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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fortsetzun, serie, 3. band, krimi, nicole neubauer

Scherbennacht

Nicole Neubauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783734104510
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: 3. band, krimi   (2)
 

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37 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

datenschutz, gentechnik, digitalisierung, dystopie, zeitgeschehen

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: roman   (1)
 

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, festa verlag, joe kurtz, 1. band, dan simmon

Eiskalt erwischt

Dan Simmons
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 06.11.2012
ISBN 9783865521866
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: 1. band, ebook, thriller   (3)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

staffel 2, krimi, per sander, leichenentsorgung, 2. band

Keine Leiche, kein Problem – Staffel 2

Per Sander
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Independently published, 05.04.2017
ISBN 9781521004333
Genre: Sonstiges

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Tags: 2. band, humor, krimi   (3)
 

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189 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 78 Rezensionen

thriller, berlin, entführung, martin krist, mord

Drecksspiel

Martin Krist
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548285375
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: 2. band, thriller   (2)
 

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39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

steampunk, krimi, floodlands, new york, ersticktesmatt

Ersticktes Matt (Floodlands 1)

Nina C. Hasse
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei null, 25.07.2016
ISBN B01J2MYUIO
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: 1. band, krimi, steampunk   (3)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

thriller, 2. band

Der Knochensammler - Die Rache

Fiona Cummins , Birgit Schmitz
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 24.08.2017
ISBN 9783651025011
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: 2. band, thriller   (2)
 

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68 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

thriller, island, missbrauch, ermittlungen, krimi

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich ist er da, der von mir langersehnte Folgeband! „DNA“ konnte mich im vergangenen Jahr vollkommen überzeugen und dieses Buch steht seinem Vorgänger in keinster Weise nach.

Die Fälle selbst sind in beiden Büchern in sich abgeschlossen und stehen somit nicht in Verbindung zueinander. Es gibt einen wirklich kurzen aber sehr guten Einblick der privaten Entwicklungen und so kann dieser 2. Band auch für sich allein gelesen werden – es wäre jedoch wirklich schade um die gelungene Geschichte die Euch dann entgehen würde!
Da die Autorin Yrsa Sigurdardóttir ihren Protagonisten, neben den Ermittlungen, viel Raum gibt, bauen in diesem Fall die beiden Bücher aufeinander auf. Somit lassen sich Spoiler zu Band 1 und den beiden Protagonisten Huldar und Freyja nicht gänzlich vermeiden.

Durch den Klappentext ist deutlich herauszulesen das die folgenden Ereignisse und Fälle miteinander verbunden sind. Dies mindert jedoch nicht die Spannung beim Lesen, da sich die ersten Verknüpfen bereits am Anfang ergeben.

2004
Vaka wartet frierend auf ihren Vater. Nachdem sich der Schulhof immer mehr leert, ist sie glücklich eine Mitschülerin zu entdecken. Es war Vakas Idee zu dem Mädchen zu gehen um telefonieren zu können, das Mädchen wirkte jedoch entsetzt. Nur schnell telefonieren, dann ist sie zu Hause, doch das unheimliche Gefühl in diesem fremden Haus erdrückt sie fast.
Kurz darauf wird sie von ihren Eltern als ‚Vermisst‘ gemeldet.

2016
Eine zehn Jahre alte Zeitkapsel mit der Ankündigung einer Mordserie findet sich auf Huldars Schreibtisch wieder. Die Opfer sind nur mit ihren Initialen erwähnt. Zeitgleich findet sich ein abgetrenntes Hände-Paar im Hot Tub (Whirlpool) eines Mannes.

Wie auch im ersten Band, arbeiten Huldar (Polizist) und Freyja (Psychologin) eher ungewollt zusammen – zu mindestens wenn man Freyja fragen würde. Das Verhältnis der beiden ist zu Beginn sehr angespannt. bei ihrem ersten gemeinsamen Fall bekleideten beiden noch Führungsposition, dies änderte sich nach der Aufklärung in Band 1 und sie wurden degradiert. Während Huldar sich damit abgefunden hat und gar nicht allzu unglücklich darüber ist, wirft Freyja ihm diesen beruflichen Umstand vor. Das anfänglich – doch eher schwer erarbeitete Knistern zwischen ihnen – ist einem fast noch größeren Graben wie bei ihrem ersten beruflichen Aufeinandertreffen gewichen. Doch die Zeit für Vorwürfe und Groll ist nicht gegeben – zu viele Fragen wirft die Morddrohung auf. Und je mehr Freyja und Huldar sich in diesen Ermittlungen einarbeiten, je undurchsichtiger wird es. Keiner weiß etwas, niemand hat etwas gesehen und gehört. Die einzigen Dokumente und Unterlagen die Antworten hätten geben können, sind nicht existent.
Dies erzeugte eine hohe Spannung beim Lesen, wirft Fragen auf, die mich für ihre Antworten durch die Seiten fliegen ließen.

Ja, der Titel „SOG“ ist Leseprogramm, denn das Buch erzeugt einen regelrechten LeseSOG. Nach und nach ich erhielt ich Antworten und glaubte zu wissen, welche Fäden zusammen gehören. In diesem Glauben befürchtete ich schon eine Auflösung die nachvollziehbar, aber nicht überwältigend ist – weit gefehlt! Es gab einen klitzekleinen Hinweis, dieser jedoch wurde mir erst bewusst, als die Auflösung schwarz auf weiß vor mir stand.

Was ich an der Autorin bewundere ist ihre Kunst der Andeutung! Weder die Morde, noch der Leichenfund werden detailliert beschrieben. Und doch stellt sich direkt das eigene Kopfkino ein. Die Autorin lässt ihre Protagonisten, ihre Empfindungen, sprechen – das Gefühl der Übelkeit, dem unangenehmen Geruch. Im Groben wird genannt um welchen Tötungsakt es sich handelt, der Rest wird der Fantasie des Lesers überlassen. Und diese entstehen zu lassen, ohne zu beschreiben, darin versteht sich Yrsa Sigurdardóttir.

Wieder einmal ein Thriller ohne sich überholende Szenen oder zwanghaftem Spannungsbogen – sehr zu meiner Freude. Der Fall selbst überzeugt! Die Ermittlungen zogen mich in ihren Bann und ich empfand es mehr als angenehm keine Action vorzufinden. Dafür hätte es ein bisschen weniger Baldur sein dürfen – Freyjas Bruder muss leider sinnbildlich dafür herhalten. Mir war es, ähnlich wie im ersten Band, stellenweise zu ausführlich.
Eine Charakter-Skizzierung ist mir ebenso wichtig wie wohl jedem Leser – diese machen die Protagonisten lebendig. Hier jedoch geht es vielmehr um die Lebensumstände, als um eine Entwicklung und so hätte es für mich persönlich etwas knapper ausfallen dürfen. Wobei ich ehrlich gestehen muss, das es amüsant war zu lesen, wie Huldar von einem Fettnäpfchen ins nächste stampft. Sein neuer Kollege Gudlaugur (die isländische Schreibweise ist im Buch zu finden, was ich sehr schön und authentisch finde) war mir bereits zu Beginn sympathisch und ich würde mir wünschen ihn auch in den hoffentlich zukünftig kommenden Bänden wieder anzutreffen.

Wie dem Klappentext zu entnehmen ist, wird eines der Opfer missbraucht und im späteren Verlauf verstärkt sich ein ganz bestimmter Verdacht immer mehr. Die Autorin verzichtet gänzlich auf eine Beschreibung und doch könnten bestimmte Szenen beim Lesen triggern! Besonders die spätere Zusammenführung der einzelnen Puzzleteile hatte für mich eine ganz eigene Intensität. Das Schweigen, der Zusammenhalt, das Augen verschließen ist leider viel zu Nahe an der Realität …
Ebenso konnte der Epilog mich nochmals einnehmen – nicht gestellte Fragen erhalten eine Antwort und erzeugen Gänsehaut.

"Aber niemand fragte, was passiert sei."
(S. 391)

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

 

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Tags: 2. band, thriller   (2)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kurzgeschichten, anthologie

Sehnsuchtsfluchten

Julia von Rein-Hrubesch , Nika Sachs
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 20.07.2017
ISBN 9783740730710
Genre: Romane

Rezension:

15 Autoren – 27 Geschichten, dies mag auf den ersten Blick für ca. 200 Seiten zu viel wirken. Dem möchte ich an dieser Stelle lautstark widersprechen! So kurz wie die Geschichten selbst, wird auch meine „Besprechung“ ausfallen. Ich bin keine Autorin und ich kann diesem Buch mit eigenen Worten nicht gerecht werden …

Eher selten greife ich zu Kurzgeschichten, meist können sie mich nicht einnehmen, fühlen sich unvollständig an oder haben nicht die benötigte Tiefe. Bei dieser Anthologie jedoch wurde ich eines besseren belehrt! Die verschiedenen Geschichten sind nach wenigen Seiten ausgelesen und schafften es dennoch mich einzunehmen. Eine Wortgewalt, welche von Beginn an einen faszinierenden Sog hat.

Viele Autoren heißt, verschiedene Arten Geschichten zu erzählen. Dies macht es nochmals besonders, denn es finden sich so vielfältige Gedanke! Ein Buch welches nicht in einem Rutsch gelesen wird, weil es keine Texte für „mal eben zwischendurch“ sind – es sind Geschichten für die Seele.

Liebe, Selbstfindung und Selbstzweifel, Verlust, Schuld – Sehnsüchte in denen man abtauchen kann und sich an der ein oder anderen Stelle auch selbst wieder findet – metaphorisch, phantastisch, realistisch. Geschichten welche bewegen und berühren. Dies auf wenige Seiten zu schaffen ist die Kunst des Schreibens und diese beherrschen die Autoren und Autorinnen.
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu sehr auf den weiteren Inhalt eingehen, da dieser nicht nur unterschiedlich von den Autoren verfasst wurde, sondern ebenso verschiedene Gedanken bei den einzelnen Lesern auslöst bzw. auslösen wird. Um einen kleinen Einblick zu gewähren, habe ich aus jeder Geschichte ein Zitat heraus gesucht …

Dieser Ort stand weit jenseits der Welt. (S. 8)

Es geht darum, nicht zu sein. (S. 18)

Das Küssen […], diese Intimität, die dahinter steckt. (S. 25)

[…] Flucht bleibt Flucht, egal wohin (S. 28)

[…] die Stille zwischen ihnen schmerzte beinahe. (S. 40)

Meine Gedanken reisen durch die Erinnerungen der vergangenen Jahre. (S. 43)

Nur, wenn Ihr Blick frei ist, frei auf die Furchen und Verstecke Ihrer Gedanken, dann finden Sie Wahres, die Essenz, den Geist. (S. 55)

Ich habe zu genau hingesehen. Zu lange, zu intensiv. (S. 63)

Was ich glaubte, besiegt zu haben, nimmt nun wieder Besitz von mir. (S. 69)

Mein Körper wird immer unwahrer. (S. 72)

Freudig ging ich durch die enge Gasse zwischen der deprimierenden Realität und meiner eignen, glänzenden Fantasiewelt. (S. 77)

Eines Morgens beschloss ich, auf den Grund meiner Seele zu reisen. (S. 84)

Ein Versprechen von Sonne, Regen und Leben. (S. 88)

Er ist der mehr oder weniger clevere Vermieter eines emotionalen Giftraums. (S. 69)

Die Nacht ist kalt und die Stimmung umarmt mich, aber nicht wärmend. (S. 101)

Ich schälte das selbst. (S. 115)

Das liebe ich an dir. Du bist nach außen so wie von innen […]. (S. 118)

Es ist so arm, sich selbst zu retten, indem man einen anderen der Meute ausliefert. (S. 124)

Eine Wandlung wie in Zeitlupe, als würde die Zeit innehalten, um es selbst zu genießen. (S. 128)

Ich wollte schauen, ob ich ohne dich sein kann. (S. 143)

Auf einmal ist alles wieder verblichen. (S. 145)

Vor dem, was in meinem Kopf ist, kann ich nicht weglaufen. (S. 149)

Aber nach so vielen scheiß Erfahrungen mit Menschen wollte ich keine Vertrauensexperimente mehr. (S. 159)

Eine einzelne rote Rose in einem Meer aus Weiß. (S. 162)

Man klammert sich an den kleinsten Hoffnungsschimmer, nur um dem Schmerz noch eine Weile zu entkommen. (S. 174/175)

> Wenn ich erwachsen bin, werde ich …<<
>> … älter sein […] <<
(S. 186/187)

Kein Aber mehr. Dafür aber auch sonst nicht viel Substanz. (S. 189)

… und nicht jedes Zitat steht selbst erklärend für sich, aber sie zeigen wie einnehmend und/oder poetisch jede einzelne Geschichte ist. Ein kleines besonderes Highlight für mich war „Take it, Easy„, denn diese hat Bezug zu dem wundervollen Roman „Schneepoet„!

Nicht alle Geschichten haben mich gleichermaßen eingenommen, aber ich bin beeindruckt von der Fähigkeit der einzelnen Autoren, solch eine Themengewalt in diesem kleinen Rahmen tiefgründig umzusetzen! Jede Geschichte erzählt auf seine eigene Art von Emotionen, denen wir alle in irgendeiner Form bereits begegnet sind und mich persönlich haben besonders die Geschichten „Der eiserne Jaques“ und „Ebail“ eingenommen.

Eine lyrische Auseinandersetzung mit alltäglichen Gedanken und Emotionen – wer sich fallen lassen und abtauchen will, sollte zu dieser Anthologie greifen.

Wer neugierig auf die einzelnen Autoren ist, sollte auf der Facebook-Seite „Sehnsuchtsfluchten“ vorbeischauen, dort sind verschiedene Interviews zu finden.

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

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Tags: anthologie, kurzgeschichten   (2)
 

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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, meredith winter, pastor, ladythriller, erotik

Blutpsalm

Meredith Winter
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Sommerburg Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783981872217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Liebeskrimi“ – da wird sich wohl der ein oder andere Leser unter Euch wundern. Ja, Liebesgeschichten sind eigentlich nicht meine bevorzugte Thematik in einem Buch, aber die Autorin hat eine solch gelungene Anfrage gestellt und mich gekonnt neugierig gemacht. Auch der Klappentext sprach mich an und somit war das Buch auch schon bei mir eingezogen.

Pastor Jonathan Littke verliebt sich auf den ersten Blick in die Prostituierte Marlene. Nicht das dies allein schon für Aufsehen in dem verschlafenen Dorf Sommerburg sorgen würde, beginnt eine Mordserie in die Marlene verstrickt zu sein scheint.

"Vor ihm lag der Bürgermeister, in seiner Brust steckte ein Fleischermesser. Und in der Mitte des Messers war Marlenes Visitenkarte aufgespießt." -- (Seite 22)

Die darauffolgenden Ereignisse, die Geschichte der zwei Protagonisten, konnte mich leider nach den ersten gelungenen zwanzig Seiten nicht mehr einnehmen. Zu viel Story, zu wenig Entwicklung. Ein Krimi auf knapp 200 Seiten kann funktionieren, wenn aber auch eine Parallelgeschichte erzählt wird, bleibt kaum noch Raum für beides.

Mord und Liebe. Beides findet sich innerhalb der Geschichte, beides kommt jedoch für mich persönlich zu kurz bzw. zu rasant. Nach und nach finden sich in dem Dorf Leichen, immer mit einer Visitenkarte von Marlene. Dies jedoch steht nicht im Mittelpunkt der Geschichte, sondern die sich anbahnende Beziehung von Jonathan und Marlene. Gegen eine Liebesgeschichte ist gar nichts einzuwenden, aber wenn diese mit einer Mordserie einher geht, erwarte ich Zweifel und Hinterfragungen. Diese tauchen auf, jedoch in eine ganz andere Richtung. Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums lernen sich die beiden kennen und die Beziehung entwickelt sich gefühlt viel zu schnell. Bedingt durch die zwei mehr als unterschiedlichen Berufe hätte die Autorin vielerlei Möglichkeiten gehabt, diese Annäherungen langsam auf- und auszubauen. Die Zweifel nehmen nur einen geringen Raum ein und der Verlauf dieses Handlungsstrang ist für mich im Blick auf die Protagonisten und ihre Leben zu unrealistisch. Ich gebe zu, vielleicht hätte ich es mir aufgrund der Genre-Bezeichnung zweimal überlegen sollen … Liebesbekundungen (in dieser Form) kann ich persönlich leider einfach nichts abgewinnen.

Zu Beginn geht es um die ersten Begegnungen von Jonathan und Marlene, bis die erste Leiche auftaucht. Aber auch im weiteren Verlauf waren die Morde vielmehr eine Nebengeschichte und für mich als Krimi und Thriller Liebhaberin somit kein fesselndes Leseerlebnis. Vielmehr geht es um die einzelnen Geheimnisse und den Umgang miteinander und somit konnte sich für mich kaum ein Spannungsbogen aufbauen. Kaum entstehen die ersten Fragen, werden diese umgehend beantwortet. Eine logische Konsequenz in Bezug auf die Seitenzahl, aber mindert eben dadurch das Lesevergnügen. Ein Krimi bedeutet mit rätseln bezüglich der großen W-Fragen und eben dies fehlte mir persönlich. Die Entwicklung die eine solche Mordserie in einem kleinen Dorf mit sich bringt. Die Angst der Anwohner, die Zweifel an den Nachbarn die seit Jahren Freunde sind. Diesbezüglich ist der Klappentext leider etwas irreführend („…zeigen die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht.“), denn bereits auf Seite 19 ist deutlich herauszulesen, das es sich eben um ein Mitglied dieser Gemeinschaft handelt. Es geht nicht um eine Gemeinschaft die dunkle Geheimnisse hat, welche nach und nach ans Tageslicht kommen, sondern um eine einzelne Person. Und auch hier werden die Hintergründe relativ schnell offen gelegt, mit einem Showdown der so rasant wie die vorherigen Seiten ist.
Die Leser unter Euch die das Buch bereits kennen werden vielleicht denken „Aber da kommen doch Geheimnisse ans Tageslicht“ – Ja, bestimmte Personen haben eine Gemeinsamkeit, dies jedoch ist für mich persönlich nicht als dunkles Geheimnis oder „zeigen ihr wahres Gesicht“ einzuordnen.

Ich möchte im kleinen darauf hinweisen, das im Buch eine Szene triggern könnten. Es wird nicht gezielt ein Missbrauch beschrieben und doch ist es eben dieses Gefühl, welches beim Lesen und bei der Protagonisten selbst entsteht – Seite 78 bis 79.

Dem Buch hätte ein Fokus weniger gut getan. Ein einzelner Augenmerk auf Liebesroman oder Krimi findet seinen Platz auf solch einer Seitenzahl, eine Kombination aus beiden Bereichen braucht doch etwas mehr um sich entwickeln zu können. Wer schnelllebige Bücher mag und mal in einen Krimi reinschnuppern möchte, dem mag dieses Buch gefallen. Kenner des Genres Krimi und Thriller werden nicht auf ihren Thrill kommen. Liebe ein Hauch Erotik, Zutaten in einem Krimi die mich nicht unbedingt stören, aber ich hätte mir gewünscht das den Protagonisten mehr Zeit gegeben worden wären und die Morde Schatten über die aufkeimende Liebe geworfen und mehr Raum bekommen hätten.

In meiner Blog-Rezension findet ihr noch eine Zeichnung zum Buch, denn ich finde es schade das die abgebildete Zeichnung dort, welche mit anderen Skizzen nur auf der Verlagsseite zu sehen ist, nicht auch im Buch eingearbeitet wurde. Dies hätte Individualität geschaffen und sich von anderen Büchern abgehoben, vielleicht eine Idee für kommende Bücher der Autorin?!

-- Rezension verfasst von © Janna (www.KeJas-BlogBuch.de) --

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Tags: krimi   (1)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

london, reiseführer

Lonely Planet Reiseführer London

Vesna Maric , Damian Harper , Steve Fallon , Emilie Filou
Flexibler Einband
Erschienen bei MAIRDUMONT, 06.06.2016
ISBN 9783829721813
Genre: Sonstiges

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

MAIRDUMONT ist ein Internetportal mit verschiedenen Kooperationen, darunter die deutsche Ausgabe von Lonely Planet. So finden sich diese wundervollen Reiseführer, Bildbände & Co. bei beiden Anbietern. Neben den Büchern werden bspw. auch Reisen (Buchung) angeboten. Wer nun neugierig geworden ist, kann einfach einen der beiden eingefügten Links zu den oben genannten Seiten anklicken.
Lonely Planet ist bekannt für seine Reiseführer mit Geheimtipps und wunderschönen Bildern! Wenn es darum geht einen neuen Guide zu kaufen ist es meist von diesem Verlag – Die Illustrationen wecken Fernweh und inhaltlich überzeugen sie auf ganzer Linie!

Und welcher darf in der kleinen Sammlung nicht fehlen?! London! Auch wenn ich schon mehr als einmal dort war, es wird immer ein nächstes Mal geben und da kann es doch nicht schaden immer mal verschiedene Reiseführer dabei zu haben.

Nach einem London-Trip ist vor einem London-Trip. Ich liebe diese Stadt einfach und ebenso die Reiseführer von Lonely Planet!
Vieles habe ich mir bereits angeschaut in dieser Stadt, aber es kann ja nicht schaden dennoch einen weiteren London-Führer zu haben.

Der Reiseführer ist klar gegliedert und beginnt mit „Londons Top 16“, Camden Town bei Nr. 7 – pffft, gehört zu den ersten fünf für mich! ich liebe es dort! Wie sagt mein Freund immer so schön, wenn ihm Orte gefallen: hier kann man wunderbar Lustwandeln.
Von den ‚Top 16‘ habe ich bereits einiges gesehen, aber ein, zwei für mich unbekannte Tipps waren für mich dennoch dabei.

Für mich persönlich eher uninteressant, aber die Rubrik „Reiseplanung“ ist für jemanden der zum ersten Mal in die Hauptstadt reist sehr informativ. Darüber hinaus finden sich aber auch kleine Sightseeing-Vorschläge, sowie wiederkehrende Veranstaltungen wieder.
Besonders positiv finde ich, wenn Reiseführer eine extra Rubrik für Familien einbauen, wie hier zu finden ist („London mit Kindern“).
Pubs und Events rund um die homosexuelle Szene werden vorgestellt, diese sind jedoch nur kurz auf zwei Seiten zu finden, hier hätte ich es mir etwas ausführlicher gewünscht.
Highlights und Sehenswertes wie bspw. „National  Gallery“ erhalten einen etwas größeren Platz für die Informationen und ich kann nur sagen: ein Besuch lohnt sich wirklich!

Die verschiedenen Oberpunkte wie „Essen“, „Unterhaltung“, „Aktivitäten“, etc. werden gezielt bei den verschiedenen Stadtvierteln gelistet, welches somit eine gute Struktur bietet.
Wer an der Stadt-Geschichte interessiert ist, findet am Ende verschiedene Informationen dazu. Ebenso zu „Musik & Film“, „Kunst“und Literatur“ rund um London.

Ein kleiner Geheimtipp von mir, denn leider wurde ich bei diesem Restaurant nicht fündig im Reiseführer (oder habe dies einfach nicht gefunden): ein einmaliges Erlebnis um Essen zu gehen! Das restaurant „Sarastro“ (TheatreLand) ist nicht einfach nur himmlisch lecker, sondern ein wahre Augenpracht! Balletschuhe über den Deckenlampe, gold und wunderschöne Teppiche, verschiedene kleinere und größere Details der Dekoration – ich wusste überhaupt noch wohin ich als erstes schauen sollte!

Etwas ungewöhnlich für einen Lonely Planet – Reiseführer sind die wenigen Bilder und die Vielzahl an aufgeführten Informationen. Mir fehlen ein wenig die gewohnten Geheimtipps, aber nichts desto trotz ist dies ein kompaktes Buch mit informativen Vorschlägen für verschiedenste Besichtigungen und Aktivitäten. Trotz seiner knapp 490 Seiten ist der Reiseführer gut tragbar und somit genau richtig für den Rucksack um London zu erkunden.

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Tags: london, reiseführer   (2)
 

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202 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

fantasy, palast, horror, französische revolution, jugendbuch

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Romane

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Ihr kennt das oder? Bücher die bereits nach wenigen Seiten diesen Sog haben, in denen man völlig abtaucht. Geschichten denen man sich nicht entziehen kann, welche man aber dennoch nicht auslesen möchte. Das waren meine Empfindungen bei diesem Buch!

Die Perspektiven innerhalb der Geschichte wechseln zwischen Aurélie im Jahre 1789 und Anouk in der Gegenwart, wodurch sich ein angenehmer Spannungsbogen aufbaut, welcher erst zum Ende hin seine ganze Tragik preisgibt. Beide Mädchen müssen sich ihren Ängsten und den Gefahren von außerhalb stellen.

Aurélie lebt mit ihren Eltern und Schwestern in Frankreich, wobei sie ihren Vater kaum zu sehen bekommt. Zu sehr ist er in den Bau des ‚Palais du Paillion‘ vertieft.

"Ich hörte, wie es gebaut wurde, Vaters geheimes Versailles, ein Palast unterhalb eines Palastes, ein Reich aus Gold und Kristall, verborgen in den Wurzeln Frankreichs." - (Seite 7)

Doch etwas stimmt nicht, Aurélies Mutter weigert sich trotz der Revolte – dem bevorstehendem Tod – je wieder einen Schritt in den untergründigen Palast zu setzen.

Eben dieser verborgene Palast wurde Jahrhunderte später entdeckt. Kurz darauf werden Anouk und vier weitere Jugendliche zu einer Expedition eingeladen.
Bereits am ersten Abend wird Anouk skeptisch, doch da ist es bereits zu spät …

"Perdu dans l`ombre." - (S. 155: „Verloren im Dunkel.“)

Atmosphärisch hat mich das Buch von Beginn an gefangen genommen, der Autor Stefan Bachmann projiziert mit seinen Worten den ‚Palais du Papillion‘ direkt ins Wohnzimmer. Ein Palast der Dunkelheit und voller Fallen. Ein Ort ohne Ausgang, mit Gängen und Räumen voller Angst. Unbeantwortete Fragen, die nicht nur die Gruppe der Jugendlichen beschäftigen.

Aurélie und Anouk erzählen parallel ihre Geschichten, Jahrhunderte voneinander entfernt. Durch die Ich-Perspektive wird die anbahnende und wachsende Angst beider Mädchen von Seite zu Seite spürbarer. Ebenso wird deutlich das in beiden Familien ein Riss entstanden – bei Anouk scheint dieser unüberwindbar, bei Aurélie einnehmend und intensiv. Beide Familiengeschichten gleichen einer Tragödie.

Der Palast unterhalb der Erde geriet über die Jahrhunderte n Vergessenheit, doch sein Innerstes pulsiert. Gefahren lauern in jedem Raum, alte Kriegslieder („Maikäfer flieg„) Gänge. Die Französische Revolution (1789 bis 1799) dient dem Auftakt des Buches, auch im weiteren Verlauf werden wahre Begebenheit innerhalb einer phantastischen Geschichte eingearbeitet.

"Wenn wir arm sind, wollen wir reich sein, wenn wir reich sind, wollen wir geliebt werden, und wenn wir geliebt werden, wünschen wir uns Freiheit […]." - (Seite 383)

Die Auseinandersetzung mit Themen die uns alle berühren, Realität und Fiktion, hat Stefan Bachmann in diesem Roman einnehmend erzählt. Schaurig, phantastisch und definitiv ein Buch zum abtauchen!

  (10)
Tags: roman   (1)
 

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216 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

japan, mord, schule, geständnisse, thriller

Geständnisse

Kanae Minato , Sabine Lohmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.03.2017
ISBN 9783570102909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Einen besseren Titel hätte das Buch nicht haben können, nur bin ich mal wieder vom deutschen Cover irritiert. Wunderschön – keine Frage! Jedoch hat der Apfel keine weitere Bedeutung im Buch. Dies ist absolut kein Kriterium dafür ob der Inhalt überzeugt oder nicht, finde ich nur immer etwas schade. Aber die Geschichte selbst überzeugt mich dafür auf ganzer Linie!

Bei einer Rezension sollte grundlegend neugierig gemacht werden, aber es darf auch nicht zu viel verraten werden – macht das Besprechen dieses Buches nicht gerade leicht. Eine Geschichte die auf verschiedenen Ebene so ganz anders ist, als ich es erwartet hatte. Schon der Schreibstil hat seinen ganz eigenen Reiz, welcher bestimmt nicht jeden Leser anspricht. Ich empfehle hier die Leseprobe vor dem Buchkauf zu lesen.

Sechs Abschnitte – sechs Geständnisse, alle aus der Sicht verschiedener Ich-Erzähler. Es beginnt und endet mit der Lehrerin Yũko Moriguchi. Sie steht vor ihrer Klasse und hält einen Monolog mit verschiedenen Anekdoten und Erzählungen und ich fragte mich in welchem Zusammenhang dies im weiteren Verlauf steht, ob es überhaupt eine Bedeutung bezüglich des Todesfalls hat. Definitiv sollten ihre Worte aufmerksam gelesen werden, denn zum Ende ihrer Erzählung wird deutlich das all dies wie in einem Zahnrad miteinander verbunden ist. Kein Wort ist unbedacht gesagt oder bedeutungslos und ist doch nur ein kleiner Teil der Wahrheit.

Autorin Kanae Minato schafft es mit einer ruhigen Erzählweise bereits auf den ersten sechzig Seiten eine Spirale an Gedanken entstehen zu lassen! Übertragung und Entzug der eigenen Verantwortung, Schuldfragen, sich der Konsequenz der eignen Taten entziehen oder bewusst die Augen vor der Wahrheit verschließen. Sie hat es geschafft gewaltige Denkanstöße mit einfließen zu lassen, ohne jedoch gezielt moralisch darauf einzugehen.
Auch nach dem Beenden des Buches ist es nicht leicht, sich die eigenen entstandenen Fragen zu beantworten. Die verschiedenen Sichtweisen zeigen die Subjektivität der eigenen Wahrnehmung – wo also beginnt die Tragödie? Ganz automatisch fühlte ich mich beim Lesen an ein Zahnrad erinnert, welches sich nach und nach miteinander verhakt und sich in Bewegung setzt.

"Wer ist hier letztendlich zu tadeln?"
(S. 35)

Die Autorin setzt sich tiefgreifend mit der Geschichte auseinander, das Wer und Wie tritt in den Hintergrund. Die erste Perspektive lässt ein Bild der Ereignisse entstehen, wobei die weiteren Sichtweisen wie Wasser sind, die eben dieses zerlaufen lassen. Wahrnehmungen und Interpretationen sind grundlegend subjektiv und auf eben dies weist die Autorin immer wieder hin. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Auf jede Handlung folgt eine Konsequenz, doch findet sich eine Antwort auf den Beginn der Tragödie?

Kanae Minato hat eine Geschichte erschaffen, welche ich so schnell nicht vergessen werde, mit Wendungen die ich nicht erwartet hatte!

          Filmische Umsetzung — Spoiler zum Buch —
Setze ich den Film dem direkten Vergleich zum Buch aus, so ist ganz klar (wie bei den meisten Buchverfilmungen) das geschriebene Wort eindringlicher und umfangreicher. In Filmen werden grundlegend verschiedene Ereignisse gekürzt oder gänzlich auf bestimmte Szenen verzichtet – hier jedoch fehlt mir der eine für Shũya ausschlaggebende Satz seiner Mutter! Sein Antrieb wird auch ohne die Worte seiner Mutter deutlich und doch war dieser im Buch eben eines dieser kleinen Räder, welches das große Zahnrad in Bewegung setzte.

"Wenn dir etwas zustoßen sollte, würde ich das Versprechen vergessen und sofort zu dir eilen."
(S. 213)

Dieser Satz erklärte Rückblickend verschiedene Handlungen von Shũya und leider begegneten mir mehrere Szenen, welche mich unzufrieden zurückließen. Aber nur im direkten Vergleich zum Buch! Denn für sich alleine ist dieser Film ein kleines Kunstwerk. Im Film werden die Geständnisse nicht chronologisch aufgezeigt, sondern vermischen sich miteinander und bestimmte Szenen des einen Täters gehen dabei leider verloren. Dadurch wird der Geschichte der Tiefgang genommen, dies jedoch wird an anderer Stelle wieder gut gemacht. Im Buch nimmt die ‚Rückwärtsuhr‘ nur eine kleine Rolle ein, im Film jedoch wird die Wichtigkeit dessen schmerzhaft verdeutlicht.
Genau wie das Buch, wird auch der Film nicht jeden ansprechen. Wer jedoch japanische Filme und eine besondere Umsetzung mag, dem wünsche ich einen fein düster-kunstvollen Abend!

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Tags: roman   (1)
 

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108 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

thriller, dänemark, spannung, mord, elitesoldat

Oxen. Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Ich muss gestehen, das ich dieses Buch so gar nicht im Fokus hatte und ohne die Überraschungspost des dtv-Verlags hätte ich es wohl auch gar nicht gelesen. Der erste Teil des Klappentextes reizt mich sehr:

"Da war es wieder. Das Mädchen mit der Barbiepuppe. Wieder stand sie in den Ruinen. Stumm, verdreckt, die Hand fest um die Puppe geschlossen. Das Mädchen hatte den Blick einer Neunzigjährigen und suchte Oxen heim, wann immer sein Schlaf besonders unruhig war. Sie war eine von den Sieben. Seine sieben Dämonen."

Jedoch sprach mich der weitere Klappentext (ähnlich wie oben) dann eher nicht an, Bücher mit Elitesoldaten und Geheimagenten fallen nicht wirklich in mein Lese-Beuteschema und doch hat mich dieser Thriller gefesselt.

Bereits zu Beginn ist es mörderisch – innerhalb eines kurzen Zeitraums werden nicht nur drei Männer ermordet, sondern ebenfalls ihre treuen Begleiter.

"Es sah aus als hätte der Hund den Hals gereckt, in einem verzweifelten Versuch, den Duft des Lebens ein letztes Mal einzuatmen." -- (Seite 5)

Parallel taucht ein sogenannter „Mülltaucher“ am letzten Tatort auf, beobachtet Geschehnisse die er nicht sehen sollte. Als dieser sich dann auf der Polizeiwache wiederfindet, stellt sich raus das es sich um den größten Kriegshelden Dänemarks, Niels Oxen, handelt. Ein Elitesoldat welcher seit drei Jahren völlig zurückgezogen lebt. Der PET (dänischer Inlandssicherheitsdienst) will ihn jedoch nicht als Verdächtigen behandeln, sondern sich seine Fähig- und Fertigkeiten zu Nutze machen. Kurzerhand findet sich Oxen als inoffizieller Ermittler in einem Hotel wieder, nebenan die engste Mitarbeiterin des PET-Chefs, Margarethe Franck. Beide sind alles andere erfreut über ihre Zusammenarbeit, misstrauen schwebt über ihnen und Franck beginnt in Oxens Leben zu graben.

Machenschaften, Korruption und Krieg(sfolgen) – der Autor Jens Henrik Jensen verbindet wahre Begebenheiten mit einer fiktionalen Geschichte. Das politische System, der lange Arm des Staates und seine Geheimnisse werden gekonnt in diesem Thriller eingearbeitet. Das Nachwort gibt nochmals einen kleinen Einblick bezüglich der reellen Ereignisse.

Oxen ermittelt im Schatten, an seiner Seite Franck die zu vielen Hintergrundinformationen Zugriff hat. Ein Mord der beim näheren betrachten kaum noch wie einer wirkt. Zwei weitere Morde die zunächst nicht in Verbindung stehen und nur eine Gemeinsamkeit – die Hunde. Beide stehen vor unzähligen Fragen und der Weg zu den Antworten führt sie weit in die Vergangenheit zurück.

Neben den Ermittlungen spielt auch Oxens Trauma eine Rolle. Die „Summe von sieben Ereignissen“ (S. 224) führen zu Flashbacks, immer wieder wird er von den eindringlichsten Erlebnissen heimgesucht. Diese tiefsitzenden Erinnerungen an die Kriegseinsätze werden im kleinen Rahmen geschildert. Nachts oder in bestimmten Situationen wird Oxen in diese Zeit zurück katapultiert. Ich werde mich niemals in solch ein Trauma hineinversetzen können, aber im Rahmen dieser Geschichte empfand ich die Umsetzung dessen gut eingearbeitet. Kurze Sequenzen der Einsätze werden beschrieben, Oxens nächtliche Schreie und seine Orientierungslosigkeit. Der Autor vermittelt nachvollziehbar diese einschneidenden Ereignisse und dessen Folgen.

"Ich bin nicht in der Lage, alles rational zu steuern. Ich bin tatsächlich krank. Das weiß ich. Es ist wahnsinnig, was da manchmal nachts mit mir passiert." -- (Seite 398)

Und daneben stehen die Informationen, welche Franck über Oxen zu Tage trägt. Es macht sich ein regelrechter Zwiespalt beim Lesen breit. Oxen, ein Mann der mir beim Lesen immer sympathischer wurde, mit dem ich mitfühlen konnte. Und dann Franck, eine taffe Frau die ebenso Sympathie-Punkte sammelt und zeitgleich durch ihre eigenhändige Recherche über Oxen wieder verliert. Eine Akte bezüglich Drogendelikte, häuslicher Gewalt und therapeutische Behandlung – doch wer kann sich anmaßen zu urteilen, bei solch traumatisierten Erlebnissen!? Kann man nach einem Kriegseinsatz wieder in den Alltag finden? Behandelt werden diese Fragen und ich hoffe sehr das in den kommenden Bände noch etwas gezielter darauf eingegangen wird.

Wie bereits erwähnt hätte ich von allein nicht zu diesem Buch gegriffen, aber es konnte mich wirklich einnehmen. Mit der Entdeckung des ungleichen Ermittler-Duos, wer sich wirklich hinter dem letzten Opfer verbirgt, bin ich nicht ganz zufrieden und hätte mir einen anderen Verlauf gewünscht. Aber wer weiß welche Fäden sich noch verbinden in den kommenden zwei Bänden. Ich hoffe jedoch das dann auf das „denglisch“ verzichtet wird! Es nimmt keine Überhand und es sind jeweils einzelne Worte, doch beim Lesen stolperte ich öfters darüber – es wirkte einfach deplatziert.

Der Weg dieser Geschichte beginnt mit Leichen und endet mit der Frage nach Freund und Feind. Ein gelungener Auftakt der Trilogie, bei dem ich auf die weitere Umsetzung gespannt bin!

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zombies, zombie, endzeit, thriller, sicherheit

900 Meilen

S. Johnathan Davis , Katrin Fahnert ,
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 01.04.2014
ISBN 9783943408249
Genre: Krimi und Thriller

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thriller, mord, düsseldorf, krimi, serienmörder

Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe

Arno Strobel
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.01.2017
ISBN 9783596296163
Genre: Krimi und Thriller

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thriller, familie, horror, mord, psychothriller

Die Wölfe kommen

Jérémy Fel , Anja Nattefort
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423261432
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Wie es so ist, sprachen mich auch bei diesem Buch Cover und Klappentext sehr an, doch so ganz war das Buch nicht das, was ich erwartet hatte.

Bereits mit der Genrebezeichnung „Thriller“ habe ich meine kleinen Schwierigkeiten. Verschiedene Kriterien sind in dem Buch dafür zu finden, aber für mich nicht ausreichend genug. Innerhalb des Buches wird dies als „Romandebüt“ bezeichnet, aber auch „Roman“ trifft es nicht. Was dem Thriller an Spannung fehlt, fehlt dem Roman an Tiefgang.

Die Wölfe symbolisieren die Jäger, die menschlichen Abgründe. Zwölf Protagonisten erzählen von ihrer Jagd, dem gejagt werden und manchmal ist es gar nicht so einfach den Wolf unter ihnen zu erkennen.
Es handelt sich nicht um eine Gesamtgeschichte, sondern um verschiedene Ereignisse und Begegnungen, welche miteinander verbunden sind. Zwölf Protagonisten dessen Leben sich streifen oder tief verwurzelt sind. Grundlegend ein Aufbau der mir sehr zusagt, aber hier konnte mich der Autor nicht vollständig abholen und abtauchen lassen.

Die ersten Geschichten waren gut geschrieben, erzeugten eine gewisse Spannung und vor allem Neugierde! Die Verkettungen wurden nach und nach deutlich, aber es blieb mir zu sehr an der Oberfläche. Schicksale mit dramatischer und brutaler Vergangenheit, tiefsitzender Schmerz, allumfassende Angst. Die Auswirkungen und Konsequenzen von vergangenen Ereignissen werden zwar beschrieben und die aufkommenden Fragen beantwortet, aber die intensive Auseinandersetzung mit den Charakteren fehlt. Ich hätte mir gewünscht das die ein oder andere Geschichte nicht erzählt worden wäre, um den Raum für Intensität zu nutzen.

"Beim ausparken sah Béatrice, wie das kleine Mädchen es sich lachend auf der Rückbank bequem machte. Ach, es wirkte so unbekümmert, hatte das Leben doch noch keine Zeit gehabt, es zu zermürben."
(S. 194-195)

Das der Autor Jérémy Fal eben auf diese Zermürbung hinaus möchte ist klar zu erkennen. Mir persönlich reicht das jedoch nicht aus, denn es wäre so viel Potenzial vorhanden gewesen dies auszuarbeiten. Der Autor wollte zu viel und versuchte zwei Elemente miteinander zu verbinden. Die Brutalität eines Thrillers, sowie die Verkettung an Ereignissen und die Auseinandersetzung mit zwischenmenschlichen Beziehungen eines Romans. Nur das eben das eine zu schnell abgehandelt wurde und das andere an der Oberfläche blieb. Hätte sich Jérémy Fal auf weniger Handlungsstränge fokussiert und sich mehr auf die Auseinandersetzung von den Konsequenten konzentriert, wäre es ein gelungener Spannungsroman. Drei bis vier Erzählebenen wären angenehmer für mich als Leserin gewesen und ich die Möglichkeit gehabt eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen zu können. Es ist jedoch nicht einzig die Vielzahl, sondern auch die geschilderten Ereignisse. Häusliche Gewalt, Übergriffe oder Mord – in jeder Geschichte begegnete ich geschundenen Seelen. Ich konnte ich mich gerade darauf einlassen, schon wurde man bereits mitten in den nächsten Schicksalsschlag geworfen.

Es handelt von den kleinen und großen Entscheidungen welche das zukünftige Leben stark beeinflussen. Um die kleinen Berührungen im Leben, die später nur eine vage Erinnerung sind und doch eine große Veränderung hervorgerufen haben. Die Brutalität der Menschen, psychotische Taten. All dies jedoch verliert sich etwas zwischen den Zeilen. Auch wenn mir einige der Geschichten sehr gut gefielen, so fehlte es mir im Gesamtbild an Intensität.

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krimi, leichenentsorgung, handwerker, mord, e-book

Keine Leiche, kein Problem

Per Sander
E-Buch Text: 259 Seiten
Erschienen bei null, 02.07.2016
ISBN B01HWY16M2
Genre: Sonstiges

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thriller, paula hawkins, selbstmord, mord, wasser

Into the Water

Paula Hawkins
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Doubleday, 02.05.2017
ISBN 9780857524430
Genre: Krimi und Thriller

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scince fiction, schizophrenie, wahnsinnig, religion, science fiction

Afterparty

Daryl Gregory , Frank Böhmert
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596034536
Genre: Science-Fiction

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Die Kurzgeschichte „Uns geht`s allen total gut“ gefiel mir so gut, das auch dieses Werk des Autors bei mir einziehen musste! Der Klappentext verspricht wundervoll kurioses Lesen. „Ein irrer psychedelischer Trip“ (Paolo Bacigalupi, Autor) soll diese Geschichte sein, doch so ganz konnte diese Erwartung nicht erfüllt werden.

Lyda Rose ist Neurochemikerin und seit diesem einen verhängnisvollen Abend mit Gott verbunden. Dieser erscheint ihr als Engel – Dr. Gloria – sie gewann Erleuchtung und verlor so viel mehr. Lyda ist in ihrem Beruf nicht mehr tätig, springt von Droge zu Droge und von Drink zu drink. Ihre Odyssee endet in einer psychiatrischen Klinik, dort wo ihr Trip enden sollte, beginnt die Geschichte, mit dem Selbstmord eines jungen Mädchens. Doch der Grund für den Selbstmord kann unmöglich sein. Numen – die Gottesdroge. Lyda war Teil eines Teams welches ‚Numen‘ entwickelte und dafür sorgte das diese Droge niemals auf den Markt erscheinen sollte. Doch nun ist es der Entzug von ‚Numen‘, welches das Mädchen nicht verkraftete.

Drogen welche sich auf Papier drucken lassen. Götter in verschiedenen Erscheinungsformen, welche einen daraufhin begleiten. Die besten Zutaten also für ein psychedelisches Leseerlebnis, wie der oben zitierte Autor versprach! Aber eben dies kommt für mich innerhalb der Geschichte zu kurz und der Fokus wird zunächst falsch gesetzt.

Lyda wird aus der Psychiatrie entlassen und begibt sich auf die Suche nach dem Verantwortlichen, der ‚Numen‘ für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Gemeinsam mit der ehemaligen Geheimagentin Ollie, selbst auf Entzug, macht sie sich auf den Weg den Wahnsinn zu stoppen. Die Reise ist geprägt von Hindernissen, die Verfolgungsjagd nimmt einen großen Teil des Buches ein und soll „Schnell wie ein Thriller„ (Cory Doctorow, Autor) sein, das ist jedoch vom Genre sowie seiner Schnelligkeit weit entfernt. Kleine Actionszenen begegneten mir beim Lesen, eine Verfolgungsjagd mit kuriosen Protagonisten. Unterhaltsam ist es definitiv, aber für mich etwas zu langatmig. Eine ganz andere Thematik war viel interessanter, wurde aber für mich nicht weitreichend genug ausgearbeitet.

Eine Droge deren Nebenwirkung eine Gotteserscheinung ist. Die begleitende Frage im Buch behandelt die Konfrontation von Glauben und Wissenschaft. Handelt es sich um einen Drogentrip oder öffnet sich für den Konsumenten eine Tür, lässt Grenzen verschwimmen? Mit diesen Gedanken spielt der Autor Daryl Gregory. Er skizziert Protagonisten mit verschiedenen Ansichten, lässt sie in Gesprächen diskutieren und die aufkommenden Fragen unbeantwortet. Ergänzt wird die Geschichte durch Rückblicke, und auch dies hat mir sehr gut gefallen. Gegenwärtig fließen verschiedene Bemerkungen ein, welche erst durch die rückblickenden Erzählungen ein Gesamtbild der damaligen Geschehnisse entstehen lassen. Von der Entwicklung ‚Numen‘ bis hin zu dem verhängnisvollen Abend und seinen bitteren Konsequenzen.
Besonders die Kapitel um Sasha und ihren Karten gefielen mir gut. Ein Mädchen dessen Spielkarten sie beschützen, ein Haus welches non-verbal auf sie reagiert und eine berührende Geschichte. Ich wäre gerne länger in ihrer Welt geblieben. Dies kommt sehr Richtung Ende des Buches und von daher werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Wie bereits erwähnt, wird sich im Mittelteil jedoch zu sehr auf die Verfolgungsjagd konzentriert. Lyda glaubt zu wissen wer ‚Numen‘ auf den Markt gebracht hat und will ihn zur Rede stellen, somit geht die eigentliche Thematik leider unter – Gibt es Gott wirklich oder ist es durch ‚Numen‘ ein endloser Trip? Und gibt es wenn dann nur einen wahren Gott?
Es ist die Art wie der Autor sich damit auseinandersetzte, welche mich faszinierte und ich hätte mir bezüglich dessen eine intensivere Auseinandersetzung gewünscht.

"Wenn ich irgendwas gelernt habe, dann, was für ein verlogenes Miststück das Gehirn ist." -- (S. 238)

Neben Gott ist auch die Wissenschaft ein Thema, nicht nur im Kontrast zur Religion. Es geht um die Entwicklung von ‚Numen‘, die Gehirnfunktionen und den Einfluss der Droge darauf. Dies jedoch auf eine leicht verständliche Art und Weise, sodass keine Kenntnisse über Synapsen-Funktion oder ähnlichem vorausgehen müssten.

Eine interessante Grundidee, welche sich mehr Tiefgang hätte zutrauen und psychedelischer sein dürfen. Dennoch ein wirklich gut zu lesendes Buch, bei dem ich eine Verfilmung sehr reizvoll finden würde. Drogen, Gott und die Wissenschaft mit einer guten Portion Humor!

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kurzgeschichten, schmerz, jeanpauldidierlaurent, macadam, verlust

Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12

Jean-Paul Didierlaurent , Sina de Malafosse
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.07.2017
ISBN 9783423261456
Genre: Romane

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| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Das Debüt „Die Sehnsucht des Vorlesers“ [alte Rezensionsdarstellung] von Jean-Paul Didierlaurent hatte mich absolut verzaubert und schon damals war für mich klar: zukünftige Bücher des Autors möchte ich definitiv lesen! Umso größer war die Freude, als ich erfuhr das in diesem Jahr sogar zwei Bücher von ihm veröffentlicht werden. Ein Roman und dieses kleine Buch mit elf Erzählungen, welcher unter die Haut gehen.

Der Autor schaffte es bereits nach den ersten Sätzen mich in seine Geschichten zu ziehen. Elf Erzählungen die so unterschiedlich und doch gleich sind. Der Verlust steht im Mittelpunkt. Der Verlust eines geliebten Menschen, etwas das einem fehlt oder etwas grausam entnommenes. Jede Geschichte erzählt von seinem ganz eigenen Schmerz.

"In den folgenden Wochen hatten Intoleranz und Hass auf einem fruchtbaren Boden Wurzeln geschlagen."
(S. 146)

Der Autor berührt mit seinen Worten. Ich begegnete verschiedene Charaktere, welche mit Witz oder tiefer Traurigkeit versuchen ihr Schicksal zu bewältigen. Besonders drei Geschichten haben mich vollkommen eingenommen.
„Der Alte“ Graphologe ist auf der Suche nach der einen ganz besonderen Schrift.
Das „Heftpflaster“, welches die Engel im Kopf des kleinen Mädchens zum kreischen bringen.
„Zeitlos“ sein in einem kleinen Dorf.

Jean-Paul Didierlaurent erschafft bei allen Geschichten, trotz der Schwere des Themas, eine Leichtigkeit des Lesens. Verlust und Tod entstehen bei ihm zu einer wunderschönen Erzählung. Besonders „Heftpflaster“ sticht besonders hervor. Mit einer eindringlichen Beschreibung setzt sich der Autor mit einer schwerwiegenden Thematik auseinander.

Die folgenden Worte könnten triggern, auch wenn ich nicht konkret auf sexuellen Missbrauch eingehe:

Das Ungeheuer und der Engel – Vater und Tochter. Selten habe ich es erlebt, das dies so wortgewaltig auf so wenigen Seiten beschrieben wurde und solch einen Eindruck hinterlässt! Was geschieht, ist einem beim Lesen durchgehen bewusst und doch verzichtet der Autor auf eine Beschreibung, macht nur kleine Andeutungen. Dies reicht aber absolut aus, um die Situation und seine Folgen gänzlich greifen zu können. Eine Geschichte, welche mir unter die Haut ging.

Die in sich abgeschlossenen Geschichten werden einem bekannt vorkommen, wenn man sein Debüt gelesen hat. Einige der Erzählungen tauschen im Debüt als herausgerissen Seiten auf. Ohne das die Bücher im Zusammenhang stehen, verbindet der Autor sie miteinander. Die angerissenen Geschichten werden in „Macadam“ vollständig erzählt und verliefen ganz anders als ich es von den Ausschnitten her gedacht hätte. Die angerissenen Geschichten aus „Die Sehnsucht des Vorlesers“ bekommen in diesem Buch eine ganz andere Bedeutung. Gerade dies machte mich neugierig, die Erzählungen der nie beendeten Geschichten aus seinem Erstlingswerk.
In beiden Büchern werden eben diese Geschichten farblich hervorgehoben, passend zum Buchumschlag.

Jede Erzählung hat ihren ganz eigenen Sog! Wunderschön und ebenso traurig und bereits optisch ein kleiner ‚Augenfang‘, innen wie außen!

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hörbuch, thriller

The Dry

Jane Harper , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel , Götz Otto
Audio CD
Erschienen bei Argon, 27.10.2016
ISBN 9783839815113
Genre: Krimi und Thriller

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roman

Fremd Gehen: Ein Nachtstück

Antje Rávic Strubel
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.02.2017
ISBN 9783596297412
Genre: Romane

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sachbuch, humor

Ein Arschloch kommt selten allein

Claudia Hochbrunn
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499632129
Genre: Humor

Rezension:  
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gedichte, berührende worte, e-book, patricia erne, prosa

Zärtlichkeiten: Prosa fürs Herz & Gedichte fürs Sein

Patricia Erne
E-Buch Text: 84 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 14.12.2015
ISBN B019E6P0I2
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Liebend gerne aber viel zu selten lese ich Poesie, Gedicht – Lyrik im allgemeinen. Und noch seltener bespreche ich diese Worte, denn lesen ist das eine – das Rezensieren selbst ist jedoch nochmal etwas ganz anderes, nicht zu vergleichen mit Rezensionen zu Genres wie bspw. „Fantasy“ oder „Krimi und Thriller“, etc..
AutorInnen dieser Werke gewähren mir tiefe Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Dies zu ‚bewerten‘ ist für mich persönlich deshalb eine ganz andere Ebene, denn wer bin ich dieses Innerstes von anderen zu beurteilen? Und doch tue ich es …  warum? Weil das was mich nicht unbedingt tief berührt andere berühren kann oder weil ich so von den Worten eingenommen bin das ich meine Eindrücke einfach teilen muss!

In diesem Werk kann man in jeder Zeile die Gefühle von Patricia Erne zu der Person spüren, für die diese Worte geschrieben sind.

Viele ihrer Worte berührten mich und in einigen Zeilen konnte ich mich wiederfinden. Und doch konnte sie mich leider nicht vollends abholen und eintauchen lassen. Einfach weil eine bestimmte Wortwahl, ein bestimmtes zueinander führen von Worten nicht ich selbst bin.

Wer sich gerne von der Liebe und dem Sein einhüllen lässt, den werden die Worte berühren. Längere sowie kurze Zeilen, lässt die Autorin in ihr „kleines“ Werk mit einfließen. Kein zwanghaft langes Gedicht in den jedes Gefühl hineingepresst werden muss und dies macht es so authentisch – denn Gefühle sind mal intensiv, mal leicht, aber nie gleich.

„GESCHEH.NISSE
Nicht wissend,
was geschehen ist,
hat das Passierte
einfach stattgefunden.“

Viele Zeilen fand ich wundervoll geschrieben und doch stolperte ich beim Lesen ab und wann.
War es nicht der richtige Moment?
War es nicht das passende Gefühl?
War es nicht die treffende Formulierung?
Auf Poesie und Gedichte sollten sich LeserInnen nicht nur einlassen können – AutorIn und LeserIn müssen zusammenpassen – das beschriebene Gefühl muss mit dem Moment des Lesens übereinstimmen, um dies in seiner Gänze zu spüren.

LIEBES.BRIEF“ war für mich der herausstechendste Einblick. Nicht aufgrund der vielen Worte, sondern dem ‚alltäglichem‘. Die beschriebenen Empfindungen geben nicht in jedem Satz, aber im Ganzen, das eigene Empfinden wieder.

Wie ich bereits bei „Erdbeerflecken„ [veraltete Rezensionsdarstellung] abschließend schrieb:
Kein Büchlein für jeden, aber bestimmt für Solche.

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Tags: e-book, lyrik   (2)
 
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