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Ich hab dich immer lieb

Scarlett Lewis , Natasha Stoynoff
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei L.E.O. Verlag, 10.04.2014
ISBN 9783957360106
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wie schafft es eine Mutter über den Verlust des eigenen Kindes hinwegzukommen? Noch dazu, wenn der Sohn auf so grausame Weise sterben musste, wie Jesse - durch die Waffe eines Amokschützen, der 2012 völlig willkürlich 26 Kinder und Erwachsene erschoss, die sich im Schulgebäude einer Grundschule in Newton aufhielten? Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lese.


Weil ich ja selbst Mutter bin und die Vorstellung, eines meiner drei Kinder zu verlieren, so schrecklich für mich ist, dass sich mein Herz allein bei dem Gedanken daran, dass jemand anderem so etwas passiert, schon zusammenkrampft und mir die Tränen in die Augen steigen.
Schon nach den ersten Seiten hat es mich emotional so durchgeschüttelt, dass ich es manchmal kaum aushalten konnte und das Buch weglegen musste, um tief durchzuatmen. Da hilft es, dass es sprachlich in einem eher sachlichen, man möchte fast sagen nüchternem Ton daherkommt. Anders hätte ich es vermutlich nicht durchgestanden.
Resilienz - ein Wort, das in letzter Zeit häufiger auftaucht. Immer dann, wenn über Menschen berichtet wird, die in großen Krisen auf eine innere Kraftreserve zurückgreifen können und darum an Verlusten, so wie Scarlett Lewis ihn erlebt hat, nicht zerbrechen. Natürlich genährt auch durch äußere Umstände. Durch Hilfe, Zuspruch, Glaube und wie im Buch eindrucksvoll beschrieben, durch kleine Zeichen, die der Sohn aus dem Jenseits schickt. Das ist sicher die Stelle, an der einige Menschen den Kopf schütteln und das Buch beiseite legen. Weil sie Übersinnliches für Humbug halten.
Ich dagegen meine, dass diese Offenheit für etwas, das sich nicht mit unseren wissenschaftlichen Erklärungsmodellen fassen lässt, doch gerade das ist, was der Resilienz erst die Türen öffnet. Vergleicht man solche tragischen Geschichten, und die Lebensläufe der Hinterbliebenen, dann sind es oft genau jene übersinnlichen Wahrnehmungen, die Heilprozesse anstoßen oder erst möglich machen.
Scarlett Lewis ist eine starke Frau. Sie hat es geschafft, in etwas absolut Sinnlosem - dem Tod von ihrem Sohn Jesse - einen Zugang zu ihrer eigenen tiefen Liebesfähigkeit zu finden. Und zwar auf einer höheren Ebene, die die Kraft mit einschließt, andere zu inspirieren, Erfahrung zu teilen und damit Trost zu spenden.
Und das ist auch die Botschaft, die beim Lesen mit jeder Seite an Bedeutung gewinnt. Dass es einen Weg gibt. Dass es möglich ist, die Trauer durchzustehen, dass die Liebe nicht mit dem Tod des geliebten Menschen endet und dass es sogar möglich ist, aus den Trümmern des Verlustes etwas ganz Neues wachsen zu lassen.
Mich hat beim Lesen beeindruckt, wie offen die Autorin mit ihrem Schmerz umgeht, ohne dass man auch nur einen einzigen Moment das Gefühl hat, dass sie anklagt oder sich in der Opferrolle einrichtet. Ganz im Gegenteil.
Scarlett Lewis zeigt uns einen Weg, der - würden wir ihn alle verinnerlichen - dazu beitragen kann, diese Welt zu einem besseren Ort werden zu lassen: "Wir alle müssen uns für die Liebe entscheiden, Mr. President!" sagt sie bei einem Treffen zu Barack Obama. Und das ist es. Weil Menschen, die geliebt werden und wirklich lieben können, keine Gewalttaten vollbringen. Weil sie nicht andere schwächen müssen, um sich selbst stark zu fühlen.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich dieses Buch gelesen habe.

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unterwasserlärm, stille, wellen, gefahr, portugal

Tosende Stille - Eine Frau rudert über den Atlantik

Janice Jakait
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 20.03.2014
ISBN 9783943416565
Genre: Biografien

Rezension:

Fangen wir mit dem Ende an. Ganz ehrlich: Ich habe geweint. Vor Freude, vor Rührung, vor Begeisterung. Ich habe geweint, als ob ich dabei gewesen wäre, als Janice Jakait am 21. Februar 2012 nach 90 Tagen, fünf Stunden und neun Minuten mit ihrem Ruderboot im Hafen von Barbados angelegt hat, nachdem sie als erste deutsche Frau den Atlantik ohne Begleitboot rudernd überquert hat. Ich habe das Buch zugeklappt und ich hätte sie am liebsten umarmt.


Mich hat beim Lesen nicht nur diese Leistung überwältig, die Vorstellung, dass ein Mensch zwischen fast haushohen Wellen allein rudert und weiß, dass das Meer nicht zu bezwingen ist. Dass jemand sich bewusst dem Risiko aussetzt,  auch wenn alles schiefgehen kann. Nein - mich hat vor allem auch die Spanne zwischen Wortgewalt und Poesie beeindruckt, mit der Janice Jakait dieses Abenteuer erzählt.

Bevor sie sich für den Extremsport entschieden hat, war Janice Jakait IT-Beraterin. Wenn ich so zwischen den Zeilen lese, dann hat sie wahrscheinlich ein ganz normales Leben geführt. Eines wie du und ich. Hatte ständig Fragen im Kopf, auf die es im Alltagsgetümmel oder auch in der Wissenschaft, dort wo man nach Beweisen sucht, kaum befriedigende Antworten gibt. Das kennen viele von uns und viele von uns überlegen sich sicher auch, aus dem Hamsterrad auszubrechen. Endlich mal das eigene Leben zu hinterfragen. Herauszufinden, wer das da ist, dem man morgens im Spiegel in die Augen schaut. Und endlich den eigenen Weg zu gehen, auch mal irgendetwas Verrücktes zu tun. In den allermeisten Fällen bleibt es allerdings bei den Überlegungen. Wirklich aufzubrechen, sich nicht nur - wie Janice - dem Meer sondern vor allem dem eigenen ICH zu stellen, das verwirklichen die Wenigsten. Darum ist dieses Buch nicht nur ein Reisetagebuch und auch weit mehr als eine Aktion, die auf den Unterwasserlärm in den Weltmeeren aufmerksam machen will. Es ist ein Weckruf für all jene, die den Entschluss, endlich das eigene Leben zu leben, von einem Tag auf den nächsten verschieben.

Mich hat es angefixt. Eine Formulierung, die Janice Jakait für den Ozean benutzt, der sie in seinen Bann gezogen hat. Mich hat es angefixt, weil es so authentisch, so menschlich ist. Nichts beschönt. Nichts verniedlicht. Scheitern an den eigenen Erwartungen als blinden Passagier an Bord hat und Aufgeben als Option nicht vorgesehen ist. Und weil auf jeder Seite deutlich wird, dass es verdammt schwer ist, sich selbst zu begegnen. Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob man 6500 Kilometer gegen die Gewalten des Meeres, gegen Hunger und Müdigkeit allein rudert, einen Achttausender besteigt, oder als alleinerziehende Mutter tagtäglich versucht, das Beste aus seinem Leben und dem Leben der Kinder zu machen. Hauptsache man tut es.

Neben all den inneren und äußeren Kämpfen beschreibt Janice Jakait in dem Buch ihre einzigartigen Begegnungen mit der Natur. Mit einem Vogel, der das Boot über Wochen hinweg begleitet, mit einem Wal, mit fliegenden Fischen und natürlich dem Meer, das sie in diesen 90 Tagen in allen Facetten kennenlernt. Auch das ist berührend. So viel Zaungast war selten.

Für mich ist "Tosende Stille" von Janice Jakait schon jetzt eines der Top-Bücher 2014, ein Bestbook, das hoffentlich zum Bestseller wird. Das wünsche ich der Autorin von Herzen und ich danke ihr für jeden Ruderschlag, den sie - ohne es zu wissen - auch ein bisschen mit für mich, im Grunde für jeden von uns gemacht hat.

Das Buch selbst ist in vier Teile aufgegliedert, die vier Reiseetappen entsprechen. Dazu gibt es ein paar Fotos und ein Glossar für die, die sich mit seemännischen Fachbegriffen nicht auskennen. Erschienen ist es als e-Book, als Hörbuch oder Hardcover.

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Tags: scorpio verlag, tosende stille   (2)
 

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Deutschlands Chance

Barbara von Meibom , Barbara Meibom
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 16.09.2013
ISBN 9783944305158
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vor zwei Tagen hatte ich die Gelegenheit in München bei einer Lesung dabei zu sein, die mich tief bewegt hat. Vorgestellt wurde das Buch “Deutschlands Chance – mit dem Schatten versöhnen” von Prof. Dr. Barbara von Meibom. Es dreht sich um die Frage, wie das historische Trauma des Nationalsozialismus heute noch in uns wirkt. Darum, welche Folgen es für jeden Einzelnen hat, dass wir uns als Volk zwar intellektuell auf vielfältige Weise mit der Thematik auseinandergesetzt haben, nicht jedoch mit unseren Herzen und Emotionen.

 

In vielen Familien wurde nie über die emotionalen Folgen des Krieges gesprochen. Großväter schwiegen, Väter zogen sich zurück, Frauen versuchten zu vergessen. Doch wie wir aus der Psychologie wissen, wirken die verdrängten Gefühle im menschlichen Unterbewusstsein weiter. Und von dort heraus bestimmen sie maßgeblich das Handeln. Und sie werden ungefilter und unerlöst an nachfolgende Generationen epigenetisch weitervererbt.

 

“In Deutschland spürt man wenig Wärme” sagt die Autorin. Und weiter: “Die Menschen fahren ins Ausland, um dort Wärme zu tanken. Nicht nur die Wärme, die von der Sonne ausgeht, nein – menschliche Wärme.”
Ich schaue mich um und sehe, wie rings um mich herum im Saal Köpfe zustimmend nicken. Jeder weiß, was Barbara von Meibom damit meint. Jeder weiß, dass wir Deutschen uns vorwiegend auf die rationale, die wissenschaftliche, die wirtschaftliche Seite unseres kollektiven Wesens zurückgezogen haben. Darin sind wir brilliant, weltweit angesehen, führend und geachtet.

Doch was ist mit unseren Herzen? Wie steht es um die Themen Macht und Verantwortung? Schauen Sie sich um und beantworten Sie ganz ehrlich die Fragen:

Kann ein fühlendes Volk, kann ein mit dem Herzen sehender Mensch Entscheidungen zulassen oder treffen, die die Zerstörung der Umwelt nach sich ziehen? Deutschland tut es tagtäglich.

Kann ein fühlendes Volk zulassen, dass Millionen Tiere in Massentierhaltung unter unwürdigsten Bedingungen dahin vegetieren? In Deutschland gang und gäbe.

Kann ein fühlender Mensch respektlos, rücksichtslos und empathiefrei mit seinen Mitmenschen umgehen? Nein kann er nicht.

Und trotzdem geschieht es tagtäglich im Großen sowie im Kleinen. Meine Heimfahrt gestern auf der A9 von München nach Berlin war ein Paradebeispiel dafür. Ich habe nach drei Stunden aufgehört zu zählen, wie oft sich mir auf regennasser Fahrbahn andere Fahrer mit Höchstgeschwindigkeit von hinten bis auf einen halben Meter  genähert haben und damit nicht nur ihr eigenes sondern auch mein Leben und das der anderen gefährdet haben.

Kann es sein, dass wir – bedingt durch das emotionale Trauma des Krieges – einen wichtigen Teil unserer kollektiven Persönlichkeit abgespalten haben? Barbara von Meibom geht in ihrem Buch auf sehr ganzheitlichem Wege dieser Frage nach. Historisch, wissenschaftlich, psychologisch aber – und das macht dieses Buch besonders – auch unter spirituellen Gesichtspunkten.

Denn eins ist klar. Deutschland hat eine machtvolle Position. Nicht nur innerhalb der Europäischen Union sondern weltweit. Wer aber nicht zu seiner Macht und Verantwortung steht, wer sie verleugnet und klein hält, wird sie auf destruktive Weise ausdrücken. Auch das können wir in jeder Beziehung nachverfolgen, in der eine Person die eigene Größe unterdrückt und stattdessen lieber als “Opfer” zum Täter wird.

Was mich an dem Buch sehr anspricht, ist, dass es nicht in der Analyse und Feststellung steckenbleibt. Schon gar nicht in der Anklage. Im Gegenteil. Die Autorin zeigt einen Weg aus diesem Dilemma, eine Möglichkeit, wie wir uns mit dem Schatten versöhnen können und sie zeigt Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind. Barbara von Meibom beschreibt ihn als posttraumatische Reifung. Es geht um nichts Geringeres, als das, was geschehen ist, anzunehmen und zu integrieren. Darum, sich wieder mutig den Sinnfragen dieses Lebens zu öffnen und damit ein integrales, ganzheitliches Denken und Handeln anzustoßen. Ich kann dieses Buch jedem wärmstens ans Herz legen, der dieses Land liebt und eine Vision hat, die von einer Kultur der Verbundenheit geprägt ist und zwar auf allen Ebenen.

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polen, lodz, holocaust, andre biakowski, biografie

Obiad - Mehr als nur Mittagessen. Mein Jahr in Polen mit Überlebenden des Holocaust

André Biakowski
E-Buch Text: 173 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 09.11.2012
ISBN 9783862822003
Genre: Sonstiges

Rezension:

Fasst man das Buch von Andre Biakowski in einem Satz zusammen, dann erzählt uns der Autor in Briefform darüber, wie er freiwillig für ein Jahr nach Polen ging, als "Jesuit European Volunteer" im "Sozialmedizinischen Zentrum Maksymilian Kolbe" in Łódź arbeitete und täglich den letzten Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrationslager und Getthos das Mittagessen - Obiad - brachte.

Allein der Titel "Obiad - mehr als nur Mittagessen" passt hervorragend, denn genau wie Andre Tag für Tag die Türen geöffnet wurden, nachdem er das Wort Obiad in die Sprechanlage gesagt hat, so vermag dieses Buch Türen und Herzen zu öffnen. Es kann sogar noch mehr - mit seinen Schilderungen gelingt es dem Autor, sie offen zu halten, damit wir niemals vergessen, was sich hinter ihnen in unserer Vergangenheit verbirgt. Biakowski bringt es mit einem Satz wunderbar auf den Punkt:

"Da ich zur letzten Generation gehöre, die mit Überlebenden des Holocaust in Kontakt treten kann, fragen darf und zuhören muss, bin ich beauftragt, mich gegen das Vergessen einzusetzen."

Man kann als Leser nur den Hut ziehen und Danke sagen. Dafür, dass Andre Biakowski den Mut hatte, sich dieser Aufgabe auf eine im positiven Sinne sehr unprätentiöse Art und Weise zu stellen. Nicht mit großen Gesten, sondern mit Geschichten, die seit jeher die Kraft besitzen, Menschen zu verbinden und Vergangenes zu bewahren. Mit seinem Buch baut A. Biakowski eine Brücke. Er nimmt uns mit in ein Jahr seines Lebens, in ein vielen von uns fremdes Land und in den wohl schrecklichsten Teil der deutschen Geschichte. Und genau in dieser Verbindung liegt eine große Kraft, aufgeteilt in viele kleine Episoden, die teilweise bis ins Mark berühren.

Biakowski gelingt es auf eine sehr sensible und doch auch frische Art, den Leser teilhaben zu lassen, an dem, was er selbst gefühlt, erlebt, gedacht und gesehen hat - alles im Kontext der Begegnung zwischen ihm, dem Land Polen, der Sprache, der Stadt Łódź, den Menschen des Sozialmedizinischen Zentrums und der Überlebenden.

Manchmal klingen die Sätze etwas konstruiert und glatt. Doch das ist genau richtig so, denn was das Herz nicht begreifen kann, weil es bitter schmerzt, versucht der Verstand mit Logik zu richten. Es war ein wirkliches Lesevergnügen, diesem Prozess beizuwohnen und dabei zu beobachten, wie der eigene Verstand an vielen Stellen ebenfalls konstruiert, um sich vor der Machtgewalt der Erinnerung und den Bildern, die auch ich nur aus Geschichtsbüchern und Besuchen in ehemaligen Konzentrationslagern kenne, zu schützen.

Mich hat dieses Buch tief bewegt und mich selbst immer wieder fühlen lassen, dass wir natürlich über das kollektive Gedächtnis mit dieser Schuld verbunden sind, sie in uns tragen und auch an nachfolgende Generationen weitergeben werden. Meine Tränen, die ich an vielen Stellen des Buches nicht zurückhalten konnte und wollte, waren keine Mitleidstränen, sondern sie drückten den tief sitzenden Schmerz des Verlustes aus, den jeder von uns in der ein oder anderen Ausprägung kennt und der aufflammt, wenn die Überlebenden erzählen. Gleichzeitig spiegelt sich in den Tränen die Frage nach dem Warum, die auch den Autor immer wieder beschäftigt und auf die es einfach keine Antwort geben darf.

Wir können unsere Hypothek niemals abbezahlen, aber wir können dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder geschieht. Im Jetzt. Durch eine Verbindung von Mensch zu Mensch, die von Herzen kommt und keine Grenzen und Sprachbarrieren kennt. Andre Biakowski hat mit "Obiad - mehr als nur Mittagessen" einen großartigen Beitrag dazu geleistet.

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Tags: andre biakowski, lodz, obiad, polen, überlebende des holocaust   (5)
 

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Schatzfinder: Warum manche das Leben ihrer Träume suchen - und andere es längst leben

Hermann Scherer
E-Buch Text: 253 Seiten
Erschienen bei Campus Verlag, 14.02.2013
ISBN 9783593419411
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hätte ich dieses Buch vor  - sagen wir mal zehn Jahren gelesen, wäre ich enttäuscht gewesen. Wie - kein Arbeitsbuch und keine Schritt für Schritt: Wie werde ich glücklich und reich Anleitung? Das hätte ich beim Blick auf das Cover erwartet. Bis ungefähr zum ersten Drittel des Buches wäre diese Erwartung auch noch bedient worden, allerdings wäre mein Blick schon sorgenvoll auf die Restzahl der Seiten gewandern und ich hätte mich gefragt, wann denn endlich der Teil kommt, in dem steht, was ich nun konkret tun soll.
Ich musste während des Lesens immer wieder schmunzeln, denn ich durfte spüren, dass ich heute nicht mehr die bin, die nach solchen Antworten sucht und Scherer auch nicht der ist, der solche Antworten gibt. Jedenfalls nicht im klassischen, ratgebenden Sinne. Wer das sucht, sollte ein anderes Buch lesen.
Den Autor zeichnet eine wohltuende Reife, die sicher aus vielfältigsten Lebenserfahrungen wachsen durfte, aus und damit reicht er dem Leser galant die Verantwortung für sein Leben zurück, führt ihn allerdings geschickt mit Worten vor einen Spiegel und lässt ihn hineinschauen. Jeder darf nun selbst entscheiden, wer er sein will. Und das bitte mit allen Konsequenzen, die daraus erwachsen.
Der größte Schatz, den ich in diesem Buch neben all der guten Unterhaltung gefunden habe, bin ich selbst inklusive der Erkenntnis, dass ich jeden Augenblick die Wahl habe. Man vergisst das so leicht. Ich muss mich nicht, aber ich darf mich an und mit anderen messen. Ich muss nicht reich werden, aber ich darf, wenn ich es will und das hat Konsequenzen für mein Handeln im Hier und Jetzt. Frei ist, wer sich auch gegen vorherrschende Konventionen die Erlaubnis gibt, immer wieder aufs Neue zwischen den Möglichkeiten respektive den Polen zu entscheiden.
Gut gefallen hat mir an dem Buch, dass Hermann Scherer den Mut hat, Paradoxes nicht beiseite zu schieben, sondern zu benennen. Warum streben wir nach Freiheit, wenn sie doch am Ende auch nur eine Illusion ist? Warum streben wir nach Reichtum, wenn wir am Ende doch nichts mitnehmen können?  Liegt dann unter dem Leben nicht ein permanenter Sinnlosigkeitsverdacht? Nein - und das ist die große Stärke dieses Buches. Scherer beschreibt wunderbar unprätentiös das, was wir alle im Inneren spüren, wenn wir ehrlich und achtsam genug sind. Am Ende geht es darum, "einen warmen Hasen im Arm zu haben" (der Sinn erschließt sich beim Lesen), mal mit einem Porsche über die Autobahn zu brettern, sich ein Rückflugticket zu erbetteln, sich zu blamieren, einen Menschen zu lieben, ein Geschäft aufzubauen, über die Stränge zu schlagen, zu dienen, zu danken - sprich: aus jedem Augenblick das Leben herauszuholen.

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burnout, peter schilling, völlig losgelöst. peter schilling burnout

Völlig losgelöst

Peter Schilling
Fester Einband: 116 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 21.01.2013
ISBN 9783407859624
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vorab - ich habe das Buch gern gelesen, allerdings, wie der Schwabe sagen würde, nicht ohne ein gewisses "Geschmäckle".
Stark fand ich es immer dann, wenn Peter Schilling direkt aus seinem Leben erzählte. Nicht, weil das die voyeuristische Seite, mit der man Prominenten gern über die Schulter schaut, befriedigte, sondern weil das Buch an diesen Stellen für mich wirklich authentisch war. Ich konnte Empathie entwickeln für einen Menschen, der, um eines von vielen Beispielen zu nennen, nach der Nachricht, dass er soeben die Hot 100 Billboard-Charts erobert hat, erst einmal eine Woche in einer Art Trancezustand verbracht hat, um dann in ein "Gefühl der inneren Leere und Einsamkeit" abzustürzen. Das hat mich berührt.
Nun könnte man meinen, dass das doch Jammern auf hohem Niveau sei, schließlich hat der Mann Millionen verdient. Aber wer die Mechanismen unseres Selbstwertes kennt, der weiß, dass Erfolg und Geld niemals die Wunden heilen können, die uns in der Kindheit zugefügt wurden. Und vor allem, dass niemand von außen beurteilen kann, wie tief solche Verletzungen sitzen.
Peter Schilling gibt viel von sich preis. Er erzählt von dem kleinen Jungen, der Wertschätzung von der eigenen Familie nicht oder nur kaum erfahren konnte. Von dem jungen Mann, der auf dem Höhepunkt seines Erfolges plötzlich zusammenbrach und aus einem inneren Antrieb heraus, alles gegen die Wand fuhr, um letztendlich wieder dort anzukommen, wo er angefangen hatte. Ganz unten. Er erzählt es ohne Anklage, stets mit dem Blick auf die eigene Verantwortung. Man nimmt ihm ab, dass er den Opfer-Status hinter sich gelassen hat.
Leider tappt das Buch in dieselbe Falle, die wir alle auch aus dem wahren Leben kennen. Nämlich dass jene, die durch die Hölle gegangen sind, anderen den Weg zeigen wollen. Das ist gut gemeint und Peter Schilling weist auch mehrfach darauf hin, dass das sein Weg war und man den nicht kopieren kann, sondern eigene Erfahrungen machen muss. Trotzdem überschreitet das Buch mit zunehmender Seitenzahl mehr und mehr die Grenze von der Biographie hin zum Ratgeber. Plötzlich liest sich das Ganze wie eine journalistische Abhandlung über die Macht des Selbstwertes und das war für mich der Punkt, an dem ich zeitweise den Kontakt zum Buch verloren habe. Wer schreibt jetzt hier? Der geläuterte Schilling, der mir fast freundschaftlich und im Plauderton die Welt der Psyche erklärt und gleichzeitig mit einen Rundumschlag unseren gesellschaftlichen Status Quo erläutert? Das hätte das Buch nicht gebraucht, denn die Biographie und der Weg, den Peter Schilling hinter sich hat, wären allein von sich heraus stark genug gewesen, die Seiten zu füllen.
Zu Gute kommt dem Buch, dass es recht locker und unterhaltsam geschrieben ist, sodass ich keine Mühe hatte, trotzdem bis zum Ende dranzubleiben. Gestört hat es mich hin und wieder trotzdem und darum das "Geschmäckle", denn dass es ein Ratgeber ist, steht nicht auf dem Cover und so hatte ich Erklärungen, die über die persönlichen Erfahrung oder Einschätzungen des Autors hinausgehen und stellenweise noch mit Zitaten aus anderen Ratgebern unterlegt sind, einfach nicht erwartet.
Aber vielleicht war das der Kompromis für den Beltz-Verlag, der ja neben seinen Kinder- und Jugendbüchern eher im Psychologie- und Ratgeber-Segment heimisch ist.

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autorin, franka, hoffnung, positives denken, trennung

Am Dienstag kommt das Glück

Luisa Preyß
E-Buch Text
Erschienen bei null, 05.11.2012
ISBN B00A2RSLAM
Genre: Romane

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e-book, frieling, ratgeber, rezension, ebook

WIE MAN ERFOLGREICH E-BOOKS VERKAUFT. Exklusivinterviews mit Top-Autoren

Wilhelm Ruprecht Frieling
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Internet-Buchverlag, 23.01.2012
ISBN 9783941286757
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wer Kinder hat, der weiß, dass es selten die guten Ratschläge sind, die sich im Kinderhirn einbrennen, sondern dass Kinder durch Nachahmen und Abgucken lernen. Ein Phänomen, das bleibt, denn auch bei uns Erwachsenen sind es oft die Vorbilder, die uns zum Handeln motivieren und nicht die vielen Ratgeber-Bücher, gleichwohl die natürlich auch ihre Daseinsberechtigung haben.
Wilhelm Ruprecht Frieling verbindet nun beides, in dem er zum einen gute, sachliche Ratgeber schreibt und zum anderen mit dem vorliegenden E-Book nicht nur die puren Fakten aufzählt, sondern in Form von Interviews Geschichten von denen erzählt, die den Weg in den E-Book-Markt schon erfolgreich gegangen sind.
Neben den vielen Informationen, die man beim Lesen erhält, sind es besonders die Erfahrungen, an denen uns die interviewten Autoren teilhaben lassen, die dieses Buch lebendig machen. Frieling fragt geschickt, locker und authentisch und gestaltet das Buch damit zu einem lebendigen und erlebbaren Lehrmeister. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, war von Anfang bis Ende interessiert und bin nun nach der Lektüre motiviert und informiert genug, selbst den Schritt ins E-Book-Geschäft zu wagen. Danke dafür!

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barcelona, spanien, sapziergang, urlaub, reise

Ein Tag in Barcelona

Daniel Brühl , Javier Cáceres
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.09.2012
ISBN 9783550088322
Genre: Biografien

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