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Fingerhut-Sommer

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423216029
Genre: Fantasy

Rezension:


Spoilerfrei (es können wichtige Details aus vorherigen Bänden verraten werden, nur unwichtige aus dem 5ten Band, sieht man einmal von der Charakterkonstellation und dem Spielort ab)

Meine Meinung

Fazit

Dieser Band ist anders als die vorherigen Bände, für mich aber nicht schlechter. Es fehlt der übliche London-Charme und auf viele Personen wird man wohl bis zum nächsten Band warten müssen. Die Handlung fand ich in diesem Buch etwas vorhersehbarer, meiner Meinung nach aber, da man mehr von dem Übernatürlichen erklärt bekommt. Das ist auch der größte Pluspunkt an diesem Buch: man erhält viele Einblicke in Gebiete, die vorher nicht ausgeführt wurden. Es wirkt eher so, als müsste in diesem Band noch das ein oder andere vorbereitet werden, damit es danach so richtig weiter gehen kann. Für mich heißt das, mich mit viel Vorfreude auf den nächsten Band zu stürzen.

Wem könnte das Buch gefallen?

Jedem, der auch die Vorgänger gut gefunden hat, heißt, wem der Schreibstil nicht gefällt oder wer mit der Hauptperson nicht zurecht kommt wird es auch hier nicht jubeln, daran hat sich (glücklicherweise) nicht viel geändert. Wem die Vorgänger nur wegen Spielortes gefallen haben, oder wer Peter nur für die anderen Charaktere ausgehalten hat, dürfte hier enttäuscht werden. Trotzdem würde ich es lesen, denn es scheint gut weiter zu gehen.

Ausführliche Rezension (da sehr ausführlich besser erst nach der Lektüre lesen auch wenn Spoilerfrei)

Geschichte/Handlung

Dieser Band unterscheidet sich stark von seinen Vorgängern, ist für mich aber genau so gut. Der Handlungsort ist mehr ländlich, weswegen sich die Atmosphäre verschiebt. Ich hatte jetzt weniger das dreckige und chaotische, dafür aber vielfältige London vor Augen, sondern mehr schöne Landschaften und angenehme Gerüche (gut, manchmal auch nicht so angenehme Gerüche) mit dafür eher angepassten Bewohnern. Das ändert natürlich einiges an den üblichen Zutaten der Bücher. Unter angepassten Bewohnern wirkt der 'abstruse Scheiß' ganz anders, als in einer so oder so vielfältigen Umgebung, irgendwie mystischer. Das Folly ist auf dem Land weniger präsent und bekannt und Nightingale kennt sich noch schlechter dort aus. Das ist auch für dieses Buch etwas schade, weil man nur wenig Zeit im Folly mit Nightingale, Molly, Toby und natürlich den Lateinvokabeln und Magieübungen zubringt. Man lernt auch keine neuen Zauber kennen, die Peter dann wieder auf sehr kreative Weise abändert (zumindest aber setzt er die bekannten Zauber kreativ ein) und er verbringt weniger Zeit mit skurrilen wissenschaftlich-magischen Versuchen, die ihm eigentlich verboten sind und trotzdem immer wieder das entscheidene bisschen weiterbringen. Das ist etwas, was mir immer besonders gut an den Büchern gefallen hat: das Zusammenspiel der analytischen Logik der Wissenschaft und der Unerklärlichkeit der Magie, mit der sich Peter so nicht abfinden will. Ich fand es hat die Magie immer realer gemacht, dass die Hauptperson versucht sie für sich zu erklären und damit herumexperimentiert und nicht einfach stillschweigend hinnimmt.

Auch in einem anderen Aspekt hat dieses Buch geschwächelt. Selten habe ich Bücher gelesen, in denen ich der Meinung war, dass die Hauptperson/ der Autor ein so guter Beobachter ist. Die Verhaltensweisen der Leute um die Hauptperson herum werden immer sehr ironisch und treffend kommentiert, wodurch man sich sehr gut in die Lage hineinversetzten kann. Auch viele Situationen werden auf diese Weise kommentiert, oft z.B Peters Kindheit, oder die Polizeiarbeit. Weil es mich interessiert, wie es ist, in anderen Situationen zu leben wie ich selbst es tue, finde ich diese Abschnitte immer sehr interessant, egal wie stark sie ausarten. In diesem Band kam das meiner Meinung nach zu kurz, man merkt, dass der Autor hier seine eigenen Erfahrungen ein bisschen verlassen musste und die ländlichen Bewohner nicht so gut kennt, wie die städtischen.

Ein großer Unterschied ist natürlich auch, dass die Handlung mit dem Gesichtslosen nicht wirklich vorankommt. Zwar wird ein paar Mal auf die Situation mit Lesley eingegangen und es werden ein paar bedrohliche Andeutungen gemacht, was die weiteren Bücher betrifft, aber die Haupthandlung dieses Buchs hat scheinbar wenig mit dem Kampf gegen den Gesichtslosen zu tun. Das hat mich aber nicht so gestört, weil ich die ersten 4 Bücher das erste Mal mit großem Abstand gelesen habe und deswegen so oder so wenig Zusammenhang herstellen konnte. Hätte ich nicht noch einen großen Reread gestartet, um für den 5ten und 6ten Band auf der Höhe zu sein, wäre mir es gar nicht aufgefallen.

Auch ein anderer Aspekt war für mich hier nicht so gut: die Vorhersagbarkeit bzw. Komplexität der Handlung. Sonst hatte ich bis zum Schluss wenig Ahnung, was passiert ist, und zugegebener Weise hatte ich diese Ahnung selbst jetzt nicht, als ich die ersten 4 Bände noch ein zweites Mal gelesen habe. Dafür war die Handlung einfach zu ungewöhnlich, es gab zu viel Unberechenbares. Auch in diesem Band war das mehrheitlich der Fall, aber es wurden zu viele Andeutungen gemacht, sodass die übergeordnete Handlung dann keine große Überraschung mehr war.

Und trotzdem fand ich das Buch nicht schlechter, denn es hatte andere Qualitäten. Einmal natürlich der Schauplatz, ich selbst bin kein großer Fan von Städten, auch wenn es in Büchern immer eine besondere Atmosphäre hat, wenn sie in Städen spielen, die ihren eigenen Charakter haben. Trotzdem habe ich mich an dem Schauplatz wohler gefühlt, auch wenn es die Hauptperson nicht getan hat.

Etwas anderes fand ich jedoch viel wichtiger, denn auch wenn die Haupthandlung nicht weiter geht, erfährt man endlich ein bisschen mehr über die übernatürliche Welt. Wenn von den Genius Locii die Rede war, hatte ich eine ungefähre Ahnung, was damit gemeint ist, aber ich konnte sie nicht abgrenzen, es war eher so ein verwaschender Haufen Informationen. Ähnlich erging es mir mit Fae, obwohl die ja von Anfang an als ein verwaschender Haufen Übernatürliches beschrieben werden und explizit nicht kategorisiert werden sollen. Es war nicht wirklich schlimm, denn auch Peter wusste ja nicht so recht Bescheid. Trotzdem ist es irgendwie frustrierend, denn man ist darauf angewiesen, dass die Hauptperson genau so neugierig ist wie man selbst. Eigentlich war ich in dieser Hinsicht immer ziemlich zufrieden, aber mit jedem Band wurde es schlimmer. Dass man jetzt den ein oder anderen Blick dahinter werfen konnte, hat meinem Wunsch die nächsten Bände auch noch zu lesen entscheidend auf die Sprünge geholfen. Außerdem glaube ich, dass dieser Band ganz und gar nicht so unwichtig für die Haupthandlung ist wie es scheint, denn es passiert viel im Hintergrund, was nicht explizit erwähnt wird.

Genau deswegen fand ich es auch nicht schlimm, dass dieses Buch nicht so komplex war, denn in einer solch langen Reihe von Büchern finde ich es nicht nachteilig, wenn das eine Buch eher wie eine Vorbereitung wirkt. Es wurden Änderungen der Konstellation vorgenommen, der Fokus hat sich von Lesley und Nightingale auf Beverleyv verlegt. Ich glaube kaum, dass das mit Beverley funktioniert hätte, während Lesley oder Nightingale dabei gewesen wären. Ich kann mir gut vorstellen, dass es noch wichtig wird, dass Peter eine starke Verbindung zu den übernatürlichen Wesen aufbaut, etwas anders als scheinbar Nightingale, der professionelle Distanz zu halten scheint (sieht man einmal von Molly ab).


Charaktere

Die Charaktere haben meiner Meinung nach entscheidend zu den Büchern beigetragen. In diesem Buch ist das ein wenig in den Hintergrund getreten, weil viele der sonst immer sehr präsenten Personen in London zurück geblieben sind. Dafür lernt man viele neue Personen kennen, die ebenfalls ihre Eigenarten haben, sodass ich zwar einige Personen der vorherigen Bände gerne wieder gesehen hätte, mich aber auch freuen würden, wenn der ein oder andere Landbewohner ab jetzt mehr Zeit in London verbringen würde.

In der Stadt war Peter immer sehr souverän, er wusste halt wie es läuft. Es hat sich hier zwar nicht vollkommen geändert, er geht immer noch sehr selbstverständlich mit anderen Personen um und behält scheinbar in jeder Situation die Ruhe, aber er kennt sich weniger aus (sonst gab es immer Kommentare ala „wenn man diese Straße entlang fährt, dann plant man besser so und so viel Zeit ein“, die sind jetzt soweit ich weiß komplett entfallen). Man merkt auch, dass er durch das Ende des vorherigen Bandes ein bisschen weniger Zutrauen zu anderen Personen hat, das hat der Autor ganz gut umgesetzt. Meiner Meinung nach hat es der Hauptperson aber auch gut getan, denn für mich wirkte er vorher immer ziemlich perfekt. Das liegt wohl daran, dass er Dinge sehr gut kann, die mir nicht so liegen, und ich in all seinen Schwächen zu extrem in die andere Richtung bin, sodass auch seine Schwächen eine Verbesserung wären. Und es ist ja auch immer sehr angenehm, wenn man nicht ständig Angst haben muss, dass er anderen vor den Kopf stößt oder er das ganze Buch ein Brett vor dem Kopf hat (ehrlich gesagt, manchmal lese ich Bücher nur deswegen weil die Hauptpersonen perfekt sind, es ist entspannend). Trotzdem tat eine gewisse, wenn auch geringe, Entwicklung, mal ganz gut.

Richtig überrascht hat mich aber Beverley, die für mich im ersten Band eher eine Zicke war. Wahrscheinlich war es gar nicht so gedacht, aber durch die Augen der Hauptperson, der sehr viel Wert auf das Aussehen von Frauen legt, bestand der Charakter von Beverley für mich hauptsächlich aus ihren Brüsten, ihren Fähigkeiten als Flussgöttin und einer gehörigen Portion Dreistigkeit. Zwar hat sich der Blickwinkel der Hauptperson nicht unbedingt geändert, aber es kam durch ihr Verhalten ein neuer Blickwinkel dazu, der nicht durch das Gehirn von Peter verdreht ist und für mich sehr viel sympathischer war.

Als neuen Charakter habe ich vorallem Dominic lieb gewonnen. Er ist zwar nicht so auffällig wie die meisten anderen Charaktere, weil er eben nur ein stinknormaler Mensch ohne größe Sonderlichkeiten ist, aber gerade dadurch hat er sich langsam aber sicher einen Weg in mein Herz geschlichen.

Schreibstil

Dies ist mal eine Buchreihe mit einem auffälligen Schreibstil. Ich liebe diese direkte Ansprache an den Leser in dem ironischen und des öfteren auch sehr zynischen Ton. Auch die Mischung aus hochgestochener Sprache (vorallem die Verben) und umgangssprachlichen Ausdrücken macht die Sprache ziemlich lebendig. Es passt zum Erzähler. Mir gefällt auch ehrlich gesagt, dass er immer wieder irgendwelchen Erklärungen abschweift, z.B darüber, warum eine Polizeistation am Rand eines Dorfes gebaut wird, warum sie noch so sauber ist etc.. Es passt zum Erzähler, der ja schon zu Beginn des ersten Bandes als abschweifend bezeichnet wird (und  wer mag denn schon kein unnützes Wissen). Irgendwie kann ich nicht ganz beschreiben, was den Schreibstil wirklich ausmacht. Einfach gesagt: ich finde ihn genial.

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Das Zeichen des Sturms

Susan Dennard , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 22.01.2018
ISBN 9783764531898
Genre: Fantasy

Rezension:

Spoilerfrei (es können wichtige Details aus dem ersten Band verraten werden, aber nur unwichtige aus dem zweiten Band)

Meine Meinung:

Fazit

Eine schöne Fortsetzung, meiner Meinung nach gelungener als der erste Band. Man erfährt mehr über die Magislande und die Magie (wenn auch vorallem aus dem Glossar), die Intrigen werden weiter gespinnt und als Leser hat man keine Ahnung, was noch kommen wird. Die einzelnen Charaktere sind hier besser ausgearbeitet, es kommen ein paar neue dazu, unter anderem eine neue Hauptperson. Ich hätte gerne ein wenig mehr in der buchübergreifenden Handlung zu den einzelnen Intrigen erfahren, aber das Fortschrittstempo war gerade noch akzeptabel. Ein bisschen schade fand ich, dass die Freundschaft von Iseult und Safi keinen so hohen Stellenwert mehr hat und es scheint, dass man es auch im dritten Band nicht erwarten kann.

Trotzdem werde ich den dritten Band lesen, viele der Charaktere habe ich irgendwie doch lieb gewonnen und möchte wissen wie es mit ihnen weiter geht. Außerdem werden gerade zu Ende noch ein paar Dinge ins Spiel gebracht, bei denen ich unbedingt wissen will, was aus ihnen wird.

Wem könnte das Buch gefallen?

Natürlich wem der erste Band gefallen hat und den sollte man zuvor auch gelesen haben. Dieser Band ist ein wenig weitreichender als der erste, wodurch vielleicht einige abgeschreckt sind, allerdings kann man sich da denke ich dran gewöhnen.

Ausführliche Rezension:

Buchgestaltung

Auch dieses Cover finde ich wieder sehr schön. Es bildet allerdings keinen Hauptaspekt des Buches ab. Die (wahrscheinlich) Ursprungsquelle, die zu sehen ist, wird in diesem Buch nicht bereist (zumindest werden keine Berge bereist), und das abgebildete Symbol enthält ein Tier, das auf den ungefähr letzten 50 Seiten das erste Mal vorkommt und dort auch eine eher untergeordnete Rolle einnimmt (allerdings mit Aussicht auf mehr). Buchrücken und Rückseite sind wieder ähnlich gestaltet, das Inhaltsverzeichnis finde ich aber hier besser als im ersten Band, da es den Inhalt besser widerspiegelt ohne zu viel zu verraten.

Geschichte/Handlung:

Hat mir in diesem Band sehr gut gefallen, noch einmal besser als im ersten Band. Man lernt deutlich mehr von den Magislanden und ihren Sturkturen kennen und hat durch den Anhang von Anfang an mehr Überblick über die Wirkung der Magie. Dabei lernt man neue Kulturen kennen, die gut durchdacht wirken und die Magie plausibel in den (zum Teil sehr unalltäglichen) Alltag integriert haben. Es wirkte noch nicht alles richtig rund, man hatte oft das Gefühl, dass die Autorin mehr in ihrem Kopfkino gesehen hat als es dem Leser ermöglicht wurde, aber es war annehmbar. Man merkt auf jeden Fall, dass sich die Autorin viele Gedanken über die Geschichte gemacht hat und dass noch viel Spannendes kommen wird.

Obwohl nur eine kurze Zeitspanne zwischen dem ersten und zweiten Buch vergangen ist, ist viel passiert. Merik wurde angegriffen, sein Schiff ist gesunken und nur er und ein Schiffs“junge“ haben überlebt. Er macht seine Schwester dafür verantwortlich und will sie bloßstellen. In diesem Buch lernt man dann auch seine Schwester Vivia kennen, worauf ich mich zuerst gar nicht gefreut habe, nach dem Eindruck, den sie im ersten Buch hinterlassen hatte. Aber wie das in guten Büchern so ist, muss man Vorurteile hier schnell revidieren und die Teile mit ihr wurden zu einer meiner liebsten. Allgemein kann man in diesem Buch wenig vorhersehen. Das liegt zum Teil daran, dass man über das große Ganze nicht so viele Informationen erhält. So merkt man wie schon im ersten Buch, dass jemand hinter all dem steht, den man noch nicht wirklich kennt. Aber außer ein paar Bröcken erfährt man nicht genug, um wirklich viel dazu sagen zu können. Man erfährt aber einiges überraschendes über seine Verbündeten und Pläne und merkt, wie weit er schon gekommen ist, sodass er als (spannende) Bedrohung über allem liegt.

Hauptsächlich aber ist das Buch unvorhersehbar, weil es deutlich komplexer wurde. Es ist nicht so, dass die Hauptpersonen zu Anfang eine Aufgabe erhalten, die sie versuchen zu erfüllen und bei der man schon weiß, dass sie es zugungsten eines Happy Ends schaffen werden. Vielmehr ist es so, dass die Personen durch die Umstände Probleme bekommen, die sie versuchen zu lösen, es aber nicht immer nur eine mögliche Lösung gibt und immer neue Probleme hinzukommen. Auch im ersten Band war das schon der Fall, auch er war nicht simpel gestrickt, aber für mich war der Blickwinkel im ersten Band zu eingeschränkt um das Buch wirklich gut zu machen. Wenn das Ziel einer Geschichte nicht von Anfang an festgelegt ist, sondern es, wie im ersten Band angedeutet, um Umwälzungen mit unklarem Ausgang geht, die das ganze Land betreffen, dann muss der rote Faden für mich entweder das Schicksal einer einzelnen Person sein, das mich brennend interessiert, oder es muss mich allgemein interessieren, wie die Geschichte für das ganze Land ausgeht (und dazu müssen noch ein paar Geheimnisse kommen, die ich gerne aufdecken würde; wenn ich aber weiß, dass mich das restliche Buch frustrieren würde, dann lasse ich die Geheimnisse lieber Geheimnisse sein, als mich durch das Buch zu quälen). Im ersten Buch gab es mir dafür zugleich zu viele und zu wenige Hauptpersonen. Ich konnte zu keiner der vier Hauptpersonen eine starke Bindung aufbauen, da sie alle noch etwas blass gewirkt haben und nicht hundertprozentig symphatisch waren. Es waren einfach zu viele gleichberechtigte Hauptpersonen um sie mir auf 500 Seiten wirklich näher zu bringen. Gleichzeitig waren es aber zu wenige Personen, um wirklich das Land an sich kennen lernen zu dürfen. Wenn das Land so interessant ist, dass ich dahin gerne zurück kehren würde, und es mich interessiert, was aus einzelnen Völkern wird, dann lese ich eine Geschichte gerne weiter, aber dafür wurde im ersten Band zu wenig erklärt. Ich hätte den zweiten Band wahrscheinlich nicht gelesen, wenn mir die Autorin nicht symphatisch gewesen wäre und wenn es nicht mal eine schöne Freundschaft in einem Buch gegeben hätte (heißt für mich, dass beide Personen in der Freundschaft gleichberechtig sind, sonst ist es oft so, dass die eine Person die Hauptperson ist und die andere Person nur der deutlich sympathischere Sidekick, der einen Ausgleich für den abweisenden Loveinterest schafft).

Im zweiten Band gab es endlich eine Hauptperson, die mir wirklich sympathisch war, und jetzt habe ich auch das Land gut genug kennen gelernt, um wirklich wissen zu wollen, wie es ausgeht. Schade war es jedoch um die Freundschaft zwischen Iseutl und Safi, denn die kommt in diesem Buch nur als Motivation für Iseult dafür zum tragen, durch das halbe Land zu reisen (und für die Autorin als Möglichkeit, es ein bisschen prickeln zu lassen). Besonders am Ende hat Iseult eine Entscheidung getroffen, die mich sehr zwiespältig zurück gelassen hat. Die Entscheidung an sich fand ich zwar nicht schlecht, aber ich hätte mir eine andere Motivation gewünscht, denn so wirkte es, als hätte sie jemanden, der ihr wichtig ist, in ihr unbekannter Gefahr zurück gelassen, nur um bei jemand anderem sein zu können, der aber gut auf sich aufpassen kann (aber ich habe ja noch Hoffnungen auf den nächsten Band, dass mir Iseult da wieder besser gefällt).

Charaktere

Es gab in diesem Buch ein paar neue Charaktere, unter anderem welche, die zuvor noch gar nicht erwähnt worden waren. Gleichzeitig kamen ein paar Charaktere aus dem ersten Buch, die ich z.T. ganz gerne mochte, nur in ein, zwei Sätzen vor, z.B Meriks Tante. Die vier Hauptpersonen blieben aber erhalten und haben sich zum Teil deutlich weiter entwickelt, auch wenn bei Merik und Vivia der größere Teil der Handlung liegt. Keine der Personen ist wirklich perfekt, alle haben ihre Schwächen, die manchmal zu nicht heldenhaften Entscheidungen führen, und trotzdem konnte ich sie mehrheitlich gut verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen. Das ist wirklich selten. (Liegt aber auch daran, dass keiner von ihnen eine wirklich egoistische oder falsche Entscheidung trifft, sie tun eher das falsche aus den richtigen Gründen). Insgesamt konnte ich in diesem Band die Handlungen besser nachvollziehen, die Charaktere wirkten stringent.

Iseult

Im ersten Band war sie eigentlich meine Lieblingsperson, wurde aber in diesem Buch weniger verständlich für mich. Irgendwie blieb sie die ganze Zeit abweisend (relativ verständlich bei dem Umgang) und man bekam nur wenige ihrer Gedanken zu hören. Allgemein hatte sie nur am Ende ein paar interessante Stellen, ansonsten passierte bei ihr nicht viel und hat sich auch kaum weiter entwickelt. Ich fand es zwar interessant, wie sie und Aeduan miteinander umgegangen sind und was sie so über sich herausgefunden hat, aber es wirkte eher so, als würde ihre Handlung nur auf den nächsten Band vorbereiten. Die schöne Freunschaft zu Safi kam wie zuvor bereits erwähnt kaum zum Tragen.

Safi

Auch bei ihr hat sich finde ich nicht viel getan. Zwar waren ihre Stellen interessant, weil sie viel Zeit mit anderen Personen zusammen verbracht hat, die für mich interessant waren, und man in ihrem Blickwinkel auch neue Teile der Magislande kennen lernt. Sie hatte es bei mir aber von Anfang an schwer, weil ich vorlaute und unüberlegte Personen nicht so gerne lese. Da hat sie bei mir einige Pluspunkte bekommen, sowohl durch ihre Entwicklung am Ende des ersten Buches, als auch, weil sie hier an einige Stellen überlegt zu Werke geht, ohne dabei ihren aktionsfreudigen Charakter zu verlieren.

Aeduan

Auch er kam etwas kurz, wie bei Iseult und Safi wirkte seine Handlung eher wie eine Vorbereitung und als solle das im ersten Band aufgebaute nicht verloren gehen (ehrlich gesagt, ist mir das erst im nachhinein richtig aufgefallen, während des Lesens fand ich die Verteilung der Handlung gut ausbalanciert). Er blieb wie im ersten Band distanziert, aber auch hier hat es nicht gestört, es passte. Ich konnte gut verstehen, warum er wie handelt und fand vorallem zum Ende hin auch seine Motivation sehr sympathisch.

Merik

Ihn fand ich im ersten Buch etwas schwammig, was in diesem Buch deutlich besser wurde. Am Anfang dieses Bandes wirkte er auf mich etwas wehleidig und egozentrisch, weswegen ich es gut fand, dass Cam bei ihm war. Er ist eine wirklich interessante Person, die die Stellen mit Merik richtig gut gemacht haben. In diesem Band habe ich auch erst richtig verstanden, warum Merik und Vivia so schlecht miteinander zurecht kommen, sodass Merik für mich erstmals richtig nachvollziehbar wurde. (Vielleicht habe ich im ersten Band was überlesen, ich war zugegeben etwas unkonzentriert beim Lesen? Irgendwie habe ich es da nicht verstanden, dass Merik gar nicht in der Hauptstadt bei seiner Schwester und seinem Vater aufgewachsen ist, sondern am Kloster.) Vorallem zum Ende hin fand ich ihn auch sehr sympathisch, alleine schon, wie er mit seinen Entdeckungen umgeht (ja, das war wirklich ein Schock).

Vivia

Sie kam als Hauptperson hier neu dazu und hat wirklich viel Zeit beansprucht. Es wirkt ein bisschen so, als wolle die Autorin klein anfangen (ok, vier Hauptpersonen sind nicht wirklich wenig), und immer mehr Hauptpersonen hinzunehmen, sodass sie mit jedem Buch aus mehr Blickwinkeln erzählen kann, ohne dass jemand schlecht charakterisiert ist. Es ist ihr eigentlich gut gelungen, denn bis jetzt fand ich Vivia neben Aeduan am besten charakterisiert. Sie kämpft darum als Frau ernst genommen zu werden und ärgert sich, dass sie immer ein bisschen mehr leisten muss, um als Frau die gleiche Anerkennung zu bekommen, wie ein Mann bei gleicher Leistung bekommen hätte. Ganz sympathisch wirkt es auf mich nicht immer, da sie deswegen oft übertrieben hart handelt und die Männer durchweg schlecht macht, aber ihre Handlungen waren aufgrund ihrer Erfahrungen nachvollziehbar und authentisch. Und wenn ich eine nicht hundertprozentig liebe Person gerne mag, dann muss das schon was heißen, das hatte ich bis jetzt nicht oft (meist wirken die Personen dann grausaum oder übertrieben egoistisch, das kann ich gar nicht haben, auch wenn ich da mit der Zeit toleranter geworden bin).

Schreibstil

Er hat sich für mich nach dem ersten Band nicht grundlegend verändert. Allerdings kam ich hier besser mit der Aufteilung Action vs. Informationen zurecht. Die Handlungsorte wurden besser erklärt, sodass sie ihre eigene Atmosphäre entfalten konnten und man die Handlung besser einorden konnte. Trotzdem war die Spannung durchweg dicht, ich wollte in jedem Moment weiter lesen. Klar, ich mag sehr ausführliche Beschreibungen gerne, aber es war ausreichend.

Ich hatte weiterhin das Problem, dass wenn zwei Hauptpersonen am gleichen Ort waren, ich nicht immer zuordnen konnte, wer gerade was gedacht hat. Das war hier nicht ganz so schlimm wie im ersten Buch, da niemals Hauptpersonen gleichen Geschlechts zusammen vorkamen, sodass man wenigstens durch er/sie direkt wusste, wer gemeint ist.

Auch an der Distanz zu den handelnden Personen hat sich nichts geändert, obwohl ich das Gefühl hatte, dass man ohne Safi zu Iseult weniger Zugang hatte, auch wenn die erzählte Distanz nicht größer geworden ist.

Im zweiten Band war ich mit dem Erzählstil wirklich zufrieden, ich konnte mich in die Geschichte sinken lassen und genießen.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Das Zeichen der Wahrheit

Susan Dennard , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 22.01.2018
ISBN 9783764531928
Genre: Fantasy

Rezension:

Spoilerfrei (es können unwichtige Details verraten werden, die Situationen im Buch beschreiben, aber nichts über die Handlung und vorallem nicht das Ende verraten)

Meine Meinung:

Fazit

Eine schöne Idee und eine schöne Geschichte, mit einigen Umsetzungsschwierigkeiten. Es handelt sich um High Fantasy mit einem komplexeren Weltenaufbau und mehreren Perspektiven, aber es bleibt auch für jüngere Leser, die komplexere Geschichten gut finden, gut zu lesen. Allerdings wird das Magiesystem und das System der einzelnen Länder nicht so deutlich, wie ich es von anderen High Fantasy-Geschichten gewohnt bin. Dafür ist man etwas näher an den handelnden Personen als beispielsweise beim Herrn der Ringe, auch wenn die einzelnen Charakter nicht ganz ausgereift sind. Es wird eher auf die persönliche Geschichte der einzelnen Charaktere eingegangen, als auf die Geschichte der ganzen Magislande, bis jetzt ist es also noch nicht wirklich episch.

Für mich sind die Geschichten immer wichtiger als deren Umsetzung, da gilt ähnliches wie beim Schreibstil: solange es nicht stört, ist alles in Ordnung. Da die Geschichte selbst mich gut unterhalten hat, gibt es für die angesprochenen Probleme nur einen Stern Abzug, und werde auch das zweite Buch noch lesen.

Wem könnte das Buch gefallen?

Jeder der sich weder bei riesigen Schlachten, noch bei kitschigen Romanzen zu Hause fühlt, dem aber richtige Jungendbücher zu undetailliert sind, könnte das Buch gut finden. Jedoch sollte man damit zurecht kommen, dass gerade der Anfang des Buches die ein oder andere Frage aufwirft und auch die Systeme nach denen diese Welt funktioniert, nicht deutlich werden. Es empfiehlt sich vielleicht vorher in der Buchhandlung das Ende des zweiten Buches aufzuschlagen, dort gibt es ein Glossar, dass man auch für das erste Buch gut hätte gebrauchen können und einem vorallem am Anfang weiter hilt.

Ausführliche Rezension:

Buchgestaltung

Cover
Das Buch war zwar kein Coverkauf, aber es hat durch sein Cover zumindest die erste Aufmerksamkeit auf das Buch gelenkt, und da mich das Inhaltsverzeichnis auch überzeugt hat, habe ich es gekauft. Ich mag den See und die Bäume, die mystisch von Lichtern umgeben sind. Es soll wohl eine Ursprungsquelle darstellen, und da sie im Buch eine wichtige Rolle einnehmen, passt es gut zum Inhalt. Das im Zentrum des Covers liegende Zeichen sieht zwar auch sehr gut aus, hat für mich aber keinen Zusammenhang zum Inhalt. Wahrscheinlich soll es einen Seefuchs darstellen, der zwar im Buch eine Rolle einnimmt, aber keineswegs wichtig genug wäre, um auf dem Cover zu erscheinen. Einmal wird eine Flagge mit einem Seefuchs darauf erwähnt, aber dort soll sich der Seefuchs um ein Schwert winden, darum kann es sich also nicht handeln. Auch der Titel passt meiner Meinung nach nicht so gut wie der Titel der Erstausgabe („Schwestern der Wahrheit“) oder des englischen Orignals („Truthwitch“). Insgesamt passt das Cover jedoch sehr gut zum Inhalt, im Gegensatz zum Cover der Erstausgabe, das eher zu einem Buch für 10 jährige gepasst hätte. Das akutelle Cover zeigt eher, dass es sich um ein High Fantasy Buch handelt (im Gegensatz zu Gesichtern auf Covern, die für mich eher für kitschige Bücher stehen), das auch für jüngere Leser geeignet ist (da scheinen gerade die Lichtpunkte sehr aktuell).

Auf dem Rückdeckel und dem Buchrücken sind ebenfalls die Ursprungsquelle zu sehen, was mir gut gefällt (sieht bestimmt super aus im Regal). Die Inhaltsangabe ist aussagekräftig und macht neugierig (Elementemagie macht mich immer neugierig, und wenn es mal nicht um eine kitschige Liebesgeschichte sondern um eine tiefe Freundschaft geht umso besser). Man muss allerdings dazu sagen, dass man im Buch nicht wirklich merkt, dass Safi adelig ist, da alle derartigen Handlungen immer sehr schnell abgehandelt werden und Safi sich nicht entsprechend verhält. Auch ist der Kontinent noch nicht wirklich im Krieg (also keine großen Schlachten, noch mal Glück gehabt), es handelt sich eher um Intrigen und Verschwörungen.

Innengestaltung

Die Klappenbroschur ist wie von penhaligon gewohnt. Gut gefällt mir an ihnen immer, dass man das Buch aufklappen kann ohne den Buchrücken zu knicken, wie es bei anderen Taschenbücher oft der Fall ist (das Buch war aber so spannend, dass ich im Zug weiterlesen musste und es jetzt doch einen Knick hat, blöd gelaufen). Wie üblich befindet sich auf den Innenseiten der Klappen eine Karte des Welt, die hier sehr schön und detailliert ausgefallen ist (man braucht sie auf jeden Fall), eine genauere Inhaltsangabe und der Lebenslauf der Autorin.

Die einzelnen Kapitel sind mit Zahlen überschrieben (womit es natürlich kein Inhaltsverzeichnis gibt), und mit dem jeweils gleichen abstrakten Symbol verziert. Es gibt leider keinen Anhang, den man gut hätte gebrauchen können um einen Überblick über die Namen zu bekommen (meiner Meinung nach nicht ganz so wichtig) und eine genauere Idee über die Systeme in der Welt (finde ich immer besonders interessant, wird im Buch aber nicht so deutlich).

Geschichte/Handlung

Die Idee selbst ist wirklich schön. Es gibt 5 verschiedene Quellen der Magie, von denen nur noch zwei, die des Feuers und die des Äthers, lebendig sind. Es gibt noch drei weitere Quellen, die des Wassers und wahrscheinlich auch die der Erde und der Luft (das wird glaube ich nicht direkt gesagt). Die anderen Quellen wurden gelöscht (wie und wann wird nicht ganz deutlich) und können nur von den Cahr Awen wiedererweckt werden. Das sind immer zwei Magis (die Magier in dieser Geschichte), wovon eine/r ein/e Finsternismagis sein muss. Die letzten Cahr Awen sind aber vor längerer Zeit verschwunden und es sind noch keine neuen gefunden. Außerdem endet ein Friedensvertrag, den die drei großen und mächtigen und die vielen kleinen Länder miteinander geschlossen haben, sodass sich alle Parteien auf verschiedene Weise auf einen neuen Ausbruch des Krieges vorbereiten. Da man die Sicht verschiedener Parteien einnimmt (insgesamt 3, wenn man Iseult und Safi zusammenzählt), und noch verschiedene Geheimnisse über die Magie entdeckt, ist die Geschichte relativ komplex. Zu Beginn gibt es deswegen viele Namen und Begriffe, die nicht so gut erklärt sind, was das Lesen erschwert.

Ein Problem hat für mich auch die Beschreibung der Magie dargestellt, denn gleich zu Anfang wird man mit mehreren Begriffen konfrontiert. Safi ist eine Wahrmagis, Iseult eine Strangmagis und ein Mann, den sie treffen, ist ein Blutmagis. Das ist ja an sich kein Problem, aber man kann nicht wirklich einschätzen, was das für die Personen bedeutet. Was eine Wahrmagis ist, habe ich relativ schnell verstanden, und was ein Blutmagis kann auch (da wussten die handelnden Personen es auch nicht besser als der Leser), aber was eine Strangmagis ist, wusste ich sehr lange nicht. Insofern habe ich dann auch einige Handlungen von Iseult nicht verstanden. Da man gleich zu Anfang so viele Magier kennenlernt war es für mich auch nicht ganz verständlich, dass es insgesamt wenige Magier geben soll, und dass Wahrmagis und Blutmagis sogar ausgesprochen selten sind (dass es Blutmagis gibt, wird sogar in Frage gestellt). Das macht ein Problem des Buches deutlich, dass ich öfter hatte: die Autorin scheint sich mehr dabei gedacht zu haben, als in der Geschichte deutlich wird, sodass man irgendwie nicht immer ganz auf der Höhe ist. Mit der Zeit gibt sich das Problem aber (spätestens mit dem zweiten Band, da gibt es ein Glossar).

Was für mich die Idee aber besonders schön macht, ist, dass es ein Buch für jüngere Erwachsene ist, in dem es nicht um Blut und Schlachten geht, aber auch nicht nur um kitschige Romantik. Hier geht es ebenso um die Freundschaft, vorallem zwischen Iseult und Safi. Zwar ist das vorallem am Anfang der Fall, später trennen sich die beiden öfter, aber in den Situationen in denen sie zusammen agieren, verstehen sie sich ohne Worte, was ihre Freundschaft sehr schön beschreibt. Das ganze wird in der Geschichte auch 'formal' hervorgehoben, da sie Strangschwestern sind (die eine hat der anderen das Leben gerettet, auch das wird aber nicht so richtig erklärt), was wohl auch begründet, warum eine Adelige wie Safi und eine Nomatsi (verlgeichbar mit Zigeunern, werden von fast allen verachtet), so viel Zeit miteinander verbringen dürfen. Die Freundschaft (und Freundschaften zwischen anderen Personen) nimmt im Laufe des Buches noch mehr Platz ein und wird auch für die Handlung wichtiger, was mir gut gefallen hat. Zwar kommen auch Liebesbeziehungen vor, und auch sie sind für die Handlung wichtig, sind aber nicht die Motivation für alle Handlungen der Personen (bei weitem nicht).

Nach der Hälfte des Buches kann man erahnen in welche Richtung das Buch geht, auch wenn man die handelnden Personen nicht alle vollständig einschätzen kann und es deswegen nicht langweilig wird.

Von den Schauplätzen ist mir nicht so viel in Erinnerung geblieben, einzig die Beschreibung des Landes Nubrevna war kreativ (oder grausam, je nachdem wie man es sehen will). Es gab auch nur eine einzige Kreatur im Buch, die nicht menschlich war, also ist das Buch auch in dieser Hinsicht nicht besonders auffällig. Der Augenmerk richtet sich wirklich vorallem auf die Handlung und die Personen darin.

Charaktere

Die Charaktere wirkten auf mich vorallem zu Anfang sehr Stereotyp. Das lag schon an der Beschreibung im ersten Kapitel, in der es so wirkt, als hätte die Autorin eine Liste mit Eigenschaften der Personen gehabt und sie nacheinander abgehakt. So wird gleich auf der zweiten Seite das Aussehen der beiden beschrieben, deutlich gemacht, dass Safi sich nicht für Intellektuelles interessiert, sondern die schnell handelnde Person ist und Iseult ziemlich genau das Gegenteil ist (und sie trotzdem beide gut kämpfen können, auch wenn Safi da besser ist). Natürlich, die Eigenschaften sind für die Geschichte wichtig, und man kann nicht auf einer Seite komplexe Personen aufbauen (ok, das wäre wahrscheinlich ebenso schlecht, da käme man als Leser gar nicht hinterher), aber besonders gut fand ich es nicht gelöst. Auch wird mit der Zeit besser, wenn vorallem Safi sich charakterlich entwickelt und man beide auch in anderen Situationen erlebt hat, aber so richtig konnte ich mir kein Bild von ihnen machen.

Das gleiche Problem hatte ich mit dem dritten Protagonisten Merik. Er wirkte auf mich nicht ganz vollständig, als hätte er bestimmte Eigenschaften, aber keinen vollständigen Charakter, der es mir erlauben könnte zu sagen, ob seine Reaktion in einer bestimmten Situation zu ihm gepasst hat oder nicht.

Gut fand ich dagegen den vierten Protagonisten Aeduan gelöst, denn dort war es gut, dass man seinen Charakter nicht richtig greifen kann. Er bleibt während des ganzen Buches mysteriös und ist alleine schon aufgrund seiner Magie kein good guy (und danke, es wird kein einziges Mal erwähnt, dass er heiß sei). Trotzdem kann man erahnen, dass er Prinzipien und Gründe hat, was seine Seite der Geschichte interessant macht.

Insgesamt waren aber alle Personen unnervig genug, um meine Zeit gerne mit ihnen verbringen zu wollen. Ich denke, die Hauptpersonen sind für die Geschichte gut gewählt.

Schreibstil

Eigentlich ist mir der Schreibstil egal, solange er nicht besonders unangenehm (weil sehr unausgegoren oder sehr sehr ausschweifig) oder besonders schön ist. Hier ist mir eigentlich nicht weiter aufgefallen, was für den Schreibstil der Autorin spricht (ein zu weitschweifiger Schreibstil wäre hier nicht angemessen gewesen).

Man liest die Geschichte in der dritten Person, wobei man zwischen den Personen wechselt. Ein bisschen irritierend fand ich die Situationen in denen die beiden Hauptpersonen Iseult und Safi zusammen vorkamen, dann wusste ich oft (vorallem am Anfang des Buches) nicht, wer das Geschriebene gerade gedacht haben soll. Ansonsten konnte man dem Geschehen gut folgen.

Der Anfang war allgemein ein bisschen holprig, ich kam nicht so gut rein. Das lag einmal daran, dass gleich auf der zweiten Seite ein charmanter Dieb erwähnt wird und ich damit gerechnet habe, dass jetzt eine kitschige und klischeehafte Liebesgeschichte folgt, was zum Glück nicht der Fall war. Außerdem hätte es dem Buch gut getan, wenn die ersten Kapitel ein bisschen ausführlicher gewesen wären und ein bisschen mehr erklärt hätten (da muss ich aber auch zugeben, dass ich gerne viel erklärt bekomme, für Leser, die immer Action brauchen, ist das vielleicht genau das Richtige). Es gab die ersten 40 Seiten durchgehend Action, aber ich konnte das Erzählte gar nicht in einen Zusammenhang einbauen, sodass die Spannung nicht so richtig bei mir ankam. Nach dem ersten Drittel haben sich diese Probleme jedoch gelegt. Es wurde zwar immer noch nicht so richtig viel erklärt, vorallem das Magiesystem und die politischen Systeme der einzelnen Länder blieben etwas blass, aber man konnte der Handlung gut folgen. Auch die Beschreibung der Umgebung wurde mit der Zeit besser. Während ich zu Anfang keine Ahnung hatte wie die Stadt, in der sich die Personen gerade befanden, aussah und ich dann milde überrascht wurde, dass es dort scheinbar einen Fluss gibt, als eine der Personen über Boote hüpft, wurde später deutlich wie die Umgebung aussieht, sodass man alles besser verstand. Richtig ausführlich waren die Umgebungsbeschreibungen aber auch da nicht, sodass sie nicht den Lesefluss störten.

Man hält eine gewisse Distanz zu den Charakteren, was der Erzählposition und der Beschreibung der Emotionen geschuldet ist und mir nicht ganz so gut gefällt. Für ein High-Fantasy Buch erfährt man jedoch schon recht viel über das Gefühlsleben und die Gedanken der einzelnen Personen.

Insgesamt kam nicht so richtig Atmosphäre auf, weil vieles etwas unausgegoren blieb und man so etwas verloren auf der Landkarte herumirrte. Das klingt aber schlechter als es wirklich war, denn eigentlich hat mich das Buch gut unterhalten (siehe Fazit am Anfang der Rezension).

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