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45 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

vergangenheit, familie, frauen, geheimnis, gegenwart

Das Erbe der Wintersteins

Carolin Rath
E-Buch Text: 286 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 31.10.2016
ISBN 9783732529292
Genre: Romane

Rezension:

Die 36jährige Celine Winterstein arbeitet als Restauratorin in der Porzellanmanufaktur, die sich seit 3 Generationen in Familienbesitz befindet. Leider ist die Auftragslage der Manufaktur alles andere als zufriedenstellend, so dass sich Celines Vater dazu entschließt, die Villa in Meylitz an der Ostsee – die seit vielen Jahren leer steht – zu verkaufen. Ein Verkauf im derzeitigen Zustand ist jedoch nicht möglich, weswegen Celine von ihrem Vater beauftragt wird nach Meylitz zu fahren, um die notwendigen Renovierungsarbeiten zu überwachen. Obwohl es kurz vor Weihnachten ist, macht Celine sich auf den Weg nach Meylitz. Bei einem Rundgang durch die alte Villa, an die Celine sehr viele schöne Erinnerungen an ihre Kindheit hat, findet sie das Tagebuch ihrer Urgroßmutter und deckt ein lange gehütetes Familiengeheimnis auf.

Klara ist erst wenige Tage alt, als sie von einem reisenden Krämer in einem Schaustellerwagen gefunden wird. Der Besitzer des Wagens hat sich aus dem Staub gemacht und neben dem Säugling liegt die Leiche einer Frau. Der Krämer bringt das Baby zum nächstgelegenen Hof – dem Hof der Wintersteins – wo Klara die nächsten Jahre aufwachsen wird. Sie hat kein einfaches Leben und muss schon als junges Mädchen sehr hart arbeiten. Zufällig bekommt sie einen Streit zwischen der alten Winterstein und ihrem Sohn mit und erfährt einige Dinge, die großen Einfluss auf ihr Leben haben werden. Nach diesem zufällig belauschten Streit wird Klara komischerweise etwas besser behandelt, aber sie zögert nicht den Hof zu verlassen, als sie von einem Professor nach Berlin eingeladen wird. Irgendwann kreuzen sich die Wege von Klara und ihrem leiblichen Vater und sie erfährt, dass ihr richtiger Name Claire ist – Claire Winterstein.

Die Autorin Caroline Rath beschreibt in ihrem Roman „Das Erbe der Wintersteins“ die Geschichten der beiden Frauen Klara/Claire Winterstein, die im späten 19. Jahrhundert lebte und die Begründerin der heutigen Porzellanmanufaktur war und Celine Winterstein, die in der Gegenwart lebt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht zu lesen und die Erzählungen wechseln regelmäßig zwischen Klara/Claire zur damaligen Zeit und Celine heute ab. Wie das fast immer bei Büchern ist, die in verschiedenen Zeitebenen spielen, gefiel mir der Erzählstrang der Vergangenheit wesentlich besser als die Gegenwart.

Die Autorin schafft es, direkt am Anfang der Geschichte, Spannung aufzubauen um den Leser bei der Stange zu halten. Im Mittelteil flacht die Spannung jedoch sehr ab um zum Ende des Buches dann aber wieder anzusteigen.

Das Leben von Urgroßmutter Klara/Claire ist nicht einfach und für mich macht sie in diesem Buch die größte Entwicklung durch. Ihr Verhalten ist nicht immer stimmig, aber doch in Anbetracht an die damalige Zeit nachvollziehbar. Gerade die Erzählungen, in denen sich Claire im Kuriositätenkabinett ihres Vaters aufhält, hatten großen Unterhaltungswert.

Die Charaktere der Gegenwart haben für mich nicht ausreichend Tiefe, dass ich mich mit ihnen identifizieren könnte. An manchen Stellen frage ich mich, wie alt die Protagonisten eigentlich sind - und stelle dann fest, dass es sich um erwachsene Menschen handelt. Ihr Handeln ist nicht immer nachvollziehbar und/oder logisch. Gerade Celine macht sehr viele dumme Dinge, die ich manchmal nur mit Unverständnis quittieren kann. Und natürlich bringt sie sich – leider mehr als 1 x – in große Gefahr.

Die Nebenprotagonisten werden zwar in die Geschichte mit einbezogen, das Hauptaugenmerk liegt jedoch deutlich auf dem Werdegang von Klara/Claire und Celine.

Der Schluss ist dann leider vorhersehbar und kommt auf einmal viel zu plötzlich, so dass ein paar Fragen offen bleiben. Natürlich kommt auch die Liebe in diesem Buch nicht zu kurz, aber die Liaison zwischen Celine und Konrad geht mir persönlich viel zu schnell, nachdem Celine gerade von Albert abserviert wurde, von dem sie sich eigentlich zum bevorstehenden Weihnachtsfest einen Heiratsantrag erhofft hatte. 

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

familie, neuanfang, geheimnisse, pralinen

Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt

Emily Bold
Flexibler Einband: 298 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 18.10.2016
ISBN 9781503940468
Genre: Liebesromane

Rezension:

Amy Bishops ganzes Leben dreht sich um die Pralinenfabrik „Archers Original Sweets“, die sie nach dem Tod ihres Großvaters übernommen hat. Seit der Automatisierung der Pralinenherstellung fressen die Reparatur- und Wartungskosten jedoch die Einnahmen auf und die Firma schreibt mehr und mehr rote Zahlen. Um Geld aufzutreiben, hatte Archer 49 % der Firmenanteile an die „Sugar-Tale-Corporation“ verkauft und genau diese schickt Amy nun Wirtschaftsberater Ray Scandrik ins Haus, damit er sich einmal genauer mit dem Betrieb und seiner Wirtschaftlichkeit auseinandersetzt. Schnell wird klar, dass es nicht sehr gut aussieht für „Archers Original Sweets“ und die Firma nur durch drastische Maßnahmen gerettet werden kann, wenn denn überhaupt noch eine Rettung möglich ist. So setzt Ray den Rotstift als erstes bei den Personalkosten an und ca. 30 % der Belegschaft soll eine Kündigung erhalten. Amy stellt sich schützend vor ihre Mitarbeiter und auch wenn sie das Gefühl hat, dass Ray nur daran interessiert ist ihre Firma zu zerstören und keinen Funken Menschlichkeit besitzt, erzählt sie ihm von ihrer Idee, wie man die Fabrik vielleicht doch noch retten könnte. Ist Ray wirklich nur darauf aus, das Lebenswerk ihres Großvaters zu zerstören oder hilft er Amy dabei die Sugar-Tale-Corporation von ihrem neuen Konzept zu überzeugen?

Irgendwie nehme ich gerade nur vom Lesen zu, denn die letzten Bücher handelten irgendwie alle von Cafés und Schokoladenherstellung. In diesem Buch hier gibt es aber auch eine sehr schöne Story hinter all den Kalorien. Genau wie in „Lichtblaue Nächte“ gelingt es der Autorin Emely Bold, mich direkt in die Geschichte zu ziehen. Der Schreibstil ist wunderschön und lässt sich fließend lesen.

Der Leser wird in 2 Handlungssträngen mit dem Leben der Protagonisten vertraut gemacht.

In der Gegenwart fiebert man mit Amy und alles dreht sich um eine Fabrik, die kurz vor ihrem Ende steht. Amy bekommt den Wirtschaftsberater Ray Scandrik vor die Nase gesetzt, dessen einziger Spaß im Leben der zu sein scheint, anderen Menschen ihre Existenzgrundlage zu entziehen. Dementsprechend verhält Amy sich bockig und unkooperativ und widerruft die Entscheidungen, die Ray in der Firma durchführt. Es gibt keinen Moment, in dem sie nicht aufeinander losgehen. Ray entscheidet zum Wohle der Firma und der Wirtschaftlichkeit, Amy ist vor allen Dingen emotional betroffen, denn schließlich geht es um ihre Fabrik und ihre langjährigen Angestellten, von denen einige zu Amys Freundeskreis gehören.

Ray wird als gutaussehend beschrieben, jedoch in seiner Rolle als Wirtschaftsprüfer steif und unnahbar. Er gibt sich jedenfalls zuerst einmal als der große Zampano, von dem das Leben oder Sterben von „Archers Original Sweets“ abhängt. Zwischendurch lässt er jedoch auch hin und wieder durchblitzen, dass er gar nicht nur der Arsch ist als den Amy ihn sieht sondern, dass er durchaus auch menschlich sein kann. In Jeans und Shirt ist er auf jeden Fall wesentlich umgänglicher als in seinem Business-Anzug mit korrekt gebundener Krawatte.

Dass sich zwischen den Beiden mehr entwickelt als nur die geschäftliche Zusammenarbeit bei der Überprüfung der Firmenrentabilität, das verrät uns schon der Klappentext. Zunächst jedoch können sie erst einmal zeigen, wie kreativ sie darin sind, den anderen zu verletzen - bevor sie sich dann doch zueinander bekennen können.

In diesem Handlungsstrang treffen wir jedoch auch noch auf Kendra, genannt Kiki, die das Café „Little Pie“ führt, in dem sie schon als junge Frau gearbeitet hat. Sie ist die beste und älteste Freundin Amys und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie ist an die 80 Jahre alt und war eine gute und enge Vertraute von Amys Großvater Archer. Als Amy die Firma von ihrem Großvater übernommen hat, hat er nur eine einzige Bedingung gestellt – Kiki bekommt jeden Tag eine einzelne Praline, solange sie lebt. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben. An einem ganz besonderen Tag fragt Amy ihre Freundin nach dem Grund für diese seit Jahren andauernde Geste.

Die Vergangenheit beschäftigt sich mit Archer und Kendra und wie aus einer anfänglichen Idee eine Pralinenmanufaktur entstand. Archer arbeitete in einer Bäckerei und Kendra war es, die den Wunsch in ihm weckte, sich mit einer Manufaktur zu verwirklichen, in der er seine eigenen Pralinenkreationen herstellen und verkaufen kann. Die Beiden waren damals ein Liebespaar und jeder von ihnen glaubte, dass sie ihren weiteren Lebensweg gemeinsam gehen. Warum ihre Liebe dennoch keine Chance hatte und jeder von ihnen einen anderen Partner geheiratet hat, das erfährt der Leser nach und nach, häppchenweise serviert.

In diesem Handlungsstrang habe ich mir oft die Frage gestellt, wie weit ein Mensch geht und wie weit er sich manipulieren lässt, um etwas zu bekommen, dass er mit jeder Faser seines Herzens haben möchte. Auch wenn das Einfluss auf den Rest seines Lebens hat (und nicht nur auf seines).

Die Botschaft, die dieses Buch transportiert, lässt sich am besten mit einem Zitat von Tom Stoppard ausdrücken

Jeder Ausgang ist ein Eingang irgendwo.
Tom Stoppard 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

familiengeheimnis, turin nach dem krieg, vassena

Das Mitternachtsversprechen

Mascha Vassena
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492309349
Genre: Romane

Rezension:

Die alleinerziehende Vera arbeitet als Journalistin, genauer gesagt als Radiomoderatorin. An jedem Sonntag strahlt ihr Sender einen Dokumentarbericht über das Portrait einer ungewöhnlichen Frau aus. Nach Veras Ansicht würde ihre Großmutter Teresa perfekt in diese Sendung passen, denn sie hatte sich zu einer Zeit der Wissenschaft verschrieben, als Frauen in der Forschung die absolute Ausnahme waren und noch nicht ernst genommen wurden. Teresa ist gestorben als Vera 5 war und sie hat nicht viele Erinnerungen an ihre Großmutter, weswegen sie auf die Mithilfe ihrer Mutter angewiesen ist. Als die Beiden in einer alten Kiste stöbern, die seit Jahren auf dem Dachboden steht, finden sie ein Bild der Schwestern Molinari. Es zeigt die 3 Schwestern Lidia, Teresa und Aurora. Veras Mutter ist sprachlos – sie wusste nicht, dass ihre Mutter mehr als 1 Schwester hatte. Von einer weiteren Schwester namens Aurora hat sie noch nie etwas gehört. Zum einen wittert Vera hier eine gute Geschichte für ihre Radiosendung, zum anderen ist nun ihr Interesse geweckt selbst nach Turin zu fliegen und herauszufinden, was mit Aurora passiert ist und warum sie bisher nie Erwähnung fand.

Vera fliegt nach Turin und deckt dort die unglaubliche Geschichte ihrer eigenen Familie auf …..

Mascha Vasssena führt den Leser in ihrem Buch „Das Mitternachtsversprechen“ ins Turin des Jahres 1948. Drei Jahre nach Ende des Krieges öffnet das „Caffè Molinari“ zum ersten Mal wieder seine Türen. Geführt wird das Caffè, nach dem Tod der Eltern, von den 3 Schwestern Molinari. Lidia, die Älteste, hat das Szepter fest in der Hand. Sie ist sozusagen die Managerin des Caffès und kümmert sich um die Finanzen. Teresa ist für die Herstellung der berühmten Gianduja-Pralinen zuständig, die nach einem alten Familienrezept hergestellt werden. Die jüngste Schwester Aurora hat noch nicht so recht begriffen, dass das Caffè sie fortan ernähren muss und sie betreut den Bereich der „Kundenbindung“, indem sie mehr mit den jungen Männern flirtet als ihrer Arbeit nachzugehen. Weiterhin gibt es noch den sehr viel jüngeren Bruder Alessandro, der sich im täglichen Geschäft mit kleineren Arbeiten nützlich macht.

In der Gegenwart, im Jahr 2015, verfolgt der Leser das Leben der Journalistin Vera. Sie ist alleinerziehende Mutter und hat panische Angst, dass ihrem Sohn Finn etwas passieren könnte. Dieses Trauma wurde in ihrer eigenen Kindheit durch ein schreckliches Ereignis ausgelöst.

In Turin wird Vera von ihrer Großtante Lidia und ihrem Sohn Maurizio herzlich empfangen und natürlich wohnt sie bei ihrer Familie, über dem heute noch existierenden Caffè Molinari. Lidia hat auch heute noch das Heft fest in der Hand und wird von ihrem Sohn unterstützt. In Bezug auf die Radiosendung wendet Vera sich an ihren italienischen Kollegen Mattia, der sie bereitwillig bei der Recherche über ihre Großmutter Teresa unterstützt.

Vera beginnt mit den Interviews ihrer Großtante Lidia, um mehr über das Leben ihrer Großmutter Teresa zu erfahren. Wie hat sie gelebt und ist sie damals nur wegen des Studiums nach Deutschland gegangen? Wie kam es überhaupt, dass sie sich auf einmal der Forschung zugewandt hatte?

Ganz nebenbei lässt Vera in diese Interviews auch Fragen über ihre unbekannte Großtante Aurora einfließen. Anfänglich unterbricht Lidia abrupt jedes Gespräch, in dem Vera auf Aurora zu sprechen kommt. Nach und nach beginnt sie jedoch zu erzählen, was genau damals passiert ist.

„Das Mitternachtsversprechen“ ist ein Buch, das man ungerne aus der Hand legt, bis man es beendet hat. Die Autorin schafft es von der ersten Seite an, den Leser an die Geschichte zu fesseln. In Büchern mit historischem Erzählstrang, fasziniert mich immer dieser am meisten, aber auch die Erzählungen aus Veras Leben in der Gegenwart, sind absolut authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Auf den ersten Blick sind alle Protagonisten ohne Fehl und Tadel – aber auch nur auf den ersten Blick. Das Ende war total überraschend aber es machte die ganze Geschichte rund. Mascha Vassena hat für dieses Buch einen rundherum gelungenen Abschluss gefunden.

Ich spreche nicht sehr oft Buchempfehlungen aus – hier gibt es die Ausnahme von der Regel! 

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

schokolade, würzburg, chocolaterie, geheimnis, ulrike sosnitza

Novemberschokolade

Ulrike Sosnitza
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453359062
Genre: Romane

Rezension:

Lea Winter kann die Augen nicht mehr vor der Tatsache verschließen, dass sie vor dem finanziellen Aus steht. Ihre Pralinen sind sowohl ein Augen- als auch ein Gaumenschmaus, aber leider deckt der Verkauf der teuren und handgearbeiteten Produkte nicht die Ausgaben für die Geschäftsräume der Chocolaterie und den Gehältern ihrer Angestellten Stella und Herlind. Zu allem Übel kündigt ihr ihre Vermieterin wegen einiger ausstehender Mieten auch noch die Wohnung, so dass Lea mit Sack und Pack im Lagerraum ihrer Chocolaterie wohnen muss. Ihr Nachbar, ein Pizzabäcker, steht schon parat, um nach Leas Auszug einen Pizza-Service in den frei gewordenen Räumen einzurichten.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit doch noch an Geld zu kommen, wird Lea von Alessandro (dem Sohn des Pizzabäckers) auf einen Wettbewerb aufmerksam gemacht. Eine Hotelkette ist auf der Suche nach der perfekten „Schwanenpraline“ - sie soll als Betthupferl für die Gäste auf dem Kissen deponiert werden – und die Siegesprämie ist auf 5.000 € dotiert. Das wäre die Rettung! Lea bewirbt sich und bei der Recherche für diesen Wettbewerb findet sie auf einer Zeitung ein Foto von Anne Miller ...ehemals Anne Winter, Leas seit Jahren verschwundene Mutter.

Lea nimmt Kontakt zu Anne auf, besucht sie in München und hofft nun endlich zu erfahren, warum sie nach dem Tod ihres Vaters von ihren Großeltern aufgezogen wurde und ihre Mutter einfach verschwunden war. Dann bekommt Lea die Antworten, auf die sie 26 Jahre lang gewartet hat – Antworten, die sie dann doch vielleicht lieber nicht hätte hören wollen.

Gefühlt 2 kg habe ich während der Lektüre dieses Buches an Gewicht zugenommen. Wie der Titel „Novemberschokolade“ verspricht, geht es in diesem Buch um Schokolade – um Pralinen und um Trüffel und die Herstellung bzw. den Verkauf eben dieser. Lea ist in die Fußstapfen ihres früh verstorbenen Vaters getreten, der ebenfalls Inhaber einer Chocolaterie in Würzburg war. Genau wie ihr Vater ist Lea zwar handwerklich begabt um die besten Pralinen herzustellen, mit der kaufmännischen Seite einer Selbständigkeit hat sie es jedoch leider nicht so. Unfairerweise frisst sie dann auch noch ihre Sorgen wochenlang in sich hinein und stellt ihre beiden Angestellten von jetzt auf gleich vor die Tatsache, dass diese ab morgen keinen Job mehr haben.

Auch wenn Lea keine kaufmännischen Geschicke hat, ihre Nase funktioniert hervorragend. Bevor sie Alessandro, den Sohn des Pizzabäckers, näher kennenlernt, hat sie sich quasi schon in den Basilikum-Orange-Koriander-Geruch verliebt, der Alessandro permanent umweht. Alessandro ist nur zufällig in Würzburg, er hilft seinem Vater in der Pizzeria, solange seine Mutter krank ist. Recht schnell kommen sich Alessandro und Lea näher und er ist es, der Lea auf den Wettbewerb um die beste Schwanenpraline aufmerksam macht.

Dieses Buch lässt mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Das lachende Auge deswegen, weil die Autorin Ulrike Sosnitza es hervorragend versteht, die Schauplätze, die Stimmung bei den Wettbewerben und den Geruch von Schokolade und der daraus hergestellten Produkte zum Leser zu transportieren. Ich konnte den Geschmack der Manon-Praline, die nach Himbeeren duftet, förmlich auf der Zunge spüren. Ebenso wie die vielen anderen leckeren Trüffel- und Pralinensorten, die in diesem Buch beschrieben werden. Das weinende Auge deswegen, weil die Charaktere - meiner Meinung nach - nicht ganz so liebevoll ausgearbeitet wurden, wie die leckeren Schokoladenrezepte.

Lea macht mich mit ihrer Sprunghaftigkeit fast verrückt. Erst will sie ihren Mitarbeiterinnen (die gleichzeitig auch ihre Freundinnen sind) von der Firmenpleite erzählen, dann sagt sie doch nix, dann knallt sie es ihnen auf einmal schonungslos vor den Bug. Sie lernt Alessandro kennen, mag ihn, mag ihn dann doch wieder nicht, küsst ihn und dann will sie ihn auf einmal nicht mehr sehen und plötzlich ist er der einzige Mensch auf Erden, mit dem sie telefonieren möchte. Dieses Hin und Her zwischen zwei Menschen, die sich am Ende dann doch lieben, ist nix neues – aber Lea weicht hier irgendwie mit ihrer Art total von der Norm ab. Ich könnte sie stellenweise ohrfeigen.

Auch Anne, Leas Mutter, ist mir von Anfang an nicht sympathisch. Mal tut sie so, als ob sie vor Freude über ihr wiedergefundenes Kind schier aus dem Häuschen ist, dann wiederum ist sie ablehnend und kalt Lea gegenüber und benimmt sich, als wenn es sich bei Lea nur um eine weitläufige Bekannte handeln würde. Einige Szenen wirkten mir persönlich zu konstruiert und die Dialoge teilweise holprig.

Die Geschichte von Lea und ihrer Chocolaterie wird aus der Sicht von Lea in der Ich-Form erzählt. Der Schreibstil von Ulrike Sosnitza ist angenehm und gut zu lesen, wobei sich die Geschichte zwischendurch auch schon mal etwas zieht. Überrascht wurde ich mit der Aufdeckung des Geheimnisses um den Tod von Leas Vater und dem damit einhergehenden Verschwinden von Leas Mutter Anne.

Das Buch hat mich ganz gut unterhalten, es hat mich aber leider nicht nachhaltig beeindruckt. 

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96 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

wünsche, liebe, freundschaft, marie adams, café

Das Café der guten Wünsche

Marie Adams
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.09.2016
ISBN 9783734102783
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Freundinnen Julia, Laura und Bernadette führen ein kleines Café, das zum Gedenken an Julias Großmutter den Namen „Café Juliette“ trägt. So zumindest lautet der offizielle Name, denn den inoffiziellen Namen soll und darf niemand außer den Freundinnen wissen – er lautet „Das Café der guten Wünsche“.

Das Konzept hinter diesem inoffiziellen Namen besagt, dass jeder Kunde der das Café verlässt, von einem gutem Wunsch begleitet wird. Die Freundinnen, allen voran Julia, glauben an die positive Kraft der Gedanken.

Leben bedeutet jedoch Veränderung und so kommt es, dass Bernadette durch ein Stipendium die Möglichkeit bekommt nach Frankreich zu gehen, um dort zu studieren. Julia und Bernadette teilen sich eine kleine Wohnung und nun steht Julia vor dem Problem eine/n neue/n Mitbewohner/in für ihre kleine WG zu finden, denn Bernadette kann unmöglich für dieses ganze Jahr weiterhin die Miete zahlen.

Robert ist Journalist bei der örtlichen Presse und wohnt mit seinem besten Freund Carsten in einer Wohnung. Auch hier bedeutet Leben Veränderung, denn die Freundin von Carsten ist schwanger und die Beiden möchten gerne zusammenziehen, was für Robert letztendlich bedeutet, dass er sich eine neue Bleibe suchen muss.

Hier kommt nun Julias Bruder Nick ins Spiel, der die Verbindung zwischen Julia und Robert herstellt. Obwohl der Unterschied zwischen Julia und Robert nicht größer sein könnte, gehen die beiden die Aktion „WG für 1 Jahr“ ein.

Das Buch „Das Café der guten Wünsche“ beginnt mit einem Prolog, der den Leser zurück ins Köln der 1950er Jahre führt. Hier erfährt man, dass es schon damals ein „Café Juliette“ gegeben hat, welches von Julias Großmutter und ihren beiden Freundinnen geführt wurde. Das Konzept war identisch mit dem von heute – jedem Kunden wurde beim Verlassen des Cafés in Gedanken ein guter Wunsch mit auf den Weg gegeben. Schuld daran ist ein kleines Buch von Marcelle Auclair mit dem Titel „Auch Du kannst glücklich sein. Kleine Schule der Lebenskunst“.

Wer jetzt denkt, dass er sich in einem Roman wiederfindet, in dem es um die großen und kleinen Sorgen von Cafébesuchern geht, die sich durch die guten Wünsche der 3 Freundinnen in Luft auflösen, der irrt – genau wie ich.

Der Leser lernt die 3 Freundinnen Julia, Laura und Bernadette kennen.

Julia ist diejenige der 3 Freundinnen, die am meisten und innigsten an die Kraft der Gedanken glaubt und diesen „Glauben“ auch lebt – sie denkt nichts böses und sie lästert und urteilt nicht über andere Menschen und genau das ist auch ihre Anforderung, die sie an ihre/n neue/n WG-Mitbewohner/in stellt.

Laura ist nicht ganz so positiv eingestellt, denn sie wurde schon viel zu oft im Leben enttäuscht. Bernadette verschwindet schon bald nach Frankreich und bekommt von Julia den hochheiligen Auftrag nach ihrer großen Liebe Jean zu suchen, den sie vor 3 Jahren bei ihrer Schulabschlussfahrt kennengelernt und sich unsterblich in ihn verliebt hat. Leider weiß Julia nur, dass er Jean heißt und wo er vor 3 Jahren gearbeitet hat. Die Kraft der guten Gedanken …..

Ich kann mich mit Julia nicht wirklich identifizieren. Auch ich bin ein Mensch, der fast überall die positiven Dinge im Leben sieht, aber ich bin nicht so naiv und weltfremd, wie Julia hier dargestellt wird. An einigen Stellen war mir ihr Heile-Welt-Getue einfach nur zu viel, weil unrealistisch. Auch bei Laura denke ich manchmal „Kann die auch noch etwas anderes als meckern?“

Auf der Männerseite finden wir Robert, der als Reporter bei einer kleinen Zeitung sein Dasein fristet. Robert ist der Typ Macho und über Julias „WG-Regeln“ kann er innerlich nur schmunzeln. Trotzdem lässt er sich darauf ein und macht im Verlauf der Geschichte eine Wandlung um 180 Grad durch. Ob es an der Liebe oder an der Kraft der guten Gedanken liegt …. wer weiß.

Bernadette sei Dank, taucht dann tatsächlich Jean auf und Julia muss sich entscheiden. Robert oder Jean? Hinzu kommt dann auch noch ein Veränderung in den Besitzverhältnissen des Cafés, die Julia das Leben schwer machen. Ihr Bruder Nick setzt dann mit seinem Verhalten dem allem noch die Krone auf.

Der Prolog setzt sich vom Rest des Buches durch eine kursive Schriftart ab, ansonsten gibt es keinerlei Kapiteleinteilungen oder -überschriften, an denen man sich als Leser orientieren kann. Wechselweise wird aus der Sicht von Julia und ihren Freundinnen, Nick und Robert erzählt. Da der Perspektivwechsel einfach nur durch einen neuen Abschnitt eingeläutet wird, war ich manches Mal verwirrt und musste zuerst mal herausfinden, wer da jetzt gerade seine Sicht der Dinge erzählt.

Leider schafften Julia & Co. es nicht, mich von sich zu überzeugen.

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185 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

jugendbuch, umzug, schwarzer humor, todesarten, tod

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570171554
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor wenigen Wochen musste Emi mit ihrem Vater und ihrem Bruder von Heidelberg nach Hamburg ziehen. Die 15jährige kommt mit dieser Veränderung gar nicht gut klar, musste sie doch, neben ihrem alten Leben, auch noch ihre beste Freundin Charlie in Heidelberg zurücklassen.

Genervt von allem und jedem, am meisten jedoch von ihrem Bruder Oliver, der scheinbar mit der neuen Situation hervorragend klar kommt, gibt Emi sich ihrem Hobby hin, den Menschen in ihrer Umgebung eine Todesart zu verpassen. Bei ihrem Bruder könnte sie es sich z. B. gut vorstellen, dass er bei einer Vollbremsung des Busses mit voller Wucht gegen den Vordersitz knallen und sich dabei das Genick brechen würde.

Als sie es eines morgens in der Schule dicke hatte, neben dem permanent nach Nikotin riechenden und Kaugummi kauenden Alex zu sitzen, setzt Emi sich auf einen anderen Platz. Es scheint jedoch so, als ob Eric - als einziger der Klasse - Anrecht auf genau diesen Sitzplatz hat, denn er beharrt darauf, dass Emi seinen Platz frei gibt. Leider hat er nicht mit Emis Sturheit gerechnet, sie bietet ihm die Stirn und weicht keinen Millimeter.

Im Chemieunterricht müssen dann ausgerechnet Emi und Erik ein Team für ein Experiment bilden, aus dessen Verlauf sich die Tatsache ergibt, dass die Schule anschließend einige Stücke des Mobiliars erneuern muss. Daraus wiederum ergibt sich, dass die Schulleitung die Beiden zu einem gemeinsamen Strafdienst verdonnert, bei dem sie an 8 Samstagen Graffitischmierereien an Hauswänden entfernen müssen.

Weder Emi noch Erik haben Lust darauf mit dem jeweils anderen den Samstag zu verbringen, und so kommt Emi auf die Idee, Erik vor eine Challenge zu stellen. Lehnt er es ab die Challenge zu machen, bricht er ab oder verliert er sie sogar, dann muss er Emis Strafdienst mit übernehmen. Erik kneift natürlich nicht und die Challenge für Emi folgt auf dem Fuße......und so reiht sich Challenge an Challenge. Langsam lernen sie sich näher kennen und stellen fest, dass sie gar nicht so verschieden sind.

Normalerweise erwähne ich Buchcover in meinen Rezensionen nicht, weil ich meine Lektüre in erster Linie nach dem Cover und dem Klappentext auswähle. Dieses Cover hat es jedoch verdient, gesondert erwähnt zu werden. Als ich das Buch ausgepackt habe, entschlüpfte mir ein „Wow“. Das Kreuz am oberen Rand, der Titel und der Totenkopf am unteren Rand sind leicht erhaben und der schwarze Hintergrund mit den angedeuteten kahlen Bäumen, den hilfesuchenden Händen, den Herzchen, Blümchen und Schlüsseln runden das tolle Bild ab. Hinzu kommt, dass die Seiten des Buches, genau wie eine Todesanzeige, mit einem schwarzen Rand umrahmt sind. Man kann sich also in etwa schon vorstellen, was einen im Buch erwartet.

Emi verbreitet eine düstere Stimmung. Das ist aber nichts außergewöhnliches für eine 15jährige Protagonistin, die sich mit Thanatologie beschäftigt und kuriose Todesarten und Todesanzeigen in einem schwarzen Buch sammelt. Jedem Menschen, der ihr auf die Nerven geht – und das sind viele – verpasst sie in Gedanken eine Todesart und sie macht da auch vor ihrer Familie nicht halt.

Für mich als Leser ist irgendwie klar, dass Emi gar nicht so negativ ist, wie sie vorzugeben scheint. Raue Schale, harter Kern, das trifft hier sehr genau auf Emi zu. Sie trägt diesen düsteren Panzer wie einen Schutzschild vor sich her, um nicht verletzt zu werden.

Auch Erik ist nicht das, was er zu sein scheint. Die Mädchen seiner Klasse vergöttern ihn und er ist der unangefochtene „Leitwolf“, der es jedoch niemandem erlaubt, hinter seine Fassade zu schauen.

Die ersten beiden Challenges fand ich persönlich nicht so gelungen, die 2. fand ich sogar ziemlich eklig. Aber nach und nach wurden die Challenges besser, witziger und die Geschichte bekommt ihre ganz eigene Dynamik. Neben Emi und Erik spielen noch Emis Vater und seine neue Lebensgefährtin Mara, Bruder Oliver, Freundin Toni und Feindin Luisa sowie Eriks Schwester Isabella eine große Rolle.

Natürlich ist das Ende vorhersehbar, aber bis die Beiden an diesem Punkt ankommen, wird Emi noch ein Geheimnisverrat angelastet und Erik muss sich in einem labyrinthartigen Keller beweisen.

Es handelt sich bei „Für Dich soll's tausend Tode regnen“ um ein Jugendbuch mit einer Altersempfehlung ab 12 Jahren. Für das Autorinnen-Duo Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die sich hinter dem Pseudonym „Anna Pfeffer“ verbergen, ist es ein Debüt auf dem Gebiet der Jugendromane. 

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

eutin, familiengeheimnis, roman, petra pfänder, liebe

Im Schatten der Bräutigamseiche

Petra Pfänder
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 18.07.2016
ISBN 9783956495748
Genre: Romane

Rezension:

Johanna Petersen leitet ein florierendes Maklerbüro in Hamburg, das sie vor 12 Jahren selbst aufgebaut hat. 12 Jahre ist es her, dass sie wegen einer zerbrochen Liebe ihre Heimatstadt Eutin und somit auch Großmutter Charlotte verlassen hat. Obwohl sie sehr an dem alten Haus hängt, möchte Johanna nach Charlottes Beerdigung alles so schnell wie möglich verkaufen und nach Hamburg, zu ihrem Job und ihrem Freund Henning, zurückkehren.

Aus der Ferne betrachtet, sieht alles immer so einfach aus. Johannas Plan ist es, tatsächlich nur kurz zu bleiben, einen Käufer zu suchen und nach Abwicklung des Verkaufs zurück nach Hamburg zu fahren. Als sie das alte Haus ihrer Großmutter betritt, wird sie jedoch vom Charme dieses Hauses vollkommen gefangen genommen. Mit jedem Tag fühlt sie sich mehr zu diesem Haus und diesem Ort hingezogen und sie zögert ihre Abreise Tag um Tag hinaus. Als sie dann zufällig, auf der Suche nach den Kochbüchern ihrer Großmutter 3 ziemlich wertvolle Gemälde findet und einen alten Brief, der etwas mit ihrer Familie zu tun hat, vergisst sie sogar eine ziemlich wichtige Abendveranstaltung ihres Freundes Henning, für den diese Veranstaltung als aufstrebender Politiker ziemlich wichtig ist.

Nun wächst in Johanna vollends der Wunsch herauszufinden, welches Geheimnis ihre Familie umgibt.

Im Buch „Im Schatten der Bräutigamseiche“ hat die Autorin Petra Pfänder Fiktion und Wirklichkeit sehr schön unter einen Hut gebracht. Die beschriebene Eiche, die heute noch für Liebespaare als „Toter Briefkasten“ fungiert, existiert wirklich. Sie ist ca. 500 Jahre alt, hat einen Umfang von 5 Metern, ist 25 Meter hoch und befindet sich im Dodauer Forst in der Nähe von Eutin in Schleswig-Holstein. Sie hat sogar eine eigene Postadresse.

Wie schon in „Unter dem Vanillemond“ schafft die Autorin auch hier wieder eine sehr schöne Atmosphäre, in die der Leser eintauchen kann. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und die handelnden Personen sehr liebevoll und lebensecht charakterisiert. Während man mit Johanna das alte Haus der Großmutter inspiziert und, genau wie sie, dem Charme des Hauses verfällt, lernt man so ganz nebenbei ihren Lebenspartner Henning kennen, dem mein Herz leider nicht zugeflogen ist.

Für Johanna öffnet sich in Eutin eine Welt, eine alte Welt, während Henning sehr auf das Materielle des Lebens fixiert ist. Gutes Aussehen, einen guten Ruf, viel Geld ….. andere Dinge haben nicht viel Platz in seinem Leben. Ich kann es Johanna nicht verdenken, dass sie ihre Rückreise immer wieder um einen Tag aufschiebt.

Die Handlung des Buches spielt überwiegend in der Gegenwart und der Leser geht mit Johanna auf die Suche nach Wahrheiten. In kurzen Einschüben gibt es immer wieder Rückblenden, in denen das Leben von Johannas Urgroßmutter Emilie beleuchtet wird. Emilie hatte einen wesentlich älteren Mann geheiratet, der ihr alle Annehmlichkeiten des Lebens bot – ihren Seelenverwandten findet sie jedoch in Friedrich Lindner, einem Maler.

Nach und nach öffnen sich die Menschen Johanna und erzählen ihr, was sie über das Leben ihrer Urgroßmutter Emilie wissen und es offenbart sich eine Geschichte, die trauriger nicht sein könnte. 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

krimi, cosy, reihe, band , bastei entertainment

Tiefer Grund

Matthew Costello , Neil Richards
E-Buch Text: 302 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 14.10.2016
ISBN 9783732531448
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem die Schulabschlussfeier offiziell beendet ist, treffen sich einige Lehrerkollegen sowie ein paar Schüler des Abschlusslehrgangs mit ihren Freunden im „Ploughman“, dem beliebtesten Pub in Cherringham, um dort noch ein wenig weiter zu feiern.

Es scheint so, als ob Josh Owen an diesem Abend ein wenig zu tief ins Glas geschaut hat. Er benimmt sich merkwürdig, wirkt irgendwie verwirrt und scheint nicht mehr ganz Herr seiner Sinne zu sein. Mit glasigen Augen verabschiedet er sich wortreich von seinen Kollegen und macht sich auf den Heimweg.

Obwohl es bis zu Joshs Zuhause nur ein Katzensprung ist und es eigentlich keinen Grund gibt, warum er nicht wohlbehalten zu Hause angekommen sein sollte, macht sich seine Kollegin Maddie Sorgen um ihn und fährt noch eine Runde durch Cherringham, um ihn zu suchen. Als sie ihr Auto nahe bei der Brücke über die Themse abstellt, hört sie einen Schrei – und als sie auf der Brücke angekommen ist, offenbart sich ihr bei einem Blick über die Steinbrüstung „etwas“, das im vorüberziehenden Nebel nach und nach zum leblosen Körper von Josh Owen wird.

Warum war Josh so merkwürdig an diesem Abend?
Hat Josh diesen Schrei ausgestoßen, den Maddie gehört hat?
Ist er freiwillig von der Brücke gesprungen oder hat hier jemand nachgeholfen?
Was ist passiert mit dem beliebtesten Lehrer von Cherringham?

Tony Standish, seines Zeichens Rechtsanwalt und ein alter Freund der Familie, sowie Luise James, die neue Direktorin der Cherringham High, bitten Sarah Edwards um Hilfe. Sie möchten nicht, dass die Geschichte an die große Glocke gehängt wird. Sarahs früherer Partner Jack befindet sich zur Zeit bei seiner Familie in Amerika und eigentlich hat Sarah Bedenken, dass dieser Job eine Nummer zu groß für sie alleine ist. Aber die Tatsache, dass ihre Kinder selbst auch Schüler der Cherringham High sind, entscheidet die Sache sehr schnell zu Gunsten der Direktorin.

Warum musste Josh Owen sterben?

„Tiefer Grund“ aus der Feder von Matthew Castello und Neil Richards ist nicht der erste Krimi des Autoren Duos, der in und um Cherringham spielt, es ist jedoch der erste Krimi in Buchform. Bisher gab es die Cherringham-Krimis immer als Kurzgeschichten von jeweils ca. 100 Seiten. Dies ist – nach meiner Recherche – bereits der 26. Krimi und das Ermittler-Team Sarah Edwards und Jack Brennan waren bisher immer erfolgreich gemeinsam unterwegs.

Es ist kein großes Problem, diesen Krimi für sich alleine zu lesen, mir fehlte jedoch das Hintergrundwissen, wie Sarah und Jack überhaupt dazu kamen, „unter dem Radar“ zu ermitteln. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Jack eine Karriere als Polizist hinter sich, aber Sarah ist „Hobby-Detektivin“ und im richtigen Leben Werbedesignerin. Sie ist frisch geschieden, Mutter von 2 Kindern und gerade in ihr Traumhaus eingezogen.

Bei „Tiefer Grund“ handelt es sich um einen sogenannten Cosy-Krimi, also einen Krimi mit Kuschelcharakter. Es gibt keine blutigen oder schrecklichen Szenen, es gibt wenig bis gar keine Action, dafür wird der Focus auf die Ermittlungsarbeit gelegt. Die Geschichte selbst zieht ihre Spannung aus den Dingen, die geschehen. Sobald Sarah glaubt, etwas näher an der Auflösung zu sein erfährt sie etwas, das die ganze Ermittlung wieder in eine andere Richtung führt. Glücklicherweise kommt Jack zurück nach Cherringham, er möchte nur sein Boot für den Verkauf vorbereiten, aber er lässt es sich nicht nehmen, seiner Kollegin bei der Aufklärung des Falles zu helfen.

Die Figuren von Sarah und Jack sowie die Nebenprotagonisten sind alle sehr liebevoll und authentisch angelegt. Es machte Spaß dem Team bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen und zu erfahren, wie sich nach und nach der Tathergang aus dem Dunkel hebt und der Mörder entlarvt wird. Es ist immer wieder erschreckend, aus welch niederen Beweggründen Menschen andere Menschen töten.

Für mich war es sehr schön, einen Ausflug in den Bereich des „Cosy-Crime“ zu machen, aber ein Krimi und/oder ein Thriller darf für mich gerne ein wenig mehr Action und etwas Blut enthalten. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ich bei so ruhigen Krimis über mehrere Bände bei der Stange bleiben würde. Es ist jedoch schön, dass es für jedes Genre Liebhaber gibt. 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Madeleines zum Frühstück: Claires Café

Jo Henslin
E-Buch Text: 245 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2016
ISBN B01GLM3L7Y
Genre: Sonstiges

Rezension:

Schon früh in ihrem Leben musste Claire lernen Verantwortung zu übernehmen. Seit dem Tod ihres Vaters führt sie das Seaside Café, das sich in einem kleinen Städtchen an der Küste Neuenglands befindet. Genau wie schon ihr Großvater und auch ihr Vater, steckt Claire ihr ganzes Herzblut in dieses Café und es schmerzt unendlich, dass ihr letzter Freund sich mit den kompletten Ersparnissen aus dem Staub gemacht hat.

Nun steht Claire das Wasser bis zum Hals, denn das Café müsste dringend modernisiert werden, die Bank sitzt ihr im Nacken wegen noch ausstehender Mietzahlungen und zu allem Übel möchte die Billig-Back-Kette „Creamy Delight“ sie aus dem Laden drängen und stellt ihren Verkaufswagen genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf. So kann Claire durch ihr Schaufenster täglich miterleben, wie ihre bisherigen Kunden dem Seaside fern bleiben und dem Billigbäcker ihr Geld in den Rachen werfen – für mangelhafte, viel zu süße und minderwertige Backwaren. Ein paar wenige Stammkunden sind ihr geblieben, aber die retten Claire nicht aus ihrem finanziellen Dilemma. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist zur Zeit der Backkurs bei Maitre Pierre, den sie für kein Geld der Welt versäumen wollte. Ihr Backpartner in diesem Kurs ist Ben.

Bei „Madeleines zum Frühstück“ handelt es sich um den Debütroman von Jo Henslin. Das Buch ist in sich abgeschlossen, endet auch nicht mit einem Cliffhänger, es enthält jedoch durchaus ausreichend Potential für eine Fortsetzung. Wenn ich die Informationen auf der Homepage des Autors richtig deute, ist eine Fortsetzung sogar geplant.

Emily kann einem schon leid tun. Nicht nur, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten steckt, sondern auch deswegen, wie die Creamy-Delight-Leute versuchen, das Seaside mit allen Mitteln in Verruf zu bringen. Gott sei Dank handelt Claire ruhig und besonnen, aber der Billigbäcker gibt einfach nicht auf. Immer an ihrer Seite ist ihre beste Freundin Emily, die schon bei Claires Vater im Seaside gearbeitet hat.

Ben wohnt auf einem Hausboot und stellt Holzmöbel her, die er auf seinem Boot lagert (ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie groß dieses Boot wohl sein wird). Er steht mit beiden Beinen fest im Leben und nachdem sie sich im Backkurs ein wenig besser kennengelernt haben, möchte Ben Claire helfen, das Seaside Café zu retten. Sie schmieden gemeinsam Pläne und kommen sich dabei auch etwas näher, nur seine Herkunft, über die lässt Ben Claire im dunklen.

Alle Figuren, sowohl die Protagonisten, als auch die Antagonisten, wurden realistisch und lebensecht dargestellt. Sie handeln und wirken glaubhaft. Das Buch liest sich gut und schnell von der Hand und ist als lockere Urlaubslektüre bestens geeignet. Es ist kein wow-Buch, dafür gab es die Geschichte, die hier erzählt wird, schon zu oft. Aber ich würde es doch schon mit 4/5 Sternen bewerten. Auf den letzten 100 Seiten häufen sich jedoch die Schreibfehler, so dass ich für diesen Umstand noch einen weiteren Stern abziehe. Es fehlen teilweise Wörter die sich zwar aus dem Sinn des Satzes dann doch ergeben, aber irgendwie hat es den Anschein, als ob das Buch zum Schluss nicht mehr oder nicht mehr so aufmerksam Korrektur gelesen wurde.

Sollte es einen 2. Band zur Claires Café geben, werde ich ihn sehr gerne lesen. 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

liebe, verlust, trauer, verkuplung, gefühlschaos

Splitter vom Glück

Simone Süß
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Forever, 09.09.2016
ISBN 9783958181373
Genre: Liebesromane

Rezension:

Julia musste in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge hinnehmen. Sie hat sehr lange gebraucht um den Tod ihrer Mutter, die an Krebs verstorben ist, zu überwinden. Damals hat Julia jedoch nicht nur ihre Mutter verloren sondern auch ihren Vater, der sich seiner Tochter mehr und mehr entzogen hat um sich in sein Schneckenhaus einzuigeln. Zu diesem Zeitpunkt war Julia gerade einmal 16 Jahre alt.

Julia macht eine Ausbildung in der Steuerkanzlei ihres Vaters und nach einer kurzen Liaison mit einem Jungen aus ihrer Berufsschule (den sie nicht liebte) beschließt sie, sich intensiver ihrem Hobby zu widmen – Operngesang. Nun lernt sie ihren zukünftigen Mann Johannes kennen, er ist der Dirigent des Orchesters, das ihr Bühnen-Debüt begleitet. Das Schicksal meint es jedoch nicht gut mit Julia, denn ihre große Liebe Johannes wird ihr jäh durch einen Autounfall genommen.

Vom Leben enttäuscht und zutiefst verletzt beschließt Julia, ihr Herz nie mehr wieder zu verschenken. Sie kündigt ihren Büro-Job und widmet sich intensiv ihrer Opernkarriere. Ihr Agent vermittelt ihr einen Auftritt in England und bei einer Buchungspanne am Schalter der Fluglinie lernt sie Paul kennen. Sein Geschäftspartner ist kurzfristig erkrankt und Paul hat für diesen Flug ein Ticket zu viel in der Tasche – damit hilft er Julia ohne zu zögern aus ihrer misslichen Lage.

Der liebesromanerfahrene Leser könnte nun auf den Gedanken kommen, dass sich zwischen Paul und Julia eine Romanze anbahnt aber weit gefehlt; Paul ist schwul. Er findet aber, dass Julia die perfekte Frau für seinen Freund Jared wäre. Und nun setzt Paul alles dran, dass die Beiden sich „finden“. Alle vorherigen Versuche Jared zu verkuppeln, sind wohl fehlgeschlagen.

„Splitter vom Glück“ ist ein Roman mit zwei Erzählsträngen. Das, was Julia erlebt, wird von Julia selbst in der Ich-Form erzählt. Das, was Paul und Jared betrifft, wird aus Sicht einer Dritten Person erzählt.

Julia hat in ihrem Leben wirklich viel ertragen müssen und hat es verdient, irgendwann und irgendwo noch einmal ihr Glück zu finden. Dass sie es ausgerechnet in London findet, hätte sie wahrscheinlich nicht gedacht, aber das Leben fragt einen in der Regel nicht, was man gerne hätte.

Die Hauptprotagonisten in diesen Buch sind Julia, Paul, sein Lebensgefährte Stephen und natürlich Jared, der aufgrund seiner Herkunft finanziell unabhängig ist.

Wie in jedem anderen Liebesroman folgen auch die Protagonisten in „Splitter vom Glück“ den üblichen Vorgehensweisen. Man lernt sich kennen, versteht sich, stellt fest, dass man sich mag, sagt oder tut etwas dummes, was den Anderen verletzt, zieht sich zurück um dann festzustellen, dass man ohne den Anderen dann doch nicht sein kann und letztendlich entpuppt sich der neue Partner als die große Liebe, auf die man irgendwie schon sein ganzes Leben lang gewartet hat.

Manchmal wünschen wir uns Sachen, die wir nicht haben und übersehen, dass wir längst Sachen haben, die so schön sind, dass wir sie uns nicht einmal gewünscht hätten.

Der Schreibstil der Autorin Simone Süß ist angenehm und gut zu lesen. Die Charaktere sind gut angelegt und ausgearbeitet, aber als überaus sympathisch habe ich jetzt niemanden empfunden, so dass ich emotional leider nicht in die Geschichte eingebunden wurde. Stellenweise empfand ich das Hin und Her zwischen Julia und Jared etwas langatmig und wenig mitreißend.

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organspende, transplantation, liebe, depression, münchen

Die Tage, die ich dir verspreche

Lily Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426516768
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was geht in einem Menschen vor, der durch eine Herztransplantation ein neues, ein zweites Leben geschenkt bekommt? Ist es tatsächlich immer so, dass man vor lauter Glück und Überschwang schier auseinanderplatzen könnte? Oder gibt es auch Menschen, die nicht mit der Tatsache klar kommen, dass für ihr Weiterleben ein anderer sein Leben hat lassen müssen?

Gwen ist 19 Jahre alt und hat viel Zeit ihres Lebens im Krankenhaus verbracht. Nach einer erfolgreichen Herztransplantation und anschließender REHA-Maßnahme, wurde sie nun in ihr „neues Leben“ entlassen. Von allen Seiten hört sie die Aussage, dass sie Glück hatte, dass sie nun wieder neu durchstarten kann, dass sie all das tun kann, was sie tun möchte und, dass alles wieder gut werden wird.

Gwen sieht das – leider – anders. Sie leidet jede Nacht unter Albträumen. Sie quält sich mit der Tatsache, dass für ihr neues Leben ein anderer Mensch sterben musste. Weil niemand sie verstehen würde, frisst sie ihren Kummer in sich hinein, versinkt in Depressionen und eines Tages kann sie mit dieser Schuld nicht mehr umgehen – sie möchte dieses unliebsame Herz verschenken und sterben. Sie meldet sich in einem Forum für Herzpatienten an und eröffnet dort einen Thread, in welchem sie nach einem Empfänger für ihr Herz sucht. Noah, der Moderator dieses Forums, hat keine Ahnung, welche Lawine er mit seinem darauffolgenden Handeln in Gang setzt. Er löscht Gwens Thread - weil er denkt sie wäre ein Troll - und auf ihre Nachfrage warum er das getan hat, antwortet er:

„Weil ich das Herz für mich selbst will. Komm doch einfach her.“

Gwen setzt sich ins Auto und fährt nach München.......

„Die Tage, die ich dir verspreche“ beschäftigt sich mit einem Thema, mit dem sicherlich jeder von uns in seinem Leben schon einmal Berührung hatte. Organversagen, Organspende, Organtransplantation und die daraus resultierende Freude, wenn jemand den man liebt und der auf der Spenderliste steht, dann auch wirklich ein Organ bekommt und weiterleben darf. Lily Oliver beschreibt in ihrem Roman nun aber die andere Seite der Medaille – Gwen ist nicht himmelhochjauchzend sondern zu Tode betrübt. Sie kommt mit ihren Schuldgefühlen nicht klar, sie will dieses doofe Herz nicht (mehr) und sie möchte sterben, damit jemand anderer dieses Herz haben und damit glücklich werden kann.

Wirklich, Noah. Den Gedanken, das Herz könnte mit mir sterben, halte ich kaum aus. Jemand wollte, dass ein Menschenleben durch dieses Herz gerettet wird, und dem will ich nicht im Weg stehen, verstehst du? Es ist das Einzige, was mich davon abhält ….

Am Anfang des Buches macht Gwen es mir sehr schwer, sie zu mögen. Das hängt wahrscheinlich mit der Tatsache zusammen, dass ich es nicht verstehen kann, dass man sein Leben wegwerfen möchte. Natürlich kenne ich Menschen mit Depressionen, aber ich kann dieses Gefühl, diese Leere, die man dann empfindet, nicht nachvollziehen. Für mich ist Leben etwas wertvolles, etwas, was einem manchmal jede Kraft abverlangt. Das Leben kann wirklich manchmal ein riesengroßes Arschloch sein, aber trotzdem ist es nichts, was man einfach wegwirft, weil man keine Lust mehr darauf hat. Deswegen finde ich Gwen zu Anfang der Geschichte recht bockig und egoistisch, denn sie ist nur darauf fixiert, wie sie dieses Herz und somit auch ihr Leben loswerden kann. An manchen Stellen hätte ich sie gerne genommen und mal so richtig geschüttelt, aber sie braucht meine Einmischung nicht – sie findet Noah.

Noah ist Student und Sohn einer Herzchirurgin. Als Moderator eines Forums für herzkranke Menschen ist er quasi der Türsteher, derjenige der entscheidet, ob jemand Zugang zu diesem Forum bekommt oder nicht. Nachdem er Gwens Beitrag gelöscht und sie quasi aufgefordert hat zu ihm zu kommen um ihm das Herz zu geben, muss er sich nun auch um sie kümmern, als sie tatsächlich am nächsten Tag vor seiner Türe steht. Noah sieht sich nun einer Verantwortung gegenüber, die er eigentlich alleine gar nicht tragen kann: Gwen möchte ihm ihr Herz schenken, dazu müsste sie sich logischerweise umbringen.

Das Buch ist kapitelweise wechselnd aus der Sicht von Noah und Gwen in der Ich-Forum geschrieben und so erfährt man als Leser die Gedanken von beiden Protagonisten, ihre Ängste und was ihnen so durch den Kopf geht. In Noahs Gegenwart fängt Gwen langsam an sich, zu entspannen und je mehr sie ihren Tunnelblick verliert, desto lieber mag ich sie. Sie wächst mir langsam aber sicher ans Herz. Noah mochte ich von Anfang an und auch wenn es da eine Sache gibt, für die man ihm gerne einen kräftigen Tritt in den Hintern geben würde, ist er genau der Mensch, den Gwen braucht.

„Die Tage, die ich dir verspreche“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Nachdenken über das Thema Organspende und wie man selbst dazu steht, aber auch darüber, warum es einem so schwer fällt, nahestehenden und/oder geliebten Menschen zu sagen was man gerne möchte, was man gerade braucht oder eben nicht. Warum stehen wir uns so oft selbst im Weg, wenn es um unser eigenes Seelenheil geht?

„Die Tage, die ich dir verspreche“ ist ein Buch, das noch lange in mir nachklingen wird.

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erbe, neuanfang, paris, neubeginn, erbschaft

Ein kleines Stück Paris

Yvonne Jarré
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426518588
Genre: Liebesromane

Rezension:

Svenja Lorentz ist Lehrerin an einer Hamburger Schule. Sie ist mit den Nerven total am Ende und hat sich heulend in einer Abstellkammer ihrer Schule verschanzt. Nachdem der Hausmeister sie davon überzeugen konnte die Kammer zu verlassen, hat ihre Hausärztin sie wegen eines Burn-Out-Syndroms krank geschrieben. Svenja hat immer mehr das Gefühl, dass sie unter der Last des Lebens erdrückt wird, als sie einen Brief von einer französischen Anwaltsfirma bekommt. Diese teilt ihr mit, dass ihr Onkel Georges Cordonnier sie als Alleinerbin seines Vermögens eingesetzt hat. Svenja findet die Idee nach Paris zu reisen sehr reizvoll und so nimmt sie an der Beerdigung ihres Onkels teil.

Kurz danach trifft Svenja sich mit der Maklerin Valérie Decaux um sich die geerbte „Wohnung“ anzuschauen. Im ersten Moment denkt Svenja jedoch an einen schlechten Scherz – es handelt sich lediglich um eine 8 qm große Kammer, unter dem Dach eines renovierungsbedürftigen alten Hauses, mitten in Paris. WC und Bad befinden sich im Treppenhaus, Küche, Schlaf- und Wohnzimmer befinden sich irgendwie, zusammengequetscht, in der kleinen Kammer. Die Bewohner des Hauses sind Svenja gegenüber alles andere als aufgeschlossen und von einem Maklerbüro bekommt sie dann auch noch ein nicht zu verachtendes Angebot für dieses abgewrackte Zimmer.

So viel Geld für dieses kleine Zimmer ist wirklich äußerst verlockend, aber je länger Svenja über das Erbe nachdenkt, desto besser gefällt ihr der Gedanke, in dem 8 qm kleinen Zimmer leben zu wollen.

„Ein kleines Stück Paris“ erzählt die Geschichte einer 33jährigen Frau, die aufgrund ihrer Depression in Folge eines Burn-Out-Syndroms zu Hause in Hamburg nur noch ein Häufchen Elend ist, die aber in Paris regelrecht aufblüht. Obwohl die geerbte Wohnung sich nur als kleines schäbiges Zimmer herausstellt, finde sie so viele positive Dinge darin, dass sie sich entschließt für einige Zeit in Paris wohnen zu bleiben. Unter Zuhilfenahme einiger kleiner Accessoires kann sie die Hausbewohner nach und nach für sich gewinnen und zum guten Schluss stellt sie sich, gemeinsam mit der Hausgemeinschaft, gegen die Immobilienfirma, die das Haus luxussanieren möchte.

Das Buch legt seinen Schwerpunkt nicht die Depressionen und das Burn-Out-Syndrom in Svenjas Hamburger Leben, sondern auf die Leichtigkeit des Seins, die sie in Paris erfahren darf. Von Seite zu Seite darf der Leser miterleben, wie Svenja wieder neuen Lebensmut bekommt und ganz ohne Tabletten ihr Leben in den Griff bekommt. Zu Hilfe kommen ihr eine ganze Rockerbande und ihr Nachbar Marc Decaux und so ganz nebenbei renoviert Svenja auch noch ihr Liebesleben.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und ich habe die 384 Seiten in nur kurzer Zeit gelesen. Die Geschichte wird aus Sicht einer Dritten Person erzählt und durch die bildhaften Beschreibungen hatte ich das Gefühl, selbst in Paris, direkt vor Ort, zu sein. Ein schönes Buch, das mir kurzweilige Lesestunden verschafft hat.

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neuseeland, irland, walfang, neuseeland-saga, rebecca maly

Tausend Wellen fern 2

Rebecca Maly
E-Buch Text: 83 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 08.07.2016
ISBN 9783955308148
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem Erin Heagan wegen einer anderen Frau von ihrem Mann verlassen wurde, bleibt ihr nur die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Im Jahr 1872 löste man in Irland mit einer Ehescheidung in der Regel einen handfesten Skandal aus.

Viele tausend Kilometer entfernt ist ein Freund aus Erins Verwandtschaft in Not geraden, da seine Frau plötzlich verstorben ist und 2 kleine Kinder hinterlässt.

Erin und Kaylee begeben sich an Bord der SS Christophorus und nehmen den weiten und gefährlichen Weg über das Meer auf sich, um in Neuseeland ein neues Leben zu beginnen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden Frauen, denn die SS Christophorus gerät in einen Sturm und das Schiff wird schwer angeschlagen. Bei einer Rettungsaktion wird Kaylee über Bord gespült und als sie Tage später von einem Walfangschiff aus dem Meer gerettet wird, hat sie jede Hoffnung aufgegeben ihre Mutter Erin jemals lebend wiederzusehen.

Das Buch „Tausend Wellen fern“ von Rebecca Maly ist als 4teilige eBook-Reihe im Verlag Edel Elements erschienen. Jedes der 4 eBooks umfasst 86 Seiten und die ersten 3 Bände enden natürlich mit einem Cliffhanger. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn nur eines der Bücher zu lesen, denn die Geschichte ist nur vollständig, wenn man alle 4 eBooks in der richtigen Reihenfolge gelesen hat.

Der Leser lernt die beiden Heagan-Frauen kennen, die sich von den Frauen der damaligen Zeit ein wenig abheben. Gerade Kaylee ist für ihre 18 Jahre eine wirklich selbstbewusste junge Frau, die weiß was sie will und durch die Schicksalsschläge die ihr passieren, bis sie in Neuseeland eintrifft, wächst sie permanent an ihren Aufgaben. Auch Mutter Erin ist eine selbstbewusste Frau, sie kann sich jedoch den Zwängen der damaligen Zeit nicht ganz so leicht entziehen wie ihre Tochter und so handelt sich nicht immer wie sie möchte, sondern wie man es zur damaligen Zeit von einer Frau erwartet hat. Als Leser hadert man ganz besonders mit einer ihrer Entscheidungen, die noch nicht einmal ihr eigenes Leben betrifft.

Auf dem Walfänger lernen wir Timothy kennen, der sich mit der Arbeit auf dem Boot genügend Geld verdienen möchte um dann anschließend seinen Traum zu leben. Nach und nach spielt er in Kaylees Leben eine immer wichtigere Rolle. Aber auch die anderen Besatzungsmitglieder des Walfängers sind nicht ganz ohne Bedeutung und wuchsen mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz.

Der Stil von Rebecca Maly ist – wie gewohnt – gut zu lesen, fehlerfrei und vermag einen von der ersten Seite an zu fesseln. Die Überfahrt, incl. Sturm bei der die SS Christophorus schwere Schlagseite bekam, ist sehr realistisch beschrieben. Ich hatte stellenweise das Gefühl, den Sturm um mich herum toben zu hören. Auch bei der Art und Weise wie man sich früher artikuliert hat, hat die Autorin genau den Ton getroffen dass man sich um einige Jahre (genauer gesagt 144 Jahre) zurückversetzt fühlt.

Über 3 Bände hinweg habe ich mich sehr wohl gefühlt in der Geschichte und die jeweils 86 Seiten haben sich erstaunlich schnell lesen lassen. Im 4. Band hatte ich jedoch das Gefühl, dass das Tempo ein wenig zu sehr angezogen wurde. Irgendwie fühlte ich mich gehetzt, es passierten sehr viele Dinge kurz vor Ende, die für mich irgendwie nicht mehr so ganz stimmig zum Rest der Geschichte waren. Die Dialoge passten meiner Meinung nach nicht mehr zur damaligen Zeit und man hatte das Gefühl, dass kurz vor Schluss noch möglichst viel Action untergebracht werden sollte. Das mag durchaus daran gelegen haben, dass dieses Buch nach schon 79 Seiten zu Ende sein sollte.

Für mein aufkommendes Unwohlsein im letzten Band ziehe ich an der Bewertung einen Stern ab, ansonsten konnte mich auch dieser historische Roman aus der Feder von Rebecca Maly mal wieder für ein paar Stunden aus meiner realen Welt in ein Abenteuer auf der anderen Seite der Erde entführen. 

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neuseeland, neuseeland-saga, rebecca maly, maly, kräuter

Tausend Wellen fern 3

Rebecca Maly
E-Buch Text: 85 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 08.07.2016
ISBN 9783955308155
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem Erin Heagan wegen einer anderen Frau von ihrem Mann verlassen wurde, bleibt ihr nur die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Im Jahr 1872 löste man in Irland mit einer Ehescheidung in der Regel einen handfesten Skandal aus.

Viele tausend Kilometer entfernt ist ein Freund aus Erins Verwandtschaft in Not geraden, da seine Frau plötzlich verstorben ist und 2 kleine Kinder hinterlässt.

Erin und Kaylee begeben sich an Bord der SS Christophorus und nehmen den weiten und gefährlichen Weg über das Meer auf sich, um in Neuseeland ein neues Leben zu beginnen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden Frauen, denn die SS Christophorus gerät in einen Sturm und das Schiff wird schwer angeschlagen. Bei einer Rettungsaktion wird Kaylee über Bord gespült und als sie Tage später von einem Walfangschiff aus dem Meer gerettet wird, hat sie jede Hoffnung aufgegeben ihre Mutter Erin jemals lebend wiederzusehen.

Das Buch „Tausend Wellen fern“ von Rebecca Maly ist als 4teilige eBook-Reihe im Verlag Edel Elements erschienen. Jedes der 4 eBooks umfasst 86 Seiten und die ersten 3 Bände enden natürlich mit einem Cliffhanger. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn nur eines der Bücher zu lesen, denn die Geschichte ist nur vollständig, wenn man alle 4 eBooks in der richtigen Reihenfolge gelesen hat.

Der Leser lernt die beiden Heagan-Frauen kennen, die sich von den Frauen der damaligen Zeit ein wenig abheben. Gerade Kaylee ist für ihre 18 Jahre eine wirklich selbstbewusste junge Frau, die weiß was sie will und durch die Schicksalsschläge die ihr passieren, bis sie in Neuseeland eintrifft, wächst sie permanent an ihren Aufgaben. Auch Mutter Erin ist eine selbstbewusste Frau, sie kann sich jedoch den Zwängen der damaligen Zeit nicht ganz so leicht entziehen wie ihre Tochter und so handelt sich nicht immer wie sie möchte, sondern wie man es zur damaligen Zeit von einer Frau erwartet hat. Als Leser hadert man ganz besonders mit einer ihrer Entscheidungen, die noch nicht einmal ihr eigenes Leben betrifft.

Auf dem Walfänger lernen wir Timothy kennen, der sich mit der Arbeit auf dem Boot genügend Geld verdienen möchte um dann anschließend seinen Traum zu leben. Nach und nach spielt er in Kaylees Leben eine immer wichtigere Rolle. Aber auch die anderen Besatzungsmitglieder des Walfängers sind nicht ganz ohne Bedeutung und wuchsen mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz.

Der Stil von Rebecca Maly ist – wie gewohnt – gut zu lesen, fehlerfrei und vermag einen von der ersten Seite an zu fesseln. Die Überfahrt, incl. Sturm bei der die SS Christophorus schwere Schlagseite bekam, ist sehr realistisch beschrieben. Ich hatte stellenweise das Gefühl, den Sturm um mich herum toben zu hören. Auch bei der Art und Weise wie man sich früher artikuliert hat, hat die Autorin genau den Ton getroffen dass man sich um einige Jahre (genauer gesagt 144 Jahre) zurückversetzt fühlt.

Über 3 Bände hinweg habe ich mich sehr wohl gefühlt in der Geschichte und die jeweils 86 Seiten haben sich erstaunlich schnell lesen lassen. Im 4. Band hatte ich jedoch das Gefühl, dass das Tempo ein wenig zu sehr angezogen wurde. Irgendwie fühlte ich mich gehetzt, es passierten sehr viele Dinge kurz vor Ende, die für mich irgendwie nicht mehr so ganz stimmig zum Rest der Geschichte waren. Die Dialoge passten meiner Meinung nach nicht mehr zur damaligen Zeit und man hatte das Gefühl, dass kurz vor Schluss noch möglichst viel Action untergebracht werden sollte. Das mag durchaus daran gelegen haben, dass dieses Buch nach schon 79 Seiten zu Ende sein sollte.

Für mein aufkommendes Unwohlsein im letzten Band ziehe ich an der Bewertung einen Stern ab, ansonsten konnte mich auch dieser historische Roman aus der Feder von Rebecca Maly mal wieder für ein paar Stunden aus meiner realen Welt in ein Abenteuer auf der anderen Seite der Erde entführen. 

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neuseeland, rebecca maly, walfang, liebe, apotheke

Tausend Wellen fern 4

Rebecca Maly
E-Buch Text: 79 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 08.07.2016
ISBN 9783955308162
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem Erin Heagan wegen einer anderen Frau von ihrem Mann verlassen wurde, bleibt ihr nur die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Im Jahr 1872 löste man in Irland mit einer Ehescheidung in der Regel einen handfesten Skandal aus.

Viele tausend Kilometer entfernt ist ein Freund aus Erins Verwandtschaft in Not geraden, da seine Frau plötzlich verstorben ist und 2 kleine Kinder hinterlässt.

Erin und Kaylee begeben sich an Bord der SS Christophorus und nehmen den weiten und gefährlichen Weg über das Meer auf sich, um in Neuseeland ein neues Leben zu beginnen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden Frauen, denn die SS Christophorus gerät in einen Sturm und das Schiff wird schwer angeschlagen. Bei einer Rettungsaktion wird Kaylee über Bord gespült und als sie Tage später von einem Walfangschiff aus dem Meer gerettet wird, hat sie jede Hoffnung aufgegeben ihre Mutter Erin jemals lebend wiederzusehen.

Das Buch „Tausend Wellen fern“ von Rebecca Maly ist als 4teilige eBook-Reihe im Verlag Edel Elements erschienen. Jedes der 4 eBooks umfasst 86 Seiten und die ersten 3 Bände enden natürlich mit einem Cliffhanger. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn nur eines der Bücher zu lesen, denn die Geschichte ist nur vollständig, wenn man alle 4 eBooks in der richtigen Reihenfolge gelesen hat.

Der Leser lernt die beiden Heagan-Frauen kennen, die sich von den Frauen der damaligen Zeit ein wenig abheben. Gerade Kaylee ist für ihre 18 Jahre eine wirklich selbstbewusste junge Frau, die weiß was sie will und durch die Schicksalsschläge die ihr passieren, bis sie in Neuseeland eintrifft, wächst sie permanent an ihren Aufgaben. Auch Mutter Erin ist eine selbstbewusste Frau, sie kann sich jedoch den Zwängen der damaligen Zeit nicht ganz so leicht entziehen wie ihre Tochter und so handelt sich nicht immer wie sie möchte, sondern wie man es zur damaligen Zeit von einer Frau erwartet hat. Als Leser hadert man ganz besonders mit einer ihrer Entscheidungen, die noch nicht einmal ihr eigenes Leben betrifft.

Auf dem Walfänger lernen wir Timothy kennen, der sich mit der Arbeit auf dem Boot genügend Geld verdienen möchte um dann anschließend seinen Traum zu leben. Nach und nach spielt er in Kaylees Leben eine immer wichtigere Rolle. Aber auch die anderen Besatzungsmitglieder des Walfängers sind nicht ganz ohne Bedeutung und wuchsen mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz.

Der Stil von Rebecca Maly ist – wie gewohnt – gut zu lesen, fehlerfrei und vermag einen von der ersten Seite an zu fesseln. Die Überfahrt, incl. Sturm bei der die SS Christophorus schwere Schlagseite bekam, ist sehr realistisch beschrieben. Ich hatte stellenweise das Gefühl, den Sturm um mich herum toben zu hören. Auch bei der Art und Weise wie man sich früher artikuliert hat, hat die Autorin genau den Ton getroffen dass man sich um einige Jahre (genauer gesagt 144 Jahre) zurückversetzt fühlt.

Über 3 Bände hinweg habe ich mich sehr wohl gefühlt in der Geschichte und die jeweils 86 Seiten haben sich erstaunlich schnell lesen lassen. Im 4. Band hatte ich jedoch das Gefühl, dass das Tempo ein wenig zu sehr angezogen wurde. Irgendwie fühlte ich mich gehetzt, es passierten sehr viele Dinge kurz vor Ende, die für mich irgendwie nicht mehr so ganz stimmig zum Rest der Geschichte waren. Die Dialoge passten meiner Meinung nach nicht mehr zur damaligen Zeit und man hatte das Gefühl, dass kurz vor Schluss noch möglichst viel Action untergebracht werden sollte. Das mag durchaus daran gelegen haben, dass dieses Buch nach schon 79 Seiten zu Ende sein sollte.

Für mein aufkommendes Unwohlsein im letzten Band ziehe ich an der Bewertung einen Stern ab, ansonsten konnte mich auch dieser historische Roman aus der Feder von Rebecca Maly mal wieder für ein paar Stunden aus meiner realen Welt in ein Abenteuer auf der anderen Seite der Erde entführen. 

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

neuseeland, irland, neuseeland-saga, walfang, roman

Tausend Wellen fern 1

Rebecca Maly
E-Buch Text: 86 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 08.07.2016
ISBN 9783955308131
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem Erin Heagan wegen einer anderen Frau von ihrem Mann verlassen wurde, bleibt ihr nur die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Im Jahr 1872 löste man in Irland mit einer Ehescheidung in der Regel einen handfesten Skandal aus.

Viele tausend Kilometer entfernt ist ein Freund aus Erins Verwandtschaft in Not geraden, da seine Frau plötzlich verstorben ist und 2 kleine Kinder hinterlässt.

Erin und Kaylee begeben sich an Bord der SS Christophorus und nehmen den weiten und gefährlichen Weg über das Meer auf sich, um in Neuseeland ein neues Leben zu beginnen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden Frauen, denn die SS Christophorus gerät in einen Sturm und das Schiff wird schwer angeschlagen. Bei einer Rettungsaktion wird Kaylee über Bord gespült und als sie Tage später von einem Walfangschiff aus dem Meer gerettet wird, hat sie jede Hoffnung aufgegeben ihre Mutter Erin jemals lebend wiederzusehen.

Das Buch „Tausend Wellen fern“ von Rebecca Maly ist als 4teilige eBook-Reihe im Verlag Edel Elements erschienen. Jedes der 4 eBooks umfasst 86 Seiten und die ersten 3 Bände enden natürlich mit einem Cliffhanger. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn nur eines der Bücher zu lesen, denn die Geschichte ist nur vollständig, wenn man alle 4 eBooks in der richtigen Reihenfolge gelesen hat.

Der Leser lernt die beiden Heagan-Frauen kennen, die sich von den Frauen der damaligen Zeit ein wenig abheben. Gerade Kaylee ist für ihre 18 Jahre eine wirklich selbstbewusste junge Frau, die weiß was sie will und durch die Schicksalsschläge die ihr passieren, bis sie in Neuseeland eintrifft, wächst sie permanent an ihren Aufgaben. Auch Mutter Erin ist eine selbstbewusste Frau, sie kann sich jedoch den Zwängen der damaligen Zeit nicht ganz so leicht entziehen wie ihre Tochter und so handelt sich nicht immer wie sie möchte, sondern wie man es zur damaligen Zeit von einer Frau erwartet hat. Als Leser hadert man ganz besonders mit einer ihrer Entscheidungen, die noch nicht einmal ihr eigenes Leben betrifft.

Auf dem Walfänger lernen wir Timothy kennen, der sich mit der Arbeit auf dem Boot genügend Geld verdienen möchte um dann anschließend seinen Traum zu leben. Nach und nach spielt er in Kaylees Leben eine immer wichtigere Rolle. Aber auch die anderen Besatzungsmitglieder des Walfängers sind nicht ganz ohne Bedeutung und wuchsen mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz.

Der Stil von Rebecca Maly ist – wie gewohnt – gut zu lesen, fehlerfrei und vermag einen von der ersten Seite an zu fesseln. Die Überfahrt, incl. Sturm bei der die SS Christophorus schwere Schlagseite bekam, ist sehr realistisch beschrieben. Ich hatte stellenweise das Gefühl, den Sturm um mich herum toben zu hören. Auch bei der Art und Weise wie man sich früher artikuliert hat, hat die Autorin genau den Ton getroffen dass man sich um einige Jahre (genauer gesagt 144 Jahre) zurückversetzt fühlt.

Über 3 Bände hinweg habe ich mich sehr wohl gefühlt in der Geschichte und die jeweils 86 Seiten haben sich erstaunlich schnell lesen lassen. Im 4. Band hatte ich jedoch das Gefühl, dass das Tempo ein wenig zu sehr angezogen wurde. Irgendwie fühlte ich mich gehetzt, es passierten sehr viele Dinge kurz vor Ende, die für mich irgendwie nicht mehr so ganz stimmig zum Rest der Geschichte waren. Die Dialoge passten meiner Meinung nach nicht mehr zur damaligen Zeit und man hatte das Gefühl, dass kurz vor Schluss noch möglichst viel Action untergebracht werden sollte. Das mag durchaus daran gelegen haben, dass dieses Buch nach schon 79 Seiten zu Ende sein sollte.

Für mein aufkommendes Unwohlsein im letzten Band ziehe ich an der Bewertung einen Stern ab, ansonsten konnte mich auch dieser historische Roman aus der Feder von Rebecca Maly mal wieder für ein paar Stunden aus meiner realen Welt in ein Abenteuer auf der anderen Seite der Erde entführen. 

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121 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, berlin, martin krist, spannung, kannibalismus

Märchenwald

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548287645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Mutter versteckt ihre beiden Kinder in einem Schrank und als diese sich Stunden später aus dem Schrank befreien können, fehlt von der Mutter jede Spur … es gibt nur einen Blutfleck auf dem Küchenboden. Max erzählt seiner Schwester Ellie die Geschichte vom Märchenwald, in dem immer alles gut wird, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu ihrem Großvater.

Eine junge Frau erwacht aus einem Albtraum. Sie sieht sich um und erkennt, dass sie auf einem Lager aus stinkenden Mülltüten geschlafen hat. Und dann stellt sie fest, dass sie sich an nichts erinnern kann – noch nicht einmal an ihren eigenen Namen.

Ein verwitweter, pensionierter Lehrer bekommt während des Essens eine Herzinfarkt. Einer der Rettungssanitäter macht in der Wohnung des Rentners einen grausigen Fund und die Obduktion der Leiche bringt erstaunliche Dinge ans Tageslicht.

3 große Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Oder etwa doch? Paul Kalkbrenner blickt in seinem 5. Fall in die tiefsten Tiefen menschlicher Abgründe.

„Märchenwald“ ist für mich der erste Fall des sympathischen Ermittlers Paul Kalkbrenner und nach der Lektüre dieses Buches frage ich mich tatsächlich „Warum“? Ich habe schon lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich so gepackt hat.

Auf der einen Seite sind da die beiden Kinder die durch die Gegend irren, auf der Suche nach ihrem Großvater. Wen Kinder nicht kalt lassen, der wird hier wohl am meisten bangen und hoffen und die Daumen drücken, dass sie nach ihrem Weg durch den „Märchenwald“ wohlbehalten bei ihrem Opa ankommen.

Auf der anderen Seite ist die junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat. Sie wird gejagt – von wem und warum, das weiß sie nicht. Ist die Polizei ihr Freund oder ihr Feind? Es dauert lange bis ihre Erinnerungen zurück kommen – und es sind keine guten Erinnerungen. Ich habe mit Zoe (so wird die junge Frau von jemandem angesprochen) richtiggehend mitgefiebert um herauszufinden was in der Vergangenheit mit ihr passiert ist.

Und dann ist da noch der pensionierte ältere Herr, dessen Geschichte bei mir leichte Ekelgefühle hervorgerufen hat. Martin Krist versteht es hier aber wirklich ausgezeichnet den Ekelfaktor nicht allzu groß werden zu lassen, denn dieses Level hat es punktgenau gebraucht, um das Verlangen nach Aufklärung zu schüren.

Natürlich wird auch in Zwischenkapiteln das Privatleben von Kalkbrenner zum Thema gemacht und hier steht das Verhältnis zu seiner Tochter im Vordergrund. Da ich die vorherigen Kalkbrenner-Fälle nicht kennt, fehlt mir hier ein wenig Hintergrundwissen – das schmälerte aber den Lesegenuss nicht.

Dieses Buch hat mich von der 1. Seite an gefesselt. Ohne Leserunde hätte ich es wahrscheinlich in 1 Nacht gelesen. Die kurzen Kapitel, erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, halten die Spannung von Anfang an sehr hoch. Am Schluss bleiben jedoch noch einige Fragen offen. Ich hätte mir z. B. noch etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht, warum die Protagonisten überhaupt auf diesen (Ab-)Weg ihres Lebens geraten sind.

Wie schon eingangs beschrieben – ich hatte schon lange keinen so guten Thriller mehr in der Hand. Der Thriller „Die Mädchenwiese“ steht schon seit einiger Zeit in meinem Regal … aber dort wird er nicht mehr lange ungelesen stehen bleiben. 

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228 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

liebe, tod, roman, sinn des lebens, charlotte lucas

Dein perfektes Jahr

Charlotte Lucas
Fester Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 09.09.2016
ISBN 9783431039610
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hannah Marx ist eine grenzenlose Optimistin. In allem und jedem kann sie immer noch etwas positives finden und zur Zeit schwebt sie gerade auf Wolke 7, da sie sich einen großen Traum verwirklichen konnte. Ihre Arbeit als angestellte Erzieherin hat sie nicht mehr wirklich ausgefüllt, weswegen Hannah und ihre beste Freundin Lisa die „Rappelkiste“ eröffnet haben. Ein Kinderhort mit außergewöhnlicher Betreuung, gerne auch rund-um-die-Uhr und an den Wochenenden. Ihr Freund, Simon Klamm, ist zwar zur Zeit gerade arbeitslos, aber auch in ihrer Beziehung läuft es richtig gut und zum rundherum glücklich sein fehlt Hannah nur noch der Heiratsantrag.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Statt eines Heiratsantrages eröffnet Simon ihr, dass er unheilbar krank ist und sich deswegen von ihr trennen wird. Hannah wäre jedoch nicht Hannah, wenn sie das so einfach hinnehmen würde. Sie geht in ein Geschäft, kauft dort einen wunderschönen blauen Leder-Filofax (Kalender) und trägt darin für jeden Tag des nächstens Jahres etwas sein; mal einen Termin, den sie sorgfältig im Voraus geplant hat, mal nur einen besonders schönen oder passenden „Spruch des Tages“. Dieser Kalender soll Simon dazu animieren jeden Tag - vom Rest seines Lebens - bewusst zu erleben. Sie nennt es „Dein perfektes Jahr“. Simon hat aber anderes geplant und so hängt er die Tasche mit dem Filofax an ein Fahrrad, dessen Besitzer gerade auf seiner morgendlichen Jogging-Runde ist.

Das Rad, an das Simon die Tasche mit dem Filofax hängt, gehört Jonathan N. Grief. Zu diesem Zeitpunkt weiß dieser noch nicht, dass sich ab jetzt sein ganzes Leben ändern wird.

Die Geschichte in „Dein perfektes Jahr“ wird in 2 Handlungssträngen erzählt.

Zum einen gibt es da Hannah, deren unerschütterlicher Optimismus bei ihren Freunden nicht immer auf Gegenliebe stößt. Lisa und Simon teilen ihre Einstellung „Alles im Leben ist für etwas gut“ nicht immer und zu jeder Zeit. Ansonsten ist Hannah aber eine sehr sympathische junge Frau, die für ihre Ziele kämpft. In ihrem Leben läuft gerade alles richtig schön rund – bis ihr Freund ihr erzählt, dass er unheilbar krank ist.

Zum anderen gibt es da Jonathan N. Grief, Inhaber des Verlages „Griefson & Books“ unter dessen Dach nur ausgewählte Fachliteratur verlegt wird. Genre wie Belletristik oder gar Krimi tragen dazu bei, dass sich bei Jonathan die Fußnägel hochrollen. Überhaupt ist Jonathan ein sehr spezieller Mensch (freundlich ausgedrückt). Er ist überaus pedantisch und lebt fest in seinen eingefahrenen Strukturen. Ein falsch gesetztes Komma in einem Artikel der Morgenzeitung, zieht eine auf den Fehler hinweisende E-Mail an die Redaktion der Zeitung nach sich. Jonathan ist kein Mensch, in dessen Nähe man sich gerne und lange aufhält. Bis er den Kalender in die Hände bekommt.

Die Handlungsstränge liegen am Anfang des Buches 2 Monate auseinander – die Erzählung von Jonathan beginnt am 01. Januar und die von Hannah 2 Monate zuvor, am 29. Oktober. Nach und nach nähern sie sich einander an und zum Schluss befinden sich beide Protagonisten auf der gleichen zeitlichen Handlungsebene. Was für mich am Anfang des Buches total undenkbar und auch irgendwie unrealistisch war, findet dann tatsächlich statt.

Charlotte Lucas (übrigens ein Pseudonym der Autorin Wiebke Lorenz) beschreibt in diesem Buch nichts neues, es wird ganz sicher nicht das Rad neu erfunden, aber sie hat die Geschichte von Hannah, Simon und Jonathan sehr schön verpackt. Alle Charaktere sind realistisch angelegt und die knapp 576 Seiten waren – in meinen Augen – keine Seite zu viel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen und außerhalb einer Leserunde hätte ich wahrscheinlich nicht nach immer wieder 150 Seiten aufgehört, sondern das Buch in einem fertig gelesen. Am Ende war ich recht glücklich mit dem Umstand, dass bis zum Finale etwas mehr als 1 Jahr ins Land gegangen ist. Alles andere hätte die Geschichte in meinen Augen unrealistisch wirken lassen. Für die Zielgruppe - ab 16 Jahren - ist dieses Buch meiner Meinung nach rundherum passend.

Ein sehr schönes Buch, das dem Leser unterschwellig mal wieder den Spiegel vorgehalten hat, dass man sein Leben genießen sollte – und nicht täglich in seinen eingefahrenen Bahnen laufen sollte.

Ich habe das Buch in einer Leserunde schon vor dem offiziellen Veröffentlichtungstermin lesen dürfen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. 

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677 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 175 Rezensionen

erotik, calendar girl, audrey carlan, liebe, sex

Calendar Girl - Verführt

Audrey Carlan , Friederike Ails , Graziella Stern , Christiane Sipeer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783548288840
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Wie der Leser aus dem Klappentext weiß, braucht Mia Saunders Geld – viel Geld – um die Spielschulden ihres Vaters zu begleichen. 1 Million Dollar verdient man nicht mit Schauspielerei, also muss ein Job her, bei dem man richtig schnell richtig viel Geld verdienen kann. Glücklicherweise ist Mias Tante Inhaberin eines Escort-Services und da bietet es sich doch an, dass Mia zukünftig als Escort-Girl arbeitet.

Der Kunde, der Mia buchen möchte, kann das für genau 1 Monat tun und muss dafür 100.000 Dollar auf den Tisch legen. Sex ist in diesem Vertrag nicht eingeschlossen – dafür muss der Kunde bei Bedarf noch einmal 20 % zahlen.

„Calendar Girl – verführt“ ist der 1. Teil einer 4teiligen Reihe in der jedes Buch die Geschichte von 3 Monaten enthält. Im Januar wird Mia von einem Autor gebucht, im Februar von einem Maler und im März von einem Herrn, der Mias Hilfe braucht um seine Familie von etwas zu überzeugen.

Wahrscheinlich habe ich von diesem Buch etwas total anderes erwartet. Ich bin davon ausgegangen, dass Mia ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen sexuellen Bedürfnissen ist, das einfach nur eine Möglichkeit sucht schnell Geld zu verdienen und sich deswegen der Sex mit ihren Kunden immer erst quasi aus der Situation heraus ergeben würde. Bei Mia dauert es aber nur gefühlte 10 Minuten bis sie mit ihren Kunden im Bett landet. Natürlich sehen auch alle ihre Kunden „zum niederknien“ gut aus, sind körperlich prächtig in Form und haben auf ihrem Sixpack natürlich kein Gramm Fett zu viel.

Als Wes (Mr. Januar) zu ihr sagte „Süße, wir müssen ein paar Grundregeln festlegen“ musste ich sofort an eine andere Story denken und wünschte mir, dass es kein Abklatsch dieses Buches werden würde. Mia hat jedoch keine „Innere Göttin“ die zu ihr spricht sondern Mia hat „innere Muskeln die seinen Schaft umklammern“, was bei mir wiederum ein Augenrollen entstehen ließ.

Obwohl es nicht vorgesehen ist, verliebt Mia sich in Wes – den sie leider nach Ablauf des Monats verlassen muss um sich zu ihrem nächsten Arbeitgeber - Mr. Februar - zu begeben.

Mit Alec, einem französischen Maler, dem Mia als Muse dienen soll, rollt sie sich nur kurze Zeit nach der 1. Begegnung schon auf dem Sofa ….. irgendwie haben sie schon die Zungen ineinander verschlungen, bevor sie sich auch nur „Guten Tag“ gesagt haben.

Mit ihm hat sie natürlich ebenfalls den besten Sex ihres (jungen) Lebens und während dieser 4 Wochen mit Alec trägt sie fast an keinem Tag Textilien – sie soll ja auch schließlich als Muse inspirieren.

Dann reist sie weiter zu Mr. März – und dort wartet eine Überraschung auf sie. Auf den Leser leider nicht, denn Mia trifft gerade auf ihren Kunden Anthony, der nur mit einem Handtuch um die Hüften bekleidet aus der Dusche tritt und ...

Mein Erotikradar schlug sofort aus, und ich musste meine Atmung verlangsamen, damit ich angesichts dieser männlichen Perfektion nicht in Ohnmacht fiel.

Pech gehabt – hier gibt es leider keinen Sex mit dem Auftraggeber, deswegen gibt es dann aber Telefonsex mit Wes und einen Barkeeper, der Mia schon mit seiner bloßen Anwesenheit und einem Handschlag zur Begrüßung bis kurz vor den Orgasmus treibt. In diesem Abschnitt hat es mich dann auch noch total abgeturnt, dass jemand tatsächlich zu seinem Partner „Papi“ sagt.

Irgendwie kann ich die vielen positiven Stimmen zu diesem Buch nicht nachvollziehen – ich werde mir den 2. Band und seine Nachfolger ersparen.

Ein guter Erotikroman kann etwas sehr anregendes sein.
Leider hat es dieses Buch nicht geschafft mich anzusprechen. 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

thriller, irland, kinder, www.die-rezensentin.de, phädophil

Hillmoor Cross

Shannon Crowley
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.05.2016
ISBN 9783958130418
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich möchte meiner Rezension vorausschicken, dass es in dem Thriller „Hillmoor Cross“ um Gewalt gegen Kinder geht. Wer das nicht lesen/ertragen kann, der sollte bitte die Finger von diesem Buch lassen!

Wie aus dem rückseitigen Buchtext hervorgeht, entführt der attraktive Jake aus Hillmoor Cross einen kleinen Jungen. Er fängt ihn auf dem Weg zum Kindergarten ab, betäubt ihn und bringt ihn zu sich nach Hause – im Glauben, dass er dort ungestört seine Triebe ausleben kann. Nachdem er sich ausgetobt hat, möchte er den Jungen einfach wieder zurück in den Wald fahren und irgendwo in der Nähe seines Zuhause absetzen, so dass dieser nur nach Hause gehen muss …. als ob er nur mal kurz zum Spielen weg gewesen wäre.

Leider geht Jakes Plan nicht auf, denn gerade während er sich mit dem Jungen (dessen Namen der Leser am Anfang nicht erfährt) beschäftigt, taucht eine Person auf, mit deren Rückkehr Jake erst in einigen Tagen gerechnet hatte. Das ist der Super-Gau schlechthin und Jake muss sich schnellstens etwas einfallen lassen, um diese Person „mundtot“ zu machen. Was danach passiert, ist eine Aneinanderreihung von Zufällen und man könnte als Leser denken, dass Jake aufgrund dieser Verkettungen überhaupt nicht in den Fokus der Polizei-Ermittlungen rücken wird. Aber das ist nur ein Trugschluss, die Schlinge um Jakes Hals zieht sich langsam aber sicher zu.

Ich kann nicht mehr so genau sagen, ab welchem Zeitpunkt ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Leser wird direkt zu Anfang des Buches in das Geschehen hineingeworfen und aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine höchst verabscheuungswürdige Tat handelt, wünscht man Jake schon gleich die grausamsten Dinge an den Hals. Für wenige Seiten beruhigt sich die Handlung dann, da Jake (wie auch auf der Rückseite des Buches schon erwähnt) 2 Tage lang bewusstlos ist. Dann tritt die Krankenschwester Lacey Stone auf den Plan und die Geschichte nimmt wieder rasant Fahrt auf.

Die Hauptprotagonisten Jake und Lacey werden so gut beschrieben, dass man sich ein realistisches Bild von ihnen machen kann. Jake, ein gutaussehender junger Mann, der dem Aussehen nach wahrscheinlich eine Art „Schwiegermuttertraum“ ist. Er studiert und geht einem geregelten Leben nach. So einem hüschen Kerl traut man doch keine pädophilen Neugungen zu .. !? Im Gegensatz dazu Lacey, die vom Leben enttäuscht ist. Aufgrund ihres Vorlebens hat sie ein Helfersyndrom entwickelt, dass seinesgleichen sucht. Sie kann einem echt leid tun, aber irgendwann hab ich mir gedacht „Alter, wie geht die denn ab?“. Auf Seite 125 hatte ich eine Vorahnung, dass Lacey nicht mehr lange zu leben hat. Ob ich damit richtig lag und welches Indiz Jake letztendlich der Polizei ans Messer lieferte, verrate ich Euch natürlich nicht.

Das Buch wurde gerade in einer Blog-Tour vorgestellt und wer Interesse an den einzelnen Beiträgen hat, der darf gerne diesem Link folgen um zu meinem Beitrag über Pädophilie zu gelangen. Die Autorin Shannon Crowley hat aber in „Hillmoor Cross“ nicht nur das Thema Pädophilie aufgegriffen sondern es geht auch um Stalking und über das Verhalten der Mutter des kleinen Jungen möchte man sich einfach nur die Haare raufen.

Für mich war „Hillmoor Cross“ seit langem mal wieder ein Thriller, der mich gepackt und nicht mehr losgelassen hat, bis ich am letzten Wort des Buches angekommen war. 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

normandie, frankreich, familie, paul signac, origamischmetterlinge

Wiedersehen in Barfleur

Claire Bonamy
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287638
Genre: Romane

Rezension:

15 Jahre ist es zwischenzeitlich her, seit Charlottes Vater morgens mit dem Segelboot auf den Atlantik hinausgefahren und nicht mehr zurückgekommen ist. Genau so lange ist es auch her, dass Charlotte zum letzten Mal im malerischen Ort Barfleur in der Normandie gewesen ist. Zu viele Erinnerungen verbinden sie mit diesem Ort – sie hat jedoch nie wirklich daran geglaubt, dass ihr Vater nicht mehr lebt.

Charlotte arbeitet als Museumskuratorin und wohnt mit ihrem Freund Gregor in Köln. Eines abends bekommt sie einen Anruf von ihrer Großcousine Sophie, die zur Zeit Urlaub in Barfleur macht. Sophie ist sich sicher, dass sie in einem Café in Barfleur Charlottes verschollenen Vater gesehen hat. Es gibt noch andere Hinweise, die sie in ihrer Meinung bestärken und so bittet sie Charlotte, zu ihr in die Normandie zu kommen.

Erste Recherchen vor Ort ergeben, dass niemand diesen Mann kennt oder gar gesehen hat. Hat Sophie sich geirrt? Die Fotos, die sie mit ihrem Handy gemacht hat, beweisen jedoch das Gegenteil.

Handelt es sich tatsächlich um Charlottes Vater oder sind sie einer Täuschung aufgelegen? Bei ihren Nachforschungen deckt Charlotte nicht nur Geheimnisse ihres Vaters auf sondern sie stößt auch auf die Geschichte ihres Großvaters Johann und einer Französin namens Mathilde, deren Liebe in Zeiten der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen keine wirkliche Chance hatte.

„Wiedersehen in Barfleur“ – ich muss gestehen, dass ich dieses Buch fast nur aufgrund seines Titels gewählt habe. Als ich jung war, habe ich (gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester) viele Sommerurlaube in Valognes, ca. 25 km von Barfleur entfernt, verbracht. Ich kenne Barfleur, Honfleur und all die Orte wie Saint Vast la Haague, Le Have, den Leuchtturm von Gatteville, die in diesem Buch als Handlungsschauplätze gewählt wurden, ebenso wie den Küstenstreifen, an dem am 6. Juni 1944 die Alliierten gelandet sind. Es ist zwar schon lange her, aber aufgrund der bildhaften Beschreibungen durch die beiden Autorinnen, konnte ich mir vieles wieder vorstellen.

Hinter dem Pseudonym „Claire Bonamy“ verbergen sich die Autorinnen Eva Philippon und Andrea Russo, die dieses Buch gemeinsam geschrieben haben. Meiner Meinung nach haben sie diese Aufgabe wirklich hervorragend gemeistert, denn es war zu keinem Zeitpunkt für mich als Leser erkennbar, welche Autorin welchen Part geschrieben hat bzw. dass überhaupt ein Wechsel stattgefunden hat.

Das Buch ist in 2 Handlungsstränge aufgeteilt. Der Teil in der Gegenwart folgt Charlotte und ihren Recherchen bezüglich des Mannes, den Sophie angeblich in Barfleur gesehen haben möchte, und der ihrem Vater so sehr ähnlich sieht. Über diese Recherchen hinweg stößt sie auch auf die Vergangenheit ihres Großvaters Johann und seiner französischen Geliebten Mathilde.

Vor 15 Jahren war Charlotte mit dem Franzosen Matthieu liiert. Ihre Beziehung zerbrach an der Tatsache, dass Charlotte nicht mit dem Verschwinden ihres Vaters klar gekommen ist. Zufällig macht Matthieu gerade ein paar Tage Urlaub bei seinen Eltern in Barfleur und die beiden treffen aufeinander …...

Der 2. Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Mathilde. Sie beginnt, als Mathilde 10 Jahre alt ist und endet in Paris im Jahr 1949. Mathilde lernt Johann im Sommer 1940 kennen, als die Deutschen während des 2. Weltkrieges Frankreich besetzt hielten. Ihre Liebe entstand also zu einer Zeit, in der man den französischen Frauen „horizontale Kollaboration“ mit den deutschen Soldaten vorgeworfen hat und dieses Vergehen sowohl für Mathilde als auch für Johann Konsequenzen hatte.

Alle Charaktere wurden von den Autorinnen liebevoll und authentisch erstellt. In historischen Romanen finde ich meistens die Vergangenheit interessanter als die Gegenwart, denn hier und heute lebe ich selbst. Ich finde es faszinierend, wie man früher gelebt hat – und wie komfortabel wir dagegen heute z. B. unsere Wasche waschen.

Eine große Rolle kommt einem Bild des Malers Paul Signac zu, der für einige Jahre in Barfleur gewohnt hat. Charlotte findet dieses Bild in der Zeichenmappe ihres Vaters.

Ein bekanntes Bild von Paul Signac trägt den Namen „Der Hafen von Barfleur“ das er im Jahre 1931 gemalt hat. Ich hatte zwar schon von Paul Signac gehört/gelesen. Dass er einige Jahre in Barfleur lebte, erfuhr ich jedoch erst durch diesen Roman.

Nach Aussage der Autorinnen besteht die Möglichkeit, dass es einen 2. Band geben könnte. Bisher gibt es jedoch keinerlei konkrete Angaben dazu. Ich würde mich freuen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach Barfleur reisen zu können. Sollte dieses Buch jedoch als Einzelband stehen bleiben, ist die Geschichte auf jeden Fall in sich abgeschlossen. Am Ende bleibt nur eine einzige Frage offen, die aber nicht unbedingt einer Antwort bedarf. 

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103 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

wales, liebe, seenotrettung, vergangenheit, pferde

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen

Ella Simon
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442483839
Genre: Liebesromane

Rezension:

Alis Rivers, 28 Jahre alt, teil ihr Leben auf 2 Berufe auf. Um ihr tägliches Brot zu verdienen, arbeitet sie in der Buchhandlung ihrer Tante. Ihre wirkliche Berufung findet Alis jedoch in der Arbeit für die Seenotrettung in Tenby. Obwohl sie in diesem Job oft ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen muss, um andere Menschen aus einer Notlage zu retten, ist das ihr Lebensinhalt.

Seit 10 Jahren ist Alis mit Matthew liiert. Auch Matthew arbeitet im Rettungsdienst, allerdings liegt sein Tätigkeitsbereich in der Rettung aus der Luft, weswegen ihr Wohnort/Stützpunkt an unterschiedlichen Positionen liegt und sie seit Jahren eine Fernbeziehung führen.

Als ein Schaf von einer Klippe stürzt und der Tierarzt Evander Davies, ohne nachzudenken, hinterher springt, muss das Team der Seenotrettung ausrücken, um ihn und das Schaf zu retten. Am Absturzort angekommen realisiert Alis, dass es sich genau um die Klippe handelt, an der vor einigen Jahren ein schreckliches Unglück passiert ist, in dem sie eine nicht unerhebliche Rolle spielte.

Es ist an der Zeit, dass Alis sich ihrer Vergangenheit stellt.

Mit „Ein Gefühl wir warmer Sommerregen“ hat die Autorin Ella Simon sich in ein neues Genre gewagt, denn unter ihrem Klarnamen Sabrina Qunai veröffentlichte sie bisher historische Romane. Ihr Debüt im Bereich „Frauenromane“ ist ihr – meiner Meinung nach – wirklich hervorragend gelungen.

Es sind nicht immer nur die Männer, die im Beruf oder im Privatleben den Ton angeben. Mit Protagonistin Alis hat die Autorin einen Charakter geschaffen, der stark genug ist die nervenaufreibende und gefährliche Rettungsarbeit zu bewältigen und trotzdem noch ausreichend „schwach“ ist, um weiblich zu bleiben. Im Falle eines Einsatzes handelt Alis jederzeit ruhig, überlegt und unerschrocken. Im Privatleben zeigt sich jedoch, dass auch sie hinter ihrer rauen Schale einen überaus verletzlichen Kern versteckt.

Genau so stark scheint Evans Schwester Sienna zu sein, die in ihrer Partnerschaft und in ihrem Beruf den Weg vorgibt – aber auch bei ihr handelt es sich um eine überaus sensible Frau, die mit ihrer Vergangenheit noch nicht so richtig abgeschlossen hat.

Zuletzt sollte noch Joan, die Mutter von Alis, Erwähnung finden. Sie und Alis haben seit Jahren ein gestörtes Verhältnis, was mit dem schrecklichen Unfall an der Klippe zusammenhängt. Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Die männlichen Charaktere spielen hier nicht die Hauptrolle, aber natürlich geht es in einem Roman, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt, nicht ohne männlichen Part. Da wäre der Tierarzt Evan Davies, dem Alis aufgrund seiner Tätigkeit auf der Pferderanch recht oft begegnet, dann Stallmeister Rhys, der Alis aus unerfindlichen Gründen nicht mag und Matthew, der Lebensgefährte von Alis, der nicht unbedingt den sympathischsten Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Alles in allem sind alle Charaktere glaubwürdig und realistisch erschaffen worden und es macht Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Sie handeln menschlich und nicht immer logisch nachvollziehbar, aber macht das nicht das Leben aus? Wenn alles berechenbar wäre, wäre das Leben doch langweilig. Und die unlogischsten Handlungen bringen manchmal die besten Dinge in unser Leben.

Nach Aussage der Autorin wird es einen 2. Teil geben, worauf ich mich jetzt schon sehr freue. „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ ist eines meiner Highlightbücher in 2016.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

selbstvorwürfe, schöne geschichte, 4 sterne, tolles ende, verlust

Dem Leben so nah: Roman

Teresa Wagenbach
E-Buch Text: 267 Seiten
Erschienen bei Forever, 17.06.2016
ISBN 9783958180963
Genre: Sonstiges

Rezension:

Leben oder sterben?

Seit fast genau einem Jahr versucht Annabel mit dem Schmerz zu leben, dass sie ihre ganze Familie bei einem Autounfall verloren hat. Ihr kleiner Bruder Leon und ihre Eltern mussten sterben, während sie den schrecklichen Unfall überlebt hat. Seit dieser Zeit lebt Annabel alleine in einer heruntergekommenen Wohnung, ohne Familie, ohne Freunde. Als sie glaubt, den Schmerz nicht mehr ertragen zu können, stürzt sie sich von einer Klippe 30 m tief ins Meer. Ihr Selbstmordversuch misslingt jedoch und sie erwacht, nach tagelangem Koma, in einem Krankenhaus.

Als sie erwacht, sitzt an ihrem Bett ein Unbekannter: Lukas. Selbst kein unbeschriebenes Blatt, muss Lukas in diesem Krankenhaus seine Sozialstunden ableisten. Seit Wochen sitzt er täglich viele Stunden an Annabels Bett und als diese endlich aufwacht und entlassen werden darf, ist es für ihn selbstverständlich, dass Annabel erst einmal zu ihm nach Hause kommt, damit sie sich dort gänzlich erholen kann.

In Lukas Zuhause angekommen badet Annabel sich zuerst einmal eine ganze Weile in Selbstmitleid. Sie möchte nur ein paar Tage bleiben, sich ausruhen und dann den 2. Selbstmordversuch wagen, und sie ist davon überzeugt, dass ihr dieser auch ganz sicher gelingen wird.

Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nicht, dass auch Lukas sein Päckchen zu tragen hat und dieses Päckchen nicht minder schwer ist, als ihr eigenes. Nach und nach legt Annabel ihren Tunnelblick ab, sieht die Probleme der Menschen um sich herum und gemeinsam mit Lukas findet sie den Weg zurück in ein Leben, das ihr lebenswert erscheint.

Ich denke, dass wir uns ähnlicher sind, als uns lieb ist. Wir sind beide verlorene Seelen, die an einem Ort wandeln, der nicht für sie bestimmt zu sein scheint. (Position 1218)

Die Handlungen von Lukas und Annabel waren für mich nicht immer nachvollziehbar und ich musste ganz oft überlegen, wie alt die Beiden eigentlich sind, je nach Aktivität schienen sie mir zwischen 15 und 40 zu sein. Ich weiß gar nicht, ob im Buch überhaupt erwähnt wird, wie alt sie tatsächlich sind.

Bei den Nebenprotagonisten spielt Lukas Schwester Karen eine große Rolle und ihre Figur ist sehr liebenswert angelegt. Sie spielt aber auch eine größere Rolle die anderen Nebenprotagonisten, weswegen diese Figuren dann auch eher im Hintergrund agieren. Auch Lukas Mutter ist eher unscheinbar und für mich nicht zu greifen, obwohl sie einen wirklich tragende Rolle spielt.

Leider konnte mich die Geschichte, die in diesem Buch erzählt werden sollte, nicht wirklich überzeugen. Obwohl immer wieder Dinge passieren, die den Leser durchaus mitnehmen könnten, fehlten mir persönlich die Emotionen.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

brasilien, caspari, liebe, auswanderer, auswanderung

Der Tanz des Kolibris

Sofia Caspari , Reinhard Borner
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.05.2016
ISBN 9783404173464
Genre: Romane

Rezension:

Kreuznach 1844
Lange kann sich Anne, die als Magd auf dem Hof des Großbauern Reichard arbeitet, nicht mehr vor den Nachstellungen ihres Arbeitgebers retten. Sie konnte ihm bisher immer irgendwie aus dem Weg gehen, bis er sie eines Abends abgefangen und in einer abgelegenen Jagdhütte eingeschlossen hat. Es gelingt Anne zu fliehen, aber sie weiß, dass sie Reichard früher oder später zum Opfer fallen wird.

Der Zufall will es, dass Anne auf einem ihrer Botengänge nach Kreuznach hört, wie ein Agent nach auswanderwilligen Deutschen sucht, die in Brasilien ein neues Leben beginnen möchten.

Bei einer ihrer „gestohlenen Stunden“ erzählt Anne ihrem Freund Thomas, der als Knecht auf Reichards Hof arbeitet, von Brasilien und beide sehen darin ihre Chance. Ein neues Leben in einem aufregenden Land …... aber die Überfahrt ist teuer, und es kann nur einer von ihnen reisen. Anne nimmt als erste den langen Weg nach Brasilien auf sich und Thomas wird folgen, sobald er das Geld für seine Überfahrt gespart hat.

Die Autorin Sofia Caspari nimmt den Leser in „Der Tanz des Kolibri“ mit auf die Reise, von Kreuznach im Hunsrück (heute Bad Kreuznach) bis nach Brasilien, wo die Einwanderungswelle durch deutsche Siedler im 19. und 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt hatte. Viele Deutsche hatten damals den Wunsch, den wirtschaftlichen und politischen Problemen in ihrer Heimat zu entfliehen. Das Versprechen, dass die Einwanderer nach ihrer Ankunft von der brasilianischen Regierung Land geschenkt bekommen, war für viele Menschen der letzte Anstoß sich auf die weite und gefährliche Reise zu machen. Sie alle sehnten sich nach einem besseren Leben.

Zur gleichen Zeit wie Anne, macht sich auch Wilhelm Berlau aus Kreuznach auf den Weg nach Brasilien. Nach dem Tod seiner Mutter, möchte er dort nach einem Verwandten suchen.

Anne hat Glück, denn sie bekommt eine Anstellung als Hausmädchen bei Familie Hellman, die in Botafogo, einem vornehmen Stadtteil von Rio de Janeiro, wohnt. Severin Hellmann ist schon vor vielen Jahren aus Deutschland nach Brasilien ausgewandert. Er ist verheiratet und hat 2 erwachsene Töchter und einen Sohn.

Im Hause Hellmann treffen Anne, Wilhelm Berlau und Familie Hellmann aufeinander und das Handeln des Einen hat Auswirkungen auf das Leben der Anderen, unweigerlich.

Der Leser bekommt die Geschichte aus der Sicht einer dritten Person geschildert und immer abwechselnd von Anne/Thomas, Wilhelm Berlau und Familie Hellmann. In kurzen Einschüben mit der Überschrift „25 Jahre zuvor“ erfährt man etwas aus der Vergangenheit von Lydia Berlau, Wilhelm Berlaus Mutter. Sie hat ihrem Sohn ein Tagebuch hinterlassen.

Die Charaktere sind, wie auch schon in den anderen historischen Romanen, die ich von Sofia Caspari kenne, sehr schön angelegt. Alle Personen sind glaubhaft und handeln realistisch und machen im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch.

Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen. Ganz sicher ist es auch dem einen oder anderen Auswanderer so gegangen, wie im Buch beschrieben. Das Leben war hart zur damaligen Zeit – ob in Deutschland oder anderswo. Es wurde einem nichts geschenkt.

Der Showdown der Geschichte hätte für mich persönlich viel mehr Drama haben können. Die Entwicklung hat mich wirklich neugierig werden lassen auf das, was dann passiert. Aber die Auflösung ist dann irgendwie gar nicht so dramatisch wie sie hätte sein können, sondern, für meine Begriffe, eher flach auslaufend.

Ein schönes Buch, das mir einige schöne Lesestunden bereitet hat. Am Ende fehlte mir jedoch das gewisse Etwas.

PS: Wikipedia sagt übrigens, dass 10 % der Brasilianer deutsche Vorfahren haben. 

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münchen, krimi, mord, obdachlose, andreas föhr

Eisenberg

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2016
ISBN 9783426653968
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Münchener Stadtbezirk Sendling wurde am Isarabschnitt „Am Flaucher“ eine tote Studentin aufgefunden. Johanna Mend, so heißt die Tote, wurde erstochen. Das ist nicht unbedingt eine außergewöhnliche Todesart. Außergewöhnlich ist es jedoch, auf welche Art und Weise die Leiche verstümmelt wurde. Als dringend tatverdächtig wurde ein Obdachloser festgenommen.

Als die Rechtsanwältin Rachel Eisenberg morgens ihr Haus verlässt um zur Arbeit zu fahren, wird sie von einer obdachlosen Frau angesprochen. Diese bittet Rachel darum, ihren obdachlosen Kumpel in einer Mordsache zu vertreten.

Als Rachel Eisenberg sich zum 1. Mal mit ihrem neuen Mandanten trifft, erwartet sie eine Überraschung. Bei dem tatverdächtigen Obdachlosen handelt es sich um Heiko Gerlach ehemals Heiko Opitz, einem Physikprofessor, mit dem Rachel selbst vor einigen Jahren liiert war.

Bei Akteneinsicht fällt Rachel auf, dass die Ermittlungen im Flaucher-Fall etwas schlampig geführt wurden und man die Verurteilung einzig und alleine auf die am Tatort gefundene DNA stützt, die jedoch eindeutig von Gerlach stammt.

Wird Rachel Eisenberg es schaffen, Heiko Gerlachs Unschuld zu beweisen?

„Eisenberg“ ist der 1. Kriminalfall der Münchener Strafverteidigerin Rachel Eisenberg. Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Sascha, führt sie eine gut gehende Anwaltskanzlei. Privates und berufliches zu trennen ist nicht immer ganz einfach, aber die Beiden haben einen guten Weg gefunden, ihre Kanzlei trotzdem erfolgreich zu führen. Über ihre privaten Probleme wird der Leser natürlich in Kenntnis gesetzt, sie sind aber meiner Meinung nach sehr geschickt in die Geschichte eingewoben.

Rachel Eisenberg ist ein sympathischer Charakter. Anfangs erscheint sie etwas herablassend und sehr auf ihren gesellschaftlichen Status bedacht, der Eindruck verschwindet jedoch schnell zu Gunsten einer wirklich hellwachen und aufmerksamen Anwältin. Dass es sich bei dem vermeintlichen Täter um ihren Ex handelt, macht die Sache nicht wirklich einfach für sie, aber sie möchte Heiko Gerlach helfen seine Unschuld zu beweisen.

Dass sich Rachel die eine oder andere Information auf nicht so ganz legale Weise beschafft, sollte man natürlich nicht gut heißen, aber in diesem Fall hat ihre Vorgehensweise letztlich zur Aufklärung des Falles geführt, weswegen man nicht allzu scharf über die Anwältin richten sollte. Ihr Auftritt vor Gericht war für mich eines der Highlights des Buches. Sie hat der Vertretung der Anklage ihre schlampigen Ermittlungen regelrecht um die Ohren gehauen und die Richterin, die sonst eher für einen schnellen Prozess bekannt ist, für den Fall interessieren können.

Aufgrund privater Probleme ist der Angeklagte Heiko Gerlach in die Obdachlosigkeit gerutscht. Er schafft es, nicht nur Rachel von seiner Unschuld zu überzeugen, aber er ist irgendwie ein merkwürdiger Typ. Im Laufe der Geschichte weiß man als Leser oft nicht mehr, ob Gerlach nun die Wahrheit sagt oder nicht.

Sascha, der Ex-Mann von Rachel, spielt natürlich in ihrem privaten Leben noch eine Rolle, denn sie haben eine gemeinsame Tochter: Sarah. Diese ist gerade in einem schwierigen Alter, versucht sich in ihrer Religion gerade neu zu orientieren und Rachel wird durchaus auch schon mal zur Schulleiterin zitiert. Der ganz normale Familien-Wahnsinn also.

Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen und man merkt, dass Andreas Föhr Ahnung von der Materie hat, denn er hat Rechtswissenschaften studiert und als Jurist gearbeitet.

Am Ende des Kriminalromans blieb nur eine einzige Frage offen, deren Antwort der Leser hoffentlich 2018 im nächsten Buch mit Rachel Eisenberg findet. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Rachel und bis dahin schaue ich mir gerne einmal das Ermittlerteam „Wallner und Kreuthner“ an, das im ebenfalls im Bayerischen Raum ermittelt. 

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