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Gottes rechte Hand

Rhena Weiss
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442485789
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer Kleingartenanlage wird eine männliche Leiche gefunden. Gesicht und Körper des Toten sind über und über mit Schwellungen bedeckt, ausgelöst durch unzählige Wespenstiche. Auf den ersten Blick sieht alles danach aus, als ob der Mann tragischerweise an einem Anaphylaktischen Schock gestorben ist.

Der 2. Tote ist eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche, die in einer Autowerkstatt gefunden wurde. Vermeintlich handelt es sich nach Ansicht des Forensikers um einen Obdachlosen, der sich an einem Feuerkorb gewärmt haben könnte und dabei Feuer gefangen hat.

Da beide Leichname aufgrund ihrer äußeren Beschaffenheit nicht mehr zu identifizieren sind, werden sie in die Gerichtsmedizin des Wiener LKA überstellt.

Michaela Baltzer und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf.

„Gottes rechte Hand“ ist der 2. Psychothriller der Autorin Rhena Weiss, in dem die LKA-Ermittlerin Michaela Baltzer die Hauptrolle spielt.

Man kann beide Bücher getrennt voneinander lesen, die Handlungen sind in sich abgeschlossen. Die Autorin blickt ab und an auf Geschehnisse zurück, die im 1. Buch passiert sind. Für den Fortgang und das Verständnis dieser Geschichte ist es jedoch nicht wichtig zu wissen, was genau damals passiert ist.

Michaela Baltzer wird als sympathische Ermittlerin dargestellt, die seit Jahren ihr Dasein als Single fristet. Momentan lebt ihre Nichte Valerie bei ihr, deren Eltern sich beruflich im Ausland befinden. Aufgrund eines Vorfalles, der im 1. Buch passiert ist, besteht ein starkes Band zwischen „Tante Mika“ und Valerie und so bekommt Valerie Einblicke in den aktuellen Fall, aber auch in das Privatleben ihrer Tante und in beiden Angelegenheiten bekommt Michaela Unterstützung durch ihre Nichte.

Valerie entspricht so gar nicht der typischen Jugendlichen, denn sie hat eine sehr genaue Vorstellung darüber, was sie will und was sie nicht will – nur beim Berufswunsch ist sie noch unschlüssig, aber in diesem Punkt bekommt sie Klarheit, als sie ein Praktikum in einem Frauenhaus macht.

Der neue Nachbar und Kollege Bernd Dalisch könnte zukünftig in Michaelas Leben eine größere Rolle spielen, denn die Beiden verbringen sehr viel Zeit miteinander. Nachdem die Identität der beiden Toten fest steht, rutscht Bernd jedoch in den Focus der Ermittlungen, da er – in seiner Eigenschaft als Kriminalpsychologe - beide Opfer gekannt hat. Michaela weiß nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann.

„Gottes rechte Hand“ - der Täter. Der Leser weiß, lange vor Michaela, dass die beiden Opfer von der gleichen Person getötet wurden. Es handelt sich beim Täter um einen Serientäter aber mitnichten schlachtet er seine Opfer einfach so ab. Hier steckt System und ein ausgeklügelter Plan dahinter, denn die Auserwählten müssen sich einem Gottesurteil stellen.

Es gab schon von Anfang an Hinweise darauf, wer der Täter sein könnte, und ich hatte auch zuerst die richtige Person im Visier. Dann schaffte es die Autorin jedoch, mich mit einem kleinen Requisit zu verwirren und ich schloss in meine Liste der möglichen Täter noch eine 2. Person mit ein. Bis zur Auflösung der Identität des Täters war ich mir nicht zu 100 % sicher, dass es diese eine bestimmte Person auch wirklich ist. Als Amateurdetektivin würde ich wahrscheinlich verhungern, denn ich bin nicht sonderlich gut im Täter-raten.

Dem Leser wird die Geschichte aus der Sicht eines auktorialen Erzählers nahegebracht. Er wechselt zwischen den Perspektiven von „Gottes rechter Hand“, Valerie sowie Michaela und ihren Teamkollegen. Die Gedankengänge von „Gottes rechter Hand“ sind wohl der interessanteste Part in der Geschichte, aber auch erschreckend und schockierend, denn hinter diesem Rachefeldzug steckt eine ganze Menge religiöser Fanatismus.

Alle Charaktere und Handlungen sind realistisch dargestellt und sogar den Fahrstil von Michaelas Kollegin Doris kann man sich bildlich vorstellen. Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden und ich freue mich schon auf den 3. Teil, in dem Michaela Baltzer und ihr Team wieder ermitteln.

Die Autorin greift in ihrem Buch das Thema „häusliche Gewalt“ auf und präsentiert im Nachwort dazu auch ein paar Zahlen. Erschreckend, dass zwischen dem 16. und 44. Lebensjahr in der EU-Statistik aus dem Jahr 2014 Tod und Gesundheitsschädigung durch häusliche Gewalt bei Frauen als Todesursache Nr. 1 angegeben ist – noch vor dem Tod durch Krebs. 43 % aller Frauen sind von psychische Gewalt durch ihren Partner oder Expartner betroffen.

Diese Zahlen sind erschreckend – weil real und keine fiktive Vorlage für einen Thriller, der uns für ein paar Stunden unterhalten soll. 

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