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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

spannung, das schneekind, thrille, verrat, zukunft

M.I.A. - Das Schneekind

Edgar Rai , Kathrin Andres
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 18.08.2017
ISBN 9783352008948
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sandra hat gerade die Beziehung zu ihrem Lebensgefährten und Chef beendet, als sie in einem Schneegestöber in den Schweizer Bergen in einen Unfall verwickelt wird. Während ihr Wagen glücklicherweise von einem Baum gestoppt wird, durchbricht das Auto des Unfallgegners die Leitplanke und stürzt einen Abhang hinunter. Bevor der Fahrer des Wagens seinen schweren Kopfverletzungen erliegt, kann Sandra noch die Worte „Bringen Sie sie weg von hier“ verstehen. Auf dem Rücksitz des Autos sitzt ein kleines Mädchen – Mia.

Die Beiden verbringen die Nacht in einer nahegelegenen Bergütte. Mia scheint krank zu sein, denn sie muss Medikamente nehmen und nachdem die Adoptivmutter Mia am nächsten Tag wieder in ihre Obhut genommen hat, verschwindet das Kind hinter den Türen eines Forschungsinstituts. Sandras Versuche Mia zu besuchen, werden von der Adoptivmutter geblockt.

Mia bittet ihren netten neuen Nachbarn um Hilfe. Sie möchte herausfinden, was genau sich in diesem Forschungsinstituts abspielt. Dann überschlagen sich die Ereignisse … ein Haus brennt ab, es gibt einen Toten und Sandra wird verfolgt.

In welches Wespennest hat Sandra gestochen?

Bei „M.I.A. Das Schneekind“ handelt es sich um einen Thriller mit medizinisch-wissenschaftlichem Hintergrund, wobei die Autoren nicht sehr tief in die Thematik einsteigen und man deswegen auch ohne tiefer gehendes Hintergrundwissen der Geschichte folgen kann.

Mit einem Umfang von 304 Seiten und einem angenehmen Schreibstil liest sich das Buch schnell weg. Die Charaktere sind gut beschrieben, so dass man sich von jeder handelnden Person ein Bild machen kann. Herausragend als Protagonisten sind Heide - die Mutter von Sandra - und Atmos, der nette Nachbar. Diese beiden Personen sind in meinen Augen die Sympathieträger des Buches. Aber auch wenn ich Heide wirklich als herzerfrischend empfinde, kann ich ihre und die Handlungen von Sandra nicht nachvollziehen. Sie handeln extrem unüberlegt und bringen sich selbst damit in große Gefahr.

Als Leser weiß man eigentlich, dass es in diesem Buch um Mia geht – wie, warum und was genau mit ihr passiert, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht preisgeben. Schade nur, dass Mia selbst nur im ersten und im letzten Viertel des Buches auf der Bildfläche erscheint. Hier hätte ich mir mehr Präsenz gewünscht und auch mehr Hintergrund-Informationen. Man erfährt leider nicht viel über Mia und warum das alles so passiert. Hier hätten dem Buch ein paar Seiten mehr nicht geschadet, denn das hätte der Geschichte ein wenig mehr Tiefgang verschafft. So bleibt Mia eher blass und wenig greifbar und das ist für die Person in der Hauptrolle sehr schade.

Trotz der fehlenden Präsenz von Mia schaffen die Autoren es, dem Buch die notwendige Spannung zu verleihen, die den Leser bis zum Schluss bei der Stange hält. Schließlich möchte man wissen, was genau in diesem Forschungsinstituts passiert und welche Rolle Mia und ihre Adoptivmutter spielen. Es gibt dann auch einen fulminanten Schluss in dem sich bewahrheitet, was man als Leser schon über viele Seiten geahnt hat – trotzdem bleiben am Ende noch viele Fragen offen.

Ich hatte ein paar schöne Lesestunden - trotzdem hat mir persönlich leider ein ganz elementares Teil an diesem Thriller gefehlt: Der Thrill. 

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150 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

krebs, liebe, roadtrip, tumor, leben

Mein schlimmster schönster Sommer

Stefanie Gregg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746633213
Genre: Romane

Rezension:

Nach 1 Woche Aufenthalt und einer niederschmetternden Diagnose, verlässt Isabel Drievers das Krankenhaus. In ihrem Bauch wächst ein männerfaustgroßes Etwas und innerhalb der nächsten 14 Tage entscheidet sich, ob eine OP durchgeführt werden kann oder nicht. Damit sie zu Hause nicht vor lauter Warterei den Verstand verliert, rät der Arzt ihr zu einem Urlaub. Die Gelegenheit ergibt sich schneller als erwartet, denn auf dem Weg zwischen dem Krankenhaus und ihrem Zuhause steht ein grellgelber Bus mit einem „Zu Verkaufen“-Schild am Straßenrand. Kurzentschlossen kauft Isabel den Bus, um sich ihren Traum von einer Reise in die Provence zu erfüllen. Der ehemalige Besitzer, Rasso Liebermann, bittet Isabel jedoch, sie ein kurzes Stück mitzunehmen, da er für seine Tante einen Auftrag zu erfüllen hat. So machen sich die 2 auf zu einer Reise mit ungewissem Ausgang.

Bei „Mein schlimmster schönster Sommer“ handelt es sich um einen Roadtrip. Eigentlich ist das nicht ganz mein bevorzugtes Genre, denn diese Bücher erfreuen sich oft einer Art von Humor, der sich nicht mit meinem Humor deckt.

Stefanie Gregg jedoch schafft es, durch ihren lockeren und wirklich erfrischenden Schreibstil, dass ich das Buch in kürzester Zeit gelesen habe. Der Inhalt des Buches ist schräg und unrealistisch, aber es liest sich einfach schön weg.

Isabel macht sich also mit Rasso auf den Weg. Er will nach Freilassing um beim Bestatter die Urne seiner Mutter abzuholen und anschließend will er eine Kommode zu seiner Tante nach Füssen bringen, Isabel will weiter in die Provence um dort die paar Tage „Freizeit“ bis zur OP-Entscheidung zu verbringen. Da sie ihr Handy - neben einer kurzen Nachricht für ihren Lebensgefährten Georg - zu Hause auf dem Küchentisch hat liegen lassen, ist sie fortan für niemanden erreichbar.

Was den Beiden passiert, bewegt sich fernab jeder Realität. Wobei … es gibt Dinge, die glaubt einem niemand. So reiht sich Zufall an Zufall und die Geschichte ist so hahnebüchen, dass sie schon wieder schön zu lesen ist.

Während Isabel Tag für Tag versucht, ihren Tumor im Bauch zu verdrängen, versucht ihr Arzt händeringend sie zu erreichen. Mangels Handy und das Wissen darum, wo Isabel sich aufhält, kann jedoch auch ihr Lebensgefährte Georg sie nicht erreichen. Der versteht Isabel sowieso nicht. Wie kann sie als vollkommen durchorganisierte Businessfrau einfach kommentarlos und ohne Handy verschwinden? Wenn Georg wüsste, dass Isabel ihre Businesskleidung auf einem Autobahnparkplatz gegen einen Hippierock mit Mondmuster getauscht hat, würde er wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Für Isabel waren die Tage mit Rasso – nach ihrer eigenen Aussage - die „ungradlinigsten Tage ihres Lebens“. Als sie in Füssen, bei Rassos Tante, die Kommode ausladen, lernt Isabel dann Rassos Freund Piet kennen …............

Wie schon erwähnt, ist der Schreibstil der Autorin jugendlich locker und erfrischend und die Charaktere werden sympathisch und authentisch dargestellt. Die größte Entwicklung macht hier Isabel durch, die auf dem gemeinsamen Weg mit Rasso feststellt, dass sie bisher zu viel gearbeitet und zu wenig gelebt hat.

Das Buch hat mich ganz gut unterhalten, ich bevorzuge es jedoch ein klein wenig näher an der Realität.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Madeleines zum Frühstück: Claires Café

Jo Henslin
E-Buch Text: 245 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2016
ISBN B01GLM3L7Y
Genre: Sonstiges

Rezension:

Schon früh in ihrem Leben musste Claire lernen Verantwortung zu übernehmen. Seit dem Tod ihres Vaters führt sie das Seaside Café, das sich in einem kleinen Städtchen an der Küste Neuenglands befindet. Genau wie schon ihr Großvater und auch ihr Vater, steckt Claire ihr ganzes Herzblut in dieses Café und es schmerzt unendlich, dass ihr letzter Freund sich mit den kompletten Ersparnissen aus dem Staub gemacht hat.

Nun steht Claire das Wasser bis zum Hals, denn das Café müsste dringend modernisiert werden, die Bank sitzt ihr im Nacken wegen noch ausstehender Mietzahlungen und zu allem Übel möchte die Billig-Back-Kette „Creamy Delight“ sie aus dem Laden drängen und stellt ihren Verkaufswagen genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf. So kann Claire durch ihr Schaufenster täglich miterleben, wie ihre bisherigen Kunden dem Seaside fern bleiben und dem Billigbäcker ihr Geld in den Rachen werfen – für mangelhafte, viel zu süße und minderwertige Backwaren. Ein paar wenige Stammkunden sind ihr geblieben, aber die retten Claire nicht aus ihrem finanziellen Dilemma. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist zur Zeit der Backkurs bei Maitre Pierre, den sie für kein Geld der Welt versäumen wollte. Ihr Backpartner in diesem Kurs ist Ben.

Bei „Madeleines zum Frühstück“ handelt es sich um den Debütroman von Jo Henslin. Das Buch ist in sich abgeschlossen, endet auch nicht mit einem Cliffhänger, es enthält jedoch durchaus ausreichend Potential für eine Fortsetzung. Wenn ich die Informationen auf der Homepage des Autors richtig deute, ist eine Fortsetzung sogar geplant.

Emily kann einem schon leid tun. Nicht nur, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten steckt, sondern auch deswegen, wie die Creamy-Delight-Leute versuchen, das Seaside mit allen Mitteln in Verruf zu bringen. Gott sei Dank handelt Claire ruhig und besonnen, aber der Billigbäcker gibt einfach nicht auf. Immer an ihrer Seite ist ihre beste Freundin Emily, die schon bei Claires Vater im Seaside gearbeitet hat.

Ben wohnt auf einem Hausboot und stellt Holzmöbel her, die er auf seinem Boot lagert (ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie groß dieses Boot wohl sein wird). Er steht mit beiden Beinen fest im Leben und nachdem sie sich im Backkurs ein wenig besser kennengelernt haben, möchte Ben Claire helfen, das Seaside Café zu retten. Sie schmieden gemeinsam Pläne und kommen sich dabei auch etwas näher, nur seine Herkunft, über die lässt Ben Claire im dunklen.

Alle Figuren, sowohl die Protagonisten, als auch die Antagonisten, wurden realistisch und lebensecht dargestellt. Sie handeln und wirken glaubhaft. Das Buch liest sich gut und schnell von der Hand und ist als lockere Urlaubslektüre bestens geeignet. Es ist kein wow-Buch, dafür gab es die Geschichte, die hier erzählt wird, schon zu oft. Aber ich würde es doch schon mit 4/5 Sternen bewerten. Auf den letzten 100 Seiten häufen sich jedoch die Schreibfehler, so dass ich für diesen Umstand noch einen weiteren Stern abziehe. Es fehlen teilweise Wörter die sich zwar aus dem Sinn des Satzes dann doch ergeben, aber irgendwie hat es den Anschein, als ob das Buch zum Schluss nicht mehr oder nicht mehr so aufmerksam Korrektur gelesen wurde.

Sollte es einen 2. Band zur Claires Café geben, werde ich ihn sehr gerne lesen. 

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132 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

thriller, berlin, martin krist, spannung, kannibalismus

Märchenwald

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548287645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Mutter versteckt ihre beiden Kinder in einem Schrank und als diese sich Stunden später aus dem Schrank befreien können, fehlt von der Mutter jede Spur … es gibt nur einen Blutfleck auf dem Küchenboden. Max erzählt seiner Schwester Ellie die Geschichte vom Märchenwald, in dem immer alles gut wird, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu ihrem Großvater.

Eine junge Frau erwacht aus einem Albtraum. Sie sieht sich um und erkennt, dass sie auf einem Lager aus stinkenden Mülltüten geschlafen hat. Und dann stellt sie fest, dass sie sich an nichts erinnern kann – noch nicht einmal an ihren eigenen Namen.

Ein verwitweter, pensionierter Lehrer bekommt während des Essens eine Herzinfarkt. Einer der Rettungssanitäter macht in der Wohnung des Rentners einen grausigen Fund und die Obduktion der Leiche bringt erstaunliche Dinge ans Tageslicht.

3 große Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Oder etwa doch? Paul Kalkbrenner blickt in seinem 5. Fall in die tiefsten Tiefen menschlicher Abgründe.

„Märchenwald“ ist für mich der erste Fall des sympathischen Ermittlers Paul Kalkbrenner und nach der Lektüre dieses Buches frage ich mich tatsächlich „Warum“? Ich habe schon lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich so gepackt hat.

Auf der einen Seite sind da die beiden Kinder die durch die Gegend irren, auf der Suche nach ihrem Großvater. Wen Kinder nicht kalt lassen, der wird hier wohl am meisten bangen und hoffen und die Daumen drücken, dass sie nach ihrem Weg durch den „Märchenwald“ wohlbehalten bei ihrem Opa ankommen.

Auf der anderen Seite ist die junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat. Sie wird gejagt – von wem und warum, das weiß sie nicht. Ist die Polizei ihr Freund oder ihr Feind? Es dauert lange bis ihre Erinnerungen zurück kommen – und es sind keine guten Erinnerungen. Ich habe mit Zoe (so wird die junge Frau von jemandem angesprochen) richtiggehend mitgefiebert um herauszufinden was in der Vergangenheit mit ihr passiert ist.

Und dann ist da noch der pensionierte ältere Herr, dessen Geschichte bei mir leichte Ekelgefühle hervorgerufen hat. Martin Krist versteht es hier aber wirklich ausgezeichnet den Ekelfaktor nicht allzu groß werden zu lassen, denn dieses Level hat es punktgenau gebraucht, um das Verlangen nach Aufklärung zu schüren.

Natürlich wird auch in Zwischenkapiteln das Privatleben von Kalkbrenner zum Thema gemacht und hier steht das Verhältnis zu seiner Tochter im Vordergrund. Da ich die vorherigen Kalkbrenner-Fälle nicht kennt, fehlt mir hier ein wenig Hintergrundwissen – das schmälerte aber den Lesegenuss nicht.

Dieses Buch hat mich von der 1. Seite an gefesselt. Ohne Leserunde hätte ich es wahrscheinlich in 1 Nacht gelesen. Die kurzen Kapitel, erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, halten die Spannung von Anfang an sehr hoch. Am Schluss bleiben jedoch noch einige Fragen offen. Ich hätte mir z. B. noch etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht, warum die Protagonisten überhaupt auf diesen (Ab-)Weg ihres Lebens geraten sind.

Wie schon eingangs beschrieben – ich hatte schon lange keinen so guten Thriller mehr in der Hand. Der Thriller „Die Mädchenwiese“ steht schon seit einiger Zeit in meinem Regal … aber dort wird er nicht mehr lange ungelesen stehen bleiben. 

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111 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

krimi, münchen, hexenbanner, moor, scheiterhaufen

Moorfeuer

Nicole Neubauer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.01.2016
ISBN 9783734102127
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Freisinger Moor wurde in den frühen Morgenstunden ein Feuer abgebrannt. Auf dem Scheiterhaufen liegt eine verbrannte Frau, um ihren Hals trägt sie ein merkwürdiges Amulett. Alle Umstände weisen darauf hin, dass hier eine Hexenverbrennung stattgefunden hat - aber der Zeitpunkt der Tat liegt im 21. Jahrhundert.

Kommissar Waechter und sein Team ermitteln, gemeinsam mit der Münchener Kriminalpolizei, und müssen sich mit okkulten Dingen wie Hexenbanner, Energieheilung und einem lange zurückliegenden Mord beschäftigen.

"Moorfeuer" ist der 2. Krimi aus der Feder von Nicole Neubauer um das Team von Kommissar Waechter. Ich kenne den Vorgänger "Kellerkind" nicht, konnte das Buch aber auch ohne Vorkenntnisse gut lesen. Einzig die private Situation der Kommissare wird im Vorgänger etwas näher erläutert, aber mir fehlte das Wissen nicht, um diesen Krimi zu verstehen.

Wie in jedem anderen Krimi auch, tragen hier die Kommissare auch ihre ganz privaten Probleme mit sich herum. Diese beeinflussen ihre Arbeit auf die eine oder andere Weise.

Michael Waechter lebt ziemlich zurückgezogen, mag keinen Besuch in seiner Wohnung und nach und nach erschließt sich dem Leser, warum das so ist. Als Polizeibeamter ist er eher der korrekte Typ, was aber nicht bedeutet, dass er nicht auch mal "unter dem Radar" Recherchen betreibt, die den aktuellen Fall eventuell vorantreiben könnten. So beschäftigt er sich mit lange zurückliegenden Dingen aus dem Leben des Mordopfers. Irgendwo muss der Schlüssel zum Fall ja zu finden sein.

Hannes Brandl ist ein ziemlich sperriger Typ. Eher ein militanter Einzelgänger als ein Teamplayer, meiner Meinung nach auch gar nicht wirklich teamfähig und so bringt er sich während der Ermittlungen auch gerne mal in Gefahr (was seine Kollegen dann letztendlich ausbaden müssen). Als Ermittler eigentlich ein ganz origineller Typ, aber von Anfang an berechenbar in seinen Handlungen. Ich hoffe jedoch, dass im richtigen Leben solche Menschen gar nicht zum Polizeidienst herangezogen werden. Auch in seinem Privatleben ist er gerne Soloplayer und so ebenso wenig beziehungstauglich wie teamfähig.

Mit Kommissarin Elli bin ich nicht so richtig warm geworden. Sie hat aber auch eher eine nachgeordnete Rolle, neben Hannes und Waechter.

Das Mordopfer Eva Nell hat sich vor ihrem Tod mit Energieheilung beschäftigt, um sich finanziell über Wasser zu halten. Hat sie einem Kunden Schaden zugefügt und möchte sich deswegen jemand an ihr rächen? Oder hat ihr Ex-Mann gar einen Nutzen von ihrem Tod?

Evas Tochter Maret lebt mit ihrem Mann Sebastian und ihrer kleinen Tochter auch auf dem Hof. Profitiert Maret vielleicht vom Tod ihrer Mutter?

Und dann gibt es noch den Untermieter Dennis, der in einer kleinen Wohnung wohnt und Maret ab und zu Gesellschaft leistet, wenn ihr Mann mal wieder nicht zu Hause ist. Könnte er etwas mit der Tat zu tun haben?

Der Schreibstil von Nicole Neubauer ist angenehm locker. Einige Beschreibungen sind sehr bildhaft, wie z. B.

"Der Wein war lauwarm und schmeckte nach Urin mit Gummibärchenaroma"

und oftmals blitzt ein Funke Humor durch, den ich durchaus teilen kann.

Ein klein wenig gestört hat mich, dass die Wechsel zwischen den Perspektiven sehr schnell gingen und ich manchmal im Lesefluss den Übergang nicht bewusst wahrgenommen habe. So hatte ich dann ab und an einen A-ha-Moment wenn ich dachte ich wäre im Waechter-Strang und tatsächlich bei Hannes war, oder anders herum.
Die persönlichen Probleme der Ermittler standen mir manchmal zu sehr im Vordergrund, aber sie waren ausschlaggebend für die eine oder andere Handlung und von daher gerade noch tolerabel. Mehr hätte es aber tatsächlich nicht sein dürfen.
Dadurch, dass alle Protagonisten ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, könnte jeder von ihnen der Täter sein. Es stellt sich schnell ein Gedanke ein, wer es denn tatsächlich gewesen ist, aber irgendwie fehlt einem zum potentiellen Täter noch das Motiv. Die Auflösung des Ganzen gibt es dann auch tatsächlich erst ganz zum Ende des Krimis.

Zum Schluss des Buches sieht es so aus, als ob sich das Team Waechter auflösen könnte und jeder in Zukunft seine eigenen Wege geht. Dem entgegen steht aber die Aussage von Nicole Neubauer, dass es noch einen 3. Krimi mit Waechter & Co. geben wird. 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, russland, berlin, moskau, st. petersburg

Messertanz

Katja Bohnet
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2015
ISBN 9783426516744
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Berlin-Marzahn wird die Leiche von Alla Kusmin aufgefunden. Arterielles Blut an der Decke und ein vielfach grausamer verstümmelter Leichnam, weisen darauf hin, dass die Frau einen schrecklichen Tod gestorben sein muss.

Foma Lassarev findet an 3 Tagen hintereinander die Ankündigung zu einem Auftritt von "Sista Marx" in seinem Briefkasten. Obwohl er sonst nicht auf solche Art von Unterhaltung steht, sieht er in der 3maligen Aufforderung einen Hinweis, der ihn jedoch fast das Leben kostete. Vor dem Club "Fern und Weh" wird er von einem Unbekannten niedergestochen.

Auf einem Kinderspielplatz verschwindet ein Kind.

Zwischen diesen Verbrechen gibt es keinen Zusammenhang. Oder doch?
Ein Glück, dass das Ermittlerteam Viktor Saizew und Rosa Lopez genauer hinschaut.

Für mich war "Messertanz" das 1. Buch von Katja Bohnet - für Katja Bohnet war es der 1. Thriller.

Zu Anfang ist die Geschichte für den Leser etwas verwirrend. Es tauchen recht viele Protagonisten auf und die Autorin erzählt sowohl aus der Vergangenheit als auch der Gegenwart. Es ist nicht immer auf den 1. Blick klar erkennbar, in welcher Zeit man sich gerade befindet, aber mit Fortschreiten der Geschichte fügt sich dann alles logisch zusammen und die Verbrecherjagd führt unser Ermittlerteam von Berlin über St. Petersburg nach Moskau. Dort findet die ganze Geschichte ihre Auflösung.

Die beiden Kriminalkommissare Rosa Lopez und Viktor Saizew, haben ihre eigenen Dämonen im Gepäck, genau wie viele anderen Ermittler vor ihnen.

Rosa Lopez leidet unter Depressionen und schweren Selbstvorwürfen seit vor 8 Jahren ihr Sohn einfach so verschwunden ist.

Viktor Saizew ist eigentlich aufgrund einer Krankheit vom Dienst beurlaubt, aber zu Hause rumsitzen kann er auch nicht, also hilft er seiner langjährigen Kollegin einfach bei den Ermittlungen.

Saizew und Lopez verbindet ein gemeinsames Erlebnis, bei dem Viktor schwer verletzt wurde. Dieses Erlebnis hat ihr Verhältnis zueinander verändert, aber irgendwie kann der Eine nicht ohne den Anderen sein.

Die beiden Kommissare wachsen einem nicht sofort auf der 1. Seite ans Herz. Zumindest bei mir brauchte es ein paar Seiten, bis ich mich voll und ganz auf sie einlassen konnte.

Wer mir von Anfang an gut gefiel, war die Gerichtsmedizinerin Siska Mohn. Sie brachte in einen doch eher düsteren Alltag ein wenig Licht. Aber auch sie kämpft mit den Schatten ihrer Vergangenheit.

Der Schreibstil von Katja Bohnet ist sehr angenehm, das Buch lässt sich flüssig lesen und auch wenn die Handlungen am Anfang eher verwirren, kann man das Buch nicht gut aus der Hand legen bis man dann die ganze Auflösung erfahren hat. Zum Ende häufen sich die Zufälle, aber das Buch büßt trotzdem nichts von seiner Spannung ein.

Für meinen Geschmack - ein gelungenes Debüt !!
Hoffentlich ermitteln Viktor und Rosa bald erneut in einem Mordfall. 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

samenspende, baby, familie, väter, beatrix mannel

Männer sind die besseren Väter

Beatrix Mannel
E-Buch Text: 249 Seiten
Erschienen bei dotbooks, 01.07.2015
ISBN 9783958242456
Genre: Romane

Rezension:

Noch im Kreißsaal, direkt nach der Entbindung von ihrem Sohn Max, hat Eva das dringende Bedürfnis sich zu unterhalten – ihre Bettnachbarin Carla möchte sich hingegen lieber ausruhen. Es entwickelt sich trotzdem ein Gespräch zwischen ihnen. Eva und Carla werden dann zufällig dem gleichen Krankenhauszimmer zugeteilt, nach ihrer Entlassung treffen sie sich beim Kinderarzt oder beim Einkaufen und aus einer Zufallsbekanntschaft entwickelt sich langsam eine Freundschaft.

Evas Mann Nick geht total in seiner Vaterrolle auf. Natürlich gibt es nur das Beste für den Stammhalter. Er geht sogar soweit, dass er Eva vorschreiben möchte was sie tun und was sie essen darf bzw. was nicht. Eva leidet unter Schlaf- und Nährstoffmangel und zu Hause fällt ihr die Decke auf den Kopf. Als dann auch noch ihre Geschäftspartnerin von der Leiter fällt und sich Bein bricht, nutzt Eva die Gunst der Stunde, sich wieder um ihren Wäscheladen zu kümmern. Aber wer kümmert sich in der Zeit um Max? Ein Babysitter muss her.

Carla ist, im Gegensatz zu Eva, eine sehr organisierte Mutter. Bei ihr klappt alles wie am Schnürchen und sie sieht zudem immer aus wie aus dem Ei gepellt. Nachdem die erste Babysitterin sich als totaler Fehlgriff herausgestellt hat, übernimmt kurzerhand Carla den Job sich um Max zu kümmern.

Am Anfang hat Eva irgendwie noch Scheuklappen auf den Augen, aber nach und nach wird auch ihr bewusst, dass ihr Mann und Carla sich immer besser verstehen und sie die Beiden in ziemlich verfänglichen Situationen antrifft. Haben sie vielleicht etwas miteinander und wieso gleicht Carlas Sohn Joshua ihrem Max als wäre er sein Zwilling?

Wer mehr wissen möchte ..... der muss sich das Buch kaufen und lesen.

Bei „Väter sind die besseren Mütter“ handelt es sich um den ersten Roman aus der Feder von Beatrix Manell. Die Originalausgabe erschien im Jahr 2000 unter dem Titel „Voll ins Schwarze“ im Econ Ullstein List Verlag GmbH und wurde im Juli 2015 als eBook im dotbooks Verlag aufgelegt.


Da es im Jahr 2000 noch keinen Euro gab, findet der Leser in diesem Buch noch die gute alte D-Mark.

Nach eigener Aussage von Beatrix Mannel, hat dieser Roman ihr ganzes Leben verändert, weil sie im Anschluss wusste, dass sie genau das zu ihrem Beruf machen möchte: Das Schreiben. Nachdem ich schon ihre historischen Romane „Der Klang der blauen Muschel“ und „Die Insel des Mondes“ kenne, kann ich – aus meiner Sicht – bestätigen, dass sie dieses Handwerk auch versteht.

Ihre Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet und die Geschichte zieht mich, als Leser, vollkommen in ihren Bann.

Eva ist Mitinhaberin von „Gabys Wäscheparadies“ und genau so konventionell wie der Name, ist auch Eva. Mit Veränderungen tut sie sich schwer und am besten läuft alles so wie es immer gelaufen ist. Ihre Geschäftspartnerin Gaby ist ein Mensch, auf den man gut und gerne verzichten könnte. Sie ist überheblich, gerne auch beleidigend zur Kundschaft und man fragt sich, wie diese beiden Frauen eine geschäftliche Partnerschaft eingehen konnten. Da passt ja gar nix.

Carla erscheint anfangs mürrisch, abweisend und verschlossen aber man kann schon direkt auf den ersten Seiten spüren, dass sich hier ein Mensch mit Herz verbirgt. Ich mochte Carla von Anfang an richtig gerne im Gegensatz zu Nick, der mir irgendwie als Übervater vorgekommen ist. Er möchte für seinen Sohn natürlich nur das Beste, das möchte vermutlich jeder Elternteil für sein Kind. Aber, dass er seiner Frau vorschreibt was sie essen darf/soll und was nicht, das ist nur ein kleiner Fehlgriff in dem was er sonst noch so tut.

Den aufmerksamen Leser wird das Ende der Geschichte nicht wirklich überraschen, das nimmt dem Buch aber nicht die Spannung, denn Eva auf dem Weg dorthin zu begleiten, hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Mit „Väter sind die besseren Mütter“ ist Beatrix Mannel ein hervorragendes Debüt gelungen und ich freue mich, dass ich dieses Buch lesen durfte. 

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175 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

schmetterlinge, liebe, jugendbuch, mariposa, fantasy

Mariposa - Bis der Sommer kommt

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 30.03.2015
ISBN 9783570155363
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jake Keane, 17 Jahre alt, wohnhaft in L.A. wird zu einer Jugendstrafe verurteilt. Er muss über einen Zeitraum von 6 Monaten an einem Modellprojekt teilnehmen. Das Projekt findet jedoch nicht in L. A. statt sondern im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien.

In der Kleinstadt Mariposa trifft Jake auf Nessa. Sie ist so ganz anders als die Mädchen die Jake bisher kennengelernt hat. Eigentlich ist sie optisch überhaupt nicht sein Typ mit ihren roten Haaren und ihrem merkwürdigen Kleidungsstil – aber er bekommt sie einfach nicht aus seinem Kopf. Und dann beginnen sie sich zu treffen: Jeden Sonntag um die gleiche Zeit am gleichen Ort.

Zwischen Jake und Nessa entwickelt sich ganz langsam eine Beziehung die nicht sein darf, die keine Zukunft haben kann, die gefährlich ist.


Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.
(Ludwig Feuerbach)

„Mariposa - Bis der Sommer kommt“ ist definitiv auf meine „Freundesliste“ gewandert.

Wer meine Rezension von „Zeit der wilden Orchideen“ kennt, der weiß, dass ich mich in diesem Buch anfangs mit dem Schreibstil von Nicole C. Vosseler sehr schwer getan habe. Er war mir zu blumig und zu voluminös, was sich aber im Laufe des Buches deutlich gelegt hat. Am Ende angekommen hatte ich dann doch einige schöne Lesestunden hinter mir, was mich dazu bewogen hat ein weiteres Buch der Autorin zu lesen. Manchmal sollte man genau das tun – jemandem noch eine Chance geben.

In „Mariposa“ wurde ich schon auf den ersten Seiten positiv überrascht, denn genau hier gehört dieser Schreibstil hin. Er passt perfekt um all das zu beschreiben, was der Leser sich in seiner Phantasie vorstellen kann.

Jake wurde zu 6 Monaten Community Service verurteilt und als er in Mariposa eintrifft, versteckt er sich hinter einer Fassade. Er lehnt sich gegen alles und jedes auf, lässt niemanden an sich heran, gibt den großen Macker und nichts und niemand interessiert ihn. Er möchte seine 6 Monate absitzen und dem gottverlassenen Nest den Rücken kehren. All das ändert sich als er Nessa trifft.

Nessa und ihre Familie leben zurückgezogen in einer Gemeinde die mit den Einheimischen von Mariposa nichts zu tun haben möchte. Auffallend ist, dass alle Menschen dieser Gemeinde rote Haare haben. Wie kann das sein?

Nessa scheint nichts von dem zu kennen was für Jake selbstverständlich ist. Kaffee? Schokolade? Burger mit Pommes? Fehlanzeige. Durch Jake lernt sie jeden Sonntag etwas neues kennen. Aber wieso kennt sie das nicht, sie ist ein junges Mädchen.

Dem Leser drängt sich der Gedanke auf bei Nessas Volk könne sich um eine Sekte handeln wie z. B. die Amish People.

Alle Charaktere in diesem Buch sind überaus liebevoll ausgearbeitet.
Neben Nessa und Jake spielen einige andere Personen eine wichtige Rolle wie z. B. Nessas Mutter, Jakes Bewährungshelfer Josh, Travis, Hayden und alle sind realistisch dargestellt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Nessa und Jake erzählt. Durch diese Perspektivwechsel ist der Leser minimal besser informiert aber als Nessa ihr Geheimnis lüftet, hat mich das genau so umgehauen wie Jake. Ich muss gestehen, das war so schön, dass ich ein paar Tränchen vergossen habe.

Wer es gerne absolut realistisch haben möchte, der ist mit diesem Buch nicht gut beraten. Aber wer sich darauf einlassen kann, dass man im Leben nicht immer alles (be)greifen kann, der ist hier definitiv richtig.

„Mariposa - Bis der Sommer kommt“ – eines meiner Lese-Highlights für 2015. 

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Tags: jugendarrest, mariposa, schmetterlinge, usa   (4)
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, schauspieler, ex-freund, videokünstler, entscheidungsfreiheit

Maybe You? Entscheide sich, wer kann!

Bettina Brömme
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 02.04.2015
ISBN 9783802597428
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hast DU Probleme damit Entscheidungen zu treffen?
Nein?
Ich auch nicht.
Gott sei Dank.

Die Protagonistin Annika aus „Maybe you? Entscheide sich wer kann!“ kann sich überhaupt nicht entscheiden. Nicht bei dem was sie anziehen soll, nicht bei der Auswahl was sie essen mag und leider, leider kann sie auch keine Wahl treffen bezüglich des Mannes der als Partner für sie in Fragen kommen könnte. Dazu braucht sie den Leser.

Tina Brömme hat hier ein wirklich interessantes Konzept umgesetzt bei dem der Leser die Entscheidung für Annika treffen kann.

Die ersten 51 Seiten sind für alle Leser gleich.

Das Buch wird aus der Sicht von Annika Frey erzählt. Annika ist 26 Jahre alt und nach einem Auslandsjahr in Neuseeland arbeitet sie in der Online-Redaktion des Fernsehsenders TVOne.

In der U-Bahn lernt sie Adrian Kuschmann kennen. „Kuschi“ dringt auf ziemlich dreiste Art und Weise in Annikas Leben ein, aber sie lässt sich dazu hinreißen ihm 20,00 € zu leihen. Um die Rückgabe des Geldes koordinieren zu können, gibt Annika ihm ihre Handy-Nummer. Am Abend erhält sie von ihm eine SMS die ihre Neugierde weckt. Er möchte, dass sie mit ihm diesen Abend verbringt.

Bei einem Video-Interview lernt sie den Schauspieler Malik Ünal kennen. Malik ist am Anfang etwas komisch drauf, aber im Gespräch nach dem Interview stellt er sich dann doch als ganz nett heraus und lädt Annika dazu ein, den Abend mit ihm zu verbringen.

Neben Malik und Kuschi gibt es noch Tim, gerade ihr Ex geworden, aber irgendwie hat Tim scheinbar nicht so recht verstanden, dass Annika sich von ihm getrennt hat. Auch er möchte gerne ein Date mit Annika haben und sie darf auswählen zwischen Kino oder Theater.

Zu guter Letzt wird der Leser auch noch mit Josch bekannt gemacht. Josch war Annikas Freund während ihres Aufenthaltes in Neuseeland. Aufgrund der vielen tausend Kilometer zwischen Deutschland und Neuseeland ist Josch keine Option, aber wenn er hier wäre, bei Annika, wäre das wohl ihre erste Wahl.

Aber Josch ist leider nicht hier und so muss sich Annika entscheiden ob sie den Freitag Abend lieber mit Malik, Kuschi oder Tim verbringen möchte. Da sie nicht in der Lage ist diese Entscheidung zu treffen, muss der Leser ihr helfen.

Hier spaltet sich das Buch nun in 3 Stränge – einen für Annika + Malik, einen für Annika + Kuschi und einen für Annika + Tim.

Ich habe mich für den Annika + Kuschi-Strang entschieden.
Obwohl Kuschi mir bei seiner „Vorstellung“ in der U-Bahn ziemlich frech-dreist erschien wollte ich ihm eine Chance geben. Denn Malik konnte mich nicht von sich überzeugen und auch Tim war eher nicht so meine Kragenweite. Und für irgendwen musste ich mich ja entscheiden. Also Kuschi.
Kuschi stellte sich dann auch als gar nicht so schrecklich heraus. Er ist witzig, auf eine gewisse Art und Weise charmant, aber auch chaotisch und unverbindlich. Unverbindlich in der Hinsicht, dass er sich nicht ganz und gar auf eine Partnerschaft mit Annika einlassen mag und sich ab und an mal einige Tage nicht meldet aber auch nicht zu erreichen ist. Seine Aussage gegenüber Annika lautet, dass er jetzt nicht ihretwegen einen auf „Pächen-Mutant“ machen wird. * grmpf * Nicht das, was Annika gerne hören würde. Aber sie lässt sich darauf ein.

Nach 118 Seiten steht Annika schon wieder vor einem Problem. Kuschi lädt sie ein gemeinsam mit ihm zum Europäischen Poetry-Slam-Wettbewerb nach Südtirol zu fahren, incl.. Übernachtung in einem Baum-Hotel und Malik, der auch noch nicht aufgegeben hat auf seine Chance zu hoffen, möchte mit Annika übers Wochenende nach Hamburg fliegen.

Tim hat sich im Laufe seines Handlungsstranges anderweitig orientiert, so dass der Leser nun nur noch entscheiden muss ob Annika das Wochenende mit Kuschi oder mit Malik verbringen soll.

Ich habe mich entschieden weiter Annika + Kuschi zu folgen.

Wo Annika im vorherigen Abschnitt den Leser zu ungläubigem Kopfschütteln in Anbetracht ihrer Entscheidungs-Unfähigkeit gebracht hat, beginnt sie nun endlich damit Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Sie bringt Ordnung in ihre Beziehung zu ihren getrennt lebenden Eltern, sie bringt Ordnung in die Beziehung zu ihrer Schwester, findet heraus was sie beruflich möchte und was nicht und klärt auch mit Kuschi wie es weitergehen soll in ihrer Beziehung.

Der Schluss ist genau so wie ich es mir für Annika gewünscht habe! 

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koma, unfall, familie, liebe, vergangenheit

Mit Rosen bedacht

Jennifer Benkau
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 12.03.2015
ISBN 9783431039153
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit 4 Jahren sind Wanda und Karim ein glückliches Paar. In wenigen Tagen wollten sie heiraten, das Hochzeitskleid hängt schon bei Wanda im Schrank, als das Schicksal ihr Leben von jetzt auf gleich aus den Angeln hebt. Karim wird bei einem Unfall so schwer verletzt, dass er ins Koma fällt.

Als der Arzt sie bittet die Versichertenkarte von Karim mitzubringen, kann sie diese zu Hause nicht finden. Aber sie findet auch keine anderen persönlichen Dinge von Karim – und plötzlich stellt Wanda fest, dass sie den Mann, den sie in Kürze heiraten wollte, überhaupt nicht kennt.

Sie fängt an nachzuforschen und bringt ein grausames Verbrechen ans Tageslicht. Auf der Suche nach Antworten wer Karim wirklich war, gerät sie selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Dies ist der 1. Roman den ich von Jennifer Benkau gelesen habe und ich kann schon gleich eine Leseempfehlung aussprechen. Für manche Bücher sollte man 10 Sterne vergeben dürfen. Dieses Buch ist ein absolutes Lese-Highlight !

Die Geschichte von Wanda und Karim wird von Wanda in der ich-Form erzählt, jedoch in 2 Zeitsträngen.

Der Hauptstrang erzählt Wandas Geschichte ab dem Tag des Unfalls. Wie sie den Schock verarbeitet und versucht ihr Leben in einigermaßen geregelten Bahnen ablaufen zu lassen, wie sie hilflos im Umgang mit der Situation bei Karim am Krankenbett sitzt und nach und nach die Wahrheit über ihren Noch-Freund oder Fast-Ehemann herausfindet.

Der 2. Strang beginnt 4 Jahre zuvor an einer Tankstelle. Der Leser erfährt wie Wanda und Karim sich kennengelernt haben (eine sehr süße Geschichte übrigens) und wie meisterhaft Karim es verstanden hat Fragen, die sich auf seine Person bezogen, umzulenken auf ein anderes Thema so dass Wanda meist gar nicht bewusst wurde, dass er ihre Fragen nie beantwortet hat. Und sie hat vor lauter Liebe niemals wirklich nachgehakt.

Als Leser denkt man sich manchmal in Bezug auf Wanda „Wie naiv kann man denn eigentlich sein?“ – aber als Außenstehender hat man immer leicht reden und wenn man verliebt ist, dann nimmt man viele Dinge gar nicht so wichtig. Dass sie doch mal hätte an der einen oder anderen Stelle nachfragen sollen, fällt Ihr jetzt auf. Jetzt, wo es zu spät ist und Karim ihr keine Antworten mehr geben kann.

Wanda ist auf jeden Fall ein Charakter dem man von Anfang an gerne durch die Geschichte folgt. Wie man so schön sagt „sie wächst an ihren Aufgaben“. Am Anfang noch überfordert mit all den Informationen die auf sie einprasseln, geht sie den Weg auf der Suche nach Wahrheiten zu Ende, auch wenn dieser sie in Lebensgefahr bringt.

Im Jetzt-Strang liegt Karim im Krankenhaus auf der Intensiv-Station und kann einem eigentlich nur leid tun. Nach und nach erfährt der Leser so viele Dinge von ihm und es gibt ein breites Spektrum an Gefühlen die man Karim entgegenbringt. Vom absoluten Traum-Mann bis zu jemandem mit dem man nichts mehr zu tun haben möchte, ist alles an Gefühlen drin. Diese Gefühle wandeln sich durchaus mehrfach und weil Jennifer Benkau den Schluss offen gelassen hat, kann jeder Leser sich die Geschichte weiterspinnen und entscheiden ob er Karim mögen oder verurteilen möchte.

Wanda hat diese Entscheidung für sich selbst auch getroffen.

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Tags: ehrenmord, hochzeit, koma   (3)
 

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daryl simmons, australien, aboriginees, schmerz, rätsel

Mörderische Gier

Alex Winter
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 01.09.2013
ISBN 9789963727339
Genre: Krimi und Thriller

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liebe, romantik, bookshouse, sarah, julian

Mein Herz klopft wie verrückt

Evanne Frost
E-Buch Text: 90 Seiten
Erschienen bei bookshouse ready-steady-go, 22.08.2014
ISBN 9789963526765
Genre: Liebesromane

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verwirrung, devon cream te, liebe, betrug, susanne gerdom

Margaret - Die Liebe einer Lady (Devon Cream Tea)

Franziska Hille
E-Buch Text: 287 Seiten
Erschienen bei Qindie, 29.03.2014
ISBN B00JCZR19M
Genre: Sonstiges

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humor, lehrer, ruhestand, ehe, deutsch

Mehr Zeit mit Horst

Ingeborg Seltmann , , ,
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.04.2014
ISBN 9783499232244
Genre: Humor

Rezension:

Im Roman von Ingeborg Seltmann „Mehr Zeit mit Horst“ beschreibt uns die Protagonistin Gabi König die Zeit bis zur Pensionierung ihres Mannes. Horst ist Lehrer und mit Beginn der Sommerferien wird er seinen Ruhestand antreten – bis dahin sind es noch 190 Tage.

Horst wünscht sich, daß auch Gabi ihren Job aufgibt, damit sie gemeinsam den Lebensabend genießen können. Er möchte gerne mit dem Wohnmobil durch die USA touren. Gabi hingegen liebt ihren Job als Buchhändlerin und hat noch nicht vor in den Ruhestand zu gehen.

Sie versuchen schon mal ein wenig mehr Zeit miteinander zu verbringen um sich daran zu gewöhnen wie es sein wird wenn .......

Das Buch beschreibt in großen Schritten die 190 Tage bis zum Ruhestand.

Mein Fazit:

Das Buch ist aus Sicht von Gabi König in der Ich-Form geschrieben und es lässt sich locker und flüssig lesen. Ich würde es in die Rubrik „kurzweilige Urlaubslektüre“ einsortieren aber ganz sicher kann man es auch außerhalb des Urlaubes lesen. :-)

Auf dem Cover steht zu lesen „ER geht in Rente und IHR auf die Nerven“

Mein Empfinden ist da leider genau konträr: Die einzige Person die mir von der ersten bis zur letzten Seite auf die Nerven geht mit ihrem Verhalten - ist Gabi.

Beispielsweise möchte Horst zukünftig gerne gemeinsam mit ihr in den Fitnessclub gehen, Gabi möchte Horst aber nicht in „ihrem“ Fitnessclub haben. Im Gegenzug gefällt es ihr aber auch nicht wenn er am Wochenende einen Angelausflug mit Freunden und ohne sie unternimmt.

Gabi versteht es sehr gut immer wieder Gründe zu finden warum sie ihrem Mann nicht den Gefallen tun möchte ebenfalls in den Ruhestand zu gehen.

Wenn ich Horst wäre – ich  würde alleine mit dem Wohnmobil in die USA fahren. :-D

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