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dr.stei, wien, libuse, prager frühling 1968, magdalena

Das weiße Feld

Lenka Hornakova-Civade , Hanna Laak
Fester Einband
Erschienen bei Blessing, 11.09.2017
ISBN 9783896675828
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Sie heißen Magdalena, Libusa und Eva und teilen dasselbe Schicksal: Sie wachsen jeweils ohne ihren leiblichen Vater auf. Aber statt an diesem Schicksal, das in den Augen ihrer Umgebung ein regelrechter Makel ist, zu zerbrechen, entwickeln sie jede auf ihre Art einen unbändigen Freiheitswillen: Magdalena, die mit ihrer Mutter Marie aus dem braun gewordenen Wien flieht. Libusa, die mit ihrer Neugierde auf die Außenseiter der uniformierten Gesellschaft ihre Umgebung in Atem hält. Und Eva, die als Linkshänderin pädagogische Umerziehungsprogramme sabotiert und von fernen Ländern träumt. Alle drei eint die Zuneigung zu ihrer ebenso mürrisch-verschlossenen wie unbeirrbar selbstbewussten, beinahe überlebensgroßen Großmutter „Mama Marie“, die sich als Hebamme im Dorf unentbehrlich zu machen verstand.

ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot des Lycéens 2016

Meine Meinung

Beim Lesen zuerst aufgefallen ist mir der rote Faden, von dem im ganzen Buch nie abgekommen wird. Um diesen roten Faden herum werden immer wieder Ergänzungen der Protagonistinnen eingeflochten. Bspw. befindet sich Eva in einem Auswahltest für ein Gymnasium, bei dem sie ein Bild von einem Haus malen soll. Die Lehrerin spricht und an einem Punkt hakt Eva ein, indem sie von iher Mutter, ihrem Vater, ihrer Großmutter und dem Stricken erzählt, für das sie sehr begabt ist. Diese Ausschweife sind ein paar Seiten lang und am Ende dieser wird der Leser sofort von Evas Gedanken wieder in die Realität katatpultiert, in der das Gespräch mit der Lehrerin weitergeht. Diesen Schreibstil könnte man als störend empfinden, aber irgendwie schafft es die Autorin die Gedankengänge nicht gekünstelt wirken zu lassen – das Buch liest sich dadurch sogar noch flüssiger und aufregender! Ich war selbst immer wieder ganz überrascht, als von den Gedanken wieder zur Realität gewechselt wurde, denn ich war so im Lesefluss, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass sich die Protagonistin ganz in ihren Gedanken verloren hat – die Figuren haben mich einfach mitgenommen in ihre Welt, so wurde ich immer wieder überrascht und das Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht, der ernsten Thematik zum Trotz. Und dadurch schien die harte Realität damals nur noch härter.

Der Roman ist in 3 Teile gegliedert: Magdalena, Libusa und Eva. Man begleitet Großmutter, Mutter und Enkelin durch ihre Jugend. Die Charaktere sind unterschiedlich gestaltet, sodass jede eine eigene Persönlichkeit darstellt und sich klar von den adnnderen abgrenzt. Sehr interessant ist es dann bei Erzählungen der Töchter, wie sich die Mütter jeweils verändert haben. Waren sie in ihrer Jugend alle unbeschwerte Träumerinnen, so erschienen sie in den Erzählungen ihrer Töchter als gealterte, vom Leben gezeichnete Frauen. Bspw. Magdalena ist Mitte 40 mit einem Mann verheiratet, der sie und ihre Tochter schlägt, allerdings ordnet sie sich ihm völlig unter und wirkt gebrochen – im Vergleich zu der 17-jährigen Magdalena ist das besonders erschreckend, denn wenn man nicht wüsste, dass die gleiche Person beschrieben wird, könnte man denken, es ist eine völlig andere. Das Buch zeigt dem Leser auch erschreckend auf, wie sich Menschen mit der Zeit verändern (können).

Lenka Horňáková-Civade hat in ihrem Buch meisterhaft die Geschichte der Tschechischen Republik mit der Geschichte seiner Bewohner verflochten. Die Schreibart erinnert mich an Christoph Heins „Landahme“, die von Deutschlands Geschichte und der ein paar ausgewählter Bewohner erzählt. Stilistisch besser, spannender und flüssiger als Hein hat Lenka Horňáková-Civade ihren Roman allerdings verfasst, denn er übertrifft „Landnahme“ in allen Punkten bei Weitem.

Fazit

„Das weiße Feld“ ist ein Buch über starke Frauen in schwierigen Zeiten, großartig umgesetzt mit 3 großen Zeitsprüngen im Buch wird die Jugend dreier Frauen beschrieben. Erst auf den letzten Seiten wird das große Geheimnis, das seit dem ersten Kapitel besteht, gelüftet und man erkennt, wie alles irgendwie und unverrückbar zusammenhängt. Und ganz nebenbei erfährt man viel Interessantes über die Tschechische Republik im 20. Jahrhundert. Absolut empfehlenswert!

Dafür auch 5 von 5 Punkten!

Titel: „Das weiße Feld“ Autorin: Lenka Horňáková-Civade Verlag: Karl Blessing Verlag Erscheinungsdatum: 11. September 2017 Seitenzahl: 272 Seiten

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58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

amalfiküste, brighton, italien, heimweh, leichte unterhaltung

Das Glück schmeckt nach Zitroneneis

Abby Clements , Sabine Schilasky , Susanne Zeyse
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.04.2017
ISBN 9783956496783
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Der gebürtige Italiener und die Engländerin Anna wagen das Abenteuer und ziehen vom nasskalten Brighton ins sonnenverwöhnte Sorrent. Hier wollen sie eine Gelateria eröffnen und ganz Italien mit ihren Eiskreationen verzaubern. Eigentlich eine brillante Idee, wäre da nicht Matteos verrückte, laute Verwandtschaft. Insbesondere Mamma Elisa hat ihre eigenen Vorstellungen, wie italienische Eiscreme zu schmecken hat. Eines steht fest, das wird ein turbulenter Sommer …

Meine Meinung

Ich beginne mal mit dem Positiven: ganz klar das Cover. Ich muss zugeben, dass mir das Buch größtenteils deswegen erst in die Hände gefallen ist. Da sieht man mal wieder wie viel ein gutes Cover ausmacht. Hier ist es auf jeden Fall mehr als gelungen - ein unglaublicher Blick auf eine kleine italienische Straße, idyllische Cafés in unmittelbarer Nähe zu einer traumhaften Bucht - alles bunt und sehr ansprechend, sodass man sich direkt auch in dieses Paradies wünscht.

Wenn nur das Buch halten würde, was das Cover verspricht...

"Das Glück schmeckt nach Zitroneneis" ist leichte Kost, liest sich aber nicht sehr flüssig. Das mag daran liegen, dass aller paar Seiten die Perspektive zwischen den beiden Schwestern, Anna und Imogen wechselt.  Da die einzelnen Erzählungen der Schwestern, mit manchmal nur 3 Seiten, sehr kurz sind, ist es dem Leser nicht gegeben, sich voll und ganz auf eine der Protagonistinnen einzulassen.

Erst auf Seite 240 wird der Zusammenhang zwischen Titel und Buchinhalt erschlossen, indem Anna ihrer sorgengeplagten Schwägerin ein Zitronen-Ingwer-Sorbet anbietet, um sie wenigstens ein bisschen aufzuheitern. Ab da an taucht das Sorbet bis zum Schluss regelmäßig auf. Für mich als Leserin hat es den Anschein, als wäre der Autorin kurz vor Ende noch eingefallen, einen Bezug zum Titel des Buches herstellen zu müssen. Denn das Sorbet taucht auf Seite 240 das erste Mal auf. Dieses plötzliche Aufkommen von Sinnzusammenhängen und Entscheidungen ist mir aber auch an einer anderen Stelle aufgefallen: Als zwischen Anne und Matteo das Thema Umzug nach Italien aufkommt. Matteo vertraut seiner Frau an, dass er Sehnsucht nach seinem Heimatland Italien hat. Anna macht daraufhin einen Spaziergang am Strand, wobei ihr ihr Exfreund mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind entgegenkommt – Anna wird also schmerzhaft mit ihrer Vergangenheit in England konfrontiert. Danach spricht sie mit ihrer Schwester, die ihr gut zuredet nach Italien zu gehen und am Abend redet Anna mit Matteo darüber, dass er sich nach Angeboten in Sorrent umsehen kann. Auf mich wirkt das ziemlich gedrängt. Clements hätte das Aufeinandertreffen von Anna und ihrem Ex eher und auch cleverer einfädeln können. So wie es ist, wirkt es auf mich recht plump. Etwa so:

'Oh, Matteo will umziehen. Anna muss erst strikt dagegen sein, aber schnell weich werden. Wie mach ich das? Am besten trifft sie mit ihrer Vergangenheit aufeinander und jemand redet ihr gut zu. Super. Jetzt kann sie praktisch einwilligen nach Italien zu gehen.'

Die Autorin hat anscheinend die ungeheure Wichtigkeit der kleinen Feinabstimmungen und Andeutungen in der Handlung unterschätzt, denn hätte sie darauf geachtet, wäre ihr Roman um Längen besser, als er jetzt ist.

Die Geschichte an sich ist ok. Beide Schwestern treffen wichtige Entscheidungen und wachsen an den Herausforderungen, die ihnen das Leben stellt. ZB. der Umzug nach Italien, das Verhältnis zu den Eltern und so weiter.

Die Nebenhandlung um die Großmutter der beiden, Vivien, finde ich sehr gelungen, da diese mit ihrem Vermächtnis das Geschenhen zu lenken scheint, obwohl sie schon ein  paar Jahre tot ist.

Fazit

Ich finde man hätte einige Sachen schon eher und Stück für Stück erwähnen und in die Geschichte einfließen lassen sollen, dann wäre ich als Leserin nicht so erschlagen von der Dynamik des Geschehens gewesen. Aber so kommen die Geschehnisse, wie ich finde, sehr gekünstelt und gepresst rüber. Leider ist dies mein erstes Buch von Abby Clements, wodurch ich nicht sagen kann, ob ihr das in anderen Büchern auch schon passiert ist. Aber positiv bewerten kann ich das Buch eben dadurch nicht, so leid es mir tut.

Ich schließe mich dem Fazit von "Closer" an: "Süß, leicht und romantisch", wobei "leicht" hervorzuheben ist, denn "Das Glück schmeckt nach Zitroneneis" ist etwas für Leser, die sich von einem komlexeren Buch erholen wollen. Daher kann mir aber auch vorstellen, dass es sich gut als Urlaubs-Roman eignet.

2 von 5 Punkten

Titel: "Das Glück schmeckt nach Zitroneneis" Autorin: Abby Clements Verlag: MIRA - Taschenbuch Erscheinungsdatum: 10. April 2017 Seitenzahl: 320 Seiten

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folkens

Von Schwalben und Mauerseglern

Marlies Folkens
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783404173969
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

"Wenn einem der liebe Gott in die Kehle gespuckt hat, dann wirft man das Talent nicht einfach weg!", sagt der Pastor, als er Georg singen hört. Doch um seinen Traum wahrzumachen und Opernsänger zu werden, müsste Georg aus Frieschenmoor fortgehen. Er müsste weg von der Familie Bruns, die ihn auf ihrem Hof versteckt hat, seit er von der Front desertiert ist. Und das Schlimmste: Er müsste Elli verlassen, die ihn kurz vor Kriegsende auf dem Heuboden entdeckt hat. Aber Elli kann sich ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen ... 

Meine Meinung

Marlies Folkens Debütroman erzählt von einer Liebesgeschichte - 2 Seelen, die sich gefunden haben, eingewoben in den Alltag der Nachkriegszeit und (was ich besonders gut finde) es dreht sich nicht nur alles um Elli und Georg. Behutsam werden Themen wie Disertation, Schwarzmarkt, die damalige (sehr autoritäre) Erziehung, Ausnahmen von dieser, wie die Beziehung zwischen Elli und ihrem Vater und das Leben Mitte des 20.Jhs zu beschrieben. Folkens hat es m.E. auch geschafft den Tod Ellis Großmutter, wie aber auch das langsame Entstehen der Liebe zwischen zwei jungen Menschen in schwierigen Zeiten sehr echt und einfühlsam zu begleiten - etwas, das Autoren meiner Meinung nach nicht oft gelingt.Die Geschichte beginnt vor Kriegsende und endet 1949. Der Lesefluss wird ein paar Mal durch kurze Zeitsprünge in das Jahr 1949, an der Ende der Geschichte, unerbrochen, was die Spannung steigert und einen dazu bewegt das Buch auf keinen Fall aus der Hand zu legen! Ich habe das Buch recht schnell, in 3 Tagen, gelesen. Und da ich nur wirklich gute Bücher in so kurzer Zeit lese, muss ich diesem wirklich das beste Zeugnis ausstellen.

Fazit

Historie, Liebe, Auflehnen gegen Autoritäten - mir hat es beim Lesen von "Von Schwalben und Mauerseglern" an nichts gefehlt. Also ein super Buch, für Menschen, die sich mal wieder auf ein spannendes Buch über vergangene Zeiten, die sie selbst womöglich nicht miterlebt haben, einlassen möchten und so Ellis und Georgs Liebe eingebettet in den Lauf der Geschichte begleiten. 

Autorin: Marlies FolkensVerlag: Bastei LübbeSeitenanzahl: 623 SeitenPreis: 9,99 €erschienen am 9. September 2016

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84 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

gesellschaftskritik, glück, realtiyshwos, debüt, zukunftsvision

A wie B und C

Alexandra Kleeman , Guntrud Argo , Michael Kellner
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 30.03.2016
ISBN 9783036957340
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

A ist eine attraktive junge Frau.

B ist ihre Mitbewohnerin, die um jeden Preis so aussehen möchte wie A.

C ist As Freund und schaut mit ihr am liebsten Haifisch-Dokumentationen oder Pornos. Als A eines Tages verschwindet, ahnen B und C nicht, dass sie sie womöglich nie wiedersehen werden.

A wie B und C erzählt mit scharfem Blick und hintergründigem Humor von unserer Obsession, perfekt zu sein: wie Realityshows, Werbung und abstruse Trends uns in Beschlag nehmen und zu Leibeigenen unserer Körper machen.

Meine Meinung

Ich habe mir viel von dem modernen Roman von Alexandra Kleeman erwartet... wahrscheinlich etwas zu viel. Denn das einzige was der Roman erstmal bei mir hinterließ, war Verrwirrung und ein dumpfes, ungutes Gefühl bezüglich unserer heutigen Lebensweise und unseres Konsumverhaltens.

Und irgendwie auch Ekel.

Das mag an Kleemans nüchternen Schreibstil liegen, der dem Leser die nackte Wahrheit bietet sowie an der Namensgebung der Protagonisten: A, B und C - Stereotypen (daher auch nicht sehr komplex und vielfältig gezeichnet).

Dadurch war ich nach dem ersten Lesen absolut kein Fan des Romans, aber meine Erwartungen waren auch gänzlich falsch. "A wie B und C" ist kein kitschiger feelgood-Roman mit Happy-End - nein, es ist eine schonungse Kritik unserer Konsumgesellschaft, die und Alexandra Kleeman uns da vor Augen führt.

Da A aus ihrer gewohnten Lebenswelt ausbrechen möchte, verschreibt sich dem Kult um eine synthetische Süßspeise, um ihren Körper von innen zu reinigen.

Der Schreibstil wie auch das Setting erinnert mich an Aldous Huxleys Dystopie "Schöne neue Welt", in der die Menschen, wie bei Kleeman, nur noch als lose Hüllen ihrer Selbst durch die Welt wandern. Bei Huxley ist dies bedründet durch die Erziehung und die gute-Laune-Droge Soma, bei Kleeman durch den täglichen Konsum und den ständigen Überfluss an allem Synthetischen, Ungesunden. Am Ende wird klar: alles Künstliche kann dem Echten (sei es Gemüse aus dem Garten, oder einfach nur tierisches wie auch menschliches Leben) niemals den Rang ablaufen.

Fazit

"A wie B und C" ist keine leichte Kost, aber das Lesen lohnt sich, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, was eine Welt, in der man nahezu ausnahmslos alles synthetisch herstellen kann, für den Menschen bedeutet. Wer kein Fan des nüchternen Schriebstils ist, muss sich allerding ein Wenig durch das Buch kämpfen.

Daher 3,5 von 5 Punkten

Titel: "A wie B und C" Autor: Alexandra Kleeman Verlag: Klein & Aber Erscheinungsdatum: 5. April 2016 Seitenzahl: 352 Seiten

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Tags: tiefgründige geschichte   (1)
 
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