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151 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

krebs, familie, liebe, trauer, tod

Lichtblaue Sommernächte

Emily Bold
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.08.2015
ISBN 9783548287065
Genre: Romane

Rezension:

Ich möchte meiner Rezension vorne anstellen, dass ich diesem Buch gerne 10 Sterne geben würde und nicht die üblichen 5 (aber leider lässt das weder Amazon noch andere Rezensions-Plattformen zu).

Am Wochenende habe ich mich mit Menschen aus meinem direkten Umfeld unterhalten und erzählt, dass ich bei diesem Buch von (fast) der ersten bis zur letzten Seite nur geheult habe. Man stellte mir die Frage "Warum liest Du so ein Buch? Warum tust Du Dir das an?"

Ist es nicht gerade das, was ich von einem guten Buch erwarte? Dass es mich berührt, dass es mich mitnimmt in das Leben seiner Charaktere. Wenn ich Lachen und/oder Heulen kann, dann ist es für mich ein richtig gutes Buch! Auch oder gerade dann, wenn ich über 380 Seiten die Tränen aus den Augen wischen muss.

Emily Bold hat mit "Lichtblaue Sommernächte" ein Thema aufgegriffen, das jeden von uns morgen treffen kann. Lauren bekommt im Alter von 35 Jahren die Diagnose "Hirntumor" und das Leben der Familie wird nie mehr sein, wie es vorher war.

Anhand des Klappentextes weiß man schon, worauf man sich einlässt. Lauren ist glücklich verheiratet mit Tim, ihre Kinder sind 13 und 5 Jahre alt, als sie ihre Familie verlassen muss. Bevor sie aber die Kontrolle über ihren Körper verliert, ihren Mann und ihre Kinder nicht mehr erkennt, möchte sie selbst entscheiden wann und wie sie sterben wird.

Der Prolog ist ein Ausschnitt aus dem letzten Kapitel des Buches. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Leser aber noch nicht, was ihm diese Zeilen sagen sollen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Geschichte beginnt an einem lauen Sommerabend, an dem Lauren mit ihrer Familie und ihren besten Freunden ein letztes Mal glücklich sein möchte. Es ist der Abend vor ihrem (selbst gewählten) Todestag. Sie alle haben versprochen nicht zu weinen, um die Situation nicht noch zu erschweren. Aber kann man ein solches Versprechen halten, wenn die Ehefrau, Mutter, Tochter oder beste Freundin ab morgen nicht mehr da sein wird?

In dieser lichtblauen Sommernacht erinnern sie sich gemeinsam an die letzten Jahre. In Rückblicken sieht der Leser das Leben von Lauren - beginnend an dem Tag, als sie und Tim sich zum ersten Mal begegnet sind. Ihre Partnerschaft, Hochzeit, die Geburt ihrer Kinder, glückliche und weniger glückliche Zeiten und immer wieder diese Kopfschmerzen ..... die sich irgendwann nicht mehr nur mit Tabletten in den Griff bekommen lassen. Dann die Diagnose, der Schock und die Hilflosigkeit, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit und all die Symptome, mit denen ein Hirntumor Einfluss auf das tägliche Leben nimmt. Lauren ist stark und tapfer und hat doch keine Chance gegen das Glioblastom in ihrem Kopf.

Wie fühlt sich die beste Freundin, der Bruder, die 13jährige Tochter oder die Eltern von Lauren? Versteht die kleine 4jährige Alyssa überhaupt um was es geht? All das erfährt der Leser in kleinen immer wiederkehrenden Einschüben, die sich auf das Hier und Jetzt beziehen.

Wie kann ein so trauriges Buch so "schön" geschrieben sein? Ja, es mag vielleicht ein Widerspruch sein, aber ich habe es genau so empfunden. Die Story wünscht man seinem ärgsten Feind nicht - der Schreibstil von Emily Bold jedoch ist wunderschön. Sie beschreibt die Personen und Situationen so authentisch, dass man glaubt man sitze in dieser Runde dabei und hört zu, was die einzelnen Personen zu erzählen haben.

Ich habe dieses Buch in knapp 5 Stunden am Stück gelesen, das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Und wie eingangs erwähnt, habe ich das ganze Buch durch die Tränen aus den Augen gewischt.

Wenn alle Bücher von Emily Bold so schön geschrieben sind, dann werde ich jedes einzelnen lesen! 

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

fantasy, drachen, magie, bernd perplies, familie

Imperium der Drachen - Kampf um Aidranon

Bernd Perplies
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 02.07.2015
ISBN 9783863960711
Genre: Fantasy

Rezension:

Iolan Agathon, der zum Ende des 1. Bandes (Imperium der Drachen – Das Blut des schwarzen Löwen) aufgrund einer Intrige seinen Vater, Iurias Agathon, König über das Cordurische Reich, getötet hat, nimmt seinen rechtmäßigen Platz als Thronfolger ein.

Als Fischersohn aufgewachsen, ist er jedoch nicht so ganz auf seinen neuen Job als König vorbereitet. Aber hat man nicht für solche Fälle seine Berater? Seine Mutter Cassandrea, wird die erste Frau im Rat von Aidranon – aber genau wie die Senatoren des Rates, hat sie nicht ausschließlich das Wohl ihres Sohnes im Sinn. Fast jeder in Iolans Umfeld, versucht ihn zu manipulieren.

Iolan selbst möchte jedoch zuerst einmal Antworten auf die Frage finden, die ihn am meisten beschäftigt: Wer ist der Drache der in ihm schlummert und wie kann er ihn beherrschen?

Mit “Kampf um Aidranon” hat Bernd Perplies eine wirklich gelungene Fortsetzung seiner “Imperium der Drachen”-Reihe geschrieben. Um dieses Buch zu verstehen, ist es unabdingbar, dass man den 1. Teil “Das Blut des schwarzen Löwen” gelesen hat.

Wir treffen viele Charaktere aus Band 1 wieder. Viele, die uns lieb geworden sind, aber auch die, die Intrigen spinnen und versuchen Iolan für ihre Zwecke zu manipulieren.
Gott sei Dank ist Iolan nicht dumm und spürt, dass ihm nicht alle seine Berater wohl gesonnen sind. Leider fehlt es ihm an Erfahrung, wie man mit solchen Situationen umzugehen hat. Auch seine Schwester Mirene hat ein sehr feines Gespür für negative Schwingungen und so kommt die ein oder andere Warnung von ihr, aber auch sie wird Opfer von Manipulationen.

Auch Bruder Markos muss einige Abenteuer bestehen, bevor er es endlich schafft Aidranon zu erreichen. Als er dort ankommt hat sich Iolan gerade auf den Weg gemacht jemanden zu finden, der ihm helfen kann sein Drachenerbe zu verstehen und lernen es zu beherrschen.

Bernd Perplies hat es auch in diesem Buch geschafft, mich mit der Geschichte um Iolans Leben zu fesseln. Wie auch Band 1 lässt sich “Kampf um Aidranon” sehr gut lesen und man kann sich die Schauplätze der Geschichte realistisch vorstellen. Für mich hatte dieses Buch sehr viel mehr Fahrt als Teil 1. Der Schluss mit der Befreiung der Dyrracher war so hervorragend beschrieben, da steckt echt Kinofilm-Potential drin.

Nun freue ich mich auf den 3. Teil und hoffe, dass er den 2. Band noch toppen kann.

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117 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

wales, liebe, cardigan bay, familie, schuld

Ein Sommer in Wales

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.07.2015
ISBN 9783442479627
Genre: Romane

Rezension:

Die 26jährige Ally Carter arbeitet als Reisejournalistin beim Inside-Travel-Magazin. Soeben hat sie von ihrem Chef einen neuen Auftrag bekommen aber Ally kann und will diesen Auftrag nicht annehmen. Alles, aber bitte nicht das. Leider fragt ihr Chef sie nicht nach ihren Beweggründen sondern setzt Ally unter Druck. Also fährt sie, gemeinsam mit Kameramann Nick, nach Wales um dort über die Cardigan Bay zu schreiben .... dem Ort, an dem vor 10 Jahren ihr jüngerer Bruder Simon verunglückt ist.

Auch wenn es für Ally ein qualvoller Job werden wird, so gibt er ihr die Möglichkeit herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Denn obwohl Simon ein hervorragender Schwimmer war, ist er ertrunken.

Ally muss sich nun der Vergangenheit stellen und der Schuld, die sie sich am Tod ihres Bruders gibt. Wird sie herausfinden, was damals wirklich passiert ist?

"Ein Sommer in Wales" ist das erste Buch von Constanze Wilken, das ich gelesen habe.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet.

Mit Ally hat Constanze Wilken eine Protagonistin geschaffen, mit der man als Leser mit leidet. Sie hat vor 10 Jahren ihren kleinen Bruder verloren, weil sie sich lieber mit einem Jungen getroffen hatte, statt Simon zu beaufsichtigen. Am Tod ihres Bruders ist die Ehe ihrer Eltern gescheitert, aber auch zwischen Ally und ihren Eltern ist kaum noch ein Verhältnis vorhanden denn auch sie machen Ally verantwortlich für das, was damals passiert ist. Ally muss alleine mit ihren Schuldgefühlen klar kommen.

Im Hotel trifft Ally auf David. Zuerst möchte sie nichts mit ihm zu tun haben, denn David ist der Grund, weswegen sie damals Simon sich selbst überlassen hat. Zwischen ihnen stehen all die unbeantworteten Fragen und nach wie vor knistert es, wenn sie sich begegnen. Als David anfängt den Tod von Simon zu hinterfragen und auf eigene Faust zu recherchieren, kann Ally ihm nicht mehr aus dem Weg gehen.

Auch die Nebenprotagonisten wie Robert und Paige, Connor, Tom, Owen, Jerry und Dotti sind allesamt sehr gut beschrieben. Hinter der ein oder anderen Figur verbirgt sich jedoch etwas anderes als man auf den 1. Blick als Leser vermutet.

Die Schauplätze in Wales sind wunderbar beschrieben und wecken die Reiselust in mir.

Das nachfolgenden Buch "Sturm über dem Meer", welches im Dezember 2015 erscheint, steht schon auf meiner Wunschliste. 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

spiekeroog, alternder schlagerstr, band 2 der kommissar thomas berg reih, friesland, fanatismus

Flammenküste

Birgit Böckli
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426514078
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf der Nordseeinsel Spiekeroog geht es ruhig und friedlich zu, weswegen die Hauptkommissare Freda Althuis und Thomas Berg einen angenehmen Job haben. Das ändert sich, als Anna Starnitzke mit ihren beiden Kindern Ria und Josua auf die Insel zurückkehrt und in das Haus ihres kürzlich verstorbenen Vaters einzieht. Auf einmal werden Hauswände beschmiert, im Briefkasten des Pastor geht ein Feuerwerkskörper hoch, immer wieder kommt es zu Sachbeschädigungen und dann brennt ein Stall. Was liegt näher als den 13-jährigen Josua zu verdächtigen, der doch irgendwie auch mit dem Tod seines eigenen Vaters in Verbindung stehen soll?

Im Friesland-Krimi „Flammenküste“ von Birgit Böckli, ermittelt das Kommissaren-Duo Althuis/Berg zum zweiten Mal gemeinsam. In „Friesensturm“ lösen sie ihren ersten Fall, aber die Lektüre dieses Buches ist nicht notwendig um den aktuellen Roman zu verstehen.

Der Roman ist genau so ruhig und beschaulich geschrieben, wie sich vermutlich das Leben von Althuis und Berg auf Spiekeroog gestaltet. Alles was auf der Insel passiert, wird mit Ruhe und Bedacht abgewickelt. Es gibt keine Leichen und es gibt wenig Blut. „Flammenküste“ ist somit also ein eher untypischer und leiser Krimi.

Mit dem Ermittler-Duo hadere ich ein klein wenig, wobei sie mir nicht unsympathisch sind.

Freda Althuis ist sehr motiviert in ihrem Job, allerdings eher in der Theorie, denn die Arbeit wälzt sie gerne auf ihren Kollegen Berg ab. Sie hat allerdings den Vorteil, dass sie die Einwohner der Nordseeinsel und deren persönliche Geschichten besser kennt als ihr Kollege (vermutlich ist das ein frauentypisches Phänomen).

Thomas Berg könnte mehr aus sich rausgehen, er ist sehr zurückhaltend und schüchtern. Als Leser kennt man seine Gedanken und die sind nicht schlecht. Aber dann wiederum traut er sich nicht diese Gedanken an den Mann oder die Frau zu bringen, was für die laufenden Ermittlungen jedoch durchaus wichtig sein könnte.

Bergs Verhalten hat mich manchmal zweifeln lassen, ob er tatsächlich den richtigen Beruf gewählt hat. Ich bin mir jedoch sicher, dass er an einem größeren Kriminalfall wachsen könnte. Vielleicht wirft Birgit Böckli ihn in ihrem nächsten Krimi einfach mal ins kalte Wasser, so dass er beweisen kann was in ihm steckt.

Auch wenn es keine Spannung gab, die mich hätte an den Fingernägeln kauen lassen (sinnbildlich), hatte das Buch doch einen gewissen Sog, der mich hat weiterlesen lassen bis zum Schluß.

Alles in allem hat mir „Flammenküste“ gut gefallen. Wer jedoch einen Krimi mit Action, Leichen und viel Blut sucht, der ist hier nicht gut beraten.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

andalusien, krimi, span. armada, dokumente, stierkampf

Im Schatten der Alhambra

Eduard Freundlinger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.04.2015
ISBN 9783492304962
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gemeinsam mit Freundin Maite, dem befreundeten Ehepaar Joana, Kilian und deren Sohn Xaver, verbringt Kommissar Rubéns de Freitag einen Urlaubstag auf seinem Segelschiff „Papa San“ vor der Küste Andalusiens.

Bei einem unvorhergesehenen Wendemanöver fällt Maites Sonnenbrille ins Meer. Rubéns möchte seinen Freunden wahrscheinlich nur etwas beweisen, als er sich zum Tauchgang fertig macht und zur Bergung der Sonnenbrille ins Meer springt, aber er findet die Brille tatsächlich und darüber hinaus eine versiegelte Metallröhre, in der sich uralte Dokumente befinden.

Handelt es sich um Dokumenten der spanischen Armada, die vor 400 Jahren mit Mann und Maus vor der Küste Andalusiens untergegangen ist? Da Rubéns die Dokumente in altspanischer Schrift nicht lesen kann, betraut er eine Professorin damit, den Inhalt der Dokumente zu entziffern. Nach Aussage von Professorin Montserrat del Prado sind die Papiere wertlos. Scheinbar litt Montserrat del Prado an großen Depressionen, denn kurze Zeit später findet man ihre Leiche .... in der Badewanne .... mit aufgeschlitzten Pulsadern.

Noch immer weiß Rubéns de Freitag nicht, um welche Dokumente es sich handelt und so segelt er mit seinen Freunden nach San Pedro. Er möchte den Schriftsteller Thomás Redondo zu Rate ziehen, der seit Jahren in einer Hippiekommune lebt.

Dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse.

„Im Schatten der Alhambra“ ist der dritte Andalusien-Krimi aus der Feder von Eduard Freundlinger. Man kann dieses Buch gut lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. In der Geschichte wird ein paar Mal auf Erlebnisse zurückgeblickt, die die 4 Freunde gemeinsam überstanden haben und das macht Lust darauf, die beiden anderen Andalusien-Krimis auch noch zu lesen. Verständnisprobleme gibt es ohne Vorkenntnisse aber nicht.

Kommissar Rubéns de Freitag ist ein sehr eigenwilliger Ermittler. Er ist gründlich, hat auch die notwendige Spürnase, aber er nimmt nicht alle Vorschriften ernst und widersetzt sich gerne mal seinem Vorgesetzten. Das führt manchmal zu witzigen, manchmal aber auch zu peinlichen Dialogen. Mit all seinen Ecken und Kanten ist er ein Typ, der nicht allzu viele Freunde hat.

Seine Freundin Maite spielt keine sehr große Rolle in diesem Buch und hinterlässt deswegen bei mir auch nicht unbedingt einen tiefen Eindruck.

Neben der Auflösung des Kriminalfalles spielt auch die Beziehung zwischen Joana und Kilian mit in die Geschichte hinein und gerade Kilian fällt zum Ende hin eine sehr bedeutende Rolle zu. Sympathisch sind mir beide Protagonisten, wobei ich mich durchaus ein klein wenig mit Joana, der leicht eifersüchtigen Ehefrau, identifizieren konnte.

Rubéns Kollegin Lucia macht vermutlich die größte Entwicklung durch in diesem Roman – zum Finale setzt auch sie sich über einige Vorschriften hinweg, was zwar durchaus mutig aber auch extrem gefährlich für alle Beteiligten war.

Eduard Freundlinger versteht es, die Schauplätze seines Krimis so zu beschreiben, dass man Lust hat den nächsten Urlaub dort zu verbringen (wobei es mich jetzt eher nicht in die Hippiekommune zieht, mit all den nackten Menschen). Mir gefällt der Humor, mit dem der Autor sein Werk gespickt hat und die Spannung hielt mich sehr schön bei Laune immer weiterlesen zu wollen. Der Schluss wäre allerdings auch mit etwas weniger Drama ausgekommen. 

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Tags: alhambra, dokumente, hippiekommune, span. armada   (4)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

provence, erbschaft, 2015, trennung, erbe

Das Glück der blauen Stunde

Bertina Henrichs , Claudia Steinitz
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.07.2015
ISBN 9783453358270
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben der 39-jährigen Delphine ändert sich in dem Moment, in dem sie von ihrer Erbschaft erfährt. Ihre Großtante Pauline Pastorelli hat ihr eine nicht unbeträchtliche Summe an Bargeld sowie ein altes Landhaus an der Côte d’Azur hinterlassen. Als Innenarchitektin hat Delphine zur Zeit eher weniger zu tun und sie würde am liebsten sofort ihre Koffer packen und nach Sanary-sur-Mer umziehen. Ihr knapp 10 Jahre älterer Lebensgefährte Cyril lehnt gerade diesen Gedanken jedoch vehement ab.

Nach einem Kurzbesuch in Sanary-sur-Mer ändert auch Cyril seine Meinung und die beiden verlassen Paris und ziehen an die Côte d’Azur. Für Cyril, der als Literaturprofessor in Paris arbeitet, bedeutet das jedoch nun mehrmals wöchentlich nach Paris zu pendeln. Delphine möchte sich in Sanary-sur-Mer eine neue berufliche Existenz aufbauen.

Als „Zugereiste“ und Erbin dieses traumhaften Anwesens wird Delphine allerdings nicht überall mit offenen Armen empfangen. Hat diese Zurückhaltung ihr gegenüber vielleicht etwas mit ihrer Tante zu tun?

Die ersten Seiten des Buches flogen nur so dahin. Ich konnte fühlen wie Delphine endlich an einem Ort angekommen ist, an dem sie sich wohlfühlt. Morgens mit ihr auf der Terrasse den neuen Tag zu begrüßen, ihre Partnerschaft mit Cyril, ihr neues Leben – ihr Glück war für mich fast greifbar.

Auf den folgenden Seiten verlieren jedoch sowohl Delphine als auch Cyril nach und nach meine Sympathie.

Delphine ist sprunghaft und lässt sich von Cyril manipulieren. Die meisten ihrer Handlungen sind für mich nicht ansatzweise nachzuvollziehen. Cyril ist egoistisch und seine Art Delphine ein wenig Haushaltsgeld zukommen zu lassen, hatte für mich einen faden Beigeschmack. Ob er damit Überlegenheit suggerieren wollte? Ich weiß es nicht. Aber es hat mich auch nicht gereizt das herausfinden zu wollen.

Leider hat das Buch nur 200 Seiten, was ziemlich schnell zu einer Abflachung der Spannungskurve führt. Viele Themen werden immer nur an der Oberfläche angekratzt aber nie wirklich vertieft. Hier entwickelte sich sowohl die Geschichte als auch die Charaktere rückwärts statt vorwärts und die letzten Seiten habe ich tatsächlich nur gelesen, weil ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe.

Ein paar Seiten mehr und eines der Themen mit mehr Tiefgang bearbeitet, und dieses Buch hätte richtig toll werden können. Der Schreibstil von Bertina Henrichs ist sehr angenehm zu lesen und ich finde es schade, dass dieses Buch, das wirklich sehr viel Potential gehabt hätte, nicht nachhaltig bei mir wirken wird. 

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Tags: erbschaft, liebe, paris, provence, trennung   (5)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

samenspende, baby, familie, väter, beatrix mannel

Männer sind die besseren Väter

Beatrix Mannel
E-Buch Text: 249 Seiten
Erschienen bei dotbooks, 01.07.2015
ISBN 9783958242456
Genre: Romane

Rezension:

Noch im Kreißsaal, direkt nach der Entbindung von ihrem Sohn Max, hat Eva das dringende Bedürfnis sich zu unterhalten – ihre Bettnachbarin Carla möchte sich hingegen lieber ausruhen. Es entwickelt sich trotzdem ein Gespräch zwischen ihnen. Eva und Carla werden dann zufällig dem gleichen Krankenhauszimmer zugeteilt, nach ihrer Entlassung treffen sie sich beim Kinderarzt oder beim Einkaufen und aus einer Zufallsbekanntschaft entwickelt sich langsam eine Freundschaft.

Evas Mann Nick geht total in seiner Vaterrolle auf. Natürlich gibt es nur das Beste für den Stammhalter. Er geht sogar soweit, dass er Eva vorschreiben möchte was sie tun und was sie essen darf bzw. was nicht. Eva leidet unter Schlaf- und Nährstoffmangel und zu Hause fällt ihr die Decke auf den Kopf. Als dann auch noch ihre Geschäftspartnerin von der Leiter fällt und sich Bein bricht, nutzt Eva die Gunst der Stunde, sich wieder um ihren Wäscheladen zu kümmern. Aber wer kümmert sich in der Zeit um Max? Ein Babysitter muss her.

Carla ist, im Gegensatz zu Eva, eine sehr organisierte Mutter. Bei ihr klappt alles wie am Schnürchen und sie sieht zudem immer aus wie aus dem Ei gepellt. Nachdem die erste Babysitterin sich als totaler Fehlgriff herausgestellt hat, übernimmt kurzerhand Carla den Job sich um Max zu kümmern.

Am Anfang hat Eva irgendwie noch Scheuklappen auf den Augen, aber nach und nach wird auch ihr bewusst, dass ihr Mann und Carla sich immer besser verstehen und sie die Beiden in ziemlich verfänglichen Situationen antrifft. Haben sie vielleicht etwas miteinander und wieso gleicht Carlas Sohn Joshua ihrem Max als wäre er sein Zwilling?

Wer mehr wissen möchte ..... der muss sich das Buch kaufen und lesen.

Bei „Väter sind die besseren Mütter“ handelt es sich um den ersten Roman aus der Feder von Beatrix Manell. Die Originalausgabe erschien im Jahr 2000 unter dem Titel „Voll ins Schwarze“ im Econ Ullstein List Verlag GmbH und wurde im Juli 2015 als eBook im dotbooks Verlag aufgelegt.


Da es im Jahr 2000 noch keinen Euro gab, findet der Leser in diesem Buch noch die gute alte D-Mark.

Nach eigener Aussage von Beatrix Mannel, hat dieser Roman ihr ganzes Leben verändert, weil sie im Anschluss wusste, dass sie genau das zu ihrem Beruf machen möchte: Das Schreiben. Nachdem ich schon ihre historischen Romane „Der Klang der blauen Muschel“ und „Die Insel des Mondes“ kenne, kann ich – aus meiner Sicht – bestätigen, dass sie dieses Handwerk auch versteht.

Ihre Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet und die Geschichte zieht mich, als Leser, vollkommen in ihren Bann.

Eva ist Mitinhaberin von „Gabys Wäscheparadies“ und genau so konventionell wie der Name, ist auch Eva. Mit Veränderungen tut sie sich schwer und am besten läuft alles so wie es immer gelaufen ist. Ihre Geschäftspartnerin Gaby ist ein Mensch, auf den man gut und gerne verzichten könnte. Sie ist überheblich, gerne auch beleidigend zur Kundschaft und man fragt sich, wie diese beiden Frauen eine geschäftliche Partnerschaft eingehen konnten. Da passt ja gar nix.

Carla erscheint anfangs mürrisch, abweisend und verschlossen aber man kann schon direkt auf den ersten Seiten spüren, dass sich hier ein Mensch mit Herz verbirgt. Ich mochte Carla von Anfang an richtig gerne im Gegensatz zu Nick, der mir irgendwie als Übervater vorgekommen ist. Er möchte für seinen Sohn natürlich nur das Beste, das möchte vermutlich jeder Elternteil für sein Kind. Aber, dass er seiner Frau vorschreibt was sie essen darf/soll und was nicht, das ist nur ein kleiner Fehlgriff in dem was er sonst noch so tut.

Den aufmerksamen Leser wird das Ende der Geschichte nicht wirklich überraschen, das nimmt dem Buch aber nicht die Spannung, denn Eva auf dem Weg dorthin zu begleiten, hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Mit „Väter sind die besseren Mütter“ ist Beatrix Mannel ein hervorragendes Debüt gelungen und ich freue mich, dass ich dieses Buch lesen durfte. 

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

england, suffragetten, devon, adel, liebe

Sturm über Rosefield Hall

Julie Leuze
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.05.2015
ISBN 9783442482146
Genre: Romane

Rezension:

Als Tochter von Lord und Lady Compton, müsste die 18jährige Ruby schon bald standesgemäß verheiratet werden. Die von ihrem Vater ausgesuchten Lords sagen Ruby jedoch so ganz und gar nicht zu.

Auf einem ihrer täglichen Ausritte – bei denen sie unerlaubterweise die Grenzen des elterlichen Landsitzes verlässt – scheut ihr Pferd und Ruby wird abgeworfen. Auf der Suche nach ihrem Pferd trifft sie im Wald einen jungen Mann: Cyril.

Cyril stammt aus London, lebt aber zu Zeit mit seiner Schwester Alice auf dem nahegelegenen Tamary Court. Aufgrund eines Traumas benötigt Alice einen ruhigen Platz, fernab von London, um ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten zu können.

Ruby fühlt sich zu Hause wie in einem goldenen Käfig. Frauen haben nichts anderes als höflich, nett und vorzeigbar zu sein, dürfen jedoch keine eigene Meinung haben und schon gar nicht über ihr Leben bzw. ihren Ehepartner selbst bestimmen. Ihr Bruder Basil steigert sich in seine eugenische Weltanschauung hinein, ihr Lieblingsbruder Edward wurde vom Vater nach Gambia geschickt um dort die Erdnuss-Plantage zu bewirtschaften und ihre Eltern haben nicht sehr viel übrig für Ruby mit ihren merkwürdigen Ansichten. So interessiert sich Ruby beispielsweise für das Wohlergehen ihrer Bediensteten. Was ihre Eltern von solch einer Verfehlung halten, dürfte klar sein.

In Cyril findet sie einen andersdenkenden jungen Mann, mit dem sie stundenlang diskutieren kann und beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen. Als wohlhabender aber nicht adliger Kaufmann, findet Cyril jedoch keine Gnade vor den Augen von Rubys Eltern. Diese lehnen eine Verbindung zwischen Ruby und Cyril strikt ab.

Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie sich von ihren Eltern verbieten lassen würde, dass sie sich weiterhin mit Cyril trifft. Sie lernt seine Schwester Alice und auch ihre Mutter Gwendolen kennen und erfährt nach und nach welchen Zielen diese sich verschrieben haben. Wird Ruby sich ihnen und ihrem Kampf anschließen?

„Sturm über Rosefield Hall“ von Julie Leuze ist ein historischer Roman, Anfang des 20. Jahrhunderts, der sich gleich mit mehreren Themen befasst.

So erfährt der Leser vom Kampf der Suffragetten, die mit Aktionen wie Hungerstreik, Störung offizieller Veranstaltungen, Brandanschlägen etc. massiv für das Frauenwahlrecht eintraten.

Rubys Bruder Basil hat sich ganz und gar der Eugenik verschrieben. Unter Eugenik wird die Lehre von der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen verstanden. Mir war überhaupt nicht bekannt, dass Eugenik schon vor der Zeit des Nationalsozialismus betrieben wurde.

Auch das Thema Rassismus wird in „Sturm über Rosefield Hall“ kurz gestreift, denn Edward, Rubys Lieblingsbruder, bewirtschaftet in Gambia die in Familienbesitz befindliche Erdnuss-Plantage. Zu seinem Besuch auf Rosefield Hall wird er von 2 seiner afrikanischen Plantagenarbeitern begleitet.

Das Buch wird aus der Perspektive mehrerer Personen geschildert, jedoch in Form eines Erzählers und nicht aus der Ich-Form. So bekommt der Leser Einblick in die Gedanken der einzelnen Protagonisten. Florence, das Hausmädchen, erzählt aus ihrer Sicht das Leben auf Rosefield Hall und wie gerne sie mit Ruby befreundet wäre, statt nur ihre Bedienstete zu sein.

Gerade dieser Perspektivwechsel finde ich sehr gelungen. Die Erzählung aus Sicht der Bediensteten im Gegensatz zur Sicht der Herrschaften.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich Bücher liebe in denen Wissen vermittelt wird. Geschichtsunterricht fand ich nie wirklich interessant und wenn ich dann in historischen Romanen etwas aus der Geschichte lernen kann, finde ich das toll. Im Nachwort verweist Julie Leuze auf einige Aspekte ihrer Recherchearbeit und die wirklichen Hintergründe der Charaktere.

Einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte und die einzelnen Themen mehr Auswirkungen auf die Personen gehabt hätte. Bei einem Streit zwischen Ruby und ihren Eltern hätten gerne die Fetzen fliegen dürfen, das hätte die Geschichte gut vertragen.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 6 Gruppen, 21 Rezensionen

romantasy, fantasy, liebe, feuersee, zwischenwelt

Transformation am Feuersee

Sandra Berger
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 29.08.2016
ISBN 9783738623550
Genre: Fantasy

Rezension:

Die 16jährige Caroline lebt nach der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter. Der Kontakt zu ihrem Vater ist eher spärlich. Aufgrund ihrer Haarfarbe wird Caroline in der Schule gehänselt und „Carotte“ gerufen. Irgendwie fühlt sich ihr Leben gerade nicht so toll an.

Als sie mit ihrer Mutter gemeinsam im Auto unterwegs ist, passiert ein schrecklicher Unfall. Die Verletzungen von Caroline sind so schwer, dass ihr Körper ihr gnädigerweise den Schmerz erspart und sie eine dunkle Ohnmacht umfängt.

Als Caroline wieder wach wird ist ihr Körper unversehrt. Ihre Mutter ist beim Unfall gestorben .... aber warum hat Caroline keine Erinnerung an die vergangenen 8 Wochen? Denn so lange ist der Unfall schon her.

Wieso befindet sie sich im Haus ihres Vaters und warum sieht es dort so merkwürdig aus? Ihre Haare sind kurz statt lang und in der neuen Schule sind auf einmal alle merkwürdig nett und zuvorkommend zu ihr. Niemand hänselt sie aufgrund ihrer Haarfarbe .... hier stimmt doch etwas ganz gewaltig nicht.

Am 1. Schultag wird sie gleich einer Team-Projektarbeit zugewiesen. Gemeinsam mit dem verschlossenen, mürrischen Ben, soll sie bis zum kommenden Freitag das Wort „Transformation“ erklären. Da Ben lieber mit seinem Messer spielt als sich mit Caroline dieser Projektarbeit zu widmen, kommt es zu Differenzen zwischen ihnen.

Auch wenn sie sich nicht gemeinsam mit diesem Projekt beschäftigen, so wissen sie an jenem besagten Freitag doch, was das Wort „Transformation“ bedeutet.

Mit „Transformation am Feuersee“ hat Sandra Berger ein Buch geschrieben, das sich - nach ihrer eigenen Aussage - im Bereich Romantasy eingliedert. Der Bereich Fantasy überwiegt, aber die Romantik kommt tatsächlich nicht zu kurz.

Das Thema, mit dem sich dieses Buch befasst, ist nicht alltäglich. Ich habe zwar die ganze Zeit über eine Idee gehabt, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt, aber so wirklich habe ich diesen Gedanken nicht aufkommen lassen. Hätte ich doch mal ...

Der Schreibstil von Sandra Berger ist angenehm, das Buch liest sich wirklich gut. Die Hauptprotagonisten sind so beschrieben, dass man sich gut ein Bild von ihnen machen kann. Hier findet recht schnell eine Entwicklung statt. „Leider“ muss man in dem Fall sagen, denn bis Freitag (Abgabe der Projektarbeit) ist nicht lange. Einige Nebenprotagonisten bleiben nicht so präsent im Gedächtnis. Müssen sie aber auch nicht, sie spielen ja auch nur eine vorübergehende Rolle.

Für mich hätte das Buch noch mehr Spannung gehabt, wenn Caroline mehr hinterfragt hätte. Zum Beispiel sind in der neuen Schule die Türen farbig angemalt. Morgens ist die Türe rot und abends ist selbige Türe auf einmal gelb. Caroline fragt sich wieso das so ist, niemals aber fragt sie jemand anderen. Sie nimmt einige Dinge einfach so hin, obwohl diese sie fast schon anspringen in ihrer Andersartikeit. Fragen stellen aber keine Antworten bekommen, hingehalten werden oder falsche Antworten zu bekommen, das hätte für mich noch etwas mehr Würze ins Buch bringen können und dem Buch hätte es in dem Fall auch nicht geschadet noch ein paar Seiten mehr zu haben.

Alles in allem ist „Transformation am Feuersee“ aber ein gelunges Debüt.

Um den Lesern meines Blogs die Autorin Sandra Berger noch ein wenig näher zu bringen, habe ich ein kleines Interview mit ihr geführt. Unser kleines Gespräch findet Ihr unter diesem Link.


https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2015/07/28/autorenvorstellung-sandra-berger-transformation-am-feuersee/

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

peru, fotografie, suche, familiengeheimnis, südamerika

Das Geheimnis des Mahagonibaums

Sabrina Železný
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.06.2015
ISBN 9783746630977
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Blanca in Arequipa eintrifft und dort ihr Fotografie-Studium beginnt, schiebt sie den Wunsch ihrer Großmutter zuerst einmal auf die lange Bank. Irgendwie kann sie sich nicht dazu aufraffen, die Recherche nach ihrer Ur-Großmutter zu beginnen, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges nach Arequipa zurückgekehrt war. Von dort an verliert sich ihre Spur im Nirgendwo.

Eher aus Pflichtbewusstsein denn aus Neugierde, beginnt Blanca mit ihrer Recherche nach Guadalupe. Im Kloster Santa Catalina bekommt sie das Tagebuch ihrer Ur-Großmutter ausgehändigt und nun wendet sich das Blatt: Bevor Blanca sich ihrem Studium so richtig und voller Hingabe widmen kann, muss sie herausfinden warum Guadalupe nie auf die Briefe aus der Heimat geantwortet hat und ob sie tatsächlich im Hochland umgekommen ist. Findet sie die Lösung auf ihre Fragen in dem Tagebuch?

Bei ihrer Suche nach der Wahrheit bekommt Blanca Hilfe von Emilio. Er hat über ein Förderprogramm eine Arbeitsstelle im Centro Artistico bekommen, in dem Blanca studiert. Emilio ist ein zurückhaltender und verschlossener junger Mann der aus dem Hochland von Peru stammt.

Neben Emilio gibt es noch Francisco, den Leiter des Centro Artistico, der Blanca davon abrät Emilio zu vertrauen und seinen Geschichten Glauben zu schenken. Leider haben auch die Erzählungen von Fancisco nicht alle Hand und Fuß und bald weiß Blanca nicht mehr, wem sie glauben soll und wem nicht.......

„Das Geheimnis des Mahagonibaums“ ist sowohl mein 1. Buch von Sabrina Železný als auch das 1. Mal, dass ich in einem Buch nach Peru reise. Im Hochland von Peru wütete jahrelang die Terror-Organisation „Leuchtender Pfad“. Das Thema wurde von der Autorin immer mal wieder angeschnitten, ausreichend genug, dass man sich als Leser ein Bild davon machen kann. Es gibt Dinge, die an Grausamkeit nicht zu überbieten sind. Der Mensch ist vermutlich die größte Verfehlung der Schöpfung.

Der Schreibstil von Sabrina Železný ist angenehm und ich hatte das Buch in wenigen Stunden gelesen. Man möchte einfach immer weiterlesen um zu erfahren was denn nun tatsächlich mit Guadalupe passiert ist. Vielleicht lebt sie ja sogar noch? Sie wäre etwas über 100 Jahre alt.

Mein Bauchgefühl hat mich auch hier nicht im Stich gelassen. Ich war mir von Anfang an sicher, dass einer der Beiden (Francisco / Emilio) nicht das ist was, er vorzugeben scheint. Aber mehr verrate ich dazu natürlich nicht.

Ich fotografiere selbst leidenschaftlich gerne, von daher kann ich die Faszination verstehen, denen die Protagonisten im Buch im Bezug auf die Fotografie erlegen sind. Gerne würde ich die beschriebenen Fotos einmal sehen. 

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Tags: centro artistico, fotografieren, hochland peru, "leuchtender pfad"   (4)
 

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104 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

bodensee, meersburg, jahrhundertwind, kosmetik, petra durst-benning

Bella Clara

Petra Durst-Benning
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 06.03.2015
ISBN 9783471350591
Genre: Historische Romane

Rezension:

 „Bella Clara“ ist der 3. Band der „Jahrhundertwind-Trilogie“. Ihm voraus gehen die Bücher „Solang die Welt noch schläft“ und „Die Champagnerkönigin“.

Auch ohne Vorkenntnis der Bände 1 und 2 kann man „Bella Clara“ gut lesen und verstehen. Ich bedauere es jedoch sehr, dass ich die Bücher vorher nicht gelesen habe, denn Petra Durst-Benning hat einen wunderbaren Schreib- und Erzählstil, der den Leser direkt in die Geschichte eintauchen lässt. Da es sich um eine Trilogie handelt, findet man die Protagonistinnen Josephine und Liselotte auch hier in „Bella Clara“.

Clara ist eine sehr sympathische junge Frau, die nichts anderes möchte als ihre unglückliche Ehe zu beenden. Leider war es im Jahr 1906 nicht so einfach wie heute und Clara gesteht in ihrer Ausweglosigkeit einen Ehebruch, den sie in Wirklichkeit nie begangen hat. So wird sie zwar von ihrem Mann geschieden, aber als „Ehebrecherin“ bekommt sie weder ihr Erbe noch beide Kinder zugesprochen. Sie bekommt lediglich ihre Tochter Sophie zugesprochen, die jedoch lieber bei ihrem Kätzchen bleiben möchte, das der Papa ihr gerade geschenkt hat (ein Schelm, wer böses dabei denkt). Ein Schock für Clara.

Sie sucht Zuflucht bei ihrer Freundin Lilo, die am Bodensee ein kleines Hotel betreibt. Mehr und mehr wächst in Clara der Wunsch in einer Apotheke arbeiten zu können, denn von ihrem verstorbenen Vater hatte sie die Grundlagen der Creme- und Seifenherstellung lernen dürfen. In einer Apotheke in Meersburg hat Clara Erfolg mit ihrer Bewerbung und legt somit den Grundstein für ihre berufliche Zukunft und den Erfolg mit ihren kosmetischen Artikeln.

Trost, Hilfe und Unterstützung findet Clara zu jeder Zeit bei ihren Freundinnen Josephine und Liselotte, deren Freundschaft trotz großer Entfernungen aus einem festen Band geknüpft ist.

Leider hat Clara Recht mit ihrer Aussage

„Was die Liebe angeht, bin ich leider völlig untalentiert“

denn bei der Auswahl der Männer in ihrem Leben hat sie ein schlechtes Händchen. Da sie aber aus ihrer 1. Ehe gelernt hat, begibt sie sich nicht mehr vollkommen in die Hand eines Mannes, sie behält immer ihre Eigenständigkeit – zum Glück.

Roberto, der Haar-Händler aus Elva, spielt eine große Rolle in Claras Leben. Welche genau das ist, dass verrate ich an dieser Stelle nicht. Nur so viel – Clara findet nicht nur neue, gute und zuverlässige Freunde sondern am Ende auch ihre große Liebe und das fühlt sich sogar für den Leser so was von gut an.

Wie eingangs schon beschrieben, ist der Schreibstil angenehm und ich hatte sofort ein heimeliges Gefühl und konnte vollkommen in die Geschichte eintauchen. Alle Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Aber Clara, auf der das Hauptaugenmerk dieses Buches liegt, macht eine wirklich enorme Entwicklung durch. Und das durchweg zum Positiven obwohl sie viele Rückschläge hinnehmen muss.

Wer Bücher über couragierte Frauen mag, der findet in dieser Trilogie ganz sicher was er sucht.

Liebe Petra Durst-Benning, herzlichen Dank für einige schöne Lesestunden am Bodensee. 

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Tags: bodensee, creme, meersburg, naturkosmetik, starke frauen   (5)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

australien, hütehunde, liebe, farm, hund: kelpie

Tal der Sehnsucht

Rachael Treasure , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.02.2008
ISBN 9783442365630
Genre: Romane

Rezension:

Rosemary Highgrove-Jones ist die Tochter eines australischen Großgrundbesitzers. Wie es ihrem Stand entspricht, ist sie mit einem jungen Mann aus gutem Hause verlobt. Bei einem Autounfall stirbt Sam und für Rosemary bricht eine Welt zusammen. Neben dem Schock um den Tod ihres Freundes muss sie zudem damit klar kommen, dass Sam auf der Ladefläche des verunglückten Pick-Up zum Zeitpunkt des Unfalles in weiblicher Begleitung war. Als ihr Vater ihr kurz darauf offenbart, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist, schlägt ihre Trauer in Wut um und so beschließt Rosemary ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und das zu tun was sie schon immer tun wollte: Schicki-Micki-Kleidung ausziehen, Karohemd und Westernstiefel anziehen, Pferde reiten, Hunde ausbilden, eine Farm führen. Aus Rosemary Highgrove-Jones wird Rosie Jones.

Die Geschichte spielt auf 2 Zeitebenen – im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart.

Rosie arbeitet als Journalistin und damit sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen kann, ermöglicht ihr ihr Arbeitgeber, von zu Hause aus zu arbeiten. Sie soll die Geschichte des Iren John Dennis "Jack" Gleeson recherchieren, der in den 1870er Jahren ein legendärer Viehtreiber war und dem der Ruf seiner Hütehunde weit voraus eilte. Seine außergewöhnliche Hündin „Kelpie“ gilt als Stammmutter der Rasse „Australian Kelpie“.

Als ihr Vater die Farm verlässt und ihre Mutter immer tiefer im Alkohol versinkt, bleibt Rosie nichts anderes übrig als die Farm alleine zu führen. Hilfe bekommt sie durch den Vorarbeiter Jim Mahony, mit dem sie bald nicht nur die Liebe zu den Tieren teilt.

Da die Eltern des verstorbenen Sam den Anblick seiner Tiere nicht ertragen können, erbt Rosie die Pferde und die Hunde von Sam und auf dieser Grundlage kann sie ihre eigene kleine Kelpie-Zucht aufbauen. Auch ihre Hunde werden sehr erfolgreiche Hütehunde die ihr Können auf sogenannten Trials (Geschicklichkeitsprüfungen) unter Beweis stellen müssen.

Die Stränge der unterschiedlichen Zeitebenen werden abwechselnd aus der Sicht einer Dritten Person erzählt.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen hier auf einen Liebesroman zu stoßen. Dem ist aber ganz und gar nicht so, denn dem Thema Hundezucht wird hier ein großer Bereich eingeräumt. Wie die Autorin in ihrem Nachwort angibt, handelt es sich bei der Geschichte von Jack Gleeson um seine wahre Geschichte. Als Hundebesitzerin und –liebhaberin und Hundetrainerin in einem Verein (in dem auch ein Kelpie trainiert) habe ich gerade diese Passagen über die Entstehung dieser Rasse aufgesogen wie ein Schwamm.

Das Buch ließ sich schnell und flüssig lesen, der Schreibstil ist angenehm und da ich Bücher liebe deren Geschichten in Australien ansässig sind, werde ich mir die anderen Bücher von Rachael Treasure auch nach und nach gönnen. Es handelt sich zwar um eine „Australien-Saga“ aber wenn ich die Klappentexte richtig interpretiere, hat jedes Buch eine eigene und unabhängige Geschichte.

Ich werde es herausfinden ... und berichten :-)

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Tags: australien, hütehunde, kelpie, trial   (4)
 

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

krimi, mord, psychothriller, thriller, mörder

Dark House

Thomas Kastura
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.04.2015
ISBN 9783426199312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

10 ehemalige Psychologie-Studenten und Professor Knowles treffen sich 10 Jahre nach dem missglückten Experiment „Dark House“ in einem Cottage auf einer kleinen Insel. An diesem Wochenende soll endlich aufgearbeitet werden, worüber seit 10 Jahren niemand gesprochen hat: Der Selbstmord von Hollie kurz nach dem Experiment und was genau damals im „Dark House“ passiert ist.

Irgend jemand scheint jedoch seine ganz eigenen Pläne zur Verarbeitung des damaligen Experiments zu haben, denn nur kurze Zeit nach seiner Ankunft im Anwesen „Culls Cove“ hat Professor Knowles sein Leben ausgehaucht. Weitere Tote folgen .......

Mein Eindruck:

„Wir schauten in einen schwarzen Spiegel und erkannten darin etwas viel Lehrreicheres als Liebe: Leid“
(Seite 47)

„Dark House“ – 11 Freunde, ein Haus mit mehreren Zimmern in dem es stockdunkel und still wie in einem Grab ist. Drogen, Alkohol und ein Professor, der das Experiment leitet. Es geht um Sex, SM-Spiele, Partnertausch und um ..... Macht.

Das Buch beginnt mit der Anreise der 10 Akteure. Der Leser bekommt einen kurzen Einblick, was die Personen heute tun und wie sie ihr Leben führen. Hängt es mit dem Experiment zusammen, dass niemand wirklich erfolgreich ist in dem was er tut?

Schon bei der Ankunft der ehemaligen Freunde auf „Culls Cove“ wird dem Leser bewusst, dass das Wort „Freundschaft“ hier und heute fehl am Platz ist. Die Begrüßung untereinander erscheint mir so, als ob hier jeder die Verfehlungen des Anderen ans Tageslicht bringen möchte, um selbst in besserem Licht zu erscheinen. Die Stimmung ist eher frostig als freundschaftlich, auch wenn im Kamin ein Feuer brennt.

Niemand weiß, was damals wirklich im „Dark House“ passiert ist und warum sich Hollie kurz danach vor einen Zug geworfen hat. Genau dieser Umstand soll an diesem Wochenende analysiert und aufgearbeitet werden.

Professor Knowles führt die Liste der Toten an – kurz nach seiner Ankunft findet man seine Leiche am Strand. Es bleibt nicht bei einem Toten und mit jedem Mord wird das Misstrauen zwischen denen die übrig bleiben größer. Wer könnte es gewesen sein und warum? Wer wird der nächste Tote sein? Und obwohl sie gegenseitig immer misstrauischer werden, sind sie doch aufeinander angewiesen um dieses Wochenende eventuell überleben zu können.

Irgendwie haben die Protagonisten alle einen psychischen Knacks weg und ich konnte mich für niemanden besonders erwärmen. Das macht aber nix, weil sie nacheinander sehr schnell die Bühne wieder verlassen bis nur noch übrig bleibt, wer seine eigene Ansicht von „Aufarbeitung“ hat.

Obwohl nichts anderes passiert als dass einer nach dem anderen stirbt, ist das Buch von der 1. Seite an spannend und zwingt einen dazu weiterlesen zu müssen.

Auch die Protagonisten stellen sich die Frage warum Hollie sich damals umgebracht hat und wer nun – nach 10 Jahren - Interesse daran haben könnte alle umzubringen die damals beteiligt waren. Zwischendurch werden die Erinnerungen der Teilnehmer an das „Dark House“ in schwarz unterlegten Einschüben herausgestellt.

Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt woher der Mörder seine Mordwaffen bezogen hat und woher er/sie weiß damit umzugehen. Es handelt sich um Mordinstrumente, die nicht jeder einfach so in einem Laden kaufen kann und deren Handhabung einer gewissen Ausbildung bedarf. Von daher war die Antwort auf die Frage wer sich hinter dem Mörder verbirgt, für mich nicht so ganz nachvollziehbar.

Nach Beendigung bleiben beim Leser einige Fragen offen. Aber vielleicht bedürfen sie ja auch keiner Antwort. 

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Tags: dark house, experiment, freunde, mord, sex   (5)
 

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118 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

landesgartenschau, jörg böhm, mord, landau, hass

Und ich bringe dir den Tod

Jörg Böhm
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Der Kleine Buch Verlag, 01.03.2015
ISBN 9783765088049
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch beginnt mit dem Prolog im Jahr 1984 – der Leser wird Zeuge wie ein Kind die Wohnung seiner Mutter in Brand steckt und den Tatort verlässt. Bei diesem Brand kommen 2 Menschen ums Leben.

30 Jahre später – Januar 2014
Auf dem Gelände der Landesgartenschau gehen die Arbeiten nicht gerade zügig voran. Immer wieder werden Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden, was die Bauarbeiten extrem in die Länge zieht. Als die Metalldetektoren ein weiteres Mal ausschlagen, finden sich im Erdreich jedoch keine Bomben sondern die Skelette zweier Menschen.

Kurz nachdem die Kriminalkommissare Emma Hansen und Matthias Roth den Fall um die beiden Skelette übernommen haben, hängt morgens Oberbürgermeister Roland Wierig tot an einem Förderturm auf dem Gelände der Geothermie-Anlage. War es Selbstmord? War es Mord?

Fazit:

„Und ich bringe Dir den Tod“ ist der 3. Krimi aus der Feder von Jörg Böhm um die Kriminalkommissarin Emma Hansen. Das Buch kann als solitäres Buch gelesen werden. Wer die familiären Hintergründe des Ermittlerduos jedoch besser verstehen möchte, für den kann es sinnvoll sein, die beiden ersten Emma-Hansen-Krimis gelesen zu haben.

Emma Hansen ist vor kurzem Mutter geworden. Nicht Mutter ihres eigenen Kindes, sondern Mutter ihres Pflegesohnes Luiz, der gleichzeitig ihr Stiefbruder ist weil er der außereheliche Sohn ihres verstorbenen Vaters ist. Dieser Umstand trägt nicht zu einem harmonischen Miteinander zwischen Emma und ihrer Mutter bei, was wiederum die Tatsache erschwert, dass Marit Hansen ihrer Tochter tagsüber bei der Versorgung von Luiz helfen soll während sie ihren Dienst absolviert. Es ist nicht einfach, auf einmal Dienst und „Mutterschaft“ unter einen Hut zu bringen, was Emma mehr als einmal Stress auf der Dienststelle beschert.

Matthias Roth, der 2te Teil des Ermittler-Duos, hat auch ein schweres Päckchen zu tragen. Seit 2 Jahren liegt seine Frau, nach einem gescheiterten Selbstmord-Versuch, im Koma. Ein neues und vielversprechendes, aber in Deutschland noch nicht zugelassenes Medikament hat nicht die erwartete Verbesserung gebracht, weswegen Matthias von den Ärzten vor die Frage gestellt wird ob es nicht besser wäre die Apparaturen, die seine Frau am Leben erhalten, abzustellen.

Ihre privaten Probleme müssen jetzt jedoch zuerst einmal den Dienstbelangen untergeordnet werden, denn es gilt herauszufinden warum der Oberbürgermeister Wierig morgens am Turm der Geothermie-Anlage baumelte? Hatte er sich jemanden zum Feind gemacht bei der Planung der Landesgartenschau, der Luxussanierung der alten Kasernen-Wohnhäuser oder gar bei der Geothermie-Anlage selbst? Und wer sind die beiden Skelette die auf dem Gelände der LGA gefunden wurden? Gibt es evtl. sogar einen Zusammenhang?

Kniffelig wird es als Emma anfängt sich über das normale Maß hinaus für den neuen Geschäftsführer und somit hauptverantwortlichen Bauleiter für das „Projekt Landesgartenschau“, Stefan Bellheim, zu interessieren.

Immer wieder glaubt man als Leser zu wissen, wer denn nun als Täter in Frage kommen könnte – und immer wieder kommt alles anders. Zum Ende zu verknüpfen sich die Stränge einiger Personen miteinander. Es gibt einige Antagonisten in diesem Buch, weswegen man als Leser gerne auf die falsche Fährte rutscht um dann von der Wendung doch wieder überrascht zu werden.

Für mein Gefühl geht im ersten Drittel des Buches die Spannung unter, weil beispielsweise die Erklärungen der familiären Differenzen zwischen Emma und ihrer Mutter zu viel Raum einnehmen. Sicherlich gibt es Leser, die gerade das an einem Buch gut finden. Für mich hätte es gerne weniger sein dürfen. Nach hinten raus nimmt die Spannung dann aber deutlich und auch stetig zu, und der Schluss hat mich tatsächlich überrascht.

Jörg Böhm hat für seinen Schauplatz das Gelände der LGA Landau aufgegriffen auf dem tatsächlich in diesem Jahr (2015) die LGA stattfindet. Ebenso sind die Bombenfunde sowie die Problematik der Menschen die in den Häusern auf dem ehemaligen Kasernengelände wohnen der Realität entnommen, genau wie das Geothermie-Kraftwerk, das immer mal wieder Streitpunkt bei den Bewohnern war und vermutlich noch immer ist.

Das Buch ist in 49 kurze Kapitel aufgegliedert was es dem Leser leicht macht nach einem Kapitel kurz Resümee zu ziehen und sich Gedanken über das bisher gelesene zu machen.

Mein Dank geht an Jörg Böhm – für die Überlassung des Rezensionsexemplares in Verbindung mit unserer Blogtour zu „Und ich bringe Dir den Tod“. 

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krimi, rituale, abgründe, studentenverbindung, cornelia arents

Lokes Mond

Rebekka Pax
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 07.05.2015
ISBN 9783802597169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einer Weide im Bochumer Stadtteil Riemke findet eine junge Frau morgens die Leichen von zwei bestialisch ermordeten Pferden. Die Köpfe der Pferde wurden abgetrennt und sind spurlos verschwunden. Einen Hinweis auf den oder die Täter sucht man vergeblich im frisch gefallenen Neuschnee.

Als Hanna Wehrheim in Bochum-Riemke ihrem Mann das Frühstück zubereiten möchte, wirft sie einen Blick aus dem Fenster in ihren Vorgarten und erstarrt. Zwischen den Hortensien stehen 2 Stangen und auf jeder von ihnen ist ein Pferdekopf aufgespießt.

Diese „Neidstangen“ (althochdeutsch für: Neid, Hass, Zorn) stellen eine unmissverständliche Beleidigung und zugleich Herausforderung an Professor Wehrheim dar. Aber wer hat diese Stangen in den Garten gestellt und aus welchem Grund?

Was hat es mit der Studentenvereinigung „Lokes Mond“ auf sich und hat Professor Wehrheim etwas mit ihr zu tun?

Das herauszufinden ist der 1. Fall von Kriminalkommissarin Cornelia Arents.

Fazit:

Mit „Lokes Mond“ hat Rebekka Pax ihren 1. Kriminalroman geschrieben. Die Reihe ist als 3teiler angelegt.

Da mir ihre historischen Romane (die sie unter Pseudonym Rebecca Maly schreibt) so gut gefallen haben, konnte ich mir natürlich einen Krimi aus ihrer Feder nicht entgehen lassen. Nach den ersten Seiten war klar: „Wer kann, der kann“, denn die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Außerhalb einer Leserunde hätte ich das Buch vermutlich in der gleichen Nacht noch fertig gelesen. Ja, Leserunden können gelegentlich auch Spaßbremsen sein.

Wir lernen Kriminalkommissarin Cornelia Arents kennen und sie wird realistisch beschrieben. Sie hat Ecken und Kanten und macht Fehler, sie trauert noch immer um ihr eigenes totes Pferd und muss beruflich dann auch noch mit ihrem Ex zusammenarbeiten. Genau das schafft die Nähe zwischen dem Leser und ihr. Es menschelt.

Ihr Ex, Kriminalkommissar Robin Schenz, bearbeitet gemeinsam mit Cornelia diesen Fall. Wie er sich als Freund benommen hat erfährt der Leser nicht wirklich, aber es hat ja einen Grund, warum er nicht mehr der Freund sondern der Ex ist. Was er sich dann in seinem Status als Exfreund leistet, geht gar nicht. Robin versucht Cornelia noch immer vorzuschreiben was sie zu tun und zu lassen hat. Vor allen Dingen als Cornelia dann auch noch Vincent Norads näher kennenlernt, der ihr bei ihren Recherchen in der Universitätsbibliothek eine große Hilfe ist. Robins Eifersucht hat auch Auswirkungen auf seine polizeiliche Arbeit.


Alle Protagonisten und Nebenprotagonisten wurden sorgfältig ausgearbeitet und selbst die Wolfshunde hinterlassen beim Leser einen bleibenden Eindruck.

An einigen Stellen im Buch geht Rebekka Pax richtig ins Detail. Ich mochte es gar nicht lesen wie die Pferde abgemetzelt werden oder eine Leiche seziert, aber ein Krimi ist nun mal kein Krimi wenn nix dramatisches in ihm passiert. Wie schon erwähnt, trägt die Spannung den Leser von der ersten bis zur letzten Seite und macht Lust auf die Fortsetzung.

Im März diesen Jahres habe ich Rebekka Pax in Leipzig persönlich kennenlernen dürfen und wenn man weiß, welch sympathische Person sich hinter einem Autorennamen verbirgt, macht das Lesen guter Lektüre noch mal so viel Spaß!

Ich freue mich auf den 2. Teil „Spiegelseele“ der am 04.02.2016 erscheint und der 3. Band folgt, wenn ich das richtig verstanden habe, auch noch in der ersten Jahreshälfte 2016.

Dieses Buch gehört definitiv auf meine Highlight-Liste für 2015!

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213 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

tod, liebe, antonia michaelis, leben, wünsche

Das Institut der letzten Wünsche

Antonia Michaelis
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.04.2015
ISBN 9783426653654
Genre: Romane

Rezension:

Mathilda hat ihre Ausbildung zur Ärztin kurz vor der Abschlussprüfung hingeworfen. Sie hat gemerkt, dass diese Arbeit nicht das ist was sie tun möchte. Zufällig begegnet sie Ingeborg, die dieses Schicksal teilt. Ingeborg ist Ärztin, hat ihren Job gekündigt und ein Institut gegründet für das sie gerade eine Angestellte sucht. Nun arbeitet Mathilda im „Institut der letzten Wünsche“.

An dieses Institut kann sich wenden, wer sich selbst oder einem Angehörigen einen letzten Wunsch erfüllen lassen möchten. Voraussetzung dafür, das Institut in Anspruch nehmen zu können ist, dass derjenige, dessen Wunsch erfüllt wird, innerhalb der nächsten 6 Monate stirbt.

So lernt Mathilda Birger kennen. Birger Raavenstein wird an Lungenkrebs sterben und sein letzter Wunsch ist es, dass das Institut seine Jugendliebe Doreen und ihr gemeinsames Kind findet. Für Mathilda wird es nicht einfach diesen Wunsch zu erfüllen, denn sie hat sich auf den 1. Blick in Birger verliebt.

Das „Institut der letzten Wünsche“ ist eine sinnvolle Einrichtung. Alle Menschen haben Träume und Wünsche und schieben sie oftmals ihr ganzes Leben vor sich her. Meist aus Zeit- oder Geldmangel. Dann wird man krank und man fragt sich, warum man sich diesen einen großen Traum eigentlich niemals erfüllt hat. In Berlin gibt es dieses Institut, das die unmöglichen Dinge möglich macht und sich der ein oder andere Lebenstraum kurz vor dem Tod dann doch noch ermöglichen lässt.

Mathilda und Ingeborg legen sich sehr ins Zeug um all die ausgefallenen Wünsche zu erfüllen. Schnee und/oder Weihnachten im Sommer, ein Spiele-Abend für einen älteren Herrn in einer Studenten-WG, ein letztes Bad im Fluss für einen MS-kranken Kunden. Aber für Mathilda hat der Wunsch von Birger Raavenstein Priorität, weswegen Ingeborg sie auch schon mal an ihre anderen Pflichten erinnern muss.

Mathilda ist generell chaotisch veranlagt weswegen ich mit ihr nicht warm werden kann. Sie ist mir zu unstrukturiert und zu planlos. Ich kann ihr Tun und Handeln nicht immer nachvollziehen, manches entbehrt für mich jeglicher Logik. Zwischendurch stellte ich mir die Frage ob man unbedingt jeden Auftrag annehmen muss oder ob man auch wegen Undurchführbarkeit einen Wunsch ablehnen kann. Wie viele Lügen sind erlaubt wenn es um den letzten Wunsch eines Menschen geht? Heiligt der Zweck die Mittel weil ein dementer alter Herr noch einmal vor seinem Tod zum Mond fliegen möchte?

Mathildas vordringliches Ziel ist es, Doreen und ihren Sohn zu finden. Sie möchte Birger gerne seinen letzten Wunsch erfüllen. Durch die Suche nach Doreen und ihren eigenen Gefühlen für Birger Raavenstein räumt Mathilda so ganz nebenbei in ihrem Leben auf, denn auch dort ist nicht alles wie es sein soll.

Als Daniel, Mathildas Ex-Freund auf der Bildfläche erscheint, versteht man als Leser sofort, wieso das mit den beiden nicht geklappt hat. Die Unterschiede zwischen ihnen sind zu groß.

Der Leser lernt einige Nebenprotagonisten kennen, denn auf 496 Seiten werden viele Wünsche erfüllt. Ans Herz gewachsen ist mir jedoch niemand.

Der Schreibstil von Antonia Michaelis ist leicht schräg und unkonventionell. Die Idee hinter dem „Institut“ ist sehr schön. Leider ist in Bezug auf die Umsetzung und der Protagonisten der Funke bei mir nicht wirklich übergesprungen. 

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Tags: berlin, institut, letzter wunsch, tod   (4)
 

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111 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

irland, dublin, freiheitskampf, osteraufstand, liebe

Der dunkle Weg

Susanne Goga
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.04.2015
ISBN 9783453357990
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ida Martens, Kaufmannstocher aus Hamburg, besucht ihre Freundin Grace Gifford in deren Heimat Dublin. Verzaubert von Land und Leuten beschließt Ida, sich ein Zimmer zu nehmen, eine Arbeit zu suchen und eine Zeit lang in Irland zu bleiben. Durch ihr offenes Auftreten findet sie schnell Zugang zu einem neuen Freundeskreis und eine Arbeit die ihr Spass macht.

Viele ihrer neuen Freunde gehören der Irischen Freiheitsbewegung an, die sich für die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien einsetzen. Ida unterstützt die Freiheitskämpfer indem sie Zeichnungen von den Missständen anfertigt. So lernt sie den Arzt Cian O’Connor kennen – und lieben.

Während in Irland die Freiheitskämpfer auf den Osteraufstand hinarbeiten bricht in Europa der 1. Weltkrieg aus. Für die deutsche Ida keine einfache Zeit.

Der Roman „Der dunkle Weg“ von Susanne Goga beruht auf wahren Begebenheiten. Viele der Protagonisten die in Verbindung mit dem Osteraufstand von 1916 stehen, tragen ihren echten Namen, denn sie haben reale Vorbilder. Die Geschichte von Ida Martens und Cian O’Connor ist fiktiv – aber es könnte sich genau so zugetragen haben.

Ida ist eine junge sympathische Frau, die genau weiß was sie will. 1912 haben Frauen noch nicht unbedingt das getan was sie tun wollten, eher haben sie von ihren Eltern gesagt bekommen, was sie zu tun haben. Nicht so Ida, die sich gegen den Willen ihrer Eltern in Dublin eine Arbeit und eine Unterkunft sucht. Auch war es nicht üblich, dass junge Frauen einfach auf der Straße wildfremde Männer ansprechen. Aber genau diese Vorgehensweise macht Eindruck auf den jungen Mann und als er sieht wie gut Ida zeichnen kann, empfiehlt er sie weiter an Cian O’Connor.

Cian O’Connor ist Arzt. Er behandelt die „Reichen und Schönen“ und mit dem dort eingenommenen Geld behandelt er an mehreren Tagen in der Woche die Menschen in den Armenvierteln von Dublin unentgeltlich. Für eine Broschüre sucht er einen Maler und als ihm Ida empfohlen wird, verknüpfen sich die Lebenswege von Ida und Cian. Anfangs lässt Ida sich von Cians Art einschüchtern, aber bald schon hat er ihr Herz gewonnen.

Ich mag Bücher aus deren Informationen man als Leser noch etwas lernen bzw. sein Wissen auffrischen kann. So habe ich mich vorher nie mit dem Osteraufstand bzw. dem Kampf der Iren für die Unabhängigkeit von Großbritannien beschäftigt. Schon während ich das Buch gelesen habe, hab ich diesbezüglich einige Wissenslücken geschlossen. Das Thema ist sehr interessant, da der missglückte Osteraufstand trotzdem die Wende für Irland und somit die Unabhängigkeit von Großbritannien gebracht hat.

Susanne Goga versteht es hervorragend die Gefühle zwischen Leser und den Protagonisten zu transportieren. Die Hintergründe sind sehr gut recherchiert und Ida und Cian passgenau in die historischen Gegebenheiten, die sich damals zugetragen haben, hineingewoben.

Die Figuren wachsen an ihren Aufgaben und für den einen oder anderen führt der Weg in den Tod. Rebellion ohne Blutvergießen ist nicht möglich. Und Menschen, die ihr Leben für ihre Ziele lassen müssen (wollen!), wird es immer wieder geben.

Das Ende des Buches hinterlässt eine gewisse Traurigkeit die noch etwas nachklingen wird. 

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Tags: dublin, freiheitskampf, osteraufstand   (3)
 

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

vegan, kochbuch, veganismus, abnehmen, berufstätigkeit

Vegan im Job

Patrick Bolk
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Südwest, 27.04.2015
ISBN 9783517093741
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nachdem mir die letzte vegane Kochbuch-Runde mit Patrick Bolk zu seinem Buch "So geht vegan!" so gut gefallen hat, habe ich mich spontan auch zur aktuellen Kochbuch-Runde "Vegan im Job" angemeldet.

Ich bin noch immer kein Veganer, ich bin noch nicht einmal Vegetarier, aber über meine/unsere Ernährung denke ich sehr viel mehr nach als noch vor wenigen Monaten und habe auch in der Zubereitung unserer Mahlzeiten einiges verändert in Bezug auf unseren Fleisch-/Wurst-Konsum.

Zudem finde ich es spannend was man isst wenn man auf alle tierischen Produkte konsequent verzichtet und sich mit mehreren Leuten über die gleichen Rezepte auszutauschen macht total viel Spass.

Vegane Rezepte gibt es viele im Internet aber eine vegane Kochbuch-Runde, bei der man den Autor direkt fragen kann warum im Rezept diese Zutat oder jene (nicht) benutzt wird, macht die Sache umso interessanter.

Aber nun erst einmal zum Buch selbst.
In der Einführung zum Buch geht Patrick Bolk kurz darauf ein aus welchen Lebensmitteln der Körper seine Energie zieht - und warum manche Menschen weniger und andere wiederum mehr Energie haben. Wie schlägt man die Brücke sich auch im Job gesund vegan zu ernähren und nicht in der Kantine zu irgendwelchen dubiosen Convenience-Produkten zu greifen? Wenn es denn in der Kantine überhaupt vegane Produkte gibt.

Im Kapitel "Vegan im Alltag" bekommt der Leser einen Überblick über die Lebensmittel die man zu Hause auf Vorrat halten kann, wie man zeiteffizient kocht und welche Küchenhelfer einem das Leben erleichtern. Als berufstätiger Mensch möchte man nicht stundenlang in der Küche stehen um Essen zu bereiten.

Die nachfolgenden 60 Rezepte sind einsortiert in die Sparten

* Frühstück
* Lunch to Go
* Quick Dinner
* Partytime
und jede Sparte beginnt mit 2 Seiten Einleitung zum entsprechenden Thema.

Ein Kochbuch bewerten kann man aber nur, wenn man daraus etwas kocht.

Da ich generell nicht gerne in der Küche stehe, kommen mir Rezepte entgegen die in der Zubereitungszeit kurz und in der Durchführung einfach sind. Hier kann das Kochbuch "Vegan im Job" punkten. Alles was ich bisher gekocht habe war einfach auf den Tisch zu bringen und hat mich nicht stundenlang an die Küche gefesselt.

Aus der Sparte Frühstück gab es einen Smoothie - Vitamin-Power (S. 42)

Smoothies enthalten die kompletten Frucht-/Pflanzen-Bestandteile in geschredderter Form, weswegen sie von der Konsistenz her eher zu löffeln als zu trinken sind, aber nebenbei sollen sie ja auch noch als Sattmacher dienen. Ich fand den Vitamin-Power lecker.

Aus der Sparte Lunch to Go gab es bei uns den Kartoffelsalat mit karamellisierten Zwiebeln (S. 66).

Optisch nicht gerade der Hingucker (was wahrscheinlich an mir liegt und nicht am Rezept), aber geschmacklich konnte der Salat dann doch wieder punkten. Wobei er mir persönlich am 2. Tag wesentlich besser geschmeckt hat als direkt am Zubereitungstag.

Die Zubereitung selbst war nicht ganz so schnell und einfach wie im Buch beschrieben, aber immer noch im Rahmen.

Aus der Sparte Quick Dinner gab es Nudeln mit Tomaten-Walnuss-Pesto (S. 102) und die Blitzschnelle Tomatensuppe (S. 84)

Um die Nüsse für das Pesto zu schreddern habe ich mir den ThermoMix meiner Nachbarin geliehen. Der ist darin unschlagbar.

Und nicht zuletzt aus der Sparte Partytime die Nussecken (S. 124)
Da ich keine dunkle Schokolade mag und Nussecken mit Milchschokolade nicht mehr vegan sind, habe ich auf die Schokolade verzichtet. Auch ohne Schokolade sind Nussecken kalorientechnisch ein Desaster. Aber sie sind sooooooooooooo lecker!!

Auf einigen Rezepten in meinem Kochbuch kleben noch PostIt-Zettel wie z. B. bei der veganen Leberwurst oder der Spargeltarte. Ich bin gespannt ....

Bei allen Rezepten die ich nachgekocht habe waren die Zutaten einfach zu beschaffen. Ich bekam alle Zutaten im gut sortierten Supermarkt oder Reformhaus. Die Zeitangaben im Rezept haben überall gepasst.

Leider gibt es nicht zu jedem Rezept im Buchein Bild, was ich sehr schade finde.

Bilder zu den von mir nachgekochten Gerichten gibt es auf meinem Blog: https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2015/05/31/kochbuch-vegan-im-job-patrick-bolk/

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175 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

schmetterlinge, liebe, jugendbuch, mariposa, fantasy

Mariposa - Bis der Sommer kommt

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 30.03.2015
ISBN 9783570155363
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jake Keane, 17 Jahre alt, wohnhaft in L.A. wird zu einer Jugendstrafe verurteilt. Er muss über einen Zeitraum von 6 Monaten an einem Modellprojekt teilnehmen. Das Projekt findet jedoch nicht in L. A. statt sondern im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien.

In der Kleinstadt Mariposa trifft Jake auf Nessa. Sie ist so ganz anders als die Mädchen die Jake bisher kennengelernt hat. Eigentlich ist sie optisch überhaupt nicht sein Typ mit ihren roten Haaren und ihrem merkwürdigen Kleidungsstil – aber er bekommt sie einfach nicht aus seinem Kopf. Und dann beginnen sie sich zu treffen: Jeden Sonntag um die gleiche Zeit am gleichen Ort.

Zwischen Jake und Nessa entwickelt sich ganz langsam eine Beziehung die nicht sein darf, die keine Zukunft haben kann, die gefährlich ist.


Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.
(Ludwig Feuerbach)

„Mariposa - Bis der Sommer kommt“ ist definitiv auf meine „Freundesliste“ gewandert.

Wer meine Rezension von „Zeit der wilden Orchideen“ kennt, der weiß, dass ich mich in diesem Buch anfangs mit dem Schreibstil von Nicole C. Vosseler sehr schwer getan habe. Er war mir zu blumig und zu voluminös, was sich aber im Laufe des Buches deutlich gelegt hat. Am Ende angekommen hatte ich dann doch einige schöne Lesestunden hinter mir, was mich dazu bewogen hat ein weiteres Buch der Autorin zu lesen. Manchmal sollte man genau das tun – jemandem noch eine Chance geben.

In „Mariposa“ wurde ich schon auf den ersten Seiten positiv überrascht, denn genau hier gehört dieser Schreibstil hin. Er passt perfekt um all das zu beschreiben, was der Leser sich in seiner Phantasie vorstellen kann.

Jake wurde zu 6 Monaten Community Service verurteilt und als er in Mariposa eintrifft, versteckt er sich hinter einer Fassade. Er lehnt sich gegen alles und jedes auf, lässt niemanden an sich heran, gibt den großen Macker und nichts und niemand interessiert ihn. Er möchte seine 6 Monate absitzen und dem gottverlassenen Nest den Rücken kehren. All das ändert sich als er Nessa trifft.

Nessa und ihre Familie leben zurückgezogen in einer Gemeinde die mit den Einheimischen von Mariposa nichts zu tun haben möchte. Auffallend ist, dass alle Menschen dieser Gemeinde rote Haare haben. Wie kann das sein?

Nessa scheint nichts von dem zu kennen was für Jake selbstverständlich ist. Kaffee? Schokolade? Burger mit Pommes? Fehlanzeige. Durch Jake lernt sie jeden Sonntag etwas neues kennen. Aber wieso kennt sie das nicht, sie ist ein junges Mädchen.

Dem Leser drängt sich der Gedanke auf bei Nessas Volk könne sich um eine Sekte handeln wie z. B. die Amish People.

Alle Charaktere in diesem Buch sind überaus liebevoll ausgearbeitet.
Neben Nessa und Jake spielen einige andere Personen eine wichtige Rolle wie z. B. Nessas Mutter, Jakes Bewährungshelfer Josh, Travis, Hayden und alle sind realistisch dargestellt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Nessa und Jake erzählt. Durch diese Perspektivwechsel ist der Leser minimal besser informiert aber als Nessa ihr Geheimnis lüftet, hat mich das genau so umgehauen wie Jake. Ich muss gestehen, das war so schön, dass ich ein paar Tränchen vergossen habe.

Wer es gerne absolut realistisch haben möchte, der ist mit diesem Buch nicht gut beraten. Aber wer sich darauf einlassen kann, dass man im Leben nicht immer alles (be)greifen kann, der ist hier definitiv richtig.

„Mariposa - Bis der Sommer kommt“ – eines meiner Lese-Highlights für 2015. 

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Tags: jugendarrest, mariposa, schmetterlinge, usa   (4)
 

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wesermarsch, kkw, atomarer vorfall, kernkraftwerk, super-gau

Fukushimnobyl

Andreas Gröhl
Flexibler Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Monogramm Verlagsgesellschaft, 08.10.2014
ISBN 9783945458051
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf der Suche nach einer neuen Arbeit stellt Verena Meier sich im Kernkraftwerk Wesermarsch vor. Aufgrund ihrer fundierten Kenntnisse bekommt sie den Job sofort. Oder liegt ihre Einstellung vielleicht gar nicht an ihren Kenntnissen sondern daran, dass ihr Vorgänger Golo Hansen spurlos verschwunden ist und sich sonst gerade niemand um diesen Job reißt?

Zufällig findet Verena auf der Festplatte ihres PCs eine verschlüsselte Datei mit einem Tagebuchhinweis ihres Vorgängers. Golo Hansen hat es im Simulator tatsächlich geschafft die Funktionen des KKW so zu manipulieren, dass die Kernschmelze unausweichlich ist. Mit diesen Informationen wollte ihr Kollege an die Öffentlichkeit gehen. Der Spürsinn von Verena Meier erwacht und sie möchte wissen was mit Golo Hansen passiert ist und ob es tatsächlich möglich ist einen atomaren SuperGAU herbeizuführen.

Als die Kernschmelze im KKW Wesermarsch dann tatsächlich kurz bevor steht, handelt es sich leider nicht um ein ablaufendes Programm im Simulationsraum.

Verena ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Ihr Mann Hermann Hendrik übernimmt die Rolle des Hausmannes während Verena die Brötchen verdient.

Just zu dem Zeitpunkt als Verena die Stelle im Kernkraftwerk Wesermarsch bekommen hat, taucht ihr Exfreund Udo Lenker wieder auf. Er hat einige Zeit in der JVA verbracht und nach seiner Entlassung macht er sich auf die Suche nach Verena und findet sie auch.

Udo Lenker ist ein nervtötender selbstverliebter Gockel der – zumindest am Anfang des Buches – permanent an Sex denkt und diesen natürlich mit „seinem Verenchen“ haben möchte. Dass sie verheiratet ist und 2 Kinder hat stört Lenker nicht weiter zumal Hermann Hendrik in Udos Augen eh nix taugt.

Auch wenn Verena ihrerseits nichts mehr mit Udo zu tun haben möchte, ist sie nicht in der Lage ihm dieses unmissverständlich klar zu machen und ihn vor die Türe (in diesem Fall die Autotüre) zu setzen. Udo ist ein sehr anhänglicher und aufdringlicher Ex. So ein echter „Der geht gar nicht“-Typ. Bei Verenas Mutter und Tante hat er aber scheinbar einen Stein im Brett, den die beiden Damen erliegen permanent seinem (nicht vorhandenen) Charme.

Verenas Ehemann Hermann Hendrik ist ein gerne und häufig philosphierender Philosoph. Irgendwie hat er in allem was er tut die Ruhe weg. Ihn kann nichts aus der Fassung bringen und für jede Lebenslage hat er ein passendes Zitat oder einen passenden Spruch auf Lager. Es beunruhigt ihn auch keinesfalls, dass der Ex seiner Frau wieder aufgetaucht ist und sich in Verenas Familie breit macht.

Die beiden Männer in Verenas Leben könnten gegensätzlicher nicht sein, wobei keinem der beiden meine Sympathie zugeflogen ist.

Verena selbst erscheint dem Leser beim Vorstellungsgespräch im KKW sehr souverän. Auch wenn sie noch sehr jung ist verfügt sie über die benötigten Qualifikationen, kann sich im Gespräch entsprechend verkaufen und tritt sehr selbstbewusst auf. Ihr Verhalten gegenüber ihrem Ex Udo Lenker steht im krassen Gegensatz dazu. Bei ihm ist sie nicht in der Lage ihn in seine Schranken zu weisen und lässt sich von ihm einlullen . Bei der Suche nach der Wahrheit um das Verschwinden Golo Hansens ist Udo Lenker jedoch ein nicht zu unterschätzender Faktor der Verena am Ende sogar das Leben rettet.

Die Gefahr lauert an Verenas Arbeitsplatz – aber aus einer anderen Richtung als der Leser glaubt.

Der Titel „Fukushimnobyl“ und das Cover des Buches signalisieren dem Betrachter, dass die Geschichte zwischen den Buchdeckeln etwas mit den Naturkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl zu tun haben muss

· Nuklearkatastrophe Tschernobyl 04/1986
· Nuklearkatastrophe Fukushima 03/2011

Beim lesen der Erläuterungen bezüglich der Technik im KKW Wesermarsch fragte ich mich mehrmals wie sicher unsere Kernkraftwerke in Deutschland sind und ob sich ein Szenario wie in „Fukushimnobyl“ tatsächlich ereignen könnte. Als Laie in Sachen Atomkraft (und ich denke das ist ein großer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung) müssen wir uns auf die Versicherungen und Beteuerungen der EU-Kommission und der Europäischen Gruppe für nukleare Sicherheit und Abfallentsorgung (ENSREG) verlassen die besagen, dass alle 17 in Deutschland befindlichen Atomkraftwerke sicher seien. Sind sie das wirklich? Wir wissen es nicht, wir müssen es glauben.

Der Gedanke hinter der Story und die eingestreuten Erläuterungen bezüglich der Funktionsweise von Kernkraftwerken fand ich sehr interessant und das regte mich, wie schon erwähnt, zum Nachdenken an. Leider konnte mich aber die Umsetzung der Idee zum fertigen Buch nicht überzeugen.

Die Protagonisten, neben Verena, Hermann Hendrik und Udo sind das noch ein paar mehr oder weniger wichtige Menschen, handeln sehr oft für mich nicht nachvollziehbar und äußerst unlogisch. Manche Szenen sind über Gebühr in die Länge gezogen, könnten durchaus etwas Straffung vertragen. Was man am Anfang des Buches nur vereinzelt als „zu viel“ wahrnimmt tritt zum Ende des Buches hin geballt auf.

Die gute Idee hinter der Story, die Geschichte um einige Seiten bzw. unnötige Dialoge gekürzt und es wäre ein wirklich tolles Buch entstanden. 

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Tags: atomarer vorfall, kkw   (2)
 

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

fantasy, elfen, drachen, weltenmagie, liebe

Weltenmagie - Das vergessene Reich

Aileen P. Roberts
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.03.2015
ISBN 9783442480456
Genre: Fantasy

Rezension:

Am Ende des 1. Bandes der Weltenmagie-Trilogie „Der letzte Drache“ finden die Freunde ein verschlossenes Portal welches in eine Elfenwelt führt. Robaryon, dem aufgrund seiner Verbannung der Übergang nach Albany verwehrt ist, bleibt am Portal zurück während seine Freunde zu ihren Familien nach Albany reisen. Plötzlich hört Rob Hilferufe aus eben diesem Portal.

Der 2. Band beginnt damit, dass Rob mit Hilfe eines magischen Amulettes (oder der Liebe von/zu Leána?) es doch schafft das Portal nach Albany zu durchdringen und nachdem er seine Freunde über die Hilferufe aus dem Portal informiert hat, beschließen sie in diese unbekannte Welt zu reisen – nicht zuletzt um dort eventuell Hilfe für die Elfen von Albany zu finden.

Leána, Rob und Kayne treffen ihre Vorbereitungen und machen sich gemeinsam mit Nordhalan und einigen freiwilligen Elfen auf den Weg zum Portal. Toran, der noch immer nicht mit dem Tod seiner Freundin Siah abgeschlossen hat, möchte in Albany bleiben um den Mörder zu suchen.

Nach einigen Fehlversuchen öffnet sich endlich das Portal in die Elfenwelt. Auf der anderen Seite liegt Sharevyon – öde, trostlos und trist. Von der Elfenherrin Eriyane erfährt Leána, dass mit dem Aussterben der Drachen die Magie in Sharevyon verloschen ist und sie nun darauf hoffen, dass Leána, Rob und Kayne diese Drachenmagie und somit das Leben wieder in ihr Reich bringen.

Nicht viele Elfen haben den Untergang Sharevyons überlebt. Nur eine Hand voll Elfen scheint ausreichend Energie zu besitzen und ist wohlgenährt. Alle anderen sind ausgemergelt, lethargisch, fast schon ohne Leben und willenlos. Sie ernähren sich von Algen aus dem Meer, weil es weder Fleisch noch andere Lebensmittel gibt. Neben den wenigen Elfen in Sharevyon gibt es noch das Volk der Buggane. Sie dienen den Elfen – aber womit werden sie entlohnt?

In Sharevyon scheint einiges nicht zu stimmen und Leána, Roby, Kayne sowie Nordhalan versuchen hinter das Geheimnis dieses Landes zu kommen. Sie bringen sich damit in große Gefahr.

Währenddessen macht Toran Jagd auf den Mörder seiner Freundin Siah. Tatsächlich findet er „den Bärtigen“ und dieser wird erschossen, trotzdem werden weiterhin Nebelhexen ermordet. Haben sie tatsächlich den Mörder Siahs getötet oder nur einen Trittbrettfahrer?

Gegen Königin Kaya werden Intrigen gesponnen, die Zwergenvölker bereiten sich auf einen Krieg vor und so ist auch in Albany immer etwas los.

Der Name Aileen P.Roberts auf einem Buch ist für mich ein Garant für gute Unterhaltung. Auch wenn ich „Der letzte Drache“ schon im letzten Jahr gelesen habe, brauchte ich nur wenige Seiten um mich wieder in der Geschichte um Leána, Rob, Kayne und Toran zurecht zu finden. Die Charaktere sind auch in diesem Band wieder sehr gut beschrieben. Man kann die Emotionen zwischen den einzelnen Personen fast greifen. Die Trostlosigkeit in Sharevyon erinnert mich an „Desolace“ in World of Warcraft.

Besonders gut gefällt mir in diesem Band die Annäherung zwischen Kayne und Rob. Die beiden konnten sich ja bisher überhaupt nicht leiden, aber in Sharevyon sind sie aufeinander angewiesen. Und ich vermute dass sie im 3. Teil dicke Freunde werden.

Der 2. Band einer Trilogie hat wahrscheinlich immer die undankbare Aufgabe mit einem fiesen Cliffhänger zu enden, denn auf die Beantwortung der noch offenen Fragen muss der Leser bis zum 3. Band warten.

„Das Lied der Elfen“ erscheint am 14.09.2015 – bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit anderen Büchern. Aber ich freue mich schon sehr auf den Abschluss der Weltenmagie-Trilogie. 

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Tags: weltenmagie   (1)
 

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

provence, krimi, leon ritter, gerichtsmedizin, südfrankreich

Tödlicher Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.04.2015
ISBN 9783548286990
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem Tod seiner Ehefrau möchte Dr. Leon Ritter die Vergangenheit hinter sich lassen. Deswegen hat er in der Provence, in einem kleinen Ort namens Lavandou, einen Job als Gerichtsmediziner angenommen. Durch einen Patzer in der Terminplanung der Klinik ist sein Zimmer erst für die nächste Woche gebucht und er mietet sich in einem Privatzimmer ein. Seine Pensionswirtin Isabelle Morelle ist gleichzeitig die stellvertretende Dienststellenleiterin der Polizei in Lavandou.

Kaum hat Leon die Koffer ausgepackt und sich in seinem Zimmer eingerichtet wird er beruflich gefordert. Ein Wanderer entdeckt die Leiche eines Mädchens.

Während für Leon alles dafür spricht, dass die kleine Carla ermordet wurde, ist Polizeiinspektor Zerna fest davon überzeugt, dass es sich nur um einen Unfall handele und möchte den Fall so schnell es geht zu den Akten legen. Hat sein vehementes Festhalten an dieser Unfalltheorie damit zu tun, dass die 100-Jahr-Feier vor der Türe steht, die Honoratioren eingeladen sind und die Hotels/Pensionen sowie die Touristenattraktionen alle ausgebucht sind?

Polizeichef Zerna macht Dr. Ritter mehrmals klar, dass er „nur“ der Gerichtsmediziner ist und die Polizeiarbeit doch bitte den Profis überlassen solle. Trotzdem beginnt Leon seine eigene Theorie zu verfolgen. Dann verschwindet erneut ein kleines Mädchen.

Meine Meinung:

Ich hoffe, dass „Tödlicher Lavendel“ nicht nur ein Einzelband ist – ich hoffe, dass dieses Buch der Beginn einer Reihe um Dr. Ritter ist.

Dr. Leon Ritter ist ein überaus sympathischer Mann. Sein Beruf ist für ihn Berufung. Er sagt die Toten haben so viel zu erzählen – und er hört ihnen zu. Er lässt sich nicht verbiegen, auch nicht von Polizeichef Zerna, und er verfolgt eine Spur wenn er sie als solche erkannt hat.

Dr. Ritter ist auf angenehme Art und Weise zurückhaltend aber keinesfalls kontaktscheu. Selbst Jean-Claude Suchon, der sich seiner eigenen Aussage nach geschworen hatte niemals etwas mit einem Deutschen zu tun haben zu wollen, kann er mit seiner wirklich netten Art für sich gewinnen. Sein Auftreten öffnet ihm Türen, die normalerweise verschlossen bleiben würden.

Isabelle Morelle, alleinerziehende Mutter, Pensionswirtin und stellvertretende Polizei-Dienststellenleiterin, ist ebenfalls ein sehr sympathischer Charakter. Sie macht ihren Job als Polizistin gewissenhaft und mit Leib und Seele – der Beruf dient nicht nur dem Broterwerb.

Sie ist Mutter einer 15jährigen Tochter und so kann sie sich in die Eltern der ermordeten Mädchen hineinversetzen. Wie uns der Klappentext verrät, befindet sich auch ihre Tochter Lilou irgendwann in der Hand des Mörders. Der Alptraum schlechthin.

Leider lässt Dr. Ritter sich vom Täter in die Irre führen bevor er auf der richtigen Fährte landet – und die Auflösung des Falles ist sowohl für ihn als auch für den Leser eine absolute Überraschung.

Der Schreibstil von Remy Eyssen ist angenehm und ohne viele Schnörkel. Die Charaktere, auch die Nebencharaktere, sind außerordentlich gut beschrieben und die wunderbare Beschreibung der Landschaft lässt einen denken man wäre direkt vor Ort.

Nach einem neuen Krimi von Remy Eyssen werde ich auf jeden Fall die Augen aufhalten.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

suche, geheimnis, altes haus, landschaft, vergangenheit

Das Haus hinter dem Maulbeerbaum

Helen Abele
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.03.2015
ISBN 9783442382002
Genre: Romane

Rezension:

Zwischen Agnes Behrend und ihrem Ehemann Hans kriselt es gerade ein wenig. Grund genug für Agnes einen Auftrag anzunehmen in den Hügeln des Vèneto die Pläne für den Umbau eines altes Hauses zu erstellen. Auch wenn sie ausgebildete Architektin ist, führte sie in den letzten Jahren überwiegend die Arbeiten einer Sekretärin im Büro ihres Mannes aus. Nun bietet sich ihr eine Chance zu zeigen dass sie ihren Beruf noch immer beherrscht.

Die Ca’More gehörte einst dem exzentrischen Maler Volo. Während der Vermessung der einzelnen Räume findet Agnes alte Druckplatten, die nur von Volo stammen können. Bei Betrachtung der Bilder fällt Agnes etwas auf, aber sie kann es nicht benennen, nicht greifen. So beginnt sie auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen um die Geschichte herauszufinden, die sowohl die Bilder als auch die Mauern der Ca’More erzählen.

Im Mittelpunkt des Buches steht das alte Anwesen Ca’More.

In 2 parallel erzählten Handlungssträngen begleitet der Leser Agnes sowie Elisa und Arturo, deren Schicksal eng mit der Ca’More verknüpft war.

Agnes Ehemann Hans ist ein Despot. Auch wenn Agnes viele Kilometer von ihm entfernt ist, lässt er sie noch immer spüren, dass er denkt sie könne nix. Kein Wunder, dass Agnes sich Hals über Kopf in den Gärtner Matteo verliebt, der das Anwesen der Ca’More pflegt. Ebenso wie die alten Mauern der Ca’More hütet jedoch auch Matteo ein Geheimnis.

Der 3. Mann ist Michele, Agnes Auftraggeber, der sich ebenfalls für Agnes interessiert. Zwischen ihm und Matteo gibt es Differenzen die jedoch nicht mit Agnes zu tun haben.

Parallel zu den Dingen die in der Gegenwart passieren, umfasst der 2. Handlungsstrang die Jahre 1925 bis 1937. Die junge Elisa arbeitet im Hause der angesehenen italienischen Familie Visentin und zwischen ihr und dem ältesten Sohn Arturo erwacht die zarte Pflanze der Liebe. Zu dieser Zeit und in dieser Konstellation konnte ihre Liebe jedoch keine Zukunft haben. Elisa wird kurzerhand zwangsverheiratet aber weder Elisa noch Arturo können den anderen einfach vergessen. Als ein schreckliches Unglück passiert wird ihre Liebe einer harten Prüfung unterzogen.

Mir persönlich hat der Handlungsstrang von Elisa und Arturo sehr viel besser gefallen als die Geschichte der Gegenwart. Schon als Elisa von ihrer Großmutter bei den Visentins abgegeben wurde um dort zukünftig zu arbeiten und ihr nicht mehr zur Last zu fallen, flog Elisa mein Herz zu. Was sie ertragen musste über all die Jahre ist unglaublich. Immer wieder bin ich dankbar, hier und heute leben zu dürfen und frei über mich selbst entscheiden zu können.

Agnes Handlungen in der Gegenwart erscheinen mir oftmals unrealistisch, überzogen. Aber nur weil Agnes sich in den Kopf gesetzt hat das Geheimnis der Ca’More zu lüften, erfährt der Leser was es mit Volo, dem Maler, auf sich hatte und wie Elisa, Arturo, Matteo und Michele in die Geschichte des uralten Anwesens verstrickt sind.

Beide Handlungsstränge laufen logisch ineinander und zum Ende des Buches bleiben keine Fragen mehr offen. 

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214 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

wahrheit, freundschaft, jugendbuch, familie, kunst

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Susan Juby , Eva Müller-Hierteis
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.04.2015
ISBN 9783570159989
Genre: Jugendbuch

Rezension:

....wird auch meine Rezension enthalten.

Vorweg möchte ich den Hinweis stellen, dass es sich bei diesem Buch um ein Jugendbuch handelt, dessen Leseempfehlung „ab 12 Jahren“ lautet. Wenn ich in dem empfohlenen Alter wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht das Durchhaltevermögen besessen, dieses Buch tatsächlich bis zum Ende zu lesen. L

Grundsätzlich geht es darum die absolute Wahrheit zu finden. Das tun die Freunde Normandy, Dusk und Neil, indem sie wöchentlich einem anderen Mitglied ihrer Schule eine Frage stellen die man normalerweise, aus Höflichkeit und Respekt, niemals wirklich stellen würde. Sie nennen sich „Wahrheitskommission“.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Normandy Pale erzählt. Normandy ist weiblich, 16 Jahre alt und Schülerin einer kanadischen Kunst-Akademie. Die Erzählung erfolgt in Form eines Essay und Normandy richtet diese an ihre Lehrerin Ms. Fowler.

Essays können/dürfen/sollen mit Fußnoten versehen werden und davon macht Normandy ganze 144 Mal Gebrauch, was extrem nervend ist und den Lesefluss auf den Seiten mit Fußnoten jäh unterbricht. So enthält Seite 50 z. B. ganze 4 Zeilen Handlungs-Text und 22 Zeilen Fußnote. Ich glaube nach dieser Seite habe ich angefangen die Fußnoten zu ignorieren, zumal nicht wirklich wichtige Dinge – für die Geschichte als solche – in den Fußnoten zu finden sind. Normandy unterhält sich in den Fußnoten eher mit ihrer Lehrerin als notwendige Erklärungen zur Handlung im Text zu geben.

Generell neigt Normandy das ganze Buch über dazu zu schwafeln. Sie erzählt von Dingen, die eigentlich nicht interessieren und mich als Leser schon auf den ersten Seiten richtig genervt haben. Dieses Geschwafel in Verbindung mit den Fußnoten verlangt dem Leser wirklich einiges ab.

Nachdem die Wahrheitskommission eine Hand voll Leute nach der Wahrheit befragt hat, wendet sich das Blatt und es ist an Normandy, in ihrem eigenen Leben nach der Wahrheit zu suchen; und zwar in ihrer Familie.

Die ganze Familie wird von Schwester Keira manipuliert und alle tun so als ob es das normalste der Welt wäre. Ganz ehrlich, beim Lesen hätte ich ganz gerne mal auf den Tisch geschlagen. Normandys Eltern betreiben für eine Art Vogel-Strauß-Politik oder besser gesagt halten sie sich an die Aussage des buddhistischen Gottes Vadjra: Nix sehen, nix hören, nix sagen. Solche Eltern zu haben ist eine Strafe.

Schweister Keira ist eine nicht minder geringe Strafe - sie verarbeitet ihre Familienangehörigen in Form ihrer Graphic Novel und merkt nicht, wie beleidigend und abwertend sich das für ihre Eltern und ihre Schwester anfühlen muss. Und für ihre neuen Geschichten geht sie, sprichwörtlich, über Leichen.

Dusk, die 2. weibliche Person der Wahrheitskommission, erscheint sehr dominant. Eigentlich zieht sie die Fäden der Wahrheitskommission und wenn Normandy nicht spurt, kann sie auch schon mal ziemlich eindringlich werden. Normandy schreibt irgendwo, dass sie manchmal Angst vor Dusk hat. Dusk ist aber auch, wenn sie gebraucht wird, eine wirklich gute Freundin.

Neil, der einzig männliche Part, ist mir der sympathischste von allen. Abgesehen von seinem schrägen Kleidungsstil scheint er tatsächlich der normalste Teil der Wahrheitskommission zu sein.

Man hätte aus dem Thema so vieles machen können, die Umsetzung hat mich leider überhaupt nicht überzeugt. 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

esoterik, reinkarnation, pendel, pendeln, spiritualität

Diabolische List

Petra K. Gungl
Flexibler Einband: 473 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 02.07.2014
ISBN 9783839215678
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Agnes Feder arbeitet als juristische Beraterin im Wiener Institut für künstliche Befruchtung. Als Agnes eines morgens in ihr Büro kommt erfährt sie, dass der Leiter der Abteilung „Künstliche Befruchtung“, Dr. Ulrich Wach, tot aufgefunden wurde. Dr. Wach war herzkrank und offensichtlich geht niemand davon aus, dass er ermordet worden sein könnte. Kurz darauf wird jedoch erneut eine Leiche im Institut „BabyStar“ gefunden, und das kann kein Zufall mehr sein. Die Polizei wird eingeschaltet.

Bei dem Polizeibeamten der die Ermittlungen leitet, handelt es sich um Agnes gerade abservierten Ex-Freund Norman. Der kann nicht so ganz zwischen Privatleben und Beruf trennen und so muss sich Agnes auch noch mit ihm und seinen Annäherungen auseinandersetzen, weil er die Trennung nicht so ganz akzeptieren kann.

Agnes und ihre Freundin und Arbeitskollegin Megan beginnen auf eigene Faust zu recherchieren und bringen sich damit in Lebensgefahr.

Gleichzeitig mit den Todesfällen in der Firma beginnt Agnes zu träumen. Ungewöhnlicherweise träumt sie ganze Geschichten aus dem Leben der Hohepriesterin Sishla Vem und da Agnes sich morgens an jeden Traum überaus genau erinnern kann, schreibt sie die Träume auf und bringt sie in eine chronologische Reihenfolge.

Der Zusammenhang zwischen Sishla Vem aus ihren Träumen und ihr selbst, wird Agnes nach und nach klar.

Meine Meinung:

„Diabolische List“ ist der 1. Teil einer Trilogie die sich mit dem Thema Reinkarnation beschäftigt.

Ich muss gestehen, dass ich anhand des Klappentextes und des Titels mehr Thriller und weniger Mystik erwartet hatte, insofern wurde meine Erwartung an dieses Buch leider nicht erfüllt.

Die Geschichte wird aus der Sicht einer Dritten Person geschildert und wechselt immer zwischen Agnes Feder und Sishla Vem hin und her. Im Agnes-Strang erfährt der Leser von den Morden, den Intrigen und Ermittlungen im Institut „BabyStar“ und im Sishla Vem-Strang erfährt der Leser von einer Hohepriesterin aus der Vergangenheit, die zu einer Heirat gedrängt wurde, die sie selbst nie gewollt hat und auch damals gab es Intrigen und Tote.

Am Anfang überwiegen die Agnes-Handlungsstränge, zum Ende des Buches dominieren meiner Meinung nach die Sishla Vem-Stränge (das kann aber subjektives Empfinden sein). Die Handlungsstränge laufen nicht komplett zusammen, trotzdem wird für den Leser ersichtlich wo der Zusammenhang zwischen damals und heute ist.

Auf den letzten Seiten des Buches gibt es eine Reinkarnationstabelle die man als Leser möglichst zu Anfang finden sollte, denn sie gibt einen Überblick über die Namen und Verbindungen der Charaktere früher und heute.

Da noch 2 weitere Bücher folgen, bleiben logischerweise am Ende einige Fragen offen. Wer hinter den Morden steckt und warum wird jedoch vollkommen aufgeklärt.
Der Schreibstil von Petra K. Gungl ist sehr angenehm und gut zu lesen, die Geschichte sowie die Charaktere sind gut ausgearbeitet und für jemanden der sich für die Thematik „Reinkarnation“ interessiert auch vermutlich sehr spannend zu lesen. Für mich war es leider nicht die richtige Lektüre, was aber nicht am Buch liegt sondern an meinen Erwartungen die ich daran hatte.

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Tags: intrige, invitro-fertilisation, reinkarnation, tod   (4)
 
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