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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

cinderella, marie menke

Cindy & Rella

Marie Menke
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 01.12.2016
ISBN 9783646603156
Genre: Sonstiges

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Treffen sich zwei Moleküle im Labor

Martin Moder , Mandy Fischer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ecowin, 21.09.2016
ISBN 9783711000934
Genre: Sachbücher

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Bombay, Bagdad, Teheran

Vita Sackville-West , Susanne Gretter , Irmela Erckenbrecht , Nigel Nicolson
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei edition erdmann ein Imprint von Verlagshaus Römerweg, 22.09.2016
ISBN 9783737400329
Genre: Sonstiges

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512 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

dämonen, dark elements, liebe, layla, jennifer l. armentrout

Dark Elements - Sehnsuchtsvolle Berührung

Jennifer L. Armentrout , Ralph Sander , Isa-Corinna Scholz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670203
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf der diesjährigen Buchmesse durfte ich endlich den dritten Band in den Händen halten. Nachdem ich die ersten beiden Teile regelrecht verschlungen hatte, war ich umso gespannter auf den abschließenden Band, vor allem nach dem gemeinen Cliffhanger, mit dem der zweite Band aufhörte.

Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass das Geschehen wirklich unmittelbar und direkt an den vorherigen Teil anknüpft. Trotz der Zeit, die zwischen dem Lesen der beiden Bücher lag war ich gleich wieder gefesselt und die Erinnerung, was genau passiert war, kam schnell zurück.

Layla hat sich inzwischen verändert und weiterentwickelt und ist wesentlich mutiger und selbstbewusster als zu Beginn dieser Reihe. Dennoch schafft sie nicht alle Probleme mit einem Wimpernschlag aus der Welt, sondern muss sich weiterhin beweisen.

Die erste große Entscheidung, die sie trifft, hat mich zwar vom Ergebnis her nicht verwundert, aber ich hätte erwartet, dass sie sich erst gegen Ende des Buches endgültig für Zayne oder Roth entscheidet. Nach dem ganzen Gefühlschaos der ersten beiden Teile hat mich das positiv überrascht. Leider habe ich damit auch gleich meinen ersten Kritikpunkt erreicht. Ich mag Romantik und tolle Liebesszenen, allerdings driftete für mich hier vieles in Richtung Kitsch ab, was ich sehr schade fand.

Während ich mir an dieser Stelle etwas weniger gewünscht hätte, hätte es auf der anderen Seite gerne ein bisschen mehr Action geben können. Auch wenn mich das Buch durchaus gefesselt hat und ich trotz der genannten Kritik auch gerne die Szenen zwischen Lalya und X (für wen sie sich entscheidet verrate ich nicht) gelesen habe, so kam wirkliche Spannung erst sehr spät auf. Gerade in der ersten Hälfte passiert nicht allzu viel. Dafür war der eigentliche Endkampf sehr kurz gehalten. Zugegebenermaßen war er allerdings grandios geschrieben. Vielleicht hätte ich auch deswegen gerne ein paar Seiten mehr gehabt.

Neben einigen zu erwartenden Entwicklungen, gab es auch eine ganze Reihe an unvorhersehbaren Wendungen, so dass es zu keiner Zeit langweilig wurde. Vor allem eine Szene hat mich sehr berührt und traurig gemacht, doch auch sonst habe ich mitgelitten, gehofft und gebangt und natürlich die Romantik genossen.

Ebenso konnten mich auch die Charaktere wieder einmal vollends überzeugen. Zwar hatte ich das Gefühl, dass Roth ein bisschen Charme eingebüßt hat, dennoch konnte er wieder punkten und vor allem Cayman und Sense waren einfach genial. Auch Bambi hat mich erneut begeistert. Ich finde ich nach wie vor faszinierend, wie Jennifer L. Armentrout es schafft, ihre Charaktere authentisch und mit wenig Klischees beladen zu erschaffen.

Der Sprache war abermals perfekt an die Geschichte und seine Charaktere angepasst, auch wenn ich auf ein, zwei Wiederholungen hätte verzichten können. Doch der flüssige und lockere Schreibstil hat das mehr als wettgemacht. Zudem gab es wieder wunderbar sarkastische Dialoge, viel Humor und so manchen gelungenen Schlagabtausch.

Mein Fazit: Insgesamt haben mir die ersten beiden Bände zwar noch ein klein wenig besser gefallen, trotzdem ist „Sehnsuchtsvolle Berührung“ ein toller und stimmiger Abschluss der Dark Elements-Trilogie. Es hat wieder einmal Spaß gemacht in Laylas Welt einzutauchen und ich bin ein bisschen traurig, dass es nun kein Wiedersehen mehr geben wird.

 


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Tags: dämonen, dark elements, engel, weltuntergang   (4)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

wichtel, weihnachten, weihnachtsmann, elfen, rentiere

Ein Junge namens Weihnacht

Matt Haig , Sophie Zeitz-Ventura
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423280884
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als ich das Buch auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse entdeckt habe, da musste ich es einfach haben, denn allein die Aufmachung ist toll. Neben dem wunderbaren Einband ist das Buch auch innen voller Illustrationen von Chris Mould und somit schon allein optisch ein Genuss.

Der Autor Matt Haig spinnt eine zauberhafte Geschichte über den Weihnachtsmann und wie es überhaupt dazu kam, dass er der Weihnachtsmann wurde. Denn seine Geschichte startet alles andere als märchenhaft mit dem kleinen Nikolas, der in Armut zusammen mit seinem Vater im kalten Finnland lebt. Ein lukrativer Auftrag verleitet Nikolas Vater dazu, ihn in der Obhut von Tante Carlotta zu lassen und auszuziehen, um dem König einen Beweis für die Existenz von Wichteln zu erbringen. Je länger er fortbleibt, umso ungemütlicher wird das Leben für Nikolas und so macht auch er sich auf den Weg, die Wichtel und vor allem seinen Vater zu finden.

Begleitet wird er dabei von seinem einzigen Freund, dem Mäuserich Miika, der ständig von Käse träumt, auch wenn er gar nicht so genau weiß, was das ist. Aber es klingt himmlisch.

Nikolas, der von seinen Eltern früher liebevoll Weihnacht genannt wurde, muss so manches Abenteuer bestehen, bis er endlich seine wahre Berufung erkennt und zu dem Weihnachtsmann wird, wie wir alle ihn aus unzähligen Geschichten kennen.

Seine Geschichte ist an vielen Stellen eher traurig und düster und daher trotz der Aufmachung nicht unbedingt ein Kinderbuch; wenn, dann in jedem Fall eher für ältere Kinder. Zum Glück für Nikolas und uns Leser gibt es aber auch immer wieder glückliche und fröhliche Momente, die zeigen, dass trotz aller Tragik, auch viel Gutes im Menschen (und im Wichtel) steckt und das es manchmal einfach eine Weile dauert, bis sich alles zum Guten wendet.

Mir persönlich hat die erste Hälfte des Buches wesentlich besser gefallen als die zweite. Manche Begebenheiten wie zum Beispiel die Sache mit der Sprengblume waren mir einfach zu heftig für eine Weihnachtsgeschichte. Die letzten dreißig Seiten haben mich jedoch wieder aufgefangen, sonst hätte ich das Buch womöglich noch mit einem schlechten Gefühl beendet.

So kann ich sagen, dass ich zwar nicht alle Einzelheiten mochte, mich das Buch insgesamt jedoch überzeugen konnte. Vor allem den immer wieder aufblitzenden Humor mochte ich sehr und die Wichtelpolitik ist – sagen wir mal – einzig- oder besser eigenartig. Manch ein Erwachsener dürfte sich dabei herrlich amüsieren.

Die bereits erwähnten Illustrationen passen hervorragend zum Text und unterstreichen nicht nur den Inhalt, sondern auch immer wieder den Humor.

Mein Fazit: Wer sich auch auf eine etwas andere Weihnachtsgeschichte einlassen kann und schon immer einmal wissen wollte, wie es dem Weihnachtsmann als Kind ergangen ist (und warum er nicht mehr altert), dem wird Nikolas Geschichte sicher gut gefallen.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

roman, ü4, scheidung, frauenpower, hund

Ins Glück gebloggt

Gabriela Kasperski
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Storybakery by text n'bild GmbH, 01.11.2016
ISBN 9783906847061
Genre: Romane

Rezension:

Völlig überraschend verkündet Ninas Ehemann, dass er eine dreimonatige Auszeit nehmen wird. Nun sitzt Nina alleine in dem luxuriösen Haus, denn auch von ihren Kindern sieht sie kaum etwas. Die einzigen, die sie fortan viel zu oft zu Gesicht bekommt sind die Mutter ihres Mannes, den Schlapphut tragenden Anwalt Amstutz nebst seinem Hund, den neuen Fußballtrainer ihres Sohnes und Coco, Pat, Lucie und Julia, ihre ehemaligen Klassenkameradinnen.

Erstaunlicherweise zeigt sich nach einem genaueren Blick, dass diese vier und Nina doch so einige Gemeinsamkeiten verbindet und als sie den Club der 45+ gründen, wachsen sie immer enger zusammen. Mit Löffeln und einem Nutellaglas bewaffnet versuchen sie ihre Stärken und Ideen zu vereinen und dadurch anderen Frauen gute Tipps und Ratschläge zu geben. Vor allem Ninas neuer Blog über die Probleme der 45+ kommt gut an.

Doch kann all das auch bei Ninas Eheproblemen helfen und ihre Schwiegermutter im Zaum halten, die ihren Sohn als verschollen meldet und Nina verdächtigt?

Gabriela Kasperski schreibt in einem lockerleichten Stil und nimmt den Leser mit in die Welt ihrer Protagonistin Nina. Die Art, wie sie Ninas Probleme und Lösungsansätze beschreibt, haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, auch wenn insgesamt viele Klischees bedient werden und einiges vorhersehbar war. Mit Nina selbst bin ich allerdings nur bedingt warm geworden, da ich vor allem zu Beginn ihre Unselbständigkeit etwas anstrengend fand und nicht nachvollziehen konnte. Wenn, wie sie sagt, ihr Mann kaum da war, wie hat sie es bloß geschafft, drei Kinder großzuziehen? Zum Glück lernt sie im Laufe des Romans dazu und ist nicht mehr nur die nutellaliebende Hausfrau, die kaum etwas zu können scheint außer diverse Tipps aus Frauenzeitschriften zu zitieren und Rätsel zu lösen. Sie fängt zaghaft an, doch schnell ist sie als Bloggerin erfolgreich und auch in anderen Bereichen stellt sich der Erfolg ein.

Nicht nur Ninas Schwierigkeiten, auch die generellen Probleme der Frauen über 45 werden gut und humorvoll dargestellt. Ich selber passe mit Mitte dreißig nicht ganz in den Kreis der 45+, dennoch kam mir manches sehr bekannt vor und ich habe neugierig verfolgt, welche Erfahrungen Nina so alles macht.

Etwas enttäuscht war ich vom Titel, denn meiner Meinung nach ist er ein wenig irreführend. Sicher spielt das Bloggen eine Rolle, trotzdem liegt der Fokus für mich klar auf dem „Überleben“ bzw. gut und erfolgreich leben mit 45+. Doch gerade das Thema Blog war für mich ein Grund nach dem Buch zu greifen. Gleichwohl habe ich das Buch gerne gelesen und wurde vor allem gut unterhalten, was ja gerade bei einem humorvollen Roman ein wichtiger Punkt ist.

Mein Fazit: „Ins Glück gebloggt“ bietet vergnügliche Lesestunden mit einer etwas unbeholfenen Protagonistin, die aber Dank einigem Mut, etwas Glück und neuen Freunden zeigt, dass man auch mit über 45 noch lange nicht zu alt ist, sein Leben neu und erfolgreich zu gestalten.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

kurzweilig, witzig, sina pousset, goldmann verlag

"Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind"

Sina Pousset
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.10.2016
ISBN 9783442159079
Genre: Humor

Rezension:

Bus oder Bahn? Seitdem immer mehr Fernbusse auf unseren Straßen unterwegs sind, stellt sich diese Frage für Reisende, die nicht mit dem eigenen Auto fahren können oder wollen, immer öfter. Während vielen bei der Bahn meist direkt die unzähligen Verspätungen einfallen, so hat auch der Bus seine ganz eigenen Tücken. Angefangen bei den Mitreisenden, der Toilette, dem Busfahrer bis hin zur Planung der Reise.

Die Autorin Sina Pousset kann selbst ein Liedchen davon singen, denn auch sie entscheidet sich oft für den Bus. In ihrem Buch erzählt sie von ihren Erfahrungen, gibt Anekdoten zum Besten und dazu auch eine Vielzahl an Tipps, die dem Fernbusreisenden womöglich helfen können, sicher und halbwegs entspannt von A nach B zu kommen.

Nach der Beschreibung des Buches habe ich eine amüsante und kurzweilige Lektüre erwartet, die mich bestens unterhält und die vielleicht mit auf meine nächste Fahrt kommt. Leider muss ich sagen, dass ich mich eher durch das Buch gequält habe. Sicher, bei manchen Schilderungen musste ich schon schmunzeln oder konnte bestätigend mit dem Kopf nicken. Doch insgesamt wirkte das Buch auf mich überzogen und vor allem krampfhaft darum bemüht, witzig zu sein.

Zudem habe ich mich gefragt, weshalb die Autorin ihre eigenen Ratschläge nicht zu beherzigen scheint. So sollte man doch spätestens nach der zweiten Fahrt gelernt haben, dass es keine gute Idee ist, sich auf ein funktionierendes WLAN im Bus oder am Busbahnhof zu verlassen. Dennoch scheint sie offenbar immer wieder für wichtige Fragen - wie zum Beispiel die nach der richtigen Haltestelle oder dem richtigen Bus – genau darauf zurückzugreifen, nur um festzustellen, dass es meist hakt.

Die Beschreibungen ihrer Mitreisenden haben mich teils durchaus amüsiert und an eigene Begegnungen erinnert, wie zum Beispiel an die Teilnehmerinnen eines Junggesellinnenabschieds, die beinahe nichts unversucht ließen, die Singles unter ihnen mit den übrigen Fahrgästen zu verkuppeln. Dennoch wurden mir auch hier zu viele Klischees bedient, die sich generell durch das gesamte Buch zogen.

Interessanterweise gab es trotz aller Kritik auch immer wieder Passagen, deren Schreibstil mir gut gefallen hat. Daher empfinde ich es als besonders schade, dass mich das Buch als Ganzes nicht überzeugen konnte. Ich vermute einige ausgewählte kürzere Texte hätten mir weitaus besser gefallen.

Mein Fazit: Für mich war das Buch zu bemüht und zu klischeehaft. Die erhoffte humorvolle und spritzige Lektüre konnte ich über weite Strecken leider nicht finden. Daher nur 2 von 5 Sternen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

krieg, afghanistan, künstliche gelenke, amputation, lagerkoller

Anatomie eines Soldaten

Harry Parker , Johannes Sabinski
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Benevento, 09.11.2016
ISBN 9783710900020
Genre: Romane

Rezension:

Als Captain Tom Barnes – Dienstnummer BA5799 – im Auslandseinsatz auf eine Landmine tritt verändert sich sein Leben auf drastische Weise. Schwerverletzt wird er zurück nach Großbritannien geflogen. Der Kampf, den er nun im Krankenhaus bestreiten muss ist anders, doch ebenso schwer wie die Einsätze im Dienst der britischen Armee.

Der Autor Harry Parker erzählt seine Geschichte auf eine sehr ungewöhnliche Art. In jedem der 45 Kapitel kommt ein anderer Gegenstand zu Wort und gibt die Geschehnisse aus seiner Perspektive wieder. Neben diversem medizinischen Gerät, sind das zum Beispiel ein Nachtsichtgerät, ein Wüstenkampfstiefel oder ein Orden. Doch es sind nicht nur Tom Barnes Besitztümer, auch andere Gegenstände tragen ihren Teil zur Geschichte bei, so dass ein vielschichtiges und rundes Gesamtbild entsteht, in dem Barnes zwar meist im Mittelpunkt steht, jedoch nicht ausschließlich. So erleben wir einen Teil auch aus Sicht der Handtasche seiner Mutter, als diese erfährt, dass ihr Sohn lebensgefährlich verletzt wurde, aus Sicht einer Schneeflocke oder einem Fahrrad, das einem Jungen im Krisengebiet gehört, der ebenso wie sein Freund in den Konflikt hineingezogen wird.

In jedem der vielen Kapitel wird dem Leser der Krieg und seine Folgen nahegebracht. Der Stil, in dem Harry Parker die unterschiedlichen Gegenstände erzählen lässt, ist im wahrsten Sinne des Wortes sachlich, beinahe nüchtern. Trotzdem erzählt der Autor eine bewegende und emotionale Geschichte, die ganz unterschiedliche Aspekte beleuchtet, nachdenklich macht und berührt, es aber dennoch vermeiden kann zu bedrücken und den Leser zu belasten.

Die Erzählweise ist ungewöhnlich und ich habe mich gefragt, was da wohl auf mich zukommen würde. Ich war ein wenig skeptisch, ob es gelingen kann ein so ernstes Thema auf diese Art aufzugreifen. Doch es gelingt nicht nur gut, sondern hervorragend. So wie sich für den Leser das Puzzle mit jedem Kapitel immer mehr vervollständigt, so muss auch Captain Tom Barnes sein Leben Stück für Stück neu zusammensetzen. Dabei wechselt der Autor immer wieder zwischen Szenen aus dem nicht näher spezifizierten Krisengebiet, Tom Barnes Soldatenleben und seiner aktuellen Situation hin und her. Auch wenn der Ton vielfach objektiv ist, einige Gedanken der handelnden Personen werden dennoch wiedergegeben und so geschickt eingebunden, dass ich beim Lesen nicht einmal in Frage gestellt habe, ob der erzählende Gegenstand, dieses Wissen überhaupt haben konnte oder nicht. Nur das Kapitel aus Sicht der Landmine wirkte etwas befremdlich auf mich; bei den übrigen kam ein solches Gefühl nicht auf.

Die Schilderungen aus dem Krisengebiet und auch Tom Barnes Krankengeschichte sind sehr realistisch. Man merkt jeder Zeile an, dass der Autor genau weiß, worüber er schreibt. Auch er diente in der britischen Armee, war in Einsätzen im Irak und in Afghanistan, und hat ebenso wie sein Protagonist durch eine Bombe beide Beine verloren. Er weiß genau, wie sich der Krieg und der persönliche Kampf ums Überleben anfühlen und lässt seine Leser daran teilhaben.

Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher Roman, der mich gefesselt und berührt hat und der es in brillanter Art und Weise schafft, den emotionalen Balanceakt zu meistern, von den Schrecken des Krieges und dem Schicksal eines einzelnen Soldaten zu erzählen, ohne dass es dem Leser Albträume beschert. Eine klare Leseempfehlung.

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183 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 120 Rezensionen

freundschaft, liebe, abenteuer, könig, raukland

Rauklands Sohn

Jordis Lank
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 07.03.2013
ISBN 9783943596045
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem er einen Fehler begangen hat, wird Ronan von seinem Vater, dem König von Raukland, auf die Insel Lannoch geschickt, um die Aufgaben des dortigen Königs zu erfüllen und so die Herrschaft über das Eiland zu erlangen. Ein Jahr lang dauern die Prüfungen und wenn er versagt, kostet es ihn nicht nur Lannoch, sondern auch den Thron Rauklands.

Schon bald zeigt sich, dass Ronan die Aufgaben nicht allein lösen kann und er auf einen Freund angewiesen ist. Doch ist es nicht so einfach auf der kleinen, unwirtlichen Insel im eisigen Norden einen Freund zu finden, zumal Ronan von klein auf zum Kämpfen und Herrschen erzogen wurde und für Freundschaften kein Platz war. Als Liam auftaucht verbindet die beiden zunächst eher eine Zweckgemeinschaft, doch im Laufe des Jahres entsteht tatsächlich eine Freundschaft.

Als die letzte Prüfung naht, ist der Thron für Ronan zum Greifen nahe. Allerdings steht bei der Erfüllung die Freundschaft zu Liam auf dem Spiel. Wird Ronan es dennoch wagen?

Jordis Lank bringt mit „Rauklands Sohn“ den ersten Teil eines spannenden Fantasyabenteuers. Es gibt keine Drachen, Zwerge, Einhörner oder Elfen, dafür aber eine kleine, raue Insel als Schauplatz, deren Bewohner eng zusammenhalten und ihren König Merin sehr schätzen.

Der Handlungsort wird eindrucksvoll beschrieben und ich fühlte mich gemeinsam mit Ronan auf diese Insel versetzt. Im Fokus der Geschichte stehen aber ganz klar die Charaktere, allen voran natürlich Ronan, dicht gefolgt von Liam, König Merin und seiner Enkelin Eila. Allen Figuren wird Raum gegeben sich zu entfalten und zu entwickeln. Während Eila für mich zu Beginn noch etwas blass war, waren für mich die übrigen Charaktere direkt voller Leben und wunderbar dargestellt. Auch die Nebenfiguren wurden nicht vernachlässigt und haben so die eher triste Umgebung bunt und lebendig gemacht.

Ronan macht im Laufe der Geschichte eine eindrucksvolle Entwicklung durch. Dennoch waren seine Handlungen für mich nicht immer verständlich und gerade seine Überheblichkeit trat immer wieder zutage. Allerdings macht das seine Figur für mich nur authentischer. Er, ebenso wie alle anderen haben ihre Fehler und Schwächen, und es ist nicht immer leicht daraus zu lernen oder dem Verstand zu folgen.

Besonders mochte ich die Szenen zwischen Liam und Ronan, wenn es darum ging, dem anderen zu vertrauen. Besonders eine Szene ist mir da im Gedächtnis geblieben (für die, die es nachlesen wollen, ich meine die Seiten 260-263). Ich konnte die Stimmung im Raum selbst spüren und habe mit den beiden gehofft und gebangt…

Neben der Freundschaft, die ein großes Thema ist, gibt es auch immer wieder spannende Abschnitte, unvorhersehbare Wendungen, Action und eine zarte Liebesgeschichte. Gemeinsam mit den vielen liebevoll gezeichneten Charakteren und den bildhaften Beschreibungen ist so ein wunderbares Buch entstanden, dass mich gefesselt hat und ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Ronan im nächsten Band.

Mein Fazit: „Rauklands Sohn“ ist ein fesselndes Fantasyabenteuer, das neben einer gut ausgewogenen Portion Action vor allem viel Wert auf seine authentischen Charaktere legt und mich dadurch rundum überzeugt hat. Für alle Fans dieses Genres gibt es eine klare Leseempfehlung von mir und für alle anderen: vielleicht wäre das Buch ja ein guter Einstieg…

 

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Tags: abenteuer, fantasy, trilogie   (3)
 

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tote Dichter küsst man nicht

Mirya
E-Buch Text: 446 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 18.10.2016
ISBN 9781503996199
Genre: Sonstiges

Rezension:

Als Chiara zu einem Termin mit ihrer Professorin Silvana eilt, um mit ihr über ihre Doktorarbeit zu sprechen, erlebt sie eine unliebsame Überraschung. Im Büro erwartet sie Leonardo Villani, der neue Assistent und teilt ihr mit, dass er ihre Arbeit in Zukunft betreuen wird, da die Professora einen längeren, unbezahlten Urlaub genommen habe.

Schon das erste Aufeinandertreffen der beiden verläuft katastrophal. Leonardo lässt kein gutes Haar an Chiaras Arbeit, ist arrogant, überheblich und mehr als unfreundlich. Wie soll sie da ihre Arbeit über Dante beenden? Doch nicht nur bei ihren Treffen muss sich Chiara mit Leonardo auseinandersetzen, auch sonst spukt er ihr immer öfter im Kopf herum, denn neben seiner abweisenden und verletzenden Art ist er dennoch ein brillanter Kopf und überaus attraktiv.

Chiara als Protagonistin war mir vom ersten Moment an sehr sympathisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Der Autorin Mirya gelingt es scheinbar mühelos ihre Gefühle derart greifbar und nachvollziehbar zu vermitteln, dass ich gemeinsam mit Chiara Hals über Kopf in Leonardo verliebt war, ihn gehasst habe oder an der Gesamtsituation verzweifelt bin.

Ebenfalls gelungen waren für mich die Schilderungen von Chiaras Migräneanfällen, da ich da leider auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann. Auch wenn ich es selten so heftig habe wie sie, waren die Schilderungen sehr authentisch.

Besonders die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gefallen, denn ich konnte Leonardos Reaktionen nie vorhersagen. Mal ist er verletzend und versucht Chiara nieder zu machen, wo es nur geht, mal verhält er sich wie der absolute Traumprinz und strahlende Ritter. In der zweiten Hälfte ging es etwas ruhiger zur Sache. Dennoch waren die Gespräche zwischen den beiden das ganze Buch hindurch toll zu lesen. Mal eher ein amüsanter Schlagabtausch, mal ein richtiges Streitgespräch und auch immer wieder reife Gespräche.

Letzteres ist generell ein Punkt, der die Liebesgeschichte für mich positiv aus der Masse herausgehoben hat. Auch wenn es an ein, zwei Stellen sehr romantisch und zuckersüß wird, so wirkt die Geschichte insgesamt reif und es wird gezeigt, dass es auch viel Arbeit und Mühe kostet eine Beziehung aufzubauen und zu erhalten. Selbst Leonardos anfangs überzogen wirkendes Verhalten klärt sich am Ende schlüssig.

Auch wenn der Fokus ganz klar auf Chiara und Leonardos Beziehung liegt, so gab es doch ein paar Nebenfiguren, die mir ebenfalls sehr gefallen haben, allen voran Chiaras Schüler Sivieri und ihre Freundin Allessandra.

Mein größter Kritikpunkt besteht darin, dass es gerade in Chiaras Gedankengängen so einige Wiederholungen gab, besonders wenn es um Leonardos Verhalten ging. Dazu waren mir manche Ausführungen zu Dante und ihrer Arbeit über ihn zu langatmig.

Überrascht haben mich die häufig auftretenden ABBA-Zitate, die erstaunlich gut auf die unterschiedlichsten Situationen passen und die Geschichte immer wieder aufgelockert haben. Wie gut, dass Chiara so ein großer Fan von ABBA ist.

Mein Fazit: „Tote Dichter küsst man nicht“ ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die durch ihre beiden starken Protagonisten punkten kann. Mir hat es gefallen und wer gerne in Liebesgeschichten abtaucht, der ist hier sicherlich gut beraten.

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47 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

80er, leserunde, kassette, kassetten, erinnerung

Wir Kassettenkinder

Stefan Bonner , Anne Weiss
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Knaur, 04.10.2016
ISBN 9783426655986
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nachdem ich heute noch liebend gerne in meine alten Hörspielkassetten reinhöre, hat mich schon allein der Titel verführt das Buch zu lesen. Obendrein gibt es gegen Ende des Buches noch einen Abschnitt namens: „Hörspiel was my first love. Wie wir Kassettenkinder wurden“. Da bekam ich richtig Lust meine alten Kassetten noch einmal durchzusehen. Aber auch all die Seiten davor haben mich regelmäßig wieder in alten Erinnerungen schwelgen lassen. Sei es das Spiel des Lebens, das vielleicht sogar noch irgendwo bei meinen Eltern auf dem Dachboden steht, der Gedanke an selbst aufgenommene Mixtapes aus dem Radio, quietschbunte Leggins oder YPS-Hefte, die ich eigentlich gar nicht so sehr mochte, bei all diesen Dingen konnte ich nur ständig denken, dass mir das doch sehr bekannt vorkommt.

Die beiden Autoren Anne Weiss und Stefan Bonner nutzen vielfach eigene Erinnerungen und Erfahrungen, um uns an dieser Zeitreise teilhaben zu lassen. In lockerem, humorvollen Ton führen sie uns durch vier Kapitel, die jeweils einen etwas anderes Fokus legen. So ist zum Beispiel ein Teil unserer sorglosen Kindheit und Jugend vorbehalten und das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit den vielen technischen Wunderwerken, wie dem Videorekorder auch dem Atari. Vieles erscheint etwas nostalgisch verklärt und Probleme der 80er werden nicht wirklich vertieft, aber ich kann dennoch nicht behaupten, dass mich das gestört hätte. Trotz Tschernobyl und dem kalten Krieg war es für mich tatsächlich eine Supersorgloszeit, wie die Autoren ihr zweites Kapitel so treffend benannt haben.

Ein Grund, weshalb es den Autoren so leicht gelang mich in die Vergangenheit zurückzuversetzen, ist vermutlich auch der Schreibstil. Das Buch ist spannenderweise in der Wir-Form geschrieben, so dass ich mich gleich als Teil des Ganzen gefühlt habe. Nicht nur die Autoren haben etwas erlebt, sondern wir alle zusammen.

Aufgelockert wird der Text immer wieder durch eingeschobene Zitate von Helmut Kohl, Rolf und seinen Freunden, Asterix, Horst Schimanski und vielen anderen. Während mir da tatsächlich viele Sprüche neu waren, so konnte ich die meisten der in den Text eingewobenen Werbeslogans noch im Schlaf aufsagen.

Mein Fazit: Das Buch ist genau das, was es verspricht: Eine Liebeserklärung an die Achtziger. Sicher kann dieses Buch nur einen Teil des Jahrzehnts einfangen, aber dieser ist warmherzig und amüsant präsentiert. Wer selbst ein Kind dieser Zeit ist, dem werden viele Dinge wieder in Erinnerung gerufen und die jüngere Generation bekommt einen humorvollen Einblick in unsere Kindheit und Jugend, in der wir auch problemlos ohne Smartphone, Social Media und Internet überlebt haben.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

palalu, pazit sarit schraga, celine geser, taugenichts verlag, palalu die zauberkuh

Palalu die Zauberkuh

Pazit Sarit Schraga
Fester Einband
Erschienen bei Der Taugenichts, 05.05.2016
ISBN 9783981564617
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die kleine Anneliese läuft voller Freude in ihrem blauen Kleid und den roten Lackschuhen über eine bunte Blumenwiese und staunt über die prächtigen Farben ringsherum. Als sie auf die Kuh Palalu und ihr Kälbchen Sue trifft entspinnt sich schnell ein Gespräch über Farben, Annelieses Schuhe, Tag und Nacht.

Kann Palalu recht haben und all die schönen bunten Farben werden nachts zu einem einheitlichen Grau? Anneliese erschrickt, denn sie hat gar nicht auf den Weg geachtet und weiß nicht mehr, wie sie nach Hause kommt. Wie soll denn ihre Mama sie wiederfinden, wenn sie sie nicht sieht?

Zum Glück aber ist Palalu ja eine Zauberkuh und weiß Rat…

Wie schon der Klappentext verrät, erzählt die Autorin Pazit Sarit Schraga eine zauberhafte Geschichte über die Farben des Tages und der Nacht. In Versform führt uns die Autorin durch ihre Geschichte. Dabei werden immer wieder Silben mit U in die Länge gezogen, um das Muuuuuh von Palaluuuuu darzustellen. Meinem dreijährigen Sohn gefiel das gut, ich selbst empfand es beim Vorlesen als nicht immer ganz so einfach. Dennoch finde ich die Idee gelungen. Schwerer habe ich mich mit der Reimform getan, dann an mehr als einer Stelle ist der Text etwas holprig und ich hatte das Gefühl, dass einfach nur krampfhaft nach einem passenden Reim gesucht wurde. Dadurch wurde das Lesevergnügen etwas eingeschränkt.

Auch über einen Satz bin ich gestolpert, der mir in diesem Buch auch für die Jüngsten einfach nicht gefiel. So heißt es, dass Palalu kalt zu Anneliese sagt, dass es bald Nacht wird und ihre Mama sie im Dunkeln nicht finden kann. Gerade an dem Wörtchen „kalt“ habe ich mich sehr gestört, zumal es nicht zu der ansonsten hilfsbereiten Palalu passt, die ja letztlich doch hilft, dass Anneliese gefunden wird. Das ist allerdings natürlich ein sehr subjektives Empfinden.

Ansonsten finde ich die Geschichte schön und vor allem der Unterschied zwischen Tag und Nacht wird toll und kindgerecht dargestellt.

Die bezaubernden Illustrationen von Celine Geser runden das Buch perfekt ab und machen für mich den großen Reiz dieser Geschichte aus.

Bei Tag leuchtet einen ein Meer aus Farben an und man kann Annelieses Freude wunderbar nachempfinden. Selbst die Bilder bei Nacht scheinen zu leuchten. Es gibt viele kleine Details zu entdecken und gerade mein Sohn hat sehr viel mehr Freude daran, durch das Buch zu blättern und mir zu zeigen, was er alles gefunden hat, als der Geschichte zuzuhören.

Die Schrift trägt zum lebendigen und heiteren Ausdruck des Buches bei, denn der Text befindet sich mal rechts, mal links, mal oben, mal unten auf der Seite und auch die Schriftgröße variiert. Dadurch werden einzelne Worte oder Zeilen besonders hervorgehoben und betont.

Mein Fazit: Ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das besonders von den wunderbaren Illustrationen lebt, die so manche Schwäche im Text ausgleichen können. Für den Text allein hätte ich nur zwei bis maximal zweieinhalb Sterne vergeben, für die Illustrationen fünf, macht also insgesamt vier.


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45 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

krimis, london, viktorianische krimis, 19. jhd., krimi-reihe

Mord in der Mangle Street

MRC Kasasian , Alexander Weber , Johannes Sabinski
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 19.08.2016
ISBN 9783455600513
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem Tod ihres Vaters bietet ihr Patenonkel Sidney Grice der jungen March Middleton an, zu ihm nach London zu ziehen. Obwohl sie ihn nicht kennt folgt March der Einladung. Kaum angekommen, muss sie allerdings feststellen, dass Grice nicht gerade der umgänglichste aller Zeitgenossen ist. Doch als privater Ermittler muss er ja auch nicht nett sein, sondern nur die Wahrheit ans Licht bringen.

Allerdings scheint gleich der erste Fall nach Marchs Umzug nicht so einfach zu sein. Sidney Grice ist zwar überzeugt, dass der Ehemann seine Frau brutal ermordet hat, doch March ist von seiner Unschuld überzeugt. Kann sich der großartige Sidney Grice tatsächlich irren?

M.R.C. Kasasian bringt mit „Mord in der Mangle Street“ den ersten Teil einer neuen Reihe um einen exzentrischen Detektiv und seinen Assistenten, in diesem Fall eine Assistentin. Ebenso wie Sherlock Holmes ermittelt Grice im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Parallelen sind nicht zufällig, sondern durchaus beabsichtigt und gewollt. So hat gegen Ende des Buches auch ein Arzt namens Dr. Conan Doyle einen kurzen Auftritt.

Doch während Doyles berühmter Ermittler von der Faszination der Rätsel um möglichst komplexe Kriminalfälle angezogen wird, so ermittelt Sidney Grice hauptsächlich um des Geldes willen und nimmt daher nur lukrative Aufträge an. Sein guter Ruf ist ihm ebenfalls mehr als heilig. So legt er, wenn es sein muss, auch alles so aus, damit er stets im rechten Licht bleibt. Er ist wesentlich arroganter und überheblicher als Sherlock Holmes und nicht unbedingt ein Sympathieträger.

Mit March Middleton wird ihm ein völlig anderer Charakter zur Seite gestellt. Sie ist erstaunlich selbstbewusst und taff für die damalige Zeit und lässt sich meist auch von Grices teils beleidigender Art nicht aus dem Konzept bringen. Während seine Figur eher überzogen wirkt, so ist March vielleicht ungewöhnlich, aber wesentlich greifbarer.

Doch mir drängten sich beim Lesen nicht nur Vergleiche mit Sherlock Holmes auf, bereits im ersten Kapitel wurde ich stark an Edgar Allan Poes „The Murders in the Rue Morgue“ erinnert. Auch im weiteren Verlauf musste ich immer wieder daran denken, zum Beispiel als der mysteriöse Unbekannte mit den wallenden roten Haaren, dem Schnurrbart, gelber Weste und einem Gehstock mit einem Knauf in Form eines Affen beschrieben wurde. Da hatte ich direkt Poes Orang-Utan vor Augen.

Das London des viktorianischen Zeitalters wurde gut dargestellt und die Atmosphäre in dieser Stadt gut eingefangen. Dennoch fehlte mir der Charme und der Esprit, den andere zu dieser Zeit angesiedelten Werke versprühen.

Der Fall an sich ist interessant und ich konnte längst nicht jede Wendung vorhersehen. Besonders die Frage nach der Schuld des Ehemanns war spannend und auch wenn ich geneigt war March Recht zu geben, so habe ich doch gezweifelt. Neben March und Sidney Grice gab es noch eine Reihe weiterer Charaktere, die je nach Wichtigkeit mehr oder weniger detailliert herausgearbeitet waren. Von den Nebenrollen hat mir besonders Harriet, Marchs Zugbekanntschaft, sehr gefallen.

Der Krimi lebt in erster Linie von der Dynamik zwischen dem selbstgefälligen Grice und der neugierigen und offenen March. Es macht Spaß zu sehen, wie bei den beiden zwei Welten aufeinandertreffen und es gibt auch den ein oder anderen amüsanten Schlagabtausch.

Mein Fazit: Insgesamt hat mich der Krimi etwas zwiespältig zurückgelassen. Einerseits hatte ich mir mehr erhofft und muss sagen, dass er für mich bei Weitem nicht an sein Vorbild herankommt, dennoch wurde ich über weite Teile hinweg gut unterhalten und habe gespannt nicht nur den Kriminalfall verfolgt, sondern auch die Frage, ob Sidney Grice nicht doch noch sympathische Züge zum Vorschein kommen lässt.

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306 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

märchen, winter, fantasy, katharina seck, liebe

Die silberne Königin

Katharina Seck
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404208623
Genre: Fantasy

Rezension:

Emma lebt im Reich Glanzvoll. Ein ewiger Winter beschert dem Reich ein stetes Eisglitzern und funkelnde Schneeflocken. Doch die Schönheit der winterlichen Landschaft ist trügerisch. Mehr und mehr leiden die Bewohner des Reiches unter der Kälte, den Schneemassen und auch dem König, der ebenso eisig erscheint wie sein Land.

Als Emma eine neue Stelle in der Chocolaterie von Madame Weltfremd antritt ahnt sie nicht, dass sich ihr ganzes Leben ändern wird. Einst eine gefeierte Geschichtenerzählerin, deren Kunst inzwischen verboten ist, beginnt Madame Weltfremd Emma ein Märchen über eine silberne Königin zu erzählen.

Emma ist fasziniert von der Geschichte, doch die Parallelen zu ihrem eigenen Leben sind nicht zu übersehen. Ist es vielleicht nicht nur eine Geschichte voller Magie? Und wenn eine verborgene Wahrheit darin liegt, heißt das auch, dass das Reich vom Winterfluch befreit werden kann? Kann Emma helfen, den Sommer zurück zu bringen?

Katharina Seck hat eine wahrhaft märchenhafte Geschichte geschrieben, die mich von Beginn an verzaubert hat. Auch wenn natürlich nicht alle Geschehnisse angenehm sind, so hatte das Buch für mich dennoch von der ersten bis zu letzten Seite eine wunderbare Leichtigkeit.

Das Märchen von der silbernen Königin ist geschickt in Emmas eigene Geschichte verwoben und ebenso wie Emma fragt man sich, welche Wahrheit es wohl beinhaltet. In beide Geschichten konnte ich eintauchen und mich durch Katharina Secks phantastische Welt treiben lassen. Ich habe mit Emma gelitten, die eisige Kälte gespürt, die König Casper ausstrahlt und in Madame Weltfremds Chocolaterie gesessen und einen heißen Kakao genossen.

Die wohlige und anheimelnde Atmosphäre in ihrem Laden und die eisige und bedrohliche Welt außerhalb der Chocolaterie wurden gekonnt eingefangen und einander gegenübergestellt. Kein Wunder, dass Emma sich schon als Kind die Nase am Schaufenster plattgedrückt hat und es für sie das Paradies darstellte.

Neben Emma als Protagonistin, die gewissenhaft und wissbegierig ist und den Mut hat für sich und andere zu kämpfen, steht Casper. Die Not seiner Untertanen kümmert ihn nicht und er regiert sein eisiges Reich mit harter Hand. Emma muss am eigenen Leib seine Grausamkeit ertragen und ich habe mich mehr als einmal gefragt, welche Narben sie wohl zurückbehalten wird.

Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass das Ende zwar hoffnungsvoll ist, aber in keinster Weise kitschig. Es hat mich mit einem positiven Gefühl und der Ahnung von bevorstehenden friedlichen Zeiten zurückgelassen.

Mein Fazit: Ein wunderbar märchenhaftes Buch, dass mich verzaubert hat und das ich gerne weiterempfehle.

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60 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

fantasy, berun, blaustein, krieg, blausteinkriege

Die Blausteinkriege - Sturm aus dem Süden

T.S. Orgel
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453317062
Genre: Fantasy

Rezension:

Dem Kaiserreich Berun stehen schwere Zeiten bevor. Während der Kaiser unfähig erscheint und kaum in der Lage ist, sein Reich zu regieren - geschweige denn zusammen zu halten - werden immer mehr Intrigen und Ränkespiele sichtbar, die sich bis an die Grenzen des Reiches und darüber hinaus erstrecken. Vor allem das im Süden gelegene Protektorat Macouban ist in Aufruhr und es scheint schier unmöglich dem Treiben Einhalt zu gebieten, wie der Schwertmann Marten, Ordensritter Cunrat und ihre Begleiter am eigenen Leib erfahren müssen.

Zudem tritt mit dem Auftauchen von zwei geheimnisvollen, dunklen Schiffen endlich auch der wahre Feind aufs Parkett und stellt alle vor eine ungeahnte Herausforderung.

Der Einstieg in den zweiten Teil der „Blausteinkriege“ ist sehr gut gelungen und ich war von Beginn an wieder gefesselt. Allerdings musste ich an manchen Stellen erst einmal genau überlegen, wer denn eigentlich wer war. Cunrat, Thoren, Cajetan, Oloare... viele Namen und ebenso viele Charaktere, deren wahre Rolle in der Geschichte der Blausteinkriege noch im Dunkeln liegt. Es werden viele Intrigen gesponnen und die Motive des Einzelnen sind bei Weitem nicht alle durchschaubar. Eine klare Gliederung in Gut und Böse fällt, wie schon im ersten Teil, schwer, doch gerade darin liegt für mich ein Reiz der Geschichte. So kann mich jeder Charakter überraschen und meine Sympathien haben im Verlauf des Buches durchaus gewechselt. Dennoch habe ich nach wie vor meine Lieblinge und es hat mich ganz besonders gefreut, dass Messer dieses Mal eine größere Rolle spielt. Neben ihm hat mir vor allem die Entwicklung Cunrats sehr gefallen und auf Alaunar, den weißen Schatten, bin ich sehr gespannt, was den nächsten Band angeht.

Die Handlung aus dem ersten Band wird logisch fortgeführt und in mehreren Handlungssträngen erzählt. Eher unüblich für mich, doch diesmal gab es keinen Strang, der mir wesentlich besser gefiel als die übrigen. Alle konnten mich gleichermaßen packen und es war spannend zu verfolgen, wie sie sich zum Teil immer weiter annähern und sogar ineinander übergehen.

Für mich sehr hilfreich war diesmal das angehängte Personenregister und Glossar, da ich es gerade zu Beginn nicht immer so leicht fand bei der sehr komplexen Handlung den Überblick zu behalten.

Der Stil war für mich sehr fesselnd und ich finde es einfach nur großartig, wie die Autoren es immer wieder schaffen, den meist sehr trockenen Humor selbst an den spannendsten Stellen einzuflechten, ohne damit der Spannung in irgendeiner Art und Weise Abbruch zu tun.

Der größte „Kritikpunkt“, den ich äußern kann, ist die Tatsache, dass bei dem mittleren Band einer Trilogie logischerweise viele Fragen noch offenbleiben und ich jetzt meine Neugier mindestens ein Jahr lang zügeln muss.

Mein Fazit: Ihr habt es bemerkt, ich bin wieder absolut begeistert. Es war spannend, der Humor war genial und die Entwicklungen sowohl der einzelnen Personen als auch der gesamten Geschichte konnten mich überzeugen. Ich freue mich schon sehr auf den abschließenden Band.

 

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Tags: blausteinkriege, fantasy   (2)
 

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liebe, black, panther, zukunft, verlust

Black 3

Lana Rotaru
Flexibler Einband: 572 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.09.2016
ISBN 9783741294112
Genre: Fantasy

Rezension:

Lia, Graham, Alexander und Valeria sind mehr oder weniger wohlbehalten zurückgekehrt und Alaricos Reich ist besiegt. Das sollte eigentlich ein Grund zur Freude sein, doch was ist plötzlich mit Lias Magie los? Mit einem Mal kann sie sie nicht mehr kontrollieren und hat regelmäßige Blackouts und aufwühlende Albträume.

Und als wäre das nicht schon beunruhigend genug, steht auch immer noch die Prophezeiung im Raum und schwebt wie ein Damoklesschwert über allen. Was kann Lia tun, um sich und ihre große Liebe zu retten? Wem kann sie wirklich trauen, wenn schon die leise Stimme in ihrem Ohr manchmal so verräterisch klingt?

Der finale Band von Lana Rotarus Trilogie rund um Lia und die Blacks knüpft nahtlos an den vorangegangenen Teil an. Auch wenn ich ein wenig grübeln musste, was genau zuletzt geschah, ist mir diese Lösung lieber, als wenn es einen Zeitsprung zum letzten Band gibt und nur schnell zusammenfassend wiedergegeben wird, was in der Zwischenzeit passierte. So war ich gleich wieder mitten im Geschehen und konnte mich erneut von der Geschichte gefangen nehmen lassen.

Der Stil ist gewohnt mitreißend und es gab neben spannenden, traurigen und dramatischen Momenten auch immer wieder romantische und ruhige Abschnitte. Spannungsgeladene und friedlichere Passagen wechseln sich in einem für mich ausgewogenen Verhältnis gut miteinander ab, so dass ich auch immer wieder zum Luftholen und Durchatmen kam, das Buch aber nie wirklich zur Seite legen wollte.

Wie schon in den vorhergehenden Bänden gibt auch diesmal eine emotionale Achterbahn nicht nur für Lia, auch für die Leser. Die Gefühle kochen hoch und es fehlt nach wie vor die zündende Idee, wie es trotz Prophezeiung für alle ein gutes Ende nehmen kann.

Gerade jetzt, wo es so wichtig wäre an einem Strang zu ziehen, fängt Lia an sich egoistisch und kindisch zu verhalten und mehr als einmal hätte ich sie gerne einfach nur geschüttelt. So gern ich sie eigentlich mag, diesmal hat sie es mir reichlich schwergemacht. Lange Zeit hatte ich eher das Gefühl, es mit einem trotzigen Kleinkind zu tun zu haben, als mit einer volljährigen, jungen Frau. Zum Glück fängt sie sich jedoch im Laufe der Geschichte wieder und setzt alles daran, das Richtige zu tun.

Das Ende war überraschend und dramatisch und bot gleichsam auch ein rundes und gelungenes Ende der gesamten Trilogie. Besonders habe ich mich über einen genialen Einfall von Lana Rotaru gefreut, durch den sie es schafft nochmals Grahams tiefe Liebe Lia gegenüber zu zeigen und zugleich einen schönen Rückblick quer durch alle Teile zu geben, ohne dass es aufgesetzt oder fehl am Platze wirkt. Der abschließende Epilog war zwar ein bisschen kitschig aber dennoch einfach schön.

Mein Fazit: Wie auch schon die ersten Teile, hat mich auch der letzte Band begeistern können und ich bin ein bisschen traurig, dass es nun kein Wiedersehen mehr mit Lia, Valeria und den Blacks geben wird. Dafür freue ich mich jetzt einfach auf weitere Werke von Lana Rotaru.

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zeitreise, berlin, mark twain, freundschaft, 1891

Federflüstern

Holly-Jane Rahlens , Alexandra Ernst
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499217456
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Oliver, Rosa und Iris sind zurück aus der Zukunft, doch auch wenn sie nicht ganz sagen können, woran es liegt, sie werden das Gefühl nicht los, dass irgendetwas nicht ganz stimmt. Und warum kommt ihnen Lucia so bekannt vor, obwohl sie sie doch gerade erst kennenlernten?

Während die drei noch ratlos sind, wird ihr Leben abermals auf den Kopf gestellt. Plötzlich finden sie sich gemeinsam mit Lucia im Jahr 1891 wieder. Es ist bitterkalt und der Wunsch nach einem warmen Platz ist beinahe ebenso groß wie die Frage, was eigentlich passiert ist und wie sie zurück nach Hause kommen. Können sie in der Vergangenheit Hilfe finden und wem können sie ihr Geheimnis anvertrauen? Vielleicht Mark Twain, der ausgerechnet in diesem Jahr einige Zeit in Berlin verbrachte?

 Bereits auf der ersten Seite hat „Federflüstern“ mich wieder ebenso gefangen genommen wie zuvor schon „Blätterrauschen“. Die Verwirrung von Oliver, Iris und Rosa wird gut eingefangen. Ich habe mich sehr gefreut, dass neben den dreien auch Lucia den Sprung vom ersten in den zweiten Band geschafft hat.

Gleich die ersten Szenen in der Vergangenheit waren spannend und vor allem sehr anschaulich beschrieben. Den Stall und die Käserei hatte ich direkt vor Augen und wurde dadurch ebenfalls in der Zeit zurückversetzt. Auch im weiteren Verlauf des Buches merkt man, dass die Autorin Holly-Jane Rahlens gründlich recherchiert hat. Scheinbar mühelos gelingt es ihr stets ein authentisches Bild vom Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu zeichnen.

Für unsere Helden ist es nicht leicht sich zurecht zu finden. Doch trotz aller Sorgen und Ängste halten sie zusammen und ergänzen sich gut bei der Suche nach einem Ausweg. Besonders gespannt war ich auf die im Klappentext angedeutete Begegnung mit Mark Twain. Viel will ich nicht verraten, doch zumindest ein bisschen. Die Art, wie Holly-Jane Rahlens Mark Twain darstellt, macht ihn mir sehr sympathisch. Ich habe zwar noch nie eine Biographie von ihm gelesen und weiß kaum etwas über ihn als Mensch, aber auch er wirkte authentisch. Vor allem, die Geschichte mit Bell und dem Telefon war geschickt miteingebunden.

Generell finde ich es wieder sehr gelungen, wie so ganz nebenbei Wissen eingestreut und vermittelt wird: über Mark Twain, aber auch über diverse andere Themen. Es gibt viele Details, die den Roman lebendig werden lassen und die es erleichtern in vergangene Zeiten einzutauchen.

Die Charaktere sind nach wie vor vielschichtig und niemand hat nur gute oder nur schlechte Seiten.

Für alle, die den Vorgängerband nicht kennen sei gesagt, dass jeder Teil in sich geschlossen und daher unabhängig vom anderen zu lesen ist. Zudem befindet sich am Ende des zweiten Bandes eine Zusammenfassung von „Blätterrauschen“.

Mein Fazit: Nachdem mich der erste Band schon begeisterte, gefiel mir dieser Teil sogar noch etwas besser, was nicht zuletzt an der Figur von Mark Twain lag. Jetzt warte ich gespannt auf den nächsten Band und freue mich, dass ich Holly-Jane Rahlens „Everlasting“ noch nicht gelesen habe. Auch wenn Iris, Rosa und Oliver nicht mit von der Partie sind, so gibt es dennoch ein Wiedersehen mit ein paar bekannten Figuren und die Wartezeit lässt sich so sicher gut verkürzen.

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Tags: 1891, berlin, freundschaft, zeitreisen   (4)
 

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neuanfang, schottlan, liebe

Swap husband against a man in a kilt

Pia Guttenson
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.08.2016
ISBN 9783741208058
Genre: Romane

Rezension:

Louise hat nach außen hin eigentlich alles, was sie sich nur wünschen kann. Einen gutaussehenden, erfolgreichen Ehemann, zwei fast erwachsene Söhne, Luxus und viele Freundinnen. Doch ihr Mann interessiert sich wesentlich mehr für seine Arbeit als für sie, gerade für ihren ältesten Sohn scheint sie eher eine Dienstmagd zu sein und die meisten ihrer sogenannten Freundinnen erfreuen sich mehr am Luxus als an Louises Gesellschaft.

Da es so nicht weitergehen kann packt Louise ihre Sachen um einige Wochen in den schottischen Highlands eine Auszeit zu nehmen und in Ruhe über alles nachzudenken. Doch zunächst hat Schottland wenig mit ihrer romantischen Vorstellung von diesem Landstrich zu tun. Es regnet viel, ihr Vermieter Alasdair Munro ist mürrisch bis unfreundlich und sie scheint plötzlich von einem Missgeschick ins nächste zu straucheln.

Doch mit der Zeit fühlt sie sich immer wohler und steckt hinter Alasdairs abweisender Fassade vielleicht doch ein Traumprinz?

Die Beschreibung von Pia Guttensons Roman „Tausche Ehegatten gegen Mann im Kilt“ klang nach einer amüsanten, unterhaltsamen Geschichte vor toller Kulisse und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar fand ich den Einstieg etwas holprig und habe ein paar Seiten gebraucht habe, um mich einzulesen, doch nach ein paar Seiten hatte sich das zum Glück jedoch gegeben.

Als Louise anfangs in ihren teuren Sachen völlig durchnässt im Schlamm stand, dachte ich nur, dass sie reichlich naiv ist. Doch sie hat mich eines Besseren belehrt. Sie ist eine offene, warmherzige Frau mittleren Alters, die versucht herauszufinden, wo ihr Leben eine falsche Richtung genommen hat und wo es von nun an hingehen soll. Dass sie dabei nicht immer ganz klug und besonnen handelt macht sie nur menschlicher und vor allem sehr sympathisch.

Auch Alasdair gefiel mir von Beginn an und ich habe mich gefragt, wann seine abweisende Haltung zu bröckeln beginnt.

Etwas schade finde ich, dass Louises Mann ziemlich plakativ als der Böse dasteht, denn eigentlich bin ich der Meinung, dass zu einer scheiternden Beziehung im Regelfall auch zwei gehören. Aber wer weiß, wie er sich im nächsten Band entwickeln wird.

Der Schreibstil ist lockerleicht und es hat Spaß gemacht mit Louise nach Schottland zu reisen. Mehr als einmal musste ich schmunzeln und war durchweg bestens unterhalten. Es war vor allem sehr amüsant zu sehen, wie sich Louise und Alasdair näherkommen.

Der Roman ist größtenteils aus Louises Perspektive geschrieben, doch es gibt auch immer wieder Passagen aus Alasdairs Sicht sowie kurze Abschnitte, die dem Leser zeigen, was zwischenzeitlich in Deutschland passiert und wie Louises Umfeld dort auf ihr plötzliches Verschwinden reagiert.

Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist das nicht immer ganz geglückte Zeitmanagement. Manchmal hatte ich Schwierigkeiten dem zeitlichen Ablauf genau folgen zu können.

Doch abgesehen davon hat es mir gut gefallen. Auch wenn am Ende ein paar Dinge offenbleiben, so ist der Schluss rund und es muss ja auch etwas für den nächsten Teil übrigbleiben.

Mein Fazit: Ich habe eine romantische und amüsante Liebesgeschichte erwartet und genau das bekommen. Wer selbst gerne eine kleine Auszeit nehmen möchte aber nicht unbedingt ganz weg will, der sollte es sich einfach mit diesem Buch auf dem Sofa gemütlich machen.

 

 

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judenverfolgung, historisch, 2.weltkrieg

Ein Stein auf meinem Herzen

Shlomo Birnbaum , Rafael Seligmann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 13.09.2016
ISBN 9783451375866
Genre: Biografien

Rezension:

Wie kommt ein Überlebender des Holocaust dazu, später ausgerechnet nach Deutschland zu fliehen und dort sein Leben aufzubauen? Diese Frage hat mich nicht losgelassen und so habe ich mich schließlich entschlossen, das Buch zu lesen.

Rafael Seligmann erzählt die Geschichte von Shlomo Birnbaum in eindringlicher, offener aber dennoch behutsamer Art und Weise. Das Buch beruht in erster Linie auf den zahlreichen Gesprächen zwischen den beiden. In Shlomo Birnbaums Erzählungen und Erinnerungen hat der Autor historische Daten und Dokumente eingeflochten, so dass ein bewegendes Zeitzeugnis entstanden ist.

Shlomo Birnbaum wuchs in Polen auf und erlebte dort als kleiner Junge den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Sein Vater erkennt zwar die Zeichen der Zeit, doch alle Versuche aus dem Land zu fliehen scheitern und die Familie muss in dem Ghetto von Tschenstochau um ihr Überleben kämpfen. Durch die Grauen des Krieges und die grausame Willkür der Nazis und mit ihnen zahlreicher Ukrainer und auch Polen, verliert Shlomo beinahe seine ganze Familie. Dem Geschick, Glück und der Klugheit seines Vaters ist es zu verdanken, dass Shlomo den Holocaust überlebt hat. Doch auch nach der Befreiung Polens ist das Leben unzähliger Juden bedroht, denn der Antisemitismus brodelt vielerorts unverhohlen weiter. Eine Flucht scheint der einzige Weg zu sein und treibt Shlomo ausgerechnet nach München. Auch wenn es nie das Ziel war, in Deutschland zu bleiben, so wohnt Shlomo Birnbbaum noch heute dort, hat seine Frau aus Israel hergeholt und seine Kinder in Bayern großgezogen.

Auf Seite 158 berichtet Rafael Seligmann, dass Shlomos Sohn einmal sagte, „dass sein Großvater das Erlebte nüchtern erzählt habe, ˒˒niemals bedrückend oder angsteinflößend. Er hat einfach berichtet, was geschehen ist.˓˓“ So habe ich auch dieses Buch empfunden. Es war nicht belastend, aber ehrlich und nüchtern und es hat nichts beschönigt. Durch die fast unaufdringliche Art wurden die Schrecken des Krieges nicht gemildert und gerade die Erlebnisse nach dem Krieg haben mich schockiert. Auch wenn mir durchaus bewusst war, dass nach der Befreiung durch die Alliierten nicht direkt alles wieder normal war und es den Menschen plötzlich gut ging, so haben mich die Schilderungen berührt, erschreckt und vor allem auch sehr nachdenklich gemacht.

Immer wieder ist im Buch die große Liebe von Shlomo Birnbaum zu seinem Vater und zu seiner Familie zu spüren und so waren es auch seine Söhne, auf deren Initiative hin dieses Buch entstanden ist.

Mein Fazit: „Ein Stein auf meinem Herzen“ ist ein eindringliches Zeitportrait, dass durch seine unsentimentale und doch sehr persönliche Art ein dunkles Kapitel in der Geschichte Europas beleuchtet und mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine klare Leseempfehlung.

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vampir, alchemie, liebe, unheimlich, geheimnis

Die Vampirprinzessin

Runa Winacht , Maria G. Noel , Veronika Aretz
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei VA - Verlag Aretz, 15.11.2015
ISBN 9783944824567
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Leben der jungen Adela ändert sich schlagartig, als sie plötzlich für einen Vampir gehalten wird und fliehen muss. In ihrer Verzweiflung trifft sie auf Tiro, der verspricht ihr zu helfen. Doch ist es so schlau, dass er sie ausgerechnet auf Schloss Krumau bringt? Wird doch die dort lebende Fürstin Eleonore von Schwarzenberg hinter vorgehaltener Hand als Vampirprinzessin bezeichnet…

Während Adela hofft, dass sie im Dorf in Vergessenheit gerät, versucht sie sich in ihrem neuen Leben auf Schloss Krumau einzurichten. Neben neuen Freundschaften und weniger erfreulichen Bekanntschaften, ist ihr vor allem Tiro ein Rätsel: mal ist er freundlich, dann wieder herablassend. Kann sie ihm wirklich trauen? Und was ist mit all den anderen unheimlichen Dingen, wie etwa der Geisterfrau Perchta?

Das Autorenduo Maria G. Noel und Runa Winacht hat einen historischen Roman erschaffen, der geschickt mit einer Vampirgeschichte verwebt ist. Diese ist völlig anders, als alle, die ich bislang gelesen haben. Kein Hauch von einer Geschichte à la Twilight oder auch an klassische Vampirromane wie Bram Stokers „Dracula“ oder „Carmilla“ von Le Fanu wurde ich nur sehr selten erinnert.

Trotz aller unheimlichen Vorkommnisse, von denen wir als Leser mehr erfahren als Adela, habe ich mich lange Zeit gefragt, ob es überhaupt einen tatsächlichen Vampir in der Geschichte gibt, oder ob es nur der Aberglaube ist, der die Bewohner mehr sehen lässt, als da wirklich ist. Immerhin spielt das Buch im 18. Jahrhundert zu Zeiten der Fürstin von Schwarzenberg und in ganz Europa wurde Jagd auf vermeintliche Vampire gemacht. Auf Grund der Tatsache, dass die Fürstin Wolfsmilch trank, spielen auch Wölfe in diesem Roman eine große Rolle. Das Zusammenspiel all dieser Aspekte hat eine spannende, unheimliche und gruselige Atmosphäre erzeugt und man weiß nicht so recht, vor welcher Seite Adela sich am meisten in Acht nehmen muss.

Die Protagonistin Adela mochte ich von Beginn an wirklich gern. Sie ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, hat ihre Stärken und Schwächen und versucht das Beste aus der gegebenen Situation zu machen. Ich habe mit ihr gelitten und vor Angst gezittert, aber auch die ruhigen und friedlichen Momente genossen. Sie ist sich bis zum Ende treu geblieben, auch wenn die Erfahrungen sie natürlich reifen ließen.

Tiro mochte ich ebenfalls sofort, so kompliziert, kantig und übellaunig er auch ist. Er ist eine spannende, teils etwas zwielichtige Figur und es ist interessant zu sehen, wie er vor allem anfangs sein Verhalten seinem jeweiligen Gegenüber anpasst, ganz so wie das Fähnlein im Wind. Zwischenzeitlich hätte ich ihn nur zu gerne mal kräftig geschüttelt, wenn er seinem wahren Meister fast hörig war. Da das ja schlecht ging, war ich durchaus versucht stattdessen das ganze Buch zu schütteln... Ob das was gebracht hätte? ;-)

Auch die übrigen Charaktere waren detailreich gezeichnet und vor allem die Fürstin, eine reale, historische Persönlichkeit, und Meister Koreni waren schwer einzuschätzen und haben so dem Buch noch eine extra Prise Spannung hinzugefügt.

Leider war es ausgerechnet das Ende, das für meinen Geschmack ein paar Längen hatte. Für mich hätte nicht alles bis ins Detail aufgearbeitet werden müssen. Dennoch ist es mir lieber, dass so alles glaubwürdig gelöst wurde, als wenn plötzlich alles perfekt und gut gewesen wäre.

Mein Fazit: Insgesamt wieder ein tolles Werk aus der Feder von Winacht und Noel. Sie haben ein atmosphärisch dichtes Buch vor der prächtigen Kulisse von Schloss Krumau geschaffen, das mich ganz in seinen Bann ziehen konnte. Ein spannendes Buch für alle, die einer Prise Übersinnlichem nicht abgeneigt sind und lebensnahe Figuren zu schätzen wissen.

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zeitreise, berlin, mark twain, freundschaft, 1891

Federflüstern

Holly-Jane Rahlens , Alexandra Ernst
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499217456
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Oliver, Rosa und Iris sind zurück aus der Zukunft, doch auch wenn sie nicht ganz sagen können, woran es liegt, sie werden das Gefühl nicht los, dass irgendetwas nicht ganz stimmt. Und warum kommt ihnen Lucia so bekannt vor, obwohl sie sie doch gerade erst kennenlernten?

Während die drei noch ratlos sind, wird ihr Leben abermals auf den Kopf gestellt. Plötzlich finden sie sich gemeinsam mit Lucia im Jahr 1891 wieder. Es ist bitterkalt und der Wunsch nach einem warmen Platz ist beinahe ebenso groß wie die Frage, was eigentlich passiert ist und wie sie zurück nach Hause kommen. Können sie in der Vergangenheit Hilfe finden und wem können sie ihr Geheimnis anvertrauen? Vielleicht Mark Twain, der ausgerechnet in diesem Jahr einige Zeit in Berlin verbrachte?

 Bereits auf der ersten Seite hat „Federflüstern“ mich wieder ebenso gefangen genommen wie zuvor schon „Blätterrauschen“. Die Verwirrung von Oliver, Iris und Rosa wird gut eingefangen. Ich habe mich sehr gefreut, dass neben den dreien auch Lucia den Sprung vom ersten in den zweiten Band geschafft hat.

Gleich die ersten Szenen in der Vergangenheit waren spannend und vor allem sehr anschaulich beschrieben. Den Stall und die Käserei hatte ich direkt vor Augen und wurde dadurch ebenfalls in der Zeit zurückversetzt. Auch im weiteren Verlauf des Buches merkt man, dass die Autorin Holly-Jane Rahlens gründlich recherchiert hat. Scheinbar mühelos gelingt es ihr stets ein authentisches Bild vom Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu zeichnen.

Für unsere Helden ist es nicht leicht sich zurecht zu finden. Doch trotz aller Sorgen und Ängste halten sie zusammen und ergänzen sich gut bei der Suche nach einem Ausweg. Besonders gespannt war ich auf die im Klappentext angedeutete Begegnung mit Mark Twain. Viel will ich nicht verraten, doch zumindest ein bisschen. Die Art, wie Holly-Jane Rahlens Mark Twain darstellt, macht ihn mir sehr sympathisch. Ich habe zwar noch nie eine Biographie von ihm gelesen und weiß kaum etwas über ihn als Mensch, aber auch er wirkte authentisch. Vor allem, die Geschichte mit Bell und dem Telefon war geschickt miteingebunden.

Generell finde ich es wieder sehr gelungen, wie so ganz nebenbei Wissen eingestreut und vermittelt wird: über Mark Twain, aber auch über diverse andere Themen. Es gibt viele Details, die den Roman lebendig werden lassen und die es erleichtern in vergangene Zeiten einzutauchen.

Die Charaktere sind nach wie vor vielschichtig und niemand hat nur gute oder nur schlechte Seiten.

Für alle, die den Vorgängerband nicht kennen sei gesagt, dass jeder Teil in sich geschlossen und daher unabhängig vom anderen zu lesen ist. Zudem befindet sich am Ende des zweiten Bandes eine Zusammenfassung von „Blätterrauschen“.

Mein Fazit: Nachdem mich der erste Band schon begeisterte, gefiel mir dieser Teil sogar noch etwas besser, was nicht zuletzt an der Figur von Mark Twain lag. Jetzt warte ich gespannt auf den nächsten Band und freue mich, dass ich Holly-Jane Rahlens „Everlasting“ noch nicht gelesen habe. Auch wenn Iris, Rosa und Oliver nicht mit von der Partie sind, so gibt es dennoch ein Wiedersehen mit ein paar bekannten Figuren und die Wartezeit lässt sich so sicher gut verkürzen.

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145 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

zeitreise, freundschaft, zukunft, jugendbuch, parallelwelten

Blätterrauschen

Holly-Jane Rahlens , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.02.2015
ISBN 9783499216862
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Während des Treffens ihres Leseclubs steht auf einmal ein fremder Junge vor Oliver, Iris und Rosa. So seltsam es auch klingt, dieser Colin glaubt felsenfest, dass er nur ein neuartiges Virtual-Reality-Spiel spielt. Ist er verrückt oder was hat sein seltsames Auftauchen und Benehmen zu bedeuten?

Während Oliver und die beiden Mädchen noch rätseln, was es mit Colin auf sich hat, überschlagen sich die Ereignisse und alle vier finden sich im Jahr 2273 wieder - dem Jahr, in dem Colin eigentlich lebt.

Doch wie sind sie dorthin gekommen und vor allem warum? Ein unglücklicher Zeitunfall oder steckt womöglich eine gefährliche Verschwörung dahinter? Je mehr Rosa, Oliver und Iris erfahren, umso mehr Fragen kommen auf. Allen voran natürlich die, ob sie je wieder nach Hause kommen…

Holly-Jane Rahlens nimmt uns in „Blätterrauschen“ mit auf eine spannende Zeitreise in die Zukunft. Das Leben in der Zukunft ist völlig anders, als es sich die drei jemals ausgemalt hätten. Es gibt unglaubliche technische Möglichkeiten und wundersame Dinge zu entdecken. Doch nicht alles ist gut und schön. So manche Erfindung lässt zumindest den erwachsenen Leser skeptisch zurück und auch was die drei über die Jahre zwischen 2273 und ihrer eigenen Zeit lernen ist alles andere als ermutigend. Nicht umsonst wird ein Großteil des 21. Jahrhunderts in der Zukunft als Dark Winter bezeichnet werden. Doch so spannend und schreckliche das Wissen aus der Zukunft ist, die drei möchten dennoch zurück in ihre eigene Zeit, in ihr Leben zu ihren Familien.

Für Oliver, Iris und Rosa wird die Situation zusätzlich dadurch erschwert, dass sie zwar gemeinsam den Leseclub besuchen, aber keine wirklichen Freunde sind. Erst die Erfahrungen der Zeitreise schweißen die drei fest zusammen und es schön mitzuerleben, wie sie sich immer mehr aufeinander verlassen und ihre Freundschaft wächst.

Oliver ist eher ruhig, bewahrt einen kühlen Kopf und zeichnet eigentlich lieber als dass er liest. Iris ist ein wandelndes Lexikon und auch wenn ihre Mitmenschen sie manches Mal anstrengend finden, nicht nur sie, auch wir Leser können so einiges von ihr lernen. Rosa habe ich zunächst als den Charakter empfunden, der am schwierigsten einzuschätzen ist. Doch auch sie ist mir schnell ans Herz gewachsen.

Der Schreibstil ist der Zielgruppe der 10 bis 12-Jährigen gut angepasst. Fremdworte werden entweder vermieden oder deren Erklärungen geschickt in die Geschichte eingewoben - meist ist Iris dann nicht unbeteiligt. Dennoch konnte mich die Geschichte auch als Erwachsene gefangen nehmen und ich bin nur zu gerne mit in die Zukunft gereist. Das lag zum einen an den vielen tollen Ideen und zum anderen an den wunderbaren Charakteren. Oliver und die beiden Mädchen wirken authentisch und auch die anderen Figuren überzeugen. Sei es der Bibliothekar Renko Hoogeveen oder der zwielichtige Dr.Dr.Dr.h.c. Rirkrit Sriwanichpoom, ich hatte jedes Mal direkt ein Bild von ihnen vor Augen.

Ich freue mich sehr, dass ich den jungen Protagonisten in „Federflüstern“ bereits wieder begegnen durfte und hoffe nun auf einen dritten Teil. Sowohl „Blätterrauschen“ als auch „Federflüstern“ sind in sich abgeschlossene Teile, so dass man nicht zwingend den einen lesen muss, um den anderen zu verstehen, was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Kurz noch möchte ich das Cover erwähnen, da es sehr gut zum Buch passt und für mich einfach rundum gelungen ist. Während des Lesens kann man nach und nach alle Einzelheiten den Geschehnissen in der Geschichte zuordnen. In meinen Augen ist es sehr gut gemacht.

Mein Fazit: Mit „Blätterrauschen“ ist der Autorin ein wunderbares Kinderbuch gelungen, das auch Erwachsene zu fesseln vermag und welches ich nur zu gerne weiterempfehle.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

susan mallery, verrat, mallery, 2016, roman

Wie zwei Inseln im Meer

Susan Mallery , Valerie Schneider
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670364
Genre: Romane

Rezension:

Vor vielen Jahren waren Michelle und Carly unzertrennlich. Ihre Freundschaft war immer unverwüstlich, bis diese eine Sache passierte und sie sich voneinander abwandten. Michelle ging zur Army während Carly in ihrem Heimatort blieb und sich dort ein Leben aufbaute.

Als Michelle zehn Jahre später in ihre Heimat zurückkehrt, kochen die Gefühle von damals hoch. Doch Michelle und Carly können einander nicht aus dem Weg gehen, denn Carly führt das Blackberry Island Inn, welches Michelle von ihrem Vater geerbt hat. Zudem steht es mit den Finanzen des Hotels nicht zum Besten und die beiden müssen zusammenarbeiten, um einen Zwangsverkauf zu verhindern. Doch ist es nach all den Jahren möglich sich einander wieder anzunähern?

Ich war sehr gespannt auf dieses neue Buch aus der Feder von Susan Mallery, da ich bislang hauptsächlich ihre Liebesromane wie die der Fools-Gold-Reihe kenne. Doch dieser Roman schlägt auch ernstere Töne an und auf die extra Prise Zuckerguss wartet man vergeblich.

„Wie zwei Inseln im Meer“ hat mich positiv überrascht. Zwar bleibt auch hier die Liebe nicht außen vor, doch sie steht nicht im Zentrum des Geschehens. Es geht in erster Linie um Michelle und Carly und die Frage, was eine Freundschaft alles ertragen und verzeihen kann oder woran sie womöglich doch zerbricht. Die langsame Annäherung der beiden wurde mit viel Feingefühl dargestellt und kam mir zu jederzeit authentisch vor. Geht es zunächst nur um einen möglichst höflichen und professionellen Umgang im Hotel, so brechen zunehmend immer mehr private Dinge aus den beiden heraus und stellen die zerbrechliche Bindung der beiden wiederholt auf die Probe. Dabei geht es sowohl um Vorwürfe von damals, als auch die aktuelle Situation. Beide müssen erkennen, dass sie einen Berg an Vorurteilen mit sich rumschleppen und dass längst nicht an alle der Wahrheit entsprechen. Doch auch nachdem die ersten Probleme aus dem Weg geräumt waren, gab es immer wieder Rückschritte, was mich sehr gefreut hat, denn das macht die Geschichte in meinen Augen noch realistischer.

Die Entwicklung der beiden Protagonistinnen nimmt sehr viel Raum ein und besonders bei Michelle sind die Veränderungen gut sichtbar. Denn sie kämpft nicht nur mit ihrer Beziehung zu Carly, auch die Erfahrungen in der Army lassen sie nicht so schnell los. Gerade die psychische Belastung, unter der Michelle immer noch leidet, wird meines Erachtens nach gut thematisiert. Die Kriegserlebnisse werden nicht verklärt dargestellt und Michelle kehrt auch nicht als die gefeierte Heldin zurück. Sie ist eine von vielen Veteranen, die mit ihren inneren Dämonen und einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen hat und nun versucht sich ein neues, ziviles Leben aufzubauen. Dennoch ist der Roman insgesamt keine schwere Kost und es gibt durchaus auch amüsante Szenen, vor allem wenn es wieder einmal zu einem Schlagabtausch zwischen Michelle und Carly kommt.

Mein Fazit: Ein rundum gelungener Roman, der sich in keiner Weise kitschig, sondern stets realitätsnah präsentiert und im Gegensatz zu den Liebesgeschichten der Autorin wesentlich mehr Tiefgang bietet.

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203 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

dämonen, fantasy, rache, blut, dämon

Ein Käfig aus Rache und Blut

Laura Labas , Anja Uhren
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 20.08.2016
ISBN 9783959912914
Genre: Fantasy

Rezension:

In einer Welt, die von Dämonen übernommen wurde, ist das Leben für die Menschen beschwerlich und gefährlich geworden. Oft nichtmals geduldet – geschweige denn als Nachbarn akzeptiert – leben die meisten Menschen in ständiger Angst.

Als Alisons Familie ermordet wird, bildet ihre Tante sie zur Dämonenjägerin aus. Aus dem einstmals ruhigen Mädchen wird eine taffe Kämpferin, die erstaunlich große Kraft hat nicht auf den Mund gefallen ist. Angetrieben wird sie durch den Wunsch nach Rache für ihre Familie.

Eines Abends gerät sie durch eine Unvorsichtigkeit in die Fänge einiger Königsdämonen und wird zu Dorian Ascia gebracht, dem König einer von 21 Dämonenstädten. Er macht ihr ein verlockendes Angebot, dass sie nur widerwillig annimmt, heißt es doch, dass sie fortan viel Zeit unter den verhassten Dämonen verbringen muss. Vor allem der Dämon Gareth wird ihr ständiger Begleiter: als Aufpasser, als Bewacher und als Trainingspartner. Die beiden geraten immer wieder aneinander, doch nach und nach gerät Alisons starres Weltbild ins Wanken, denn sie lernt die Dämonen von einer ganz neuen Seite kennen und auch die Verbindung zu Gareth verändert sich. Doch was ist mit ihrer Rache?

Der Auftakt zu Laura Labas Trilogie um Alison und die Dämonen hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Bereits der Einstieg ist spannend und es fiel schwer das Buch aus der Hand zu legen.

Alison ist eine starke und mutige Protagonistin, die vor allem von ihren Racheplänen angetrieben wird und deren Weltbild maßgeblich von den Umständen geprägt wurde, unter denen sie aufwachsen musste. Es war interessant zu sehen, wie ihre Weltsicht nach und nach Risse bekommt und sie sich fragen muss, ob Dämonen nicht viel menschlicher sein können, als sie jemals vermutet hätte. Trotzdem kann sie nicht so schnell aus ihrer Haut und gerade ihre impulsive Art bringt sie immer wieder in Bedrängnis.

Der Stil ist fesselnd und das vor allem die düstere Atmosphäre, in der die Menschen leben, wird gut eingefangen. Selbst in den Abschnitten, in denen wenig passiert und es eher ruhig zugeht, wurde es nie langweilig. Dazu haben vor allem die zahlreichen – meist verbalen – Schlagabtausche zwischen Gareth und Alison beigetragen.

Die meisten Kapitel sind aus Alisons Sicht geschrieben, doch es gibt auch einige aus Sicht anderer Protagonisten. Mir hat das sehr gefallen, da es die Spannung immer wieder erhöht hat und so auch Dinge erzählt wurden, von denen Alison nichts ahnt.

Das letzte Kapitel war spannend und verheißt viel Neues für den nächsten Teil. Ein geschickt gewählter Cliffhanger.

Mein Fazit: Ein tolles und fesselndes Buch, bei dem neben zahlreichen spannenden Momenten auch die Romantik und ein kaum zu übersehenes Knistern zwischen den Protagonisten nicht zu kurz kam. Liebend gerne würde ich es mir direkt mit dem zweiten Teil gemütlich machen, aber da heißt es wohl: Geduld.

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Tags: dämonen, fantasy, romance   (3)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

charakter, persönlichkeitspsychologie, karl könig, psychologie, philosophi

Ich und du und Müllers Kuh

Ariadne von Schirach
Flexibler Einband: 179 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.11.2016
ISBN 9783608961249
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits der Titel hat mich neugierig gemacht und der Untertitel erst recht. Die Autorin Ariadne von Schirach verbindet in ihrer kleinen Charakterkunde die Ideen und Lehren von Fritz Riemann und Karl König. Ihr Werk basiert vor allem auf Riemans „Grundformen der Angst und Königs „Kleine psychoanalytische Charakterkunde“. Sie bezieht diese unterschiedlichen Ansätze aufeinander und erweitert sie um einige eigene Theorien.

Das Buch ist klar gegliedert. Sechs unterschiedliche Charaktertypen werden nacheinander vorgestellt: der Narzisst, der Schizoide, der Depressive, der Zwanghafte, der Phobiker und der Hysteriker. Jedem ist ein eignes Kapitel gewidmet. Auf einen längeren Text, der die Eigenschaften, Hintergründe und Ursachen des jeweiligen Charakters beschreibt, folgen kurze Abschnitte, die zum Beispiel die negativen und positven Charaktereigenschaften auflisten, das Verhalten des Charakters im Berufsleben beleuchten oder auch Hinweise zum Umgang mit diesem speziellen Typen geben.

Durch die stets gleiche Struktur wird es dem Leser leicht gemacht die einzelnen Charaktere miteinander zu vergleichen. Zudem ist mir besonders positiv aufgefallen, dass auch die Autorin selbst immer wieder den einen mit dem anderen Charakter vergleicht und Unterschiede und Gegensätze aufzeigt, zum Beispiel auf S. 116 "Denn während die gutmütigen Depressiven tendenziell erst glücklich sein können, wenn es allen gut geht, neigen die selbstkasteienden Zwanghaften dazu, sich erst richtig wohl zu fühlen, wenn auch kein anderer mehr genießen kann." Dadurch stehen die Charaktere nicht allein für sich, sondern werden miteinander in Bezug gesetzt, was es mir persönlich leichter gemacht hat, verschiedene Aspekte nachzuvollziehen und mir zu merken.

Zu Beginn der Lektüre gibt es eine Einleitung, die zum einen die Ansätze der Autorin darlegt, und zum anderen erste allgemeinere Informationen zur Charakterkunde sowie zu König und Riemann gibt. Ein historischer Überblick rundet die Einführung ab.

Von Anfang an betont Ariadne von Schirach, dass jeder Mensch die Anlagen zu allen Charaktertypen in sich trägt, nur die Ausprägung ist bei jedem unterschiedlich. Zudem wird betont, dass kein Charakter besser oder schlechter als die anderen sei. Jeder Mensch ist halt anders und jeder trägt etwas zu unserer vielfältigen, bunten Welt bei.

Das Nachwort bildet einen guten Abschluss. Es fasst nochmal einige Erkenntnisse zusammen, bietet einen abschließenden kurzen Vergleich der verschiedenen Charaktere und gibt abermals Denkanstöße, was das eigene Verhalten und den Umgang mit unseren Mitmenschen angeht.

Mein Fazit: „Ich und Du und Müllers Kuh“ ist ein spannendes Buch, das einen möglichen Einstieg bietet, sich genauer mit den unterschiedlichen Charakteren und den ebenso unterschiedlichen Ansätzen zur Charakterkunde zu beschäftigen. Darüber hinaus gibt viele Tipps zu einem hoffentlich reibungsloseren und von mehr Verständnis geprägtem Miteinander und ist somit auch eine praktische Anleitung für unseren Alltag.

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