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geschichte, ddr, beste neuerscheinungen taschenbuch, in einem rutsch durchgelesen, mord

der fingierte Ausbruch

Klaus Köhler
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Esch Verlag, 24.08.2012
ISBN 9783943760545
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Hauptcharakter des Buches weiht den Leser anfangs in den realen Alltag eines DDR-Stasi-Gefängnisses ein und lässt einen daran auf traurige Art teilhaben. Insbesondere wird hier der unmenschliche Umgang mit den Gefangenen sowie die dramatischen Auswirkungen auf das familiäre Umfeld sowie die oft zwangsläufig mit einer politischen Haft einhergehende Aussichtslosigkeit für die Betroffenen aufgezeigt. Ebenso erhält man einen bedrückenden Blick auf die Methoden vieler damaliger Bediensteter des MfS sowie des Apparates selbst und ist tief erschüttert, von deren menschenverachtendem Auftreten. Hierzu gibt es an einigen Stellen des Textes immer wieder Hinweise auf frühere Machthaber und Methoden in Deutschland, welche aus meiner Sicht keinesfalls deplatziert wirken, sondern auf traurige Art und Weise Berechtigung zu haben scheinen.
Aus der Entwicklung der Geschehnisse heraus ergibt sich für den Häftling Tobias die einmalige Gelegenheit zur Flucht mit einem Mitgefangenen. Es beginnt ein abenteuerlicher Weg durch Osteuropa, an welchem der Leser auf kurzweilige Art und Weise teilhaben darf. Für Kenner der Situation sind hier einige Details eingearbeitet, die den Bezug zur damaligen Realität sowie zur Region, in der der Roman handelt, immer wieder auf ihre Weise herstellen. Doch gerade im Bereich dieser Flucht scheint der Roman dann mehr von fiktiven Schilderungen und Ereignissen zu leben, welche jedoch bis auf kleine "Ausrutscher" diesen Teil nicht weniger Interessant gestalten. Insbesondere dient der Abschnitt der Flucht noch einmal auf besondere Weise der Darstellung der jeweiligen Charaktere beider Häftlinge und zeigt hier und da traurige Details aus beider Situation und Lebensweg auf, welche im Gesamtzusammenhang wichtige Bestandteile der Geschichte ausmachen.

Der Tatsachenroman von Klaus Köhler ist kurzweilig zu lesen und gehört vom Text her sicherlich eher zur leichten Kost. Für den Inhalt kann man das jedoch nicht behaupten. Hier bieten sich für den Leser viele Ansatzpunkte, um tiefer in die Zusammenhänge einzutauchen und sich entsprechende Gedanken zu den geschilderten Szenen zu machen. Ggf. sollte man das im Zusammenhang mit diesem Roman auch tun, um einige Dinge entsprechend einordnen zu können. Die Bezüge zu reellen Ereignissen und Schicksalen scheinen nicht überstrapaziert und sind fester Bestandteil der Geschichte. Wer bereits eine Gedenkstätte eines ehemaligen StaSi-Gefängnisses aufgesucht und erlebt hat, der bekommt beim Lesen - gerade des ersten Teils - einen nachhaltigen Eindruck zu den Verhältnissen in einer solchen Einrichtung.
Insgesamt nimmt das Buch den Leser auf eine genauso spannende, wie auch erschütternde Reise mit, welche am Ende nach einigen Wirren und „wilden“ Szenen, mit entsprechendem Erkenntnisgewinn in Bezug auf die Charaktere, noch einmal auf bedrückende Art und Weise mit einer Mischung aus Freude und Leiden den Bezug zur Wirklichkeit findet.
Für Interessierte ist der Roman also sicherlich lesenswert. Mir selbst hat er gut gefallen und ich war sozusagen bei jeder Szene sehr nah bei den Jungs. Ich kann das Buch somit entsprechend weiter empfehlen.

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