie dahinter, dass Ned in seltsame Machenschaften verstrickt war und Schweigegeld kassierte. Doch nicht nur sie ist an Fakten interessiert, sondern auch ein Unbekannter, der sie verfolgt. Und dann ist da noch Neds Arbeitgeber, der offensichtlich Dreck am Stecken hat....

Wie Smilla, so hat auch Pirio ein gespaltenes Verhälltnis zu ihrem Vater und eine sehr zerrissene Kindheit gehabt. Das macht sie zu einer einerseits schwierigen, andererseits auch interessanten Figur. Faszinierend war die Zweiteilung von Pirios Leben auf der einen Seite leitet sie im Designerkleid einen Kosmetikkonzern, auf der anderen steht sie in Arbeitskleidiung auf einem schmutzigen Fischkutter und knutscht mit Hafenarbeitern. Grundsätzlich ist sie eine praktisch veranlagte, mutige Frau - wie eben auch Fräulein Smilla :-)

Ansonsten gibt es - die Geschichte betreffend - keine Überschneidungen und ich möchte nicht den Eindriuck erwecken, da wäre rgendwas inhalktlich von der Smilla-Geschichte abgekupfert. Dem ist nicht so. Ich kann dieses Buch daher allen empfehlen, die "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" mochten und/ oder auf der Suche nach einem spannenden Thriller mit interessanten Protagonisten sind.


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Hello Sunshine

Laura Dave , Ivana Marinovic , Britta Steffenhagen
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 16.04.2018
ISBN 9783837135992
Genre: Romane

Rezension:

Vorweg gesagt: zu hohe Ansprüche sollte man nicht haben, um dieses Buch genießen zu können.  Es ist ein seichter Sommerroman, wie er bestens am Strand zu lesen ist: egal ob Hitze oder Sandsturm, ihr werdet die Handlung ohne besondere Konzentration erfassen. 

Und die Handlung ist folgende: eine prominente Youtube-Köchin, die nicht kochen kann und sich ihr Image mit Hilfe ihres Produzenten selbst aus Lügen zusammen gebastelt hat, wird entlarvt und an den medialen Pranger gestellt, verliert alles (die Kochshow, den Ehemann, die Wohnung) und muss sich neu erfinden. Dazu flüchtet sie zurück an den Ursprung - ihr Elternhaus. Die Eltern sind tot, das Elternhaus, wie sich herausstellt, verkauft. Bleibt die Schwester, die mit ihrem Freund und ihrer Tochter Sammy im ehemaligen Gästehaus lebt. Mit der ist Youtube-Köchin Sunshine aber leider verkracht - warum, wurde für mich nicht so ganz schlüssig, trotz versuchter Erklärungsansätze im Buch. Trotzdem darf Sunshine auf der Couch schlafen und sich um Tochter Sammy kümmern. Warum sie plötzlich so dermaßen pleite ist, dass sie sich nicht irgendwo eine eigene kleine Wohnung nehmen kann, blieb auch offen.
Da Sunshine mit dem Lügen nicht so einfach aufhören kann, schleicht sie sich als Mitarbeiterin bei einem wirklichen Gourmet-Koch ein, um kochen zu lernen und in ein paar Monaten ihr mediales Revival zu erleben. So lautet zumindest der Plan. Ein positiver Schwangerschaftstest macht ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung und...den Rest lest besser selbst.

Insgesamt ist es ganz nett zu lesen, aber es gab einige Unlogiken (Achtung, Spoiler!):
- warum ist sie plötzlich obdachlos, wo sie doch Ersparnisse haben müsste?
- warum schläft sie einerseits auf dem Sofa, hat aber sehr wohl Geld, um es anderweitig auszugeben?
- wieso ist die Schwester so dermaßen feindselig? ("sich nicht melden" ist für mich kein fundierter Grund)
- nur, weil sie irrtümlich beim (verkauften) Elternhaus anläutet, wird sie gleich mit 500 Euro und Besitzstörungsklage gestraft? - So ein Blödsinn!
-  der Ehemann liebt sie angeblich und hat alles nur gemacht, um sie aus ihrer Scheinwelt zu holen? Und dabei ihren Ruf, ihr Leben, ihre Karriere ruiniert? Mein Gott, wie großherzig!!! Den Typen möchte man vor Dankbarkeit ja wirklich abknutschen!

Und dann das Essen. Dazu muss ich leider wirklich etwas loswerden. 90 Prozent aller "Gerichte", die in diesem Buch erwähnt werden, dürften bei den meisten Europäern Brechanfälle zur Folge haben. Beispiel gefällig? - Ein in Butter herausgebratenes Sandwichbrot mit Erdnussbutter und Bananen. Oder das Käsesandwich, mit dickem, fetten Käse in drei Lagen überbacken und mit Butter und Mayonnaise beschmiert. Kein Wunder, dass viele US-Amerikaner so dermaßen übergewichtig sind...

Wie gesagt, es ist eine nette Strandlektüre, aber nicht mehr.

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Insel der Vergessenen

Victoria Hislop , Angelika Felenda
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana TB, 01.10.2009
ISBN 9783453354449
Genre: Romane

Rezension:

Die Insel Spinalonga bei Kreta hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit: abgesehen von Türken und Venezianern, die diese Insel in früheren Zeiten belagert haben, war hier auch Kretas Leprakolonie angesiedelt. Jahrzehntelang mussten Leprakranke bei den ersten Anzeichen der Erkrankung Haus, Heim und Familie verlassen und ihr restliches Leben auf dieser Insel verbringen. Bis 1957 wurde dies so gehandhabt. Dann gab es Wege, die Erkrankten erfolgreich zu behandeln. 
Wer heute auf die Insel Spinalonga fährt (als Touristenprogramm sehr einfach möglich), sieht Ruinen von alten Häusern sowie einige renovierte alte Gebäude, gestrichen in verschiedenen Farben, die einen Einblick geben sollen, wie das Leben in Spinalonga war. Die Schriftstellerin Victoria Hislop hat das Potenzial dieser geschichtsträchtigen Stätte erkannt und die interessanten geschichtlichen Gegebenheiten in ein Familiendrama eingebettet. Da ihr dies sehr gut gelungen ist, wird ihr Buch fleißig von allen Reiseleitungen während der Fahrt auf die Insel empfohlen.

Ich hatte demnach ziemlich hohe Erwartungen und wurde - was den historischen Teil des Buches angeht - nicht enttäuscht.  Hislop bringt den Lesern die tragischen Umstände einer Lepra-Erkrankung anschaulich näher, und da man die Charaktere lieb gewinnt, hofft man immer auf Genesung. So zumindest ging es mir. Wie in jeder realen Familie, so gibt es auch in der von Hislop erfundenen fiktiven Familie gute und weniger edle Menschen, und daraus lässt sich eine über mehrere Generationen reichende, dramatische Familiengeschichte konzeptionieren.

Die Geschehnisse in der Gegenwart - Alexis und ihre scheinbaren Bindungsängste bzw. Probleme mit dem Verlobten; das Schweigen ihrer Mutter zu ihrer Familiengeschichte...nun, das war für mich eine wirklich dünne Suppe, in der es für mich teilweise an Logik fehlte und die zudem auch noch für den spannenden Hauptteil entbehrlich war. Daher ein Stern Abzug. Grundsätzlich jedoch ein lesenswerter Roman!

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363 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 15 Rezensionen

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Der fremde Gast

Charlotte Link
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2012
ISBN 9783442379279
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rebeccas Mann ist tot, sie ist einsam, sie will sich umbringen. Da taucht ein Freund ihres Mannes mit zwei Trampern auf, die er unterwegs aufgelesen hat. Diese leihen sich ihr Segelboot aus, aber nur Inga kommt in den Hafen zurück.
In München wird ein ermordetes Ehepaar gefunden. Die älteren Herrschaften wurden über Tage gefoltert und dann umgebracht. Steckt etwa Marius, der verschollene Tramper, dahinter?

Dieses Buch ist nicht gerade neu; eine Freundin hat es mir geliehen. Bezeichnenderweise wusste ich nicht einmal, ob ich es schon einmal gelesen habe; tatsächlich kam es mir weitgehend unbekannt vor. Warum ich mich so vorsichtig äußere: ich persönlich habe halt den Eindruck, dass Charlotte Lik immer dasselbe Süppchen kocht, und daher bleiben mir ihre "Thriller" (die für mich eher Romane sind) auch so schlecht im Gedächtnis. Das soll nun nicht heißen, dass ich es schlecht finde. Ganz im Gegenteil: wie auch andere ihrer Werke, o hat mich "Der fremde Gast" gut unterhalten; ich habe das Buch zügig gelesen, und es steht vollkommen außer Frage, dass sie eine Meisterin ihres Fachs ist. Allein ihre Charaktere sind sehr authentisch, glaubhaft und menschlich.; die Geschichten sind logisch und gut aufgebaut. Kurz: die Dame versteht ihr Handwerk und ist nicht umsonst eine internationale Bestseller-Autorin.

Was ihre zahlreichen Thriller/Romane jedoch für mich nicht sind: einzigartig und unvergesslich. Obwohl teilweise schreckliche Vorfälle beschrieben werden, geht mir nichts so nahe, als dass ich mich ein paar Monate später noch gut daran erinnern könnte. ES fehlt, um bei meinem vorherigen Vergleich zu bleiben, einfach etwas das Salz in der Suppe. Daher nur 4 Sterne und nicht 5.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Fluss mit zwei Brücken

Carolin Schairer
Sonstige Buchform: 305 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 17.06.2018
ISBN 9783897414112
Genre: Romane

Rezension:

Im Affekt hat Lucia (versehentlich!)  als Teenager einer jungen Frau ein Messer in den Bauch gerammt und kam daher erst in ein Jugendgefängnis, dann in ein Resozialisierungsprogramm. Nun ist sie entlassen und beginnt als Restaurantfachfrau im Nobel-Gasthof "Goldener Fasan" in Salzburg. Die Vergangenheit will sie einfach hinter sich lassen. Ihr Vorsatz ist zum Scheitern verurteilt, als eines Abends Romy - ihr damaliges Opfer - in genau diesem Restaurant zu Abend ist und es zu beider Entsetzen zu einer Begegnung der beiden Frauen kommt. Denn plötzlich gewinnt das, was damals überhaupt zu dieser Tat/ dem Unfall führte, wieder an Aktualität: ein Bild, das Lucias Mutter als Gutachterin nicht als Fälschung erkannte, führte zum Ruin der Galerie Traunburg und zum Selbstmord von Lucias Mutter. Es gab damals aber einige Unstimmigkeiten bzgl. dieses Bildes. Beiden Frauen - Romy und Lucia - liegt daran, diesen Kunstskandal von damals nun vollends aufzuklären. Dabei kommen sie sich trotz aller Vorbehalte näher.

Wie immer ist es Carolin Schairer gelungen, stimmige, sympathische Charaktere zu schaffen, mit denen man zwangsläufig mitfiebert und hofft, dass sie endlich zusammenkommen. Schön war für mich, dass die Geschichte in Salzburg angesiedelt war - wieder eine österreichische Stadt, die uns die Autorin damit näher bringt. Ich  habe selbst einige Zeit in Salzburg verbracht und finde zudem, dass die Mentalität der Leute sehr gut getroffen ist - nach außen hin ist alles schön und poliert, hinter der Fassade gibt es jedoch genauso dunkle Flecken wie an allen anderen Orten der Welt. Romys Zweifel waren für mich auch sehr gut nachvollziehbar, genauso wie alles, was Lucia bewegt hat.

Es gibt hier auch eine Krimigeschichte rund um ein millionenschweres Bild. Wer sich für Kunst interessiert, wird hier auch auf seine Kosten kommen....

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler , Nina Kunzendorf
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 19.03.2018
ISBN 9783837141481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

THE WOMAN IN THE WINDOW - okay, ich habe es inzwischen kapiert: englische Buchtitel sind derzeit der absolute Hit, für Großverlage quasi ein "Muss!" - Für mich ehrlich gesagt ein: Muss das sein? - Da ja ohnehin das ganze Buch übersetzt wird, kann`s ja an einer knackigen deutschen Titelfindung nicht scheitern.

Zum Inhalt: Dr. Anna Fox ist Psychotherapeutin, leidet aber nun selbst unter Agoraphobie und kann ihr Haus seit 11 Monaten nicht verlassen. Auslöser ist ein schreckliches Erlebnis, dass sie traumatisiert hat. Und so füllt sie ihre Tage mit Online-Schachspielen, einem Online-Französischkurs und berät andere Agoraphobiker auf einer Internetplattform. Und ja: ein besonders liebenswertes Hobby ist das Beobachte ihrer Nachbarn, speziell der Familie in Hau 207. Dass diese neu eingezogen ist und es allerhand herauszufinden gibt, kommt ihr da gerade recht. Schließlich lernt sie Jane Russell kennen, die Dame des Hauses, und freundet sich mit ihr an. Wenig später sieht sie von ihrem Fenster aus, wie diese grausam ermordet wird. Von wem, kann sie jedoch nicht sehen. Die Polizei glaubt ihr nicht - weil Jane Russel von Nr. 207 putzmunter ist und sie Anna für eine Spinnerin hält. Problem: die lebende Jane Russell ist nicht die Frau, die Anna sterben sehen hat!

Die erste Hälfte, tja, eigentlich fast die ersten zwei Drittel dieses Buches ziehen sich immens in die Länge, ohne dass richtig Schwung in die Geschichte kommt. Und das ist meiner Meinung nach auch der große Schwachpunkt dieses an sich spannenden, gut gemachten Thrillers.  Es hat mich Kraft und Nerven gekostet,  Anna durch ihre Merlotorgien zu begleiten, ihren Medikamentenmissbrauch zu tolerieren und nicht dauernd den Kopf über ihr teilweise absurdes Verhalten zu schütteln.  Ich kann nachvollziehen, wenn jemand bei der Hälfte des Buches aufgegeben hat - weil es passiert - abgesehen vom Mord - echt nichts, was Spannung in die Geschichte bringt. Das bringt mich zu der These, dass die Geschichte in kürzerer Fassung besser erzählt worden wäre.
Gegen Ende hin wird es richtig, richtig spannend - und das entschädigt für die Langeweile zuvor! Mehrmals wendet sich hier noch das Blatt.

Wie ging`s mir mit Anna? - Tja. Sie war mir weder sonderlich sympathisch noch unsympathisch. Anna hat vor über einem Jahr einen Fehler gemacht, woraufhin ihr ihr Mann abhanden gekommen ist, inklusive der gemeinsamen Tochter. Sie leidet unter diesem Verlust - verständlich. Ist traumatisiert - verständlich, wenn man nach zwei Dritteln der Handlung die ganze Geschichte kennt. Dennoch habe ich wenig Verständnis für ihren Fehler und die darauffolgenden Umstände aufbringen können. Und diese Alkoholsucht...für mich keimte der Verdacht auf, dass sie auch vor dem lebensverändernden Ereignis eine innige Verbindung zum Merlot hatte, wenn auch nicht so ausgeprägt...Das hat für mich ein paar Sympathiepunkte gekostet, genauso wie ihre naive Gutgläubigkeit. Insgesamt war sie aber auch wieder liebenswert in ihrer Vertrauensseligkeit und Hilflosigkeit.

Ein paar Worte zum Hörbuch:  Nina Kunzendorf ist eine vorzügliche Sprecherin, die den Tenor der Geschichte hervorragend wiedergegeben hat.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Liebe findet uns

J. P. Monninger , Andrea Fischer , Christiane Marx
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 14.07.2017
ISBN 9783957130914
Genre: Liebesromane

Rezension:

Den Uniabschluss in der Tasche, begibt sich die 23-jährige Heather auf eine Europareise mit ihren zwei besten Freundinnen. Auf einer Zugfahrt nach Paris trifft sie auf Jack, einen 27-jährigen aus Vermont, der Stationen eines Reisetagebuches bereist, das sein Großvater einst unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg schrieb. Die beiden verlieben sich ineinander und setzen die Reise - Jacks Reise - gemeinsam fort. Als es gemeinsam zurück gehen soll nach New York, lässt Jack Heather unangekündigt und abrupt am Flughafen sitzen und vertschüsst sich ohne Erklärung. Heather fliegt alleine zurück, ist fix und fertig, funktioniert nur noch...ihr Herz ist nahezu gebrochen. Warum Jack sie verließ, erfährt sie Monate später von seinem Freund Ralf - und macht sich erneut auf nach Europa, um ihn zu suchen...

Der Klappentext verheißt mehr, als der Inhalt tatsächlich halten kann. Es klingt spannend, wenn es heißt: "Bis Jack unerwartet verschwindet. Heather ist verzweifelt und wütend, doch sie weiß: um Jacks Geheimnis u lüften, muss sie ihn finden!" 
Dass dies aber erst nach mindestens zwei Dritteln des Buches passiert und es eigentlich mehrheitlich darum geht, welche schönen Orte das verliebte Duo in Europa bereist, wird verschwiegen. Da diese Reise für meine Begriffe so langweilig war, und mich Jack als Person zunehmend genervt hat (dazu später), habe ich ehrlich gesagt kaum mehr erwarten können, dass er endlich verschwindet - und sich endlich, endlich etwas tut! Allerdings - so richtig in Schwung kommt die Geschichte dann auch nicht, denn Heather ist nicht gerade sehr forsch damit, Jack ausfindig zu machen.

Zu den Personen. 
Heather kommt mi teilweise sehr naiv vor. Aber okay, sie ist erst 23. Sie ist brav, tut, was ihre Eltern von ihr verlangen, ist nicht sehr kritisch - weder anderen Personen gegenüber, noch, was ihre eigene, vom Vater geplante Zukunft bei der BANK OF AMERICA betrifft. Jack warnt sie davor, was es bedeutet, täglich mehr als 10 Stunden in einem Büro gefangen zu sein - sie, die wirklich eine große Zicke ist,  beginnt lieber einen Streit, als nur EINMAL kritisch nachzudenken, ob der Job wirklich das ist, was sie will. Manche Leser/ Hörer bemerkten ja bei ihr einen Wandel, ein Erwachsenwerden gegen Ende des Buches hin. Ich nicht. Das Ende war für mich sehr gruselig, weil ich mich fragte, wie man so schnell alles verzeihen kann. Auch die Dialoge, die sie mit anderen Personen führte, muteten sehr kindlich an. Dass dieses naive Mädchen meinen Fonds managt, würde mir eher schlaflose Nächte bereiten als ein gutes Gefühl.
Doch jeder Topf findet sein Deckelchen. So auch Heather, die brave Angepasste. Sie gerät an einen nach meinem Empfinden großkotzig auftretenden jungen Mann, der in sich und seine Philosophien mehr verliebt ist als in alles andere, der seine Überlegenheit und Arroganz immer wieder zum Ausdruck bringt: Jack. Es fiel mir wirklich schwer, auch nur irgendwelche Sympathien für diesen Kerl zu entwickeln oder auch nur ansatzweise zu verstehen, warum er Heather am Flughafen einfach stehen ließ und ohne Abschied abhaute. Auf der einen Seite gab er sich immer sehr überlegen, reif und erwachsen - auf der anderen Seite war sein Verhalten an Unreife oft nicht zu überbieten, besonders bei seinem Verschwinden.

Zum Stil.
Oh je. Leider nein, von meiner Seite aus. Diese betont poetische Sprache mit ihren über das Ziel hinaus schießenden Metaphern, die teilweise auch noch komplett unpassend wirkten, war für mich einfach irgendwann unerträglich. Mir zog es schon den Magen zusammen, wenn wieder ein abartig herbei geholter Vergleich heran gezogen wurde, um eine komplett schlichte Szene zu beschreiben.

Probleme, die ich mit dem Buch/ Hauptpersonen hatte - abseits vom Stil, haben vielleicht auch mit meinem Alter zu tun. In meiner Jugend war man mit 23 in der Regel nicht so abgebrüht, dass man zwar einerseits mit jemanden ins Bett ging, aber andererseits nicht wagte, irgendein tieferes Gefühl (Liebe) zu artikulieren. Mehrmals hieß es in diesem Buch "Für eine solche Aussage (Ich liebe dich) war es noch viel zu früh" oder "Ich bin mir noch nicht sicher". Für Sex hat`s gereicht - für mich nicht romantisch und auch sehr traurig, dass ein 23jähriges Mädchen schon so vorsichtig  und gehemmt ist, um sich offenen Herzens zu verlieben. Dass sie ihren Freundinnen sagt "Ich habe euch soooo lieb" wirkte da auf mich schon fast verstörend. Regelrecht abstoßend fand ich Amys ständige Aussage "Du musst wieder auf`s Pferd!"  - damit war gemeint, dass Heather doch bitte möglichst schnell wieder mit irgendjemanden Sex haben solle, um auf andere Gedanken zu kommen, auch, wenn ihr Herz noch bei Jack ist. Danke, so eine Freundin ist wohl eher ein Alptraum; mir fehlt da das Verständnis und ich konnte das alles gar nicht nachvollziehen, aber, wie gesagt, vielleicht liegt es am Alter.
Nervig fand ich auch diese häufigen Streitereien zwischen dem jungen Paar, bei denen Heather extrem zickig und kindisch wirkte.

Es gab auch ein paar kleine Recherche-Stolpersteine, wo ich dachte: Hopps, So stellt sich also ein US-amerikanischer Anglistik-Professor Europa vor. Im Gedächtnis geblieben sind mir die blau gekleideten Waschfrauen in Berlin und Wien, die Heather quasi als charakteristisch für die Städte sieht. Ich kenne beide Städte, aber habe dort in den letzten 20-30 Jahren keine blau gekleideten Waschfrauen gesehen....dafür aber haufenweise internationale Modeketten, die jede Innenstadt gleich machen, aber das haben Heather und Jack nie bemerkt; sie waren nur an einmaligen, romantischen Orten.  Überwiegend war die Recherche des Autors sicher solide, sicher war er auch an manchen Orten persönlich, aber die Realität ist in diesem Buch eher nur vage abgebildet. Es wird alles so romantisch, idyllisch, zauberhaft beschrieben - wie eine Bilderbuch-Welt, und das selbst dann, wenn auch mal von nicht so schönen Orten die Rede ist. Die realistische Sicht auf diese Städte fehlt komplett.

Fazit: insgesamt nicht mein Fall. 


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290 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 133 Rezensionen

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Dear Amy

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Margot ist Lehrerin, schreibt aber eine Ratgeber-Kolumne für die Lokalzeitung und bekommt daher viele Zuschriften. Eines Tages erhält sie einen Brief, der ihren Atem stocken lässt: eine junge Frau namens Bethan wurde offensichtlich entführt und wird von einem Mann irgendwo gefangenen gehalten. In ihren Briefen bittet sie "Amy", so das Zeitungspseudonym von Margot, um Hilfe: "Er wird mich töten, wenn du mir nicht hilfst, wenn du mich nicht findest!" Hin- und hergerissen zwischen dem Bestreben, Bethan zu helfen und Zweifeln, ob die Briefe echt sind oder ob sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt, wendet sich Margot schließlich an die Polizei. Es dauert, bis man ihr dort wirklich Glauben schenkt...und schon nimmt der Fall eine Wende, die doch recht unerwartet kommt....

Ich habe inzwischen einige sehr kritische Rezensionen gelesen und kann diese zum Teil inhaltlich nachvollziehen. Ja, der Schreibstil mag nicht der eleganteste sein, ja, es ist sicher kein literarisches Werk, okay, Margot ist nicht perfekt, und ja, es ist auch nicht wirklich was Neues geboten: böser gestörter Typ quält kleine Mädchen. Eines der Mädchen kann sich retten und verdrängt die Ereignisse aufgrund einer psychischen Erkrankung/ Persönlichkeitsstörung. 
Trotzdem - ich mochte dieses Buch. Margot war mir persönlich sehr sympathisch und ich konnte ihre Handlungen zum Großteil nachvollziehen. Dass das Buch einfach zu lesen war, empfand ich als angenehm - perfekt als Strandlektüre. Wer einen einfachen Krimi sucht ohne langatmige, blutige Szenen und ohne über fünfzehn Ecken verworrene Handlung, ist hier gut bedient.

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478 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 226 Rezensionen

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Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der Verlag hat dieses Buch so eifrig beworben, dass ich es tatsächlich kaufte. Die Story: Journalistin macht Mini-Kreuzfahrt durch Norwegen auf Luxus-Jacht und will darüber berichten. Schon in der ersten Nacht an Bord wird sie Zeugin eines Mordes: eine Frau, die sie zuvor kennengelernt zu haben glaubt, wird in den Tiefen des Meeres versenkt, und eine Blutspur auf der Außenveranda lässt vermuten, dass sie zuvor ermordet wurde. Leider glaubt der Journalistin kaum jemand, was auch daran liegt, dass sie Antidepressiva nimmt, zu viel Alkohol trinkt und gerade ein traumatisches Erlebnis verarbeiten muss. Also versucht sie, selbst dahinter zu kommen, wer hier von wem ermordet wurde - was unweigerlich Feinde auf den Plan ruft....
Der Plot klingt im Prinzip verheißungsvoll und nach Spannung pur. Und spannend fand ich es auch: ich habe das Buch zügig durchgelesen. Das fiel sehr leicht, da Sprache und Plot sehr, sehr einfach gestaltet sind. Wer Raffinesse sucht, ist hier leider völlig falsch. Wer einfach nur unterhalten werden will, dem kann ich eine Kaufempfehlung geben. 
Die Journalistin hat zeitweise etwas durch ihre gesammelten Neurosen genervt: sie hat Platzangst. Sie hat Panikattacken. Sie braucht ihre Tabletten, um nicht durchzudrehen - seltsamer Weise hält sie es aber dann doch trotz immensen Gejammers ganz schön lange ohne diese aus. Sie ist beziehungsgestört und über ihren Freund konnte ich nur permanent den Kopf schütteln. So ein nachgiebiger, edler Mensch....
Abgesehen davon ist die Lektüre aber recht unterhaltsam und ideal für einen gemütlichen Couchnachmittag.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

Küsse mit Zukunft

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 339 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783897414044
Genre: Liebesromane

Rezension:


Marlene langweilt sich in einer Lounge am Kopenhagener Flughafen. Ihr Flug nach Brüssel hat Verspätung. Plötzlich küsst sie eine wildfremde Frau unter dem Vorwand, auf diese Weise einen lästigen Verehrer abzuschütteln. Marlene ist verständlicher Weise erst einmal ziemlich pikiert und reagiert brüsk. Lisbeth, die Küsserin, sucht davon unbeeindruckt das Gespräch mit ihr....
Das ist der Auftakt zu "Küsse mit Zukunft", einem Roman, der die Liebesgeschichte von zwei unterschiedlichen Frauenpersönlichkeiten zum Thema hat, die, wie sich herausstellt, für denselben Arbeitgeber tätig sind. Marlene, die überzeugte Heterosexuelle, braucht ihre Zeit, um sich daran zu gewöhnen, welche ungewohnten Gefühle die quirlige Lisbeth in ihr hervorruft. Und Lisbeth will viel - aber auf keinen Fall strebt sie eine Affäre mit einer Kollegin an, so nett und hübsch diese auch sein mag! Schlechte Voraussetzungen, eigentlich, aber Carolin Schairer sorgt in gewohnter Manier für ein Ende, wie es ihre Leserinnen lieben. 
Diese Leserunde  zum Buch - an der ich nicht teilnahm - habe ich mir nun durchgelesen und war doch etwas überrascht, wie negativ das Buch teilweise bewertet wurde, weil es u.a. nicht der Erwartungshaltung der betreffenden Leserin entsprach. Das ist schade - für die Autorin und das Buch, das für eine spezielle Zielgruppe sicher tolle Unterhaltung im lesbischen Chicklit-Stil bietet. Für andere ist es möglicherweise etwas eintönig, verwirrend oder auch unverständlich, dass bei dieser Art Lesestoff das Thema "Coming Out" und die Problematik, homosexuell zu sein, nur gestreift wird und anderes im Vordergrund steht. Zum Glück sind lesbische Frauen eben inzwischen schon einen Schritt weiter und können auch über etwas anderes schreiben und lesen als über die Problematik einer von der Norm abweichenden sexuellen Orientierung.

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Geschichten über 30

Sina Hauer , , ,
Fester Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.10.2017
ISBN 9783897414051
Genre: Romane

Rezension:


Der Ulrike-Helmer-Verlag begeistert und begleitet mich seit Jahren mit qualitätsvollen, unteraltsamen Büchern. Daher durfte in meiner Sammlung auch der Kurzgeschichtenband "Geschichten über 30" nicht fehlen, den der Verlag zum 30. Jubiläum herausgegeben hat. 
Einige der mit einer Kurzgeschichte vertretenen Autorinnen und Autoren sind mir schon durch ihre Bücher bekannt. Veneda Mühlenbrink zum Beispiel, die zuletzt mit "Odeonia, Paris" begeisterte und in ihrer Kurzgeschichte  "Stufen" die Herausforderung eines Coming Outs vor den Eltern thematisiert. Oder Barbara Martina Strebel, die uns endlich wissen lässt, wie es weitergeht mit ihren Protagonistinnen aus "Zu keiner anderen Zeit". Eine sehr unterhaltsame, witzige Geschichte liefert Antje Wagner mit "Motten im Mai", die mich schon von Seite 1 weg durch den Satz "Ich hasste den Mai" begeistert hat. Carolin Schairer beweist in "Müttertöchter", dass sie nicht nur lesbische Liebesgeschichten schreiben kann, sondern als Autorin auch das Potenzial für Tiefergehendes hätte. Und Daniela Schenk lässt uns auf gewohnt witzige Weise an ihrem Leben bzw. ihrer Zusammenarbeit und Bekanntschaft mit Verlegerin Ulrike Helmer teilhaben. 
"Geschichten über 30" ist sicher ein hervorragendes Buch, um Autorinnen aus dem Helmer-Verlag kennenzulernen, aber auch ein ideales Geschenk zu (nicht nur 30.) Geburtstagen, zu Weihnachten und zu anderen Anlässen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

new york, rotlichtmilieu, victoria woodhull

Vote for Victoria!

Antje Schrupp
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.07.2016
ISBN 9783897413931
Genre: Biografien

Rezension:


Antje Schrupp ist mir bisher nur aus ihren Kolumnen im STANDARD bekannt gewesen. Das Buch "Vote for Vitoria!" habe ich durch Zufall entdeckt und war dann ganz überrascht, dass mir der Name der Autorin bekannt war. Auch der Inhalt war überraschend, denn davon, dass im frühen 20. Jahrhundert eine Frau als US-Präsidentschaftskandidatin antrat, hatte ich noch nie zuvor gehört.
Victoria Claflin wächst unter ärmsten Umständen auf. Ihre Eltern ziehen von einem Ort zum anderen und zeugen ein Kind nach dem anderen, ohne diese wirklich ernähren zu können. Mit 14 heiratet sie den Tugnichtgut Woodhull - hauptsächlich, um von ihrer Familie wegzukommen. Die Ehe hält nicht lange. Fortan geht Victoria unerschrocken ihren Weg. Konventionen schränken sie dabei nicht ein - sie hat nie welche kennen gelernt. Sie arbeitet als Barmädchen, Hellseherin, lernt einflussreiche Männer kennen, wird schließlich Brokerin an der Börse und kommt zu Reichtum. Sie gründet gemeinsam mit ihrer Schwester Tennessee eine Frauenzeitschrift und sorgt mit ihren aufklärerischen Ideen für Skandale. Und schließlich kandidiert sie als Präsidentin - ungeachtet er Tatsache, dass im ganzen Land noch immer darüber diskutiert wird, ob Frauen überhaupt wählen gehen sollten.
Ich war von diesem Buch und dem Werdegang von Victoria Woodhull extrem beeindruckt. Ein Gossenmädchen, dass es aus eigenem Antrieb schafft, nach oben zu kommen - toll. Eine hochintelligente Frau, die ihrer Zeit voraus ist. Und Antje Schrupp versteht sich darauf, dieses Leben in erfrischenden Zeilen wiederzugeben. Danke!

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familienhelfer, gericht, gerichtgutachter / psychiater, inobhutnahme, kindesmissbrauch, scheidungskinder, vernachlässigtes kind

Die Schanin hat nur schwere Knochen!: Unerhörte Geschichten einer Familienpsychologin

Sophie Seeberg
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 24.04.2015
ISBN 9783426433737
Genre: Humor

Rezension:


Eine Familienpsychologin berichtet aus ihrem Alltag - und erlebt genau das, was in Reality TV in Formaten wie "Frauentausch", "Tausche Familie" u.ä. gezeigt wird - bzw. sogar noch Schlimmeres. Da ist z.B. Natascha, die sich im Alter von nur 9 Jahren mit ihrem kleinen Bruder Robin an der Hand auf dem Weg zum Jugendamt macht, weil ihre sie von Geburt an misshandelnden Eltern das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Oder Schanin, die stinkt und mit Frittiertem gefüttert wird, weil ihr ihre Eltern zwar ein liebevolles Zuhause bieten, aber selbst von Hygiene und Ordnung keine Ahnung haben.
Seeberg berichtet von schimmelnden Wänden, kaltem Rauch, Wohnungen ohne Klo und fließend Wasser, Familien, die in ihrem eigenem Sumpf versinken - Armut in Deutschland zum einen, zum anderen aber auch Unterschichtsbühne vom Feinsten. Seeberg bemüht sich jedoch, hier kein abwertendes Sozialbashing zu betreiben, sondern die dramatischen Schicksale von mehreren Seiten zu beleichten.
Klar - dass diese Geschichten enormen Unterhaltungswert haben, lässt sich nicht leugnen. Für mich war aber das Herausragende, dass ich nun mehr Ahnung davon habe, was eine Famiienpsychologin/ Gutachterin macht und wie der Gesamtapparat Sozialhilfe/ Jugendamt funktioniert. Da die Autorin durchaus auch Defizite in der Zusammenarbeit mit diversen Kollegen und Schnittstellen zur Sprache bringt, versteht man nach der Lektüre besser, weshalb es zu manch in den Medien breit getretenen Dramen überhaupt kommt.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

autismus, lesbisch, österreich, wien

Marie anderswie

Carolin Schairer
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.03.2010
ISBN 9783897412972
Genre: Romane

Rezension:  
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274 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Traumprinz

David Safier , Oliver Kurth
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 27.10.2016
ISBN 9783463406046
Genre: Humor

Rezension:


Nellie ist verliebt - in Bendix, seit 14 Tagen. Auf der rosa Wolke sitzend trifft sie der Blitz der Ernüchterung in Form von Bendix' Verlobter Marissa, von deren Existenz sie bis zu diesem Zeitpunkt nichts wusste. Nellie versinkt erst einmal im Liebeskummer. Ihr bester Freund Lennie schleppt sie schließlich zu einer dubiosen Unterhaltungsshow, um sie abzulenken. Dort gerät sie an Mr. Moore, dem sie ein geheimnisvolles Notizbuch entwendet. In dieses zeichnete die bisher erfolglose Comoiczeichnerin aus Kummer, Langeweile und plötzlicher Inspiration ihren Traumprinzen, den sie "Retro" nennt. Und genau der steht plötzlich vor ihr - wunderschön und quicklebendig! Blöder Weise ist er mit seiner persönlichen Ankunft in Berlin erstmal sehr unzufrieden und Nellie findet sich bald in einem Strudel von Abenteuern wieder.


David Safier, von dem ich auch schon "Mieses Karma" gelesen habe, ist aus meiner Sicht ein verdienter Bestsellerautor. Seine Bücher sind für mich eine Garantie, mich schon beim Lesen schlapp zu lachen. Er ist reich an Ideen, hat eine bewundernswerte Phantasie - und all das hat er bei "Traumprinz" wieder unter Beweis gestellt. Ergänzt wird das Buch durch tolle Zeichnungen von Oliver Kurth, die Lust machen auf einen eigenständigen "Nellie"-Comic.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Frischer Wind am Wolfgangsee

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 26.10.2016
ISBN 9783897413900
Genre: Romane

Rezension:


Wer "Frischer Wind am Wolfgangsee" liest, der denkt wirklich automatisch an das "Weiße Rößl" und den Kitschfilm mit Peter Alexander von 1960. Carolin Schairers Roman spielt in der heutigen Zeit und nicht einmal im "Weißen Rößl". Ich habe mich von daher ziemlich schwer getan, die Titelwahl nachzuvollziehen; es erschien mir wie ein billiger Werbegag von Seiten der Autorin bzw. des Verlags (wer auch immer die Titel macht).
In "Frischer Wind am Wolfgangsee" wird nicht gesungen. Dazu wäre Gastwirtstochter Vanessa wohl auch kaum in Stimmung. Die 26-jährige plagen ganz andere Probleme: sie denkt, dass sie lesbisch ist, hat Angst, sich zu outen, träumt von einer festen Freundin.... An ihrem 27. Geburtstag outet sie sich immerhin bei ihren engsten Freundinnen, und die wollen ihr gleich ein Date organisieren. Doch Vanessa findet keinen Zugang zur Szene, nicht einmal online über ein Partnerschaftsportal. Die einzige Frau, die sie interessiert, ist scheinbar unerreichbar: Louise, eine Unternehmensberaterin aus Wien. Trotz vielerlei Hindernissen kommt es zu einem Treffen; mehr noch, die beiden verlieben sich tatsächlich. Doch damit fangen Vanessas Probleme erst richtig an: eine Fernbeziehung zu managen und die Sache vor ihren wohlmeinenden Eltern zu verbergen, wird mehr und mehr zur Herausforderung.
Es geht um ein Coming-Out, aber nicht um Selbstzweifel, was das eigene Empfinden betrifft. Zum Glück, denn mit so etwas kann ich wenig anfangen. Die rigide Haltung der Eltern in Bezug auf Homosexualität mag einigen übertrieben und unzeitgemäß erscheinen, leider erlebe ich sie auch heute noch in einigen Fällen in meinem persönlichen Umfeld. Ich kann dazu noch ergänzen: es gibt sogar Schlimmeres als Vanessas Eltern, und das leider im 21. Jahrhundert. Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine nette Liebesgeschichte, die interessante Themen streift: Coming Out, Burn Out, Ehrgeiz, gescheiterte Erwartungen von Eltern an ihre Kinder. Die Charaktere waren wie immer sehr überzeugend.
Ja, das Buch hätte etwas länger sein können. Das Ende kam mir zu abrupt. Überhaupt finde ich, die Stärke der Autorin liegt in längeren Romanen - siehe "Ellen", ihr zweites Buch, mit knapp 500 Seiten.

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943 Bibliotheken, 13 Leser, 4 Gruppen, 119 Rezensionen

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Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:

Eine junge Frau wird entführt, in ein fensterloses Zimmer gesperrt und von ihrem Entführer über Jahre immer wieder vergewaltigt. Hierbei entsteht ein Kind – der kleine Jack, aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Jack begreift den Ernst der Lage natürlich noch nicht, und seine Mutter tut alles, um die Realität schön zu zeichnen. Sie erfindet auf engstem Raum Spiele und Rituale, um ihn abzulenken, fördert ihn nach besten Möglichkeiten….bis ihr eines Tages sogar die Flucht gelingt.

Dass nun nicht alles eitle Wonne ist, dürfte klar sein. Die Medien und die Familie der Frau sind Punkte, die sich teilweise als heikel entpuppen. Wie typisch für Boulevardjournalisten, fällt es da einer Reporterin schon ziemlich schwer, zu kapieren, dass eine Vergewaltigung eine Vergewaltigung bleibt und dass sich nicht „zwangsläufig“ Sympathie zum Täter entwickelt. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, was in dem Opfer wohl vor sich gehen muss, wenn es mit diesen Blödheiten konfrontiert wurde. Sowohl die Gefangenschaft aks auch die Zeit danach schildert die Autorin daher sehr glaubwürdig.

Warum Emma Donoghue als Autorin international erfolgreich ist, wundert nach diesem Buch nicht. Ich werde sicher noch weitere Werke von ihr lesen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

aristokratie, ehe, familie, frauenliebe, freundschaft, hist. roman, krieg, liebe, london, mähren, monarchie, tod, usa, wandel, wien

Zu keiner anderen Zeit

Barbara Martina Strebel
Flexibler Einband: 620 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.09.2016
ISBN 9783897413917
Genre: Historische Romane

Rezension:


Von Barbara Martina Strebel hatte ich noch nie gehört, ehe mir in einer einschlägigen Buchhandlung ihr Roman empfohlen wurde. Wie sich herausstellte, wohl ihr erster (?).
Ich war von Beginn an ziemlich beeindruckt, wie tief die Autorin in die politischen und geschichtlichen Wogen des frühen 20. Jahrhunderts eingetaucht ist. Recherche hat sie wahrlich nicht gescheut, und im Vergleich zu anderen historischen Romanen, die ich kenne, wirkt hier alles realistisch, fundiert, frei von Kitsch. Beim Lesen fragte ich mich dennoch immer wieder, warum dieser Roman denn um Himmels Willen nur in einer einschlägigen Buchhandlung ausliegt - oder ÜBERHAUPT dort ausliegt. Denn die lesbische Liebesgeschichte, obgleich am Klappentext groß angekündigt, wurde hier nur ganz sparsam und dosiert abgehandelt, obgleich sie doch eigentlich das Hauptthema sein sollte (?).
In einer anderen Rezension heißt es, das Barbara Martina Strebel eine Art raffinierten Kunstgriff gewählt hat, um diese Geschichte der zwei Frauen zu berichten. Nun, so kann man es auch nennen.... mir war es einfach ein bisschen zu wenig.
Allerdings schreibt die Autorin vom Stil her sehr gut, und ich sehe ihre Zukunft bei irgendeinem großen Publikumsverlag. Die Charaktere waren gut und überzeugend geschildert, allerdings hätte ich vor dem Hintergrund, dass die beiden Frauen doch eigentlich die Hauptfiguren sein sollen, mehr Einblick in deren "Innenleben" erwartet. Damit meine ich ihre Wünsche, Träume, Ängste, Emotionen...ja, und auch - vor allem! - ihre Liebe zueinander. Diese war für mich nicht allzu plausibel dargestellt, weshalb ich nur vier Sterne vergebe.
Trotzdem finde ich den Roman insgesamt beeindruckend...nur ist es eben kein typischer Genre-Roman.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Sommer in Barock

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783897413962
Genre: Romane

Rezension:


Für ihren neuen Liebesroman hat sich Carolin Schairer die Welt der Oper ausgesucht - eine Welt voller Dramen, voller Emotionen, voller Hoch`s und Tief`s.
Hauptperson ist die Mezzosopranistin Diana Kleedorf, die zu Beginn des Romans eine eher minder glückliche Ehe mit Ehemann Michael führt, einem Unternehmer, dem der rechte Zugang zu ihrem Beruf fehlt. Michael wünscht sich ein Kind. Diana, die zwei In-Vitro-Fertilisationen hinter sich hat, ist mit dem Thema eigentlich durch. Aber statt darüber zu reden, flüchtet sie sich in die Premiere eines Romeo-und-Julia-Verschnitts und hofft bei Kollegin Galina Wolkova auf Trost - und auf mehr, wie im Laufe der Geschichte klar wird.
Als alles zu viel wird, klappt die emotional Überbelastete auf offener Bühne zusammen. Panik bei sämtlichen Intendanten, in deren Häusern für sie weitere Engagements gebucht ist! In einer Talkshow soll sie sich als gesund und fit präsentieren, doch die Lage entgleist, als der Moderator kompromittierende Fotos von ihr und Galina Wolkova einblendet. Sodann flüchtet die zwangsgeoutete Sängerin nach Anzingen, wo sie den Ariodante in Händels gleichnamiger Oper singen soll - und in die Arme einer neuen Bekanntschaft/ Liebe......
Die Autorin hat mir mit diesem Roman mehr beschert als nur eine neue Lektüre. Durch sie lernte ich die Barockoper und einige spezifische Fachbegriffe kennen. Einige Opernausschnitte habe ich mir inzwischen sogar angehört. Besonders gelungen fand ich die Kapitelüberschriften, die gleichzeitig die Titel von Opern sind und die Dianas Stimmungslage kennzeichnen.
Die Personen waren wie immer gut charakterisiert, von der 16-jährigen Filippa angefangen bis hin zu ihrer störrischen Tante Sophie.  Ich schätze sehr, dass dieses Buch diesmal wieder etwas länger ist, denn meines Erachtens entfaltet die Autorin ihr Können besser, wenn ihre Romane mehr Seiten haben. Besonders genossen habe ich den Epilog, der Dianas Leben fünf Jahre nach dem "Sommer in Barock" zeigt.
Wenn es heißt, die Autorin habe mit der Stoppuhr gearbeitet, kann ich das aus meiner Sicht nicht recht nachvollziehen. Für mich hatte die Geschichte diesmal die passsende Länge. Ich denke, jedes Buch muss zwangsläufig irgendwann enden, und wer mehr als 1000 Seiten will, soll besser die "Nebel von Avalon" lesen...

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

50er, 50er jahre, carol, emotionen, geheimhaltungen, lesbische liebe, liebe, unmögliche liebe

Salz und sein Preis

Patricia Highsmith , Melanie Walz
Flexibler Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.10.2006
ISBN 9783257234022
Genre: Romane

Rezension:

Die junge Therese lernt in einem Kaufhaus die schöne, elegante Carol kennen, eine Dame der Highsociety. Sie selbst ist "nur" Verkäuferin und sucht noch ihren Weg im Leben. Carol zieht sie sofort in ihren Bann, und es gelingt ihr, eine Art Freundschaft zu ihr aufzubauen. Anfangs sehr zurückhaltend, offenbart Carol allmählich ihr wahres Leben - das einer unglücklichen Frau, die sich von ihrem Mann trennen will, der sie aber nicht wirklich gehen lassen will und sie daher immer über das gemeinsame Kind erpresst.  Auf einer Reise durch die Staaten kommen sich Carol und Therese dann auch in intimer Weise näher. Therese ist verliebt. Carol aber zieht sich radikal zurück, als offenkundig wird, dass ihr Mann einen Privatdetektiv engagiert hat, der ihre lesbische Affäre zum Thema der Scheidung machen soll.
Das Buch ist ein Klassiker. Ich las es schon vor vielen Jahren und jetzt, da es verfilmt wurde und viel Aufmerksamkeit durch die Medien bekam, nochmal. Vieles wurde mir beim zweiten Lesen noch viel deutlicher bewusst, nämlich die soziale Ungleichheit der beiden Frauen und Carols Dominanz-Gehabe von Anfang an. Patricia Highsmith ist eine absolute Könnerin, was das subtile und auch einmal weniger subtile Vermitteln von gesellschaftlicher Stellung und Selbstbewusstsein betrifft. Für mich ist SALZ UND SEIN PREIS ein Roman, der schon viel früher als Film in die Kinos hätte kommen können.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Im Dienst der Gräfin

Tereza Vanek
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 26.05.2014
ISBN 9783931989811
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die üblichen hostorischen Romane verlaufen ja oft nach einem gewissen Konzept: da gibt es die schöne, unschuldige Maid, die durch widrige Umstände in die weite Welt gestossen wird, und den edlen Ritter, der sie nach mehreren Abenteuern und Prüfungen aus ihrem Elend holt und zurück zu Heim und Herd bringt. Im Grunde ist das bei Tereza Vaneks IM DIENST DER GRÄFIN nicht absolut anders, denn auch hier geht es um ein Mädchen - Emilia - die als Waise in der Fremde dienen muss, in eine abenteuerliche Geschichte verwockelt wird und ihren künftigen Mann dabei kennen lernt. Trotzdem hebt sich der Roman von anderen ab, denn im Zentrum steht eine wahre Begebenheit, nämlich die sogenannte Blutgräfin Elisabeth Barthory, die mehrere Dienstmägde umgebracht haben soll, und dies auf grausame Weise. Damit verlässt der Roman bereits eingetretene Pfade wie Fehden zwischen Adelshäusern, Kriege und ähnliches. Es ist selten, dass gerade eine Frau die zentrale Figur ist, um die eine Geschichte wie diese herum gebaut wird. Und Tereza Vaneks Emilia ist zudem eine sehr selbstständige, intelligente Frau, die nicht gleich weinend nach einem Retter schreit, wenn der Wind rauher wird. Sie weiß genau, was sie will, und sie tritt dafür ein. Daher war die in der Handlung beinhaltete Liebesgeschichte auch keine schnulzige Abhandlung nach Schema F.
Tereza Vanek versteht sich aus meiner Sicht sehr gut darauf, ihren historischen Romanen eine kräftige Portion Realismus zu verpassen. Da gibt es beispielsweise Vergewaltigungen, was sicher zu jener Zeit zum Bedrohnis Nummer Eins alleinstehender Frauen gehörte. Die Handlung gleitet insgesamt nie ins Kitschige ab. Das ist das, was ich an ihren Romanen schätze.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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In jener Nacht

Carolin Schairer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.09.2015
ISBN 9783897413764
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

IN JENER NACHT wurden Julies Stiefschwestern vom Stiefvater ermordet. Eine dramatische Beziehungstat, denn Julies Mutter, die Schauspielerin Dana, wollte sich von ihrem Lebensgefährten und Vater der jüngeren Kinder trennen. Als mittlerweile erwachsene Frau und internationale Bestsellerautorin will Julie die Familientragödie in einem neuen Roman aufarbeiten. Kaum wurde dies den Medien bekannt gegeben, häufen sich die seltsamen Vorfälle in ihrem Leben: bei ihr wird eingebrochen, sie wird im Parkhaus verfolgt, bekommt Drohbriefe und wird Opfer eines seltsamen Autounfalls. Nervlich recht bald am Ende, wendet sie sich an die Polizei-Psychologin Helene Winter, die ihr eine Auszeit im abgeschieden gelegenen Haus ihrer Mutter ermöglicht. Dort bleibt die Autorin jedoch nicht lange allein...
Die Autorin versteht sich meisterhaft darauf, tiefgehende und markante Charaktere zu erschaffen. Für mich war die Figur der Dana Karneol das wahre Meisterstück dieses Romans, aber auch scheinbare Nebenfiguren wie die Lehrerin Lydia, deren Bruder Paul und Joe, der Versager, sind noch immer in guter Erinnerung. Eine kleine Liebesgeschichte gibt es auch, doch die nimmt - wie bei einem Krimi/ Thriller üblich - nicht so viel Raum ein. Für mich ist IN JENER NACHT ein sehr gutes Buch, das wirklich einen Krimipreis verdient hätte.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an

Veneda Mühlenbrink
Buch: 283 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 05.10.2010
ISBN 9783897413061
Genre: Romane

Rezension:

Valerie ist eine junge Autorin, die etwas ziellos durch das Leben streift und nicht gerade glücklich ist. Ihre Liebe hat sie verlassen, da sie sie betrogen hat, und ihre schriftstellerische Karriere stagniert. Eine Freundin empfiehlt ihr einen Besuch bei einer älteren Dame in einem Altersheim. Luise, so ihr Name, will vor ihrem Tode unbedingt noch etwas los werden, was sie auf dem Herzen trägt - ihre Lebensgeschichte, besonders ihre Liebesgeschichte zur Zeit des 2. Weltkrieges. Genauso wie Valerie ist auch Luise lesbisch - nur, dass es natürlich damals viel schwieriger war, ein freies Leben dieser Art zu leben. Je mehr Valerie von Luise erfährt, desto mehr setzt sie sich mit ihrem eigenen Leben auseinander, erkennt Fehler und Muster und reift daran. Aber auch Luises Geschichte, die den Hauptteil des Buches ausmacht, hat es in sich....
Der Autorin gelingt es, Gegenwart und Vergangenheit exzellent miteinander zu verweben. Langeweile kam beim Lesen nicht auf, höchstens einmal Wut auf Valerie, zu Anfang, die mit Gefühlen nicht umgehen kann und alles in den Sand setzt. Das aber spricht entschieden für die Autorin, die es geschafft hat, die Hauptpersonen so lebendig zu gestalten, dass sie Emotionen hervor rufen.

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