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night school, liebe, freundschaft, mord, allie

Night School - Und Gewissheit wirst du haben

C. J. Daugherty , Axel Henrici , Peter Klöss , Carolin Liepins
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 17.07.2015
ISBN 9783789133374
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lange musste ich warten, biss ich den letzten Band der Night-School-Reihe lesen konnte. Und wie hatte ich mich darauf gefreut!

Ich wollte endlich wissen, was mit Allie, Carter, Orion und Nathaniel nun endlich passierte. Würde Nathaniel Carter als Druckmittel so einseten, wie ich dachte? Immerhin trafen hier zwei Welten aufeinander: Underdog trifft auf Narziss, der im Glauben lebt, ihm gehört die Welt und mittellose Menschen sind nichts besseres als Fußvolk... Ich hatte viel Zeit gehabt, um mir im Kopf vorzustellen, wie die Geschichte weiter- und schlussendlich ausging.

Für mich persönlich muss ich sagen: Enttäuschend. So mitreißend die vorherigen Bände waren, so zäh, langatmig und teilweise langweilig war das Ende. Mir fehlte hier ein genauerer Blick auf Carters Gefangenschaft, die für meinen persönlichen Geschmack auch viel zu unspektakulär war. Er fehlte mir über lange Strecken. Die lange, erfolglose Suche nach ihm nahm viel zu viel Raum ein.

Allie wächst noch einmal an den Herausforderungen, denen sie sich erneut gegenübersieht. Sie wird erwachsen, in vielerlei Hinsicht. Ebenso wie die anderen Charaktere.

Der Showdown mit Gabe hat mich noch einmal aufhorchen lassen. Aber das war mehr oder weniger leider in meinen Augen das einzige Highlight.

Das Buch endet mit Hoffnung. Das ist auch gut so. Trotzdem ließ es mich mit dem Gefühl zurück, dass es eher lustlos geschrieben wurde. Es brauchte eben einen Abschluss. Und der hätte bei der Vorlage des 4. Bandes deutlich spannungsgeladener ausfallen können. Schade...

Ich vergebe 3 Sterne, weil die Gesamtgeschichte insgesamt spannend und kompakt war.

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liebe, kindesmissbrauch, hass, selbstmord, pädophilie

Dem Abgrund so nah

Jessica Koch
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei FeuerWerke Verlag, 22.07.2016
ISBN 9783945362211
Genre: Romane

Rezension:

Bücher sollen eigentlich Spaß machen. Den Leser entführen in eine Welt voller Emotionen. „Dem Abgrund so nah“, wartet mit einer ganzen Gefühlspalette auf. Doch ein Spaß ist es nicht. Denn die Geschichte ist keine Fiktion. Sie hat sich tatsächlich so oder zumindest so ähnlich zugetragen. Autorin Jessica Koch greift hier auf die Tagebücher und Erzählungen ihres späteren Freundes Danny zurück und erzählt auf knapp 460 Seiten seine Geschichte.

Sie handelt von dem jungen Danny, den aufmerksame Leser schon in „Dem Horizont so nah“ von Jessika Koch kennenlernen durften. Ein lebensbejahender junger Mann, der mit den Schatten seiner Kindheit zu kämpfen hatte. In „Dem Abgrund so nah“, erzählt die Autorin Dannys Jugendgeschichte zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr. Von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und schwerer körperlicher Misshandlung. Und Dannys Kampf um Anerkennung, Liebe und dem schlichten Wunsch zu überleben.

Aufbau, Sprache und Motive des Buches
Der Aufbau des Buches geht in seiner Erzählung streng chronologisch vor. Die einzelnen Kapitel umfassen das jeweilige Jahr, in dem sich Danny und die Leser bewegen. Der Sprachstil bleibt wie auch schon im ersten Buch schnörkellos. Doch wer den ersten Band gelesen hat, wird feststellen, dass die Autorin sich sprachlich weiterentwickelt hat. Sowohl in Wortwahl als auch in Beschreibung. Sie bemüht sich um einen möglichst sachlichen Ton, der den Leser zu einem stillen Zeugen der Geschichte werden lässt. Weder versucht sie reißerisch die verschiedenen physischen und psychischen Angriffe auf Danny auszuschmücken, noch schont sie den Leser mit diffusen Andeutungen. Im Kopf kann ein ziemlich genaues Bild von Dannys Leben und Leid entstehen. Hin und wider störte ich mich an der Wortwahl wie beispielsweise „besoffen“, das widerholt vorkam. Es ist mir persönlich zu grob (die Situationen sind teilweise schon grob genug).

Sie versteht es, eindringlich zu beschreiben, wie sich das Leben von Danny nach und nach in einen Albtraum verwandelt, dem er nichts entgegenzusetzen hat, außer seiner inneren Stärke. Die oben schon genannte Thematik zieht sich als roter Faden durch das Buch. Natürlich, denn es ist der Schlüssel zu Dannys späteren Reaktionen. Ein heißes Eisen, denn wer liest schon gern über Missbrauch und Misshandlung von Kindern? Doch die Entscheidung der Autorin, genau das zu Papier zu bringen, hat einen wichtigen Grund: Es ist ein Appell an alle, genauer hinzusehen, wenn das Bauchgefühl einem sagt, dass in einer Familie offenbar etwas nicht stimmt. Denn auch das ist in diesem Buch ein wichtiges Thema: Alle sehen weg. Schule, Freunde, Trainer, Ärzte, Nachbarn, ja selbst die nächsten Verwandten verschließen die Augen vor der Tatsache, dass im Hause Taylor etwas ganz und gar schiefläuft.

Die Charaktere der Eltern bleiben schwer (be-)greifbar. Das ambivalente Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu Beginn ist oft von Streitgesprächen durchzogen, in denen sowohl Vater als auch Sohn in meinen Augen überraschend reagieren. Danny für sein Alter (zwischen 10 und 12) in meinem Empfinden viel zu aufmüpfig (später, in der Pubertät kann ich mir das eher vorstellen). Aiden oft weinerlich. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Die innerliche Zerrissenheit des Vaters, der weiß, dass er einen Tabu-Bruch begeht, aber zu wenig Rückgrat besitzt, um sich selbst im Griff zu halten, wird von der Autorin immer wieder angerissen. Die Mutter bleibt oft in der Erzählung abwesend, was aber natürlich ihrem Gesundheitszustand zuzuschreiben ist und Dannys Lebensumfeld entsprechend prägt. Maßgeblich hält die Autorin ihr Augenmerkt auf die Vater-Sohn-Beziehung, die sich immer negativer entwickelt, je älter Danny wird.

Es hat mich daher tief bewegt, dass Danny daran nicht zerbricht, sondern schon mit 12 klar in der Lage ist, seine Vorzüge und Stärken zu erkennen. Mit dem eisernen Willen, diese für sich zu bewahren. Allen Widrigkeiten zum Trotz.

„Die Welt und die anderen Menschen können nichts für Dein Leid“, flüsterte er. Das durfte er niemals vergessen. Sonst verlor er das, was ihn ausmachte. Das, was seine Persönlichkeit definierte. Sein Wesen durfte sich nicht ändern, sonst hatte sein Vater gewonnen.“ (S. 200)

Eine erstaunliche Leistung für ein Kind, dass offensichtlich völlig auf sich gestellt ist. Es wäre so leicht gewesen, auf die schiefe Bahn zu geraten. Und jeder hätte es irgendwie sogar nachvollziehen können. Der unbändige Lebenswillen und sein Gerechtigkeitssinn lassen ihn überleben und „in der Spur bleiben“, wenn auch die Narben in seiner Seele nie ganz heilen können.

Die Aufmachung des Buches
Das Cover bleibt dem Stil des ersten Bandes treu und fängt die Stimmung des Buches auf subtile Weise ein. Vermutlich hätte ich auch ohne den 1. Band zu kennen, nach dem Buch in einem Buchladen gegriffen.
Was mir persönlich nicht gefallen hat, war der Schriftsatz. Nun kann es an der pdf gelegen haben, die mir die Autorin für diese Leserunde zur Verfügung gestellt hat. Viele kleine Absätze, teilweise mitten in einem Dialog, ziehen den Text auf knapp 460 Seiten. Hier macht sich der unwillige Gedanke breit, dass die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wird. Das hat sie nicht nötig und sollte bei der Printauflage noch einmal überdacht werden, sollte es tatsächlich Absicht sein. Die Jahreszahlen der jeweiligen Kapitel geben einen guten Überblick, in welchem Jahr sich Danny und damit der Leser befindet. Sie unterstreichen Dannys Entwicklung über die beschriebene Zeit.

Fazit
„Dem Abgrund so nah“ berührt tief. Eben weil es keine fiktive Geschichte ist und dahinter ein Mensch steht, den der Leser des 1. Bands sehr in sein Herz geschlossen hat. Aber auch ohne dieses Hintergrundwissen erobert Danny das Herz des Lesers im Sturm. Das Buch lässt einen fassungslos zurück. Doch auch mit einer gewissen Genugtuung, denn der Schluss hält sogar ein kleines Happy End für Danny bereit. Ein Umstand, der nicht immer selbstverständlich ist, wenn man an die Missbrauchs-Skandale z.B. in der Kirche der letzten Jahre zurückdenkt.

Eine Frage bleibt zum Schluss offen: Wie werde ich zukünftig reagieren, wenn ich feststelle, dass in meinem Umfeld ein Kind Hilfe braucht? Welche Schritte muss ich unternehmen, um zu verhindern, dass ein Kind wie Danny jahrelang durch die Hölle gehen muss?
Hier wären Kontaktadressen oder sinnvolle Vorgehensweisen eine Überlegung. Denn das Buch soll schließlich nicht nur aufrütteln, es soll etwas in Gang bringen.

Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre für starke Nerven. Empfindliche Leser sollten es sich gut überlegen, es zu lesen. Die Triggerwarnung zu Anfang steht dort nicht ohne Grund.
Davon abgesehen: Eine klare Leseempfehlung.

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Tags: alkoholmissbrauch, kampf, kindesmissbrauch, kindesmisshandlung, liebe, medikamentenmissbrauch, teenange, trauma, überleben   (9)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Blessed

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 634 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426215784
Genre: Fantasy

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15.332 Bibliotheken, 103 Leser, 32 Gruppen, 446 Rezensionen

dystopie, liebe, panem, hungerspiele, jugendbuch

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Werbeagentur Hauptmann & Kompanie
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783841501349
Genre: Jugendbuch

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112 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

aids, liebe, freundschaft, trauer, schicksalsschläge

Dem Horizont so nah

Jessica Koch
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei FeuerWerke Verlag, 15.03.2016
ISBN 9783945362198
Genre: Romane

Rezension:


Jessicas bisheriger gutbürgerlicher Lebensweg gerät völlig durcheinander, als sie den gutaussehenden Danny kennenlernt. Was sich nach einer klassischen Teeny-Romanze anhört, entwickelt sich zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Schnell wird klar, dass Danny zwar gutaussehend und lebenslustig ist, doch auf eine traumatische Kindheit zurückblicken muss, die ihre Schatten bis in die Gegenwart wirft. Ganz klare Leseempfehlung!

Insbesondere das Ende hat mich massiv mitgenommen und noch tagelang beschäftigt. Erst nach und nach habe ich begriffen, dass das keine ausgedachte Story war, sondern, eine, die das Leben geschrieben hatte. Das hat dem Ganzen noch einmal eine massive Tiefe verliehen. Die Ich-Erzählerin hat sie nach langem Zögern zu Papier gebracht und damit auch für Diskussionen gesorgt. Mittlerweile steht Band zwei in den Startlöchern und beleuchtet Dannys Kindheit. Auch das wird sicherlich für viele emotionale Aussagen sorgen. Doch es gibt einfach Geschichten, die sollten erzählt werden...

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