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88 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

armut, daniel woodrell, drogen, familie, geschwister, gewalt, grit-lit, hartes leben, hinterland, missouri, ozarks, pfändung, tod, usa, vater

Winters Knochen

Daniel Woodrell , Peter Torberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2012
ISBN 9783453436459
Genre: Krimi und Thriller

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

festa, horror, thriller, trhiller

Bruder

Ania Ahlborn
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 14.05.2018
ISBN 9783865526038
Genre: Krimi und Thriller

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi

Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen

Agustín Martínez , Lisa Grüneisen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.06.2018
ISBN 9783596701704
Genre: Krimi und Thriller

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jorge bucay

Komm, ich erzähl dir eine Geschichte

Jorge Bucay , Jorge Bucay , Stephanie von Harrach
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.03.2018
ISBN 9783596521715
Genre: Romane

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129 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

entführung, gerichtsmedizin, helgoland, leichen, linda, mord, pathologie, paul herzfeld, psychopath, rache, schnitzeljagd, spannung, stalker, thriller, vergewaltigung

Abgeschnitten

Sebastian Fitzek , Michael Tsokos , Simon Jäger ,
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio , 21.09.2012
ISBN 9783785747490
Genre: Krimi und Thriller

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

hörbuch, krimi, thriller

TICK TACK - Wie lange kannst du lügen?

Megan Miranda , Elvira Willems , Cathrin Claußen , Nora Waldstätten
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 13.11.2017
ISBN 9783844528305
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Das leicht Verschwommene vom Untertitel auf dem Cover finde ich sehr passend zur Geschichte! Nichts ist klar, viele Andeutungen und doch bleiben die wahren Ereignisse bis zum Ende hin sehr schwammig und somit genau die richtigen Zutaten für einen Thriller! Oder?

Das Buch wird in das Genre Thriller eingeordnet und auch wenn der Spannungsbogen vorhanden ist und auch Leichen oder vermisste Personen innerhalb der Geschichte vorkommen, so finde ich die Einteilung schwierig – ein Spannungsroman wäre passender gewesen. Hier nun gezielt aufzudröseln wieso, weshalb, warum, benötigt eigentlich einen eigenständigen Blog-Beitrag. Und somit bin ich doch froh, zum Hörbuch gegriffen zu haben. Ich bin bei Printausgaben dann doch nochmal etwas kritischer bei der Einteilung in dieses Genre. Die Sprecherin Nora Waldstätten ist nur so passend zur Geschichte gewählt worden, das es mir beim Hören völlig egal war, um welches Genre es sich handelt.

Auch die Erzählweise hat auf ganzer Linie überzeugt, und lässt mich sogar etwas bereuen, nicht zum Print gegriffen zu haben. Die Ereignisse beginnen in der Gegenwart, springen einige Tage in die Zukunft, um dann die Geschichte rückwärts zu erzählen. Und was hätte ich gerne hier und da ein paar Seiten zurückgeblättert, nur um zu sehen ob die Geschichte eben genauso Bestand hat oder ob ich sie in ihre Einzelheiten zerlegen könnte. Klingt etwas gemein, aber der Reiz war enorm hoch! Aber das spielt nun keine größere Rolle, denn diese Rückwärtserzählung hat mich eingenommen und blieb trotz dessen spannend, überraschte mit neuen Informationen.

Ein verschwundenes Mädchen vor 10 Jahren, ein verschwundenes Mädchen heute und dazwischen viele Geheimnisse. Klingt nun nicht sonderlich spektakuläre, altbekanntes aus diesem Genre und die Auflösung kommt nicht mit „Wumms“ um die Ecke. Und doch ist es ein Thriller den ich empfehlen würde, zu mindestens als Hörbuch. Es ist eine Kleinstadt, ein altbewährtes Setting mit kleineren und größeren Klischees. Aber Geschichten die sich Stück für Stück zusammenfügen, kleine psychologische Spielchen aufdecken, ich kann mich in ihnen verlieren und ihnen altbekanntes verzeihen. Solange es in sich stimmig ist, ein nachvollziehbares Gesamtbild schafft. Und es ist die Erzählweise, die ihren besonderen Reiz innerhalb dieser Geschichte ausübt und mich in den Bann zog.

Die Autorin hat definitiv Potenzial in weiteren Büchern mehr in die Tiefe zu gehen. Aus einem Thriller einen Spannungsroman entstehen zu lassen, welcher sich nicht nur mit der Aufklärung einer (angeblichen) Tat, sondern sich melancholisch mit dem Menschen und seiner Rolle befasst. Die Metapher der Matroschka-Puppen bezüglich der eigenen Veränderung gefiel mir unheimlich gut und auch weitere tiefgehende Gedanken wurden in die Geschichte hineingewoben.

Das Ende hätte etwas früher sein dürfen, die Geschichte hätte nicht im Ganzen erzählt werden müssen. Nachdem sich die Einzelteile der Geschehnisse zusammengefügt haben, macht die Protagonistin die Bedeutung der Vergangenheit sowie der Gegenwart deutlich, eingebettet in wirklich schöne Worte. Da hätte es enden sollen.

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Tags: thriller   (1)
 

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33 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

agatha christie, arsen, einsamkeit, england, erbe, ermittlung, familie, freundschaft, großbritannien, haushaltshilfe, heirat, hörbuch, krimi, miss marple, mord

16 Uhr 50 ab Paddington

Agatha Christie , Beate Himmelstoß (Sprecher) ,
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 08.03.2006
ISBN 9783899407945
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Ein Hörgenuss! Selbst wenn Ihr keine Krimis lest oder hört, diese Geschichte lohnt sich. Katharina Thalbach spricht die verschiedenen Protagonist*innen so überzeugend und gelungen, dass ich mir die Schauspielerin am liebsten ins Wohnzimmer setzen und mir meine Bücher von ihr vorlesen lassen würde. Ich bin einfach durch und durch Thalbach-Fan und auch wenn ich bei den Ermittler*innen von Agatha Christie absolut Hercule fangirle, so werde ich jetzt nach weiteren Hörbüchern um Miss Marple Ausschau halten! Anscheinend spricht Thalbach da noch ein paar mehr!?

Abgesehen von der wundervollen Stimme ist auch die Geschichte selbst überzeugend! Mukkel-Krimi sollte als Genre eingeführt werden, denn das sind die Bücher von der Queen of Crime. Keine überzogene Brutalität, keine Action oder Gehetze durch die Story und wundervolles Miträtseln.

Ein Mord wird beobachtet, keiner glaubt der Zeugin. Aber Miss Marple kennt ihre Freundin, nimmt ihre Aussage sehr ernst und wo Miss Marple sucht, findet sich auch eine Leiche! Bei diesem Hörbuch ist die bekannte Ermittlerin selbst jedoch eher im Hintergrund und schickt Lucy an den Ort des Schreckens, um zu suchen. Lucy, eine junge Frau auf dem Hof einer Familie mit Geheimnissen. Auf der Suche nach einer Leiche. Und vielmehr mag ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten. Aber das muss auch nicht sein, wenn Ihr Krimi-Fans seid, dann ist Christie eh Pflichtlektüre. Und wenn Ihr Hörbücher mögt, dann unbedingt hören statt lesen – so wie Thalbach den Hausherren spricht ist königlich!

 Aus "3 Geschichten - 3 Eindrücke"

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Tags: agatha christie, miss marple   (2)
 

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

assassine, dark fantasy, düster, fantasy, fantasy noir, fantasythriller, fantasy thriller, fesselnd, geheimnisvoll, götterkult, kult, magie, mantikore, opfermond, thriller

Opfermond - Ein Fantasy-Thriller

Elea Brandt
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 16.10.2017
ISBN 9783945493366
Genre: Fantasy

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Das Thriller mehr als gerne von mir gelesen werden, ist wohl kein Geheimnis. Das Genre Fantasy hingegen trifft man eher selten als Besprechung auf diesem Blog an, wobei es einen immer größeren Reiz auf mich ausübt. In diesem Buch treffen sich diese beiden Genres aufeinander und überzeugen mich auf ganzer Linie!

Willkommen in Ghor-el-Chras

"Der Tod war ein ständiger Begleiter im Sha-Quai." 
(Prolog, erster Satz)

Und eben dieser begegnet der Protagonistin Idra bereits auf den ersten Seiten. Eine Leiche die sich nicht wehren kann, eine junge Frau die die Gunst der Stunde nutzt. Denn Idra ist auf jede noch so kleine Möglichkeit unter der Hand etwas erhaschen zu können angewiesen. Sie lebt inmitten der Armut, verdient ihr Geld mit Sex und ist einem Mann untergestellt, der nicht zimperlich mit seinen Mitmenschen umgeht. Und so nimmt sich Idra das, was sie bei dem Toten findet und verschwindet in den dunklen Gassen.

Diese Leiche jedoch war nicht irgendein Anwohner des Viertels, sondern ein Mann mit hohen Stellenwert. Seinem Vater ist viel daran gelegen, dass der Mörder gefunden wird und für seine Tat büßt. Und so wird Varek, ein Unbestechlicher, mit der Suche beauftragt.

Und bevor nur irgendwer von Euch auf den Gedanken kommt – Nein! Hier geht es nicht um eine Liebesgeschichte, wobei verschiedene Protagonist*innen einander nicht abgeneigt sind. Es geht um einen Kult, um die Wüstenstadt und die unerklärlichen Todesfälle.

Wundervolle Beschreibungen und geradlinige Äußerungen. Und genau diese Art der derben und offenen Beschreibungen liebe ich – es wird kein Blatt vor den Mund genommen! Flüche, Sex und der Tod. Nicht nur die wenigen Sexszenen werden gelungen beschrieben, nicht zu oberflächlich, nicht zu überzogen – die Autorin trifft genau den richtigen Ton für die jeweiligen Momente. Idra ist ein Freudenmädchen, eine Hure, groß geworden in den Straßen Ghor-el-Chras und genau so spricht sie! Auch die auftauchenden Leichen werden in ihrem Zustand detailliert beschrieben. Weder die Autorin, noch ihre Protagonist*innen beschönigen ihre Worte und sagen frei heraus was sie denken oder fordern. Verschiedene Szenen werden gelungen verbildlicht und hauchen den Gedanken ein Gefühl ein.

"[…] Und da war noch etwas. Dieses dumpfe, beklemmende Gefühl, dass etwas in der Luft lag. […] Es bohrte sich immer tiefer in ihren Leib, wie ein Wurm, der sich durch ihre Eingeweide fraß."
(S. 129)

Die Autorin haucht nicht nur den Gedanken Gefühle ein, sondern erweckt die Protagonist*innen zum Leben. Man liest die einzelnen Charaktere durch ihre Sprechweise heraus, unterscheidet sie in ihrer Herkunft. Es wechselt zwischen alkoholisiertem Genuschel, zum Straßenjargon, hinüber zu der gehobenen Ausdrucksweise. Auch die Stadt selbst entsteht durch die detaillierten, aber nicht ausufernden Beschreibungen vor dem inneren Auge. Auf der einen Seite schlurft man noch in dunklen Gassen umher, woraufhin die nächste Seite mit Düften umhüllt. Ich las nicht die Viertel der Stadt, ich sah sie vor mir.

Leichen pflastern die Wege und die Spannung hält sich auf den gesamten 437 Seiten. Es gibt verschiedene Gewaltszenen die nicht willkürlich für Action sorgen sollen, sondern intensiv beschrieben sind, um die Lebensverhältnisse der Stadt zu verdeutlichen. Auf wenigen Seiten wird auch eine sexuelle Gewaltszene beschrieben, die aufzeigt was geschehen kann, wenn unterdrückte Menschen ihre Gelegenheit beim Schopfe nehmen!

All das umhüllt von einer einnehmenden Szenerie. Gespickt mit einer toten Stadt und Mythen. Schutzgeister (Diamons) werden angebetet, aber es gibt nur einen Gott in der Stadt Ghor-el-Chas, den Blutigen. Während der Glaube an Schutzgeistern gebilligt wird, so gilt jeglicher anderer Glaube als Ketzerei. Doch wer nun denkt dies ist eine Geschichte voller phantastischer Figuren irrt, denn keiner der Diamons oder der Gott selbst, treten in Erscheinung. Es ist ein Glaube. Aber genau damit erschafft die Autorin die phantastische Atmosphäre. Ist es nur ein Glaube oder verbirgt sich in den dunklen Gassen etwas, das unsere Vorstellungskraft übersteigt? Leichen die zu etwas führen, das es nicht geben dürfte. Hier treffen zwei Genres mit voller Wucht und Überzeugungskraft aufeinander.

Auch weitere Aspekte des Buches nahmen mich in seinen Bann. Es geht hierbei nicht um gesellschaftliche Kritikpunkte die herausgearbeitet wurden und doch sind es genau solche, auf die ich beim Lesen traf. Szenen die Parallelen aufweisen zu unserer Geschichte und zu aktuellen Ereignissen.

"Frauen mussten in Ghor-el-Chras wesentlich mehr leisten, um […] Anerkennung zu finden, galten sie schließlich als schwach und gebrechlich."
(S. 269)

Elea Brandt streut Situationen und Gedanken ein, die mich das Handeln gewisser Protagonist*innen nachvollziehen, aber auch hinterfragen lassen.
Die Unbestechlichen, der Abschaum der Gesellschaft. Sklaven, die Sklaven halten. Frauen die nicht mehr wert sind als das, was die Männer von ihnen halten. Reichtum und Armut leben Tür an Tür. Eine Stadt, in welcher nur zu einem Gott gebetet werden darf. Eine Vielzahl an vergangenem und aktuellen traf ich in der Geschichte, doch diese sind so gelungen eingearbeitet, dass ich mich auf keiner Seite davon überrollt fühlte.

Ein Buch das durch seine ganze eigene Welt einen absoluten Sog ausübt und die Spannung mich durch die Seiten huschen ließ! Für mich gibt es nur einen klitzekleinen Kritikpunkt an dem Buch, welcher durch den Ausgang der Geschichte jedoch wieder wettgemacht wird. Hier jedoch kann ich ohne Spoiler nicht gezielt darauf eingehen … etwas das ich aufgrund einer gewissen Aussage schon erahnt hatte. Eine Erkenntnis die Varek wie ein Schlag trifft, gut eingearbeitet ist, für mich persönlich aber eine Spur Zuviel war. Doch ist der Ausgang der Geschichte nicht das was ich zum Ende hin erwartet hatte und somit störte ich mich an diesem Verlauf nicht weiter.

Von der ersten bis zur letzten Seite bin ich vollends abgetaucht und durch die Seiten gehuscht. Ich möchte definitiv mehr dieser Art von Elea Brandt lesen!

Auf dem Blog gibt es innerhalb meiner Rezension noch einen Link zu einem kleinen Quiz, welchen Schutzgeist man selbst hätte.

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Tags: fantasy, thriller   (2)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller

Im Zeichen des Todes

Sam Wilson , Andreas Helweg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.02.2018
ISBN 9783734105388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Inhalt laut Verlag

Es ist ein gnadenloses System, in dem die Geburtsstunde darüber entscheidet, ob man ein Leben in Reichtum oder Armut und Elend führt. Niemand schafft es aus eigener Kraft. Die Sterne sind Gesetz. Und sie bringen den Tod … Als eine Mordserie von unvergleichlicher Brutalität die Stadt erschüttert, ruhen alle Augen auf Detective Jerome Burton und Profilerin Lindi. Der eine glaubt an seinen Jagdinstinkt, die andere an die Macht der Sterne – und beide wissen, dass sie es mit dem gefährlichsten Verbrecher zu tun haben, den die Stadt je gesehen hat. Doch sein Plan ist so finster, dass er alles Vorstellbare übersteigt …

Der Klappentext klingt doch grandios, oder?! Genau das dachte ich mir auch, als ich ihn las, doch wie es gerne mal ist, kann dieser Text nicht zwangsläufig halten was er verspricht …

Die Tierkreiszeichen bestimmen über deinen Stand innerhalb der Gesellschaft! Zu Beginn werden die einzelnen Sternzeichen und ihre Eigenschaften beschrieben und ich wurde direkt in die Ereigniskette geworfen. Bereits auf den ersten einundzwanzig Seiten wird eine Leiche gefunden und die Entführung einer Zeugin beschrieben. Während der Polizist Burton sich mit der Profilerin und Astrologin Lindi auf die Suche nach dem Täter begibt, macht sich Daniel auf die Suche nach seiner Tochter.

Ich hätte meine Rezension auch „Im Zeichen des Blabla“ nennen können, denn genau das sind die ersten rund 150 Seiten, anders kann ich es leider nicht beschreiben. Zu sehr verliert sich der Autor in uninteressanten Details, die keinerlei Rolle für die eigentliche Geschichte spielen! Beschreibungen wie die Protagonistin ausatmet oder das Einstreuen interessanter Aspekte, die dann nicht weiter verfolgt werden.

Eigentlich wollte ich das Buch abbrechen, doch dann kamen fünfzig wirklich sehr interessante Seiten, die Spannung für den weiteren Verlauf versprachen! Experimente an einer Schule, Details über Burton und Daniels Rolle innerhalb der Geschichte. Fragen entstanden, Neugierde entwickelte sich und ich flog durch die Seiten. Manchmal lohnt sich ein etwas längerer Atem beim Lesen und ich mag ja lieber einen schleppenden Anfang, als ein enttäuschendes Ende!

"Je länger du von anderen getrennt bist, desto klarer wird dir, dass du sie brauchst, und desto stärker wird dein Wille, deinen dir zugeteilten Platz einzunehmen."
(S. 163)

Das wird ja richtig interessant!? Den Willen brechen, um Menschen zu zwingen sich den gesellschaftlichen Fesseln zu fügen. Rassismus und Stigmatisierung. Gewalt und Mord. Parallelen zu geschichtlichen Ereignissen, sowie aktuellen Nachrichten. Ein Kastensystem angelehnt an den Hinduismus, umgewandelt für die Astrologie. Der Tag der Geburt bestimmt über den Beruf, die gesellschaftliche Stellung und den Charakter.

Klingt nach einem Pageturner!? Falsch gedacht! Was sich auf diesen Seiten als spannungsgeladener Thriller ausgab, welcher die Intoleranz unter den Menschen auf Ebene der Tierkreiszeichen erzählt, entpuppte sich ganz schnell wieder zu der anfänglichen Kritik und der Überlegung, dass Buch nun endgültig beiseite zu legen.

Dumm nur wenn man ein solch neugieriger Mensch, wie ich es bin, ist! Dann klappt das nicht so gut mit dem Abbrechen … Grundlegend fällt mir das nicht schwer, aber es standen noch ein, zwei Fragen im Raum die ich beantwortet haben wollte. Hätte ich mir sparen können!

Die Puzzleteile beginnen sich zusammenzufügen, doch anstatt mit ungeahnten Ereignissen und Wendungen zu überraschen, bestätigte sich mein Verdacht nur. Und hier spreche ich nicht von den letzten, sondern von rund zweihundert Seiten! Ein Verlauf den ich so oder so ähnlich erwartet hatte, mit Antworten die ich nicht hätte wissen müssen. Will heißen, ich hätte es abbrechen sollen. Auf den letzten Seiten beginnen sich, wie gerne in diesem Genre genutzt, die Ereignisse zu überschlagen und kommen mit einem Ende daher, welches mich unzufrieden zurücklässt. Und dazwischen wieder ganz viel Beschreibungen, die um mindestens hundert Seiten hätten gekürzt werden können!

Leider ein Thriller der nicht hält, was der Klappentext verspricht und das Potenzial der mehr als interessanten Grundidee nicht nutzt …

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

backbuc, backbuch, backen, italien, melissa forti

Dolci, Tartes und zauberhafte Kuchen backen

Melissa Forti , Tim Mälzer
Fester Einband
Erschienen bei Prestel, 21.08.2017
ISBN 9783791383828
Genre: Sachbücher

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Dieses Rezeptbuch ist optisch bereits ein absoluter Hingucker und überzeugt auch mit seinem Inhalt! Jedes einzelne Bild lädt zum nachbacken ein und lässt das Wasser im Munde zerlaufen. Und nein, ich übertreibe nicht, wenn ich von „Nasch-Bibel“ (Überschrift meiner Rezension) spreche! Ein Haben-Muss und nun endlich in meinem Regal.

Es finden sich darin verschiedenste Rezepte von Torten, Kuchen, Keksen und Tartes. Was mir direkt auffiel, waren je ein Keksrezept ohne Ei und ein veganes, sowie auch ein glutenfreies Kuchenrezept. Für mich kein Kriterium, ob ich solche Bücher kaufe, aber da meine Schwester bestimmte Zutaten nicht essen darf, habe ich immer ein Auge für dafür. Ap­ro­pos Auge! Nur der Optikwillen lohnt sich ein Kauf, innen wie außen wundervoll dargestellt. Aber auch die Rezepte selbst sind nicht 0-8-15! Das ein oder andere Rezept welches man so oder so ähnlich kennen mag, aber dafür eine Vielzahl an Variationen, Kombinationen und Rezepte von denen ich bis dahin nicht mal hörte. Brownies mit schwarzem Reis oder Schokolade in Salamiform (wirklich, auf dem Foto sieht es wie eine Rolle Salami aus!). So ungewöhnlich dies klingt, so einfach klingen alle Rezepte. Das ein oder andere Rezept mag schwieriger sein, aber bei der Vielzahl besteht genug Auswahl. Auch die Zutaten sind entweder grundlegend im Haushalt oder schnell zu kaufen.

Jedes Rezept beinhaltet zwei Seiten. Eine Seite ist die bildliche Darstellung des Gebackenem, die andere der Weg dorthin in schriftlicher Form (Mengenangabe, Zutatenliste, Zubereitung). Was ich besonders schön finde ist, dass die Autorin zu jedem Rezept persönliche Worte verfasst hat. Sie begründet warum die einzelnen Rezepte im Buch aufgenommen wurden. Ob aufgrund einer Reise nach Afrika, eines ihrer Lieblingsrezepte oder die Tradition verschiedener Gebäcke.

Die Konditorin und Autorin Melissa Forti hat zu Beginn eine kleine Einführung verfasst, das Vorwort ist von Tim Mälzer, um den Leser*innen einen kleinen Einblick zu verschaffen, woher die Inspiration zu diesem Buch kam. Dies, gepaart mit den verschiedensten kleinen Anekdoten zu jedem einzelnen Rezept, machen aus diesem Backbuch auch inhaltlich etwas ganz besonderes. Ebenso finden sich am Ende der Einführung verschiedene Tipps, wie bspw. zu den unterschiedlichen Maßangaben oder das alle Gepäcke mit einem Umluftofen gebacken wurden. Einzig die Bedeutung vom „blindbacken“ wird nicht weiter ausgeführt. Für mich persönlich kein kritikpunkt, für Anfänger*innen (ggf.) kurz irritierend. Der Begriff lässt sich jedoch schnell per Internet erklären und Keramik-Backbohnen sind in ihrer Anschaffung zum einen nicht teuren und immer wieder verwendbar!

Torta Di Carote Italiana (Italienischer Möhrenkuchen)

Natürlich rezensiere ich keine Rezeptbücher, wenn ich nicht selbst was daraus gebacken habe:
◊ Brownies Al Formaggio (Käsekuchen-Brownies)
◊ Melktert Crostata Al Latte (Milch-Mürbteig-Kuchen)

Ich kann nur sagen: Buch kaufen, Zutaten einkaufen, nachbacken, genießen! Genießen in zweierlei Hinsicht – optisch im Regal und im Verzehr der Leckerei.

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Das Cover zog meine Aufmerksamkeit auf sich, bevor überhaupt klar war, wann es bei uns in Deutschland erscheinen wird. Und als es nun vor der offiziellen Veröffentlichung die Möglichkeit gab es zu gewinnen, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Bevor die Geschichte beginnt, werden die verschiedenen Clans, ihre Fähigkeiten und Götter, vorgestellt und ich hatte schon befürchtet, dass ich während des Lesens durcheinander geraten würde. Dem war im weiteren Verlauf jedoch absolut nicht so, da in diesem Band vor allem Zèlies Clan eine Bedeutende Rolle spielt, sowie eine weitere Fähigkeit eines anderen Clans. Dafür jedoch wurde ich mit einer Vielzahl an Ereignissen konfrontiert.

Die Magie ist seit langer Zeit fort, die Menschen mit magischen Kräfte (Maji genannt) wurden bestialisch abgeschlachtet. Eine Szenerie die immer wieder im Verlauf des Buches auftaucht und weitere Szenen die einigen Leser_innen innerhalb der Leserunde zu brutal waren. Ob dies wirklich zu detailliert beschrieben ist, mag ich kaum beurteilen, da ich weitaus andere Geschichten ‚gewohnt‘ bin, möchte es an dieser Stelle aber nicht unerwähnt lassen.

Zèlie, eine Divîné, Tochter einer Maji. Eine junge Erwachsene die erst handelt und dann denkt. Ihr Bruder Tzain, ein starker junger Mann, der bemüht ist, das Gleichgewicht in der Familie zu halten.
Inan, Kronprinz, seinem Vater blind ergeben. Amari, seine Schwester, eine junge stille Frau, die eine Ereigniskette ohne Rückkehr in Gang setzt.
Und die Geschichte der Magie, ihrer Entstehung auf der Erde, sowie die Blutnacht. Jene Nacht die Zèlies und Tzains Mutter und alle anderen Maji nicht überlebten.

"Ich denke daran, wie ihre Leiche am Ast des großen Baums hing.
Ich denke an den König, der sie uns nahm."

(S. 9)

Die Magie ist ein faszinierender Aspekt innerhalb der Geschichte, denn solch magische Geschichten haben ihren ganz eigenen, besonderen Reiz. Das was ich in der Geschichte darüber las gefiel mir wirklich gut, war mir aber bei dem Klappentext fast zu wenig. Das es der Autorin um etwas anderes ging und sie das Fantasy-Genre einfach als Sprachrohr genutzt hat, ist mir wohl bewusst. Aber wenn ich Fantasy lese, dann will ich auch Fantasy bekommen! Und wenn nicht nur das eigentliche Thema nicht gut skizziert ist, sondern dann auch noch an den Eigenschaften des Genres fehlt, bin ich schon leicht enttäuscht. Vor allem wenn die Autorin es kann! Das was Tomi Adeyemi über die Magie schreibt, hat sie gelungen umgesetzt. Allein in der Entstehungsgeschichte hätte ich noch viele weitere Seiten verweilen können. Ich bin abgetaucht in der Erzählung, wie die Götter ihre Magie teilten. Die intensiven Szenen, wenn die Magie wieder zu erblühen beginnt. Auch wenn genau das immer wieder Thema im Buch ist, der Kernpunkt, ist es beim Lesen selbst einfach zu wenig.

Vielmehr wurde ich von den Szenen überschlagen! Kaum begann ein Ereignis war es wenige Seiten bereits vorüber und die nächste Szenerie begann.
Von Szene A zu B zu C, hüpft die Autorin durchs Buch ohne kurz zu verweilen. Kaum hatte ich mich hineingelesen, einen leichten Hauch von Spannung gespürt, schon waren die Vier bereits in der nächsten Situation. Ich kann nicht greifen, warum solch ein Tempo vorgelegt wurde! Was soll da noch kommen in den nächsten zwei Bänden? Ich kann schon gar nicht mehr benennen, welchen Gefahren die zwei Geschwisterpaare ausgesetzt waren. Ich weiß nur, dass es mich wenig berührte. Todesfälle begegneten mir immer wieder, doch habe ich sie einfach gelesen und bin wie die Autorin weiter gehüpft. Kein Wehmut, kein Schmerz. Wie auch? Kaum kam ich in der Geschichte an, ginge es nur noch Schlag auf Schlag. Solch eine actiongeladene Ereigniskette mag ich schon nicht bei Krimis & Thrillern. Die Ereignisse überholen sich und die Geschichte profitiert in keinster Form davon!

Der Verlauf fühlt sich aufgrund seiner Schnelligkeit wie wenige Tage an, doch innerhalb der Geschichte hieß es plötzlich, dass die Protagonist*innen seit Wochen unterwegs seien. So kommen wir auch direkt zum nächsten Kritikpunkt! Wenn ich das erlebe, was besonders die Vier im Buch erleben, verändert mich dies. Es nimmt bewusst und/oder unbewusst Einfluss auf mein Handeln und Denken! Die Liebhaber*innen dieser Geschichte mögen nun aufschreien.
Oh ja, es verändert sich was, aber in eine für mich nicht nachvollziehbaren Richtung. Altersempfehlung 14 hin oder her, auch Jugendliche brauchen keine unpassende Liebesgeschichte, um mitzufühlen! Hier sollte es um Rassismus, Aggressionen, Ausgrenzung und Intoleranz gehen (so im Groben umrissen)! Was jedoch den meisten Raum bekam war die Liebelei – warum!? Und dann auch noch so vorhersehbar. Traut man den Leser*innen in diesem Alter nicht mehr zu? Warum nicht mit den Möglichkeiten des Fantasy-Genres spielen und daraus eine gesellschaftliche Kritik entstehen lassen?

Aber kommen wir zurück zu den Protagonist*innen Zèlie, Tzain, Amari und Inan. Zwei Geschwisterpaare, zwei Welten. Und bereits zu Beginn absehbar worauf es hinauslaufen wird. Eigenschaften die ich bei dem Thema des Buches bei weitem nicht erwartet hatte. Ein Klischee jagt das nächste, eine Skizzierung der Figuren, die mich schütteln ließ und definitiv der größte Kritikpunkt an dem Buch. Vier Protagonit*innen, die im Kern der Geschichte stehen und nach Schema F charakterisiert wurden. Was mich störte, werde ich versuchen zu definieren und wen das Buch bis zu diesem Punkt immer noch interessiert, sollte folgenden Abschnitt nun überspringen.

Vier Charaktere die sich unterscheiden und somit eine gewisse Dynamik schaffen sollten. Mir entlockten sie ein müdes Gähnen. Alle lassen sich in eine Schublade stecken und stagnieren in ihrer Rolle. Zwar ist eine gewisse Entwicklung herauszulesen, diese jedoch lässt sich bereits zu Beginn erahnen und wird zu oberflächlich eingearbeitet. Auf der einen Seite haben wir die zwei heranwachsenden Frauen, sowie ihre Brüder. Nicht nur das sie jeweils aus zwei unterschiedlichen Verhältnissen stammen, sie sind ein Gegenpol zueinander. Während Zèlie schneller handelt als sie denkt und sich gegen die Unterdrückung versucht aufzulehnen, ist Amari ihrer Familie hörig.
Ebenso stehen Tzain und Inan sich gegenüber. Ein Familienmensch, welcher seine Liebsten beschützen will, seine Handlungen abwägt und der Königssohn, welcher bemüht ist, die Gunst des Vaters auf sich zu ziehen.
Feindschaft und Freundschaft, mit einem Hauch von Liebe. Die Charaktere verändern sich, ohne sich wirklich zu entwickeln und zu entfalten. Sie bedienen genau das Schemata, welches bereits beim Lesen im Kopf entsteht, bevor man überhaupt an der Stelle des Buches ist. Vorhersehbar und Protagonist*innen, passend für je eine Charakter-Schublade.
Ich könnte an dieser Stelle intensiver auf jede*n einzelne*n eingehen, will ich aber ehrlich gesagt gar nicht, denn dann würde ich mich in Rage schreiben. Ich persönlich finde, dass der gesamte Verlauf, abgesehen von der Vielzahl an Ereignissen, sehr absehbar ist. Dennoch möchte ich nicht mit weiteren Einzelheiten meine Kritik untermauern, da ich dem einen oder der anderen Leser*in eventuell doch etwas vorweg nehmen könnte.

Ich möchte nicht klein reden, was das Potenzial dieser Geschichte ist. Man liest sehr wohl heraus, dass es um Gruppierungen geht. Das Klein halten der Schwächeren, ein Leben ohne Hinterfragungen, die Angst, der Hass. Mir war dies jedoch zu leise und doch zu Ereignisvoll um mich überhaupt reinfühlen zu können. Es hätten weniger Ereignisabläufe sein sollen und mehr Entwicklung geben müssen!

Das Nachwort der Autorin hingegen hat mich berührt und lässt mich nachvollziehen, warum sie diese Geschichte schrieb. Nur leider reicht dies einfach nicht aus, um das Buch an sich zu loben. Sehr schade um die Geschichte! Afrikanisch-angehauchtes Setting, Magie und Gesellschaftskritik hätten einnehmend und tiefsinnig sein können. Ich habe das Gefühl die Autorin wollte zu viel hineinstecken, konnte die Geschichte nicht langsam entstehen und sich entfalten lassen. Das wir im 21. Jahrhundert leben und immer noch Sprachrohre brauchen die auf Gewalt und Hetze aufmerksam machen müssen, Menschen dies ertragen müssen ist mehr als erschreckend! Umso wichtiger ist es das es immer und immer wieder in den Medien (Nachrichten, Bücher, Internet) angesprochen und sich laut dagegen positioniert wird. Leider ist es bei dieser Geschichte durch zu viel mitteilen und aufmerksam machen wollen zu stark in den Hintergrund gedrängt worden. Ein Buch das mehr als Anklang fand und wohl finden wird, für mich aber nicht nachvollziehbar ist.

Manch eine_r mag meine Endwertung zu hart finden, denn die Geschichte an sich lässt sich flüssig lesen. Die Magie hat ihre Faszination, welche mir gut gefiel! Wenn jedoch solch Stereotype-Protas eingearbeitet werden, die sich kaum entwickeln und einem unnötigen Handlungsstrang der meiste Raum gewährt wird, dann kann ich einfach nicht anders. Es tut mir Leid um die Idee und vor allem dem Anliegen der Geschichte! Aber es braucht keine Klischees, keine vorhersehbaren Schilderungen. Diese Geschichte hätte Raum gebraucht um sich zu entfalten und berühren zu können. Es hätte Protagonist*innen gebraucht die sich nicht nur am Rande entwickeln, sondern wirklich beginnen zu hinterfragen!

SPOILER

Dafür findet sich ein hervorragendes Beispiel! Das Einknicken innerhalb der eigenen Geschichte. Zèlie beginnt zu zweifeln, sie hinterfragt die Konsequenz, die Macht der Magie. Was geschehen wird, solange es keine Absprachen gibt. Was geschehen wird, wenn diese macht in die falschen Hände gerät. Sie vertraut sich Amari an, und dann?

Zweifel die wir verstehen, nachempfinden könne. Auch den Weg dennoch weiterzugehen. Aber warum streut die Autorin diese Gedanken nur minimal ein, arbeitet den Zwiespalt nicht heraus, sondern lässt es mit einem einzigen Gespräch verschwinden? Mitunter sind es genau diese Gedanken und Zweifel um die es der Autorin beim Schreiben ging. Anstatt sich in Ereignissen zu verlieren, hätten solche Aspekte tiefer ausgearbeitet werden könne. Dies bezieht sich ebenfalls auf viele weitere Punkte im Buch. Bei einer Trilogie hätte sie sich Zeit nehmen können, solche Szenerien weiter auszuarbeiten. In Bezug auf die Zweifel bezüglich der macht, der Gewalt, dem leben in einer Diktatur und Hierarchie.

SPOILER ENDE 

Auch wenn das Buch ab 14 Jahren empfohlen ist, kann man den Leser*innen dieses Alters mehr zutrauen, als Charaktere die vorhersehbar sind und sich in Liebeleien verlieren! Ich werde den Folgeband nicht lesen und somit lässt sich der integrierte Leseexemplar-Hinweis etwas(!) leichter verkraften …

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

1940er, amerika, drama, elektrischer stuhl, gesellschaftskritisch, hautfarbe, kurze bücher, louisiana, rassismus, roman, schwarzer, skandal, todesstrafe, usa, weiße

Mercy Seat

Elizabeth H. Winthrop , Hansjörg Schertenleib
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 01.03.2018
ISBN 9783406719042
Genre: Historische Romane

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Bücher haben für mich nochmals eine ganz intensive Anziehungskraft, wenn sie auf einer wahren Geschichte basieren. Das Cover und der Klappentext überredeten mich zu einem endgültigen Kauf.

Amerika der 40er Jahre, ein schwarzer Mann wird auf dem ‚Mercy Seat‘ (Gnadenstuhl) zum Tode verurteilt. Die Anklage ist sexueller Missbrauch einer weißen jungen Frau. Seiner Aussage nach jedoch hat dies nie stattgefunden, sondern geschah einvernehmlich. Vielmehr waren sie ein Liebespaar, doch die Frau selbst wird sich nicht mehr dazu äußern, sie ist tot.

Dies klingt zunächst nach einer sehr intensiven Geschichte, die sich nicht jede­*r Leser*in zutrauen mag. Was die Intensität betrifft kann ich nur sagen, das mich einige Stellen mitgenommen haben und anderen mir eine Gänsehaut verschafften und wieder. Was die Thematik betrifft wird es nur zum Ende hin eventuell für wenige Leser*innen (etwas) unerträglich, denn der oben beschriebene Inhalt ist der Ausgangspunkt, nicht der Schwerpunkt des Buches. Will soll auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden, darauf arbeitet die Geschichte hin und beschreibt diese qualvollen Minuten.

Je mehr ich las, desto langsamer wurde ich. Ich nährte mich von Seite zu Seite dem Tag, an dem Will seine letzten Atemzüge machen soll. Doch nicht nur Will lernte ich kenne, auch weitere Personen nahmen einen Raum innerhalb der Geschichte ein. Zu Beginn war ich irritiert über die vielen Namen, da nicht sofort klar ist, in welchem Zusammenhang die Protagonist*innen stehen. Aber die einzelnen Geschichten verbinden sich zu einer. Mehrere Leben die sich nicht überschneiden und doch miteinander in Verbindung stehen.

Menschen die an Wills Schuld zweifeln und dennoch Handlungsunfähig sind. Doch geht es um die Frage der Schuld? Es geht auf jeden Fall um die Hautfarbe. Es geht darum, wie Menschen zur damaligen Zeit miteinander umgegangen sind. Gab es faire Verhandlungen? Oder war der Schuldzuspruch bereits gefällt, wenn man eine dunklere Hautfarbe hatte? Was geschieht innerhalb Familien, wenn die Ehepartner unterschiedliche Weltansichten haben? Und was geht in einem Menschen vor, welchem bewusst ist, die letzten Stunden zu erleben? Die Autorin verwebt dies innerhalb einer einzigen Geschichte.

Ein Buch das mich berührte, welches ich weiter empfehle und mich dennoch nicht vollends einnehmen konnte. Ich hatte mir mehr Intensität gewünscht! Nicht nur Wills Geschichte spielt eine Rolle, auch die Schicksale der anderen Protagonist*innen werden angesprochen. Die Tiefe jedoch blieb dabei leider etwas zurück, denn jede*r einzelne*r hat eine eigene Tragödie. Insgesamt begegneten mir neun Protagonist*innen. Tod, Rassismus, Alkoholismus, Trauer und Angst. Neun Leben, eine Geschichte. Viele Problematiken, Themen und Emotionen. Es wirkt nicht zu viel, aber auf so wenigen Seiten nicht intensiv genug herausgearbeitet.

Wenn Emotionen beim Lesen entstehen, Gedanken, dann hat ein Buch doch alles richtig gemacht!? Vom Bauchgefühl her, absolut ja! Vom Kopf eine Unentschlossenheit, die mich auch im Schreiben meiner Eindrücke verunsichert. Ich habe mich sehr schnell in die Geschichte hineingelesen und bin abgetaucht. Je weiter ich las, desto mehr graute es mir vor dem Ende. Und je mehr bemerkte ich was mir fehlte. Es graute mir, weil ich mit Wills letzten Gedanken konfrontiert wurde, wusste worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Ich wusste nicht, dass mir mehrere Schicksale begegnen würden und ich hätte gerne mehr davon gelesen. Mehr von der Gänsehaut, ein Schuldspruch welcher mehr aufgrund der Hautfarbe als auf Tatsachen beruht. Will, der sich damit abgefunden hat. Und mehr von den anderen Charakteren, die in irgendeiner Weise mit seiner Geschichte im Zusammenhang stehen, mehr von ihren Leben und Gedanken.

Besonders das Leben als Schwarze*r in den 40ern mitten in Amerika tritt zu sehr in den Hintergrund, wobei es mir immer wieder begegnete. Zwei Frauen, die weitaus mehr hätten in den Fokus rücken können, denn sie zweifeln. Leise, da sie ihren Männern gegenüber stehen. Ein Mann der die Gegenseite vertritt, für Wills Urteil verantwortlich ist. Im Zwiespalt mit sich selbst. Und ein Mann der die Nachbarskinder nicht in seinem Garten haben will, seiner Frau vorwirft das Loch, welches der Sohn hinterlassen hat mit diesen Kontakten zu füllen. Und Will selbst. Ich würde nicht mal sagen, es hätte auf eine Sicht verzichtet werden sollen, dem Roman hätten jedoch einige Seiten mehr gut getan. Mehr Intensität indem was die Autorin ausdrücken möchte. Mehr verweilen bei den einzelnen Protagonist*innen.

Und doch hatte das Buch mich bereits nach 40 Seiten und bei bestimmten Zeilen lief mir ein Schauer über meine Haut. Ich habe die Geschichte gerne gelesen und auch wenn ich Kritik an der Umsetzung habe, so hat mich das was die Autorin vermitteln wollte gepackt.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Wasserblüte

Edward Gorey , Alex Stern
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Lilienfeld Verlag, 08.11.2013
ISBN 9783940357342
Genre: Comics

Rezension:  
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321 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 137 Rezensionen

altern, dtv, dtv-verlag, geschichte, langes leben, leben, liebe, london, matt haig, roman, suche, vergangenheit, wie man die zeit anhält, zeit, zeitreise

Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Ein Buch das ich mir von allein wohl nicht gekauft hätte. Eine Geschichte die mich überraschenderweise in ihren Bann zog. Eingeworfene Gedanken. Wahrheiten in Nebensätzen.

Tom ist alt, sehr alt. Jahrhunderte hat er erlebt. Allein, mit Fragen ohne Antworten. Doch auch die Medizin entwickelt sich weiter und so sucht er einen Arzt auf, doch bevor Tom Antworten erhält, wird der Arzt tot in einem Fluss gefunden.
Wenn man sich dazu den Klappentext durchliest, so klingt die Geschichte nach einem spannenden Verlauf mit einem Hauch Liebe. Stimmt. Und doch ist es ganz anders.

Ich bin durch die Seiten gehuscht und hätte selbst nicht gedacht, dass die Geschichte solch eine ‚Sogkraft‘ hat. Ich mag Matt Haigs Art. Der Verlauf der Zeit. Die Ungesagten Dinge. Die Gedanken in den Nebensätzen. Hat mich die Geschichte so mitnehmen können, da ich keinerlei Erwartungen hatte? Ich weiß es nicht und es ist mir auch egal … Natürlich könnte ich jetzt ein kritische Leserin sein. Schreiben das mir ein gewisser Tiefgang fehlte, gesellschaftliche Problematiken zu grobflächig thematisiert werden. Mach ich aber nicht! Denn genau das gefiel mir, das Einstreuen von Themen die einen kleinen Raum einnehmen und dennoch bedeutsam in ihren Aussagen sind. Ich brauche keine Geschichten die mir Antworten vorgeben, ich mag es, wenn ich mir selbst überlassen werde mit meinen eigenen Gedanken und nicht die der Autor*innen „aufgedrückt“ bekomme.

Lernen wir aus den Fehlern vergangener Jahre? Dies sind Fragen die die Geschichte aufwirft, ohne dabei intensiv darauf einzugehen. Es sind Gedankenfetzen die im Verlauf von Toms Leben auftauchen, immer mal im Kleinen angesprochen werden. Immer wieder finden wir ähnliche Fehler in unserer Geschichte, wir geben ihnen nur neue Namen. Genau dies ist es, was Tom als Geschichtslehrer seiner Klasse vermitteln will. Wir müssen uns erinnern, um uns zu verändern.

"Geschichte ist überall. Man muss nur hinsehen."
(Seite 23)

In Musik, durch Altbauten, Bücher, Filme, Theaterstücke und vieles mehr haben wir die Geschichte um uns. Und durch Tom begegnen wir ihr. Er trifft bekannte unter anderem Persönlichkeiten wie Fitzgerald oder Shakespeare. Dies lässt sich unterhaltsam lesen, ist aber auch der einzige Anhaltspunkt der unterschiedlichen Jahrhunderte. Mir fehlte der Flair, das vollständige abtauchen! Wären die Jahreszahlen nicht gewesen, ich hätte die Kapitel kaum voneinander unterscheiden können. Hier eine Begegnung, dort eine Beschreibung der damaligen Zustände, aber das was die einzelnen Jahre unterscheidet, ausmacht, wurde nicht genug herausgearbeitet.

Auch das Ende wurde für mein Empfinden zu schnell abgehandelt. Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse und so ganz passte dies nicht zum eher ruhigen Verlauf zuvor. Ein Ende welches für die letzten Zeilen so verlaufen musste, ich hätte mir jedoch etwas Melancholisches gewünscht. Ein Ende das stimmig zur vorherigen Geschichte ist.

"… wir können uns immer nur an unsere Erinnerung der Wirklichkeit halten, nicht an die Wirklichkeit selbst, zwei Dinge, die verwandt, aber nicht dasselbe sind."
(Seite 33)

Eine fast poetische Erzählung. Vieles stellt Matt Haig in den Raum ohne sich tiefer damit auseinanderzusetzen. An manchen Stellen hätte etwas länger verweilt werden dürfen, aber die Thematik liest sich deutlich heraus. Manchmal braucht es nicht mehr. Immer ein Hauch Traurigkeit, Wehmut und Schmerz. Erinnerungen die über Jahrhunderte reichen, Erfahrungen die am Verlauf nichts ändern können. Eine Geschichte die mich abtauchen ließ.

Auf meinem (Gemeinschafts)Blog gibt es noch eine kleine Info zur geplante Verfilmung.

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Tags: roman   (1)
 

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164 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

bernhard aichner, bestatterin, brünhilde blum, deutschland, flucht, hamburg, marie müller, mord, schuld, spannung, thriller, totenfrau, totenrausch, triologie, zuhälter

Totenrausch

Bernhard Aichner
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442756377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: 3. band, blum-reihe, thriller, trologie   (4)
 

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bernhardaichner, bernhard aichner, bestatterin, blum-reihe, btb, btb verlag, deutschland, familie, flucht, hochspannung, innsbruck, kunst, miissbuch, thriller, totenhaus

Totenhaus

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 14.11.2016
ISBN 9783442714421
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: 2. band, blum-reihe, thriller, trilogie   (4)
 

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julia von rein-hrubesch, novelle, roman

Das Flüstern der Pappeln

Julia von Rein-Hrubesch
Flexibler Einband: 166 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 17.06.2016
ISBN 9781533420381
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kaum hatte ich begonnen zu lesen, schon war ich verliebt! Die Autorin konnte mich bereits in „Sehnsuchtsfluchten“ und „Das Mädchen im Wasser“ mit ihrem poetischen Erzählstil verzaubern. Sie weiß mit Worten umzugehen und diese zu einer einnehmenden Geschichte miteinander zu verweben!

Hennie, eine Protagonisten die fortlief ins Leben, um sich dann in ihrem Elternhaus zu verstecken. Sie war auf der Suche & fand es an dem Ort, vor dem sie weglief. Und sie begegnet dem Tod, welcher lauert. Ihre Großmutter ist schwer krank, nicht mehr in der Lage sich zu bewegen oder mit Worten zu kommunizieren. Und dann sind da diese Briefe. Briefe ihrer Großmutter an einen Mann, welcher nicht ihr Ehemann war und Hennie begibt sich auf die Suche nach Antworten.

Bei dieser Suche begegnet Hennie sich selbst. Sie ist wieder zu Hause, wieder in dem Konstrukt, welchem sie ausbrechen wollte. Sie fühlt sich fehl am Platz und lässt durch ihre Gedanken viele Empfindungen und eigene Gedanken bei mir entstehen. Die Beziehung zwischen Hennie und ihren Eltern wird skizziert. Doch sie fühlt sich als Störfaktor, spürt eine unsichtbare Kette zwischen sich und ihnen. Eine Kette der Liebe, schwer und beängstigend. Ein metaphorisches Sinnbild, welches die Nähe aufzeigt, ebenso wie die Stolpergefahr.

"Das ist die Wirklichkeit immer. Nüchtern."
(Seite 5)

Aber ist sie das wirklich? Nüchtern? Menschen schmücken aus, um eine Erzählung intensiver wirken zu lassen, so auch stellt sich Hennie einen romantischeren Fund der Briefe vor. Doch es war nicht romantisch, sie waren einfach da. Und doch lösen sie so viel in Hennie aus. Mit jedem Brief taucht Hennie tiefer in die Emotionen ein, die ihr in diesen wenigen Zeilen begegnen. Die Autorin wirft Fragen auf, innerhalb der Geschichte, bezogen auf das Leben selbst. Ein fast poetischer Schreibstil, in den ich vollkommen abtauchte.

"Wie können Worte mit etwas gefüllt sein, wie ist das möglich? Wie können es Buchstaben, Zeilen? Oder ist nur derjenige in der Lage, die Worte zu deuten, der auf der Suche ist?"
(Seite 79)

Fragen die wundervoll bedeutsam sind, tief. Und eine Autorin die es schaffte genau dies bei mir während des Lesens hervorzurufen, ihrer Geschichte Leben einzuhauchen. Mit zarten Worten eine intensive Wirkung erzielen, dies ist Julia von Rein-Hrubesch gelungen. In kleinen Szenen fand ich mich wieder, erinnerte mich an eigene Sehnsüchte und Erlebnisse. Der Schmerz des Menschseins, das Klagelied der letzten Tage, ein Manie-Kater und der Fährmann. Beschreibungen die ein Gefühl auslösen. Hennies Geschichte, die Geschichte der Leben auf dem Pappelhof – sie lässt schmunzeln, sie schmerzt, sie beschreibt das Leben.

Besonders das Gespräch zwischen Hennie und Chris wird mir in Erinnerung bleiben! Kann man nur leben mit einem Gegenstück zu sich? Ich erlebe, beobachte, empfinde – aber hat all dies einen Wert, wenn niemand an meiner Seite ist, mit dem ich dies teilen kann? Und doch geht es in diesem Buch nicht um eine Liebesbeziehung, sondern um die Leidenschaft. Den Lebensschmerz. Es geht um die Sehnsucht nach Erlebnissen und Gefühlen, nach Antworten. Doch wenn wir uns auf die Reise gemacht haben, gibt es manchmal kein zurück und wir erhalten eine Antwort die wir vielleicht nicht wollten. Oder uns die Augen öffnet. Und dann ist am Ende die Erkenntnis, Hennies Erkenntnis, und meine Gänsehaut!

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

2018, alkohol, gewalt, pessimist, thriller

Milo - Geliebter Todesengel

M.E. Fiend
Flexibler Einband: 355 Seiten
Erschienen bei MainBook, 04.05.2018
ISBN 9783946413998
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

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Das Cover lockte mich an, das Genre sowieso und es klang wirklich interessant! Was es auch ist, aber doch konnte ich das Buch nicht beenden. Die Begegnung und Marcus Entwicklung war für mich nicht greifbar genug, wobei mir der Rahmen der Geschichte sehr zusagte!

Als Film hätte ich diesen Verlauf gefeiert und geliebt! Und natürlich habe ich mich auf Action in Hülle und Fülle eingestellt, doch zwei Punkte rissen mich raus. Im Film wäre ich wahrscheinlich nicht mal darüber gestolpert, in Büchern nehme ich solche Situationen oder Entwicklungen aber einfach anders wahr.

Marcus ist unglücklich, dies kristallisiert sich bereits zu Beginn heraus. Er hasst seinen Job. Er hasst ihn abgrundtief! Aufstehen, rasieren, Haare stylen, Anzug anziehen, losgehen. Immer und immer wieder. Jeden Tag. Dazwischen ein Schluck hier, ein Schluck da. Ein wiederkehrend-monotoner Tagesablauf zwischen all den Krawatten.

"Mein Blick gleitet über die ausdruckslosen Gesichter der Anwesenden. Grau in grau. Plötzlich möchte ich ihnen vor die Füße kotzen."
(Seite 18)

Das ist Marcus. Gefangen in seinem Alltag. Einem Schluck nicht abgeneigt. Derbe in seinen Ausdrücken, was mir ja gut gefällt. Ich mag es, wenn sich Autor*innen in ihrer Wortwahl nicht zensieren, sofern es zu den Protagonist*innen und/oder der Geschichte passt.

Selbst auf den Geschäftsreisen gleicht einem Tag dem anderen. Umso erfreuter ist Marcus das ihn sein Arbeitskollege und Freund nach San Francisco begleitet. Doch auch seine Vergangenheit ist sein nächtlicher Wegbegleiter. Und das machte neugierig! Kurze Einblicke erhielt ich durch Marcus Alpträume, die einige Fragen aufwerfen. Auch seine kurzen Momente der Orientierungslosigkeit ließen mich durch die ersten Seiten huschen. Was verbirgt sich dahinter? Was geschah damals?

Doch bevor weitere Fragen aufkommen konnten, trat Milo in sein Leben. Bitch, das erste Wort und zunächst das Einzige. Wohl gemerkt sagt sie es zu Marcus! Die lässt Marcus sich nicht lange gefallen und schon war ich mittendrin in dieser Begegnung und fühlte mich überrumpelt. Ein verbaler Schlagabtausch wurde abgelöst von einem waschechten Kampf. Kurz darauf wird Marcus aus seinem bisherigen Leben katapultiert und sieht sich konfrontiert mit weiteren ‚Auseinandersetzungen‘. Und er fühlt sich zum ersten Mal lebendig.

Wie zu Beginn geschrieben, habe ich mich auf Action eingestellt, aber nicht auf diesen Ausgangspunkt und schon gar nicht auf Marcus Entwicklung. Nachdem ich mich damit abfand das die Begegnung von Milo und Marcus in einer mir nicht nachvollziehbaren Schlägerei endete, las ich dennoch weiter. Doch das Marcus innerhalb dieser kurzen Zeit vom Anzugsträger zum Killer wird und wie er dies wahrnimmt, war mir zu abstrakt. Wie kann jemand von jetzt auf gleich solch eine Wesensänderung ohne Reue, Schuldgefühle oder ähnlichem vollziehen?

Wohl wahr, vielleicht würden sich die Antworten in den weiteren Seiten ergeben, aber mir waren diese zwei Aspekte bei diesem Buch Grund genug es beiseite zu legen. Ein wenig Schade, denn Marcus Vergangenheit, seine Aussetzer und der Schreibstil sprachen mich an bzw. machten diese neugierig. Aber ich konnte für mich diesen ruppigen Wechsel nicht überlesen.

Ich denke wer Action liebt und sich an meiner Kritik nicht stört, ist mit diesem Buch sehr gut unterhalten.

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

angstfresser, horror, horror / dunkle phantastik, horrorroman, rezension, selfpublisher, tanja hanika

Der Angstfresser

Tanja Hanika
Flexibler Einband: 204 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.04.2018
ISBN 9781985232167
Genre: Sonstiges

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Der Horror-Autor Chester Harris ist nicht zufrieden. Seine letzte Lesung gleicht einem Desaster und auch seine Bücher erfüllen ihn nicht mehr. Die Fiktion einer Geschichte erfüllt Chester nicht mehr. Er will Grenzen überschreiten. Den Kritikern seines aktuellen Buches ins Gesicht lachen. Und so entsteht die Idee eines Horrordinners, seines Horroabends! | Randnotiz: den Namen des Protagonisten liebe ich! |

Erst das Gute oder erst die Kritik? Das frage ich mich bei jeder Rezension …
Dieser Horrorroman hat ein Ende das in sich stimmig ist, mich aber etwas unzufrieden zurücklässt. Autorin Tanja Hanika hätte gerne einen Schritt weiter gehen dürfen, denn die Geschichte selbst ist definitiv nicht(s) für zartbesaitete Leser*innen, das hätte das Ende gerne widerspiegeln dürfen.

Und vielmehr Kritik findet sich in diesem Buch nicht. Horror-Leser*innen kommen absolut auf ihre Kosten! Detailliert wird beschrieben, was die Besucher*innen dieses Abends erleiden müssen. Es lohnt sich, sich nach einer Leseprobe umzuschauen, denn der Prolog verspricht feinsten Horror. Nur ist Tanja Hanika so fies und geht danach ein paar Tage zurück in der Geschichte und die Horror-Liebhaber*innen müssen sich somit ein paar Seiten gedulden, bis Chester Harris seinen Plan in die Tat umsetzt.

Und dann ist die Warnung vom Klappentext „Der Horrorroman enthält explizite Gewaltdarstellungen und abstoßende Details.“ ernst zu nehmen! Ob nun bezogen auf Augenlieder, Augenhöhlen, Hände, Gehirne oder weiteres – Chester hat Gefallen daran, seine Mitmenschen zu ängstigen, gar über die Vorstellungen hinaus dem Wort ‚Horror‘ Leben einzuhauchen.

"Der Qualm kratzte in seine Kehle, aber nichts hatte jemals für ihn so gut geduftet wie der Geruch nach verbranntem Menschenfleisch."
(Seite 9)

Wer mit solchen und weitaus detaillierteren Szenen keine Probleme hat, ist genau richtig bei diesem Buch! Das was Chester für den Abend vorbereitet hat, geht über die Grenzen der Vorstellungskraft hinaus. Wer nun Filme wie „Saw“ vor Augen hat, mag vielleicht im ersten Moment nicht Unrecht haben und doch ist „Der Angstfresser“ etwas völlig anderes. Chester will seine Gäste nicht vor die Wahl stellen, nicht wirklich. Wenn die Konfrontation nicht die gewünschte Unterhaltung bietet, dann sorgt er eben selbst dafür: die Öffnung eines Schädels, wohl bemerkt bei Bewusstsein des Auserwählten, selbst erschaffene Zombies. Ja, Ihr lest richtig! Ein Abend mit vielerlei Horrorelementen und ein Abend, welcher die Abgründe der Gäste aufzeigt, denn Chester ist nicht der Einzige, der von seinen Erlebnissen berichtet. Auch verschiedene Gäste kommen zu Wort – ist Chester Harris der einzige Anwesende, welcher sich an den Schmerzen anderer erfreuen kann, Grenzen überschreiten will?

Viel zu selten finden sich weibliche Autorinnen in diesem Genre, oder sie gingen an mir vorbei (daher gerne Buchtipps an dieser Stelle an mich!), und gerade deshalb bin ich nach diesem Buch, sowie „Scream Run Die“ definitiv eine Leserin von Tanja Hanikas vergangenen und zukünftigen Büchern!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

novelle

Und dein Leben, dein Leben

Magret Kindermann
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 25.04.2018
ISBN 9783740745554
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Ich bin mal wieder abgetaucht in Magret Kindermanns Worte! Und ich bin fasziniert von ihrer Protagonistin Carmen, ihren Gedanken, ihrer Weltansicht.

"An düsteren Tagen hellte sich ihre Stimmung auf und sie konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als vom Nebel verschluckt zu werden und sich zu verlaufen."
(Seite 4)

Carmen lebt allein, die einzige Nähe die sie zulässt, ist die von ihrem Hund Dexter. Sie fühlt sich erdrückt, ihr fehlt die Luft zum Atmen, wenn ihr jemand anderes zu nahe kommt. Und doch lässt sie diese zu, die körperliche Nähe. Doch kaum jemand vermag sie in ihrem Inneren zu berühren, denn das würde bedeuten sie zu verstehen. Und damit tun sich die Menschen in ihrem Umfeld schwer.

"Du lebst auf der Oberfläche, in der Fassade. Doch so ist das Leben nicht, es ist hässlich, und wenn du es einmal erlebt hast, erträgst du die Fassade nicht mehr."
(Seite 23)

Mich zog sie in ihren Bann. Ich weiß nicht ob dies anderen Leser*innen ähnlich ergehen wird, ich hoffe es! Carmen ist eine Frau die angezogen wird von dem Unbegreiflichen, den Abgründen anderer, vielleicht auch, um sich ihrer eigenen Dämonen nicht stellen zu müssen. Sie will verstehen. Sie will sich hineinfühlen, woraus vielleicht auch ihr ungewöhnlicher Briefkontakt seinen Ursprung hat.

Plötzlich ist dieser Abgrund ganz nahe, flüstert in ihr Ohr. Doch anstatt Angst zu verspüren, ist sie fast schon berauscht von dieser Begegnung. Einer Begegnung voller Wahrheiten und philosophischer Fragen. Eine Begegnung die mich fesselte. Mit einem Ende welches mich einnahm und zurückließ mit eigenen Gedanken.

Ich habe kaum einen Kritikpunkt an dieser Novelle. Und doch stolperte ich am Ende ein wenig. Carmen gewährt einen kurzen Einblick in ihre Kindheit. Fast wirkt es als eine Selbstverständlichkeit, zu abgeklärt. Aber eben nur fast! Es ist stimmig für die Geschichte – wenn man diesen Abschnitt einzuordnen weiß. Denn so schrecklich es klingt und ist, diese Familienverhältnisse sind keine Seltenheit. Eine Überlebensstrategie der Kinder.

Die Atmosphäre ist auf jeder einzelnen Seite zu spüren. Die Worte sind bewusst gewählt und ließen mich in die Geschichte abtauchen!

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

extremkopfkin, hardcore-psychothriller, hass, psychothriller, rache, tiefe menschliche abgründe

Weil ich dich hasse

Simone Trojahn
E-Buch Text: 357 Seiten
Erschienen bei null, 13.08.2017
ISBN B074SJRJ2K
Genre: Sonstiges

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Ein Buch das es in sich hat, denn es ist detailliert, in all seinen Taten. Und es ist, unter anderem, aus der Sicht des Täters erzählt. Ein Buch das triggert oder triggern könnte, denn was Jana passiert wird deutlich beschrieben und nicht nur angedeutet! Auch die Autorin weist in ihrem Vorwort sehr genau darauf hin, was einem in dieser Geschichte erwartet und beschreibt ihre Beweggründe dafür. Ein Vorwort welches man definitiv zuvor lesen sollte.

Unabhängig davon ob die Leser*innen dieser Geschichte solche Erfahrungen selbst erleben mussten oder nicht, es packt! Schon aufgrund der Tatsache das Manuel, der Täter, von seinen Gedanken und seinem Leben erzählt. Er hat Phantasien, lebt sie aus in seinem Kopf, bis zu jenem Abend, der viele Leben von Grund auf verändern wird. Der Abend an dem Jana in Manuels Auto steigt und nie wieder in ihr altes Leben zurückkehren wird. Ein Abend der viele Jahre später eine Impulshandlung mit verehrenden Folgen hervorruft.

Nicht nur dieser Abend, sondern auch die späteren Handlungen werden sehr detailliert beschrieben. Missbrauch und Folter nehmen einen großen Raum in diesem Buch ein und die Benennung „Hardcore“ sollte vor dem Kauf nicht nur wahrgenommen, sondern auch ernst genommen werden!

Ein für mich starker Kritikpunkt liegt im ersten Teil der Geschichte. Nicht weil die Autorin die Missbrauchs-Szene genau beschreibt, sondern weil mir die Distanz zu Jana zu groß ist. Mit zu viel Abstand werden ihre Gedanken während der Tat beschrieben. Es ist kaum zu greifen warum Jana sich so verhält wie sie es tut. Ich hätte mir weitaus mehr Feinfühligkeit gewünscht, da die Szene selbst beschrieben werden muss, um die Intensität der späteren Handlung zu steigern. Während Manuels Perspektiven dieser Nacht mich erschütterten und schockierten, so ist Janas Gefühlswelt zu oberflächlich gehalten.

Dafür wird im späteren Verlauf eine Handlungskette beschrieben, welche mich forderte. Ich wurde nicht nur von Beginn an mit der Täterperspektive konfrontiert, sondern stand vor ungefragten Fragen seitens der Autorin. Sie schildert die Sichtweisen der Mütter, von Jana und von Manuel, und zwingt ihre Leser*innen sich mit beiden Familien auseinanderzusetzen. Wie ergeht es den Müttern, wenn die Tochter kaum noch lebensfähig und der Sohn nicht erreichbar ist? Eine Geschichte die andere Perspektiven aufzeigt. Als Überlebende kann Jana kaum noch bezeichnet werden und somit stehen ihre Eindrücke nach dem ersten Teil nicht mehr im Mittelpunkt. Dies jedoch macht die Szenen nicht erträglicher. Denn sie vegetiert vor sich hin, ist ihrer Familie ausgeliefert. Was dies bedeutet wird in der Geschichte auf eine Art erzählt, die vielerlei Gefühle und Gedanken bei mir hervorrief. Verständnis? Wohl kaum! Aber ich wurde ‚gezwungen‘ mich in Janas Bruder hineinzuversetzen.

Manuel und seine Gedanken. Seine sexuellen Phantasien und seine Jahre im Gefängnis. Wenn der Täter selbst zum Opfer wird. Die Autorin wagt einen Weg der sonst kaum in Büchern zu finden ist – kann man Mitleid für solch einen Menschen empfinden? Kann man nachvollziehen das Janas Mutter so handelt und kann man Janas Bruder und seine Unsicherheit verstehen? Fragen die seitens der Autorin unbeantwortet bleiben und bewusst oder unbewusst beim lesen entstehen.

Mütter die ihre Kinder auf unterschiedliche Weisen verlieren und ebenso unterschiedlich mit ihrer Hilflosigkeit umgehen. Der Bruder, der Täter und mittendrin wir Leser*innen! Ich schwankte aufgrund meiner Kritik an dieser Geschichte sehr stark hin und her bezüglich meiner endgültigen Bewertung. Die Autorin hat sich an ein Thema herangewagt, welches momentan aktuell unter Hashtags wie #metoo oder #redmylips zu finden ist und sich doch mit etwas ganz anderem auseinandersetzt.

Die Seite der Täter*innen mit einzubeziehen, ihre Familien, ist ein Ansatz den man nur in wenigen Büchern findet. In dieser Geschichte liegt der Fokus auf dem was nach der Nacht folgt, eine überspitzte und brutale Szenerie. Der Täter und seine Gedanken, eine Leseerfahrung die mich forderte. Und ein weiterer Täter der die Leser*innen moralisch fordert – bringt Rache die ersehnte Erlösung, selbst Täter sein und dadurch die gleiche Stufe betreten?

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Tags: psychothriller   (1)
 

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

debüt, roman

Eselmädchen

Wiebke Tillenburg
Flexibler Einband: 116 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 29.01.2018
ISBN 9783740743017
Genre: Romane

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Es ist kurzweilig, es ist zart und doch Tief. Die Geschichte der Autorin Wiebke Tillenburg basiert auf der Ideenlehre Platons (Vorwort). Die Leser*innen müssen sich nicht mit Platon auskennen, um die Geschichte greifen zu können, wer aber interessiert ist, findet genügend Material zum Nachlesen im Internet oder den Bibliotheken.

Bereits in „Sehnsuchtsfluchten“ wurde ich neugierig auf weitere Texte von Wiebke Tillenburg und so war direkt bei der Ankündigung des Buches klar, „Eselmädchen“ wird bei mir einziehen. Es ist ein Märchen, einnehmend und fesselnd, aber absolut nicht für Kinder. In nicht mal 115 Seiten hat mich die Autorin abtauchen lassen!

Ein Junge. Kein Name, aber eine Geschichte. Er lebt am Rande eines Dorfes. Ausgegrenzt von Gleichaltrigen, findet er in dem Eselmädchen eine Freundin. Beide sind geplagt von den Hänseleinen der Dorfbewohner, beide haben sich in ihrer Rolle eingefunden. Doch es verschlimmert sich, die Wut wird unbändiger.

Ich habe es schon in der oben erwähnten Anthologie bewundert und tue es nun auch bei dieser Novelle. Eine Vielschichtigkeit an Themen innerhalb solch einer kleinen Seitenanzahl ist eine Kunst für sich, welche die Autorin beherrscht. Es regt zum Nachdenken an, es macht traurig, es macht wütend. Die Geschichte ist aktuell, war es immer und wird es auch bleiben.

"Das ist die Wut. Sie macht sich breit in dir und füllt dich eine Weile aus. Und wenn sie dann weg ist, ist da eben nichts mehr."
(Seite 43)

Was bringt Menschen dazu, andere Menschen weh zu tun? Was ist ihr Antrieb? Auf den wenigen Seiten gibt die Autorin nicht DIE Antwort, aber eine von vielen. Die Geschichte des namenlosen Jungen wird verpackt in eine Welt, die reale Bezüge hat und doch phantastisch ist. Ich kann und will an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Unsere Gesellschaft ist der Rahmen dieser Geschichte, was man darin findet ist ein Denkanstoß, was man mitnimmt sind die eigenen Gedanken.

Was passiert, wenn uns der Grund genommen wird, unsere Wut zu zügeln? Wenn uns die Idee des Miteinander abhanden kommt? Metaphorisch setzt sich die Autorin mit eben dieser Frage auseinander. Mir gefällt ihre Art der Auseinandersetzung, aber ich hätte mir gewünscht, noch etwas länger verweilen zu können. Ich brauchte etwas Zeit um Oheim und seine Bedeutung, seine Welt, greifen zu können. Geschichten dürfen sich erstmal im Kopf setzen, bevor sie zu einem verstehen heranreifen, doch hier ging es mir einfach zu schnell. Kaum hatte ich mich in Oheims Welt orientiert, stand ich auch schon wieder außerhalb dessen. Dieser Ort bietet ganz eigene Interpretationsmöglichkeiten, welche ich Euch mit meinen Gedanken dazu nicht vorwegnehmen möchte. Manche Erzählungen müssen selbst gelesen werden.

Man wird auf eine Reise mitgenommen, an einen anderen Ort. Und dann wird man in die Realität katapultiert, das Badewasser erkaltet, und lässt das Gelesene auf sich wirken.

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kinderbuch

Allererste Vorlesegeschichten

Petra Bartoli , Lotte Kinskofer , Salah Naoura , Sabine Schreiber
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei FISCHER Duden Kinderbuch, 22.02.2018
ISBN 9783737333658
Genre: Kinderbuch

Rezension:

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Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, was mir gut gefällt, da es so länger als Vorlesebuch dienen kann. Wenn die Kleinen größer werden, sind weiterhin altersentsprechende Geschichten darin. Phantasievoll, aber auch Situationen aus dem Alltag.


Der Abschnitt „Für Jüngere“ beinhaltet kurze Geschichten, welche nicht über eine Seite hinausgehen. Besonders schön ist, dass die zweite Seite nicht direkt mit der nächsten Geschichte beginnt, sondern das zuvor gelesene verbildlicht. Die Geschichten „Für Ältere“ sind umfangreicher und gehen über mehrere Seiten, ebenfalls verbildlicht.


Ich war zunächst etwas skeptisch bei dem Hinweis „Sprachentwicklung optimal fördern“ und positiv überrascht, was ich am Ende und auch mitten drin fand! Tolle Impulsgebung für Eltern  oder andere Betreuende, die sich bezüglich *Litracy sind. Wenn Vorlesen Verunsicherung bei dem Erwachsenen hervorruft, können auch Kinder keine Freude daran haben. Am Ende des Buches stehen einige Tipps, wie das Vorlesen zum Erlebnis wird – für Groß und Klein. Auch während der Geschichten „Für Ältere“ finden sich schon Beispiele, wie Kinder beim Vorlesen einbezogen werden können: ein Wort wird durch das passende Bild ersetzt und so können die Kinder mitlesen oder aber es gibt noch einen kleinen Reim zu entdecken.


*Litracy | Eine kurze Begriffserklärung
Litracy ist ein pädagogischer Fachbegriff für die Kompetenz(en) rund um das Wort: Textverständnis, Lesen, Schreiben, Schriftsprache und noch weiteres. Litracy-Erziehung bedeutet die Stärkung und Förderung dieser Fähig- und Fertigkeiten.


Aus "3 Geschichten - 3 Eindrücke"

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Tags: kinderbuch   (1)
 

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bilderbuch, duden, fingerspiele, kinderbuch

Duden: Allererste Fingerspiele - Lätzchen, Brei und Leckerei

Katharina Bußhoff
Pappbuch: 12 Seiten
Erschienen bei FISCHER Duden Kinderbuch, 22.02.2018
ISBN 9783737333696
Genre: Kinderbuch

Rezension:

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |


Eine süße, kleine und stabile Sammlung an Fingerspielen für zu Hause oder für Berufseinsteiger*innen der frühkindlichen Pädagogik. Für Fachkräfte muss ich an dieser Stelle fairnesshalber sagen, dass das Büchlein ganz nett ist und von sechs Fingerspielen vielleicht ein oder zwei neue darunter sind, da gibt es umfangreichere Sammlungen.


Für alle Erst-Eltern oder eben Berufseinsteiger*innen ist es ein feines Büchlein. Da es nur eine kleine Sammlung ist, sind diese schnell gelernt und dennoch ist es kein unnötiger Kauf. Das Buch ist ein Pappbilderbuch und somit ideal für die Kleinen um mit einem Erwachsenen verschiedene Dinge zu entdecken oder es sich alleine anzuschauen.


Neben tollen Bildern, die angenehm gezeichnet sind (keine grellen Farben, keine Überreizung an Details), findet sich auch eine minimal Anleitung der verschiedenen Fingerspiele.


Ob nun als Tischspruch oder für Zwischendurch – Fingerspiele kommen immer gut bei den Kindern an und lässt Phantasie entstehen: durch eigene Reime oder neue Ideen was man zu den einzelnen Sprüchen für Fingerbewegungen machen kann.


Aus "3 Geschichten - 3 Eindrücke"

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