Leserpreis 2018

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Das Schicksal der Banshee

Alina Schüttler
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Tomfloor Verlag, 20.11.2018
ISBN 9783964640093
Genre: Fantasy

Rezension:

Schon immer hielten ihre Mitmenschen Abstand zu ihr, daher verwundert es Felicity nicht, als auch an ihrer neuen Schule niemand etwas mit ihr zu tun haben will – abgesehen von Bonnie, die mit ihr an einem Schulprojekt arbeitet, und Jack, ein Angestellter der städtischen Bibliothek. Letzterer ist es auch, der Felicity etwas Unglaubliches offenbart: Felicity ist kein normaler Mensch,sondern eine waschechte Banshee. Kein Wunder, dass die Menschen intuitiv die Nähe der Todesfee meiden.


Doch leider gibt es auch Parteien, die ein großes Interesse an ihr haben, allen voran der Schwarze Orden. Aus unbekannten Gründen jagen sie Felicity und bedrohen alle, die ihr nahestehen. Selbst in der Parallelwelt Aldean, in die sie Jack folgt, scheint sie nicht sicher zu sein, denn es droht Krieg mit den Anhängern des schwarzen Ordens. Je düsterer die Zeiten werden, desto mehr erfährt Felicity über sich selbst und muss sich klar werden, welchen Weg sie gehen will.

„Das Schicksal der Banshee“ ist das Debüt von Alina Schüttler. Ihre Geschichte ist gut durchdacht und flüssig erzählt, dennoch lag mir ihr Schreibstil nicht hundertprozentig. Ich hätte mir so einige Male mehr Ausschmückungen gewünscht, sei es bei simplen Beschreibungen der Landschaft oder auch bei wichtigen Ereignissen. Es wäre schön gewesen, hätte es für die Entwicklung der Charaktere und der Geschichte mehr Raum für Entfaltung gegeben; zum Beispiel beim Tod der ein oder anderen Figur. Gefühle kamen da bei mir nicht wirklich an, was sehr schade war. Allerdings kann ich sagen, dass es mir generell gut gefallen hat, dass nicht alle überleben. Im Gegenteil: in anderen Büchern ärgert es mich manchmal regelrecht, wenn alle Guten wie durch ein Wunder aus jeglicher Gefahr unversehrt hervorgehen.

Die Protagonistin Felicity mochte ich gern, auch wenn sie all das Neue in ihrem Leben erstaunlich gelassen aufnimmt. Viele andere – ich vermutlich auch - wären an ihrer Stelle wohl eher ausgerastet, aber vielleicht lässt ja auch der Banshee-Teil in ihr diese Gelassenheit entstehen. Jedenfalls habe ich von Anfang an mir ihr mitgefiebert und gehofft, dass alles ein gutes Ende nehmen wird.

Neben Felicity als Banshee treffen wir auch noch auf weitere mythologische Wesen, wie Madenion, den Pegasus oder auch auf den Kelpie – einen meiner Lieblingscharaktere des Buches. Die Einbindung dieser bekannten Wesen in die Welt von Aldean ist Alina Schüttler gut gelungen und ich bin sicher, wenn nicht gerade Krieg droht, ist Aldean eine wunderbare Welt.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir trotz meiner Kritikpunkte am Stil, die Geschichte gut gefallen hat und ich Felicity gerne dabei begleitet habe, ihr Schicksal zu erkennen und ihren Weg zu finden. Ich bin schon gespannt, in welch magische Welt uns Alina Schüttler mit ihrem nächsten Buch wohl entführen wird.

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Aus der Tastatur gefallen

Terry Pratchett , Gerald Jung , Regina Rawlinson
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487295
Genre: Romane

Rezension:

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich meinen „ersten Pratchett“ gelesen habe, auf jeden Fall sind seitdem noch viele weitere hinzugekommen und ich bin ein Fan vor allem von der Scheibenwelt und von Terry Pratchetts teils genialen Wortspielen geworden. Sein Ideenreichtum und Humor hat mich immer wieder begeistert, sei es in seinen eher phantastischeren ersten Büchern als auch in den zunehmend sozialkritischeren (und trotzdem noch fantasiereichen) späteren Werken. Daher habe ich mich sehr über die vorliegende Anthologie gefreut. „Aus der Tatstatur gefallen“ versammelt Essays, Gedanken, Erinnerungen und vieles mehr.

Es geht um das Schreiben an sich ( „Weiter auf den Bildschirm starren. Immer noch auf den Bildschirm starren, dabei aber die Ohren spitzen, ob der Briefträger kommt.“ S.19), Lesereisen ( „13 Uhr: Kleiner Buchladen, Wooralorrasurfa. Genügend Fans für eine 75-Minuten-Schlange. […] Eine alte Dame hat mir eine ganze Schachtel voll Origamischildkröten gebastelt.“ S.58), Dankesreden oder seine Antrittsvorlesung am Trinity College ( „Zu meiner großen Verwunderung darf ich mich hier und heute als ihr neuester und höchst unordentlicher Professor an Sie wenden.“ S.269), aber auch um seine Gedanken, als er die Diagnose Alzheimer bekam ( „Siebenhunderttausend Menschen, die in diesem Land an Demenz erkrankt sind, finden kein Gehör. Ich bin vom Glück begünstigt; ich kann mir Gehör verschaffen.“ S.321) oder was er von Sterbehilfe hält.

Bei einer so großen Vielfalt an Themen, waren meine Gefühle beim Lesen ebenfalls vielfältig. Manche Texte waren einfach zum Lachen und Amüsieren, andere haben mich bewegt oder nachdenklich gemacht. Vor allem aber haben sie mir einmal mehr gezeigt, was für ein interessanter und sicherlich auch außergewöhnlicher Mensch Terry Pratchett – seit dem 31.12.2008 offiziell auch Sir Terry Pratchett – war, denn diese Sammlung zeigt ihn von vielen Seiten.

Auch wenn es in den Texten dieser Anthologie weniger um Fiktion als um Sachtexte geht, kann ich sie jedem Fan nur wärmstens empfehlen. Wer aufmerksam liest, wird sicher auch Dutzende von Anspielungen auf Pratchetts Bücher entdecken, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Insgesamt war das Buch für mich trotz aller ernsten Töne und Themen dennoch kurzweilig und ich werde es sicherlich noch öfter aufschlagen.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

Explorer Academy - Das Geheimnis um Nebula (Band 1)

Trudi Trueit
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Edizioni White Star SrL, 12.09.2018
ISBN 9788854040113
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Cruz ist überglücklich, als er einen Platz an der angesehenen Explorer Academy erhält, der Schule für angehende Forscher und Entdecker. Die Academy ist nicht nur bestens ausgestattet, die jungen Schüler werden zudem von weltbekannten und renommierten Wissenschaftlern und Forschern unterrichtet.


Für Cruz ist die Schule sogar doppelt spannend: neben der neuen, faszinierenden Umgebung befindet er sich nun auch an dem Ort, an dem seine Mutter arbeitete bis sie bei einem tragischen Unfall ums Leben kam – so zumindest die offizielle Version. Doch je länger Cruz an der Explorer Academy ist, umso mehr Zweifel kommen ihm. Als er auf Hinweise seiner Mutter stößt, versucht er mit Hilfe seiner neuen Freunde die Rätsel zu lösen und die wahren Umstände ihres Todes zu entschlüsseln.

Bereits von der ersten Seite an hat mich das Buch fasziniert. Zum einen ist die Geschichte fesselnd und interessant, zum anderen ist die Aufmachung des Buches wunderschön und bietet dem aufmerksamen Leser nicht nur großartige Illustrationen, sondern auch versteckte Rätsel und Symbole. Ich muss allerdings gestehen, dass ich wohl nicht immer aufmerksam war, denn ich bin überzeugt, dass sich noch weit mehr zwischen den Seiten verbirgt als ich entdeckt habe.

Die Geschichte um „Das Geheimnis um Nebula“ wird spannend erzählt. Manch technische Ausrüstung, die den Schülern und Lehrern zur Verfügung steht, mutet zwar beinahe phantastisch an, doch wie im Anhang gezeigt wird, beruhen alle Ideen auf realen wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnissen. Generell legt die Autorin Trudi Trueit – passend zum Herausgeber National Geographic – den Fokus ganz bewusst auf Wissenschaft und Technik. Durch die gelungene Einbindung wissenschaftlicher Aspekte weckt Trudi Trueit sicher bei dem ein oder anderen Leser ein gewisses Maß an Neugier auf diese Bereiche.

Cruz ist ein großartiger Protagonist: intelligent, hilfsbereit, mutig und neugierig. Schnell findet er neue Freunde und lebt sich gut ein. Nicht alles, was er anfasst gelingt, doch das macht ihn nur sympathischer. Auch die übrigen Charaktere gefielen mir gut, obwohl ich noch nicht alle so richtig einschätzen kann, denn „Das Geheimnis um Nebula“ ist der erste Band rund um Cruz und die Explorer Academy. Auch wenn es kein ganz offenes Ende ist, die Geschichte ist bei weitem noch nicht abgeschlossen und es bleiben einige Fragen unbeantwortet.

Insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht Cruz an die Explorer Academy zu begleiten. Ich habe tatsächlich nichts zu meckern, außer vielleicht, dass es eine ganz schön lange Zeit bis zum Februar 2019 ist, dann erst wird mit „Die Feder des Falken“ der zweite Band erscheinen. Für den ersten Teil gibt es von mir jedenfalls eine klare Leseempfehlung für alle jungen Abenteurer ab 10.

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Spätsommerfreundinnen

Andrea Russo , Anne Barns
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783956498480
Genre: Liebesromane

Rezension:

Seit Jahren war Jette nicht mehr in ihrem Heimatort in der Lüneburger Heide. Doch als ein alter Freund stirbt, zieht es sie zurück, um richtig Abschied nehmen zu können. Doch nicht nur die Orte ihrer Kindheit erwarten sie, auch viele Erinnerungen kehren unweigerlich zurück.

Mit Jan verbindet sie zum Beispiel sowohl gute als auch schlechte Erinnerungen, ebenso mit ihrer ehemals besten Freundin Uta. Beide stehen plötzlich vor ihr und rufen ganz unterschiedliche Gefühle hervor…

Jette ist eine Frau um die 50, frisch geschieden und mit einer erwachsenen Tochter. Sie war mir von der ersten Seite an unglaublich sympathisch und ich war sehr gespannt, was der Besuch in ihrem Heimatort so alles für sie bereithalten wird. Natürlich sind einige Dinge ziemlich schnell vorhersehbar, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Ich bin mehr oder weniger durch die Seiten geflogen und tief in die Geschichte abgetaucht.

Die Charaktere, allen voran Jette, wirken wunderbar natürlich und aus dem richtigen Leben gegriffen. Schnell hatte ich das Gefühl von guten Bekannten umgeben zu sein, sobald ich das Buch aufgeschlagen habe. Von den Nebenfiguren haben mir vor allem die beiden Töchter Jule und Julia gut gefallen und ich hätte nur allzu gerne einmal den verstorbenen Thies kennengelernt, seinen Butterkuchen probiert und mich mit ihm unterhalten. Vielleicht hätte er dann auch so großartige Sprüche gebracht wie: „Wenn Gras über eine Sache gewachsen ist, kommt immer ein Kamel und frisst es wieder runter.“ (S.166) Ich notiere mir ja in der Regel selten Zitate, doch hier musste ich einfach einen Zettel in das Buch legen.

Neben den Charakteren hat die Autorin auch ein wunderbares Bild der Landschaft der Heide gezeichnet. Ich war selbst zwar nur einmal dort, aber Andrea Russo hat gekonnt auch bei mir alte Erinnerungen heraufbeschworen.

Ebenso wie die anderen Büchern der Autorin war auch „Spätsommerfreundinnen“ ein absolutes Wohlfühlbuch, selbst wenn es die ein oder andere Krise zu meistern gibt. Garniert wird Jettes Geschichte wieder einmal mit wunderbaren Rezepten. (Die Pistazienwölkchen durfte ich auf der Buchmesse sogar probieren. Ein Traum, kann ich nur sagen!) Insgesamt also einfach wieder ein rundum gelungenes und warmherziges Buch mit genau der richtigen Prise Humor.

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Teufelsweiber

Carina Heer
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Benevento, 11.10.2018
ISBN 9783710900372
Genre: Biografien

Rezension:

Mit diesem und weiteren, wenig schmeichelhaften Zitaten beginnt Corina Heers Buch über 100 Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Kein Wunder, dass sie nach diesen Aussprüchen fragt: „Braucht es mehr der Worte, um zu erklären, weshalb ich dieses Buch geschrieben habe?“ (S.9) Nein. Definitiv nicht!


In einer sehr persönlichen, vielleicht auch willkürlichen Auswahl stellt uns die Autorin 100 „Teufelsweiber“ vor. Quer durch die Weltgeschichte, durch alle Zeiten und Kulturen, führen ihre kurzen Portraits von Frauen, die Geschichte geschrieben haben als Vorreiterinnen, Querdenkerinnen oder auch als echte Teufelsweiber - wenn ich so an Elisabeth Bárthory denke. Manche Persönlichkeiten wie Marie Curie, Ulrike Meinhof oder Kleopatra waren mir natürlich nicht neu, andere kannte ich nur dem Namen nach (Tomoe Gozen, Teuta…) oder sie waren mir völlig unbekannt. Die badende Susanna, die zwei Dorfälteste reizte? Nie gehört. Isadora Duncan? Ethelfleda? Lozen? Ebenfalls Fehlanzeige bei mir. Bei den beiden letzten hätte ich nicht einmal sagen können, ob es Menschen sind/ waren oder nicht. Umso spannender war es, im Buch zu stöbern und zu schmökern und neue Frauen kennenzulernen.

Im Schnitt stellt die Carina Heer die Frauen und ihre Geschichte auf 3 – 4 Seiten vor. Dabei folgt sie – zumindest für mich – keinem klaren Schema. Politische, wissenschaftliche oder anderweitig herausragende Persönlichkeiten sind kunterbunt durcheinander gewürfelt. Daher habe ich dieses Buch auch nicht vorne begonnen und mit der letzten Seite beendet. Ich bin vielmehr hin und her gesprungen, je nachdem, welcher Name mir gerade ins Auge fiel.

Carina Heers Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, ich habe mich in keiner Zeile gelangweilt, selbst wenn ich die vorgestellte Frau nicht interessant fand, was allerdings sowieso kaum der Fall war. 
Soweit ich es beurteilen kann, hat die Autorin gründlich recherchiert und die zweifellos wesentlich längeren Lebensgeschichten sinnvoll und geschickt auf den wenigen Seiten pro Person zusammengefasst.

Insgesamt ein Buch, das unterhaltend, kurzweilig und doch lehrreich war. Über das ein oder andere Teufelsweib werde ich mich sicherlich noch weitergehend informieren.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Oliver Parkins

Patrick L. Blockum
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei A TREE & A VALLEY, 14.09.2018
ISBN 9783947357031
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Oliver und Alfie sind beste Freunde und führen in ihrem kleinen Dorf trotz des Krieges ein recht wohlbehütetes Leben, wenn auch es natürlich immer weniger Luxus gibt, je länger die Kriegswirren andauern. Umso aufregender ist daher das Erscheinen eines echten Zirkus, bietet er doch Abenteuer und Abwechslung - und sei es auch nur für die Dauer der Vorstellung.

Dass sich der Wanderzirkus allerdings als echtes Tor in eine andere Welt entpuppen würde, dass hätten sich Oliver und Alfie in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Doch unversehens stehen sie in Carsalen, einem magischen Land, bedroht vom dunklen Magier Edoardo. Kann Edoardos Bruder Alfonso Panzini rechthaben und Oliver ist der Junge, von dem eine Prophezeiung behauptet, er könne das Böse besiegen? Oliver ist gewillt es zu probieren und so finden sich die beiden Jungen – angeleitet von Alfonso – schon bald in einem großen Abenteuer wieder…

„Die Entdeckung von Carsalen“ ist der erste Band, in dem der Autor Patrick L. Blockum seine jungen Protagonisten in ihr großes Abenteuer schickt. Durch den Krieg gegen das deutsche Kaiserreich haben die beiden Jungen schon vieles erlebt und mussten einige Entbehrungen hinnehmen. Trotzdem haben sie sich eine kindliche Neugier und einen Hang zu Streichen bewahrt, wodurch sie letztlich auch das Portal nach Carsalen entdecken. Für mein Empfinden war insbesondere Oliver allerdings trotz all seiner bisherigen Erlebnisse oftmals zu ernsthaft und zu überlegt für sein Alter. Dennoch mochte ich ihn auf Anhieb und auch Alfie ist mir sympathisch. Eigentlich ist er sogar der interessantere der beiden Charaktere, da schnell klar wird, dass er nicht so klar und gradlinig gut ist, wie sein Freund. Ich bin sehr gespannt, wie sich seine Rolle im nächsten Band entwickeln wird.

Die Welt von Carsalen ist magisch, auch wenn in diesem Band Zauberer und Magie nicht im Vordergrund stehen. Carsalen wird sehr detailreich und bildhaft beschrieben, so dass es nicht schwerfiel, sich diese neue Welt vorzustellen. Einzig die Kaiserin war für mich nicht so recht greifbar, vielleicht war das aber auch Absicht.

Da er mir sehr gefallen hat, muss ich auch noch kurz den Prolog erwähnen. Auch hier ist Oliver der Protagonist, doch er ist kein Junge, sondern ein alter Mann, der in einem Altenheim lebt und beginnt, einem Pfleger seine unglaubliche Geschichte zu erzählen. Schon auf den ersten Seiten war ich unglaublich neugierig und habe gerätselt, was diesem Menschen wohl widerfahren ist und wie es dazu kam, dass er nun in diesem Altenheim sitzt und offenbar zum ersten Mal von Carsalen erzählt.

Das erste Abenteuer mit der Sumpfschrage wird spannend erzählt und gibt einige Anhaltspunkte, um über den weiteren Verlauf der Geschichte und auch über die Charaktere spekulieren zu können. Das Ende des Bandes macht neugierig auf den nächsten Teil und ich bin mir sicher, dass ich weiter mit Alfie und Oliver durch Carsalen reisen möchte.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Springende Haus. Einmal Hollywood und zurück

Marikka Pfeiffer , Cathy Ionescu
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.09.2018
ISBN 9783499218194
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Seit Lonni und ihre Eltern umgezogen sind, langweilt sie sich. Zwar sind Haus und Garten toll, aber all ihre Freunde sind weit weg. Schlagartig ist es jedoch mit der Langeweile vorbei, als Lonni im Nachbargarten eine unglaubliche Entdeckung macht: Das Haus der Familie Wendelin kann springen. Blitzschnell können die Wendelins damit an jeden beliebigen Ort reisen. Lonni ist hingerissen: so ein wunderbares Abenteuer!

Leider gibt es ein paar Probleme. Seit neuestem springt das Haus eigenmächtig wann und wohin es will. Nur Nick Wendelins Opa könnte helfen, schließlich hat er sich die Technik ausgedacht. Ungünstigerweise weiß allerdings gerade niemand, wo sich Nicks Großeltern befinden. Ob da der geheimnisvolle Brief helfen kann, den Nick und Lonni finden?

"Einmal Hollywood und zurück" ist der erste Band der Reihe "Das springende Haus". Marikka Pfeffer erzählt uns großartige Geschichte voller Abenteuer mit wunderbar liebenswerten Charakteren.

Lonni ist neugierig, mutig,einfallsreich und hellauf begeistert als sie das springende Haus und die Wendelins entdeckt. Mit Nick freundet sie sich sofort an und auch die übrigen Familienmitglieder - Mutter Isi, Vater Henri, Baby Klaas und Nicks weitere Geschwister, die Zwillinge Leo und Theo - mag Lonni auf Anhieb. Frau Kiesewetter von Gegenüber sind die Wendelins allerdings ein Dorn im Auge. Nur zu gerne würde sie hinter deren Geheimnis kommen. Wäre da nur nicht die blickdichte - und ungepflegte! - Hecke, sonst hätte sie bestimmt schon etwas ausgespäht.

Meine Lieblingsfigur im Buch ist allerdings ganz klar Präriehuhn Esmeralda. Für Esmeralda geht nichts über Marmelade, am allerliebsten Tomurkenmarmelade, die neueste Kreation von Vater Henri. Ich bin sicher, dass ihre Marmeladenliebe Lonni und die Wendelins irgendwann ganz schön in die Bredouille bringen wird - Frau Kiesewetter hat Esmeralda jedenfalls schon im Blick...

Die Geschichte vom springenden Haus wird nicht nur durch Marikka Pfeiffers fantasievolle Erzählung zum Leben erweckt, auch die zauberhaften Illustrationen von Cathy Ionescu tragen dazu bei.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass mir das Buch sehr gefallen hat und dass ich mich freue, dass bereits im November der zweite Teil erscheint. Dann geht es bestimmt abenteuerlich, lustig und spannend weiter.

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67 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Schattenmond

Nora Roberts , Heinz Tophinke
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2018
ISBN 9783453422506
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das jährliche Familientreffen in Schottland ist wie in jedem Jahr erfüllt von Lachen, Freude und Besinnlichkeit. Ross genießt diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr und freut sich auf das kommende Jahr. Keiner ahnt, dass es das letzte Familientreffen sein wird und dass sie den Tod in die Welt hinaustragen werden. Binnen weniger Wochen herrschen überall nur noch Chaos, Angst, Verzweiflung und Gewalt. Mehr als eine Milliarde Menschen sterben weltweit innerhalb kurzer Zeit an einem unbekannten Virus – Tendenz steigend. Nur wenige Menschen scheinen immun zu sein.

Mitten in diesem Chaos fliehen Max und Lana aus New York und schließen sich der Gemeinschaft New Hope an, doch auch hier währt die vermeintliche Sicherheit nicht lange und Lana flieht erneut. 
Inzwischen ist sie schwanger und wenn ihr Kind überlebt, wird es dem Elend und Leid der Menschen Einhalt gebieten können…

Wer Nora Roberts kennt, der weiß, dass sich in ihren Büchern sehr viel Gefühl, Liebe, oftmals ein Hauch (oder mehr) Kitsch und immer wieder übersinnliche und phantastische Elemente finden lassen. Umso erstaunter war ich, als es auch nach der Hälfte des Buches noch keine klassische Nora-Roberts-Liebesgeschichte gab. Zwar gibt es von Anfang an viele Gefühle, doch die sind in erster Linie von Verzweiflung und Ohnmacht bestimmt.

Ich hatte erwartet, dass das Buch zu großen Teilen nach der Katastrophe spielt und der Fokus auf dem kleinen Kind, der Auserwählten, liegt. Doch da hatte ich mich getäuscht. Wir Leser erleben zunächst das Familientreffen und dann, wie sich die Seuche immer weiter ausbreitet und verschiedene Menschen ums Überleben und gegen die Verzweiflung kämpfen. Wir lernen die Journalistin Arlys kennen, die versucht so lange wie möglich Nachrichten zu senden, ihre Praktikantin Fred, die unglaublich mutig ist und in der mehr steckt, als ihr süßes Äußere vermuten lässt, den Sanitäter Jonah, der beinahe jegliche Hoffnung aufgegeben hat, als er Katie, der Tochter von Patient Null, hilft, ihre Zwillinge auf die Welt zu bringen, Eric, zu dem ich nicht zu viel sagen will, und natürlich Lana und Max, den Bruder von Eric. Nicht zu vergessen die vielen anderen Charaktere, die mal mehr, mal weniger große Rollen spielen.

Durch die verschiedenen Personengruppen gibt es zunächst scheinbar sehr viele einzelne Handlungsstränge. Während einige sich immer weiter verbinden, bleiben andere Stränge alleinstehende, kleine Episoden. Wie durch ein Kaleidoskop werden so die vielen verschiedenen Facetten des Lebens der Menschen während der Seuche gezeigt.

Auch wenn es irgendwann dann doch noch eine Liebesgeschichte gibt, diesmal ist vieles anders als gewohnt. So viel Tod, Elend, Not und Gefahr habe ich bislang noch in keinem Buch von Nora Roberts erlebt und ich bin sicher, dass es ihre Fangemeinde spalten wird. Die einen werden vielleicht enttäuscht sein, weil sie mit ganz anderen Vorstellungen an das Buch heran gegangen sind, die anderen freuen sich vermutlich über neue Wege und Ideen.

So unterschiedlich der Inhalt ist und man das für diese Autorin typische Muster vergeblich sucht, der Schreibstil ist allerdings wie gewohnt flüssig und ich konnte leicht in die Geschichte eintauchen.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir das Buch zwar gut gefallen hatte, ich aber zum einen etwas anderes erwartet hatte und mir die Leichtigkeit und auch die Wohlfühlatmosphäre fehlt, die in den meisten Büchern von Nora Roberts vorherrschen, zum zweiten waren einige Passagen etwas langatmig und der Klappentext (bzw. der Text auf der Innenseite der Broschur) nimmt zu viel vorweg, unter anderem, wer der Böse ist. Dadurch wird die Spannung getrübt.

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Die geheime Bibliothek von Daraya

Delphine Minoui , Nathalie Lemmens
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Benevento, 28.09.2018
ISBN 9783710900426
Genre: Sachbücher

Rezension:

…friedlich, friedlich.“ (S.48) Diese Parole wiederholen Ahmad und ein Großteil der Rebellen von Daraya bei jeder Versammlung. Friedlich soll der Widerstand gegen das Assad-Regime bleiben, auch wenn in Daraya die Lebensumstände immer schwieriger werden, seit die Stadt von der Außenwelt abgeriegelt wurde. Wie Damaskus verlauten lässt, will man die Terroristen endgültig in die Knie zwingen. Doch sind die eingeschlossenen Bewohner wirklich Terroristen?


Als die französische Journalistin Delphine Minoui von einer geheimen Bibliothek in der belagerten Statdt Daraya hört, wird sie neugierig, recherchiert und es gelingt ihr tatsächlich via Internet und WhatsApp mit den Gründern der Bibliothek Kontakt aufzunehmen. In den nächsten Monaten erhält sie durch Ahmad und andere junge Männern Einblicke in deren Leben, die widrigen Umstände unter denen sie ausharren und leben und natürlich erfährt sie, wie die Bibliothek entstand und welche Bedeutung die Bücher für die verbliebenen Bewohner von Daraya haben.

„Bücher beherrschen nicht. Sie geben. Sie schränken nicht ein. Sie erweitern den Horizont.“ (S.27)


Ich muss gestehen, dass ich bis zur Lektüre dieses Buches keine Ahnung hatte, wo Daraya liegt, geschweige denn, wie die Zustände in der Stadt sind. Das, was ich gelesen habe, hat mich erschreckt, bewegt, nachdenklich gemacht und teils tief beeindruckt. Zum Beispiel, dass in jedes Buch, welches die Gründer der Bibliothek aus zerstörten Häusern geborgen haben, fein säuberlich der Name des eigentlichen Besitzes notiert wurde, damit jeder nach Kriegsende sein Eigentum finden und zurückerhalten kann. Besonders angesichts der bedrohlichen Lebensumstände, war ich beeindruckt davon, dass es selbstverständlich war, an die anderen zu denken.

Auch wenn es die Bibliothek inzwischen leider nicht mehr gibt, da sie nach der Zwangsräumung der Stadt 2017 geplündert wurde, lässt Delphine Minoui sie noch einmal auferstehen. Einige Fotos aus der Bibliothek, der Stadt und Aufnahmen von ihren Gesprächspartnern, ergeben ein zusätzliches Bild.

Neben den vielen Informationen über Daraya, gab es auch ein paar Einblicke in das Leben der Autorin, die 1997 an der CELSA Paris promoviert hat und derzeit in Istanbul lebt. Sie arbeitet unter anderem für bekannte französische Zeitungen und wurde 2006 für ihre Reportagen mit dem wichtigsten französischen Journalistenpreis - Albert-Londres-Preis – ausgezeichnet. Mir hat besonders gefallen, dass ihr Buch kein nüchterner Bericht ist, sondern mit vielen Emotionen ein Bild zeichnet, das wir so aus den Medien eher nicht kennen. Man merkt beinahe jeder Zeile an, dass sie zu Ahmad, Hussam, Ustaz, dem Lehrer, zu Shadi, der nirgends ohne seine Kamera hingeht, und auch zu ihren anderen Kontakten eine teils tiefe Zuneigung aufgebaut hat. Sie leidet mit ihnen, macht sich Sorgen, wenn sie länger nichts hört.

Je länger ich beim Schreiben dieser Rezension über das Buch nachdenke, desto mehr Begebenheiten fallen mir ein, die ich gerne unterbringen würde, doch das würde wohl den Rahmen sprengen. Daher kann ich jedem raten, der auch nur das geringste Interesse am Thema verspürt, lest selbst, wie die Rebellen zwischen Fassbomben, zunehmendem Hunger, Napalm und Sarin immer noch das Bedürfnis haben, sich in der Bibliothek zu treffen, zu diskutieren und zu lesen - ihren Raum der Freiheit zu genießen.

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Tags: bücher, bürgerkrieg, daraya, krieg, rebellen, syrien   (6)
 

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Fremde Hände

Petra Ivanov
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 17.07.2009
ISBN 9783293204607
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wer ist bloß die Tote, die in einer Dachbox gefunden wurde? Bezirksanwältin Regina Flint und Kriminalkommissar Bruno Cavalli dringen immer tiefer in das Zürcher Rotlichtmilieu vor. Geht es um Menschenhandel, um Geld oder steckt eine ganz andere Motivation hinter dem Mord? Doch wie passt der zweite Tote ins Bild? Rache? Flint und Cavalli arbeiten unter Hochdruck, denn je mehr Zeit vergeht, desto kälter werden die Spuren.


„Fremde Hände“ ist der erste Fall für Petra Ivanovs Zürcher Ermitttlerduo. Der Anfang war spannend und die Idee mit der Dachbox und dem PU-Schaum fand ich schon ziemlich gut. Allerdings dauert es nach dem vielversprechenden Anfang eine ganze Weile, bis der Krimi dann endlich Fahrt aufnimmt. Nicht, dass es langweilig gewesen wäre, das auf keinen Fall, allerdings war es nicht so mitreißend, wie ich es mir erhofft hatte. Das Ende war allerdings sehr spannend und gerade weil nicht jedes kleine Detail geklärt wurde, hat es mir sehr gefallen. Ich fürchte, es ist nur allzu realistisch, dass die Rollen aller Beteiligten nicht immer bis zur Gänze aufgedeckt wird.

Ich kenne mich zwar weder in der Schweiz und noch weniger (also gar nicht) im Zürcher Rotlichtmilieu aus, aber ich hatte das Gefühl, dass die Autorin gut recherchiert hat und insbesondere über ein Ermittlungsdetail habe ich mich sehr gefreut, da ich in dem Feld arbeite. Petra Ivanov schreibt über Menschenhandel und Zwangsprostitution und wirft nebenbei sozialkritische Fragen auf. Wird die Gesetzeslage Opfern und Tätern gerecht?

Neben dem verworrenen Fall, den vielen Spuren und noch mehr Fragen, gab es aber auch allerlei Zwischenmenschliches. Jeder in Cavallis Team hat seine eigene Geschichte, wird mit Ecken und Kanten beschrieben und wirkt so, als hätte er oder sie ein reales Vorbild. Besonders zwischen Flint und Cavalli kochen die Emotionen immer wieder hoch. Ihre gemeinsame Vorgeschichte hilft einerseits bei den Ermittlungen, da sie sich leicht aufeinander einstellen können und dem anderen vertrauen, andererseits ist es manches Mal schwierig miteinander umzugehen. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn die Gefühle zwischen den beiden etwas weniger Raum eingenommen hätten und der Fokus dafür mehr auf dem Fall gelegen hätte, doch insgesamt ist das Verhältnis relativ ausgewogen.

Es bleibt noch Luft nach oben, dennoch haben mir Flint und Cavalli ein paar spannende Lesestunden beschert und ich bin gespannt, welcher Fall als nächstes auf die beiden wartet und ob es auch ein Wiedersehen mit der ein oder anderen Nebenfigur gibt.

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Najaden - Das Siegel des Meeres

Heike Knauber
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734161438
Genre: Fantasy

Rezension:

Das geheimnisvolle Siegel des Meeres soll laut einer Prophezeiung den Untergang ihres Reiches verhindern können. Daher begeben sich Amir Khayam und Abu Sayaf, die Söhne des Sultans, auf eine kriegerische und blutige Suche, der auch Meliaés Heimat zum Opfer fällt. Sayaf und Meliaé fühlen sich zueinander hingezogen, doch Sayafs Pflichten als Heeresführer und Meliaés wahre Bestimmung stehen ihnen im Weg, denn Meliaé selbst ist das mystische Siegel…

Heike Knaubers Roman ist wunderbare High Fantasy, der ich mich trotz einiger etwas langatmiger Passagen, schon nach wenigen Seiten nicht mehr entziehen konnte. Meliaés Welt wird bildgewaltig und detailreich beschrieben, die Charaktere sind ausgefeilt und die Handlung komplex. Das mystische Reich der Najaden würde ich nur allzu gerne einmal mit eigenen Augen sehen, die Beschreibungen haben vor meinem inneren Auge ein exotisches Bild auferstehen lassen, dass ich gerne noch genauer erforschen würde.

Anfangs musste ich aufpassen, um die vielen Namen und Orte nicht durcheinander zu werfen, zum Glück habe ich meist die Übersicht behalten. Das kurze Glossar am Ende des Buches habe ich leider sehr spät entdeckt und ein paar weitere Namen darin wäre schön gewesen. Insgesamt habe ich mich aber auch ohne diese Hilfe gut zurechtgefunden.

Meliaé ist eine Protagonistin, mit der ich nicht sofort warm geworden bin. Sie ist stur und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, ist es schwer, sie davon abzubringen. Das ist nicht zwangsweise schlecht, aber manches Mal doch anstrengend. Auch manche ihrer Handlungen waren für mich nicht logisch oder nachvollziehbar. Dennoch habe ich von Beginn an mit ihr mitgefiebert und gelitten. Vor allem hat es mich beeindruckt, wie gut es Heike Knauber gelingt, Meliaés Entwicklung darzustellen. Von dem naiven, behüteten Mädchen wird sie langsam zu einer starken Frau, die endlich ihre Bestimmung gefunden hat, auch wenn sie mit ihr hadert.

Die beiden Brüder sind nun nicht wirklich Sympathieträger, insbesondere Amir Khayam nicht, doch gerade dies hat mir gut gefallen. Abgesehen davon, dass dann die ganze Geschichte anders verlaufen wäre, hätte sie mir vermutlich bei Weitem nicht so gut gefallen, wenn die beiden Helden in strahlender Rüstung gewesen wären. Stattdessen ist ihre Suche geprägt von Gewalt und Grausamkeiten.

Auch wenn das Cover eher etwas verspielt wirkt und wohl eher weibliche Leser anlockt (vermute ich mal), eine Liebesgeschichte sucht man zwar nicht vergeblich, doch der Fokus liegt ganz klar auf dem phantastischen und nicht auf dem romantischen Teil der Geschichte und ich denke, dass das Buch auch einer männlichen Leserschaft gefallen wird.

Für mich ein Buch, das schwer zu beschreiben ist, und zu dem ich daher am besten sage: lest es selbst! Solltet ihr High Fantasy mögen und auch von grausameren Szenen nicht direkt abgeschreckt werden, so besteht eine gute Chance, dass euch „Das Siegel des Meeres“ ebenso gut gefallen wird wie mir.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Alte Feinde

Petra Ivanov
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 27.08.2018
ISBN 9783293005372
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein alter Revolver aus Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Army No. 2, beendet das Leben von Albert Gradwohl. Der Tatort wirkt inszeniert, die Ermittlungen treten auf der Stelle und die einzige Spur scheint eine Verbindung der Tatwaffe in die USA zu sein – genau dorthin, wo Bruno Cavalli seit Monaten verdeckt ermittelt. Zumindest sollte er das, allerdings hat Staatsanwältin Regina Flint schon seit geraumer Zeit nichts mehr von ihm gehört.

„Alte Feinde“ ist inzwischen der achte Fall für das Ermittlerduo Flint/ Cavalli. Auch wenn sich die Krimis prinzipiell unabhängig voneinander lesen lassen, bin ich doch froh, zuerst den ersten Fall der beiden gelesen zu haben, denn so waren mir einige Charaktere und vor allem auch die Beziehung zwischen Flint und Cavalli bereits bekannt. Ich vermute, dass mir der Einstieg schwerer gefallen wäre, hätte ich die Charaktere nicht bereits einordnen können.

Da Bruno Cavalli und Regina Flint erst einmal getrennt voneinander auf verschiedenen Kontinenten ermitteln und es zudem immer wieder Rückblenden in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs gibt, gibt es mehrere Handlungsstränge, die mehr oder weniger schnell zusammenlaufen. Die Rückblenden bringen uns Lesern nicht nur die Schrecken des Krieges näher, sie beleuchten vor allem die Reise des Revolvers, der durch viele Hände ging, bevor er in Zürich zur Tatwaffe wurde. Die Idee des alten Revolvers als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist gut umgesetzt. Ich persönlich finde den amerikanischen Bürgerkrieg zwar nicht allzu interessant, so dass diese Passagen für mich auch hätten kürzer sein dürfen, allerdings haben sie mich genügend neugierig gemacht, um zumindest etwas über Henry (Heinrich) Wirz nachzulesen, der immer wieder eine Rolle spielt.

Der Fall ist natürlich gänzlich anders als derjenige, den ich bereits kenne, dennoch gibt es für mich einige Gemeinsamkeiten zwischen den Büchern. Wie schon im ersten Fall, muss ich auch hier sagen, dass der Krimi nur schleppend in Gang kommt und ich das erste Drittel etwas zäh fand. Danach wurde es mit jeder Seite spannender. Die Ausarbeitung der Charaktere ist - ebenfalls wie im ersten Fall - sehr detailliert und gefällt mir wirklich gut. Selbst von Charakteren, die nur kurz auftraten, hatte ich schnell ein facettenreiches Bild vor Augen.

Mit dem Ende, also tatsächlich nur mit den letzten 12 Seiten, hadere ich ein bisschen. Ohne Frage sind sie spannend, allerdings passt für mich das Verhalten eines der Protagonisten so gar nicht zu seiner sonst zu umsichtigen Art. Vielleicht ist es kleinlich, aber mich hat es tatsächlich sehr gestört.

Trotz der Kritik vergebe ich gerne 4 Sterne, denn neben den bereits erwähnten großartig gezeichneten Charakteren, gefällt es mir sehr, dass die Autorin ohne unnötig grausame Szenen auskommt und ihre gute und gründliche Recherche merkt man beinahe jeder Seite an. Wer also gerne mal zu einem ruhigeren Krimi greift und womöglich sogar Interesse an amerikanischer Geschichte hat, der macht mit „Alte Feinde“ sicherlich nichts falsch.

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Die Saphirtür

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.07.2018
ISBN 9783453319370
Genre: Fantasy

Rezension:

Silverton House ist das Zuhause der kleinen Ruby. 1957 nimmt Isla Hall dort eine Stelle als Privatlehrerin an und gewinnt schnell das Vertrauen von Ruby. Diese erzählt ihr, dass sie nicht mehr träumen kann und tatsächlich scheint etwas nicht zu stimmen, denn Ruby wird zunehmend blasser. Während Rubys Zustand ihren Eltern offenbar egal ist oder sie ihn nicht wahrhaben wollen, möchte Isla ihr unbedingt helfen. Sie versucht den Geheimnissen von Silverton House auf die Spur zu kommen und entdeckt dabei eine magische Tür…

Ich muss gestehen, dass ich das Buch allein auf Grund seines Covers ausgesucht habe, welches mir außerordentlich gut gefällt. Umso gespannter war ich, ob der Inhalt mit dem Äußeren mithalten kann. Was soll ich sagen? Er kann. Definitiv.

Bereits der Prolog hat mich begeistert, allerdings auch etwas verwirrt und vor allem neugierig gemacht. Der Schreibstil ist flüssig und hat mich quasi durch die Seiten fliegen lassen. Einzig ein paar mehr Dialoge hätten mir gut gefallen. Stattdessen gibt es zahlreiche innere Monologe, was allerdings sehr gut zum Thema Träume und Traumwelt passt.

Isla ist eine tolle Protagonistin, die ich auf Anhieb mochte. Sie ist mutig, offen, herzlich und fürsorglich, was sie mir einfach sympathisch machte. Sie schlägt in Büchern nach, überdenkt die Informationen, die sie erhält, und hinterfragt vieles. Doch auch die anderen Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind zwar bei Weitem nicht alle sympathisch, aber sie sind wunderbar ausgearbeitet und glaubwürdig. Neben Isla mochte ich vor allem die mürrische Hannah sehr.

Interessanterweise habe ich beinahe zeitgleich ein anderes Buch gelesen, in dem es unter anderem ebenfalls um Träume und eine Traumwelt ging. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich das Thema aufgegriffen wird. Es hat mir gut gefallen, dass „Die Saphirtür“ im Vergleich zu vielen Fantasybüchern eine erwachsene Protagonistin hat. Man merkt Isla an, dass sie mitten im Leben steht und ihre Erfahrungen gemacht hat.

Ich würde gerne mehr auf den Inhalt eingehen, auf Jeremy - ja, Isla findet auch ihre große Liebe, allerdings… - doch ich finde es in diesem Fall sehr schwer, etwas zu erzählen, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Wenn ich euch bis hierhin also neugierig gemacht habe, bleibt euch wohl nur noch, das Buch selbst zu lesen. Mich konnte Stefanie Lasthaus jedenfalls begeistern.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Die Fabelmacht-Chroniken. Nicholas’ Geschichte

Kathrin Lange
E-Buch Text: 82 Seiten
Erschienen bei digi:tales, 01.07.2018
ISBN 9783401840628
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nicholas Familie ist fabelmächtig. Mit einem einfachen Notizbuch und einem Stift können sie im wahrsten Sinne des Wortes die Realität umschreiben. Nur Nicholas scheint dieser Gabe nicht zu besitzen, was ihn sehr belastet. Sein Vater hingegen scheint davon nicht enttäuscht zu sein. Im Gegenteil: statt Nicholas zu helfen, vielleicht doch noch seine Kräfte zu finden, versucht er rigoros jegliche Versuche zu unterbinden…

In zwei Tagen (am 24.08.18) erscheint mit „Brennende Worte“ endlich der zweite Band der Fabelmacht-Chroniken. Grund genug endlich „Nicholas‘ Geschichte“ gelesen zu haben, denn schließlich ist sie Dreh- und Angelpunkt des ersten Teils. Deshalb würde ich auch empfehlen, diese kurze Geschichte nicht vor dem ersten Band zu lesen, da viele Dinge vorweggenommen würden, was unter Umständen das Lesevergnügen trübt.

Nachdem er uns ja bislang vorenthalten wurde, erfahren wir nun nicht nur den genauen Wortlaut von Nicholas‘ Geschichte, wir erfahren auch wie es überhaupt dazu kam, dass er sie schrieb. Natürlich begegnen wir vielen Charakteren aus „Flammende Worte“ und auch der Inhalt ist zu großen Teilen bekannt. Dennoch habe ich mich nicht eine Zeile lang gelangweilt. Die Geschichte war spannend und fesselnd und nur allzu schnell vorbei.

Für mich war es jetzt eine wunderbare Zusammenfassung des ersten Teils und eine gelungene Einstimmung auf den nächsten, dem ich jetzt umso gespannter entgegenfiebere. Daher gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, denen der erste Teil ebenso gut gefallen hat wie mir.

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Neondunkel

Solveig Engel
Flexibler Einband: 524 Seiten
Erschienen bei epubli, 10.01.2018
ISBN 9783745079784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. Melanie Glanz ist Astrophysikerin mit Leib und Seele. Als solche hat sie maßgeblich zu den Ergebnissen beigetragen, die nun drei ihrer Mentoren den Nobelpreis eingebracht haben. So sehr sie sich für sie freut, am liebsten wäre es ihr, wenn sie einfach nur weiter im Labor forschen könnte, denn öffentliche Auftritte mag sie nicht. Unversehens jedoch muss sie sich mit Vorträgen und Vorlesungen arrangieren, denn kurze Zeit nach der Preisverleihung stirbt einer ihrer Mentoren. Als wenig später der zweite stirbt und auch auf den dritten ein Anschlag verübt wird, kommt Melanie nicht umhin, sich Fragen zu stellen.


Kann das wirklich Zufall sein oder steckt Mord dahinter? Wer außer ihr selbst könnte ein Motiv und zugleich die Gelegenheit gehabt haben?

Auch wenn Physik nie meine Lieblingsdisziplin war - genaugenommen habe ich Physik bei der ersten Gelegenheit abgewählt - hat mich dieser Wissenschaftsthriller sehr neugierig gemacht.

Dr. Melanie Glanz, kurz Mel, ist eine interessante Protagonistin. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich sie wirklich mochte, aber in ihre Welt einzutauchen, hat mir viel Spaß gemacht. Sie ist eine brilliante Wissenschaftlerin, in vielen anderen Bereichen ist sie allerdings nicht so selbstsicher. Insbesondere von ihrem Vater lässt sie sich wiederholt enorm unter Druck setzen. Diffuse Flashbacks, die ihr Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit vorspielen, versetzen sie zusätzlich in Angst und lassen Schuldgefühle zurück. Immer wieder muss sie an ihrem Verstand zweifeln, denn die Richtung, in die die wenigen Indizien, die sie findet weisen, kann unmöglich stimmen.

Ebenso wie Mel habe ich versucht alle Hinweise zu interpretieren (als Leser ist man Mel gegenüber im Vorteil) und meine Schlüsse daraus zu ziehen. Mehr als einmal habe ich an meiner Theorie gezweifelt, denn Solveig Engel bringt gekonnt unerwartete Wendungen und führt nicht nur den Leser in die Irre. Einen Großteil des Thrillers habe ich regelrecht verschlungen: es war spannend, teils beklemmend und das wissenschaftliche Umfeld hat mir sehr gefallen, da es authentisch ist. Man merkt, dass die Autorin selbst Physik studiert und in einem Labor gearbeitet hat. So, wie sie sie beschreibt, habe ich die Forschung auch kennengelernt (statt Physik habe ich es zwar lieber mit der Biologie gehalten, aber ich arbeite selbst in einem Labor).

Alle, die mit den Naturwissenschaften seit der Schule kaum noch etwas zu tun haben, kann ich aber beruhigen. Solveig Engel wirft nicht reihenweise mit Fachbegriffen um sich, so dass es auch ohne physikalische Vorkenntnisse keine Verständnisschwierigkeiten geben dürfte.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass mir der Thriller wirklich gut gefallen hat und ich hoffe, dass es nicht der letzte Wissenschaftsthriller aus Solveig Engels Feder bleiben wird.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Das Museum der sprechenden Tiere

Helen Cooper , Anne Brauner , Helen Cooper
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499218286
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Gee-Museum. Ben hat noch nie davon gehört. Doch als eine seltsame Einladung in eben dieses Museums neben den Milchflaschen liegt, wird er neugierig. Auch wenn seine Mutter wenig begeistert scheint, Ben nutzt die erste Gelegenheit, um dorthin zu fahren. Immerhin stand auf der Einladung „Komm jetzt oder komm nie!“ (S.17). Das klingt doch nun wirklich dringlich.

Und tatsächlich, das alte Museum hat schon bessere Tage gesehen und der Abriss droht. Ausgerechnet Ben soll das verhindern können. Dabei bekommt er unerwartete Hilfe von den ausgestopften Tieren, die nicht alle ganz so leblos sind, wie sie scheinen. Allerdings wissen auch die Tiere nicht alles und so sieht sich Ben bald nicht nur dem fiesen Bauunternehmer gegenüber, sondern entfesselt auch echte Magie. Ob sich da noch alles zum Guten wenden kann?

Liebevoll und ganz wunderbar von der Autorin selbst illustriert, hat mich „Das Museum der sprechenden Tiere“ gleich mit der ersten Seite begeistert. Die geheimnisvolle Einladung hat mich sehr neugierig gemacht und ich war gespannt auf Bens ersten Besuch im Gee-Museum. Leider muss ich sagen, dass ich die Geschichte nach dem tollen Einstieg allerdings erstmal etwas zäh fand. Es dauert eine ganze Weile bis die Geschichte in Fahrt kommt. So gemächlich der Anfang ist, so sehr überschlagen sich die Ereignisse am Ende. Ein etwas ausgewogeneres Verhältnis wäre mir lieber gewesen, ansonsten habe ich allerdings nichts zu beklagen.

Der Schreibstil ist kindgerecht und ich denke, er passt gut zur Zielgruppe ab 9 Jahren. Ben ist ein aufgeweckter und mutiger Junge, der mir von Beginn an sympathisch war. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Tiere ihm wohl eindeutig die Show stehlen werden, zumindest bei jüngeren Lesern. Mein heimlicher Favorit ist ja der Kugelfisch, auch wenn er nicht ganz so präsent ist, wie manch anderes Tier.

Insgesamt ist „Das Museum der Tiere“ ein wahrhaft magischer Ort und eine wunderbare Geschichte für Kinder, sowohl zum Selberlesen als auch zum Vorlesen. Spannende und lustige Szenen, überraschende Wendungen und nicht zuletzt die vielen Illustrationen machen das Buch zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Klausmüller - Ein Esel hebt ab

Pebby Art
E-Buch Text: 115 Seiten
Erschienen bei null, 13.07.2018
ISBN B07FLP6CMR
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Endlich ist Klausmüller, der zum Leben erweckte Stoffesel, zurück. Und wie gewohnt, wird das Leben mit ihm nie langweilig. Diesmal hilft er Klara und Joey einen Dieb zu fangen – natürlich wieder tatkräftig unterstützt von Frau Greismann und Tessa.

Wie schon bei seinen vorangegangenen Abenteuern ist man gleich mitten im Geschehen. Und nach nur wenigen Seiten musste ich bereits sehr schmunzeln. Ich sage nur so viel: Klausmüllers Gier nach Plätzchen bringt irgendwann entweder ihn selbst oder jemand anderen in Teufels Küche…

Die Geschichte, die sich entspinnt, ist turbulent, warmherzig und einfach wunderbar zu lesen. Klausmüller ist einfach ein Original. Gut gefallen hat mir, dass neben der alten Frau Greismann und ihrer Hündin Tessa auch die Polizisten Wamsmann und Neumann wieder mit von der Partie sind, denn ohne all diese Figuren kann ich mir schon kein neues Abenteuer mehr vorstellen.

Während ich mich sehr über dieses Wiedersehen gefreut habe, bin ich mir bei so vielen altbekannten Charakteren allerdings nicht ganz sicher, ob es sich für Leser, die Klausmüller noch nicht kennen, sinnvoll ist, mit diesem Band einzusteigen. Ich würde empfehlen mit den ersten Teilen anzufangen. Vielleicht ergeht es euch ja dann so wie mir und ihr freut euch über jedes weitere Abenteuer, dass Pebby Art für Klausmüller ersinnt.

Der Schreibstil ist lockerleicht und durch den frechen und vorwitzigen Klausmüller, der kein Blatt vor den Mund nimmt, gibt es immer wieder amüsante Szenen. Die Wortwahl und die Kapitellänge sind für die Zielgruppe ab 10 Jahren sehr passend.

Insgesamt für mich wieder ein sehr gelungenes Abenteuer mit Witz und Charme in typischer Klausmüller-Manier und ich hoffe, dass es nicht sein letztes Abenteuer gewesen ist.

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17 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Goldmaries Fluch - Traumtanz: Erster Teil der Heilwelt-Saga

Runa Winacht
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.08.2018
ISBN B07F3B766M
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mirjam und ihre Freundin Hannah sind fasziniert von ihrem neuen Psychologieprofessor Doktor Flemming. Als sich die Gelegenheit ergibt, vielleicht mit ihm zusammen zu arbeiten, ist vor allem Hannah sofort Feuer und Flamme. Letztlich ist es allerdings Mirjam, die bei seinem Schizophrenieprojekt einsteigt, denn nach nur wenigen Tests ist klar, dass Mirjam eine perfekte Kandidatin für Flemming ist. Dass Mirjam sich obendrein stark von Flemming angezogen fühlt, scheint eher förderlich als hinderlich zu sein.

Das Projekt nimmt für Mirjam jedoch eine ungeplante Wendung, als sie sich auf einmal in einer anderen Welt wiederfindet und sie sich fragen muss, ob Flemming sie nur ausgenutzt hat. Wem kann sie nun trauen? Gero, den sie nicht weniger anziehend findet als Flemming? Silva, die die Liebenswürdigkeit in Person zu sein scheint? Oder womöglich dem rebellische Jamo?

Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass es ein neues Buch von Runa Winacht gibt. Auch wenn ich wie gewohnt gut in das Buch hereingefunden habe, hat es eine Weile gedauert, bis ich mit Mirjam warm geworden bin. Ihre Reaktionen waren mir vor allem anfangs einfach zu überschwänglich, als dass ich ihre Gefühle nachvollziehen konnte.

Die Welt, in der sich Mirjam unfreiwillig wiederfindet, nennt sich Heilwelt, deren Zentrum die Heilburg ist, in der die meisten Menschen wohnen. Alle scheinen glücklich und zufrieden, eine große, perfekte Gemeinschaft. Für mich klang alles von Beginn an einfach zu perfekt, um wahr zu sein.

Daher waren mir die Heilwelt und ihre Bewohner mir von Anfang bis Ende suspekt, insbesondere, weil Runa Winacht es schafft bei so gut wie jeder Figur Zweifel an seiner Motivation zu erwecken. Schnell ist klar, dass nicht alles so wunderbar ist, wie überall propagiert wird. Es gibt Geheimnisse und Intrigen und gleich bei ihrer Ankunft schwebt Mirjam in Lebensgefahr. Trotzdem betonen alle Bewohner – mit Ausnahme von Jamo -wie wundervoll alles ist und dass sie rundum glücklich sind.

Mirjam versucht alles zu verstehen, hinterfragt und unterstützt Jamo, allerdings kann auch sie sich auf Dauer nicht dem Zauber der Heilwelt entziehen. Vor allem ihre Gefühle für Gero spielen da eine wesentliche Rolle. Es geht also durchaus auch um Liebe und starke Gefühle, aber das ist nicht das Einzige. Während der Beginn noch sehr nach einer mehr oder weniger einfachen Liebesgeschichte klingt, wird es nach nur wenigen Kapiteln sehr spannend. Welches Geheimnis umgibt die Heilwelt und wer zieht im Hintergrund die Fäden?

Ruhigere, eher informative Passagen wechseln sich mit actionreicheren Szenen ab und gemeinsam mit Mirjam dringen wir Leser immer weiter in die Heilburg ein. Da es sich bei „Traumtanz“ um den ersten Band einer Trilogie handelt, werden natürlich bei weitem nicht alle aufgeworfenen Fragen geklärt, doch so wie ich die Autorin durch ihre anderen Werke kennenlernen durfte, ist spätestens mit der letzten Seite des Abschlussbandes wirklich jede noch erdenkliche Frage beantwortet.

Daher freue ich mich schon sehr auf die Folgebände und kann nur sagen, dass Runa Winacht mich wieder einmal mit ihrem Schreibstil und ihren kreativen Ideen überzeugen konnte.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Lilly, die Lesemaus

Asja Bonitz , Mele Brink
Fester Einband: 76 Seiten
Erschienen bei Edition Pastorplatz, 02.07.2018
ISBN 9783943833270
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Lillys große Schwester Nele ist eine richtige Leseratte und auch Lilly mag Bücher gern. Wenn Lesenlernen nur nicht so schwierig wäre. Dabei würde sie es auch gerne können. Vor allem würde sie dann vielleicht ebenfalls ein Haustier bekommen. Sie weiß sogar schon genau, welches sie will: dunkle Knopfaugen, weiß-braunes Fell… Ob sie die Lernerei nicht irgendwie beschleunigen kann?

„Lilly, die Lesemaus“ ist letzte Woche bei uns eingezogen und wir sind gerade auf Seite 36. Allerdings schon zum dritten Mal. Wären wir nicht schon durch „Das Staubmaushaus“ Fans der Autorin Asja Bonitz, spätestens jetzt wären wir welche geworden. Während sich „Das Staubmaushaus“ als Bilderbuch eher an jüngere Leser richtet, ist „Lilly, die Lesemaus“ ein zauberhaftes Buch für Erstleser. Da mein Sohn erst 5 ist, muss ich das Buch vorlesen, aber dadurch komme auch ich in den Genuss, Lilly beim Lesenlernen zu begleiten.

Lilly ist ein aufgewecktes Kind, dass gerne alles mindestens ebenso gut kennen würde, wie ihre große Schwester, insbesondere als Nele zur Belohnung ein lang ersehntes Haustier bekommt. Auch wenn sie sich für sie freut, ein bisschen eifersüchtig ist sie schon. Ihr Verhalten entspricht ihrem Alter und ich glaube, dass das ein Grund ist, weshalb mein Sohn die Geschichte so mag: Er kann Lilly verstehen.

Als Besonderheit ist die wörtliche Rede im Buch zwar nicht größer als der Rest, aber farblich abgesetzt; für jeden Charakter eine eigene, gedeckte Farbe. Dadurch ist nicht nur sofort klar, dass jemand spricht, sondern auch wer. Besonders beim Vorlesen mit verstellter Stimme eine tolle Sache.

Illustriert wird Lillys Geschichte durch wunderbar lebendige Bilder von Mele Brink, die einfach perfekt zur Geschichte passen und das Buch so auch optisch zu einem Highlight werden lassen.

 
Als Fazit kann ich eigentlich nicht mehr sagen, als dass es ein tolles Buch zum Vorlesen oder Selberlesen ist und ich es sehr gerne weiterempfehle. Ich bin sicher, dass Lilly auch andere begeistern wird.

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Tags: erstleser, haustier, lesen lernen   (3)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Tuesday Falling

Stephen Williams
Audio CD
Erschienen bei Ronin-Hörverlag, ein Imprint von Omondi UG, 12.05.2018
ISBN 9783961540822
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tuesday. Dieser Name steht auf einer Visitenkarte, die an einem Tatort hinterlassen wurde. Beinahe ungläubig sehen Detective Inspector Loss und seine Partnerin Stone das Video aus der U-Bahn an, in dem ein Mädchen ohne mit der Wimper zu zucken allein gegen fünf junge Männer antritt. Am Ende ist einer tot, die anderen vier verwundet und das Mädchen verschwunden. Doch nicht für lange. Ein neuer Schauplatz, ein neuer Kampf. Wieder sind es Drogendealer und Vergewaltiger, die Tuesday nicht haben kommen sehen.

Während DI Loss scheinbar einen Geist finden muss, wird Tuesday auf den Straßen zusehends als Heldin gefeiert – und von den Kriminellen gejagt. Sie spielt Katz und Maus und übt blutige Rache. Doch für wen? Für sich selbst? Für andere?

DI Loss steht vor einem Rätsel. Er will Tuesday unbedingt finden, vor allem, nachdem Hinweise auf seine vor drei Jahren ermordete Tochter auftauchen. Gibt es eine Verbindung zwischen ihr und Tuesday?

Ich habe Stephen Williams Thriller als Hörbuch gehört und war schnell von der Geschichte gefangen. Tuesday ist eine Antiheldin, deren Motivation sich erst spät herauskristallisiert. Sie ist ein Racheengel und geht mit den Vergewaltigern, Mördern, Dealern und Zuhältern nicht zimperlich um. In den ersten Kapiteln habe ich der blutigen Gewalt und den Grausamkeiten mit fasziniertem Grauen zugehört. Wer denkt sich so etwas aus? Zunehmend gewann die Geschichte jedoch an Tiefe und ich fürchte, dass manche der beschriebenen Gräueltaten nicht allzu weit hergeholt sind.

Die Entwicklung des Thrillers war spannend und ich habe mich mit jedem Kapitel mehr gefragt, wie der Autor die Geschichte zum Abschluss bringen will. Das Ende hat mich dann positiv überrascht, obwohl es eher ein offenes Ende ist, was ich normalerweise nicht so mag.

So sehr mich auch der Inhalt gefesselt hat, mit der Interpretation der Sprecherin Katja Sallay habe ich mich stellenweise schwergetan. Die Kapitel aus Tuesdays Sicht finde ich sehr gut umgesetzt, Stimme und Betonung passen für mich perfekt. Auch die erzählenden Passagen mochte ich vom Tonfall und der Betonung her. Schwierig wurde es für mich, wenn ein Mann gesprochen hat. Besonders in den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass da eine Frau mit verstellter Stimme spricht und sich redlich bemüht, wie ein Mann zu klingen, was ja so gesehen auch der Fall ist. Zwar hat es mich immer weniger gestört, dennoch hat sich dieser Eindruck bis zum Ende gehalten.

Unabhängig von der Sprecherin hat es mich ebenfalls sehr irritiert, dass vor jedem neuen Kapitel/ Track die entsprechende Tracknummer genannt wurde. In der Art habe ich es bislang bei Hörbüchern nicht kennengelernt. Trotz meiner Irritation muss ich aber sagen, dass ich mir die Idee auch bei anderen Hörbuchproduktionen vorstellen kann, in diesem Fall war sie letztlich nicht nur nicht schlecht, sondern auch hilfreich, um den Überblick zu behalten. Die Erzählperspektive wechselt mit so gut wie jedem Kapitel, so dass mit jeder neuen Kapitelzahl klar war, dass jetzt wieder der Schauplatz und die Personen im Fokus wechselt. Meist geht es zwischen Tuesdays (aus der Ich-Perspektive) und D.I. Loss (personaler Erzähler) hin und her, doch nicht ausschließlich. Mir hat dieser Wechsel gut gefallen.

Insgesamt ist Tuesday Falling für mich ein gelungener Thriller, der mir ein paar spannende Hörstunden beschert hat und mich die ganze Zeit über fesseln konnte.

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101 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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Ein Himmel voller Bücher

Amy Meyerson
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.06.2018
ISBN 9783959671620
Genre: Romane

Rezension:

Als Kind hat Miranda die Abenteuer mit ihrem Onkel Billy geliebt. Doch der Kontakt brach ab und als sie das nächste Mal eine Nachricht von Billy bekommt, bringt diese einen Stein ins Rollen, der bald Mirandas gesamtes Leben in Frage stellt. Was hat Billy all die Jahre verborgen? Warum spricht ihre Mutter niemals von ihm? Und warum ist er damals von der Bildfläche verschwunden?


Auch jetzt sind seine Botschaften eher kryptisch und Miranda hat einige Mühe sich von einer zur nächsten zu hangeln. Dennoch kommt sie Stück für Stück einer großen Familientragödie auf die Spur…

Ich habe das Buch bereits vor ein paar Tagen beendet und bin mir immer noch nicht sicher, wie es mir gefallen hat. Es war sicherlich nicht schlecht, aber es hat mich leider auch nicht vom Hocker gerissen. 

Die Familiengeschichte, die nach und nach zum Vorschein kommt ist tragisch und ich kann gut verstehen, weshalb sie Miranda erst einmal den Boden unter den Füßen wegzieht. Dennoch kann ich einige Punkte nur bedingt nachvollziehen. Zum einen kann ich nicht verstehen, weshalb Miranda nach eigener Aussage seit Jahren nicht an Billy gedacht hat und sich nun so dermaßen in der Vergangenheit verbeißt. Zum anderen frage ich mich, was Billy mit dieser Schatzsuche, wie Miranda es nennt, bezweckt. Wenn er wirklich will, dass Miranda die Wahrheit erfährt, weshalb solche Umwege, bei denen nicht Mals sicher ist, dass Miranda auch wirklich jede Spur findet?
Zudem finde ich es sehr schade, dass wir zwar Miranda recht gut kennenlernen, ebenso ihre Mutter, alle anderen Figuren bleiben jedoch relativ blass und austauschbar. Hauptsache, sie erfüllen kurzzeitig die Funktion, Miranda den richtigen Weg zu weisen. Das fand ich sehr schade.

Ein letzter Punkt, von dem ich ein wenig enttäuscht war, ist eine Aussage auf dem Einband. Dort steht dick „Eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher“. Mmh. Als Liebeserklärung kann ich das nicht empfinden. Sicher dreht sich viel um die Buchhandlung Prospero Brooks, die Autorin bringt einiges an Literaturwissen unter und Zitate aus diversen Klassikern helfen Miranda die Rätsel zu lösen, doch vorrangig ging es um die verschwiegene Tragödie. Die Bücher waren letztlich auch nur Mittel zum Zweck. Ebenso gut hätte Billy einen Plattenladen besitzen können und Miranda Hinweise in Form von Songtexten und Liedzeilen geben können.

Doch trotz all dieser Kritik lies sich das Buch gut lesen und ich war durchaus neugierig auf die Auflösung. Unterm Strich bleibt für mich eine gute Idee, die teils etwas langatmig umgesetzt wurde, und eine Familientragödie, deren Dramatik erstaunlich unaufgeregt erzählt wurde.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das Staubmaushaus

Asja Bonitz , Mele Brink
Fester Einband: 34 Seiten
Erschienen bei Edition Pastorplatz, 09.03.2018
ISBN 9783943833256
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Staubmäuse fühlen sich in ihrem Haus pudelwohl. Dem Staublappen können sie leicht entgehen und ihre Familie wächst täglich. Doch mit einem Mal ist es vorbei mit dem herrlichen Leben. Ein großes, lautes Monster zieht ein und verfolgt die Staubmäuse unerbittlich. Nun ist guter Rat teuer…

Kaum hatte dieses liebevoll illustrierte Bilderbuch Einzug bei uns gehalten, musste ich es auch schon vorlesen. Obwohl mein Sohn inzwischen auch gerne Bücher mit 50 – 150 Seiten vorgelesen bekommt und nicht mehr unbedingt Bilder braucht, wollte er es direkt mehrmals nacheinander hören. Bei ihm kommt es also schon einmal gut an.

Auch mir gefällt das Buch gut. Der Text von Asja Bonitz und die Illustrationen von Mele Brink ergeben ein stimmiges Bilderbuch, dass zwar für junge Zuhörer und Betrachter ab 3 gedacht ist, aber auch etwas älteren Kindern gefallen dürfte. Auf den Bildern gibt es allerlei zu entdecken und manche Einfälle, wie etwa der Name des Monsters, finde ich einfach genial (und bildlich großartig umgesetzt). Die Idee hinter dem Buch finde ich sehr originell und kreativ und ich kann mich nicht erinnern, jemals ein anderes Buch über Wollmäuse - so heißen sie bei uns - gesehen zu haben.

Die Geschichte ist kurz und kindgerecht erzählt. Manche Worte des Textes sind farblich oder anderweitig, etwa durch die Schriftart, Platzierung oder Ausrichtung, hervorgehoben und lassen so den Text lebendig wirken. Zudem hat die Autorin zwei wunderbare neue zusammengesetzte Worte geschaffen - drolligdreistdeutlichdreckigdick ergibt im Zusammenhang der Geschichte ein perfekt passendes Bild, ebenso wie auch die zweite Wortschöpfung.

Die Bilder sind ebenso wie das Cover in gedeckten Farben gehalten, was ich für die Augen als sehr angenehm empfinde. Trotzdem strahlen sie eine große Lebendigkeit aus. Ebenso gut gefällt mir die Balance zwischen Bildern, die nicht überladen wirken, aber dennoch bei genauerer Betrachtung, dass ein oder andere Detail offenbaren, dass zumindest uns auf den ersten Blick nicht aufgefallen war.

Insgesamt ein wunderbares Bilderbuch, das bei uns sicher noch viele Male aus dem Regal genommen wird.

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Wenn die Sterne Schleier tragen

Anna Nigra
Flexibler Einband: 399 Seiten
Erschienen bei A TREE & A VALLEY, 05.07.2018
ISBN 9783947357062
Genre: Jugendbuch

Rezension:

So ein gemeiner Cliffhanger am Ende! Und noch kein zweiter Teil in Sicht. Dabei würde ich am liebsten einfach den nächsten Band aufschlagen und mich weiter von Cecilias Geschichte in den Bann ziehen lassen. Hoffentlich dauert es nicht allzu lange, bis ich erfahre, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Wer intrigiert da bloß gegen wen? Und für wen entscheidet sich Cecilia am Ende?

Aber der Reihe nach, eigentlich sollten zu Beginn ja eher ein paar Sätze zum Inhalt stehen 😉Also: Bisher hat ihr Vater ihr eigentlich alle Freiheiten gelassen, doch nun besteht er darauf, dass Cecilia Noran heiratet, den Sohn eines alten Freundes. Der Freund ist allerdings kein geringerer als der König Europas und Noran niemand anderes als der Kronprinz. Warum bloß will König Julius unbedingt Cecila als Schwiegertochter?

Da ihr keine andere Wahl bleibt, reist Cecilia mit ihrer Familie zum Königspalast nach Vienna, um Noran kennenzulernen. Eigentlich ist er gar nicht so übel, genauer gesagt sogar sehr charmant und aufmerksam, dazu noch äußerst gutaussehend. Vielleicht kann sie sich tatsächlich in ihn verlieben. Trotzdem möchte sie ihn erst weiter kennenlernen, auch wenn Julius auf eine möglichst schnelle Hochzeit drängt.
Bereits als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand genommen habe, war ich hin und weg, da mir das wunderschöne Cover einfach sehr gefällt. Aber nicht nur der Einband ist wunderbar gelungen, auch Cecilas Geschichte hat mich ausnahmslos begeistert.

Mehr oder weniger gegen ihren Willen wurde beschlossen, dass sie Noran heiratet und somit die zukünftige Königin Europas sein wird. Anfangs hofft sie noch, ihren Vater umstimmen und einfach heimreisen zu können, doch je mehr Zeit sie im Königspalast verbringt, desto weniger schlimm findet sie die Umstände. Theoretisch könnte sich alles wunderbar fügen, doch nicht nur Norans Bruder verkompliziert die Dinge, auch ein Anschlag in London und die Anwesenheit der hübschen Philippa lassen Cecilia nicht zur Ruhe kommen.

Ihre Gedanken und Gefühle konnte ich fast zu jeder Zeit nachvollziehen und sie war mir einfach von Beginn an sympathisch. Auch Noran und Elias haben etwas und ich bin mir nicht sicher, für wen ich mich entscheiden würde, hätte ich die Wahl zwischen den beiden.

Interessanter als die Prinzen finde ich allerdings Königin Jocelyne (ist sie wirklich so eiskalt oder was steckt hinter ihrem Verhalten?) und Cecilias neue Zofe Gini (die definitiv etwas zu verbergen hat). Ich bin gespannt, welche Rolle die beiden in Zukunft noch spielen werden. Für's Erste kann ich da wohl nur spekulieren.

Der Schreibstil ist mitreißend und der Autorin gelingt eine ausgewogene Mischung aus emotionalen und spannenden Momenten. Mal schlägt das Herz höher, weil Cecilia einem der Prinzen näher kommt, mal, weil die Ereignisse einen Hauch von Gefahr in sich tragen.

Mein Fazit: Mit ihrem Romandebüt „Cecilia. Wenn die Sterne Schleier tragen“ hat Anna Nigra bei mir voll ins Schwarze getroffen und ich hoffe, dass sie noch viele weitere Bücher schreiben wird.

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Die Expansion

Christoph Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.07.2018
ISBN 9783752832815
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die geplante Erweiterung des Panamakanals ruft viele verschiedene Akteure aus Wirtschaft und Politik auf den Plan. Unterschiedliche Interessengemeinschaften bilden Expertenteams, erstellen Konzepte und Kalkulationen - immer in der Hoffnung letztlich den überzeugenden Entwurf einzureichen und den Zuschlag für dieses immense Bauprojekt zu erhalten.

Auch der britische Ingenieur Max Burns und sein Team arbeiten hart an einem Konzept. Max' Traum scheint wahr geworden zu sein, als sie tatsächlich die Ausschreibung gewinnen. Vor Ort ist er nun als Chefingenieur für die Überwachung des Projekts verantwortlich. Doch schnell ist klar, dass hinter seinem Rücken Intrigen gesponnen werden und nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Diesen Verdacht hegt auch Agentin Karis Deen, die unter falschem Vorwand nach Panama geschickt wird, um die Dinge im Auge zu behalten. Doch kann Max ihr trauen? Oder sie ihm?

Die Beschreibung von Christoph Martins Buch "Die Expansion" klang nach einem spannenden Wirtschaftsthriller - als solcher wurde er auch beworben. Leider muss ich sagen, dass das Buch sich zwar gut lesen ließ, den Thrill habe ich allerdings bis zum Ende nicht finden können. Auch wenn schnell klar wird, dass sich hinter den Kulissen etwas zusammenbraut, wurde es für mich erst im letzten Viertel ein wenig spannend. Die wenigen Andeutungen reichten für mich nicht aus, um ein Gefühl von Spannung oder Gefahr zu erzeugen. Es verhielt sich eher so, wie im realen Leben. Auch hier weiß man, dass in der Politik einiges geplant wird, aber nur allzu oft bekommt die breite Öffentlichkeit erst dann etwas mit, wenn die Sachen beschlossen oder so gut wie beschlossen sind.

Max Burns als Protagonist war mir zwar nicht unsympathisch, doch außer seiner Vorgeschichte als Jugendlicher erfährt man kaum etwas über ihn, wodurch sein Charakter für mich eher blass blieb.

Irritierend war für mich auch, wie lange es im Buch dauert, bis die Ausschreibung durch ist; vom Klappentext her weiß man als Leser schon längst, wer gewinnt. Direkt nach der Feier zur Vertragsunterzeichnung gab es einen für mich überraschenden Zeitsprung von etwa zwei Jahren, so dass man vom eigentlichen Projekt so gut wie nichts erfährt, dann geschieht eine Weile recht wenig bis es zum Showdown kommt.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Idee noch immer genauso gut und spannend finde, wie vor der Lektüre, leider konnte mich die Umsetzung als Thriller nicht überzeugen.

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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499275166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leni Landei. So wird Leni gleich bei ihrer ersten Begegnung von ihrer Zimmernachbarin Vivian genannt. Nicht ganz schmeichelhaft, aber zugegebenermaßen auch nicht ganz unpassend. Dennoch verstehen sich die ungleichen Mädchen auf Anhieb und freunden sich an. Als Vivian am nächsten Morgen spurlos verschwunden ist, kann Leni das Gefühl nicht abschütteln, dass ihr etwas passiert ist und beginnt nach ihr zu suchen.


Bei ihrer Suche trifft sie auf Freddy Förster, einen Obdachlosen. Dieser versucht auf eigene Faust einen Mörder zu fassen, den er bei seiner Tat beobachtet hat. Nun befürchtet er, dass dieser ihn ebenfalls bemerkt hat und sein Leben nicht mehr sicher ist.

Schnell merken die beiden, dass beide Fälle womöglich zusammenhängen und dass die Gefahr größer und näher ist, als sie denken…

Nachdem mich Anfang des Jahres bereits Andreas Winkelmanns „Housesitter“ begeistert hat, habe ich mich sehr auf sein neues Buch gefreut. Schon die ersten paar Seiten waren spannend. Am liebsten hätte ich dem Krankenpfleger, dem wir zuerst begegnen, zugerufen, dass er besser schleunigst das Weite suchen soll, ganz gleich, ob er meint einen blutigen Handabdruck an einer Scheibe gesehen zu haben oder nicht. Aber natürlich sucht er nicht das Weite und die Geschichte nimmt seinen Lauf.

Da es Andreas Winkelmann zumindest bei mir wunderbar gelungen ist Spannung und Neugier zu erzeugen, habe ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Gemeinsam mit Leni und Freddy habe ich versucht eine Spur zu finden, lag allerdings sehr lange Zeit völlig daneben, auch wenn sich am Ende alles logisch aufklärt. Doch nicht nur der Täter hat mich überrascht, es gab immer wieder Entwicklungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Leni als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie ist sehr ruhig und scheu, doch in ihr schlummert eine große Stärke, die sie nicht nur am Ende, sondern auch schon ganz zu Beginn des Buches zeigt, als sie Vivian zur Hilfe eilen will, und die sie offenbar selbst überrascht. Ihre Stärke, aber auch ihr Zögern und ihre Unsicherheit fängt der Autor gut ein.

Vor allem aber die Angst wirkt zu jeder Zeit sehr real: Lenis Angst, Freddys Angst, als er auf der Flucht ist, die Angst der Opfer. Man merkt deutlich, dass Andreas Winkelmann gerne mit den (Ur-)Ängsten der Menschen spielt, etwas, dass nicht nur in „Das Haus der Mädchen“ deutlich wird. Gekonnt spricht der Autor immer wieder Ängste an, die in vielen von uns schlummern, und erzeugt dadurch einen zusätzlichen Sog, der nicht eher ruht, bis sich mit der Auflösung des Falls Erleichterung breit machen kann.

Ich kann nur sagen, auch „Das Haus der Mädchen“ hat mich überzeugt und in seinen Bann geschlagen. Wer daher auf der Suche nach einem spannenden Thriller mit gut durchdachtem Plot ist, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

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