Horst_Berger

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

hilflosigkeit, kevin brooks, gewalt, tod, alkoholproblem

Martyn Pig

Kevin Brooks , Uwe-Michael Gutzschhahn
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2004
ISBN 9783423708661
Genre: Jugendbuch

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kinderheim, 50er jahre, protituiertenmord, krimi, mord

Chrom, Koks und feine Leute

Monika Detering , Horst-Dieter Radke
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 18.08.2016
ISBN 9783958130609
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

zurückweisung, eiferucht, liebe

Tausche Traummann gegen Liebe: Oneway to Montréal - ein Mordsliebesroman

Katie S. Farrell
Flexibler Einband: 394 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 03.04.2014
ISBN 9781497541009
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wenn man sich die vorhandenen Rezensionen anschaut, stößt man, unabhängig von den durchwegs guten Bewertungen, auf solche, die geheimnisvoll mit CHV; KH; und mh gekennzeichnet sind. Alle anderen sind "weiblichen" Ursprungs. Es liegt also sehr nahe, dass ich mit meiner "männlichen" Meinung zur absoluten Minderheit gehöre. Trotzdem bin ich bereit, meine Ansichten zu diesem Buch offenzulegen, auch wenn sie sich in einigen Punkten nicht mit der Denkweise von Frauen in Einklang bringen lassen.

Zum Geschehen:
Samantha de Montfort, genannt Sammy, und ihre Freunde sind eine eingeschworene Bande noch sehr junger Menschen. Daniel Cameron, genannt Dan, ist der Boss, er hat das Sagen. Bald schon wissen wir, dass Sammy fest entschlossen ist, später einmal Dan, der ihr Halbbruder ist, mit dem sie aber keine Blutsverwandtschaft verbindet, zu heiraten. Ob Dan davon weiß, erfahren wir am Anfang nicht. Allerdings sind auch andere Jungen an Sammy interessiert. Schließlich ist sie das schönste Mädchen vor Ort.

Dass sich aus dieser männlichen Konkurrenz Komplikationen ergeben werden, ist beim Fortschreiten der Geschichte zu erwarten.
Wie weit werden die Anwärter und ebenso der eine oder andere Möchtegern-Anwärter gehen? Kommt es gar zu gnadenlosem Mord, und müssen Unschuldige dran glauben? Nun dies zu verraten wäre hier nicht fair! Das muss schon jeder oder jede selbst herausfinden.

Fazit:
Katie S. Farrell lässt dieses Spiel um Liebe , Hoffnung, falsche Vorstellungen und Zrückweisung so geschickt vorwärtsschreiten, dass der Leser oder die Leserin seine/ihre gedanklichen Vorstellungen immer wieder korrigieren muss. Auf diese Weise bleibt die Spannung bis zur letzten Seite aufrechterhalten.
Zugegeben es ist, schon wegen der Raffinesse, mit der die Erzählerin vorgeht, ein Buch hauptsächlich für weibliche Leser.
Ich habe es trotzdem genossen, auch wenn ich in Liebesdingen nicht so geschickt und manchmal auch gerissen taxieren kann.
Ich glaube, Sie werden überrascht sein und eine Geschichte vorfinden, die Sie bestimmt nicht langweilen wird.
Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung, selbst wenn Sie die Zeit der großen Liebe bereits hinter sich haben. Auch die Erinnerung kann schön sein, wenn sie wieder aufblüht.
Von mir gibt es für dieses überraschende Buch 5 Sterne.

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Tags: eiferucht, liebe, zurückweisung   (3)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Mein Sommer mit Mucks

Stefanie Höfler , Franziska Walther , Franziska Walther
Flexibler Einband: 140 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 19.12.2016
ISBN 9783407747259
Genre: Kinderbuch

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Zu Fuß über die Achterbahn

Christa Bruns , Eva Goslar , Gudrun Günterberg , Gabriele Heinrich
Flexibler Einband
Erschienen bei ATHENA-Verlag, 31.05.2016
ISBN 9783898966399
Genre: Sonstiges

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243 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

alien, mathematik, matt haig, england, außerirdische

Ich und die Menschen

Matt Haig ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423216043
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

sagen und legenden, reisen, sagen

Sagen und Legenden aus Westfalen

Monika Detering
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Regionalia Verlag, 01.03.2016
ISBN 9783955401979
Genre: Romane

Rezension:


Es ist bewundernswert, wieviel Mühe sich Monika Detering gemacht hat, alle die Sagen und Legenden aufzuspüren, die sich um Landschaften, Dörfer und Städte Westfalens ranken.

Angefangen bei Bielefeld — und jetzt lass ich diese langsam schon blödsinnige Frage weg, ob es diese Stadt gibt oder nicht. Diese Frage ist so oft nachgeplappert worden, dass sie längst niemand mehr originell oder gar lustig findet — weiterführend über so viele kleinere und größere Orte. Vordringend nach Osten bis nach Minden oder Lemgo und Detmold bis Höxter; wohl bis an die Weser.

Schließlich wieder zurück nach Westen, Richtung Münster oder Coesfeld und weiter südwestlich, Dortmund, Witten bis hinunter nach Attendorn oder gar hinüber ins Rheinland bis zur berühmten Domstadt Köln.

Es sind 78 Orte, die sie aufführt. Zu all diesen Stätten wusste sie Geschichten aufzuschreiben, ob es sich nun um Legenden mit einem wahren Kern oder uralte Sagen handelt.

Fazit:

Wer vorhat, dieses überaus geschichtsträchtige Gebiet zu erkunden, eventuell etliche Tage seines Urlaubs dort zu verbringen, sollte sich dieses Buch mitnehmen.

Er kann sich für jeden Tag eine entsprechende Tour zusammenstellen, denn anhand der Ortsliste und der dazugehörigen Karte ist fast alles, Kurz- oder Langstrecke, möglich.

Auch wenn dieses Fleckchen Erde in Deutschland früher als ärmlich und erbarmungswürdig galt, ist heute längst alles ganz anders. Hier gibt es Hotels und Unterkünfte, die Ihren Ansprüchen genügen.

Denken Sie nicht, der Westfälische Pumpernickel, wäre immer noch das Brot der armen Leute. Auch das ist lange vorbei. Heute ist er, wie so viele einfache Hausmannskost, Delikatesse für die Reichen und Schönen.

Dieses Fazit gilt gleichzeitig als meine Kaufempfehlung. Nehmen Sie meinen Rat an und benutzen Sie dieses Buch, das einen festen Deckel (hardcover) und eine stabile Rückseite hat, um damit ihren Aufenthalt in diesem gesegneten Landstrich zu planen und zu genießen.

Meine Bewertung: Ohne Einschränkung 5 Sterne

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Tags: reisen, sagen, sagen und legenden   (3)
 

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

flucht, ddr, ostsee, freiheit, schwimmen

Jenseits der blauen Grenze

Dorit Linke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 21.07.2014
ISBN 9783734856020
Genre: Jugendbuch

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1.148 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 114 Rezensionen

liebe, jugendbuch, david levithan, fantasy, letztendlich sind wir dem universum egal

Letztendlich sind wir dem Universum egal

David Levithan , Martina Tichy
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.03.2014
ISBN 9783841422194
Genre: Jugendbuch

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hinter Stacheldraht und Bajonetten 1

Dr. Albert Münscher
Fester Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 25.08.2014
ISBN 9783939727705
Genre: Biografien

Rezension:

Die Einsatzorte
In seinen Aufzeichnungen zum Einsatz im 1. Weltkrieg schildert Dr. Albert Münscher seine meist persönlichen Erlebnisse zunächst an den Fronten von Mosel und Somme (1914). Im Buch ist dieser Abschnitt als Band 1 bezeichnet.
Band 2, der mit „An der Westfront“ betitelt ist, und in dem auch Eindrücke aus der Heimat eingehen, führt bis weit nach Osten; vermutlich Ostpreußen, wohin Münscher (da glaube ich, ist er noch Feldwebel) Ersatzmannschaften führt.
Wieder zurück im Westen, schildert er den Grabenkrieg im sog. Priesterwald, wo immer das gewesen sein mag, und schließlich wieder an einem neuen Frontabschnitt in Lothringen.
Dann in Band 3 ist Münscher jetzt an der Ostfront. Er ist nun längst Leutnant und Kompanieführer. Ortsnamen tauchen auf, die ich, ähnlich wie in Frankreich, noch nie gehört habe. Sie klingen so fremdartig, dass ich sie nicht aussprechen kann: Zbrucz; Mysckowze; Kociubinczyki und noch einige mehr.
Das Jahr 1918, das ein Schicksalsjahr werden soll, hat bereits begonnen.
Die Sprache
Über die Schrift ist nur zu sagen, dass das Originalmanuskript eben noch von Hand geschrieben ist (also ein echtes Manuskript). Alles Weitere darüber steht im Buch. Bei Sprache und Ausdrucksweise (das Original wurde in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschrieben) fällt eine seltsam antiquierte Ausdrucksweise auf, in der persönliche Fürwörter im Satz oft ungewohnt nach hinten versetzt sind. Beispiele: Wohl mehrten die abgeschossenen Bäume sich, ja näher der Straße wir kamen … (S. 167); Ich war der Gefahr mir bewusst … (S. 172).
Und um die sachliche Sprache etwas aufzulockern, streut Münscher von Zeit zu Zeit romantische Formulierungen ein, die, wenn man die mühseligen Handlungen und die ständige Gefahr, das Leben zu verlieren, für einen Moment vergisst, sogar recht gelungen wirken können. Beispiele: Rabenschwarz legt die Nacht ihre Schwingen über das Land (S.81). Lautlos glitten die strahlenden Pfeile Apollos an unseren feuchten Fenstern vorüber (S.93).
Zur Erinnerung: Münscher will hier wohl kaum als begnadeter Dichter gelten. Er hat, trotz manch kurzem Ausflug in die Romantik, einfach nur einen sachlichen Bericht über 5 entscheidende Jahre seines Lebens geschrieben.
Fazit
Wer Lesestoff sucht mit spannenden Abenteuern im Stile von Karl May, der liegt hier falsch. Münscher beschreibt — und dabei ohne zu jammern und irgendwen anzuklagen — die Mühsal des Kriegshandwerks, immer verbunden mit der unausweichlichen Nähe des Todes — aus der Sicht eines Feldwebels und später aus der Sicht eines Leutnants. Auf diese Weise liefert er viele, vielleicht sogar wertvolle Informationen über Frontverläufe, Truppenbewegungen, ja auch Kämpfe und manchmal auch über kleine Siege.
Meine Meinung
Ich halte dieses Buch (der 2. Band dazu ist bereits erschienen), auch wenn es zu diesem Thema eine ganze Menge unterschiedlicher Beiträge geben wird, für eine beachtenswerte Dokumentation dieser geschichtlich so bedeutenden Ereignisse. Beide Bände sollten in keiner Sammlung oder Bibliothek fehlen, die für die Klärung von Sachverhalten zu diesem heillosen Geschehen und für Recherchezwecke zur Verfügung stehen.
Auch wenn der bald darauf nachfolgende Krieg mit all seinen Gräueln und Vernichtungsmechanismen das Geschehen des 1. Weltkrieges momentan in den Hintergrund gedrängt hat, ist die Forschung zum 1.Weltkrieg noch lange nicht abgeschlossen.
Dr. Alfred Münscher hat die Mühe auf sich genommen, all diese Geschehnisse in einer Zeit niederzuschreiben, in der jedes zu Papier gebrachte Wort wohl überlegt sein musste.
Charlotte Erpenbeck und ihrem Machandel Verlag aus Haselünne ist es nun zu verdanken, dass diese Erinnerungen als 2 gebundene Bücher an die Öffentlichkeit gegangen sind.
Ich bewerte die Leistung all der Leute, die zum Erscheinen beigetragen haben mit 5 Sternen und wünsche beiden Bänden recht viele und kompetente Käufer.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

wölfe, fantasy, fantasie, silberwolf, wolf

Silberwolf

Petra Schmidt.
Flexibler Einband: 158 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 11.10.2014
ISBN 9783939727736
Genre: Fantasy

Rezension:

Die 15jährige Jasmin, die Ich-Erzählerin, wird von einem Tag auf den anderen und ohne, dass es ihr recht ist in eine Gegend verfrachtet, wo Fuchs und Hase … aber diesen alten Spruch kennen Sie längst. Ihre Mutter ist es, die dies veranlasst hat, und es hat mit Jasmins Vater zu tun, der auf einmal weg ist. Warum, das werde ich nicht voreilig verraten. Wir erfahren dies im Laufe der Geschichte noch bald genug.
Die Gegend in der Jasmin jetzt notgedrungen zurechtkommen muss ist so einsam, dass nicht mal das Handy funktioniert. Von Internet ganz zu schweigen. Nur das alte Telefon der Oma ist vorhanden … und das schauerliche Heulen der Wölfe.
Wölfe? Ja, sie sind wieder zurück und mit ihnen Lunare, der geheimnisvolle Silberwolf. Uralte Geschichten ranken sich um dieses sagenhafte Tier. Und diese Geschichten fangen an, wieder aufzuleben, wenn Lunares Geheul in den nächtlichen Wäldern erklingt. Zuerst kursieren nur Gerüchte, die aber bald von der Realität eingeholt werden. Schlimmer als Wölfe und sonstige Tiere des Waldes ist immer der Mensch, der Schaden anrichtet und selbst seinesgleichen tötet, wenn er es für notwendig erachtet.
Fazit:
Eine geheimnisvolle Geschichte, die sich besonders als Bettlektüre eignet, wenn die Welt draußen neblig ist, vielleicht auch wenn Regen fällt oder der Wind mit den Fensterläden klappert. Denn der Silberwolf ist zurückgekehrt, der den Menschen gut gesinnt ist, solange sie ihn nicht in die Enge treiben und solange sie ihm einen Lebensraum zugestehen, der es ihm ermöglicht, ungehindert durch die Wälder zu streifen.
Kaufempfehlung:
Wer sich ein wenig Romantik bewahrt hat, kann ruhig zugreifen; es lohnt sich.
Für diese kurze aber spannende Geschichte vergebe ich 5 Sterne.

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Tags: fantasie   (1)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Spannung - der Unterleib der Literatur: Schreibratgeber

Hans Peter Roentgen
E-Buch Text: 232 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 23.12.2014
ISBN 9783738668964
Genre: Sonstiges

Rezension:

Etwas über die Einleitung zu schreiben, lass ich weg, denn darin wird lediglich behauptet, dass Blasenschwäche nur selten vom Lesen spannender Bücher kommt.
Ich beginne also mit den Grundlagen, und schon setzt uns der Autor einen Text vor, der nicht von ihm stammt. Den schrieb die Erfolgsautorin Rebecca Gablé. Aber keine Sorge, sie hat HP Roentgen die Erlaubnis zum Abdruck gegeben und dieser Text ist spannend.

Grundlagen:
Schon gibt es den 1. Merksatz, der umgesetzt lautet: Spannung erzeugt, was der Leser nicht weiß!
Als 2. ist zu beachten, dass jede Geschichte, wenn sie spannend sein soll, einen Konflikt braucht.
Und als 3. gilt: Jeder Leser hat Gefühle; sprich sie an!
Also die Person, die in Gefahr gerät, sollte dem Leser nicht gleichgültig sein. Je sympathischer sie ist, umso besser, sonst ist ihr Schicksal dem Leser egal, und die Geschichte fängt an, ihn zu langweilen.

Beispiele:
Bei Rebecca Gablé muss der Autor dieses Buches nicht mehr beweisen, dass sie spannen schreiben kann. Das hat sie längst bewiesen.
Aber jetzt bringt er Beispiele von anonymen Autoren, die am Anfang einer hoffentlich großartigen Karriere stehen. Diese Beispiele hier zu zerpflücken, wäre nicht sinnvoll, das hat HP Roentgen bereits im Buch getan. Und in jedem Beispiel hat er Schwächen aber auch die Stärken aufgezeigt und die Verbesserungsvorschläge gemacht, die oft mit kleinen Änderungen zu bewerkstelligen sind. Es werden wichtige Punkte angesprochen, die entscheidend sein können.
Als solche Details nennt er das Verhältnis Protagonist/Antagonist, oder dass zuerst die Handlung kommt und wenn überhaupt, dann erst hinterher die Erklärung; welche Rolle die Perspektive spielt und ihr geschickter Wechsel. Zu diesen Beispielen zählt auch das Nachvorneerzählen.
Es sind noch etliche Techniken erklärt, aber ich will hier ja nicht das ganze Buch abschreiben.

Schlagwörter:
Der Dialog, der möglichst schnell auf den Punkt kommen soll.
Die Bilder, die aus Wörtern entstehen sollen.
Das Kürzen, aber manchmal auch das Erweitern des Textes. Beide sind sie erforderlich.
Praktische Hilfen:
Sie beginnen mit den zwei Seelen in der Brust des Autors und natürlich auch im Busen der Autorin.
Die Erwartung des Lesers wird angesprochen und das Thema Testleser. Nach HP Roentgens Meinung sind sie wertvoll wie Gold. Meine Meinung: … aber Vorsicht!
Checklisten:
Diese halte ich besonders wertvoll für Autoren, die schon etwas Schreiberfahrung oder gar schon ein fast fertiges Manuskript vorliegen haben.

Fazit:
Auf Ihre brennende Frage: Ist dieses Buch, weil so viel von Spannung die Rede ist, auch selbst spannend? Jetzt Moment mal; das ist ein Sachbuch. Aber Sie werden sich wundern, es ist trotzdem in einem hohen Grade spannend. Natürlich nur für den, der ernsthaft schreiben will.

Kritik:
Einzig die (verdammten) Übungen, die der Autor (dieser Quälgeist) eingebaut hat, denn die sind, wenn man sie gewissenhaft erledigt, mit Arbeit verbunden. Aber ordnen Sie diesen Kritikpunkt ruhig meiner Bequemlichkeit (meine Frau würde sagen, Faulheit) zu.

Kaufempfehlung:
Wenn Sie vorhaben, Bücher nur zu lesen und sich daran, weil sie spannend sind, zu ergötzen, brauchen Sie dieses Buch nicht. Wenn Sie jedoch Bücher schreiben wollen, die der Leser nicht mehr aus der Hand legen kann und lieber auf den Gang zur Toilette verzichtet, wäre es ratsam, das Buch zu kaufen. Ich gebe — schweren Herzens zwar — und trotz der Übungsvorschläge, die Herr Roentgen in seiner teuflischen Art eingebaut hat, trotzdem 5 Sterne, denn wenn ich mit allen Übungen durch sein werde, weiß ich wofür.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Einzelzeit: Fantastischer Roman

Siegfried König
E-Buch Text: 152 Seiten
Erschienen bei null, 11.08.2014
ISBN 9781500795030
Genre: Sonstiges

Rezension:

Durch einen Zufall oder sage ich lieber durch übermäßige Angst entdeckt Felix Grau seine Fähigkeit, die Zeit anzuhalten. Alle Welt(?) verharrt im Augenblick, nur Felix‘ Zeit läuft weiter. Er kann mit allen Dingen, wenn er kräftemäßig dazu in der Lage ist, machen was er will. Das gilt insbesondere für lebendige Wesen und vor allem für Menschen. Sie merken nichts davon, wenn er ihnen z.B. Geld aus der Tasche klaut.

Ein herrliches Leben, möchte man meinen. Aber das geht nur kurze Zeit gut, denn bald schon bemerkt er, dass er sich immer weiter in die Einsamkeit katapultiert. Eine Rückkehr in die menschliche Gemeinschaft, in der er sich als soziales Wesen am Ende nur richtig wohlfühlen kann, wird immer schwieriger. Ob ihm diese Rückkehr jemals gelingen wird, ist fraglich.

Schlussfolgerungen:
Der Philosoph Dr. Siegfried König hat in seinem Roman „Einzelzeit“ eine Welt geschaffen, in der sich offensichtlich die 12. Fee des Märchens „Dornröschen“ bereits vor langer Zeit bewegen konnte, und somit den Zeitablauf für 100 Jahre stoppte. Allerdings war sie in dieser Disziplin Felix Grau leicht überlegen. Sie konnte nämlich den Zeitstopp örtlich begrenzen; im Falle Dornröschen nur auf das Schloss. Bei Felix Grau ist von einer Begrenzung nicht die Rede. Ob bei ihm das Anhalten der Zeit weltweit gilt und z.B. auch in Australien wirkt, erfahren wir nicht. Egal, interessanter wäre, ob es neben der 12. Fee schon andere Aussteiger aus unserer Zeitspirale gegeben hat. Wer mehr darüber weiß als ich, wäre mit einem Kommentar zu dieser Lesermeinung gerne willkommen.
Jedenfalls ist jetzt mit Felix Grau (wieder) ein Zeitanhalter oder evtl. auch Zeitenwechsler aufgetaucht.

Kritik:
Siegfried König wäre bestimmt ein überaus spannender Roman gelungen, wenn er nicht zu oft (voll und ganz Philosoph) und mitten in der Handlung ein „Warum“, also eine Erklärung nachgeschoben hätte.
Ein Beispiel: Seite 62: Elektrische Geräte funktionierten nicht, wenn die Zeit stillstand. War die Lampe vorher eingeschaltet, leuchtete sie …
Diese Erklärung hatte uns der Autor schon vorher mal gegeben. Sie wäre hier nicht mehr notwendig gewesen. Erklärungen, vor allem, wenn sie wiederholt werden, schaden der Spannung im Roman. Wenn man bewusst darauf achtet, wird man noch etliche finden, die überflüssig sind.
(Das nur als Hinweis, warum ich bei der Bewertung 1 Stern abgezogen habe.)

Fazit:
Ansonsten beruht die Geschichte auf einer tollen Idee, die sich, je weiter sie fortgesponnen wird, umso großartiger entwickelt. Wie die Geschichte endet, das werde ich jetzt nicht verraten. Das müssen Sie schon selber herausfinden, was gleichzeitig als meine absolute Leseempfehlung gilt. Dabei wäre die Grundidee der Handlung, hätte Siegfried König den Philosophen in sich mehr an den Rand gedrängt und den Romancier in den Vordergrund gelassen, sicher 5 Sterne wert gewesen.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

zeitreise, philosophie, schiffbruch, 2015, chieming

Weitlings Sommerfrische

Sten Nadolny
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.05.2013
ISBN 9783492303071
Genre: Romane

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

krimi, diamanten, london, spannung, scotland yard

Der Fluss, die Steine und der Tod

Rita Maria Janaczek
E-Buch Text
Erschienen bei Machandel Verlag Charlotte Erpenbeck, 05.10.2011
ISBN 9783939727163
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

London 1992
Sergeant Beverly Evans und ihr neuer Kollege Paul Manley werden zu einem Leichenfund ans Ufer der Themse geschickt. Manley ist neu in Evans‘ Abteilung und mit Leichenfunden hat er bisher nichts zu tun gehabt. Entsprechend ist jetzt sein Zustand.
Ein Junge von vielleicht 12 oder 14 Jahren ist in die Schraube einer Fähre geraten. Der Leichnam muss bereits länger im Wasser liegen. Das sehen die Fachleute, die vor Ort sind gleich und nehmen den Anblick nur so lange hin, wie es unbedingt nötig ist. Manley geht erst gar nicht näher ran. Er muss zuerst einmal kotzen.
Die Leiche des Jungen ist nicht der einzige Fund. Es wurde auch noch ein abgerissener Arm, der nicht zur Leiche gehört, geborgen. Der tote Junge hat beide Arme noch dran, wenn auch grotesk verdreht und bestimmt mehrmals gebrochen. Die Schiffsschraube hat ganze Arbeit geleistet.
Seltsam ist außerdem, was Dr. Morrow, der den aufgedunsenen Körper auf den Tisch bekommt, sofort sieht: Der Junge wurde ausgeweidet wie ein Schlachttier, und der Gedanke, dass man es hier mit einem Serien- oder Lustmörder zu tun hat, dessen abartiges Vergnügen am Töten und an sonstigen Praktiken nicht einmal den erfahrensten Ermittlern vorstellbar oder gar bekannt ist, lässt alle Beteiligten erschauern.
Eine diffizile Kleinarbeit und Recherche beginnt. Und als schließlich ein weiterer Junge unter eigenartigen Umständen von einer U-Bahn getötet wird, weiß man erst, was der aufgeschnittene Körper der 1. Leiche für eine Bedeutung hat.
Beverly Evans, mit häuslichen Problemen belastet, hätte eigentlich dringend eine ruhigere Arbeitsphase gebraucht. Aber daran ist gar nicht zu denken, denn je weiter die Ermittlungen fortschreiten, — man weiß inzwischen, dass es mehrere Täter sein müssen — umso schwieriger und gefährlicher wird die Arbeit. Die Täter kennen keine Skrupel.
Mit höchstem Einsatz, der auch einen Schwerverletzten beim Scotland Yard fordert und einigem Glück, denn ein Außenstehender bewahrt sie alle zusammen vor einer weiteren schlimmen Tragödie, wird der Fall schließlich doch gelöst.
Fazit: Rita Maria Janaczek treibt in ihrem überaus fantasievollen Krimi die Spannung auf eine grandiose Spitze, lässt diese kurz absinken, um die Geschichte dann nochmals auf einen letzten Spannungshöhepunkt hoch zu treiben.
Ein bis ins Detail gut durchdachter Krimi, der uns immer wieder zwingt, weiterzulesen.
Kaufempfehlung: Wenn Sie einen spannenden Lesestoff suchen, der sich nicht im Bereich weltbewegender Themen abspielt, liegen Sie mit diesem Buch richtig.
Ich gebe dafür 5 Sterne.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

märchen, jugendbuch, romantasy, fantasy

Nathanell

Sabine Tetzner
Buch: 174 Seiten
Erschienen bei Turmhut-Verlag, 24.09.2013
ISBN 9783936084542
Genre: Jugendbuch

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Die Haut der Steine

Arwed Vogel
Flexibler Einband: 138 Seiten
Erschienen bei Buch&Media, 11.06.2003
ISBN 9783935877879
Genre: Romane

Rezension:

Wovon wird in diesem Buch erzählt?

Von Anton, der das Versprechen abgibt, zu bleiben bis Johanna zurückkommt und von ihrer Schwester Judith, die bleibt, weil sie auf Anton, der seine Skulpturen endlich fertigstellen muss, aufpassen soll. Von Henrik wird erzählt, der Judiths Freund ist. Die Rede ist auch von Vleutz, dem das Haus gehört und der es sanieren will, damit sich Gewinn erzielen lässt. Dafür muss das Haus aber leer sein. Anton muss raus, und Judith seine Untermieterin ebenfalls. Schon fängt in Antons Kopf ein Plan an zu reifen, den man nicht gutheißen kann.

Schon sind wir im 2. Kapitel, in einem kleinen Dorf bei Zürich, und durch den Wechsel der Perspektive, mitten in Judiths Denken und Handeln. Der Name Sobowski taucht auf. Wer ist Sobowski?
Judith ist bei ihren Eltern. Alle drei reden sie wenig, und aus dem Wenigen ist herauszuhören, dass Judiths Schwester, Johanna, verunglückt ist. Judith besucht Johanna im Krankenhaus und redet und redet, und Johanna schweigt, weil es nicht anders geht. Am Ende aber weiß der Leser, wer mit Sobowski gemeint ist.

Als Judith zurück in München ist, eröffnet sie Anton, nochmals in die Schweiz zu fahren; dieses Mal mit Vleutz. Sie verspricht Anton, dem verhassten Vleutz ein Geheimnis zu entlocken.
Inzwischen wird im Haus heftig umgebaut und dann kommt der Schreck, der nur einem Menschen, der versucht als Künstler Fuß zu fassen, so durch die Glieder fahren kann. Antons Skulpturen sind zerstört worden.
Vleutz erzählt Judith aus seinem Leben, und dass er einfach nur das macht, was ihm vorgelebt wird, was ihm das System der westlichen Welt aufdrängt, … wenn er Erfolg haben will.

Wir kehren zurück in Judiths Gedanken, die jetzt neben Vleutz erwacht und trotzdem ihr Versprechen nicht vergessen hat. Oder sucht sie nur eine Rechtfertigung? Es ist nicht ganz klar.

Wieder sind wir bei Anton, dessen Hass nun seinen Höhepunkt erreicht hat. Mit einem Beil wartet er auf Vleutz. Es kommt jedoch anders, denn Judith lädt zu einer Abschiedsfeier ein. Auch Vleutz ist eingeladen und bringt den Auflösungsvertrag mit und ein Geschenk, das Anton nicht würde ablehnen können. Am Ende wendet sich alles doch in eine unerwartete und verblüffende Richtung. Einiges bleibt offen, so dass sich der Leser fragen muss, ob Judith die Kraft aufbringen wird, ihr Vorhaben zu vollenden. Ganz am Schluss gibt es noch einen Toten, und Anton ist allein und rennt aus der Dunkelheit auf das Licht zu, als würde er zurück ins Leben laufen.

Fazit: Eine etwas skurrile Geschichte, die durch ihre dichte Erzählweise schon ihren Reiz hat, sich für meinen Geschmack aber zu sehr im gedanklichen Bereich abspielt. Fachleute für Literatur — zu denen ich ganz sicher nicht gehöre — werden Arwed Vogels Roman vermutlich der E-Literatur zuordnen. Ich verneige mich nicht ehrfurchtvoll vor dieser zweifelhaften, deutschen Einteilung und vergebe 4 Sterne. Leseempfehlung? Ja, durchaus. Es ist mal was anderes.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

krimi, london, serienmörder, rache, familiengeheimnis

Das Urteil, die Liste und der Tod

Rita Maria Janaczek
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 12.03.2014
ISBN 9783939727439
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir sind in London, im Jahr 1993: Aus dem Bezirk Waltham Forest wird ein Todesfall gemeldet, der ein bisschen nach Mord aussieht.
Sergeant Beverly Evans (manchmal auch Bev genannt) soll sich das ansehen. Eine junge Frau ist an einer Spielplatzrutsche erhängt aufgefunden worden. Selbstmord? Nein, denn der Mörder hat offensichtlich eine Nachricht hinterlassen.
Auch wenn die Umstände für Bev bedrückender sind, als sie zugeben würde, kommt der wirklich unangenehme Teil der Aufgabe erst hinterher: Sie hat die Angehörigen zu benachrichtigen; in diesem Fall einen verzweifelten jungen Mann mit einem Baby auf dem Arm.

Beverly scheint im Moment vor schlechten Nachrichten nicht gefeit zu sein. Daniel, ihr Mann, übermittelt ihr die Nachricht vom baldigen Tod ihrer Mutter, und Peggy, ihre Schwester hat irgendetwas preisgegeben, das Bev sehr zu belasten scheint. Wir erfahren vorerst nichts darüber. All das ist ziemlich geheimnisvoll und auch ein wenig verwirrend. Das macht natürlich neugierig, es lässt einen nicht los, und die Spannung steigt.

Unabhängig von Beverlys privaten Sorgen, kommt schnell hintereinander die Meldung von zwei weiteren Leichen. Was ist da los in diesem Bezirk?
Bev ist mit ihrem unzuverlässigen Kollegen Arnie Rogers unterwegs, und sie ermitteln ein Autokennzeichen, das sich aber als gestohlen herausstellt.
Dann das nächste Opfer, eine alte demente Frau. Inzwischen ist klar, dass es sich jedes Mal um denselben Mörder handelt. Oder mordet dieser abartige Typ gar nicht allein?
Am Ende sind es, wenn ich richtig mitgezählt habe, sieben Tote, und ein weiteres Opfer, Alan Greyman, ist in der Hand des Mörders oder der Mörder. – Das lass ich jetzt offen und verrate auch nichts über die dramatischen Umstände der letzten Maßnahmen, die schließlich in einem Endkampf ausarten, bei dem es Verletzte und Tote gibt.

Fazit:
Ein Krimi, der es in sich hat, und eine Mordserie, die an Dramatik schwer zu überbieten sein wird. Rita Maria Janaczek hat aus dem Motiv und dieser gnadenlosen Mordserie einen eigenständigen Kriminalroman geformt, der aber gleichzeitig an ihre beiden Vorgängerromane „Das Klavier, die Stimme und der Tod“ und „Der Fluss, die Steine und der Tod“ anknüpft.
Wer mehr von dieser ganz eigenen Spannung erleben will, sollte sich auch die beiden Vorgängerromane mit Beverly Evans, der Polizistin vom Scotland Yard, beschaffen.

Schade nur, dass Rita Maria Janaczek, die in Haselünne im Emsland zu Hause ist, keine Lokalkrimis schreibt. Wahrscheinlich sind die Leute im Emsland so anständig und brav, dass in dieser Gegend kriminaltechnisch überhaupt nichts herauszuholen ist.
Das soll aber jetzt kein Aufruf an die Haselünner sein, sich gegenseitig umzubringen. Da ist es mir dann doch lieber, wenn Rita Maria ihre Morde weiterhin nach London verlagert.

 

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Tags: krimi, london   (2)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

krimi, mülheim, nachkriegszeit, 1950, 50er jahre

Blütenreine Weste

Monika Detering , Horst-Dieter Radke
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Sutton, 01.03.2013
ISBN 9783954001361
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schon im Prolog wird der Leser von einer Szene überrascht, die an Verwirrung nichts zu wünschen übrig lässt. Hat sich da ein Mann über alle Maßen volllaufen lassen? Was ist mit ihm? Das ist kein Schwanken mehr, das ist ein Aufbäumen, bevor er den letzten Atemzug tut.

„Es gabat a Leich“, würde die Stockl, Hofers Sekretärin bei den Rosenheim-Cops weitervermelden.

Aber lassen wir diesen seltsamen, südbayerischen Konjunktiv, denn der Mann ist, da besteht kein Zweifel, endgültig tot.

 

Wir sind also wie vor den Kopf gestoßen und können froh sein, dass Alfred Poggel Kriminalpolizeiinspektor, vom Personalmangel der Nachkriegszeit auf seinen Posten gespült, in die Ermittlungen geradezu hineinstolpert.

 

Bald schon klärt sich auf, wer der Tote ist. Wir erfahren von Anna Puff, der Vermieterin des Inspektors und Freundin des Toten.

Eine alte Akte Katthöfer spielt eine Rolle, weil dieser Katthöfer Entschädigungszahlungen haben will. Ein Staatsanwalt kommt ins Geschehen. Natürlich hat er eine reine Weste. Wer hätte 1950/51 keine solche gehabt? Angeblich.

 

Eine Anzahl von Menschen begegnet uns; alles Strandgut des großen Krieges. Da waren die Westen selten rein geblieben. Man geht wieder ins Café, man trinkt wieder exclusiv. Und jetzt wissen wir schon mehr über den Toten und dass es Mord war. Sogar sein Name (er hat mehrere) ist uns bereits geläufig.

 

Die nur scheinbar gesetzestreuen Machenschaften führen nach Essen. Wieder zwielichtige Gestalten, wieder krumme Touren. Geht es am Ende gar um Falschgeld – jetzt nach der Währungsreform? Aber da gibt es noch ein Geheimnis. Etwas, wovon ich noch nie gehört hatte, obwohl ich doch um Einiges älter bin, als die Autoren. Die Zweifel lassen sich schnell beseitigen, die Angaben entsprechen der damaligen Wirklichkeit.

Poggel zieht also seine Kreise und am Ende ist es doch Anna Puff, die die entscheidenden Hinweise liefert.
Das jedoch müssen Sie jetzt schon selbst lesen.

 

Fazit: Ein gelungener Krimi, der eine schon vergangene Zeit wieder aufleben lässt. Ältere Jahrgänge werden sich trotz allem mit leichter Wehmut daran erinnern und jüngere Leser werden von einer Zeit erfahren, die sie ‑ wahrscheinlich zum Glück ‑ nicht erleben mussten. Empfehlenswert ist dieser Krimi für beide.

Eins noch: Wenn mir die beiden Autoren meinen Bezug zu den Rosenheim Cops verzeihen, verzeihe ich Ihnen die BMW Horax, denn die gab’s auch 1950 nicht. Die Hessen (Bad Homburg) würden sich schön bedanken, wenn wir Bayern uns ihr berühmtes Motorrad unter den Nagel reißen würden. Aber davon wusste Alfred Poggel nichts. Er fuhr ja nur Rad.

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australien, hamburg, historischer roman, liebe, 19. jahrhundert

Die Australierin

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.12.2013
ISBN 9783746630021
Genre: Historische Romane

Rezension:

1842: Hamburg brennt und in Othmarschen herrscht Unruhe in dreifacher Hinsicht. Die Flammen am Himmel, die näher zu kommen scheinen, Ascheregen und die Schmerzensschreie im Hause Bregartner.

Anna Bregartner ist dabei, ein Kind zur Welt zu bringen. Es ist nicht das erste, aber die Geburt wird wohl wie in den meisten Fällen der vergangenen Jahre ablaufen. Am Ende wird wieder ein neues Kindergrab, wenn nicht Schlimmeres eintritt, auf dem Friedhof in Ottensen ausgehoben werden.

 

Nur einmal war es bisher glücklicher verlaufen, denn die kleine Emilia hält sich jetzt die Ohren zu, um die spitzen Schreie ihrer Mutter nicht zu hören. Sie hat dem lieben Gott, wie es ihr in frühester Kindheit eingetrichtert wurde, so ziemlich alles versprochen, was ein Kind von 8 Jahren dem Herrgott versprechen kann, wenn er das Kind, zusammen mit ihrer Mutter überleben lässt, und wenn den Brand, der in Hamburg wütet, endlich aufhört.

 

Auch wenn Emilia noch am gleichen Tag ihr Versprechen nicht einhält, ist Gott gnädig. Mutter und Kind überleben, und der Brand in der Stadt erlischt. So mächtig scheint Gott aber doch nicht zu sein. Oder rührt ihn Emilias Schicksal nicht? Der Brand hat das beschauliche Leben in Othmarschen beendet. Onkel und Tante aus Hamburg ziehen notgedrungen auf dem Landgut der Bregartners ein, und Emilias Eltern wandern bald darauf mit dem kleinen Julius nach England aus. Sie lassen Emilia bei den ungeliebten Verwandten zurück.

Recht viel Schlimmeres wird man einem Mädchen mit 8 Jahren wohl kaum antun können.

 

So beginnt die Geschichte der Emilia Bregartner, die später Emilia Lessing heißen wird, denn sie heiratet, – aus Liebe, wie es allenthalben vorkommen soll – gegen den Willen von Onkel und Tante und gegen den Willen ihres Vaters, den Kapitän Carl Gotthold Lessing, einen Habenichts, zumindest in den Augen der Verwandtschaft.

Mit diesem Mann geht Emilia heimlich auf große Fahrt und bringt ihr ersten Kind auf See zur Welt. Das Abenteuer auf dem Segelschiff und das Gebären, teils auf See, teils auf Land gehen ungestüm weiter und enden erst als Emilia mit der bereits vorhandenen Kinderschar, die sie später noch auf 8 ergänzt, in Australien sesshaft wird. Ihr Mann Carl Gotthold Lessing, übrigens mit dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing verwandt, wird mit seinem Schiff weiterhin die Meere befahren und nur sporadisch in die Nähe von Sidney heimkehren, um den nächsten Familienzuwachs eine Weile auf seinen Arm zu nehmen …

 

Der Wandel der Zeit macht aber vor den Weltmeeren nicht halt. Die Segelschiffe werden von Schiffen abgelöst, die riesige, schwarze Rauchwolken hinter sich herziehen. Emilias Töchter wachsen heran und sind bald dabei, mehr oder weniger ihr Glück auf dem fremden Kontinent zu machen. Der Kreis schließt sich am Ende mit Minnies Schicksal, der zweiten Enkelin von Emilia.

Fazit:

„Die Australierin“ von Ulrike Renk ist zweifellos ein Frauenbuch. Die Handlung verläuft, wenn man die Hektik unserer Zeit und die Schrecken des vergangenen Jahrhunderts zum Vergleich heranzieht, eher beschaulich. Es ist aber auch eine Geschichte, die uns das Leid aufzeigt, welches das Leben den Menschen zufügen kann. Emilia war bereit, dies alles aus Liebe auf sich zu nehmen.

Kaufempfehlung:

Wenn Sie von knallharten Abenteuern, wilden Jagden in undurchdringlichen Wäldern lesen und träumen wollen, ist dieses Buch nichts für Sie. Wenn Sie aber an Glück und Leid teilnehmen wollen, und auch mal bereits sind, sich ihres Taschentuchs zu bedienen, um sich die Nase zu putzen oder kurz über die Augen zu wischen, dann kaufen sie sich dieses Buch.

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mülheim an der ruhr, historischer krimi, ruhrgebiet, vergewaltigung, mord

Endstation Heißen

Monika Detering , Horst-Dieter Radke
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Sutton, 07.03.2014
ISBN 9783954003266
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ach ja, es hat sich viel verändert in Mülheim, in gerade mal einem Jahr. Die Leute mit den angeblich weißen Westen sind dort, wo sie hingehören, und Poggel hat einen neuen Chef. Dem Anschein nach ist er ein aufrichtiger, strammer Mensch.


Aber sonst hat sich in Poggels Arbeitsumfeld und Privatleben kaum etwas getan. Immer noch ist er Kriminalinspektor, immer noch wohnt er zur Miete bei der „Dame“ mit dem anrüchigen Namen, Puff, Anna Puff und schließlich hat er noch immer kein Verhältnis mit ihr. Der Hinderungsgrund „Thekla“ ist ebenfalls noch da.

Das hindert Poggel aber nicht daran, mit Anna Puff an den Lago Maggiore zu fahren. Übrigens, weil er muss … denn Anna hat jetzt einen VW-Käfer, aber noch keinen Führerschein. Poggel darf also als Chauffeur herhalten. Ob sich da endlich was anbahnt zwischen den beiden? Wer weiß. In Urlaubsstimmung wären sie ja.

 

Als die zwei aus dem Urlaub zurück sind, der wohl nicht so verlaufen ist, wie mindestens von einer Seite erhofft (das nehm ich jetzt mal einfach so an), ändert sich auch die Mülheimer Idylle sehr schnell.

In der Nähe der Endstation Heißen, direkt bei der Kirche, ist ein Mord geschehen. Poggel und seine Leute sind gefordert.

 

Ein Verdächtiger ist auch schnell gefunden, und der Mob ist ebenso schnell zur Stelle, brüllt und demonstriert herum und droht, sich den Schänder und Bösewicht zu holen.

Als ein 2. Mord an gleicher Stelle geschieht, und der Verdächtige zu diesem Zeitpunkt bei der Polizei in Gewahrsam sitzt, weiß Poggel, dass sie sich allesamt in die falsche Richtung vergaloppiert haben. Erst als die Kollegin Stankowski in einem gewagten Einsatz viel riskiert, lernt Poggel endlich dazu und muss einsehen, dass Frauen, – entgegen seiner früheren Ansicht – durchaus gute Polizistinnen sein können. Und mehr noch, dass Frauen halt auch nur Menschen sind.

 

Aber ob Poggel nun den Mörder der zwei jungen Frauen dingfest machen kann und wer ihm sonst noch dabei hilft, werde ich Ihnen nicht verraten. Das müssen Sie schon selber lesen.

Moment, da ist noch was, denn als die zwei Fälle kurz davor sind, zum Abschluss zu kommen, geschieht plötzlich ein weiterer Mord. Schrecklich ist das, denn dieser vorerst letzte Mord ist für Poggel eine böse und schier unfassbare Angelegenheit.

 

Jetzt ganz am Schluss verrate ich doch noch was: Dieser Mord wird nicht aufgeklärt!

Ich vermute, – und das jetzt auf eigene Faust und ohne jede Garantie – dieser Fall wird den Kriminaloberinspektor Poggel (wird Zeit, dass man ihn endlich befördert) als Nächstes beschäftigen. Monika Detering und Horst-Dieter Radke, dem Autorenpärchen, wird da was einfallen müssen. Warten wir halt darauf.

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nordsee, krimi deutschland, alt werden, langeoog, ostfrieslandkrimi

Langeooger Liebestöter

Monika Detering
Buch
Erschienen bei Leda-Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783864120022
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

'Kommissar Nathan Töwer stand nackt vor dem Bügelbrett und plättete seine Jeans '

Besser als mit diesem ersten Satz hätte Monika Detering die Hauptfigur ihres Romans nicht vorstellen können. Denn wenn ein Mann eine Jeans bügeln kann, muss er ausreichend gebildet und dazu noch handwerklich geschickt sein. Wenn er außerdem vollkommen nackt ist, muss er sehr mutig sein.
Wenn eine Frau nackt am Bügelbrett hantiert, kann das durchaus aufreizend sein. Sonst aber ist es nichts Besonderes. Bei einem Manne ist es was anderes! Wie hoch mag ein Bügelbrett sein? 75 cm? Oder sind es 85 cm? Und was trägt ein nackter Mann von 1,80 m vorn auf dieser Höhe?
Wenn er auch noch von seiner Sonja vor sich hinträumt wie Nathan und das Bügeleisen gedankenverloren von rechts nach links schiebt, kann ihm schnell was auf die Plättfläche geraten. Wie gesagt: auf der Höhe von ca. 75?/85? cm ' Oje! Es ist nicht auszudenken! Für mich ist dieser Nathan Töwer, der da nackt vor sich hinbügelt, nicht nur mutig, er ist tollkühn.
Und alle diese Eigenschaften wird er brauchen. Na gut, Tollkühnheit vielleicht nicht, aber Mut und Entschlusskraft zu selbstständigem Handeln wird er brauchen, da die Geschehnisse, so bieder und gemütlich wie sie anfangs scheinen, nicht bleiben werden.

Zur gleichen Zeit, als Nathan bügelt, findet seine Freundin Sonja nämlich drei Gehirne im Wald. Sie liegen hübsch aufgereiht auf Puppenstühlchen. Brennende Grablichter stehen daneben. Wohl eine okkulte Handlung?, denkt man als Leser. Sonja aber denkt nicht, ' zumindest nicht lange nach. Sie reihert erstmal ins Gebüsch, bevor sie Nathan anruft. - Vermutlich hat dieser Anruf Nathan vor dem Schlimmsten bewahrt.

Kurz darauf brennen auch noch drei Vogelscheuchen lichterloh. Der Leser erfährt zwar warum, wird sich aber trotzdem vorerst nur wundern. Zum Glück ist Lea Wanders, eine Pflegerin, zur Stelle und ruft die Feuerwehr. Also alles halb so wild.
Und als sich herausgestellt hat, dass die Gehirne ordinären Schweinsköpfen entnommen sind, ' vermutlich, weil heute kaum noch jemand so etwas essen will ' hätte sich die Unruhe schnell wieder gelegt. Die Inselidylle wäre bald wieder zurückgekehrt, und die alten Leute, mehr oder weniger freiwillig verbannt auf dieses Eiland, könnten weiter gemütlich ihrem Verfall entgegendämmern.

Doch dann kann der Leser plötzlich einem scheinbar lustvollen Schauspiel beiwohnen, an dessen Ende eine steifgefrorene Leiche im Schnee liegt. Auch wenn der Leser die Umstände miterleben darf, die zum Erstarren des eben noch halbwegs lebendigen Menschen geführt haben, wird er die Zusammenhänge nicht durchschauen. Und als schließlich noch eine mumifizierte Leiche aufgefunden wird, werden die Geschehnisse immer geheimnisvoller.

Jetzt ist es an der Zeit, dass Kommissar Nathan Töwer in Aktion tritt. (Übrigens adrett gekleidet und ohne Schaden beim Bügeln genommen zu haben.) Jetzt braucht er den Mut, sich über Weisungen seiner Vorgesetzten hinwegzusetzen. Er braucht die Selbstsicherheit, das Geschwafel seines Kollegen zu ignorieren. Ja, er hat diese Fähigkeiten!
Jetzt hält er, selbst auf die Gefahr hin, sich zu blamieren, an seinen längst schon angestellten Überlegungen fest und löst kurzerhand den Fall.

Monika Deterings Inselkrimi geht ganz schön in die Tiefe. Es wird nicht einfach nur oberflächlich und brutal gemordet. Es liegen Schicksale und Zwänge hinter Opfer und Mörder. Wenn man so will, auch Zeichen der Zeit. Wenn Sie Bücher lieben, die nachwirken und wenn Sie noch dazu über das Altwerden zwar nicht lachen, aber doch lächeln können, sollten Sie diesen Kriminalroman lesen.
Es wäre schön, wenn es eine Fortsetzung gäbe.

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