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156 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

los angeles, liebe, hollywood, sommernachtsfunkeln, beatrix gurian

Sommernachtsfunkeln

Beatrix Gurian
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.04.2017
ISBN 9783401603223
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kati trägt nach einem schlimmen Unfall eine Narbe im Gesicht davon. Diese Narbe ist groß und auffallend und deswegen leidet Kati unter schwindendem Selbstwertgefühl und Depressionen. Sie bricht alle Brücken hinter sich ab und flüchtet nach L.A. um dort 1 Jahr als Au-Pair-Mädchen zu arbeiten. Als sie eines Tages von ihrer Au-Pair-“Mutter“ ins Lived geschickt wird, um ein wenig die Cocktailrezepte auszuspionieren, trifft sie auf Jeff, den Inhaber der Bar. Jeff scheint ihre Narbe gar nicht zu bemerken oder er ignoriert sie geschickt und er umgarnt Kati regelrecht mit seinem Charme, was ihr einen Selbstbewusstseins-Schub gibt. Sie hat überhaupt nichts dagegen, von Jeff eingewickelt zu werden. Dann setzt sie die rosarote Brille auf und packt die Naivität aus.

Jeff und seine Schwester Lucy, die beiden Inhaber des Lived, haben eine florierende Bar mit internationalem Publikum aufgezogen und der Geheimtip ihrer Bar sind Smoothies, die genau passend und mit geheimen Zutaten zum jeweiligen Charakter des Trinkenden hergestellt werden.

Jeff, Lucy und deren Freund Ezra, lassen von Anfang an den Eindruck bei mir entstehen, dass mit ihnen etwas nicht so recht stimmt. Dann wiederum zweifele ich an meiner Phantasie, denn eigentlich sind sie doch ganz normale Menschen.

Und dann ist da noch Luke. Seit Jahren sind Kati und er befreundet, aber erst in letzter Zeit wird Kati bewusst, dass sie mehr für ihn empfindet als nur Freundschaft. Als Luke zum ersten Mal aus seiner Perspektive in der Geschichte erwähnt wird, dachte ich mir „okeeeeey, was ist das denn für einer?“, aber je öfter die Perspektive von Kati zu Luke wechselt, desto mehr mag ich ihn und das bleibt auch bis zum Schluss so. Luke ist der Einzige, der wirklich den Überblick behält.

Die Autorin versteht es geschickt, den Leser immer wieder dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen „Ist das jetzt real oder nicht?“. Damit hält sie die Spannung gekonnt von Anfang an aufrecht.

Am Schluss fügt sich alles ineinander. Für mich persönlich ist der Schluss ein klein wenig zu harmonisch, da hätte gerne etwas nicht so rund laufen dürfen – aber letztendlich werden alle Fragen beantwortet.

Bisher kannte ich von der Autorin nur die historischen Romane, die sie unter ihrem Namen Beatrix Mannel veröffentlicht hat. Aus der Sparte ihrer Jugendbücher liegt hier schon seit einer kleinen Ewigkeit „Stigmata“ auf meinem SuB, aber das wird jetzt hoffentlich nicht mehr lange so bleiben, denn ihr neuestes Buch „Sommernachtsfunkeln“ zu lesen, war nicht meine schlechteste Idee.

Das Buch richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 – 15 Jahren und - auch wenn ich der Zielgruppe längst entwachsen bin - es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.

Der Schreibstil von Beatrix Gurian ist angenehm, flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind allesamt realistisch und greifbar beschrieben und re-/agieren weitestgehend dem Alter nach, in dem sie sich befinden.

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

antarktis, resozialisierung, jugendliche straftäter, straffällige jugendlich, jugendbuch

White Zone - Letzte Chance

Katja Brandis
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 06.03.2017
ISBN 9783407821942
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 6 Jugendlichen Benny, Dattel, Seven, Kaya, Fee und Crash werden die nächsten 3 Monate auf der ausgemusterten Forschungsstation Neumeyer III in der Antarktis verbringen. Sie machen jedoch keineswegs Urlaub dort, sondern sie sind mit 2 Betreuern der Agentur „Social Adventures Network“ an den Südpol geflogen worden, um dort die letzte Chance auf Resozialisierung zu erhalten, denn sie alle haben eine mehr oder weniger dicke Strafakte.

Die Kids und ihre Betreuer scheinen auf der riesigen Forschungsstation jedoch nicht alleine zu sein, denn es passieren merkwürdige Dinge und es scheint als ob jemand ganz und gar nicht einverstanden damit ist, sein „Zuhause“ teilen zu müssen. Nicht zu wissen ob es diesen „Einsiedler“ tatsächlich gibt, oder ob sich vielleicht jemand aus der Gruppe üble Scherze mit den Anderen erlaubt, zerrt an den Nerven aller.

Bei einem ihrer Ausflüge in die unwirtliche Umgebung der Forschungsstation, die sie über das Schelfeis führt, werden die Jugendlichen Zeuge einer Walfang-Aktion und sie alle sind schockiert über das Gesehene, so dass sie gemeinsam ein Zeichen gegen den Walfang setzen wollen.

Erreichen sie mit dieser Aktion ihre endgültige Resozialisierung oder sind sie weiter davon entfernt als jemals zuvor?

Katja Brandis führt den Leser in ihrem Buch „White Zone – letzte Chance“ ins Jahr 2030. Die Menschen sind durch Datenbrillen, Communicatoren und Hirnschnittstellen (BrainConnect) mehr denn je mit dem Internet verbunden, sie leben quasi online. So wundert es nicht, dass Betreuer Martin die Kids in der Antarktis in erster Linie mit Internet-Abstinenz straft - jeder hat am Tag nur eine Stunde freien Internetzugang. So wirklich unvorstellbar finde ich diesen Gedanken gar nicht, wenn man sieht, wie viel Zeit wir heute schon online verbringen und wie wichtig Soziale Netzwerke geworden sind. Nur die Hirn-Schnittstelle mag ich mir noch nicht so recht vorstellen ….

Die Geschichte wird überwiegend aus der Sicht von Crash erzählt, die mir von Anfang an sehr sympathisch ist. Der Leser lernt die Jugendlichen erst nach und nach kennen und manche Dinge bleiben bis kurz vor Schluss verborgen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam – sie haben (meist mehrfach) richtig großen Mist gebaut und man gibt ihnen nur noch eine einzige Chance um sich anzupassen und ins richtige Leben zurück zu finden. Kinder, die wahrscheinlich zu Hause keinerlei Nestwärme erfahren haben und die mit ihren haarsträubenden und gefährlichen Aktionen nichts anderes tun als einen Hilfeschrei abzusetzen, der von den Eltern mit Kinderheim und Pflegefamilien beantwortet wird.

Diese straffällig gewordenen Jugendlichen sind mit 2 Betreuern in die Antarktis verfrachtet worden, wobei man Sara nicht wirklich als Betreuerin bezeichnen kann. Sie ist für die Verpflegung der Kids zuständig und ansonsten hält sie sich eher von der Gruppe fern. Die ganze Last liegt auf Martin, der jedoch durch einen Unfall außer Gefecht gesetzt wird und so müssen sich die 6 mehr oder weniger zusammenraufen, um in der unwirtlichen Umgebung zu überleben. Es macht Spaß zu sehen, wie sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, wo anfangs nur ein Gegeneinander zu finden war.

Auch auf Neumeyer III sind die Kids nicht die Vorzeige-Jugendlichen und die eine oder andere durchgeführte Aktion ließ mich heftig mit dem Kopf schütteln. Was mir aber total imponiert hat ist die Vehemenz, mit der sie ihr gestecktes Ziel verfolgen und nicht mehr aus den Augen lassen – egal, welche Konsequenzen das für sie selbst letztendlich haben wird.

„Die Tragödie des Lebens liegt nicht im Nichterreichen seines Ziels...
Die Tragödie des Lebens liegt darin, keine Ziele zu haben, die man erreichen kann“
(Benjamin Mays)

An den Büchern von Katja Brandis gefällt mir jedes Mal aufs Neue:

*ihre hervorragende Recherchearbeit, denn alles, was über über die Forschung und die Zustände in der Antarktis von ihr in diesem Buch beschrieben wird, basiert auf Tatsachen

*die Verknüpfung einer fiktiven Geschichte mit aktuellen Aspekten unserer Umwelt, wie hier die Walfang-Aktion, die die Kids zum Handeln verleitet.

Wieder einmal konnte ich feststellen, dass es Jugendbücher gibt, die mich fesseln und begeistern können. „White Zone“ ist nunmehr das 4. Buch von Katja Brandis und ich hoffe, dass es zukünftig noch mehr jugendlichen Lesestoff von ihr geben wird. 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

krieg, aleppo, syrien, flüchtlinge, flüchtling

Es war einmal Aleppo

Jennifer Benkau
E-Buch Text: 377 Seiten
Erschienen bei null, 25.10.2016
ISBN B01M71ZC5U
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach einem idyllischen Familienurlaub in Dänemark, ganz ohne Technik (ohne Handy, Tablet, Laptop und ohne TV), kehren die 16jährige Antonia (Toni) und ihre Familie nach Hause zurück. Der Schock könnte größer nicht sein, denn der alte Tennisclub, der sich genau gegenüber ihres Hauses befindet, wurde zu einer Flüchtlingsunterkunft umgewandelt. Antonias Familie ist sich einig – das Flüchtlingsheim muss weg. Natürlich muss man diesen armen Menschen helfen, aber doch bitte nicht hier, nicht vor der eigenen Haustüre. Antonias Vater versucht, mit Hilfe einer Unterschriftenliste, Druck auf seinen besten Freund, den Bürgermeister von Hilgesbach, auszuüben, diese Flüchtlingsunterkunft an einen anderen Ort zu verlegen. Genau wie ihr Vater, ihr Bruder Alex und ihre Mutter, setzt auch Antonia ihre Unterschrift auf diese Liste. Als sie kurz darauf ihre Freundin Felicitas in die Unterkunft begleitet und dort den 18jährigen Syrer Shirvan kennenlernt, beginnt ihr Weltbild zu bröckeln …...

Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen die Menschen.
Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge.
(Ernst Ferstl)

Bei „Es war einmal Aleppo“ aus der Feder von Jennifer Benkau, handelt es sich um ein Jugendbuch mit der Altersempfehlung ab 12 Jahren. Wie in vielen anderen Rezensionen erwähnt, würde auch ich das Buch als ein „All-Age-Buch“ einstufen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, das ist der Zielgruppe geschuldet, der Inhalt ist jedoch alles andere als einfach.

Die Namen der Protagonisten und der Handlungsort in dieser Geschichte sind fiktiv – alles andere entspricht der bitteren Realität von knapp 800.000 Menschen, die im letzten Jahr in Deutschland Zuflucht vor Krieg, Terror und Zerstörung ihres Heimatlandes gesucht haben.

Für mich stehen Toni und ihre Familie stellvertretend für die Bevölkerung Deutschlands. Während ein Teil der Bevölkerung – Toni – die Angst vor dem Unbekannten nur kurz aufflackern lässt um diese dann in Neugierde und Tatkraft umzuwandeln, versucht ein anderer Teil – Tonis Vater - zu verhindern, dass ein Flüchtlingsheim in direkter Nachbarschaft gebaut/eröffnet wird. Ein dritter Teil wendet sich, wie Tonis Bruder Max, der rechten Szene zu und der Rest, so wie Tonis Mutter, verhält sich eher still und bedeckt und wenn dann doch mal etwas gesagt wird, dann handelt es sich in der Regel um leere Floskeln, die eher einem Nachplappern gleichkommen, als einer eigenen Meinung.

Shirvan steht für ein ganzes Volk von Syrern – aus der Heimat geflüchtet aus Angst vor dem Krieg, mittellos, traumatisiert und ohne Hoffnung in Deutschland angekommen, angewiesen auf die helfenden Hände der Deutschen.

Zu fliehen und Dankbarkeit zu empfinden, seinem Heimatland entkommen zu sein, heilt nicht von Heimweh. Diese Dankbarkeit macht das Leid vielleicht sogar besonders bitter. (Shirvan)

Am Anfang der Geschichte hat Toni Angst vor Shirvan, weil sie vor 3 Jahren von jungen Männern mit Migrationshintergrund belästigt wurde. Eigentlich hat sie Angst vor allen Männern in der Flüchtlingsunterkunft, weil diese anders aussehen, eine andere Sprache sprechen und man hört doch so viel davon, dass sie sich Frauen gegenüber respektlos benehmen. Shirvan ist 18 Jahre alt, spricht 3 Sprachen fließend und arbeitet als Dolmetscher im Camp und so kann er sich mit Toni auf Englisch unterhalten. Da Toni Tag für Tag in der Unterkunft erscheint um dort zu helfen, lernen die Beiden sich näher kennen. Shirvan erzählt Toni von seiner Heimat, zeigt ihr Fotos auf dem Smartphone - die einzige Möglichkeit Bilder seiner Familie und seiner Heimat bei sich zu tragen – er erläutert ihr die politische Lage in Syrien und dass dieser unmenschliche Krieg durch ein Graffiti ausgelöst wurde, das von einem Kind an eine Wand geschrieben wurde.

Ich hatte mir syrische Städte ganz anders vorgestellt.
„Das ist Aleppo?“, frage ich.
„Nein“. Er steckt das Handy wieder ein und senkt den Blick.
„Es war einmal Aleppo“

Während drinnen im Flüchtlingsheim ganz langsam zwischen Toni und Shirvan mehr entsteht als nur Freundschaft, demonstrieren draußen, vor den Toren der Unterkunft, die „besorgten deutschen Bürger“. Letztendlich kommt es, wie es kommen muss; Tonis Eltern erfahren, dass ihre Tochter sich „mit einem von denen herumtreibt“ und nur die direkte Konfrontation zwischen den Eltern, Bruder Max und Shirvan kann jetzt noch helfen die Situation zu entschärfen. Frei nach Oscar Wilde, der sagte, dass ihn nur Essen beruhigt, wenn er völlig erregt ist, kocht Shirvan ein typisch syrisches Essen und stellt sich den Fragen von Tonis Eltern.

Vom ersten Moment an, als Jennifer Benkau dieses Buch auf Facebook angekündigt hatte, wusste ich, dass ich es lesen muss. Ich habe es schon vor einigen Wochen gelesen, es fiel mir jedoch schwer, eine Rezension dazu zu schreiben.

Das, was Shirvan erzählt, über die Flucht, die Zustände in Syrien, insbesondere Aleppo und Damaskus, war für mich kein Neuland. Ich kenne solche Schicksale zwischenzeitlich auch – nicht aus dem Fernseher oder aus den sozialen Medien, sondern aus erster Hand. Von jungen Menschen, die vor Krieg und Tod geflüchtet sind um hier in Deutschland in Sicherheit zu leben.

Ich befürchte, dass dieses Buch nur von den Menschen gelesen wird, die Flüchtlingen generell schon Empathien entgegenbringen. All diejenigen, die dieses Buch eigentlich lesen sollten, werden einen großen Bogen drumherum machen. Ich wünsche mir, dass viele Eltern ihren Kindern dieses Buch schenken oder es sogar gemeinsam mit ihnen lesen um sie für das Schicksal dieser Menschen zu sensibilisieren. Natürlich gibt es auch unter Flüchtlingen Idioten, aber die Mehrzahl dieser Menschen möchte nur eines: Frieden

Danke Jenny, dass Du dieses Buch geschrieben hast.
Die Geschichte von Shirvan steht stellvertretend für hunderttausende Einzelschicksale.
Seit Januar 2016 leben syrische (Flüchtlinge) Freunde in meinem Haus – eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe.

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372 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

anna pfeffer, jugendbuch, tod, liebe, freundschaft

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570171554
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor wenigen Wochen musste Emi mit ihrem Vater und ihrem Bruder von Heidelberg nach Hamburg ziehen. Die 15jährige kommt mit dieser Veränderung gar nicht gut klar, musste sie doch, neben ihrem alten Leben, auch noch ihre beste Freundin Charlie in Heidelberg zurücklassen.

Genervt von allem und jedem, am meisten jedoch von ihrem Bruder Oliver, der scheinbar mit der neuen Situation hervorragend klar kommt, gibt Emi sich ihrem Hobby hin, den Menschen in ihrer Umgebung eine Todesart zu verpassen. Bei ihrem Bruder könnte sie es sich z. B. gut vorstellen, dass er bei einer Vollbremsung des Busses mit voller Wucht gegen den Vordersitz knallen und sich dabei das Genick brechen würde.

Als sie es eines morgens in der Schule dicke hatte, neben dem permanent nach Nikotin riechenden und Kaugummi kauenden Alex zu sitzen, setzt Emi sich auf einen anderen Platz. Es scheint jedoch so, als ob Eric - als einziger der Klasse - Anrecht auf genau diesen Sitzplatz hat, denn er beharrt darauf, dass Emi seinen Platz frei gibt. Leider hat er nicht mit Emis Sturheit gerechnet, sie bietet ihm die Stirn und weicht keinen Millimeter.

Im Chemieunterricht müssen dann ausgerechnet Emi und Erik ein Team für ein Experiment bilden, aus dessen Verlauf sich die Tatsache ergibt, dass die Schule anschließend einige Stücke des Mobiliars erneuern muss. Daraus wiederum ergibt sich, dass die Schulleitung die Beiden zu einem gemeinsamen Strafdienst verdonnert, bei dem sie an 8 Samstagen Graffitischmierereien an Hauswänden entfernen müssen.

Weder Emi noch Erik haben Lust darauf mit dem jeweils anderen den Samstag zu verbringen, und so kommt Emi auf die Idee, Erik vor eine Challenge zu stellen. Lehnt er es ab die Challenge zu machen, bricht er ab oder verliert er sie sogar, dann muss er Emis Strafdienst mit übernehmen. Erik kneift natürlich nicht und die Challenge für Emi folgt auf dem Fuße......und so reiht sich Challenge an Challenge. Langsam lernen sie sich näher kennen und stellen fest, dass sie gar nicht so verschieden sind.

Normalerweise erwähne ich Buchcover in meinen Rezensionen nicht, weil ich meine Lektüre in erster Linie nach dem Cover und dem Klappentext auswähle. Dieses Cover hat es jedoch verdient, gesondert erwähnt zu werden. Als ich das Buch ausgepackt habe, entschlüpfte mir ein „Wow“. Das Kreuz am oberen Rand, der Titel und der Totenkopf am unteren Rand sind leicht erhaben und der schwarze Hintergrund mit den angedeuteten kahlen Bäumen, den hilfesuchenden Händen, den Herzchen, Blümchen und Schlüsseln runden das tolle Bild ab. Hinzu kommt, dass die Seiten des Buches, genau wie eine Todesanzeige, mit einem schwarzen Rand umrahmt sind. Man kann sich also in etwa schon vorstellen, was einen im Buch erwartet.

Emi verbreitet eine düstere Stimmung. Das ist aber nichts außergewöhnliches für eine 15jährige Protagonistin, die sich mit Thanatologie beschäftigt und kuriose Todesarten und Todesanzeigen in einem schwarzen Buch sammelt. Jedem Menschen, der ihr auf die Nerven geht – und das sind viele – verpasst sie in Gedanken eine Todesart und sie macht da auch vor ihrer Familie nicht halt.

Für mich als Leser ist irgendwie klar, dass Emi gar nicht so negativ ist, wie sie vorzugeben scheint. Raue Schale, harter Kern, das trifft hier sehr genau auf Emi zu. Sie trägt diesen düsteren Panzer wie einen Schutzschild vor sich her, um nicht verletzt zu werden.

Auch Erik ist nicht das, was er zu sein scheint. Die Mädchen seiner Klasse vergöttern ihn und er ist der unangefochtene „Leitwolf“, der es jedoch niemandem erlaubt, hinter seine Fassade zu schauen.

Die ersten beiden Challenges fand ich persönlich nicht so gelungen, die 2. fand ich sogar ziemlich eklig. Aber nach und nach wurden die Challenges besser, witziger und die Geschichte bekommt ihre ganz eigene Dynamik. Neben Emi und Erik spielen noch Emis Vater und seine neue Lebensgefährtin Mara, Bruder Oliver, Freundin Toni und Feindin Luisa sowie Eriks Schwester Isabella eine große Rolle.

Natürlich ist das Ende vorhersehbar, aber bis die Beiden an diesem Punkt ankommen, wird Emi noch ein Geheimnisverrat angelastet und Erik muss sich in einem labyrinthartigen Keller beweisen.

Es handelt sich bei „Für Dich soll's tausend Tode regnen“ um ein Jugendbuch mit einer Altersempfehlung ab 12 Jahren. Für das Autorinnen-Duo Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die sich hinter dem Pseudonym „Anna Pfeffer“ verbergen, ist es ein Debüt auf dem Gebiet der Jugendromane. 

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395 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 182 Rezensionen

organspende, liebe, transplantation, lily oliver, depression

Die Tage, die ich dir verspreche

Lily Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426516768
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was geht in einem Menschen vor, der durch eine Herztransplantation ein neues, ein zweites Leben geschenkt bekommt? Ist es tatsächlich immer so, dass man vor lauter Glück und Überschwang schier auseinanderplatzen könnte? Oder gibt es auch Menschen, die nicht mit der Tatsache klar kommen, dass für ihr Weiterleben ein anderer sein Leben hat lassen müssen?

Gwen ist 19 Jahre alt und hat viel Zeit ihres Lebens im Krankenhaus verbracht. Nach einer erfolgreichen Herztransplantation und anschließender REHA-Maßnahme, wurde sie nun in ihr „neues Leben“ entlassen. Von allen Seiten hört sie die Aussage, dass sie Glück hatte, dass sie nun wieder neu durchstarten kann, dass sie all das tun kann, was sie tun möchte und, dass alles wieder gut werden wird.

Gwen sieht das – leider – anders. Sie leidet jede Nacht unter Albträumen. Sie quält sich mit der Tatsache, dass für ihr neues Leben ein anderer Mensch sterben musste. Weil niemand sie verstehen würde, frisst sie ihren Kummer in sich hinein, versinkt in Depressionen und eines Tages kann sie mit dieser Schuld nicht mehr umgehen – sie möchte dieses unliebsame Herz verschenken und sterben. Sie meldet sich in einem Forum für Herzpatienten an und eröffnet dort einen Thread, in welchem sie nach einem Empfänger für ihr Herz sucht. Noah, der Moderator dieses Forums, hat keine Ahnung, welche Lawine er mit seinem darauffolgenden Handeln in Gang setzt. Er löscht Gwens Thread - weil er denkt sie wäre ein Troll - und auf ihre Nachfrage warum er das getan hat, antwortet er:

„Weil ich das Herz für mich selbst will. Komm doch einfach her.“

Gwen setzt sich ins Auto und fährt nach München.......

„Die Tage, die ich dir verspreche“ beschäftigt sich mit einem Thema, mit dem sicherlich jeder von uns in seinem Leben schon einmal Berührung hatte. Organversagen, Organspende, Organtransplantation und die daraus resultierende Freude, wenn jemand den man liebt und der auf der Spenderliste steht, dann auch wirklich ein Organ bekommt und weiterleben darf. Lily Oliver beschreibt in ihrem Roman nun aber die andere Seite der Medaille – Gwen ist nicht himmelhochjauchzend sondern zu Tode betrübt. Sie kommt mit ihren Schuldgefühlen nicht klar, sie will dieses doofe Herz nicht (mehr) und sie möchte sterben, damit jemand anderer dieses Herz haben und damit glücklich werden kann.

Wirklich, Noah. Den Gedanken, das Herz könnte mit mir sterben, halte ich kaum aus. Jemand wollte, dass ein Menschenleben durch dieses Herz gerettet wird, und dem will ich nicht im Weg stehen, verstehst du? Es ist das Einzige, was mich davon abhält ….

Am Anfang des Buches macht Gwen es mir sehr schwer, sie zu mögen. Das hängt wahrscheinlich mit der Tatsache zusammen, dass ich es nicht verstehen kann, dass man sein Leben wegwerfen möchte. Natürlich kenne ich Menschen mit Depressionen, aber ich kann dieses Gefühl, diese Leere, die man dann empfindet, nicht nachvollziehen. Für mich ist Leben etwas wertvolles, etwas, was einem manchmal jede Kraft abverlangt. Das Leben kann wirklich manchmal ein riesengroßes Arschloch sein, aber trotzdem ist es nichts, was man einfach wegwirft, weil man keine Lust mehr darauf hat. Deswegen finde ich Gwen zu Anfang der Geschichte recht bockig und egoistisch, denn sie ist nur darauf fixiert, wie sie dieses Herz und somit auch ihr Leben loswerden kann. An manchen Stellen hätte ich sie gerne genommen und mal so richtig geschüttelt, aber sie braucht meine Einmischung nicht – sie findet Noah.

Noah ist Student und Sohn einer Herzchirurgin. Als Moderator eines Forums für herzkranke Menschen ist er quasi der Türsteher, derjenige der entscheidet, ob jemand Zugang zu diesem Forum bekommt oder nicht. Nachdem er Gwens Beitrag gelöscht und sie quasi aufgefordert hat zu ihm zu kommen um ihm das Herz zu geben, muss er sich nun auch um sie kümmern, als sie tatsächlich am nächsten Tag vor seiner Türe steht. Noah sieht sich nun einer Verantwortung gegenüber, die er eigentlich alleine gar nicht tragen kann: Gwen möchte ihm ihr Herz schenken, dazu müsste sie sich logischerweise umbringen.

Das Buch ist kapitelweise wechselnd aus der Sicht von Noah und Gwen in der Ich-Forum geschrieben und so erfährt man als Leser die Gedanken von beiden Protagonisten, ihre Ängste und was ihnen so durch den Kopf geht. In Noahs Gegenwart fängt Gwen langsam an sich, zu entspannen und je mehr sie ihren Tunnelblick verliert, desto lieber mag ich sie. Sie wächst mir langsam aber sicher ans Herz. Noah mochte ich von Anfang an und auch wenn es da eine Sache gibt, für die man ihm gerne einen kräftigen Tritt in den Hintern geben würde, ist er genau der Mensch, den Gwen braucht.

„Die Tage, die ich dir verspreche“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Nachdenken über das Thema Organspende und wie man selbst dazu steht, aber auch darüber, warum es einem so schwer fällt, nahestehenden und/oder geliebten Menschen zu sagen was man gerne möchte, was man gerade braucht oder eben nicht. Warum stehen wir uns so oft selbst im Weg, wenn es um unser eigenes Seelenheil geht?

„Die Tage, die ich dir verspreche“ ist ein Buch, das noch lange in mir nachklingen wird.

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379 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 101 Rezensionen

liebe, roman, hamburg, tod, kalender

Dein perfektes Jahr

Charlotte Lucas
Fester Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 09.09.2016
ISBN 9783431039610
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hannah Marx ist eine grenzenlose Optimistin. In allem und jedem kann sie immer noch etwas positives finden und zur Zeit schwebt sie gerade auf Wolke 7, da sie sich einen großen Traum verwirklichen konnte. Ihre Arbeit als angestellte Erzieherin hat sie nicht mehr wirklich ausgefüllt, weswegen Hannah und ihre beste Freundin Lisa die „Rappelkiste“ eröffnet haben. Ein Kinderhort mit außergewöhnlicher Betreuung, gerne auch rund-um-die-Uhr und an den Wochenenden. Ihr Freund, Simon Klamm, ist zwar zur Zeit gerade arbeitslos, aber auch in ihrer Beziehung läuft es richtig gut und zum rundherum glücklich sein fehlt Hannah nur noch der Heiratsantrag.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Statt eines Heiratsantrages eröffnet Simon ihr, dass er unheilbar krank ist und sich deswegen von ihr trennen wird. Hannah wäre jedoch nicht Hannah, wenn sie das so einfach hinnehmen würde. Sie geht in ein Geschäft, kauft dort einen wunderschönen blauen Leder-Filofax (Kalender) und trägt darin für jeden Tag des nächstens Jahres etwas sein; mal einen Termin, den sie sorgfältig im Voraus geplant hat, mal nur einen besonders schönen oder passenden „Spruch des Tages“. Dieser Kalender soll Simon dazu animieren jeden Tag - vom Rest seines Lebens - bewusst zu erleben. Sie nennt es „Dein perfektes Jahr“. Simon hat aber anderes geplant und so hängt er die Tasche mit dem Filofax an ein Fahrrad, dessen Besitzer gerade auf seiner morgendlichen Jogging-Runde ist.

Das Rad, an das Simon die Tasche mit dem Filofax hängt, gehört Jonathan N. Grief. Zu diesem Zeitpunkt weiß dieser noch nicht, dass sich ab jetzt sein ganzes Leben ändern wird.

Die Geschichte in „Dein perfektes Jahr“ wird in 2 Handlungssträngen erzählt.

Zum einen gibt es da Hannah, deren unerschütterlicher Optimismus bei ihren Freunden nicht immer auf Gegenliebe stößt. Lisa und Simon teilen ihre Einstellung „Alles im Leben ist für etwas gut“ nicht immer und zu jeder Zeit. Ansonsten ist Hannah aber eine sehr sympathische junge Frau, die für ihre Ziele kämpft. In ihrem Leben läuft gerade alles richtig schön rund – bis ihr Freund ihr erzählt, dass er unheilbar krank ist.

Zum anderen gibt es da Jonathan N. Grief, Inhaber des Verlages „Griefson & Books“ unter dessen Dach nur ausgewählte Fachliteratur verlegt wird. Genre wie Belletristik oder gar Krimi tragen dazu bei, dass sich bei Jonathan die Fußnägel hochrollen. Überhaupt ist Jonathan ein sehr spezieller Mensch (freundlich ausgedrückt). Er ist überaus pedantisch und lebt fest in seinen eingefahrenen Strukturen. Ein falsch gesetztes Komma in einem Artikel der Morgenzeitung, zieht eine auf den Fehler hinweisende E-Mail an die Redaktion der Zeitung nach sich. Jonathan ist kein Mensch, in dessen Nähe man sich gerne und lange aufhält. Bis er den Kalender in die Hände bekommt.

Die Handlungsstränge liegen am Anfang des Buches 2 Monate auseinander – die Erzählung von Jonathan beginnt am 01. Januar und die von Hannah 2 Monate zuvor, am 29. Oktober. Nach und nach nähern sie sich einander an und zum Schluss befinden sich beide Protagonisten auf der gleichen zeitlichen Handlungsebene. Was für mich am Anfang des Buches total undenkbar und auch irgendwie unrealistisch war, findet dann tatsächlich statt.

Charlotte Lucas (übrigens ein Pseudonym der Autorin Wiebke Lorenz) beschreibt in diesem Buch nichts neues, es wird ganz sicher nicht das Rad neu erfunden, aber sie hat die Geschichte von Hannah, Simon und Jonathan sehr schön verpackt. Alle Charaktere sind realistisch angelegt und die knapp 576 Seiten waren – in meinen Augen – keine Seite zu viel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen und außerhalb einer Leserunde hätte ich wahrscheinlich nicht nach immer wieder 150 Seiten aufgehört, sondern das Buch in einem fertig gelesen. Am Ende war ich recht glücklich mit dem Umstand, dass bis zum Finale etwas mehr als 1 Jahr ins Land gegangen ist. Alles andere hätte die Geschichte in meinen Augen unrealistisch wirken lassen. Für die Zielgruppe - ab 16 Jahren - ist dieses Buch meiner Meinung nach rundherum passend.

Ein sehr schönes Buch, das dem Leser unterschwellig mal wieder den Spiegel vorgehalten hat, dass man sein Leben genießen sollte – und nicht täglich in seinen eingefahrenen Bahnen laufen sollte.

Ich habe das Buch in einer Leserunde schon vor dem offiziellen Veröffentlichtungstermin lesen dürfen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. 

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147 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

liebe, kriminalität, traum, träume, wenn

Wenn wir fallen

Jennifer Benkau
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.04.2016
ISBN 9783570173206
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16jährige Liz glaubt, den Verstand zu verlieren. Sie träumt jede Nacht von einem Jungen mit flussgrünen Augen und schokobraunen Haaren und mit jeder weiteren Nacht, in der sie von ihm träumt, fühlt sie sich mehr und mehr zu ihm hingezogen.

Dieser Traum ist so real, dass Liz glaubt, verrückt zu werden. Und auch wenn sie ihrer besten Freundin Katta sonst wirklich alles aus ihrem Leben erzählt – diesen Traum behält Liz ganz für sich alleine.

Eines Abends, als Liz ist mit ihrer Tante Andrea gerade auf einer Tankstelle ist, wird diese von einer Bande überfallen. Auf einmal steht er vor ihr – ihr „Traummann“. Allerdings ist er das krasse Gegenteil von dem Jungen aus ihrem Traum, denn Louis hält eine Waffe in der Hand, mit der er Liz bedroht.


„Wenn wir fallen“ ist ein Jugendbuch, geschrieben von Jennifer Benkau. Das Buch hat eine Leseempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren. Die Protagonisten bewegen sich im Alter von 16 Jahren.

Liz lebt bei ihrer Tante Andrea und mit ihren 16 Jahren ist sie noch mitten im Selbstfindungsprozess, aber man kann schon sehen, dass sie ziemlich genau weiß, was sie möchte. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer starken und selbstbewussten jungen Persönlichkeit und es ist schön, ihr dabei „über die Schulter zu schauen“. An ihrer Entwicklung ist Louis – der Junge aus ihrem Traum – natürlich nicht ganz unschuldig.

Liz beste Freundin Katta ist wirklich eine „beste Freundin“. Katta gefällt mir sehr, denn solch echte Freundinnen sind selten und Liz kann sich glücklich schätzen, dass sie Katta an ihrer Seite hat. Ebenso wie ihre Tante Andrea, die ihr so viel Freiheit gibt, dass sie sich entwickeln kann und trotzdem nicht ihr Wohl aus den Augen verliert.

Louis ist Teil einer Bande, die Tankstellen überfällt. Es wäre jetzt einfach zu sagen, dass er selbst Schuld an seiner Situation ist und er alleine damit klarkommen soll. Tatsächlich hat er sich ganz alleine in diese Lage hinein manövriert, aber es nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Hintergründe für sein Tun und Handeln werden einem im Laufe der Geschichte klar und obwohl er kriminell ist, kann man als Leser durchaus Mitleid mit ihm haben, denn auch er ist gerade mal 16 Jahre alt und es gibt noch Hoffnung auf Einsicht und ein Leben ohne Kriminalität.

Louis braucht Liz und Liz braucht Louis – und neben ihrer zarten Liebe geht es in diesem Buch auch um Drogen- und Alkoholmissbrauch, Lüge und Wahrheit, Verrat und Freundschaft.

Der Schluss des Buches hat mich einerseits überrascht, andererseits ist es ein rundes Ende und bei näherer Betrachtung die einzig logische Variante.

Alle Charaktere handeln altersentsprechend und sind glaubhaft angelegt. Auch wenn man als älterer Leser den Jugendlichen gerne mal die Ohren lang ziehen möchte, handeln sie so, wie das Jugendliche in dem Alter nun mal tun. Das Buch hatte ausreichend Spannung um mich am Buch zu halten und ich hatte einige schöne Lesestunden – auch wenn ich dem Zielgruppenalter dieses Buches schon lange entwachsen bin. 

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253 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

island, elfen, fantasy, magie, nina blazon

Silfur - Die Nacht der silbernen Augen

Nina Blazon , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.03.2016
ISBN 9783570163665
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Jan Siebert muss für seine Firma beruflich nach Island. Da seine Frau Heike und die Söhne Fabio und Tom gerade Ferien haben, liegt es auf der Hand, dass sie die Sommerferien gemeinsam auf Island verbringen.

Mutter Heike möchte die Zeit nutzen, um sich mal wieder ausgiebig der Malerei zu widmen und hofft, dass sich Tom (10) und Fabio (13) mit Elin, der Tochter ihrer Vermieterin, anfreunden. Elin scheint von dieser Sache jedoch nicht sehr angetan zu sein und verhält sich den Jungs gegenüber ein wenig sonderbar. Fabio kann sich für Elin überhaupt nicht begeistern und als sie ihn dann auch noch „Dvergur“ (Zwerg) nennt, ist es mit seiner Sympathie für Elin ganz vorbei. Sein Bruder Tom jedoch ist von Elin begeistert. Endlich hat er jemanden, mit dem er auf Bäume klettern und toben kann.

Während Tom und Elin die Nachbarschaft unsicher machen, beschäftigt sich Fabio mit der isländischen Mythologie. Ist an den Geschichten die sich um Elfen ranken tatsächlich etwas dran oder handelt es sich ausnahmslos um Fabelwesen? Im Nachbarsjungen Hansen findet Fabio einen Bruder im Geiste. Er erzählt ihm von Elfen, Wechselbälgern und Wiedergängern. Aber das gibt es doch nicht wirklich, oder?

Als Fabio einen Jungen mit einem Wolfskopf sehen kann, den außer ihm scheinbar niemand sieht, verdichtet sich sein Verdacht. Er begibt sich auf „Elfenjagd“. Mit seinen Nachforschungen auf eigene Faust bringt er sich jedoch sehr schnell in Gefahr.

„Silfur“ ist das 2 Buch aus der Feder von Nina Blazon. welches ich lese. Es handelt sich bei „Silfur“ um ein Kinderbuch, bei dem die Altersempfehlung „Ab 10 Jahre“ lautet. Der Schreibstil ist entsprechend einfach gehalten und aus dem Dialog „sagte Mutti“ oder „sagte Vati“ geht hervor, dass es ein Buch für jüngere Kinder ist. Ich brauchte eine Weile, bis ich mich auf diese Tatsache eingestellt hatte, dann las sich das Buch jedoch wunderbar flüssig und einfach von der Hand.

Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, deren Überschriften z. B. „Kabumm!“, „Katzenschleichen“ oder „Aschköpfe“ heißen und jede Überschrift wiederum wird von einer liebevollen kleinen Ilustration begleitet.

Die Kinder könnten unterschiedlicher nicht sein. Fabio ist eher introvertiert und Tom ist der extrovertierte Typ. Da Fabio mit seinen 13 Jahren etwas zu klein geraten ist, wird er immer für den Zwilling von Tom gehalten, der 3 Jahre jünger ist – und so kämpft Fabio auch immer ein wenig mit seinem mangelnden Selbstbewusstsein. Tom denkt oft nicht nach, bevor er handelt und hat in Elin eine Seelenverwandte gefunden. Auch Elin ist spontan, impulsiv und vor allen Dingen frech.

Fabio, Tom und Elin müssen im Buch einige Abenteuer bestehen, die ihre neu entstandene Freundschaft auf die Probe stellen, aber auch die Geschwisterliebe wird einer harten Prüfung unterzogen.

Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass man hier ein Kinderbuch liest und das auch genießen kann, findet man eine wahrhaft magische Geschichte.

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Tags: elfen, island, zwerg   (3)
 

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

geist, umzug, familie, mystery, geister

Lily Frost

Nova Weetman , Friederike Levin
Fester Einband
Erschienen bei Beltz, J, 29.02.2016
ISBN 9783407746542
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 15jährige Lily wird von ihren Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt: Da der Vater schon eine ganze Weile arbeitslos ist, verkaufen sie ihr Haus und ziehen ins 170 km entfernte Gideon. Für Lily bedeutet das, ihre einzige und beste Freundin Ruby zurück zu lassen. Alle ihre Einwände und Argumente gegen einen Umzug finden jedoch bei ihren Eltern kein Gehör und so muss sich Lily in ihr Schicksal fügen.

Von Anfang an hat Lily das Gefühl, dass mit dem Haus in Gideon etwas nicht stimmt. In einem Fenster im oberen Stockwerk haben sich die Gardinen bewegt. Doch wie kann das sein, das Haus ist seit 7 Monaten unbewohnt? Fast zwanghaft fühlt Lily sich zu einem Zimmer auf dem Dachboden hingezogen. Obwohl ihr dieses Zimmer unheimlich ist und dort seltsame Dinge geschehen, macht Lily genau dieses Zimmer zu ihrem Jugendzimmer. Irgendwie scheint dieses Haus, dieses einzelne Zimmer, mit Lily zu kommunizieren. Immer mal wieder fällt der Strom einfach aus, die Luft wird kalt und auf dem Boden finden sich Wasserlachen. Manchmal hat Lily das Gefühl, jemand wolle sie festhalten – sie „klebt“ bewegungslos an der Wand und kann sich nicht aus eigener Kraft befreien. Und von jetzt auf gleich ist der Spuk auch schon wieder vorbei. All das passiert jedoch nur in diesem Zimmer und auch nur Lily, der Rest von Lilys Familie bleibt unbehelligt.

Dann findet Lily Buchstaben in den Dielenboden ihres Zimmers eingeritzt und als sie erkennt, dass es sich dabei um ihren Namen LILI FROST handelt, ist sie sicher, dass jemand zu ihr Kontakt aufnehmen möchte. Handelt es sich um Mathilda (Tilly), die früher in diesem Haus gewohnt hat und von jetzt auf gleich verschwunden ist?

Lily fängt an in der Vergangenheit zu wühlen und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Bei „Lily Frost: Fluch aus dem Jenseits“ handelt es sich um das Jugendbuch-Debüt der Autorin Nova Weetmann. Die Altersempfehlung liegt bei 14 – 17 Jahren.

Die Beschreibung verspricht einen „Mystery-Thriller mit Gänsehaut-Garantie!“
Die eine oder andere Szene fand ich schon ein wenig gruselig, aber für mich hätte es gerne noch etwas mehr sein dürfen. Leider bin ich altersmäßig von der Zielgruppe schon sehr weit entfernt, so dass ich nicht beurteilen kann, ob ein Jugendlicher sich hier mehr (oder gar weniger?) gegruselt hätte als ich.

Gideon scheint echt ein verschlafenes Nest zu sein. Jeder kennt jeden und in der Schule wird Lily gleich mit Julia und Danny konfrontiert. Julia ist wohl die Klassenzicke und Danny versucht sich mit Lily anzufreuden. Über Danny versucht Lily auch mehr über Tilly herauszufinden, stößt dort jedoch auf taube Ohren. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Dannys Verhalten und Tillys Verschwinden?

Da ihre Freundschaft zu Ruby aufgrund der Distanz etwas ausgebremst ist, hat Lily jede Menge Zeit herauszufinden was mit Tilly passiert ist. Das Ende der Geschichte war für mich vorhersehbar und so ganz zufrieden bin ich mit dem Schluss nicht gewesen. Mehr dazu zu schreiben würde in einem Spoiler enden, von daher lasse ich das mal so stehen.

Es gibt nicht sehr viele Charaktere in dieser Geschichte. Lily, die oftmals recht sperrig ist und es dem Leser schwer macht sie zu mögen, ihre Eltern bei denen der Vater auf jeden Fall die sympathischere Person ist, Bruder (Sport-Ass und sofort-Freunde-Finder) Max, die Freundin Ruby und Danny sowie Julia. Die Spannung im Buch ist direkt an die Vorkommnisse in Lilys Zimmer gekoppelt – passiert dort gerade nix, plätschert das Buch so leicht vor sich hin und oft kommt dann Zicke Julia zum Einsatz.

Bei diesem Buch fällt es mir schwer eine gerechte Bewertung zu vergeben. Ich bin von der Zielgruppe des Buches weit entfernt und fast sicher, dass ein Jugendlicher im empfohlenen Alter deutlich mehr mit dem Buch anfangen kann als ich. Die Geschichte ist schön, der Gruselfaktor auch in gewissem Maße vorhanden, so ganz überzeugen konnte mich das Buch jedoch leider nicht. 

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195 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

aneurysma, liebe, jugendbuch, krankheit, friedhof

All die schönen Dinge

Ruth Olshan , Cornelia Niere
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789103711
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man 16 Jahre alt ist, dann sollte man auf Partys gehen, sich mit Freunden treffen, jede Menge Spaß und vielleicht auch den ersten Sex haben, auf jeden Fall nicht seine kostbare (Lebens-)Zeit auf Friedhöfen verbringen, um nach dem perfekten Spruch für den eigenen Grabstein zu suchen.

Tammie tut jedoch genau das: Sie verbringt jeden Tag Zeit auf dem Friedhof, sichtet die Grabsteine nach darauf verewigten Sprüchen und wenn sie einen guten Spruch gefunden hat, fotografiert sie diesen und "belohnt" sich mit einem Pistazieneis. Den perfekten Spruch - für ihren eigenen Grabstein- hat sie jedoch noch nicht gefunden, weswegen ihre Suche täglich weiter geht.

Bei ihren Aufenthalten auf dem Friedhof lernt sie Fynn kennen, der auf dem Friedhof arbeitet.

Während sie, zusammen mit Fynns Hund "Okay", weiter nach dem perfekten Grabsteinspruch suchen, passiert das, was man Leben nennt: Tammie und Fynn verlieben sich ineinander.

Das Leben könnte so schön sein - wäre da nicht die tickende Zeitbombe in Tammies Kopf.

Mit "All die schönen Dinge" hat Ruth Olshan ein Jugendbuch geschrieben, das sich mit einem ernsten Thema auseinandersetzt.

Tammie und ihre Eltern wissen seit 6 Jahren, dass sich in Tammies Gehirn ein Aneurysma befindet, das jederzeit und ohne vorherige Ankündigung platzen kann. Tammies Eltern befinden sich deswegen seit Jahren in einer Art Schockstarre und behandeln ihre Tochter wie ein rohes Ei. Diese Ängste übertragen sie natürlich auf Tammie und deswegen lebt auch sie ihr Leben mit stark gedrosseltem Schub.

Nach Aussage des Arztes ist es jedoch egal was Tammie tut. Niemand kann vorhersagen, wann und warum "es" platzen wird und es gibt keinen Grund, sein Leben im Schongang zu leben.

Mit Fynn und "Okey" an ihrer Seite lernt sie, nicht permanent an den Tod zu denken (obwohl sie durchaus mit ihm konfrontiert wird) und sich den schönen Dingen des Lebens zu öffnen.

Die Charaktere Tammie und Fynn werden sehr realistisch und glaubhaft beschrieben. Ihre Ängste, ihre Gedanken und die Konfrontation mit dem "Ypsilon" in Tammies Kopf konnten von mir nachvollzogen werden. Auch "Okey" ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Mit den Eltern von Tammie kann ich mich leider über die ganze Geschichte hinweg nicht anfreunden. Nicht nur, dass sie ihre Tochter behüten wie ein rohes Ei, sondern sie sind permanent etwas am entrümpeln. Wahrscheinlich wollen sie im übertragenen Sinne ihr eigenes Leben entrümpeln aber irgendwie scheinen sie das nicht auf die Reihe zu bekommen.

"Auch meine Eltern wissen nicht immer, was zu tun ist. Ihre verwirrten Gedanken haben sie in großen Haufen in der Wohnung verteilt und sortieren sie jetzt neu. Das Schlechte kommt in den Müll, das Gute wieder zurück in den Schrank. Es ist eigentlich ganz einfach, und ich frage mich, warum wir nicht alle schon viel früher darauf gekommen sind. Bin gespannt, was übrig bleibt".

Etwas weniger Entrümpelung hätte mir persönlich besser gefallen. Für mich las es sich so, als ob Tammies Eltern in der ganzen Zeit nichts anderes getan hätten als Schlafzimmer, Keller und Küche zu durchforsten nach "gutem und schlechtem" und dabei ebenfalls vergessen, wie es sich anfühlt zu leben.

Alles in allem ist "All die schönen Dinge" ein ruhiges Buch, das sich mit einem Thema beschäftigt, dass wir alle - egal ob jung oder alt - gerne von uns schieben. Altersgerecht verpackt wird hier die Botschaft übermittelt, dass man sein Leben genießen soll .... wir haben schließlich nur das Eine. 

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Tags: aneurysma, grabsteinsprüche, tod   (3)
 

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leistungssport, körperoptimierung

Freestyler

Katja Brandis , Johannes Wiebel
Fester Einband: 438 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 01.02.2016
ISBN 9783407821010
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 17jährige Jola ist Sportlerin - genauer gesagt ist sie Sprinterin - und ihr größter Traum ist es, an der Olympiade im Jahr 2032 in Argentinien teilzunehmen. Sie trainiert sehr hart für ihren Traum, aber ihr Körper hat eine Schwachstelle: Ihre Achillessehne.

Wir befinden uns im Jahr 2030 und es gäbe die Möglichkeit, dass Jola ihre Beine optimieren ließe. Implantierte Muskeln/Sehen aus Carbonfaser und sie würde schneller laufen als jemals zuvor. In Jolas Augen ein absolutes NoGo. Entweder sie läuft mit ihren eigenen Körperteilen oder gar nicht.

Für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Osaka findet Jola einen Sponsor und sie fliegt voller Energie und Hoffnung nach Osaka. Die Ausscheidungsläufe für das Finale absolviert sie mit Bravour - doch den alles entscheidenden Sprint versaut ihr eine dick angeschwollene und extrem schmerzende Achillessehne. Platzt nun ihr Traum von der Olypmiade?

Die Sponsoring-Firma signalisiert Jola, dass sie gerne weiterhin ihr Sponsor sein möchten - wenn sie sich die Beine optimieren lässt.

Jolas Eltern würden einer Optimierung niemals zustimmen, aber in wenigen Tagen feiert sie ihren 18. Geburtstag und kann dann über ihren Körper selbst entscheiden. Wird Jola ihre Ansicht zum Thema "Körperoptimierung" ändern oder nicht?

Katja Brandis führt den Leser in ihrem Buch "Freestyler" ins Jahr 2030. Gar nicht mehr so weit entfernt von heute und ich glaube tatsächlich, dass viele Dinge, die in diesem Buch noch Fiktion sind, dann Wirklichkeit sein könnten.

Die Wettkämpfer werden in verschiedene Sparten eingeteilt. Zum einen gibt es die normalen Sportler, so wie Jola. Zum anderen gibt es die Sportler mit Modifikationen/Optimierungen. In dieser Sparte wird noch einmal unterschieden zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen, die sich nur im Sinne des Sportgedanken "schneller, höher, weiter" optimieren lassen.

Die "Sport-Optimierungen" sind z. B. Sehnen aus Carbon, die dem Sportler mehr Leistung, für das tägliche Leben aber nicht unbedingt einen Vorteil bringen. Was passiert eigentlich, wenn diese Modifizierungen irgendwann einem natürlichen Verschleiß unterliegen? Braucht man als Mensch dann ein Ersatzteillager?

Bei den Optimierungen für Behinderte handelt es sich beispielsweise um Beinprothesen, wie bei Ryan. Ryan hat bei einem Autounfall beide Beine verloren und seine Beinprothesen ermöglichen ihm ein (fast) normales Leben, im Gegensatz zu einem Leben im Rollstuhl, bei dem er vor jeder Treppenstufe kapitulieren muss. Da auch er Sprinter ist, hat er ein Paar "Alltags-Beine" und ein Paar "Sport-Beine", die härteren Anforderungen standhalten.

Im Buch wird in diesem Zusammenhang der Sprinter Oscar Pistorius erwähnt, der 2012 bei den Paralympic Games in London im Finale über eine Strecke von 200 Meter die Silbermedaille gewonnen hat. Oscar Pistorius fehlen beide Unterschenkel.

Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=A9Wlp1sTnoY

Als Ryan und Jola sich kennenlernen, sitzt Ryan im Rollstuhl. Im Laufe der Geschichte freundet er sich mit seinen Prothesen an und wird zu einem richtig guten (Sports-)Freund für Jola. Ryan ist mir sehr sympathisch. Von Anfang an war mir klar, dass die Beiden ein Paar werden müssen. Aber Jola ist nicht unbedingt meiner Meinung. Sie lässt sich lieber auf einen Typen ein, der sie nicht unbedingt liebt aber doch gut zu beeinflussen versteht.

Alle Charaktere, die in "Freestyler" beschrieben sind, konnten mich überzeugen. Sie sind durch die Bank weg lebensecht gezeichnet und die Beschreibungen des Trainings, der Wettkampfvorbereitungen oder -durchführungen lassen auf eine sehr ausführliche Recherche der Autorin schließen. Die Stimmung in einem Olympiastation und auch die Enttäuschung/Freude über Sieg oder Niederlage kann man als Leser wirklich sehr gut mitfühlen. Ebenso der Neid und die Missgunst, die unter verschiedenen Sportlern herrscht.

Erschreckend fand ich, dass Jolas Freundin mit ihrer Datenbrille alles, aber auch wirklich alles ins Internet streamt. Datenbrillen sind zwar heute noch horrend teuer, aber keine Fiktion mehr. Und vermutlich wird in einigen Jahren - wenn diese Brillen für Jedermann erschwinglich sind - das Internet mit jeder Menge Datenmüll gefüttert.

Operationen an den Augen oder am Herzens sind zwar heute schon möglich, aber Gott sei Dank noch nicht so, wie im Buch beschrieben. Man stelle sich vor ein künstliches Herz zu leasen und es nach Gebrauch wieder an den Hersteller zurückzugeben .......

Im Jahr 2030 bin ich 64 Jahre alt - ich werde mich sicherlich an dieses Buch erinnern.

Ich mag die Bücher von Katja Brandis sehr. Genau wie ihr Jugendbuch "Floaters", in dem sie sich mit unserem Plastikmüll in den Weltmeeren auseinandersetzt, beschäftigt sie sich auch in "Freestyler" mit aktuellen Themen und versucht den Leser zu sensibilisieren.

Wie weit ist man bereit zu gehen, um seine Träume zu verwirklichen?

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(202)

523 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

fantasy, liebe, magie, nina blazon, schwestern

Der Winter der schwarzen Rosen

Nina Blazon
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei cbt, 05.10.2015
ISBN 9783570163641
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Liljann und Tajann sind Schwestern. Ohne Mutter aufgewachsen, leben sie mit ihrem Vater in einer einsamen Hütte im Wald. Der Vater steht als Jäger im Dienste der Lady Jamala. Tajann träumt von einem Leben am Hofe der Lady, doch bevor sich ihre Träume verwirklichen können, muss Liljann ihren von Geburt an vorbestimmten Weg gehen.

Laut Gesetz müssen die Erstgeborenen ihre Familie verlassen damit die Zweitgeborenen frei sein können - wohin sie gehen müssen, das wird schon kurz nach der Geburt des Kindes entschieden. Erst nachdem Liljann, die Erstgeborene, das Haus verlassen hat, kann Tajann ihren Traum leben. Der Vater möchte Liljann jedoch nicht freigeben - Tajann wiederum möchte sich nicht länger einsperren lassen.


Nachdem ich Nina Blazon bei einer Lesung im Drachenwinkel Dillingen/Saar gehört hatte, habe ich mich zur Leserunde zu "Der Winter der schwarzen Rosen" angemeldet. Die beiden Bücher, die ich beim Leseabend gekauft habe, schlummern - leider - noch in meinem Regal, aber dieser Zustand wird sich in Kürze ändern.

Das Buch wird aus der Sicht der Schwestern Liljann und Tajann erzählt. Um es dem Leser zu vereinfachen, wechselt jeweils die Schriftart wenn die Erzählerin wechselt. Zudem erzählen die Schwestern aus unterschiedlichen Perspektiven.

Liljann und Tajann sind Zwillinge, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Sie lieben sich, aber es stehen oft auch negative Gefühle zwischen ihnen.

Liljann, die Ältere der Schwestern, ist ruhig, zurückhaltend und möchte am liebsten immer zu Hause bei Vater und Schwester bleiben. Das Schicksal hat es ihr jedoch vorherbestimmt, dass sie ihr Elternhaus in einem bestimmten Alter verlassen muss.

Tajann möchte so gerne am Hof der Lady Jamala leben, wie auch ihre Mutter das getan hat. Ihr Ehrgeiz, dieses Ziel zu erreichen, treibt sie fortwährend an. Da der Vater die ältere Schwester jedoch noch nicht freigeben möchte um sie ins Grauland zu schicken, ersinnt Tajann einen Plan, wie sie diesen Umstand ändern kann.

Bei "Der Winter der schwarzen Rosen" handelt es sich um einen Jugendfantasyroman, der aber sehr gut auch von erwachsenen Personen gelesen werden kann. In unserer Leserunde wurde deutlich, dass sich sowohl Personen als auch Ortschaften aus früheren Büchern der Autorin hier wiederfinden, aber ich konnte das Buch auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Die Charaktere sind sehr schön beschrieben, sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter und diese Entwicklung ist für den Leser sehr spannend zu beobachten. Sie tun nämlich nicht immer das, was man erwartet.

Auch die Nebenprotagonisten werden sehr gut charakterisiert und in der ein oder anderen Person kann man sich so richtig schön täuschen. Das alles macht die Geschichte vielfältig, interessant und spannend und der schöne Schreibstil von Nina Blazon rundet die Sache ab. 

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175 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

schmetterlinge, liebe, jugendbuch, mariposa, fantasy

Mariposa - Bis der Sommer kommt

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 30.03.2015
ISBN 9783570155363
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jake Keane, 17 Jahre alt, wohnhaft in L.A. wird zu einer Jugendstrafe verurteilt. Er muss über einen Zeitraum von 6 Monaten an einem Modellprojekt teilnehmen. Das Projekt findet jedoch nicht in L. A. statt sondern im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien.

In der Kleinstadt Mariposa trifft Jake auf Nessa. Sie ist so ganz anders als die Mädchen die Jake bisher kennengelernt hat. Eigentlich ist sie optisch überhaupt nicht sein Typ mit ihren roten Haaren und ihrem merkwürdigen Kleidungsstil – aber er bekommt sie einfach nicht aus seinem Kopf. Und dann beginnen sie sich zu treffen: Jeden Sonntag um die gleiche Zeit am gleichen Ort.

Zwischen Jake und Nessa entwickelt sich ganz langsam eine Beziehung die nicht sein darf, die keine Zukunft haben kann, die gefährlich ist.


Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.
(Ludwig Feuerbach)

„Mariposa - Bis der Sommer kommt“ ist definitiv auf meine „Freundesliste“ gewandert.

Wer meine Rezension von „Zeit der wilden Orchideen“ kennt, der weiß, dass ich mich in diesem Buch anfangs mit dem Schreibstil von Nicole C. Vosseler sehr schwer getan habe. Er war mir zu blumig und zu voluminös, was sich aber im Laufe des Buches deutlich gelegt hat. Am Ende angekommen hatte ich dann doch einige schöne Lesestunden hinter mir, was mich dazu bewogen hat ein weiteres Buch der Autorin zu lesen. Manchmal sollte man genau das tun – jemandem noch eine Chance geben.

In „Mariposa“ wurde ich schon auf den ersten Seiten positiv überrascht, denn genau hier gehört dieser Schreibstil hin. Er passt perfekt um all das zu beschreiben, was der Leser sich in seiner Phantasie vorstellen kann.

Jake wurde zu 6 Monaten Community Service verurteilt und als er in Mariposa eintrifft, versteckt er sich hinter einer Fassade. Er lehnt sich gegen alles und jedes auf, lässt niemanden an sich heran, gibt den großen Macker und nichts und niemand interessiert ihn. Er möchte seine 6 Monate absitzen und dem gottverlassenen Nest den Rücken kehren. All das ändert sich als er Nessa trifft.

Nessa und ihre Familie leben zurückgezogen in einer Gemeinde die mit den Einheimischen von Mariposa nichts zu tun haben möchte. Auffallend ist, dass alle Menschen dieser Gemeinde rote Haare haben. Wie kann das sein?

Nessa scheint nichts von dem zu kennen was für Jake selbstverständlich ist. Kaffee? Schokolade? Burger mit Pommes? Fehlanzeige. Durch Jake lernt sie jeden Sonntag etwas neues kennen. Aber wieso kennt sie das nicht, sie ist ein junges Mädchen.

Dem Leser drängt sich der Gedanke auf bei Nessas Volk könne sich um eine Sekte handeln wie z. B. die Amish People.

Alle Charaktere in diesem Buch sind überaus liebevoll ausgearbeitet.
Neben Nessa und Jake spielen einige andere Personen eine wichtige Rolle wie z. B. Nessas Mutter, Jakes Bewährungshelfer Josh, Travis, Hayden und alle sind realistisch dargestellt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Nessa und Jake erzählt. Durch diese Perspektivwechsel ist der Leser minimal besser informiert aber als Nessa ihr Geheimnis lüftet, hat mich das genau so umgehauen wie Jake. Ich muss gestehen, das war so schön, dass ich ein paar Tränchen vergossen habe.

Wer es gerne absolut realistisch haben möchte, der ist mit diesem Buch nicht gut beraten. Aber wer sich darauf einlassen kann, dass man im Leben nicht immer alles (be)greifen kann, der ist hier definitiv richtig.

„Mariposa - Bis der Sommer kommt“ – eines meiner Lese-Highlights für 2015. 

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214 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

wahrheit, freundschaft, jugendbuch, familie, kunst

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Susan Juby , Eva Müller-Hierteis
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.04.2015
ISBN 9783570159989
Genre: Jugendbuch

Rezension:

....wird auch meine Rezension enthalten.

Vorweg möchte ich den Hinweis stellen, dass es sich bei diesem Buch um ein Jugendbuch handelt, dessen Leseempfehlung „ab 12 Jahren“ lautet. Wenn ich in dem empfohlenen Alter wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht das Durchhaltevermögen besessen, dieses Buch tatsächlich bis zum Ende zu lesen. L

Grundsätzlich geht es darum die absolute Wahrheit zu finden. Das tun die Freunde Normandy, Dusk und Neil, indem sie wöchentlich einem anderen Mitglied ihrer Schule eine Frage stellen die man normalerweise, aus Höflichkeit und Respekt, niemals wirklich stellen würde. Sie nennen sich „Wahrheitskommission“.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Normandy Pale erzählt. Normandy ist weiblich, 16 Jahre alt und Schülerin einer kanadischen Kunst-Akademie. Die Erzählung erfolgt in Form eines Essay und Normandy richtet diese an ihre Lehrerin Ms. Fowler.

Essays können/dürfen/sollen mit Fußnoten versehen werden und davon macht Normandy ganze 144 Mal Gebrauch, was extrem nervend ist und den Lesefluss auf den Seiten mit Fußnoten jäh unterbricht. So enthält Seite 50 z. B. ganze 4 Zeilen Handlungs-Text und 22 Zeilen Fußnote. Ich glaube nach dieser Seite habe ich angefangen die Fußnoten zu ignorieren, zumal nicht wirklich wichtige Dinge – für die Geschichte als solche – in den Fußnoten zu finden sind. Normandy unterhält sich in den Fußnoten eher mit ihrer Lehrerin als notwendige Erklärungen zur Handlung im Text zu geben.

Generell neigt Normandy das ganze Buch über dazu zu schwafeln. Sie erzählt von Dingen, die eigentlich nicht interessieren und mich als Leser schon auf den ersten Seiten richtig genervt haben. Dieses Geschwafel in Verbindung mit den Fußnoten verlangt dem Leser wirklich einiges ab.

Nachdem die Wahrheitskommission eine Hand voll Leute nach der Wahrheit befragt hat, wendet sich das Blatt und es ist an Normandy, in ihrem eigenen Leben nach der Wahrheit zu suchen; und zwar in ihrer Familie.

Die ganze Familie wird von Schwester Keira manipuliert und alle tun so als ob es das normalste der Welt wäre. Ganz ehrlich, beim Lesen hätte ich ganz gerne mal auf den Tisch geschlagen. Normandys Eltern betreiben für eine Art Vogel-Strauß-Politik oder besser gesagt halten sie sich an die Aussage des buddhistischen Gottes Vadjra: Nix sehen, nix hören, nix sagen. Solche Eltern zu haben ist eine Strafe.

Schweister Keira ist eine nicht minder geringe Strafe - sie verarbeitet ihre Familienangehörigen in Form ihrer Graphic Novel und merkt nicht, wie beleidigend und abwertend sich das für ihre Eltern und ihre Schwester anfühlen muss. Und für ihre neuen Geschichten geht sie, sprichwörtlich, über Leichen.

Dusk, die 2. weibliche Person der Wahrheitskommission, erscheint sehr dominant. Eigentlich zieht sie die Fäden der Wahrheitskommission und wenn Normandy nicht spurt, kann sie auch schon mal ziemlich eindringlich werden. Normandy schreibt irgendwo, dass sie manchmal Angst vor Dusk hat. Dusk ist aber auch, wenn sie gebraucht wird, eine wirklich gute Freundin.

Neil, der einzig männliche Part, ist mir der sympathischste von allen. Abgesehen von seinem schrägen Kleidungsstil scheint er tatsächlich der normalste Teil der Wahrheitskommission zu sein.

Man hätte aus dem Thema so vieles machen können, die Umsetzung hat mich leider überhaupt nicht überzeugt. 

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197 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 133 Rezensionen

freundschaft, liebe, abenteuer, fantasy, raukland

Rauklands Sohn

Jordis Lank
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 07.03.2013
ISBN 9783943596045
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ronan, der Sohn des Königs von Raukland, hat eine entscheidende Strategie in der Schlacht gegen König Bellingor gewaltig verpatzt. Eigentlich sollte er seine Männer zum Ausgang der Tsorsa-Schlucht führen um das Heer des König Bellingor in einen Hinterhalt zu führen – aber Ronan war nicht da und somit fand auch kein Hinterhalt statt. In den eigenen Reihen gab es viele Tote. Anstatt die Männer des eigenen Heeres anzuführen liegt Ronan betrunken in seinem Zelt und schläft. Die Wut seines Vaters ist grenzenlos und nachdem Ronan seine Strafe erhalten hat, wird er auf die Insel Lannoch verbannt.

Ronan muss 1 Jahr in der Verbannung bleiben und wenn er am Ende dieses Jahres nicht König von Lannoch ist, verliert er seinen Anspruch auf den Thron von Raukland und somit sein Leben.

Lannoch kann man jedoch nicht durch einen Krieg erobern – Lannoch kann nur erobern wer sich den Aufgaben des aktuell herrschenden Königs stellt.

Mein Eindruck:

Der 1. Teil der Raukland-Trilogie von Jordis Lank hat mir echt Spass gemacht. Ein Fantasy-Buch das in einer Fantasy-Welt spielt, jedoch gänzlich ohne Drachen, Trolle, Magier und Elfen auskommt.

Als Ronan von seinem Vater für seine Verfehlung bestraft wurde, hat mir das fast körperlich weh getan. Aua ..... 17 Peitschenhiebe und dann bekommt er in den zerschundenen Rücken noch das Raukländische Brandzeichen eingebrannt. An dieser Strafe kann man schon erkennen, dass Azel auch nicht vor seinem Sohn Halt macht und der Gedanke Ronan könne am Ende dieses Jahres in Verbannung nicht Herrscher über Lannoch sein, lässt einen ahnen wie seine Strafe aussehen wird.

Ronan ist noch nicht sehr alt, er zählt keine 20 Jahre. Nun ist er auf dieser Insel – alleine - und die Bewohner von Lannoch brechen nicht in Jubelrufe aus in Anbetracht seiner Ankunft. So ist schon die 1. Aufgabe von König Merin eine große Herausforderung. „Finde einen Freund“ - die fallen einem aber nicht gerade vom Himmel direkt vor die Füße.

Schon nach wenigen Seiten war ich total von der Geschichte gefangen und ich hab das Buch fast in einem gelesen. Jordis Lank hat einen sehr angenehmen Schreibstil, einfach und ohne Schnörkel. Die Schriftgröße im Buch fand ich übrigens auch sehr angenehm.

Ronan ist ein sehr sympathischer Charakter und die Szene in der er am Anfang durch seinen Vater bestraft wird, zieht vermutlich die weiblichen Leser alle auf seine Seite. Er muss sich sehr anstrengen um die Aufgaben zu bewältigen die König Merin ihm stellt, manche erscheint aussichtslos und nicht jede Aufgabe lässt sich ohne die Hilfe (s)eines Freundes lösen.

Als der Königssohn auf der Insel eingetroffen ist, kannte er nichts anderes als die Liebe zu seinem Schwert und den perfekten Umgang damit. Im Laufe des Jahres das ihn an Lannoch bindet, erfährt er Werte die er vorher nicht kannte: Freundschaft und Vertrauen und der Glaube an sich selbst.

Der Leser bekommt so ganz nebenbei Einblicke in die Kunst mit dem Schwert zu fechten – die Details zeugen von einer präzisen Recherche.


Fehlen darf natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte nicht.

Alle Charaktere sind sehr schön beschrieben. Ronan, Liam, Eila, König Marin, Ronans Schwester Kiara und die Bösewichte der Geschichte machen die Handlung lebendig und Lust darauf zu erfahren wie es mit Ronan weitergehen wird in „Rauklands Blut“ und „Rauklands Schwert“. Ich hoffe, dass ich bald Zeit habe die beiden Bücher zu lesen. 

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34 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

piraten, plastikmüll, wasserschutz, schiff, katja brandis

Floaters - Im Sog des Meeres

Katja Brandis
Fester Einband: 473 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 02.03.2015
ISBN 9783407811943
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mai 2024
Die Zwillinge Danilo und Malika sind mit ihren Eltern auf ihrem Katamaran Skylark im Pazifik unterwegs. Sie befinden sich etwas weiter nördlich als geplant und auf der abweichenden Route schwimmen auf einmal Dinge wie Badeentchen, Fischernetze, Turnschuhe, Plastikflaschen und Mülltüten auf der Meeresoberfläche am Katamaran vorbei. Sie befinden sich direkt am größten Meeres-Müllstrudel der Welt. Als Malika sich der Ausmaße dieses Strudels bewusst wird, kommt ihr die Idee man könne die nicht benötigten Fischerbote (da die Fische immer weniger werden) dazu zu nutzen diesen Müllberg abzufischen. Zur Umsetzung dieser Idee ist sie jedoch viel zu jung.

Mai 2030
Genau 6 Jahre später lesen Malika und Danilo einen Zeitungsartikel über einen Unternehmer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat den Plastikmüll aus dem Meer zu fischen.

Malika und Danilo bewerben sich erfolgreich bei Umweltaktivist und Milliadär Benjamin Lesser um einen Platz in seiner Müll-Crew.

Meine Meinung:

Dieses Jugendbuch von Katja Brandis beschäftigt sich mit einem aktuellen Thema unserer Zeit: Der Plastikmüll in unseren Meeren

Wir lernen die Zwillinge Danilo und Malika kennen, die im Jahr 2024 bei ihrem ersten Kontakt mit dem Müllstrudel erst 12 Jahre alt sind. Sie haben 6 Jahre mit ihren Eltern auf See verbracht und sind dann bei ihrer Tante in Hamburg „gestrandet“. Die Mutter hat einen Job als Nanotechnikerin in einem Krankenhaus in Hessen angenommen und der Vater ist als Skipper auf der vermieteten Skylark unterwegs. Da die beiden sich bei ihrer Tante in einem Mehrparteienhaus nicht wohl fühlen und wieder zurück aufs Meer wollen, sprechen sie bei Benjamin Lesser vor um Teil seiner Müll-Crew zu werden. Tatsächlich nimmt Lesser sie mit und so machen sie sich mit einer Flotte von 3 Schiffen auf in den Pazifik um dort den Müll abzufischen und zu recyclen.

Sie haben jedoch die Rechnung ohne die Piraten gemacht.

Im zweiten Erzählstrang treffen wir auf Arif. Er arbeitet als Schiffsjunge auf einem alten Fischerkahn und der Kapitän, ein Freund seines Vaters, hat sich heute, ausnahmsweise, einmal weiter aufs Meer hinaus gewagt in der Hoffnung endlich einmal ein paar Fische zu fangen. Weil der Radarreflektor defekt ist konnte das Schiff nicht geortet werden und die in der Nähe befindlichen Piraten dachten es handele sich um ihresgleichen die nicht entdeckt werden wollen – und schießen den Kutter ab. Arif ist der einzige Überlebende. Die Piraten fischen ihn aus dem Meer und er findet sich auf der Mata Tombak wieder - einem vom Radar nicht erfassbaren Tarnkappenboot. So wird Arif unfreiwillig zum Piraten.

Die Geschichte wird immer abwechselnd erzählt – ein Kapitel von Malika und Danilo und ein Kapitel von Arif. So bekommt der Leser zeitnah mit was auf den Schiffen passiert bis zum Zeitpunkt an dem die Lesser-Schiffe und die Piraten aufeinandertreffen. Auch anschließend wird aus unterschiedlicher Sicht erzählt, aber die Schicksale von Malika, Danilo und Arif werden miteinander verwoben und es gibt bis zum Schluss jede Menge Action – auf den Schiffen und auf einer stillgelegten Bohrinsel mit Namen „Floater Town“.
Die Figuren von Malika, Danilo und Arif sind sehr schön ausgearbeitet. Sie sind Jugendliche, die das Leben gerade erst entdecken und sie handeln dementsprechend manchmal unüberlegt und/oder vorschnell. Zumindest in meinem Alter hält man manchmal die Luft an wenn sie etwas tun was so gar nicht gut auszugehen scheint aber der Sache dient. Manchmal handeln sie in einer Not aber auch ihrem Alter weit voraus. Das macht die Figuren authentisch. Auch die Nebenfiguren sind allesamt gut beschrieben und man kann sehr schnell Sympathie- und Antipathiepunkte vergeben.

Es wäre kein richtiges Jugendbuch wenn sich die Protagonisten nicht auch noch verlieben würden. Aber wer in wen .... das müsst Ihr selbst herausfinden.

Neben der unterhaltsamen Geschichte die erfunden ist, steckt dieses Buch voller Details die der Wahrheit entsprechen und von Katja Brandis hervorragend recherchiert wurden: Wir Menschen ersticken irgendwann in unserem Plastikmüll.

Ich wusste, dass wir viel Müll produzieren, das weiß vermutlich jeder der Augen und Ohren im Kopf hat, aber wie viel Müll das ist – und wir reden hier nur von Plastik, keinem anderen Müll - das hat mich geschockt.

Der Nordpazifikwirbel zwischen Nordamerika und Asien wird auch „großer pazifischer Müllstrudel“ (Great Pacific Garbage Patch) genannt. Dieser gigantische Wasserwirbel dreht sich träge im Uhrzeigersinn und umfasst einen Müllteppich aus Plastik der aus rund drei Millionen Tonnen besteht. Dieser Müllstrudel ist ungefähr so groß wie Mitteleuropa also 2 x so groß wie die USA!! Er ist der größte der 5 Strömungskreise in den Ozeanen. Aber auch in der Sargassosee im Nordatlantik (um 30° nördlicher Breite und 60° bis 75° westlicher Länge) als auch im nördlichen Atlantik (zwischen 22 und 38 Grad Nord) finden sich Müllstrudel gigantischen Ausmaßes.

Viel schlimmer aber als der Müll den man noch mit bloßem Auge sehen kann (und der ist schon schlimm genug !!) ist das Plastikpulver das entsteht wenn dieses im Meer schwimmende Zeug durch Sonneneinstrahlung und Wellenbewegungen quasi zermahlen wird – diese Plastikörnchen schweben im Wasser und werden von vielen Meerestieren aufgenommen in der Annahme es würde sich um Plankton handeln. Einige Tiere verenden an diesem Granulat wenn sie aufgrund der Unverdaulichkeit einen Darmverschluss bekommen, andere Tiere dienen der Nahrungskette des Menschen und so landet das Plastik dann in anderer Form bei uns auf dem Esstisch.

Es gibt Ansätze dazu, den Müll mit Schiffen abzufischen und direkt vor Ort zu recyclen bzw. in Treibstoff umzuwandeln. Die einfachste Sache wäre aber den Müll einzuschränken und auf andere Verpackungsarten umzuschwenken.

Beim Einkauf habe ich einmal bewusst darauf geachtet Lebensmittel zu kaufen die keine Plastikverpackung haben – es ist nahezu unmöglich. Selbst die Frischwurst wird beim Metzger in ein beschichtetes Papier eingepackt und dann doch in eine dünne Plastiktüte gesteckt. Warum muss eine Salatgurke in einer Zellophanhülle stecken? Und selbst in Karton eingepackte Lebensmittel werden noch einmal mit Plastikfolie umhüllt.

Wer mehr zum großen Müllstrudel wissen möchte – Tante Google spuckt da sehr viel aus incl. Bilder und Videos die einem das ganze Ausmaß vor Augen führen. Aus Urheberrechtsgründen verzichte ich auf meinem Blog auf Bildmaterial.

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Tags: great pacific garbage patch, nordpazificwirbel, plastikmüll   (3)
 

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australien, liebe, kate sunday, jugendbuch, herzklopfen

Herzklopfen - Down Under

Kate Sunday
Buch: 342 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 15.04.2013
ISBN 9789963722143
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 16jährige Nele Behrmann lebt für 1 Jahr als Austausschülerin in Australien. Sie hat wunderbare Gast-Eltern und auch Tara, ihre Gast-Schwester auf Zeit, hat Nele anfangs mit offenen Armen empfangen.

Bei einem Spaziergang am Strand von Victor Harbor wird Nele von mehreren Jugendlichen belästigt und nur durch das Einschreiten von Jake konnte schlimmeres verhindert werden. Jake ist ein gut aussehender junger Mann dem die Mädchen in der Schule reihenweise zu Füßen liegen. Seit seiner Rettungsaktion interessiert er sich sehr für Nele, was wiederum seine Ex-Freundin Sandy auf den Plan ruft. Sie möchte mit aller Macht verhindern, dass Jake und Nele sich näherkommen. Aber neben Sandy gibt es da noch Tara die das nicht ertragen kann und so wird Nele Zielscheibe für Intrigen und aufgrund einer wirklich miesen Aktion gerät Nele sogar in Lebensgefahr.

Fazit:

Wie ich in letzter Zeit schon öfter feststellen durfte, ist Jugend-Lektüre durchaus auch für Erwachsene eine feine Sache.

Mit „Herzklopfen – Down under“ hab ich mir bewusst einen Roman ausgesucht, der in Australien spielt. Ich liiiiiiiiiiiiiiiiiiebe Australien und wenn ich nicht so viel Angst vor dem langen Flug hätte, wäre das mein nächstes Urlaubsziel. So muss ich weiter träumen von den Ureinwohnern, dem Outback, Wellensurfen, Känguruhs, Koalas und Didgeridoos und von all dem was man sich im Zusammenhang mit Australien vorstellt. Die Autorin Kate Sunday hat mir in diesem Buch geholfen zu verschiedenen Orten ein Bild in meinem Kopf entstehen zu lassen.

Nele ist ein sehr sympathischer Charakter. Sie ist mit ihren 16 Jahren manchmal noch ein Kind was ihre Gedanken und Handlungen betrifft, andererseits aber auch schon so erwachsen dass sie sich mit 16 Jahren mehrere tausend Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Sie ist fasziniert von ihrem Gastland Australien und hat Heimweh nach ihren Freunden in Deutschland. Ich mochte sie von der 1. Seite an.

Auch ihre Gasteltern sind sehr sympathisch. Sie bemühen sich wirklich Nele dazugehören zu lassen und vermitteln ihr das Gefühl Teil der Familie zu sein. Tara, ihre Gast-Schwester, empfängt sie anfangs mit offenen Armen, macht ihr aber dann das Leben schwer durch ihre Eifersüchteleien. Sie schafft es jedoch immer wieder Nele zu besänftigen und ihr klar zu machen, dass sie sich das alles nur einbildet.

Jake braucht ein wenig Zeit bis er bei mir auf offene Arme stößt. Die Tatsache, dass er äußerst gutaussehend ist und er das auch weiß, lässt mich erst mal zurückhaltend sein mit meinen Emotionen ihm gegenüber. Meint er es wirklich ernst mit Nele oder ist sie nur eine Eroberung, wie viele andere Mädchen vor ihr? Er schafft es dann aber tatsächlich ganz locker mich zu überzeugen, dass ich ihn mag.

Neben Jake spielt auch noch Chris eine große Rolle aber über den mag ich gar nicht so viel schreiben, denn dann würde ich zu viel von der Handlung verraten. Nur ganz kurz .... er ist ein guter Schauspieler.

Das Buch ist wirklich schön geschrieben, liest sich flüssig und mit all den Bildern von Sonne, Strand und Meer im Kopf fliegen die Seiten auch nur so dahin. Im letzten Drittel wird es noch mal richtig aufregend und die Geschichte hat natürlich ein schönes Ende.

Wer für wenige Stunden abtauchen möchte ist in diesem Buch gut aufgehoben. 

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dystopie, eva siegmund, zukunft, jugendbuch, lúm - zwei wie licht und dunkel

LÚM - Zwei wie Licht und Dunkel

Eva Siegmund
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 29.09.2014
ISBN 9783570163078
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Autorin Eva Siegmund führt den Leser mit LÚM in eine Zeit 60 Jahre nach dem 3. Weltkrieg. Die Überlebenden dieses Krieges möchten mittels eines Völkerauflösungsvertrages von nun an alles besser machen – nur 1 Staat, 1 Volk, 1 Sprache und all das vereinigt im neuen Weltenstaat Unionsstaat des Lichts (UdL).

Doch der schöne Schein trügt – neben dem hellen, lichtüberfluteten, UdL gibt es da ein kleines Reservat – Adeva. Dort leben in Schutt und Asche die Pekuu.

Die Pekuu sind Menschen mit besonderen übersinnlichen Gaben. Meleike Mey ist die Enkelin einer großen Seherin und an ihrem 15. Geburtstag lastet großer Druck auf Meleike, denn an diesem Tag – der Mantai – erhalten die Pekuu üblicherweise ihre Gabe. Offenbar wird dies durch ein Zeichen, das am Handgelenk erscheint. Leider erscheint an Meleikes Handgelenk kein Zeichen, sie erhält keine Gabe, sie bleibt „leer“.

In LÙM, der hellen und hoch technisierten Hauptstadt des UdL, leben derweil ganz normale Menschen ohne irgendwelche Begabungen. So sehnsüchtig Meleike in Adeva auf ihre Gabe wartet, so schrecklich ist es, daß bei Flynn, Sohn eines Arztes, an seinem 15. Geburtstag ein Zeichen am Handgelenk erscheint. Wie kann das sein?

Noch wissen Meleike und Flynn nicht, daß ihr Leben schon bald ein anderes sein wird – sie kennen sich nicht, aber ihr Schicksal ist eng miteinander verwoben.

Fazit:

Genau wie es für die Autorin Eva Siegmund, ein Debütroman ist, ist es für mich ein Ausflug in den Bereich der Dystopie. Bisher standen Dystopien nicht unbedingt auf meiner Lese-Liste aber nach diesem Buch werde ich das ganz sicher ändern.

Das Cover des Buches ist ein echter Eyecatcher und wie auch das Buch selbst in der Farbe lila gehalten. Für mich ein sehr ansprechendes Äußeres!

Im Gegensatz zu meinen MitleserInnen der Leserunde sind für mich kleinere logische Mängel nicht so sehr von Bedeutung für den Lesegenuss, das schreibe ich der künstlerischen Freiheit der Autoren zu. Für mich ist wichtig, daß ein Buch mich unterhält und das hat „LUM“ auf jeden Fall getan.

Der Schreibstil von Eva Siegmund ist sehr angenehm, es lässt sich flüssig lesen und ich habe keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden.

Die beiden Haupt-Protagonisten Flynn und Meleike sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte sehr schön weiter.

Das Ende hätte ein klein wenig anders ausfallen dürfen, das ging dann doch zu glatt, aber irgendwie muss ein Buch ja auch ein Ende finden. :-)

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sekte, new york, gehirnwäsche, insel;, gut geschrieben

Die Rache der Insel

Manuela Martini
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.09.2014
ISBN 9783401069777
Genre: Jugendbuch

Rezension:

2 Wochen nach ihrer Flucht von der Insel finden wir Hannah, Kenoa und Summer in New York wieder. Sie sind noch traumatisiert von den Erlebnissen auf der Insel und der spektakulären Flucht. Für Kenoa, der außer der Insel nichts kennt, ist die Großstadt einerseits aufregend und verlockend und andererseits beängstigend.

Kenoa möchte in New York seine Schwester Poema finden, Hannah ihre Freundin Nikki, die beide in der Gewalt von Aiden sind, und Summer möchte einfach nur den ganzen Insel-Alptraum vergessen.

Doch so einfach wie sie sich das vorstellen gelingt es ihnen nicht – immer wieder werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Man könnte an Zufälle glauben, aber auch an Manipulationen. Aber wer sollte sie denn in New York manipulieren und wozu?

Mein Fazit:

„Die Rache der Insel“ ist der 2. und letzte Teil der Inselgeschichte von Manuela Martini. Um die haarsträubende Geschichte der Protas in New York verstehen zu können ist es unabdingbar, daß der 1. Teil gelesen wurde. Ohne das Wissen aus Band 1 ergibt Band 2 keinen Sinn.

Am Ende des 1. Teiles blieben bei mir jede Menge Fragezeichen übrig, die sich auch im 2. Band nicht gleich in Luft aufgelöst haben. Im Gegenteil, es kamen immer noch neue Fragezeichen hinzu.

Diese neue Fragezeichen kamen jedoch in einer Art und Weise die mich nicht frustriert hat sondern – im Gegenteil – ich musste weiterlesen um zu wissen was sich hinter den Fragezeichen verbirgt.

Ein Fragezeichen das sich in Band 2 komplett neu ergibt ist – wer ist der Mensch, der diesen Radiosender hört der sich mit Sonnenstürmen und Veränderungen der Atmosphäre beschäftigt? Er scheint in einer Art Anstalt/Krankenhaus zu sein und wird von einem Pfleger umsorgt.

Dann passieren so viele Dinge in New York von denen man glauben könnte, dass sie Zufall sind. Sie könnten aber auch manipuliert sein. Aber wer oder was sollte die 3 in New York manipulieren, schließlich sind sie weit weg von der Insel.

Wer den Film „Die Truman-Show“ kennt weiß was ich manchmal beim Lesen gedacht habe. Das Leben von Hannah, Kenoa und Summer ist absolut vorgezeichnet, alle rundherum wissen Bescheid und ziehen an den Strippen – nur die 3 tappen vollkommen im Dunkel.

Sie haben schon manch schwere Last zu tragen und auch die Liebe zwischen Hannah und Kenoa wird auf eine harte Probe gestellt. Summer entscheidet sich irgendwann ihren eigenen Weg zu gehen. Beim Lesen denke ich immer und immer wieder „Nehmt doch bitte das nächste Flugzeug und fliegt woanders hin“. Leider tun sie mir diesen Gefallen erst ganz zum Schluss des Buches.

Mir persönlich hat das 2. Buch sehr viel besser gefallen als Teil 1. Ich fand es viel mitreißender, spannender und ich konnte ab der Mitte ungefähr nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich am Ende des Buches war und alle meine aufgestauten Fragezeichen sich in Antworten gewandelt hatten.

Ja, zum Schluss werden alle Fragen beantwortet und man kann das Buch aus der Hand legen in der Gewissheit, daß jetzt alles gut ist wie es ist.


Und schon wieder zeigte sich, daß man auch als Erwachsener in Kinder- und Jugendbüchern gut unterhalten werden kann ! 

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Tags: flucht, new york, sekte, sonnensturm   (4)
 

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berlin, liebe, jugendbuch, patrycja spychalski, stadt

Bevor die Nacht geht

Patrycja Spychalski
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 28.07.2014
ISBN 9783570163030
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jacob und Kim fahren mit der S-Bahn durch Berlin. Und obwohl die Beiden das Gleiche tun, tun sie es doch auf unterschiedliche Art und Weise. Kim liebt Berlin, Jacob findet Berlin schrecklich. Er schaut aus dem Fenster um sich von Berlin zu verabschieden weil er morgen für 1 Jahr nach Brasilien gehen wird.

Gerade die Tatsache, daß Jacob aus dem Fenster schaut und nicht – wie fast alle anderen Mitreisenden – auf sein Smartphone, macht ihn für Kim interessant, außerdem sieht er auch optisch gar nicht so schlecht aus. Sie fasst sich ein Herz und spricht ihn an. Als sie erfährt wie schrecklich Jacob Berlin findet, treffen sie ein Übereinkommen. Jacob muss mit Kim die S-Bahn verlassen, dafür zeigt sie ihm „ihr Berlin“.

Sie haben 24 Stunden Zeit bis sein Flieger nach Brasilien abhebt.

Fazit:

Das Buch ist als Jugendbuch deklariert mit einer Altersangabe ab 14 Jahren.
Dass man sich auch in Jugendbüchern als Erwachsener richtig wohl fühlen kann, habe ich in diesem Jahr schon öfter feststellen dürfen. Auch in Patrycja Spychalskis „Bevor die Nacht geht“ wurde ich sehr gut unterhalten.

Kim und Jacob könnten unterschiedlicher nicht sein. Kim kommt aus einfachen Verhältnissen und lebt mit ihrem Vater in Berlin-Wedding. Jacob kommt aus wohlhabendem und sehr behütetem Elternhaus, das in Berlin-Dahlem steht. Kim ist aufgeschlossen, fast schon vorlaut und neigt in einigen Situationen zu überschießenden Reaktionen ohne auf die Konsequenzen zu achten. Jacob ist zurückhaltend, schüchtern und sehr vorsichtig.

Das Buch wird aus der Sicht beider Protagonisten in der Ich-Form erzählt. In jedem Kapitel wird die Perspektive gewechselt, was das Buch sehr abwechslungsreich macht. Auf diese Art und Weise bekommt man immer wieder die Gedanken von Kim und Jacob mit.

Die Beiden ziehen 24 Stunden durch Berlin und Kim zeigt Jacob die Stadt, wie er sie noch nie gesehen hat. In diesen 24 Stunden kommen sie sich aber auch menschlich näher. Was daraus wird und ob Jacob tatsächlich den Flieger nach Brasilien nimmt, das verrate ich jedoch nicht.

Ich liebe die Farbe Blau und deswegen hat mich das Cover sofort angesprochen.

Die Story um Kim und Jacob ist nicht rasend spannend aber es macht Spass die Beiden auf ihrer Tour zu begleiten. Da ich Berlin nicht kenne konnte ich mir kein Bild davon machen wo sie gerade sein könnten – aber das Buch weckt definitiv die Lust darauf sich Berlin anzuschauen. Aber nicht mit einer normalen Stadtkarte sondern mit der Karte die sich im Buch befindet und alle Plätze zeigt die Kim und Jacob ansteuern.

Da Patrycja Spychalski in Berlin lebt, gibt es diese Plätze tatsächlich.

Wir sehen uns in Berlin ! 

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abenteuer, vulkane, spannend, jugendbuch, erste liebe

Vulkanjäger

Katja Brandis
Fester Einband: 365 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 03.02.2014
ISBN 9783407811592
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jan ist 16 Jahre alt und lebt bei seiner Mutter. Seine Eltern haben sich vor Jahren getrennt und der Kontakt zu seinem Vater ist eher sporadisch und unregelmäßig. André ist Vulkanologe und durch seinen Job als Dokumentarfilmer der gefährlichsten Vulkane der Erde sehr viel auf Reisen. Umso überraschter ist Jan, dass sein Vater ihn in den Sommerferien mitnehmen möchte zu einer seiner Dokumentationen.

Ihre Reise führt sie zuerst nach Neapel. Dort verliebt Jana sich unsterblich in Giulia. Dann geht es weiter zum Kilauea nach Hawaii, zum Merapi in Indonesien und zum Pinatubo auf den Philippinen.

André ist auf gewisse Art und Weise süchtig, fast schon besessen, von den gefährlichsten Vulkanen diese Welt und mehr als einmal bringt er sich, aber auch Jan und seine Crew in Gefahr nur um ganz besonders spektakuläre Bilder bzw. Filme machen zu können. So bleibt es dann auch nicht aus, dass André sein Schicksal zu sehr herausfordert und beim Dreh auf den Philippinen verunglück. Jan ringt seinem Vater noch auf dem Krankenhausbett das Versprechen ab fortan nur noch Dokumentationen über ruhende Vulkane zu machen und so schließt sich der Kreis: Sie reisen zurück nach Neapel.

Der Vesuv ist einer der gefährlichsten Vulkane der Welt – aber er ruht seit vielen Jahren. Daß sich dieser Zustand ändert und sie alle in Lebensgefahr schweben, wird ihnen bewusst als in Neapel immer öfter die Erde bebt.

Durch seine Liebe zu Giulia wächst Jan über sich hinaus.

Zum Buch:
Das Cover des Buches ist dem Thema entsprechend in rot gehalten. Es vermittelt einem schon beim Anschauen das Gefühl von Hitze.

Die Hauptakteure Jan und André rufen bei mir gegensätzliche Gefühle hervor. Jan ist ein typisch 16jähriger Junge der anfangs etwas schüchtern und zurückhaltend scheint, aber durch die Erlebnisse mit seinem Vater sehr schnell an Reife gewinnt. André muss sich erst einmal in seine Vaterrolle hineinfinden weswegen er seinen Sohn das eine oder andere Mal in Gefahr bringt ohne sich seiner Verantwortung so ganz bewusst zu sein. Als Leser würde man ihn gerne mal nehmen und schütteln. Aber auch André wächst an seinen Aufgaben.

Das Ende des Buches hat mich total überrascht.

Im 16seitigen Glossar werden die im Buch benutzten vulkanspezifischen Bezeichnungen sehr ausführlich erläutert. Aufgrund der hervorragenden Recherche kann man so ganz nebenbei auch noch richtig viel über Vulkanismus lernen.

Auch wenn es ein Jugendbuch ist und ich dem Jugendalter schon eine ganze Zeit lang entwachsen bin, bekommt es von mir 5 Sterne. 

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geister, fantasy, kai meyer, phantasmen, tod

Phantasmen

Kai Meyer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.03.2014
ISBN 9783551582928
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Tag an dem die ersten Geister auf der Erde erschienen sind, wird „Tag Null“ genannt. Niemand weiß warum sie erscheinen, die Geister der Verstorbenen, aber sie erscheinen in einem bestimmten mathematischen Muster.

Genau an den Stellen an denen die Menschen der Tod ereilt hat erscheint ihr Geist. Und diese Geister tun nichts anderes als sich über Tag mit dem Lauf der Sonne zu drehen., sie stehen einfach in der Gegend herum.

Die Eltern von Rain und Emma Mazursky sind bei einem Flugzeugabsturz in der einzigen Wüste Europas, der Desierto de Tabernas in der Provinz Almeria, im Süden Spaniens ums Leben gekommen und anhand des mathematischen Musters können sich Rain und Emma ausrechnen wann genau die Geister ihrer Eltern in der Wüste erscheinen werden. Also machen sie sich mit ihrem klapperigen Mini Cooper auf den Weg zu den Geistern ihrer Eltern – um sich zu verabschieden.

An der Absturzstelle angekommen stellen sie fest, daß noch jemand den gleichen Gedanken hatte wie sie. Da steht ein Typ mit einem Wohnmobil und wartet. Pünktlich zum errechneten Zeitpunkt erscheinen die Geister der Absturzopfer und dann passieren 2 Dinge: Emma stellt fest, daß von den 94 Geistern 12 fehlen und die Geister verändern sich – sie fangen an zu lächeln ..... und es ist ein böses Lächeln.

Rain und Emma können sich aus der Gefahrenzone retten, denn jeder im Umkreis von einigen Metern um die Geister stirbt während dieser „Smilewave“, so auch der Typ mit dem Wohnmobil.

Als die Geister aufhören zu lächeln erscheint Taylor, ein Norweger, an der Absturzsstelle. Er möchte noch einmal seine große Liebe Flavie sehen. Aber ihr Geist gehört zu den 12 die nicht erschienen sind .........

Mein Fazit:

Kai Meyer hat hier ein überaus spannendes Buch geschrieben, das man gar nicht aus der Hand legen mag um zu erfahren wie es denn weitergeht – wer sind die Geister, warum stehen sie überhaupt da und warum lächeln sie in bestimmten Abständen?? Warum fehlen an der Absturzstelle 12 Geister? Und was hat der Typ mit dem Wohnmobil mit der Sache zu tun?

Rain, Emma und Tyler bekommen es mit Söldnern zu tun die über Leichen gehen, mit einem Magier und dessen Frau und es geht um skrupellose Versuche an Menschen.

Hoffen wir, daß so etwas in unserer realen Welt niemals möglich sein wird. 

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Ratio Glimm. Das Superhirn

Markolf Hoffmann , Sabine Wilharm
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 06.03.2014
ISBN 9783764150143
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ratio ist der 10jährige Sohn der weltberühmten Wissenschafter und Erfinder Aemilius und Ricardia Glimm, der mit seinen Eltern im Elfenbeinturm auf einer kleinen Insel fernab jeder Zivilisation lebt. Zur Verdeutlichung: Der Elfenbeinturm hat an die 200 Stockwerke und außer Ratio und seinen Eltern wohnt darin niemand – die Wolkenstube, das Erfinderlabor von Aemilius und Ricardia, befindet sich ganz oben im Turm.

Ratio soll nun nach Schattingen zu Onkel und Tante reisen um dort zur Schule zu gehen und um Kontakt zu anderen Kindern zu bekommen. Seine Cousine Miriam ist natürlich nicht sonderlich begeistert zukünftig einen 10jährigen Angeber im Schlepptau zu haben.

Nachdem Ratio von Miriam und ihren Freunden auf eine Mutprobe gestellt wird, stellen sie fest, daß er gar nicht sooo schlimm ist wie sie eigentlich erwartet hatten und außerdem hat Ratio sehr nützliche Erfindungen in den Taschen, wie den Aroma-Purifizierer mit dem man schrecklich schmeckende Limonade in etwas gutschmeckendes verwandeln kann. Das ist nur eine Erfindung von vielen die sich im Laufe der Geschichte als nützlich erweisen denn Schattingen wird von einem uralten Fluch bedroht – dem Bergfürsten.

Mein Fazit:

Die Idee sich im Alter von 48 Jahren an einer Leserunde für ein Kinderbuch anzumelden war eine der besten Ideen die ich seit langem hatte.

Ob das Buch tatsächlich für die Zielgruppe 9 – 11 Jahre geeignet ist kann ich leider nicht beurteilen, könnte mir aber vorstellen, daß das tatsächlich passt.

Direkt der 1. Leseabschnitt hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Als Ratio mit der Seilbahn in Schattingen ankommt erklärt er seiner Cousine Miriam sogleich, daß der Boden der Gondel aus Eisenatomen bestehe die sehr schnell müde werden wenn täglich so viele Menschen auf ihnen herumtrampeln. Die Eisenatome sind richtig fertig nach einer Gondelfahrt. Es wäre besser die Gondel aus Chromstahl zu bauen, denn

„Chromatome sind sehr geduldig und freundlich, und sie schätzen die Nähe von Menschen“

Da wusste ich, daß mir das Buch gefallen wird.

Man findet im Buch auch den einen oder anderen Seitenhieb von Markolf Hoffmann auf Problematiken unserer Zeit wie z. B. die Ruhigstellung von Kindern mittels Psychopharmaka. Ein Thema das durchaus zum Nachdenken anregt.

Ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt und man sollte als Erwachsener viel öfter mal ein Kinderbuch lesen. 

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464 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

koma, liebe, unfall, jugendbuch, franziska moll

Was ich dich träumen lasse

Franziska Moll
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Loewe, 20.01.2014
ISBN 9783785578452
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Elena und Rico, 2 Jugendliche kurz vor dem Abitur, sind bis über beide Ohren ineinander verliebt. Der 1. Jahrestag ihrer Beziehung steht kurz bevor. Weil Rico nach der Schule seine Eltern besuchen möchte trennen sich die Beiden auf dem Heimweg aber sie albern noch über die Straße hinweg miteinander herum. Dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu: Riko wird von einem LKW überfahren und fällt anschließend ins Koma.

Im Krankenhaus lernt Elena den Pfleger Tim kennen, ein vermeintlich großkotziger junger Man der um keinen Spruch verlegen ist.

Elena macht sich auf die Suche nach Dingen mit denen sie das Koma von Rico durchdringen könnte – in seinem Zimmer sucht sie nach Büchern um sie ihm vorzulesen oder nach seiner Lieblingsmusik und findet auf seinem Computer eine Liste „TOP TEN der Dinge die ich machen will, bevor ich den Löffel abgebe. (alle zusammen mit Elena)“.

Elena beschließt diese Liste für Rico abzuarbeiten und in Pfleger Tim findet sie einen unerschrockenen Helfer für ihre Vorhaben.

Zum Buch:
Das Cover des Buches ist sehr schön und ansprechend – und wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, dann weiß man auch was es mit dem Heißluftballon und den Bäumen auf sich hat.

Der Schreibstil ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig. Kurze, fast schon abgehackte Sätze ließen mich auf den ersten Seiten denken „Neee, das geht gar nicht“. Aber irgendwie passt die Sprache dann doch genau zum Buch – sie vermittelt einem das Gefühl des Schocks den Elena bekommen haben muss als ihr Rico vor ihren Augen überfahren wurde. Für Elena bricht eine Welt zusammen.

Nachdem ich mich mit dem Schreibstil ausgesöhnt hatte, war ich sehr schnell vom Buch gefesselt. In eingerückten Absätzen bekommt man immer wieder Einblicke in das Leben von Elena und Rico, ihre Zeit als Paar, die Zeit in der sie sich gefunden haben, ihre Herkunft.

Der Pfleger Tim ist jetzt nicht unbedingt die sympathischste Person im Buch aber er ist genau das was Elena braucht – jemand der Klartext redet. Und vielleicht dadurch ein besserer Freund als die Freunde die sich von einem abwenden weil sie mit der Situation nicht umgehen können.

Da mich das Buch so berührt hat, habe ich es fast in einem durchgelesen. 

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