Leserpreis 2018

Janine2610s Bibliothek

265 Bücher, 247 Rezensionen

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957 Bibliotheken, 47 Leser, 1 Gruppe, 201 Rezensionen

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Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mein kompetentes Baby

Nora Imlau
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kösel, 29.08.2016
ISBN 9783466310678
Genre: Sachbücher

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163 Bibliotheken, 20 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Die Mondschwester

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.11.2018
ISBN 9783442314461
Genre: Romane

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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artgerecht - Das andere Baby-Buch

Nicola Schmidt , Claudia Meitert
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kösel, 02.11.2015
ISBN 9783466346059
Genre: Sachbücher

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Vegetarierin

Han Kang , Ki-Hyang Lee
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.09.2017
ISBN 9783746633336
Genre: Romane

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222 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

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Hector und die Entdeckung der Zeit

François Lelord ,
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2008
ISBN 9783492252676
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Natur und ihr Recht

David Boyd , Karoline Zawistowska
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ecowin, 20.09.2018
ISBN 9783711001719
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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36 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Oje, ich wachse!

Frans X. Plooij , Hetty van de Rijt , ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Mosaik, 17.02.2005
ISBN 9783442390755
Genre: Sachbücher

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby

Kareen Dannhauer , Claudia Meitert
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kösel, 04.09.2017
ISBN 9783466310760
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

Guter Hoffnung ist ein Begleiter für alle Phasen der Schwangerschaft und die turbulente Zeit im Wochenbett. Für viele Frauen sind das die intensivsten Monate ihres Lebens.
In diesem Buch beantwortet Kareen Dannhauer all die Fragen, die sie nach über 20 Jahren Berufserfahrung und unzähligen Hausbesuchen kennt. Ihre Antworten sind warmherzig, fundiert und zeitgemäß. Die klassischen Themen werden hier genauso ausführlich besprochen wie ganz neue Entwicklungen in der Geburtshilfe.
Ein Lesebuch für informierte Entscheidungen rund um die Geburt und ein übersichtliches Nachschlagewerk für Gesundheit, Wohlbefinden und einen ausgeglichenen Gefühlshaushalt von Mama und Baby.

Meine Meinung:

Ich bin zum ersten Mal schwanger und erwarte bereits in den nächsten zwei Wochen meine kleine Tochter. Im Laufe einer Schwangerschaft stellt man sich als Bald-Mami natürlich die eine oder andere Frage. In dieser Zeit wird man auch hin und wieder abwechselnd von Sorgen oder Ängsten geplagt, besonders, wenn es das erste Kind ist, man noch ziemlich am Anfang der Schwangerschaft steht und man auch sonst keine oder kaum Erfahrungen mit diesen Themen hat. Das Internet bietet zwar genügend verschiedene Antworten zu allen möglichen Fragen in diesem Bereich, allerdings ist es mir in manchen Belangen einfach lieber, etwas Festes in Händen halten zu können, das mich ebenfalls gut beraten kann. In diesem Fall ist es eben Guter Hoffnung, das ich mir anstatt eines anderen Hebammenbuches bestellt habe, weil mich dessen Rezensionen mehr überzeugt haben.

Am Anfang meiner Schwangerschaft, als ich noch nicht viel Ahnung von all den körperlichen und seelischen Veränderungen hatte, die auf mich zukommen würden, wäre ich wahrscheinlich etwas empfänglicher für das Wissen in diesem Buch gewesen. Bei mir war es so, dass, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist und ich mich auf das bevorstehende Ereignis – körperlich, mental und organisatorisch – vorbereitet habe, auch die Angst/Unsicherheit geschwunden ist und ich mich sehr sicher und entspannt gefühlt habe, was die Schwangerschaftssymptome und die Geburt betrifft.

Bei Guter Hoffnung fand ich vor allem auch den Untertitel-Aufdruck Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung sehr interessant. Ich habe ein Werk erwartet, welches mich gut berät, mir Neues näherbringt und bei dem ich das Gefühl bekomme, dass ich gut für alles vorbereitet bin.
Die Autorin widmet sich sehr ausgiebig dem Thema: Was kann man bei diesem oder jenem Zipperlein tun? Vor allem alternative oder auch komplementärmedizinische Methoden und Mittelchen werden empfohlen (natürlich von der eigenen Naturheilmittellinie der Autorin – was einen etwas faden Beigeschmack hat!). An und für sich finde ich das sehr gut und sicher auch lohnenswert, es auszuprobieren. Da ich aber schon länger aus der Anfangszeit der Schwangerschaft hinaus war, als ich das Buch zu lesen begonnen habe und somit keine der anfangs beschriebenen Symptome mehr auf mich zutrafen, war das Ausprobieren von Dannhauers Ratschlägen und Mittelchen bei mir nicht mehr notwendig. Ich kann an dieser Stelle also auch nicht sagen, ob mir irgendetwas daraus geholfen hätte.

Was mich in diesem Buch aber einigermaßen genervt hat, war der Ernährungsteil – besonders der über Veganismus. Ich lebe jetzt seit fast 8 Jahren vegan (Ja, ich habe überlebt! *Ironie off*) und habe das auch in meiner Schwangerschaft weiterhin getan – und keine Sekunde bereut. Mir geht es prächtig! Ich habe mich schon sehr mit dem Thema vegan in der Schwangerschaft auseinandergesetzt und weiß ganz genau, worauf ich "achten" muss – und das ist (außer dem Vitamin B12 – was sowieso ein eigenes Thema bei Veganern ist!) eben nichts im Speziellen/nichts Anderes als bei Allesessern. Ich traue mich sogar zu behaupten, dass ich vielleicht sogar noch weniger Probleme mit Mangelzuständen habe, als andere, normal essende Schwangere, da ich grundsätzlich schon eine sehr bewusste Esserin bin, weil mich das Thema Ernährung und Nährstoffe immer schon brennend interessiert hat. Dass ich irgendwas mit meiner Ernährung falsch mache, kann man mir absolut nicht vorwerfen, da es mir körperlich super geht und ich mich sehr wohl fühle, das bestätigen auch meine unauffälligen Blutwerte. Ich hab ja noch nicht mal Wadenkrämpfe, was bei Schwangeren häufig vorkommen soll. Außerdem hat mir meine Frauenärztin bei der letzten Ultraschalluntersuchung ein "optimales Baby" bestätigt: optimales Gewicht, wunderschöne Organe, ein kräftig schlagendes Herzchen. Dannhauers Kapitel über Veganismus impliziert einfach, dass ich als Veganerin eine schlechte Mutter bin und deswegen hat es mich umso mehr angegriffen, in diesem Buch lesen zu müssen, dass Veganismus "nicht per se gesund ist, sondern aus ernährungsphysiologischer Sicht sogar defizitär". Eine Hebamme ist nun mal eine Hebamme und keine Ernährungswissenschaftlerin. Kann sein, dass sie sich die eine oder andere Meinung eines ernährungskundigen Menschen eingeholt hat, aber fundiert sind ihre "Anschuldigungen" gegenüber vegan essenden Menschen ganz sicher nicht! Ich gehe auch nicht her und sage, dass Omnivoren die ungesünderen Schwangeren sind. Könnt ich aber machen, beispielsweise hemmen nämlich Milchprodukte die Eisenaufnahme stark, was in einer Schwangerschaft sehr ungünstig ist, da man einen wesentlich höheren Eisenbedarf hat. Und was ein Eisenmangel auslösen kann, das wissen wir wahrscheinlich alle (mehr oder weniger). Was tierische Fette und tierisches Eiweiß im Körper bewirken, möchte ich an dieser Stelle nicht mehr ausführen, die Rezension ist ohnehin schon sehr lang.
(Die letzten Zeilen hier hätten jetzt vielleicht nicht mehr unbedingt sein müssen, aber mich hat das Kapitel einfach tierisch genervt, weil darin ein falsches Bild vom Veganismus vermittelt wird und deswegen wollte ich mir ein bisschen meinen Ärger von der Seele schreiben!)

Im Grunde kann man das Buch empfehlen, keine Frage. Für mich persönlich war es aber nicht unbedingt notwendig, da ich mich sowieso bereits sehr sicher fühle und intuitiv weiß, was ich zu tun habe. Viele der Symptome und Dinge, die eventuell in der Schwangerschaft eintreten könnten und die hierin beschrieben werden, waren mir auch fremd.
Aber um ehrlich zu sein: wenn man ein ängstlicher Mensch ist und man sich schnell verunsichert fühlt, würde ich das Buch AUF KEINEN FALL lesen, da all das Schlimme und Unangenehme, was passieren könnte, was eintreten könnte, einen verrückt machen und Angst auslösen kann. - Und Angst ist das Letzte, was man bei der Geburt braucht. Ein bisschen auf sich selbst, die Intuition und den eigenen Körper zu hören, reicht manchmal schon völlig aus, um ruhig und entspannt dem Geburtserlebnis entgegen zu blicken und Vertrauen in seinen eigenen wundervollen Frauenkörper zu haben, der ja schließlich dafür geschaffen ist, zu gebären!

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303 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

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Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757749
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot und einer ganz besonderen Fracht versucht sie die französische Küste zu erreichen. Dort will sie den Mann zur Rede stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist.

Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.

Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit.

Meine Meinung:

Wasser: mitunter das wichtigste, das der Mensch zum Überleben braucht!
Wenn man bedenkt, dass die gegenwärtigen 7,5 Milliarden Menschen bereits jetzt bedenklich viele/zu viele lebensnotwendige Ressourcen (unnötig) verbrauchen, wie sähe das Ganze dann erst in 30 Jahren aus, also 2050? (Wenn wir etwa 10 Milliarden sind und unser Konsumverhalten nicht überdacht und verändert haben?) Man muss nicht besonders klug sein, um sich darauf die Antwort »nicht rosig!« geben zu können.
Maja Lunde hat sich in Die Geschichte des Wassers genau diesem Problem gewidmet, und zwar in Form von zwei Geschichten: die eine spielt mit der Protagonistin Signe in der Gegenwart (2017) und die zweite mit David und seiner kleinen Tochter Lou in einer dystopischen Zukunft im Jahre 2041. Diese beiden Geschichten verknüpft die Autorin am Ende ihres Buches sehr gekonnt, wie ich finde.
Signes Geschichte, mit der das Buch startet, hat mich persönlich erst mal noch nicht wirklich abholen können, da in ihren Kapiteln viel das Leben auf dem Boot am Meer Thema ist. Vor allem das Gefasel über den ganzen Segel-, Schiff- und Bootkram, dem eindeutig zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, hat mich gelangweilt. Mit den meisten fachspezifischen Ausdrücken konnte ich leider auch nichts anfangen, und zum Nachschlagen waren es mir definitiv ZU VIELE fremde Wörter. Glücklicherweise hatten diese Ausführungen sehr bald ein Ende und auch Signes Kapitel wurden äußerst spannend.
Die Kapitel mit David und Lou haben mich von Anfang an gefesselt, ihre persönlichen Schicksale habe ich durchgehend gebannt verfolgt.

Klar ist das hier eine erfundene Geschichte, allerdings finde ich die gar nicht so weit hergeholt, in Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen, was unser Wasser und andere Ressourcen betrifft. Es ist schon erschreckend zu lesen, dieses Zukunftsszenario, in dem David und Lou tagtäglich um ihr Überleben kämpfen müssen. So oder so ähnlich könnte es uns in ein paar Jahrzehnten auch ergehen, und diese Vorstellung finde ich wahnsinnig beunruhigend. Manche Dystopien bewahrheiten sich eines Tages bzw. sind dabei, sich in der Gegenwart zu verwirklichen, man denke nur an 1984 von George Orwell.

Die Geschichte des Wassers ermöglicht einen ganz guten, wenn auch bedrückendenden, Einblick in eine sehr wahrscheinliche Zukunft, allein das Trinkwasser betreffend. Dieses ernste Thema, das ich momentan viel wichtiger finde, als so manch anderes politisches Thema, bekommt hierin einen Raum. Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung, kein Sachbuch, nein. Hierin wird das Schicksal von vielen Menschen im Allgemeinen und das von David und Lou im Speziellen erzählt. Das sind Menschen wie Du und ich, und deshalb finde ich es umso erschreckender, SO ETWAS zu lesen, als einfach nur ein Sachbuch.

Am liebsten würde ich hergehen und jedem Menschen, der mir begegnet, diesen Roman in die Hand drücken. Leider lesen so wenige Menschen wirklich gern, sodass dieser Plan wahrscheinlich grundsätzlich schon zum Scheitern verurteilt wäre. Ich kann ihn an dieser Stelle also eigentlich nur dringlichst jedem ans Herz legen.
Mir hat dieser Roman jedenfalls total Lust auf Maja Lundes erstes Buch Die Geschichte der Bienen gemacht. - Darin findet sich nämlich ein weiteres Thema das ähnlich verheerende Auswirkungen auf das Überleben der Menschheit hat. Es wird nicht  allzu lange dauern, bis ich auch dieses Buch zur Hand nehmen und lesen werde! Irgendwo im oder außen am Buch von Die Geschichte des Wassers habe ich übrigens sogar noch die Info gefunden, dass die Autorin sogar vier Bücher über Umwelt plant, also ein "Klima-Quartett". Ich kann mich also noch auf weitere Bücher mit wirklich wichtigen Themen freuen!

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267 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 139 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.

Meine Meinung:

Das rote Adressbuch habe ich überraschend als Rezensionsexemplar bekommen, worüber ich jetzt im Nachhinein sehr froh bin, da es eine wirklich schöne, berührende Geschichte enthält, die mir wahrscheinlich noch lange im Kopf bleiben wird.

Erzählt wird meistens aus der Sicht von Doris (unserer Protagonistin), gegen Ende des Buches dann manchmal auch von Jenny (ihrer Großnichte). Die Kapitel sind immer mit Das rote Adressbuch und dem jeweiligen Namen der Person, die in dem Kapitelvorkommt, betitelt.
Wenn ich dieses Buch mit anderen Büchern vergleiche, die ich in letzter Zeit gelesen habe, dann ist festzustellen, dass ich Das rote Adressbuch ziemlich flott verschlungen habe, was sicher daran liegt, dass die Kapitel recht kurz gehalten sind, weswegen ich schnell in den "Ach,-wieso-nicht-noch-ein-Kapitel?-Modus" gefallen bin.

~ »Der Mensch will immer so alt wie möglich werden, aber wissen Sie was, es ist überhaupt nicht schön, die Letzte zu sein. Dann hat das Leben keinen Sinn mehr, wenn alle anderen tot sind.« ~
(S. 69)

Der Schreib- und Erzählstil ist ein sehr ruhiger, aber durchaus flüssiger. Inhaltlich findet man hier vor allem bedrückende Themen, die etwas melancholisch stimmen. Doris erzählt nämlich von ihrer Jugend- und Erwachsenenzeit in Schweden, Frankreich und Amerika, die alles andere als erheiternd war. Zwischendurch liest man dann von der 96-jährigen Doris aus der Gegenwart. Man kann sich also gut vorstellen, dass auch diese Kapitel nicht so rosig zu lesen sind, denn mit ihren 96 Jahren ist Doris schon ziemlich angeschlagen und hat, nachdem fast alle ihre Freunde, Bekannten und Verwandten gestorben sind, nicht mehr so viel zu lachen ...

Man verfolgt als Leser also Doris' ereignisreiches, turbulentes, aber teilweise auch sehr trauriges, enttäuschendes Leben in Rückblicken und Briefen, die sie ihrer geliebten Großnichte Jenny vermacht.
Dieser großartige Schreibstil, gepaart mit diesen bestürzenden und spannenden Ereignissen, haben es geschafft, dass ich dauergefesselt war und das Buch am liebsten auf einmal verschlungen hätte. Es finden sich zwischendurch auch immer wieder ein paar weise Sätze, die nachdenklich stimmen. Ein paar davon habe ich mir für meine Sammlung schöner Zitate herausgeschrieben.

~ Madame hat mir beigebracht, dass der Mensch die unterschiedlichsten Erscheinungsformen annehmen kann. Dass das Erwartete nicht immer auch das Richtige sein muss, dass es viele Wege gibt auf dieser Reise, die für uns alle gleich endet. Mit dem Tod. Dass wir an viele Kreuzungen kommen, die schwere Entscheidungen erfordern, aber der Weg dahinter wieder gerade verläuft. Und dass Kurven nicht immer gefährlich sein müssen. ~
(S. 32)

Wer gerne über die Liebe liest, es aber nicht kitschig mag, ist beim roten Adressbuch goldrichtig. Mit Lundbergs ruhiger und einfühlsamer Schreibweise trifft sie wahrscheinlich den Geschmack von sehr vielen Lesern. Ich für mich habe diese traurig-schöne Geschichte sehr genossen und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Inhalt auch für andere Leser ein großer Genuss ist.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

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In Licht und Liebe leben

Diana Cooper , Manfred Miethe
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.10.2006
ISBN 9783453700543
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Pause für Wanzka oder Die Reise nach Descansar

Alfred Wellm
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423127936
Genre: Historische Romane

Rezension:

Darum geht's:

In einem seiner Schüler glaubt der Lehrer Wanzka ein Mathematik-Genie zu erkennen. Er fördert ihn und erntet damit starke Kritik bei seinen Kollegen, die angesichts der sozialistischen Erziehungsideale für individualistische Pädagogik nichts übrig haben.
»Pause für Wanzka« ist ein Schulroman – der erste, der die Pädagogik der DDR in Frage stellt, weil er ziemlich strittmatternd, aber kundig fragt: Wie halten wir es mit dem einzelnen Kind, wie wird Norbert Kniep, genannt »Konsequent«, Mathematiker und nicht Schuster?

Meine Meinung:


Ich dachte mir, ich lese mal wieder einen Klassiker – und ein etwas älteres Buch. Ob dieser Roman tatsächlich als Klassiker gilt, weiß ich nicht, aber er dürfte eine Zeit lang auf alle Fälle recht kontrovers diskutiert worden sein. Vor allem Margot Honecker, die von 1963 bis 1989 Volksbildungsministerin der DDR war, stellte sich damals quer. Sie wollte das Erscheinen dieses Buches verhindern ... Aber warum?

Wir haben hier als Protagonisten den leidenschaftlichen Altlehrer Gustav Wanzka. Ihm bedeuten die Schule und "seine" Kinder fast alles, weswegen er beinahe seine gesamte (Frei)zeit – wenn nicht immer direkt, so doch zumindest gedanklich – schulischen Themen, Arbeitskollegen oder Schülern widmet. Ein Junge hat es ihm dabei besonders angetan, und zwar ist das Norbert Kniep. In ihm sieht Wanzka das neue Mathematikgenie, ja sogar einen weiteren Albert Einstein. Getragen von seiner Hoffnung, dass Norbert eines Tages weltberühmt wird, fördert und fordert er den Jungen mit einer enormen Hingabe. Diese individuelle Förderung stößt aber einigen Menschen recht sauer auf, nicht nur ein paar Kollegen Wanzkas sind davon nicht begeistert, auch die damalige Leserschaft von »Pause für Wanzka« konnte mit solch einem fortschrittlichen Getue bzw. der Reformpädagogik eines Lehrers nichts anfangen. Welch ein Glück, dass der Roman 1968 doch erscheinen durfte und dadurch ein ganz neues Bild auf die damalige Schul- bzw. Bildungslage eröffnete.
So wurde »Pause für Wanzka« zu einem Schlüsselroman für die schulische Entwicklung in der DDR. Mehr Interessantes zu diesem Thema gibt es allerdings noch im 15-seitigen Nachwort von Carsten Wurm zu lesen.

Tja, was soll ICH nun zu diesem Inhalt sagen? Ich bin weder Lehrerin, noch habe ich vor, das jemals zu werden. Mit Pädagogik habe ich herzlich wenig am Hut, für Politik interessiere ich mich ebenso wenig und ganz nebenbei spielt die Handlung in der DDR der 1960er. Für mich war eigentlich nur der letzte Punkt irgendwie von Bedeutung – aber auch nur, weil mein Freund noch vor dem Mauerfall in der DDR geboren wurde und er mir Österreicherin immer mal wieder das eine oder andere aus dieser Zeit erzählt, weswegen ich den Inhalt an manchen Stellen dann doch auch interessant fand.
Mit der Schreibweise bin ich im Allgemeinen gut zurechtgekommen, auch wenn sie sehr von der altbackenen Sprache von vor über 50-60 Jahren geprägt ist. Doch um ehrlich zu sein, hat diese mir schon manchmal auch den Lesefluss erschwert. Nichtsdestotrotz war es dennoch mal eine willkommene Abwechslung für mich, in diesem veralteten Stil zu lesen.

Wirklich empfehlen würde ich »Pause für Wanzka« eigentlich nur DDR- und politikinteressierten Lehrern bzw. auch Leuten, die sich für die Entwicklung der Pädagogik in dieser Zeit begeistern können.
Ich habe ganz gerne in dem Büchlein gelesen, da es durchaus auch Wissenswertes und Neues für mich zu entdecken und lernen gab, auch die Handlung war relativ verfolgenswert, aber um mich wirklich fesseln zu können, fehlten mir einfach Themen, die für mich persönlich mehr von Interesse sind.

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Das Institut der letzten Wünsche

Antonia Michaelis
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426515747
Genre: Romane

Rezension:

Buchrückseite:

Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die schwer kranken Menschen Herzenswünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Denn er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine große Liebe Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.

Meine Meinung:

Auf der Buchrückseite steht ein Zitat von der BILD: »Perfekt für alle Fans von Jojo Moyes!«. Da ich »Ein ganzes halbes Jahr« bereits vor ein paar Jahren gelesen habe und es ganz okay fand (damals habe ich 5 Sterne vergeben, aus meiner heutigen Sicht wären es "nur mehr" 4 Sterne), habe ich mich sehr auf das Buch gefreut und auch gewisse Parallelen erwartet. Eine Parallele gibt es tatsächlich: Frau verliebt sich in Mann, der bald stirbt. Aber das war es dann auch schon an Gemeinsamkeiten, finde ich. Die Handlung und die Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Birger zum Beispiel ist ein SEHR sympathischer Typ, was man von Will aus »Ein ganzes halbes Jahr« wahrscheinlich nicht unbedingt behaupten würde. Birger wirkt total zerstreut, zerzaust und zerknittert. Er sieht immer so aus, als wäre er gerade aus einem Sturm gekommen und das macht ihn in meinen Augen irgendwie total liebenswert. Mathilda, unsere Protagonistin, ist ebenfalls eine liebevolle, sympathisch beschriebene Person. Sie ist eine Figur, die auch ihre Besonderheiten hat, die sich besonders kleidet und ein bisschen so wirkt, als würde sie ihre Kindheit zurückhaben wollen. Beide zusammengenommen würden schon ein herrliches Paar abgeben und während des Lesens habe ich mir das auch die ganze Zeit gewünscht: dass die zwei zueinander finden ...

Mathildas und Ingeborgs (Mathildas Vorgesetzte und gute Freundin) Konzept, sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen, finde ich an und für sich eine schöne Sache. In diesem Buch wird dieser Gedanke aber nicht ausschließlich positiv beleuchtet. Es wird durchaus auch Kritik an der Wunscherfüllerei geübt, vor allem aus Sicht der Mediziner und der Ethik – denn, was vielen Menschen an der Sache negativ aufstößt, ist die Tatsache, dass viele Klienten unmittelbar nach der Erfüllung ihrer letzten Wünsche versterben.

~ »Besser, man geht, solange man den Zeitpunkt selbst bestimmen kann.« ~
(S. 102)

Ich glaube, das Buch ist als Jugendbuch deklariert und das würde ich persönlich auch genau so unterschreiben, denn sowohl die Handlung als auch die Sprache kommt jugendgerecht daher. Was mich an manchen Stellen allerdings gestört hat, war die Vorhersehbarkeit. Okay, manchmal war ich echt hochgespannt von den Geschehnissen und sodann erstaunt über die Entwicklung, aber oft empfand ich die Handlung auch als zu vorhersehbar und zu zufällig. Ein klein wenig Kitsch ist natürlich auch vorhanden, wovon ich ebenfalls nicht so der Fan bin.
Ansonsten gab es allerdings ein paar Momente, die nachdenklich gestimmt haben, da sie philosophisch anregend sind.

~ Leute brauchten Leute, die ihnen zuhörten, vielleicht dringender, als letzte Wünsche erfüllt zu bekommen. ~
(S. 138)

Im Großen und Ganzen war ich jedoch sehr angetan von der Geschichte. Durch die doch sehr heiteren und besonderen Buchfiguren und die schöne Idee der Wunscherfüllung hatte ich meinen Spaß beim Lesen. Außerdem liest sich die Geschichte, trotz manch drückendem Inhalt, so schön flüssig und leicht, was echt erfreulich war. Also gerne eine Empfehlung dafür!

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(660)

1.287 Bibliotheken, 25 Leser, 2 Gruppen, 115 Rezensionen

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Before us

Anna Todd , Sabine Schilasky , Anja Mehrmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453419698
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Darum geht's:

Bevor Hardin Tessa begegnete, war er voller Wut und zerstörerischer Leidenschaft. Als er sie traf, wusste er sofort, dass er sie brauchte. Für sich allein. Ohne sie würde er nicht überleben. Und er würde nie mehr der sein, der er einmal war ...
Nichts ist so, wie es scheint: Hardins Bericht von seinen ersten Begegnungen mit Tessa wird das Bild vom skrupellosen Bad Guy, der den unschuldigen Engel verführt, in ein ganz neues Licht rücken.

Meine Meinung:

Da ist er nun, der 5. Band über das Chaos-Paar Hardin und Tessa aka Hessa. Hierin geht es nicht bei ihrer gemeinsamen Geschichte weiter, nein, vielmehr wird hier Band 1-4 im Schnelldurchlauf, vor allem aus Hardins Blickwinkel, erzählt.
Das Buch ist in drei Teile unterteilt: Im ersten und im dritten Teil finden sich ein paar Kapitel aus der Sicht diverser Nebenfiguren, die aber auch sehr lesenswert sind, um die Geschehnisse und die Personen in ihrer Gesamtheit besser verstehen zu können. Im zweiten, und gleichzeitig längsten, Teil wird nur aus Hardins Sicht berichtet: Ein wenig aus seiner Kindheit, vom ersten Moment des Kennenlernens von Tessa bis hin zu ihrer langjährigen gemeinsamen Zukunft.

~ »Du ... du weckst in mir den Wunsch, ein guter Mensch zu sein, für dich ... für dich will ich mich bessern, Tess«, flüstere ich. ~
(S. 260)

Ich fand den 5. Teil insofern gelungen, weil man darin tatsächlich einen ganz anderen ersten Eindruck von Hardin bekommt, als man ihn vielleicht nach dem Lesen des ersten Bandes hatte. Für mich war Hardin immer, auch schon von Anfang an, der taffe, harte, zornige junge Mann, der seine Gefühle nicht unter Kontrolle hatte. Durch dieses Buch versteht man nun, dass Vieles, was scheinbar Hardins Idee gewesen zu sein scheint, gar nicht immer auf seine Kappe geht, sondern andere Menschen ihre Finger mit im Spiel hatten. Man versteht endlich Hardins wahre Hintergründe für sein oftmals feindseliges Verhalten und seine ungute Art. Dahinter steckt ein Mann, der verletzt wurde, ein Mann der einsam ist und sein Vertrauen zu anderen Menschen gänzlich verloren hat. Ein Mann, der eigentlich nur glücklich sein und geliebt werden will, sein Glück aber häufig zerstört, eben weil er ein geschädigter Mensch ist.
Klingt jetzt fast so, als würde ich Mitleid mit dem Kerl haben ... War während des Lesens auch oft der Fall, muss ich ehrlich gestehen.

~ Sie wird erkennen, wie wenig ein Fehler zählt, verglichen damit, wie sehr ich sie liebe und wer ich für sie werden kann. ~
(S. 300)

Das einzige, was mir hier nicht so gut gefallen hat, und weswegen ich auch "nur" drei Sterne vergeben habe, war dieser Schnelldurchlauf bzw. diese abrupten unangekündigten Zeitsprünge.
Am Anfang des zweiten Teiles war die Erzählung eh noch logisch und verständlich und oftmals wurde ich dabei auch an den ersten Band zurückerinnert. Aber dann plötzlich wurde der Bericht immer allgemeiner/grober und sprang in der Zeit nach vorne, sodass man sich unmittelbar in einer Szene befand, die erst viel später passiert ist. Das ging bis zum Ende des zweiten Teiles so, dann waren wir eigentlich schon viele Jahre in der Zukunft mit den beiden Kindern von Hessa und so weiter. Mir ging das dann alles leider zu flott und zu wenig in die Tiefe.

Gut, Before us ist sowieso kein Buch, welches tiefsinnig ist oder eine besondere Bedeutung oder Botschaft übermitteln will. Es soll Spaß machen/einfach für Unterhaltung sorgen – und das schafft es mit Charakteren, bei denen man gar nicht anders kann, als mitzufiebern, allemal.
Band 6 und 7, in denen es dann vor allem um Hardins Stiefbruder Landon und seine Problemchen geht, möchte ich beizeiten auch gerne noch lesen.

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Das Ziel bist du: Mit Bestimmung zu einem glücklichen Leben

Berend Heins
Flexibler Einband: 134 Seiten
Erschienen bei Independently published, 06.04.2018
ISBN 9781980688037
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Buchrückseite:

Du hast den Wunsch genau herauszufinden, was du mit deinem Leben anfangen willst? Du möchtest genau wissen, was dich glücklich macht und dir langfristig ein Gefühl von Erfüllung gibt? Du möchtest deinen eigenen Weg gehen, weißt bloß nicht was dein eigener Weg ist? Vielleicht möchtest du dich selbst auch einfach nur besser kennenlernen, deine Gedanken stärken und dein Leben verbessern?

Mit diesem Buch wirst du Antworten und Denkanstöße finden! Du wirst selbst aktiv werden, dich mit Fragen auseinandersetzen, die du dir noch nie gestellt hast, dich mit deinem Innersten befassen und dich selbst kennenlernen, wie noch nie zuvor. Dieses Buch hat das Potenzial dein Leben zu verändern.
Traust du dich?

Meine Meinung:

Berend Heins, der Autor von Das Ziel bist du, hat mich vor einigen Wochen per Mail kontaktiert und mir sein Buch als Rezensionsexemplar angeboten. Der erste Eindruck des Buches hat mich durchaus neugierig werden lassen, dennoch war ich etwas verhalten. Warum? - Ich habe leider schon einige Bücher von Selfpublishern gelesen, die ich absolut grottig fand. (Ich weiß ... dieses böse Schubladendenken!) Außerdem kenne ich Bücher dieser Thematik zur Genüge, weswegen ich gedacht habe, dass der Inhalt mir persönlich nicht mehr viel Neues bieten wird können. Trotzdem habe ich schlussendlich zugesagt und mich sodann auf das Büchlein gefreut. (Dieser Umstand beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Bewertung!)

Das Ziel bist du ist sozusagen ein kleiner Ratgeber zum Thema Finde durch deine Bestimmung zu (mehr) Lebensglück. Außerdem ist es in gewisser Weise auch ein Arbeitsbuch, da alle paar Seiten eine Aufgabe/Fragestellung darin ihren Platz hat. Ich selbst habe nicht jede Aufgabe (gründlich) durchgeführt, weil ich für mich persönlich keine Notwendigkeit mehr darin gesehen habe. Einige Fragen habe ich auch einfach nur im Kopf beantwortet und ausgiebig darüber nachgedacht.
Eben weil dieses Buch sehr viel Stoff zum Arbeiten und Nachdenken bietet, habe ich darauf geachtet, dass ich täglich nur höchstens ein bis zwei Kapitel lese, um damit zu "arbeiten". Meist habe ich dies gleich nach dem Aufwachen am Morgen getan, weil da mein Kopf noch recht frei von ablenkenden Gedanken ist.

~ Wenn wir immer darauf achten, andere Menschen mit unserem Handeln glücklich zu machen, dann können wir nicht erfolgreich und glücklich sein. ~
(S. 36)

Im Grunde kann man durch diesen Inhalt, wenn man damit und dadurch ernsthaft an sich und seinen Zielen arbeitet, auf alle Fälle sehr weit kommen, um seine Bestimmung im Leben zu erreichen. Dass dafür aber nicht nur das Wissen der Lebensaufgabe reicht, um dorthin zu gelangen, sollte einem bewusst sein. Es gehört so viel mehr dazu, das auch alles anzugehen und umzusetzen: zum Beispiel Mut, Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen.
Viele Sätze des Autors würde man definitiv auch als spirituelle Weisheiten bezeichnen können. Aber was ist Schlechtes daran? Auch das Nachdenken über diese Weisheiten kann einen voranbringen!

~ Probleme sind selten so schlimm, wie wir denken - oder eher, sie sind genauso schlimm, wie wir denken. ~
(S. 51)

Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich dennoch anbringen: Es ist alles schön und wahr, was Berend Heins hier geschrieben hat. Aber da das Büchlein nur so dünn (134 Seiten) ist, kann man sich sicher vorstellen, dass die Kapitel relativ kurz gehalten sind. Mir hat bei diesem wichtigen Thema ein wenig die Ausführlichkeit gefehlt. Für Menschen, vor allem jene, die mit spirituellen Themen und Weisheiten bisher noch nicht so viel am Hut hatten, könnte der Inhalt manchmal vielleicht etwas zu "steil" sein bzw. könnten sie evtl. nicht immer gänzlich durchblicken. Aber ansonsten kann ich echt nur Positives sagen und euch das Büchlein von Herzen weiterempfehlen.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Die letzte Welt

Christoph Ransmayr , Anita Albus
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 12.08.2008
ISBN 9783100629395
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht's:

In diesem Roman ist die Verbannung des römischen Dichters Ovid durch Kaiser Augustus im Jahre 8 n. Chr. der historisch fixierte Ausgangspunkt einer phantasievollen Fiktion. Der Römer Cotta, sein – durch Ovids »Briefe aus der Verbannung« – ebenfalls historisch belegter Freund, macht sich in Tomi am Schwarzen Meer auf die Suche nach dem Verbannten, denn in Rom geht das Gerücht von seinem Tod, als auch nach einer Abschrift der »Metamorphosen«, dem legendären Hauptwerk Ovids. Cotta trifft in der "eisernen Stadt" Tomi jedoch nur auf Spuren seines Freundes, Ovid selbst begegnet er nicht. Er findet dessen verfallenes Haus im Gebirge, den greisen Diener Pythagoras und, je komplizierter und aussichtsloser sich die Suche gestaltet, immer rätselhaftere Zeichen der »Metamorphosen« - in Bildern, Figuren, wunderbaren Begebenheiten. Bis sich zuletzt Cotta selbst in der geheimnisvoll unwirklichen Welt der Verwandlungen zu verlieren scheint: die Auflösung dieser "letzten Welt" ist wieder zu Literatur geworden.

Meine Meinung:

Wenn etwas auf dieses Buch zutrifft, dann, dass es auf alle Fälle sehr historisch ist. Nicht nur der Römer Cotta (unser Protagonist), den es tatsächlich gegeben haben soll, auch der römische Dichter Ovid und Kaiser Augustus wirken in diesem Roman, der sich etwa 8 nach Christus abspielt, mit.

Die letzte Welt war eine Leihgabe von meinem Onkel, der sehr begeistert vom Inhalt war. In meinem Kopf hat der Roman ebenfalls beeindruckende Bilder heraufbeschworen, denn der Erzählstil des Autors ist relativ bildmächtig, wenn auch manchmal etwas mühsam, da viele sehr lange, auch verschachtelte, Sätze darin ihren Platz haben. Außerdem wirkt der Schreibstil sehr historisch, wie aus der Zeit gefallen – also der Zeit, in der die Handlung stattfindet, absolut angepasst. Nichtsdestotrotz hat sie auch was ganz eigenes. Möglicherweise ist das der generelle Stil des Autors, das weiß ich aber nicht, da dies mein erstes Buch von Ransmayr war.

Die Handlung an sich hat mir nicht immer gut gefallen. Teilweise ist sie SEHR fantasievoll. Mit der Realität hatte das dann nicht mehr viel zu tun. Außerdem sind die Charaktere in dieser Geschichte alle – ohne Ausnahme! – ziemlich eigenartige, teils unheimliche Gestalten, deren Beweggründe und Verhalten ich selten verstehen oder auch nur nachvollziehen konnte. Meist wurde ich überrascht, wenn dieses oder jenes getan oder gesagt wurde. Die Phrase »Total aus der Zeit gefallen« passt hier wie die Faust aufs Auge.

Die letzte Welt ist ein Roman, bei dem ich zwiegespalten bin. Soll ich ihn weiterempfehlen, soll ich es lieber sein lassen?
Ich glaube, dass der Schreibstil des Autors schon mal absolute Geschmackssache ist. Die manchmal doch recht fantasyreiche Handlung ist vielleicht ebenso nicht jedermanns Sache, das muss erwähnt werden. Ansonsten schafft es Ransmayr wunderbar, zumindest bei mir, mit seiner Geschichte herrliche Bilder entstehen zu lassen. Bilder, die man sich vermutlich nicht so häufig vorstellt, da das Setting ein eher seltenes und weniger attraktives ist: Tomi, die eiserne Stadt. Mit den Charakteren bin ich leider nicht ganz warm geworden, mit dem Protagonisten Cotta noch am meisten, aber selbst der blieb mir bis zuletzt eher fern. Drei Sterne für diesen teilweise recht beeindruckenden Roman finde ich an dieser Stelle auf jeden Fall angebracht.

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85 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Mister Aufziehvogel

Haruki Murakami , Ditte Bandini , Giovanni Bandini
Fester Einband: 684 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 14.06.2018
ISBN 9783832144791
Genre: Fantasy

Rezension:

Darum geht's:

Toru Okadas Spitzname ist Mister Aufziehvogel, denn er kommt sich vor wie ein Spielzeugvogel, der von wer weiß wem aufgezogen wurde. Der verträumte Mann von 30 Jahren gibt seine Anstellung bei einer großen Tokioter Anwaltskanzlei auf, um sich in Ruhe über einen Neuanfang klar zu werden. Nach seinem Ausstieg aus der Alltagswelt tun sich ihm plötzlich Wirklichkeiten auf, von denen er bisher nichts ahnte – erotische, ökonomische und politische. Er begegnet einer kessen, intelligenten Sechzehnjährigen, einer geheimnisvollen Wahrsagerin und deren Schwester und einem alten Offizier; und alle schleppen sie ihre seltsamen Geschichten in Torus stilles Haus, Geschichten, die sich als insgeheim miteinander verbunden erweisen. Selbst über die eigene Ehe und seine scheinbar so treue Frau drängen sich dem Helden daraufhin schwindelerregende Vermutungen auf. Und er erkennt, dass unterhalb des Alltagslebens der Großstadtgesellschaft andere, geheime Kräfte wirken: abgründige Begierden, die Historie mit ihren militärischen Untaten aus dem japanisch-chinesischen Krieg und vielleicht sogar so etwas Altmodisches wie das Schicksal.

Meine Meinung:

Mister Aufziehvogel habe ich mit einer Bloggerkollegin in einer Leserunde gemeinsam gelesen. Für mich war es das erste (und bestimmt nicht das letzte!!) Buch von Haruki Muramaki. Schon während des Lesens habe ich mir zwei weitere Bücher des Autors zugelegt.

Ich bin gut im Buch gelandet. Unser Protagonist Toru ist ein Mann, der seinen Job in einer Anwaltskanzlei aufgibt, um einen Neuanfang zu starten und da ich mir persönlich nichts Langweiligeres vorstellen kann, als in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten, habe ich mich schnell mit Toru angefreundet. Bei ihm merkt man allerdings schnell, dass er ein relativ passiver Mensch ist, der Vieles einfach hinnimmt, ohne zu hinterfragen. Diese Tatsache hat mich manchmal überrascht und verwirrt. Nichtsdestotrotz ist Toru mir bis zum Ende sympathisch geblieben, vor allem auch, weil er ein sehr gütiger Mensch ist, der die Fähigkeit zu verzeihen besitzt.

Die Handlung ist am Anfang zwar wenig spektakulär, dennoch konnte sie mich fesseln. Schon zu Beginn passieren nämlich richtig schräge Dinge, die mich neugierig auf den weiteren Verlauf gemacht haben. Diese Eigenartigkeiten nehmen aber kein Ende, nein. Ganz im Gegenteil: ein Fragezeichen nach dem anderen tut sich auf. Sogar so viele, dass es mir bis zu einem gewissen Punkt zu viel wurde und ich nur mehr verständnislos vor mich hin gelesen habe. Irgendwann fragt man sich dann auch: Was ist Wirklichkeit? Was ist Fantasie? Sind einige Geschehnisse übersinnlicher Natur oder ist doch alles nur Traum? Wie darf man das Ganze verstehen?

~ Die Mehrzahl der Leute verwirft alles, was die Grenzen des eigenen Fassungsvermögens sprengt, als absurd und des Nachdenkens nicht wert. ~
(S. 267)

Livia (meine Mitleserin) und ich haben gerätselt und spekuliert, aber so recht haben wir die Handlung nicht durchschaut, hatte ich das Gefühl. Erst zum Ende hin überkamen mich einige Aha-Momente, und dann wurde mir auch so einiges klar. Aber ob die Erkenntnisse, die ich in meinen Aha-Momenten hatte, tatsächlich das sind, was Murakami uns zu verstehen geben wollte, dessen bin ich mir aber leider auch nicht ganz sicher. Ich denke jedenfalls, dass ich die Story zum Schluss im Großen und Ganzen verstanden habe. Allerdings kann mir diese Frage wahrscheinlich trotzdem nur der Autor sicher beantworten.

Die Figuren in Mister Aufziehvogel sind allesamt mit Ecken und Kanten versehen. So haben wir hier zum Beispiel die Schwestern Malta und Kreta Kano. Die eine hat eine Vorliebe für rote Vinylhüte und versucht anderen Menschen durch ihre hellseherischen Fähigkeiten zu helfen. Die andere ist ihre Assistentin und hat die merkwürdige Angewohnheit unbemerkt aufzutauchen und zu verschwinden, nachdem oder bevor sie aus ihrem mehr als verkorksten Leben berichtet. Dann gibt es da noch Torus Frau Kumiko, die irgendwie bis zum Schluss eine der undurchsichtigsten Charktere bleibt, nicht zuletzt, weil sie sich recht bald schon aus Torus Leben vertschüsst und sehr lange ein großes Geheimnis um ihre wahren Gründe dafür macht. Außerdem spielt auch Kumikos höchst unsympathischer Bruder Noboru Wataya eine tragende Rolle in der Geschichte. Er taucht zwar nicht oft persönlich während der Handlung auf, aber dennoch ist von ihm und seinem abartigen und unerträglichen Wesen häufig die Rede. Und nicht zu vergessen: ein Kater, der verschwindet und mit einem anders geformten Schweif wieder auftaucht.
Ihr merkt, von den Figuren her kommt hier ganz sicher keine Langeweile auf. Diese und einige andere Nebencharaktere bieten auf alle Fälle Unterhaltung der besonderen Art. ;)

~ In wirklich tiefer Finsternis waren die seltsamsten Dinge möglich. ~
(S. 297)

Aufgepeppt wurde das Ganze noch durch Erzählungen aus der Vergangenheit verschiedener Bekanntschaften Torus. Beispielsweise gab es lange Episoden über den Krieg, in denen die eine oder andere blutige und gewaltvolle Szene beschrieben wurde. Oder es wurde die damalige politische Situation erläutert – die ich allerdings wenig spannend fand und bei der ich dabei deswegen nicht so aufmerksam gelesen habe. Toru als guter Zuhörer hat sich das alles natürlich geduldig angehört und darüber nachgedacht. Da doch einige dieser Erzählungen in dem Buch vorgekommen sind, habe ich mich selbstverständlich gefragt, inwiefern diese mit der gegenwärtigen Handlung zu tun haben könnten. Leider hat sich mir bis zuletzt deren Bedeutsamkeit leider nicht (bei allen Rückblicken) erschlossen.

Allgemein betrachtet, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ja, ein paar Fragen blieben zwar offen, aber es gab auch genug, die mir schlussendlich beantwortet wurden und mich das Buch relativ zufrieden haben zuklappen lassen. Mein Freund sagt immer wieder, dass er offene Enden mag, da diese so viel Spielraum für eigene Gedanken lassen. Ich mag das allerdings nicht so gerne, da ich fixe Tatsachen – völlig egal, ob sie nun gut oder schlecht sind – sehr schätze.

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112 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Wolfsfrau

Clarissa P. Estes
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.12.1998
ISBN 9783453129344
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Buchrückseite:

»Keiner Frau ist es vom Schicksal bestimmt worden, ihr Dasein als kümmerliches, unauffälliges Nagetier zu führen, als dressiertes Mäuschen, das es nicht fertigbringt, einen mächtigen, wolfsartigen Satz nach vorn zu machen, sich auf die Jagd zu begeben und das Unbekannte zu erforschen!«

Clarissa Pinkola Estés hat den Weg bereitet für ein neues Frauenbewusstsein: In Märchen und Mythen zeigt sie uns jene schlummernde weibliche Kraftquelle, die jede Frau in sich trägt. Haben wir die Wolfsfrau wieder in uns entdeckt, so finden wir zurück zu Leidenschaft, Kreativität, Instinkt und Selbstbewusstsein.

Meine Meinung:


Eigentlich wollte ich mir für meine Rezension zwischendurch Notizen zu diesem Buch machen, bin aber letztlich gar nicht dazu gekommen, weil mich der Inhalt durchgehend an sich gefesselt hat. Es fiel mir sogar schwer, auch mal innezuhalten, um über das Gelesene nachzudenken, da ich wahnsinnig neugierig war, was es als nächstes zu lesen gibt. Aber genau das sollte man laut Autorin unbedingt tun: sich beim Lesen Zeit lassen. Also: nur ein Stück lesen, das Buch liegen lassen, darüber nachdenken und erst dann weiterlesen.

In Die Wolfsfrau, von der ich erst gedacht habe, dass es ein Roman ist, tatsächlich aber als ein psychologischer und spiritueller Ratgeber (für Frauen) durchgeht, geht es, erst mal grob gesagt, um die Wildnatur der Frauen, um ihre Urinstinkte und die weibliche Intuition. Wie schon aus der Buchbeschreibung zu entnehmen ist, weist die Autorin in ihrem Werk darauf hin, dass moderne Frauen von heute durch unsere Zivilisation und die Gesellschaft in starre Rollen gedrängt werden, sie also meistens etwas vorgeben zu sein, was sie ursprünglich nicht sind: angepasst, gehorsam, fügsam, untergeordnet und still. Das, was die Frau eigentlich ist, ihre Wildnatur, wird erfolgreich unterdrückt. Damit verdrängt sie allerdings gleichzeitig auch ihre Kreativität, ihr Selbstbewusstsein und ihre sprühende Lebensfreude. - Das ist der Preis, den sie bezahlen muss. Clarissa Pinkola Estés findet, dass es höchste Zeit ist, den Frauen zu sagen und zu zeigen, wie sie zu ihrer instinktiven Natur zurückfinden – zur Wolfsfrau – um der wilden, ungezähmten Urfrau in ihr wieder Raum zu geben.
Ihr seht, Die Wolfsfrau ist vorrangig ein Buch für Frauen, nichtsdestotrotz finde ich, dass auch Männer vom Inhalt profitieren können – um das weibliche Geschlecht besser zu verstehen.

~ Eine von ihren Urinstinkten abgeschnittene Frau hungert aus und flüchtet sich dann in ein Suchtverhalten, von dem sie unter Umständen vollkommen beherrscht wird. ~
(S. 266)

Was können nun die typischen Symptome einer Frau sein, die eine gestörte Beziehung zu der Frau hat, die sie im tiefen Inneren eigentlich ist? - Sie fühlt sich ausgelaugt und verletzlich. Ist deprimiert, verwirrt, lustlos, machtlos, ängstlich und verunsichert. Ist unfähig, selbst etwas auf die Beine zu stellen oder sich zu zeigen, wie sie ist. Sie fühlt sich uninspiriert, hässlich, schuldbewusst und steif. Sie hat eine ständige Wut im Bauch. Sie könnte durchdrehen. Ist unkreativ und bedrückt. Sie zweifelt, jammert, zieht nichts durch, überlässt anderen die kreativen Aufgaben, ist defensiv, und kann sich auf keine tieferen Beziehungen einlassen. Sie fühlt sich kraft- oder elanlos, sie ist viel zu lieb und nett. Sie bringt es nicht fertig, etwas Neues zu versuchen oder fürchtet sich davor, etwas allein zu unternehmen/auf Reisen zu gehen. Sie hat Angst davor, die eigenen unvollkommenen Werke vorzuzeigen, bevor sie als Meisterstücke gelten können.

Genau genommen, hat die Autorin noch viele weitere Symptome aufgelistet. Als ich mir das alles so durchgelesen habe, musste ich feststellen, dass ehrlicherweise auch auf mich einige der genannten Symptome zutreffen und dann wusste ich: das ist genau das richtige Buch für mich.

Clarissa Pinkola Estés hat eine starke Affinität, Geschichten zu erzählen und wird deswegen als Cantadora – Märchenerzählerin – bezeichnet. Geschichten als Medizin – das ist es, wovon Estés überzeugt ist. Außerdem ist das Geschichtenerzählen eine der ältesten Traditionen ihrer Familie und aus diesem Grund hat die Autorin in ihrem Buch auch einige Märchen, Geschichten und Mythen eingebaut. Ein paar sind bekannt, so zum Beispiel »Das hässliche Entlein«, »Die roten Schuhe« oder »Blaubart«, andere sind Geschichten, die die Autorin von den verschiedensten Leuten während ihrer Recherchen erzählt bekommen und in diesem Buch wiedergegeben hat. Nun ist Estés ja auch ausgebildete Psychoanalytikerin und hat den Inhalt eines jeden Märchens/einer jeden Geschichte gleich danach genau auseinandergenommen, analysiert und interpretiert. Die Autorin lässt sich dafür viel Zeit, beschreibt ausführlichst die Hintergründe der Handlungen und ihre Bedeutungen für die weibliche Psyche. – Manchmal auch in Form von Traumdeutungen. In vielen Geschichten habe ich mich selbst wiederentdeckt, deshalb konnte ich persönlich einiges daraus mitnehmen.

~ Die Metaphern in dieser Geschichte sind Wegweiser, die verdeutlichen, wie eine Frau zu ihrem innewohnenden Instinktleben zurückfinden kann. ~
(S. 48)

Ich habe das Werk beendet und das erste, was ich gedacht habe, war: Das ist ein Buch, das JEDE Frau gelesen haben sollte, denn durch den Inhalt fühlt man sich in seiner Situation schlicht und einfach verstanden. Außerdem bietet es Frauen, zwar nicht ganz direkt, Anregungen und Lösungsvorschläge, aus der momentanen Lebenslage/dem IST-Zustand auszubrechen oder ihn zu verändern. Warum nicht ganz direkt? - Weil jeder Mensch/jede Frau ein Individuum ist und es keine Globallösung gibt. Aber das sollte klar sein. Mit seiner Intuition, seiner inneren Stimme und der eigenen ursprünglichen Natur kann jede Frau ihren individuellen Weg finden!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Spitzentitel

Antonio Manzini , Antje Peters
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 23.08.2018
ISBN 9783803113290
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht's:

Es ist 23:30 Uhr an einem Oktoberabend, als der berühmte Schriftsteller Giorgio Volpe seinen neuen Roman abschließt. Am folgenden Morgen ruft er gutgelaunt im Verlag an, um die frohe Botschaft zu verkünden.
Dort aber ist nichts mehr wie zuvor: Der Verlag wurde von einem Großkonzern geschluckt, nun haben windige Investoren das Sagen. Statt der vertrauten Stimme seiner Lektorin hört Volpe einen Anrufbeantworter in sechs Sprachen, und wenig später stehen zwei dubiose Typen vor der Tür, die sein Buch publikumstauglich umschreiben wollen. Doch damit fängt das Unheil erst an ...

Meine Meinung:

Viel zu rund läuft es in Giorgio Volpes Leben. Gerade hat er seinen neuen 800-Seiten-Roman, der laut seiner vertrauten Lektorin ein Meisterwerk ist, fertiggestellt. Irgendwie scheint alles wie am Schnürchen zu laufen, sodass man fast schon meinen könnte, es ist langweilig. Dass bald mal was passieren muss, war klar, denn diese Idylle war für mich beinahe nicht mehr zu ertragen.

Natürlich wird man diesbezüglich von Manzini nicht enttäuscht. Man merkt schon bald: es tun sich Probleme auf. Gewaltige Probleme, mit denen Volpe da zu kämpfen hat. Es geschehen Dinge, die fast schon absurd komisch sind – nicht nur für den Protagonisten, auch für mich als Leserin waren die Geschehnisse echt aberwitzig. Man denkt, man ist im falschen Film, so ominös kommt die Handlung schon bald daher. Grund dafür ist der neue Großkonzern "Sigma", der Volpes alten Verlag "Gozzi" übernommen hat und nun zwei eigenartige Typen zu Volpe schickt, die es tatsächlich wagen wollen, sein Meisterwerk Korrektur zu lesen, sprich umzuschreiben – einfach, weil sie der Ansicht sind, dass Negatives in Büchern nichts mehr zu suchen hat und die Sprache an das Verständnis der Leser angepasst werden müsse. Schließlich haben sie das auch bei Krieg und Frieden so gemacht. Das heißt jetzt nämlich nur mehr Frieden, ohne Krieg. Denn Negatives wollen die Leute ja nicht mehr lesen, das ist zu verstörend. Mit diesem Argument und mit ihrem neuen Konzept, die Bücher in "heimischer Mundart" umzuschreiben, wollten sie sich ans Werk machen. Dass Volpe da komplett dagegen war und gefragt hat, ob das hier alles ein Scherz sein soll oder die beiden einfach nur völlig übergeschnappt sind, konnte ich absolut nachvollziehen!

Das muss doch ein Albtraum für jeden Schriftsteller sein, nicht? Damit zerstört man die Träume von Autoren. Ein Buch, in das man all sein Herzblut gesteckt hat und an dem man vielleicht 2,5 Jahre geschrieben hat, soll nun einfach so komplett überarbeitet werden, sodass am Ende eine ganz andere Geschichte herauskommt? Ich würde sogar soweit gehen und sagen: damit bricht man einen Schriftsteller. Wie Volpes Frau Bianca das irgendwann auch mal so schön passend ausgedrückt hat: »Das, was Giorgio da passiert, klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman.«

Das Schöne an diesem Roman, der auf mich durch seine nur 77 Seiten wie eine etwas längere Kurzgeschichte gewirkt hat, ist, dass überhaupt keine Langeweile aufkommt. Am Anfang, als alles so rund lief, hat sich dennoch schon irgendwie Spannung aufgebaut, weil ich wusste, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis Volpe mit den ersten Komplikationen konfrontiert wird. Und ab dann war es durchgehend amüsant und fesselnd, sodass ich es gleich in einem Rutsch durchgelesen habe.
Ich wollte eben unbedingt wissen, ob und wenn ja, wie Volpe einen Weg aus dem Schlamassel findet. Ein gewisses Mitgefühl mit dem gedemütigten Protagonisten, der erst ziemlich großkotzig tut, war bei mir, als es Richtung Ende ging, nicht mehr zu verleugnen.

Spitzentitel, das ich als durchaus launig und äußerst unterhaltsam beschreiben würde, bietet vor allem am Schluss eine gewisse Tragik und lässt den Leser nachdenklich zurück.

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Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen

Barbara Imgrund
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 13.11.2017
ISBN 9781979723756
Genre: Romane

Rezension:

Die Buchrückseite:

Marie hat ihren Sohn per Notkaiserschnitt tot zur Welt gebracht und kann keine weiteren Kinder bekommen.
Fiebrig mäandert sie durch die Tage im Krankenhaus. Nachts, in ihren Albträumen, wird sie von einem dämonischen Schmetterling in den Abgrund getrieben. Schließlich bricht mit der Operationswunde auch die Verlassenheit wieder auf, die sie seit ihrer Kindheit begleitet: »Ich bin die, die übrigbleibt.«
Ihr Heil sucht Marie auf dem Friedhof gegenüber. Ein Glück, dass es dort viel lebendiger und launiger zugeht, als man meinen sollte – die Menschen, denen sie begegnet, sind ebenso gestrandet wie sie, sie haben nichts mehr zu verlieren. Doch schon bald spürt Marie, dass etwas nicht stimmt. Es ist, als hätten Rose und Adrian, Siegfried und Gretel schon viele Jahre auf sie gewartet. Und allmählich dämmert ihr, dass ein gemeinsames Schicksal sie alle aneinander fesselt ...

Meine Meinung:

Wenn das Schicksal hart zuschlägt, sucht sich jeder Mensch seinen ganz individuellen Weg, um mit der eingetretenen Situation zurechtzukommen. Manche Menschen kommen schneller damit klar, andere brauchen länger, bis sie von sich behaupten können, dass alles wieder in Ordnung ist. Wieder andere kommen niemals darüber hinweg.
Marie, die Protagonistin in vorliegendem Buch, muss gleich zwei schwerwiegende Tatsachen verkraften: die Totgeburt ihres Sohnes und der Umstand, dass sie nun keine Kinder mehr bekommen kann. Für Marie sind diese Nachrichten wie ein Schlag ins Gesicht. Kein Wunder, dass sie sich taub fühlt vor Traurigkeit. Kein Wunder, dass sie sich selbst nicht mehr wahrnimmt, ja sogar das Gefühl hat, sich selbst verloren zu haben. Ein solcher Verlust ist an Tragik kaum zu überbieten. Und ich konnte ihr deshalb auch ihr andauerndes Selbstmitleid und ihren ständigen Gedanken »Ich bin die, die übrigbleibt.« absolut nicht übelnehmen.

~ »Man kann nur etwas ändern, wenn man endlich aufhört, sich leid zu tun.« ~
(S. 54)

Wie es dann manchmal so ist - und das scheint ebenfalls Schicksal zu sein - plant das Leben für einen aber manchmal viel mehr als man erwarten würde. Manchmal hat man das Gefühl, als würde irgendeine höhere Macht wollen, dass dieses oder jenes passiert oder eben nicht passiert, damit ... ja was eigentlich? Damit man die Chance bekommt, persönlich zu wachsen/sich persönlich weiterzuentwickeln, um ein glücklicheres Leben führen zu können? - Ich denke schon!

Maries Geschichte ist voll von Menschen, die ihr (teils unbewusst) meist durch Gespräche oder einfach so dahingesagten Sätzen helfen, ihr Schicksal zu akzeptieren, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Diese Menschen sind aber nicht einfach irgendwelche zufällig getroffenen Menschen. Genau genommen haben sie eine ganz besondere Bedeutung bzw. spielen alle mehr oder weniger eine ganz wichtige Rolle in Maries Leben. Weiter möchte ich darauf nicht eingehen, das würde zu viel vorwegnehmen.

~ Manche Dinge muss man schon selbst erkennen, sonst sind sie nichts wert. ~
(S. 162)

Ich persönlich finde jedenfalls, dass Barbara Imgrund Maries Lebenslektion in eine total schöne Geschichte verpackt hat, die es sich absolut zu lesen lohnt.
Ich meine, ja, der eine oder andere Charakter wirkt – zumindest anfangs – vielleicht etwas verschroben, komisch oder eigensinnig, wahrscheinlich auch deshalb, weil ebenjene sich am liebsten am Friedhof aufhalten, aber genau das hat mir an dem Roman auch irgendwie gefallen: die Besonderheit der Protagonisten.
Außerdem offenbart das Buch auf den letzten Seiten etwas, das ich eh irgendwie schon die ganze Zeit ein wenig geahnt habe, denn Anzeichen für meine Vermutung gab es im Laufe des Lesens genug. Wirklich überrascht war ich von dieser Entwicklung also nicht mehr.

~ Das, was man sieht, ist nicht immer so, wie es scheint. ~
(S. 116)

Wer Freude an einer fantasievollen Geschichte mit aufregenden Charakteren und spannendem Verlauf hat, sollte sich »Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen« unbedingt gönnen. Darin finden sich auch so viele schöne Lebensweisheiten und ratspendende Gedanken – selbstverständlich meist auf die Protagonistin zugeschnitten. Nichtsdestotrotz absolut Gold wert, wenn man es versteht, die für sich relevanten Sätze rauszupicken.

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Schreiben um zu leben

Johannes-Philipp Langgutt
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei MYMorawa, 06.06.2016
ISBN 9783990499351
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Buchrückseite:

Die Kurzgeschichten habe ich Zuhause, unterwegs, und unabhängig von der Uhrzeit geschrieben. Nenne das unersättliche Verlangen zu schreiben, den ständigen Gedanken an Schuld und mir läuft die Zeit davon nicht Depression. Vermutlich ist es eine unterbewusst resultierende Form der Verarbeitung meiner Selbst, meines Weilens, meines Eilens. Mit der Welt. »Du bist ein Sinnsucher« nannte es eine Ärztin. Doch ist das Weilen die Suche wert, wenn das Gesuchte womöglich nicht, um nicht zu sagen nie existierte?

Frag dich nicht, warum du stirbst.
Frag dich, warum du lebst.


Meine Meinung:

Der junge Autor Johannes-Philipp Langgutt aus Wien hat mich im Herbst 2017 gebeten, sein Erstlingswerk zu lesen. Zu der Zeit war ich aber schulisch noch stark eingespannt, weswegen ich erst jetzt zum Lesen gekommen bin. Ich habe damals zugesagt, da ich hin und wieder ja ganz gut mit Kurzgeschichten kann, ganz besonders wenn sie kritische oder spirituelle Themen behandeln. Durch Henrike Staudtes wundervolles Büchlein »Federtanz« habe ich diesbezüglich wahrscheinlich aber zu hohe Erwartungen gehabt. Denn ich muss leider etwas meckern, lieber Johannes ...

Ich bin ein Mensch, mir ist Rechtschreibung, Grammatik und die korrekte Interpunktion einfach total wichtig. Ist dies alles nicht gegeben, tu ich mir generell schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren, denn alles, was ich dann sehe, sind die fehlenden Beistriche und die Wörter, die klein oder groß geschrieben sind, obwohl sie eben nicht klein oder groß geschrieben gehören. Man mag mich jetzt vielleicht für oberflächlich halten, aber es tut mir leid, das sind einfach Sachen, die werfen mich beim Lesen enorm aus der Bahn bzw. stören meinen Lesefluss sehr stark. Ein ordentliches Lektorat hätte dem Buch auf keinen Fall geschadet.
Ein Rechtschreibfehler oder ein fehlender Beistrich passiert eh jedem einmal, aber wenn es andauernd vorkommt, DANN stört es mich. Und das war hier leider der Fall. Um genau zu sein, fehlt ja bereits im Buchtitel der erste Beistrich ...
Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Name des Autors auf dem Buch außen anders geschrieben wird als auf den ersten Seiten innen und ehrlich gesagt, bin ich mir bis jetzt noch nicht ganz sicher, ob man den zweiten Namen des Doppelvornamens nun mit einem oder mit zwei "ll" schreibt.

~ Es tut gut. Sowas von gut. Ich weiß nicht warum, aber es ist ein gutes Gefühl. Weit und breit nur ich zu sehen. Ich weiß mit geistig prozentiger Sicherheit, dass ich nicht der Einzige auf dieser Welt bin, der einfach irgendwo im Nirgendwo irrational steht, wie weint. ~

(S. 23)

Es hat mir persönlich also nicht viel Freude bereitet, in einem Buch zu lesen, das vor derartigen Fehlern nur so strotzt, selbst wenn der Inhalt irgendwie gut ist. Aber selbst der ist ... wie soll ich sagen? - Ich konnte leider kaum was damit anfangen.
Laut Autor befinden sich in dem Buch viele Kurzgeschichten, die ich jedoch nicht wirklich als Kurzgeschichten bezeichnen würde, sondern eher als philosophisch angehauchte, eher melancholische Gedanken im Gedichte-Stil. Ein klein wenig "passiert" auch was in den Kurzgeschichten, aber verfolgen konnte ich die Geschehnisse nicht wirklich, da mir das Geschriebene meist zu abstrakt und nicht fassbar genug war.

Lässt man meine ganze Meckerei jetzt mal außer Acht, kann man in den Kurzgeschichten oft ein kritisches Hinterfragen unserer gesellschaftlichen "Normalität" mit sarkastischem Unterton erkennen, der sich so gut wie durch das gesamte Buch zieht. Ich persönlich fand die Themen, mit denen sich der Autor in seinem Buch auseinandergesetzt hat, gar nicht mal so doof. Schließlich geht es unter anderem um Kinderarbeit, die Zerstörung der Natur oder die Ausbeutung und das Töten von Tieren, um unsere egoistischen menschlichen Bedürfnisse zu stillen.

~ Ich denke irgendwann kommt der Punkt bei einem Menschen wo er denkt, irgendwo aufwacht und nicht mehr kann, auch wenn er vielleicht will. Kotzen, kotzen, kotzen. Die ganzen Eindrücke der Unterdrückung, die die Welt bietet samt ihren Bewohnern und Gefühlen rauskotzen. ~
(S. 78)

Je weiter ich in dem Buch fortgeschritten bin, desto mehr wirkte der Autor auf mich wie ein Philosoph – der allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Mit seiner Fantasie und seinem kritischen Blick auf die Gesellschaft kann er zukünftig, mit genug Übung – denn ausreichend Potenzial ist eindeutig da – bestimmt noch Lesenswertes schaffen.

Und tatsächlich finden sich in dem Buch auch ein paar kurze Gedichte. Normalerweise bin ich ja eher nicht so der Gedichte-Typ, aber diese hier fand ich manchmal sogar ansprechender als die Kurzgeschichten, die ich sonst eigentlich lieber habe.

Für ein zweites Buch des Autors würde ich mir auf alle Fälle ein gutes Lektorat wünschen. Die Texte selbst waren hier relativ kritisch und melancholisch und mir persönlich meist zu abstrakt. Wenn man diesen Stil aber mag, dann ist man bei Johannes-Philipp Langgutts Texten goldrichtig!

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alltagsgeschichten, am meer, burnout, familienprobleme, gedichte, gesprächsbedarf, kurzgeschichten, reisepläne

Alltagsperlen

Antonia Löschner
Flexibler Einband: 122 Seiten
Erschienen bei lulu.com, 21.06.2017
ISBN 9781365999932
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Klappentext:

Häufig geht es im Alltagstrubel unter: das eigene Ich. Dabei ist es, als Kenner unserer Bedürfnisse und Stärken, der beste persönliche Berater.

Die hier versammelten Geschichten und Gedichte laden zur Wiederentdeckung des Ich im Alltag ein. Mit so vielfältigen Themen und Charakteren wie im wahren Leben.

Meine Meinung:

Alltagsperlen ist ein kleines Büchlein, das viele kurze Gedichte und noch ein paar mehr Kurzgeschichten enthält. Ich finde, dass man es deswegen optimal vor dem Schlafengehen zum Abschalten oder kurz nach dem Aufwachen zur Hand nehmen kann. Bevor man in den Tag startet, freut es einen vielleicht, wenn man für selbigen schon ganz zu Beginn schönen und nachdenklichen Input bekommt.

Für mich persönlich waren die Gedichte eher nichts. Dass ich damit nicht viel anfangen kann und ich die meist nur als Zeitverschwendung empfinde, liegt nur daran, weil ich einfach kein Gedichte-Typ bin. Gedichte-Freunde haben bestimmt ihre Freude mit dem Inhalt des Büchleins.
Die Kurzgeschichten fand ich teilweise echt schön, vor allem, weil sie es geschafft haben, mich nachdenklich werden zu lassen.

~ Wir Menschen neigen doch alle dazu, von der Norm abweichende Erscheinungen automatisch zu fürchten. ...
Leider sehen wir den Menschen nicht an ihrem Äußeren an, ob sie gute oder schlechte Absichten verfolgen. ~

(S. 15)

In einer der vielen hier enthaltenen Kurzgeschichten streitet sich ein Paar über die Planung des nächsten gemeinsamen Urlaubs. Sie scheinen sich deswegen beinahe zu entzweien, bevor ein guter Freund es schlussendlich schafft, die Frau die ganze Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu lassen.
In einer anderen Kurzgeschichte geht es um Burn-out, Leistungsdruck und Überanstrengung. In der nächsten sind Entspannung und Erholung bzw. die Sonnenseiten des Lebens die großen Themen.
Es gab Kurzgeschichten, die mich sehr angesprochen haben und dann gab es wieder welche, die fand ich weniger spektakulär. Wahrscheinlich ist hier für jeden Typ Mensch etwas Lesenswertes dabei.

~ Außerdem machen Schuldgefühle bloß handlungsunfähig und bringen sonst keinem etwas. ~
(S. 32)

Im Grunde geht es in den Geschichten um Beziehungen, um Selbstfindung, verletzte Gefühle oder Stolz, um Schuld und Verantwortung, um Life-Balance und so weiter. Also eigentlich um wirklich wichtige Lebensthemen, mit denen sich jeder Mensch früher oder später in seinem Leben einmal auseinandersetzen muss oder mit denen man sich in irgendeinem Lebensabschnitt identifizieren kann.

Genau deshalb möchte ich für dieses Büchlein auch gerne eine Empfehlung aussprechen. Ich bin mir absolut sicher, dass der eine oder andere von euch von dem Inhalt profitieren wird - wenn er ihn denn ohne Zeitdruck und mit einer gewissen Achtsamkeit liest!

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Die Perlenschwester

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.10.2017
ISBN 9783442314454
Genre: Romane

Rezension:

Der Klappentext:

CeCe d’Aplièse und ihre Schwester Star sind seit Kindertagen unzertrennlich. Doch als ihr geliebter Vater Pa Salt stirbt, geht Star plötzlich ihrer eigenen Wege und lässt CeCe zurück. Um neuen Mut zu fassen, entschließt sich CeCe zu einer großen Reise aufzubrechen: Wie ihre Schwestern ist auch sie ein Adoptivkind und möchte herausfinden, woher sie wirklich stammt. Die einzigen Hinweise, die sie hat, sind ein altes Foto und der Name Kitty Mercer – eine Frau, die hundert Jahre zuvor in Australien gelebt hat.
Auf dem Weg nach Sydney legt CeCe einen Zwischenstopp in Thailand ein und kehrt zurück zu den Stränden von Krabi, die sie so sehr liebt. Und dort macht sie die Bekanntschaft eines rätselhaften Mannes, durch den sie auf die Lebensgeschichte von Kitty Mercer stößt. Atemlos folgt CeCe den verschlungenen Wegen der mutigen jungen Frau, die einst von Schottland nach Australien kam – und der es schließlich gelang, den Perlenhandel dort zu ungeahnter Blüte zu bringen.
CeCe reist weiter, und während sie Kittys Spur schließlich in Down Under folgt, spürt sie eine immer tiefere Verbundenheit zur magischen Kultur der Aborigines. Ihre Inspiration erwacht – und weist ihr den Weg zu der Frau, die sie wirklich ist …

Meine Meinung:

Ich bin recht schnell in CeCes Welt gelandet, habe gleich erkannt, dass – auch wenn das aus dem dritten Buch mit Star bereits herauszulesen war – CeCe eine sehr unsichere, aber feinfühlige Person ist, die sich ihr Leben lang an ihre Schwester geklammert hat und der es deswegen jetzt wahnsinnig schwer fällt, loszulassen. Obwohl CeCe die lautere und redseligere der beiden "Klammerschwestern" war, wirkt sie dennoch weitaus schwächer und bedürftiger als die ruhige Star. Darüber hinaus jammert und sorgt sich CeCe über scheinbar unsinnige Dinge (oftmals gibt sie ihre Legasthenie als Grund dafür an), weswegen sie bei meiner Mitleserin Livia nicht gerade gut angekommen ist. Ich selbst bin wesentlich besser mit der Protagonistin zurechtgekommen, irgendwie konnte ich mich in sie hineinversetzen und Verständnis für sie aufbringen – auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen konnte, wie ein Mensch derart werden kann, wenn man so privilegiert und mit so liebevollen, starken Eltern aufwächst. Ein solches Gehabe und Ähnliches nimmt man doch in den meisten Fällen von den Menschen an, mit denen man die meiste Zeit zusammen ist, oder nicht? Woher CeCe ihr Selbstmitleid und ihr niedriges Selbstwertgefühl also hat, ist mir wahrlich schleierhaft.

~ Ich hatte auf die harte Weise gelernt, dass einem niemand gehört, und möglicherweise würde es mir gelingen, eine eigene Identität zu finden und einer Kultur anzugehören, die mich definierte. ~
(S. 216)

Umso erfreuter war ich, CeCes positive Entwicklung in dieser Hinsicht mitzuerleben, als sie den Mut aufgebracht hat, sich auf die Spuren ihrer Herkunft zu begeben. Denn das Buch ist wieder in zwei Zeitstränge geteilt. Abwechselnd liest man von CeCe in der Gegenwart (2008) und von Kitty in der Vergangenheit (Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts). Und in den Gegenwart-Teilen – die ich weitaus unspektakulärer fand als die Erzählungen der Vergangenheit – erkennt man nach und nach deutlich, wie sich CeCe entwickelt, besonders ab dem Zeitpunkt, an dem sie ihrer ursprünglichen Familie immer näher kommt. Sie lernt und arbeitet an sich, auch mit Hilfe von Pa Salts Spruch/Weisheit, den er ihr nach seinem Tod übermittelt hat und den sie immer im Hinterkopf hat. Der Gegenwart-Teil mit CeCe spielt vorerst in Thailand, danach geht es ab nach Australien, wo der Hauptteil der Gegenwart-Handlung stattfindet. Egal, wo sich CeCe befindet, sie lernt interessante Menschen kennen, die ihr ganz unbewusst dabei helfen, ihren Mut zu finden und persönlich zu wachsen. Das fand ich sehr schön, mitzuverfolgen!

~ »Weißt du, was Menschen daran hindert, ihr volles Potenzial zu nutzen?«
»Angst. Du musst die Angst loswerden.« ~

(S. 472)

Kittys Part konnte mich von Anfang an abholen und begeistern. Ich war durch und durch gefesselt von den Geschehnissen in der Vergangenheit. Australien im 20. Jahrhundert kennenzulernen und etwas über die Entwicklung der Perlenfischerei zu erfahren hat mich ebenfalls sehr interessiert und deswegen an den Seiten kleben lassen. Die Charaktere in der Vergangenheit sind alle sehr vielschichtige und einzigartig skizzierte Persönlichkeiten und das, was passiert, teilweise so unfassbar und tragisch, weswegen ich gar nicht erwarten konnte, alles so schnell wie möglich aus dieser längst vergangenen Zeit in Erfahrung zu bringen. Fesselnd, fesselnd, fesselnd wären die Worte, mit denen ich Kittys Geschichte beschreiben würde!

Natürlich fragt man sich während dem Lesen auch, inwiefern CeCe und Kitty miteinander zu tun haben könnten. Sind die beiden Frauen miteinander verwandt? Ist ihr Leben auf irgendeine andere Art und Weise verknüpft? Livia und ich hatten jedenfalls unseren Spaß, darüber zu spekulieren. Wir haben unsere Gedankenspinnereien genossen und waren schlussendlich total begeistert davon, dass Riley es so toll geschafft hat, jeden auftauchenden Charakter irgendwie einen perfekten Platz in der Geschichte zu geben bzw. zufriedenstellend miteinzuweben.

~ Wir müssen versuchen, Verantwortung für unsere eigenen Handlungen zu übernehmen, für die anderer Menschen können wir das nicht. ~
(S. 525)

Im Großen und Ganzen kann ich kaum etwas Negatives über den 4. Band der Sieben Schwestern-Reihe sagen. Die einzigen kleinen Kritikpunkte waren: In einem Moment war mir CeCes Baden in Selbstmitleid zu viel und ziemlich am Ende des Buch hatte ich kurz das Gefühl, als würden sich die Ereignisse überschlagen. Obwohl große Ereignisse zeitlich gesehen in einem annehmbaren Abstand geschahen, sind sie mir von der Autorin dennoch zu schnell hintereinander erzählt worden, sodass ich etwas "überfordert" war. Diese Kritikpunkte haben meine Lesefreude allerdings nicht eingeschränkt, weswegen ich keinen Punkteabzug in meine Bewertung miteinfließen lasse.

Am Ende darf man sich – wie immer – über ein paar Sätze von Lucinda Riley freuen und darüber staunen, wie weit die Autorin geht, um korrekt an ihren Geschichten arbeiten zu können. Gerade ihre letzten Worte fand ich diesbezüglich sehr vorbildlich. Ebenso findet sich am Ende bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das fünfte Buch (mit Tiggy). Einen kleinen Einblick in Tiggys Leben gewährt uns Riley hier schon mal.

Und wer es, wie ich, auch nicht erwarten konnte, nach dem dritten Band endlich weiterzulesen, dem kann ich versichern, dass er mit CeCe, aber allen voran mit Kitty, in Australien viel Freude haben wird! ;)

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Der verbotene Liebesbrief

Lucinda Riley , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.09.2017
ISBN 9783442484065
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Klappentext:

Ein Brief mit einer gefährlichen Botschaft. Eine junge Frau auf der Suche nach der Wahrheit. Und eine Liebe, die für immer verborgen bleiben muss ...

Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, wird die junge Journalistin Joanna Haslam auf die Trauerfeier geschickt, um in der Presse darüber zu berichten. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, ein Kuvert mit Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joanna beginnt zu recherchieren und begibt sich damit auf eine Mission, die nicht nur gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann ...

Meine Meinung:

Was für ein hinreißender Roman! - Ich bin immer noch völlig hin und weg davon. Lucinda Riley hat hier mal wieder hervorragend bewiesen, dass sie es einfach kann: Schreiben!! Ich habe bisher alle ihre Bücher gelesen, aber an keinem habe ich so sehr gehangen, keines fand ich bis jetzt spannender. Die Geschichte um ein Komplott rund um das englische Königshaus hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Genau genommen hänge ich immer noch ein bisschen drin, weil ich die Geschehnisse weiterhin "verarbeiten" muss.

~ Das Problem mit uns Menschen ist, dass wir Angst vor jeder Veränderung haben und sie deswegen scheuen wie die Pest. ~
(S. 34)

Wer annimmt, dass man als Enthüllungsjournalist ein aufregendes und spannendes (Berufs)leben führt, hat Recht. Allerdings ist es in Joannas Fall zusätzlich gefährlich. Was sie auf diesen 649 Seiten alles mit- und durchmachen muss, ist alles andere als leicht. Hätte sie sich doch nur nie in diese Sache mit dem ominösen Brief und der geheimnisvollen alten Dame verstricken lassen. Aber wer konnte denn auch ahnen, dass ein paar so harmlos wirkende Dinge und Tatsachen einen solchen Rattenschwanz an Problemen und Schwierigkeiten nach sich ziehen würde? Niemand. Und Joanna hätte viel früher mit ihren Recherchen aufhören sollen. Dass das noch richtig gefährlich werden würde, hat niemand erwartet, auch ich bin nicht von solch einer Gefahr ausgegangen ...

Man merkt schon: hierin ist reichlich Stoff vorhanden, der es zu fesseln schafft! Außerdem gelingt es Riley wunderbar zu überraschen und zu schockieren. Nicht nur das Geheimnis, das der Geheimdienst um jeden Preis vertuschen möchte, hat mich am Ende umgehauen ... auch der eine oder andere Todesfall ließ mich nicht mehr los. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Nicht nur einmal habe ich mir gedacht: "Nein, das kann Riley doch jetzt nicht wirklich bringen!?".

~ »Aber ... sie ist sehr still. So habe ich sie noch nie erlebt. Die ganze Sache mit diesem jungen Mann hat ihr wirklich den Boden unter den Füßen weggerissen.« ~
(S. 507)

Anders als in Rileys bisher in Deutsch erschienen Romanen wirkt Der verbotene Liebesbrief also wie ein Krimi. Jedoch sind Krimi-Elemente nicht das einzige, das hierin zu finden ist, nein, selbstredend hat die Autorin die Liebe nicht zu kurz kommen lassen: Die Protagonistin Joanna erfährt in dieser Hinsicht nämlich so einiges an scheinbaren Ungerechtigkeiten und weil ich sie gleich zu Beginn so liebgewonnen habe und außerordentlich sympathisch fand, litt ich im Laufe der Geschichte mit ihr. Eine zweite Liebesgeschichte, in der ein Charakter des Königshauses involviert ist, und die ebenfalls durch und durch verfolgenswert ist, rundet das Ganze perfekt ab und sorgt für zusätzlichen Lesegenuss.

~ Die Liebe lässt uns die tollkühnsten - und oft auch törichtsten - Entscheidungen treffen. ~
(S. 595)

Das Ende der Geschichte ist überaus überzeugend, für mich aber leider nicht gänzlich zufriedenstellend, denn irgendwie schreit es geradezu nach einer Fortsetzung ... ;)

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