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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

gebrüder grimm, märchen, hans christian andersen, unendliche welten

Das tapfere Schneiderlein

Brüder Grimm , Anton Lomaev
Fester Einband: 54 Seiten
Erschienen bei Wunderhaus Verlag, 24.02.2017
ISBN 9783946693000
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Sieben Fliegen auf einen Streich" hat es erschlagen, das Schneiderlein und nun hält es sich für unsagbar tapfer. So tapfer, das es dies in die Welt hinaustragen muss und sich unerschrocken gegen Riesen und andere Gegner behauptet um seine Tapferkeit zu belegen.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom TAPFEREN SCHNEIDERLEIN der Brüder Grimm. Im Wunderhaus Verlag ist das altbekannte Märchen nun in einem neuen, sehr schmucken Gewand erschienen.

Das Buch hat 54 Seiten, einen festen Einband und ist Titel der neuen Reihe Unendliche Welten / Märchenklassiker neu illustriert, die sich nicht nur ganz wunderbar zum Vorlesen eignet, sondern bei der viel Liebe zum Detail bewiesen wird und die Bücher echte Schmuckstücke sind, die man unbedingt in seinem Bücherregal stehen haben möchte.

Die sehr detaillierten und anmutig gezeichneten Illustrationen stammen von Anton Lomaev, der mich mit seiner Kunst absolut begeistert hat. Wann immer ich das Buch zur Hand genommen und mir die Zeichnungen angesehen habe, sind mir neue Einzelheiten aufgefallen. Es hat fast schon ein wenig Wimmelbildcharakter.

Die Reihe eignet sich außerdem auch wunderbar als Geschenkidee oder aber zum Sammeln, denn es werden viele weitere Bände erscheinen, so das man sich künftig seine ganz eigene und besondere Märchensammlung zusammenstellen kann.  

Fazit:
Bei der neuen Reihe "Unendliche Welten / Märchenklassiker neu illustriert" kommen alle Alterklassen voll und ganz auf ihre Kosten. Wunderschön illustrierte Märchenklassiker laden ein zum Vorlesen, zum Schmökern und zum Entdecken.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

haitianer, puerto ricanisc, 2017, bilder, graffit

Stadt der tanzenden Schatten

Daniel José Older , Sophie Zeitz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.05.2017
ISBN 9783551583604
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon lange gab es kein Buch mehr, das mir eine Beurteilung so schwer gemacht hat, wie STADT DER TANZENDEN SCHATTEN, denn einerseits gab es Aspekte die ich richtig faszinierend und brilliant erdacht fand, aber andererseits konnte es mich irgendwie auch nicht so recht begeistern und das Schlimmste daran ist eigentlich, das ich dies noch nicht einmal richtig begründen kann.

Dabei war die Idee hinter der Geschichte so genial.

Sierra hat endlich Sommerferien, doch genießen kann sie diese nicht wirklich, denn um sie herum geschehen ganz merkwürdige Dinge. Ihr Großvater, der kaum noch spricht, zischt ihr seltsame Entschuldigungen zu und erzählt wirre Geschichten und auf dem Schrottplatz, auf dem Sierra einen Turm bemalt, verhält sich die alte Domino-Gang, Freunde ihres Großvaters die sie schon ihr Leben lang kennt, ganz merkwürdig.

Als dann auch noch ein vermeintlich Toter auftaucht, der Sierra an den Kragen will, da gerät ihre Welt komplett aus den Fugen. Sie erfährt von einer Gruppe, die sich "Shadowshaper" nennen. Menschen mit einer besonderen Begabung: Sie können Tote in Bilder und Graffiti hineingleiten lassen, in denen diese dann irgendwie "weiterleben".
Auch Sierra trägt diese Gabe in sich. Doch den Shadowshapern droht Gefahr und Sierra muss herausfinden, wer sie und ihre Freunde tot sehen will.

Was mir gut gefallen hat, war definitiv die Atmosphäre, die puertoricanischen Gepflogenheiten, die hier einfließen. Durch die verschiedenen Nationalitäten und das Leben in Brooklyn, das der Autor als eigene kleine Welt darstellt, was vermutlich auch tatsächlich so ist, kommt in der Geschichte ein multikultureller Aspekt durch, der mir richtig viel Spaß gemacht hat. Multikulti kann so schön und vielfältig und bunt sein; der Zusammenhalt ist enorm groß, vorallem dann wenn du dich als Puerto-ricanisches Mädchen in einer weißen, versnobten Gegend bewegst, in der jeder gleich denkt, das du ein Verbrecher bist, nur weil du anders aussiehst, was einfach total bescheuert ist.

Ebenfalls überzeugen konnte mich die Idee mit den Graffitis und dem damit verbundenen Totenkult. Die Shadowshaper leiten quasi die Seelen verstorbener Menschen in ihre Gemälde, die dann zum Leben erwecken. Es gab eine Szene in einer Bar, bei der ich wirkliches Kopfkino hatte und dachte: Wow, das hätte selbst Tim Burton nicht besser gekonnt. Es war grandios und ich fühlte mich voll und ganz in dieser Szene gefangen, konnte sehen wie sich die Wandbilder bewegen, aber auch die Hitze des Clubs spüren, die Geräusche aufsaugen und den Beat der Musik spüren. So intensiv, wie Daniel José Older schaffen das bei mir nur wenige Autoren.

Weniger gefallen hat mir dagegen, wie sich die Sache mit dem "Bösewicht" entwickelt. Und damit bin ich bei den Gründen die ich nicht so richtig benennen kann. Denn im Großen und Ganzen fügt sich alles weitestgehend logisch und akzeptabel ineinander und trotzdem war da unterschwellig immer etwas das mich gestört hat, etwas das ich nicht so richtig greifen kann. Vielleicht war es der krasse Showdown am Ende, der auf mich für ein Jugendbuch doch ziemlich gewalttätig wirkte oder aber die Beweggründe des Bösen.
Vermutlich ist das eine reine Empfindungssache.

Fakt ist aber, das das Buch unglaublich bildgewaltig und lebhaft erzählt ist, so das das alles andere fast schon wieder wett macht !
Von mir gibts genau deshalb 4 von 5 Cupcakes.

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Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen

Kathrin Lange
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.06.2017
ISBN 9783401603391
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach einem eskalierten Streit mit ihrer Mutter haut die 17-jährige Mila kurzentschlossen ab und fährt zu ihrer Freundin nach Paris.
Bereits auf dem Weg dorthin geschehen seltsame Dinge. Im Zugabteil sitzt ihr ein Mann gegenüber, der Mila fragt, ob sie an Liebe auf den ersten Blick glaubt und der ein großes Interesse an ihrem Notizbuch zeigt, in das Mila ihre Geschichten schreibt.
In Paris trennen sich ihre Wege, glücklicherweise, doch die Merkwürdigkeiten hören einfach nicht mehr auf. Zuerst trifft Mila auf Nicholas. Nicholas !!! Den sie aus ihren eigenen Geschichten kennt, weil er ihrer Fantasie entsprungen ist, der aber so ganz anders ist, als ihr erdachter Nicholas ist.
Dann ist da noch dieser alte Buchhändler, der ihr ein ganz besonderes Buch schenkt, in dem er eine kryptische Botschaft hinterlassen hat und über all dem Rätselhaften schwebt außerdem die Frage, warum Milas Mutter sie immer vor Paris gewarnt hat und warum sie selbst jetzt vor fremden Männern durch die ganze Stadt gejagt wird.
Die Antwort: Mila besitzt die Gabe der Fabelmacht. Eine Macht die es ihr ermöglicht, Geschichten Wirklichkeit werden zu lassen...

Wie so oft bei mir, war es zuerst einmal eine rein optische Entscheidung, das Buch näher betrachten zu wollen, denn seien wir doch mal ehrlich: Dieses Cover ist WOW ! Wundervoll, Originell und wirklich anziehend. Findet ihr nicht auch ?

Die Farben sind so harmonisch und die Kombination aus Zeichnung und ineinanderfließender Tinte gefällt mir richtig gut. Ich hab mich sofort verliebt und natürlich einen direkten zweiten Blick riskiert, der nur bestätigte, was ich gefühlsmäßig schon im ersten Moment ahnte: Diese Geschichte wird fulminant und magisch und ich MUSS SIE EINFACH LESEN.

Und so kam es.
Bereits nach nur wenigen Seiten, hatte mich Kathrin Lange ganz fest in ihrem Griff, auch wenn zunächst viele seltsame Dinge geschehen, auf die ich mir, ebenso wie Mila selbst, keinen Reim machen kann.

Man erahnt Verbindungen zu und zwischen den Figuren, hat Ideen in welche Richtung es steuern könnte, wird allerdings von der Autorin immer wieder durch gut durchdachte Wendungen und häppchenweise eingestreute Informationen überrascht. Das hält nicht nur die Spannung auf hohem Level, sondern es treibt einen beim Lesen vor allem immer weiter voran. Ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen und würde auch jetzt nach Beenden am liebsten sofort mit Band 2 weitermachen.

Die Geschichte wird aus Sicht einer Dritten Person erzählt, wechselt aber zwischen den Protagonisten Mila, Nicholas und Eric, so das man drei Blickwinkel auf die Geschehnisse bekommt, die dann ein Gesamtbild ergeben, das sich erst nach und nach zusammensetzt.

Sehr gut gefallen hat mir die Grundidee mit dem Verändern der Wirklichkeit. Durch ihre Gabe können sowohl Mila und Nicholas diese verändern, in dem sie die Wirklichkeit in einer ihrer Geschichten einfach umschreiben. Allerdings gibt es für den Gebrauch dieser Macht auch strenge Regeln, an die sich die Figuren nicht immer halten.

Fazit:
Wer Lust hat, auf einen fantastischen, rätselhaften und fesselnden Ausflug in die Stadt der Liebe, wo Magie auf Romantik trifft und geschriebenes Wort zur Wirklichkeit wird, der sollte sich dieses Buch unbedingt schnellstmöglich schnappen und sich von der Fabelmacht verzaubern lassen !

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verlag fischer, romantasy, jugendroman, liebe, venedig

Pearl - Liebe macht sterblich

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.05.2017
ISBN 9783841440174
Genre: Fantasy

Rezension:

Pearl ist eine Suchende. Sie starb ohne jemals echte Liebe erfahren zu haben und kehrte deshalb von den Toten zurück, zur Unsterblichkeit verdammt bis sie den einen Menschen findet, der sie erlöst.
Doch die Suche nach dem Richtigen gestaltet sich schwierig, denn küsst sie den Falschen, dann verdammt sie ihn dazu, nie wieder Liebe empfinden zu können.
Findet sie den Richtigen aber nicht bald, dann wird die Dunkelheit von ihr Besitz ergreifen, sie wird ihre menschlichen Züge verlieren und den Menschen, für einen kurzen Hauch des Glücks, ihre Liebe rauben.
Ausgerechnet in dem Moment, in dem Pearl schon beinahe ihre Hoffnung verliert, taucht ein Schimmer am Horizont auf, ein kleiner Funken in Gestalt eines attraktiven jungen Mannes, der alles verändern könnte. Doch Pearl ahnt nicht, das dieser Mann zu ihrer größten Gefahr werden könnte....

Meinung:
Pearl - Liebe macht sterblich war für mich der erste Roman von Autorin Julie Heiland, den ich sowohl aufgrund des vielversprechend klingenden Klappentextes, als auch wegen des Lobgesanges auf ihre Bannwald-Reihe unbedingt lesen wollte.

Das Cover ist wunderschön und sehr dunkelromantisch, was unheimlich gut mit der Atmosphäre des Buches harmoniert.
Denn diese ist durchweg bittersüß und schwermütig und hat mich genau deshalb sofort in ihren Bann gezogen.

Pearls Gemütszustand schwebt permanent zwischen dem Wunsch nach Liebe und Glück und totaler Hoffnungslosigkeit. Sie wünscht sich so dringend Erlösung, kämpft aber auch mit der Angst, etwas zu riskieren und einen Menschen so ins Verderben zu reißen. Denn sie weiß, küsst sie den Falschen, dann beraubt sie ihn allen Glückes.
Als sie Noah begegnet da regt sich etwas in ihr und je mehr Zeit sie mit ihm verbringt desto größer wird die Sehnsucht und der Wunsch danach das er der Richtige ist. Doch Noah erstickt ihre Hoffnungen im Keim, denn er macht Pearl klar, das er nur an Freundschaft interessiert ist. Was sie nicht ahnt ist jedoch, das er einen zwingenden Grund hat, sie auf Abstand zu halten, denn Noah birgt ein Geheimnis, das Pearl das Leben kosten könnte.
Auch von einer anderen Quelle droht Pearl und ihren beiden unsterblichen Freunden Damien und Alexa, mit denen sie schon seit 100 Jahren zusammenlebt, Gefahr. Denn es gibt Jäger. Jäger die sich zum Ziel gemacht haben, alle Suchenden zu vernichten.

Julie Heiland entführt uns in ihrem Roman ins romantische Venedig, die Stadt der Liebenden. Ich denke für solch eine Geschichte hätte sie gar keinen besseren Schauplatz wählen können. Wir streifen mit Pearl und Noah durch die engen, dunklen Gassen und tummeln uns auf den von Touristen so beliebten Plätzen. Die Autorin bringt den Lesern die Stadt mit ihren Worten so unglaublich nah, das man schon fast Lust hat, direkt die Koffer zu packen und selbst alle Geheimnisse und diese ganz eigentümliche, besondere Stimmung Venedigs zu entdecken und zu fühlen. Wunderschön.

Auch mit der Charakterzeichnung hat sie sich unglaublich viel Mühe gegeben. Besonders Pearl hat mir dabei sehr gefallen. Sie ist getrieben von einer schier unerträglichen Sehnsucht, dem Wunsch, endlich einmal geliebt zu werden, davon endlich ihren Seelenpartner zu finden, doch sie spürt wie die Dunkelheit an jeder Faser ihres Körpers zupft und sie immer wieder in Versuchung führt, einfach nachzugeben und sich von den Menschen wenigstens, durch einen Kuss, einen kurzen Moment des Glücks zu verschaffen. In ihr tobt ein steter Kampf zwischen Gut und Böse.

Damien und Alexa sind für Pearl wie Geschwister, sie verbringen schon bald 100 Jahre zusammen und unterstützen sich wo es geht. Was nicht immer leicht ist, denn Alexa beispielsweise ist sehr verschlossen und obwohl sie so eng miteinander verbunden sind, kennt Pearl Alexas Geschichte bis heute nicht. Damien ist dagegen wesentlich offener, obwohl auch ihn die Sehnsucht quält wirkte er auf mich stets optimistisch.

Noah ist ein Mysterium und weil ihn so ein großes Geheimnis umgibt, möchte ich gar nicht weiter auf ihn eingehen. Aber er war ebenfalls ein Charakter den ich recht gerne mochte.

Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus Sicht von Pearl. Doch es gibt auch noch die Sicht eines Jägers. Und hier muss ich jetzt ein bisschen Kritik anbringen, denn für mich war zu Beginn eines Kapitels NIE ersichtlich aus welcher Perspektive erzählt wird. War ich gerade, am Kapitelende, noch bei Pearl, ging es plötzlich beim Jäger weiter. Ich empfand dies als ungemein störend für den Lesefluß.

Dieser kam leider mehrmals auch durch etwas langatmige Stellen ins Stocken, denn es gab einige Passagen, in denen einfach zu wenig passiert um mich so richtig an die Seiten zu fesseln. Im letzten Drittel legt die Autorin dann allerdings wieder eine Schippe zu und es wird sehr spannend, so das mich der Plot dann doch wieder mitreißen kann.

Am Ende fügt sich alles weitestgehend harmonisch ineinander, ich bleibe zufrieden zurück und vergebe 4 von 5 Cupcakes.

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superhelden, jennifer estep, karma girl, piper verlag, bigtime

Karma Girl

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492280372
Genre: Fantasy

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219 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

liebe, vermont, true north, sarina bowen, farmer

True North - Wo auch immer du bist

Sarina Bowen , Nina Restemeier , Wiebke Pilz
Flexibler Einband: 72 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736305601
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dafür, das ich diese Reihe eigentlich gar nicht beginnen wollte, bin ich jetzt, nachdem ich eine Nacht durchgelesen habe, regelrecht hin und weg davon und fest entschlossen, das wir unbedingt auf Juli und Band 2 vorspulen sollten. Ja, ich bin sogar regelrecht enthusiastisch, denn dieses Buch ist SO VERDAMMT GROßARTIG !

Audrey Kidder ist eigentlich nur in einer Sache richtig gut: Im Kochen. Deshalb ist ihr größter Wunsch auch der, irgendwann ein eigenes Restaurant zu besitzen. Dafür reißt sie sich die Beine aus und schluckt auch den ätzendsten Praktikantenjob den ihr ihre Arbeitgeber zuteilen. Als sie es sich allerdings mit dem Küchenchef verscherzt und die halbe Belegschaft in der Küche für kurze Zeit ausschaltet, schickt man sie ins 2 1/2 Stunden entfernte Vermont. In der Hoffnung das sie dort nicht allzu viel Schaden anrichtet, soll sie bei den Farmern ein paar Biolebensmittel ausfinding machen und diese zum Verkauf überreden.

Womit sie dabei nicht rechnet, sind zwei Dinge: Zum einen bleibt sie direkt am ersten Tag mit dem Auto liegen und zum Anderen ist es niemand Geringeres als Griffin Shipley der zu ihrer Rettung eilt. Ausgerechnet Griffin ! Grummel-Griff, den sie vom College kennt und mit dem sie zweimal in der Kiste gelandet ist und den sie auch jetzt, zwei Jahre später, noch immer zum Anbeißen findet....

Herzflattern und Knistern ist quasi vorprogrammiert.

Mich hat die Geschichte direkt von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen, auch wenn Sarina Bowen hier natürlich nicht das Rad neu erfindet. Was sie jedoch tut, ist, eine Liebesgeschichte, die man ähnlich vielleicht schon tausendfach gelesen hat, mit ganz ganz bezaubernden Protagonisten und einer atemberaubend schönen Kulisse zu bestücken, so das man sich dem nicht entziehen kann und völlig abtaucht.

Das Setting ist eine Farm in Vermont, Neuengland. Eine Gegend in die es mich ohnehin schon ewig zieht und die ich irgendwann bereisen möchte. Somit hat die Autorin hier schon mal einen Pluspunkt bei mir gesammelt. Sie beschreibt die Umgebung sehr anschaulich und ich kann die Berge und die wunderschöne Apfelbaum-Plantage nicht nur förmlich vor mir sehen, ich kann die Gegend auch riechen und fühlen. Ganz ganz großartig !

Die Figuren sind liebenswert, ja absolut herzig. Da ist einmal die etwas tollpatschige Audrey, deren Herz für Lebensmittel aller Art schlägt. Sie hat großen Spaß an dem was sie tut und das springt auch auf die Leser über. Sie ist nicht auf den Mund gefallen, weiß was sie will und würde für ihren größten Traum, nämlich ein eigenes Restaurant, fast alles tun. Außer vielleicht ihre stinkreiche, aber kaltherzige Mutter um Hilfe bitten.
Sie hat ein sonniges Gemüt und ich mochte sie auf Anhieb total gerne.

So ging es auch Griffin, damals, auf dem College. Er sah in Audrey schon immer mehr als nur eine kurze Affäre, aber irgendwie hat sich nie mehr ergeben.
Sein größter Wunsch war es, nach dem College als Profi-Footballspieler durchzustarten, doch dann starb sein Vater und seitdem kümmert er sich um die Farm. Sein Herz gehört seiner Familie, aber auch der Apfelplantage und besonders der Herstellung von Cider. Außerdem hat er eine Schwäche für Star Wars.

Auch die Nebencharaktere, allen voran die Familie Shipley, sind super ausgearbeitet und vollkommen einnehmend. Man schließt sie alle schnell ins Herz und möchte sich am liebsten gar nicht mehr von ihnen trennen.

Der Plot ist eine gelungene Mischung aus herzerwärmender Liebesgeschichte, reichlich Humor und jeder Menge knisternder Spannung zwischen Griff und Audrey. Denn die beiden können einfach nicht die Finger voneinander lassen, auch wenn sie sich besser auf sich selbst und ihre Arbeit konzentieren sollten.

Ich möchte Euch gar nicht mehr verraten, sondern empfehle Euch stattdessen einfach, das Buch zu lesen. Sicherlich ist es nicht die tiefgründigste Geschichte und es gibt auch einige Dinge, die vielleicht zu schnell passieren oder sich nicht ganz so authentisch ereignen, wie man sich das wünscht, aber es ist ein richtig toller Roman, der gerade jetzt im Sommer die perfekte kurzweilige Lektüre bietet, die zu Herzen geht und an der man einfach jede Menge Freude findet.

Und deshalb gibt es von mir auch die volle Punktzahl...

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556 Bibliotheken, 33 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

mona kasten, liebe, again-reihe, monakasten, vertrauen

Feel Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.05.2017
ISBN 9783736304451
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eigentlich klang der Deal ganz einfach: Isaac hilft Sawyer bei ihrem Abschlussprojekt des Fotografiekurses und Sawyer gibt ihm Nachhilfe in Sachen Styling und Flirten.
Doch bei diesen beiden läuft nichts wie geplant oder erwartet. Obwohl sie gegensätzlicher und unterschiedlicher gar nicht sein könnten, funkt es gewaltig zwischen Sawyer und Isaac. Doch natürlich kapieren das alle anderen viel früher als sie selbst....

Ich umgehe die Beschreibung des Buches mal ( hoffentlich ) ganz geschickt mit diesen wenigen Worten, denn dieser Band ist so unfassbar gut, das ihr ihn unbedingt selbst erleben müsst. Außerdem finde ich, das der Klappentext das Wesentliche schon ganz gut wiedergibt, da konzentriere ich mich lieber direkt auf andere Dinge.

Ich war ja am Anfang der Again-Reihe eher so bei "hm...ja, naja. Schon gut aber nix Besonderes". Von Band zu Band hat sich mein Empfinden dann allerdings verändert und ich mochte jedes aktuelle Paar ein bisschen lieber als das davor. Was Sawyer und Isaac betrifft, da zeichnete sich bereits in "Trust Again" schon gut ab, das ich an den beiden einen Narren fressen würde und genau so war es auch. Ich liebe die beiden. Mir ging beim Lesen ein ums andere Mal das Herz auf, denn sie sind so süß mit- und zueinander.

Dabei leben sie eigentlich in komplett unterschiedlichen Welten. Während Sawyer dafür bekannt ist, das sie durch die College-Betten turnt und sich ihrem Aussehen nach gerne rebellisch und düster gibt, ist Isaac ein absolut introvertierter Voll-Nerd, der einen schrägen Kleidungsstil hat, gerne an PC's rumbastelt und auf jede Menge Geek-Kram steht.  

Doch der äußere Schein und der "Ruf" trügen gewaltig, denn hinter den Fassaden da schlummern zwei sehr sensible, verletzliche junge Menschen mit geringem Selbstbewusstsein, an dem sie, der eine bewusst, die andere eher unbewusst, durch ihr Zusammensein und ihren geschlossenen Deal arbeiten.

Nach und nach legen sie ihre Unsicherheiten ab und die wahren Charaktere kommen ans Licht. Ich empfand diese Entwicklung als unglaublich faszinierend, authentisch und aufgrund ähnlicher Probleme fühlte ich mich besonders mit Sawyer sehr verbunden.

Warum sie sich, wenn auch erst zögerlich, in Isaac verknallt, kann ich ebenfalls komplett nachvollziehen, denn er ist einfach total liebenswert und hat nicht nur ein ganz ansehnliches Äußeres, sondern vorallem einen echt anziehenden Charakter. Seine Familie spielt in seinem Leben eine sehr große Rolle, auch wenn sie zu einem gewissen Grad Schuld an seinem Minderwertigkeitsgefühl und seiner zurückhaltenden Art sind. Niemals würde er auch nur ein Mitglied im Stich lassen und fährt, wann immer es seine Zeit erlaubt nach Hause auf die Farm.

Und Sawyer, ach Sawyer, Schwester im Geiste. Wirklich. Schon lange war mir eine Protagonistin nicht mehr so nah. Durch ihre furchtbare Kindheit hat sie schreckliche Angst davor sich zu binden, aber auch davor, das die wenigen Leute an die sie sich gebunden hat, sie irgendwann im Stich lassen. Ganz verzwickte Situation, aus der sie nur ganz langsam einen Weg findet.

Auch die Nebencharaktere sind wieder wunderbar ausgearbeitet und liebenswert und ich kann gar nicht benennen wen ich am liebsten mag. Schön war, das auch Dawn und Spencer hier wieder eine Rolle spielen, aber auch das mit Isaacs italienischem Mitbewohner ein neues Engergiebündel zur Clique dazu kommt.

Der Schreibstil war gewohnt flüssig und sehr emotional, es gab Momente, da dachte ich mein Herz fliegt gleich aus der Brust, es gab Situationen da hielt ich gebannt den Atem an und auch Gänsehautmomente gab es einige. Gelacht hab ich auch ziemlich viel.

Das Ende kam in diesem Band viel zu schnell und irgendwie bin ich jetzt fast ein bisschen traurig, das ich die Clique schon verlassen muss; aber so ist das ja leider immer mit guten Büchern. Viel zu schnell gelesen.

Fazit:
"FEEL AGAIN" bildet einen perfekten Abschluss für die AGAIN-Reihe und war für mich persönlich der beste Band der Reihe.

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102 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

gefühle, liebe, fantasy, fear, jugendbuch

Winterseele - Kissed by Fear

Kelsey Sutton , Ursula Held
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.04.2017
ISBN 9783473585083
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ach, was habe ich mich auf diesen Jugendroman gefreut. Der Klappentext klang großartig, nach einer genialen Idee, verbunden mit einer kompliziert anmutenden Liebesgeschichte und das Cover ist ja wohl mal ein Eyecatcher schlechthin.
Was man auf dem Foto oben leider nicht erkennen kann, ist, das die Schrift ganz wunderbar schimmert, wenn man das Buch bewegt.
Neben diesem schönen Aspekt schwingt aber auch eine besondere Aura mit, finde ich und diese spiegelt sich auch in der Geschichte wider.

Düster ist sie und bedrückend.

Elizabeth war ein normales, fröhliches Kind, bis zu jenem Tag als sich ein schrecklicher Unfall ereignete. Seitdem hat sie sämtliches Empfinden verloren. Sie kann die Gefühle zwar in Menschengestalt sehen, aber sie spürt sie nicht.
Elizabeth ist wie eine leere Hülle, da ist keine Freude, keine Hoffnung, keine Trauer oder Wut, nur eine allgegenwärtige Leere.
Diese "Gleichgültigkeit" führt zu einem sehr einsamen Leben, denn Elizabeth hat kaum Freunde, von ihren Eltern wird sie nur "ertragen" und selbst die Gefühle verlieren irgendwann das Interesse an ihr. Einzig Fear, die Angst, ist immer an ihrer Seite. Er versucht schon seit Jahren auch nur den klitzekleinen Hauch eines Gefühls in Elizabeth zu erzeugen und zu ergründen, warum sie nichts empfinden kann....

Puh, ja...ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wo genau ich hier ansetzen soll und will, denn dieses Buch hat mich einige Nerven gekostet.

Zunächst einmal muss ich sagen, das ich die Idee, das Elizabeth die Gefühle in Menschengestalt sehen kann, total genial fand. Wirklich. Sowas habe ich bisher nirgends gelesen. Es war also endlich mal eine frische und neue Idee.
Doch die Umsetzung lässt ein bisschen zu wünschen übrig, denn mir fehlte hier lange Zeit ein roter Faden.

Ich wusste bis zur Hälfte nicht, wohin die Reise hier gehen wird, der Plot wirkte wie ein konfus zusammengesetztes Konstrukt aus verschiedenen Handlungssträngen, die für mich lange Zeit überhaupt nicht zueinander passen wollten. Da ist diese Sache mit den Gefühlen, dann gibt es seltsame Träume, die weder Elizabeth noch ich als Leserin in irgendeiner Form deuten kann, es gibt den Alltag, der überwiegend daraus besteht, sich unauffällig zu verhalten und den prügelnden Alkoholikervater nicht zu provozieren. Es gibt die kranke Freundin, die mobbende Mitschülerin und "natürlich" gibt es zwei Jungs, deren Gefühle in Bezug auf Elizabeth über Freundschaft hinausgehen.

Am Ende, da laufen all diese Dinge zusammen und alles ergibt einen tieferen Sinn, das Puzzle setzt sich zusammen, doch bevor es soweit ist, muss man ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen aufbringen, um es überhaupt bis in die zweite Hälfte zu schaffen, denn die Geschichte plätschert eher verwirrend und trotzdem weitestgehend unspektakulär vor sich hin.

Eigentlich macht mich das gerade ein bisschen traurig, denn wie schon gesagt, die Idee ist absolut toll und auch die Entwicklung und wie sich am Ende alles fügt ist echt richtig gut durchdacht und überlegt und vor allem überraschend. Aber der Weg ist das Ziel und mit ihrem Weg hat sich Kelsey Sutton in meinen Augen keinen sonderlich großen Gefallen getan.

Gut fand ich dagegen die Ausarbeitung der Charaktere, allen voran natürlich Elizabeth. Da sie nichts fühlt, wirkt sie auf mich als Leserin, unglaublich nüchtern und kalt. Emotionslos eben. Das gefiel mir recht gut, denn dadurch wird sie glaubwürdiger. Nicht so ganz nachvollziehbar fand ich dagegen, warum sie auf die meisten Gefühle gar nicht reagiert, aber durchaus Schmerzen "fühlen" kann. Dabei wird sich die Autorin sicherlich etwas gedacht haben, mich hat es ein wenig irritiert.

Fear fand ich, auf eine morbide Art und Weise, äußerst amüsant. Er ist die Angst und er ist getrieben von der Neugier, warum und wieso Elizabeth nichts empfinden kann. Um vielleicht doch das ein oder andere Gefühl aus ihr herauszukitzeln, lässt er sich immer neue, schräge Methoden einfallen, um ihr Angst einzujagen. Das er dabei ein ums andere Mal scheitert, stört ihn nicht.

Fazit:
Im Ganzen betrachtet fand ich "Winterseele - Kissed by Fear" eigentlich recht gut. Ich mochte die nachvollziehbare Ausarbeitung der Protagonisten, die total geniale Idee mit den Gefühlen, die düstere Atmosphäre; auch die Fügung am Ende fand ich überraschend und gut. Weniger gefallen hat mir der langatmige und konfuse Entwicklungsprozess der Geschichte. Man braucht ziemlich viel Durchhaltevermögen für dieses Buch. Wenn man dieses aufbringen kann, dann wird einem die Geschichte aber auf jeden Fall gefallen.


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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Warten auf Gonzo

Dave Cousins , Anne Brauner
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Freies Geistesleben , 24.02.2016
ISBN 9783772527791
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Selten hat mich ein Buch schon auf den ersten Blick so derart angesprochen, wie "Gonzo". Dabei ist das Cover doch eigentlich recht unspektakulär, zeigt es nur ein Paar bestrumpfte Beine, die in violetten Doc Martens stecken.
Vermutlich hat mich dieses Bild unglaublich an meine Jugend erinnert und an meinen eigenen Kleidungsstil, denn es geht nix über ein Paar anständige Doc Martens.

Egal, was es letzten Endes war: Ich stand in der Buchhandlung und dieses Cover forderte direkt meine Aufmerksamkeit. Der Klappentext tat ein Übriges, wickelte mich ziemlich schnell um den Finger, weil er mir einen ungewöhnlichen und besonderen Jugendroman versprach und so landete das Buch erst einmal auf der Wunschliste....und da blieb es...eine ganze Weile. Bis zu diesem März, als es plötzlich für den Jugendliteraturpreis 2017 nominiert wurde. Da wurde mir bewusst, das dieser scheinbare Schatz noch immer auf der Wunschliste schlummert und ich ihn jetzt wohl dann doch endlich lesen müsse.

Gesagt, getan, und für sehr gut befunden.

"Warten auf Gonzo" erzählt die Geschichte von Oz, der mit seiner Familie aufs englische Land zieht. Raus aus der Großstadt, rein in die Ödnis, genauer gesagt in eine ramponierte Bruchbude, die an diverse Gruselfilme erinnert.
Für einen Teenager ist sowas natürlich alles andere als toll und wenn man dann noch wie Oz echt in jedes Fettnäpfchen tritt und es sich gleich am ersten Schultag mit der einzigen direkten Nachbarin verscherzt, der man zudem nachsagt sie sei besonders gewalttätig und Teil der Hinterwäldler-Mafia, dann macht es das auch nicht besser.

Man könnte meinen schlimmer geht nimmer, doch dann kommt Oz plötzlich hinter das Geheimnis seiner älteren Schwester Meg und merkt, das seine Probleme vielleicht gar nicht die Größten sind...

"Warten auf Gonzo" ist großartig. Herrlich amüsant, aber auch tiefgründig, ernst und hoffnungsvoll. Ganz so, wie ich meine Bücher mag.

Das Buch ist aus Sicht von Oz geschrieben, der eigentlich Marcus heißt und sich in seiner Erzählung an einen gewissen Gonzo wendet. Er erzählt von seiner Lieblingsband, von seinen Tollpatschigkeiten, von seinem neuen Freund Ryan, der ihm zunächst nicht so recht geheuer ist, denn hey, er hat Platten von den Beatles und verkleidet sich in seiner Freizeit als Hobbit; er lässt Gonzo an seinem Alltag teilhaben und betrachtet ihn als vollwertiges Mitglied seiner Familie.

Und damit sind wir schon beim Mittelpunkt der Geschichte: Familie.

Denn durch Meg's "Geheimnis", das natürlich ans Licht kommt, sieht sich die Familie mit einem Problem konfrontiert, das sie alle auf die Probe stellt und für das es viele Lösungen geben mag. Meg entscheidet sich zunächst für die Falsche, doch zum Glück hat sie einen Bruder wie Oz, der unbewusst die Richtige Entscheidung trifft und sie Meg wie einen Floh ins Ohr setzt, der sie dazu bringt die Dinge von allen Seiten noch einmal gründlich zu durchleuchten.
Bis dahin ist es allerdings nicht gerade ein leichter Weg, denn Meg ist stur wie ein Esel.

Ich möchte nicht weiter auf den Inhalt eingehen, denn wer den Klappentext aufmerksam gelesen hat, der kann sicher ohnehin schon Rückschlüsse ziehen und da möchte ich nicht noch mehr vorwegnehmen.

David Cousins schafft hier einen wirklich wunderbaren Jugendroman, der mich unglaublich gut unterhalten und zum Lachen gebracht hat, der aber auch durch ernste Themen und ein gewisses Maß an Tiefgang punkten konnte.

Bei der Zeichnung der Charaktere ging mir ebenfalls echt das Herz auf, denn es gibt hier keine Helden oder Überflieger, sondern sie sind allesamt sehr authentisch ausgearbeitet und konnten mich gerade durch ihr "normales Verhalten", ihre Fehler und Macken absolut überzeugen.

Fazit:
WARTEN AUF GONZO ist, und das finde ich ehrlich gesagt mal wieder sehr schade, einer dieser sogenannten Nischenromane, auf den man entweder durch Zufall oder durch Empfehlungen aufmerksam wird und der sonst viel zu sehr untergeht.

Deshalb: EINE GANZ KLARE LESEEMPFEHLUNG MEINERSEITS !

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

2017

Das Glück hat vier Farben

Lisa Moore , Maren Illinger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737354806
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch ist einfach rundum perfekt, ich habe nichts zu bemängeln, noch nicht einmal Kleinigkeiten. Man könnte es direkt 1:1 verfilmen, haha, so viel Spaß hat dieses Buch gemacht.

Und das obwohl hier eine ganze Bandbreite an Gefühlen, Problemen und Themen abgehandelt wird. Aber vielleicht ist es gerade deshalb so gut, weil jeder Leser, der zu diesem Buch greift, auf Dinge stoßen wird, die er auf sein eigenes Leben projizieren kann.

Da gibt es zum Beispiel die Konflikte zwischen Flannery und ihrer Mutter Miranda. Ganz alltägliche Dinge, aber auch Vorwürfe von Seiten der Tochter, denn Miranda ist alleinerziehend und lebt von der Sozialhilfe, was sich natürlich auf Flannery auswirkt. Nicht mal ein Biobuch ist drin, stattdessen neigt Miranda dazu, das Geld für unnützen Kram aus dem Fenster zu werfen. Die Rollen der Beiden sind ziemlich häufig vertauscht und das geht Flannery gehörig auf die Nerven, weil sie einfach das sein will, was sie ist: Ein Teenager !
Hinzu kommt der Wunsch nach einem Vater, denn ihren eigenen hat Flannery nie kennen gelernt und andere Männer, die sie vielleicht als Ersatz hätte akzeptieren können, sind längt passé.
Trotz dieser zwei Punkte ist das Band, das sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder verbindet, ein sehr sehr Starkes. Die Drei halten zusammen wie Pech und Schwefel, da passt kein Blatt Papier dazwischen und das ist wunderbar zu sehen. So sollte Familie sein, auch wenns nicht immer leicht ist.

Weiterhin geht es um Veränderung. In Flannerys Leben, in Bezug auf ihre Freundschaften, auf Leute die sie schon lange kennt. Das Leben bringt immer wieder Umstände hervor, die dazu führen können, das sich Leute vielleicht von einem abwenden, auch wenn man die Gründe nicht direkt deuten kann. So geht es Flannery in Bezug auf ihre beste Freundin Amber, die plötzlich einen Freund hat und zu cool für Flannery und deren Probleme ist. Dabei brodelt auch bei Amber deutlich mehr unter der Oberfläche, als für ihre Umwelt zu sehen ist.

Naja und um das ganze Gefühlswirrwarr noch so richtig kompliziert zu machen, ist Flannery auch noch in Tyronne verknallt, der allerdings auch nicht mehr der Junge ist, den sie einst so gut gekannt hat. Sie verrennt sich da in falsche Vorstellungen, sieht immer noch den kleinen Jungen vor sich, mit dem sie früher im Garten Zaubertränke aus Gras und Blumen gemixt hat. Doch der echte Tyronne hat ein ziemlich vermurkstes Leben und jede Menge Probleme. Einzig positiver Aspekt an ihrer Verliebtheit: Er bringt Flannery für ihr Wirtschaftsprojekt auf die Idee mit den Zaubertränken, die im Klappentext angesprochen werden und die, obwohl sie doch eigentlich keine Wirkung haben, eben doch eine besondere Magie entfalten.

Ich mochte dieses Buch wirklich wirklich sehr. Hab ich schon erwähnt, ne ?!

Dies ist nicht nur dem Plot geschuldet, sondern auch den wirklich ganz liebevoll gezeichneten Protagonisten, allen voran natürlich Flannery, die uns in ihr Leben und ihre Gedanken Einblick gewährt. Immer wieder lösen bestimmte Szenarien oder Momente Flashbacks bei ihr aus, in denen sie sich sehr ausgeprägt an die Vergangenheit erinnert. Das fand ich als Leserin sehr spannend und es brachte mir Flannerys Sehnsüchte, Wünsche und Ängste noch näher. Ich konnte mich wirklich voll und ganz in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil:
Ein weiterer Pluspunkt; denn er ist gespickt mit unglaublich viel Wortwitz und unterhaltsamen Metaphern, liest sich leicht, flüssig und ist überraschend packend, so das man förmlich durchrauscht, durch die Geschichte.

Fazit:
Für mich war "Das Glück hat vier Farben" ein wirklich gelungenes Jugendbuch, ja sogar ein echtes Highlight und genau deshalb möchte ich es Euch unbedingt ans Herz legen, sofern ihr für dieses Genre offen seid !

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erotik, wicked sexy liar, beziehung, wicked sexy liar - weil ich dich begehre, christina lauren

Wicked Sexy Liar - Weil ich dich begehre

Christina Lauren , Tilly Johanson
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 06.03.2017
ISBN 9783956496608
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Ich liebe diese Reihe ! Ja, ich liebe sie wirklich !

Nach wie vor, obwohl mich das Autorinnen-Duo mit dem letzten Band "Dark Wild Night" doch so sehr enttäuscht hat. Lola und Oliver waren von Anfang an mein persönliches "Hoffentlich-kriegen-sie-sich-irgendwann-Traumpaar" und dann war es endlich so weit und das Buch war eher so: Hm...okay.

Von "Wicked Sexy Liar" versprach ich mir genau deshalb jetzt nicht allzu viel. Klar war, das mir die Story ganz sicher gefallen wird, denn hey, die beiden habens einfach drauf, aber ich muss schon gestehen, das meine Erwartungen nicht allzu hoch waren.

Umso schöner ist es, jetzt sagen zu können:
Yeah, WICKED SEXY LIAR ist der mit Abstand beste Band dieser Reihe.

London liebt das Meer, das Surfen und ihren Job als Barkeeperin im Fred's. Sie genießt das Leben in vollen Zügen und damit das auch so bleibt, hält sie sich von Männern weitestgehend fern, denn meistens bedeuten Kerle ja doch nur Ärger.
Luke ist ein Weiberheld. Sein Handy piept in einer Tour und er kann sich vor eindeutigen Angeboten kaum retten, was er in vollem Maße ausnutzt.
Als die beiden aufeinander treffen knistert es gewaltig und sie landen relativ schnell miteinander in der Kiste, denn ein bisschen Sex kann ja nicht schaden, denkt sich London. Doch leider hat sie die Rechnung ohne ihre und auch ohne Lukes Gefühle gemacht, denn die spielen mit einmal komplett verrückt und schon bald können sie sich dem jeweils anderen nicht mehr entziehen und umkreisen sich wie zwei Planeten. Zu blöd ist allerdings, das ihnen Lukes Vergangenheit, Londons Clique und allen voran sie selbst, sich im Weg stehen und sich versagen glücklich miteinander zu werden.....

Jaaa, ich weiß was ihr jetzt denkt: Ist ja doch immer irgendwie dasselbe. Und ja, damit mögt ihr sicherlich recht haben, doch diese Story ist so flott und mit so einer wunderbaren Portion Leichtigkeit erzählt, das man sie nur so weginhaliert und einfach Spaß beim Lesen hat.

Das Gefühls-Wirrwarr, das mir in anderen Romanen dieser Art, oft recht schnell auf den Keks geht, war hier mal so gar nicht nervig, sondern ziemlich authentisch. Beide Protagonisten haben Teile ihrer Vergangenheit zu verarbeiten und können sich deshalb nicht wirklich auf eine Beziehung einlassen.
Deshalb ziehen sie sich an und stoßen sich aber auch immer wieder ab, bis sie endlich kapieren, das man manchmal auch was wagen muss, um im Leben glücklich zu werden.

Was mir im Vergleich zu den Vorgängerbänden sehr gefallen hat, war, das es auch hier wieder einige sehr heiße und knisternde Szenen gibt, das diese aber viel viel weniger vulgär beschrieben sind als beim letzten Mal. Da hat es mich gestört, weil es so gar nicht zu den Protagonisten gepasst hat. Diesmal haben Verhalten und Dialoge hervorragend zu den Charakteren gepasst.

Und die mochte ich beide sehr sehr gerne. Sie haben doch ihre lockere Art und ihren feinen Sinn für Humor wunderbar harmoniert und ich hoffe sehr, das wir sie noch einmal wieder treffen.

Das Ende kam hier für meinen Geschmack viel viel zu schnell. Das sahen im Übrigen auch die Autorinnen so. Wie sie in ihrer Danksagung verraten, ging ihnen die Geschichte von London und Luke unglaublich leicht von der Hand, während sie sich bei Lola & Oliver total schwer getan haben. Ich finde das merkt man auch unglaublich, an beiden Büchern.

Ich hoffe, das sie sich in der Zukunft selbst den Druck nehmen, denn dann sind ihre Geschichten auch weiterhin so unterhaltsam, prickelnd und amüsant.

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roman, freundschaft, trauma, gail honeyman, ich eleanor oliphant

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe echt ein Faible für außergewöhnliche Geschichten und etwas skurrile Protagonisten. Genau deshalb fühlte ich mich von Gail Honeymans Debütroman auch sofort angezogen, als ich zum ersten Mal den Klappentext las.

Eleanor ist Ende 20 und sie ist echt schräg. Eigentlich schon ein wahnsinnig guter Grund, warum ich sie mögen müsste. Doch Eleanor hat so viele Eigenheiten, das sie selbst mir schon fast zu viel des Guten sind. Aber vielleicht erstmal von vorn. Die Gute arbeitet in einem Büro, sie mag ihre Kollegen nicht besonders, was auf Gegenseitigkeit beruht. Eleanor hat außerdem keine Freunde und obwohl sie keinen eigentlichen Lebensinhalt hat, ist ihr Tagesablauf straff durchorganisiert. Sie isst am liebsten Pasta, denn da macht das Zubereiten keine Umstände und das Wochenende übersteht sie am Besten, wenn sie sich genug Wodka reinkippt. Ansonsten sinniert sie über ihre Umwelt und führt Gespräche mit sich selbst. Es ist ja sonst auch niemand da.

Doch dann ändert sich plötzlich alles, als sie auf einem Konzert, für das sie die Karten gewonnen hat, dem Sänger verfällt. Sie ist Feuer und Flamme und komplett davon überzeugt, das er die Liebe ihres Lebens sein wird. Eleanor blüht auf und macht komplett verrückte, für sie völlig untypische Dinge, wie eine Pizza bestellen, Kochen lernen, und so weiter. Für normale Menschen, völlig normale Dinge eigentlich.

Diese Veränderung mit anzusehen, war einerseits absolut köstlich und amüsant, aber andererseits hat es mich auch sehr traurig gemacht und ich habe mich schon gefragt wie es so weit kommen konnte, das Eleanor erst so alt werden muss, um mit dem Leben zu beginnen. Was ist denn da nur schief gelaufen ?

Ich begleite sie also auf 528 Seiten dabei, wie sie selbst durch ihr seltsames Leben stolpert und sich ganz unsicher und zaghaft aus ihrer Einsiedlerhöhle traut, was nicht zuletzt Raymond geschuldet ist, der sich in Eleanors Augen vom komischen Kauz zum besten Freund entwickelt.

Im Verlauf der Geschichte erfährt man, wie es zu diesem einsamen Leben gekommen ist, was sicher interessant gewesen wäre, wenn Gail Honeyman die Umsetzung etwas spannender gestaltet und besser durchdacht hätte. Es werden so viele wichtige Themen angeschnitten, die dann sehr oberflächlich abgehandelt werden und wenn ich ehrlich bin, dann passierte auch viel zu wenig, um mich am Lesen zu halten.

Immer wieder habe ich das Buch zur Seite gelegt und musste mich stellenweise regelrecht dazu zwingen weiterzulesen. Wäre das Buch kein Leserundenbuch gewesen, dann weiß ich nicht, ob ich wirklich bis zum Ende durchgezogen hätte, denn fesseln konnte es mich eben nur bedingt und auch amüsiert hat es mich eigentlich nur am Anfang.

Die Ansätze waren zweifelsohne gut, aber als Gesamtes konnte mich Eleanors Geschichte nicht so wirklich überzeugen, obwohl ich die Geschichte wirklich mögen wollte.

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elfen, holly black, fantasy, prinz, liebe

Der Prinz der Elfen

Holly Black , Anne Brauner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.04.2017
ISBN 9783570164099
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Endlich ein neuer Jugendroman von Holly Black !
Wie so viele andere Fans der Autorin, habe auch ich dem "Prinz der Elfen" entgegengefiebert und als er erst einmal hier lag, war ich ganz begierig aufs Lesen, denn wenn es jemand schafft, dich in eine wunderbare Welt zu entführen, dann ist es Holly Black.

Bereits vor mehreren Jahren hat sie mich mit ihrer "Elfentochter" absolut überzeugt und so war ich also nun gespannt auf die Ereignisse in Fairfold und darauf was es mit den Geschwistern Hazel und Ben und dem geheimnisvollen Prinz auf sich hat.

Um Euch den Lesespaß und das Entdecken der Geschichte nicht vorweg zu nehmen, spare ich mich hier eine Zusammenfassung der Ereignisse und komme einfach direkt zu den Punkten die mir gefallen oder aber auch weniger gefallen haben, denn so ganz überzeugen konnte die Autorin diesmal leider nicht.

Fairfold, das Setting der Geschichte ist ein wunderbar verwunschener Ort irgendwo in den USA, in dem die Menschen mit dem "kleinen Volk" mehr oder weniger einträchtig zusammenleben. Auf mich wirkte die ganze Umgebung wunderbar zauberhaft und magisch, die Grenze zwischen beiden Welten verschwimmt und es entsteht eine ganz einzigartige Atmosphäre. In solchen Dingen ist die Autorin echt unheimlich gut. Sie beschreibt die Umgebung so wunderbar, das man sich fast wünscht, es gäbe diesen Ort wirklich und man könnte ihn besuchen.

Ihr Schreibstil ist wunderbar angenehm zu lesen, aber teilweise auch recht einfach gehalten, was in Hinblick auf die Tatsache, das es sich hier ja um ein Jugendbuch ab einer Altersempfehlung ab 14 Jahren handelt, vollkommen in Ordnung ist. Was mir allerdings fehlte, war der sprichwörtliche rote Faden. Die Geschichte ist aus Sicht eines unsichtbaren Erzählers geschrieben, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt, es wirkte alles ein wenig unsortiert und lange Zeit war mir nicht klar in welche Richtung das Ganze gehen wird. Zudem fehlte es mir an ein bisschen Tempo, die Geschichte entwickelt sich nach und nach, es gibt ein paar echt eklige und sicher auch actionreiche Szenen, aber so wirklich "packend" war das Buch jetzt leider nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt waren die Protagonisten. Sowohl Hazel und Ben, als auch alle anderen Charaktere haben ihre eigenen Päckchen zu tragen und sind oft mehr mit dem Wald und der Gegend verbunden, als sie selbst ahnen. Das machte sie interessant und trotzdem blieben sie auf Distanz und ich hatte nicht das Gefühl mich mit ihnen verbunden zu fühlen.
Das war superschade.

Im Großen und Ganzen betrachtet muss ich sagen, das ich dieses Buch gerne gelesen habe, aber das ich nicht, wie beispielsweise bei "Elfentochter", das Gefühl habe, mich auch Jahre später noch daran zu erinnern.

Fazit:
Holly Black konnte mich mit "Der Prinz der Elfen" leider nur bedingt für sich begeistern. Die Idee und das Setting waren großartig, doch die Charaktere blieben mir fremd und die Geschichte entwickelt sich für meinen Geschmack viel zu ruhig und zu wenig spannend.

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liebe, amy ewing, fantasy, das juwel, dystopie

Das Juwel – Der Schwarze Schlüssel

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.04.2017
ISBN 9783841440198
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man weiß, das man den letzten Band einer Reihe in den Händen hält und sich bald von lieb gewonnenen Charakteren und einer großartigen Geschichte trennen muss, dann schwingt da nicht nur Wehmut mit, sondern die Erwartungen an diesen finalen Band sind unglaublich hoch.
Zumindest ist das bei mir so, denn ich erwarte einfach, das eine phänomenal gut erzählte Reihe, die mich von Anfang an begeistern konnte, sich am Ende noch einmal steigert und mich vor allem zufrieden zurücklässt.

Amy Ewing ist dies mit ihrem finalen Band "Der schwarze Schlüssel" vollends geglückt. Sie hat mich nicht nur sofort zurück ins Geschehen katapultiert, sondern noch einmal für jede Menge Überraschungen gesorgt, die Spannung bis zum Schluß hoch gehalten und die Geschichte in einem wirklich fulminanten Showdown zu einem Abschluß gebracht, der mich mit einem absolut guten Gefühl zurücklässt.

Wer die Reihe noch nicht gelesen hat, der möge den nächsten Absatz bitte überfliegen, da ich Spoiler nicht komplett ausschließen kann !!!

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In "Der schwarze Schlüssel" erleben wir alles was geschieht, aus Sicht von Violet, deren Kräfte sich mittlerweile noch gesteigert haben und die zu einer wichtigen Figur für den Widerstand geworden ist. Sie soll die Paladininnen, die Surrogate, im Kampf gegen den Adel anführen, sie leiten und gemeinsam mit ihnen die große Mauer die das Juwel umgibt, zum Einsturz bringen.
Doch sie muss auch ihre Schwester Hazel retten, die von der Herzogin am See entführt wurde und Violets Platz als Surrogat einnehmen soll.
Violet ist hin- und hergerissen, einerseits will sie ihre Schwester beschützen, andererseits will sie ihren Freunden und dem Widerstand helfen.
Doch wenn sie im Juwel auffliegt, dann ist alles verloren....
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Weiter will ich auf die Handlung gar nicht eingehen. Allerdings kann ich sagen, das es, auch wenn die Geschichte jetzt abgeschlossen ist, vielleicht doch noch Stoff für das ein oder andere Sequel geben könnte. Beispielsweise würde ich mich sehr darüber freuen, etwas über Ash zu lesen. Denn der ficht in diesem Band seinen ganz eigenen Kampf auf. Schon in Band 2 haben wir erlebt, wie nutzlos er sich fühlt und wie sehnlich er sich wünscht den Widerstand zu unterstützen und einfach mehr zu sein, als ein Gefährte. Im dritten Band bekommt er seine Chance, doch leider bekommt man die als Leser nur am Rande, durch ein paar wenige zusammenfassende Sätze, mit. Das fand ich ein bisschen schade. Einerseits. Andererseits fand ich es aber auch gut, das sich Amy Ewing auf Violets Sicht beschränkt hat. Das garantiert nämlich einen durchweg angenehmen Lesefluß.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat war die Entwicklung der Charaktere. Allen voran natürlich Violet, die ja von Anfang an schon immer eine tapfere und mutige Kämpferin war, bereit sich gegen den Adel aufzulehnen.
In diesem letzten Band ist sie sehr zwiegespalten, macht sich viele Vorwürfe, zeigt zwischen den Zeilen ihre Angst und ihre Zweifel, doch als es darauf ankommt, wird sie von ihrem starken Willen und ihrem Mut getrieben und tut letztendlich immer das was richtig ist.
Auch die Nebencharaktere entwickeln sich und die Ansichten der ein oder anderen Figur werden zur Überraschung.

Wie schon in den beiden Vorgängerbänden fliegt man auch in diesem letzten Band viel zu fix durch die Seiten und das Ende kommt viel zu schnell und definitiv mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Fazit:

Für mich war "Der schwarze Schlüssel" ein perfektes Finale der Trilogie um Violet Lasting und das Juwel !

Amy Ewing fesselt von der ersten Seite an, begeistert durch fantastische Elemente und eine immerwährende Spannung, durch großartige, facettenreiche Charaktere und bringt ihre Trilogie in einem fulminanten Showdown zu einem würdigen Abschluß, der mich glücklich zurück lässt.

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london, ende der 1980er, waisenkinder, england ende der 1980er, ich-erzählerin

Der Himmel über Appleton House

S. E. Durrant , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560308
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man an Geschichten denkt, die in Waisenhäusern oder Kinderheimen spielen, dann hat man als Erstes doch irgendwie immer ein ganz anderes Jahrhundert und eher grausige Zustände im Sinn. Genau deshalb hatte ich eine solche Geschichte auch in "Der Himmel über Appleton" erwartet.

Doch schon auf den ersten Seiten wurde ich eines Besseren belehrt und positiv überrascht, denn die Geschichte spielt in den 1980er Jahren in London.

Ira, die eigentlich Miracle heißt, aber nicht gerne so genannt wird, weil sie mit ihren 10 Jahren schon lange nicht mehr an Wunder glaubt, und ihr Bruder Zac sind es gewohnt von einer Pflegefamilie zur Nächsten zu ziehen.
Als die aktuellen Pflegeeltern sich nicht mehr kümmern können, kommen sie ins "Skilly House". Ein Londoner Kinderheim.
Dort ist es aber wider Erwarten gar nicht so schrecklich, wie man als Leser im Vorfeld vielleicht befürchtet hat.
Die Kinder leben sich recht schnell ein, erfahren durch die Betreuerin Hortense und den Hausmeister Silas so etwas wie Familie und Liebe, sie schließen eine eigentümliche Art von Freundschaft mit den anderen Kindern.
Eigentümlich deshalb, weil man sein Herz besser nicht an Kinder hängt, die das Skilly House irgendwann sowieso wieder verlassen.

Und das tun sie. Scharenweise. Ira und Zac müssen lange Zeit zusehen, wie Kinder Kommen, aber vor allem Gehen, neue Familien, ein Heim und Geborgenheit erfahren.
Das tut weh, besonders Ira, denn auch sie wünscht sich einen Ort den sie ihr Zuhause nennen kann. Doch Geschwister zu vermitteln ist schwierig und Ira und Zac sind sich einig, das sie sich niemals voneinander trennen werden.

Als sie die Nachricht bekommen, das sie in die Ferien fahren dürfen und dort bei einer Frau namens Martha in einem Haus namens Appleton House wohnen, sind sie begeistert, aber auch ängstlich. Besonders Ira. Was geschieht, wenn sie sich nicht benehmen ? Wenn sie etwas versehentlich kaputtmachen ?
Zunächst läuft alles prima, doch dann leistet sich Zac einen fatalen Schnitzer, der ihr Glück gefährden könnte...

"Der Himmel über Appleton House" ist wie all seine königlichen Brüder und Schwestern ein ganz besonderer Schatz.
Es ist eine Geschichte über Hoffnung und Träume und über den Wunsch von Zugehörigkeit, aus dem Blickwinkel eines Kindes, das sich nichts sehnlicher wünscht als glücklich zu sein, sich geborgen zu fühlen und ein richtiges Zuhause zu haben.

Erzählt wird die Geschichte komplett aus Iras Sicht. Sie beginnt mit einem kurzen Vorwort das sie als erwachsene Frau verfasst hat, die auf die Zeit in Skilly House zurückblickt und wird dann zum Tagebuch einer 10-jährigen, die uns an ihrem Alltag im Kinderheim teilhaben lässt.
Die Kapitel sind recht kurz und der Schreibstil ist sehr kindlich gehalten, es wird nichts unnötig ausgeschmückt, was das Ganze noch authentischer für mich machte.

Mit Ira fühlte ich mich sehr verbunden, ich konnte mich gut in sie hineinfühlen und ihre Emotionen nachvollziehen. Sie ist ein tolles Mädchen, hat Talent zum Schreiben und Malen. Zacs Glück steht für sie immer im Vordergrund, wodurch sie für ihr Alter schon viel zu erwachsen und reif erscheint. Das sollte kein Kind sein.

Zac ist weniger ernst als Ira, aber die macht sich ja auch so viele Sorgen, das er sich eigentlich keine mehr zu machen braucht. Er ist ein absoluter Wildfang und sobald er nach draußen kommt, nicht mehr zu bremsen. Reden allerdings ist nicht so seine Stärke. Da wirkt er eher scheu und zurückhaltend.

Und dann ist da noch Martha. Martha ist einfach nur großartig, aber das solltet ihr beim Lesen selbst erleben :)

Bevor ich zum Fazit komme, möchte ich noch kurz vom Cover schwärmen.
Es ist so wunderbar stimmig und passt perfekt zur Geschichte. Eine besondere Überraschung erlebe ich bei den Königskindern außerdem immer dann, wenn ich sie aus ihren bezaubernden Schutzumschlägen befreie, denn darunter kommt immer ein ganz toll bedrucktes Buch zum Vorschein.
Im Fall von "Der Himmel über Appleton House" ist es der Blick in die Baumkrone durch die die Sonne blinzelt. Wunderschön.

Fazit:
"Der Himmel über Appleton House" von S.E.Durrant ist ein wundervolles, harmonisches Königskind. Eine wunderbar authentisch erzählte Geschichte, voller Hoffnung und dem Wunsch nach Glück und Zugehörigkeit.

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233 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

italien, liebe, sommer, leonie lastella, brausepulverherz

Brausepulverherz

Leonie Lastella
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596035465
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wie gerne hätte ich mich nach diesem Klappentext und dem sommerlich anmutenden Cover, in eine Geschichte fallen lassen, die neben Romantik vorallem ein sommerliches Flair mitbringt. Einfach mal abschalten und Sonne tanken. Wie geht das bei dem derzeit trostlosen Wetter besser, als mit einem Buch, das schon auf den ersten Blick genau diese Stimmung vermittelt ?!

Schöne Vorstellung, doch leider sollte alles ein wenig anders kommen, denn Leonie Lastella konnte mich mit ihrer Liebesgeschichte nur bedingt für sich gewinnen.

Wir befinden uns an der italienischen Riviera, im beschaulichen Örtchen Finale, in dem Jiara schon viele wunderbare Sommer verbracht hat und wo sie auch in diesem Jahr wieder die Semesterferien verlebt. Sie macht dort jedoch keinesfalls Urlaub, sondern hilft ihrem Kindheitsfreund Dario in dessen Trattoria aus.
Nicht nur um ihm einen Gefallen zu tun, sondern auch um von ihrem eingefahrenen und bereits zukunftsmäßig durchgeplanten Leben in Hamburg abzuschalten.
Sie genießt die Arbeit, die Ruhe am Abend und das Zusammensein mit Dario. Doch dann taucht plötzlich dessen bester Kumpel Milo auf und nicht nur mit der Ruhe ist es von jetzt auf gleich vorbei, sondern er bringt auch Jiaras Gefühle in Wallung. Und das dürfte gar nicht sein, denn eigentlich ist sie doch vergeben...

An der Zusammenfassung kann man schon sehen, das es einige Turbulenzen geben wird, hinzu kommt, das zwischen Jiara und Milo die Funken nur so fliegen. Zumindest verspricht das der Klappentext und ja es gibt auch einige sehr prickelnde und knisternde Szenen, ABER irgendwie fand ich die Entwicklung seltsam. Ich meine, in der ersten Szene in der sie aufeinander treffen, da gehts sofort ab und man denkt sich: Echt jetzt ?! Anziehungskraft schön und gut, aber die beiden fallen quasi total übereinander her und machen dann doch nen Rückzieher; und den Rest des Buches verbringen sie mit einem ewigen Hin und Her, was mir irgendwann ehrlich gesagt auf die Nerven ging.

Aber es gab auch viele Dinge, die mir an dem Buch gefallen haben. Der Schreibstil zum Beispiel ist herrlich zu lesen und sehr bildhaft. Man hat fast das Gefühl das Meer hören und riechen und die Sonne auf der Haut spüren zu können.

Weniger gut fand ich dann widerum die Charakterzeichnung. Jiara war mir zu unselbstständig und ich hatte oft das Gefühl, das sie überhaupt gar nicht weiß was SIE eigentlich will und stattdessen das tut, was alle anderen von ihr erwarten oder die Richtung einschlägt in die sie von ihrem Umfeld gelenkt wird. Sehr schade. Milo konnte ich auch nicht so richtig greifen, er war mir lange Zeit ein echtes Mysterium, schwer zu durchschauen und irgendwie konfliktscheu.

Also ihr merkt schon, ich bin gerade sehr hin- und hergerissen. Einerseits hat mich das Buch unterhalten, andererseits war es leider eher so naja :-/
Deshalb würde ich es im guten Mittelfeld einordnen und vergebe 3 Cupcakes !

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dystopie, marthas widerstand, kerry drewery, death is justice, schuld

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der es kein Rechtssystem mehr gibt, wie wir es kennen. In der es keine Beweisführung mehr gibt und in der die Reichen, die Mächtigen und Korrupten entscheiden, wer zum Tode verurteilt wird und wer leben darf.

In dieser Welt lebt Martha. In einem London irgendwo in der Zukunft, in der der arme Teil der Bevölkerung in den Wolkenkratzern sich irgendwie über Wasser halten muss, während die Reichen in den Avenues in Saus und Braus leben und über die "Kleinen" richten.

Es gibt in dieser Welt kein normales Rechtssystem mehr. Stattdessen werden Menschen, die man des Mordes bezichtigt in ein Zellensystem gesteckt. 7 Zellen an der Zahl. Jeden Tag wechselt man die Zelle und die Bevölkerung stimmt in einer TV Show darüber ab ob man schuldig oder nicht schuldig ist. Schuldig bedeutet, das am Ende, in Zelle 7 der Tod auf einen wartet.

"Ich kann die Märtyrerin sein."

Martha wird des Mordes am beliebtesten Wohltäter der Stadt bezichtigt. War sie nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder hat sie ihn wirklich umgebracht ? Sie selbst plädiert auf schuldig, denn sie weiß das es im Endeffekt keine Rolle spielt was sie sagt, man wird sie so oder so verurteilen, denn die Leute die das Spiel bestimmen sind korrupt. Eine machtgeile Gesellschaft, die sich selbst reinwäscht und andere, die Schwächeren, für ihre Vergehen bluten lässt.

Dies muss SIE ändern ! Die Welt da draußen muss erfahren, was wirklich hinter diesem perfiden System steckt und sie muss dies außerdem tun, um die Menschen die sie liebt zu schützen.

Meinung:
Wäre ich bei diesem Buch nur nach der Optik gegangen, dann wäre es wohl niemals in meinem Besitz gelandet, denn ehrlich gesagt finde ich es ziemlich hässlich. Dabei ist das natürlich Quatsch, denn schließlich kommt es bei Büchern, wie wir alle wissen, immer auf den Inhalt an.
Und der sprach mich, rein vom Klappentext her, schon ziemlich schnell an.

Die Idee war für mich einfach neu und deshalb faszinierend und auch schockierend ! Eine TV Show in der man über Leben und Tod bestimmt ? Absurd !  
Wenn man allerdings die Geschehnisse in der großen weiten Welt beobachtet, dann ist es vielleicht gar nicht so abwegig, das es solche Dinge in der Zukunft einmal geben mag, wo doch gerade so viele Irre an der Macht sind und es so viel Hass überall gibt !  

Kerry Drewery hat das in ihrem Roman ziemlich gut eingefangen, denn das Volk dürstet regelrecht nach Hinrichtungen. Ob der Beschuldigte hierbei Schuldig oder nicht schuldig ist, interessiert eigentlich niemanden mehr. Es geht eher um die Sensationsgeilheit und das Gefühl von Macht, das man empfindet, wenn man telefonisch für Leben oder Tod abstimmt.

Sowohl Setting als auch Inhalt sind sehr düster gehalten und der Schreibstil ist speziell, aber wirklich großartig.

Zum einen erleben wir Marthas Tage in der Zelle in der 1. Form. Sie erzählt was gerade mit ihr passiert, lässt uns an ihren Gedanken teilhaben, die durch die Umstände in den einzelnen Zellen manchmal etwas ungefiltert und konfus daherkommen, so aber die Situation noch einmal bewusster machen.
In ihren Gedanken blickt sie außerdem immer wieder zurück auf die Anfänge dieser ganzen Farce und so ergeben die einzelnen Fragmente nach und nach ein ganzes Bild und der Leser erkennt was hinter allem steckt.

Die anderen Kapitel sind in der 3. Form geschrieben und befassen sich mit dem was außerhalb der Zellen passiert. Dabei beleuchten sie die TV Show, sowie die Gedanken und Handlungen von Protagonisten die teilweise ebenfalls tragende Rollen spielen, auf die ich hier aber nicht so sehr eingehen möchte, um Euch nicht unnötig zu spoilern. Eine dieser Figuren zu der ich aber doch kurz etwas schreiben möchte ist Eve Stanton.

Sie ist die psychologische Betreuerin des Systems. Früher war sie Staatsanwältin, doch seit das Rechtssystem abgeschafft wurde, ist sie die letzte Person zu der die Verurteilten eine Bindung aufbauen und ihr Herz ausschütten können. Sie sieht Martha einmal am Tag und merkt ziemlich schnell, das diese ein Geheimnis hütet. Sie spürt das Martha nicht schuldig ist und will ihr irgendwie helfen.
Für mich war Eve neben Martha eine der wichtigsten und charakteristisch stärksten Figuren in diesem Buch.

Der Plot entwickelt sich spannend und temporeich und endet in einem Finale in dem sich die Ereignisse nur so überschlagen.
Leider endet es aber auch mit einem klitzekleinen Cliffhanger, denn "Marthas Widerstand" ist kein, wie von mir angenommen, Einzelband, sondern der Auftakt einer Dilogie.

Band 2 ist laut Angaben im Buch für 2018 geplant.

Fazit:
Mich hat MARTHAS WIDERSTAND in vielerlei Hinsicht überrascht. Es ist eine gelungene Kombination aus Thriller und Dystopie, temporeich und spannend erzählt, die ich euch wirklich nur empfehlen kann, wenn ihr mal wieder nach ein bisschen Adrenalinschüben und Nervenkitzel lechzt.

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161 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

jugendbuch, krankheit, familie, spitzbergen, amnesie

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Flora - sei mutig !

Sie ist 17. Sie hat am Strand einen Jungen geküsst. Sie erinnert sich.

Flora Banks ist alles andere als ein gewöhnlicher Teenager. Im Alter von 10 Jahren erlitt sie eine Amnesie, die ihr Kurzzeitgedächtnis stark zerstört hat und deshalb kann sie sich nur an Dinge erinnern die DAVOR geschehen sind. Doch dann ist da dieser Junge: Drake. Der Freund ihrer besten Freundin Paige, an die sich erinnern kann, weil sie schon seit ihrem 4. Lebensjahr mit ihr befreundet ist. Drake küsst Flora am Strand und dieses Erlebnis ist für die 17-jährige scheinbar so einschneidend, das sie sich daran erinnern kann. Sie erhofft sich durch Drake eine Heilung. Doch der zieht zum Studieren an den Nordpol und hinterlässt in Floras Leben ein ganz schönes Chaos, das eine ganze Kette unvorhergesehener Ereignisse nach sich zieht und Flora das Abenteuer ihres Lebens beschert...

Meinung:
Was mich an diesem YA Debüt von Emily Barr noch vor dem Klappentext ansprach, war definitv dieses wundervolle Cover. Es ist bezaubernd und wohl der Mädchentraum schlechthin, mit seinem bonbonrosa Hintergrund, den verschiedenen Schrifttypen, den Schnörkeln und, was man hier leider nicht sehen kann, mit seiner Spotlack Lackierung. Wunderschön.

Auch inhaltlich sprach mich die Geschichte sehr an, denn ich lese einfach zu gerne tiefgründigere Coming-of-Age Romane und da passt dieses Buch einfach perfekt.

Der Einstieg hat mich etwas irritiert, denn die Geschichte wird aus Floras Sicht erzählt und die lebt in ihrer völlig eigenen Welt. Durch ihre Amnesie kann sie sich nur an Dinge erinnern, die sie entweder vor ihrem 10. Lebensjahr erlebt hat oder die sie sich auf irgendeine Art und Weise notiert. Das bedeutet, das sie, sobald sie einen neuen Blackout hat, immer wieder von vorne beginnen muss, sich an verschiedene Sachen zu erinnern und so wird alles immer wiederholt.
"Sie ist Flora. Sie ist 17. Sie hat einen Jungen geküsst."
Sich an diese Erzählweise zu gewöhnen, war nicht so leicht und ich hatte ehrlich gesagt schon ein wenig Angst, das mir das im Verlauf der Geschichte auf die Nerven gehen könnte.

Glücklicherweise war diese Angst unbegründet, denn Flora macht die Wiederholungen durch ihren Charakter und ihre "verrückten" Handlungen absolut wett. Ja, ich fühlte mich durch diese Erzählweise sogar sehr eng mit Flora verbunden, konnte ihre Ängste und Zweifel nachvollziehen und bewunderte ihren unerschrockenen Mut.
Sie ist eine junge Frau, die in den Gedanken einer 10-jährigen feststeckt, die sich davon aber befreien möchte. Man spürt ganz deutlich was in ihrem Unterbewusstsein passiert und das sie sich in ihrem Inneren doch an viel mehr Dinge erinnert, als ihr Gehirn zulässt. Es ist ganz schwer, Flora auch nur ansatzweise zu beschreiben, denn für mich ist sie eine wahnsinnig komplexe Figur.

Besonders mochte ich ihre kleinen Eigenheiten, mit denen sie sich wichtige, manchmal auch nichtige, Dinge gemerkt hat. Ich hab sie mir bildlich dabei vorgestellt, wie sie sich auf die Arme kritzelt, im ganzen Haus Post its verteilt oder in ihren Notizbüchern liest.

Ein bisschen weniger begeistert als Floras Charakterzeichnung, hat mich der Plot. Zwar fand ich die Idee wirklich großartig und ich finde, das Emily Barr hier eine wirklich sehr facettenreiche Geschichte geschaffen hat, aber es gab auch sehr viele Logikfehler, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte und bei denen ich immer wieder zwischen: "Das Buch ist so unglaublich gut" und "Das ist doch sowas von an den Haaren herbeigezogen" schwankte.
Doch unbestritten ist die Tatsache, das mich Emily Barr mit der Geschichte um Flora in ihren Bann gezogen hat. Ich wollte trotz aller Unstimmigkeiten und teilweise vorhersehbaren Entwicklungen immer weiter und weiter und weiter lesen. Und am Ende wurde ich sogar durch einen extremen Plottwist noch einmal überrascht. Ich hatte echt das Bedürfnis direkt ins Buch kriechen zu wollen um einigen Leuten die Meinung zu geigen.

Das Ende kam sehr emotional und überraschend daher und auch wenn ich mir noch zwei oder vielleicht drei Seiten mehr gewünscht hätte, bin ich doch zufrieden damit.

Fazit:
Im Gesamten, und mit einem Tag Abstand betrachtet, muss ich sagen, das Floras Abenteuer vielleicht nicht ganz so rund und auch nicht ganz so perfekt durchdacht war, wie ich mir das gewünscht hätte, ABER Emily Barr hat mich damit sehr berührt, sie hat mich an die Seiten gefesselt und sie hat vorallem eine Botschaft gesendet, nämlich die, das es sich im Leben manchmal lohnt alles zu wagen und einfach mutig zu sein. Aller Widrigkeiten zum Trotz.

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74 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

roman, asperger, autismus, 2017, ullstein verlag

Fuchsteufelsstill

Niah Finnik
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 07.04.2017
ISBN 9783961010035
Genre: Romane

Rezension:  
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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, koffer, familie, robinroe

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Immer wieder gibt es Geschichten, die mich als Leserin wahnsinnig berühren, doch ich glaube noch niemals zuvor hat mich ein Buch, ja gar ein DEBÜTROMAN, innerlich so sehr zerrissen wie DER KOFFER von Robin Roe.

Vor über zwei Wochen schon habe ich das Buch, nach nur ganz kurzer Lesezeit, beendet und nach wie vor weiß ich nicht wie ich all meine Emotionen in einer Rezension verpacken soll. Dieses Buch ist so wunderbar, aber auch so grausam, aufwühlend und dann wieder so unglaublich hoffnungsvoll. Es ist die GEFÜHLSACHTERBAHN von der man immer wieder redet, die man bis zu diesem Titel aber nur ansatzweise wirklich erfassen konnte. Das wird einem klar, wenn man erst einmal in Julians Geschichte eingetaucht ist.

Julian ist 14, er ist Waise und ein sehr introvertierter und schüchterner Junge, der von seinen Mitschülern, wenn überhaupt, nur als ein perfektes Opfer für Spott wahrgenommen wird. Er hat keine Freunde, verbringt seine Pausen zurückgezogen in einem Geheimversteck und alles was ihm von seinen Eltern geblieben ist, ist ein Koffer, ein paar Notizbücher seiner Mutter und die Erinnerungen an eine wohlbehütete und schöne Kindheit. Er lebt bei seinem schrecklichen Onkel, der ihm Tag für Tag zeigt wie nutz- und wertlos er ist.Sein ohnehin geringes Selbstwertgefühl schrumpft immer weiter.

Doch dann trifft er auf Adam. Adam, der nach dem Tod von Julians Eltern sein Pflegebruder war, der sich um ihn kümmerte. Ihre Wege hatten sich durch den Umzug zum Onkel getrennt und als sie jetzt wieder aufeinandertreffen, ist es Julian zunächst erst sehr unangenehm, denn er denkt, es sei seine Schuld gewesen, das sich Adam und seine Mutter nicht mehr bei ihm gemeldet haben.

Adam ist das krasse Gegenteil von Julian. Er ist locker, offen. Scheint bei seinen Freunden und auch bei den Lehrern beliebt. Adam geht auf die Menschen zu; so auch auch Julian. Die beiden nähern sich wieder an und Adam verbringt viel Zeit mit Julian, der nach und nach zum Teil von Adams Clique wird und sich dadurch immer weiter öffnet, der zuässt das man ihn wahrnimmt und der beginnt, das Leben wieder zu genießen. 

Doch das Glück währt nur kurz, denn zuhause da lauert erdrückende Dunkelheit und ein grausames Monster. Julian kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal Adam. Doch der ist ein aufmerksamer Beobachter und merkt, das irgendetwas nicht stimmt...

Direkt auf den ersten Seiten entwickelt die Geschichte so einen derart krassen Sog, das man sich ihr nicht mehr entziehen kann und auch gar nicht will.
Robin Roe hat einen sehr ausdrucksstarken und bildhaften Schreibstil, sie verflicht sehr ernste, düstere Themen mit ganz viel Hoffnung, Glück und mit Freundschaft. Man wird in Licht und Schatten gehüllt, deren erbitterten Kampf man förmlich fühlen kann. 

Ganz besonders gefallen hat mir auch die Charakterzeichnung. Hier hat sich die Autorin wirklich viel Mühe gegeben. Ich mochte besonders Adam sehr gerne. Er ist ein offener und hilfsbereiter, aber auch ziemlich aufmerksamer Mensch.

Außerdem gefällt mir gut, wie die Autorin sein ADHS einbringt. Er hat es zwar im Griff, fühlt sich gut, aber ich finde als Leser merkt man das er permanent hibbelig ist. Er kann einfach nicht stillsitzen und braucht immer Bewegung. Die Art wie Robin Roe das für den Leser hervorbringt, so das man es zwar deutlich spürt, es aber nicht im Vordergrund steht, finde ich großartig.

Bei Julian merkt man, wie er sich in Adams Gegenwart immer mehr entspannt und sich Sachen traut. Trotzdem wirkte er auf mich nie wie ein normaler 14-jähriger, sondern wie ein kleines Kind.

Es war wunderbar zu sehen, wie sich die Freundschaft zwischen den beiden Jungs entwickelt und wie sich Julian durch Adam und seine Clique immer weiter ins Positive verändert. 

Das letzte Drittel des Buches war sehr schockierend und wahnsinnig beklemmend für mich und wird mich sicher auch noch eine ganze Weile beschäftigen.

Als Mutter bin ich bei solchen Wendungen ohnehin schon immer überempfindlich, aber die Situationen, die Julian hier erlebt und durchleiden muss, haben mein Mutterherz mehr als nur einmal gebrochen und das hatte auch immer wieder zur Folge, das ich beim Lesen mehrmals Weinen musste.

Ein kleiner Kritikpunkt, der allerdings meine Bewertung des Buches nicht schmälern wird, war eine Situation am Ende, die auf mich zu überzogen wirkte. Ich finde, man hätte das ein wenig realistischer lösen und abschließen können. 

Fazit:

DER KOFFER von Robin Roe ist das wohl großartigste, emotionalste, bedrückendste, grausamste, perfekteste Debüt, das ich jemals gelesen habe ! Und das sind keine dahergesagten Phrasen, sondern es ist mein voller Ernst. Die Autorin hat hier eine Geschichte geschaffen, die mich nachhaltig noch lange beschäftigen und für immer einen Platz in meinem Leserherz haben wird.

Bitte bitte lest dieses Buch  !

Anmerkung:

Die Geschichte ist zuweilen sehr hart und für mich kein Jugendbuch im klassischen Sinne. Ich würde eine Leseempfehlung erst ab 15 oder 16 aussprechen und sie nach oben hin definitiv offen lassen. 


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984 Bibliotheken, 55 Leser, 5 Gruppen, 151 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ACHTNACHT war mein allererster Roman von Sebastian Fitzek. Und leider hat er mich nicht sonderlich überzeugen können, was sehr schade ist, da ich dem Autor unbedingt eine Chance geben wollte, weil es Leute gibt, die sagen, seine Romane seien langweilig und weil ich andererseits endlich mal einen Thriller von ihm lesen wollte, weil wieder andere Leute sagen, sie seien spitze. Und nun ja, irgendwas muss ja nun auch dran sein, an dem Phänomen Fitzek, denn sein Ruf eilt ihm doch positiv voraus.

Vielleicht hätte ich also zum Einstieg nicht unbedingt ACHTNACHT wählen sollen, vielleicht war das Buch einfach nur die falsche Wahl und vielleicht hätte er mit einem anderen Roman deutlich mehr bei mir punkten können. Wer weiß. Vielleicht geb ich ihm auch irgendwann noch einmal eine Chance und vielleicht werde ich dann sogar noch zum Fan.

Für den Moment jedoch, wird das mit uns beiden definitiv nix, denn ACHTNACHT hat mich zuweilen schon fast gelangweilt. Spannung ? In der ersten Hälfte schon mal Fehlanzeige. Aber worum genau gehts eigentlich ?

Vorlage zu diesem Roman ist, so stehts auch vorne drin, der Film THE PURGE. Falls Euch das kein Begriff ist: Es geht um eine Nacht, in der sämtliche Gesetze ausgehebelt werden und du quasi tun und lassen kannst, was du willst. Jeder Mensch wird zum Freiwild, denn niemand wird in dieser Nacht für seine Taten bestraft.
Eigentlich guter Stoff um einen richtig spannenden Psychothriller zu schaffen, bei dem dir von Seite zu Seite schlechter und unwohler wird, dir der kalte Schweiß ausbricht, dein Körper von einer Gänsehaut überzogen wird und dir permanent das Adrenalin durch die Adern rauscht.

Leider hat Herr Fitzek dieses mögliche Potenzial nicht ausgeschöpft.

Ben, unser Hauptprotagonist ist erfolgloser Künstler ohne Kohle, ohne festen Wohnsitz, hat eine erwachsene Tochter, die durch einen Unfall an den Rollstuhl gekettet ist und vor Kurzem "scheinbar" versucht hat Suizid zu begehen. Seitdem liegt sie im Koma. Das nur so am Rande. Denn eigentlich geht es im Wesentlichen darum, das sich da irgendjemand dieses Spiel ausgedacht hat. ACHTNACHT, von dem Ben nichts weiß und auch nichts ahnt und bei dem er trotzdem im Fokus steht. Denn er ist der Gejagte und auf seinen Kopf ist plötzlich ein hübsches Sümmchen ausgesetzt. Ein Experiment das völlig außer Kontrolle geraten ist.

Ich möchte gar nicht weiter auf den Inhalt eingehen, um niemandem, der das Buch noch lesen möchte, etwas vorwegzunehmen.
Was ich Euch jedoch sagen kann, ist, das mich der Plot nicht überzeugt hat, es gab viel zu viele Logikfehler und die Charaktere handelten für meinen Geschmack absolut nicht nachvollziehbar. Wäre ich in Bens Lage gewesen, ich hätte mich komplett anders verhalten.

Was mich außerdem störte, waren die vielen Perspektivenwechsel, gerade zu Beginn. Man könnte jetzt sagen, das dies gut war, um den Leser in die Irre zu führen, aber ich finde, es hat nur unnötige Verwirrung gestiftet und vorallem dafür gesorgt, das das eh schon recht sparsam eingestreute Tempo, immer wieder noch weiter gezügelt wurde.

Erst ab der zweiten Hälfte kommt tatsächlich ein wenig Spannung auf und es gibt eine Wendung mit der niemand gerechnet hat, aber da ist es leider schon viel zu spät um mich noch positiv stimmen zu können. Auch das Ende trägt dazu nicht bei, weil sich am Ende irgendwie alles zu perfekt ineinander fügt.

Hartgesottene Fitzek-Fans werden sicherlich ihren Spaß an dem Buch haben, aber für mich wars ehrlich nichts. Schade.

Fazit:
Ich muss ganz ehrlich sagen, das ich sehr enttäuscht bin. Sebastian Fitzek wird in Deutschland als DER ultimative Thrillerautor gehandelt, da hatte ich deutlich mehr Spannung und Thrill erwartet. Bekommen habe ich einen etwas schnarchigen "Thriller", in dem die Figuren oftmals völlig unlogisch agieren und die Story lange Zeit fad vor sich hinplätschert.

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Twisted Palace

Erin Watt
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei EverAfter Romance, 02.11.2016
ISBN 9781682305065
Genre: Erotische Literatur

Rezension:  
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691 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 138 Rezensionen

erin watt, paper prince, intrigen, royals, liebe

Paper Prince

Erin Watt , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492060721
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Reed hat Mist gebaut. Für einen Royal nichts Ungewöhnliches. Doch dieses Mal hat er den Bogen überspannt und sich in eine Situation katapultiert, die nicht nur dafür sorgt, das Ella ihre Sachen packt und abhaut, sondern die auch die gute Bindung zu seinen Brüdern auf eine harte Probe stellt. Dies alles hat weitreichende Konsequenzen, denn der Bruch mit seinen Brüdern und die Gerüchte die durch Ellas Abwesenheit entstehen sorgen dafür, das er die Kontrolle über das Schulleben verliert und auch im Privaten läuft einfach nur nix.

Meinung:
Ich möchte nicht weiter auf den Inhalt eingehen, denn der ist hier doch recht komplex und reicht von einer sich immer enger zuziehenden Spirale aus Lügen und Intrigen, über extreme Boshaftigkeiten und Mobbing, bis hin zu einer wirklich emotionalen Lovestory. Dies alles gipfelt aber in einem wirklich krassen Cliffhanger, bei dem du dir nur denkst: WHAT ?!

Genau dies war auch der Grund, warum ich sofort und direkt zur englischen Ausgabe von Band 3 greifen musste. Ich kann einfach nicht warten bis er auf deutsch in den Buchhandlungen steht, was im Mai der Fall sein wird und das obwohl es auch diesmal wieder ein paar Kritikpunkte gibt.

Naja, eigentlich ist es nur einer den man aber über das ganze Buch ausweiten kann und muss. Denn was mich wirklich stört ist, wenn sich Probleme einfach so in Wohlgefallen auflösen oder es einfach zu viele Zufälle gibt. Und genau dies ist hier leider der Fall. Es gibt zu viele Dinge, die für mich nicht so wirklich nachvollziehbar vonstatten gingen.

Trotzdem bin und war ich in der Geschichte gefangen. Direkt von Anfang an. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend und man kann sich einfach nicht lösen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, das mich die Reihe so packen kann, aber hey...ich habe zwei Bücher in 3 Tagen gelesen und das alleine spricht ja eigentlich schon für sich.

Obwohl Band 2 nahtlos an seinen Vorgänger anknüpft, werden die wichtigsten Fakten im Verlauf noch einmal kurz wiederholt. Wenn man das Buch jetzt direkt im Anschluss liest, dann ist das so naja, aber wir alle kennen auch diese Situation das zwischen den Bänden manchmal etwas Zeit vergeht, dann ist so eine kurze Zusammenfassung immer nochmal ganz hilfreich.

Im Vergleich zu "Paper Princess", wo wir die Geschichte komplett aus Ellas Sicht erleben, wechseln die Autorinnen in "Paper Prince" zwischen Reed und Ella hin und her. Ich habe diesen Wechsel sehr begrüßt, da man so in beider Köpfe gucken und ihre Handlungen, Gefühle und Gedanken besser nachvollziehen kann. Es schafft außerdem eine bessere Verbindung zu den beiden Protagonisten und bringt mehr Tiefe mit, die mir in Band 1 ein wenig zu kurz kam. Sie legen allesamt eine echt gute Wandlung hin, auch wenn diese nicht immer in positive Richtung verläuft.

Fazit:
Wenn ihr Lust auf eine wirklich aufwühlende und packende Story habt, die Euch zudem durch, an den richtigen Stellen eingebrachten Humor, durch Spannung und Action, aber auch durchaus durch jede Menge amüsanter Klischees bei denen man gerne mit den Augen rollt, unterhält, dann solltet ihr Euch diese Reihe auf keinen Fall entgehen lassen.

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39 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

all ag, schule, 2017, freundschaft, jugendbuch

All die verborgenen Dinge

Sarah Moore Fitzgerald
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.03.2017
ISBN 9783737351973
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mintys Welt steht Kopf. Behütet aufgewachsen und von ihren Eltern geliebt, findet sie sich in einer Situation wieder, in der sie Beide plötzlich gar nicht mehr verstehen kann. Sie haben sich getrennt und Minty hat das Gefühl sich von beiden Elternteilen immer mehr zu entfremden oder ist es andersherum ? Minty weiß nicht mehr wer sie ist und wo sie steht, sie begreift nicht, warum ihre Mutter nicht zugeben kann, das es ihr nach der Trennung schlecht geht und sie hat keine Ahnung was ihr Vater nur an seiner neuen Frau findet.
In all dieses Gefühlschaos platzt Ned. Ein schweigsamer Junge, der mit seiner Großmutter in einem alten Wohnwagen in Nettlebog wohnt und der Nachts die abenteuerlichsten Dinge tut.
Minty ist fasziniert von Ned und fest entschlossen ihn als Freund zu gewinnen.....

Meinung:
Das Cover besticht durch seine kräftigen, freundlichen Farben und wann immer ich das Buch betrachte oder kurz zur Hand nehme, kann ich fast den Sommer spüren.
Von der Optik passt es im Übrigen auch perfekt zu Sarah Moore Fitzgeralds erstem, bei Fischer erschienenen, Titel "Das Apfelkuchenwunder".

Sarah Moore Fitzpatrick hat einen leichten Schreibstil. Ihre Sätze sind kurz und ihr Stil ist flüssig und sprachlich wirklich schön. Die Geschichte erzählt sie aus Mintys Sicht. Gut gewählt, denn so bekommt der Leser direkt einen guten Zugang zu ihrer Gefühls- und Gedankenwelt. Ich mochte sie sehr gerne und es hat Spaß gemacht Zeit mit ihr zu verbringen. Sie ist ein nettes Mädchen, das nicht so recht weiß wo es steht und versucht seinen Platz im Leben zu finden. Besonders nach der Trennung ihrer Eltern fällt ihr das schwer. Ned wird ein wichtiger Bestandteil auf dieser Suche nach sich selbst, denn er zeigt ihr, mehr unbewusst, was alles in ihr steckt.

Auch die Handlung fand ich toll, zumindest anfangs. Sarah Moore Fitzpatrick versucht eine ausgewogene Mischung aus unbeschwerter Jugend und ernsthaften Themen zu kreieren, was ihr zunächst auch gelingt. Es geht unter anderem um Selbstfindung, aber auch darum Vorurteile zu bekämpfen, es geht um Mut und um Freundschaft. Im weiteren Verlauf werden Neds Pferde allerdings immer wichtiger und rücken in den Fokus. Einerseits war das für mich nachvollziehbar, weil Minty ja über sich hinauswachsen will und soll, was ihr durch die Liebe zu den Pferden gelingt, aber andererseits rutschten andere, wichtigere Themen dadurch in den Hintergrund und wurden zu oberflächlich behandelt.

Das Ende war mir zu wenig durchdacht und kam leider viel zu plötzlich.

Fazit:
Würde ich zur Zielgruppe der 12-14-Jährigen gehören und hätte obendrein noch ein Faible für Pferde, so hätte mich "All die verborgenen Dinge" wohl sehr sehr glücklich gemacht.

Da dies aber nicht der Fall ist muss ich leider sagen, das mich die Geschichte zwiespältig zurücklässt. Sarah Moore Fitzpatrick hat einen schönen, flüssigen Schreibstil; Idee und Ansätze sind wirklich toll, doch in der Umsetzung wurde an Tiefe gespart, es gibt zu viele Oberflächlichkeiten und ein irgendwie abruptes Ende.

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316 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

dystopie, infernale, liebe, sophie jordan, mördergen

Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Rhapsodie in Schwarz" war eine der von mir am meisten ersehntesten Fortsetzungen in diesem Frühjahr. Meine Erwartungen waren hoch und wurden übertroffen, wenn auch ganz anders als gedacht !

Sophie Jordan knüpft in diesem zweiten und finalen Band ihrer Dilogie nahtlos an den Vorgänger an.

Davy und ihren Freunden ist die Flucht aus Mount Haven gelungen.
Sie versuchen sich nach Mexico zu retten, wo es angeblich viele Flüchtlingslager für HTS Träger geben soll, doch auf ihrer Flucht wird die Gruppe voneinander getrennt und Davy erleidet eine Verletzung die sie das Leben kosten könnte. Durch einen glücklichen Umstand wird sie allerdings vom Mitglied einer Widerstandszelle gefunden und ihr Leben wird gerettet. Die Gruppe, Caden, bietet ihr an, zu bleiben und sich dem Widerstand anzuschließen. Doch wird sie bleiben ?

Der Fokus liegt hier erstaunlicherweise nicht wie erwartet auf der Entwicklung des Systems, sondern auf Davy's innerem Kampf mit sich selbst, auf ihren Selbstzweifeln, ihren Selbstvorwürfen, aber auch auf einer aufkeimenden Romanze, die sie eigentlich gar nicht will und der sie sich immer wieder versucht zu entziehen.

Der Widerstand und auch der Zerfall des ach so tollen Systems spielt sich eher in zweiter Reihe ab, einmal durch das Geschehen in der Widerstandszelle, aber auch durch kurze Mails, Gespräche oder Nachrichten, die man zwischen den Kapiteln findet.

Ich bin ein bisschen zwiegespalten was diese Entwicklung angeht. Ganz und gar nicht im negativen Sinne, aber ich hatte etwas völlig anderes erwartet und habe stattdessen etwas bekommen, das mit meinen Erwartungen nichts gemein hatte und mich trotzdem komplett mitgerissen, emotional berührt und vor allem total zufriedengestellt hat. Irgendwie verrückt und furchtbar schwer zu beschreiben.

Davy hat eine enorme Entwicklung durchgemacht. Von der einstigen Homecoming Queen ist nicht viel übrig geblieben. Sie hasst das Zweiklassen-System, denkt zeitgleich jedoch auch, das daran irgendetwas richtig sein muss. Dies hat vor allem damit zu tun, das sie durch Notsituationen dazu gezwungen war, Anderen Leid zuzufügen. Ist sie deshalb jetzt ein schlechter Mensch ? Hat das System Recht, wenn es sagt, das man die Menschen ohne HTS vor Leuten wie ihr schützen muss? Diese Zweifel und Ängste bewegen Davy, lassen sie nicht los und ziehen sich so präsent durch die ganze Geschichte.
Davy weiß nicht wem sie vertrauen soll, wem sie vertrauen kann. Sie weiß nicht was die Zukunft für sie bereithält und sie muss ihre Freunde finden. Und dann kommt da ausgerechnet Caden, für den sie Gefühle entwickelt. Wie soll sie diese nur zulassen?

Davys innerer Kampf ist der rote Faden und macht einen Großteil der Geschichte aus, was mir wirklich gut gefallen hat und vielleicht auch viele Leser zum Nachdenken anregen wird, denn es geht dabei um Themen wie Moral, Vorurteile, Ausgrenzung. Themen die aktueller nicht sein könnten.
Aber auch Spannung, Action und wie oben erwähnt, die Liebe, kommen hier nicht zu kurz.

Sophie Jordan hat eine besondere Art verschiedene Themen gekonnt zusammenzubringen und schreibt sich gerade total in mein Herz. Bereits mit Band 1 hat sie mich ja schon total gepackt, doch mit diesem Band setzt sie nochmal eins drauf und so wird INFERNALE zu einer der besten Dilogien die ich in den letzten Jahren gelesen habe !!! 

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