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160 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

los angeles, liebe, hollywood, sommernachtsfunkeln, beatrix gurian

Sommernachtsfunkeln

Beatrix Gurian
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.04.2017
ISBN 9783401603223
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kati trägt nach einem schlimmen Unfall eine Narbe im Gesicht davon. Diese Narbe ist groß und auffallend und deswegen leidet Kati unter schwindendem Selbstwertgefühl und Depressionen. Sie bricht alle Brücken hinter sich ab und flüchtet nach L.A. um dort 1 Jahr als Au-Pair-Mädchen zu arbeiten. Als sie eines Tages von ihrer Au-Pair-“Mutter“ ins Lived geschickt wird, um ein wenig die Cocktailrezepte auszuspionieren, trifft sie auf Jeff, den Inhaber der Bar. Jeff scheint ihre Narbe gar nicht zu bemerken oder er ignoriert sie geschickt und er umgarnt Kati regelrecht mit seinem Charme, was ihr einen Selbstbewusstseins-Schub gibt. Sie hat überhaupt nichts dagegen, von Jeff eingewickelt zu werden. Dann setzt sie die rosarote Brille auf und packt die Naivität aus.

Jeff und seine Schwester Lucy, die beiden Inhaber des Lived, haben eine florierende Bar mit internationalem Publikum aufgezogen und der Geheimtip ihrer Bar sind Smoothies, die genau passend und mit geheimen Zutaten zum jeweiligen Charakter des Trinkenden hergestellt werden.

Jeff, Lucy und deren Freund Ezra, lassen von Anfang an den Eindruck bei mir entstehen, dass mit ihnen etwas nicht so recht stimmt. Dann wiederum zweifele ich an meiner Phantasie, denn eigentlich sind sie doch ganz normale Menschen.

Und dann ist da noch Luke. Seit Jahren sind Kati und er befreundet, aber erst in letzter Zeit wird Kati bewusst, dass sie mehr für ihn empfindet als nur Freundschaft. Als Luke zum ersten Mal aus seiner Perspektive in der Geschichte erwähnt wird, dachte ich mir „okeeeeey, was ist das denn für einer?“, aber je öfter die Perspektive von Kati zu Luke wechselt, desto mehr mag ich ihn und das bleibt auch bis zum Schluss so. Luke ist der Einzige, der wirklich den Überblick behält.

Die Autorin versteht es geschickt, den Leser immer wieder dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen „Ist das jetzt real oder nicht?“. Damit hält sie die Spannung gekonnt von Anfang an aufrecht.

Am Schluss fügt sich alles ineinander. Für mich persönlich ist der Schluss ein klein wenig zu harmonisch, da hätte gerne etwas nicht so rund laufen dürfen – aber letztendlich werden alle Fragen beantwortet.

Bisher kannte ich von der Autorin nur die historischen Romane, die sie unter ihrem Namen Beatrix Mannel veröffentlicht hat. Aus der Sparte ihrer Jugendbücher liegt hier schon seit einer kleinen Ewigkeit „Stigmata“ auf meinem SuB, aber das wird jetzt hoffentlich nicht mehr lange so bleiben, denn ihr neuestes Buch „Sommernachtsfunkeln“ zu lesen, war nicht meine schlechteste Idee.

Das Buch richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 – 15 Jahren und - auch wenn ich der Zielgruppe längst entwachsen bin - es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.

Der Schreibstil von Beatrix Gurian ist angenehm, flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind allesamt realistisch und greifbar beschrieben und re-/agieren weitestgehend dem Alter nach, in dem sie sich befinden.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

kochbuch, rezepte, muskeln, ausdauersport, muskeltraining

Strongfood – Das Kochbuch

Ingo Froböse
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.04.2017
ISBN 9783954531271
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe einen 20jährigen Sohn, der sehr großen Wert auf körperliche Fitness legt und immer wieder stellt er mich vor die Herausforderung, das richtige und optimale Essen für sein Training (davor und danach) auf den Tisch zu stellen.

Das Buch von Prof. Dr. Ingo Froböse zeigt mir auf den 1. Blick in der Leseprobe, dass man diesem Umstand hier gerecht wird – es gibt Rezepte für vor und nach dem Training, Rezepte die für Ausdauer- und Kraftsportler getrennt aufgelistet werden, Rezepte für trainingsfreie Tage und ein ausführlicher Theorie- und Praxisteil rundet das Buch ab. Es scheint auf den 1. Blick all das zu enthalten, was man sich als Sportler wünscht, wenn man nicht nur „ab und zu mal ne Runde Joggen geht“.

Positiv empfinde ich, dass die Rezepte für 1 Person angegeben sind und für alle 3 Mahlzeiten am Tag etwas dabei ist – die in der Leseprobe enthaltenen Rezeptvorschauen sind sehr ansprechend, die Fotos der nicht in der Leseprobe enthaltenen Rezepte machen aufgrund ihrer Optik schon Lust auf gutes und gesundes Essen.

Am 26.04. hat uns dieses Buch per Post erreicht und ich muss sagen, dass unsere Erwartungen wirklich vollkommen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen wurden.

Das Buch „Wer Muskeln will, muss richtig essen“ enthält einen Theorie- und Praxisteil und einen Rezept-Teil, wobei dieser Part mit 150 Seiten (jeweils 1 Seite Rezept, 1 Seite Bild) deutlich den größten Teil des Buches einnimmt.

Im Theorie- und Praxisteil erklärt Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse die Zusammenhänge, warum man z. B. als Ausdauersportler Fett und/oder Kohlenhydrate braucht und welche Auswirkungen Fructose in der Ernährung hat. Welchen Bedarf an welchen Nährstoffen haben Ausdauer- und Kraftsportler und was tun, wenn man sich verletzungsbedingt in einer Rekonvaleszensphase befindet. Welche Energie sollte man vor, während und nach dem Training zu sich nehmen und welchen Nutzen haben Nahrungsergänzungsmittel?

Wer sich ein klein wenig mit Sport beschäftigt, der kennt den Namen von Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse und in dem von ihm niedergeschriebenen Praxisteil kann man spüren, dass die hier gegebenen Informationen auf fundiertem Fachwissen beruhen. Es werden – auch für den Laien verständlich – die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Muskelaufbau bzw. vorhandener Energie erklärt und warum manche Dinge Sinn machen oder eben nicht.

Im vorderen Teil des Buches gibt es eine Übersicht über den Energieverbrauch von Frauen/Männern, unterteilt in Alltagsaktivitäten und sportliche Aktivitäten. So verbrennt beispielsweise eine Frau mit 80 kg Gewicht beim Kochen/Essen zubereiten 168 kcal/Stunde und ein Mann mit gleichem Gewicht 225 kcal/Stunde.

Diesem Praxisteil konnten sehr viele wertvolle Informationen entnommen werden, die nun auch fürs Training umgesetzt werden.

Der anschließende Rezept-Teil hat ja eher mich interessiert und auch hier ist die Begeisterung groß. Die im Buch enthaltenen Rezepte wurden von Heike Lemberger entwickelt, die seit 20 Jahren als Diplom-Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Hamburg im Fachbereich Bewegungswissenschaft arbeitet.

Bei einem Blick auf die Zutatenliste der einzelnen Rezepte dachte ich zuerst, dass das mengenmäßig gar nicht so sehr viel sein kann, die Zubereitung belehrte mich dann aber eines besseren. Die Angaben für 1 Portion sind mehr als ausreichend bemessen, manches haben wir mit 2 Personen gegessen.

Ausprobiert haben wir bisher:

Frühstück: Laugenbrezel mit Thunfisch-Frischkäscreme (Seite 67)
Frühstück: Frischkäserührei auf Baguette (Seite 83)
Frühstück: Bananenbrot mit Zimtquark (Seite 160)
Abendessen: Gnocchi-Hähnchen-Pfanne in Kräutersauce (Seite 80)
Kalte Mahlzeit: Brötchen mit Fruchtiger Creme und Kasseler (Seite 106)
Kalte Mahlzeit: Curry-Ananas-Reissalat mit Kasseler (Seite 126)

Für das Bananenbrot mit Zimtquark habe ich das Bananenbrot selbst gebacken und bei diesem „Brot“ waren wir hier einstimmig der Meinung, dass man das essen kann, aber nicht essen muss. Die Konsistenz des „Brotes“ gleicht eher der eines Radiergummis und auch der Zimtquark konnte da nix retten. Mit 250 g Proteinpulver und 50 g Kokosblütensirup ist es zudem ein sehr teures „Brot“,

Alles andere haben wir als schmackhaft und mengenmäßig ausreichend empfunden.

Die Angaben zur Zubereitung selbst sind einfach und übersichtlich beschrieben, so dass man das Rezept problemlos umsetzen kann. Ob die angegebene Zubereitungszeit stimmt, habe ich nicht überprüft, auf so etwas achte ich eher selten. Die Zutaten sollte man in jedem Supermarkt bekommen und diese auch zu einem moderaten Preis.

Für mich ist dieses Buch eine echte Bereicherung, so dass ich zukünftig nicht mehr mühsam das Internet nach sporttauglichen Rezepten durchforsten muss.

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

thriller, flucht, cia, amoklauf, korruption

Sie werden dich finden

James Rayburn
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Tropen, 11.03.2017
ISBN 9783608100808
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie jeden Morgen fährt Holly Brenner ihre 6jährige Tochter Suzie auch heute zur Grundschule. In dem Moment, als sie die 2 jungen Männer auf dem Gelände der Grundschule sieht, wird ihr klar, dass ihre seit Jahren sorgfältig aufrecht erhaltene Tarnung sich in wenigen Minuten in Luft auflösen wird. Sie tötet die beiden Männer, verhindert damit ein Attentat auf die Schule, aber durch die DNA-Spuren, die sie am Tatort hinterlässt, wird sie wieder zu Kate Swift, jene Frau, die von der CIA und ihrem ehemaligen Vorgesetzten gejagt wird.

Einst war die CIA ihr Arbeitgeber – bis zu dem Zeitpunkt, als ihr palästinensischer Ehemann Yusuf durch die Hand von Lucien Benway, Kates damaligem Vorgesetzten, ermordet wurde. Kate ging mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit, Benway verlor seinen Posten und das Vertrauen der Regierung und Kate ist mit ihrer Tochter untergetaucht.

Da sie geahnt hatte, dass ihre Tarnung irgendwann auffliegen wird, lässt sie einen lange ausgereiften Notfallplan ablaufen, ändert erneut ihre Identität und die ihrer Tochter und macht sich auf den Weg nach Thailand, um dort ihren ehemaligen Mentor Harry Hook aufzusuchen und um Hilfe zu bitten.

Dann stürzt AirStar Flug 2605 über Thailand ab …..

„Sie werden Dich finden“ ist ein Thriller aus der Feder des Autors James Rayburn. Es handelt sich dabei um das offene Pseudonym des Drehbuchautors, Regisseurs und Produzenten Roger Smith, der in Johannesburg/Afrika geboren wurde, in Kapstadt lebt und arbeitet und auch unter seinem Klarnamen Krimis und Thriller veröffentlicht.

Das Buch hat 400 Seiten, die in 90 kurze Kapitel eingeteilt sind und wechselweise aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt werden. Es gibt Kapitel aus der Sicht von Kate und ihrer Tochter, von Lucien/Nadja Benway, von Harry Hook und Philip Danvers. Alle haben mit der CIA-Vergangenheit von Kate Swift zu tun und sind ihr mal mehr oder mal weniger wohlgesonnen.

James Rayburn schafft es gleich auf den ersten Seiten, den Spannungsbogen steil in die Höhe schnellen zu lassen und den Leser neugierig auf die nächsten Kapitel zu machen. Leider kann er die Spannung nicht über die komplette Buchlänge aufrecht halten, denn irgendwann verliert er sich mehr und mehr in ausschweifenden Beschreibungen der einzelnen Personen, was Kate und ihre Tochter etwas aus dem Fokus rutschen lässt.

Das Buch ist gespickt mit Leichen, was bei einem Thriller ja nichts ungewöhnliches ist, es wird aber nicht bei jedem Toten klar, warum er/sie sterben musste. Zudem bedient der Autor sich einer ziemlich derben und obszönen Sprache. Am Anfang habe ich mich daran noch nicht gestört, aber mit fortschreitender Seitenzahl war es mir persönlich dann doch etwas zu derb.

Die Charaktere von Kate und Suzie sind gut angelegt, wobei Suzie mit ihren 6 Jahren schon viel zu verständnisvoll darauf reagiert, dass sie mehrfach ihren Namen und ihr Aussehen ändern muss. Noch nicht einmal gegen einen neuen Radikal-Haarschnitt wehrt sie sich, aber solche Kinder gibt es ja tatsächlich. Die anderen Charaktere sind gut beschrieben, erlangen aber aufgrund ihrer Charaktereigenschaften und/oder verkorksten Lebensumstände nicht unbedingt meine Sympathie.

Der Thriller war durch die kurzen Kapitel gut zu lesen, hatte ausreichend Action und wer es gerne blutig und derb mag, ist hier gut bedient. Das Ende war überraschend anders als erwartet.

Bei mir wird die Geschichte sicherlich nicht lange im Gedächtnis verweilen – dazu gibt es zu viele Thriller, die mir deutlich besser gefallen haben. 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebe, verlust, trauer, verkuplung, gefühlschaos

Splitter vom Glück

Simone Süß
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Forever, 09.09.2016
ISBN 9783958181373
Genre: Liebesromane

Rezension:

Julia musste in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge hinnehmen. Sie hat sehr lange gebraucht um den Tod ihrer Mutter, die an Krebs verstorben ist, zu überwinden. Damals hat Julia jedoch nicht nur ihre Mutter verloren sondern auch ihren Vater, der sich seiner Tochter mehr und mehr entzogen hat um sich in sein Schneckenhaus einzuigeln. Zu diesem Zeitpunkt war Julia gerade einmal 16 Jahre alt.

Julia macht eine Ausbildung in der Steuerkanzlei ihres Vaters und nach einer kurzen Liaison mit einem Jungen aus ihrer Berufsschule (den sie nicht liebte) beschließt sie, sich intensiver ihrem Hobby zu widmen – Operngesang. Nun lernt sie ihren zukünftigen Mann Johannes kennen, er ist der Dirigent des Orchesters, das ihr Bühnen-Debüt begleitet. Das Schicksal meint es jedoch nicht gut mit Julia, denn ihre große Liebe Johannes wird ihr jäh durch einen Autounfall genommen.

Vom Leben enttäuscht und zutiefst verletzt beschließt Julia, ihr Herz nie mehr wieder zu verschenken. Sie kündigt ihren Büro-Job und widmet sich intensiv ihrer Opernkarriere. Ihr Agent vermittelt ihr einen Auftritt in England und bei einer Buchungspanne am Schalter der Fluglinie lernt sie Paul kennen. Sein Geschäftspartner ist kurzfristig erkrankt und Paul hat für diesen Flug ein Ticket zu viel in der Tasche – damit hilft er Julia ohne zu zögern aus ihrer misslichen Lage.

Der liebesromanerfahrene Leser könnte nun auf den Gedanken kommen, dass sich zwischen Paul und Julia eine Romanze anbahnt aber weit gefehlt; Paul ist schwul. Er findet aber, dass Julia die perfekte Frau für seinen Freund Jared wäre. Und nun setzt Paul alles dran, dass die Beiden sich „finden“. Alle vorherigen Versuche Jared zu verkuppeln, sind wohl fehlgeschlagen.

„Splitter vom Glück“ ist ein Roman mit zwei Erzählsträngen. Das, was Julia erlebt, wird von Julia selbst in der Ich-Form erzählt. Das, was Paul und Jared betrifft, wird aus Sicht einer Dritten Person erzählt.

Julia hat in ihrem Leben wirklich viel ertragen müssen und hat es verdient, irgendwann und irgendwo noch einmal ihr Glück zu finden. Dass sie es ausgerechnet in London findet, hätte sie wahrscheinlich nicht gedacht, aber das Leben fragt einen in der Regel nicht, was man gerne hätte.

Die Hauptprotagonisten in diesen Buch sind Julia, Paul, sein Lebensgefährte Stephen und natürlich Jared, der aufgrund seiner Herkunft finanziell unabhängig ist.

Wie in jedem anderen Liebesroman folgen auch die Protagonisten in „Splitter vom Glück“ den üblichen Vorgehensweisen. Man lernt sich kennen, versteht sich, stellt fest, dass man sich mag, sagt oder tut etwas dummes, was den Anderen verletzt, zieht sich zurück um dann festzustellen, dass man ohne den Anderen dann doch nicht sein kann und letztendlich entpuppt sich der neue Partner als die große Liebe, auf die man irgendwie schon sein ganzes Leben lang gewartet hat.

Manchmal wünschen wir uns Sachen, die wir nicht haben und übersehen, dass wir längst Sachen haben, die so schön sind, dass wir sie uns nicht einmal gewünscht hätten.

Der Schreibstil der Autorin Simone Süß ist angenehm und gut zu lesen. Die Charaktere sind gut angelegt und ausgearbeitet, aber als überaus sympathisch habe ich jetzt niemanden empfunden, so dass ich emotional leider nicht in die Geschichte eingebunden wurde. Stellenweise empfand ich das Hin und Her zwischen Julia und Jared etwas langatmig und wenig mitreißend.

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253 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

island, elfen, fantasy, magie, nina blazon

Silfur - Die Nacht der silbernen Augen

Nina Blazon , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.03.2016
ISBN 9783570163665
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Jan Siebert muss für seine Firma beruflich nach Island. Da seine Frau Heike und die Söhne Fabio und Tom gerade Ferien haben, liegt es auf der Hand, dass sie die Sommerferien gemeinsam auf Island verbringen.

Mutter Heike möchte die Zeit nutzen, um sich mal wieder ausgiebig der Malerei zu widmen und hofft, dass sich Tom (10) und Fabio (13) mit Elin, der Tochter ihrer Vermieterin, anfreunden. Elin scheint von dieser Sache jedoch nicht sehr angetan zu sein und verhält sich den Jungs gegenüber ein wenig sonderbar. Fabio kann sich für Elin überhaupt nicht begeistern und als sie ihn dann auch noch „Dvergur“ (Zwerg) nennt, ist es mit seiner Sympathie für Elin ganz vorbei. Sein Bruder Tom jedoch ist von Elin begeistert. Endlich hat er jemanden, mit dem er auf Bäume klettern und toben kann.

Während Tom und Elin die Nachbarschaft unsicher machen, beschäftigt sich Fabio mit der isländischen Mythologie. Ist an den Geschichten die sich um Elfen ranken tatsächlich etwas dran oder handelt es sich ausnahmslos um Fabelwesen? Im Nachbarsjungen Hansen findet Fabio einen Bruder im Geiste. Er erzählt ihm von Elfen, Wechselbälgern und Wiedergängern. Aber das gibt es doch nicht wirklich, oder?

Als Fabio einen Jungen mit einem Wolfskopf sehen kann, den außer ihm scheinbar niemand sieht, verdichtet sich sein Verdacht. Er begibt sich auf „Elfenjagd“. Mit seinen Nachforschungen auf eigene Faust bringt er sich jedoch sehr schnell in Gefahr.

„Silfur“ ist das 2 Buch aus der Feder von Nina Blazon. welches ich lese. Es handelt sich bei „Silfur“ um ein Kinderbuch, bei dem die Altersempfehlung „Ab 10 Jahre“ lautet. Der Schreibstil ist entsprechend einfach gehalten und aus dem Dialog „sagte Mutti“ oder „sagte Vati“ geht hervor, dass es ein Buch für jüngere Kinder ist. Ich brauchte eine Weile, bis ich mich auf diese Tatsache eingestellt hatte, dann las sich das Buch jedoch wunderbar flüssig und einfach von der Hand.

Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, deren Überschriften z. B. „Kabumm!“, „Katzenschleichen“ oder „Aschköpfe“ heißen und jede Überschrift wiederum wird von einer liebevollen kleinen Ilustration begleitet.

Die Kinder könnten unterschiedlicher nicht sein. Fabio ist eher introvertiert und Tom ist der extrovertierte Typ. Da Fabio mit seinen 13 Jahren etwas zu klein geraten ist, wird er immer für den Zwilling von Tom gehalten, der 3 Jahre jünger ist – und so kämpft Fabio auch immer ein wenig mit seinem mangelnden Selbstbewusstsein. Tom denkt oft nicht nach, bevor er handelt und hat in Elin eine Seelenverwandte gefunden. Auch Elin ist spontan, impulsiv und vor allen Dingen frech.

Fabio, Tom und Elin müssen im Buch einige Abenteuer bestehen, die ihre neu entstandene Freundschaft auf die Probe stellen, aber auch die Geschwisterliebe wird einer harten Prüfung unterzogen.

Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass man hier ein Kinderbuch liest und das auch genießen kann, findet man eine wahrhaft magische Geschichte.

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Tags: elfen, island, zwerg   (3)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

krimi, zwillinge

Spiegelseele

Rebekka Pax
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 04.02.2016
ISBN 9783802599200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Bochumer Kriminalkommissarin Cornelia Arents und ihr Kollege, Kriminalkommissar Robin Schenz, werden zu einer Leiche im Wald gerufen. Ganze 52 Mal hat der Täter mit einem Klappspaten auf sein Opfer eingeschlagen und den dazugehörigen Jagdhund hat er auch gleich mit erledigt. Die Spur führt sehr schnell zum Zwillingsbruder des Opfers, der den Mord auch gesteht. So wirklich kann er sich selbst nicht vorstellen, wieso er seinen Bruder erschlagen hat, er war doch sein Zwilling, sein Freund, sein Vertrauter, sein Spiegel .......

Für Cornelia Arents und ihren Kollegen Robin Schenz ist der Fall sonnenklar: Josef Feldmann hat seinen Bruder Daniel erschlagen und wandert in Untersuchungshaft. Doch so einfach ist es natürlich nicht, denn nur kurze Zeit später verschwindet ein weibliches Zwillingspaar und es wird eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Frauenleiche gefunden.

Cornelia Arents wird aufmerksam ..... vermisste Zwillinge? Das kann doch kein Zufall sein.

"Der schönste Tag in meinem Leben wahr wohl der,
an dem ich meinen Bruder ermordete"

Mit "Spiegelseele" handelt es sich um den 2. Krimi aus der Feder von Rebekka Pax. Man muss "Lokes Mond" nicht unbedingt gelesen haben, aber wenn man beide Bücher lesen möchte, dann sollte man unbedingt die richtige Reihenfolge einhalten, weil man sonst im 2. Band gespoilert wird, was in Band 1 passiert ist.

Dieser Kriminalroman ist anders als herkömmliche Krimis, denn der Leser kennt den Mörder von Anfang an und ist somit der Polizei immer einen Schritt voraus.

Wobei "Mörder" nicht die richtige Bezeichnung ist, denn er selbst legt keine Hand an seine Opfer. Er manipuliert sie jedoch so, dass sie sich gegenseitig an die Kehle gehen und dann möglichst der Stärkere gewinnt und übrig bleibt.

Seine Intention hinter dieser Vorgehensweise: Genau so, wie es ihm beim Tod seines eigenen Zwillingsbruders ergangen ist, möchte er die auserkorenen Zwillinge von ihrem Schatten befreien. Er möchte ihnen helfen, eine eigenständige Person zu werden.

"Jeder Mensch ist einzigartig, jetzt bist du es auch. Bald wirst du mir dankbar sein. Jetzt wird dich niemand mehr verwechseln, niemand wird jemals wieder Vergleiche ziehen. Niemand wird Dir mehr sagen, was du alles besser machen könntest, weil dein Klon ja auch besser ist".

Bernhard, so heißt unser Täter, hat in allen Fällen einen guten Plan A. Problematisch wird es jedoch, wenn Plan A - aus welchen Gründen auch immer - in die Hosen geht. Dann agiert er, meiner Meinung nach, etwas planlos und manchmal auch naiv. Sein Vorteil ist, dass auch die Polizei nicht so schnell arbeiten kann, wie man sich das wünschen würde.

Die Ermittler Corinna Arents und Robin Schenz spielen in diesem Krimi eher eine nachgeordnete Rolle, im Fokus steht Bernhard Hildebrandt und seine fixe Idee.

In "Lokes Mond" erfährt der Leser von den Problemen zwischen Corinna und Robin und diese ziehen sich auch durch "Spiegelseele". Als Leser wünscht man sich, dass die Beiden endlich eine Lösung für ihr Problem finden - auf diese Art und Weise kann Teamarbeit nicht dauerhaft funktionieren. Aber irgendwie kann auch der Eine nicht ohne den Anderen sein und als Ermittlerteam funktionieren sie ganz gut. Ich hoffe, dass die Beiden ihre Probleme im 3. Band ("Wie sie uns ansehen" - erscheint am 04.05.2016) bereinigen können.

Durch die Konstellation, dass der Leser den Täter von Anfang an kennt, kommt eine andere Art von Spannung auf. Man versucht nicht, gemeinsam mit der Polizei, den Täter zu finden sondern man fiebert mit der Polizei mit, dass diese den Täter schnell aufspüren und dingfest machen kann, damit nicht noch mehr Zwillingspaare leiden müssen.

Leider gab es im Buch 2 oder 3 Stellen, an denen ein falscher Name verwandt wurde. Ich weiß nicht, ob mir diese Verwechselung ohne die anderen aufmerksamen Leserundenteilnehmer aufgefallen wäre, aber nachdem ich beim 1. Mal darauf aufmerksam wurde, fiel es mir im weiteren Verlauf dann natürlich auch auf.

Der Schluss des Buches lässt dann beim Leser auch noch einige Fragen offen. Zum Beispiel hätte ich mir gewünscht, dass etwas näher auf den Täter eingegangen worden wäre. In meinen Augen leidet er ganz klar unter einer Zwangsstörung und es wäre schön gewesen zu erfahren, warum er so geworden ist.

In "Spiegelseele" gefällt mir die Idee hinter der Geschichte, dass Zwillinge keine eigenständigen Personen sind und sie von ihrem Spiegelbild befreit werden müssen, und auch die Tatsache, dass der Leser der Täter von Anfang an kennt. "Lokes Mond" hat mich jedoch etwas mehr begeistern können.

Nun erwarte ich voller Spannung den 3. Teil. "Wie sie uns ansehen" - erscheint am 04.05.2016. Unsere Leserunde ist schon terminiert. :)

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102 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

wales, archäologie, liebe, legende, meer

Sturm über dem Meer

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483495
Genre: Romane

Rezension:

Vor der Küste von Wales, in der heutigen Cardigan Bay, liegt das versunkene Königreich Cantre'r Gwaelod.

600 n. Chr.
Das Königreich lag geschützt hinter einem mächtigen Deich. Es gab einen Wärter, der nichts anderes zu tun hatte, als das Schleusentor bei Ebbe zu öffnen und bei Flut zu schließen, um die Menschen von Cantre'r Gwaelod und ihr Hab und Gut vor dem Meer zu schützen. Eines Nachts, eine mächtige Sturmflut bahnte sich an, lag der Schleusenwärter liebestaumelnd und trunken vom Alkohol in den Armen seiner Liebsten. Das Schleusentor stand weit offen ......

Gegenwart
Die Archäologin Dr. Samantha Goodwin wird von ihrem Exfreund und Kollegen in beruflichen Misskredit gebracht, weswegen sich ihre geplante Exkursion nach Baia zerschlägt. Zufällig bekommt Samantha eine Ausschreibung für ein Forschungsprojekt in der Cardigan Bay in Wales in die Hand. Es handelt sich um die Untersuchung eines versteinerten Waldes, der nach dem letzten schweren Sturm freigelegt wurde und immer bei Ebbe sichtbar wird. Dieser Wald soll Teil des untergegangenen Königreiches Cantre'r Gwaelod sein. Zufällig lebt ihre verwitwete Großmutter Gwen in Borth und so packt Samantha ihre Ausrüstung zusammen und macht sich auf den Weg nach Wales.

Max, der Sohn des Werftbesitzers Luke, findet im Watt - ein Stück weit entfernt von der Grabungsstätte an der Samantha und ihr Team sich aufhalten - einen Ring und etwas, das in eine Plane eingeschlagen, im Meeresboden vergraben ist. Stolz berichtet Max Samantha von seinem Fund. Handelt es sich eventuell um den Schatz von Cantre'r Gwaelod?

Leider findet Samantha keinen Schatz sondern eine Leiche, die schätzungsweise 60 Jahre im Meeresboden vergraben war. Der Ring, verbunden mit der Tatsache, dass die Leiche ihres Großvaters nie gefunden wurde, lässt böses ahnen. Handelt es sich bei der Leiche um den Fischer Arthur, der vor 60 Jahren von einer Fahrt auf Meer nicht mehr nach Hause kam? Samantha wird von einem Unbekannten angegriffen und es sieht ganz danach aus, als ob irgend jemand nicht möchte, dass die Identität der Leiche festgestellt wird.

"Sturm über dem Meer" ist das zweite Buch, das ich von der Autorin Constanze Wilken lese. Wie auch schon in "Ein Sommer in Wales" führt sie uns in die Cardigan Bay nach Wales. Dass die Autorin ihr Herz an diesen Flecken Erde verloren hat, kann man beim Lesen spüren.

Ungefähr nach dem 1. Drittel des Buches, habe ich mir den Einband näher angeschaut, ob da nicht irgendwo "Kriminalroman" steht. Die Spannung, die zu Anfang aufgebaut wird, zieht sich durch das ganze Buch.

Die Geschichte wird in 2 Handlungssträngen beschrieben. Aus der Sicht einer Dritten Person erfährt der Leser die Ereignisse der Gegenwart, in denen Samantha im Mittelpunkt steht, und der Rückblick von Großmutter Gwen, der sich auf die Jahre 1949 bis 1955 bezieht. Beide Handlungen laufen am Schluss des Buches logisch ineinander.

Gwen hat sich und ihre Kinder alleine durchgebracht. Man könnte denken, sie wäre aufgrund dieser Tatsache verbittert oder hege einen Groll gegen ihren verschollenen Mann, aber ihre Liebe währt noch immer - auch nach 60 Jahren noch.

Samantha ist eine Frau der Gegenwart. Selbstbewusst und mit beiden Füßen im Leben stehend. Sie hat zu ihrer Großmutter einen besseren Draht als zu ihrer eigenen Mutter, wahrscheinlich, weil sie sich sehr ähnlich sind. Werfbesitzer Luke und sein Sohn Max schleichen sich nach und nach in Samanthas Leben ....

Auch alle anderen Nebencharaktere sind sehr bildhaft beschrieben und runden die Geschichten - damals wie heute - ab.

Genau wie "Ein Sommer in Wales" konnte mich die Autorin mit ihrem Buch überzeugen - wobei mir "Sturm über dem Meer" besser gefallen hat. 

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Tags: ausgrabungen, cantre'r gwaelod, leich, wales   (4)
 

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65 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

axtmörder, aachen, krimi, schuld, geliebte schwester

Schatten der Schuld

Petra Johann
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734102035
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalkommissarin Charlotte Rumor hat Urlaub und wirft sich gerade in Schale, um mit ihrer langjährigen Freundin Jill gemeinsam um die Häuser zu ziehen. Als es an der Haustüre klingelt und ihr neuer Kollege Benjamin Kämpfer sie im Namen ihres Vorgesetzten Frank Quirin zu einem Tatort rufen lässt, weiß sie, dass etwas schreckliches passiert sein muss. Frank würde sie niemals, ohne triftigen Grund, im Urlaub stören.

Als sie zum Tatort kommt, stockt ihr der Atem und ein Dèja-vu-Gefühl trifft sie mit voller Wucht. Die bisher noch unbekannte Frau wurde von hinten mit einer Axt erschlagen und ihre Haare wurden fein säuberlich abgeschnitten und neben der Leiche deponiert. Ist das der 4. Fall des "Axtmörders", der bis heute nicht gefasst wurden konnte?

Charlotte und Frank müssen sich zwangsläufig erneut mit den früheren Taten des Axtmörders auseinander setzen - sie müssen Wahrheiten ans Tageslicht zerren, die sie lieber vergessen würden, denn die letzte Tat des Axtmörders, die nunmehr 3 Jahre zurückliegt, hat ihr Leben verändert.

Auch Charlys ehemaliger Kollege Mick, der seit 3 Jahren nicht mehr im Dienst ist, muss sich wieder mit der Vergangenheit befassen.

Ich gehe in meinen Rezensionen nicht sehr oft auf das Cover eines Buches ein, aber dieses Cover finde ich so toll, dass ich es wirklich erwähnen möchte. Ich bin ein bekennender Blau-Fan und die eingestanzten Buchstaben des Titels fühlen sich richtig gut an. Die Stimmung auf dem Cover passt genau zum Buch. Das tolle Cover war - neben dem Klappentext - Teil meiner Entscheidung dieses Buch lesen zu wollen und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.

"Schatten der Schuld" von Petra Johann ist mein Krimi-Highlight des Jahres 2015.

Dieses Buch entwickelt von der 1. Seite an einen Sog, der einen nicht mehr loslassen möchte. Leserunden könnten tatsächlich Spaßbremsen sein, denn ohne Leserunde hätte ich das Buch wohl in einer Nacht gelesen. Aber so musste ich mich zügeln .... aber hatte dann auch längeren Genuss.

"Schatten der Schuld" beginnt mit einem Prolog, der den Leser schon gleich mit einem Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt - und neugierig macht auf mehr. Dann folgt gleich der Mord des aktuellen Opfers. Um zu verstehen, wie die Axtmorde das Leben von Frank, Charly und Mick beeinflusst haben, wird in den nachfolgenden Kapiteln abwechselnd aus der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. So erhält der Leser nach und nach einen Einblick in das, was vor 3 Jahren passiert ist und wie es mit dem aktuellen Mord in Zusammenhang steht.

Was mir an diesem Buch gefällt ist, dass hier nicht nur ein oder zwei Ermittler den Fall lösen, sondern ein ganzes Team wirklich Hand in Hand zusammenarbeitet. Es wird der aktuelle Fall, aber auch die vorhergehenden, immer und immer wieder von allen Seiten beleuchtet - aus der Sicht des jeweiligen Ermittlers. Der Leser wird hier mehr als einmal auf eine falsche Fährte geführt, wer denn der Mörder sein könnte. Ich tappte bis kurz vor Schluss auf einer falschen Fährte. Erst auf den letzten Seiten hab ich den richtigen Abzweig zur Lösung gefunden und war überrascht. Diese Person hatte ich ganz und gar nicht im Visier.

Die Figuren Charly, Mick und Frank sind sehr sympathisch angelegt. Auch außerhalb ihrer Arbeitszeit haben diese Menschen einen Draht zueinander, was natürlich auch ihre gemeinsame Arbeit beeinflusst. Benjamin, als Neuling in der Truppe, wird von den Kollegen wegen seines Namens (Töröööööö) öfter mal aufs Korn genommen, aber er wird ganz sicher ein richtig guter Ermittler. Ich glaube er macht in der Geschichte die größte Entwicklung durch - zu seinen Gunsten.

Der Schreibstil von Petra Johann ist toll - sie versteht es, den Leser neugierig zu machen und bei der Stange zu halten bis das letzte Wort gelesen ist.

Wenn ich jetzt noch mehr schreiben würde, würde ich spoilern - aus meiner Sicht ist es absolut keine Fehlentscheidung sich dieses Buch zu kaufen und selbst zu lesen!

Wie Petra Johann in unserer Leserunde erläutert hat, wird es keinen 2. Band zu diesem Ermittlerteam geben, was ich sehr schade finde. Aber ihre anderen Bücher werde ich mir in diesem Jahr auf jeden Fall genauer anschauen. 

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hamburg, familiensaga, erster weltkrieg, 1. weltkrieg, revolution

Sterne über der Alster

Micaela Jary
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492306973
Genre: Romane

Rezension:

Mit der Abdankung Kaiser Wilhelm II findet die Monarchie in Deutschland ein Ende. Die Republik wird ausgerufen und eine parlamentarische Demokratie entsteht. Mitten in dieser Revolution nimmt sich Victor Dornhain das Leben, weil er dem Druck nicht mehr standhalten kann. Er hinterlässt einen Abschiedsbrief, von dem nur seine Tochter Ellinor und seine Mutter Charlotte Kenntnis erhalten und dessen brisanter Inhalt am besten niemand anderem zugänglich wird. Um keinen Skandal aufkommen zu lassen, hat Charlotte Dornhain die Dienstboten und den Haushalt fest im Griff.

Die älteste Tochter Ellinor steht schon lange als Nachfolgerin des Reeders fest, aber ihre Aufgabe ist nicht leicht, denn die Schiffe der Reederei fallen als Reparaturzahlungen an die Siegermächte und Ellinor steht quasi vor dem Nichts. Ihr zur Seite steht ihr Jugendfreund und Verlobter Christian Schulte-Stollberg.

Victor Dornhain war kein schlechter Geschäftsmann, denn er hat vor seinem Tod weit über den Tellerrand geblickt, was wahrscheinlich auf lange Sicht das Unternehmen Dornhain vor dem Untergang retten wird.

Lavinia ist an der Front in Spa/Belgien als Telefonistin des Nachrichtenkorps eingesetzt während ihr Ehemann mit ihrer Schwester Helena (genannt Nele), die ein Kind von Konrad erwartet, in der Schweiz weilt.

Anlässlich des Todes von Victor Dornhain rufen Ellinor und Charlotte die Schwestern nach Hause, in das Haus am Alsterufer, zurück.

Bei der Testamentseröffnung können Ellinor und Charlotte das Geheimnis von Victor Dornhain nicht mehr unter den Tisch kehren.

"Sterne über der Alster" ist das 2. Buch der Autorin Micaela Jary, das sich mit der Familiengeschichte der Reederfamilie Dornhain beschäftigt. Das Buch kann durchaus alleine gelesen werden, es empfiehlt sich jedoch, den 1. Teil "Das Haus am Alsterufer" gelesen zu haben, um die persönlichen Hintergründe der Charaktere wirklich verstehen zu können.

Nach kurzer Eingewöhnung war ich sehr schnell wieder im Haus Dornhain angelangt und treffe dort auf liebe und vertraute Menschen wie die Hausangestellte Klara, die seit 7 Jahren in den Diensten der Dornhains steht und noch immer nicht weiß, wer ihre leibliche Mutter ist. Die Köchin Ida, der Morgenmann Richter ... und all die dienstbaren Geister, die sich um die Familie Dornhain kümmern.

Auf der ältesten Tochter Ellinor liegt die größte Last, denn sie tritt das Erbe ihres Vaters Victor Dornhain an. Sie ist aber von allen 3 Schwestern tatsächlich diejenige, die diesem Job am ehesten gerecht werden wird, denn sie handelt überlegt, denkt vernunftgesteuert und besitzt den notwendigen Ernst und das Wissen, die Reederei zu leiten. Dass sie in Punkto Abschiedsbrief ihres Vaters mit ihrer Großmutter Charlotte gemeinsame Sache macht, hätte ich nicht von ihr erwartet.

Da das Leben sich nicht immer an die Spielregeln hält, vermute ich mal, dass Christian Schulte-Stollberg nicht ihr Ehemann werden wird. Hier ist ausreichend Platz für Spekulationen des Lesers.

Nele ist schwanger vom Mann ihrer Schwester und sie ist zurückhaltend, abwartend und eher introvertiert und zudem eifersüchtig. Ihr Verhalten ist einerseits, aufgrund ihrer persönlichen Situation, verständlich, andererseits dürfte sie ihre Schwester auch gerne mal auf den Pott setzen, denn Lavinia liebt Konrad nicht und hat ihn nie geliebt und eine Scheidung würde allen Beteiligten das Leben erleichtern.

Lavinia ist hier, wie auch im 1. Teil, das egoistische und selbstverliebte Weibchen, das wirklich an nicht viel anderes denken kann als an sich selbst und ihren persönlichen Vorteil. Sie lernt einen Mann kennen der sich für sie interessiert und schon ist es "die große Liebe". Aber auch eine Lavinia Dornhain muss feststellen, dass das Leben ungerecht sein kann.

Auch wenn Lavinia wirklich ein unausstehliches Ding ist, hat mir ihr Handlungsstrang auf vielen Seiten am besten gefallen. Im Gegensatz zu den eher ernsten Strängen von Ellinor und Nele, musste ich bei Lavinia oftmals grinsen (ja, manchmal auch aus Schadenfreude) oder den Kopf schütteln. Da Lavinia zu keinen tieferen Gefühlen fähig ist, kommt man wahrscheinlich nicht in die Verlegenheit mit ihr befreundet zu sein.

Charlotte Dornhain regiert in der Villa am Alsterufer mit harter Hand und es gäbe für sie nichts schlimmeres als einen Skandal um die Familie. Für den Selbstmord ihres Sohnes hat sie nur Verachtung übrig und Trauer sucht man bei ihr vergebens. Das Geheimnis Victor Dornhains hebt sein Ansehen bei seiner Mutter nicht, ganz im Gegenteil.

Konrad kann einem einfach nur leid tun. Lavinia gibt ihn nicht frei und Nele erwartet ein Kind von ihm. Zur damaligen Zeit nicht unbedingt eine glückliche Fügung des Schicksals. Aber Konrad geht seinen Weg. Ein überaus sympathischer Charakter.

Hervorheben möchte ich, wie perfekt die Autorin Micaela Jary die damalige Situation in Deutschland, den politische Umbruch nach dem Waffenstillstand und dem Rücktritt des Kaisers Wilhelm II. in die Handlung ihres Romans hat einfließen lassen.

Alles in allem hat mich "Sterne über der Alster" sehr gut unterhalten und ich würde mich freuen, wenn es irgendwann in naher Zukunft noch einen 3. Teil zur Familiengeschichte der Dornhains gibt. Stoff für eine Fortsetzung ist auf jeden Fall ausreichend vorhanden. 

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

england, suffragetten, devon, adel, liebe

Sturm über Rosefield Hall

Julie Leuze
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.05.2015
ISBN 9783442482146
Genre: Romane

Rezension:

Als Tochter von Lord und Lady Compton, müsste die 18jährige Ruby schon bald standesgemäß verheiratet werden. Die von ihrem Vater ausgesuchten Lords sagen Ruby jedoch so ganz und gar nicht zu.

Auf einem ihrer täglichen Ausritte – bei denen sie unerlaubterweise die Grenzen des elterlichen Landsitzes verlässt – scheut ihr Pferd und Ruby wird abgeworfen. Auf der Suche nach ihrem Pferd trifft sie im Wald einen jungen Mann: Cyril.

Cyril stammt aus London, lebt aber zu Zeit mit seiner Schwester Alice auf dem nahegelegenen Tamary Court. Aufgrund eines Traumas benötigt Alice einen ruhigen Platz, fernab von London, um ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten zu können.

Ruby fühlt sich zu Hause wie in einem goldenen Käfig. Frauen haben nichts anderes als höflich, nett und vorzeigbar zu sein, dürfen jedoch keine eigene Meinung haben und schon gar nicht über ihr Leben bzw. ihren Ehepartner selbst bestimmen. Ihr Bruder Basil steigert sich in seine eugenische Weltanschauung hinein, ihr Lieblingsbruder Edward wurde vom Vater nach Gambia geschickt um dort die Erdnuss-Plantage zu bewirtschaften und ihre Eltern haben nicht sehr viel übrig für Ruby mit ihren merkwürdigen Ansichten. So interessiert sich Ruby beispielsweise für das Wohlergehen ihrer Bediensteten. Was ihre Eltern von solch einer Verfehlung halten, dürfte klar sein.

In Cyril findet sie einen andersdenkenden jungen Mann, mit dem sie stundenlang diskutieren kann und beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen. Als wohlhabender aber nicht adliger Kaufmann, findet Cyril jedoch keine Gnade vor den Augen von Rubys Eltern. Diese lehnen eine Verbindung zwischen Ruby und Cyril strikt ab.

Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie sich von ihren Eltern verbieten lassen würde, dass sie sich weiterhin mit Cyril trifft. Sie lernt seine Schwester Alice und auch ihre Mutter Gwendolen kennen und erfährt nach und nach welchen Zielen diese sich verschrieben haben. Wird Ruby sich ihnen und ihrem Kampf anschließen?

„Sturm über Rosefield Hall“ von Julie Leuze ist ein historischer Roman, Anfang des 20. Jahrhunderts, der sich gleich mit mehreren Themen befasst.

So erfährt der Leser vom Kampf der Suffragetten, die mit Aktionen wie Hungerstreik, Störung offizieller Veranstaltungen, Brandanschlägen etc. massiv für das Frauenwahlrecht eintraten.

Rubys Bruder Basil hat sich ganz und gar der Eugenik verschrieben. Unter Eugenik wird die Lehre von der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen verstanden. Mir war überhaupt nicht bekannt, dass Eugenik schon vor der Zeit des Nationalsozialismus betrieben wurde.

Auch das Thema Rassismus wird in „Sturm über Rosefield Hall“ kurz gestreift, denn Edward, Rubys Lieblingsbruder, bewirtschaftet in Gambia die in Familienbesitz befindliche Erdnuss-Plantage. Zu seinem Besuch auf Rosefield Hall wird er von 2 seiner afrikanischen Plantagenarbeitern begleitet.

Das Buch wird aus der Perspektive mehrerer Personen geschildert, jedoch in Form eines Erzählers und nicht aus der Ich-Form. So bekommt der Leser Einblick in die Gedanken der einzelnen Protagonisten. Florence, das Hausmädchen, erzählt aus ihrer Sicht das Leben auf Rosefield Hall und wie gerne sie mit Ruby befreundet wäre, statt nur ihre Bedienstete zu sein.

Gerade dieser Perspektivwechsel finde ich sehr gelungen. Die Erzählung aus Sicht der Bediensteten im Gegensatz zur Sicht der Herrschaften.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich Bücher liebe in denen Wissen vermittelt wird. Geschichtsunterricht fand ich nie wirklich interessant und wenn ich dann in historischen Romanen etwas aus der Geschichte lernen kann, finde ich das toll. Im Nachwort verweist Julie Leuze auf einige Aspekte ihrer Recherchearbeit und die wirklichen Hintergründe der Charaktere.

Einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte und die einzelnen Themen mehr Auswirkungen auf die Personen gehabt hätte. Bei einem Streit zwischen Ruby und ihren Eltern hätten gerne die Fetzen fliegen dürfen, das hätte die Geschichte gut vertragen.

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suche, vermont, familie, 2015, schwestern

Sommer der Versöhnung

Darcie Chan , Susanne Aeckerle , Marion Balkenhol
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 27.02.2015
ISBN 9783547712087
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem Tod ihres Ehemannes, der bei einem Brand ums Leben kam, flüchtete sich Josie mit ihren kleinen Töchtern Emily und Rose nach Mill River zu ihrer Tante Iyv. Sie kennt Ivy nicht besonders gut, aber dort findet sie ein neues Zuhause und Halt in der schweren Zeit. Für ihre Töchter hat sie sich geschworen alles zu tun, dass diese unbeschwert und sicher aufwachsen können. Mit nichts als dem was sie auf dem Leibe trugen, fangen sie in Mill River ein neues Leben an.

Als Kinder haben sich die Schwestern Emily und Rose geliebt und waren unzertrennlich. Ein schlimmer Unfall hat einen Keil zwischen sie getrieben und über viele Jahre haben die beiden kein Wort miteinander gesprochen. Auf der Trauerfeier zum Tod ihrer Mutter treffen sie in Mill River aufeinander.

Das Testament ihrer Mutter ist für Emily und Rose wie ein Schlag ins Gesicht, denn Josie hat verfügt, dass die Schwestern 2 Monate in Mill River wohnen müssen um gemeinsam ein Rätsel zu lösen, das zum Erbe führt. Josie war vor ihrem Tod Immobilienmaklerin und geschickterweise hat sie den Schwestern Häuser zugewiesen die unmittelbar nebeneinander stehen.

2 Monate …mit der verhassten Schwester nebenan....und nur wenn sie zusammenarbeiten kommen sie an ihr Erbe.

Meine Meinung:

Mit „Sommer der Versöhnung“ gibt es ein weiteres Buch auf meiner diesjährigen Highlight-Liste.

Die Geschichte von Josie, Emily und Rose wird in 2 Handlungssträngen erzählt – einmal beginnt die Handlung 1983; das Jahr in dem Josie nach dem Tod ihres Mannes mit ihren Mädchen einen Neuanfang wagen musste. Der 2. Handlungsstrang beginnt 2013, das Jahr in dem Josie stirbt und die Schwestern durch das Testament gezwungen werden zusammen zu arbeiten um an ihr Erbe zu kommen. Natürlich hätten sie beide das Erbe ausschlagen können und weiterhin ihr Leben leben wie bisher, aber irgend etwas treibt sie an das Rätsel zu lösen um die Erbschaft zu bekommen.

Durch die Erzählung früher und heute bekommt der Leser einen Einblick in die Liebe, die zwischen den Schwestern einmal war. Immer waren beide füreinander da, ohne wenn und aber. In der Jetzt-Erzählung bekommt der Leser aber ebensolche Einblicke wie groß der Hass zwischen den Schwestern heute ist. Eine Versöhnung scheint ganz und gar unmöglich.

Was damals schlimmes passiert ist und warum sich die Schwestern so hassen, wird erst recht spät im Buch offenbart und bis zu diesem Zeitpunkt stellte ich mir die Frage was so schlimm gewesen sein könnte, dass sich 2 Schwestern, die sich wirklich innig geliebt haben, dazu bringen kann sich abgrundtief zu hassen. Nachdem ich gelesen hatte was passiert war, konnte ich es verstehen.

Alle Personen im Buch, auch die Nebencharaktere, sind hervorragend ausgearbeitet. Man hat fast das Gefühl man wohne in Mill River auf der anderen Straßenseite und betrachte den Zickenkrieg aus dem Küchenfenster. Durch die unterschiedlichen Handlungsstränge behält das Buch seine Spannung. Zwischen damals und heute klafft ein riesengroßes Gefühls-Loch. Und der Schluss hält nicht nur für Emily und Rose eine riesengroße Überraschung bereit.

Und nun beende ich meine Rezension mit einem Spruch von Papst Johannes Paul I.
Nicht die Gewalt, sondern die Liebe vermag alles.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

tofu, soja, kichererbsen, vegan, spaghetti carbonara

So geht vegan!

Patrick Bolk
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Südwest, 08.09.2014
ISBN 9783517092782
Genre: Sachbücher

Rezension:

Im November wurde in meinem Lieblings-Leserundenforum eine Kochbuch-Leserunde ausgeschrieben. Nachdem ich einige Tage um den Beitrag herumgeschlichen bin, hab ich ganz leise angefragt ob ich bei der Runde auch mitmachen darf ... Dumme Frage? Nee, eigentlich nicht – es handelt sich nämlich um ein veganes Kochbuch und ich bin weder Vegetarier noch Veganer.

Das Buch trägt den Untertitel „Der einfache Einstieg in ein veganes Leben“.

Vegan leben möchte ich ganz sicher nicht, denn dazu esse ich zu gerne Käse und auch gegen ein Frühstücksei hab ich nix einzuwenden, aber vegetarisch zu leben, damit könnte ich mich anfreunden. Fleisch ist für mich nicht unbedingt eine Notwendigkeit.

Ich glaube wie so viele Leute stellte ich mir immer mal wieder die Frage „Was essen Veganer eigentlich so?“ – und wo kann man diese Frage besser beantwortet bekommen als in einer Leserunde bei der der Buchautor „vor Ort“ ist?

Ein Kochbuch ist eigentlich ganz leicht zu bewerten.
Einerseits bewertet man die Aufmachung, die Informationen die einem gegeben werden und andererseits die Rezepte. Sind die Rezepte alltagstauglich für jemanden wie mich, der nicht unbedingt Stunden in der Küche verbringen möchte und doch nicht auf irgendwelche Fix-Produkte zurückgreifen möchte? Für mich ist Kochen keine Leidenschaft, eher notwendiges Übel. Auch mag ich es gar nicht, wenn man sich teure und extravagante Zutaten kaufen muss die man sonst nie braucht und nach 1 Jahr wirft man sie weg weil sie überlagert sind.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut.
Das Buch ist in verschiedene Abschnitte gegliedert wie z. B.

· Genuss ohne Fleisch und Fisch
· Kochen und Backen ohne Eier
· vegan unterwegs

Die Einführung ins Buch beschäftigt sich mit den Mythen die sich um vegane Ernährung ranken und aus welchen Lebensmitteln ein Veganer seine lebenswichtigen Vitamine sowie Mineralien und Spurenelemente bezieht.

Es wird auf die Alternativen zu den herkömmlichen Produkten hingewiesen – z. B. durch was man beim Backen Gelatine ersetzen kann und was nimmt man an Stelle von Honig? Und warum sollte man überhaupt auf Eier verzichten, Eier sind ja schließlich kein Fleisch?

All das – und das gefällt mir an diesem Kochbuch sehr gut – geschieht ohne den erhobenen Zeigefinger oder den Versuch den Leser (der, wie ich, vielleicht noch gar nicht vegan unterwegs ist sondern nur mal reinschnuppern möchte) missionieren zu wollen.

Auch die Rezept-Fotos sind ansprechend, was bei vielen Menschen (auch bei mir) ein großes Kriterium ist, ein Rezept überhaupt erst in die engere Wahl zu nehmen.

Nach der Bewertung des Buches nach Äußerlichkeiten folgte nun der Praxistest auf Alltagstauglichkeit und natürlich auch Geschmack. Wir haben die Sache im Forum ruhig angehen lassen und jeder konnte kochen wonach ihm der Sinn steht. In entsprechenden Foren-Rubriken fand dann der Erfahrungsaustausch statt incl. Fotos der Kochergebnisse und auch Hinweise darauf, wenn etwas in der Praxis von der Rezeptbeschreibung abweichend ist.
So waren z. B. im Rezept „Chilli sin Carne“ bei keinem der Teilnehmer die Kartoffeln nach 20 Minuten gar. Solche Angaben hängen aber auch von den Umständen ab unter denen gekocht wird. Nutzt man tatsächlich, wie im Rezept angegeben, festkochende Kartoffeln oder hat nur mehligkochende zu Hause? Wie groß schneidet jeder einzelne die Kartoffelwürfel? Deckel auf der Pfanne, ja oder nein? Ein Kochbuch kann nur Anleitungen geben, das Ergebnis hängt dann vom individuellen Equipment des Koches ab.

Bei mir wurde für die Leserunde nachgekocht – aber ich bin noch nicht am Ende meiner „To-do-Liste“ angelangt:

· Chilli sin Carne
· Cashew-Kräuter-Frischkäse
· Spaghetti Carbonara
· Gnocchi-Gemüse-Pfanne
· Spaghetti Bolo
· Mousse au Chocolat

Die Zeit und der Aufwand für die Zubereitung entspricht dem was für mich angenehm ist. Keine stundenlangen Vorbereitungen, keine Extravaganzen – einfach kochen.

Erstaunlicherweise schmeckte auch meinem Mann das Essen, da hatte ich ganz andere Kommentare erwartet. Die Spaghetti Carbonara fand er sogar „richtig toll“. Eigentlich hatte ich erwartet, daß er mir das (den?) Räuchertofu hinterher werfen würde. :-D

In nächster Zeit werde ich immer mal wieder ein veganes Gericht auf unserem Mittagstisch erscheinen lassen, da steckt noch jede Menge Potential im Buch. Ganz besonders interessiert mich der „vegane Eiersalat“ für den ich auch die Mayonnaise selbst machen werde. Dazu brauche ich aber ein Gewürz das ich hier vor Ort (trotz wirklich gut sortiertem vegan-Bioladen) nicht bekommen kann.

Momentan spricht mich das Rezept für eine Kichererbsentortilla noch nicht an – aber was nicht ist kann ja noch werden.

Für mich war dieser Ausflug in die vegane Küche ein überraschend positives Erlebnis.
Vielen Dank an Patrick Bolk, den Autor des Kochbuches für den Einblick in vegane Lebensweise! 

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Tags: kichererbsen, kochbuch, soja, spaghetti bolo, spaghetti carbonara, tofu, vegan   (7)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

liebe, schwiegereltern, chick-lit, jugendliebe, unfall

Schüssel mit Sprung

Angelika Lauriel
Buch: 276 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 13.06.2014
ISBN 9789963523771
Genre: Sonstiges

Rezension:

Am 20. September 2014 fand in Heusweiler im Saarland eine Lesung zum Buch „Schüssel mit Sprung“ von Angelika Lauriel statt. Als ich einige Tage zuvor auf Facebook die Vorankündigung las dachte ich mir „super, endlich mal eine Lesung in erreichbarer Nähe“ – 62 km – und ich nahm mir fest vor dort hinzufahren.

Leider ist das Leben kein Wunschkonzert und so kam es wie es kommen musste: Ich hatte am Freitag einen wichtigen Termin, den ich nicht umgehen konnte und die Lesung fand leider ohne mich statt.

Schade, Lesung verpasst – aber das Buch gibt es ja noch.
Ebook runterladen und rein ins Lesevergnügen.

Sanne, glücklich verheiratet mit Axel und Mutter zweier Kinder, Keanu (12) und Lina (6), arbeitet als Illustratorin von Kinderbüchern und während sie malt, vergisst sie Raum und Zeit und geht vollkommen in ihrer Arbeit auf. Unterdessen geht ihr Haushalt manchmal unter.

Ehemann Axel ist beruflich sehr oft unterwegs und bei den Kindern hat Sanne die Unterstützung ihrer Mutter, so dass sie sich dann auch uneingeschränkt ihren Illustrationen widmen kann.

Obwohl Ihr Mann und ihre Kinder schwören, daß Sanne ihr Einverständnis gegeben hat, steht sie vor der Offenbarung dass Axel seine Eltern eingeladen hat bei ihnen zu wohnen während ihr eigenes Domizil renoviert wird. Das bedeutet für 3 Wochen ihre putzwütige Schwiegermutter Rosemi und den Ex-Schuldirektor Matthias im Haus zu haben und das schon in nur wenigen Tagen. Gerade steckt sie in einem sehr arbeitsaufwendigen Auftrag, wann soll sie denn noch aufräumen und putzen?? Vor allen Dingen muss sie ihr Gästezimmer räumen, das sie zu ihrem Arbeitszimmer umfunktioniert hat. Nicht nur der Maltisch und die Arbeitsutensilien, Fax und Scanner, nein auch der Schrankinhalt muss raus weil hier zukünftig die Schwiegereltern wohnen. Zudem bringen Schwiegerelterns auch noch ihren eigenen Hausstand mit. Also wohin im dem ganzen Kram ??

Just zu dem Zeitpunkt als die Schwiegereltern einziehen macht sich ihr Mann Axel aus dem Staub – Dienstreise nach Indien.

Mein Fazit:

Sanne erzählt ihre Gesichte aus der Ich-Perspektive. Der Leser erfährt so auch immer wieder ihre Gedanken, die sie natürlich nicht laut ausspricht.

Der Schreibstil ist leicht und locker, die Seiten lassen sich flüssig lesen und fliegen nur so dahin. Ich hab für die 219 Positionen (die Print-Ausgabe umfasst 299 Seiten) nur wenige Stunden gebraucht.

Der Humor der Autorin ist wunderbar, ich kann mich fast schon einkuscheln in die Geschichte.

Ich zitiere meine beiden Lieblingsstellen.

„Deine Schwiegereltern sind wirklich nett, Sanne. Ich weiß nicht, was du hast. Das ist doch die beste Lösung.“

„Ja, natürlich sind sie nett, vor allem wenn sie bei sich zu Hause sind“.
(Position 22)

und die 2. Stelle

„Sanne hat keinen grünen Daumen“, erklärt Axel dann und grinst mich mit blitzenden Augen an. Ich liebe seine grauen Augen, aber in solchen Fällen würde ich am liebsten beide Daumen hineindrücken, ob sie nun grün sind oder nicht“.
(Positon 27).

Das ist explizit das, was ich mir von humorvoller Unterhaltung erhoffe und hier hat Angelika Lauriel genau meinen Nerv getroffen.

Zudem kann ich nachvollziehen wie es Sanne geht wenn sie sich lieber Dingen widmet die ihr Spass machen und Befriedigung bringen als die Wohnung immer in einem Tip-Top-Zustand zu haben. Und seien wir doch mal ehrlich – vor den Augen der Mutter/Schwiegermutter ist es doch nie aufgeräumt genug, egal wie aufgeräumt es tatsächlich ist. Die unaufgeräumten Ecken die eigentlich niemand finden soll, finden Mütter direkt beim 1. Anlauf.

Ich leide also mit Sanne die sich am 3. Tag in ihrem eigenen Haus fremd fühlt weil nix mehr an ihre Ordnung und ihre Handschrift erinnert, alles unterliegt dem Rosemi-Style. Während Rosemi den Haushalt vereinnahmt kümmert sich Schwiegervater Matz um die Planung der Freizeitgestaltung – Bergwandern.

Neben den chaotischen Zuständen im eigenen Haushalt deckt Sanne das Geheimnis ihrer Mutter auf, trifft einen Jugendfreund wieder (der ihr durchaus gefährlich werden könnte) und die Leichen im Keller ihres Schwiegervaters werden auch noch ausgegraben.

Die Sorgen und Nöte des 12jährigen Keanu und der 6 jährigen Lina kommen auch nicht zu kurz und sooooo schön sind die Stellen an denen Lina ihrer Mutter in den Rücken fällt.

Und warum das Buch „Schüssel mit Sprung“ heißt wird natürlich auch verraten.

Bevor ich jetzt noch viel mehr verrate – Buch kaufen und selbst lesen ;-)

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413 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 81 Rezensionen

stigmata, jugendbuch, mord, schloss, vergangenheit

Stigmata - Nichts bleibt verborgen

Beatrix Gurian , Erol Gurian
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.06.2014
ISBN 9783401069999
Genre: Jugendbuch

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

schottland, schlacht von culloden, england

Schatten über Duntulm Castle

Aileen P. Roberts
E-Buch Text: 362 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.03.2014
ISBN 9783955692971
Genre: Historische Romane

Rezension:

18. Jahrhundert
Zwischen Schottland und England zieht ein Krieg auf.

Gregory Davis, Neffe eines hochrangigen englischen Generals, wird auf die westlichen Inseln Schottlands abkommandiert um dort die Rebellen zur Ordnung zu rufen.

Als er mit seiner Kompanie durch die schottischen Hochlands reitet um zu dem Ort zu gelangen an den sie abkommandiert wurden, rettet Gregory einem schottischen Mädchen das Leben. Da er ein Rotrock (englischer Soldat) ist wird er von Caitlins Clan in Gefangenschaft genommen, niemand glaubt an seine guten Absichten. Gregory verbringt einige Zeit bei den McArthurs. Er ist zwar Gefangener aber er wird gut behandelt.

Um den Frieden zwischen den Clans sicherzustellen ist Caitlin an Paden, den Anführer eines benachbarten Clans, versprochen. Amor schiesst seine Pfeile jedoch in die Herzen von Gregory und Caitlin. Die Liebe zwischen einem Engländer und einer Schottin .... undenkbar zur damaligen Zeit – aber auch unmöglich ??

Mein Fazit:

Mit „Schatten über Duntulm Castle“ schreibt die Fantasy-Autorin Aileen P. Roberts zum ersten Mal einen Historischen Roman. Wenn ich nicht gewusst hätte, daß das nicht ihr Genre ist in dem sie sich sonst bewegt, ich hätte es nicht gemerkt.

Der Schreibstil ist – wie gewohnt – flüssig und für mich ist ein Buch von Aileen so etwas wie „nach Hause kommen“. Vielleicht kann das jemand verstehen J Man fängt ein Buch an und fühlt sich sofort gefangen; von der Stimmung, von den Charakteren und den landschaftlichen Beschreibungen. Und man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Bei dem beschriebenen Krieg zwischen Schottland und England handelt es sich um den Zweiten Aufstand der Jakobiten bzw. der Schlacht um Culloden 1745/1746.
Die Schlacht um Culloden war mir zwar ein Begriff, aber ich habe mich erst im Verlauf dieses Buches mehr mit den Hintergründen um Bonnie Prince Charlie (Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart) und der Schlacht gegen die Engländer befasst.

Im Verlauf unserer Leserunde hatte ich zu den kriegerischen Aktivitäten geschrieben „Das Kriegsgemetzel ist richtig gut beschrieben. Ich bin eher jemand, der weiche Knie bekommt wenn es allzu blutig wird. Aber hier hast Du, liebe Aileen, in meinen Augen genau den schmalen Grat gefunden der es für mich erträglich macht diese Kampfszenen zu lesen ohne Alpträume zu bekommen. Sie sind aber auch nicht so lasch beschrieben, daß sie nix hergeben. Das gefällt mir sehr sehr gut.“

Als wir Caitlin zu Beginn des Buches kennenlernen ist sie 10 Jahre alt, als die Geschichte richtig loslegt ist sie 16 Jahre alt. Eigentlich im schönsten Teenie-Alter aber die Zeiten und das Leben damals waren ganz sicher kein Zuckerschlecken und so musste sie, genau wie alle anderen Clanmitglieder, ihren Beitrag zum Gemeinschaftsleben leisten und schon sehr früh erwachsen werden.

Aileen P. Roberts beschreibt auch sehr eindrucksvoll, daß zwischen den einzelnen Clans im schottischen Hochland nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist und um den Frieden zu bewahren werden Ehen geschlossen, auch wenn der zukünftige Schwiegersohn nicht so unbedingt in das Bild passt das man als Schwiegereltern hat. Das Wohl des Clans steht eben über allem.

Gregory wächst in England auf, als Neffe eines sehr ranghohen englischen Generals. Eigentlich mangelt es ihm an nichts, aber auch er ist mit einer Frau verlobt, die er eigentlich gar nicht heiraten mag. Und so richtig gerne ist er auch nicht Soldat.

Auch alle anderen Charaktere sind so beschrieben, daß man sie fast schon bildlich vor sich sehen kann. Cormag, der alte Nörgler, Fergus der Bruder von Caitlin, ihre Eltern und der Heiler Angus.

Wenn ich jetzt noch weiter erzähle braucht niemand mehr das Buch zu lesen. Deswegen hoffe ich, daß ich ein wenig Neugierde geweckt habe auf einen tollen historischen Roman, in dem es aber auch nicht an Liebe fehlt. Und ein klein wenig Fantasy/Mystik bringt der Geisterhengst Gealach mit in die Geschichte.

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Tags: england, schlacht von culloden, schottland   (3)
 

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, freundinnen, testamen, tot, schweden

Sommerfreundinnen

Åsa Hellberg , Sarah Houtermans
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.05.2014
ISBN 9783548612058
Genre: Romane

Rezension:

Sonja, Maggan, Rebecka und Susanne sind seit 30 Jahren enge Freundinnen. Sie verbringen viel Zeit miteinander und erzählen sich alles - glauben sie. Sonja verheimlichte jedoch seit Jahren ihre Herzerkrankung. So stirbt sie plötzlich und unerwartet mitten in einem Einkaufszentrum und da sie selbst keine Familie mehr hat, setzt sie ihre Freundinnen als Erben ein. Was sie neben ihrer Herzerkrankung noch verheimlicht hat ist ihr Reichtum. Sie möchte ihren Freundinnen gerne das Geld vererben - aber sie knüpft strenge Bedingungen an die Erbschaft. Susanne und Rebecka sollen ihren Job kündigen, Maggan soll sich nicht so von ihrer Familie in Beschlag nehmen lassen. Die wichtigste Vorgabe ist: Alle 3 Freundinnen müssen die Bedingungen anerkennen und durchführen, sonst bleibt es bei einem Vorab-Erbe von 500.000 Kronen für jede, der Rest verfällt. Ziehen alle 3 die Vorgaben durch, treffen sie sich in 1 Jahr und 3 Monaten um das Erbe anzunehmen.
Ich könnte mir vorstellen, daß Susanne noch ein paar Kracher in Petto hat für ihre zurückgebliebenden Freundinnen und vermutlich werden die 3 ihr Leben bald sorgenfrei genießen können, auch wenn es ihnen jetzt noch schwer fällt sich überhaupt vorzustellen daß sie ihren Job kündigen.
Gerne würde ich die 3 Freundinnen begleiten bis zu dem Tag der Erbschaftsannahme.
Mein Fazit:
Mit „Sommerfreundinnen“ halte ich das 1. Buch der Schriftstellerin Asa Hellberg in meinen Händen – ich glaube es ist auch mein 1. Buch überhaupt das von einem schwedischen Schriftsteller geschrieben wurde.

Das Cover ist sehr schön und ansprechend. Ein gedeckter Tisch im Garten unter Bäumen. Der Titel und die Überschrift des Rückseitentextes sind in rot und erhaben gedruckt. Das Buch fühlt sich einfach gut an.

So begeistert ich von der Leseprobe war, so traurig finde ich es, daß der Roman nicht so ganz meinen Erwartungen entsprochen hat.

Sonja hat wahrscheinlich sehr viel Lebenszeit darauf verwendet das zukünftige Leben ihrer Freundinnen genau so zu planen wie es dann auch kommt. Um das Erbe von Sonja zu erfüllen schickt sie ihre Freundinnen jeweils nach London, Paris und Mallorca. Sie müssen 1 Jahr dort leben und eine vorgegebene Aufgabe erfüllen. Auch wenn sie räumlich sehr weit voneinander getrennt sind, sind sie sich näher denn je. Jede der Freundinnen trifft in ihrem neuen Zuhause auf einen Mann, der zukünftig (teilweise aber auch früher schon einmal) im Leben der Frauen eine große Rolle spielen wird. Es gibt auch tatsächlich für alle ein Happy End.

Was mir den Lesegenuss verhagelt hat ist, daß fast in jedem neuen Absatz zwischen den Freundinnen gewechselt wird. Also jetzt gerade spielen einige Zeilen in London, nach dem nächsten Absatz muss man sich auf Mallorca einstellen, dann geht es nach Paris. Aber nicht in einer Reihenfolge sondern quer Beet. Es ist nicht schwer die Protagonisten auseinanderzuhalten, so viele gibt es ja gar nicht, aber in jedem Absatz musste ich erneut sortieren um wen es gerade geht und wo man sich denn gerade auf der Welt befindet. Das hat dem Buch in meinen Augen einen Dämpfer verpasst, weil man nicht an einem Strang dranbleiben kann und es irgendwie ziemlich durcheinander wirkt. Schöner wäre es gewesen das Buch zu dritteln und jedes Drittel einer der Freundinnen zu widmen um dann am Schluss die Handlungsstränge zusammenzuführen.

Ich hatte einige nette Lesestunden mit dem Buch, aber zu mehr hat es leider auch nicht gereicht. Schade. 

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

australien, familiengeheimnis, sydney, geheimnis;, familie

Sturmtöchter

Josephine Pennicott , Julia Walther
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783471350874
Genre: Romane

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