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18 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

nachkriegszeit, erster weltkrieg, kriegstraumata, heyne verlag, hunger

Heldenflucht

Jan Kilman
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2017
ISBN 9783453438378
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der erste Weltkrieg ist vorbei und das Land und seine Bewohner sind von den letzten Jahren stark gezeichnet. Viele wissen immer noch nicht, ob ihre Liebsten zurückkehren werden und Hunger und Armut sind leider für weite Teile der Bevölkerung Alltag.

Agnes Papen, die als Kriegsberichterstatterin gearbeitet hat, zieht vorrübergehend zurück in ihren Heimatort Kirchbach zu ihrem Onkel. Auch in dem kleinen, beschaulichen Eifeldorf ist die Lage nicht entspannt. Außer beim Ortsvorsteher sind Lebensmittel und sonstigen Vorräte knapp, viele Frauen müssen bis zum Umfallen arbeiten, da ihre Männer und Söhne noch nicht zurückgekehrt sind, und so sind Streitigkeiten und Neid regelrecht vorprogrammiert. Nur in einem Punkt sind sich fast alle umgehend einig: Der junge, stumme Soldat in französischer Uniform, der eines Tages im Dorf steht, wird am besten direkt am nächsten Baum gehängt.

Als es nach einem Übergriff dann auch noch zu einem tragischen Unfall kommt und rings um den Ort Menschen verschwinden, sind die Nerven zum Zerreißen gespannt. Wer steckt hinter alledem?

Der Autor Jan Kilman hat einen düsteren und spannenden Roman geschrieben, der seine Leser leicht in den Bann zieht. Seine Charaktere sind schnell vor meinem geistigen Auge erwacht und ich hatte stets ein genaues Bild nicht nur von ihnen, auch vom gesamten Ort im Kopf. Die Stimmung im Buch ist größtenteils düster, ein wenig geheimnisvoll und immer wieder herrscht eine bedrohliche Atmosphäre, die beinahe greifbar ist.

Auch wenn bereits der Prolog mit dem Fund einer Leiche beginnt, so war der Krimi für mich in diesem Roman eher nebensächlich. Es ging vielmehr um die Einzelschicksale der Charaktere und ihr miteinander in solch schwierigen Zeiten. Dennoch war es nicht langweilig. Der Fall ist gut konstruiert und wird am Ende logisch aufgeklärt. Wer genau liest, kann zwar schon früh einen Verdacht hinsichtlich des Täters haben, aber mich hat das in keiner Weise gestört.

Unterbrochen wird die Geschichte regelmäßig durch Feldpost, die gefallene Soldaten aus Kirchbach kurz vor ihrem Tod noch in die Heimat geschickt haben. Durch diese Briefe wird nochmals deutlich, wie hoch der Verlust einzelner Familien und die Wunden des gesamten Dorfes sind und welch große Diskrepanz teils zwischen der anfänglichen Kriegsbegeisterung und der Ernüchterung nach Kriegsende herrscht. Auf die Briefe folgt jeweils eine Seite mit einem Datum und einigen historischen Fakten zu diesem Tag. Dies ist zum einen für die geschichtliche Einordnung interessant und durchaus informativ, zum anderen erfährt der Leser aber auch genau, welcher Tag für die Protagonisten gerade ist.

Mein Fazit:  Mir hat die Aufmachung des Buches gut gefallen und auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht hätte, so war die Geschichte gut durchdacht und vor allem die Stimmung im Dorf war sehr gut eingefangen. Ein schöner Roman, der einen kurzen geschichtlichen Einblick in die Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges gibt und der mir einige spannende Lesestunden beschert hat.

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Tags: 1. weltkrieg, nachkriegszeit   (2)
 

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

vergebung, ratgeber, paris, die verseflüsterin, verseflüsterin

Die Verseflüsterin

Nicolas Fougerousse , Elisabeth Liebl
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783958031067
Genre: Romane

Rezension:

Alles fängt damit an, dass Marcus hinter der Windschutzscheibe einen Zettel findet mit dem Ratschlag auf seine Gefühle zu hören. Es folgen weitere Botschaften und Marcus ist verwirrt. Einerseits helfen sie ihm, tatsächlich etwas in seinem Leben zu ändern, andrerseits fragt er sich, wer der rätselhafte Absender ist. Seine Frau Isabelle bestreitet dahinter zu stecken. Kann es vielleicht seine neue Bekanntschaft Angelo sein? Und was bezweckt der Urheber eigentlich?

„Die Verseflüsterin“ ist ein ungewöhnliches Buch. Einerseits erzählt es die Geschichte von Marcus und den geheimnisvollen Botschaften, andrerseits geht es um Angelo und abseits der eigentlichen Handlung zeigt das Buch viele verschiedene Möglichkeiten wie der Mensch mit sich selbst und seiner Umgebung in Einklang kommen kann, um ein bewussteres und gesünderes Leben zu führen. So probiert es Marcus zum Beispiel mit Yoga oder liest entsprechende Bücher wie “Die vier Versprechen“ von Don Miguel Ruiz. Manche Dinge, wie zum Beispiel die genannten Versprechen klingen in meinen Ohren durchaus ansprechend und auch der ein oder andere Gedanke des Buches wäre es sicher wert, umgesetzt zu werden oder auf ihn zu achten. Dennoch gab es auch immer wieder Szenen, mit denen ich so gar nichts anfangen konnte, die für mich teils eher befremdlich waren.

Die Geschichte ist in drei Teile unterteilt und während es sich im ersten Teil vor allem um Marcus und seinen Versuch geht, ein harmonischeres und bewussteres Leben zu führen, so verschiebt sich der Fokus in den beiden anderen Teilen und die Geschichte hat mich mehr und mehr verloren. Sie wurde immer konstruierter und ich fand das Geschehen beziehungsweise den Umgang mit einigen Dingen eher sehr zweifelhaft. Eigentlich hat mich ab etwa der Hälfte nur der teils sehr schöne, poetische Schreibstil am Lesen gehalten.

Mein Fazit: Auf Grund der schönen Sprache und den teils sehr schönen Gedanken und Lebensweisheiten gibt es von mir 2,5 Sterne. Die Geschichte im Ganzen konnte mich leider nicht überzeugen und ich weiß immer noch nicht, ob das Buch nun ein Lebensratgeber oder ein Roman sein soll. Schade.

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13 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

märchen, landwandlerin, geschichten aus nian, fantasy, bäume

Geschichten aus Nian - Landwandlerin

Paul M. Belt
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 01.03.2017
ISBN 9783956672798
Genre: Fantasy

Rezension:

Bereits die erste Seite des Buches hat mich gleich wieder tief in die nianianische Welt eintauchen lassen. In „Landwandlerin“, dem zweiten Band der „Geschichten aus Nian“, begleiten wir Dila auf einer langen Wanderung. Als Tochter eines Eichenreiters ist sie in einem traditionsverwurzelten Heim aufgewachsen. Gerne streift sie durch die Landschaft und unternimmt lange Wanderungen. Nachdem sie auf die Tradition der Klärungswanderung aufmerksam wurde, ist es nur natürlich, dass sie diesem Weg folgt, um ihrem Freiheitsdrang zu folgen und sich selbst besser zu verstehen und kennenzulernen. Vor allem die in ihr schlummernde Gabe anzunehmen und zu erforschen wir nicht nur ihr selbst, sondern womöglich ganz Nian helfen können.

Dila ist eine tolle Protagonistin. Es ist leicht mit ihr mitzufühlen es macht unglaublichen Spaß sich mit ihr gemeinsam auf ihre Wanderung zu begeben. Von einem jungen, selbstbewussten Mädchen entwickelt sie sich zu einer nicht minder starken, jungen Frau, die lernt, ihr Innerstes zu erkennen.

Ihre Wanderung ist wunderbar geschrieben. Beinahe war es so, als würde ich gemeinsam mit ihr bei Gewitter im Zelt hocken, die Reiter in Hulzheim treffen und mit ihr ihre erstaunliche Gabe kennenlernen. Nicht zu vergessen ihre Gespräche mit den Bäumen. Nur zu gerne, würde ich mich auch einmal mit einem Baum unterhalten, am liebsten mit dem riesigen Kirschbaum im Garten meiner Eltern. Der könnte sicher einiges über die Familiengeschichte erzählen.

Neben der Geschichte an sich, begeistert mich an diesem Buch vor allem, wie stets allen Respekt entgegengebracht wird und wie eindringlich die Beschreibungen von Dilas Empfindungen sind. Dabei wirkt alles völlig natürlich und harmonisch – gleich, ob es sich um einen Ritt auf einem Blatt, ein Gespräch mit einem Baum oder die Beschreibung des normalen nianianischen Lebens handelt.

Die Sprache der Bäume ist toll umgesetzt und durch sie werden die Bäume für mich nochmal greifbarer. Ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn einer spricht. Sie haben etwas ganz Eigenes. Sie strahlen Ruhe und Kraft aus, aber auch Güte und Weisheit. Der Fettdruck unterstreicht für mich die kräftige, eher tiefe Stimmlage und die Art ihrer Sprache ist gemächlich, bedächtig und einfach ohne Hast. Genau so stelle ich es mir vor, würden sie tatsächlich mit uns sprechen können.

Auch die Aufmachung des Buches gefällt mir. Das Cover und die Illustrationen von Marion Marchewka sind wunderschön und passen nicht nur inhaltlich zum Text, die Art der Zeichnungen passt zur Stimmung des Buches. Sie spiegeln für mich den ruhigen Ton und die naturverbundene Atmosphäre der Geschichte wieder.

Die Schriftgröße ist angenehm zu lesen und die teils dick gedruckten Sätze sowie die anderen Schriftarten/ die Kursivschrift fügen sich gut in das Gesamtkonzept ein.

Das Ende der Geschichte besteht aus einem Märchen und schlägt damit nicht nur stilistisch nochmal einen wunderbaren Bogen zum Beginn des Buches, der ebenfalls ein nianianisches Märchen erzählt, Dilas Reise wird dadurch zusätzlich harmonisch abgerundet.

Mein Fazit: Auch der zweite Band der „Geschichten aus Nian“ hat mich verzaubert und jedes Mal, wenn ich eine Pause machen musste, ließ mich das Buch mit einem guten Gefühl zurück. Schon jetzt ist klar, dass ich auch die weiteren Bände lesen werde. Band 3 („Atalan“) soll noch in diesem Jahr erscheinen und ganz besonders freue ich mich auf den vierten Band, denn wie der Autor verraten hat, ist in diesem Band auch für die Sauerländer gesorgt. Als gebürtige Arnsbergerin bin ich darauf natürlich besonders neugierig. Daher eine klare Leseempfehlung von mir für dieses Buch, aber auch für die ganze Reihe.

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Tags: bäume, geschichten aus nian, märchen   (3)
 

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100 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

spanien, kuba, mexiko, liebe, mexico

Wenn ich jetzt nicht gehe

María Dueñas , Petra Zickmann
Fester Einband: 589 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458177029
Genre: Romane

Rezension:

Mauro Larrea, der sich vom einfachen Bergmann zu einem der reichsten Männer Mexiko-Stadts hochgearbeitet hat, steht vor den Trümmern seiner Existenz. Eine einzige Fehlentscheidung und alles liegt in Scherben?

Mauro verkauft alles, was geht, verpfändet seine Stadtvilla und macht sich auf, erneut sein Glück zu suchen und zu retten, was noch zu retten ist. Kann die schöne und stolze Soledad Montalvo ihm helfen sein Ziel zu erreichen oder legt sie ihm zusätzliche Steine in den Weg?

María Dueñas hat einen wunderbaren Schreibstil, der mit Leichtigkeit Bilder in meinem Kopf erzeugen konnte. Gerade die beschrieben Städte - Havanna, Cadiz, Jerez - sind vor meinem geistigen Auge zum Leben erwacht und die Lebendigkeit, Quirligkeit und der Hauch von Exotik waren beinahe greifbar. Ich war nie in einer der genannten Städte, doch die Beschreibungen wirken auf mich sehr authentisch und es würde mich durchaus reizen, mal eine zu einem Urlaubsziel zu machen.

Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und beginnt sehr ruhig. In der ersten Hälfte passiert relativ wenig und der Leser erfährt erst einmal einiges über Mauro und seinen bisherigen Lebensweg. Durch die wunderschöne, teils poetische Sprache hat es dennoch Spaß gemacht in die Geschichte einzutauchen und es wurde niemals langweilig. Im Gegenteil: die Autorin schafft es mit einem simplen Billiardspiel so viel Spannung zu erzeugen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

In der zweiten Hälfte lässt die Ruhe zunehmends nach und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Auch wenn der Stil unverändert toll war, so wirkte manches überzogen und trotz der vielen Dramatik ließ die Spannung nach. Für mich hätte es viele der Verwicklungen gar nicht gebraucht. Ich fand es sehr schade, dass sich der Fokus langsam verschoben hat. Mauros Geschichte und sein eigentliches Ziel treten zunehmend in den Hintergrund und es dreht sich mehr um die Geheimnisse und Intrigen innerhalb der Familie Montalvo.

Soledad Montalvo wird für Mauro zu einem Dreh-und Angelpunkt. Sie ist eine starke Frau, die sehr genau weiß was sie will. Sie war mir zwar nicht unsympathisch, aber wirklich gemocht habe ich sie auch nicht. Einerseits ist es schon bewundernswert, was sie alles geleistet hat, andererseits ist sie auch manipulativ und und kann gut mit dem Image der armen unschuldigen Frau spielen.

Mauro selbst ist ein Mensch, der einen gewissen Status zwar durchaus schätzt, der aber dennoch genau weiß, wie es ist, selbst arbeiten zu müssen. Er trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, weder für sich persönlich noch moralisch, dennoch ist es meist leicht nachzuvollziehen weshalb er so handelt, wie er es tut. Das macht ihn zu einem angenehmen Protagonisten.

Doch auch die Nebenfiguren wirkten lebendig und konnten mich mit wenigen Ausnahmen überzeugen. Daher finde ich es sehr schade, dass mich die Handung nicht ebenso überzeugen konnte. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und jemand hat die Verwicklungen mit einer spanischen Seifenoper verglichen, was es meiner Meinung nach perfekt trifft. Etwas weniger Drama wäre besser gewesen, gerade gegen Ende gab es ein, zwei haarsträubende Szenen. Das letzte Kaptitel hat mich zum Glück mit den vorangegangenen ein wenig versöhnt, so dass ich das Buch mit einem guten Gefühl beendet habe.

Mein Fazit: "Wenn ich jetzt nicht gehe" entführt den Leser in eine andere Zeit und eine andere Welt. Gekonnt fängt María Dueñas den Flair in der alten und neuen Welt ein und bringt mit Mauro Larrea keinen einfachen, doch interessanten Protagonisten. Allein für den Stil und die grandiose Billiardpartie würde ich gerne fünf von fünf Sternen vergeben, doch leider konnte mich die Entwicklung der Geschichte nicht ebenso begeistern, weshalb es von mir letztlich nur dreieinhalb bis vier Sterne gibt.

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Tags: seifenoper, spanien   (2)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

atze schröder, comedy, krimi

Der Turbo von Marrakesch

Atze Schröder , Atze Schröder
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 31.10.2016
ISBN 9783837137125
Genre: Romane

Rezension:

Durch ein falsch ausgeliefertes Päckchen gerät Atze in ein aberwitziges und gefährliches Abenteuer, dass er in seiner ganz typischen Manier dann doch noch zum Guten wendet.

Allerdings wäre nichts von alldem passiert, wenn er das Päckchen - wie versprochen - bei seinem richtigen Empfänger abgeliefert hätte.
Doch Atze wäre nicht Atze, wenn es so einfach gewesen wäre. Statt abzuliefern, verzockt er den Inhalt, eine Uhr, beim Pokern, nichtahnend, dass darin ein brisanter Mikrochip versteckt ist. Doch auf den haben es sowohl der Russe, als auch die Französin abgesehen und sind somit auch bald hinter Atze her.

Gelesen wird "Der Turbo von Marrakesch" selbstverständlich von Atze Schröder persönlich. Gekonnt verleiht er allen Charakteren eine unverwechselbare Stimme und weiß sicher, wann er wie betonen muss. Besonders genial war für mich Dr. Monika Mertens. Allein schon ihre erste Beschreibung fand ich grandios. Doch auch mit seinen übrigen Figuren hat Atze Schröder wieder unvergeichliche Charaktere geschaffen.

Die Geschichte selbst ist erwartungsgemäß turbulent, voller flotter und flacher Sprüche, mit vielen Wendungen und einem Atze, der sich in jeder Lage selbst treu bleibt. Die Mischung aus Comedy und Krimi/Thriller funktioniert wunderbar. Selbst wenn man nicht umhin kann immer wieder zu lachen oder zu schmunzeln, so tut das der Spannung keinen Abbruch.

Manche Szenen sind zwar ein bisschen dick aufgetragen, vor allem natürlich auch Atzes Frauengeschichten, aber das war zu erwarten. Er ist und bleibt halt ein Macho vom Feinsten. Auch wenn es mir manchmal fast ein wenig zu viel des Guten war, so hat mir das Hörbuch dennoch gut gefallen und ich weiß schon, wem ich es zuerst ausleihen werde.

Mein Fazit: Die Lesung zu "Der Turbo von Marrakesch" ist ein absolutes Hörvergnügen und Fans werden voll auf ihre Kosten kommen. Es ist einfach typisch Atze Schöder. Nicht mehr und nicht weniger.

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Tags: atze schröder, comedy, krimi   (3)
 

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, familie, circus, neues leben, cameniern

Die Atemfänger - Ruvens Geheimnis (Urban Fantasy Romance)

Runa Winacht
E-Buch Text: 719 Seiten
Erschienen bei Winacht & Noel, 28.02.2017
ISBN B06XCY6B2R
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach einem tragischen Vorfall, ändert sich Gretas Leben von Grund auf. Auf Grund einer körperlichen Besonderheit muss sie fortan mitten unter anderen Cameniern leben, wenn sie nicht will, dass sich ähnliche Ereignisse widerholen.

Ihr neues Leben ist aufregend und spannend, aber auch voller Geheimnisse. Gerade die Fossierer, Camenier mit einer besonderen Ausbildung und Begabung, halten sich an einen Kodex, der sie zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Daher eckt Greta bei dem Versuch sich einzuleben auch immer wieder an, wenn sie zu neugierige Fragen stellt und am Kodex kratzt.

Auch an Ruven, einem faszinierenden, jungen Mann, auf den sie gezwungenermaßen immer wieder trifft, beißt sie sich die Zähne aus. Meist verhält er sich kalt, abweisend und provozierend. Nicht nur Greta gegenüber, aber bei ihr scheint sich seine ablehnende Haltung noch zu verstärken. Liegt es wirklich nur daran, dass er mit den Verpflichtungen, die mit seiner Ausbildung zum Fossierer einhergehen, hadert?

Runa Winacht hat eine düstere und ungemein fesselnde Geschichte zu Papier gebracht, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen hat. Daher bin ich umso glücklicher, dass ich auf diesen Titel aufmerksam gemacht wurde, denn allein vom Cover her hätte das Buch mit ziemlicher Sicherheit niemals mein Interesse geweckt. Meine erste Assoziation dazu war ein seichter Erotikroman, doch das ist weit gefehlt. Zwar gibt es tatsächlich zwei, drei explizite Szenen, doch diese stehen bei weitem nicht im Vordergrund, sondern sind einfach Bestandteil der sich entwickelnden Liebesgeschichte zwischen Ruven und Greta.

Es geht vielmehr um die Camenier und die dunklen Geheimnisse, die nach und nach offenbar werden und um Ruven, den scheinbar eine riesige Last zu erdrücken scheint. Je länger wir mit Greta in ihrer neuen Heimat verweilen, umso deutlicher wird, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Während einerseits schon bei den Kindern propagiert wird, welchen großen Beitrag die Camenier für die Weltgeschichte leisten, wird andererseits so wenig wie möglich erklärt und transparent gemacht. Fragen sind eher unerwünscht.

Es gelingt der Autorin wunderbar Gretas Gefühle einzufangen und ihre Verwirrung, Verzweiflung, aber auch Freude sind regelrecht greifbar. Ich mochte sie von Beginn an und sie hat sich von einem unsicheren Mädchen zu einer starken Protagonistin entwickelt.

Auch Ruvens innere Zerrissenheit wird gut rübergebracht. Zeitweise waren sein Verhalten und seine Stimmungsschwankungen zwar anstrengend, doch die ganze Zeit über habe ich mit Greta gerätselt, welch unerträgliche Dinge ihn quälen mögen und wieso es so eine enge Verbundenheit zwischen den beiden gibt, wenn Ruven sie denn zulässt.

Der Schreibstil war, so wie ich es von der Autorin gewohnt bin, mitreißend und nicht eine Seite dieses doch langen Romans war langweilig. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und auch die Nebenfiguren haben Ecken und Kanten und die Geschichte in vielen Aspekten bereichert. Gunda, die Mutter von Gretas Halbbruder Jannis, und Firsty, den ehemals Oberen des Clans, habe ich besonders ins Herz geschlossen.

Das Ende des Buches lässt zwar viele Fragen für den nächsten Teil offen, doch einiges wird auch geklärt und für mich war es ein runder Abschluss.

Mein Fazit: Runa Winacht hat einen düsteren und spannenden Urban Fantasy Roman geschrieben, der besonders durch die tollen Charaktere und durch die eingefangene Atmosphäre lebt. Von mir gibt es volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung für alle Fans dieses Genres.

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Tags: liebe, urban fantasy   (2)
 

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(43)

54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

krimi, aquitaine, frankreich, bordeaux, aquitanien

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Alexander Oetker
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.03.2017
ISBN 9783455000092
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Da es dem Vater von Commissaire Luc Verlaine, Leiter der zweiten Pariser Mordkommission, gesundheitlich nicht gut geht, lässt sich der erfolgreiche Ermittler zurück in seine Heimat versetzen. Die malerische Region Aquitaine rund um Bordeaux hat einiges zu bieten: Weinberge, das Meer, Ruhe – und unendlich viel Langeweile. Davon geht Luc zumindest aus. Nicht umsonst ist er damals nach Paris gegangen.

Doch kaum angekommen stellt Luc fest, dass er sich zumindest vorerst keine Sorgen über zu viel Zeit machen muss. Am Strand ist die Leiche eines jungen Mädchens gefunden worden. Ob der Fall so einfach zu klären ist, wie sein Kollege Etxeberria vermutet? Gemeinsam mit seinem neuen Team hat Luc bei der Suche nach dem Täter plötzlich alle Hände voll zu tun. Und dann ist da auch noch Anouk, die ganz offensichtlich mit ihm flirtet. Nein, über Langeweile kann sich Luc eindeutig nicht beklagen.

Gleich von Beginn an habe ich mich gemeinsam mit Commissaire Luc Verlaine ins Aquitaine versetzt gefühlt. Doch anders als ihm, hat mir die beschriebene Atmosphäre sofort gefallen und ich hätte nichts dagegen gehabt, spontan ein paar Tage dorthin zu fahren. Der Zauber der Region, aber auch die Lebendigkeit von Paris werden wunderbar eingefangen und ein bisschen hatte ich das Gefühl nach Hause zu kommen, denn nach der Schule durfte ich ein Jahr als Au-Pair in Paris verbringen.

Luc, aber auch seine neuen Kollegen, haben mich vollends überzeugen können. Sie wirken authentisch und regelrecht greifbar: Luc, mit seiner sich langsam ändernden Einstellung zu seiner Heimat, Etxeberria, der nicht begeistert ist, dass er mit Luc nun einen gleichgestellten, neuen Kollegen im Team hat und der überzeugt von seiner Meinung einfach losprescht, Brigadier Hugo, der besonnen und ruhig ist, sowie Anouk, die Luc vom ersten Augenblick an bezaubert.

Der Fall an sich ist spannend und gut konstruiert. Auch wenn ich schnell einen Verdacht hatte, wer der Täter sein könnte, wäre ich vermutlich noch lange nicht auf das Motiv gekommen. Doch letztlich fügte sich alles logisch zusammen und es hat Spaß gemacht mit Luc Verlaine und seinem Team auf Spurensuche zu gehen. Es hab einige Wendungen, die ich so nicht vermutet habe, andere waren da offensichtlicher, aber nicht minder spannend.

Sehr gut gelungen finde ich die Balance zwischen dem Privatleben von Commissaire Verlaine und dem Fall. Auch wenn wir einiges über ihn und seine Lebensumstände erfahren, so steht doch der Mord und seine Aufklärung im Fokus. Dennoch freue ich mich, wenn ich im nächsten Krimi, der zwar noch etwas auf sich warten lässt, sehe, ob es zwischen Anouk und ihm weiterhin knistert, wie er sich seine Leben fernab vom Großstadttrubel einrichtet und auch wie sich der Gesundheitszustand seines Vaters entwickelt.

Der Schreibstil war durchweg flüssig und unterhaltsam, so dass ich das Buch binnen kürzester Zeit verschlungen habe. Die Unterteilung in die Wochentage fand ich gelungen, da ich es bei manchen Büchern schwierig finde einzuordnen, wieviel Zeit zwischen den einzelnen Szenen wohl liegt.

Mein Fazit: Mich konnte der erste Fall von Luc Verlain auf ganzer Linie überzeugen. Die Beschreibung der Umgebung, die eingefangene Atmosphäre und nicht zuletzt die tollen Charaktere machen Lust auf mehr und ich hoffe, bald wieder etwas aus der Feder von Alexander Oetker lesen zu können. Von mir eine klare Leseempfehlung für alle Krimi- und auch Frankreichfans.

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693 Bibliotheken, 28 Leser, 3 Gruppen, 125 Rezensionen

fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einst vermögend, lebt Feyres Familie nun schon lange in Armut. Um nicht zu hungern geht Feyre regelmäßig auf die Jagd. Als sie eines Tages einen gewaltigen Wolf erlegt, besiegelt dies ihr weiteres Schicksal, denn der Wolf war ein Fae. Eine der düsteren und sagenhaften Gestalten, über die immer wieder Geschichten zu hören sind.

Um den Mord an ihm zu sühnen wird Feyre in das geheimnisumwitterte Prythian, das Reich der Fae, gebracht, wo sie bis an ihr Lebensende bleiben soll. Feyre hat zunächst nur einen Gedanken: Flucht. Doch im Reich der Fae ist nichts wie es scheint und zu fliehen steht schon bald nicht mehr an erster Stelle. Kann es wirklich sein, dass sie ausgerechnet in Prythian ihre große Liebe findet?

Auch wenn Feyre gerade zu Beginn oft kalt und hart wirkt, so war sie für mich von Anfang an eine tolle und starke Protagonistin. Aus Pflichtgefühl und weil sie es ihrer Mutter auf dem Sterbebett versprochen hat, kümmert sie sich um ihre Familie, obwohl diese es ihr nichtmals wirklich dankt. Als sie an Tamlins Hof kommt, eröffnet sich ihr eine völlig neue Welt voller Magie und Luxus, aber auch düsteren Schatten und unheilvollen Bedrohungen.

So märchenhaft die Geschichte zunächst auch scheint, schon bald zeigt sich, dass Grausamkeiten auch im Reich der Fae herrschen. Sarah J. Maas hat eine fantastische und sehr komplexe Welt geschaffen. Mit viel Liebe zum Detail schildert sie die hellen und dunklen Seiten von Prythian, so dass es leicht fällt völlig in diese facettenreiche Welt einzutauchen, den Zauber zu spüren und vor der Brutalität zurückzuschrecken. Stück für Stück wird die Geschichte immer düsterer und hat zumindest mich nicht mehr losgelassen, auch wenn zum Ende hin nicht mehr viel von der märchenhaften Stimmung übrigbleibt, die mich anfangs so verzaubert hat

Die Fae haben eine sehr charismatische, teils bedrohliche Ausstrahlung, auch wenn sie ebenso wie die Menschen völlig unterschiedlich sind. Neben Tamlin, der eindeutig heiß ist, ist mir auch Lucien schnell ans Herz gewachsen. Und Rhysand ist für mich eine der spannendsten Charaktere überhaupt: intelligent, manipulativ, düster und gefährlich. Seine Rolle ist immer noch nicht ganz klar und ich bin schon jetzt sehr gespannt, wie er sich im nächsten Band präsentieren wird.

Doch nicht nur die Hauptcharaktere, auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet, ganz gleich ob Mensch oder Fae. Es hat mir sehr gefallen, dass man auch bei einigen von ihnen eine eindeutige Entwicklung erkennen konnte und auch sie Raum hatten sich zu entfalten.

Mein Fazit: Sarah J. Maas erster Band rund um Feyre und Tamlin hat eindeutig Suchtpotential. Neben den tollen Charakteren, hat mich vor allem die düstere und beunruhigende Atmosphäre überzeugt, die die Autorin scheinbar so mühelos erzeugt. Mich hat sie jedenfalls restlos in ihren Bann geschlagen und ich hoffe, dass die Zeit bis zum nächsten Band schnell vergeht.

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10 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

scifi. jugend, scifi, wissenschaftsthriller, mystery, abenteuer

GhostHunter (Ghost-Trilogie 1)

Derek Meister
E-Buch Text: 445 Seiten
Erschienen bei null, 15.02.2017
ISBN B06VW8T3T6
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Von einem zum anderen Tag steht das Leben des siebzehnjährigen Jan Kopf. Er entdeckt, dass er gefährliche Lichtwesen – Geister? – sehen kann, die scheinbar alles verbrennen, dass sie berühren. Als er dann auch noch die Wahrheit über den Tod seines Vaters erfährt, kann Ian nicht anders und begibt sich mit seinem besten Freund auf die Suche nach den Geistern. Alles deutet darauf hin, dass sie nicht unbeteiligt am Tod seines Vaters sind; vielleicht haben sie auch etwas mit dem Verschwinden seines Großvaters zu tun.

Zeitgleich zu Ians Suche lernen wir in Tokio Chiyo, die bei ihrer Großmutter lebt und sich am liebsten mit ihren selbst gebauten Robotern und Maschinen beschäftigt.

Ein weiterer Handlungsstrang führt den Leser in die Antarktis, wo Doktor Daniel Rheinberg auf einer Forschungsstation ungewöhnlichen Messwerten und Vorkommnissen auf die Spur kommen will.

Zu guter Letzt gibt es noch Zachery und Tan, die wortwörtlich über Leichen gehen und nicht zimperlich sind, wenn es darum geht ihre Zielpersonen ausfindig zu machen und zu befragen. Durch einen mysteriösen Auftraggeber ist nun auch Ian in ihr Visier geraten und so ist seine Suche nach den Geistern zusätzlich lebensgefährlich.

Während zu Beginn die einzelnen Erzählstränge ziemlich alleine stehen, so werden nach und nach immer mehr Verbindungen sichtbar. Das hohe Tempo und die unterschiedlichen Erzählstränge bauen viel Spannung auf und haben mich regelrecht durch die Seiten fliegen lassen. Anders als bei anderen Büchern kann ich hier gar nicht sagen, welcher Strang der spannendste ist. Sowohl Ians Erlebnisse als Chiyos sind erschreckend und mysteriös und schnell kommt die Frage auf, wie ihr Schicksal wohl verknüpft sein mag. Für mich etwas abseits, aber nicht minder fesselnd, sind die Geschehnisse in der Antarktis und ich wüsste nur zu gerne, ob sich Ian und Daniel irgendwann einmal persönlich begegnen werden.

Da „Ghosthunter“ jedoch der erste Teil einer (bereits abgeschlossenen) Trilogie ist, werde ich noch ein wenig warten müssen, bis ich die Antwort auf all meine Fragen haben werde. Das Ende des ersten Bandes ist sehr offen, was nicht bei allen Lesern auf viel Gegenliebe stoßen dürfte. Da jedoch für Ian eine Art erster Abschnitt beendet ist, finde ich das Ende dennoch gelungen. Er hat einen Hinweis erhalten und es ist klar, dass er sich im nächsten Teil auf den Weg machen wird, diesem Hinweis nachzugehen.

Sehr spannend finde ich, dass Derek Meister seine Geschichte mit realen Ereignissen und Mythen aus unserem Leben verknüpft. Auch wenn ich zugegebenermaßen die Geschehnisse in Bentwater oder auch das Philadelphia Projekt erst einmal googeln musste, so kann ich nur sagen Hut ab! Diese Dinge sind sehr gekonnt in seine Geschichte eingewoben und gut recherchiert. Auch die Erklärungen zu teils sehr komplexen und komplizierten physikalischen Grundsätzen und Theorien sind gut gelungen. Ich bin schon gespannt, was ich im nächsten Band lernen kann.

Das Buch endet mit einem Glossar, in dem Begriffe und Orte erklärt werden, die sicher nicht nur jüngeren Lesern nicht alle bekannt sind.

Mein Fazit: Ein spannender und temporeicher Auftakt, der sehr neugierig auf die weiteren Bände dieser Mystery-Thriller-Trilogie macht. Der Schreibstil passt perfekt zur empfohlenen Altersgruppe ab 14 Jahren, doch auch ältere Leser werden leicht in den Bann gezogen. Für Fans des Genres daher in jedem Fall eine klare Leseempfehlung.

 

 

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297 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 92 Rezensionen

fantasy, liebe, jugendbuch, märchen, märche

Königreich der Schatten: Die wahre Königin

Sophie Jordan , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 06.03.2017
ISBN 9783959670708
Genre: Fantasy

Rezension:

Lunas Leben wird bestimmt durch die allgegenwärtige Dunkelheit um sie herum. Nie hat sie die warme Sonne auf ihrem Gesicht gespürt, denn bereits seit 17 Jahren herrscht im Reich Relhok ewige Finsternis. Lediglich eine Stunde des Tages lichtet sich das Dunkel ein wenig und es wird ein etwas ungefährlicher sich nach draußen zu begeben. Denn in der Dunkelheit streifen Finsterirdische umher und machen Jagd auf alles, was unvorsichtig genug ist ihren Weg zu kreuzen. Menschenfleisch gehört mit zu ihrer liebsten Beute und Luna kann sich glücklich schätzen gemeinsam mit Perla und Sivo in einem abgelegenen Turm in relativer Sicherheit zu leben. Doch immer mehr drängt es sie trotz aller Gefahren nach draußen.

Als die dicken Mauern des Turms eines Tages keine Sicherheit mehr bieten können, muss Luna fliehen. Eher widerstrebend hat der eigenwillige Fowler zugestimmt Luna zu helfen. Durch seine ganz eigene Geschichte geprägt, ist er zunächst wortkarg und abweisend, doch trotz aller Dunkelheit scheint Luna regelrecht zu leuchten und ihre Art verzaubert ihn immer mehr.

Auch Luna fühlt sich zu Fowler hingezogen, aber wie würde er reagieren, wenn sie ihm ihr großes Geheimnis anvertraut? Wenn er herausfindet, dass sie die rechtmäßige Thronerbin ist und der neue und selbsternannte König auf der Suche nach ihr ist?

Lunas und Fowlers Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe die knapp 400 Seiten binnen kürzester Zeit verschlungen. Der Autorin Sophie Jordan gelingt es mühelos das in Finsternis versunkene Reich vor meinem geistigen Auge zum Leben zu erwecken. Seine Gefahren, die bei weitem nicht nur von den Finsterirdischen ausgehen, waren zu jeder Zeit greifbar und haben trotz einiger ruhiger und auch romantischer Szenen eine packende Atmosphäre geschaffen.

Luna ist eine starke Protagonistin, die zwar gut behütet und abgeschottet aufgewachsen ist, aber von Beginn an wusste, was sie will und gewandt ihre Ideen umsetzt. Die Flucht mit Fowler und die gemeinsamen Erlebnisse lassen sie erkennen, wie gut ihr Leben bislang war und der Wunsch etwas verändern zu können wird immer stärker, besonders, wenn sie miterlebt, wie eigennützig oder gleichgültig viele Menschen geworden sind.

Nicht nur Luna ändert sich, gerade bei Fowler sind die Veränderungen noch deutlicher. Ist er zu Beginn noch sehr verschlossen, wird er immer offener und zeigt, dass weit mehr in ihm steckt, als der distanzierte Überlebenskünstler. Auch die Nebenfiguren konnten mich überzeugen. Je nach Wichtigkeit sind sie mehr oder weniger detailliert beschrieben, mit Ecken und Kanten, aber stets so, dass ich keine Mühe hatte sie mir vorzustellen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Luna und Fowler erzählt, so dass es leicht fällt sich in sie hineinzuversetzen. Durch die Kapitelüberschriften ist immer direkt klar, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird. Dabei kann ich gar nicht sagen, welche Kapitel ich lieber gelesen habe, beide Sichtweisen waren gleichermaßen spannend. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, regelrecht mitten im Geschehen. Da hätte ich mir vielleicht ein etwas runderes Ende gewünscht, aber so oder so, ich wäre in jedem Fall sehr neugierig auf den nächsten Teil.

Mein Fazit: „Die wahre Königin“ bietet nicht nur zwei tolle Protagonisten, sondern auch eine komplexe, gut beschriebene Welt, einen durchdachten Plot und einen fesselnden Schreibstil. Wer spannende Fantasy mit einer Prise Romantik mag, der wird bei diesem Buch sicher auf seine Kosten kommen. Ich jedenfalls bin überzeugt und freue mich schon sehr auf den zweiten Band.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

beste freundinnen, young adult, verlust, coming of age, beste freunde

Eden Summer

Liz Flanagan , Sabine Schulte
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 03.03.2017
ISBN 9783848920938
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach einem schrecklichen Ereignis, für das Eden sich die Schuld gibt, hat sie völlig den Halt verloren. Ihre Freunde, insbesondere Jess, haben sie mit allen Kräften unterstützt, doch nun ist Eden verschwunden. Was steckt dahinter? Ein Verbrechen? Oder ist Eden fortgelaufen? Warum?

Während die Polizei nach Eden fahndet, begibt sich ihre beste Freundin Jess selbst auf die Suche. So unterschiedlich die beiden Mädchen auch sind, so eng fühlen sie sich verbunden. Da kann Jess nicht einfach zu Hause sitzen und abwarten. Schon gar nicht nach dem, was letzten Samstag geschehen ist…

Liz Flanagan bringt uns mit „Eden Summer“ ein emotionsgeladenes Jugendbuch. Edens Verschwinden wirft Fragen auf und man spürt regelrecht Jess‘ Verzweiflung. Abgesehen von Prolog und Epilog spielt das Buch an einem einzigen Tag. Die einzelnen Kapitel sind nur durchnummeriert, doch sie beginnen jeweils mit einer Uhrzeit und führen den Leser chronologisch durch Jess‘ Tag. Trotzdem erleben wir gemeinsam mit Jess nicht nur die Zeit vom Morgen bis zum späten Abend, denn Jess erinnert sich bei ihrer Suche an den Sommer mit Eden und an gemeinsame Erlebnisse. So erfahren auch wir viel über die besondere Freundschaft der ungleichen Mädchen und über die Ereignisse, die die beiden im letzten Jahr noch enger zusammengeschweißt haben.

Die Protagonistin Jess, aus deren Sicht wir alles erleben, mochte ich sehr und ihre persönliche Geschichte hat mich sogar noch ein wenig mehr berührt als Edens. Sie ist einerseits stark und steht für Eden ein, andererseits ist sie auch sehr verletzlich. Je mehr wir über sie erfahren, umso verständlicher werden ihre Reaktionen und schon allein für sie wünscht man sich, dass die Sache mit Edens Verschwinden ein gutes Ende nimmt.

Eden scheint erst einmal in jeder Hinsicht das komplette Gegenteil von Jess zu sein. Auch sie ist mir nicht unsympathisch und ich kann ihre Schuldgefühle durchaus nachvollziehen, doch ihr Verhalten kann ich dennoch nicht immer verstehen und es fiel mir schwerer einen Zugang zu ihr zu finden

Neben der Freundschaft der beiden greift die Autorin auch noch viele weitere Themen wie Schuld, Gewalt und Verlust, aber auch Liebe und Hoffnung auf. Der Schreibstil ist recht einfach und flüssig und die Sprache und das Verhalten der Jugendlichen passen gut zu ihrem Alter. Das auf dem Klappentext erwähnte „dunkle Familiengeheimnis“ spielt für die Geschichte eine größere Rolle, doch eigentlich ist es für mich keine große Sache – zumindest wäre vermutlich es keine gewesen, wäre damit von Beginn an anders, das heißt offen, umgegangen worden. Der ein oder andere Leser dürfte ein ebensolches „Familiengeheimnis“ haben. Dennoch ist es gut eingebunden und erklärt einen Teil nicht nur von Edens Verhalten.

Mein Fazit: „Eden Summer“ ist ein spannendes und sehr emotionales Buch, dass fesselt und es dem Leser leicht macht in die Geschichte einzutauchen und die unterschiedlichen Gefühle nachzuempfinden. Dazu tragen zum einen der Schreibstil, zum anderen aber auch die gut ausgereiften und authentischen Charaktere bei. Die Altersempfehlung ab 14 Jahren finde ich passend und empfehle das Buch gerne für diese Altersgruppe, aber auch für ältere Leser gerne weiter.

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196 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, freundschaft, dani atkins, familie, verlust

Der Klang deines Lächelns

Dani Atkins , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426519356
Genre: Romane

Rezension:

Jahre ist es her, dass sich die Wege von Ally und Charlotte kreuzten und eigentlich hatten beide gehofft, der anderen nie wieder über den Weg zu laufen. Doch in einer schicksalshaften Nacht begegnen sich die beiden ausgerechnet im Krankenhaus auf der Intensivstation wieder. Beide bangen um das Leben ihres Ehemannes bzw. Verlobten und doch können sie nicht anders, als sich an die alten Ereignisse zu erinnern. Ist es ihnen trotz oder gerade wegen der besonderen Umstände dieser Nacht möglich mit der Vergangenheit abzuschließen?

Dani Atkins hat einen hochemotionalen Roman geschrieben, der unter die Haut geht. In vielen Rückblenden und Erinnerungen wird die Vergangenheit aufgerollt: wie Ally David kennenlernte und sich in ihn verliebte, wie Charlotte in ihr Leben trat und schließlich Davids Verlobte wurde und wie Ally ein neues Glück an der Seite von Joe gefunden hat. Es geht um Freundschaft und Liebe, um Vertrauen und Unsicherheit. Nach und nach zeichnet sich für den Leser ein sehr genaues Bild ab und man versteht, weshalb diese Nacht im Krankenhaus für Ally und Charlotte in mehr als einer Hinsicht schwierig und aufwühlend ist.

Alles wirkt sehr authentisch: die Charaktere, die aktuelle Situation und auch die miteinander verwobene Vergangenheit der Figuren. Daher war das Buch nicht nur für die Protagonisten eine Achterbahnfahrt, auch für mich. Gegen Ende habe ich Rotz und Wasser geheult, da die Gefühle so eindringlich beschrieben waren und die Verzweiflung einfach greifbar im Raum stand. Auch wenn mich viele Geschichten berühren, Taschentücher brauche ich eigentlich selten. Doch die Geschichte von Ally und Charlotte und der Nacht, die ihr ganzes Leben verändern wird, hat mich so aufgewühlt, dass ich auch jetzt beim Schreiben der Rezension wieder einen Kloß im Hals habe.

Eigentlich habe ich nur zwei kleinere Kritikpunkte. Die vielen Rückblenden zeigen, wie es zur Ausgangssituation des Buches gekommen ist und im Großen und Ganzen habe ich sie auch gerne gelesen, nur an einigen Stellen hätten die Erinnerungen für mich etwas gestrafft sein können. Das Ende war etwas vorhersehbar und vielleicht das Einzige, dass eher unwahrscheinlich war, wenn auch nicht völlig unrealistisch. Das hätte ich mir ein wenig anders gewünscht.

Mein Fazit: Ein sehr bewegendes und berührendes Buch, dass trotz des riesigen Zufalls sehr realistisch war und das mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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kinderbuch, filzland, thienemann, abenteuer

Fussel und Flocke

Brinx und Kömmerling , Verena Körting
Fester Einband
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522184595
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Bewohner von Filzland sind in heller Aufregung. Mitten auf den Marktplatz ist eine gewaltige, glänzende Kugel gestürzt. Was ist das für ein riesiges Ding? Während alle noch über die Kugel rätseln, warnt Opa Wollinger, dass nun bald der große Sog komme, denn das sei immer so, wenn etwas vom Himmel fällt.

Doch seine Warnung wird in den Wind geschlagen, sind es doch nur alte Geschichten. Zum Glück glauben jedoch zumindest Fussel und Flocke, dass die Kugel gefährlich sein könnte und so machen sie sich auf Opas Rat hin auf den Weg, die gefährliche Namenlose zu suchen, damit sie ihnen hilft. Und so ganz unrecht hat Opa nicht. Auch wenn im Filzland niemand davon weiß, die Kugel ist eine kleine Perle, die das Menschenmädchen Lisa verloren hat, und unbedingt zurückhaben will.

„Fussel & Flocke: Die Retter von Filz“ erzählt das spannende Abenteuer von zwei kleinen Filzbewohnern, die sich auf den Weg machen, ihre Heimat zu retten. Dabei müssen die beiden Helden allerlei gefahren überwinden: einen großen See, die Abstauber, einen Spiegelwald und vieles mehr. Und dass, obwohl sich die beiden eigentlich gar nicht immer so gut verstehen. Vor allem, wenn Fussel anfängt zu singen, wünscht sich Flocke am liebsten meilenweit weg.

Neben der abenteuerlichen Suche nach der Namenlosen (die übrigens Doris heißt), gibt es auch immer wieder kurze Abschnitte, die erzählen, wie Lisa und ihre Tante Betty nach der Perle suchen. Beide Erzählstränge lassen eine liebevolle und fantastische Geschichte entstehen, die durch die wunderbaren Illustrationen von Verena Körting perfekt ergänzt wird. Vor allem die Bilder von den Bewohnern von Filz finde ich einfach nur bezaubernd.

Passend zum Filzland haben die Autoren Brinx und Kömmerling auch einige neue Worte geschaffen. So ist die Kugel zum Beispiel nicht faszinierend, sondern fransiniernd. Durch diese und viele andere kleine Details erwacht Filzland zum Leben und es macht Spaß die Welt aus der Perspektive seiner Bewohner zu erleben.

Kurze Kapitel und Abschnitte erleichtern es vor allem noch ungeübten kleinen Lesern, selbst ganz ohne Hilfe in die Geschichte einzutauchen und nicht überfordert zu werden.

Mein Fazit: Mit Fussel und Flocke gibt es zwei neue, liebenswerte kleine Helden für das Kinderzimmer und auch den Erwachsenen wird durch den großen Ideenreichtum und der Liebe zum Detail garantiert niemals langweilig. Eine tolle Geschichte zum Vorlesen oder Selberlesen und eine klare Leseempfehlung von mir.

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verlust, liebe, collide series

Lives Collide (Volume 1)

Kristina Beck
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 24.01.2017
ISBN 9781540431561
Genre: Sonstiges

Rezension:

As a teenager Lisa survived a horrible car accident because someone with emerald green eyes helped her. She does not know his name and the black leather jacket he left behind gives no clue. Nevertheless, she kept the jacket because it makes her feel save.

Since James helped a girl who got caught in a car accident he is determined to become a doctor. He attends medical school and his future seems to be almost perfect. When suddenly a tragedy turns his life upside down he cannot find the strength to carry on the way he did. He keeps to himself, drinks a lot and ignores any help.

That’s when he meets Lisa again. Both emotionally scarred, they are drawn to each other and eventually become friends. Soon they realize that their lives have been intertwined for several years. Is it fate? Coincidence? Are they meant to be together?

Kristina Beck has written a very emotional debut. Both Lisa and James are likable characters who suffer from personal tragedies.

The book is divided into two parts and I very much liked the first one when both live their own life and never knew that have influenced each other’s life for years. Although the meet several times they are not aware of one another. I always wondered when they will finally meet and figure out their strange history.

In the second part Lisa and James finally get to know each other. While slowly becoming friends, they help each other to fight their personal demons.

Nevertheless, it was a little bit annoying and exhausting that both Lisa and James’ families only seem to live to support them. It looks like that their one and only concern is the well-being of those two. Of course, it is good and natural that they care about them but I wonder if they also have a life of their own.

At some point, I got a clue what will happen in the end and unfortunately, I guessed right. Do not misunderstand me, I love happy endings but this was way too much for my liking. When you read the novel, you will probably know what I mean, no matter whether you will like it or not.

Kristina Beck created a touching story and her way of telling it is both enthralling and sympathetically. It was easy to feel with Lisa and James even when I sometimes got the urgent desire to shake them so that they could finally see that they have suffered enough and that they should give life a second chance to become wonderful.

Apart from the mentioned aspects I really liked Kristina Beck’s well written debut and I highly recommend it to all who like a touching love story. I hope that it will not take too long until I can read the second book in the Collide series, when we get to know the story of Lisa’s sister Tina.

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Tags: collide series, liebe, verlust   (3)
 

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27 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

usa, 20. jahrhundert, faschismus, sinclair lewis, penguin classics

It Can't Happen Here

Sinclair Lewis
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin Classics, 20.01.2017
ISBN 9780241310663
Genre: Klassiker

Rezension:

Was kaum jemand für möglich gehalten hat, ist wahr geworden: Buzz Windrip ist zum neuen, amerikanischen Präsidenten gewählt worden. Sein 15-Punkte-Plan, der zwar frauen-, ausländer- und judenfeindlich ist, aber Amerika wieder stolz machen und in ein blühendes Land verwandeln soll, wird offenbar begeistert aufgenommen.

Doch schon bald nach der Wahl zeigt sich, dass das Leben nicht für alle besser wird. Wer anders denkt und nicht mit dem Strom schwimmt, der bekommt es nur allzu schnell mit Windrips Handlangern, den Minute Men, zu tun. Gleichschaltung - und wer stört wird einfach ausgeschaltet, gleich ob ehemaliger Freund oder Feind. Bücherverbrennung, politische Neustrukturierung, Einschnitte in der Bildung. Schnell wandelt sich das freie Amerika in einen autoritären Staat.

Auch der Journalist Doremus Jessup sieht lange Zeit beinahe ohnmächtig zu. Kann das wirklch wahr sein? Kann nichts mehr unternommen werden?

Sinclair Lewis, der bereits 1930 den Literaturnobelpreis"für seine starke und lebendige  Schilderungskunst, nebst dem Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen“ (Begründung des Nobelkomitees) bekommen hat, schrieb "It can't happen here" 1935. Sein Ziel war wohl einerseits die Warnung vor ähnlichen Entwicklungen wie in Deutschland und Europa, über welche er vermutlich durch seine Frau Dorothy Thompson recht gut im Bilde war, sowie - damit einhergehend - in gewissen Maße auch der Versuch die 1936 anstehende Präsidentschaftswahl zu beeinflussen.

In der Tat ist das von ihm entworfene Szenario zwar in Teilen überspitzt dargestellt und teilweise eine Politsatire, dennoch wissen wir aus der Geschichte, dass sich Ähnliches nur zu leicht ereignen kann. Gerade zu Beginn des Romans fühlte ich mich unweigerlich an die aktuelle Situation in den USA, aber auch an die in der Türkei, erinnert. Buzz‘ Forderungen waren schon ein wenig unheimlich zu lesen, besonders wenn man die Wahlversprechen der letzten US-Präsidentschaftswahl vor Augen hat. Sicher sind sie nicht identisch, aber eine gewisse Gemeinsamkeit ist nicht zu übersehen.

Nachdem ich mich bei den ersten Seiten noch gefragt habe, ob ich es bis zum Ende durchhalte, habe ich mich mit jeder Seite mehr eingelesen und kam insgesamt mit dem Stil gut zurecht, auch wenn ich ihn bis zum Ende als sperrig und ungelenk empfunden habe und nur hin und wieder etwas von der Schilderungskunst, die das Nobelkomitee gewürdigt hat, finden konnte. Ein wenig habe ich sie in der Ironie bzw. dem Sarkasmus von Doremus gespürt.

Dennoch war ich streckenweise richtig gefesselt von den Entwicklungen - oder war es eher ein fasziniertes Grauen? Die vielen Vergleiche, die sich aufdrängten, ließen mich gedanklich mehr als einmal den Kopf schütteln. Die Geschichte wiederholt sich doch immer wieder und offenbar ist es nicht so einfach etwas daraus zu lernen. Passend dazu, habe ich mir unter anderem folgenden Satz markiert: "... it's like reading about typhus in China and suddenly finding it in your own house!" (S.178) Manch einer ist vielleicht tatsächlich überrumpelt von den  Entwicklungen und realisiert erst dann was los ist, wenn es (fast) zu spät ist. Wie schon der Titel sagt, man geht einfach nicht davon aus, dass "es" bei einem selbst passieren kann.

Doch trotz der spannenden Thematik, die immer noch hochaktuell ist, habe ich sehr lange für die Lektüre der knapp 400 Seiten gebraucht. Dies lag zum einen am bereits erwähnten Schreibstil, zum anderen daran, dass ich sehr viel zu amerikanischer Geschichte und Politik nachgelesen habe, um das Geschehen besser einordnen zu können und mir Klarheit über die Verhältnisse zu verschaffen. Ebenso habe ich nach zahlreiche Figuren gegoogelt, denn es entstammen bei Weitem nicht alle der Feder von Sinclair Lewis. Für mich war das stellenweise etwas mühselig, doch die historischen Persönlichkeiten und natürlich die politische Stimmung sowie die wirtschaftliche Lage waren den damaligen Lesern sicher bekannt und sie konnten ganz anders an das Buch herangehen.

Mein Fazit: Sinclair Lewis' Werk ist trotz seines Alters erschreckend aktuell und erinnert an George Orwells "1984" oder auch an "Brave new World" von Aldous Huxley. Auch wenn die Bücher ganz unterschiedlich sind und eine völlig andere Herangehensweise bieten, so haben sie doch eines gemeinsam: sie gehen der Frage nach "was wäre wenn" und rütteln die Leser auf. "It can't happen here" ist keine einfache Lektüre für zwischendurch, aber ich bin froh, dass ich es gelesen habe und manche Szenen werden mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Auf Grund des etwas zähen Beginns und des Schreibstils "nur" 4 von 5 Sternen.

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Tags: dystopie, klassiker, politsatire   (3)
 

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48 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

krallenspur, dämonen, vampir, wölfe, lara seelhof

Krallenspur

Lara Seelhof
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Tomfloor Verlag, 15.02.2017
ISBN 9783981851908
Genre: Fantasy

Rezension:

Als Cassian neu auf die Schule kommt, fallen ihm gleich reihenweise die Mädchenherzen zu Füßen und so fällt es ihm nicht schwer, beinahe jeden Tag eine andere Schulschönheit im Arm zu halten. Auch Celia wird direkt von ihm angezogen und sie fühlt sich in seiner Nähe als jemand Besonderes. Seine vielen Geheimnisse wirken nur umso anziehender auf sie. Erstaunlicherweise scheint es ihm ähnlich zu ergehen. Doch bald schon zeigt sich, dass Cassians Geheimnisse weit gefährlicher sind, als Celia jemals vermutet hätte. Wer glaubt den schon tatsächlich an die Existenz Dämonen?

Und warum wollen einige von ihnen ausgerechnet ihren Tod? Celia bleibt eigentlich keine Wahl. Sie muss Cassian vertrauen, wenn ihr ihr Leben lieb ist.

Lara Seelhof hat einen spannenden und teilweise romantischen Urban-Fantasy Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Ich bin förmlich durch die 600 Seiten geflogen.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig und es fällt nicht schwer in Celias Welt einzutauchen. Sie ist eine sympathische Protagonistin, die im Laufe des Buches großen Mut und Stärke beweist und mit der ich problemlos mitfiebern konnte. Cassian ist zunächst sehr geheimnisvoll und seine Motive sind undurchsichtig. Kann Celia ihm wirklich vertrauen oder sollte sie sich doch lieber an den nicht weniger geheimnisvollen Sebastian Duveauchelle halten?

Vor allem Sebastian hat sich zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt. Düster, gefährlich und gerade anfangs einfach zu nett und aalglatt. Gut, dass es noch Celias Freundin Abby gibt, die einen wunderbaren Gegenpart zu Sebastian bildet und ihm immer wieder Kontra gibt. Abby ist in vielen Dingen das genaue Gegenteil von Celia und doch ergänzen sich auch diese beiden gut.

Lara Seelhof schafft es allerdings nicht nur ihren Protagonisten gekonnt Leben einzuhauchen, auch ihre Nebenfiguren haben genügend Raum und bedienen nicht nur Stereotypen. Besonders Celias Oma musste man einfach ins Herz schließen und auch von Zaphiro hätte ich gerne mehr gelesen.

Ebenfalls gut gelungen ist die Verwendung verschiedener Schriftarten im Buch. Der Großteil des Buches ist normal geschrieben und erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Celia. Deutlich davon abgesetzt sind einige Passagen in anderer Schriftart. So weiß man als Leser gleich, wo man sich befindet und es gibt keine Verwirrung.

Zu Beginn des Romans wurde ich öfters an die Twilight-Bücher erinnert, doch die Geschichten entwickeln sich sehr unterschiedlich und nach einiger Zeit gibt es kaum noch Parallelen. Mich persönlich hat es nicht gestört, dass anfangs eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden war, denn ich denke man kennt oft schon viele Motive und Konstellationen aus anderen Büchern oder auch Filmen. Wenn der Stoff dennoch gut umgesetzt ist – und das ist hier ganz klar der Fall – dann macht mir das gar nichts.

Ein besonderer Pluspunkt des Romans: Die Geschichte um Celia und Cassian ist am Ende geschlossen und es bleiben kaum offene Fragen. Auch wenn ich gerne noch länger in ihre Welt eintauchen würde, finde ich es toll, dass es unter der Vielzahl von Reihen und Trilogien auch immer noch Einzelbände gibt, die für sich alleinstehen.

Mein Fazit: „Krallenspur“ ist eine wunderbarer und fesselnder Fantasyroman, der sich zwar einiger Klischees bedient, aber zu keiner Zeit langweilig war. Gekonnt hält die Autorin die Balance zwischen romantischen und eher actionreichen Szenen. Die tollen Charaktere lassen mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück, da ich mich nun von ihnen verabschieden muss. Eine klare Leseempfehlung für alle, die romantische Fantasy lieben.

 

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129 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

fantasy, krieg, fluch, märchen, gift

The Sleeping Prince - Tödlicher Fluch

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845817941
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Während der ehemals schlafende Prinz endgültig erwacht ist und mit grausamer Brutalität Lormere und Tregallan erobert, kämpft Erinn in einem kleinen Dorf nahe der Grenze ums tägliche Überleben. Seit ihr Bruder verschwunden ist, liegt es an ihr sich um ihre Mutter zu kümmern, die von einer gefährlichen Krankheit befallen zu sein scheint und das Geld für die Miete der heruntergekommenen Hütte und die notwendigsten Lebensmittel zu besorgen. In ihrer Not verdient sie ihr Geld damit, Salben, Tränke und verbotene Gifte herzustellen.

Als der Krieg immer näherkommt und das Dorf von Soldaten beschlagnahmt wird, weiß Erinn endgültig nicht mehr weiter. Silas, der regelmäßig tödliche Substanzen von ihr kauft, ist der einzige, an den sie sich wenden kann. Doch er verschwindet und Erinn muss sich allein durch das Land kämpfen, um ihr eigenes Überleben und das ihrer Mutter zu sichern.

„The sleepig prince – Tödlicher Fluch“ ist der zweite Band von Melinda Salisburys Reihe rund um den schlafenden Prinzen. Als ich den Titel über NetGalley anfragte, war mir dies jedoch nicht bewusst, so dass ich das Buch ohne jegliche Vorkenntnisse gelesen habe. Zum Glück fiel es mir dennoch leicht mich in der Geschichte einzufinden. Nur an wenigen Stellen habe ich einige Informationen vermisst, die andere Leser vermutlich aus Teil eins haben.

Dieser Band wird - anders als der Erste - aus Sicht von Erinn erzählt, der Schwester von Lief. Erinn weiß nicht, was mit ihrem Bruder geschehen ist und ist nun auf sich allein gestellt. Trotz ihrer Verzweiflung schafft sie es nicht aufzugeben und sucht immer nach einer Lösung. Von Beginn an war sie mir sympathisch und ich konnte mit ihr mitfühlen, auch wenn ich manche ihrer Reaktionen nicht nachvollziehen konnte. (Aber um ehrlich zu sein, kann ich das ab und zu rückblickend auch nicht immer bei meinen eigenen). Silas war das ganze Buch über ein spannender Charakter, über den ich gerne noch mehr erfahren hätte.

Der Schreibstil ist fesselnd und ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Vor allem das Ende und der Epilog haben es in sich. Am liebsten hätte ich es mir direkt mit dem nächsten Teil gemütlich gemacht, doch der ist ja noch nicht erschienen.

Mein Fazit: Auch wenn ich kein Freund davon bin mitten in einer Reihe oder Serie einzusteigen, ging es in diesem Fall problemlos und es kam zu keinerlei Verständnisschwierigkeiten. Ich bin sehr neugierig auf den ersten und mehr noch auf den dritten Band geworden und werde beide sicherlich lesen. Eine klare Leseempfehlung für jugendliche und jung gebliebene Fantasyleser.

Vielen Dank an bloomoon und Netgalley für das Rezensionsexemplar.

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Tags: reihe, sin eater's daughter   (2)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

eskimo, hörbuch, anu stohner, serie, ab 5 jahre

Aklak, der kleine Eskimo - Spuren im Schnee

Anu Stohner , Henrike Wilson , Sigrid Burkholder
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei cbj audio, 28.11.2016
ISBN 9783837134858
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schon den ganzen Tag geht dem Eskimojungen Aklak der kleine Eisbär nicht mehr aus Kopf, den er am Tag zuvor gesehen hat. So will er sich am Nachmittag auch unbedingt mit seinen Freunden nochmals an derselben Stelle treffen. Da sie alle erst später kommen können, macht sich Aklak zusammen mit seinem Husky Tuktuk schon einmal allein auf den Weg zum Treffpunkt. Und tatsächlich: dort im Schnee findet er Spuren, die nur von einem Eisbärjungen stammen können. Auch wenn Aklak eigentlich weiß, dass die Eisbärenmutter nicht weit sein kann, beschließt er den Spuren zu folgen - wenigstens ein paar Schritte, solange bis seine Freunde eintreffen. Während Aklak dem kleinen Eisbären folgt, zieht langsam ein Schneesturm auf. Für seine Freunde ist es nun gar nicht so leicht, Aklak zu folgen. Dafür scheint die Eisbärenmutter längst auf der Spur ihres Jungen zu sein und damit auch auf der von Aklak…

Bei dem Hörbuch zum zweiten Abenteuer des kleinen Eskimojungen Aklak handelt es sich um eine gekürzte, inszenierte Lesung. Sigrid Burkholder liest mit klarer, ruhiger und sehr angenehmer Stimme. Ihre Stimme und die passend eingesetzte Musik lassen den Hörer leicht in Aklaks Welt eintauchen. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Aklak und aus der Sicht seiner Freunde, die versuchen ihn im Schneegestöber zu finden, erzählt. So ist auch Freundschaft und Hilfsbereitschaft ein zentraler Aspekt dieser Geschichte. Aklaks Freunde erkennen lange vor ihm die Gefahr und setzen daher alles daran ihm zu helfen und ihn zu finden. Ihre Suche nach ihm erfordert Mut und gegenseitiges Vertrauen.

Neben Aklaks menschlichen Freunden haben mir auch seine tierischen Freunde sehr gefallen. Auch sie überwinden ihre Angst vor dem Eisbären und setzen alles daran Aklak zu warnen. Mein kleiner Sohn fand besonders den Wal toll, da er die Stimme, die Sigrid Burkholder ihm verliehen hat, so lustig fand.

Inzwischen hat mein Sohn die Geschichte bereits mehrfach gehört, allerdings immer in Etappen. Da er in Kürze erst vier wird, sind ihm 79 Minuten noch zu lang zum Zuhören. Daher denke ich, dass die Altersempfehlung ab 5 Jahren sehr passend ist. Inhaltlich habe ich das Gefühl, dass er die Geschichte dennoch verstanden hat. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass sich die Kinder im Kindergarten im letzten Jahr wochenlang mit dem Thema Bären beschäftigt. Die Krönung war ein Besuch im Zoo, um dort auch mal echte Eisbären zu sehen. Daher dürfte es ihm leichter fallen den Eisbären richtig einzuordnen.

Mein Fazit: Ein tolles, kindgerechtes Hörbuch, das genau das richtige Maß an Spannung für die kleinen Zuhörer bietet und einfach wunderbar liebenswerte Figuren vor dem inneren Auge auferstehen lässt. Es macht Spaß Aklak und seine Freunde zu begleiten und es wird sicher nicht unser letztes Hörbuch von dem kleinen Eskimojungen bleiben.

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

sternenfunken, nora roberts, noraroberts, blanvalet, sternenregen

Sternenfunken

Nora Roberts
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2017
ISBN 9783734103407
Genre: Liebesromane

Rezension:

Aus den sechs Wächtern, die das Schicksal zusammengeführt hat, ist eine eingeschworene Gemeinschaft geworden. Nachdem sie den ersten Stern gefunden und sicher versteckt haben, geht die Suche nach dem Wasserstern nun auf der traumhaften Insel Capri weiter. Es gestaltet sich äußerst schwierig genaue Hinweise auf den Stern zu bekommen und die Zeit wird immer knapper – vor allem für Annika, deren Aufenthalt an Land begrenzt ist. Immerhin kommt sie während ihrer Nachforschungen endlich Sawyer näher und kann zumindest für den Moment alle Zweifel und Hindernisse vergessen.

Zudem besteht die Hoffnung, dass sie mit ihrer besonderen Verbindung zum Wasser den Stern aufspüren kann und die sechs so ihrem Ziel wieder ein Stückchen näher sind.

Während die Auserwählten mit unverminderter Kraft weiter nach dem Stern suchen, versucht Nerezza sich von ihrer Niederlage auf Korfu zu erholen und bringt einen weiteren gefährlichen Gegner ins Spiel. Bald stehen Annika, Sawyer und ihre Gefährten nicht nur der dunklen Göttin gegenüber sondern auch sehr irdischen Bedrohungen…

Nachdem mir der erste Band der Sternen-Trilogie gut gefallen hat, war klar, dass ich auch den zweiten Teil lesen muss. Während im vorherigen Band Sasha und Bran im Zentrum des Geschehens waren, liegt nun der Fokus neben der Sternsuche auf Annika und dem geheimnisvollen Sawyer. Auch wenn völlig absehbar ist, dass sich die beiden näherkommen werden, so macht es dennoch Spaß sie dabei zu beobachten. Vor allem Annikas unnachahmliche Art hat mir sehr gefallen und sie ist eine tolle Protagonistin: lebensfroh, neugierig, offen und einfach liebenswert. Da stört es mich auch nicht, dass sie zudem umwerfend aussieht und offenbar in nahezu jeder Lebenslage eine beinahe perfekte Körperbeherrschung hat. Sei es das Schwimmen, Tanzen, Akrobatik, Nahkampf… - nichts scheint ihr schwer zu fallen. Manch einem Leser mag das zu dick aufgetragen erscheinen und ich selbst ziehe es auch vor, wenn die Charaktere weniger perfekt sind, doch Annika hat mich trotzdem völlig für sie eingenommen.

Weniger gelungen finde ich die Tatsache, dass die sechs alle Gefahren aus meiner Sicht zu leicht vorhersehen und sehr schnell überwinden. Trotz der schon auf dem Klappentext genannten Gefangennahme wird so leider nicht allzu viel Spannung erzeugt. Für mich lebte der Roman vor allem durch seine Charaktere, die Handlung gab nicht ganz so viel her.

Da ist es vor allem auch dem gewohnt flüssigen Schreibstil zu verdanken, dass ich trotz der fehlenden Spannungsmomente beinahe durch die Seiten geflogen bin.

Mein Fazit: Auch wenn mich der zweite Band der Sternen-Trilogie nicht ganz so überzeugen konnte wie der erste, so hat mir das Lesen dennoch Spaß gemacht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und durch den gekonnten Stil wurde es zu keiner Zeit langweilig. Ganz sicher werde ich auch noch den Abschlussband lesen. Trotz kleiner Schwächen auf jeden Fall eine schöne Trilogie für alle, die romantische Geschichten mit einer Prise Action und einer Menge Magie mögen.

 

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71 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

nasa, rassentrennung, emanzipation, usa, gleichberechtigung

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Margot Lee Shetterly , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.01.2017
ISBN 9783959670845
Genre: Biografien

Rezension:

Auf der Frankfurter Buchmesse 2016 habe ich den Titel in einer Verlagsvorschau von HarperCollins zum ersten Mal entdeckt. Ich muss gestehen, dass ich mich bis dahin - und eigentlich sogar bis ich das Buch dann endlich in den Händen hielt – noch nie mit der Thematik beschäftigt hatte. Es war mir völlig unbekannt, welche Rolle schwarze Frauen in der Geschichte der NACA/ NASA gespielt haben. Sicherlich ist dies zum Teil der Tatsache geschuldet, dass es eben ein Teil der Geschichte der USA ist und nicht Deutschlands oder Europas, dennoch gab es in dem Buch auch immer wieder Dinge und Sachverhalte, die mir dann doch bekannt waren.

Margot Lee Shetterley erzählt in „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ die Geschichte vieler schwarzer Frauen, der Fokus liegt jedoch auf drei schwarzen Frauen, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg in das Langley Memorial Aeronautical Laboratory gefunden haben und dort ihre Fähigkeiten weiterentwickeln konnten und mit ihrer Arbeit maßgeblich die Forschungen für die Raumfahrt vorangetrieben haben. Es geht um Dorothy Vaughan, Katherine Johnson, Mary Jackson. Alle drei sind starke Frauen, die mich beim Lesen vor allem dadurch beeindruckt haben, wie sie trotz Diskriminierung und vielerlei Vorurteile ihren Weg gefunden haben.

Als Dorothy sich beworben hat und tatsächlich als eine der „West-Computer“ im Langley Memorial Aeronautical Laboratory anfing, hat sie sicherlich nicht im Traum daran gedacht, wie sich die Dinge im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte ändern würden. Während es heute normal ist, wenn Afroamerikaner - ganz gleich ob Männer oder Frauen - als Wissenschaftler oder Ingenieure arbeiten, so sah es für Dorothy erstmal völlig anders aus. Sie und die anderen Frauen haben gewissermaßen versteckt, am westlichen Rand des Geländes gearbeitet und bekamen wenig Anerkennung für ihre Arbeit. Doch nicht nur die schwarzen Frauen, auch den weißen Mathematikerinnen wurde zunächst nicht viel zugetraut:

„Langleys erstes mit Frauen besetztes Rechenzentrum war 1935 in Betrieb gegangen und hatte die Männer der Forschungsanstalt in Aufruhr versetzt. Wie konnte ein weibliches Gehirn derart analytische und exakte Arbeit wie Mathematik verrichten? Schon der Gedanke, 500 Dollar in eine Rechenmaschine zu investieren, die dann ein Mädchen bedienen sollte!“ (S.26)

Doch trotz der Vorurteile gegen Frauen und vor allem schwarze Frauen, war für Dorothy und die anderen schwarzen Mädchen das Leben im Labor nicht ganz so beschränkt, wie außerhalb, wo die Rassentrennung ganz klar verfolgt wurde. In Langley verschwammen im beruflichen Miteinander mitunter die Grenzen, selbst wenn auch hier Schilder in der Cafeteria oder an Toilettentüren allgegenwärtig waren. So führte auch die Personalabteilung „eine Kartei mit freien Wohnungen für neue Angestellte, sorgfältig nach Rassen getrennt, um >angemessene Kontakte zu ermöglichen< und >Unannehmlichkeiten zu vermeiden<.“ (Seite 58)

Es war packend und lehrreich in das Buch einzutauchen. Man merkt jeder Zeile an, dass die Autorin sehr gründlich recherchiert hat. Davon zeugen insbesondere die vielen Zitate und Fußnoten. Allein schon der Anhang umfasst mit seinen Anmerkungen und Quellenangaben etwa 50 Seiten. Er ist übersichtlich gegliedert und somit auch während des Lesens gut zu handhaben. Mit einem guten Gespür für die damalige Zeit lässt Margot Lee Shetterley uns teilhaben an einem Stück amerikanischer Geschichte, dass lange übersehen wurde und im letzten Jahr durch das Buch und wohl mehr noch durch die umgehende Verfilmung in den Fokus der Allgemeinheit gerückt wurde.

Mein Fazit: „Hidden Figures“ ist eine spannende Lektüre, die den Leistungen der so lange unbekannten schwarzen Mathematikerinnen Tribut zollt. Mir hat es sehr gefallen, wie die vielen Zitate in das Buch eingeflossen sind und so nicht nur das Leben von Dorothy und den anderen greifbarer, sondern auch das damalige Zeitgefühl anschaulich gemacht haben. Leider war mir allerdings gerade die erste Hälfte des Buches stellenweise zu trocken und nüchtern, so dass ich trotz des faszinierenden Inhalts nur recht langsam vorankam. Daher „nur“ vier von fünf Sternen.

 

 

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Tags: langley, nasa, usa   (3)
 

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nachkriegszeit, 2. weltkrieg, hamburg, krimi, historischer roman

Trümmerkind

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2016
ISBN 9783426281376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im eisigen Winter 1946/47 sucht Hanno Dietz in den Trümmern nach Holz und Altmetall. Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester Wiebke kämpft er Tag für Tag ums Überleben. Als er und Wiebke eines Tages einen etwa dreijährigen Jungen finden, der ganz allein ist, nehmen sie ihn mit. Trotz aller Widrigkeiten wächst der Junge, den sie Joost nennen, bei ihnen auf. Lange Jahre weiß er nichts über seine Herkunft und nicht nur seine vermeintliche Mutter Agnes Dietz, sondern auch Hanno schweigt über die Umstände, wie Joost zu ihnen gekommen ist. Denn unweit von dem kleinen Jungen entdeckte er in den Trümmern auch die nackte Leiche einer Frau.

Knapp zwei Jahre zuvor, im April 1945, muss Clara Anquist in der Uckermark miterleben, wie die Russen einmarschieren und ihr geliebtes Zuhause enteignen. Gemeinsam mit ihrer Schwester, deren Kindern und wenigen Bekannten sieht sie sich gezwungen zu überlegen, wie ihr Leben weitergehen kann, denn eine Zukunft auf dem Gut scheint es nicht mehr zu geben.

Jahrzehnte später besucht die Lehrerin Anna Meerbaum eben dieses Gut Anquist, um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren. Ihre Mutter schweigt beharrlich, wenn die Sprache auf ihre Kindheit auf dem Gut kommt und auch die Kriegsjahre und ihre Flucht sind ein absolutes Tabuthema.

Mechtild Borrmann schafft es mit diesen drei Handlungssträngen ein sehr persönliches und berührendes Bild aus der Nachkriegszeit zu zeichnen. Nach und nach stellt sich heraus wie die ganz unterschiedlichen Schicksale doch miteinander verwoben sind. In spannender Weise erzählt sie die Geschichte zweier Familien und nimmt ihre Leser mit in die damalige Zeit. Mit einer klaren Sprache versetzt sie uns zurück und schildert eindringlich, wie Schuld und Verantwortung, Verdrängung, Angst und Gewalt das Leben bestimmt haben und teils immer noch bestimmen.

Leise und ruhig erzählt die Autorin und lässt ihren Figuren und der Geschichte genügend Raum sich langsam zu entwickeln. So ist ein atmosphärisch dichter Roman entstanden, der mich von Beginn an zu fesseln vermochte. Besonders die Stimmung und das Leben im zerstörten Hamburg wurden aus meiner Sicht sehr gut eingefangen. So sind es auch vor allem Joost und die Dietzens mit denen ich besonders mitgelitten und gehofft habe.

Einzig Anna Meerbaum blieb für mich ein wenig blass. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten bei ihrer Suche nach den Wurzeln der Familie mitzufiebern und zu hoffen, dass ihre Mutter irgendwann ihr Schweigen bricht.

Sehr gut gelungen ist die Einbindung der bis heute
ungeklärten Trümmermorde aus Hamburg. Die nackte Frau, die im Roman von Hanno
Dietz gefunden wird, ist eines der vier Opfer, deren Identität man tatsächlich
schon 1947 in einer groß angelegten Aktion versuchte aufzuklären. Ebenso wie im
Buch geschah dies unter anderem mittels tausender Plakate.

Mein Fazit: „Trümmerkind“ ist ein fesselndes Buch und erzählt trotz des fiktiven Inhalts anschaulich ein Stück Zeitgeschichte. Dabei kommt die Spannung bei weitem nicht nur von dem Verbrechen, dass die Autorin mit eingeflochten hat, sondern in erster Linie von den dramatischen Ereignissen im Leben der Dietzens und Anquists und der Frage, worin die genaue Verbindung zwischen ihnen liegt. Eine klare Leseempfehlung von mir.

 

 

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Tags: familiengeschichte, hamburg, nachkriegszeit   (3)
 

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bücher, fantasy, impress, felicitas brandt, ebook

Als die Bücher flüstern lernten

Felicitas Brandt
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.01.2017
ISBN 9783646602593
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 17-jährige Hope schlägt sich als Waise allein auf der Straße durch. Ein wirkliches Zuhause findet sie nur in unzähligen Büchern, die sie über alles liebt und die ihr auf geheimnisvolle Weise zuflüstern. Auf der Suche nach weiteren Büchern bricht Hope eines Tages in das Haus der reichen Winterbuttoms ein und wird prompt von Sam, dem Sohn des Hauses erwischt. Doch noch ehe die beiden die Situation klären können, werden sie unvermittelt in ein Buch hineingezogen und stolpern kopfüber in ein spannendes Abenteuer.

Gemeinsam mit den beiden Protagonisten Sam und Hope bricht der Leser auf zu einer fantastischen Reise durch die Welt der Bücher und Geschichten. Während Hope in der Tat stapelweise Bücher verschlingt, hat es Sam eigentlich gar nicht so sehr mit dem Lesen. Dafür kennt er unzählige Filme und zumindest was mich anbelangt habe ich sicher ebenso wie Hope längst nicht alle seine Anspielungen auf diverse Filme und Serien erkannt. Da fiel es mir wesentlich leichter Hopes Anmerkungen zu ihren Büchern einzuordnen.

Allerdings war mir Sam als Protagonist sympathischer als Hope. Während er stets versucht hat, etwas Positives zu finden und Hope hilfreich zur Seite stand, hat Hope immer wieder auf stur geschaltet und konnte richtiggehend abweisend und aggressiv werden. Sicher lässt sich da manches durch ihre Geschichte erklären, da sie es sicher nie leicht hatte, doch auf Dauer hat mich ihr Verhalten immer wieder gestört. Dazu gehört auch ihre Sprache, die so einige Kraftausdrücke kennt. Ich muss zwar zugestehen, dass sie sowohl zu ihr als Person als auch zu ihrem Alter passt, trotzdem ist es persönlich einfach nicht mein Fall. Nichtsdestotrotz war Hope eine starke Protagonistin, mit der ich mitfiebern konnte.

Die Idee von flüsternden Büchern und die Möglichkeit im wahrsten Sinne des Wortes in ein Buch einzutauchen gefällt mir sehr. An einigen Stellen haben mich zwar die auftretenden Filmcharaktere etwas irritiert und manche Szenen hätten gerne etwas länger sein dürfen, um sich wirklich zu entwickeln, doch insgesamt ist die Reise durch die Bücher gut gemacht. Auch die Abschnitte, die in unserer Realität spielen, stehen dem in nichts nach. Sams Mutter handelt vielleicht eher untypisch, doch sie ist mir ebenso wie seine kleine Schwester direkt sympathisch gewesen.

Mein letzter Kritikpunkt betrifft das Ende. Nachdem lange auf das Geheimnis und die Bedrohung hingearbeitet wurde, wird alles schnellstmöglich abgehandelt und so ganz rund ist das Ende für mich nicht. Ein wenig hatte ich das Gefühl mitten in der Geschichte stehen gelassen geworden zu sein; vielleicht war das im Hinblick auf eine Fortsetzung, die sich zumindest andeutet, so gewollt?

Mein Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte ließ sich das Buch gut lesen, was zum einen an den Hauptcharakteren lag, die einen guten Gegenpol zueinander boten, zum anderen vor allem an dem durchweg spannendem Schreibstil. Auch wenn ich nicht restlos überzeugt bin, bin ich sicher, dass die Geschichte vor allem jugendliche Fantasyleser begeistern wird.

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Tags: artus, fantasy   (2)
 

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roadtrip, verlag, southlea bay, autoinnen, abweisung

Ein Buchclub auf Abwegen

Suzanne Kelman
E-Buch Text: 316 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 10.01.2017
ISBN 9781503998063
Genre: Romane

Rezension:

Als die stadtbekannte Doris Newberry Bibliothekarin Janet um Hilfe bittet, schlittert diese kopfüber mitten in den „Club der Abgelehnten“, einem illustren Kreis von Schriftstellerinnen, die statt auf eine Veröffentlichung ihrer Werke zu hoffen seltsamerweise mit Begeisterung Ablehnungsschreiben sammeln. Als etwas Ungeheuerliches geschieht und nicht nur die Existenz des Clubs auf dem Spiel steht, begibt sich Janet schon kurze Zeit später mit den abgelehnten Damen auf eine aberwitzige Reise nach San Francisco.

Mit Spannung habe ich das Buch begonnen und bin gemeinsam mit Janet in die Runde der nicht mehr ganz jungen, aber dafür umso eigensinnigeren Damen gestolpert und konnte auf Dauer ebenso wie Janet nicht umhin, alle ins Herz zu schließen. Doris ist die unumstößliche Anführerin der Gruppe. Eine leidenschaftliche Köchin mit einem Faible für abgedrehte Geschichten, manchmal etwas herrisch, aber sehr fürsorglich, wenn es um ihre Damen und ihre Mutter geht. Stets an ihrer Seite ist Ethel, oft mürrisch und einsilbig, doch auch sie ist mit Herz und Seele bei der Mission dabei. Annie strickt und liebt Soaps, gegen die ihre eigene Reise ein beschaulicher Spaziergang ist, Flora ist die schüchterne und zurückhaltende Dichterin der Gruppe und Janet selbst liebt ihre Arbeit in der Bibliothek, ihren Mann und die Ruhe, die normalerweise in ihrem Leben herrscht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach dem ersten Treffen bei Doris nicht lieber Hals über Kopf aus dem Land geflüchtet wäre, doch zu unserem Glück konnte Janet nicht Nein sagen und so entspinnt sich eine turbulente und amüsante Geschichte.

Im ersten Drittel gab es zugegebener Weise einige Längen für mich, doch danach hat das Buch einfach nur noch Spaß gemacht. Die Reise wird nicht nur durch die eigenwilligen Persönlichkeiten zu einem spannenden Abenteuer, auch äußere Umstände wie ein Erdrutsch lassen alles etwas anders ablaufen, als es Doris so generalstabsmäßig geplant hat. Doch Doris wäre nicht Doris, wenn sie nicht auch noch einen Plan B hätte – notfalls auch Plan C. So ernergisch und forsch wie sie auftritt, gelingt es der Autorin dennoch ihr auch sanfte Züge zu geben. Überhaupt sind alle Ladys sehr liebevoll charakterisiert und ich hätte nichts dagegen noch mehr über sie zu lesen. Vor allem mit der scheuen Flora und Dan, einer Zufallsbekanntschaft der Reise, bahnt sich ja direkt eine neue Geschichte an. Auch die daheimgebliebenen Zwillinge Lottie und Lavinia, die nicht unterschiedlicher sein könnten, haben sicher das Potential ebenfalls für allerhand Wirbel zu sorgen.

Der Schreibstil war flott, dennoch blieb genügend Zeit für Beschreibungen, so dass nicht nur die Charaktere, sondern auch die Umgebung gut beschrieben wurde.

Mein Fazit: Ein wunderbar skuriles, turbulentes und lustiges Buch, dass mich immer mehr gefangen genommen hat und deren Charaktere mich voll und ganz überzeugt haben. Eine tolle Lektüre, die auf jeden Fall einige vergnügliche Lesestunden garantiert.

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abenteuer, drachen, kinder, waisenhau, fremde welten

Saint Lupin´s Academy - Zutritt nur für echte Abenteurer!

Wade Albert White
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522653602
Genre: Sonstiges

Rezension:

Anvil, von allen einfach nur Anne genannt, fiebert ihrem 13. Geburtstag entgegen, denn dann kann sie endlich das „Saint-Lupin’s-Institut für Fortwährend Ungezogene und Grässlich Unansehnliche Kinder“ verlassen. Zwar wurden sie und ihre beste Freundin Penelope nicht an einer der Abenteurerakademien aufgenommen, doch alles ist besser als bis zum Umfallen unter der strengen Hand der Oberin zu schuften. Doch diese hat einen fiesen Plan ausgeheckt, damit Anne nicht die ersehnte Freiheit erlangt. So leicht gibt Anne sich allerdings nicht geschlagen und steckt plötzlich Hals über Kopf in einer richtigen Abenteuermission, die es in sich hat.

Drei Tage bleiben ihr, um sie zu erfüllen. Zum Glück hat sie Penelope und den Zauberer Hiro an ihrer Seite. Da muss doch einfach alles gut gehen, oder?

Der erste Band der neuen Reihe von Wade Albert White zeichnet sich durch viele kreative Ideen und Einfälle aus. Seien es Reisen mit Feuerbällen, Sandwölfe, endlose Türme, seltsame Schlüssel oder ein Navi (Nutzer-Anweisendes-Vogel-Informationssystem) – es gibt scheinbar nichts, dass es nicht gibt. So ist auch Annes Abenteuer voller skurriler und unvorhersehbarer Wendungen. Allerdings liegt genau da eins meiner Probleme mit diesem Buch. Alles geht sehr schnell, wirkt teilweise chaotisch und konfus. Die einzelnen Rätsel und gefährlichen Situationen, in denen sich Anne und ihre beiden Gefährten wiederfinden, werden so eilig abgehandelt, dass mich die Geschichte einfach nicht länger fesseln konnte. Auch die erzeugte Spannung flachte für mich dadurch jedes Mal schnell wieder ab.

Anne und Penelope werden dem Leser gleich zu Beginn gut vorgestellt. Der gleichaltrige Hiro kommt etwas später dazu und bleibt leider das ganze Buch über recht blass. Trotzdem konnte ich mir ihn, ebenso wie die übrigen Charaktere, dennoch recht gut vorstellen und ich hoffe, dass er in den nächsten Bänden aus dem Schatten der beiden Mädchen heraustreten kann.

Der Schreibstil ist locker und die Geschichte wird immer wieder durch Einschübe aus dem „Ultimativen Handbuch für Abenteurer“ unterbrochen, um Ratschläge oder Wissenswertes zur aktuellen Situation zum Besten zu geben. Unterteilt ist die Geschichte in viele kurze Kapitel, was gerade jüngeren Lesern sehr entgegenkommen dürfte.

Gut gefallen hat mir, dass der Autor Elemente aus dem klassischen Pen-und Paper-Rollenspiel eingebaut hat. So müssen Anne, Penelope und Hiro Kärtchen ziehen, die ihre Rolle festlegen (Zauberer, Kriegerin und Schmied), es gibt offizielle Gegenspieler und feste Regeln für die Abenteurermission. Letztere erinnern stark an umfangreiche Regelwerke wie zum Beispiel die von „Das Schwarze Auge“ oder „Dungeons & Dragons“.

Mein Fazit: Trotz der vielen fantasievollen Ideen konnte mich das Buch nicht längerfristig packen. Wie beschrieben gibt es durchaus viele einzelne Dinge, die ich mochte, doch viele gute Einzelheiten ergeben leider nicht immer ein ebenso gutes Ganzes. Mir waren zu viele Dinge in der Geschichte untergebracht, so dass die einzelnen Aspekte sich nicht voll entfalten konnten und auch der Humor war mir an einigen Stellen zu aufgesetzt. Daher wird dies mein erster, aber auch letzter Band dieser Reihe sein.

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fantasy, golden, geheimnisse, dunkelwelt

Golden - Elisa und die dunklen Pforten

Maria G. Noel
E-Buch Text
Erschienen bei null, 31.01.2017
ISBN B01NCLJLYI
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die vierzehnjährige Elisa und ihre Tante Ariana stürzen im wahrsten Sinne des Wortes in eine fremde Welt. Während Elisa sich in Aquilien gleich wohlfühlt, Freunde gewinnt und sich in den sympathischen Erlwin verliebt, fällt es Ariana wesentlich schwerer sich einzuleben.

Da helfen auch die Geheimniskrämerei der Stadträte und der unheimliche Gunnar nicht weiter. Und wäre der Weltensprung an sich nicht schon beängstigend genug, befindet sich Aquilien in großer Gefahr. Morcusnacht steht bevor und damit möglicherweise der Untergang ganz Aquiliens. Eine alte Prophezeiung spricht von einem Mädchen, in deren Händen es liegt die Welt zu retten. Kann es wirklich Elisa sein, wie die Räte behaupten? Aber warum ist dann auch Ariana in Aquilien gestrandet?

Maria G. Noel hat es ein weiteres Mal geschafft, mich mit auf eine phantastische Reise zu nehmen. Durch ihre bildgewaltige Sprache und ihre Liebe zu Details ist Aquilien mit seinen Bewohnern direkt zum Leben erweckt und ich bin gemeinsam mit Elisa und Ariana in diese spannende Welt eingetaucht.

Neben der gelungenen Beschreibung der Umgebung, haben mich vor allem die Charaktere überzeugen können; allen voran Ariana und Elisa, denn gerade ihre unterschiedlichen Reaktionen auf die Geschehnisse wirken sehr realistisch. Elisa ist ein typischer Teenager und benimmt sich ihrem Alter entsprechend. Sie ist trotzig und stur, aber auch sympathisch und offen. Während sie voller Begeisterung ihre neue Umgebung erkundet ist ihre Tante eher zurückhaltend, skeptisch und hinterfragt Vieles. Dadurch ist sie nicht nur ein spannender Gegenpol zu Elisa, sondern auch zu den Stadträten Dominiak und Thurid, die ihr am liebsten gar nichts über die Bedrohung ihrer Welt und über die Prophezeiung verraten würden.

Für mich der spannendste Charakter ist aber Dominiaks Knecht Gunnar, der sich so gar nicht wie ein Bediensteter verhält und der ganz offensichtlich mindestens ebenso viele Geheimnisse birgt wie Dominiak selbst. Seine Rolle konnte ich zu keiner Zeit wirklich einschätzen und auch am Ende bin ich nicht wesentlich klüger gewesen was ihn anbelangt. Daher bin ich umso gespannter, wie er sich im nächsten Teil der Golden-Reihe entwickeln wird.

Mein Fazit: Ein äußerst gelungener Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe, der mich zwar mit vielen offenen Fragen zurücklässt, aber dennoch ein rundes Ende bietet und mich vor allem durch seine liebevoll entworfenen Charaktere und viele überraschende Entwicklungen überzeugen konnte. Ich bin schon jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung und vergebe sehr gerne 5 Sterne.

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