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391 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

das juwel, fjb, jugendbuch, fantasy, amy ewing

Das Juwel – Der Schwarze Schlüssel

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.04.2017
ISBN 9783841440198
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man weiß, das man den letzten Band einer Reihe in den Händen hält und sich bald von lieb gewonnenen Charakteren und einer großartigen Geschichte trennen muss, dann schwingt da nicht nur Wehmut mit, sondern die Erwartungen an diesen finalen Band sind unglaublich hoch.
Zumindest ist das bei mir so, denn ich erwarte einfach, das eine phänomenal gut erzählte Reihe, die mich von Anfang an begeistern konnte, sich am Ende noch einmal steigert und mich vor allem zufrieden zurücklässt.

Amy Ewing ist dies mit ihrem finalen Band "Der schwarze Schlüssel" vollends geglückt. Sie hat mich nicht nur sofort zurück ins Geschehen katapultiert, sondern noch einmal für jede Menge Überraschungen gesorgt, die Spannung bis zum Schluß hoch gehalten und die Geschichte in einem wirklich fulminanten Showdown zu einem Abschluß gebracht, der mich mit einem absolut guten Gefühl zurücklässt.

Wer die Reihe noch nicht gelesen hat, der möge den nächsten Absatz bitte überfliegen, da ich Spoiler nicht komplett ausschließen kann !!!

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In "Der schwarze Schlüssel" erleben wir alles was geschieht, aus Sicht von Violet, deren Kräfte sich mittlerweile noch gesteigert haben und die zu einer wichtigen Figur für den Widerstand geworden ist. Sie soll die Paladininnen, die Surrogate, im Kampf gegen den Adel anführen, sie leiten und gemeinsam mit ihnen die große Mauer die das Juwel umgibt, zum Einsturz bringen.
Doch sie muss auch ihre Schwester Hazel retten, die von der Herzogin am See entführt wurde und Violets Platz als Surrogat einnehmen soll.
Violet ist hin- und hergerissen, einerseits will sie ihre Schwester beschützen, andererseits will sie ihren Freunden und dem Widerstand helfen.
Doch wenn sie im Juwel auffliegt, dann ist alles verloren....
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Weiter will ich auf die Handlung gar nicht eingehen. Allerdings kann ich sagen, das es, auch wenn die Geschichte jetzt abgeschlossen ist, vielleicht doch noch Stoff für das ein oder andere Sequel geben könnte. Beispielsweise würde ich mich sehr darüber freuen, etwas über Ash zu lesen. Denn der ficht in diesem Band seinen ganz eigenen Kampf auf. Schon in Band 2 haben wir erlebt, wie nutzlos er sich fühlt und wie sehnlich er sich wünscht den Widerstand zu unterstützen und einfach mehr zu sein, als ein Gefährte. Im dritten Band bekommt er seine Chance, doch leider bekommt man die als Leser nur am Rande, durch ein paar wenige zusammenfassende Sätze, mit. Das fand ich ein bisschen schade. Einerseits. Andererseits fand ich es aber auch gut, das sich Amy Ewing auf Violets Sicht beschränkt hat. Das garantiert nämlich einen durchweg angenehmen Lesefluß.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat war die Entwicklung der Charaktere. Allen voran natürlich Violet, die ja von Anfang an schon immer eine tapfere und mutige Kämpferin war, bereit sich gegen den Adel aufzulehnen.
In diesem letzten Band ist sie sehr zwiegespalten, macht sich viele Vorwürfe, zeigt zwischen den Zeilen ihre Angst und ihre Zweifel, doch als es darauf ankommt, wird sie von ihrem starken Willen und ihrem Mut getrieben und tut letztendlich immer das was richtig ist.
Auch die Nebencharaktere entwickeln sich und die Ansichten der ein oder anderen Figur werden zur Überraschung.

Wie schon in den beiden Vorgängerbänden fliegt man auch in diesem letzten Band viel zu fix durch die Seiten und das Ende kommt viel zu schnell und definitiv mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Fazit:

Für mich war "Der schwarze Schlüssel" ein perfektes Finale der Trilogie um Violet Lasting und das Juwel !

Amy Ewing fesselt von der ersten Seite an, begeistert durch fantastische Elemente und eine immerwährende Spannung, durch großartige, facettenreiche Charaktere und bringt ihre Trilogie in einem fulminanten Showdown zu einem würdigen Abschluß, der mich glücklich zurück lässt.

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13 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Der Himmel über Appleton House

S. E. Durrant , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560308
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man an Geschichten denkt, die in Waisenhäusern oder Kinderheimen spielen, dann hat man als Erstes doch irgendwie immer ein ganz anderes Jahrhundert und eher grausige Zustände im Sinn. Genau deshalb hatte ich eine solche Geschichte auch in "Der Himmel über Appleton" erwartet.

Doch schon auf den ersten Seiten wurde ich eines Besseren belehrt und positiv überrascht, denn die Geschichte spielt in den 1980er Jahren in London.

Ira, die eigentlich Miracle heißt, aber nicht gerne so genannt wird, weil sie mit ihren 10 Jahren schon lange nicht mehr an Wunder glaubt, und ihr Bruder Zac sind es gewohnt von einer Pflegefamilie zur Nächsten zu ziehen.
Als die aktuellen Pflegeeltern sich nicht mehr kümmern können, kommen sie ins "Skilly House". Ein Londoner Kinderheim.
Dort ist es aber wider Erwarten gar nicht so schrecklich, wie man als Leser im Vorfeld vielleicht befürchtet hat.
Die Kinder leben sich recht schnell ein, erfahren durch die Betreuerin Hortense und den Hausmeister Silas so etwas wie Familie und Liebe, sie schließen eine eigentümliche Art von Freundschaft mit den anderen Kindern.
Eigentümlich deshalb, weil man sein Herz besser nicht an Kinder hängt, die das Skilly House irgendwann sowieso wieder verlassen.

Und das tun sie. Scharenweise. Ira und Zac müssen lange Zeit zusehen, wie Kinder Kommen, aber vor allem Gehen, neue Familien, ein Heim und Geborgenheit erfahren.
Das tut weh, besonders Ira, denn auch sie wünscht sich einen Ort den sie ihr Zuhause nennen kann. Doch Geschwister zu vermitteln ist schwierig und Ira und Zac sind sich einig, das sie sich niemals voneinander trennen werden.

Als sie die Nachricht bekommen, das sie in die Ferien fahren dürfen und dort bei einer Frau namens Martha in einem Haus namens Appleton House wohnen, sind sie begeistert, aber auch ängstlich. Besonders Ira. Was geschieht, wenn sie sich nicht benehmen ? Wenn sie etwas versehentlich kaputtmachen ?
Zunächst läuft alles prima, doch dann leistet sich Zac einen fatalen Schnitzer, der ihr Glück gefährden könnte...

"Der Himmel über Appleton House" ist wie all seine königlichen Brüder und Schwestern ein ganz besonderer Schatz.
Es ist eine Geschichte über Hoffnung und Träume und über den Wunsch von Zugehörigkeit, aus dem Blickwinkel eines Kindes, das sich nichts sehnlicher wünscht als glücklich zu sein, sich geborgen zu fühlen und ein richtiges Zuhause zu haben.

Erzählt wird die Geschichte komplett aus Iras Sicht. Sie beginnt mit einem kurzen Vorwort das sie als erwachsene Frau verfasst hat, die auf die Zeit in Skilly House zurückblickt und wird dann zum Tagebuch einer 10-jährigen, die uns an ihrem Alltag im Kinderheim teilhaben lässt.
Die Kapitel sind recht kurz und der Schreibstil ist sehr kindlich gehalten, es wird nichts unnötig ausgeschmückt, was das Ganze noch authentischer für mich machte.

Mit Ira fühlte ich mich sehr verbunden, ich konnte mich gut in sie hineinfühlen und ihre Emotionen nachvollziehen. Sie ist ein tolles Mädchen, hat Talent zum Schreiben und Malen. Zacs Glück steht für sie immer im Vordergrund, wodurch sie für ihr Alter schon viel zu erwachsen und reif erscheint. Das sollte kein Kind sein.

Zac ist weniger ernst als Ira, aber die macht sich ja auch so viele Sorgen, das er sich eigentlich keine mehr zu machen braucht. Er ist ein absoluter Wildfang und sobald er nach draußen kommt, nicht mehr zu bremsen. Reden allerdings ist nicht so seine Stärke. Da wirkt er eher scheu und zurückhaltend.

Und dann ist da noch Martha. Martha ist einfach nur großartig, aber das solltet ihr beim Lesen selbst erleben :)

Bevor ich zum Fazit komme, möchte ich noch kurz vom Cover schwärmen.
Es ist so wunderbar stimmig und passt perfekt zur Geschichte. Eine besondere Überraschung erlebe ich bei den Königskindern außerdem immer dann, wenn ich sie aus ihren bezaubernden Schutzumschlägen befreie, denn darunter kommt immer ein ganz toll bedrucktes Buch zum Vorschein.
Im Fall von "Der Himmel über Appleton House" ist es der Blick in die Baumkrone durch die die Sonne blinzelt. Wunderschön.

Fazit:
"Der Himmel über Appleton House" von S.E.Durrant ist ein wundervolles, harmonisches Königskind. Eine wunderbar authentisch erzählte Geschichte, voller Hoffnung und dem Wunsch nach Glück und Zugehörigkeit.

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147 Bibliotheken, 47 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

italien, liebe, sommer, liebesroman, freundschaft

Brausepulverherz

Leonie Lastella
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596035465
Genre: Liebesromane

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138 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

dystopie, marthas widerstand, kerry drewery, death is justice, medien

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der es kein Rechtssystem mehr gibt, wie wir es kennen. In der es keine Beweisführung mehr gibt und in der die Reichen, die Mächtigen und Korrupten entscheiden, wer zum Tode verurteilt wird und wer leben darf.

In dieser Welt lebt Martha. In einem London irgendwo in der Zukunft, in der der arme Teil der Bevölkerung in den Wolkenkratzern sich irgendwie über Wasser halten muss, während die Reichen in den Avenues in Saus und Braus leben und über die "Kleinen" richten.

Es gibt in dieser Welt kein normales Rechtssystem mehr. Stattdessen werden Menschen, die man des Mordes bezichtigt in ein Zellensystem gesteckt. 7 Zellen an der Zahl. Jeden Tag wechselt man die Zelle und die Bevölkerung stimmt in einer TV Show darüber ab ob man schuldig oder nicht schuldig ist. Schuldig bedeutet, das am Ende, in Zelle 7 der Tod auf einen wartet.

"Ich kann die Märtyrerin sein."

Martha wird des Mordes am beliebtesten Wohltäter der Stadt bezichtigt. War sie nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder hat sie ihn wirklich umgebracht ? Sie selbst plädiert auf schuldig, denn sie weiß das es im Endeffekt keine Rolle spielt was sie sagt, man wird sie so oder so verurteilen, denn die Leute die das Spiel bestimmen sind korrupt. Eine machtgeile Gesellschaft, die sich selbst reinwäscht und andere, die Schwächeren, für ihre Vergehen bluten lässt.

Dies muss SIE ändern ! Die Welt da draußen muss erfahren, was wirklich hinter diesem perfiden System steckt und sie muss dies außerdem tun, um die Menschen die sie liebt zu schützen.

Meinung:
Wäre ich bei diesem Buch nur nach der Optik gegangen, dann wäre es wohl niemals in meinem Besitz gelandet, denn ehrlich gesagt finde ich es ziemlich hässlich. Dabei ist das natürlich Quatsch, denn schließlich kommt es bei Büchern, wie wir alle wissen, immer auf den Inhalt an.
Und der sprach mich, rein vom Klappentext her, schon ziemlich schnell an.

Die Idee war für mich einfach neu und deshalb faszinierend und auch schockierend ! Eine TV Show in der man über Leben und Tod bestimmt ? Absurd !  
Wenn man allerdings die Geschehnisse in der großen weiten Welt beobachtet, dann ist es vielleicht gar nicht so abwegig, das es solche Dinge in der Zukunft einmal geben mag, wo doch gerade so viele Irre an der Macht sind und es so viel Hass überall gibt !  

Kerry Drewery hat das in ihrem Roman ziemlich gut eingefangen, denn das Volk dürstet regelrecht nach Hinrichtungen. Ob der Beschuldigte hierbei Schuldig oder nicht schuldig ist, interessiert eigentlich niemanden mehr. Es geht eher um die Sensationsgeilheit und das Gefühl von Macht, das man empfindet, wenn man telefonisch für Leben oder Tod abstimmt.

Sowohl Setting als auch Inhalt sind sehr düster gehalten und der Schreibstil ist speziell, aber wirklich großartig.

Zum einen erleben wir Marthas Tage in der Zelle in der 1. Form. Sie erzählt was gerade mit ihr passiert, lässt uns an ihren Gedanken teilhaben, die durch die Umstände in den einzelnen Zellen manchmal etwas ungefiltert und konfus daherkommen, so aber die Situation noch einmal bewusster machen.
In ihren Gedanken blickt sie außerdem immer wieder zurück auf die Anfänge dieser ganzen Farce und so ergeben die einzelnen Fragmente nach und nach ein ganzes Bild und der Leser erkennt was hinter allem steckt.

Die anderen Kapitel sind in der 3. Form geschrieben und befassen sich mit dem was außerhalb der Zellen passiert. Dabei beleuchten sie die TV Show, sowie die Gedanken und Handlungen von Protagonisten die teilweise ebenfalls tragende Rollen spielen, auf die ich hier aber nicht so sehr eingehen möchte, um Euch nicht unnötig zu spoilern. Eine dieser Figuren zu der ich aber doch kurz etwas schreiben möchte ist Eve Stanton.

Sie ist die psychologische Betreuerin des Systems. Früher war sie Staatsanwältin, doch seit das Rechtssystem abgeschafft wurde, ist sie die letzte Person zu der die Verurteilten eine Bindung aufbauen und ihr Herz ausschütten können. Sie sieht Martha einmal am Tag und merkt ziemlich schnell, das diese ein Geheimnis hütet. Sie spürt das Martha nicht schuldig ist und will ihr irgendwie helfen.
Für mich war Eve neben Martha eine der wichtigsten und charakteristisch stärksten Figuren in diesem Buch.

Der Plot entwickelt sich spannend und temporeich und endet in einem Finale in dem sich die Ereignisse nur so überschlagen.
Leider endet es aber auch mit einem klitzekleinen Cliffhanger, denn "Marthas Widerstand" ist kein, wie von mir angenommen, Einzelband, sondern der Auftakt einer Dilogie.

Band 2 ist laut Angaben im Buch für 2018 geplant.

Fazit:
Mich hat MARTHAS WIDERSTAND in vielerlei Hinsicht überrascht. Es ist eine gelungene Kombination aus Thriller und Dystopie, temporeich und spannend erzählt, die ich euch wirklich nur empfehlen kann, wenn ihr mal wieder nach ein bisschen Adrenalinschüben und Nervenkitzel lechzt.

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135 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

fischer, tabletten, erinnerung, paige, drake

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Flora - sei mutig !

Sie ist 17. Sie hat am Strand einen Jungen geküsst. Sie erinnert sich.

Flora Banks ist alles andere als ein gewöhnlicher Teenager. Im Alter von 10 Jahren erlitt sie eine Amnesie, die ihr Kurzzeitgedächtnis stark zerstört hat und deshalb kann sie sich nur an Dinge erinnern die DAVOR geschehen sind. Doch dann ist da dieser Junge: Drake. Der Freund ihrer besten Freundin Paige, an die sich erinnern kann, weil sie schon seit ihrem 4. Lebensjahr mit ihr befreundet ist. Drake küsst Flora am Strand und dieses Erlebnis ist für die 17-jährige scheinbar so einschneidend, das sie sich daran erinnern kann. Sie erhofft sich durch Drake eine Heilung. Doch der zieht zum Studieren an den Nordpol und hinterlässt in Floras Leben ein ganz schönes Chaos, das eine ganze Kette unvorhergesehener Ereignisse nach sich zieht und Flora das Abenteuer ihres Lebens beschert...

Meinung:
Was mich an diesem YA Debüt von Emily Barr noch vor dem Klappentext ansprach, war definitv dieses wundervolle Cover. Es ist bezaubernd und wohl der Mädchentraum schlechthin, mit seinem bonbonrosa Hintergrund, den verschiedenen Schrifttypen, den Schnörkeln und, was man hier leider nicht sehen kann, mit seiner Spotlack Lackierung. Wunderschön.

Auch inhaltlich sprach mich die Geschichte sehr an, denn ich lese einfach zu gerne tiefgründigere Coming-of-Age Romane und da passt dieses Buch einfach perfekt.

Der Einstieg hat mich etwas irritiert, denn die Geschichte wird aus Floras Sicht erzählt und die lebt in ihrer völlig eigenen Welt. Durch ihre Amnesie kann sie sich nur an Dinge erinnern, die sie entweder vor ihrem 10. Lebensjahr erlebt hat oder die sie sich auf irgendeine Art und Weise notiert. Das bedeutet, das sie, sobald sie einen neuen Blackout hat, immer wieder von vorne beginnen muss, sich an verschiedene Sachen zu erinnern und so wird alles immer wiederholt.
"Sie ist Flora. Sie ist 17. Sie hat einen Jungen geküsst."
Sich an diese Erzählweise zu gewöhnen, war nicht so leicht und ich hatte ehrlich gesagt schon ein wenig Angst, das mir das im Verlauf der Geschichte auf die Nerven gehen könnte.

Glücklicherweise war diese Angst unbegründet, denn Flora macht die Wiederholungen durch ihren Charakter und ihre "verrückten" Handlungen absolut wett. Ja, ich fühlte mich durch diese Erzählweise sogar sehr eng mit Flora verbunden, konnte ihre Ängste und Zweifel nachvollziehen und bewunderte ihren unerschrockenen Mut.
Sie ist eine junge Frau, die in den Gedanken einer 10-jährigen feststeckt, die sich davon aber befreien möchte. Man spürt ganz deutlich was in ihrem Unterbewusstsein passiert und das sie sich in ihrem Inneren doch an viel mehr Dinge erinnert, als ihr Gehirn zulässt. Es ist ganz schwer, Flora auch nur ansatzweise zu beschreiben, denn für mich ist sie eine wahnsinnig komplexe Figur.

Besonders mochte ich ihre kleinen Eigenheiten, mit denen sie sich wichtige, manchmal auch nichtige, Dinge gemerkt hat. Ich hab sie mir bildlich dabei vorgestellt, wie sie sich auf die Arme kritzelt, im ganzen Haus Post its verteilt oder in ihren Notizbüchern liest.

Ein bisschen weniger begeistert als Floras Charakterzeichnung, hat mich der Plot. Zwar fand ich die Idee wirklich großartig und ich finde, das Emily Barr hier eine wirklich sehr facettenreiche Geschichte geschaffen hat, aber es gab auch sehr viele Logikfehler, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte und bei denen ich immer wieder zwischen: "Das Buch ist so unglaublich gut" und "Das ist doch sowas von an den Haaren herbeigezogen" schwankte.
Doch unbestritten ist die Tatsache, das mich Emily Barr mit der Geschichte um Flora in ihren Bann gezogen hat. Ich wollte trotz aller Unstimmigkeiten und teilweise vorhersehbaren Entwicklungen immer weiter und weiter und weiter lesen. Und am Ende wurde ich sogar durch einen extremen Plottwist noch einmal überrascht. Ich hatte echt das Bedürfnis direkt ins Buch kriechen zu wollen um einigen Leuten die Meinung zu geigen.

Das Ende kam sehr emotional und überraschend daher und auch wenn ich mir noch zwei oder vielleicht drei Seiten mehr gewünscht hätte, bin ich doch zufrieden damit.

Fazit:
Im Gesamten, und mit einem Tag Abstand betrachtet, muss ich sagen, das Floras Abenteuer vielleicht nicht ganz so rund und auch nicht ganz so perfekt durchdacht war, wie ich mir das gewünscht hätte, ABER Emily Barr hat mich damit sehr berührt, sie hat mich an die Seiten gefesselt und sie hat vorallem eine Botschaft gesendet, nämlich die, das es sich im Leben manchmal lohnt alles zu wagen und einfach mutig zu sein. Aller Widrigkeiten zum Trotz.

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

asperger, autismus, 2017, freundschaft, ullstein verlag

Fuchsteufelsstill

Niah Finnik
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 07.04.2017
ISBN 9783961010035
Genre: Romane

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, koffer, familie, schule

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Immer wieder gibt es Geschichten, die mich als Leserin wahnsinnig berühren, doch ich glaube noch niemals zuvor hat mich ein Buch, ja gar ein DEBÜTROMAN, innerlich so sehr zerrissen wie DER KOFFER von Robin Roe.

Vor über zwei Wochen schon habe ich das Buch, nach nur ganz kurzer Lesezeit, beendet und nach wie vor weiß ich nicht wie ich all meine Emotionen in einer Rezension verpacken soll. Dieses Buch ist so wunderbar, aber auch so grausam, aufwühlend und dann wieder so unglaublich hoffnungsvoll. Es ist die GEFÜHLSACHTERBAHN von der man immer wieder redet, die man bis zu diesem Titel aber nur ansatzweise wirklich erfassen konnte. Das wird einem klar, wenn man erst einmal in Julians Geschichte eingetaucht ist.

Julian ist 14, er ist Waise und ein sehr introvertierter und schüchterner Junge, der von seinen Mitschülern, wenn überhaupt, nur als ein perfektes Opfer für Spott wahrgenommen wird. Er hat keine Freunde, verbringt seine Pausen zurückgezogen in einem Geheimversteck und alles was ihm von seinen Eltern geblieben ist, ist ein Koffer, ein paar Notizbücher seiner Mutter und die Erinnerungen an eine wohlbehütete und schöne Kindheit. Er lebt bei seinem schrecklichen Onkel, der ihm Tag für Tag zeigt wie nutz- und wertlos er ist.Sein ohnehin geringes Selbstwertgefühl schrumpft immer weiter.

Doch dann trifft er auf Adam. Adam, der nach dem Tod von Julians Eltern sein Pflegebruder war, der sich um ihn kümmerte. Ihre Wege hatten sich durch den Umzug zum Onkel getrennt und als sie jetzt wieder aufeinandertreffen, ist es Julian zunächst erst sehr unangenehm, denn er denkt, es sei seine Schuld gewesen, das sich Adam und seine Mutter nicht mehr bei ihm gemeldet haben.

Adam ist das krasse Gegenteil von Julian. Er ist locker, offen. Scheint bei seinen Freunden und auch bei den Lehrern beliebt. Adam geht auf die Menschen zu; so auch auch Julian. Die beiden nähern sich wieder an und Adam verbringt viel Zeit mit Julian, der nach und nach zum Teil von Adams Clique wird und sich dadurch immer weiter öffnet, der zuässt das man ihn wahrnimmt und der beginnt, das Leben wieder zu genießen. 

Doch das Glück währt nur kurz, denn zuhause da lauert erdrückende Dunkelheit und ein grausames Monster. Julian kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal Adam. Doch der ist ein aufmerksamer Beobachter und merkt, das irgendetwas nicht stimmt...

Direkt auf den ersten Seiten entwickelt die Geschichte so einen derart krassen Sog, das man sich ihr nicht mehr entziehen kann und auch gar nicht will.
Robin Roe hat einen sehr ausdrucksstarken und bildhaften Schreibstil, sie verflicht sehr ernste, düstere Themen mit ganz viel Hoffnung, Glück und mit Freundschaft. Man wird in Licht und Schatten gehüllt, deren erbitterten Kampf man förmlich fühlen kann. 

Ganz besonders gefallen hat mir auch die Charakterzeichnung. Hier hat sich die Autorin wirklich viel Mühe gegeben. Ich mochte besonders Adam sehr gerne. Er ist ein offener und hilfsbereiter, aber auch ziemlich aufmerksamer Mensch.

Außerdem gefällt mir gut, wie die Autorin sein ADHS einbringt. Er hat es zwar im Griff, fühlt sich gut, aber ich finde als Leser merkt man das er permanent hibbelig ist. Er kann einfach nicht stillsitzen und braucht immer Bewegung. Die Art wie Robin Roe das für den Leser hervorbringt, so das man es zwar deutlich spürt, es aber nicht im Vordergrund steht, finde ich großartig.

Bei Julian merkt man, wie er sich in Adams Gegenwart immer mehr entspannt und sich Sachen traut. Trotzdem wirkte er auf mich nie wie ein normaler 14-jähriger, sondern wie ein kleines Kind.

Es war wunderbar zu sehen, wie sich die Freundschaft zwischen den beiden Jungs entwickelt und wie sich Julian durch Adam und seine Clique immer weiter ins Positive verändert. 

Das letzte Drittel des Buches war sehr schockierend und wahnsinnig beklemmend für mich und wird mich sicher auch noch eine ganze Weile beschäftigen.

Als Mutter bin ich bei solchen Wendungen ohnehin schon immer überempfindlich, aber die Situationen, die Julian hier erlebt und durchleiden muss, haben mein Mutterherz mehr als nur einmal gebrochen und das hatte auch immer wieder zur Folge, das ich beim Lesen mehrmals Weinen musste.

Ein kleiner Kritikpunkt, der allerdings meine Bewertung des Buches nicht schmälern wird, war eine Situation am Ende, die auf mich zu überzogen wirkte. Ich finde, man hätte das ein wenig realistischer lösen und abschließen können. 

Fazit:

DER KOFFER von Robin Roe ist das wohl großartigste, emotionalste, bedrückendste, grausamste, perfekteste Debüt, das ich jemals gelesen habe ! Und das sind keine dahergesagten Phrasen, sondern es ist mein voller Ernst. Die Autorin hat hier eine Geschichte geschaffen, die mich nachhaltig noch lange beschäftigen und für immer einen Platz in meinem Leserherz haben wird.

Bitte bitte lest dieses Buch  !

Anmerkung:

Die Geschichte ist zuweilen sehr hart und für mich kein Jugendbuch im klassischen Sinne. Ich würde eine Leseempfehlung erst ab 15 oder 16 aussprechen und sie nach oben hin definitiv offen lassen. 


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798 Bibliotheken, 73 Leser, 5 Gruppen, 114 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Twisted Palace

Erin Watt
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei EverAfter Romance, 02.11.2016
ISBN 9781682305065
Genre: Erotische Literatur

Rezension:  
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461 Bibliotheken, 28 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

erin watt, paper prince, intrigen, ella, familie

Paper Prince

Erin Watt , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492060721
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Reed hat Mist gebaut. Für einen Royal nichts Ungewöhnliches. Doch dieses Mal hat er den Bogen überspannt und sich in eine Situation katapultiert, die nicht nur dafür sorgt, das Ella ihre Sachen packt und abhaut, sondern die auch die gute Bindung zu seinen Brüdern auf eine harte Probe stellt. Dies alles hat weitreichende Konsequenzen, denn der Bruch mit seinen Brüdern und die Gerüchte die durch Ellas Abwesenheit entstehen sorgen dafür, das er die Kontrolle über das Schulleben verliert und auch im Privaten läuft einfach nur nix.

Meinung:
Ich möchte nicht weiter auf den Inhalt eingehen, denn der ist hier doch recht komplex und reicht von einer sich immer enger zuziehenden Spirale aus Lügen und Intrigen, über extreme Boshaftigkeiten und Mobbing, bis hin zu einer wirklich emotionalen Lovestory. Dies alles gipfelt aber in einem wirklich krassen Cliffhanger, bei dem du dir nur denkst: WHAT ?!

Genau dies war auch der Grund, warum ich sofort und direkt zur englischen Ausgabe von Band 3 greifen musste. Ich kann einfach nicht warten bis er auf deutsch in den Buchhandlungen steht, was im Mai der Fall sein wird und das obwohl es auch diesmal wieder ein paar Kritikpunkte gibt.

Naja, eigentlich ist es nur einer den man aber über das ganze Buch ausweiten kann und muss. Denn was mich wirklich stört ist, wenn sich Probleme einfach so in Wohlgefallen auflösen oder es einfach zu viele Zufälle gibt. Und genau dies ist hier leider der Fall. Es gibt zu viele Dinge, die für mich nicht so wirklich nachvollziehbar vonstatten gingen.

Trotzdem bin und war ich in der Geschichte gefangen. Direkt von Anfang an. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend und man kann sich einfach nicht lösen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, das mich die Reihe so packen kann, aber hey...ich habe zwei Bücher in 3 Tagen gelesen und das alleine spricht ja eigentlich schon für sich.

Obwohl Band 2 nahtlos an seinen Vorgänger anknüpft, werden die wichtigsten Fakten im Verlauf noch einmal kurz wiederholt. Wenn man das Buch jetzt direkt im Anschluss liest, dann ist das so naja, aber wir alle kennen auch diese Situation das zwischen den Bänden manchmal etwas Zeit vergeht, dann ist so eine kurze Zusammenfassung immer nochmal ganz hilfreich.

Im Vergleich zu "Paper Princess", wo wir die Geschichte komplett aus Ellas Sicht erleben, wechseln die Autorinnen in "Paper Prince" zwischen Reed und Ella hin und her. Ich habe diesen Wechsel sehr begrüßt, da man so in beider Köpfe gucken und ihre Handlungen, Gefühle und Gedanken besser nachvollziehen kann. Es schafft außerdem eine bessere Verbindung zu den beiden Protagonisten und bringt mehr Tiefe mit, die mir in Band 1 ein wenig zu kurz kam. Sie legen allesamt eine echt gute Wandlung hin, auch wenn diese nicht immer in positive Richtung verläuft.

Fazit:
Wenn ihr Lust auf eine wirklich aufwühlende und packende Story habt, die Euch zudem durch, an den richtigen Stellen eingebrachten Humor, durch Spannung und Action, aber auch durchaus durch jede Menge amüsanter Klischees bei denen man gerne mit den Augen rollt, unterhält, dann solltet ihr Euch diese Reihe auf keinen Fall entgehen lassen.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

all ag, schule, 2017, freundschaft, jugendbuch

All die verborgenen Dinge

Sarah Moore Fitzgerald
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.03.2017
ISBN 9783737351973
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mintys Welt steht Kopf. Behütet aufgewachsen und von ihren Eltern geliebt, findet sie sich in einer Situation wieder, in der sie Beide plötzlich gar nicht mehr verstehen kann. Sie haben sich getrennt und Minty hat das Gefühl sich von beiden Elternteilen immer mehr zu entfremden oder ist es andersherum ? Minty weiß nicht mehr wer sie ist und wo sie steht, sie begreift nicht, warum ihre Mutter nicht zugeben kann, das es ihr nach der Trennung schlecht geht und sie hat keine Ahnung was ihr Vater nur an seiner neuen Frau findet.
In all dieses Gefühlschaos platzt Ned. Ein schweigsamer Junge, der mit seiner Großmutter in einem alten Wohnwagen in Nettlebog wohnt und der Nachts die abenteuerlichsten Dinge tut.
Minty ist fasziniert von Ned und fest entschlossen ihn als Freund zu gewinnen.....

Meinung:
Das Cover besticht durch seine kräftigen, freundlichen Farben und wann immer ich das Buch betrachte oder kurz zur Hand nehme, kann ich fast den Sommer spüren.
Von der Optik passt es im Übrigen auch perfekt zu Sarah Moore Fitzgeralds erstem, bei Fischer erschienenen, Titel "Das Apfelkuchenwunder".

Sarah Moore Fitzpatrick hat einen leichten Schreibstil. Ihre Sätze sind kurz und ihr Stil ist flüssig und sprachlich wirklich schön. Die Geschichte erzählt sie aus Mintys Sicht. Gut gewählt, denn so bekommt der Leser direkt einen guten Zugang zu ihrer Gefühls- und Gedankenwelt. Ich mochte sie sehr gerne und es hat Spaß gemacht Zeit mit ihr zu verbringen. Sie ist ein nettes Mädchen, das nicht so recht weiß wo es steht und versucht seinen Platz im Leben zu finden. Besonders nach der Trennung ihrer Eltern fällt ihr das schwer. Ned wird ein wichtiger Bestandteil auf dieser Suche nach sich selbst, denn er zeigt ihr, mehr unbewusst, was alles in ihr steckt.

Auch die Handlung fand ich toll, zumindest anfangs. Sarah Moore Fitzpatrick versucht eine ausgewogene Mischung aus unbeschwerter Jugend und ernsthaften Themen zu kreieren, was ihr zunächst auch gelingt. Es geht unter anderem um Selbstfindung, aber auch darum Vorurteile zu bekämpfen, es geht um Mut und um Freundschaft. Im weiteren Verlauf werden Neds Pferde allerdings immer wichtiger und rücken in den Fokus. Einerseits war das für mich nachvollziehbar, weil Minty ja über sich hinauswachsen will und soll, was ihr durch die Liebe zu den Pferden gelingt, aber andererseits rutschten andere, wichtigere Themen dadurch in den Hintergrund und wurden zu oberflächlich behandelt.

Das Ende war mir zu wenig durchdacht und kam leider viel zu plötzlich.

Fazit:
Würde ich zur Zielgruppe der 12-14-Jährigen gehören und hätte obendrein noch ein Faible für Pferde, so hätte mich "All die verborgenen Dinge" wohl sehr sehr glücklich gemacht.

Da dies aber nicht der Fall ist muss ich leider sagen, das mich die Geschichte zwiespältig zurücklässt. Sarah Moore Fitzpatrick hat einen schönen, flüssigen Schreibstil; Idee und Ansätze sind wirklich toll, doch in der Umsetzung wurde an Tiefe gespart, es gibt zu viele Oberflächlichkeiten und ein irgendwie abruptes Ende.

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(89)

281 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

dystopie, infernale, liebe, sophie jordan, mördergen

Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Rhapsodie in Schwarz" war eine der von mir am meisten ersehntesten Fortsetzungen in diesem Frühjahr. Meine Erwartungen waren hoch und wurden übertroffen, wenn auch ganz anders als gedacht !

Sophie Jordan knüpft in diesem zweiten und finalen Band ihrer Dilogie nahtlos an den Vorgänger an.

Davy und ihren Freunden ist die Flucht aus Mount Haven gelungen.
Sie versuchen sich nach Mexico zu retten, wo es angeblich viele Flüchtlingslager für HTS Träger geben soll, doch auf ihrer Flucht wird die Gruppe voneinander getrennt und Davy erleidet eine Verletzung die sie das Leben kosten könnte. Durch einen glücklichen Umstand wird sie allerdings vom Mitglied einer Widerstandszelle gefunden und ihr Leben wird gerettet. Die Gruppe, Caden, bietet ihr an, zu bleiben und sich dem Widerstand anzuschließen. Doch wird sie bleiben ?

Der Fokus liegt hier erstaunlicherweise nicht wie erwartet auf der Entwicklung des Systems, sondern auf Davy's innerem Kampf mit sich selbst, auf ihren Selbstzweifeln, ihren Selbstvorwürfen, aber auch auf einer aufkeimenden Romanze, die sie eigentlich gar nicht will und der sie sich immer wieder versucht zu entziehen.

Der Widerstand und auch der Zerfall des ach so tollen Systems spielt sich eher in zweiter Reihe ab, einmal durch das Geschehen in der Widerstandszelle, aber auch durch kurze Mails, Gespräche oder Nachrichten, die man zwischen den Kapiteln findet.

Ich bin ein bisschen zwiegespalten was diese Entwicklung angeht. Ganz und gar nicht im negativen Sinne, aber ich hatte etwas völlig anderes erwartet und habe stattdessen etwas bekommen, das mit meinen Erwartungen nichts gemein hatte und mich trotzdem komplett mitgerissen, emotional berührt und vor allem total zufriedengestellt hat. Irgendwie verrückt und furchtbar schwer zu beschreiben.

Davy hat eine enorme Entwicklung durchgemacht. Von der einstigen Homecoming Queen ist nicht viel übrig geblieben. Sie hasst das Zweiklassen-System, denkt zeitgleich jedoch auch, das daran irgendetwas richtig sein muss. Dies hat vor allem damit zu tun, das sie durch Notsituationen dazu gezwungen war, Anderen Leid zuzufügen. Ist sie deshalb jetzt ein schlechter Mensch ? Hat das System Recht, wenn es sagt, das man die Menschen ohne HTS vor Leuten wie ihr schützen muss? Diese Zweifel und Ängste bewegen Davy, lassen sie nicht los und ziehen sich so präsent durch die ganze Geschichte.
Davy weiß nicht wem sie vertrauen soll, wem sie vertrauen kann. Sie weiß nicht was die Zukunft für sie bereithält und sie muss ihre Freunde finden. Und dann kommt da ausgerechnet Caden, für den sie Gefühle entwickelt. Wie soll sie diese nur zulassen?

Davys innerer Kampf ist der rote Faden und macht einen Großteil der Geschichte aus, was mir wirklich gut gefallen hat und vielleicht auch viele Leser zum Nachdenken anregen wird, denn es geht dabei um Themen wie Moral, Vorurteile, Ausgrenzung. Themen die aktueller nicht sein könnten.
Aber auch Spannung, Action und wie oben erwähnt, die Liebe, kommen hier nicht zu kurz.

Sophie Jordan hat eine besondere Art verschiedene Themen gekonnt zusammenzubringen und schreibt sich gerade total in mein Herz. Bereits mit Band 1 hat sie mich ja schon total gepackt, doch mit diesem Band setzt sie nochmal eins drauf und so wird INFERNALE zu einer der besten Dilogien die ich in den letzten Jahren gelesen habe !!! 

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paper princess, erin watt, liebe, new adult, erotik

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Anhand des Covers, das durch seine hellen Farben und die glitzernde Krone ja wirklich bildschön ist, und des Klappentextes ging ich, warum auch immer, zunächst davon aus, das es sich bei Paper Princess um einen Erotikroman handelt. Genau deshalb ist das Buch auch kurzerhand von der Wunschliste geflogen, denn auf dieses Genre habe ich mittlerweile immer weniger Lust.

Dann hat man mich in Bloggerkreisen jedoch eines besseren belehrt und mir das Buch wurde mir von mehreren Seiten wärmstens empfohlen, so das ich schließlich nachgegeben und mich dem Hype hingegeben habe.

Und ich habe es nicht bereut. Nicht eine einzige Minute !!!
Royal Princess hat mich so in seinen Bann gezogen, das ich mir, noch bevor ich Band 1 beendet hatte, direkt den zweiten Band kaufen musste.

Ella ist gerade mal 17, muss sich aber schon alleine durchs Leben schlagen. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und ihre Mutter, die ihr nie wirklich ein sicheres Leben bieten konnte, hat sie an den Krebs verloren.
Als plötzlich Callum Royal auftaucht und ihr eröffnet, er sei ihr Vormund, ändert sich alles ! Sie lässt ihr erbärmliches Leben hinter sich und taucht ein in eine Welt voller Luxus. Doch dieser Luxus hat auch viele Schattenseiten. Die wohl Größte sind Callums Söhne, die sich vorgenommen haben, Ella das Leben so richtig schwer zu machen....

Ella ist eine tolle Protagonistin, die sich von den Jungs nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Zunächst ist sie natürlich absolut verunsichert und versucht zu ergründen, warum ihr die Royals mit so viel Feindseligkeit entgegentreten, doch irgendwann hat sie von der Grübelei und den Anfeindungen genug und ihr platzt der Kragen. Sie ist taff und schlagfertig und zeigt den Jungs, das sie sich nicht zu deren Sündenbock machen lässt und auch nicht machen lassen muss ! Und dieses Verhalten wirkt, denn aus einem anfänglich zögerlichen Waffenstillstand entwickelt sich bald eine geschwisterähnliche Beziehung und Ella wird mit jedem weiteren Tag mehr zur echten Royal.
Leider schließt das aber auch mit ein, das sie sich plötzlich mit den Problemen der Jungs befassen muss und die sind teilweise wirklich drastisch. Seit dem Tod ihrer Mutter sind die 5 Brüder nämlich nicht nur schlecht auf Callum zu sprechen, sondern tragen auch jede Menge Ballast mit sich herum, den sie wirklich mal loswerden sollten.

Die Royals sind im wahrsten Sinne "BadBoys" wie sie im Buche stehen. Ich hatte ja schon mit vielen Protagonisten dieser Art das Vergnügen, aber diese Jungs sind nochmal eine ganz andere Kategorie. Ich war permanent hin- und hergerissen zwischen "Sie sind die absolute Pest" und "Sie sind so hinreißend". Wirklich schlimm, da kommt selbst Hardin Scott nicht ran und der war ja schon ein echter Idiot ! Aber die Royals übertrumpfen echt alles.

Leider, und das ist einer von wenigen kleinen Kritikpunkten, die ich an diesem Auftakt anzubringen habe, sind sie teilweise sehr blass und oberflächlich gezeichnet. Lediglich Reed und Easton stechen heraus, allerdings nicht unbedingt durch Heldentaten.
Überhaupt und dies ist ein weiterer Punkt der mich genervt hat, sind alle Figuren und auch die Handlung schon wahnsinnig klischeehaft.
Es ist vorauszuesehen, das sich Ella ausgerechnet in Reed verknallt, der ihr eigentlich am mürrischsten gegenübertritt und irgendwie war auch abzusehen, das die aufkeimende Beziehung zwischen den Beiden niemals gutgehen kann. Schon alleine deshalb, weil es im Hintergrund so viele durchtriebene Figuren gibt, die reichlich Intrigen schmieden.
Fakt ist aber auch, das ich, egal was ich hier als Kritikpunkt anbringe, im Gesamten doch total begeistert und angetan war. Seit langem hab ich keinen Roman dieser Art mehr so schnell verschlungen und das spricht doch eindeutig für sich.

Fazit:
Sicherlich ist Paper Princess ein Roman, der die Geister spalten wird. Die einen lieben es, die anderen werden es hassen. Mich persönlich hat das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn es durchaus weniger Klischees und mehr Tiefe hätte geben dürfen.

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liebe, jugendbuch, 18. jahrhundert, königskinder verlag, homosexualität

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Mackenzi Lee
E-Buch Text: 496 Seiten
Erschienen bei Königskinder, 24.03.2017
ISBN 9783646929591
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sir Henry Montague, genannt Monty, ist das reinste Ärgernis für seinen ( furchtbaren ) Vater, denn obwohl sich der Spross für die Familiengeschäfte und Belange interessieren sollte, treibt er sich viel lieber herum, schaut permanent zu tief ins Glas und fröhnt ganz ungeniert der Fleischeslust.
Als letzte Verwarnung und in der Hoffnung, das man den Spross vielleicht doch noch irgendwie erzieht, schickt man Monty, in Begleitung seines besten Freundes Percy und seiner Schwester Felicity, auf Cavaliersreise. Monty wäre aber nicht Monty, wenn er nicht, trotz eines Anstandswauwaus eine Party aus dieser langweilig angelegten Reise machen würde.
Schon in Paris schlittert er in Turbulenzen, die weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen....

Meinung:
Ich möchte nicht allzu sehr auf den Inhalt des Buches eingehen, da ich besonders in Bezug auf die Königskinder die Erfahrung gemacht habe, das man sie am besten selbst erlebt und genießt, ohne vorher allzu viel von der Geschichte zu wissen. Immer wieder erlebe ich an mir selbst, wie ich eines der Bücher im Regal ein wenig nach hinten schiebe, weil ich denke: "Ach, ich weiß nicht ob mich das so interessiert" und immer wieder werde ich dann überrascht, weil es mich wie im Fall von "Cavaliersreise" dann doch absolut und unausweichlich packt und nicht mehr loslassen will.

Mackenzi Lee schafft mit CAVALIERSREISE einen Roman, der ganz sicher nicht nur junge Leser begeistern und verzaubern wird.
Es ist eine feinhumorige, intelligente und vor allem spannende Abenteuerreise durchs wunderschöne Europa des 18. Jahrhunderts, in der Themen wie Homo-/Bi-Sexualität, die Frage nach Herkunft und Rang und ein heute nur schwer nachvollziehbares Frauenbild im Fokus stehen und dafür sorgen, das unsere herzallerliebst gezeichneten Protagonisten einer Menge Widerstände und Probleme trotzen müssen und sich auf dieser, stellenweise auch recht skurillen Reise, vor allem immer wieder selbst begegnen.

Monty, ach Monty. Er ist ein Protagonist, bei dem ich oft nicht wusste, ob ich ihn hassen oder lieben will. Er ist egoistisch, verhält sich gerade zu Beginn sehr rücksichtslos, er "säuft wie ein Loch", treibt sich in Spelunken herum und gerät durch seine tollpatschige Art immer wieder in ernste Schwierigkeiten.

Im Verlauf der Geschichte macht er eine wahnsinnig große Wandlung durch, die mich auf ganzer Linie begeistert und immer mehr für ihn eingenommen hat. Aber auch Percy hat sich ziemlich schnell einen Platz in meinem Herz sichern können und besonders Felicity hat mich total überrascht.

Was ich außerdem ganz großartig fand, war neben dem erfrischend altmodischen; irgendwie aber auch modernen und sehr bildhaften Schreibstil, die Vielfältigkeit der ernsten und auch heute wieder und immer noch brandaktuellen Themen die Mackenzi Lee in diese Geschichte einbringt und mit spannenden Abenteuern und auch ganz viel Romantik verbindet.

Ich kann, muss und will eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen !
Ihr solltet CAVALIERSREISE wirklich unbedingt lesen.

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Über mir der Himmel

Jandy Nelson , Catrin Frischer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.11.2016
ISBN 9783570311233
Genre: Jugendbuch

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liebe, affäre, contemporary, freundschaft, amerika

Liebe ist wie Drachensteigen

Ashley Herring Blake , Birgit Salzmann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850240
Genre: Jugendbuch

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schule, kurt dinan, jugendliche, streiche, freunde

Wir sind nicht zu fassen

Kurt Dinan , Petra Hucke
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850233
Genre: Jugendbuch

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fantasy, ein meer aus tinte und gold, jugendbuch, bücher, traci che

Ein Meer aus Tinte und Gold (Das Buch von Kelanna 1)

Traci Chee , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583529
Genre: Jugendbuch

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rhiannon thomas, märchenadaption, dornröschen, hundertjähriger schlaf, fluch

Ewig - Wenn Liebe erwacht

Rhiannon Thomas , Michaela Kolodziejcok
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.02.2017
ISBN 9783737354691
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jedem von uns dürfte die Geschichte vom schlafenden Dornröschen wohlbekannt sein. Doch wie ging die Geschichte eigentlich weiter, nachdem Aurora aus ihrem 100-jährigen Schlaf erweckt wurde ? Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ? Pfff, von wegen.

Rhiannnon Thomas knüpft mit ihrem Debütroman genau dort an, wo das klassische Märchen endet.

Aurora wird nach 100 Jahren Schlaf von Prinz Rodric durch einen Kuss erweckt. Der ganze Hof spricht von der wahren und vorherbestimmten Liebe, doch Aurora verspürt weder Gefühle, noch ist sie sich sicher wie sie die Magie zurückbringen soll, von der alle immer wieder sprechen. Der Verlust ihrer Familie und das Erwachen in einer neuen Welt bereiten ihr Probleme und die Tatsache, das sie auf Geheiß von König und Königin bis zur Hochzeit unter keinen Umständen das Schloß verlassen darf, zum eigenen Schutze versteht sich, machen die Situation nicht wirklich besser. Aurora hat immer geglaubt, das sie frei ist, wenn der Fluch erst überstanden und gebrochen ist, doch nun fristet sie ihr Dasein noch immer hinter dicken Mauern, obwohl sie so gerne die Welt erkunden würde.

Genau deshalb büchst sie Nachts immer wieder aus und erkundet die Stadt. So trifft sie auf Tristan, der ihr zeigt, wie es dem Volk wirklich geht, seitdem sie in den tiefen Schlaf fiel und ihre Familie starb. Aurora ist bestürzt und will helfen, doch sie weiß nicht, wem sie trauen soll. Scheinbar jeder in ihrem näheren Umfeld hat ein großes und reges Interesse an ihr.

Da ist Finnegan, Prinz aus Vanhelm, dessen Ziele und Gründe nicht so wirklich zu durchschauen sind, Tristan, der gegen das Regime rebelliert, Rodric, Spielfigur des Königs, zu dem Aurora zwar eine freundschaftliche Zuneigung aber definitiv keine Liebe verspürt und das Königspaar, das sich Auroras angebliche Macht sichern will.
Aurora jedoch will einfach nur herausfinden wer sie eigentlich ist.....

Dieser Auftakt hat mich wahrlich überrascht und zwar auf ganzer Linie, denn nachdem ich den Klappentext, den ich zweifellos ansprechend finde und der mein Interesse wecken konnte, gelesen habe, habe ich ehrlich gesagt eine klassische Dreiecks-Liebesgeschichte erwartet. 

Bekommen habe ich dann allerdings etwas ganz anderes und das hat mich so richtig positiv überrascht. Aurora ist nämlich alles andere als das naive Dummchen, das sich nicht zwischen zwei Männern entscheiden kann. Zu Beginn ist sie etwas planlos, was nach 100 Jahren und dem ersten Blick auf eine ihr völlig fremde Welt ja auch kein Wunder ist. Man drängt sie direkt in eine Rolle, aus der sie jedoch nach und nach ausbricht und ihren Charakter entfaltet. In der jungen Frau schlummern ungeahnte Kräfte und sie wird zur furchtlosen Kämpferin, die sich nicht zum Spielball machen lässt. Von niemandem.

Rhiannon Thomas erzählt Auroras Geschichte aus Sicht einer Dritten Person, ihr Schreibstil ist jugendlich leicht gehalten, so das man, trotz kleiner Längen, fließend vorankommt und sich in der Geschichte verlieren kann. Besonders ab der Hälfte legt die Geschichte an Spannung zu und überrascht durch unvorhergesehene Wendungen.

Das Ende bildet einen schönen Abschluss, der ohne einen bösen Cliffhanger auskommt, mich aber dennoch Band 2 herbeisehnen lässt.

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nachtschwärmer, vampire, liebe, call it magic, dark diamonds

Call it magic - Nachtschwärmer

Cat Dylan
E-Buch Text: 374 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.10.2016
ISBN 9783646300017
Genre: Fantasy

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molly mcadams, häusliche gewalt, to the stars - wenn du die sterne berührst, wenn du die sterne berührst, liebe

To the Stars - Wenn du die Sterne berührst

Molly McAdams , Justine Kapeller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 06.03.2017
ISBN 9783956496417
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:
Das "To the Stars" der zweite Band einer Reihe ist, habe ich erst gemerkt, als zwei Nebenfiguren ins Spiel kamen, bei denen direkt klar war: Da muss es eine Vorgeschichte geben. Dr. Google hat mir dann mitgeteilt, das dem tatsächlich so ist. "Letting Go" heißt der Vorgänger und beide Bücher kann man unabhängig voneinander lesen. Allerdings spoilert man sich dann, wie in meinem Fall, ein ganz kleines bisschen. Fand ich jetzt allerdings weniger schlimm, vielleicht aber auch deshalb, weil ich nicht sicher bin, ob ich Band 1 überhaupt lesen möchte.

Denn mit Molly McAdams verbindet mich mittlerweile, wie mit so vielen anderen Autorinnen des Genre New Adult, eine Art Hassliebe. Mal überraschen mich ihre Bücher durch geschickte Plottwists, mal enttäuschen sie durch zu viel Kitsch und zu viel Vorhersehbarkeit. Deshalb bin ich mittlerweile sehr vorsichtig, wenn ich mich für eins ihrer Bücher entscheide und höre schon beim Lesen des Klappentextes auf mein Bauchgefühl, das bei "To the Stars" ein recht eindeutiges Signal gesendet hat.
Und tatsächlich hat mich die Geschichte von Harlow und Knox sehr berührt.

Die beiden treffen sich auf einem Konzert und irgendwie sprühen sofort die Funken und sie wissen: Sie gehören zueinander. Doch der Altersunterschied macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, denn Harlow ist gerade mal süße 15, während Knox in einigen Wochen die Volljährigkeit erreicht.
Er verspricht Harlow, auf sie zu warten.
Doch dann,mit Harlows 18. Geburtstag, kommt alles anders. Harlow hat nicht gewartet und bindet sich an einen anderen Mann, der ihr das Leben nach der Hochzeit zur Hölle macht. Jeder Tag wird zu einem Martyrium für die junge Frau und es wird noch schlimmer, als sie Knox zufällig, nach Jahren, wiedertrifft. Knox, der nie aufgehört hat sie zu lieben, der an ihrem Verhalten sofort erkennt, das mit ihr etwas nicht stimmt und der fest entschlossen ist, sie aus ihrer grauenhaften Ehe zu befreien....

Die Handlung wendet sich in eine völlig andere Richtung als erwartet und plötzlich spielt das Thema Häusliche Gewalt die zentrale Rolle. Molly McAdams Schilderungen sind so anschaulich beschrieben, das ich ein ums andere Mal ins Buch hätte kriechen wollen um selbst gewalttätig gegenüber Harlows Ehemann zu werden. Es hat mich unfassbar wütend gemacht, was er Harlow antut, sowohl physisch als auch psychisch.
In Knox sieht sie einen Rettungsanker, doch sie weiß auch, das damit auch alles nur noch schlimmer werden kann. Und ER kann nicht tatenlos zusehen.

Ich fand die Geschichte wirklich sehr sehr spannend. Schon alleine deshalb weil es immer wieder Situationen gibt, in denen sowohl Harlow als auch Knox beinah fahrlässig agieren und man das Gefühl hat, das sie gleich auffliegen. Das sorgte durchaus für den ein oder anderen Adrenalinschub und konnte mich fesseln.

Im letzten Drittel lässt die Autorin dann aber leider total nach, was mich zu einem kleinen Punktabzug veranlasst. Hier geschehen Dinge für meinen Geschmack viel zu einfach und zu wenig durchdacht und Molly McAdams driftet mal wieder, wie schon bei Taking Chances, in den Friede-Freude-Eierkuchen-Modus ab.
Das Ende hätte man anders lösen können, hätte ich persönlich auch viel spannender gefunden, aber okay.

Fazit:
In seiner Gesamtheit betrachtet, fand ich "To the Stars" wirklich gut und vor allem sehr sehr spannend. Ich mochte die Protagonisten und den angenehmen Schreibstil. Weniger überzeugen konnte mich die Autorin allerdings mit der Auflösung und dem Ende der Geschichte, da wäre, für meinen Geschmack, weniger deutlich mehr gewesen.

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götter, götterfunke, marah woolf, griechische mythologie, jugendbuch

GötterFunke. Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Götterfunke" war mein erster Roman von Marah Woolf und auch wenn ich somit einerseits unvoreingenommen war, war ich andererseits dennoch auch skeptisch ob mich die Geschichte überzeugen kann, denn ich bin ein wahnsinnig großer Fan der griechischen Mythologie und habe bereits einige wirklich gute Reihen, wie "Das göttliche Mädchen" von Aimee Carter, "Die Göttlich-Trilogie" von Josephine Angelini oder die "Abandon-Reihe" von Meg Cabot verschlungen. Mich in diesem Genre so richtig zu überraschen ist kein Leichtes.

Jess braucht Abstand von Zuhause, denn seit ihr Vater die Familie vor zwei Jahren Hals über Kopf verlassen und sämtliches Vermögen mitgenommen hat, ging es immer weiter bergab. Die Mutter sitzt nur zuhause und sucht ihren Trost im Alkohol und Jess muss neben der Schule nicht nur in einer Pizzeria arbeiten, sondern sich vor allem auch um ihre jüngere Schwester Phoebe kümmern.
Um wenigstens die Ferien genießen zu können, verbringt sie diese, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Robyn in einem Camp in den Rocky's.
Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei, denn obwohl sie sich geschworen hat, sich diesen Sommer nicht zu verlieben, kann sie sich Caydens Anziehungskraft kaum widersetzen. Und damit ist sie nicht die Einzige. Scheinbar alle weiblichen Bewohner des Camps sind ihm verfallen. Niemand ahnt, das Cayden ein Göttersohn ist und einen einzigen Zweck verfolgt: ein Mädchen zu finden, das ihn von seinem Fluch befreit....

Die Idee, bestehende Mythen und Altbewährtes, wie etwa eine komplizierte Liebesgeschichte, mit neuen, erfrischenden und eigenen, sehr kreativen Elementen zu kombinieren fand ich sehr gut. Besonders in der zweiten Hälfte, in der auch die Spannung anzieht, konnte die Autorin bei mir somit punkten.

Doch es gibt auch Kritik.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer, denn die ersten Kapitel bestehen aus enorm vielen, ganz kurzen Sätzen, was den Lesefluß störte, der gerade zu Beginn einer Geschichte doch so wichtig ist, um dem Leser Lust auf mehr zu machen.

Dies legte sich zwar nach wenigen Seiten, doch so richtig in die Geschichte hineinfinden konnte ich noch immer nicht. Das lag hauptsächlich daran, das sich die Autorin über sehr viele Seiten damit aufhält, sämtliche Mädchen des Camps beim Anblick der Jungs in Verzückung geraten zu lassen. Es gibt viel unnötiges Geplänkel und jede Menge Beschreibungen des Camp-Alltags, die mich nicht reizen konnten, auch deshalb nicht, weil sie sich sehr oberflächlich abspielen. Die Mädchen gehen zur Disco, die Mädchen gehen zum Pool. Sehr unspektakulär. Erst ab etwa der Hälfte nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf und die Götter kommen ins Spiel.

Doch auch hier gab es "Schwachstellen", denn die Figuren sind für meinen Geschmack deutlich zu blass. Besonders Cayden, der hier doch eigentlich im Fokus steht. Der Magnet auf den alle Mädchen fliegen. Und der zwar als unglaublich attraktiv, blond und grünäugig beschrieben wird, dem es aber deutlich an Tiefe fehlt. Für mich ist und bleibt er während des gesamten Verlaufs ein undurchsichtiger und nicht greifbarer Charakter. Vielleicht hätte das ein oder andere Kapitel aus seiner Sicht, besonders immer dann, wenn er einfach von der Bildfläche verschwindet, nicht geschadet um ihn für den Leser ein bisschen lebendiger zu machen.

Auch Jess konnte nur bedingt überzeugen und war besonders immer dann zum Haareraufen, wenn sie sich hat unterbuttern lassen. Eigentlich ist sie ein Mädchen, das gerne mutig sein möchte, sich aber mit ihrer Art und ihren Ängsten immer wieder im Weg steht. Ich fand sie sympathisch, weil sie nicht die Heldin in glänzender Rüstung mimt, aber auch nervig, weil sie einfach viel zu oft ihr Licht unter den Scheffel stellt. Besonders in Bezug auf ihre "beste" Freundin Robyn, ging mir Jess' beinahe unterwürfiges Verhalten tierisch auf den Keks. Und auch die ständige Anhimmelei Caydens war mir echt zu viel, zumal der sich total doof benimmt. Immer wieder macht er Jess klar, das er kein Interesse an ihr hat, nur um sie ein paar Augenblicke später wieder zu beschützen und sie anzuflirten.

Wie oben schon erwähnt, wurde es ab der zweiten Hälfte deutlich spannender und es gab dann auch immer wieder neue Ereignisse die mich zum Weiterlesen bewegten und meine Neugier schürten, so das ich an der Reihe auf jeden Fall dran bleiben werde.

Fazit:
Mit "Götterfunke" konnte mich Marah Woolf nur bedingt überzeugen. Dennoch freue ich mich, schon alleine aufgrund ihrer Kombination aus Griechischer Mythologie und neuen kreativen Ideen, auf den Folgeband, der mich dann hoffentlich so richtig begeistern kann.


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liebe, kate ling, dystopie, wir zwei in fremden galaxien, jugendbuch

Wir zwei in fremden Galaxien

Kate Ling , Anja Hackländer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600412
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf der Ventura herrschen strenge Regeln, an die sich jeder Bewohner halten muss um die Sicherheit der über 8000 Menschen an Bord nicht zu gefährden und um den Fortbestand der Menschheit zu sichern.
Eine dieser "Regeln" ist die Zuweisung des Lebenspartners, sobald man die Schulausbildung hinter sich gebracht hat und bevor man ins Arbeitsleben eintritt.
Die 17-jährige Seren steht an dieser Schwelle, sollte sich eigentlich glücklich schätzen, in diesem Moment in dem sie erfährt, mit wem sie den Rest ihres Lebens verbringen wird. Doch in Seren nagen schon lange Zweifel, ob das alles so toll ist, wie es ihnen von der Führung verkauft wird. Deshalb lehnt sie sich auf, viele nennen ihre Ausbrüche "Verrücktheit" und schon einmal saß sie deshalb in der Besserungsanstalt, denn die Ventura duldet keine Freidenker und Rebellen.
Als sie auf Dom trifft, der plötzlich unvorhergesehene Gefühle in ihr weckt, obwohl sie beide anderen Lebenspartnern zugeteilt wurden, da lehnt sich Seren erst recht gegen das System auf, denn wie kann es sein, das so etwas Großartiges wie Liebe nicht zählt ?
Als sich eine Möglichkeit bietet, von der Seren niemals dachte, das diese eintreten könnte, entwickelt sich eine fixe Idee. Eine Idee, die sie und Dom retten, die aber auch ihr Verderben sein könnte....

Meinung:
Also eigentlich hab ichs ja nicht so mit "Weltraumbüchern" und "Sci-Fi". Doch an diesem Buch kam ich irgendwie schon deshalb nicht vorbei, weil mich der Klappentext und das darin erwähnte System, sowie die verbotene Liebe zwischen Dom und Seren, irgendwie ein bisschen an den Auftakt von "Cassia & Ky" oder "Godspeed" erinnerten. Und ja, es gibt auch hier dystopische Züge, sowas mag ich ja unheimlich gerne. Das wunderschöne, für einen Roman dieser Art beinahe schon schlichte Cover, hat mich ebenfalls angesprochen und so war ich gespannt was mich erwarten würde.
Tatsächlich hat mich die Geschichte, die vom Verlag als sogenannte "Space Opera" bezeichnet wird, recht schnell in ihren Bann gezogen.

Ich erlebe die Geschichte durch Ich-Erzählerin Seren, die seit ihrer Geburt auf der Ventura lebt. Einem "Raumschiff", wenn man so will, von der Erde vor über 80 Jahren ausgesandt um auf neuen Lebensraum zuzusteuern. Seren hat die Erde nie gesehen und sie wird auch niemals ihren Fuß auf einen anderen Planeten setzen, denn bis das Schiff den Fixpunkt erreicht, vergehen noch mindestens 200 Jahre.

Alles was ihr bestimmt ist, ist ein vom System durchgeplantes und organisiertes Leben. Sie macht ihren Abschluss, dann wird sie ihrem Lebenspartner zugeteilt, sie wird arbeiten und Kinder gebären, die sie großzieht und irgendwann wird sie sterben ohne auch nur die Chance auf ein freies, anderes Leben gehabt zu haben.
Und genau darauf hat sie keine Lust. Immer wieder fragt sie sich, ob das alles sein kann, ob es da nicht noch mehr geben muss, als dieses eintönige Leben.

Ich mochte Seren, auch wenn sie ein sehr wankelmütiger Charakter ist. Zum einen möchte sie gegen dieses strenge System ankämpfen, doch sobald man sie in die Enge treibt, wird sie zum braven Lämmchen das sich fügt. Außerdem neigt sie durch teilweise aufbrausende Handlungen dazu, sich und auch Dom immer wieder in Gefahr zu bringen.

Den Plot fand ich ganz interessant und ich habe die Geschichte supergerne und vor allem ziemlich flott gelesen, was nicht zuletzt dem wirklich flüssigen und tollen Schreibstil der Autorin geschuldet ist, ich mochte die Charaktere und das Setting, ABER es gab für mich auch leider viele Ungereimtheiten, die immer mehr werden, je länger ich darüber nachdenke.

Zum Beispiel fand ich es seltsam, das Dom und Seren so leichtsinnig sind. Klar, wenn man verliebt ist, dann neigt man schon mal dazu, zu vergessen, das andere einen sehen könnten, weil man nur Augen für den jeweils anderen hat. Aber die Geschichte spielt auf einem Raumschiff, auf dem es nur circa 8000 Menschen gibt, irgendwann kennt man da jeden Einzelnen vom Sehen und es sollte wesentlich schwerer sein, nicht erwischt zu werden. Dann wird immer wieder von Serens Krankheit geredet, über die man nicht wirklich viel erfährt und auch sonst gibt es Infos wo ich mir nähere Ausführungen gewünscht hätte.

ABER man darf auch nicht vergessen, das es sich hierbei um den Auftakt einer Reihe handelt, was bedeutet, das sich manche Dinge sicher erst im weiteren Verlauf aufklären werden, von daher bin ich positiv gestimmt.

Sehr gelungen fand ich im Übrigen die Spannung die ab circa der Hälfte immer weiter zunimmt. Es mag vielleicht keine überraschenden Wendungen geben, zumindest für mich kam vieles vorhersehbar, doch trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen und an die Seiten gefesselt.

Fazit:
"Wir zwei in fremden Galaxien" hat einige kleine Schwachstellen, über die ich aufgrund des wirklich tollen Schreibstils, der in der zweiten Hälfte aufkommenden Spannung und der Protagonisten, die ich supergerne mochte, weitestgehend hinwegsehen konnte. In Band 2 muss die Autorin allerdings überall ein bisschen anziehen, damit es interessant bleibt.

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fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung:
Dieses Buch ist und war SO GROßARTIG und schön, ich möchte fast in Tränen ausbrechen, weil ich es schon zu Ende gelesen habe. Im Moment sitze ich hier und ziehe sogar ernsthaft in Erwägung, ob ich es nicht mal mit der englischsprachigen Ausgabe von Band 2 versuchen soll, weil ich mich einfach nicht von Feyre, Tamlin und dem Reich der sieben Höfe lösen und einfach in ein neues Buch und eine neue Geschichte abtauchen kann.

"Das Reich der sieben Höfe" beginnt mit einer Szene, in der wir die 19-jährige Feyre dabei erleben, wie sie sich im eiseskalten Winter auf die Jagd macht, um das Überleben ihrer undankbaren Familie zu sichern.
Als sie einen goldäugigen Wolf erlegt, ahnt sie nicht welch weitreichende Konsequenzen dies hat.
Denn sie hat ein Leben genommen, das den Fae gehörte. Jenen magischen, elfengleichen Wesen, die hinter der großen Mauer im Wald leben und die den Menschen regelrecht verhasst sind. Die Fae fordern Vergeltung und so ist Feyre gezwungen, den Rest ihres Lebens im Reich jenseits der Mauer zu verbringen, wo sie nicht nur ihr Herz verliert, sondern auch in den Mittelpunkt einer uralten Fehde rückt.

Sarah J. Maas hat eine unglaubliche Gabe, mich in eine mir völlig fremde Welt zu ziehen und mich gar nicht mehr loszulassen. Ich fühlte mich bereits nach wenigen Seiten voll und ganz mit Feyre verbunden und hab mich an ihrer Seite zu jeder Zeit wohl gefühlt, auch wenn ich mit ihr durch sehr sehr finstere Täler gehen musste. Sie ist mutig und taff, voller Entschlossenheit und eine Kämpferin wenn es darum geht jene zu retten, die sie liebt. Sie steht über ihren Ängsten und hat verdammt viel Biss.

Doch nicht nur Feyre hat es mir angetan, auch alle anderen Charaktere sind großartig ausgearbeitet und wachsen dem Leser sehr schnell ans Herz. Da ist Tamlin, dessen Volk unter einem üblen Fluch leidet. Wenn er nicht gerade in Gestalt eines echten Biests um sich schlägt, dann ist er sehr in sich gekehrt, wirkt immer irgendwie bedrückt und niedergeschlagen, versucht jedoch sein Bestes um Feyre das Leben so angenehm wie möglich zu machen.  

Lucien, sein Freund und Botschafter hingegen ist ein absolutes Schlitzohr. Er begegnet Feyre zunächst mit Argwohn und ja, beinahe schon Hass, doch sie bewährt sich und schlägt verbal durchaus zurück wenn er mal wieder eine spitze Bemerkung macht. Dies scheint ihm zu imponieren und so entwickelt er sich zu einer sehr treuen Seele.

Mein persönlicher Held allerdings und ein ganz typischer Antagonist, ist aber wohl Rhys !!! Man möchte ihn hassen, mit jeder Faser seines Körpers, aber man kann nicht. Warum das so ist, werde ich Euch allerdings nicht verraten.

Die Handlung erinnerte auch mich, wie so viele andere Leser, zunächst sehr an "Die Schöne und das Biest", entwickelt sich dann aber doch ganz anders, so das es in meinen Augen nur noch sehr wenige Parallelen gab. Sarah J. Maas verwebt ganz geschickt eine bewegende und wirklich herzzerreißende Romanze mit einer ordentlichen Portion Düsternis und Magie, bestickt das Ganze mit actiongeladener Spannung und rundet alles mit einer Prise Humor ab.
Ihr Schreibstil ist flüssig zu lesen und reißt dich einfach von Anfang bis Ende mit. Ich habe ja weiter oben schon geschrieben, das ich irgendwie gerade nicht bereit bin mich von ihr zu lösen. Ihr Weltenentwurf ist genial und ihre bildgewaltigen Beschreibungen sorgten dafür, das ich mich voll und ganz in dieser fremden Welt mit all ihren skurrilen und auch gruseligen Wesen verlieren konnte.

Was mir außerdem sehr sehr gut gefallen hat, ist, das dieser Auftakt ganz ohne einen blöden Cliffhanger auskommt. Den braucht es auch nicht, denn als Leser bin ich so gefangen, das ich auch so kaum erwarten kann, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und welchen Gefahren Feyre noch trotzen muss.

Bevor ich zum Ende komme, möchte ich auch kurz noch etwas zum Cover sagen. So viele Leser und Blogger hatten sich im Vorfeld über das Cover mit dem Vogel beschwert. Jetzt habe ich gesehen, das der Verlag es tatsächlich noch einmal verändert und den Vogel weggenommen hat. Ganz ehrlich ? Ich finde, das er fehlt. Mir hat das Cover schon vom ersten Moment an unglaublich gut gefallen, das Mädchen hat etwas Lockendes und Geheimnisvolles an sich und der Vogel symbolisiert für mich die Freiheit, um die es in der Geschichte unter anderem geht.

Aber nun gut, mit oder ohne Vogel, ist das Cover der Clou, denn der mit Zweigen und Rosenblütenblättern bedruckte Schutzumschlag ist durchsichtig und erzeugt eine absolut einzigartige Optik. Lediglich das Mädchen ist direkt auf dem Buch aufgedruckt. So hat das Ganze eine Art 3D Effekt. Sehr sehr gelungen.

Fazit:
"Das Reich der sieben Höfe" ist seit Langem mal wieder ein Fantasyroman, der mich von der ersten Seite fesseln konnte. Die Figuren sind unglaublich lebendig und liebenswert, die Geschichte spannend und herzzerreißend zugleich und der Schreibstil der Autorin ist mitreißend und absolut bildgewaltig.
Für mich hat Sarah J. Maas hier ein echtes Herzensbuch geschaffen und es fällt mir gerade sehr schwer mich von Feyre, Tamlin und dem Reich der sieben Höfe zu lösen !

Highlight No. 2 in diesem noch frischen Lesejahr !!!

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liebe, jennyhan, verlieben, hanser, lara-jean

P.S. I still love you

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254800
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich möchte diese Rezension gerne mit einem Satz einleiten, den ich während des Lesens in mein Notizbuch geschrieben habe.

"Jenny Han ist die Jane Austen unserer Zeit. Ich glaube, das trifft es am besten."

Und es stimmt. Sie hat diese zarte, ruhige Art eine Geschichte auf solch berührende und feinhumorige Art zu erzählen und über das Heranwachsen einer jungen starken Frau zu schreiben, wie es einst Jane Austen getan hat.
Natürlich ist Jenny Han's Stil deutlich moderner und die Gegebenheiten sind heute völlig anders, aber die Themen wie die erste aufblühende Liebe mit all ihren Verwirrungen und Irrungen, ja auch mit Stolz und Vorurteilen, der Zusammenhalt in der Familie und der Bund der Freundschaft, sind heute noch genau so aktuell wie damals.

Lara Jean steht in diesem Band zwischen zwei Jungen, und sich selbst irgendwie im Weg. Da ist Peter, in den sie schwer verliebt ist, doch nach der Skifreizeit die ein unschönes Ende nahm, da ist sich Lara Jean plötzlich gar nicht mehr sicher, ob sie denn nun überhaupt richtig zusammen waren ?
Dann taucht ein komprimittierendes Video auf, das Lara Jean in einer fürchterlich peinlichen Lage zeigt und die Beziehung zu Peter unter deutliche Spannung stellt. Und als wäre das noch nicht genug Drama, muss sich ausgerechnet jetzt John Ambrose McClaren auf ihren Liebesbrief melden, den sie ihm vor Jahren geschrieben hat.
Das Chaos ist komplett perfekt, doch Lara Jean meistert all ihre Herzensprobleme in dem sie alle Für und Wider ziemlich reif und erwachsen abwägt und schließlich beschließt doch einfach auf ihr Herz zu hören.

Jenny Han hat mich bereits mit Seite 1 schon wieder voll für sich eingenommen. Ich liebe Lara Jean und ihre Familie, am meisten von allen liebe ich wohl Kitty. Die altkluge 9-jährige ist eine richtige Herzensprotagonistin, sie hat eine ziemlich große Klappe und weiß immer ganz genau was sie will. Davon lässt sie sich auch unter keinen Umständen abbringen, was Lara Jean schon mal richtig nerven kann. Doch sie liebt Kitty, ebenso sehr wie ihre große Schwester Margot, die sie gerade dann sehr vermisst, wenn sie Ratschläge in Herzensdingen brauchen könnte.
Was mir an den Song-Girls so unglaublich gefällt ist ihr Zusammenhalt. Die Mädchen mussten ohne ihre Mutter aufwachsen, was nicht immer ganz einfach war. Weder für sie selbst noch für ihren Vater. Und trotz aller Schwierigkeiten sind ganz wunderbare Persönlichkeiten aus ihnen geworden. Hach, ich mag sie alle so sehr.

Neben der ersten großen Liebe und Lara Jeans Alltag, steht hier diesmal auch die Freundschaft mit im Fokus. So versucht Lara Jean zum Beispiel herauszufinden, warum es da irgendwann zum Bruch zwischen ihr und ihrer ehemals besten Freundin Genevieve kam. Und warum sie sich überhaupt alle irgendwie so ein bisschen aus den Augen verloren haben.

Den Hauptteil der Handlung macht allerdings, ganz klar, die Liebesgeschichte zwischen Peter und Lara Jean aus, bei der auch John plötzlich eine Rolle spielt. John der vor vielen Jahren aus der Siedlung weggezogen ist, den Lara Jean aber nie vergessen konnte und der auch heute noch Gefühle in ihr weckt.

Ein weiteres, ganz persönliches Schmankerl für mich, ist außerdem das ich Lara Jeans Leidenschaft fürs Backen teile und sie absolut verstehen kann, das sie sich gerne im Kneten von Teig und im Rühren von Guß verliert, um Nachzudenken.

Hach *seufz*. Jenny Han ist hier wirklich eine einfach bezaubernde und großartige Fortsetzung gelungen und ich muss sagen, das ich es, auch wenn es abgedroschen klingt, kaum erwarten kann, das Band 3 erscheint.

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