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normandie, frankreich, familie, paul signac, origamischmetterlinge

Wiedersehen in Barfleur

Claire Bonamy
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287638
Genre: Romane

Rezension:

15 Jahre ist es zwischenzeitlich her, seit Charlottes Vater morgens mit dem Segelboot auf den Atlantik hinausgefahren und nicht mehr zurückgekommen ist. Genau so lange ist es auch her, dass Charlotte zum letzten Mal im malerischen Ort Barfleur in der Normandie gewesen ist. Zu viele Erinnerungen verbinden sie mit diesem Ort – sie hat jedoch nie wirklich daran geglaubt, dass ihr Vater nicht mehr lebt.

Charlotte arbeitet als Museumskuratorin und wohnt mit ihrem Freund Gregor in Köln. Eines abends bekommt sie einen Anruf von ihrer Großcousine Sophie, die zur Zeit Urlaub in Barfleur macht. Sophie ist sich sicher, dass sie in einem Café in Barfleur Charlottes verschollenen Vater gesehen hat. Es gibt noch andere Hinweise, die sie in ihrer Meinung bestärken und so bittet sie Charlotte, zu ihr in die Normandie zu kommen.

Erste Recherchen vor Ort ergeben, dass niemand diesen Mann kennt oder gar gesehen hat. Hat Sophie sich geirrt? Die Fotos, die sie mit ihrem Handy gemacht hat, beweisen jedoch das Gegenteil.

Handelt es sich tatsächlich um Charlottes Vater oder sind sie einer Täuschung aufgelegen? Bei ihren Nachforschungen deckt Charlotte nicht nur Geheimnisse ihres Vaters auf sondern sie stößt auch auf die Geschichte ihres Großvaters Johann und einer Französin namens Mathilde, deren Liebe in Zeiten der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen keine wirkliche Chance hatte.

„Wiedersehen in Barfleur“ – ich muss gestehen, dass ich dieses Buch fast nur aufgrund seines Titels gewählt habe. Als ich jung war, habe ich (gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester) viele Sommerurlaube in Valognes, ca. 25 km von Barfleur entfernt, verbracht. Ich kenne Barfleur, Honfleur und all die Orte wie Saint Vast la Haague, Le Have, den Leuchtturm von Gatteville, die in diesem Buch als Handlungsschauplätze gewählt wurden, ebenso wie den Küstenstreifen, an dem am 6. Juni 1944 die Alliierten gelandet sind. Es ist zwar schon lange her, aber aufgrund der bildhaften Beschreibungen durch die beiden Autorinnen, konnte ich mir vieles wieder vorstellen.

Hinter dem Pseudonym „Claire Bonamy“ verbergen sich die Autorinnen Eva Philippon und Andrea Russo, die dieses Buch gemeinsam geschrieben haben. Meiner Meinung nach haben sie diese Aufgabe wirklich hervorragend gemeistert, denn es war zu keinem Zeitpunkt für mich als Leser erkennbar, welche Autorin welchen Part geschrieben hat bzw. dass überhaupt ein Wechsel stattgefunden hat.

Das Buch ist in 2 Handlungsstränge aufgeteilt. Der Teil in der Gegenwart folgt Charlotte und ihren Recherchen bezüglich des Mannes, den Sophie angeblich in Barfleur gesehen haben möchte, und der ihrem Vater so sehr ähnlich sieht. Über diese Recherchen hinweg stößt sie auch auf die Vergangenheit ihres Großvaters Johann und seiner französischen Geliebten Mathilde.

Vor 15 Jahren war Charlotte mit dem Franzosen Matthieu liiert. Ihre Beziehung zerbrach an der Tatsache, dass Charlotte nicht mit dem Verschwinden ihres Vaters klar gekommen ist. Zufällig macht Matthieu gerade ein paar Tage Urlaub bei seinen Eltern in Barfleur und die beiden treffen aufeinander …...

Der 2. Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Mathilde. Sie beginnt, als Mathilde 10 Jahre alt ist und endet in Paris im Jahr 1949. Mathilde lernt Johann im Sommer 1940 kennen, als die Deutschen während des 2. Weltkrieges Frankreich besetzt hielten. Ihre Liebe entstand also zu einer Zeit, in der man den französischen Frauen „horizontale Kollaboration“ mit den deutschen Soldaten vorgeworfen hat und dieses Vergehen sowohl für Mathilde als auch für Johann Konsequenzen hatte.

Alle Charaktere wurden von den Autorinnen liebevoll und authentisch erstellt. In historischen Romanen finde ich meistens die Vergangenheit interessanter als die Gegenwart, denn hier und heute lebe ich selbst. Ich finde es faszinierend, wie man früher gelebt hat – und wie komfortabel wir dagegen heute z. B. unsere Wasche waschen.

Eine große Rolle kommt einem Bild des Malers Paul Signac zu, der für einige Jahre in Barfleur gewohnt hat. Charlotte findet dieses Bild in der Zeichenmappe ihres Vaters.

Ein bekanntes Bild von Paul Signac trägt den Namen „Der Hafen von Barfleur“ das er im Jahre 1931 gemalt hat. Ich hatte zwar schon von Paul Signac gehört/gelesen. Dass er einige Jahre in Barfleur lebte, erfuhr ich jedoch erst durch diesen Roman.

Nach Aussage der Autorinnen besteht die Möglichkeit, dass es einen 2. Band geben könnte. Bisher gibt es jedoch keinerlei konkrete Angaben dazu. Ich würde mich freuen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach Barfleur reisen zu können. Sollte dieses Buch jedoch als Einzelband stehen bleiben, ist die Geschichte auf jeden Fall in sich abgeschlossen. Am Ende bleibt nur eine einzige Frage offen, die aber nicht unbedingt einer Antwort bedarf. 

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wales, liebe, seenotrettung, vergangenheit, pferde

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen

Ella Simon
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442483839
Genre: Liebesromane

Rezension:

Alis Rivers, 28 Jahre alt, teil ihr Leben auf 2 Berufe auf. Um ihr tägliches Brot zu verdienen, arbeitet sie in der Buchhandlung ihrer Tante. Ihre wirkliche Berufung findet Alis jedoch in der Arbeit für die Seenotrettung in Tenby. Obwohl sie in diesem Job oft ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen muss, um andere Menschen aus einer Notlage zu retten, ist das ihr Lebensinhalt.

Seit 10 Jahren ist Alis mit Matthew liiert. Auch Matthew arbeitet im Rettungsdienst, allerdings liegt sein Tätigkeitsbereich in der Rettung aus der Luft, weswegen ihr Wohnort/Stützpunkt an unterschiedlichen Positionen liegt und sie seit Jahren eine Fernbeziehung führen.

Als ein Schaf von einer Klippe stürzt und der Tierarzt Evander Davies, ohne nachzudenken, hinterher springt, muss das Team der Seenotrettung ausrücken, um ihn und das Schaf zu retten. Am Absturzort angekommen realisiert Alis, dass es sich genau um die Klippe handelt, an der vor einigen Jahren ein schreckliches Unglück passiert ist, in dem sie eine nicht unerhebliche Rolle spielte.

Es ist an der Zeit, dass Alis sich ihrer Vergangenheit stellt.

Mit „Ein Gefühl wir warmer Sommerregen“ hat die Autorin Ella Simon sich in ein neues Genre gewagt, denn unter ihrem Klarnamen Sabrina Qunai veröffentlichte sie bisher historische Romane. Ihr Debüt im Bereich „Frauenromane“ ist ihr – meiner Meinung nach – wirklich hervorragend gelungen.

Es sind nicht immer nur die Männer, die im Beruf oder im Privatleben den Ton angeben. Mit Protagonistin Alis hat die Autorin einen Charakter geschaffen, der stark genug ist die nervenaufreibende und gefährliche Rettungsarbeit zu bewältigen und trotzdem noch ausreichend „schwach“ ist, um weiblich zu bleiben. Im Falle eines Einsatzes handelt Alis jederzeit ruhig, überlegt und unerschrocken. Im Privatleben zeigt sich jedoch, dass auch sie hinter ihrer rauen Schale einen überaus verletzlichen Kern versteckt.

Genau so stark scheint Evans Schwester Sienna zu sein, die in ihrer Partnerschaft und in ihrem Beruf den Weg vorgibt – aber auch bei ihr handelt es sich um eine überaus sensible Frau, die mit ihrer Vergangenheit noch nicht so richtig abgeschlossen hat.

Zuletzt sollte noch Joan, die Mutter von Alis, Erwähnung finden. Sie und Alis haben seit Jahren ein gestörtes Verhältnis, was mit dem schrecklichen Unfall an der Klippe zusammenhängt. Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Die männlichen Charaktere spielen hier nicht die Hauptrolle, aber natürlich geht es in einem Roman, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt, nicht ohne männlichen Part. Da wäre der Tierarzt Evan Davies, dem Alis aufgrund seiner Tätigkeit auf der Pferderanch recht oft begegnet, dann Stallmeister Rhys, der Alis aus unerfindlichen Gründen nicht mag und Matthew, der Lebensgefährte von Alis, der nicht unbedingt den sympathischsten Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Alles in allem sind alle Charaktere glaubwürdig und realistisch erschaffen worden und es macht Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Sie handeln menschlich und nicht immer logisch nachvollziehbar, aber macht das nicht das Leben aus? Wenn alles berechenbar wäre, wäre das Leben doch langweilig. Und die unlogischsten Handlungen bringen manchmal die besten Dinge in unser Leben.

Nach Aussage der Autorin wird es einen 2. Teil geben, worauf ich mich jetzt schon sehr freue. „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ ist eines meiner Highlightbücher in 2016.

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selbstvorwürfe, schöne geschichte, 4 sterne, tolles ende, verlust

Dem Leben so nah: Roman

Teresa Wagenbach
E-Buch Text: 267 Seiten
Erschienen bei Forever, 17.06.2016
ISBN 9783958180963
Genre: Sonstiges

Rezension:

Leben oder sterben?

Seit fast genau einem Jahr versucht Annabel mit dem Schmerz zu leben, dass sie ihre ganze Familie bei einem Autounfall verloren hat. Ihr kleiner Bruder Leon und ihre Eltern mussten sterben, während sie den schrecklichen Unfall überlebt hat. Seit dieser Zeit lebt Annabel alleine in einer heruntergekommenen Wohnung, ohne Familie, ohne Freunde. Als sie glaubt, den Schmerz nicht mehr ertragen zu können, stürzt sie sich von einer Klippe 30 m tief ins Meer. Ihr Selbstmordversuch misslingt jedoch und sie erwacht, nach tagelangem Koma, in einem Krankenhaus.

Als sie erwacht, sitzt an ihrem Bett ein Unbekannter: Lukas. Selbst kein unbeschriebenes Blatt, muss Lukas in diesem Krankenhaus seine Sozialstunden ableisten. Seit Wochen sitzt er täglich viele Stunden an Annabels Bett und als diese endlich aufwacht und entlassen werden darf, ist es für ihn selbstverständlich, dass Annabel erst einmal zu ihm nach Hause kommt, damit sie sich dort gänzlich erholen kann.

In Lukas Zuhause angekommen badet Annabel sich zuerst einmal eine ganze Weile in Selbstmitleid. Sie möchte nur ein paar Tage bleiben, sich ausruhen und dann den 2. Selbstmordversuch wagen, und sie ist davon überzeugt, dass ihr dieser auch ganz sicher gelingen wird.

Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nicht, dass auch Lukas sein Päckchen zu tragen hat und dieses Päckchen nicht minder schwer ist, als ihr eigenes. Nach und nach legt Annabel ihren Tunnelblick ab, sieht die Probleme der Menschen um sich herum und gemeinsam mit Lukas findet sie den Weg zurück in ein Leben, das ihr lebenswert erscheint.

Ich denke, dass wir uns ähnlicher sind, als uns lieb ist. Wir sind beide verlorene Seelen, die an einem Ort wandeln, der nicht für sie bestimmt zu sein scheint. (Position 1218)

Die Handlungen von Lukas und Annabel waren für mich nicht immer nachvollziehbar und ich musste ganz oft überlegen, wie alt die Beiden eigentlich sind, je nach Aktivität schienen sie mir zwischen 15 und 40 zu sein. Ich weiß gar nicht, ob im Buch überhaupt erwähnt wird, wie alt sie tatsächlich sind.

Bei den Nebenprotagonisten spielt Lukas Schwester Karen eine große Rolle und ihre Figur ist sehr liebenswert angelegt. Sie spielt aber auch eine größere Rolle die anderen Nebenprotagonisten, weswegen diese Figuren dann auch eher im Hintergrund agieren. Auch Lukas Mutter ist eher unscheinbar und für mich nicht zu greifen, obwohl sie einen wirklich tragende Rolle spielt.

Leider konnte mich die Geschichte, die in diesem Buch erzählt werden sollte, nicht wirklich überzeugen. Obwohl immer wieder Dinge passieren, die den Leser durchaus mitnehmen könnten, fehlten mir persönlich die Emotionen.

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brasilien, auswanderung, liebe, intrigen, vergangenheit

Der Tanz des Kolibris

Sofia Caspari , Reinhard Borner
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.05.2016
ISBN 9783404173464
Genre: Romane

Rezension:

Kreuznach 1844
Lange kann sich Anne, die als Magd auf dem Hof des Großbauern Reichard arbeitet, nicht mehr vor den Nachstellungen ihres Arbeitgebers retten. Sie konnte ihm bisher immer irgendwie aus dem Weg gehen, bis er sie eines Abends abgefangen und in einer abgelegenen Jagdhütte eingeschlossen hat. Es gelingt Anne zu fliehen, aber sie weiß, dass sie Reichard früher oder später zum Opfer fallen wird.

Der Zufall will es, dass Anne auf einem ihrer Botengänge nach Kreuznach hört, wie ein Agent nach auswanderwilligen Deutschen sucht, die in Brasilien ein neues Leben beginnen möchten.

Bei einer ihrer „gestohlenen Stunden“ erzählt Anne ihrem Freund Thomas, der als Knecht auf Reichards Hof arbeitet, von Brasilien und beide sehen darin ihre Chance. Ein neues Leben in einem aufregenden Land …... aber die Überfahrt ist teuer, und es kann nur einer von ihnen reisen. Anne nimmt als erste den langen Weg nach Brasilien auf sich und Thomas wird folgen, sobald er das Geld für seine Überfahrt gespart hat.

Die Autorin Sofia Caspari nimmt den Leser in „Der Tanz des Kolibri“ mit auf die Reise, von Kreuznach im Hunsrück (heute Bad Kreuznach) bis nach Brasilien, wo die Einwanderungswelle durch deutsche Siedler im 19. und 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt hatte. Viele Deutsche hatten damals den Wunsch, den wirtschaftlichen und politischen Problemen in ihrer Heimat zu entfliehen. Das Versprechen, dass die Einwanderer nach ihrer Ankunft von der brasilianischen Regierung Land geschenkt bekommen, war für viele Menschen der letzte Anstoß sich auf die weite und gefährliche Reise zu machen. Sie alle sehnten sich nach einem besseren Leben.

Zur gleichen Zeit wie Anne, macht sich auch Wilhelm Berlau aus Kreuznach auf den Weg nach Brasilien. Nach dem Tod seiner Mutter, möchte er dort nach einem Verwandten suchen.

Anne hat Glück, denn sie bekommt eine Anstellung als Hausmädchen bei Familie Hellman, die in Botafogo, einem vornehmen Stadtteil von Rio de Janeiro, wohnt. Severin Hellmann ist schon vor vielen Jahren aus Deutschland nach Brasilien ausgewandert. Er ist verheiratet und hat 2 erwachsene Töchter und einen Sohn.

Im Hause Hellmann treffen Anne, Wilhelm Berlau und Familie Hellmann aufeinander und das Handeln des Einen hat Auswirkungen auf das Leben der Anderen, unweigerlich.

Der Leser bekommt die Geschichte aus der Sicht einer dritten Person geschildert und immer abwechselnd von Anne/Thomas, Wilhelm Berlau und Familie Hellmann. In kurzen Einschüben mit der Überschrift „25 Jahre zuvor“ erfährt man etwas aus der Vergangenheit von Lydia Berlau, Wilhelm Berlaus Mutter. Sie hat ihrem Sohn ein Tagebuch hinterlassen.

Die Charaktere sind, wie auch schon in den anderen historischen Romanen, die ich von Sofia Caspari kenne, sehr schön angelegt. Alle Personen sind glaubhaft und handeln realistisch und machen im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch.

Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen. Ganz sicher ist es auch dem einen oder anderen Auswanderer so gegangen, wie im Buch beschrieben. Das Leben war hart zur damaligen Zeit – ob in Deutschland oder anderswo. Es wurde einem nichts geschenkt.

Der Showdown der Geschichte hätte für mich persönlich viel mehr Drama haben können. Die Entwicklung hat mich wirklich neugierig werden lassen auf das, was dann passiert. Aber die Auflösung ist dann irgendwie gar nicht so dramatisch wie sie hätte sein können, sondern, für meine Begriffe, eher flach auslaufend.

Ein schönes Buch, das mir einige schöne Lesestunden bereitet hat. Am Ende fehlte mir jedoch das gewisse Etwas.

PS: Wikipedia sagt übrigens, dass 10 % der Brasilianer deutsche Vorfahren haben. 

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Tags: auswanderung, brasilien, flucht   (3)
 

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125 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

münchen, mord, krimi, anwältin, obdachlose

Eisenberg

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2016
ISBN 9783426653968
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Münchener Stadtbezirk Sendling wurde am Isarabschnitt „Am Flaucher“ eine tote Studentin aufgefunden. Johanna Mend, so heißt die Tote, wurde erstochen. Das ist nicht unbedingt eine außergewöhnliche Todesart. Außergewöhnlich ist es jedoch, auf welche Art und Weise die Leiche verstümmelt wurde. Als dringend tatverdächtig wurde ein Obdachloser festgenommen.

Als die Rechtsanwältin Rachel Eisenberg morgens ihr Haus verlässt um zur Arbeit zu fahren, wird sie von einer obdachlosen Frau angesprochen. Diese bittet Rachel darum, ihren obdachlosen Kumpel in einer Mordsache zu vertreten.

Als Rachel Eisenberg sich zum 1. Mal mit ihrem neuen Mandanten trifft, erwartet sie eine Überraschung. Bei dem tatverdächtigen Obdachlosen handelt es sich um Heiko Gerlach ehemals Heiko Opitz, einem Physikprofessor, mit dem Rachel selbst vor einigen Jahren liiert war.

Bei Akteneinsicht fällt Rachel auf, dass die Ermittlungen im Flaucher-Fall etwas schlampig geführt wurden und man die Verurteilung einzig und alleine auf die am Tatort gefundene DNA stützt, die jedoch eindeutig von Gerlach stammt.

Wird Rachel Eisenberg es schaffen, Heiko Gerlachs Unschuld zu beweisen?

„Eisenberg“ ist der 1. Kriminalfall der Münchener Strafverteidigerin Rachel Eisenberg. Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Sascha, führt sie eine gut gehende Anwaltskanzlei. Privates und berufliches zu trennen ist nicht immer ganz einfach, aber die Beiden haben einen guten Weg gefunden, ihre Kanzlei trotzdem erfolgreich zu führen. Über ihre privaten Probleme wird der Leser natürlich in Kenntnis gesetzt, sie sind aber meiner Meinung nach sehr geschickt in die Geschichte eingewoben.

Rachel Eisenberg ist ein sympathischer Charakter. Anfangs erscheint sie etwas herablassend und sehr auf ihren gesellschaftlichen Status bedacht, der Eindruck verschwindet jedoch schnell zu Gunsten einer wirklich hellwachen und aufmerksamen Anwältin. Dass es sich bei dem vermeintlichen Täter um ihren Ex handelt, macht die Sache nicht wirklich einfach für sie, aber sie möchte Heiko Gerlach helfen seine Unschuld zu beweisen.

Dass sich Rachel die eine oder andere Information auf nicht so ganz legale Weise beschafft, sollte man natürlich nicht gut heißen, aber in diesem Fall hat ihre Vorgehensweise letztlich zur Aufklärung des Falles geführt, weswegen man nicht allzu scharf über die Anwältin richten sollte. Ihr Auftritt vor Gericht war für mich eines der Highlights des Buches. Sie hat der Vertretung der Anklage ihre schlampigen Ermittlungen regelrecht um die Ohren gehauen und die Richterin, die sonst eher für einen schnellen Prozess bekannt ist, für den Fall interessieren können.

Aufgrund privater Probleme ist der Angeklagte Heiko Gerlach in die Obdachlosigkeit gerutscht. Er schafft es, nicht nur Rachel von seiner Unschuld zu überzeugen, aber er ist irgendwie ein merkwürdiger Typ. Im Laufe der Geschichte weiß man als Leser oft nicht mehr, ob Gerlach nun die Wahrheit sagt oder nicht.

Sascha, der Ex-Mann von Rachel, spielt natürlich in ihrem privaten Leben noch eine Rolle, denn sie haben eine gemeinsame Tochter: Sarah. Diese ist gerade in einem schwierigen Alter, versucht sich in ihrer Religion gerade neu zu orientieren und Rachel wird durchaus auch schon mal zur Schulleiterin zitiert. Der ganz normale Familien-Wahnsinn also.

Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen und man merkt, dass Andreas Föhr Ahnung von der Materie hat, denn er hat Rechtswissenschaften studiert und als Jurist gearbeitet.

Am Ende des Kriminalromans blieb nur eine einzige Frage offen, deren Antwort der Leser hoffentlich 2018 im nächsten Buch mit Rachel Eisenberg findet. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Rachel und bis dahin schaue ich mir gerne einmal das Ermittlerteam „Wallner und Kreuthner“ an, das im ebenfalls im Bayerischen Raum ermittelt. 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

michael frey dodillet, hund, hunde, 2016, humor

Herrchentrubel

Michael Frey Dodillet
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453200876
Genre: Biografien

Rezension:

„Herrchentrubel“ ist das 3. Buch aus einer Reihe, geschrieben von Michael Frey Dodillet, kann aber problemlos als Einzelband gelesen werden.

Ich kenne keines der vorhergehenden Bücher, was ich aber noch ändern werde, denn ich glaube ich habe einige liebenswerte - oder vielleicht auch nicht so liebenswerte - Aktionen aus dem Leben von Luna und Wiki verpasst.

Michael Frey Dodillet selbst beschreibt seine Hunde so:

 Luna, eine emotionsflexibel veranlagte Rüdin, die andere Hunde verhaut

Wiki, ein testosteronhaltiger Kleptomane, der alles klaut und jeden beißt, der es ihm wieder wegnehmen will.

In den meisten Hundebüchern und auch in gängigen Hundeforen liest man, dass alte bzw. alternde Hunde ruhiger werden und zu mehr Gelassenheit finden. Luna hat diese Bücher vermutlich nicht gelesen und ist auch kein Mitglied diverser Hundeforen, denn das Wissen darum, dass sie nun zu den „alten Hunden“ gehört, blieb ihr bisher versagt.

Luna, zwischenzeitlich stolze 11 Jahre alt, „detoniert“ nach Aussage ihres Herrchens noch immer bei jeder sich bietenden Gelegenheit, die in Form eines fremden Hundes daher kommt.

Da ist aber auch noch Jungspund Wiki (gerade mal 5) der mit Vorliebe Dinge bewacht die ihm gehören oder von denen er glaubt, dass sie besonderen Schutz bedürfen – wie z. B. seine eigene Kotze.

Das Buch ist in 6 große Kapitel mit jeweils 3 Unterkapiteln eingeteilt und diese Kapitel haben so schöne Überschriften wie „Die Luna-Kloppereien“ oder „Das Butterkotze-Duell“ und sie lassen den Leser schon leise ahnen, über was der Autor auf den nächsten Seiten schreibt.

Leider – oder vielleicht sollte ich besser sagen „Gott sei Dank“ - hatte ich in 15 Jahren Hundehaltung noch nie einen Hund, der andere Hunde gerne vermöbelt und keiner meiner Hunde hat seine eigene Kotze verteidigt, von daher erkenne ich mich bzw. meine Hunde in diesen Vorkommnissen nicht wieder. Wohl aber hatte ich einen Rüden der durchaus wusste, wie man die Zähne einsetzen kann.

Mit großem Interesse, aber auch mit wirklicher Hochachtung, lese ich, was der Autor alles anstellt um seine beiden Hunde zu therapieren. So bekommt der Leser nebenbei auch Einblick in die diversen Therapiemodelle incl. Hintergrundinformationen zu den Absurditäten der derzeit angesagtesten Hundetrainer in der Szene.

Als Außenstehender liest sich das alles sehr humorvoll und an der einen oder anderen Stelle im Buch kann sicherlich jeder auch mal herzhaft lachen. Als Besitzer eines solchen Hundes wie Luna und/oder Wiki ist das aber ganz sicher nicht immer witzig und man greift nach jedem sich bietenden Strohhalm. Die beste und tatsächlich einfachste Lösung für das Wiki-Problem und seiner Beuteaggression, bekam Michael dann von einer Trainerin namens Nadine präsentiert.

Dann kommt das letzte Kapitel im Buch und das heißt „Das Beulen-Dilemma“.
Nach einer Klopperei mit Wiki hat Luna anderntags eine Beule an der Rippe. Der Besuch beim Tierarzt, verbunden mit einer eingehenden Untersuchung, bringt eine unschöne Diagnose und von jetzt auf gleich wird Michael und seiner Frau Stella bewusst, dass auch das Leben von Luna scheinbar endlich ist.

Wer sein ganzes Leben lang ausgeteilt hat, muss auch mal einstecken können und so hat Luna die OP gut verkraftet und freut sich auch heute noch ihres Lebens.

Sehr schön fand ich, dass das Buch nicht mit Lunas Tod geendet hat.

Luna und Wiki haben einen Blog: http://krawallmaus.blogspot.de/
und eine Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Krawallmaus-145344553021/

beide Seiten werden liebevoll von ihrem Herrchen gepflegt.

Ich wünsche Michael, dass seine Hunde noch lange leben und ihn auch in Zukunft noch vor die eine oder andere Herausforderung stellen. Alles andere wäre langweilig, oder? :-D

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147 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

liebe, kriminalität, traum, träume, wenn

Wenn wir fallen

Jennifer Benkau
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.04.2016
ISBN 9783570173206
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16jährige Liz glaubt, den Verstand zu verlieren. Sie träumt jede Nacht von einem Jungen mit flussgrünen Augen und schokobraunen Haaren und mit jeder weiteren Nacht, in der sie von ihm träumt, fühlt sie sich mehr und mehr zu ihm hingezogen.

Dieser Traum ist so real, dass Liz glaubt, verrückt zu werden. Und auch wenn sie ihrer besten Freundin Katta sonst wirklich alles aus ihrem Leben erzählt – diesen Traum behält Liz ganz für sich alleine.

Eines Abends, als Liz ist mit ihrer Tante Andrea gerade auf einer Tankstelle ist, wird diese von einer Bande überfallen. Auf einmal steht er vor ihr – ihr „Traummann“. Allerdings ist er das krasse Gegenteil von dem Jungen aus ihrem Traum, denn Louis hält eine Waffe in der Hand, mit der er Liz bedroht.


„Wenn wir fallen“ ist ein Jugendbuch, geschrieben von Jennifer Benkau. Das Buch hat eine Leseempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren. Die Protagonisten bewegen sich im Alter von 16 Jahren.

Liz lebt bei ihrer Tante Andrea und mit ihren 16 Jahren ist sie noch mitten im Selbstfindungsprozess, aber man kann schon sehen, dass sie ziemlich genau weiß, was sie möchte. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer starken und selbstbewussten jungen Persönlichkeit und es ist schön, ihr dabei „über die Schulter zu schauen“. An ihrer Entwicklung ist Louis – der Junge aus ihrem Traum – natürlich nicht ganz unschuldig.

Liz beste Freundin Katta ist wirklich eine „beste Freundin“. Katta gefällt mir sehr, denn solch echte Freundinnen sind selten und Liz kann sich glücklich schätzen, dass sie Katta an ihrer Seite hat. Ebenso wie ihre Tante Andrea, die ihr so viel Freiheit gibt, dass sie sich entwickeln kann und trotzdem nicht ihr Wohl aus den Augen verliert.

Louis ist Teil einer Bande, die Tankstellen überfällt. Es wäre jetzt einfach zu sagen, dass er selbst Schuld an seiner Situation ist und er alleine damit klarkommen soll. Tatsächlich hat er sich ganz alleine in diese Lage hinein manövriert, aber es nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Hintergründe für sein Tun und Handeln werden einem im Laufe der Geschichte klar und obwohl er kriminell ist, kann man als Leser durchaus Mitleid mit ihm haben, denn auch er ist gerade mal 16 Jahre alt und es gibt noch Hoffnung auf Einsicht und ein Leben ohne Kriminalität.

Louis braucht Liz und Liz braucht Louis – und neben ihrer zarten Liebe geht es in diesem Buch auch um Drogen- und Alkoholmissbrauch, Lüge und Wahrheit, Verrat und Freundschaft.

Der Schluss des Buches hat mich einerseits überrascht, andererseits ist es ein rundes Ende und bei näherer Betrachtung die einzig logische Variante.

Alle Charaktere handeln altersentsprechend und sind glaubhaft angelegt. Auch wenn man als älterer Leser den Jugendlichen gerne mal die Ohren lang ziehen möchte, handeln sie so, wie das Jugendliche in dem Alter nun mal tun. Das Buch hatte ausreichend Spannung um mich am Buch zu halten und ich hatte einige schöne Lesestunden – auch wenn ich dem Zielgruppenalter dieses Buches schon lange entwachsen bin. 

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133 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, neuanfang, betrug, untreue, clara römer

Der Wahnsinn, den man Liebe nennt

Clara Römer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.05.2016
ISBN 9783453358799
Genre: Liebesromane

Rezension:

Susanne Bergmann, genannt Susa, glaubte bisher, eine glückliche Ehe zu führen. Wolf und sie sind seit 10 Jahren verheiratet, ihr Mann ist in der Immobilien-Branche tätig - er leitet mit seinem Freund Gerd ein eigenes Immobilien-Büro - und die Geschäfte scheinen gerade richtig gut zu laufen. Susa hat das Geschäft ihres verstorbenen Vaters übernommen und vor kurzem sind sie und ihr Mann in ihre neue Wohnung eingezogen.

Es ist nicht üblich, dass Wolf sich um Einrichtungsgegenstände für seine Immobilienkäufer kümmert, deswegen wird Susa hellhörig, als eine Firma bei ihr nach der Adresse für eine Kühlschrank-Lieferung nachfragt. Der Auftraggeber für die Lieferung des Kühlschrankes ist eindeutig ihr Mann … aber die Adresse für die Lieferung ist nicht die ihre.

Susa begibt sich selbst zu dieser Adresse und stellt fest, dass dort eine junge Frau mit einem Kind wohnt, welches Wolf wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Nachdem Susas Welt für einen kurzen Moment der Erkenntnis stehen geblieben ist, ist nichts mehr, wie es vorher war.

Bei „Der Wahnsinn den man Liebe nennt“ aus der Feder von Clara Römer, handelt es sich nach Aussage der Autorin um eine wahre Geschichte. Tatsächlich könnte diese jedem von uns jeden Tag passieren. Nichts am Verhalten des Ehepartners weist darauf hin, dass er/sie einen fröhlich hintergeht, bis irgendwann und aus irgendeinem Grund die Bombe hochgeht (in den meisten Fällen geht sie irgendwann hoch).

In diesem Falle war es der Anruf einer Firma, die den Stein ins Rollen gebracht hat.

Die Geschichte von Susa und Wolf wird von einer dritten Person erzählt, die dem Leser abwechselnd die Geschehnisse in der Gegenwart, als auch die Kennenlern-Geschichte der Beiden in der Vergangenheit näher bringt.

Ich kann nicht sagen, dass mir Wolf unsympathisch ist, das ist er wirklich nicht, aber er glaubt von sich, dass er ein überaus toller Hecht ist, und das kommt auch bei mir als Leser so an. Er ist überzeugt von sich und seinem Tun und natürlich ist nicht er derjenige, der Schuld an der ganzen Misere ist. Wolf ist so ein Typ Mann, der denkt, dass mit einem riesengroßen Strauß roter Rosen wieder alles gut ist oder anfangs probiert er es auch mit einem einfachen „Es tut mir leid“ und diesem „Es hat nichts mit Dir zu tun“-Geschwafel. Die Gefühle seiner Frau spielen bei ihm nur eine untergeordnete Rolle, Hauptsache er kommt in allen Belangen gut weg. Sonderlich viel Mitgefühl kann ich ihm tatsächlich nicht entgegen bringen.

Susa ist von Anfang an eine Sympathieträgerin. Sie macht in diesem Buch eine riesengroße Entwicklung durch. Vom anfänglichen naiven Weibchen, das sich einlullen lässt und alles glaubt, entwickelt sich Susa zu einer starken Frau, die ihren Weg geht, auch wenn es weh tut. Ich weiß nicht, ob ich in allen Situationen so souverän hätte reagieren können, gerade bei einer Szene, die Susa mit eigenen Augen ansehen musste, hätte ich wahrscheinlich nicht kommentarlos vorübergehen können.

Susa hat glücklicherweise nicht viele aber doch gute Freunde, die jedoch auch mit ihren eigenen privaten Problemen beschäftigt sind. Betrogen zu werden ist auch nicht immer nur Schicksal der Frauen, auch das hat die Autorin bei den Nebenfiguren eindrucksvoll in die Geschichte eingewoben.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen und die Charaktere sind glaubwürdig angelegt und ihre Handlungen nachvollziehbar. Ich liebe diese Art von Büchern und es hat genau meinen Geschmack getroffen. Gott sei Dank wurde ich auf diese Leserunde aufmerksam gemacht, ich hätte sonst ein tolles Buch verpasst.

Bei „Clara Römer“ handelt es sich um ein geschlossenes Pseudonym, so dass ich leider nicht weiß, welche Autorin (oder gar ein Autor?) sich hinter diesem Namen verbirgt. Ebenso wenig weiß ich, welches Genre die Autorin normalerweise bedient, denn Liebesromane sind es üblicherweise nicht.

Ich werde in jedem Fall weiter Ausschau nach Büchern von Clara Römer halten. 

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253 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

island, elfen, fantasy, magie, nina blazon

Silfur - Die Nacht der silbernen Augen

Nina Blazon , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.03.2016
ISBN 9783570163665
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Jan Siebert muss für seine Firma beruflich nach Island. Da seine Frau Heike und die Söhne Fabio und Tom gerade Ferien haben, liegt es auf der Hand, dass sie die Sommerferien gemeinsam auf Island verbringen.

Mutter Heike möchte die Zeit nutzen, um sich mal wieder ausgiebig der Malerei zu widmen und hofft, dass sich Tom (10) und Fabio (13) mit Elin, der Tochter ihrer Vermieterin, anfreunden. Elin scheint von dieser Sache jedoch nicht sehr angetan zu sein und verhält sich den Jungs gegenüber ein wenig sonderbar. Fabio kann sich für Elin überhaupt nicht begeistern und als sie ihn dann auch noch „Dvergur“ (Zwerg) nennt, ist es mit seiner Sympathie für Elin ganz vorbei. Sein Bruder Tom jedoch ist von Elin begeistert. Endlich hat er jemanden, mit dem er auf Bäume klettern und toben kann.

Während Tom und Elin die Nachbarschaft unsicher machen, beschäftigt sich Fabio mit der isländischen Mythologie. Ist an den Geschichten die sich um Elfen ranken tatsächlich etwas dran oder handelt es sich ausnahmslos um Fabelwesen? Im Nachbarsjungen Hansen findet Fabio einen Bruder im Geiste. Er erzählt ihm von Elfen, Wechselbälgern und Wiedergängern. Aber das gibt es doch nicht wirklich, oder?

Als Fabio einen Jungen mit einem Wolfskopf sehen kann, den außer ihm scheinbar niemand sieht, verdichtet sich sein Verdacht. Er begibt sich auf „Elfenjagd“. Mit seinen Nachforschungen auf eigene Faust bringt er sich jedoch sehr schnell in Gefahr.

„Silfur“ ist das 2 Buch aus der Feder von Nina Blazon. welches ich lese. Es handelt sich bei „Silfur“ um ein Kinderbuch, bei dem die Altersempfehlung „Ab 10 Jahre“ lautet. Der Schreibstil ist entsprechend einfach gehalten und aus dem Dialog „sagte Mutti“ oder „sagte Vati“ geht hervor, dass es ein Buch für jüngere Kinder ist. Ich brauchte eine Weile, bis ich mich auf diese Tatsache eingestellt hatte, dann las sich das Buch jedoch wunderbar flüssig und einfach von der Hand.

Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, deren Überschriften z. B. „Kabumm!“, „Katzenschleichen“ oder „Aschköpfe“ heißen und jede Überschrift wiederum wird von einer liebevollen kleinen Ilustration begleitet.

Die Kinder könnten unterschiedlicher nicht sein. Fabio ist eher introvertiert und Tom ist der extrovertierte Typ. Da Fabio mit seinen 13 Jahren etwas zu klein geraten ist, wird er immer für den Zwilling von Tom gehalten, der 3 Jahre jünger ist – und so kämpft Fabio auch immer ein wenig mit seinem mangelnden Selbstbewusstsein. Tom denkt oft nicht nach, bevor er handelt und hat in Elin eine Seelenverwandte gefunden. Auch Elin ist spontan, impulsiv und vor allen Dingen frech.

Fabio, Tom und Elin müssen im Buch einige Abenteuer bestehen, die ihre neu entstandene Freundschaft auf die Probe stellen, aber auch die Geschwisterliebe wird einer harten Prüfung unterzogen.

Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass man hier ein Kinderbuch liest und das auch genießen kann, findet man eine wahrhaft magische Geschichte.

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Tags: elfen, island, zwerg   (3)
 

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syrien, rechte gesinnung, flüchtlinge, krimi, tod

Wie sie uns ansehen

Rebekka Pax
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX, 04.05.2016
ISBN 9783736301597
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Radfahrer schlägt sich in die Büsche um seine Blase zu entleeren und macht eine schreckliche Entdeckung. Im Gebüsch liegt die Leiche eines jungen Mädchens.

Als Kominalkommissarin Cornelia Arents am Fundort eingetroffen ist, fallen ihr und ihrem Kollegen auf den ersten Blick die Würgemale am Hals der Toten auf. Da bei der Leiche eine Handtasche gefunden wird, die sowohl ein Portemonnaie mit Kleingeld, als auch Ausweispapiere enthält, kann ein Raubmord weitestgehend ausgeschlossen werden. Die elektronische Aufenthaltskarte wurde vor einem Dreivierteljahr ausgestellt. Diese weist die Tote als Majida Esber aus, 16 Jahre alt, Heimatland: Syrien.

Cornelia Arents befürchtet, dass dieser Mord einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnte.

„Wie sie uns ansehen“ ist der 3. Band in der die Ermittlerin Cornelia Arents die Hauptrolle spielt. Das Buch kann, wie die Vorgänger auch, problemlos als Einzelband gelesen werden.

Meiner Meinung nach handelt es sich hier deutlich um den stärksten Teil der Trilogie. Möglicherweise bin ich jedoch voreingenommen, da mich das Thema in diesem Buch emotional sehr berührt. Wer sich mit der Thematik um Flucht und Flüchtlinge nicht identifizieren kann, könnte hier eventuell den falschen Krimi in der Hand haben.

Einerseits habe ich Nerven aus Drahtseilen, mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Andererseits bin ich ein emotionales Weichei und Dinge, die mir zu Herzen gehen, treiben mir auch schnell das Wasser in die Augen. Dass ich bei einem Kriminalroman weinen muss, ist mir vor diesem Buch noch nicht passiert.

Das Buch beginnt mit einem Tagebucheintrag. Majida beschreibt ihre Gedanken zu etwas, das sie im TV gesehen hat. Es hat mit dem aktuell vorherrschenden Krieg in Syrien, den Dschihadisten und dem IS zu tun. Majida kennt die Einstellung ihres Vaters und wünscht sich in ihrem Tagebucheintrag, dass er seine Gedanken niemals offen aussprechen wird. Ihm würde sofort der Kopf abgehackt werden.

„Vater sagt, ein Mensch, der für seinen Glauben töten will, hat seinen Gott verloren.“

Da Majida tot in einem deutschen Gebüsch gefunden wird, wird dem Leser sehr schnell klar, dass dieser Tagebucheintrag aus der Vergangenheit stammen muss, denn zwischen ihrem Leben in Syrien und ihrem Tod in Deutschland liegen einige Monate.

Durch die immer wieder eingeschobenen Einträge aus Majidas Tagebuch bekommt der Leser Einblicke in die nahe Vergangenheit. Die Gründe, warum Majida und ihre Familie aus Syrien fliehen, die gefährliche und anstrengende Flucht selbst und die Ankunft und das Leben in Deutschland. All das wird von Rebekka Pax sehr bewegend erzählt, es hat mich wirklich tief berührt.

"Wie sie uns ansehen, mit ihren kalten Blicken. Als wären wir keine Menschen, sondern Dinge. Dinge, die sie anekeln."

Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit der Gegenwart und den Ermittlungen von Cornelia Arents und ihrem Team, den Tod der 16jährigen aufzuklären. Ihre Arbeit führt Cornelia zu Majidas Mutter und Tante im Flüchtlingsheim und zu den Anwohnern direkt neben diesem Flüchtlingsheim.

Es ist sicherlich nicht einfach in einem Milieu zu ermitteln, das einem menschlich total zuwider ist. Im Rahmen der Ermittlungen muss Cornelia sich auch mit Menschen mit überaus rechter Gesinnung auseinandersetzen.

Das Tagebuch von Majida ist natürlich auf arabisch geschrieben und Majidas Verwandte sprechen auch noch kein Deutsch, Cornelia ist auf Hilfe angewiesen. Sie lernt Dr. Faris Aydin kennen, einen jungen syrischen Arzt, der sich aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse gerne als Dolmetscher zur Verfügung stellt. Durch seine Tätigkeit rutscht er jedoch auch in den Fokus der rechtsradikalen Nachbarschaft.

Faris wird als überaus attraktiver und netter junger Mann beschrieben und ich kann verstehen, dass es zwischen Cornelia und Faris leicht zu knistern beginnt. Ihr Kollege Robin, der viele Jahre auch ihr Lebenspartner war, hat in Cornelias Leben endlich keine Bedeutung mehr. Es gefällt mir gut, dass Cornelia hier einen neuen Weg einschlägt.

Gemeinsam mit ihren Kollegen und Faris Aydin gelingt es Cornelia, den Tathintergrund zu ermitteln und den Täter dingfest zu machen, bevor weitere Menschen durch ihn zu Schaden kommen.

Das Ende des Buches stellt meiner Meinung nach den perfekten Abschluss für diese Geschichte dar – die eigentlich nicht wirklich eine Geschichte ist, sondern das Schicksal von Millionen von Menschen beschreibt.

Wer sich den aktuellen Nachrichten nicht verschließt, der weiß, dass Majidas fiktive Geschichte seit Jahren für viele Flüchtlinge bittere Realität ist. Seit 2015 spaltet dieses Thema unsere Gesellschaft und sorgt für Diskussionen und Streit, selbst zwischen bisher guten Freunden.

Diese Menschen flüchten vor Krieg und Tod und möchten bei uns in Deutschland nur eines: In Sicherheit sein. Sie nehmen es lieber in Kauf auf der Flucht zu sterben als wehr- und chancenlos in einem sinnlosen Krieg. Hier angekommen wirft man ihnen vor Schmarotzer zu sein und nur unser Geld zu wollen ….. wer sich ernsthaft mit diesen Menschen befasst, dem wird sehr schnell klar, dass es eben nicht so ist. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, muss man jedoch seine Angst vor dem Unbekannten über Bord werfen und zulassen, dass diese Menschen sich einem nähern dürfen – nicht körperlich sondern emotional - denn dann wird eine Umarmung zu einer Freundschaftsgeste und nicht zu einer sexuellen Belästigung.

Eine 5-Sterne-Bewertung wird dem Buch nicht gerecht, es hat so viel mehr verdient. 

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Tags: flucht, krieg, syrien, tod   (4)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

ehe, absicht, 2016, beziehung, mord

Anatomie einer Absicht

Ana Bilic
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei HOLLITZER Verlag, 16.03.2016
ISBN 9783990122945
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe das Buch „Anatomie einer Absicht“ im Rahmen einer Blogtour gelesen. Mein Beitrag zum Thema „Giftmorde“ könnt Ihr finden, wenn Ihr diesem Link folgt: https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2016/05/12/blog-tour-anatomie-einer-absicht-giftmorde/.

Eine Inhaltszusammenfassung aus meiner Sicht macht nicht viel Sinn, denn Lidia bringt es im 1. Satz des Buches schon auf den Punkt.

Ich beschloss meinen Mann umzubringen. Ja. Zu liquidieren. Von der Erdoberfläche zu entfernen.

Mehr gibt es dazu zusammenfassend nicht zu sagen.

Das Buch ist in 5 Teile unterteilt. In jedem Teil kommt eine andere Person zu Wort, um bestimmte Vorkommnisse aus ihrer Sicht zu beschreiben. So lesen wir im 1. Teil von Lidia, im 2. Teil von Helmut, in Teil 3 werden wir Zeuge eines Gespräches vor einem Lokal, in Teil 4 kommt Freund Joseph zu Wort und im 5. Teil Lidias Tante Lubja.

Irgendwie war ich erstaunt, ein Buch vorzufinden, in welchem der Leser nicht einer fortlaufenden Geschichte folgt und im Verlaufe ebendieser Zeuge eines „Mordes“ wird, sondern einer Art Ehe-Protokoll aus verschiedenen Perspektiven. Der Teil von Lidia nimmt jedoch bis auf Seite 60 den weitaus größten Raum innerhalb des Buches ein.

Als ich auf den ersten Seiten an Lidias Gedanken Anteil nehmen konnte, dachte ich mir „Ok, diesen Kerl würde ich auch umbringen, ohne mit der Wimper zu zucken“. Helmut ist 20 Jahre älter als Lidia und hat andere Ansichten zu und über ihre Ehe als Lidia. Für ihn gilt in der Ehe die klassische Rollenverteilung und irgendwie glaubt er auch, dass seine Frau für alle anderen Dinge, wie z. B. einen Beruf als Übersetzerin auszuüben etc., viel zu doof ist.

Er spricht mit seiner Frau auf eine Art und Weise, die extrem herabwürdigend ist.

„Du weißt ja selber nicht, was Du willst!. Du weißt nicht einmal das zu schätzen, was Du hast. Ich kann schon nachvollziehen, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner scheint, aber du laberst über ein Land, welches nicht existiert. Du bist undankbar, töricht, und, verzeih mir den Ausdruck, abscheulich.“

Würde ich so mit mir reden lassen? Nein, garantiert nicht.

Als Lidia – mal wieder – in einer ihrer depressiven Phasen gerutscht ist, saß Helmut manchmal an ihrem Bett und sah sie einfach nur an, ohne mit ihr zu sprechen. Lidias Gedanken zu diesen Momenten lauten

„Damals dachte ich, was für ein Monster mein Mann sei. Er tat tagelang nichts. Er beobachtete mich wie ein krepierendes Tier. Er studierte mich wie ein verfehltes Experiment. Der Gedanke, dass ich mit einem solchen Mann verheiratet war, lies mich erkalten.“

Wenn man dann wiederum die Seiten liest in denen Helmut zu Wort kommt, dann kann man durchaus auch für ihn ein gewisses Maß an Sympathie aufbringen. Er sagt, dass Lidia jemanden brauchte der ihr die Welt erklärt, damals, als sie sich kennengelernt haben. Sie war weltfremd, jemand musste ihr die Wahrheit sagen, sie aus ihrem Traum wachrütteln. Er sagt aber auch durchaus, dass seine Frau spinnt und eigentlich therapeutischer Hilfe bedarf, er ihr aber nicht sagen kann, dass sie spinnt, weil das in seinen Augen kontraproduktiv wäre.

Liebe zum und Respekt vor dem Partner kann ich hier auf beiden Seiten keine finden. Über Seiten hinweg werden hier die negativen Aspekte ihres Zusammenlebens aufgezeigt.

Schade finde ich, dass sich für mich die ganze Geschichte genau so kalt und emotionslos liest, wie das Verhalten zwischen den Eheleuten ist. Letztendlich kann ich weder zu Lidia noch zu Helmut eine Beziehung aufbauen und ob Lidia ihren Helmut um die Ecke bringt oder nicht, macht für mich als Leser keinen Unterschied weil mir die Charaktere nicht ans Herz wachsen.

Ich weiß, dass es sich bei den nachfolgenden Sätzen um einen Dialog handelt, aber die Art und Weise, wie es aufgeschrieben ist, macht mich kirre.

- … Helmut? … Helmut Gruber?..
- … Ja?
- Hallo, Helmut! … Das ist aber eine Überraschung! …
- … Es tut mir leid, aber ich …
- Ich bin es, Gerhard … Aus dem Gymnasium, die zweite Bank beim Fenster …


In allen Teilen des Buches sind einzelne Passagen so dargestellt und das regte mich von Anfang an auf. Der komplette 3. Teil „Vor dem Lokal“ ist mit Punkten und Strichen gepflastert. Jeder Satz fängt mit einem – an und endet mit … und die meisten Sätze sind extrem kurz. Es hat mich wirklich viele Nerven gekostet das zu lesen.

Lesefluss und somit Lesegenuss konnte sich leider bei mir nicht einstellen und ich war tatsächlich einfach nur heilfroh, dass ich dieses Buch nach 158 Seiten beenden durfte.

Wie bei jeder Buchbesprechung, gebe ich mit dieser Rezension nur meine eigene Meinung wider. Vielleicht gefällt Dir das Buch ja gerade wegen der kurzen und knappen Sätze, vielleicht regen Dich Punkte und Striche im Satzbau weniger auf als mich. Und deswegen gibt es auch hier von mir die Empfehlung, dieses Buch am besten selbst zu lesen um es beurteilen zu können.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

krimi, christine bernard, trier, kinderleiche, das eisrosenkind

Christine Bernard. Das Eisrosenkind

Michael E. Vieten
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783862824137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An manchen Tagen hasst Christine Bernard es, dass sie als Kriminalkommissarin niemals wirklich Urlaub hat. Gerade ist der letzte Ton des Sinfonie-Konzertes verklungen, bei dem ihr Freund Torben Heintz das Cello spielte, als Christine von ihrer Dienststelle über eine Vermisstenmeldung informiert wird. Bei der vermissten Person handelt es sich um ein 8jähriges Mädchen, das am Nachmittag aus dem Kinderhort verschwunden ist.

Kurz nachdem Rosalia als vermisst gemeldet wird, wird am Moselufer eine Kinderleiche gefunden. Alle äußeren Erkennungsmerkmale weisen darauf hin, dass es sich bei dem gefrorenen Körper um die kleine Rosalia handelt. Der Schein trügt, denn bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung stellt sich heraus, dass das tote Mädchen eine andere Augenfarbe hat und dieses Kind schon seit 12 Jahren tot ist.

Die Ähnlichkeit zwischen Rosalia und der unbekannten Toten ist frappierend.
Gibt es zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang?

„Das Eisrosenkind“ ist ein Kriminalroman der im Raum Trier spielt. Genau dieser Umstand war es, der mich zu diesem Buch greifen ließ, denn ich wohne ca. 45 Autominuten von Trier entfernt. Regionalkrimis sind immer spannend, aber einen Krimi der so nahe vor meiner Haustüre spielt, habe ich bisher noch nicht gelesen.

Die Kriminalkommissarin Christine Bernard ermittelt hier schon in ihrem 2. Fall in Trier. Wie bei den meisten Kriminalromanen kann jedoch auch dieses Buch als Solitärband gelesen werden.

Die Person der Ermittlerin Christine Bernard ist sehr sympathisch angelegt. Erfreulicherweise treffen wir hier auf eine Kommissarin, die ausnahmsweise mal nicht einen Rucksack voll mit dunklen Schatten ihrer eigenen Vergangenheit mit sich herumschleppt und so spielt ihr Privatleben nur eine untergeordnete Rolle. Ab und an findet sich eine Erwähnung aus dem Privatbereich, aber es wird keine große Gewichtung darauf gelegt.

Bei den Vernehmungen der Zeugen und auch im Umgang mit den Eltern der vermissten Rosalia zeigt Christine Einfühlungsvermögen und Sachverstand. Andererseits beißt sie sich an einer Person fest, die in ihren Augen der Täter sein muss. Obwohl er für die Zeit des Verschwindens von Rosalia ein Alibi hat glaubt Christine, dass nur er es gewesen sein kann. Notfalls mit einer Hilfsperson. Dieses störrische Festhalten an ihrem vermeintlichen Täter war mir stellenweise etwas zu viel und genau wie ihre Kollegen konnte ich dieses Verhalten nicht immer nachvollziehen. Hier wäre weniger wahrscheinlich mehr gewesen. Mein Lesevergnügen wurde jedoch von ihrer Sturheit nicht nachhaltig gestört und letztendlich findet sie die Spur, die zum Mörder führt.

Ein Krimi wäre kein Krimi, wenn sich die Ermittler nicht auch selbst in Gefahr bringen würden und so wird der Leser Zeuge, wie die Kriminalkommissarin wirklich kurz vor knapp aus einer ziemlich unangenehmen Situation gerettet werden kann.

Christine Bernard ermittelt natürlich nicht alleine, sondern sie wird von ihren Kollegen Torsten Kluge und Jörg Rottmann unterstützt. Auch diese Personen sind echt und glaubhaft angelegt, agieren jedoch eher im Hintergrund.

Der Autor Michael E. Vieten schafft es von Anfang an Spannung zu erzeugen und diese auch zu halten und so lesen sich die 305 Seiten wirklich erstaunlich schnell weg. Der Schreibstil ist angenehm und fehlerfrei und macht Lust darauf, den 1. Teil „Der Fall Siebenschön“ auch noch zu lesen. 

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196 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

thriller, schönheit, goldener schnitt, mona lisa, kunst

Das Mona-Lisa-Virus

Tibor Rode
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.03.2016
ISBN 9783785725672
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf dem Weg zur Endausscheidung der Miss Amerika-Wahl, wird der Bus mit den 10 schönsten Frauen der U.S.A. entführt. Eine nach der anderen tauchen die Schönheitsköniginnen schon bald wieder auf; von ihrer Schönheit ist jedoch nichts mehr zu sehen, die Mädchen sind auf grauenvolle Weise entstellt worden.

Dr. Helen Morgan ist Wissenschaftlerin. In einem Forschungsprojekt, dessen Leiterin sie ist, wird mit Hilfe eines MRT-Gerätes erforscht, wie das menschliche Gehirn auf Fotos von attraktiven oder unattraktiven Menschen reagiert. Im Rahmen ihrer Forschung wurde sie vom „Centre de recherche et de restauration des musées de france“ (C2MRF) eingeladen, die im Louvre ausgestellte Mona Lisa zu untersuchen. Jedoch erfährt sie kurz vor ihrer Abreise nach Paris, dass ihre Tochter Madeleine vermisst wird, ebenso der Anti-Viren-Software-Hersteller Pavel Weisz.

Fast zeitgleich mit den Entführungen, wird in Leipzig am Alten Rathaus von einem Unbekannten der Balkon gesprengt, ein Computervirus mit Namen „Mona Lisa“ legt ganze Zeitungen lahm und in vielen Ländern der Welt sterben Bienenvölker, scheinbar an einem Gift.

Gibt es eine Verbindung zwischen all diesen Vorkommnissen?

Dr. Helen Morgan kann nicht verhindern, dass sie unfreiwillig in die Geschehnisse hineingezogen wird, jedoch kristallisiert es sich heraus, dass das Bild der Mona Lisa in Paris Dreh- und Angelpunkt für alles zu sein scheint.

Wenn Sie ihre Tochter wiedersehen möchte, muss Helen sich auf einen Deal einlassen.......

„Das Mona Lisa Virus“ ist der erste Tibor-Rode-Thriller den ich gelesen habe.

Der Einstieg ins Buch bedurfte einiger Konzentration, da in schneller Abfolge die Geschehnisse aus Acapulco, Boston, San Antonio, Warschau erzählt werden. Ich habe ja immer so meine Probleme mit vielen Menschen und/oder vielen Orten zu Beginn eines Buches und brauche einige Zeit, bis ich das alles sortieren kann. Aber hier gelingt es mir nach kurzer Zeit und es kristallisiert sich ein roter Faden heraus.

Die gemalten Hauptakteure sind die Mona Lisa aus dem Pariser Louvre und die Mona Lisa del Prado, die in Madrid zu besichtigen ist. Bei der Mona Lisa del Prado handelt es sich um eine exakte Kopie der Mona Lisa, die von einem Schüler Da Vincis gemalt wurde.

Die menschlichen Hauptakteure sind Dr. Helena Morgan und der FBI-Agent Greg Millner. Beide sind mit unterschiedlichen Motivationen an unterschiedlichen Orten der Wahrheit auf der Spur, es ist jedoch unausweichlich, dass sich ihre Wege treffen. Die Handlungen der Beiden sind nicht immer logisch nachzuvollziehen, letztendlich aber führen sie zum Ziel.

Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet und der Autor führt den Leser mit der einen oder anderen Figur ein wenig aufs Glatteis. Vermeintlich gute Personen können durchaus die Seiten wechseln und umgekehrt, was die Geschichte spannend macht.

Ich freue mich immer, wenn ich aus Büchern Wissen mitnehmen kann und in diesem Thriller von Tibor Rode habe ich noch etwas über den „Goldenen Schnitt“ lernen können. Als Hobbyfotografin ist mir der Begriff natürlich bekannt, aber dass sich dieser „Goldene Schnitt“ nicht nur auf die Fotografie bezieht, sondern in jedem Lebewesen zu finden ist, war mir bislang unbekannt.
Auch über das Bild der Mona Lisa habe ich wissenswertes erfahren können bzw. im Rahmen unserer Leserunde auch schon mal Tante Google befragt. Die Mona Lisa gilt als Inbegriff der Schönheit, auch wenn sie nicht über Augenbrauen verfügt.

Leider werden nicht alle Handlungsstränge, die zu Beginn des Buches begonnen werden, auch bis zum Schluss abgehandelt. So bleiben bei mir am Ende des Buches noch einige Fragen offen.

Aber auch wenn das Buch einige Schwächen aufzeigt, habe ich mich für einige wenige Stunden gut unterhalten gefühlt. 

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155 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

urlaub, adria, italien, italienurlaub, 80er jahre

In der ersten Reihe sieht man Meer

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer, 09.03.2016
ISBN 9783426199404
Genre: Humor

Rezension:

Dreams are my Reality

Fast ist es geschafft. Das Auto ist gepackt für den Familienurlaub, morgen in aller Frühe geht es los. Wie jedes Mal vor einer großen Reise, geht es im Hause Klein hoch her. Tochter Felicitas und Sohn Jakob streiten sich um dieses oder jenes und seine Frau Mona reagiert auch etwas gestresst, so dass Alexander Klein die Ruhe genießt, nachdem alle ins Bett gegangen sind.

Er möchte auch nur noch schnell die Pässe zusammensuchen und dann schlafen gehen, aber während er seinen Schreibtisch durchsucht, fällt ihm ein altes Fotoalbum in die Hände. Mit einem Glas Wein und dem Fotoalbum auf dem Schoß, flegelt er sich in den Sitzsack und schläft über all den schönen Erinnerungen ein …...

Als Alex wach wird, kann er es kaum glauben. Wie sieht denn seine Mutter aus? Und überhaupt, wieso weckt ihn seine Mutter und nicht seine Frau Mona? Als er in den Spiegel schaut, traut er seinen Augen nicht. Alex steckt noch in seinem Körper – allerdings in dem, den er als 15jähriger hatte.

In seinem Traum erlebt Alex noch einmal den allerersten Italienurlaub mit seiner Familie: Im Körper seines 15jährigen Ichs, aber mit dem Wissen des Mittvierzigers, geht es gemeinsam mit Oma Ilse, Schwester Niki, Mutter Renate und Vater Norbert in einem Ford Sierra, eingepfercht zwischen Koffern und Konserven, in Richtung Adria.

„Wozu brauchen wir das denn?“ fragte ich und wunderte mich selbst darüber, dass ich mich mit der Situation so langsam abzufinden schien. „Na, zum Essen vielleicht? Oder willst du dir da unten am Ende mit Tintenfischen und Muscheln den Magen verderben?“

Herzlich Willkommen in den 80er Jahren.

Mit dem Buch „In der ersten Reihe sieht man Meer“, haben sich die Autoren Klüpfel & Kobr auf anderes Terrain begeben. Bekannt wurden sie durch ihre Allgäu-Krimis, rund um Kommissar Kluftinger, die ich jedoch nur dem Namen nach kenne. Ich kann also keinen Vergleich ziehen, in welchem Genre die Autoren sich besser präsentieren.

Das Buch führt den Leser zurück in die 80er Jahre und zu allem, was dazugehörte. Die Vorurteile gegenüber fremden Menschen, obwohl man in deren Heimat Urlaub machte. Die Klischees der deutschen Urlauber, wie sie sich in eben diesem fremden Land benommen haben, werden voll und ganz bedient. Es fängt schon an der Grenze zu Italien an:

„Notfalls verlange ich einen deutschen Grenzer, dem werde ich dann schon erklären, wie hier der Hase läuft!“

Das Ferienhaus wird mit heimischen Spitzendeckchen verziert, der Hygienestandard innerhalb des Hauses wird als unzureichend deklariert und erst mal mit deutscher Gründlichkeit überarbeitet und den Kaffee bringt man natürlich auch von zu Hause mit. Gekocht wird, auch ganz typisch, Gulasch oder Kohlrouladen um nur ja nicht mit den einheimischen Speisen in Kontakt zu kommen …. wer weiß, was die Italiener da alles darin verarbeitet haben.

Wer in den 80er Jahren Jugendlicher war, wird sich - oder gar seine ganze Familie – eventuell in der ein oder anderen Szene wiederfinden.

Das Buch ist in 33 Kapitel aufgeteilt, jedes für sich mit einem Musiktitel der 80er überschrieben. Treffenderweise heißt das 1. Kapitel „Voyage, Voyage“ und das letzte Kapitel „Dreams are my Reality“. Die eine oder andere Überschrift löste dann auch noch einen Ohrwurm aus, wie „Tretboot in Seenot“ oder „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“. 80er-Jahre-Kinder wissen was ich meine, der Rest wird bei entsprechenden Internetportalen sicher schnell fündig. Zudem findet sich über jedem Kapitel ein Foto; wahrscheinlich Originale aus den Fotoalben der Autoren.

Die Kapitel reihen sich aneinander und erzählen, vom ersten bis zum letzten Tag, den Urlaub der Kleins. Spannung gibt es nicht wirklich und an manchen Stellen zieht sich das Geschehen auch sehr in die Länge. Einzig die Rettung der Strandbude der Berlusconis mit dem Wissen des erwachsenen!! Alexanders, ist eine Handlung, die sich kontinuierlich fortsetzt.

Der Schluss des Buches hat mich dann doch noch überraschen können, aber nicht glücklicher gemacht, im Gegenteil.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen und festgestellt, dass mein Humor ein total anderer ist. Im Gegensatz zu den anderen Leserundenteilnehmern, konnten mir nur ganz wenige Szenen ein Schmunzeln entlocken. Irgendwie ging der Witz des Buches an mir vorbei. Mit dem zum Buch passenden Humor hat man hier sicherlich eine tolle Strand-/Urlaubslektüre in Händen.

In solchen Fällen mag ich die Sterne-Bewertungen gar nicht, denn MIR hat dieses Buch nicht gefallen – aber DIR gefällt es ja vielleicht sehr gut. 

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Tags: 80erjahre, adria, italienurlau, teutonengrill   (4)
 

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71 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

trauer, familie, liebe, verlust, natur

Der Geschmack von Salz und Honig

Hannah Tunnicliffe , Hanne Hammer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.04.2016
ISBN 9783453358942
Genre: Liebesromane

Rezension:

Francesca (Frankie) und Alexander sind seit vielen Jahren ein Paar und ihre Hochzeit steht kurz bevor. Tragischerweise wird es diese Hochzeit jedoch niemals geben, denn Alex ist bei einem Surf-Unfall tödlich verunglückt.

Als Frankie auf der Beerdigung ihres Fast-Ehemannes alles über den Kopf wächst, flüchtet sie sich in eine einsam gelegene Waldhütte. Obwohl sie mit Alex sehr oft in dieser Hütte war, glaubt Frankie, hier eher wieder zu sich finden zu können als zu Hause, denn

„Er ist überall“, sage ich. „Überall und nirgends. In der Küche, im Wohnzimmer, im Schlafzimmer. Entschulde, aber … überall im Schlafzimmer. Da liegt ein hoher Stapel Surf-Magazine, die er nie aussortiert hat, er fällt immer um. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er sie wegräumen oder wegwerfen soll, und jetzt wünschte ich, das ganze Zimmer wäre voll davon.“

Frankie findet jedoch nicht die erwünschte Ruhe und Einsamkeit, sondern sie wird durch ihre Nachbarn, ihre Familie und den Verwalter Jack und seine Tochter Huia in ihrer Trauer gestört. Diese Störungen sind jedoch nicht ausschließlich negativer Natur, denn diese Menschen helfen Frankie, nach und nach, den Weg zurück in ihr eigenes Leben zu finden. Aber wenn man gerne für sich alleine sein möchte, dann kann einem auch die liebevollste Familie gehörig auf den Nerv gehen.

Da Francesca Halbitalienerin ist, wird sie von ihrer Familie des öfteren mit einem guten Essen von der Trauer abgelenkt. Am Ende des einen oder anderen Kapitels findet der Leser entsprechende Rezepte, von denen mir einige haben das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.

Nach und nach wird Frankie bewusst, dass Alex Geheimnisse vor ihr gehabt haben muss. Sie hinterfragt ihre Partnerschaft und findet Antworten auf Fragen, die sie lieber nicht gefunden hätte, weil sie so schockierend für sie sind.

Und als ob sie nicht genug mit der Trauer um Alex zu tun hätte, so muss Frankie sich auch noch mit ihrer Schwester auseinandersetzen. Nach vielen Jahren des Schweigens zwischen den Beiden, taucht Bella auf einmal wieder auf. Nur deren Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Frankie und sie wieder zueinander finden.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Frankie geschrieben. Die Charaktere sind gut beschrieben, manche etwas blasser als andere, jedoch vielfältig und glaubhaft.

Die Idee hinter der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, jedoch haben mir die überwiegend abgehackten und manchmal extrem kurzen Sätze das Lesevergnügen arg verleidet. Es tut mir leid wenn ich schreiben muss, dass ich mich über einige Seiten regelrecht hinweg zwingen musste, aber weil ich neugierig auf das Ende war, habe ich weiter gelesen. Nun weiß ich natürlich nicht, ob diese stilistische Eigenschaft auf die Übersetzung zurück zu führen ist oder ob es sich tatsächlich um den Schreibstil der Autorin handelt. Das vermag ich nicht zu unterscheiden.

Dadurch, dass ich nicht wirklich in einen Lesefluss hineingefunden habe, konnte sich auch keine wirkliche Nähe zwischen Frankie und mir einstellen. Wir hatten ein eher kühles Verhältnis zueinander, ihre Gefühle blieben mir fremd.

Für einen Leser, der mit den kurzen Sätzen klar kommt, ist es ganz sicher ein tolles Buch. Ich konnte mich nicht so recht darauf einlassen, was ich persönlich sehr sehr schade finde. 

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebe, erotik, verlust, sex, gefühle

Liv & Aidan - Irresistible

Kate Lynn Mason
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 04.04.2016
ISBN 9789963533060
Genre: Romane

Rezension:

Liv (Olivia) Sullivan möchte sich gerne ein Wochenende lang eine Auszeit gönnen. Ein gutes Buch lesen, nachdenken, aber vor allem ihre Wunden lecken, die Exfreund Gavin ihr gerade zugefügt hat. Ihre Arbeitskollegin und beste Freundin Claire muss nicht viel Aufwand betreiben Liv davon zu überzeugen, dieses Wochenende in der Skihütte ihrer Familie zu verbringen. Weitab der Zivilisation, in den Bergen von Vermont.

Kurzerhand verpflichtet Claire ihren Bruder Aidan dazu, Liv am Bahnhof abzuholen und sie zur Berghütte zu fahren.

Aidan Devonport hat vor wenigen Jahren seine Frau durch eine schwere Krankheit verloren und er hat sich geschworen, nie mehr wieder eine Beziehung mit einer Frau einzugehen. Ab und an mal ein One-Night-Stand um seine Bedürfnisse zu befriedigen, that's it.

Schon nach kurzer Zeit im Auto beginnt die Luft zwischen Liv und Aidan leise zu knistern. Je näher sie der Berghütte kommen, desto mehr schneit es und am Ziel angekommen ist das Wetter so schlecht, dass Aidan gezwungen ist, die Nacht ebenfalls in der Berghütte zu verbringen. Livs Begeisterung darüber, hält sich in Grenzen.

Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt …....

Als ich die Autorin Kate Sunday auf der Leipziger Buchmesse im März diesen Jahres getroffen habe, überreichte sie mir einen Flyer zu ihrem neuen Buch. Unter dem Pseudonym Kate Lynn Mason hat sie ihren ersten Erotischen Roman auf den Mark gebracht – „Liv & Aidan: Irresistible“.

Da mir die Bücher von Kate Sunday sehr gefallen, habe ich mich gerne auch auf den erotischen Ausflug mit ihr eingelassen und wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte, in die der Leser hier eintauchen kann, wurde schon mehrfach erzählt und ist deswegen vorhersehbar. Gut aussehender Mann trifft gutaussehende Frau, beide vom Leben enttäuscht, vom Ex-Partner verraten oder durch Krankheit verloren, sie sehen sich, es knistert und es folgt, was unweigerlich folgen muss …. sie landen im Bett.

Das nun folgende Szenario - aus der Feder von Kate Lynn Mason - zeigt, dass Erotik auch tatsächlich erotisch zum Leser transportiert werden kann. Wie Liv & Aidan sich an diesem Abend in der eingeschneiten Berghütte miteinander beschäftigen, wird von der Autorin sowohl geschmack- als auch sehr reizvoll beschrieben.

Wir erleben den Abend sowohl aus der Sicht von Liv, als auch aus der Sicht von Aidan und werden mit ihren Ängsten konfrontiert, aber auch mit ihrer Lust.

An dieser Stelle dachte ich, kippt die Geschichte:

Liv schnappte sich ihren Sweater und zog ihn über den Kopf. „Könnten wir vielleicht ein bisschen …?“ „Reden?“, fiel er ihr ins Wort, weil ihn schiere Verzweiflung ergriff, angesichts der Tatsache, dass Liv ihre wunderbaren, anbetungswürdigen Formen verhüllte.

Am Punkt höchster Erregung macht Dein Gegenüber auf einmal einen Rückzieher und möchte Reden. Ich hab mich köstlich amüsiert, Aidan eher nicht.

Das Buch ist mit seinen 183 Seiten schnell und flüssig zu lesen. Der Schreibstil von Kate Lynn Mason ist lebendig und abwechslungsreich und, wie gewohnt, fehlerfrei. Gerne greife ich wieder zu einem erotischen Buch dieser Autorin. 

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Tags: berghütte, eingeschneit, erotik   (3)
 

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182 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

schlaganfall, liebe, die liebe ist ein schlechter verlierer, neuanfang, träume

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer

Katie Marsh , Angelika Naujokat
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diana, 28.03.2016
ISBN 9783453285224
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hannah ist am Küchentisch über der Korrektur einer Klassenarbeit eingeschlafen. Es ist 02.00 Uhr in der Nacht als sie wach wird und sich ins Schlafzimmer schleppt, in dem ihr Mann Tom schon seit Stunden schläft. Mit dem Gedanken „Morgen wird alles besser, morgen sage ich ihm endlich, dass ich ihn verlassen werde“, legt sie sich neben Tom und schläft ein. Kurz nach 05.00 Uhr wird Hannah jedoch schon wieder wach. Wütend darüber, dass Tom es schon wieder einmal geschafft hat, sie mit ihrem Schnarchen zu wecken, blafft sie ihren Mann an. Komischerweise liegt Tom jetzt aber neben dem Bett und nicht darin und ihr erster Gedanke ist, dass er sich mal wieder mit Whisky zugedröhnt hat und aus dem Bett gefallen ist. Erst als sie realisiert, dass Tom nicht lallt sondern ihr mit den Worten „Kannni … Hilllllmiiiiiir“ klar machen möchte, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, springt Hannah hellwach aus dem Bett und ruft den Notarztwagen.

Tom ist 35 Jahre alt und hatte einen Schlaganfall.

Nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen sind und sich herauskristallisiert hat, dass Tom sein linkes Bein und seinen linken Arm nicht benutzen kann, entscheidet Hannah sich gegen ihren Traum und für ihren Mann.

Die Autorin Katie Marsh greift in ihrem Buch ein Thema auf, das jeden von uns Heute oder Morgen (be)treffen kann. Ein Schlaganfall ist leider keine Krankheit des Alters mehr, es trifft vermehrt auch junge Leute. So wie Tom, der mit 35 mitten im Leben steht aber aufgrund der Belastung, die seine Arbeit mit sich bringt, enorm unter Druck steht.

Tom arbeitet als Rechtsanwalt in einer Kanzlei und sein Chef bürdet ihm jede Menge Arbeit auf. Manchmal sieht Tom keine andere Möglichkeit, als diese Arbeit in einer Nachtschicht zu erledigen. Der Druck, der auf ihm lastet und eine allgemeine Unzufriedenheit, sorgen dafür, dass er seinen Unmut immer öfter an Hannah auslässt. Er schlägt sie nicht, keine Angst, aber seine verbalen Entgleisungen reichen aus, dass Hannah sich dazu entschließt, ihn zu verlassen und ihren Traum zu leben.

Hannah arbeitet als Lehrerin. Eigentlich ist das ihr Traumberuf. Aber sie wird von ihrer Chefin regelrecht gemobbt. Genau wie Tom, bekommt auch Hannah Arbeiten aufgehalst, die eigentlich zum Aufgabenbereich ihrer Vorgesetzten gehören. Mit den entsprechenden Bemerkungen garniert, wie „Du weißt, ich zähle auf dich, Hannah. Kann ich mich darauf verlassen, dass du mir hilfst?“ bekommt Margret Hannah immer wieder dazu, dass sie diese Arbeiten erledigt. Zu Hause mit Tom läuft es immer schlechter und so beschließt Hannah, sich von Tom zu trennen und sich ihren Traum von einem Berufsjahr im Ausland zu erfüllen.

Leider ist das Leben kein Wunschkonzert und der Schlaganfall von Tom ändert alles, aber wirklich ALLES!

Die berührende Geschichte von Hannah und Tom wird aus 2 Gesichtspunkten geschildert. Mit Hannah erlebt der Leser die aktuellen Geschehnisse ab dem Schlaganfall und mit Tom gehen wir zurück in die Vergangenheit, genau an den Tag, als Hannah und Tom sich kennenlernen. Zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit wird nach jedem Kapitel abgewechselt, bis im letzten Drittel des Buches dann alles nahtlos zusammenläuft. Die Geschichte wird von einer Dritten Person erzählt.

Hannah ist mir von Beginn an sympathisch und da die Autorin Tom gleich zu Anfang des Buches in eine beschissene Situation gesteckt hat, kann man nichts anderes als Mitleid mit ihm haben. Sein Verhalten gegenüber Hannah erfährt man erst nach und nach, aber aufgrund der derzeitigen Situation kann man Tom gar nicht böse dafür sein.

Mit viel Gefühl beschreibt Katie Marsh die nun auftretenden Probleme. Hannah liebt Tom nicht mehr, aber sie muss ihm in allen Belangen des täglichen Lebens zur Hand gehen. Er kann nichts ohne ihre Hilfe tun. Und obwohl sie ihm nie etwas recht machen kann, behält sie hier stoische Ruhe und Tapferkeit. Der Leser wird Zeuge des peinlichen Moments, als Hannah Tom nach dem Duschen die Shorts anzieht und er dabei eine Erektion bekommt aber es gibt auch die schönen Momente, in denen die Beiden es schaffen, sich über eine Kleinigkeit zu freuen oder auch darüber lachen zu können.

Neben der Rund-um-die-Uhr-Pflege von Tom und ihrer Arbeit, die ihr schon lange keinen Spaß mehr macht, muss sich Hannah auch noch mit Toms Schwester Julie rumschlagen.

Die Nebenprotagonisten wie Steph, die beste Freundin von Hannah oder Nick, der beste Freund von Tom, werden gut und glaubhaft beschrieben. Einzig die Tatsache, dass alle Protagonisten zu jeder sich bietenden Gelegenheit saufen, hat der Geschichte aus meiner Sicht etwas vom Charme genommen.

Natürlich wünscht man niemandem eine Krankheit oder einen Schlaganfall, aber die Geschichte von Hannah und Tom zeigt sehr schön, dass am Scheitern einer Ehe immer beide Partner beteiligt sind. Manchmal braucht es einen Tritt in den Hintern, damit man sich wieder auf die wichtigen Dinge im Leben besinnt und man sucht (und hoffentlich wiederfindet), weswegen man seinen Partner einstmals ausgewählt hat. Und wenn die Ehe/Partnerschaft im Gleichgewicht ist, dann muss vielleicht auch niemand auf seinen Traum verzichten. 

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68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

stuttgart, krimi, mord, cyberkriminalität, tübingen

Die Fliege

Silvia Stolzenburg
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 08.03.2016
ISBN 9783956690532
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Spitalwald bei Vaihingen, in der Nähe zum Biergarten Katzenbacher Hof, wird eine männliche Leiche aufgefunden. Der Tote ist in blaue Müllsäcke eingewickelt, ihm wurde die Zunge herausgeschnitten und beide Hände abgetrennt, was eine Identifizierung per Fingerabdruck unmöglich macht. Außerdem weist er eine enorme Vielzahl von unterschiedlichen Verletzungen auf, die er sich garantiert nicht auf natürlichem Wege zugezogen hat.

Nach ersten Einschätzungen handelt es sich um mehr als einen Täter. Detailliertere Einzelheiten über den Tod des Mannes bringt erst die Obduktion ans Tageslicht.

Genau so dürftig wie die Täterspuren an der Leiche, ist die Zahl der Zeugen: Ein 5jähriger Junge, ein Obdachloser und eine verstörte Frau, die die Leiche beim Morgenspaziergang mit ihrem Hund gefunden hat.

Dieser Fall entwickelt sich zu einer sehr harten Nuss für das Ermittler-Team Anna Benz und Markus Hauer.

Die Autorin Silvia Stolzenburg wirft den Leser direkt ins Geschehen hinein. Gleich im 1. Kapitel werde ich Zeuge eines Mordes. Hier bin ich als Leser dem Ermittler-Team voraus, da die Identität der Täter bekannt ist. Nicht aber die Identität des Opfers. Ebenso fehlt mir, genau wie der Polizei, das Motiv und die Verbindung zwischen den Tätern und dem Opfer und dieses Nichtwissen zieht sich, bis kurz vor Ende des Buches eine überraschende Auflösung präsentiert wird.

Wie auch schon in „Tödliche Jagd“, punktet die Autorin hier mit ihrer hervorragenden Recherche. Der Schwerpunkt in ihren Kriminalromanen liegt deutlich auf der Polizeiarbeit und diese wird dem Leser ausführlich nahegebracht. Silvia Stolzenburg schafft es aber, dieses Wissen so zu verpacken, dass man davon weder erschlagen noch gelangweilt wird. Ich liebe es ja, wenn ich aus Büchern noch etwas lernen kann.

Schon im 1. Band fand ich das Ermittler-Team sehr sympathisch. Anna Benz hat sich ihren privaten Problemen noch immer nicht gestellt. Sie nimmt es sich jeden und jeden Tag vor, schreckt aber vor dem letzten Schritt dann doch immer zurück.

Anna macht noch immer viel Sport, isst noch genau so viel wie im 1. Band (wer 120 km Rad fährt am Tag, der darf auch essen) und ist noch mit ihrem Lebensgefährten Jens zusammen. Die Figur von Anna ist realistisch und glaubhaft dargestellt und als sie sich endlich ein Herz gefasst hat, ihren Vater aufzusuchen, beendet Silvia Stolzenburg an dieser Stelle geschickt das Buch.

In meiner Rezension zu „Tödliche Jagd“ habe ich geschrieben, dass Markus Hauer ein eher blasser und zurückhaltender Typ ist, der zwar sympathisch aber unscheinbar ist. In diesem Buch ändert sich das und Markus tritt öfter in den Vordergrund und macht seine Sache als Polizist richtig gut. Aber auch im Privatbereich gibt es bei Markus eine Veränderung. Dass die Beiden in diesem Buch mehr auf Augenhöhe miteinander umgehen, hat mir gut gefallen.

Wer sich für einen Mord in Verbindung mit Cyberkriminalität interessiert, der ist hier an der richtigen Stelle. Mir gefiel „Die Fliege“ sogar ein Stück weit besser als „Tödliche Jagd“.

Ende des Jahres erscheint der 3. Krimi mit Anna Benz und Markus Hauer und ich freue mich schon jetzt darauf. 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, maine, fehlgeburt, trennung, erotik

Whispering Love - Frühling in Maine

Kate Sunday
E-Buch Text
Erschienen bei Feelings, 23.03.2016
ISBN 9783426440001
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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65 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

geist, umzug, familie, mystery, geister

Lily Frost

Nova Weetman , Friederike Levin
Fester Einband
Erschienen bei Beltz, J, 29.02.2016
ISBN 9783407746542
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 15jährige Lily wird von ihren Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt: Da der Vater schon eine ganze Weile arbeitslos ist, verkaufen sie ihr Haus und ziehen ins 170 km entfernte Gideon. Für Lily bedeutet das, ihre einzige und beste Freundin Ruby zurück zu lassen. Alle ihre Einwände und Argumente gegen einen Umzug finden jedoch bei ihren Eltern kein Gehör und so muss sich Lily in ihr Schicksal fügen.

Von Anfang an hat Lily das Gefühl, dass mit dem Haus in Gideon etwas nicht stimmt. In einem Fenster im oberen Stockwerk haben sich die Gardinen bewegt. Doch wie kann das sein, das Haus ist seit 7 Monaten unbewohnt? Fast zwanghaft fühlt Lily sich zu einem Zimmer auf dem Dachboden hingezogen. Obwohl ihr dieses Zimmer unheimlich ist und dort seltsame Dinge geschehen, macht Lily genau dieses Zimmer zu ihrem Jugendzimmer. Irgendwie scheint dieses Haus, dieses einzelne Zimmer, mit Lily zu kommunizieren. Immer mal wieder fällt der Strom einfach aus, die Luft wird kalt und auf dem Boden finden sich Wasserlachen. Manchmal hat Lily das Gefühl, jemand wolle sie festhalten – sie „klebt“ bewegungslos an der Wand und kann sich nicht aus eigener Kraft befreien. Und von jetzt auf gleich ist der Spuk auch schon wieder vorbei. All das passiert jedoch nur in diesem Zimmer und auch nur Lily, der Rest von Lilys Familie bleibt unbehelligt.

Dann findet Lily Buchstaben in den Dielenboden ihres Zimmers eingeritzt und als sie erkennt, dass es sich dabei um ihren Namen LILI FROST handelt, ist sie sicher, dass jemand zu ihr Kontakt aufnehmen möchte. Handelt es sich um Mathilda (Tilly), die früher in diesem Haus gewohnt hat und von jetzt auf gleich verschwunden ist?

Lily fängt an in der Vergangenheit zu wühlen und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Bei „Lily Frost: Fluch aus dem Jenseits“ handelt es sich um das Jugendbuch-Debüt der Autorin Nova Weetmann. Die Altersempfehlung liegt bei 14 – 17 Jahren.

Die Beschreibung verspricht einen „Mystery-Thriller mit Gänsehaut-Garantie!“
Die eine oder andere Szene fand ich schon ein wenig gruselig, aber für mich hätte es gerne noch etwas mehr sein dürfen. Leider bin ich altersmäßig von der Zielgruppe schon sehr weit entfernt, so dass ich nicht beurteilen kann, ob ein Jugendlicher sich hier mehr (oder gar weniger?) gegruselt hätte als ich.

Gideon scheint echt ein verschlafenes Nest zu sein. Jeder kennt jeden und in der Schule wird Lily gleich mit Julia und Danny konfrontiert. Julia ist wohl die Klassenzicke und Danny versucht sich mit Lily anzufreuden. Über Danny versucht Lily auch mehr über Tilly herauszufinden, stößt dort jedoch auf taube Ohren. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Dannys Verhalten und Tillys Verschwinden?

Da ihre Freundschaft zu Ruby aufgrund der Distanz etwas ausgebremst ist, hat Lily jede Menge Zeit herauszufinden was mit Tilly passiert ist. Das Ende der Geschichte war für mich vorhersehbar und so ganz zufrieden bin ich mit dem Schluss nicht gewesen. Mehr dazu zu schreiben würde in einem Spoiler enden, von daher lasse ich das mal so stehen.

Es gibt nicht sehr viele Charaktere in dieser Geschichte. Lily, die oftmals recht sperrig ist und es dem Leser schwer macht sie zu mögen, ihre Eltern bei denen der Vater auf jeden Fall die sympathischere Person ist, Bruder (Sport-Ass und sofort-Freunde-Finder) Max, die Freundin Ruby und Danny sowie Julia. Die Spannung im Buch ist direkt an die Vorkommnisse in Lilys Zimmer gekoppelt – passiert dort gerade nix, plätschert das Buch so leicht vor sich hin und oft kommt dann Zicke Julia zum Einsatz.

Bei diesem Buch fällt es mir schwer eine gerechte Bewertung zu vergeben. Ich bin von der Zielgruppe des Buches weit entfernt und fast sicher, dass ein Jugendlicher im empfohlenen Alter deutlich mehr mit dem Buch anfangen kann als ich. Die Geschichte ist schön, der Gruselfaktor auch in gewissem Maße vorhanden, so ganz überzeugen konnte mich das Buch jedoch leider nicht. 

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473 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

zypern, geheimnis, liebe, familie, lucinda riley

Helenas Geheimnis

Lucinda Riley , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.02.2016
ISBN 9783442484058
Genre: Romane

Rezension:

Nach 10 Jahren kehrt Helena Beaumont nach Zypern zurück. Dort hat sie von ihrem Patenonkel Angus das Anwesen "Pandora" geerbt und in diesem Sommer wird das Haus ihr Feriendomizil sein. Helena, ihr Sohn Alex und Töchterchen Immy reisen schon vor um alles vorzubereiten. Ihr Mann sowie der jüngste Sohn folgen wenige Tage später.

So schön und idyllisch es auf Pandora auch ist - als ihre Jugendliebe Alexis auf der Bildfläche erscheint wird Helena klar, dass dieser Sommer doch nicht so entspannt werden wird, wie sie sich erhofft hatte. Denn sie hütet seit 13 Jahren ein Geheimnis, das mit großer Wahrscheinlichkeit ihr aller Leben aus den Angeln heben wird.

"Helenas Geheimnis" ist das 1. Buch, das ich von der Autorin Lucinda Riley lese. Das Cover dieses Buches ist ein echter Eyecatcher, der Klappentext gefiel mir auch und da ich schon sehr viel positives über die Autorin gelesen habe, habe ich mich für dieses Buch entschieden.

Helena plant für ihre Familie einen idyllischen Urlaub auf ihrem Anwesen Pandora. Es scheint aber, als ob zur selben Zeit in allen befreundeten Familien irgend jemand eine Auszeit nötig hat und Helena kann schlecht "Nein" sagen; deswegen tummeln sich alsbald im zypriotischen Feriendomizil:

Helena und ihr Ehemann William. Die gemeinsamen Kinder Fred und Immy sowie Alex, Helenas Sohn, dessen Vater nicht William ist und Chloe, Williams Tochter aus erster Ehe, die ihren Vater seit Jahren nicht gesehen hat. Hinzu kommt Sadie, die unter Liebeskummer leidet und die beste Freundin von Helena ist sowie Sacha, der beste Freund von William mit seiner Frau Jules, dem gemeinsamen Sohn Rupert und der Adoptivtochter Viola. Ab und an schaut noch Helenas verwitwete Jugendliebe Alexis vorbei und seine beiden Söhne spielen auch eine Rolle. Diese geballte Ladung an Menschen verspricht turbulente Urlaubstage. Mit so vielen Personen war ich dann auch erst einmal etwas überfordert und brauchte ein paar Seiten, bis ich alle Charaktere auseinander halten konnte. Bei Alex und Alexis ist mir das jedoch nicht immer so ganz sauber gelungen und manches Mal musste ich wieder ein paar Sätze zurückgehen um zu schauen, um wen es da tatsächlich gerade ging.

Erzählt wird die Geschichte um "Helenas Geheimnis" von ihrem Sohn Alex. Dieser kehrt 2016 nach Pandora zurück und findet dort in seinem Zimmer das Tagebuch, in dem er die Geschehnisse des Urlaubes im Jahr 2006 festgehalten hatte. Fast das ganze Buch über, befindet sich der Leser im Jahr 2006. Alex erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und immer wieder zwischendurch streut er seine Original-Tagebucheinträge von damals ein. Alex ist hochbegabt und für seine 13 Jahre ziemlich altklug. Er ist für sich selbst, seine Familie und die ganzen Besucher ab und an anstrengend, was ihn aber auch zu etwas besonderem macht.

Hier ein Stück Tagebuchauszug von Alex. Seine Art und Weise die Dinge zu betrachten, wird sehr schön dargestellt:

"Er hat eine kleine Schwester, Viola, mit roten Haaren, Sommersprossen, Hasenzähnen und derart blasser Haut, dass sie wie ein kleines Gespenst mit dem Hintergrund verschmilzt. Mum hat mir mal erzählt, dass sie adoptiert ist. Ich an der Stelle der Chandlers hätte ja versucht, ein Kind zu finden, das zumindest halbwegs meinem Genmaterial entspricht, aber vielleicht war damals nichts anderes als Viola im Angebot."

Im richtigen Leben würde ich so ein Kind wahrscheinlich auch als sehr anstrengend empfinden, im Buch hat Alex mir öfter mal ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

Der Leser wird Zeuge von schönen und unschönen Dialogen zwischen den einzelnen Protagonisten. Bei so vielen Personen ist immer etwas los - Liebeskummer, Eifersucht, Ehestreit und Kräftemessen zwischen den beiden halbwüchsigen Jungs sind an der Tagesordnung.

"Tja, so frage ich mich, was habe ich in diesen Ferien gelernt?
Dass es verschiedene Arten von Liebe gibt, und zwar in allen möglichen Formen und Farben.
Man kann sie verdienen, aber nicht bezahlen.
Man kann sie geschenkt bekommen, aber nicht kaufen.
Und wenn sie wirklich einmal da ist, dann bleibt sie auch.
Dieses Liebe-Dingens.

Als ihre Jugendliebe Alexis immer öfter auf Pandora auftaucht wird Helena die Brust immer enger, denn sie befürchtet, dass sie ihr Geheimnis nicht mehr lange wahren kann. Die Bombe platzt dann auch tatsächlich - aber ich war von der Auflösung sehr überrascht, denn damit hätte ich nicht gerechnet. In einigen kurzen Rückblenden ins Jahr 1992 erfährt der Leser dann auch, warum Helena ihr Geheimnis so lange gewahrt hat.

In den ersten Kapiteln fand ich den Schreibstil etwas holperig. Das legte sich aber recht schnell. Einige Szenen fand ich sehr langatmig und meiner Meinung nach hätte die Geschichte auch mit 100 Seiten weniger nicht gelitten. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet, im Vordergrund stehen aber eindeutig Helena mit ihrem Geheimnis und ihr Sohn Alex, der gerne wüsste, wer sein biologischer Erzeuger ist.

Das Buch macht mir auf jeden Fall Lust auf andere Bücher von Lucinda Riley. Nach Aussagen einiger Rezensenten ist "Helenas Geheimnis" nicht ihr bestes Buch und so wächst mein Wunsch die Reihe um die 7 Schwestern dann doch bald in Angriff zu nehmen. 

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, selbstmordversuch, mord, entführung, deutschland

Die Schattenbucht

Eric Berg
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes, 22.02.2016
ISBN 9783809026426
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Psychologin Ina Bartholdy kommt in ihrem aktuellen Fall nicht weiter. Ihre Patientin, Marlene Adamski, 62 Jahre alt, verweigert jegliche Mitarbeit zur Aufklärung, warum sie vom Balkon ihres Hauses gesprungen ist. Marlene spricht kein Wort mit Ina und merkwürdigerweise, wird sie von ihrem Mann Gerd auch noch in ihrem Verhalten unterstützt. Sollte dem Ehemann einer Selbstmordkandidatin nicht daran gelegen sein, dass sie durch eine Therapie Hilfe bekommt, anstatt diese rigoros abzulehnen? Dieser Umstand macht die Psychologin hellhörig. Nachdem Marlene aus dem Krankenhaus entlassen wurde, nimmt Ina erneut Kontakt zu ihr auf. Nur ihrer Beharrlichkeit ist es zuzuschreiben, dass Marlene sich nach und nach öffnet.

Der 15jährige Christopher Trebuth ist ein weiterer Patient von Ina Bartholdy. Vor kurzem ist seine Mutter verschwunden. Entgegen der Annahmen aller anderen Menschen in seinem Umfeld, glaubt Christopher nicht, dass sie einfach nur verschwunden ist sondern er geht davon aus, dass sie tot ist. Als Täter hat er seinen eigenen Vater im Verdacht.

Auf den ersten Blick gibt es keine Verbindung zwischen dem Verschwinden von Christophers Mutter und dem Suizidversuch von Marlene Adamski. Doch je tiefer Ina in die Abgründe menschlichen Handelns blicken kann, desto offensichtlicher werden die Zusammenhänge. Und leider sind noch weitere Menschen, aus Inas direktem Umfeld, in die Sache verstrickt.

Der Kriminalroman "Die Schattenbuch" von Eric Berg ist in 17 Kapitel aufgeteilt. Jedes Kapitel wiederum ist unterteilt ist einen Gegenwartstrang und einen Strang, in dem die Geschehnisse von vor 14 Monaten beschrieben werden. Der Leser kennt schon nach dem 1. Kapitel den Täterkreis und das Opfer. Das Motiv bleibt jedoch noch einige Zeit verborgen. Nach und nach lichtet sich das Dunkel und beide Handlungsebenen gehen nahtlos ineinander über.

Es handelt sich um einen ruhigen Krimi. Die Geschichte wird von einer dritten Person erzählt.
Obwohl sowohl Täter als auch Opfer gut ausgearbeitet sind, kann ich die Protagonisten nicht "greifen". Ihre Aktionen, die mal mehr und mal weniger gut waren, konnten bei mir keine tieferen Emotionen wecken. Ich konnte weder mit dem Opfer noch mit den Tätern mitfühlen und wahrscheinlich deswegen ihre Handlungen nicht immer verstehen.

Der Schreibstil von Eric Berg ist jedoch angenehm und das Buch ist flüssig zu lesen. Am Ende bleibt es - für mich - ein guter Krimi, von dem ich mir jedoch etwas mehr erwartet hatte. 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

familiengeheimnis, madagaskar, petra pfänder, madagascar, familiengeheimni

Unter dem Vanillemond

Petra Pfänder
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 11.01.2016
ISBN 9783956492709
Genre: Romane

Rezension:

Annabel Hansen arbeitet bei der Kanzlei Jansen & Jansen und steht kurz davor zur Partnerin ernannt zu werden, als sie die Mitteilung erreicht, dass ihr Vater gestorben ist.

Carsten Hansen war Inhaber des Vanille-Kontors in Hamburg und Besitzer einer Vanille-Plantage auf Madagaskar. Annabel wird schmerzlich bewusst, dass sie ihren Vater seit 12 Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen hat - seit dem Tag, an dem sie ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben hatte, dass sie Jura studieren wird und mit Vanille nichts zu tun haben möchte. Und nun ist er, an einem einsamen Strandabschnitt auf Madagaskar, einem Herzinfarkt erlegen.

Als sie im Vanille-Kontor die Schreibtischschubladen sichtet, fällt Annabel ein Brief in die Hände, den ihr Vater an ihre Mutter geschrieben hat. Barbara Hansen ist schon seit Jahren tot.

Annabel nimmt das nächste Flugzeug nach Madagaskar um der Beisetzung ihres Vaters beizuwohnen und stellt dort verwundert fest, dass Carsten Hansen scheinbar 2 Leben gelebt haben muss. Ihr gegenüber war er früher stets verschlossen, zurückhaltend und oft auch mürrisch - auf Madagaskar hatte er viele Freunde, war ein angesehener Mann und Arbeitgeber und Annabel rennt mit ihren Fragen nach dem Leben ihres Vaters nicht überall offene Türen ein. Nach und nach eröffnet sich ihr die Faszination Madagaskars und sie beginnt zu verstehen, was ihren Vater an diesen Flecken afrikanische Erde gebunden hat.

Auf dieses Buch von Petra Pfänder bin ich über ein Facebook-Posting von Ullas Bücherseite http://ullasleseecke.blogspot.de/ gestoßen. Mich hat das Cover sehr angesprochen und die Rezension von Ulla zeigte mir, dass das ein Buch genau nach meinem Geschmack ist. Wie der Zufall es wollte, postete Ulla kurz darauf auf ihrer Facebook-Seite https://www.facebook.com/ullasbuchtreff/?fref=ts, dass sie dieses Buch versehentlich 2 x vom Verlag bekommen hätte und nun suche sie für ein Exemplar ein neues Zuhause; gegen Rezension und Gastkommentar auf ihrem Blog. Das Glück war mir hold, denn außer mir wollte niemand dieses Buch haben und so konnte ich schon einige Tage später mit dem Lesen beginnen.

Familiengeschichten, die sich erst nach dem Tod eines oder beider Elternteile offenbaren, sind nichts neues, aber sie üben große Faszination auf mich aus. Anfangs ging ich davon aus, dass es sich bei dem Buch um einen historischen Roman handele. Ich lese sehr gerne historische Romane, aber ich fand es auch mal angenehm, dass diese schöne Familiengeschichte im Hier und Jetzt spielt.

Die Story wird von einer Dritten Person aus der Sicht von Annabel erzählt. Der Schreibstil von Petra Pfänder ist angenehm schnörkellos und nachdem man einmal in die Geschichte eingetaucht ist, möchte man gar nicht mehr aufhören zu lesen. Zumindest mir ging es so.

Die Beschreibung der Landschaft, der Vanilleplantage und den anderen Settings des Romans fand ich authentisch und ich lasse mich sehr gerne einfangen von schön beschriebenen Orten. Auch die Protagonisten wurden authentisch dargestellt und ließen die Handlung lebendig werden.

Die Beschreibung Annabels ist anfangs die einer Karrierefrau. Sie steht kurz vor der Ernennung zur Partnerin einer renommierten Anwaltskanzlei und so tritt sie auch auf. Ein wenig resolut und distanziert. Es ist schön zu sehen, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert, ihre Liebe zu Madagaskar erkennt und letztendlich auch Frieden mit ihrem Vater schließen kann, dessen Leben zu Hause in Hamburg ein anderes war, als das auf Madagaskar. Da ihre Mutter schon lange nicht mehr lebt, sind ihre Tante Marlene und Onkel Bernd, die die Vanilleplantage leiten, nun das einzige Bindeglied zwischen Annabel und ihren Eltern. Nach und nach wird ihr auch ihre eigene Geschichte offenbart.

"Unter dem Vanillemond" traf genau meine bibliophile Ader und ich werde gerne nach weiteren Büchern von Petra Pfänder Ausschau halten.

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195 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

aneurysma, liebe, jugendbuch, krankheit, friedhof

All die schönen Dinge

Ruth Olshan , Cornelia Niere
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789103711
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man 16 Jahre alt ist, dann sollte man auf Partys gehen, sich mit Freunden treffen, jede Menge Spaß und vielleicht auch den ersten Sex haben, auf jeden Fall nicht seine kostbare (Lebens-)Zeit auf Friedhöfen verbringen, um nach dem perfekten Spruch für den eigenen Grabstein zu suchen.

Tammie tut jedoch genau das: Sie verbringt jeden Tag Zeit auf dem Friedhof, sichtet die Grabsteine nach darauf verewigten Sprüchen und wenn sie einen guten Spruch gefunden hat, fotografiert sie diesen und "belohnt" sich mit einem Pistazieneis. Den perfekten Spruch - für ihren eigenen Grabstein- hat sie jedoch noch nicht gefunden, weswegen ihre Suche täglich weiter geht.

Bei ihren Aufenthalten auf dem Friedhof lernt sie Fynn kennen, der auf dem Friedhof arbeitet.

Während sie, zusammen mit Fynns Hund "Okay", weiter nach dem perfekten Grabsteinspruch suchen, passiert das, was man Leben nennt: Tammie und Fynn verlieben sich ineinander.

Das Leben könnte so schön sein - wäre da nicht die tickende Zeitbombe in Tammies Kopf.

Mit "All die schönen Dinge" hat Ruth Olshan ein Jugendbuch geschrieben, das sich mit einem ernsten Thema auseinandersetzt.

Tammie und ihre Eltern wissen seit 6 Jahren, dass sich in Tammies Gehirn ein Aneurysma befindet, das jederzeit und ohne vorherige Ankündigung platzen kann. Tammies Eltern befinden sich deswegen seit Jahren in einer Art Schockstarre und behandeln ihre Tochter wie ein rohes Ei. Diese Ängste übertragen sie natürlich auf Tammie und deswegen lebt auch sie ihr Leben mit stark gedrosseltem Schub.

Nach Aussage des Arztes ist es jedoch egal was Tammie tut. Niemand kann vorhersagen, wann und warum "es" platzen wird und es gibt keinen Grund, sein Leben im Schongang zu leben.

Mit Fynn und "Okey" an ihrer Seite lernt sie, nicht permanent an den Tod zu denken (obwohl sie durchaus mit ihm konfrontiert wird) und sich den schönen Dingen des Lebens zu öffnen.

Die Charaktere Tammie und Fynn werden sehr realistisch und glaubhaft beschrieben. Ihre Ängste, ihre Gedanken und die Konfrontation mit dem "Ypsilon" in Tammies Kopf konnten von mir nachvollzogen werden. Auch "Okey" ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Mit den Eltern von Tammie kann ich mich leider über die ganze Geschichte hinweg nicht anfreunden. Nicht nur, dass sie ihre Tochter behüten wie ein rohes Ei, sondern sie sind permanent etwas am entrümpeln. Wahrscheinlich wollen sie im übertragenen Sinne ihr eigenes Leben entrümpeln aber irgendwie scheinen sie das nicht auf die Reihe zu bekommen.

"Auch meine Eltern wissen nicht immer, was zu tun ist. Ihre verwirrten Gedanken haben sie in großen Haufen in der Wohnung verteilt und sortieren sie jetzt neu. Das Schlechte kommt in den Müll, das Gute wieder zurück in den Schrank. Es ist eigentlich ganz einfach, und ich frage mich, warum wir nicht alle schon viel früher darauf gekommen sind. Bin gespannt, was übrig bleibt".

Etwas weniger Entrümpelung hätte mir persönlich besser gefallen. Für mich las es sich so, als ob Tammies Eltern in der ganzen Zeit nichts anderes getan hätten als Schlafzimmer, Keller und Küche zu durchforsten nach "gutem und schlechtem" und dabei ebenfalls vergessen, wie es sich anfühlt zu leben.

Alles in allem ist "All die schönen Dinge" ein ruhiges Buch, das sich mit einem Thema beschäftigt, dass wir alle - egal ob jung oder alt - gerne von uns schieben. Altersgerecht verpackt wird hier die Botschaft übermittelt, dass man sein Leben genießen soll .... wir haben schließlich nur das Eine. 

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Tags: aneurysma, grabsteinsprüche, tod   (3)
 

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homosexualität, neuseeland, tagebuch, schwul, geheimnis

Das Haus über den Klippen

Danielle Stevens
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 18.07.2016
ISBN 9783956495847
Genre: Romane

Rezension:

Victoria Tancredi reist nach Neuseeland um sich dort mit ihrem Vater zu treffen. Nach nunmehr 19 Jahren hat er ihr einen Brief geschrieben, in dem er um eine Aussprache mit ihr bittet. Mit all ihrer aufgestauten Wut auf den Vater kommt sie beim Haus über den Klippen an und kommt gerade noch rechtzeitig zu seiner Beerdigung.

Obwohl Mike Tancredi vor 19 Jahren Frau und Kind verlassen hat, hat er Victoria als seine Alleinerbin eingesetzt. Aufgrund dieser Tatsache kommt es bei der Testamentseröffnung zu einem Eklat, als Isabel McFarlane behauptet, dass niemand anderem als ihrer Familie das Haus über den Klippen zusteht. Ihrer Haltung lässt darauf schließen, dass sie alles dafür tun wird, dieses Haus in ihren Besitz zu bringen.

Als Victoria den Nachbarn und besten Freund ihres Vaters, James McFarlane, kennenlernt, ist sie nicht sicher, ob er auf ihrer oder auf der Seite seiner Mutter steht. Weiß James auf welcher Seite er steht?

Das Buch „Das Haus über den Klippen“ gliedert sich in 2 verschiedene Erzählstränge. Ein Strang beginnt im Herbst 1982, als Familie Tancredi in Neuseeland alle Brücken hinter sich abbricht um in England ein neues Leben zu beginnen. Der 2. Strang beginnt 34 Jahre später und zwar genau an dem Tag, als Victoria beim Haus über den Klippen ankommt um sich mit ihrem Vater endlich auszusprechen.

Für mich persönlich war die Gesichte von Mike Tancredi und Nile McFarlane der interessantere Part des Buches. Anhand des Klappentextes hatte ich jedoch nicht das erwartet, was ich vorgefunden habe. Es geht um eine verbotene Liebe, um Macht und Neid und gebrochene Herzen bis hin zur Selbstaufgabe wegen der Unerreichbarkeit der geliebten Person. Die Autoren haben hier jedoch nicht die klassische Beziehung zwischen Mann und Frau aufgearbeitet, sondern sie haben den Focus auf eine Beziehung gelegt, die auch heute noch – im Jahr 2016 – nicht immer so frei und ungezwungen ausgelebt werden kann, wie eine Beziehung mit klassischer Rollenverteilung.

Der Leser wird in eine Liebesgeschichte hineingezogen, die sich zwischen zwei Männern abspielt. Mike Tancredi, Sohn einfacher Plantagenarbeiter, und Nile McFarlane, Sohn des reichen Plantagenbesitzers, sind von Kindheit an beste Freunde und nach und nach werden sie sich bewusst, dass zwischen ihnen mehr ist als nur Freundschaft. Eine Liebe entflammt, die nicht den Hauch einer Chance hat.

Die Geschichte kommt mit wenigen Figuren aus. Wir lernen Heather und Fiona kennen, beide Frauen wohnten in den letzten Jahren mit Mike Tancredi im Haus über den Klippen und kümmern sich nun liebevoll um Victoria. Dann ist da natürlich Nile, Mikes große Liebe, James Mc Farlane, der beste Freund und Nachbar von Mike und seine Mutter Isabell McFarlane, die sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart eine große Rolle spielt sowie ihre Zwillingsschwester Maggie und Niles Vater, deren Aktivität in der Vergangenheit mehr Bedeutung hatten.

Natürlich gibt es auch in der Gegenwart eine kleine Liebesgeschichte, aber der Hauptaugenmerk liegt ganz deutlich auf der Geschichte von Mike und Nile.

Hinter dem Namen „Danielle Stevens“ verbirgt sich ein Autoren-Duo, nämlich das Ehepaar Daniela und Stefan Krüger. Für mich als Leser war es nicht ersichtlich, welcher Part von welchem Autor geschrieben wurde. Der Stil war durchgängig gleich und das Buch ließ sich sehr gut lesen. Auch die einzig große erotische Szene im Buch wurde liebevoll von den Autoren in die Geschichte eingearbeitet.
Es gibt noch 3 ältere Bücher aus der Feder von Danielle Stevens, die ich mir sicherlich auch noch näher anschauen werde. 

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