Leserpreis 2018

Ignacio_Mendezs Bibliothek

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Römische Vergeltung: Ein Fall für Commissario Caselli (Rom Krimi 5)

Bianca Palma
E-Buch Text: 195 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 03.07.2018
ISBN 9783732557752
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Römische Vergeltung" wird als Casellis persönlichster Fall angekündigt, und es ist des Commissarios persõnlichster Fall. Caselli hat dieses Mal an vielen Fronten zu kämpfen, doch die härteste Front ist seine eigene.

Bianca Palma hat mit ihren bisherigen Krimis aus der Caselli-Reihe einen durchaus charmanten Commissario erschaffen, der den Leserinnen und Lesern ans Herz gewachsen ist. Caselli ist ein Gentleman der alten Schule. Sein Wertesystem beinhaltet den respektvollen Umgang mit anderen Menschen. Genauso erwartet er aber auch seiner Person gegenüber Respekt.

Caselli ist ein Macher. Er möchte gerne "die Schulter zum Anlehnen" bieten. Er hat ein klares Rollenverständnis, als Mann fühlt er sich zur Verantwortung berufen, er ist durchaus ein "Beschützertyp". 

Und auf einmal gerät seine Welt ins Wanken. Er kann nicht mehr beschützen und beginnt an sich zu zweifeln. Mehr noch, er selber wird zum Gejagten, sein ganzes Umfeld gerät in Gefahr. Doch Caselli versucht zunächst ganz cool zu bleiben. Zumindest nach Außen hin. Seine eigenen Gefühle und Ängste unterdrückt er. Dazu kommt es ganz passend, dass er sich in die bildhübsche Chantal verliebt, welche ihn wiederum in die Welt der oberen Zehntausend einführt. In eine Welt voller "Schall und Rauch", eine Welt in der die Oberflächlichkeit den Ton angibt.

Bianca Palma baut immer wieder solche Gespräche und Momente ein, an denen die Scheinwelt sich in vollem Glanze prasentiert. Durchaus tiefgründige Gespräche werden totgeschwiegen oder einfach ignoriert, wenn beispielsweise ein seelisch traumatisierter Mann versucht über seinen grauenvollen Einsatz in Syrien zu berichten. Die Zuhörer reagieren kurz mit Entsetzen, um sich dann wieder dem Buffet zu widmen. Caselli zieht es in diese Gesellschaft. Sie verlangt nicht nach großer Selbstreflexion, was zählt ist der Moment. Notfalls hilft man ein wenig mit Kokain und Alkohol nach. 

In diesen Kreisen kommt der Commissario erstmals intensiver mit gleichgeschlechtlich Liebenden, Travestiten und Trans in Berührung. Zu einem schwulen Mann entwickelt sich eine sehr spannend zu verfolgende Beziehung. Spannend, weil Caselli mit seinem eigenen Rollenverständnis kämpft. Immer wieder greift die Autorin dieses Thema auf, teilweise beschreibt sie diskussionswürdige Erklärungsmuster. Für mich bleibt die Erkenntnis, dass jeder Mensch eine Laune, ein Wunsch der Natur ist, so wie er/ sie ist einzigartig und für sich lebens- und liebenswert.

Für mich als Caselli-Fan, ist "Römische Vergeltung" eines der lesenswertesten Bücher aus der Reihe. Mag sein, dass das Kriminalistische in diesem Krimi etwas nach hinten fällt. Ich habe es beim Lesen sehr gerne in Kauf genommen. Die Auseinanderzusetzung mit Casellis "Dämonen" ist absolut gelungen und hat Freude beim Lesen bereitet. Wer außerdem Bianca Palma kennt, wird wissen, dass ihr immer viel an der Beschreibung der Umgebung, der Menschen, usw. liegt. Ein Abtauchen in die Weltstadt Rom ist dabei garantiert! 

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Drei sind ein Dorf

Dina Nayeri , Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482869
Genre: Romane

Rezension:

Es macht einfach zusätzlich Freude, wenn die äußere Verpackung mit den "inneren Werten" übereinstimmt! Dass ist immer meine Erfahrung mit den Büchern vom Mareverlag, denn sie sind durchweg schön gestaltet. Zumindest trifft das für alle Bücher zu, die ich bisher von diesem Verlag gelesen habe.

So auch beim vorliegenden Buch "Drei sind ein Dorf" von Dina Nayeri. Das entsprechende Cover, die lebendigen Farben, haben mich sofort angesprochen. Es "fühlt" sich besser an, wenn soviel Liebe und Ehrgeiz in die Verarbeitung eines Buches investiert wurde.

Nun aber genug zu den Äußerlichkeiten, letztendlich lesen wir doch die Bücher wegen ihrer "inneren Werte"! Und derer habe ich in diesem Buch vieler gefunden. Es ist eine sehr emotionale Geschichte, welche uns die junge Autorin erzählt. Eine Geschichte einer ständigen Reise auf der Suche nach dem Angekommensein, nach den eigenen Wurzeln, nach Heimat. Nayeri erzählt diese Geschichte anhand einer Biografie realistisch und dadurch zutiefst berührend. Ein Stück weit ist es Nayeri Geschichte selbst, emigrierte sie doch als 10-jährige aus dem Iran in die USA.

Nayeri greift ein Thema auf, welches heute sehr viele und zukünftig immer mehr Menschen betrifft. Millionen von Menschen sind auf der Flucht, Millionen von Menschen leben fernab ihrer Herkunft, Millionen von Menschen haben einen Migrationshintergrund. Ein Jeder stellt sich im Laufe seines Lebens die Frage nach der eigenen Herkunft, nach der Heimat. Diese Frage, bzw. daraus resultierende Gedanken und Handlungen, sind maßgeblich von Bedeutung für die Bildung einer eigenen Identität, für die Bildung der Persönlichkeit. Es ist durchaus eine anerkennenswerte Leistung, wenn Menschen mehrere Einflüsse, usw. in ihre Persönlichkeit positiv integriert haben. Ich erkenne darin einen Gewinn für das Individuum und die Gesellschaft.

Dieser Prozess geht aber nicht so einfach "von der Hand". Er ist oft mühsam und von Rückschlägen gekennzeichnet. Immer wieder muss sich dieser Mensch hinterfragen, oft nehmen Zweifel die Oberhand. Auch diese Momente beschreibt die Autorin eindrucksvoll, wenn es, z. B. um bestimmte Zwänge geht, um Erwartungen von Anderen die zu erfüllen sind.

Dabei könnte so vieles so viel einfacher sein. Würden wir tatsächlich in einen Austausch der Kulturen treten, so würden wir sehr viele Gemeinsamkeiten kennenlernen. Es gibt nämlich durchaus mehr was uns verbindet, als was uns voneinander trennt. Wir könnten beobachten, wie andere Menschen mit ähnlichen Herausforderungen und Problemen umgehen und voneinander lernen. Ein anderer Mensch ist keine Konkurrenz zu mir, ein anderer Mensch ist eine Ergänzung in meinem Leben.

"Drei sind ein Dorf" hat mich, mal wieder, zum Nachdenken über die Themen Heimat, Herkunft, Familie gebracht. "Mal wieder", weil ich diese Themen nie als vollkommen abgeschlossen erlebe. Diese Fragen haben mich in meiner Jugend durchaus noch stärker bewegt als heute, viele Fragen habe ich für mich persönlich beantwortet. Und, dennoch, immer wieder treten Gedanken in dieser Richtung bei mir auf. Mag sein, dass diese häufig von außen angestoßen werden, durch elendige und sich immer wieder wiederholende politische Diskussionen. Was auch immer der genaue Grund sein mag, sie bleiben ein Begleiter im Leben. Literatur, wie dieses Buch, verdeutlichen mir, dass ich mit diesen Fragen nicht alleine stehe. So wird aus einem Buch ein Wegbegleiter, ein freundschaftlicher Ratgeber.


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Das Weingut - In stürmischen Zeiten

Marie Lacrosse
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 23.07.2018
ISBN 9783442205547
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zunächst möchte ich einige Aspekte der Buchgestaltung, des "Drumherums" benennen, da sie mich sehr angesprochen haben. In den ersten Seiten finden sich Karten und ein Personenregister. Die Karten helfen der örtlichen Orientierung in der Region um den Elsass zur Zeit des Ende des 19. Jahrhunderts. Sehr hilfreich. Aber auch das Personenregister kam mir sehr entgegen. Besonders in den ersten Seiten komme ich häufiger mit den Namen durcheinander, gerade wenn es viele unterschiedliche Protagonisten sind. Hier ist also ein kurzer Blick ins Personenregister sehr dienlich.

Ebenso nennenswert finde ich das Glossar am Ende des Buches und ein historisch hervorragend erarbeiteter Anhang mit weiteren Details und Informationen.

All das werten diesen eh schon sehr lesenswerten Roman weiter auf. Anfangs setze ich mich als Leser mit den Rollenverteilungen und dem Rollenverständnis zu dieser Zeit auseinander. Deutlich zeigen sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den sozialen Schichten. Die Autorin gewährt uns Einblick in die Lebenswelten sowohl der Dienerschaft wie auch der Partiarchen. Die herrschende Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit wird sehr deutlich.

In dieser klar hierarchisch strukturierten Gesellschaft kommt es zu einer Liebe die nicht sein darf. Sehr schnell habe ich Sympathien zu dem jungen Paar entwickelt. Es ist bewegend zu erfassen, zu welchen Leistungen die Liebe fähig ist.

Die Autorin Marie Lacrosse, vielen Lesern historischer Romane auch als Marita Spangenberg bekannt, verschont uns nicht mit den Grausamkeiten des Krieges, welcher 1870 zwischen Deutschland und Frankreich ausbricht und unzählige Opfer hinterlässt. Obwohl im Anhang die Autorin verrät, dass sie besonders drastische Beschreibungen den Lesers ersparen wollte, wird einem das Elend trotzdem sehr bewusst. Es sind nicht nur die Toten, die Eltern die verzweifelt auf ihre Söhne warten, die Kinder und Ehefrauen die auf ihre Väter und Ehemänner warten. Es sind auch die vielen Kriegsverletzte, die für ihr Leben körperlich und seelisch gekennzeichnet bleiben. Immer wieder baut die Autorin Momente von Menschlichkeit ein, Situationen in denen das Freund-Feind-Bild für einen Augenblick aufbricht. Diese Passagen haben mich besonders berührt.

"Das Weingut - In stürmischen Zeiten" hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Nun bin ich gespannt auf die Fortführung der Geschichte, denn das vorliegende Buch ist der erste Teil einer Reihe. In "Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben" geht es mit dem Dienstmädchen Irene und dem reichen Erben Franz weiter. Ich freue mich drauf!

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54 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Die Tochter des Pianisten

Lilian Kim
E-Buch Text: 305 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 05.07.2018
ISBN B07DTJ5KNT
Genre: Liebesromane

Rezension:

Beim Lesen von "Der Tochter des Pianisten" musste ich mir zunächst etwas eingestehen. Vermutlich nicht nur ich. Denn nüchtern betrachtet, verschließen wir, sprich der Westen, seit Jahrzehnten die Augen vor den Greueltaten des nordkoreanischen Unrechtsregimes.

Natürlich, einige grauenhafte Taten sind uns bekannt, wir haben von Konzentrationslagern gehört, wir wissen um Millionen von Hungerstoten in den 1990er Jahren. Viel mehr aber eigentlich auch nicht, und in der Tiefe schonmal gar nicht. Bedauernswert. Sehr bedauernswert.

Lilian Kim verleiht all diesen Opfern eine Stimme. Sie durchbricht die Mauer des Schweigens und gedenkt mit ihrem Werk den Verstorbenen, den Opfern  und derer Angehörigen. Unmöglich alle Grausamkeiten in einem zusammenzufassen, Lilian Kim befasst sich mit einer besonders abscheulichen Praxis, welche seit Jahrzehnten das Leben vieler Familien zerstört. Eigentlich unvorstellbar, da werden unbescholtene Bürger, Japaner, plötzlich und wie aus dem Nichts aus ihrem Alltag entrissen. Entführt vom nordkoreanischen Geheimdienst, werden sie nach Nordkorea verschleppt, um dort dem Regime von Nutzen zu sein. Bis heute befinden sich so noch etliche Japaner in den Händen der Nordkoreaner. Widerstand ist zwecklos, es drohen Folterung und Tod. So geschieht es auch einer der Hauptprotagonisten dieses Romans. Für sie beginnt mit der Entführung ein Martyrium. In der Zeit ihrer Festnahme entsteht aus einer Liebesbeziehung ein Kind, Sarah. Für die Mutter gibt es nur noch ein Ziel, dieses geliebte Kind in Sicherheit zu bringen. Jahre später wird sich diese Tochter auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern begeben. 

Im Gespräch mit der jungen Autorin, teilte diese mir einen sehr bewegenden Satz mit: No day shall erase you from the memory of time. Dieser Satz sagt soviel aus und beschreibt welche Intention hinter Kiams Roman steckt. 

Etwas verdaulicher gestaltet sich das Buch durch die zusätzliche Beschreibung einer Liebesbeziehung zweier wunderbarer Menschen. Wahrend Teil 1 des Buches überwiegend politisch ausfällt, beschäftigt sich der zweite Teil liebevoll um Herzensangelegenheiten. Beide Teile haben mich gleichermaßen berührt.

Lilian Kim hat mir verraten, dass sie bereits an einer Fortführung des Romans arbeitet. Sehr zu meiner Freude! Ich hoffe, sie wird schon bald ihren zweiten Roman veröffentlichen, da ich mit großem Interesse die weitere Entwicklung der Protagonisten verfolge. In ein Genre lässt sich Kiams Werk nicht wirklich einordnen, irgendwie ist es ein wenig Thriller, ein wenig historischer Roman, ein wenig Liebesgeschichte. Es ist halt Lilian Kims Werk. Und dieses Werk ist sehr gelungen!

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Donaudämmerung

Thomas Buchner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 01.10.2018
ISBN 9783709978849
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

So liebe ich Bücher! Direkt nach den ersten Seiten befinde ich mich im gewünschten Szenario und mag dieses nicht verlassen, bevor ich nicht die letzte Seite gelesen habe!

Und selbst dann verlasse ich diesen Ort mit etwas Bedauern. Bis dahin habe ich eine Beziehung zur Handlung und zu einigen Akteuren aufgebaut, wie bei der jetzt zu beurteilenden Lektüre geschehen. Thomas Buchner beschreibt Alltagsmenschen, wie Du und Ich. Er setzt sich mit ihren Hoffnungen und Ängsten auseinander, bringt ihre Art zu Denken und zu Leben dem Leser sehr nahe. Dadurch habe ich mich häufig bei der Frage wahrgenommen, wie ich mich wohl in der ein oder anderen beschriebenen Situation verhalten hätte.

Natürlich, mit dem Wissen von heute, mit meinen Erfahrungen und meinem Gefühl von Selbstvertrauen, würde ich immer die Frage sehr eindeutig beantworten: Nein, ich hätte mich nicht vergiften lassen, und, nein, ich kann die Augen nicht vor Verbrechen verschließen. Doch, ganz ehrlich, wie lange könnte ich einem Terrorregime und seiner Propaganda die Stirn bieten?! Unweigerlich beschäftigt mich immer diese Frage, wenn ich lesend in die NS-Zeit eintauche. Dass der Autor Charaktere "mitten aus dem Leben" ausgewählt hat, haben in diesem Fall verstärkt zu dieser Auseinanderzusetzung beigetragen.

Überhaupt ist die ganze Handlung sehr spannend. Für mich eigentlich schwer vorstellbar, wie Gerechtigkeit in einem Unrechtsregime zur Geltung kommen soll. Entsprechend laufen die Ermittlungen in einem Mordfall einer möglichen Tante Hermann Görings nur in eine Richtung, möglichst schnell einen Täter dingfest zu machen. Als sich dann auch noch die Gestapo in die Ermittlungen einmischt, scheint das Ende bereits besiegelt zu sein. Ein regimekritischer "Täter" ist schnell gefunden. Der Fall scheint gelöst. Wäre da nicht eine motivierte, junge Kriminalassistentin, die der Sache doch etwas genauer auf dem Grund gehen möchte...

Für mich ist "Donaudämmerung" ein Glücksfall, treffen doch zwei meiner meistgeliebten Genres aufeinander, historisch und kriminalistisch. Als Geschichtswissenschaftler kennt Buchner sich aus, er konzentriert sich im Buch auf die Zeit zwischen dem Anschluss Österreichs und dem Überfall auf Polen. In diese aufgeladene Zeit, zwischen fanatischer Begeisterung und berechtigter Angst, hat der Autor zusätzlich einen spannenden Krimi gepackt. Die Mischung ist äußerst gut gelungen. 

Sein Krimidebüt feierte er bereits zwei Jahre zuvor, mit einem Linzkrimi in der Zeit der 1930er-Jahre. Die sowieso schwer verdauliche Epoche erleichtert er dem Leser durch eine feine Art des Humors. Ich hoffe in Zukunft weitere historische Krimis von diesem Autor lesen zu dürfen!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Versuchspersonen

Hartmut Behrens
Flexibler Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Independently published, 09.03.2018
ISBN 9781980494829
Genre: Sonstiges

Rezension:

Titel und Klappentext haben mich einen bewegenden Thriller erwarten lassen. Ein Experiment im Geheimen, als Versuchsgegenstand Menschen und deren Abgründe. Gruselig allein die Vorstellung, schnell werden in Erinnerung Mengeles abscheuliche Menschenversuche gerufen, oder die abartigen Experimente in  der Colonia Dignidad. Geschehnisse, an denen alles Menschliche verlorengegangen zu sein scheint. Überlebende solch erlebter Barbereien, werden ihr leblang drunter leiden. 

"Versuchspersonen" zeigt, wie Menschen durch psychische und physische Gewalt an ihre Existenzgrenzen gebracht werden. Hartmut Behrens wechselt in seinem Buch ständig die Sichtweisen des Erzählenden, mal wird die Situation aus Sicht einer "Versuchsperson", mal aus Sicht eines Täters beschrieben. Die Kapitel sind leserfreundlich kurz gehalten, so dass man durchweg in den Betrachtungen hin und her switcht. Ein wenig entstand in mir das Bild einer Theateraufführung, in denen jeweils der Vorhang für eine neue Szene fällt. Vielleicht ist mein Gedankengang gar nicht so weit hergeholt, wohlwissend das Behrens für seine Theaterbücher bekannt ist. 

Diese Wechsel haben mich beim Lesen ein wenig überfordert. Es ist durchaus positiv unterschiedliche Charaktere kennenzulernen. Es ist eine spannende Frage, wie Menschen verschieden mit einer Extremsituation umgehen. Vielleicht hilft es bei der Beantwortung der Frage, wie man wohl selber in einer solcher Lage reagieren würde. Ich habe mich jedoch verheddert, wußte teilweise nicht mehr die aktuelle Charaktere in den richtigen Kontext zu setzen. Dadurch verlor ich immer wieder "den Faden", ich musste mich sehr konzentrieren. Das Ende hat mich nicht besonders überzeugt. Es bleiben irgendwie "die üblichen Verdächtigen" übrig. Hier hätte ich mir doch etwas mehr Kreativität gewünscht. 

Dass mich dieser Thriller nicht gänzlich überzeugt hat, bedeutet nicht gleichwohl dass er jemand Anderen nicht gefallen könnte. Niemand liest vorbehaltlos, wir verbinden unterbewusst mit dem Gelesenem eigene Assoziationen und Erinnerungen. Erst so ergibt sich vor unserem inneren Augen ein Gesamtbild. Diesen Zugang habe ich bei "Versuchspersonen" leider nicht gefunden.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

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Blanca

Mercedes Lauenstein
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.05.2018
ISBN 9783351037017
Genre: Romane

Rezension:

Absolut bewundernswert und erstaunlich, über welche ausgeprägten Ressourcen Blanca verfügt. Das, obwohl sie unter verwahrlosten Bedingungen aufwächst, in ständiger Sorge um ihre psychisch erkrankte Mutter, eine absolut rastlose Kindheit verlebt, umherziehend, ja, eher fliehend, von einem Ort zum anderen. Völlig unfähig Beziehungen aufzubauen, immer in Überlegung ums eigene und das Überleben der Mutter. Und doch, es gibt auf dieser Welt einen Ort, zu dem sie sich hingezogen fühlt, an dem sie so etwas wie ein "Zuhause" für einen kurzen Moment spüren durfte. Und da möchte Blanca hin, alleine, mit ein paar Euros in der Tasche und allein mit ihren Klamotten die sie am Leib trägt.

Auf Blanca warten Gefahren und Herausforderungen bei ihrem "Roadtrip des Lebens". Allzu oft packte mich beim Lesen die schiere Verzweiflung, über all das Elend mit dem sich Blanca auseinandersetzen muss. Man möchte in die Geschichte einsteigen, das Mädchen an die Hand nehmen, ihr sagen dass alles gut wird. Obwohl man weiß, ihren Weg muss auch sie gehen, begleiten ist okay, abnehmen kann ich es ihr aber nicht. Der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit, Perspektive und Liebe bleibt einem ihr gegenüber.

Es stellt sich auch die Frage nach Schuld. Blanca kann so vieles und doch auch nicht. Die Mutter hat es sicherlich "gut gemeint", doch schon ihr eigenes Leben ist die reinste Zumutung, wie sehr ist es das dann erst für ein Kind. Trifft also die Mutter die Schuld? Ja und nein. Dem Leser wird irgendwann klar, dass jedes Leben seine Vorgeschichte hat. Wenn es sowas wie "Schuld" gibt, dann werden die Nachforschungen ergeben, dass die Suche endlos weitergeht, sich, wenn überhaupt, Schuld weiter vererbt. Obwohl es ihr völlig widerstrebt, so stellt Blanca gewohntes und abstoßendes Verhalten ihrer Mutter bei sich selber fest. Denn auch sie ist rastlos, auch sie begibt sich sehenden Auges in Gefahren. 

Und dennoch, oder gerade deshalb, ist dieses Buch kein Jammerlappen, keine Abkehr vom Guten. Es ist die Einladung sich auf das Leben einzulassen, sich auszuprobieren. Es lohnt sich den Weg des Lebens weiterzugehen, egal in wieviel Seitenstraßen und Sackgassen man zwischendurch abbiegen sollte. Blanca zeigt das es sich lohnt. Danke dafür, starke Blanca.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Im Schatten der Arena

Mara Pfeiffer (geb. Braun)
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Societäts-Verlag, 04.05.2018
ISBN 9783955422882
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Passend zur Fußball-WM habe ich mich auf Mara Pfeiffers Krimi besonders gefreut. Ich bin kein besonders vernarrter Fußballfan. Die bescheidene Begeisterung habe ich sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, als Kind madrilenischer Eltern. Es ist ein wenig wie mit der Religion, selbst wenn man im Erwachsenenalter aus der Kirche austritt, der Volksglauben begleitet einen dennoch ein Leben lang. 

Dass mich mit "Im Schatten der Arena" allerdings ein Thema erwartet, welches mich zutiefst bewegt, davon bin ich nun nicht wirklich ausgegangen. Näher drauf eingehen kann ich leider nicht, ich würde den Leser dadurch "spoilern" und ihm das Lesevergnügen vermiesen. Nichts liegt mir ferner als das! Dennoch kann ich festhalten, dass Pfeiffer ein durchaus aktuelles und hochemitionales Thema aufgreift, für das die Fußballwelt leider immer noch keine richtige Antwort gefunden hat. Andere Prioritäten haben Vorrang, insbesondere finanzielle Ansprüche. Da mag dem einen oder anderen Fan schonmal die Lust am Sport verloren gehen.

Verraten darf ich aber, dass die Hauptprotagonistin Jo durch ihre natürliche und authentische Art, eine absolute Sympathieträgerin ist. Von ihrem bezaubernden Sohn Luca ganz zu schweigen, denn den kann man nicht anders als mögen! 

Mara Pfeiffers Schreibstil ist erfrischend, wie einen Dusche nach einer fordernden Sporteinheit. Aus ihr spricht Leidenschaft, keine Frage, das Herz schlägt für die 05er! Man muss kein Mainzer sein, um sich von der Begeisterung für den Verein und die Stadt anstecken zu lassen. Auch als Nicht-Mainzer habe ich mich in den Örtlichkeiten sehr gut zurecht gefunden. Dass Pfeiffer Spannung schafft und dabei gänzlich auf den "Brutalo-Faktor" verzichten kann, zähle ich als weiteren Pluspunkt. Ganz klar, "Im Schatten der Arena" ist nicht mein letztes Buch der Autorin!

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Fiona: Den Toten verpflichtet

Harry Bingham , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499291357
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Moment, wenn Du auf einer Parkbank sitzt und Dich vorbeigehende Menschen irritiert anschauen, weil Du alleine Dich kringelig lachst: Du bist definitiv"Fiona" am Lesen!

Keine Frage, die beschriebenen Taten im Krimi sind äußerst erschütternd. Die Ausführung der Taten abscheulich. Eigentlich alles nur sehr schwer verdaulich, wäre da nicht "Fiona". Doch Fiona zu beschreiben, fällt mir fast unmöglich. Viel zu einmalig, viel zu besonders, erscheint mir diese junge Ermittlerin aus Wales. "Durchgeknallt" könnte es ganz gut treffen, dann aber bitte mit dem Zusatz "gesund durchgeknallt". Denn sie hat das Herz "am rechten Fleck". Obwohl ihr fast gänzlich das Gefühl für sich selbst fehlt, unfähig ist Kontakt zu sich selbst aufzunehmen, durchzieht sie ein enormes Gerechtigkeitsgefühl und findet schnell Zugang zu Menschen am Rande der Gesellschaft. 

Eigentlich ist ihre Persönlichkeit in einem Team nur schwer tragbar. Sie wird zur Eigenbrötlerin, gewollt oder nicht gewollt. Absprachen sind nicht gerade ihre Stärke. Ob eine Ermittlerin mit solchen Charakterzügen im realen System tatsächlich existieren könnte? Wohl kaum. Fiona engagiert sich über das normale Maß deutlich hinaus. Sie nimmt die Arbeit mit Nachhause, schaltet kaum ab. Realistisch hält ein solches Arbeitspensum und eine solche Nähe zu den Opfern kaum jemand länger durch. Fiona ist noch sehr jung, wir werden sehen wie sie sich weiter entwickelt.

Denn es folgen weitere Bänder, im englischen sind sie schon lange veröffentlicht. In Großbritannien erfreuen sich nicht nur Leser über diese besondere Ermittlerin. Seit Jahren strahlt das Fernsehen erfolgreich eine eigene Staffel über sie aus. Fiona hat viele Bewunderer und Freunde, wobei sie selbst das sicherlich ganz anders bewerten würde. Das ist halt Fiona. So ganz eigen. So ganz besonders.

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Zwischen Wahrheit und Lüge

James Grippando , Marco Mewes
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.06.2018
ISBN 9783959672139
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bis zum letzten Kapitel hadert der Leser mit der Glaubwürdigkeit der Hauptangeklagten Isa. Ist sie nun das Opfer einer abscheulichen Vergewaltigung gewesen, oder ist sie Mittäterin einer grauenhaften Hinrichtung? Oder ist sie beides?

Gerade diese Unsicherheit, diese Zweifel an Isas Unschuld, haben mich nach der Lektüre nachdenklich hinterlassen. Warum stellen wir ein Vergewaltigungsopfer in Frage? Warum muten wir den Opfern durch Untersuchungen, Prozessen, usw. im Nachhinein soviel Leid zu? Reicht es nicht, dass sie bereits Opfer einer der widerwärtigsten Taten wurden?

Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass ein Opfer Rache empfindet, Genugtuung für die an ihr begangenen Taten erfahren möchte. Ich bin ein entschiedener Gegner von Selbstjustiz, ganz gewiss möchte ich in keinem Land leben in dem Selbstjustiz an der Tagesordnung ist. Aber ich kann den Hass eines Opfers annähernd nachempfinden. Vielleicht ist es das, was mich die ganze Lektüre über hat zweifeln lassen. Tatsächlich habe ich mich immer zwischen "Wahrheit und Lüge" befunden, der Titel des Thrillers ist Programm.

Dass James Grippando ursprünglich als Anwalt gearbeitet hat, schlägt sich in seinem Büchern stark nieder. Es sind Prozessthriller, vieles spielt sich vor Gericht ab. Der hauptverantwortliche Anwalt Jack taucht bei Grippando in einem Thriller bereits 1994 auf. Mittlerweile ist Jack reifer geworden, seine Verhöre vor Gericht sind gut durchdacht. Keiner macht ihm so schnell etwas vor. Doch auch er hat seine Zweifel.

Eine Vergewaltigung hinterlässt Wunden. Tiefe, schmerzhafte Wunden. Sie verändern einen Menschen, die Wunden reichen bis in eine Partnerschaft hinein, sie verfolgen einen jahrelang. All das wird in diesem Thriller sehr deutlich. James Grippando kann auf besonders drastische oder brutale Darstellungen verzichten, ihm geht es darum der Wahrheit auf dem Grund zu gehen. Wie schwierig sich genau das darstellt, wird mit diesem Buch mehr als deutlich. Ein Buch, welches mich nachdenklich zurück lässt.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Schutzgeld (Krimi, Spannung)

Gabriel Anwander
E-Buch Text
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 17.05.2018
ISBN B07CST2QSR
Genre: Sonstiges

Rezension:

Von wegen Urlaub! Weshalb sollte einem ehemaligen Polizeibeamten und einem im aktiven Dienst befindlichen Freund etwas Erholung und Abwechslung gegönnt sein?!?

Nix da, denn kaum an einem Traumurlaubsort in Italien angekommen, steht Julian mitten in einem verübten Anschlag. Was zunächst nach kleinkriminellen Handeln mieft, stellt sich mit der Zeit als Teil einer verzwickten Mafiageschichte dar. Obwohl Julians Freund und ehemaliger Streifenkollege Ralph Sehnsucht nach Urlaub hat, lässt er natürlich seinen Kumpel nicht im Stich. Im Nu stehen Beide im Fadenkreuz, zum Abschuss freigegeben. Ob das gut geht??

Gabriel Anwanders Schreibstil vermag es stetig Spannung aufrechtzuerhalten. Atempausen sind dem Leser nur wenige gegönnt. Klar wird schnell dem Leser, dass Anwander die Region des Geschehens liebt. Seine Beschreibungen der Menschen und der Umgebung ist von vielen Details geprägt. Bei diesen Ausschmückungen hatte ich das Gefühl selbst vor Ort zu sein - ein wahrer Genuss. Italienliebhaber kommen also alles andere als zu kurz. Wer Krimis mag, wird "Schutzgeld" lieben!

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

Crash in Downunder

Maria Reith , GreatLife. Books
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei alea active, 08.10.2016
ISBN 9783961240036
Genre: Romane

Rezension:

Warum ist das so? Warum muss es zu einer Grenzerfahrung kommen, bevor wir nicht anfangen über das Leben nachzudenken, bzw. es anfangen zu leben? 

Vielleicht, weil uns bis zu diesem Zeitpunkt alles als selbstverständlich erscheint. Wir nehmen das Leben hin, im Positiven wie im Negativen. Bis uns ein existentielles Ereignis aus der Bahn wirft, womöglich das Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt. 

Oder, wie im Fall der Hauptprotagonistin dieses Buches Hilla, die eigene Gesundheit stark beeinträchtigt wird. Was zunächst eine Rundreise durch Australien werden sollte, endet nach einem schweren Unfall zu einer Reise ins eigene Ich. Hilla sieht sich konfrontiert mit den eigenen Dämonen, sie fühlt sich erdrückt von den Erwartungshaltungen der Vergangenheit an sie, als Kind, als Frau, als Partnerin. Das innere Kind versucht mit ihr Kontakt aufzunehmen, und Hilla hört seit langer Zeit wieder zu. Um ihre körperlichen Schmerzen zu mindern, versucht sie die eigenen Heilungskräfte zu aktivieren. Doch Heilung soll nicht nur ihr Körper erlangen, ihre Seele bedarf es mindestens genauso. 

Es ergeht ihr wie Vielen, sie sucht Antworten und Trost im Übernatürlichen. Sie schöpft Kraft aus der Spiritualität, tritt in einen Dialog mit den höheren Mächten. Auf einmal fängt sie an zu hören. 

Teilweise empfandt ich die spirituelle Auseinandersetzung als eine Gefahr. Die Gefahr liegt darin, das eigene Ruder aus der Hand zu geben. Meinem Empfinden nach, darf das Leben emanzipatorisch gelebt werden. Wir haben nur dieses eine Leben und in erster Linie die Verantwortung es erfüllt zu leben.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

todesnah

Twyla Thompson
E-Buch Text
Erschienen bei tredition, 27.03.2018
ISBN 9783746926681
Genre: Sonstiges

Rezension:

Katzen haben bekanntlich sieben Leben. Menschen, wie Caro, scheinbar auch.

Zumindest glaubt man ihr Leben hänge an einem seidenen Faden, berücksichtigt man die Situationen die das Leben der jungen Frau immer wieder herausgefordert haben. Grund genug, um Zweifel an das Irdische aufkommen zu lassen.

Doch Caro ist anders. Caro entscheidet sich immer wieder für das Leben. Sie nimmt es mit all seinen Facetten an, sie stellt sich nicht die Frage nach dem "warum und weshalb". Caro glaubt an sich. Vielleicht liegt es gerade an den existentiellen Erfahrungen, dass das Leben von einem Augenblick auf den nächsten beendet sein könnte, dass Caro ihr Leben in vollen Zügen leben will. Ein Todesengel scheint ihr stets über die Schulter zu gucken, "na, Caro, bist du soweit?!". Caro ist aber noch lange nicht so weit. Für sie hält das Leben viel zu viele schöne Überraschungen bereit, als das sie sich dagegen entscheiden könnte. Ganz im Gegenteil, hat sie eine Grenze überschritten, stellt sie sich voller Hoffnung der nächsten Herausforderung. Dabei wächst sie ständig über sich hinaus. Leben pur.

Twyla Thompson macht Mut mit ihrer Geschichte, Mut "ja" zum Leben zu sagen. Nicht stehen zu bleiben, den Blick vorwärts gerichtet das Leben anzunehmen in all den unterschiedlichen Farbtönen und Schattierungen. Sie ist zur Sammlerin geworden, zur "Sammlerin schöner Tage". "Todesnah" ist eine Liebeserklärung an das Leben!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Wem Ehre gebührt

Rainer Kottke
Flexibler Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 20.04.2018
ISBN 9783752816358
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Land, wohin das Auge reicht. Saftige Wiesen, entschleunigte Bewohner, eigentlich die reine Idylle. So in etwas kenne und stelle ich mir Ostfriesland vor. Doch von wegen, denn diese Idylle durchbrechen schaurige Taten, denen sich Privatermittler Jo und sein Ermittlerteam stellen müssen. 

Zunächst erscheint alles ein wenig verwirrend. Auf der einen Seite gibt es Tote, dann wiederum wird ein plötzlich zu großem Ruhm gekommener Autor mitten in einer Lesung mit einer Torte beschmissen. Nach und nach decken die Ermittler Zusammenhänge auf, die weitaus düsterer als erwartet ausfallen.

Dass es dabei um ein besonders erfolgreiches Buch geht, erfreut das Bloggerherz, denn wir lieben Storys rund um Bücher. Rainer Kottke ehrt mit diesem Krimi viele unentdeckte Schreibtalente. 

Dabei hat er ein durchaus spannenden und lesenswerten Krimi geschaffen, der Spannung aufrechterhält, ohne dabei besonders tief in die "Brutalo-Kategorie" greifen zu müssen. Das Ausmalen der schaurigen Taten überlässt er ganz der Fantasie des Lesers. Sehr gelungen, wie ich empfinde. 

Durchaus, der ostfriesische "Ureinwohner" ist oft ein Mensch knapper Worte. Diese allerdings oft mit besonderem Tiefgang. So fällt auch der regionale Humor aus, oft trocken und schwarz. Und dieser Humor kommt bei Kottke keinesfalls zu kurz! Immer wieder musste ich beim Lesen schmunzeln oder gar herzlich lachen. 

Am Ende des Buches stellte ich fest, dass ich große Sympathien zu Jo und seinem Ermittlerteam aufgebaut hatte. Deshalb freue ich mich möglichst bald wieder auf neue Ermittlungen von ihnen zu treffen. Ich hoffe Rainer Kottke lässt mich nicht zu lange warten!

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66 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Der Pate von Glasgow

Denzil Meyrick , Peter Friedrich
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2018
ISBN 9783959671903
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einen spannenden Kriminalroman habe ich erwartet, und einen spannenden Kriminalroman habe ich erhalten! 

Denn der Ermittler Jim Daley und sein Kollegen Brian Jones nehmen es mit keinem Geringerem als der Vergangenheit auf. Auf der Jagd nach einem Geist, übertreffen sich die Ereignisse. So scheint das Ermittlerteam wie getrieben "von Geistes Hand". Es geschehen brutale Taten, und der Autor lässt es sich nicht nehmen die Grausamkeiten der Taten genauestens zu beschreiben. Kein Buch für Zartbesonnene. Dass Jim und Brian die "Universität der Straße" studiert haben, gewährt ihnen einen realistischen, teils humorvollen, teils leichtsinnigen Umgang mit der Situation. 

Sie sind hartgesonnen, dieser Fall bringt sie dennoch fast an ihre Grenzen. Sie werden zu den Gejagten, was zur durchgehend aufrechten Spannung des Krimis beiträgt. Gerade die Geschichten rund um die beiden Ermittler, empfand ich als eine Bereicherung. 

Beim letzten Abschnitt wurde ich überfordert. Im Rahmen der Aufklärung der Taten entsteht ein breites Beziehungsgeflecht. Zum Ende hin habe ich einfach den Überblick verloren, zu weitläufig waren die Verbindungen. Meiner Meinung nach hätte es dieser ganzen Verbindungen und Korrelationen nicht bedurft, um einen mitreißenden Krimi hinzulegen. Außer diesem kleinen Wehrmutstropfen, ist Denzil Meyrick ein durchaus empfehlenswerter Krimiroman gelungen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Breakdown - Welt am Abgrund

Till Berger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.01.2015
ISBN 9783442481675
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nein, man darf wirklich nicht zu lange darüber nachdenken. Zumindest nicht ohne darauf Taten folgen zu lassen. Oder wie wollen wir zukünftigen Generationen erklären, dass wir unseren schönen Planeten auf dem Gewissen haben? Denn nichts anderes steht uns bevor, wenn wir weiter zulassen, dass sich das Klima verändert und zu einem Anstieg der Temperaturen führt, mit all den mittlerweile weitläufig bekannten und daraus resultierenden Horrorszenarien.

Till Berger greift mit Breakdown das Thema des Klimawandels auf. Berger, studierter Umweltwissenschaftler, kann aus seinem breiten Fachwissen schöpfen, was für den Leser wiederum ein Segen ist. Sehr deutlich führt er uns vor Augen, welche Konsequenzen wir zu erwarten haben. Das Buch ist gefüllt mit einer Flut an Informationen. Gepaart mit einer spannenden Handlung, hat der Autor einen ausgesprochen lesenswerten Klimathriller geschaffen.

Dass dabei die Klimaterroristen die Grenze weit überschritten haben, dürfte Allgemeingültigkeit haben. Ich habe mich dennoch immer wieder beim Lesen fragen müssen, wie weit ich persönlich gehen würde, um meinen geliebten Planeten zu retten. Vorausgesetzt ich würde über die Möglichkeiten der im Thriller Handelnden verfügen. Dabei habe ich mich gelegentlich erwischt, wie ich gewisse Sympathien für die Klimaterroristen entwickelte. Natürlich, Gewalt ist keine Option. Nur kann ich tatenlos zuschauen, wie unsere Umwelt zugrunde gerichtet wird?

Die Antwort ist ganz klar: Nein!

Ich kann auch mit meinen Mitteln versuchen Druck auf die Entscheider auszuüben. Durch, z. B. Wahlen, indem ich Entscheidungsträger mit Fragen konfrontiere, indem ich mein persönliches Konsum- und Umweltverhalten reflektiere, oder indem ich mich in einer Umweltinitiative oder dergleichen engagiere. Dazu möchte Till Berger mit Breakdown anregen, das ist Bergers "Botschaft".

Ich danke dem Autor, dafür dass er mich zum Nachdenken angeregt hat. Die Zeit des Ausruhens ist vorbei, also, packen wir es an, lasst uns gemeinsam unseren Planeten retten! 5 Sterne für Breakdown!

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Die Lichter unter uns

Verena Carl
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.04.2018
ISBN 9783103973631
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch hat mich unglaublich hin- und hergerissen. Die Protagonisten leben in einer Scheinwelt. Keiner steht zu den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen. Statt dessen bleiben sie in ihren Lebenslügen gefangen. Dass sie sich dabei selbst und ihr Umfeld verletzen, lässt sie jeweils kalt. Beim Lesen treten immer wieder neue "Schockmomente" auf. Zumindest habe ich sie so empfunden, wenn z.B. der Sohn mit der Lebensgefährtin des Vaters sexuell verkehrt. 

Verena Carl greift Themen des Lebens auf, über die aber nur sehr selten gesprochen wird. Wie verhält es sich beispielsweise mit dem Vater, der eigentlich sich Männern gegenüber hingezogen fühlt, aber aus Angst geächtet zu werden und den Kontakt zum eigenen Kind zu verlieren seine Neigung nicht auslebt? Am Ende leiden mindestens zwei, er und seine Ehefrau. Diese wiederum hat eh bereits Augen für andere Männer, denn auch sie möchte begehrt werden. So lebt jede/r sein/ihr eigenes Gefühlsleben, ohne um das Wissen der Gefühle des/der anderen. 

Verena Carl schreibt sehr poetisch. Dieser Schreibstil trägt dazu bei, das Buch quasi "in einem Rutsch" zu lesen. Die Leichtigkeit des Covers mag trügen, denn die Autorin greift schwierige zwischenmenschliche Konflikte auf. Mal wieder bestätigt sich, dass Loslassen soviel schwieriger ist als an dem Gewohnten festzuhalten. 

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105 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

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#EGOLAND

Michael Nast
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 06.04.2018
ISBN 9783841905963
Genre: Romane

Rezension:

Nach "Generation Beziehungsunfähig" bringt Nast nun einen Roman auf dem Markt, der erneut die Kritiken sehr unterschiedlich ausfallen lässt. 

Das liest man, "das Ende sei am Anfang schon vorweg genommen", ohne zu reflektieren, dass es bei Egoland vielmehr um die Geschichte ansich geht, als um ein irgendwie vorhersehbares Ende. Ja, Nast provoziert. Doch worin liegt eigentlich die Provokation? Vermutlich in seiner absolut trefflichen Beschreibung von (a)sozialen Beziehungsgeflechten vieler Großstadteinwohner. Immer auf der Suche nach etwas Besserem, nach einem Erlebnis. Völlig unfähig zur Selbstreflexion und zum Innehalten. Menschen, Beziehungen, werden so "gepflegt" wie man sie gerade braucht. Etwas zugespitzt vereinigen sich diese Charakterzüge in der Person Andreas Landwehr. Aber auch die Beschreibung der Berliner Partyszene empfinde ich als sehr genau getroffen. Oberflächlichkeit dominiert die Atmosphäre, "sehen und gesehen werden", nur bitte nicht hinter der Fassade. 

Nast hält uns nichts anderes als einen Spiegel vor den Augen. Nicht jedem mag es gefallen, zumindest dann nicht, wenn man mit Scheuklappen durch diese "ach so schöne Welt läuft". Mich hat dieser Roman durchaus zum Nachdenken angeregt.

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21 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Das Curaçao-Komplott - Hinter Gittern im Paradies

Frank Pulina
E-Buch Text
Erschienen bei DeBehr, 11.03.2018
ISBN 9783957535047
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

#Rezension

Frank Pulina: Das Curaçao-Komplott. Hinter Gittern im Paradies. 1. Aufl. 2018. DeBehr, 301 S.

Inhalt:

Jo ist ein erfahrener Pilot, der für unterschiedliche Auftraggeber arbeitet. Als er von einem türkischen Luftfrachtunternehmer engagiert wird, ist es für ihn ein Job wie jeder andere. Es geht auf die Karibikinsel Curaçao. Doch statt blauen Likörs und schöner Strände erwartet ihn die schlimmste Zeit seines Lebens. Er wird in die schmutzigen Drogengeschäfte seines Auftraggebers hineingezogen und landet unverschuldet im Gefängnis. Ein Alptraum beginnt. Das vermeintliche Paradies verwandelt sich in eine Hölle.

Beurteilung:

Die Vorstellung ist wirklich bitter, von heute auf morgen "den Boden unter den Füßen" entrissen zu bekommen. Es ist in der vorliegenden Autobiografie der Moment der mir am prägnantesten in Erinnerung bleibt. Der Moment in dem Pulina begreift, dass es nun verdammt ernst wird, dass ihm die Haft auf Curaçao droht. Bis dahin scheint er noch für alles eine Erklärung zu haben, z. B. warum sich die weitere Crew etwas merkwürdig verhält, oder warum bereits die Auftragsvergabe so ganz anders als gewohnt verlaufen ist. Aber Pulina braucht den Auftrag, das Jahr ist nicht so erfolgreich gelaufen wie erwartet. Also fragt er nicht weiter nach, sondern ist froh um die Beauftragung. 

Hätte er besser doch nachgefragt? Ganz gewiss! Es gibt Momente im Leben, wo das Bauchgefühl der beste Ratgeber ist. Dies war ein solcher Moment. Er hätte ihn vor dem unangenehmen Erlebnis der Haft auf Curaçao bewahrt. Die Vorstellung allein ist schon verstörend, weit entfernt von der Heimat und den Angehörigen, in einem völlig anderen Rechtssystem, in Haft unter landesüblichen Bedingungen. D. h., schlecht versorgt, mangelnder Rechtsbeistand und Einsamkeit. All das beschreibt Pulina, wie es nur jemand beschreiben kann, der es an der eigenen Haut erlebt hat. 

Dass der Schrecken dann doch nach recht kurzer Zeit beendet ist, erscheint wie ein Glücksfall. Man bedenke, selbst die Oberfrist von 6 Monaten Untersuchungshaft wird in Deutschland sehr oft überschritten. Besonders makabere Beispiele berichten von vier- und fünfjähriger Untersuchungshaft. Zu Recht wurde diese Praxis jüngst vom Europäischen Gerichtshof verurteilt. Kein Mensch ist schuldig, solange nicht die Beweise einen überführen und das Gericht entsprechend entschieden hat. 

Pulina wird zukünftig wohl stärker auf sein Bauchgefühl hören. In seiner Erinnerung werden Begegnungen mit Mitgefangenen bleiben, die ebenso ohne Verurteilung auf Curaçao in Haft sitzen. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass auf Curaçao die Fahne der Niederlande weht. Vielleicht dient ja diese Autobiografie dazu, dass sich die Niederlande und die europäische Gemeinschaft dieses Problems stärker annimmt. Zu wünschen wäre es.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Brennende Gischt

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176670
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

#Rezension

Sabine Weiss  Autorin: Brennende Gischt. Sylt-Krimi. 1. Aufl. 2018. Bastei Lübbe, 382 S.

Inhalt:

Bei Löscharbeiten finden Feuerwehrleute in einer stürmischen, regnerischen Nacht im Keller eines verlassenen Hauses eine Leiche. Dass es sich nicht um einen tragischen Unfall handeln kann, steht schnell fest. Denn das Opfer weist neben Sturzverletzungen auch Kratzer am Hals, Prellungen und blaue Flecken auf. Blutige Furchen an den Wänden verraten, dass es verzweifelt um sein Leben gekämpft hat.
Liv Lammers und ihre Kollegen von der Flensburger Kriminalpolizei haben bald eine erste Spur, doch ein neuer Mord rückt alles in ein völlig neues Licht. Unter der glänzenden Oberfläche der Sylter High Society tun sich Abgründe auf - ebenso bei der Polizei. Ein Unbekannter platziert "Beweise", um Livs Ermittlungen in die falsche Richtung zu lenken...

Beurteilung:

Von wegen Inselromantik! Hinter vorgehaltener Hand treibt es die High Society bunt auf der schönen Nordseeinsel! Die Abgründe, die sich dort auftun, lassen eher an die große Schwester weiter südlich namens Sizilien erinnern. Schön abgelegen, geschützt vor fremden Blicken, blöden Nachfragen der Justiz und der Presse, können illegale Geschäfte (fast) konsequenzlos abgewickelt werden. Solange alles "im Rahmen bleibt" (ein wenig Koks gehört halt in den Kreis der oberen Zehntausend dazu) und nichts nach Außen dringt, wird nicht an der schönen, heilen Welt gerüttelt.

Doch ein paar Leichen können nicht so einfach untern Teppich gekehrt werden. Das öffentliche Interesse ist groß und die Ermittlerin Liv Lammers wird auf den Plan gerufen. Die ehrgeizige Kriminalbeamtin kämpft in diesem Fall jedoch an zwei Fronten gleichzeitig. Einerseits stürzt sie sich auf die Aufklärung der Verbrechen und kommt zunächst keinen Schritt weiter. Keiner weiß was, das Mäntelchen der Verschwiegenheit hält. Andererseits wird sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, welche sie zurück in ihre Kindheit und Jugend auf Sylt katapultiert. Gerade im ersten Teil des Krimis wird sehr deutlich, wie sie zunächst gegen eigene Blockaden ankämpfen muss. Nein, sie ist noch lange nicht mit der eigenen Vergangenheit versöhnt. Diese Geister verfolgen sie weiterhin. Selbst wenn sie versucht in die Arbeit zu flüchten, eigene Bedürfnisse völlig ignoriert, ihr Kind fast in Vergessenheit gerät, die Vergangenheit holt sie doch immer wieder ein. Man möchte sie regelrecht wachrütteln, "Mensch, Mädchen, mach doch Mal die Augen auf", ist schnell da mit Binsenweisheiten. Am Ende muss man sich jedoch eingestehen, dass man selbst am Liebsten ebenso dunkle Kapitel unberührt im stillen Kämmerlein lässt.

Als der Fall dann eine weitere, erschütternde Wendung nimmt, schafft es Liv sich aus den Krallen der Vergangenheit (zumindest vorübergehend) zu befreien. Die Tochter schreit regelrecht nach Aufmerksamkeit und Liv nimmt diese Schreie wahr. "Besser spät, als nie", geht mir entspannt von den Lippen.

Sabine Weiß ist ein sehr spannender Krimi gelungen. Teilweise ging er an meine eigene Substanz, die beschriebene Familientragödie hat mich stark berührt. Mal wieder zeigt sich eines deutlich: Es gibt kein Entkommen. Unsere eigenen Taten, unsere eigene Vergangenheit, holt uns irgendwann ein.

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abenteuer, amerika, freiheit, hoffnung, land, macht, regierung, reise, tourist, überleben, übermacht, usa

Die Amerikafalle

Martin Amanshauser
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.03.2018
ISBN 9783218011112
Genre: Sonstiges

Rezension:

Martin Amanshauser: Die Amerikafalle. Oder: Wie ich lernte die Weltmacht zu lieben. 1. Aufl. 2018, Verlag Kremayr & Scheriau.

🇱🇷🇱🇷🇱🇷🇱🇷🇱🇷🇱🇷

Wenige Tage nach dem Vergeltungsschlag gegen das Assad-Regime durch die USA und deren Verbündete, veröffentliche meine Rezension zu Amanshauser "Die Amerikafalle". Wie ich finde, ein sehr günstiger Augenblick.

Zunächst aber zum Inhalt:

Benin, Goa, Kirgisistan: Man könnte meinen, Martin Amanshauser habe schon alles gesehen und erlebt. Als es ihn mit Kind und Kegel für ein halbes Jahr in die Universitätsstadt Bowling Green, Ohio, verschlägt, erwartet ihn daher eine Überraschung: Die Amerikafalle schnappt zu. Ob obligatorischer Autokauf, das Abholen der Kinder von der Schule, auf Lesereise oder beim Super Bowl-Fernsehabend: Alles ist gleichermaßen vertraut wie befremdlich. So sehr Amanshauser der Skeptiker bleiben will, der er ist – allmählich bringen ihn die ebenso unerschütterlich freundlichen wie enervierend prinzipientreuen Menschen dazu, sich in dieses widersprüchliche Land zu verlieben.

Beurteilung:

Martin Amanshauser ist mehr als ein lesenswerter Reisebericht gelungen - "Die Amerikafalle" ist ein Freundschaftsangebot.

Ein Freundschaftsangebot an uns Lesern aus dem "good old Europe", die wir nur allzu gerne in die allgemeinen Stereotypenzuschreibungen verfallen, wenn es um die Betrachtung der Vereinigten Staaten geht. Amanshauser lädt uns ein über den Tellerrand zu schauen.

Völlig vorurteilsfrei kann diese Betrachtung nicht vonstatten gehen, dafür haben sich über Jahre Vorurteile bei einem jeden von uns angesammelt. Diese kann auch Amanshauser nicht vollkommen ablegen. Er ist aber bereit sich korrigieren zu lassen. Einige Vorurteile wiederum finden Bestätigung, wenn es zum Beispiel um die absurde Autoliebe und deren übertriebenes Fahrverhalten geht. Doch unter Freunden darf man das, man darf kritisieren ohne gleichzeitig ein ganzes Land und Volk zu diskreditieren. Zu keinem Zeitpunkt fällt Amanshauser in diese verlockende "Amerikafalle", er bleibt stets offen für Überraschungen. Immer begleitet von einer liebevoll-ironischen Betrachtung.

Wenn Amanshauser also beispielsweise beschreibt auf welcher sprachlichen Vielfalt er innerhalb des Amerikanisch-Englischen trifft, tritt dadurch die unglaubliche Vielfalt dieser Nation zutage. Die USA sind eben kein Einheitsbrei. Sie sind nach wie vor Zufluchtsort für die Sehnsüchte vieler Menschen.

Wie lange nicht, befinden sich die USA derzeit im Umbruch. Trumps Wahl ist dafür das beste Beispiel. Seine Präsidentschaft spaltet die Nation, Amanshauser beschreibt es ironisch, doch zugleich sehr treffend, wie folgt: "Trump ist wie Masturbation: Wenn dann geht man dieser Leidenschaft nur heimlich nach".

"Die Amerikafalle" macht Spaß auf die USA. Zu einem Zeitpunkt an dem alte und langbewährte Bündnisse auseinanderzugehen scheinen, sie zumindest stark in Frage gestellt werden. Amanshauser Liebe zu diesem Land wird sehr deutlich, der Untertitel könnte auch lauten: Komm, lass uns Freunde sein!

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

ayurveda, energie, fördersumme, hausmeister, hunde, kuraufenthalt, malerei, massage, meditation, sanskrit, spital, trinkbrunnen, yoga

Om Shanti Wuff: Kriminalkomödie (Vier Pfoten ermitteln 1)

Ruby Summer
E-Buch Text: 315 Seiten
Erschienen bei null, 01.03.2018
ISBN B078W93SZM
Genre: Sonstiges

Rezension:

Rezension

Kriminalkomödie "Om Shanti - Wuff", von Ruby Summer Autorin, 315 S., 1. Auflage 2018, Autoren-Club

🐕🐶🐩 Vier Pfoten ermitteln!

Inhalt:

"Genug meditiert. Ich öffnete die Augen. Da entfuhr mir ein Schrei: Eine der Damen kippte plötzlich mit dem Kopf voran von ihrem Kissen!" Eigentlich steht Michaela Yoga und Meditation mit einer gewissen Skepsis gegenüber – umso schlimmer, dass ihre Kollegin sie in letzter Minute versetzt und allein zur Verjüngungskur bei Mangala Yoga fahren lässt. Zum Glück darf wenigstens Hündin Emma dabei sein. Als die beiden beginnen, den Alltag und die Bewohner des Yogazentrums näher zu beschnuppern, wird durch eine Reihe seltsamer Vorgänge ihr Misstrauen geweckt. Wer stört die Harmonie bei Mangala Yoga? Gemeinsam mit ihrer neuen Bekannten Rita und deren Terrier Georgi stürzen sich Michaela und Emma in die Ermittlungen. Denn nicht überall, wo Shanti draufsteht, ist auch Frieden drin….

Beurteilung:

Was für ein unglaublich sympathisches Team sich im Meditationszentrum findet, als es um die Aufdeckung mysteriöser Vorfälle geht. Getrieben von Neugier und einer gewissen Grundskepsis, beginnt Michaela bei ihrem Aufenthalt im Mangala Yoga einiges zu hinterfragen. Eine Grundskepsis die ich gut nachempfinden kann, denn die allgegenwärtige Harmonie und das ständige Betonen des eigenen Wohlbefindens, machen mich grundsätzlich misstrauisch. Es drängt sich das Gefühl auf, dass ein gewisser "Lifestyle" verkauft werden will, man unvorsichtig in eine Marketingfalle gerät. 

In unseren Breitengraden boomt geradezu der spirituelle Markt, Esoterik wohin das Auge reicht, Gurus werden als neue Heilsbringer nahezu angebetet. "Karma", "Energie", "Meditation", Schlagwörter, die fast inflationär gebraucht werden. Ein skeptisches Hinterfragen wird oftmals als Netzbeschmutzung abgetan. Dabei sollte doch jedem Individuum eines klar sein: Es gibt nicht nur schwarz und weiss, nicht nur gut und böse.  Das Leben ist bunter, die Menschen vielfältiger. Gerade die Meditation dient ja dazu, seinem eigenem Ich, dem inneren Kern, näher zu kommen. Es hilft der Reflexion des eigenen Seins und Tuns. Ein individueller Prozess, der zwar durch die Gemeinschaft unterstützt und gestärkt werden kann, jedoch grundsätzlich immer ein persönlicher Prozess ist. Es ist ein Ringen um die eigene Wahrheit, oder anders ausgedrückt: Der Weg zur persönlichen Erleuchtung. Wer diesen Weg geht, der wird schnell erfahren, dass der Weg durchaus auch von Rückschlägen, von "Wüsten-Erfahrungen" geprägt ist. Am Ziel ist man eigentlich nie angekommen, tatsächlich trifft die Aussage zu "Der Weg ist das Ziel".

Zurecht ist also Misstrauen angesagt, wenn sich eine Gemeinschaft oder ein Ort, als völlig losgelöst von menschlichen Konflikten, Herausforderungen oder Abgründen präsentiert. Das Ermittlerteam rund um Michaela und ihrer tollen Hündin Emma, reagiert mit einem gesunden Menschenverstand, als ihnen Ungereimtheiten verdächtig erscheinen und sie anfangen die Vorkommnisse zu hinterfragen. Zurecht, denn nicht alles geht an diesem Ort mit rechten Dingen zu.

Das Ermittlerteam muss man einfach mögen! Ruby Summer hat Charaktere "mit Herz" erschaffen. Die beteiligten Hunde unterstreichen dies, denn ein wahrer Hundefreund kann gleichzeitig nur auch ein Menschenfreund sein. Der Leser erfährt einiges zum Thema Meditation, persönlich hat es mich angeregt wieder verstärkt zu Meditieren. Beim Lesen musste ich immer wieder Schmunzeln, überhaupt ist das Buch mit einer positiv ansteckenden Leichtigkeit geschrieben. 

Mein erstes Buch von Ruby Summer hat mich absolut überzeugt. In mein Herz habe ich besonders den Hund Emma geschlossen, Michaela und Emma sind einfach ein Superteam. Ich freue mich auf zukünftige Ermittlungen von "vier Pfoten"!

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210 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 127 Rezensionen

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Zu nah

Olivia Kiernan , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel , Carla Felgentreff
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.04.2018
ISBN 9783959671835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension

"Zu nah", von Olivia Kiernan Author, Thriller, 368 S., Harper Collins (Hrsg.), 1. Aufl. April 2018

Inhalt:

Die angesehene Wissenschaftlerin Eleanor Costello ist tot. Erhängt in ihrem Schlafzimmer. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department und schwer gezeichnet von ihrem letzten Fall, glaubt nicht an Selbstmord. Jemand war bei Eleanor, als sie starb. Jemand, der sadistische Lust an brutalen Spielchen hat. 
Schon bald wird eine zweite Leiche gefunden: eine junge Frau - zu Tode gefoltert. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und für Frankie geht es erneut um Leben und Tod. 

Beurteilung:

Olivia Kiernan, die fesselnde Stimme Irlands, ist ein nervenzerreibendes Thrillerdebüt gelungen. Herausragend, die Charaktere der Ermittlerin Detective Frankie Sheenan. Ihr ausgeprägtes Empathievermögen ermöglicht es sich in die Gefühlswelt von Opfer und Tätern zugleich stark einzufühlen. Mit allen positiven, aber auch negativen, Konsequenzen. Denn Frankie Sheehan findet keine Ruhe, bis sie nicht den Mörder dingfest gemacht hat. Die Autorin fordert dabei den Leser auf, sich auf eine düstere Welt voller Gewalt und menschlicher Abgründe einzulassen. "Verdaulicher" macht der irische Humor die harte Kost, die beim Lesen einen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Ganz klar, von Olivia Kiernan ist zukünftig einiges zu erwarten, mit "Zu nah" hat sie die eigene Messlatte bereits sehr hoch angesetzt. Wir sind gespannt, auf alles was noch von ihr folgen mag!

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Offshore

Till Berger
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442487004
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Offshore" von Till Berger

438 S., Goldmann Verlag, 1. Ausgabe März 2018

Offshore bereitet schlaflose Nächte!
Schlaflose Nächte, weil man das Buch nicht vor Beendigung aus den Händen geben möchte. Dafür ist die Handlung viel zu sehr von Spannung geladen, Bergers Schreibstil vermag es sie ständig aufrechtzuerhalten. Mit Offshore spricht Berger ein heikles Thema an, das Gebaren der Finanzbranche, besser gesagt dessen Abgründe.

Es geht um Rohstoffgeschäfte, um Hedgefonds, um Insiderwissen und um ganz viel Geld. Zuviel Geld, um tatsächlich über ein sauberes Geschäft sprechen zu können. Denn rund um ein Investitionsprojekt im Rohstoffmarkt haben sich mafiösen Machenschaften gebildet. Verwickelt sind Unternehmer, Politiker, ja sogar Geheimdienste. Und mittendrin der Projektleiter Paul. Bald bekommt er die Macht dieses Kartells zu spüren, als ein Kollege von ihm Tod aufgefunden wird und er von sich aus Nachforschungen beginnt. Die Jagd auf Paul ist eröffnet, überall lauern Gefahr und Verrat, Paul kann Niemandem vertrauen, aus Freund wird Feind. Wäre da nicht die junge und attraktive Geheimagentin Anna. Doch auch hier ist sich Paul über ihre Loyalität nicht sicher.

Die Handlung ist fiktiv, dennoch: Es braucht keine große Fantasie, um sich schnell in die Handlung hineinversetzen zu können. Spätestens seit der Aufdeckung der Panama-Papers, sind einer breiten Öffentlichkeit die Untriebigkeiten einiger Global Player und Hedgefonds bekannt. Somit greift der Autor ein absolut aktuelles Thema auf. Verbunden mit der spannenden Handlung ist Till Berger ein sehr empfehlenswerter Thriller gelungen.

Doch aufgepasst, man bedenke die schlaflosen Nächte...

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Römisches Vermächtnis

Bianca Palma
E-Buch Text: 211 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 01.06.2017
ISBN 9783732543601
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu Bianca Palma "Römisches Vermächtnis", Krimi, 250 S., beThrilled/ Bastei Lübbe AG
Commissario Caselli hat den letzten, grausamen Fall, noch nicht ganz verarbeitet, da wird er in eine Wohnung am Campo de'Fiori geschickt, in der die tote ältere Dame Adriana Vitullo aufgefunden wurde. Die Verstorbene war vermögend, so dass die Ermittlungen schnell auf das Motiv Habgier gelenkt werden. In Verdacht stehen ihren Mitbewohnerin Franca und Adrianas Sohn Geraldo. Franca rückt besonders schnell in den Mittelpunkt der Verdächtigungen. Seit ihrer Kinderlähmung läuft sie an Krücken, das Leben hat es besonders hart mit ihr gemeint. Sie ist quasi mittellos, hat sich gerade frisch in einen Mann verliebt und so scheint es naheliegend, dass sie sich am Geld ihrer Freundin bereichern möchte. Doch auch der Sohn Geraldo hat seine Motive, erkrankt an einer Spielsucht, hängt er ständig in den Miesen. Ein Testament wäre also sehr willkommen. Bei seinen Ermittlungen kommt Caselli mit dem Tarotkarten-Milieu im Berührung. Und, siehe da, auch für ihn haben die Karten eine Prophezeiung vorgesehen...
Wie gewohnt führt Bianca Palma dem Leser das Leben in Rom sehr nahe. Auch in diesem Band setzt sie sich mit dem Alltag der Römer und ihren Lebensumständen auseinander, so dass der Leser für einen Moment Teil dieser stolzen Stadtgesellschaft wird. Sie verbindet die Spannung eines Krimis mit der Liebe zu der Region, einer Region die die Autorin stark geprägt hat. Wer allerdings auf einen besonders brutalen oder von Kriminaltechnik überfüllten Buch hofft, der wird enttäuscht sein. Dass ist nicht Palmas Metier, sie benutzt vielmehr das Genre Krimi um in die Welt der Römer einzuführen. Stark, wie immer, sind die einzelnen Charaktere. Sie stammen "aus dem Leben", so dass der Leser schnell eigene Parallelen findet oder sich mit Fragen aus dem eigenen Leben konfrontiert sieht. 
"Römisches Vermächtnis" bereitet eine unterhaltsame Zeit. Italienliebhaber werden beim Lesen nicht zu kurz kommen! Mit einem Ende, das so ganz anders kommt als erwartet. Ich freue mich schon auf Commissario Casellis nächsten Fall!

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