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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

In Licht und Liebe leben

Diana Cooper , Manfred Miethe
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.10.2006
ISBN 9783453700543
Genre: Sachbücher

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Pause für Wanzka oder Die Reise nach Descansar

Alfred Wellm
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423127936
Genre: Historische Romane

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Das Institut der letzten Wünsche

Antonia Michaelis
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426515747
Genre: Romane

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1.203 Bibliotheken, 24 Leser, 2 Gruppen, 111 Rezensionen

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Before us

Anna Todd , Sabine Schilasky , Anja Mehrmann
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453419698
Genre: Erotische Literatur

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Ziel bist du: Mit Bestimmung zu einem glücklichen Leben

Berend Heins
Flexibler Einband: 134 Seiten
Erschienen bei Independently published, 06.04.2018
ISBN 9781980688037
Genre: Sonstiges

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Die letzte Welt

Christoph Ransmayr , Anita Albus
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 12.08.2008
ISBN 9783100629395
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht's:

In diesem Roman ist die Verbannung des römischen Dichters Ovid durch Kaiser Augustus im Jahre 8 n. Chr. der historisch fixierte Ausgangspunkt einer phantasievollen Fiktion. Der Römer Cotta, sein – durch Ovids »Briefe aus der Verbannung« – ebenfalls historisch belegter Freund, macht sich in Tomi am Schwarzen Meer auf die Suche nach dem Verbannten, denn in Rom geht das Gerücht von seinem Tod, als auch nach einer Abschrift der »Metamorphosen«, dem legendären Hauptwerk Ovids. Cotta trifft in der "eisernen Stadt" Tomi jedoch nur auf Spuren seines Freundes, Ovid selbst begegnet er nicht. Er findet dessen verfallenes Haus im Gebirge, den greisen Diener Pythagoras und, je komplizierter und aussichtsloser sich die Suche gestaltet, immer rätselhaftere Zeichen der »Metamorphosen« - in Bildern, Figuren, wunderbaren Begebenheiten. Bis sich zuletzt Cotta selbst in der geheimnisvoll unwirklichen Welt der Verwandlungen zu verlieren scheint: die Auflösung dieser "letzten Welt" ist wieder zu Literatur geworden.

Meine Meinung:

Wenn etwas auf dieses Buch zutrifft, dann, dass es auf alle Fälle sehr historisch ist. Nicht nur der Römer Cotta (unser Protagonist), den es tatsächlich gegeben haben soll, auch der römische Dichter Ovid und Kaiser Augustus wirken in diesem Roman, der sich etwa 8 nach Christus abspielt, mit.

Die letzte Welt war eine Leihgabe von meinem Onkel, der sehr begeistert vom Inhalt war. In meinem Kopf hat der Roman ebenfalls beeindruckende Bilder heraufbeschworen, denn der Erzählstil des Autors ist relativ bildmächtig, wenn auch manchmal etwas mühsam, da viele sehr lange, auch verschachtelte, Sätze darin ihren Platz haben. Außerdem wirkt der Schreibstil sehr historisch, wie aus der Zeit gefallen – also der Zeit, in der die Handlung stattfindet, absolut angepasst. Nichtsdestotrotz hat sie auch was ganz eigenes. Möglicherweise ist das der generelle Stil des Autors, das weiß ich aber nicht, da dies mein erstes Buch von Ransmayr war.

Die Handlung an sich hat mir nicht immer gut gefallen. Teilweise ist sie SEHR fantasievoll. Mit der Realität hatte das dann nicht mehr viel zu tun. Außerdem sind die Charaktere in dieser Geschichte alle – ohne Ausnahme! – ziemlich eigenartige, teils unheimliche Gestalten, deren Beweggründe und Verhalten ich selten verstehen oder auch nur nachvollziehen konnte. Meist wurde ich überrascht, wenn dieses oder jenes getan oder gesagt wurde. Die Phrase »Total aus der Zeit gefallen« passt hier wie die Faust aufs Auge.

Die letzte Welt ist ein Roman, bei dem ich zwiegespalten bin. Soll ich ihn weiterempfehlen, soll ich es lieber sein lassen?
Ich glaube, dass der Schreibstil des Autors schon mal absolute Geschmackssache ist. Die manchmal doch recht fantasyreiche Handlung ist vielleicht ebenso nicht jedermanns Sache, das muss erwähnt werden. Ansonsten schafft es Ransmayr wunderbar, zumindest bei mir, mit seiner Geschichte herrliche Bilder entstehen zu lassen. Bilder, die man sich vermutlich nicht so häufig vorstellt, da das Setting ein eher seltenes und weniger attraktives ist: Tomi, die eiserne Stadt. Mit den Charakteren bin ich leider nicht ganz warm geworden, mit dem Protagonisten Cotta noch am meisten, aber selbst der blieb mir bis zuletzt eher fern. Drei Sterne für diesen teilweise recht beeindruckenden Roman finde ich an dieser Stelle auf jeden Fall angebracht.

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78 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Mister Aufziehvogel

Haruki Murakami , Ditte Bandini , Giovanni Bandini
Fester Einband: 684 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 14.06.2018
ISBN 9783832144791
Genre: Fantasy

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108 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Wolfsfrau

Clarissa P. Estes
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.12.1998
ISBN 9783453129344
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Buchrückseite:

»Keiner Frau ist es vom Schicksal bestimmt worden, ihr Dasein als kümmerliches, unauffälliges Nagetier zu führen, als dressiertes Mäuschen, das es nicht fertigbringt, einen mächtigen, wolfsartigen Satz nach vorn zu machen, sich auf die Jagd zu begeben und das Unbekannte zu erforschen!«

Clarissa Pinkola Estés hat den Weg bereitet für ein neues Frauenbewusstsein: In Märchen und Mythen zeigt sie uns jene schlummernde weibliche Kraftquelle, die jede Frau in sich trägt. Haben wir die Wolfsfrau wieder in uns entdeckt, so finden wir zurück zu Leidenschaft, Kreativität, Instinkt und Selbstbewusstsein.

Meine Meinung:


Eigentlich wollte ich mir für meine Rezension zwischendurch Notizen zu diesem Buch machen, bin aber letztlich gar nicht dazu gekommen, weil mich der Inhalt durchgehend an sich gefesselt hat. Es fiel mir sogar schwer, auch mal innezuhalten, um über das Gelesene nachzudenken, da ich wahnsinnig neugierig war, was es als nächstes zu lesen gibt. Aber genau das sollte man laut Autorin unbedingt tun: sich beim Lesen Zeit lassen. Also: nur ein Stück lesen, das Buch liegen lassen, darüber nachdenken und erst dann weiterlesen.

In Die Wolfsfrau, von der ich erst gedacht habe, dass es ein Roman ist, tatsächlich aber als ein psychologischer und spiritueller Ratgeber (für Frauen) durchgeht, geht es, erst mal grob gesagt, um die Wildnatur der Frauen, um ihre Urinstinkte und die weibliche Intuition. Wie schon aus der Buchbeschreibung zu entnehmen ist, weist die Autorin in ihrem Werk darauf hin, dass moderne Frauen von heute durch unsere Zivilisation und die Gesellschaft in starre Rollen gedrängt werden, sie also meistens etwas vorgeben zu sein, was sie ursprünglich nicht sind: angepasst, gehorsam, fügsam, untergeordnet und still. Das, was die Frau eigentlich ist, ihre Wildnatur, wird erfolgreich unterdrückt. Damit verdrängt sie allerdings gleichzeitig auch ihre Kreativität, ihr Selbstbewusstsein und ihre sprühende Lebensfreude. - Das ist der Preis, den sie bezahlen muss. Clarissa Pinkola Estés findet, dass es höchste Zeit ist, den Frauen zu sagen und zu zeigen, wie sie zu ihrer instinktiven Natur zurückfinden – zur Wolfsfrau – um der wilden, ungezähmten Urfrau in ihr wieder Raum zu geben.
Ihr seht, Die Wolfsfrau ist vorrangig ein Buch für Frauen, nichtsdestotrotz finde ich, dass auch Männer vom Inhalt profitieren können – um das weibliche Geschlecht besser zu verstehen.

~ Eine von ihren Urinstinkten abgeschnittene Frau hungert aus und flüchtet sich dann in ein Suchtverhalten, von dem sie unter Umständen vollkommen beherrscht wird. ~
(S. 266)

Was können nun die typischen Symptome einer Frau sein, die eine gestörte Beziehung zu der Frau hat, die sie im tiefen Inneren eigentlich ist? - Sie fühlt sich ausgelaugt und verletzlich. Ist deprimiert, verwirrt, lustlos, machtlos, ängstlich und verunsichert. Ist unfähig, selbst etwas auf die Beine zu stellen oder sich zu zeigen, wie sie ist. Sie fühlt sich uninspiriert, hässlich, schuldbewusst und steif. Sie hat eine ständige Wut im Bauch. Sie könnte durchdrehen. Ist unkreativ und bedrückt. Sie zweifelt, jammert, zieht nichts durch, überlässt anderen die kreativen Aufgaben, ist defensiv, und kann sich auf keine tieferen Beziehungen einlassen. Sie fühlt sich kraft- oder elanlos, sie ist viel zu lieb und nett. Sie bringt es nicht fertig, etwas Neues zu versuchen oder fürchtet sich davor, etwas allein zu unternehmen/auf Reisen zu gehen. Sie hat Angst davor, die eigenen unvollkommenen Werke vorzuzeigen, bevor sie als Meisterstücke gelten können.

Genau genommen, hat die Autorin noch viele weitere Symptome aufgelistet. Als ich mir das alles so durchgelesen habe, musste ich feststellen, dass ehrlicherweise auch auf mich einige der genannten Symptome zutreffen und dann wusste ich: das ist genau das richtige Buch für mich.

Clarissa Pinkola Estés hat eine starke Affinität, Geschichten zu erzählen und wird deswegen als Cantadora – Märchenerzählerin – bezeichnet. Geschichten als Medizin – das ist es, wovon Estés überzeugt ist. Außerdem ist das Geschichtenerzählen eine der ältesten Traditionen ihrer Familie und aus diesem Grund hat die Autorin in ihrem Buch auch einige Märchen, Geschichten und Mythen eingebaut. Ein paar sind bekannt, so zum Beispiel »Das hässliche Entlein«, »Die roten Schuhe« oder »Blaubart«, andere sind Geschichten, die die Autorin von den verschiedensten Leuten während ihrer Recherchen erzählt bekommen und in diesem Buch wiedergegeben hat. Nun ist Estés ja auch ausgebildete Psychoanalytikerin und hat den Inhalt eines jeden Märchens/einer jeden Geschichte gleich danach genau auseinandergenommen, analysiert und interpretiert. Die Autorin lässt sich dafür viel Zeit, beschreibt ausführlichst die Hintergründe der Handlungen und ihre Bedeutungen für die weibliche Psyche. – Manchmal auch in Form von Traumdeutungen. In vielen Geschichten habe ich mich selbst wiederentdeckt, deshalb konnte ich persönlich einiges daraus mitnehmen.

~ Die Metaphern in dieser Geschichte sind Wegweiser, die verdeutlichen, wie eine Frau zu ihrem innewohnenden Instinktleben zurückfinden kann. ~
(S. 48)

Ich habe das Werk beendet und das erste, was ich gedacht habe, war: Das ist ein Buch, das JEDE Frau gelesen haben sollte, denn durch den Inhalt fühlt man sich in seiner Situation schlicht und einfach verstanden. Außerdem bietet es Frauen, zwar nicht ganz direkt, Anregungen und Lösungsvorschläge, aus der momentanen Lebenslage/dem IST-Zustand auszubrechen oder ihn zu verändern. Warum nicht ganz direkt? - Weil jeder Mensch/jede Frau ein Individuum ist und es keine Globallösung gibt. Aber das sollte klar sein. Mit seiner Intuition, seiner inneren Stimme und der eigenen ursprünglichen Natur kann jede Frau ihren individuellen Weg finden!

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Spitzentitel

Antonio Manzini , Antje Peters
Fester Einband
Erschienen bei Wagenbach, K, 23.08.2018
ISBN 9783803113290
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht's:

Es ist 23:30 Uhr an einem Oktoberabend, als der berühmte Schriftsteller Giorgio Volpe seinen neuen Roman abschließt. Am folgenden Morgen ruft er gutgelaunt im Verlag an, um die frohe Botschaft zu verkünden.
Dort aber ist nichts mehr wie zuvor: Der Verlag wurde von einem Großkonzern geschluckt, nun haben windige Investoren das Sagen. Statt der vertrauten Stimme seiner Lektorin hört Volpe einen Anrufbeantworter in sechs Sprachen, und wenig später stehen zwei dubiose Typen vor der Tür, die sein Buch publikumstauglich umschreiben wollen. Doch damit fängt das Unheil erst an ...

Meine Meinung:

Viel zu rund läuft es in Giorgio Volpes Leben. Gerade hat er seinen neuen 800-Seiten-Roman, der laut seiner vertrauten Lektorin ein Meisterwerk ist, fertiggestellt. Irgendwie scheint alles wie am Schnürchen zu laufen, sodass man fast schon meinen könnte, es ist langweilig. Dass bald mal was passieren muss, war klar, denn diese Idylle war für mich beinahe nicht mehr zu ertragen.

Natürlich wird man diesbezüglich von Manzini nicht enttäuscht. Man merkt schon bald: es tun sich Probleme auf. Gewaltige Probleme, mit denen Volpe da zu kämpfen hat. Es geschehen Dinge, die fast schon absurd komisch sind – nicht nur für den Protagonisten, auch für mich als Leserin waren die Geschehnisse echt aberwitzig. Man denkt, man ist im falschen Film, so ominös kommt die Handlung schon bald daher. Grund dafür ist der neue Großkonzern "Sigma", der Volpes alten Verlag "Gozzi" übernommen hat und nun zwei eigenartige Typen zu Volpe schickt, die es tatsächlich wagen wollen, sein Meisterwerk Korrektur zu lesen, sprich umzuschreiben – einfach, weil sie der Ansicht sind, dass Negatives in Büchern nichts mehr zu suchen hat und die Sprache an das Verständnis der Leser angepasst werden müsse. Schließlich haben sie das auch bei Krieg und Frieden so gemacht. Das heißt jetzt nämlich nur mehr Frieden, ohne Krieg. Denn Negatives wollen die Leute ja nicht mehr lesen, das ist zu verstörend. Mit diesem Argument und mit ihrem neuen Konzept, die Bücher in "heimischer Mundart" umzuschreiben, wollten sie sich ans Werk machen. Dass Volpe da komplett dagegen war und gefragt hat, ob das hier alles ein Scherz sein soll oder die beiden einfach nur völlig übergeschnappt sind, konnte ich absolut nachvollziehen!

Das muss doch ein Albtraum für jeden Schriftsteller sein, nicht? Damit zerstört man die Träume von Autoren. Ein Buch, in das man all sein Herzblut gesteckt hat und an dem man vielleicht 2,5 Jahre geschrieben hat, soll nun einfach so komplett überarbeitet werden, sodass am Ende eine ganz andere Geschichte herauskommt? Ich würde sogar soweit gehen und sagen: damit bricht man einen Schriftsteller. Wie Volpes Frau Bianca das irgendwann auch mal so schön passend ausgedrückt hat: »Das, was Giorgio da passiert, klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman.«

Das Schöne an diesem Roman, der auf mich durch seine nur 77 Seiten wie eine etwas längere Kurzgeschichte gewirkt hat, ist, dass überhaupt keine Langeweile aufkommt. Am Anfang, als alles so rund lief, hat sich dennoch schon irgendwie Spannung aufgebaut, weil ich wusste, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis Volpe mit den ersten Komplikationen konfrontiert wird. Und ab dann war es durchgehend amüsant und fesselnd, sodass ich es gleich in einem Rutsch durchgelesen habe.
Ich wollte eben unbedingt wissen, ob und wenn ja, wie Volpe einen Weg aus dem Schlamassel findet. Ein gewisses Mitgefühl mit dem gedemütigten Protagonisten, der erst ziemlich großkotzig tut, war bei mir, als es Richtung Ende ging, nicht mehr zu verleugnen.

Spitzentitel, das ich als durchaus launig und äußerst unterhaltsam beschreiben würde, bietet vor allem am Schluss eine gewisse Tragik und lässt den Leser nachdenklich zurück.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen

Barbara Imgrund
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 13.11.2017
ISBN 9781979723756
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Buchrückseite:

Marie hat ihren Sohn per Notkaiserschnitt tot zur Welt gebracht und kann keine weiteren Kinder bekommen.
Fiebrig mäandert sie durch die Tage im Krankenhaus. Nachts, in ihren Albträumen, wird sie von einem dämonischen Schmetterling in den Abgrund getrieben. Schließlich bricht mit der Operationswunde auch die Verlassenheit wieder auf, die sie seit ihrer Kindheit begleitet: »Ich bin die, die übrigbleibt.«
Ihr Heil sucht Marie auf dem Friedhof gegenüber. Ein Glück, dass es dort viel lebendiger und launiger zugeht, als man meinen sollte – die Menschen, denen sie begegnet, sind ebenso gestrandet wie sie, sie haben nichts mehr zu verlieren. Doch schon bald spürt Marie, dass etwas nicht stimmt. Es ist, als hätten Rose und Adrian, Siegfried und Gretel schon viele Jahre auf sie gewartet. Und allmählich dämmert ihr, dass ein gemeinsames Schicksal sie alle aneinander fesselt ...

Meine Meinung:

Wenn das Schicksal hart zuschlägt, sucht sich jeder Mensch seinen ganz individuellen Weg, um mit der eingetretenen Situation zurechtzukommen. Manche Menschen kommen schneller damit klar, andere brauchen länger, bis sie von sich behaupten können, dass alles wieder in Ordnung ist. Wieder andere kommen niemals darüber hinweg.
Marie, die Protagonistin in vorliegendem Buch, muss gleich zwei schwerwiegende Tatsachen verkraften: die Totgeburt ihres Sohnes und der Umstand, dass sie nun keine Kinder mehr bekommen kann. Für Marie sind diese Nachrichten wie ein Schlag ins Gesicht. Kein Wunder, dass sie sich taub fühlt vor Traurigkeit. Kein Wunder, dass sie sich selbst nicht mehr wahrnimmt, ja sogar das Gefühl hat, sich selbst verloren zu haben. Ein solcher Verlust ist an Tragik kaum zu überbieten. Und ich konnte ihr deshalb auch ihr andauerndes Selbstmitleid und ihren ständigen Gedanken »Ich bin die, die übrigbleibt.« absolut nicht übelnehmen.

~ »Man kann nur etwas ändern, wenn man endlich aufhört, sich leid zu tun.« ~
(S. 54)

Wie es dann manchmal so ist - und das scheint ebenfalls Schicksal zu sein - plant das Leben für einen aber manchmal viel mehr als man erwarten würde. Manchmal hat man das Gefühl, als würde irgendeine höhere Macht wollen, dass dieses oder jenes passiert oder eben nicht passiert, damit ... ja was eigentlich? Damit man die Chance bekommt, persönlich zu wachsen/sich persönlich weiterzuentwickeln, um ein glücklicheres Leben führen zu können? - Ich denke schon!

Maries Geschichte ist voll von Menschen, die ihr (teils unbewusst) meist durch Gespräche oder einfach so dahingesagten Sätzen helfen, ihr Schicksal zu akzeptieren, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Diese Menschen sind aber nicht einfach irgendwelche zufällig getroffenen Menschen. Genau genommen haben sie eine ganz besondere Bedeutung bzw. spielen alle mehr oder weniger eine ganz wichtige Rolle in Maries Leben. Weiter möchte ich darauf nicht eingehen, das würde zu viel vorwegnehmen.

~ Manche Dinge muss man schon selbst erkennen, sonst sind sie nichts wert. ~
(S. 162)

Ich persönlich finde jedenfalls, dass Barbara Imgrund Maries Lebenslektion in eine total schöne Geschichte verpackt hat, die es sich absolut zu lesen lohnt.
Ich meine, ja, der eine oder andere Charakter wirkt – zumindest anfangs – vielleicht etwas verschroben, komisch oder eigensinnig, wahrscheinlich auch deshalb, weil ebenjene sich am liebsten am Friedhof aufhalten, aber genau das hat mir an dem Roman auch irgendwie gefallen: die Besonderheit der Protagonisten.
Außerdem offenbart das Buch auf den letzten Seiten etwas, das ich eh irgendwie schon die ganze Zeit ein wenig geahnt habe, denn Anzeichen für meine Vermutung gab es im Laufe des Lesens genug. Wirklich überrascht war ich von dieser Entwicklung also nicht mehr.

~ Das, was man sieht, ist nicht immer so, wie es scheint. ~
(S. 116)

Wer Freude an einer fantasievollen Geschichte mit aufregenden Charakteren und spannendem Verlauf hat, sollte sich »Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen« unbedingt gönnen. Darin finden sich auch so viele schöne Lebensweisheiten und ratspendende Gedanken – selbstverständlich meist auf die Protagonistin zugeschnitten. Nichtsdestotrotz absolut Gold wert, wenn man es versteht, die für sich relevanten Sätze rauszupicken.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schreiben um zu leben

Johannes-Philipp Langgutt
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Morawa Lesezirkel, 06.06.2016
ISBN 9783990499351
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Buchrückseite:

Die Kurzgeschichten habe ich Zuhause, unterwegs, und unabhängig von der Uhrzeit geschrieben. Nenne das unersättliche Verlangen zu schreiben, den ständigen Gedanken an Schuld und mir läuft die Zeit davon nicht Depression. Vermutlich ist es eine unterbewusst resultierende Form der Verarbeitung meiner Selbst, meines Weilens, meines Eilens. Mit der Welt. »Du bist ein Sinnsucher« nannte es eine Ärztin. Doch ist das Weilen die Suche wert, wenn das Gesuchte womöglich nicht, um nicht zu sagen nie existierte?

Frag dich nicht, warum du stirbst.
Frag dich, warum du lebst.


Meine Meinung:

Der junge Autor Johannes-Philipp Langgutt aus Wien hat mich im Herbst 2017 gebeten, sein Erstlingswerk zu lesen. Zu der Zeit war ich aber schulisch noch stark eingespannt, weswegen ich erst jetzt zum Lesen gekommen bin. Ich habe damals zugesagt, da ich hin und wieder ja ganz gut mit Kurzgeschichten kann, ganz besonders wenn sie kritische oder spirituelle Themen behandeln. Durch Henrike Staudtes wundervolles Büchlein »Federtanz« habe ich diesbezüglich wahrscheinlich aber zu hohe Erwartungen gehabt. Denn ich muss leider etwas meckern, lieber Johannes ...

Ich bin ein Mensch, mir ist Rechtschreibung, Grammatik und die korrekte Interpunktion einfach total wichtig. Ist dies alles nicht gegeben, tu ich mir generell schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren, denn alles, was ich dann sehe, sind die fehlenden Beistriche und die Wörter, die klein oder groß geschrieben sind, obwohl sie eben nicht klein oder groß geschrieben gehören. Man mag mich jetzt vielleicht für oberflächlich halten, aber es tut mir leid, das sind einfach Sachen, die werfen mich beim Lesen enorm aus der Bahn bzw. stören meinen Lesefluss sehr stark. Ein ordentliches Lektorat hätte dem Buch auf keinen Fall geschadet.
Ein Rechtschreibfehler oder ein fehlender Beistrich passiert eh jedem einmal, aber wenn es andauernd vorkommt, DANN stört es mich. Und das war hier leider der Fall. Um genau zu sein, fehlt ja bereits im Buchtitel der erste Beistrich ...
Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Name des Autors auf dem Buch außen anders geschrieben wird als auf den ersten Seiten innen und ehrlich gesagt, bin ich mir bis jetzt noch nicht ganz sicher, ob man den zweiten Namen des Doppelvornamens nun mit einem oder mit zwei "ll" schreibt.

~ Es tut gut. Sowas von gut. Ich weiß nicht warum, aber es ist ein gutes Gefühl. Weit und breit nur ich zu sehen. Ich weiß mit geistig prozentiger Sicherheit, dass ich nicht der Einzige auf dieser Welt bin, der einfach irgendwo im Nirgendwo irrational steht, wie weint. ~

(S. 23)

Es hat mir persönlich also nicht viel Freude bereitet, in einem Buch zu lesen, das vor derartigen Fehlern nur so strotzt, selbst wenn der Inhalt irgendwie gut ist. Aber selbst der ist ... wie soll ich sagen? - Ich konnte leider kaum was damit anfangen.
Laut Autor befinden sich in dem Buch viele Kurzgeschichten, die ich jedoch nicht wirklich als Kurzgeschichten bezeichnen würde, sondern eher als philosophisch angehauchte, eher melancholische Gedanken im Gedichte-Stil. Ein klein wenig "passiert" auch was in den Kurzgeschichten, aber verfolgen konnte ich die Geschehnisse nicht wirklich, da mir das Geschriebene meist zu abstrakt und nicht fassbar genug war.

Lässt man meine ganze Meckerei jetzt mal außer Acht, kann man in den Kurzgeschichten oft ein kritisches Hinterfragen unserer gesellschaftlichen "Normalität" mit sarkastischem Unterton erkennen, der sich so gut wie durch das gesamte Buch zieht. Ich persönlich fand die Themen, mit denen sich der Autor in seinem Buch auseinandergesetzt hat, gar nicht mal so doof. Schließlich geht es unter anderem um Kinderarbeit, die Zerstörung der Natur oder die Ausbeutung und das Töten von Tieren, um unsere egoistischen menschlichen Bedürfnisse zu stillen.

~ Ich denke irgendwann kommt der Punkt bei einem Menschen wo er denkt, irgendwo aufwacht und nicht mehr kann, auch wenn er vielleicht will. Kotzen, kotzen, kotzen. Die ganzen Eindrücke der Unterdrückung, die die Welt bietet samt ihren Bewohnern und Gefühlen rauskotzen. ~
(S. 78)

Je weiter ich in dem Buch fortgeschritten bin, desto mehr wirkte der Autor auf mich wie ein Philosoph – der allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Mit seiner Fantasie und seinem kritischen Blick auf die Gesellschaft kann er zukünftig, mit genug Übung – denn ausreichend Potenzial ist eindeutig da – bestimmt noch Lesenswertes schaffen.

Und tatsächlich finden sich in dem Buch auch ein paar kurze Gedichte. Normalerweise bin ich ja eher nicht so der Gedichte-Typ, aber diese hier fand ich manchmal sogar ansprechender als die Kurzgeschichten, die ich sonst eigentlich lieber habe.

Für ein zweites Buch des Autors würde ich mir auf alle Fälle ein gutes Lektorat wünschen. Die Texte selbst waren hier relativ kritisch und melancholisch und mir persönlich meist zu abstrakt. Wenn man diesen Stil aber mag, dann ist man bei Johannes-Philipp Langgutts Texten goldrichtig!

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(8)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

alltagsgeschichten, am meer, burnout, familienprobleme, gedichte, gesprächsbedarf, kurzgeschichten, reisepläne

Alltagsperlen

Antonia Löschner
Flexibler Einband: 122 Seiten
Erschienen bei lulu.com, 21.06.2017
ISBN 9781365999932
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Klappentext:

Häufig geht es im Alltagstrubel unter: das eigene Ich. Dabei ist es, als Kenner unserer Bedürfnisse und Stärken, der beste persönliche Berater.

Die hier versammelten Geschichten und Gedichte laden zur Wiederentdeckung des Ich im Alltag ein. Mit so vielfältigen Themen und Charakteren wie im wahren Leben.

Meine Meinung:

Alltagsperlen ist ein kleines Büchlein, das viele kurze Gedichte und noch ein paar mehr Kurzgeschichten enthält. Ich finde, dass man es deswegen optimal vor dem Schlafengehen zum Abschalten oder kurz nach dem Aufwachen zur Hand nehmen kann. Bevor man in den Tag startet, freut es einen vielleicht, wenn man für selbigen schon ganz zu Beginn schönen und nachdenklichen Input bekommt.

Für mich persönlich waren die Gedichte eher nichts. Dass ich damit nicht viel anfangen kann und ich die meist nur als Zeitverschwendung empfinde, liegt nur daran, weil ich einfach kein Gedichte-Typ bin. Gedichte-Freunde haben bestimmt ihre Freude mit dem Inhalt des Büchleins.
Die Kurzgeschichten fand ich teilweise echt schön, vor allem, weil sie es geschafft haben, mich nachdenklich werden zu lassen.

~ Wir Menschen neigen doch alle dazu, von der Norm abweichende Erscheinungen automatisch zu fürchten. ...
Leider sehen wir den Menschen nicht an ihrem Äußeren an, ob sie gute oder schlechte Absichten verfolgen. ~

(S. 15)

In einer der vielen hier enthaltenen Kurzgeschichten streitet sich ein Paar über die Planung des nächsten gemeinsamen Urlaubs. Sie scheinen sich deswegen beinahe zu entzweien, bevor ein guter Freund es schlussendlich schafft, die Frau die ganze Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu lassen.
In einer anderen Kurzgeschichte geht es um Burn-out, Leistungsdruck und Überanstrengung. In der nächsten sind Entspannung und Erholung bzw. die Sonnenseiten des Lebens die großen Themen.
Es gab Kurzgeschichten, die mich sehr angesprochen haben und dann gab es wieder welche, die fand ich weniger spektakulär. Wahrscheinlich ist hier für jeden Typ Mensch etwas Lesenswertes dabei.

~ Außerdem machen Schuldgefühle bloß handlungsunfähig und bringen sonst keinem etwas. ~
(S. 32)

Im Grunde geht es in den Geschichten um Beziehungen, um Selbstfindung, verletzte Gefühle oder Stolz, um Schuld und Verantwortung, um Life-Balance und so weiter. Also eigentlich um wirklich wichtige Lebensthemen, mit denen sich jeder Mensch früher oder später in seinem Leben einmal auseinandersetzen muss oder mit denen man sich in irgendeinem Lebensabschnitt identifizieren kann.

Genau deshalb möchte ich für dieses Büchlein auch gerne eine Empfehlung aussprechen. Ich bin mir absolut sicher, dass der eine oder andere von euch von dem Inhalt profitieren wird - wenn er ihn denn ohne Zeitdruck und mit einer gewissen Achtsamkeit liest!

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299 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Die Perlenschwester

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.10.2017
ISBN 9783442314454
Genre: Romane

Rezension:

Der Klappentext:

CeCe d’Aplièse und ihre Schwester Star sind seit Kindertagen unzertrennlich. Doch als ihr geliebter Vater Pa Salt stirbt, geht Star plötzlich ihrer eigenen Wege und lässt CeCe zurück. Um neuen Mut zu fassen, entschließt sich CeCe zu einer großen Reise aufzubrechen: Wie ihre Schwestern ist auch sie ein Adoptivkind und möchte herausfinden, woher sie wirklich stammt. Die einzigen Hinweise, die sie hat, sind ein altes Foto und der Name Kitty Mercer – eine Frau, die hundert Jahre zuvor in Australien gelebt hat.
Auf dem Weg nach Sydney legt CeCe einen Zwischenstopp in Thailand ein und kehrt zurück zu den Stränden von Krabi, die sie so sehr liebt. Und dort macht sie die Bekanntschaft eines rätselhaften Mannes, durch den sie auf die Lebensgeschichte von Kitty Mercer stößt. Atemlos folgt CeCe den verschlungenen Wegen der mutigen jungen Frau, die einst von Schottland nach Australien kam – und der es schließlich gelang, den Perlenhandel dort zu ungeahnter Blüte zu bringen.
CeCe reist weiter, und während sie Kittys Spur schließlich in Down Under folgt, spürt sie eine immer tiefere Verbundenheit zur magischen Kultur der Aborigines. Ihre Inspiration erwacht – und weist ihr den Weg zu der Frau, die sie wirklich ist …

Meine Meinung:

Ich bin recht schnell in CeCes Welt gelandet, habe gleich erkannt, dass – auch wenn das aus dem dritten Buch mit Star bereits herauszulesen war – CeCe eine sehr unsichere, aber feinfühlige Person ist, die sich ihr Leben lang an ihre Schwester geklammert hat und der es deswegen jetzt wahnsinnig schwer fällt, loszulassen. Obwohl CeCe die lautere und redseligere der beiden "Klammerschwestern" war, wirkt sie dennoch weitaus schwächer und bedürftiger als die ruhige Star. Darüber hinaus jammert und sorgt sich CeCe über scheinbar unsinnige Dinge (oftmals gibt sie ihre Legasthenie als Grund dafür an), weswegen sie bei meiner Mitleserin Livia nicht gerade gut angekommen ist. Ich selbst bin wesentlich besser mit der Protagonistin zurechtgekommen, irgendwie konnte ich mich in sie hineinversetzen und Verständnis für sie aufbringen – auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen konnte, wie ein Mensch derart werden kann, wenn man so privilegiert und mit so liebevollen, starken Eltern aufwächst. Ein solches Gehabe und Ähnliches nimmt man doch in den meisten Fällen von den Menschen an, mit denen man die meiste Zeit zusammen ist, oder nicht? Woher CeCe ihr Selbstmitleid und ihr niedriges Selbstwertgefühl also hat, ist mir wahrlich schleierhaft.

~ Ich hatte auf die harte Weise gelernt, dass einem niemand gehört, und möglicherweise würde es mir gelingen, eine eigene Identität zu finden und einer Kultur anzugehören, die mich definierte. ~
(S. 216)

Umso erfreuter war ich, CeCes positive Entwicklung in dieser Hinsicht mitzuerleben, als sie den Mut aufgebracht hat, sich auf die Spuren ihrer Herkunft zu begeben. Denn das Buch ist wieder in zwei Zeitstränge geteilt. Abwechselnd liest man von CeCe in der Gegenwart (2008) und von Kitty in der Vergangenheit (Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts). Und in den Gegenwart-Teilen – die ich weitaus unspektakulärer fand als die Erzählungen der Vergangenheit – erkennt man nach und nach deutlich, wie sich CeCe entwickelt, besonders ab dem Zeitpunkt, an dem sie ihrer ursprünglichen Familie immer näher kommt. Sie lernt und arbeitet an sich, auch mit Hilfe von Pa Salts Spruch/Weisheit, den er ihr nach seinem Tod übermittelt hat und den sie immer im Hinterkopf hat. Der Gegenwart-Teil mit CeCe spielt vorerst in Thailand, danach geht es ab nach Australien, wo der Hauptteil der Gegenwart-Handlung stattfindet. Egal, wo sich CeCe befindet, sie lernt interessante Menschen kennen, die ihr ganz unbewusst dabei helfen, ihren Mut zu finden und persönlich zu wachsen. Das fand ich sehr schön, mitzuverfolgen!

~ »Weißt du, was Menschen daran hindert, ihr volles Potenzial zu nutzen?«
»Angst. Du musst die Angst loswerden.« ~

(S. 472)

Kittys Part konnte mich von Anfang an abholen und begeistern. Ich war durch und durch gefesselt von den Geschehnissen in der Vergangenheit. Australien im 20. Jahrhundert kennenzulernen und etwas über die Entwicklung der Perlenfischerei zu erfahren hat mich ebenfalls sehr interessiert und deswegen an den Seiten kleben lassen. Die Charaktere in der Vergangenheit sind alle sehr vielschichtige und einzigartig skizzierte Persönlichkeiten und das, was passiert, teilweise so unfassbar und tragisch, weswegen ich gar nicht erwarten konnte, alles so schnell wie möglich aus dieser längst vergangenen Zeit in Erfahrung zu bringen. Fesselnd, fesselnd, fesselnd wären die Worte, mit denen ich Kittys Geschichte beschreiben würde!

Natürlich fragt man sich während dem Lesen auch, inwiefern CeCe und Kitty miteinander zu tun haben könnten. Sind die beiden Frauen miteinander verwandt? Ist ihr Leben auf irgendeine andere Art und Weise verknüpft? Livia und ich hatten jedenfalls unseren Spaß, darüber zu spekulieren. Wir haben unsere Gedankenspinnereien genossen und waren schlussendlich total begeistert davon, dass Riley es so toll geschafft hat, jeden auftauchenden Charakter irgendwie einen perfekten Platz in der Geschichte zu geben bzw. zufriedenstellend miteinzuweben.

~ Wir müssen versuchen, Verantwortung für unsere eigenen Handlungen zu übernehmen, für die anderer Menschen können wir das nicht. ~
(S. 525)

Im Großen und Ganzen kann ich kaum etwas Negatives über den 4. Band der Sieben Schwestern-Reihe sagen. Die einzigen kleinen Kritikpunkte waren: In einem Moment war mir CeCes Baden in Selbstmitleid zu viel und ziemlich am Ende des Buch hatte ich kurz das Gefühl, als würden sich die Ereignisse überschlagen. Obwohl große Ereignisse zeitlich gesehen in einem annehmbaren Abstand geschahen, sind sie mir von der Autorin dennoch zu schnell hintereinander erzählt worden, sodass ich etwas "überfordert" war. Diese Kritikpunkte haben meine Lesefreude allerdings nicht eingeschränkt, weswegen ich keinen Punkteabzug in meine Bewertung miteinfließen lasse.

Am Ende darf man sich – wie immer – über ein paar Sätze von Lucinda Riley freuen und darüber staunen, wie weit die Autorin geht, um korrekt an ihren Geschichten arbeiten zu können. Gerade ihre letzten Worte fand ich diesbezüglich sehr vorbildlich. Ebenso findet sich am Ende bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das fünfte Buch (mit Tiggy). Einen kleinen Einblick in Tiggys Leben gewährt uns Riley hier schon mal.

Und wer es, wie ich, auch nicht erwarten konnte, nach dem dritten Band endlich weiterzulesen, dem kann ich versichern, dass er mit CeCe, aber allen voran mit Kitty, in Australien viel Freude haben wird! ;)

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387 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

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Der verbotene Liebesbrief

Lucinda Riley , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 680 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.09.2017
ISBN 9783442484065
Genre: Romane

Rezension:

Der Klappentext:

Ein Brief mit einer gefährlichen Botschaft. Eine junge Frau auf der Suche nach der Wahrheit. Und eine Liebe, die für immer verborgen bleiben muss ...

Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, wird die junge Journalistin Joanna Haslam auf die Trauerfeier geschickt, um in der Presse darüber zu berichten. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, ein Kuvert mit Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joanna beginnt zu recherchieren und begibt sich damit auf eine Mission, die nicht nur gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann ...

Meine Meinung:

Was für ein hinreißender Roman! - Ich bin immer noch völlig hin und weg davon. Lucinda Riley hat hier mal wieder hervorragend bewiesen, dass sie es einfach kann: Schreiben!! Ich habe bisher alle ihre Bücher gelesen, aber an keinem habe ich so sehr gehangen, keines fand ich bis jetzt spannender. Die Geschichte um ein Komplott rund um das englische Königshaus hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Genau genommen hänge ich immer noch ein bisschen drin, weil ich die Geschehnisse weiterhin "verarbeiten" muss.

~ Das Problem mit uns Menschen ist, dass wir Angst vor jeder Veränderung haben und sie deswegen scheuen wie die Pest. ~
(S. 34)

Wer annimmt, dass man als Enthüllungsjournalist ein aufregendes und spannendes (Berufs)leben führt, hat Recht. Allerdings ist es in Joannas Fall zusätzlich gefährlich. Was sie auf diesen 649 Seiten alles mit- und durchmachen muss, ist alles andere als leicht. Hätte sie sich doch nur nie in diese Sache mit dem ominösen Brief und der geheimnisvollen alten Dame verstricken lassen. Aber wer konnte denn auch ahnen, dass ein paar so harmlos wirkende Dinge und Tatsachen einen solchen Rattenschwanz an Problemen und Schwierigkeiten nach sich ziehen würde? Niemand. Und Joanna hätte viel früher mit ihren Recherchen aufhören sollen. Dass das noch richtig gefährlich werden würde, hat niemand erwartet, auch ich bin nicht von solch einer Gefahr ausgegangen ...

Man merkt schon: hierin ist reichlich Stoff vorhanden, der es zu fesseln schafft! Außerdem gelingt es Riley wunderbar zu überraschen und zu schockieren. Nicht nur das Geheimnis, das der Geheimdienst um jeden Preis vertuschen möchte, hat mich am Ende umgehauen ... auch der eine oder andere Todesfall ließ mich nicht mehr los. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Nicht nur einmal habe ich mir gedacht: "Nein, das kann Riley doch jetzt nicht wirklich bringen!?".

~ »Aber ... sie ist sehr still. So habe ich sie noch nie erlebt. Die ganze Sache mit diesem jungen Mann hat ihr wirklich den Boden unter den Füßen weggerissen.« ~
(S. 507)

Anders als in Rileys bisher in Deutsch erschienen Romanen wirkt Der verbotene Liebesbrief also wie ein Krimi. Jedoch sind Krimi-Elemente nicht das einzige, das hierin zu finden ist, nein, selbstredend hat die Autorin die Liebe nicht zu kurz kommen lassen: Die Protagonistin Joanna erfährt in dieser Hinsicht nämlich so einiges an scheinbaren Ungerechtigkeiten und weil ich sie gleich zu Beginn so liebgewonnen habe und außerordentlich sympathisch fand, litt ich im Laufe der Geschichte mit ihr. Eine zweite Liebesgeschichte, in der ein Charakter des Königshauses involviert ist, und die ebenfalls durch und durch verfolgenswert ist, rundet das Ganze perfekt ab und sorgt für zusätzlichen Lesegenuss.

~ Die Liebe lässt uns die tollkühnsten - und oft auch törichtsten - Entscheidungen treffen. ~
(S. 595)

Das Ende der Geschichte ist überaus überzeugend, für mich aber leider nicht gänzlich zufriedenstellend, denn irgendwie schreit es geradezu nach einer Fortsetzung ... ;)

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78 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

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Stille

Erling Kagge , Ulrich Sonnenberg
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2017
ISBN 9783458177241
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Klappentext:

»Die Natur sprach zu mir, indem sie sich als Stille präsentierte. Je stiller es wurde, desto mehr hörte ich ... eine ohrenbetäubende Stille.«

Der Weltwanderer Erling Kagge musste weit gehen, um ein Gut zu finden, das in unserer Zeit immer wichtiger wird: Stille. Auf seinen Expeditionen – zum Süd- und zum Nordpol, auf den Mount Everest – hat er sie gefunden.

Aber ist Stille auch in der Stadt zu erfahren? Im turbulenten Oslo, wo er lebt? Und was überhaupt ist Stille? Warum ist sie so wichtig?

Lange hat sich Erling Kagge mit diesen Fragen beschäftigt. Angeregt durch Freunde und Wegbegleiter wie Marina Abramović, Jon Fosse, Elon Musk, Børge Ousland und Oliver Sacks, ist er in seinem Buch zu dreiunddreißig Antworten gekommen. Entstanden ist ein Wegweiser für den modernen Menschen auf seiner Suche nach Stille, Ruhe, Frieden: Wenn man bereit ist, die Welt auszusperren und eine Reise in sein Inneres anzutreten, kann man auf dem Weg zur Arbeit, beim Lesen, Stricken, Musikhören, beim Abwaschen, beim Yoga »seinen eigenen Südpol finden«, denn »Stille ist überall«.

Meine Meinung:

Dieser Roman - oder auch Wegweiser, wie es so schön am schlicht weißen Cover heißt - ist recht schnell gelesen, denn er hat nur 125 Seiten. Und nein, darin findet sich keine Geschichte im eigentlichen Sinne, es ist mehr eine Autobiografie. Denn autobiografisch ist es in jedem Fall, was Erling Kagge da geschrieben hat.

~ Ja, reden, genau das soll die Stille tun. Sie soll reden, und du sollst mit ihr reden und das Potenzial nutzen, das darin liegt. ~
(S. 20)

Der Autor hat sich hierin durch und durch über die Bedeutung der Stille ausgelassen.
Was ist das eigentlich genau, diese Stille? Hat sie einen Wert? Hat der "moderne" Mensch in der heutigen Zeit überhaupt noch die Chance, absolute Stille zu erfahren? Wenn nein, wie oder wo ist das dennoch möglich? - Das sind nur ein paar der vielen Fragen, denen Kagge in diesem kleinen Büchlein nachgeht. Und ja, er liefert Antworten dazu. Antworten, die - welch Überraschung - irgendwie still werden lassen. Antworten, die man erst fassen und sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Wenn man ein Buch liest, dann kann man ja meist irgendwie wahrnehmen, in welchem Ton der Inhalt geschrieben wurde, was sich dann auf den Leser überträgt. Und beim Lesen von Stille wurde ich nachdenklich, melancholisch, aber auch still. Das Geschriebene hat also durchaus eine gewisse Wirkung bei mir erzielt. Nur ums Stillwerden geht es aber gar nicht. Man muss in weiterer Folge auch verstehen und erfahren wollen, was dann passiert. Im Grunde beschreibt Kagge in seinem Buch auf sehr eindrucksvolle Weise und durch persönliche Erlebnisse das gesamte Wirkungsspektrum von Stille. Für mich war der Buchinhalt hochinteressant und das, obwohl ich mit der Thematik bereits vertraut bin.

~ Die Stille um dich herum kann viel enthalten, aber für mich ist die interessanteste Stille diejenige, die in mir ist. Eine Stille, die ich in gewisser Weise selbst schaffe. ~
(S. 33)

Für jemanden, der noch nie über Stille nachgedacht hat und/oder über das, was mit selbiger einhergeht, dürfte dieses Buch ein kleiner Schatz sein, den es zu entdecken und zu bestaunen gilt. Von mir gibt es dafür also eine unbedingte Leseempfehlung!

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

christentum, frankreich, französischer schriftsteller, geschichte, glaub, hochphilosophisch, kommunikation, laurent gounelle, marketing, metaphern, o.w. barth verlag, philosophisches werk, religion, religione, religionen

Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden

Laurent Gounelle , Alexandra Baisch , Felix Mayer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei O.W. Barth , 02.10.2017
ISBN 9783426292785
Genre: Romane

Rezension:

Der Klappentext:

DIE ENTDECKUNG DER UNIVERSELLEN WEISHEIT HINTER ALLEN RELIGIONEN

Alice arbeitet erfolgreich als Unternehmensberaterin, vor allem im Bereich Kommunikation. An den Wochenenden besucht sie mit ihrer Familie öfter ihren Vater in Cluny und trifft dort eines Tages auf Jérémie, ihren langjährigen Jugendfreund, der inzwischen Priester des kleinen Städtchens geworden ist. Jérémie ist unglücklich darüber, dass nur so wenige Menschen in seine Kirche kommen. Da er Alice in einer schwierigen Zeit unterstützt hat, bietet sie an, ihm jetzt mit ihren Marketingstrategien zu helfen.
Als Atheistin beginnt Alice in der Bibel zu lesen und beschäftigt sich auch mit anderen Religionen. Sie überredet Jérémie zu einem Seminar für Persönlichkeitsentwicklung, weil sie findet, dass er dringend an seiner Ausstrahlung und seinem Auftreten arbeiten muss.
Durch ihre innovativen Ideen entstehen nicht nur lange Schlangen vor dem Beichtstuhl, Alice lässt auch mehr und mehr den Kern eines spirituellen Lebens in der Kirche wieder lebendig werden. Ihre eigene Erkenntnissuche führt sie tief hinein in das Mysterium des Lebens und zu einer universellen Weisheit, die jeder Mensch in sich entdecken kann.

Meine Meinung:

Zugegeben, der etwas mystisch wirkende Buchtitel ruft bei manchen Lesern vielleicht Unverständnis hervor, aber vor allem ist er in erster Linie eines: auffällig!  In mir hat er jedenfalls gleich Neugier geweckt.

Wie man aus der Buchbeschreibung bereits weiß, geht es hier um Alice, die ihrem Jugendfreund Jérémie unbedingt unter die Arme greifen möchte, denn der ist Priester und mit sich selbst höchst unzufrieden. Und genau da liegt auch das Problem: ein unglücklicher und unzufriedener Geistlicher wird nicht gerade erfolgreich sein, was das Messeabhalten und die Neugewinnung von gläubigen Messteilnehmern betrifft. Und hier kommt Alice ins Spiel ...

~ »Ich gehöre keiner Kirche an, Alice, ich gehöre zu Gott. Nur das Ego bringt uns dazu, dass wir uns Katholiken, Buddhisten oder Moslems nennen. Das Ego strebt nach Zugehörigkeit zu einem Lager, damit es sich von den anderen unterscheiden und Gräben schaffen kann. Jedes ernsthafte spirituelle Streben hat dagegen zum Ziel, sich von Zugehörigkeiten und den Identifikationen des Ego zu lösen und sich mit den anderen zu vereinen, mit dem Universum, mit Gott.« ~
(S. 281)

Mir persönlich haben die ersten Seiten noch nicht so gut gefallen, aber das lag nicht an den Protagonisten, denn Alice war mir ganz und gar nicht unsympathisch - im Gegenteil: sie wirkte auf mich von Anfang an wie eine äußerst reflektierte, liebevolle und offene Person. Ganz schnell habe ich sie und Jérémie liebgewonnen. Es gab auf den ersten Seiten ein paar beobachtete Situationen, in denen "Weisheiten" ausgedrückt wurden und die für mich einfach nicht so gut verpackt bzw. zu gut gemeint waren. Denn wer geht denn durch die Welt und hat andauernd Gedanken wie beispielsweise die von Jérémie: »Auch bei Wolff, dem ausgezeichneten Optiker, drängten sich zahlreiche Kunden, zweifelsohne auf der Suche nach einer besseren Sicht. Aber würden sie danach auch in ihrem Leben klarer sehen?« - Derartiges kam auf den ersten Seiten regelmäßig vor und fand ich vorerst irgendwie noch belächelnswert.

Im weiteren Verlauf beschäftigt sich Alice durch ihren Wunsch, Jérémie helfen zu wollen, sehr intensiv mit der Bibel und den Lehren Jesu. Und da fand ich ihr enormes Engagement als Atheistin ziemlich bemerkenswert. Ihre Offenheit in der Hinsicht ist alles andere als gewöhnlich. Denn Religion und der persönliche Glaube ist bei vielen Menschen in der Regel ein brisantes Thema, das die Meinungen spaltet. Man muss es Alice wirklich hoch anrechnen, dass sie mit so viel, fast schon naiver, Geduld an ihr Projekt herangeht.
Was macht sie also? - Beispielsweise vergleicht sie die Worte Jesu mit denen von Laotse (der allerdings ungefähr 600 vor Christus gelebt hat) und anderen bedeutenden Philosophen und Lehrmeistern und stellt gravierende Ähnlichkeiten fest. Diese Entdeckungen lassen Alice nur noch neugieriger werden und sie vermutet deswegen, ganz zurecht, dass es so etwas wie eine universelle Wahrheit geben muss. Und dieser möchte sie weiterhin nachgehen.

~ Ego nennt man die Vorstellung, die man von sich selbst hat, dieses mentale Gebilde um einen Begriff, den man von sich selbst hat. Eine falsche Identität, die in gewisser Weise unsere wahre Natur verdeckt. Das Ego ist wie ein Teil von uns, das die Oberhand übernimmt, sich an unserer Stelle ausdrückt, für uns sieht und hört, und vor allen Dingen in uns immer mehr Raum für sich beansprucht. ~
(S. 154/155)

Was dann passiert, fand ich hochinteressant und irgendwie wunderschön zu lesen. Alice hat sich in dieser Geschichte wirklich zu einer Lieblingsprotagonistin für mich gemausert. Ihr Verhalten und ihr Mut sollte vorbildhaft sein, für jeden von uns. Sie bringt sich nämlich zum Beispiel ganz bewusst in schwierige und unangenehme Situationen, die in ihr große Scham hervorrufen. Zuerst klingt das eigentlich absolut irrsinnig, aber was sie dadurch erfahren und verstanden hat, hat sie wachsen lassen und genau deshalb war es die Überwindung ihrer Angst und Scham wert.

Alice wird also zur leidenschaftlichen Übersetzerin der Bibel und sie tut es auf eine so leicht verständliche Weise, das fand ich sehr angenehm. Für sehr rational denkende Menschen wirken ihre Übersetzungen vielleicht verwirrend oder unverständlich, aber für all jene, die den Zugang zur eigenen Intuition noch finden, dürften ihre Erklärungen und Entdeckungen zu verstehen sein.

Ich fand Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden wirklich lesenswert. Dieser Roman spricht nämlich ganz stark die spirituelle Seite eines Menschen an und bietet ganz viele gedankenanregende Zeilen. Auch das Ego, das in der Geschichte häufig thematisiert wird und das bekanntlich oft die Hosen an hat, sieht man nach dieser Lektüre mit anderen Augen, da man erfährt, wie man daran arbeiten kann. Für mich also eine durch und durch wertvolle Geschichte, die irgendwie auch eine Ratgeber-Funktion hat und deshalb das persönliche Wachstum vorantreiben kann. Absolute Empfehlung!

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Die Sommer mit Lulu

Peter Nichols , Dorothee Merkel
Fester Einband: 507 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.07.2016
ISBN 9783608983104
Genre: Romane

Rezension:

Der Klappentext:

Die Villa Los Roques ist ein zeitloser Ort: Seit drei Generationen zieht das kleine Strandhotel im äußersten Osten Mallorcas Bohemiens und Lebenskünstler an. Als Lulu, die Besitzerin, inzwischen über achtzig Jahre alt, eines nachmittags zufällig auf ihren ersten Ehemann Gerald trifft, kommt es zum Handgemenge, und die einstigen Liebenden ertrinken im Meer. Entsetzt kehren Luc und Aegina, die Kinder aus den zweiten Ehen, auf die Insel zurück, um ein schweres Erbe anzutreten, immer der Frage nach: Was ist im Sommer 1948 passiert? Denn in der kleinen Inselgemeinschaft  hat jede Intrige und jede Affäre ihren Ursprung in der Vergangenheit. Und die alten Enttäuschungen sind längst nicht vergeben.

Meine Meinung:

Die Sommer mit Lulu war eines der Bücher, auf die ich mich schon sehr gefreut habe, denn die Buchrückseite, auf der geschrieben steht, dass es sich um eine tragische, doppelte Liebesgeschichte handelt (die rückwärts erzählt wird), hat mich ziemlich neugierig werden lassen. Hinzu kommt der Faktor, dass die Kulisse das "betörend schöne, unentdeckte Mallorca" sein soll - dies hat mir natürlich zusätzlich große Lust auf den Roman gemacht.

Der Beginn ist dann auch noch recht spannend, denn es passiert ein Unglück, das die Neugier beim Leser entfacht: Die beiden (scheinbaren) Protagonisten Lulu und Gerald, die vor fast 60 Jahren kurz miteinander verheiratet waren und sich in all der Zeit auf der kleinen Insel Mallorca ziemlich erfolgreich aus dem Weg gehen konnten, treffen 2005 auf den Klippen, auf denen Lulu ein kleines Strandhotel führt, wieder aufeinander und dort passiert es: sie beginnen zu streiten, rutschen ab und stürzen in die Tiefe. Auf diese tragische Weise kommen die beiden ums Leben.

Dieser Unfall ist gleichzeitig der Startschuss für den rückwärts erzählten Bericht aus den vielen Jahren, bevor es zu diesem Unglück kam. Als Leser stellt man sich selbstverständlich die Frage, was zwischen Gerald und Lulu 1948 vorgefallen ist, warum sie nur so kurz verheiratet waren und wodurch sich all der Hass und die Ablehnung entwickelt haben. Das, was damals geschehen ist, muss ungeheuerlich gewesen sein, ansonsten kann ich mir diese jahrzehntelange Distanz und das Schweigen nicht erklären ... An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich die Auflösung am Ende, von der ich mir wirklich viel erwartet habe, nicht gut fand. Es schien alles irgendwie auf ein Missverständnis hinauszulaufen, aber eines, das ich als äußerst unglaubwürdig empfunden habe. Da hätte man (der Autor) sich wirklich etwas Besseres einfallen lassen können. Sehr schade.

~ »Ich werde dich glücklich machen, Gerald. Ich werde dich so glücklich machen, wie ich mich jetzt fühle.« ~
(S. 462)

Der weitere Rückwärtsverlauf der Geschichte hat mich dann fast nicht mehr packen können. Von Lulu und Gerald hat man in weiterer Folge auch nicht mehr allzu viel gelesen. Viel mehr hat man dann Aegina (Tochter von Gerald) und Luc (Sohn von Lulu) und deren Geschichten kennengelernt. Und nicht zu vergessen: das absolut uninteressante Getue von irgendwelchen Nebencharakteren. Zwischendurch hat sich der Autor teilweise sehr ausführlich über das Seefahren und Segeln ausgelassen (Peter Nichols ist selbst ein leidenschaftlicher Seefahrer.) und das ist leider absolut nichts, was mich brennend interessiert. Mag schon sein, dass es den einen oder anderen Hobbysegler unter den Lesern von Peter Nichols Buch gibt, aber ich wage zu behaupten, dass dies doch eine recht seltene Leidenschaft ist und somit wahrscheinlich bei kaum einem Leser Anklang findet.

Außerdem fand ich die Protagonistin Lulu und ihren Sohn Luc absolut unsympathisch. Lulu wird als eine dominante, gefühlskalte und unglaublich nachtragende Frau skizziert, die dennoch (unverständlicherweise) der Traum vieler Männer gewesen sein dürfte. Mit ihrem grazilen Äußeren und ihrer jugendlich wirkenden Art verdreht sie als 70-Jährige sogar noch jungen Burschen den Kopf. Ihr Sohn Luc ist da auch nicht viel besser als seine Mutter. Als triebgesteuerter Mann vertut er sich in seinem Leben das, was er sich immer am meisten gewünscht hat: Aegina.

Dieser Roman erzählt also eigentlich im weitesten Sinne die Liebesgeschichte von zwei Paaren, die bei den einen tragisch und bei den anderen einfach nur bedauerlich ausgeht.
Mich konnte keine der beiden Storys dauerhaft mitreißen. Klar, zwischendurch gab es schon von Zeit zu Zeit eine Szene, die ich wieder als lesenswert empfunden habe, weil sie auf irgendeine Art und Weise brisant war, aber im Großen und Ganzen hätte das Buch gut 200 Seiten weniger gut vertragen. Der Autor hätte die nebensächlichen Handlungen und Geschehnisse weglassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren sollen, er hätte nicht so viel darum herum schreiben dürfen. Dieser Umstand hat meine Lesefreude eben manchmal etwas geschmälert.

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Das Café am Rande der Welt

John Strelecky , Bettina Lemke , Root Leeb , Root Leeb
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2007
ISBN 9783423209694
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Buchrückseite::

In einem kleinen Café am Rande der Welt wird John, ein stets gestresster Manager, mit Fragen nach dem Sinn des Lebens konfrontiert. Diese führen ihn gedanklich weit weg von seiner Büroetage an die Meeresküste von Hawaii. Dabei verändert sich seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen, und er erfährt, wie viel man von einer weisen grünen Meeresschildkröte lernen kann. So gerät diese Reise letztlich zu einer Reise zum eigenen Selbst.

Meine Meinung:

Dass sich John auf dem Weg in seinen wohlverdienten Urlaub eines Tages verfahren und irgendwo im Nirgendwo in einem Café wie diesem landen würde, hätte er ganz bestimmt nicht erwartet. Das Café am Rande der Welt, oder auch: Das Café der Fragen, ist nämlich alles andere als ein normales 08/15-Café, in dem man zur Stärkung einfach nur ein bisschen was isst und trinkt und dann wieder abdüst. Nein, in Johns Fall stellte dieses Café, bzw. eigentlich die Menschen und die Fragen, mit denen er sich darin beschäftigt hat, einen Wendepunkt in seinem Leben dar.

Dieses Büchlein hat nur 127 Seiten und ich finde, dass jede einzelne davon optimal ausgenutzt wurde. Kein überflüssiges Blabla oder dergleichen. Ziemlich schnell wird man als Leser, sobald John im Café ist, mit den drei Fragen »Warum bin ich hier?«, »Hast du Angst vor dem Tod?« und »Führst du ein erfülltes Leben?« konfrontiert und ab dem Moment merkt man schon, dass diese Fragen das zentrale Thema in diesem Buch sein werden.

~ Wenn ich mir selbst gegenüber ganz ehrlich sein wollte, musste ich zugeben, dass ich mich schon jahrelang fragte, ob es im Leben nicht noch etwas anderes gab als das, was ich kannte. ~
(S. 36)

Was genau bedeutet die Frage »Warum bin ich hier?« und stellt es eine Herausforderung dar, sie sich zu beantworten und in weiterer Folge mit der Antwort etwas anzufangen? Kann man sie überhaupt wieder ignorieren, wenn man sich mit ihr auf einer gewissen Ebene schon auseinandergesetzt hat?
Im Buch steht geschrieben: »Die Menschen begegnen der Frage zu den unterschiedlichsten Zeiten in ihrem Leben. Manche klären sie schon in ihrer Kindheit, einige tun es, wenn sie älter sind, und andere machen es nie.« John macht es JETZT. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich mich selbst durch diese Lektüre auch zum ersten Mal so intensiv mit dem wirklichen Zweck meiner Existenz beschäftigt habe ... Also ja, man kann sagen, dass »Das Café am Rande der Welt« einige wichtige Denkanstöße bietet und den Leser dazu bringt, sich mit sich selbst und seinem eigenen Tun zu befassen.
Den Sinn seines Daseins herauszufinden und das zu tun, was einem Freude bereitet, ist das, was wir alle eigentlich verwirklichen sollten, um erfüllt zu sein. Dass dem aber gar nicht immer so einfach ist, zeigt diese Geschichte und ebenso das Nachdenken darüber.

~ »Warum verbringen wir so viel Zeit damit, uns auf den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem wir tun können, was wir möchten, anstatt es einfach sofort zu tun?« ~
(S. 68)

Für mich persönlich war das Buch sehr wertvoll, um auch mal ein wenig in diese Denkrichtung gestoßen zu werden. Aber ich vermute ganz stark, dass jeder Mensch tief in sich drin den Wunsch hegt, eine Arbeit zu haben, die ihn auch ausfüllt und das nicht ausschließlich geldmäßig ... Alles in allem deswegen ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Es dürfte auch autobiografisch sein, denn wie ich gelesen habe, gibt es erhebliche Parallelen zwischen Protagonist und Autor. ;) Das einzige, das ich etwas unheimlich, ja fast schon verstörend fand, war die Tatsache, dass die Kellner/Angestellten des Cafés oft irgendwie Gedanken lesen konnten. (Aber das nur am Rande bemerkt.)

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(1)

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Kein Y ohne Idylle

Noemi Poka
Flexibler Einband: 72 Seiten
Erschienen bei novum pro Verlag, 22.06.2015
ISBN 9783990388129
Genre: Romane

Rezension:

Die Buchrückseite:

Vor bitterböser Satire strotzende Schmankerl rund um die Krankenpflege in 21 Kapitel, aus der Zeit der Ausbildung zur Diplomkrankenschwester sowie des späteren Pflegepädagogikstudiums. Geboten werden auch witzige Geschichten aus dem beruflichen Alltag oder lustige Erlebnisse mit Schülern vom Standpunkt einer Lehrschwester. Leser finden hier auch tragisch-irrwitzige Anekdoten aus verschiedenen Stationen, beispielsweise der Psychiatrie, welche auf humoristische Art und Weise dargestellt werden.

Meine Meinung:

Ich, die bald Krankenschwester wird, habe dieses kleine 69-Seiten-Büchlein von meiner Stiefmutter, die bereits Krankenschwester ist, geschenkt bekommen. Sie wiederum hat es ebenfalls von einer Krankenschwester erhalten. Dass es sich hierin vorrangig um (witzige?) Anekdoten über die verschiedensten Situationen/Gespräche im pflegerischen Bereich handelt, dürfte eben vor allem für Mitglieder dieses Berufszweigs interessant sein. Manche Anekdoten fand ich sehr fachspezifisch und würde deswegen durchaus sagen, dass es nur Krankenschwestern amüsant finden, es sei denn, jemand anderer kennt sich mit den pflegerischen und medizinischen Fachausdrücken und "Insidern" auch sehr gut aus. Die meisten Anekdoten jedoch fand ich aber auch für Laien in diesem Bereich recht verständlich, weswegen ich die Lektüre nicht ausschließlich Krankenschwestern empfehlen würde.

Dennoch bekommt das Buch von mir keine wirkliche Empfehlung, nicht weil ich den "Wiener Schmäh", der darin zuhauf vorkommt, nicht mag, sondern weil ich in etwa die Hälfte der Anekdoten gar nicht mal so witzig fand.
Vielleicht ist das einfach nicht mein Humor? - Aber ich kann halt nichts Witziges daran finden, wenn der Hintern eines Klassenkollegen, dessen Hose etwas zu tief sitzt, weil er beleibter ist, im Unterricht fotografiert wird, um darüber untereinander zu lachen. Sorry, das ist Mobbing und für mich absolut nicht zu befürworten, niemals. Für mich ist das Zitat von Richard Brinsley Sheridan am Anfang des Buches (Es ist unmöglich, witzig zu sein ohne ein bisschen Bosheit. Die Bosheit eines guten Witzes ist der Widerhaken, der ihn haften lässt.) also völlig unmöglich!

Andere Anekdoten, wie zum Beispiel die über den Kreuzstich von zwei Patientinnen, fand ich noch ganz annehmbar:

~ »Herr Oberarzt? Und wie machen Sie das zur Weihnachtszeit? Wenn Sie Bereitschaft haben und vorher am Christkindlmarkt auf einen Punsch waren?« »Mein lieber junger Kollege! Ich habe in meinem Leben schon so viele Kaiserschnitte durchgeführt, dass ich das mit drei Promille locker auch noch kann!« »Wie beruhigend für die Patientin, Herr Oberarzt. Die Frau hatte übrigens einen Kreuzstich!«, war von der Instrumentaria zu vernehmen. ~

Oder: ~ »Oh mein Gott, is des Kind schiach! So a schiaches Kind hab ich ja no nie g'sehn! Des schaut ja aus wia a Aff.« Die Schülerin traute sich zu sagen: »Ähm, Herr Doktor, die Frau hatte einen Kreuzstich!« Daraufhin der Oberarzt wie aus der Pistole geschossen: »Ma is des liab, des Kind!« ~

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Doch mit den Clowns kamen die Tränen

Johannes Mario Simmel
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 15.04.1990
ISBN 9783426029572
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht's:

Doch mit den Clowns kamen die Tränen ... dabei war das Rund des Zirkus eben noch erfüllt vom glücklichen Lachen der Kinder über zwei wundervolle Spaßmacher. Nun haben die beiden plötzlich Maschinenpistolen in den Händen und feuern brutal in die wehrlose Menge. Dem grauenhaften Blutbad fallen auch der berühmte Genforscher Martin Gellhorn, seine Frau und seine kleinen Töchter zum Opfer. Eine andere Besucherin, Norma Desmond, international anerkannte Reporterin, versucht vergebens, ihren Sohn in Sicherheit zu bringen. Nach dem Verlust des geliebten Kindes sieht Norma nur mehr einen Sinn in ihrem Leben: Sie muss herausfinden, warum all dies geschah. Die Spur führt sie schnell in Gellhorns Institut, wo ein Team junger Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern an höchst riskanten Experimenten arbeitet.

Meine Meinung:

Und hier haben wir es wieder: eine Journalistin/Reporterin, die geheimen Machenschaften auf den Fersen ist, diesmal allerdingt einen ganz persönlichen Grund hat, warum sie sich durch ihre Schnüffelei in Gefahr begibt: ihr Sohn wurde von den Verantwortlichen ermordet. Irgendwie kommt mir dieses Szenario aus einigen meiner zuletzt gelesenen Büchern sehr bekannt vor. Aber durch keines davon war ich so wenig überzeugt von der Story wie durch diese ...

Die Protagonistin Norma Desmond ist mir leider bis zum Schluss durch und durch unsympathisch geblieben. Sie war mir einfach zu wenig greifbar, ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren. Mein Freund, mit dem ich das Buch gemeinsam gelesen habe, hat sie als persönlichkeitslos beschrieben und ich finde, das passt auch sehr gut zu ihr. Darüberhinaus fanden wir es relativ realitätsfern, dass sie als Journalistin überall mithin genommen, beispielsweise auch zu Polizeieinsätzen, und ständig beschützt wurde.
Normas Gedanken gingen manchmal auch einfach überhaupt nicht, viel zu platt und kitschig und überhaupt kam das daher. – So auf die Art: »Jan, oh Jan, nein, nein, ich kann nicht!«

~ Die Angst. Das Misstrauen. Die Wurzel allen Übels. ~
(S. 322)

Die Story ganz allgemein betrachtet, konnte uns nicht überzeugen. Sie wirkte oft wie ein vorhersehbarer Krimi, in dem es eine "böse" und eine "gute" Seite gab, die aber trotzdem beide irgendwie von Hass getrieben waren. Und am Ende die noch unvermeidliche Entführung, um nochmal so ein bisschen zusätzliche Spannung reinzubringen. Meiner Meinung nach war das alles viel zu gewollt.
Nicht zu vergessen: es gab natürlich auch noch einen Verräter, um den sich alles dreht und den man aufspüren mag, aber durch Simmels Art, die Geschichte zu erzählen (zu der ich gleich noch was sage), interessiert es einen einfach nicht mehr/ist es einem egal, wer der Verräter ist.

Mir persönlich war einiges zu viel: zu viele Handlungsstränge, auf die man sich hätte konzentrieren sollen, zu viele Personen(namen) und zu viele besuchte Orte, die ich mir nicht merken konnte. Dafür, dass das eigentlich Trivialliteratur und so schlecht geschrieben war, war es mir viel zu komplex. Hinzu kamen andauernd diese kurzen Sätze, die beim laut Vorlesen das Gefühl vermittelt haben, einen abgehackten Text zu lesen. Dadurch kommt der Lesefluss halt überhaupt nicht in Schwung und es macht keinen Spaß.

Es war so Vieles unnötiges Geschreibsel mit dabei, das den Fall überhaupt nicht weitergebracht hat und oft habe ich mich deswegen beim Lesen ja noch nicht mal wirklich drauf konzentriert, was ich gelesen habe. Erstens ist mein Freund dabei eingeschlafen und dann war das irgendwie so: der eine schläft und die andere liest einfach nur mehr Buchstaben vor. Und das soll es nicht sein!

~ Wer Frieden will, muss Grenzen öffnen und nicht Mauern bauen! ~
(S. 299)

So, bevor ich jetzt nur Negatives über meinen ersten Roman von Johannes Mario Simmel schreibe, will ich gerne auch noch was Positives loswerden: Die Geschichte ist durchaus gesellschaftskritisch, aber dafür ist Simmel auch bekannt. Leider fehlt ihm ein bisschen das Talent zu unterhalten. Seine Recherchen in den Nebenstorys waren echt gut und vor allem interessant. Man merkte, dass der Autor sich mit der Thematik ausreichend auseinandergesetzt hat. Beispielsweise ging es um geschichtliche Hintergründe verschiedener realer Personen, die Atombomben gebaut haben. Aber auch um Beschreibungen über die DNA/die Vererbungslehre, die ich ziemlich spannend fand.
Also es gab sie, diese Stellen, die sehr interessant und verfolgenswert waren, das kann ich nicht leugnen. Das war es dann aber leider auch schon mit Positivem.

Grundsätzlich hätte Simmel den Charakteren mehr Persönlichkeit geben sollen, vieles Unnötiges Gelaber weglassen und das Buch somit um ein Drittel kürzen können, dann wäre meine Bewertung schon mal ein wenig besser ausgefallen. Dafür, dass das Buch eigentlich eine sehr spannende Thematik behandelt und dadurch auch eine spannende Handlung hätte geschaffen werden können, hat es in mir leider nicht sonderlich viel Spannung erzeugt.

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190 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 73 Rezensionen

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Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

Rezension:

Der Klappentext:

Dies ist eine Liebesgeschichte.
Addie Moore und Louis Waters wohnen nur ein paar Häuser voneinander entfernt und kennen sich seit vielen Jahren, wenn auch nicht besonders gut. Beide sind um die siebzig, beide sind verwitwet und leben allein.
Eines Abends klingelt Addie bei Louis und macht ihm einen Vorschlag: Ob sie nicht ab und zu die Nacht zusammen verbringen wollen? Denn nachts ist die Einsamkeit am schlimmsten. Es geht nicht um Sex, sondern um Nähe und Geborgenheit.
Louis ist zunächst verblüfft, doch er will es versuchen. Bald geht er jeden Abend zu Addie und übernachtet bei ihr. Sie liegen im Dunkeln nebeneinander, unterhalten sich und lernen sich immer besser kennen. Zwischen den beiden entsteht eine innige Verbindung und schließlich auch eine Liebe. Dass die gesamte Kleinstadt sich das Maul über sie zerreißt, ist ihnen egal. Dass ihre Kinder die Beziehung nicht gutheißen, schon weniger - aber sie wollen sich ihr Glück dadurch nicht verderben lassen.

Meine Meinung:

Der Roman Unsere Seelen bei Nacht von dem bereits 2014 verstorbenen Autor Kent Haruf umfasst nur 197 Seiten, und selbst auf diesen wenigen Seiten findet sich nicht so viel Geschichte (wegen der großen Text-Aussparung an den Rändern und den vielen kurzen Kapiteln), weswegen man mit dem Büchlein schnell fertig sein dürfte. Gerade deswegen finde ich es bei derartigen Büchern wichtig, dass mich der Inhalt schnell abholen und überzeugen kann. Leider waren mir die ersten 20 Seiten noch etwas zu zäh. Die Geschichte hat nämlich erst langsam an Fahrt aufgenommen. Und zwar frühestens dann, als man die beiden Charaktere Addie und Louis näher kennengelernt hat. Sodann wurde es endlich interessanter für mich, also ich wollte das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie sich die Beziehung der beiden Senioren weiterentwickelt.

Dass die Leute gerne mal lästern und hinter dem Rücken über einen herziehen, ist wahrscheinlich rund um den Globus in den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten Thema. So auch im fiktionalen Holt in den USA. Genau das ist nämlich die Hauptthematik in diesem Roman. Besonders interessant ist es in diesem Fall deshalb, weil es um zwei betagtere Menschen geht, von denen der eine mitten in der Nacht anfängt ins Haus der anderen zu schlüpfen - und das bekommt scheinbar jeder in der Nachbarschaft mit. Für viele scheinen diese nächtlichen "Ausflüge" ein Problem zu sein. Da dies aber aus vollkommen harmlosen Gründen geschieht, können und wollen die Protagonisten sich dadurch nicht beirren lassen ...
Einerseits geht es also um das Gerede der Leute mit all seinen möglichen negativen Auswirkungen, ganz speziell, was die eigene Familie, sprich den Sohn und Enkel von Addie betrifft. (Dabei spielt auch Erpressung eine Rolle!)
Und andererseits kann man bei dieser Lektüre lernen zu verstehen, was es bedeutet, älter zu werden, den Partner an den Tod zu verlieren und mit der damit einhergehenden Einsamkeit umzugehen. Addie und Louis haben ihre Situation bestmöglich zu lösen versucht - und dabei gab es die eine oder andere erheiternde, aber bestimmt auch traurige Szene, die mich ans Buch fesseln konnte.
Unsere Seelen bei Nacht ist eine in ruhigem Ton geschriebene Geschichte über zwei Menschen, die an ihrem Lebensabend noch zueinander finden und sich über alle Hindernisse hinwegsetzen, um zusammen sein zu können - auch wenn dies schlussendlich nur mehr über intime Gespräche geschehen kann ...

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2.599 Bibliotheken, 41 Leser, 4 Gruppen, 198 Rezensionen

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After forever

Anna Todd , Corinna Vierkant-Enßlin , Julia Walther
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.08.2015
ISBN 9783453418837
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Die Buchrückseite:

Die Verbindung zwischen Tessa und Hardin ist so stark wie nie zuvor. Tessa ist längst nicht mehr das süße Good Girl, das sie einmal war. Und Hardin nicht mehr der unberechenbare Bad Guy, in den sie sich leidenschaftlich verliebt hat. Tessa versteht seine gequälte Seele und weiß, dass nur sie ihn beruhigen kann, wenn er ausrastet. Er braucht sie. Doch als die Vergangenheit sie wieder einholt, wird Tessa klar, dass sie ihn nicht retten kann. Zumindest nicht, ohne sich selbst zu opfern ...

Meine Meinung:

Wie nicht anders zu erwarten war, geht es auch in Band 4 der After-Reihe heiß her, was das Beziehungs-Chaos von Tessa und Hardin betrifft. Es wird wieder gestritten, sich versöhnt und einander geliebt, aber auch auf einen großen Cut kann man sich als Leser einstellen - und zwar auf einen wirklich langen, bisher noch nie dagewesenen. Und das will bei Hardin und Tessa was heißen!
Dieser Cut ist allerdings wichtig für beide Protagonisten, besonders aber für Hardin, denn dadurch versteht er endlich, dass dies seine allerletzte Chance ist, sich zu verändern und für Tessa zu einem besseren Menschen zu werden.

~ Es ist unmöglich, Leute zu ändern, die ein festes Bild von sich haben. Man kann sie noch so sehr unterstützen, sie werden ihre niedrigen Erwartungen nicht aufgeben, man kann ihnen noch so viel Liebe geben, aber sie werden ihren Selbsthass nicht vergessen. ~
(S. 112)

Hardins Entwicklung ist in diesem Buch wahrlich die gewaltigste. Er verändert sich so sehr, dass ich es gar ein wenig unglaubwürdig fand. Er begründet seine Veränderung natürlich mit dem Einwirken von Tessa: »Du hast mich zu mir selbst gemacht.«.
Ja sogar als Autor versucht er sich und macht sich doch tatsächlich einen Namen damit. - Wer hätte das gedacht? Im Grunde schreibt er über seine und Tessas Reise nach ihrem ersten Aufeinandertreffen. Und wie heißt sein erstes Buch? - Selbstverständlich »After«. ;)

~ Wir gehören zusammen, das ist eine unbestreitbare Tatsache. ~
(S. 543)

Und was Hardin über seine Bücher sagt, kann man eigentlich generell auf die gesamte After-Reihe anwenden, und weil mir das so gut gefallen hat und ich es einfach als sehr dazupassend empfinde, habe ich es hier zitiert:
»Das ist die Art von Liebesgeschichte, die sich mit echten Problemen herumschlägt. Eine Geschichte, über Vergebung und bedingungslose Liebe, und sie zeigt, wie sehr sich ein Mensch verändern kann, wirklich verändern kann, wenn er sich nur genug bemüht. Diese Geschichte beweist, dass alles heilen kann. Sie zeigt, dass man wenn man jemanden hat, auf den man sich stützen kann, jemanden, der einen liebt und der einen nicht aufgibt, den Weg aus der Dunkelheit finden kann. Sie zeigt, dass man, egal, was für Eltern man hatte und mit welcher Sucht man sich herumschlagen muss, alles überwinden kann, was einem im Weg steht. Und dass man ein besserer Mensch werden kann.«

~ »Wir sind so ein Fiasko«, flüstert sie und hebt den Kopf, sodass wir uns in die Augen sehen können.
»Ein unbestreitbares, wundervoll chaotisches Fiasko.« ~

(S. 544)

Damit hat Hardin meiner Meinung nach vollkommen recht und deswegen hat mich seine starke Veränderung zum Ende hin mit der Geschichte noch vollständig versöhnen können. Ich bin ja so ein kleiner Happy-End-Junkie und all jenen, denen es ebenso geht wie mir, denen kann ich an dieser Stelle verraten, dass man sich auf ein wundervolles, aber vor allem zufriedenstellendes, Ende dieses Bandes freuen kann. Ich bin ja gespannt, was mich dann noch in »Before us« erwartet.

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1.292 Bibliotheken, 17 Leser, 2 Gruppen, 243 Rezensionen

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Mein bester letzter Sommer

Anne Freytag
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453270121
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Klappentext:

Wer will schon etwas mit einer 17-jährigen Jungfrau ohne Führerschein zu tun haben, die noch dazu bald sterben wird? Niemand. Davon zumindest ist die schüchterne Tessa überzeugt und verbarrikadiert sich seit Wochen in ihrem Zimmer.
Tessa ist schwer krank - jeder Schlag ihres Herzens könnte ihr letzter sein. Das macht sie traurig und wütend. Wütend, weil sie ihr Leben nicht mehr leben, nie das Abi feiern oder in eine WG ziehen kann. Tessa wird nie in Oxford ans Konservatorium gehen oder einen Jungen küssen. Doch dann taucht plötzlich Oskar auf. Und er lässt nicht locker. Auch nicht, als Tessa ihn wegzustoßen versucht. Und so findet sich Tessa plötzlich mit Oskar und seinem klapprigen Volvo in Italien wieder und stellt fest, dass jeder Tag, jede Stunde das pure Glück bedeuten kann, wenn du sie mit dem Menschen verbringst, der dich so liebt, wie du bist ...

Meine Meinung:

Mein bester letzter Sommer ist ein Roman, der meines Erachtens schon seit seiner Erscheinung so gehyped worden ist, wahrscheinlich ähnlich wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Und genauso wie in John Greens Geschichte geht es hier um zwei Jugendliche, die nur begrenzt lange Zeit miteinander verbringen können. Einer von den zweien stirbt nämlich schon bald. In diesem Buch ist es Tessa. Und ich finde, das lässt die Protagonistin uns Leser auch ständig wissen: so oft und teilweise makaber, dass es mir persönlich zu viel war. Das ist der Grund, weshalb Tessa mir anfangs eher unsympathisch war: sie spricht mir zu häufig völlig emotionslos über ihren Tod, übers Sterben im Allgemeinen und macht schlechte Scherze darüber. Galgenhumor würde man das nennen. - Ist nicht ganz das, worauf ich stehe.

Bis ca. Seite 100 hat man auch nicht gewusst, was eigentlich mit Tessa los ist. Dass irgendwas mit ihrem Herzen nicht stimmt und sie deswegen wohl bald das Zeitliche segnen wird, stand da, nichts aber von einer genauen Diagnose, unter der man sich mehr vorstellen hätte können. Erst dann hat man erfahren, dass ihr Herz seit ihrer Geburt "ein Loch" hat und ihre Lungenschlagader fehlt, aber den genauen Grund, warum sie denn gerade jetzt sterben soll/wird, hat man bis zum Schluss nicht herauslesen können.

~ Ich liebe alles an ihm, aber am meisten liebe ich, wie lebendig ich mit ihm bin. Und wie oft er mich vergessen lässt, dass ich es nicht mehr lange sein werde. ~
(S. 271)

Oskar, der perfekte Oskar

Und dann, in der wahrlich ungünstigsten Zeit ihres Lebens, taucht plötzlich dieser Junge auf, Oskar.
Allein dieses erste einander Erblicken und Ansehen wird schon so unwirklich magisch beschrieben, dass ich mir bereits da gedacht habe, dass die weiteren Situationen mit Oskar nur ähnlich kitschig ablaufen können. Großteils war dem dann auch so ...
In Tessas Augen ist Oskar ein Gott, ein übermenschliches Wesen. Sie glorifiziert ihn vom Scheitel bis zur Sohle. Deshalb, und weil ihr ja auch bewusst ist, dass ihre Tage hier auf Erden gezählt sind, ist sie wahrscheinlich auch so nachdenklich, verkrampft und eifersüchtig. Auf diese Weise verkompliziert sie leider alles. Man fragt sich manchmal wirklich, warum Oskar sich das mit ihr "antut".

Meine Rezension liest sich bisher wahrscheinlich eher wenig begeistert. Zur Verteidigung der Geschichte muss man aber auch betonen, dass Mein bester letzter Sommer als Jugendbuch ab 14 Jahren ausgewiesen ist und ich finde, genau so wirkt es auch: Ein bisschen zu romantisch und zu perfekt um wahr zu sein. Jugendliche, die verliebt sind (in Tessas Fall sogar zum ersten Mal!), haben eben manchmal diesen Blick auf den Stand der Dinge, denke ich. Ich glaube, das hat Anne Freytag ganz gut eingefangen.

~ Ich dachte, ich gehe als unbeschriebenes Blatt, aber das werde ich nicht. Oskar hat Spuren hinterlassen. Seine Gefühle in meinem Herzen, seine Stimme in meinem Kopf und seine Hände auf meiner Haut. Ich glaube, ich habe es verstanden. Liebe ist genug. Und ich wurde geliebt. ~
(S. 350)

Aber außerdem enthält diese Geschichte eine wunderschöne Botschaft. Je mehr Zeit die beiden gemeinsam auf ihrem Roadtrip durch Italien verstreichen lassen (und es ist wirklich nicht viel Zeit), desto mehr kann man auch die Veränderung in Tessa beobachten. Ihr Tod naht und sie versteht immer mehr die Bedeutung des Lebens und versucht das auch in ihr noch vorhandenes Leben zu integrieren. Das fand ich wirklich schön: dass Tessa letztlich verstanden hat, worum es geht und sie das glücklich gemacht hat.
Die letzten Seiten fand ich sehr berührend, sie haben mich schlussendlich doch noch mit der Geschichte versöhnt und mich etwas traurig zurückgelassen.

Wer über meine Kritikpunkte hinwegsehen will und kann, sollte sich dieses Buch gönnen. Die letzten Seiten und die schöne Botschaft darin (Worum es im Leben wirklich geht!) sind die Lektüre auf jeden Fall wert.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Against All Enemies. Gegen alle Feinde, englische Ausgabe

Tom Clancy , Peter Telep
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Penguin UK, 06.02.2012
ISBN 9780241961070
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Buchrückseite:

When ex-Navy SEAL and CIA operative Maxwell Moore barely survives a prisoner exchange that goes explosively wrong off the coast of Pakistan, he realizes that powerful, cunning forces have been marshalled against him. Determined to dig out the truth, he uncovers a shocking conspiracy.

The two greatest threats to US security – the Taliban and a vicious Mexican drug cartel – have forged an unholy alliance. For the cartel, it means money, power and control of the drug trade. But for the Taliban, it is an opportunity to bring the fire of jihad to the heartland of the infidel.

Now Moore and his depleted team must infiltrate the drug cartel in the hunt for terrorists preparing to bring destruction to America's streets.

Meine Meinung:

Against all Enemies habe ich von einer ehemaligen Patientin in einem meiner Praktika geschenkt bekommen. Die Patientin (über 90 Jahre!!) hat das Buch damals während ihres Krankenhausaufenthaltes ausgelesen und mir anschließend geschenkt. Ihr hat das Buch gefallen, nur war es ihr einen Ticken zu blutig. Das kann ich absolut bestätigen: also dass es ziemlich blutrünstig war. Gefallen hat mir das Buch nicht wirklich. Höchstens zwei Sterne ist mir der Inhalt wert.

~ Doing something reckless and getting shot by his own people was to reach a level of stupidity usually reserved for adulterous politicans. ~
(S. 117)

Nicht nur, dass hier andauernd irgendwer zu Tode kommt, weil er irgendwie erschossen, erstochen oder sonst wie niedergemetzelt wird, die Thematik und der Plot waren auch absolut nicht interessant für mich. Es geht um Drogen, Terrorismus, um einen der mächtigsten Männer der Welt, der in fast allem seine Finger mit im Spiel hat und dann natürlich noch um Moore, unseren Protagonisten, der scheinbar ein sehr fähiger Navy SEAL und CIA-Mann ist, da er bei den Operationen immer so verdammt gut ist (oder auch einfach nur verdammt großes Glück hat). Selbstverständlich sterben immer alle anderen, niemals er.

Das Buch besteht im Großen und Ganzen aus viel Schießerei, einer Menge Gelaber über irgendwelche Waffen(arten)/Waffenbezeichnungen, den Operationen selbst mit viel Mord und Totschlag und nur ein ganz klein wenig aus dem Privatleben/den Gefühlszuständen der Charaktere. Moore war mir ein Protagonist, mit dem ich nicht viel anfangen konnte. Manchmal hat er sich darüber ausgelassen, wie belastend seine Arbeit nicht ist und er sich einfach nur Normalität wünscht mit einer Frau und Familie und so weiter, aber im gleichen Zug sagt er, dass das ja nicht geht, weil er es auf Dauer nicht aushält, normal zu sein. So lebt er halt weiter sein psychisch und körperlich belastendes Leben und kämpft gegen das Böse. ... Soll mir recht sein!

~ »Deep down we knew beyond a shadow of a doubt that we weren't born to live ordinary lives. We knew that when we were kids. And we know it now.« ~
(S. 228)

Empfehlen kann ich euch das Buch leider nicht, es sei denn, ihr mögt es besonders blutig und gewaltvoll und habt Freude an einer Handlung, die eigentlich fast nur aus Action, Verfolgung und viel zu wenig Zwischenmenschlichem besteht.

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