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224 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 19 Rezensionen

vampire, elfen, werwölfe, sookie, gestaltwandler

Cocktail für einen Vampir

Charlaine Harris ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2013
ISBN 9783423214285
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Das Leben von Sookie Stackhouse, der gedankenlesenden Kellnerin, ist niemals langweilig. Sie ertappt Eric, ihren Vampir-Liebhaber, am Hals einer anderen Frau, die kurz darauf tot aufgefunden wird. Zusätzlich erschwert wird diese Situation nicht nur durch die Polizei, sondern auch durch den Besuch von Felipe, dem Vampirkönig. Sookie und Bill, der Vampirermittler, müssen herausfinden, wer verantwortlich für den Mord ist. Auch die Elfen machen Sookie langsam Sorgen, da das Portal scheinbar für immer geschlossen wurde... 

 

Meinung

"Cocktail für einen Vampir" ist der neunte Band in der Serie um Sookie Stackhouse aus dem kleinen Städtchen Bon Temps in Luisiana in den USA. Anders als bei manchen Folgebänden ist es empfehlenswert alle Bücher in ihrer Reihenfolge zu lesen, denn es finden immer neue Entwicklungen statt, die ohne Vorwissen nicht nachvollziehbar sind. Außerdem beziehen sich Figuren oft auf vergangene Geschehnisse und damit werden Bezüge zwischen den Bändern hergestellt. 

Die Geschichte von Sookie Stackhouse ist mehr als eigenartig. Zum einen lebt sie in einer Welt voller übernatürlicher Wesen, wie Vampiren, Wergeschöpfen, Elfen und anderen, uns unbekannten Wesen. Zum anderen ist sie selbst eine Gedankenleserin und gerät ständig in Schwierigkeiten. 

 

Als Figur ist Sookie auf den ersten Blick einfach gestrickt. Die junge Kellnerin ist nicht groß gebildet, offen und direkt, liebenswürdig und hilfsbereit. Vor allem junge Frauen werden sie leicht als Identifikationsfigur verstehen können, da man als Leser einen offenen Einblick in alle ihre Gedanken hat. Sookie weckt Symphatiegefühle in uns, wenn sie in Schwierigkeiten gerät, sich verliebt oder im Affekt handelt. 

Harris zeigt uns die Gedankenleserin als eine Figur, die vor allem dem Leser gegenüber ehrlich und fair ist. Ihre Gedanken sind manchmal schockierend, wegen ihrem drastischen Charakter und dann wieder sehr romantisch und reich an Bildern und Visionen. Sookie kommt einem als Person sehr real und lebensnah vor. Charlaine Harris beschönigt nichts, versucht nicht Kontraste zu erzeugen oder sie zu verstärken, sondern zeichnet eine junge Kellnerin, wie wir sie heute kennen könnten, trotz der vielen übernatürlichen Wesen um sie herum. 

 

Sookie ist die dem Leser am nächsten stehende Figur des Romans. Aus ihrer Perspektive erfährt der Leser um das Geschehen. Damit ist man in die Entwicklungen eingebunden, weiß jedoch an keiner Stelle mehr als Sookie selber, manchmal aber weniger, wenn Harris die Spannung verstärken will. Wenn mir Informationen vorenthalten werden, dann ist das ärgerlich, aber es steigert die Anspannung und lässt mich sehnlichst auf die Lösung warten.


Die Gedankenleserin wird von vielen anderen Figuren umgeben, so auch ihrem Liebhaber und Vampir-Ehemann Eric Northman. Trotz seiner Kälte und abweisenden Haltung, die man teilweise für Ignoranz und Gleichgültigkeit halten könnte, kann ich Eric nicht verurteilen oder verabscheuen. Eric steht dieses Mal nicht im Zentrum der Geschichte, obwohl er am Mord beschuldigt wird. Er ist eine Nebenfigur, Sookies Liebhaber, mit dem sie Probleme hat. Zwar rechtfertigt Sookie diese damit, dass er als Vampir seine Gefühle und Gedanken schlecht ausdrücken kann, aber es zeichnet sich eine Krise in deren Beziehung ab. 


Zwischen Eric und Sookie gibt es wenig Absprache. Ihre Probleme sind denen von vielen Paaren ähnlich. Es herrscht Unverständnis für seinen Partner und beide warten auf Liebesbeweise, sind aber nicht gewillt den ersten Schritt zu machen. Die Frage, die Charlaine Harris aufwirft ist, ob es Liebe allein schaffen kann alle Disparitäten zu überbrücken. Aus dem Schluss des Romans kann ich mir die Antwort denken: Nicht nur Liebe, sondern auch Vertrauen und Kommunikation sind wichtig um gemeinsam Entscheidungen zu treffen und glücklich zu sein. 

Trotz der kritischen Situation in deren Beziehung halten Eric und Sookie zusammen, wenn es darauf ankommt. Sie spielen sich nicht gegenseitig aus, sondern unterstützen einander. Letztendlich schaffen es die beiden aber nicht ihre Probleme zu überwinden und der Schluss des Romans deutet darauf hin, dass die Beziehung beendet ist. 

Die Autorin zeigt in "Cocktail für einen Vampir" den Verlauf einer Beziehung, die es im richtigen Leben geben könnte und macht somit ihren Roman glaubhaft und realitätsnah. Ich habe mich selber gefragt, ob es eine Möglichkeit gegeben hätte, das Ende zu verändern. Meiner Meinung nach war es vor allem die fehlende Kommunikation, welche die beiden auseinander getrieben hat. Hätte es mehr Aussprache gegen, wäre ein alternativer Ausgang denkbar gewesen. 


Die vielen anderen Figuren des Romans, wie Bill, Tara, JB, Sam, Felipe, Pam und andere haben ihre Finger im Spiel und sorgen ständig für neue Wendungen im Geschehen. Es ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild des Städtchen Bon Temps und Sookies Leben. Obwohl es eine nette Ablenkung vom Hauptstrang ist, finde ich, dass man die einzelnen Geschichten von Sookies Freunden auch weglassen könnte. Manche sind zwar ein wenig in der Handlung verankert, aber andere haben mit ihr gar nichts zu tun. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht zu viel über die Geburt von Taras und JBs Kindern zu schreiben, wenn es im weiteren Verlauf der Handlung keine Rolle spielt. Der Gesamteindruck wird davon nicht gestört, aber diese Szenen bringen dem Leser wenig Erkenntnisse. 


Charlaine Harris zeigt auch familiäre Beziehungen, die in der Krise sind. So stellt sie die Frage, wie viel man Verwandten anvertrauen kann und sollte. Es fällt schwer Menschen gut einzuschätzen, die man schlecht kennt, wie es bei Sookies Elfen-Verwandten der Fall ist. Misstrauen zwischen den Elfen zeigt die Autorin aus verschiedenen Blickwinkeln und gibt dem Leser damit Stoff zum Nachdenken. Sind deren Probleme nicht auch Spiegel der Wirklichkeit? Wie oft denken wir nur an uns selbst, handeln aus egoistischen Motiven und verletzten damit unsere Verwandten oder Freunde?


Den Aufbau und den Handlungsverlauf strukturiert Charlaine Harris wie immer gekonnt. Sie steigt erst ruhig ein und lässt den Leser in die Situation eintauchen. Rückblicke und Zusammenfassungen erlauben es Bezüge zum letzten Band, "Vampir mit Vergangenheit", herzustellen und sich in Bon Temps erneut einzufinden, um nun herauszufinden, wie es weiter gehen soll. 

Die Idylle wird unterbrochen durch Sookies Auftauchen bei Eric, wo sie ihn am Hals einer jungen Frau erwischt - Kym Rowe. Kurze Zeit später erklingen Polizeisirenen und Sookie erfährt, dass Kym tot in Erics Garten aufgefunden wurde. Aus meiner Sicht ist das ein knackiger Einstieg, der sofort Spannung schafft und gleichzeitig Raum für Spekulationen bietet. 

 

Die Polizeiermittlung habe ich mir anders vorgestellt und sie kommt mir im Roman etwas stilisiert vor. Das Verhör ist sehr konzentriert auf die Ausrichtung des Romans. Mit anderen Worten: Charlaine Harris nutzt die Ermittlung, um den Leser zu polarisieren. Mal deutet sie die Schuld von Eric an, bringt Argumente und Beweise, dann entlastet sie diesen erneut durch Sookies Überlegungen, ihre Erfahrungen und Vorstellungen von ihrem Liebhaber. Außer Eric werden mehrere Personen unter die Lupe genommen, aber keiner der möglichen Täter scheint ein eindeutiges Motiv zu haben. 

Sehr spitzfindig spinnt die Autorin den Faden weiter, bringt neue Figuren ins Spiel, zeigt Zusammenhänge auf und macht den Mord und dessen Aufklärung immer spannender. Trotz komplizierter Entwicklungen bleibt die Geschichte strukturiert und gut nachvollziehbar. 

Bis zum Schluss ist dem Leser unklar, wer an dem Tod von Kym Rowe schuld ist. Das Finale ist unerwartet, aber zugegebener Maßen nicht schockierend für mich gewesen. Womöglich ist für mich nach dem neunten Band die Luft schon raus und Sookies Geschichte wird nicht spannender. Zwar war ich erstaunt, die Wahrheit zu erfahren, war aber von der Geschichte nicht ergriffen. 


Eines der Highlights des Romans ist für mich die Sprache. Sie kann als alltäglich, lebensnah, aber sarkastisch und gleichzeitig bildhaft beschrieben werden. Der Roman liest sich leicht und zaubert oft ein Lächeln auf die Lippen, auch wenn er nicht zum Lachen bringt. Der Stil macht es möglich sich beim Lesen zu entspannen, wenngleich schreckliche Dinge geschehen, die Sookie aber auf eine Weise darstellt, die es einem unmöglich macht, diese ernst zu nehmen. Der heitere Unterton, Sookies komische Kommentare und ihre verdrehte Logik, wenn sie vom Thema abschweift und eigenartige Assoziationen hat, machen den Roman zu einer angenehmen Lektüre. 


Am Ende will ich noch einmal anmerken, dass die Serie "True Blood" zwar auf den Büchern dieser Reihe basiert und vieles tatsächlich auf dem Bildschirm seinen Abklang findet, aber trotz allem große Unterschiede zwischen Serie und Buch vorhanden sind. Wer also nur die Serie kennt, sollte nicht einfach einen Band der Reihe zur Hand nehmen. Nicht nur Figuren haben etwas andere Charaktere, auch die Geschichte hat sich in den Romanen anders entwickelt aus die Macher der Serie dies am Bildschirm zeigen. 

 

Fazit

Als neunter Band der Serie um Sookie Stackhouse von Charlaine Harris ist "Cocktail für einen Vampir" ein weiterer Roman um Sookies Leben. Durch ihren Charakter, ihre Offenheit und ihre unverblümte Art sich auszudrücken ist die Gedankenleserin sympathisch und erscheint real. Ihre Beziehungsprobleme mit Eric sind nichts außergewöhnliches, denn viele Paare haben mit Unverständnis und mangelnder Kommunikation zu kämpfen. Harris wirft damit aktuelle Fragen und Probleme auf und konfrontiert den Leser damit. Sie zeigt einen möglichen Ausgang, lässt aber Raum für Überlegungen und Spekulationen. 

Ich kann den Roman an diejenigen empfehlen, welche ihre Sookie-Stackhouse-Reihe gerne um einen  weiteren Band erweitern würden. Das Buch alleine zu lesen, ohne Vorwissen, sehe ich als problematisch und würde eher empfehlen mit dem ersten Band "Der Vampir, der mich liebte" anzufangen.

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1.521 Bibliotheken, 16 Leser, 4 Gruppen, 181 Rezensionen

dystopie, liebe, prinz, casting, selection

Selection

Kiera Cass , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 01.02.2013
ISBN 9783411811250
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meine Meinung: 
Ich bin auf das Buch gestoßen, als ich neuen Lesestoff gesucht habe. Ich fand es in einer Liste der Neuerscheinungen des Jahres 2012 im Bereich Dystopian Literature. Das Cover ist mir ins Auge gesprungen und ich habe das Buch gekauft. Absichtlich wollte ich nicht lesen, worum es in dem Roman geht, da in solchen Texten meistens Spoiler stecken. 

Der Einstieg war ein wenig holprig, da ich nicht wusste, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Doch nach den ersten Seiten konnte Kiera Cass den Nebel etwas lichten und ich fand mich zurecht. 

Die Protagonistin America war mir sofort sympatisch. Ihre Ausdrucksweise ist offen und ehrlich, damit gewinnt sie schnell die Leser für sich. Etwas eigenartig fand ich ihre Beobachtungsgabe, anders kann man es nicht ausdrücken. Manchmal konnte sie ihren Gegenüber wie ein offenes Buch lesen (was für ihr Alter eine starke Leistung ist) und andere Mal schien sie wie ein verlorenes Kind. Aber diese kleine Unstimmigkeiten sind mir erst bei wiederholten lesen aufgefallen und stellen für mich keine negative Kritik dar. 

Beim ersten Lesen war ich natürlich sofort von der Geschichte ergriffen. Ich verschlang die Seiten wie ein Staubsauger und (ich will schon ehrlich sein) überflog die ein oder andere Passage. Denn ich wollte so schnell wie möglich wissen, wie America auf Maxon trifft. 
Man konnte ahnen, dass es natürlich zwischen America und Maxon knistern wird. Das ist in Büchern dieser Art einfach abzusehen. Auch wenn manche denken, das Buch würde dadurch seinen Reiz verlieren, muss ich widersprechen. Mich interessiert oft nicht das Was, sondern eher das Wie.  Ich wollte herausfinden, Wie Maxon ist und Wie sich die Beziehung zwischen den Protagonisten ausbaut. 

Relativ zu Beginn hatte ich ein Déjà-vu. Das Buch hat mich an ein anderes erinnert, aber ich konnte die ganze Zeit nicht ertasten, welches. Ungefähr bei der Mitte hatte ich dann den Gedankenblitz: The Hunger Games (Die Tribute von Panem). Ein Paar von euch werden jetzt wohl von Stuhl fallen, aber ich will es erklären. 
Nicht so sehr der Inhalt selbst ist ähnlich, sonders der Handlungsverlauf. Genau wie bei The Hunger Games beginnt die Geschichte vor dem Wettbewerb und schildert die Gefühle und Lebenssituation der Protagonistin, hier America, dort Katniss. Nach dem ersten Drittel beginnt dann der Wettbewerb und die Gefühle der Protagonistin verändern sich. Genau wie Katniss in The Hunger Games muss sich America in The Selection gegen Gegnerinnen behaupten. Sie kann sich ebenfalls nicht zwischen zwei Männern entscheiden und sie ist ebenfalls eine Rebellin (nicht am Anfang - das entwickelt sich langsam). Es gibt viele Parallelen, wenn man beide Bücher kennt. 

Schön fand ich, dass Kiera Cass einen Trumpf im Ärmel hat und nicht nur die Ereignisse um den Wettbewerb schildert, sondern auch ein wenig Politik ins Spiel bringt. Das Leben im Palast ist nicht so ungefährlich, wie es am Anfang erscheint. Ich will aber nicht erzählen, was passiert, sondern im meiner Rezension lediglich gesagt haben, dass dieser Fakt dem Roman ein wenig Beständigkeit gibt. The Selection ist damit zwar eine Liebesgeschichte, die sich aber nicht nur um die Protagonisten dreht, sondern auch Gesellschaftsprobleme aufzeigt. 

Die Sprache fand ich angenehm, da keine zu schwierigen Begriffe oder verblümten Beschreibungen benutzt wurden. Ich bin der Meinung, dass The Selection auf Englisch auch von denjenigen gelesen werden kann, welche noch nicht vollkommen die Sprache beherrschen. 

Fazit: 
The Selection ist eine Dystopie, die sich ergreifend liest. Die Protagonistin America ist dem durch ihre ehrliche Art von Anfang an sympatisch. Sie findet sich in einer Situation wider, welche der Figur Katniss aus The Hunger Games ähnlich ist. Es gibt einige Parallelen zu The Hunger Games, aber das macht die Dystpie nicht unspannend. Kiera Cass gibt ihrem Werk auch ein wenig Seriosität durch die Kritik der zukünftigen Gesellschaft. Das Werk liest sich auf Englisch angenehm und ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen!

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Tags: roman   (1)
 

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

liebe, film, sommer, berlin, junimond

Junimond

Katrin Bongard
E-Buch Text: 322 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 29.03.2013
ISBN B00C42NWQ6
Genre: Sonstiges

Rezension:



Meine Meinung: 

Schon der Titel des Buches trägt ein sommerlich kuscheliges Flair. Junimond - darunter habe ich mir eine herzzerreißende Liebesgeschichte vorgestellt, die vielleicht mit einer Vollmondnacht und Happy Ever After endet. Es hat sich herausgestellt, dass mehr dahinter steckt. 

Besonders kreativ und innovativ fand ich die Filmzitate am Anfang jedes Kapitels. Es hat einen sehr schönen Einstieg ermöglicht und den Leser ein bisschen raten lassen, was den nun mit dem Zitat gemeint ist. Außerdem waren auch die Filmquellen gut zum Inhalt abgestimmt. So hat das Zitat aus Fluch der Karibik am Anfang sehr gut zu Stellas Erscheinen gepasst und am Ende waren Nicks Überlegungen gut mit einem Satz aus The Dark Knight eingeleitet worden. 

Auch die Kinderszenen, die Katrin Bongard in Form eines Dramas (also nur als kommentarlose Dialoge) haben mich fasziniert. Manchmal ist weniger einfach mehr. Man muss nicht viel zu viel erklären, denn Kinder können schon direkt sein. Das hat auch meine Erinnerungen wieder aufgefrischt. Ich verbringe gerne Zeit mit Kindern und weiß, dass sie oft einfach drauflos reden, nicht über Konsequenzen denken und das einfach süß sein kann. Katrin Bongard hat es geschafft die kleinen Olivia, Ares und Nick sehr überzeugend zu machen. Es ist nicht so leicht ins Herz von Kindern zu blicken, aber sie hat es geschafft. 

In Junimond spricht die Autorin über große Gefühle, vor allem Liebe. Besonders junge Menschen nehmen dieses Thema oft ernst und können leicht verletzt werden. Katrin Bongard zeigt, wie verschieden junge Menschen immerhin sein können in ihrer Einstellung zum Leben und zu der Liebe. Das große Gefühle zu Komplikationen und Problemen führen können ist der Autorin bewusst und sie und präsentiert es in Junimond.
Wie schwer es ist, offen zu sein, weiß jeder von uns. Man hat Angst sich gegenüber anderen zu öffnen und verletzbar zu werden. Katrin Bongard versteht das und zeigt in ihrem Buch, dass es trotzdem wichtig ist ehrlich zu sein, vor allem zu sich selbst. Wer seine Gefühle abstreitet tut nur sich selbst schlecht. Mit ihrem Ende will Katrin Bongard ihren Leserinnen und Lesern verdeutlichen, dass Offenheit positiv ist und nicht zu Schmerz führt, sondern glücklich endet. 

Seriöse Themen, wie Sex und Verhütung, kann man nicht so leicht in ein Jugendbuch schmuggeln, ohne den Leserinnen und Lesern nicht das Gefühl zu geben, den pädagogischen Zeigefinger zu heben. In Junimond spricht Katrin Bongard die möglichen Konsequenzen von Sex ohne Verhütung an. Die Warnung ist eindeutig und trotzdem macht sich die Autorin dadurch nicht unbeliebt bei mir. Ganz im Gegenteil. Katrin Bongard beweist, dass sie mit solchen Themen umgehen kann und diese ihr genauso wichtig sind, wie vielen Jugendlichen. Sie versteht ihre Leserinnen und Leser - das ist wichtig. 

Das Thema Film und Filme drehen ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration, wie Katrin Bongard beweist. Nach Flying Moon ist Junimond das zweite Buch dazu. Diesmal geht es jedoch nicht um Schauspiel, sondern um Regisseure, junge Regisseure, deren Traum es ist später in der Filmbranche tätig zu sein. Katrin Bongard würfelt 4 unterschiedliche junge Menschen in ein Team und lässt sie einen Film drehen. Der Leser kann den Prozess von Anfang bis Ende miterleben und mit durchleben. 

In Junimond führt Katrin Bongard vor, wie sich Jugendliche heute mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandersetzten. Manche interessieren sich nicht dafür, andere sind beinahe fanatisch. Dabei versucht die Autorin nicht ihre Leserinnen und Leser zu polarisieren und in der Meinungsbildung zu helfen. Ihre Neutralität fand ich professionell. Autoren sollten eine Geschichte erzählen, ohne zu versuchen ihre Leser zu stark zu beeinflussen. 

Der Schreibstil der Jugendromans hat mir zugesagt, vor allem wegen der Leichtigkeit. Katrin Bongard ist nicht erpicht darauf ihre Leserinnen und Leser mit kompliziertem Satzbau und literarischen Floskeln zu beeindrucken. Sie schreibt verständlich und balanziert hin und wieder in eine romantische Richtung. Dadurch ist der Roman sehr geeignet für einen warmen Sommernachmittag oder vielleicht eine schöne Juninacht mit Vollmond? 



Fazit:
Zu Beginn dachte ich, Junimond wäre eine schöne Liebesgeschichte zum Genießen. Ich bin froh, dass der Jugendroman mehr als das gewesen ist. Katrin Bongard konnte mich mit ihrer Kreativität überzeugen. Sie hat Filmzitate passend zu jedem Kapitel an dessen Anfang gesetzt. Dadurch kann man gut in die Welt von Film und Filme drehen eintauchen. 
In Junimond erzählt Katrin Bongard ehrlich nicht nur über große Gefühle, wie Liebe und Freundschaft, sondern auch über seriösere Themen, wie Sex und Verhütung. Auch die Perspektive der deutschen Jugendlichen auf ihre nationalsozialistische Vergangenheit kommt zu Wort. Ich bin der Meinung, dass die Autorin sehr professionell und neutral bleiben konnte, ein gutes Zeichen. Im Schreibstil konnte ich keine Besonderheiten hervorheben, fand ihn aber sehr angenehm zum Lesen. 
Junimond ist für mich ein gelungenes Jugendbuch, dass ich herzlich weiterempfehlen kann. Es wird vielen Leserinnen und Lesern bestimmt gefallen. 

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434 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

liebe, ewigseits, cole, hoffnung, jack

Ewiglich die Hoffnung

Brodi Ashton , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann , Kerstin Schürmann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.01.2012
ISBN 9783789130410
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Ganz abrupt endet "Everneath", der erste Band von Brodi Ashtons Trilogie. Natürlich ist die Spannung groß. Ashton schafft es mit dem Ende einen Funken zu entfachen, der nicht eher erlischt, als der Folgeband in die Hände genommen wird. 


Die Geschichte setzt nicht unmittelbar nach dem ersten Buch ein, sondern erst nach drei Wochen. Was Nikki in der Zwischenzeit durchmacht erzählt selbstverständlich im ersten Kapitel. Wie auch bei "Everneath" scheint zu Beginn wenig zu passieren. Langsam reihen sich Ereignisse an und werden immer zahlreicher. Am Ende passiert alles so schnell und ohne jegliche Verzögerung. 


Auch mit der Spannung ist es ähnlich wie im ersten Buch. Erst nur wenige Blitze zwischendurch, die sich Anhäufen und dich im Strudel von Emotionen mitreißen. Ein plötzlicher cut kurz vor Schluss verursacht Kribbeln und dann, wenn alles zersplittert ist, gibt Ashton einen kleinen Hinweis auf das große Finale. Ein solcher Aufbau gefällt mir sehr gut - er passt zu der Geschichte. Besonders gut gefällt mir die Überraschung am Ende. Sie ist nahezu perfekt eingebaut und gleichzeitig breathtaking.


Diesmal erfährt der Leser mehr über Coles Gefühle, da Ashton vermehrt auf Mimik und Gestik hinweist. Das hat mich angesprochen, vor allem, weil ich es mir im ersten Band gewünscht hatte. In "Everneath" setzt Ashton ihren Fokus auf Jack und in "Everbound" auf Cole - eine kluge Entscheidung. Hätte sie versucht beide gleichzeitig näher zu beleuchten würde sie Gefahr laufen das Buch zu dick zu gestalten oder den Leser zu überfordern. 


Kreativ und erfinderisch präsentiert die Autorin dem Leser diesmal die Unterwelt. Denn dort hin muss Nikki, wenn sie Jack retten will. Interessant, fand ich, war die Reise beschrieben. Die Ereignisse sind abwechslungsreich gewesen und waren sehr schön bildhaft dargestellt. 


In "Everbound" erfüllt Brodi Ashton einen weiteren Wunsch von mir: Sie betrachtet Max näher. Für mich sind Nebencharaktere entscheidend für die Gesamtheit eines Werkes. Optimal müsste jeder halbwegs wichtige Charakter eine eigene, wenn auch kleine, Geschichte haben. Diesmal hat Ashton Max herausgepickt und mir eine Freude bereitet. Trotzdem hätte ich gerne noch mehr solcher kleiner Geschichten.


Das Ende der Geschichte hat mir besonders gefallen. Wie ich bereits geschrieben habe, gibt es eine riesige Überraschung für Nikki. Welche das ist erfahrt ihr, sobald ihr am Ende ankommt. Durch diese Überraschung schafft es Brodi Ashton ein Gleichgewicht zwischen Horrorszenario und Happy End zu finden. 



Fazit:

Das abrupte Ende von "Everneath" macht großen Hunger auf die Fortsetzung. Einige Zeit später setzt der zweite Band ein und begleitet Nikki bei der Suche nach einer Rettung von Jack. Unweigerlich steigert sich die Spannung immer mehr zum Ende hin. Ashton öffnet ein neues Kapitel, indem sie viel über die Unterwelt, Cole, Max und andere Bewohner preisgibt. Die Ereignisfülle ich groß und Nikkis Reise von Brodi Ashton schön bildhaft dargestellt. Besonders das Ende setzt den Bindestrich zum endgültigen Final (welches erst erscheinen soll).

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77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

mitternacht, westerfeld, midnighters, darklinge, 13

Midnighters, 3, Der Riss

Scott Westerfeld
Fester Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 06.02.2008
ISBN 9783440110546
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung: 

Nach "Die Erwählten" und "Das Dunkle" konnte ich mehr schwer vorstellen, wie Scott Westerfeld die Geschichte um die blaue Zeit zu einem endgültigen Höhepunkt treiben könnte. Ich dachte, das Potenzial wäre so gut wie ausgeschöpft. Gott sei Dank lag ich da falsch. Westerfeld hat seine Kreativität unter Beweis stellen können. 


Sehr gefallen haben mir die zahlreichen Verknüpfungen zwischen den Bänden und die Bezüge zu Ereignissen, vorher scheinbar zufälligen Details, aus den vorangegangenen Büchern. Dadurch konnte Scott Westerfeld die Geschichte gekonnt abrunden und ein harmonisches Gesamtbild geben. Statt zu versuchen, wie manche Autoren das ständig tun, neue Tricks zu erfinden um den Leser in Erstaunen zu versetzen, kam er auf gefallene Andeutungen zurück und vervollständigte diese. 


Die Handlung hat sich erst langsam und dann immer schneller und schneller entwickelt und dem Buch eine Dynamik verliehen. Dadurch konnte Westerfeld viel Spannung aufbauen und gleichzeitig immer wieder Überraschungen einbringen. Zum Schluss hat sich jedes Detail in ein riesiges Puzzle gesetzt und die schöne Entwicklung einer gut durchdachten Idee dargestellt. 


Der Schluss hat mir besonders gefallen. Bevor ich jedoch zu viel preisgebe, will ich mich etwas zurückhalten auch wenn meine Ausführungen deshalb für euch manchmal schleierhaft erscheinen könnten. 

Es ist ein trauriges, aber gleichzeitig glückliches Ende. Man kann weder von einem Desaster, als auch von einen Happy End sprechen. Deshalb gelingt es Scott Westerfeld die Geschichte realistisch erscheinen zu lassen. Im richtigen Leben gibt es schließlich selten nur guten Ausgänge. Meistens hat man gemischte Gefühle, wenn etwas abgeschlossen ist. Für manche Midnigter hat sich das Leben sehr stark verändert und wird nie wieder so sein wie vorher. Die Rettung von unschuldigen Menschen hat zum Schluss ihren Preis, der nicht angenehm ist, aber sinnvoll erscheint. 

Ich glaube das reicht dieser Stelle mit den verschlüsselten Andeutungen. Es ist schwer genug nichts konkretes zu erzählen um euch den Spaß am Lesen nicht zu verderben. 



Fazit:

Der abschließende Band der Midnighter-Serie "Der Riss" von Scott Westerfeld ist eine sehr gute Abrundung der Geschichte um die blaue Zeit. Die zahlreichen Bezüge zu vorangeschrittenen Büchern lassen die Serie als großes ganzen erscheinen und zeigen, wie durchdacht die Handlung gewesen ist. Westerfeld baut gekonnt Spannung auf und überrascht die Leser auf Schritt und Tritt. Auch das Ende lässt dem Erstaunen viel Platz - kein Desaster, aber auch kein Happy End. Aus meiner Sicht der perfekte Mix. 

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mitternacht, fantasy, darklinge, urban fantasy, kampf

Midnighters - Das Dunkle

Scott Westerfeld , Friederike Levin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.08.2010
ISBN 9783551357984
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung:

Nachdem Melissa am Schluss von "Die Erwählten" einen menschlichen, aber sehr verstörenden Gedanken aufschnappt, wird es brenzlich für die fünf Midnighter. Scott Westerfeld schafft die Verbindung zum Folgeband durch diesen kleinen Zusatz am Ende sehr gekonnt. Er lenkt den Leser schon mal in die gedachte Richtung und macht ihn neugierig auf eine Fortsetzung. 


Im ersten Buch steht das Geheimnis um Jessicas Gabe im Vordergrund. Nun weitet sich der Kreis der involvierten Personen aus. Die Beziehungen zwischen den fünf Midnightern werden von verschiedenen Seiten ausgeleuchtet. Dadurch gewinnen Rex, Melissa, Dess, Jessica und Jonathan neue Tiefe. 

Gleichzeitig wird das Vertrauen der Gruppe auf die Probe gestellt. Können sich die Midnighter auf einander verlassen und ist es richtig Geheimnisse zu besitzen? Ohne auf diese Frage hier konkret zu antworten will ich hervorheben, dass zwischenmenschliche Beziehungen in diesem Band ein größere Rolle spielen. Westerfeld gelingt es die Gefühle (Ängste, Wünsche und Hoffnungen) gut darzustellen und die Figuren auf diese Weise für den Leser zugänglich zu gestalten. Meinen Kritikpunkt aus seinem ersten Werk kann er im Folgeband gekonnt ausweichen. 


An Spannung fehlt es dem Werk nicht. Schon von Beginn an entführt Scott Westerfeld den Leser nach Bixby, Oklahoma zur geheimen 25. Stunde. Die vorerst scheinbar zufällige Aneinanderreihung an Ereignissen gewinnt vor den Augen des Lesers immer mehr Dimension. Die Fäden finden langsam, wie von alleine, zusammen und sinnlose Details entwickeln sich zum wichtigen Meilensteinen. Das hat Westerfeld eindeutig drauf - er kann mitreißen.


Die deutsche Übersetzung fand ich gut. Die Sprache ist leicht verständlich und auch für jüngere Teenager zu verstehen. Die Entscheidung mache Begriffe und Namen (die zwar übersetzt werden könnten) im Originallaut zu lassen sehe ich als richtig an. Englischkenntnisse können also helfen die kleinen Anspielungen in Begriffen zu verstehen, sind aber für den groben Verlauf nicht tragend. 


Fazit:

Die Fortsetzung von "Die Erwählten" hat mir gut gefallen. Scott Westerfeld findet problemlos den Anschluss ohne weitere Stolpersteine. Die Beziehungen zwischen den Midnightern, aber auch anderen Personen rücken etwas mehr in der Vordergrund. Das Vertrauen macht der heterogenen Gruppe zu schaffen und erhöht die Spannung zusätzlich. Das Buch steigert sich zum Ende hin und ist ergreifend. Für Liebhaber von Fantasy und/oder Science Fiction ist es genau die Richtige Nahrung!

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87 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, bixby, mitternacht, blaue stunde, darklinge

Midnighters - Die Erwählten

Scott Westerfeld , Friederike Levin
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 16.02.2010
ISBN 9783551357861
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung: 

Als ich das Buch vor zwei Jahren das erste Mal gelesen habe, war ich mitgerissen von der Geschichte. Als ich es vor einigen Tagen im Regal der Bibliothek sah, entschied ich mich das Werk Scott Westerfields auf seine zeitliche Standfestigkeit zu testen. Würde es nach zwei Jahren immer noch so spannend sein? Ja, war es. 


Vor allem die Kreativität Westerfelds hat mich von neuem überrascht. Das Buch ist nicht einfach eines in der Science-Fiction-/Fantasy-Reihe, sondern überzeugt vor allem durch die innovativen und nicht wiederzufindenden Ideen des Autors. Scott Westerfeld verknüpft geschichtliche Kenntnisse mit technologischen, mathematischen und modernen Denkweisen. Dadurch gibt er in seinem Buch umfassendes Wissen an den Leser weiter in vielen Sphären. 


Tatsächlich kann ich sagen, dass man mit diesem Buch nicht nur eine mitreißende Story vorgelegt bekommt (welche alleine schon vollkommen lesenswert ist), sondern zusätzlich eine Fülle an Informationen aus verschiedensten Richtungen der Geschichte, Politik, Wissenschaft und Technologie bietet. Scott Westerfeld sparrt nicht an Details in Beschreibungen und Figurencharakteristiken, wodurch seine Geschichte in den Händen des Lesers zum Leben erwacht. 


Wie ich bereits geschrieben habe, ist die Handlung ausgefeilt, logisch aufgebaut und birgt trotzdem immer wieder Überraschungen. Scotts Geschichte ist pure Kreativität verpackt mit solidem Material aus viel Research. Die Entwicklung einzelner Figuren, allen voran Jessica ist für den Leser jederzeit interessant mitzuerleben und immer zu verstehen. Bis zur letzten Seite hält Westerfeld seine Leser bei Trab und macht sie gleichzeitig neugierig auf den Folgeband "Das Dunkle".


Kritisch ist, dass Westerfelds Buch wohl nicht sehr tiefgründig ist in Bezug auf die innere Welt der Charaktere. Im groben besitzen die Figuren alle ihre unikalen Gesichtszüge und Eigenschaften, aber tiefen seelischen Problemen hapert es. Auch ist das Werk in keiner Weise Gesellschafts- oder Menschkritisch. Es ist ist einfach ein spannendes Buch für unterwegs, zu Hause, morgens und abends. 



Fazit:

"Die Erwählten" ist ein mitreißendes Science-Fiction-/Fantasybuch, welches ist sehr gerne weiterempfehlen kann. Vor allem die Kreativität und Westerfelds innovative Ideen konnten mich sehr überzeugen. Das Buch liefert außer eines sehr mitreißendes Handlung auch viele spannende Informationen, die mir hin und wieder Oh's und Ah's entlocken konnten. 

Wer eine Gesellschaftskritische Tendenz oder tiefgründige Seelenforschung erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein. Dafür findet sich auch für Horrorfans hin und wieder ein Happen, genauso wie eine kleine Liebesgeschichte und vieles mehr!

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813 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 196 Rezensionen

liebe, ewigseits, fantasy, brodi ashton, cole

Ewiglich die Sehnsucht

Brodi Ashton , ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.01.2012
ISBN 9783789130403
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung:


Der Anfang des Buches war für mich ein wenig holperig. Das Geschehen setzt plötzlich ein, an einem unbekannten und vor allem am Anfang komischen Ort. Nikki denkt und spricht so, als wüsste der Leser bereits, was davor passiert und das kann zu Beginn für Verwirrung sorgen. 


Nach den ersten zwei Kapiteln kommt man dann doch zügig in die Geschichte rein. Schnell wird das Chaos in eine Ordnung gebracht und man versteht den Beginn. Zwar gibt es immer noch Fragen zur Näherung und Co., diese werden aber langsam beseitigt. Der Hintergrund der Geschichte wird schön ausgeleuchtet mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit, bei denen Nikki bestimmte Erinnerungen aufschwappen lässt. Diese Einschübe haben mir gefallen, da sie hin und wieder vieles Erklären konnten und sehr gut der Veranschaulichung gedient haben. 


Das Geschehen scheint sich am Anfang nicht weiter zu entwickeln. Nikki besucht die Schule und es passiert nicht ungeheuer viel. Langsam aber sicher entwickelt das Buch dann doch eine Dynamik. Nikki ist in großer Gefahr. Zwar hat sie ihr Schicksal akzeptiert, aber Cole taucht immer wieder auf um sie zu beeinflussen. 

Auch Jacks Benehmen ist am Anfang sowohl für Nikki als auch für den Leser schleierhaft. Nikki hat vor allem ihn wieder sehen wollen, aber sie fürchtet sich mit ihm zu sprechen. Jack tut wenig interessiert, doch dann scheinen die beiden sich doch langsam zu verstehen. 


Spannend wird es immer wieder, tropfenweise und dann stärker und stärker zum Schluss hin. Die Handlung nimmt, wie ich bereits gesagt habe, eine Dynamik auf und reist, je weiter man liest, den Leser förmlich mit. Das heißt: Je weniger man noch gelesen hat, desto einfacher ist es sich loszureißen. Zum Ende hin kann man nicht mehr aufhören zu lesen. 


Die vielen griechischen Mythen, welche als Basis für diese Geschichte dienen, haben mir gefallen. Ich interessiere mich allgemein für Mythologie und kannte alle angesprochenen Sagen, allen voran natürlich die von Orpheus und Euridice. Ich würde auch empfehlen sie mal zu lesen, denn im Buch kommt der Inhalt der Sage ein wenig zu kurz. 


Schade finde ich, dass Nebencharaktere wenig ausgeleuchtet wurden. Ich kann viel Potenzial in Figuren erkennen, wie Nikkis ehemaliger bester Freundin oder Coles Bandmitglieder. Ich glaube das Buch wäre noch fundierter und runder, wenn diese auch weniger relevanten Personen ein wenig näher betrachtet wären. 



Fazit:

Trotz des etwas holprigen Einstiegs ist "Everneath" ein spannender Roman. Fragen klären sich von selbst durch schön detaillierte Sprünge in die Vergangenheit. Besonders die Beziehungen zwischen den drei Hauptpersonen werden immer deutlicher. Mit fortschreitendem Geschehen nimmt das Buch eine Dynamik auf und wird immer aufregender und ergreifender. Brodi Ashton fundiert ihre Reihe auf griechischen Mythen, die oft zu Wort kommen. Schade finde ich, dass sie Nebencharaktere unter den Tisch fallen lässt und nicht ein wenig ausleuchtet, um ihr Werk runder zu gestalten!



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met, drache, epos, schlacht, beowulf

Beowulf

Johannes Frey , ,
Flexibler Einband: 129 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 15.02.2013
ISBN 9783150202432
Genre: Klassiker

Rezension:

Meinung: 

Von Beowulf hatte ich schon gehört. Aber viel wusste ich nicht und so war meine Neugier groß mehr zu erfahren. Die Ausgabe vom Reclam Verlag ist wirklich sehr schön gestaltet. Ich wusste gar nicht, dass es außer den normalen kleinen auch solche Hochglanzexemplare gedruckt werden. Das Coverbild empfand ich sofort als sehr passend. Aber erst beim Ende erkannte ich die versteckte Person unter Beowulf, die in der Geschichte eine Rolle spielt. 


Ein wenig schade war, dass auf der Rückseite in einem Satz schon die ganze Inhaltsangabe stand. Wenn man das Ende kennt, dann ist es schwer noch ergriffen zu werden. Aber spätestens nach der Hälfte des Buches musste ich feststellen, dass ich dem Werk vollkommen verfallen war. Warum? Hier sind die Gründe:


Die Übersetzung von Johannes Frey habe ich sehr gemocht. Die sprachliche Umsetzung entsprach meinen Vorstellungen vom 1. Jahrhundert und erschuf die Atmosphäre von längst vergangenen Zeiten, von kühnen Helden und scheußlichen Ungeheuern, von Festen und Trauerzügen, von Drachen und Göttern. Oft musste ich Wörter im Duden nachschlagen, aber das hat nicht gestört, denn ich wollte wissen, was sie bedeuteten. 


Durch den Stabreim, ein komplizierter Aufbau von Satzteilen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen (Metrum, Länge...), war es von Zeit zu Zeit kein leichtes dem Gedankengang des Erzählers zu folgen. Welche Satzteile bilden ein Ganzes, welche sind nur Zusatzinformationen? Begriffe, wie Schlächter, Schlachtfürst oder Raser wiederholten sich oft und wurden immer wieder für andere Figuren benutzt. Da kamen mir die Anmerkungen hinten im Buch sehr nützlich vor. Obwohl ich anmerken muss, dass man hätte vielleicht auch im Text verweise geben können, dass diese Stellen erklärt werden. Ein kleines Sternchen hätte ausgereicht. 


Sehr befremdlich waren für mich anfangs die vielen Vor- und Rückblenden. Damit konnte ich nichts anfangen, denn sie forderten oft viel spezifisches Wissen um das Heldenlied herum. Sehr gefreut habe ich mich dann natürlich, dass der Anhang auch an dieser Stelle helfen konnte. Was nicht im Anhang zu finden war, ergänzte dann der Verlag oder auch Johannes Frey selbst bei der Leserunde von Lovelybooks. Beim zweiten lesen des Buches war ich natürlich vorbereitet und die Vor- und Rückblenden erschienen mir sogar irgendwie spannend. Sie gehören einfach in das Heldenlied, weil es damals üblich war die großen Zusammenhänge darzustellen. 


Die Handlung würde sich eigentlich auf ein Paar Seiten verkürzen lassen. Aber wo wäre da die Schönheit. Gerade die ausschweifenden Beschreibungen und Einschübe machen den Reiz der Geschichte aus. Heute würde kein Autor auf diese Weise schreiben und deshalb ist Beowulf auch einzigartig. Da ließt man fast schon eine ganze Seite die Beschreibung des Monsters Grendel und weiß am Ende trotzdem überhaupt nicht, wie er/es aussieht. Obwohl das eigenartig klingt ist es auch schön, weil es ein besonderer Stil ist. 


Zum Schluss will ich noch sagen, dass ich durch das Lesen von Beowulf sehr viel Allgemeinwissen zusätzlich anhäufen konnte. Es war mir nicht bewusst, wie wenig ich über die Geschichte von Adam und Eva kenne und über die Geschichte von Beowulf selbstverständlich. Aber auch Zeithistorische Erkenntnisse haben sich aus dem Zusammenhang für mich erschlossen. Ich habe viel über Kultur erfahren und auch die Werte und den Geist des 1. Jahrhunderts zu spüren bekommen. 


Beowulf ist kein Häppchen für zwischendurch. Es ist eine anspruchsvolle Kost, die Zeit braucht um aufgenommen und verdaut zu werden. Ich habe viel Geduld gehabt mit den Fremdwörtern und veralteten Formulierungen und gleichzeitig immer ein Lesezeichen bei den Anmerkungen gelegt. Wer das Heldenlied lesen möchte, sollte vorbereitet sein, dass es keine leichte Seefahrt mit angenehmer Briese sein wird. 




Fazit:
Beowulf ist ein sehr spannendes Heldenlied mit einen interessanten und anspruchsvollen sprachlichen Gestaltung. Auch der veraltete Stil und die Art und Weise des Ausdrucks können auf den ersten Blick befremdlich wirken. Die Handlung ist umso ergreifender, wie die vielen Details, welche dem Leser auf den Weg gegeben werden. Das Heldenlied ist keine leichte Kost, dafür aber eine sich zu lesen vollkommen lohnende. 

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spirituell, ratgeber

Von mir zu Dir

Sandra Andrea Huber
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 28.09.2012
ISBN 9783848219544
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Dieses Buch ist wie ein Helfer auf dem Lebensweg. Es beinhaltet Impulse, Gespräche mit dem inneren Ich, Botschaften, Gedichte und Impressionen. Es soll seinen Leser dazu anregen mehr Sicherheit zu gewinnen, sich selbst zu vertrauen, seinen Weg zu finden und mit Mut zu folgen. Es kann helfen sich selbst und andere besser zu verstehen, seine Umwelt bewusster wahrzunehmen und seine Aufmerksamkeit gleichsam nach innen und außen zu verteilen. 


Meinung:


Jede Buchhandlung hat eine kleine Abteilung unter dem Namen "Spirituelles" oder "Spirituelle Ratgeber" oder Ähnliches. Zwar habe ich hin und wieder gerne in solchen Bücher geblättert, aber niemals daran gedacht eines zu lesen. Gründe dazu hatte ich viele und es waren meistens einfach Ausreden. 

Schließlich habe ich mich dann doch dazu entschlossen, als ich Sandra bei Lovelybooks kennengelernt habe, einen Blick hinter die Seiten eines spirituellen Romans zu werfen. Sandra A. Huber hat mir das Buch mit einer ganz lieben Botschaft zugeschickt und ich habe langsam angefangen darin zu lesen. 


Die Äußere Gestaltung gefällt mir sehr, weil es zum Inhalt des Buches passt. Der Ratgeber hat ein farblich sehr ruhiges Cover in überwiegend grünen Tönen mit sanften Akzenten auf Rote und Rosafarbene Einzelheiten. Ich finden, es ist ein schönes Geschenk an Freunde oder Familie. 

Auch innen ist der Text in einer angenehmen Schriftgröße und die kleinen Schmetterlinge und Blumen von der Menge her gut gewählt.  (Nur auf dem Buchrücken fand ich den Namen Sandra Andrea Huber zu sehr an den unteren Rand gequetscht. Das fällt mir auf, weil ich selber gerne Layoute.)


Wie wichtig Hervorhebungen in Form von Absätzen, kursiver oder fetter Schrift sind, habe ich erst jetzt richtig erkannt. Bei ergreifenden Romanen verschlingt man die Sätze hintereinander und kann sich nicht losreißen. Bei spirituellen Büchern und Ratgebern im Allgemeinen kann es schnell langweilig werden, wenn Seitenlanger Text kommt, mit wenig Abwechslung fürs Auge. Sandra hat ihr Buch aus dieser Perspektive gut gestaltet und "spannend" für die Augen gehalten. 




Auch inhaltlich kann ich die Abwechslung loben. Der Ratgeber ist voller Impulse, wie versprochen worden ist. Man findet Gedichte, Zitate, Dialoge, Definitionen, Überlegungen, Motivationen und vieles mehr. Schön ist, dass man den Reiseführer auf einer beliebigen Seite aufschlagen kann und es fast immer hilfreich ist. An dieser Stelle sehe ich auch für mich die optima Möglichkeit zum Benutzen des Buches. 

Nachdem ich den Ratgeber einmal durchgelesen habe, gibt es viele Informationen, die ich verdauen muss. Ein großer Teil des Message wird dennoch verloren gehen. Deshalb werde ich einfach hin und wieder dieses Büchlein greifen und eine passende Stelle suchen oder es zufällig aufschlagen und lesen.


Die Ehrlichkeit spürt man mit den ersten Einleitungsworten von Sandra. Ich habe das Gefühl beim Lesen, dass es keine Buchstaben sind, die da stehen, sondern, dass Sandra fast selber zu mir spricht. Vielleicht ist das etwas übertrieben formuliert, aber das Buch ist auf jeden Fall keine Fiktion, denn Sandra ist vollkommen offen zum Leser. 

Ich kann mir vorstellen, dass manche dieses Buch zur Seite legen werden, weil sie diese Offenheit nicht gewohnt sind. Ich war am Anfang auf skeptisch, da ich an Fantasy und Science Fiction und ähnliche Romane gewöhnt bin. Es kostet Überwindung die Offenheit und Ehrlichkeit genauso offen zu empfangen und sich nicht zu verschließen oder gar über geschriebenes zu Lachen. 


Das Buch ist nicht für jedermann. Ich meine hier nicht nur die Alterseinschränkung, sondern vor allem den inneren Weg jedes einzelnen. Manche Kinder verstehen manchmal mehr von der Welt um sie, als ihre Eltern, weil sie offener sind und Sachen schneller akzeptieren können. Jeder muss für sich entscheiden, ob das Buch für ihn nützlich ist. 

Mich hat es auf den Gedanken gebracht, dass ich ausgewogener sein sollte, mich nicht durch ständige Gefühlsausbrüche ermüden muss. Da ich gerade man Volljährig bin kämpfe ich darum erwachsener zu wirken. Ich suche meinen Weg und "Von mir zu dir" hat mir Ideen gegeben und mich auf jeden Fall motiviert. 


Vor allem Realisten werden diesen Ratgeber wenig verstehen. Das bedeutet aber nicht, dass man es nicht probieren sollte. Ich selber habe Spirituelles und Geheimnisvolles immer anziehen gefunden. In der Kindheit waren es Hexen und Zauberer, die mich fasziniert haben und heute tun sie es immer noch. Ich kann einfach nicht daran glauben, dass sich alles in unserer Welt einfach erklären lässt. 


Fazit:

"Von mir zu dir" ist ein spiritueller Reiseführer, der interessante Ideen liefert und motiviert sich seiner selbst und den Menschen um uns bewusster zu werden. Er kann von vorn nach hinten gelesen, aber auch zufällig hin und wieder nach Kapiteln studiert werden. 


Sandra Andrea Huber schreibt sehr ehrlich und offen und nicht jeder wird den Ratgeber verstehen können. Manchen kann er helfen und nützliche Ideen liefern, anderen wird er fremd, unwichtig oder verwirrend vorkommen. Auch jeden Fall ist es Wert einen Blick ins Buch zu wagen, denn es ist sehr harmonisch gestaltet und eignet sich sehr gut als Geschenk! 



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politik

Farm der Tiere

George Orwell , Otto Sander , Bernhard Minetti , null null
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783862311620
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:Auf der Manor Farm hat Mr. Jones, der Inhaber, die Zügel in der Hand. Er behandelt die Tiere unfair und sie schuften für wenig essen. Eines Nachts ruft Old Major, ein verehrtes Mitglied der Gesellschaft der Tiere, zu einem Treffen zusammen. Er erzählt ihnen von seinen Traum über eine Zeit, wo es keinen Mr. Jones mehr geben wird und alle Tiere frei, gleich und glücklich sein werden. Er ist sich sicher, dass es zu einer Revolution kommen wird und die Tiere die Farm selber führen werden. N Zeit und die Voraussagung bewahrheitet sich. Aber was wartet auf die Tiere nach dieser Revolution? Werden sie tatsächlich frei, gleich und glücklich sein?... 


Meinung:

"Animal Farm" ist ein ganz besonderes Buch, weil es eine reale Basis besitzt. Alle Gedanken, die George Orwell einbringt sind nicht vollkommen seiner Fantasie entsprungen. Mit seinem Klassiker zeigt Orwell auf eine originelle Art und Weise die Geschichte der Sowjetunion. Er bündelt die Entwicklung von Freiheit zu gewaltsamer Unterdrückung, von der Idee des Kommunismus zu Totalitarismus und Schreckensherrschaft. 


Die Satire im Roman ist greifbar, so offen lacht Orwell die Tiere aus. Schamlos zeigt er ihre Dummheit - unsere Dummheit, denn wir Menschen, dafür stehen die Tiere. Orwell macht es dermaßen deutlich, dass man ständig vergisst, die Tiere würden denken, reden und handeln. Natürlich ist er nicht der erste der Tiere symbolisch für Menschen benutzt. Wir alle kennen die Fabeln, aber diese Geschichte ist besonders, denn sie hat Herz. Orwell spricht jeden einzelnen an und warnt uns. Er hält uns einen Spiegel vors Gesicht und zwingt uns dazu die Wahrheit zu sehen. 


Die Geschichte wäre absurd, wenn nicht jedes Ereignis eine Analogie in der Realität hätte. Die Revolution, Stalin und Lenin, die Tscheka, Propaganda und Terror - "Animal Farm" hat alles und mehr davon. Es ist die reale Geschichte einer Machtergreifung, eine der Schönsten, welche die Geschichte kennt. So gut um die Nase herumgeführt wurde das Volk selten. Orwell zeigt es uns von Neuem, er dreht vor unseren inneren Augen die Zeit zurück und lässt uns hautnah erleben, wie alles begann und wie es endete. 


Selten habe ich so gelacht, wie bei "Animal Farm". Mitleid mit den Opfern des Terrors habe ich nicht sehr stark Gespürt. Eher war ich amüsiert, wie die Tiere langsam, aber sicher in Angst und Schrecken leben mussten. Doch den Bezug zur Geschichte hatte ich ständig im Hinterkopf und die treffende Beschreibung von Orwell hat viele Bilder erschaffen. 

Da Russland meine Heimat ist, kenne ich die Geschichte vielleicht besser, als die meisten von euch und weiß Details, die einem das Herz erstarren lassen würden. Wie Stalin Listen von Namen unterschrieben hat, die einfach erschossen wurden. Lange Listen, mit mehreren hundert Namen am Stück. Man sagt, er habe sie alle gelesen, bevor er seine Unterschrift über das Dokument gesetzt hat. Mit einem Federstrich Menschenleben ausradieren...


"Animal Farm" ist eine Warnung von Orwell. Das Buch könnte als DIE Anleitung benutzt werden, eine ideelle Terrorherrschaft aufzubauen. Aber es öffnet auch die Augen, zwingt uns dazu der Wahrheit ins Gesicht zu blicken und nicht wegzuschauen, wenn es schrecklich wird. Orwell zeigt die Folgen von diesem "wegschauen" durch hemmungslose Satire. Er bringt die Problematik auf den Punkt. 


Fazit:

Ein sehr empfehlenswertes Buch! Das ist eine Geschichte die nur auf eine Weise beschrieben werden kann: "Sie wäre lustig, wenn sie nicht dermaßen tragisch wäre."  

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

historischer roman

Cecile

Theodor Fontane
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Tredition Gmbh, 26.10.2011
ISBN 9783842404823
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Cécile - eine Frau voller Geheimnisse. Gordon begegnet ihr und verliebt sich in ihre ruhige äußere und doch stürmische innere Art, in ihre Launenhaftigkeit und Distanziertheit. Es ist eine wunderschöne junge Frau, deren Ehemann zwar auf sie acht gibt, aber Cécile eher als Preis denn als Person betrachtet. Aber er mag es ganz und gar nicht, wenn sich außenstehende in Céciles und sein privates Leben einmischen, so wie Gordon. Langsam versucht der junge Mann hinter Céciles Fassade zu spähen und ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen...

Meinung

Theodor Fontane kannte ich eigentlich immer nur als Lyrikautor. Ich wusste bis vor kurzem nicht, dass er Romane schrieb, wie "Cécile", aber ich war neugierig, als ich dieses Buch im Regal sah. Natürlich konnte ich nicht anders, als mir ein Bild von dem Roman zu machen. 


Fontane hat selbstverständlich einen wunderschönen Schreibstil. Aber er ist nicht für jedermann und nicht zu jeder Zeit verständlich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass "Cécile" sich abends um 9 Uhr gar nicht mehr lesen ließ. Die langen Sätze, mit vielen Einschüben sind einfach zu kompliziert, wenn man total müde ist. Allerdings muss ich ganz offen sagen, dass der Text nicht schwer wird, sondern trotzdem eine Leichtigkeit beibehält. Das mag zwar erstaunen, entspricht aber der Wahrheit. 


Sofort fällt auch der riesige Wortschatz und das Allgemeinwissen von Fontane auf. Er charakterisiert seine Figuren vor allem durch Gespräche und innere Monologe, die meistens Erinnerungen sind. Dabei spricht er historische Ereignisse, wissenschaftliche Erkenntnisse und große Literatur oft an. Man erkennt die Denkweise der Charaktere anhand ihrer Ausdrucksweise und ihrem Interessenfeldern. Diese Vorgehensweise setzt viel Wissen voraus, das Fontane auf jeden Fall mit sich bringt. 


An sich ist der Roman nicht wirklich spannend. Es passieren wenig aufregende und herzzerreißende Ereignisse. Mehr noch, die Geschichte verläuft ziemlich ruhig und gemächlich. Auch wenn das eigenartig klingen mag: Ich wollte trotzdem immer wissen, wie es weiter geht. Fontane hat mich neugierig gemacht und ich wollte wissen, wie sich die Handlung entwickelt. Ich habe gewartet, dass Gordon und Cécile sich näher kommen. Immer wieder habe ich gehofft, dass es bald bald so weit sein muss.


Am Ende will ich noch etwas zum Cover sagen. Es hat mich wirklich total neugierig gemacht. Das Cover ist einfach "breathtaking" und nach dem Lesen kann ich sagen: Es passt perfekt. Genau die gleiche Ruhe steckt im Bild und trotzdem spürt man eine Spannung, eine Gefahr von der Frau ausgehen. Man will das Buch lesen und herausfinden, wer Cécile ist. 



Fazit

"Cécile" ist ein empfehlenswerter Roman für diejenigen, die gerne Klassik lesen und Fontane von einer anderen Seite kennen lernen wollen. Das Buch ist wahrscheinlich nichts  für Abenteuer- und Thriller-Fans. Es ist einfach ein schöner Roman, der einen Einblick in die Gesellschaft zu Fontanes Zeiten gibt.  

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Tags: historischer roman   (1)
 

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russland, liebe, klassiker, ehebruch, familie

Anna Karenina

Leo N. Tolstoi , Rosemarie Tietze , Lew Tolstoi
Flexibler Einband: 1.296 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2011
ISBN 9783423139953
Genre: Klassiker

Rezension:  
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65 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

kaiser, harz, heilkunde, burg, judith

Das Geheimnis der Äbtissin

Johanna Marie Jakob
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783426509517
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt

Im 12 Jahrhundert lebt auf der Burg Lare die Grafentochter Judith. Sie ist noch ein Mädchen, aber dennoch überaus wissbegierig. Als der frisch verheiratete Kaiser Friedrich I. die Burg besucht, lernt Judith den Leibarzt des Kaisers kennen, Silas. Sein Wissen über Kräuter und Heilkunde fasziniert sie und sie lernt von ihm viel. Später gegleitet Judith auch die Kaiserin Beatrix, um die sie sich kümmert, auf eine schwere Reise. Die unbekümmerten Jahren ihrer Kindheit sind vorbei, als Judith muss um ihr Leben fürchten, als sie sieht, was n
icht für ihre Augen bestimmt worden war...

Meinung

Es handelt sich bei "Das Geheimnis der Äbtissin" um einen gut recherchierten historischen Roman, in dessen Zentrum die Person der Judith von Lare steht. Die genannten Ereignisse und Personen haben tatsächlich existiert und sind bekannt, wie etwas Friedrich I. (im Volksmund "Barbarossa") und seine Frau Beatrix. Andere Charaktere haben meist Prototypen oder sind von der Autorin ausgedacht, passen aber hervorragend in das 12. Jahrhundert.

Das Buch steigt relativ am Lebensanfang von der Grafentochter Judith ein und endet in einem hohen Alter. Dabei verwendet Johanna M. Jakob hin und wieder Zeitsprünge, um die Geschichte nicht ins uferlose erzählen zu müssen. Mich haben diese Sprünge nicht gestört und es war immer eindeutig, wie viele Jahre vergangen waren und was in der Zwischenzeit passiert ist.

Die Handlung fand ich von Anfang an total spannend und wollte das Buch so schnell nicht wieder zur Seite legen. Obwohl das Werk einen üppigen Umfang hat, bleibt es bis zum Ende ergreifend und erreicht auf den letzten Seiten einen entscheidenden Höhepunkt. Hat man dann den letzten Satz des Romans gelesen ist man erstmal fassungslos, dass alles vorbei ist und die Geschichte abbricht. Alle Handlungsstränge finden eine Abrundung, obwohl auch manche Geheimnisse bleiben. Diese verleihen der Geschichte aber eher einen Charm und sind weniger offene Fragen, sondern mehr Neugierde.

Von Beginn an ist mir die Protagonistin Judith natürlich sehr sympathisch gewesen, vor allem dadurch, dass alle ihre Handlungen für den Leser absolut nachvollziehbar waren. Obwohl das Werk von einem allwissenden Erzähler präsentiert wird, blickt dieser nur in die Gefühlswelt von der Grafentochter, erlaubt sich aber hin und wieder Gefühle und Gedanken anderen Figuren anzudeuten.

Sehr gelungen ist die Entwicklung der Charaktere im Roman. Diese Veränderung ist während der Handlung nicht zu bemerken, doch vergleicht man Anfang und Ende springt sie mir ins Auge. So ist es auch oft im richtigen Leben: Selten spürt man eine großere innere Wende. Meistens kommen Veränderungen schleichend und man stellt erst rückblickend fest, dass eine Wandlung stattgefunden hat. Dass Johanna M. Jakob es an dieser Stelle geschafft hat diese Veränderungen so langsam kommen zu lassen zeigt ihre Kompetenz. Ihr Roman gewinnt durch eine solche Beschreibung an Echtheit und erscheint sehr lebendig und real.

Auch die Sprache und der Stil der Autorin haben mich angesprochen. Vor allem die alten Gedichte und Verse zu Beginn eines jeden Kapitels versetzten mich in das Mittelalter zurück und haben mir erlaubt in diese vergangene Zeit hineinzufühlen. Die Autorin kann gut mit der Sprache umgehen, sie manchmal dynamischer wirken lassen und dann wieder ruhig zum fließen bringen.

Abschließend will ich noch anmerken, was mir gefehlt hat in diesem historischen Roman. Es ist immer hilfreich eine Karte vorne oder hinten im Buch zu präsentieren, damit ich mich als Leser besser orientieren kann. Das Personenregister am Ende fand ich äußerst hilfreich und habe mich darüber sehr gefreut. Möglicher Weise hätte man noch ein wenig über die Burg Lare einfügen können und die benannten Schlachten. Ich, als historisch interessierte, hätte mich sehr darüber gefreut.

Fazit

Ein sehr realistisch erscheinender historischer Roman! Ich hatte viel Vergnügen ihn zu lesen und mich in die Figuren hineinzuversetzen. Empfehlen kann ich ihn auf jeden Fall an Liebhaber des Genres und an alle, die meine Rezension angesprochen hat.

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Tags: 12 jahrhundert, barbarossa, beatrix, beatrix, friedrich i, friedrich i, historischer roman, historischer roman, judith, judith von lare, silas   (11)
 

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

schimpfen, fluchen, humor, sachbuch, jugendsprache

Holy Shit!

Rolf-Bernhard Essig
Fester Einband: 204 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 05.10.2012
ISBN 9783352008504
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt
Man geht gut gelaunt über die Wiese und denkt über den kommenden Tag nach, plötzlich stolpert man. Dann kommt es: "Potz Blitz, ey! Dieser verdammte Stein! Der Teufel soll ihn holen!..." Niemand kann ihm entfliehen, denn es kommt unvorbereitet: Das Fluchen! Wir tun es jeden Tag, aber wir denken nie darüber nach, wieso?

Meinung
Früher ein Tabu-Thema. Aber heute? Warum sollte es heute Tabu sein? Sollte es nicht. Denn jeder Flucht praktisch jeden Tag und denkt nie länger darüber nach als die Paar Sekunden, wenn man es tut. Dabei kann fluchen und schimpfen so spannend sein! Genau das zeigt Rolf-Bernhard Essig in diesem kleinen Fluchbuch!

Mit jedem Kapitel erzählt er dem Leser mehr über das Häufigste Phänomen in unserer Welt. Mal ist es "nur" Geschichte, die er mit pfiffigen Beispielen aufpeppt und schmackhaft macht. Ein anderes Mal sind es die Beispiele aus unserem täglichen Leben: Autofahren, Arbeiten und Sport.

Lustig, zynisch und offen, so erzählt Rolf-Bernhard Essig! Ein mancher würde sagen es ist zu indiskret, zu direkt, aber ich bin anderer Meinung. Für mich ist es spannend immer wieder neue Themen anzusprechen und hin und wieder auch mal aus dem Rahmen zu fallen. Warum? Weil jeder manchmal gerne ein Tabu brechen will.

Das Büchlein heitert auf, macht gute Laune und ist perfekt für unterwegs, weil die Abschnitte niemals zu lang sind und das Buch selber ein sehr handlicher Format aufweist. Rolf-Bernhard Essigs Geschichten werden mit den Illustrationen von Papan zum totalen Knaller. Ich habe die kleinen Bildchen geliebt, weil sie den Kern der Dinge treffen!

Fazit
Ein absolut gelungenes Fluchbüchlein, dass jedem Spaß macht und in jede Tasche passt! Ich empfehle es jedem, klein und groß, die sich auch mal trauen wollen "böse" Wörter zu lesen!

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Tags: fluchen, heiter, schimpfen, unterhaltung   (4)
 

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168 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

pest, saarland, schatzsuche, historischer roman, dreißigjähriger krieg

Das Pestzeichen

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2012
ISBN 9783442476398
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meinung
"Das Pestzeichen" ist ein historischer Roman, der Mitte des 17. Jahrhunderts angesiedelt ist. Er hat mir sehr gefallen und ich empfinde ihn als eine abgerundete Geschichte, die spannend und interessant ist. Deana Zinßmeister hat offensichtig viel recherchiert und eine lebhafte und sehr wahrheitsnahe Geschichte entwickelt.

Die Charaktere sind mir zuerst ein wenig reif für ihr Alter vorgekommen, vor allem die Protagonistin Susanna. Allerdings hat Deana darauf hingewiesen, dass damals alle Kinder frühreif waren. Mädchen bekamen bereits mit 14 Jahren Kinder und konnten einen Hof führen. Nach dieser hilfreichen Bemerkung konnte ich Susanna viel besser verstehen. Ich sah auch, dass sie nicht immer erwachsen handelte, sondern hin und wieder auch ihre Jugend durch naive Handlungen unter Beweis stellte.

Die Handlung hat sich in der ersten Hälfte des Buches langsamer entwickelt und gewann zunehmend an Dynamik. Ob das gewollt war kann ich nicht einschätzen, allerdings war es der Grund dafür, warum ich die erste Hälfte beinahe doppelt so lang gelesen habe, wie die zweite.
Gelungen fand ich allerdings das berichten aus verschiedenen Perspektiven. Besonders interessant war, wann und wie sich zwei Figuren nähern, denn zu Beginn waren keine Überschneidungen denkbar.

Ich muss unbedingt sagen, dass der Zeitgeist meisterhaft übertragen wurde. Daran hat man auch die gründige Recherche erkannt, die Deana Zinßmeister betrieben hat. Besonders das Weltbild der Menschen und ihre Gottesvorstellungen haben für mich ein sehr detailliertes und spannend Bild dieser Zeit ergeben. Anhand der Einstellungen zu der Pest, diversen Vermutungen zu deren Ursprung und möglichen Bekämpfungen, konnte ich die unaufgeklärten Menschen nach dem Dreißigjährigen Krieg verstehen.

Vor allem das Nachwort ist sehr hilfreich gewesen. Ich finde es sehr profissionell, wenn Autorinnen und Autoren sich die Zeit nehmen dem Leser konkret zu zeigen, welche Fakten/Orte/Personen etc. tatsächlich existiert haben und welche der Phantasie entspringen!

Fazit

Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman! Er liefert spannende und interessante Fakten aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg und ist auch noch spannend und mit einer schönen Schatzsucher Geschichte gewürzt! Ich kann ihr vor allem an geschichtlich interessierte Leser empfehlen und an Schatzsucher-Fans, sowie an alle, die meine Rezension angesprochen hat!

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Tags: historischer roman, jeremias, mitte 17. jahrhundert, pest, schatzsuche, susanna, urs   (7)
 

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

frankreich, england, 2. weltkrieg, spionage, spionin

Die Frau, die vom Himmel fiel

Simon Mawer , Klaus Timmermann Ulrike Wasel
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 12.11.2012
ISBN 9783421045652
Genre: Romane

Rezension:

Meinung

Das Buch hat mich zutiefst erschüttert. Ich habe gelernt, dass gute Bücher solche sind, die einem nach dem Lesen immer wieder mit Fragen beschäftigen. "Die Frau, die vom Himmel fiel" ist ein solches Buch. Ich habe viel über Marians Entscheidungen nachgegrübelt, versucht mich in ihre Situation hineinzuversetzen, aber das ist unmöglich.

Die Geschichte hat mich sehr tief innen berührt. Natürlich ist das Thema alleine schon bedrückend - Krieg empfinde ich als etwas schreckliches. Simon Mawer schafft es, den Leser von der ersten Seite an zu überzeugen und ihm das Gefühl zu geben selber die Hauptperson, Marian, zu sein. Alles was mit ihr passiert, passiert auch mich dir. Du fühlst das, was sie fühlt. Das ist unglaublich - als wäre man selber im besetzten Frankreich.

Der Stil ist eigentlich ziemlich krag, aber sehr passend. Die einzelnen Sätze klingen zuerst abgehackt, aber erzeugen genau die richtige Stimmung. Sie vermitteln das Gefühl vom Realismus und lassen dich den Kriegsalltag spüren.

Sehr gut gefällt mir, dass die Handlung nicht auf eine Liebesgeschichte ausgerichtet wurde. Liebe und Sehnsucht spielt natürlich eine Rolle, aber es drängt sich nicht zu stark in den Vordergrund. Denn ganz vorne steht in großen Buchstaben: KRIEG. So fühlt es sich auch an. Eine Agenten-Geschichte, die einen schrecklichen Beigeschmack hat, denn junge Frauen sind die Opfer.

Besonders rührend ist, dass die Geschichte nicht aus der Luft gegriffen wurde, sondern tatsächlich so ähnlich hätte sein können. Sie ist einer Frau gewidmet, die unter dem Codenamen Colette in besetzten Frankreich war. Ich war so neugierig und habe dann noch bei Wikipedia etwas über sie gefunden. Außerdem hat sie selber ein Buch geschrieben, der unter dem Titel "Moondrop to Gascony" erschienen ist. Simon Mawer hat sich auch selber zu seinem Buch geäußert auf der DVA-Website.

Fazit

Ein sehr ergreifendes Buch, dass ich allen empfehlen kann. Es bringt einen zum Nachdenken und lässt einen seine Denkweise hinterfragen. Der Kauf lohnt sich allemal und auch das Cover ist sehr ansprechend.

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Tags: 2. weltkreig, 2. weltkrieg, agenten, benoit, clément, marian sutro, marian sutro   (7)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

historischer roman, mittelalter, bernburg, ritter, historisch

Die Entscheidung der Magd

Marion Henneberg
Fester Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2010
ISBN 9783828994256
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung

Es ist ein hingebungsvoller historischer Roman, den Marion Henneberg erzählt. Von Anfang an war ich sofort ergriffen und wollte das Buch am Liebsten gar nicht erst aus den Händen legen. Es ließt sich fließend und baut langsam und sicher Spannung auf um den Leser nicht mehr loslassen zu wollen.

Der Stil hat mir sehr gut gefallen. Er passt sehr gut zu der Geschichte und fügt sich ebenfalls in die gegebene Zeit mit ein. Gleichzeitig vermittelt er ein Gefühl des "Dabeiseins". Das heißt, dass ich mich hin und wieder in die Hauptpersonen so gut hineinversetzen konnte, dass ich die Geschichte praktisch miterlebt habe.

Betrachtet man die Handlung, so kann ich an ihr nichts auszusetzen finden. Die Einleitung ist zwar eisern und schockiert, aber der Rest des Buches ist sehr schön aufgebaut. Dadurch kann man der Geschichte sehr gut folgen und sich die Schauplätze vorstellen.
Ich will hervorheben, dass die Geschichte keine richtigen Zuspitzungen hatte, in denen es um Leben und Tod ging. Zwar gab es Kämpfe, allerdings wirkte der Schreibstil beruhigend. Das sehe ich ziemlich positiv, da die meisten dieser Zuspitzungen sehr krampfhaft rüberkommen, als würde der Autor mit allen Mitteln versuchen den Leser zu schockieren. Marion Henneberg ist es gelungen eine schöne und weiche Geschichte zu schreiben und das ist nicht so leicht.

Zum Schluss soll noch gesagt sein, dass ich das Buch sehr genossen habe. Allerdings am Anfang doch ein wenig verwirrt war, da ich mehr historisches erwartet habe. Die Bezeichnung "Historischer Roman" hat mich wohl ein wenig in die falsche Richtung geführt. Das war dennoch nicht weiter schlimm, denn "Die Entscheidung der Magd" ist ein wundervolles Buch über die Liebe im 12. Jahrhundert!

Fazit

Ein wirklich schöner Roman, der einen bis zu letzten Seite begeistert und doch nicht erschreckt, sondern einfach Herzflimmern erzeugt! Ich empfehle ich sehr gerne weiter an alle, die nach meiner Rezension das Gefühl bekommen haben "Die Entscheidung der Magd" auch gerne lesen zu wollen!

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drama

Nathan Der Weise: Ein Dramat. Gedicht...

Gotthold Ephraim Lessing
Flexibler Einband: 278 Seiten
Erschienen bei Nabu Press, 28.11.2012
ISBN 9781275784994
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung
Nathan der Weise hat mich begeistert. Ich weiß, dass ich wohl eine der ganz wenigen Jugendlichen bin, die solche "Schullektüren" auf Anhieb an mögen, aber Lessings Drama hat mich einfach mitgerissen.
Die Handlung ist überaus spannend. Ich habe knappe zwei Tage gebraucht für das Drama und danach sofort wieder die Hälfte gelesen (die besten Abschnitte). Wie sich die Geschichte entwickelt ist nicht nur ergreifend, sondern auch immer unerwartet. Lessing schafft es den Leser für seine Geschichte zu gewinnen und gleichzeitig für keinen der Figuren eindeutig Partie zu ergreifen.

Zu den Figuren: Grandios! So, wie Lessing sie charakterisiert beschwört er die Aura dieses Zeitalters herauf. Die Entwicklung und klare Bedeutung der einzelnen Charaktere ist einzigartig. Nathan, der vom Volk "weise" genannt wird ist ein kluger und aufgeklärter Jude. Er lässt sich nicht von Vorurteilen leiten und erzieht seine Tochter deshalb auch "in keinem Glauben" (Worte des Tempelherrn).
Spannend ist die Entwicklung der Freundschaft zwischen Nathan und dem Tempelherrn. Am Anfang empfindet der Ritter tiefe Abneigung gegen den Juden, aber nach einem Gespräch erkennt er dessen Weisheit. Eine Freundschaft entsteht, die den Tempelherr innerlich verändert und zu einem aufgeklärten jungen Mann macht.

Der Stil von Lessing ist natürlich auch eine ganze Geschichte für sich! Heute drückt sich niemand mehr auf diese Weise aus. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb manche das Drama nicht mögen - sie verstehen nicht alles wegen veralteter Wortwahl. Das Register hinten im Buch hat mir viel weitergeholfen und um ehrlich zu sein - irgendwann versteht man den Text ohne Hilfe mehr, da man sie verinnerlicht hat.

Wie ich schon in der Überschrift gesagt habe: Jeder Vers ist ein Aphorismus! Ich führe ein Heft mit Zitaten aus Büchern, die ich lese und von Nathan der Weise habe ich über 30 Stück herausgeschrieben. Beispiele: "Wer überlegt, der sucht Beweggründe nicht zu dürfen" oder "Ich will mit Männern lieber fallen, als mit Kindern stehn". Wundervolle Zitate!

Fazit
Ein sehr gelungenes Werk, das für mich nur das Erste von Lessing sein wird (Emilia Galotti will ich unbedingt noch lesen!). Es ist sehr empfehlenswert, wie ich finde. Außerdem kann es sehr verschiedenen verstanden und interpretiert werden und ist somit perfekt geeignet als Schullektüre und als Zeitvertreib. Aus meiner Sicht sollte es jeder einmal gelesen haben, schließlich dauert das auch gar nicht so lange.

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liebe, radio, pubertät, berlin, probleme

Radio Gaga

Katrin Bongard
E-Buch Text
Erschienen bei Red Bug Books, 02.11.2012
ISBN B00A1SGGE0
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Es ist ein spannendes Buch vom erwachsen werden. Katrin Bongard schafft es hervorragend sich in den jungen Rocco hineinzuversetzen und erzählt meisterhaft aus seiner Perspektive. Der Stil des Buches ist sehr passend gewählt und die Jugendsprache charakterisiert den Protagonisten und macht in fast auf Anhieb für den Leser sympathisch.
Das Buch ist sehr glaubwürdig geschrieben. Rocco erlebt Höhen und Tiefen in seinem Leben, wie es jeder wohl auch von sich kennt. Die Gefühle spielen beim pubertierenden Jungen wie verrückt und seine Gefühlsschwankungen zauberten mir hin und wieder ein Lächeln auf die Lippen. Katrin Bongard hat es geschafft ohne zu große Katastrophen oder unglaubliche Wendungen mich zu fesseln. Das gefiel mir sehr gut, da dadurch auch die Glaubwürdigkeit höher ist.
Die Charaktere sind gut dargestellt und alle verschieden, wie auch im echten Leben. Man sieht ausgezeichnet, wie manche Menschen es schaffen sich schnell einzuleben, andere Probleme haben und dritte einfach gerne allein sind. Auch seriöse Themen hat Katrin Bongard einbauen können. Leukämie ist für mich kein Scherz und Katrin stellt die Krankheit auch nicht als solchen dar - Gott sei Dank. Ich kann es nicht aushalten, wenn Autoren über solche schweren Krankheiten schreiben und sie als kleine Lebensprobleme abstempeln.
Die Ehrlichkeit in "Radio Gaga" überrumpelt an manchen Stellen ist aber letztendlich ziemlich angenehm. Ich mag Bücher die gerade erzählen und nicht krampfhaft versuchen die Aura von Geheimnissen heraufzubeschwören, wenn es das Thema einfach nicht hergibt.
Fazit
Es ist ein empfehlenswertes Buch vor allem für Jugendliche, aber auch für Erwachsene muss ich zugeben. Vor allem durch die Ehrlichkeit und Klarheit bezaubert es seinen Leser. Aber auch die Handlung ist spannend und macht rundet das Werk ab.

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judentum, klischees, religion, deutschland, israel

Lieber Mischa

Lena Gorelik
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2012
ISBN 9783548611051
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Es ist ein einzigartiges Buch. So, wie Lena Gorelik von den Juden erzählt, habe ich noch niemanden erzählen hören. Mit Humor geht sie an die Sache ran und spricht ganz unbefangen ihre Meinung aus - ob diese nun Lob oder Kritik ist. Ich muss zugeben, dass Lena Gorelik mir die Juden endlich mal richtig gezeigt hat. Endlich habe ich das Gefühl diesen Teil der Menschheit wenigsten ein wenig kennengelernt und ein Tüftelchen verstanden zu haben.
Das Beste ist, dass sie nicht versucht dem Leser irgendwelche Informationen zwanghaft zu vermitteln. Ich hatte nicht das Gefühl die Juden verstehen zu müssen oder überhaupt irgendetwas zu müssen. Ganz im Gegenteil: Lena erzählt einfach von sich selbst aus - persönlich und herzlich!

Die Form ist originell - ein Brief an den noch kleinen Sohn. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich selber auch angesprochen gefühlt habe, obwohl ich keine Jüdin bin (ich habe keine jüdischen Verwandten). Stellenweise waren die Geschichten rührend und andere brachten mich zum Lachen.

Ganz witzig fand ich ebenfalls die Kommentare an den Rändern. Manche nur kurz, andere länger. Schließlich kenne ich das Gefühl nur zu gut, wenn man unbedingt etwas dazu sagen will, es aber nicht direkt passt und man es trotzdem versucht irgendwie einzubauen. Und die Randzitate (und Zitate zu Zitaten) waren eine wirklich perfekte Lösung!

Ich muss auch noch anmerken, dass ich den Umfang sehr gut gewählt finde. Das Buch bietet genug Gelegenheit viel und ausführlich die Juden kennen zulernen und gleichzeitig ist es nicht zu langatmig - wie manche anderen Bücher. Passend dazu sind auch die einzelnen Kapitel schön strukturiert und ihre Reihenfolge logisch auf einander aufbauend.

Das einzige, was ich noch sagen sollte ist wohl das es ein einzigartiges Buch ist, dem trotzdem irgendwie das gewisse Etwas fehlt. Leider kann ich nicht sagen, was es ist. Was ich sagen kann: Ich glaube, dass es schnell in Vergessenheit gerät. Es ist ein Buch, dass rührt und schmunzeln lässt, aber nur an der Oberfläche. Es berührt nicht das tiefste Innere und ist deshalb wohl nicht so einprägsam.

Fazit

Ein wirklich schönes Buch, dass mir viele neue Erkenntnisse geliefert hat. Ich empfehle es weiter an eigentlich alle, die es interessiert. Meiner Meinung nach ist es nicht nur für Juden geeignet sonder sogar vielmehr für alle Nicht-Juden! :)

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klassiker, frankreich, liebe, arzt, ehebruch

Madame Bovary

Gustave Flaubert , Caroline Vollmann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.12.2009
ISBN 9783596902309
Genre: Klassiker

Rezension:

Meinung

Von "Madame Bovary" hatte ich schon gehört, bevor ich das Buch in den Händen hielt. Meine Eltern bezeichneten ihn als einen Klassiker und empfohlen mir den Roman zu lesen, was ich dann auch tat.

Die Sprache von Flaubert ist mir sofort aufgefallen. Er benutzt lange Sätze, die man nicht bei Müdigkeit verstehen kann (habe ich eines abends herausgefunden), die aber sehr fließend und ruhig sind. Dadurch bringt er in die Geschichte eine Distanz zum Geschehen mit ein und der Leser ist tatsächlich nur der Beobachter des Romans. Auch wirkt dieser Stil auf die Atmosphäre. Es ist eine Spannung vorhanden, die kaum spürbar ist und dennoch drängt weiterzulesen.

Flaubert beweist mit diesem Roman seine Liebe zum Detail. Er beschreibt genau Aussehen von Figuren, Landschaften und Gebäuden. Die Geschichte hat sich auf diese Weise vor mir gleich einem Film ausgebreitet und mit Farbe verziert, den Personen Gesichter und eine Vergangenheit gegeben. Diese behandelt der Autor ausführlich und für jede Figur zur richtigen Zeit.

Bis jetzt ist "Madame Bovary" das erste Buch gewesen in dem ich so tief in die Seele einer Figur blicken und ihre Gedanken wie einen Gebirgsbach durchdringen konnte. Jede Rührung erklärt Flaubert ausführlich und fast mit viel Zuneigung, als würde ihn Emma, die Protagonistin, sehr am Herzen liegen. Ihren Charakter entfaltet er meisterhaft, in allen Facetten und Szenen des Romans. Obwohl sich die Geschichte um sie dreht investiert Flaubert trotzdem in die Beschreibung aller Figuren seines Werkes, keines wird vernachlässigt, sondern mit einer Geschichte belohnt.

Der Handlungsaufbau ist das einzig für mich eigenartige. Flaubert folgt keinen oft verwendeten Spannungskurven, sondern scheint viel mehr das zu schreiben, was ihm gerade in den Kopf kommt. So kam es mir am Anfang vor. Zum Ende des Buches allerdings habe ich seine Raffinesse erkannt, die er lange verbergen konnte. Ohne das ich es bemerkt habe wurde das Buch zum Ende hin immer spannender und erreichte schließlich, ganz überraschend für mich, ihren Höhepunkt.

Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat an dem Roman will ich natürlich auch erzählen. "Madame Bovary" beginnt sehr spannend und ich war etwa das erste Drittel des Buches ergriffen von der Geschichte. Doch dann wurden die Lesemomente weniger fesselnd und das Buch erschien mir langatmig. Möglicher Weise lag es daran, dass ich öfter abends las und wegen den oben genannten langen Sätzen manche Passagen wiederholt lesen musste, aber ich bin mir darin nicht sicher.
Der Roman wurde zum Schluss wieder spannend und die letzten Seiten haben mir den einen und anderen Schauer über den Rücken gerannt. Vielleicht, wenn ich das Buch in ein Paar Jahren nochmal lesen werde, wird mir der mittlerer Teil nicht langweilig erscheinen, aber beim ersten Lesen war es so und deshalb erzähle ich es euch.

Fazit

Nachdem ich mir für diese Rezension zwei Wochen Zeit genommen habe (um den Schluss und das ganze Buch nochmal auf mich wirken zu lassen) empfinde ich "Madame Bovary" als einen sehr gelungenen Frauenroman. Weiterempfehlen kann ich ihn auf jeden Fall und nicht nur, weil er zu den Klassikern zählt, sondern weil er wirklich gefallen hat.

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Tags: charles, emma, emma, frankreich province, león, madame bovary, province, rodolphe, verführungsroman   (9)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

piraten, london, remis, unglück, leidenschaft

Dunkle Häfen - Band 1: Historischer Roman

Elin Hirvi
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 19.09.2012
ISBN 9781477544242
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung
Ein wirklich schauerlicher Roman, der genauso spannend ist. Der Historische Roman hält kein Blatt vor dem Mund und erzählt die Geschichte so, wie sie sich tatsächlich zugetragen haben könnte. Genau das schockiert auch daran - die ehrlichen und offenen Szenen.

Der Stil hat mir gefallen. Er war sehr sanft und fließend. Ein Satz hat sich aus dem anderen ergeben und die Geschichte wie von alleine entwickelt. Der Stil hat gut in das Ende des 17. Jahrhunderts gepasst und den Rahmen der Handlung ergeben.

Die Charaktere in dem Buch waren extraordinär. Außer Ramis und ein Paar anderen Personen sind eigentlich die meisten gestorben, leider. Das Benehmen von Ramis war für mich nicht immer nachvollziehbar, aber das hat wohl mit der Zeit auf sich. Sie musste schreckliche Sachen durchleben, da ist es wenig verwunderlich, dass sie nicht nachvollziehbar.

Leider muss ich zugeben, dass der Roman nicht ganz meinen Geschmack traf. Einfach zu dunkel und ich bin ein positiv denkender Mensch - ein totaler Optimist. Allerdings bin ich der Meinung, dass es ein guter Roman ist, der anderen sehr gefallen könnte. Er ist spannend und unterhaltsam und gelungen.

Fazit
Ein gelungener Historischer Roman, der zwar nicht ganz meinen Geschmack traf, aber sehr ergreifend und interessant ist. Ich kann ihn allen empfehlen, die nicht wie ich totale Optimisten sind und sich gerne ein einer schaurigeren Geschichte probieren.

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Tags: dunkel, dunkle häfen, historischer roman, ramis, remis   (5)
 

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kaiser, theophanu, historischer roman, kaiserin, intrigen

Die griechische Kaiserin

Gabrielle Alioth
Flexibler Einband: 278 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.08.2012
ISBN 9783458358619
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt

Die Geschichte der ersten Kaiserin geht weiter! Als Ehefrau Ottos II. ist Theophanu ständig Intrigen am Hof und politischen Ränkespielen ausgesetzt. Sie muss sich gegen mächtige Gegner behaupten und starke Verbündete für sich gewinnen. Mit der Geburt Otto III. scheint der Thronfolger bestimmt, aber nicht alle Fürsten wollen sich damit zufrieden geben, denn noch ist der zukünftige Kaiser ein kleiner junge. Wird Thea es schaffen den Thron ihres Sohnes zu schützen?

Meine Meinung

Spannend und unterhaltsam beschreibt Gabrielle Alioth die Geschichte der Kaiserin Theophanu. Sie erweckt historische Fakten und Persönlichkeiten zu Leben und schafft es wahrheitsgetreu und dennoch lebendig das Leben am Ende des 10 Jahrhunderts zu schildern.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und ist dadurch zu Anfang etwas verwirrend. Allerdings lichtet sich "der Wald" nach ein Paar Seiten, sobald der Leser in die Geschichte eintaucht. Rückblickend muss ich sogar feststellen, das der Perspektivenwechsel hilfreich und nützlich ist. Er erlaubt es dem Leser die Motive mehrerer Figuren nachzuvollziehen und macht die Handlung differenzierter.
Ebenfalls überrumpelt fühlt man sich durch die vielen Figuren des Werkes. Sehr hilfreich fand ich deshalb den Stammbaum und das Verzeichnis zu den historischen Personen am Ende des Buches, in das ich hin und wieder einen Blick geworfen habe. Im Laufe des Buches kann man das die einzelnen Figuren besser auseinander halten und kennt sie.

Sehr gefallen hat mir die Sprache und der Stil des Buches. Sowohl Dialoge, Beschreibungen und Gedanken sind in Einklang miteinander und gut proportioniert. Bei manchen Gesprächen fehlte der Beisatz und dadurch wusste ich nicht, wer genau da sprach (das war nicht allzu störend). Allerdings ist mir aufgefallen, das bei Gesprächen oft nur Rede und Gegenrede kommt und zum Beispiel nicht die Gedanken geäußert werden und die Beisätze deshalb sehr kurz ausfallen.
Ich mochte die Briefe von Mathilde und Willigis. Sie waren schön formuliert und die Gefühle der Verfasser offen. Die Briefe haben den Roman abgerundet und immer wieder die wichtigsten politischen Ereignisse präsentiert und somit die Not genommen, diese auf andere Weise zu erklären.

"Die griechische Kaiserin" hat schöne und glückliche aber auch traurige und bedrückende Szenen. Die Wahrheit kann nicht nur positiv sein und deshalb finde ich es gut, dass Gabrielle alles erzählt hat und dem Leser auf diese Weise einen runden Roman präsentiert!

Fazit

Es ist ein historischer Roman, durch den ich viele neue Informationen erhalten konnte und ihn schon allein deshalb absolut weiterempfehlen kann. Des weiteren ist er schön und spannend geschrieben und deshalb lesenswert für alle Erwachsenen und Jugendlichen, die gerne historische Romane lesen!

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Tags: ende des 10 jahrhunderts, historischer roman   (2)
 

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1.809 Bibliotheken, 13 Leser, 14 Gruppen, 265 Rezensionen

liebe, götter, halbgötter, griechische mythologie, fantasy

Göttlich verdammt

Josephine Angelini , Simone Wiemken
Fester Einband: 494 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.05.2011
ISBN 9783791526256
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: fantasy, göttlich verdammt, rezension   (3)
 
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