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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

verlust, liebe, collide series

Lives Collide (Volume 1)

Kristina Beck
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 24.01.2017
ISBN 9781540431561
Genre: Sonstiges

Rezension:

As a teenager Lisa survived a horrible car accident because someone with emerald green eyes helped her. She does not know his name and the black leather jacket he left behind gives no clue. Nevertheless, she kept the jacket because it makes her feel save.

Since James helped a girl who got caught in a car accident he is determined to become a doctor. He attends medical school and his future seems to be almost perfect. When suddenly a tragedy turns his life upside down he cannot find the strength to carry on the way he did. He keeps to himself, drinks a lot and ignores any help.

That’s when he meets Lisa again. Both emotionally scarred, they are drawn to each other and eventually become friends. Soon they realize that their lives have been intertwined for several years. Is it fate? Coincidence? Are they meant to be together?

Kristina Beck has written a very emotional debut. Both Lisa and James are likable characters who suffer from personal tragedies.

The book is divided into two parts and I very much liked the first one when both live their own life and never knew that have influenced each other’s life for years. Although the meet several times they are not aware of one another. I always wondered when they will finally meet and figure out their strange history.

In the second part Lisa and James finally get to know each other. While slowly becoming friends, they help each other to fight their personal demons.

Nevertheless, it was a little bit annoying and exhausting that both Lisa and James’ families only seem to live to support them. It looks like that their one and only concern is the well-being of those two. Of course, it is good and natural that they care about them but I wonder if they also have a life of their own.

At some point, I got a clue what will happen in the end and unfortunately, I guessed right. Do not misunderstand me, I love happy endings but this was way too much for my liking. When you read the novel, you will probably know what I mean, no matter whether you will like it or not.

Kristina Beck created a touching story and her way of telling it is both enthralling and sympathetically. It was easy to feel with Lisa and James even when I sometimes got the urgent desire to shake them so that they could finally see that they have suffered enough and that they should give life a second chance to become wonderful.

Apart from the mentioned aspects I really liked Kristina Beck’s well written debut and I highly recommend it to all who like a touching love story. I hope that it will not take too long until I can read the second book in the Collide series, when we get to know the story of Lisa’s sister Tina.

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Tags: collide series, liebe, verlust   (3)
 

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14 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

It Can't Happen Here

Sinclair Lewis
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin Classics, 20.01.2017
ISBN 9780241310663
Genre: Klassiker

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27 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

krallenspur, liebesromanze, urban-fantasy, lara seelhof, vampire

Krallenspur

Lara Seelhof
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Tomfloor Verlag, 15.02.2017
ISBN 9783981851908
Genre: Fantasy

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alchemie, familienbande, jugendbuch, reihe, sin eater's daughter

The Sleeping Prince - Tödlicher Fluch

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845817941
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Während der ehemals schlafende Prinz endgültig erwacht ist und mit grausamer Brutalität Lormere und Tregallan erobert, kämpft Erinn in einem kleinen Dorf nahe der Grenze ums tägliche Überleben. Seit ihr Bruder verschwunden ist, liegt es an ihr sich um ihre Mutter zu kümmern, die von einer gefährlichen Krankheit befallen zu sein scheint und das Geld für die Miete der heruntergekommenen Hütte und die notwendigsten Lebensmittel zu besorgen. In ihrer Not verdient sie ihr Geld damit, Salben, Tränke und verbotene Gifte herzustellen.

Als der Krieg immer näherkommt und das Dorf von Soldaten beschlagnahmt wird, weiß Erinn endgültig nicht mehr weiter. Silas, der regelmäßig tödliche Substanzen von ihr kauft, ist der einzige, an den sie sich wenden kann. Doch er verschwindet und Erinn muss sich allein durch das Land kämpfen, um ihr eigenes Überleben und das ihrer Mutter zu sichern.

„The sleepig prince – Tödlicher Fluch“ ist der zweite Band von Melinda Salisburys Reihe rund um den schlafenden Prinzen. Als ich den Titel über NetGalley anfragte, war mir dies jedoch nicht bewusst, so dass ich das Buch ohne jegliche Vorkenntnisse gelesen habe. Zum Glück fiel es mir dennoch leicht mich in der Geschichte einzufinden. Nur an wenigen Stellen habe ich einige Informationen vermisst, die andere Leser vermutlich aus Teil eins haben.

Dieser Band wird - anders als der Erste - aus Sicht von Erinn erzählt, der Schwester von Lief. Erinn weiß nicht, was mit ihrem Bruder geschehen ist und ist nun auf sich allein gestellt. Trotz ihrer Verzweiflung schafft sie es nicht aufzugeben und sucht immer nach einer Lösung. Von Beginn an war sie mir sympathisch und ich konnte mit ihr mitfühlen, auch wenn ich manche ihrer Reaktionen nicht nachvollziehen konnte. (Aber um ehrlich zu sein, kann ich das ab und zu rückblickend auch nicht immer bei meinen eigenen). Silas war das ganze Buch über ein spannender Charakter, über den ich gerne noch mehr erfahren hätte.

Der Schreibstil ist fesselnd und ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Vor allem das Ende und der Epilog haben es in sich. Am liebsten hätte ich es mir direkt mit dem nächsten Teil gemütlich gemacht, doch der ist ja noch nicht erschienen.

Mein Fazit: Auch wenn ich kein Freund davon bin mitten in einer Reihe oder Serie einzusteigen, ging es in diesem Fall problemlos und es kam zu keinerlei Verständnisschwierigkeiten. Ich bin sehr neugierig auf den ersten und mehr noch auf den dritten Band geworden und werde beide sicherlich lesen. Eine klare Leseempfehlung für jugendliche und jung gebliebene Fantasyleser.

Vielen Dank an bloomoon und Netgalley für das Rezensionsexemplar.

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Tags: reihe, sin eater's daughter   (2)
 

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eskimo, hörbuch, anu stohner, serie, ab 5 jahre

Aklak, der kleine Eskimo - Spuren im Schnee

Anu Stohner , Henrike Wilson , Sigrid Burkholder
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei cbj audio, 28.11.2016
ISBN 9783837134858
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schon den ganzen Tag geht dem Eskimojungen Aklak der kleine Eisbär nicht mehr aus Kopf, den er am Tag zuvor gesehen hat. So will er sich am Nachmittag auch unbedingt mit seinen Freunden nochmals an derselben Stelle treffen. Da sie alle erst später kommen können, macht sich Aklak zusammen mit seinem Husky Tuktuk schon einmal allein auf den Weg zum Treffpunkt. Und tatsächlich: dort im Schnee findet er Spuren, die nur von einem Eisbärjungen stammen können. Auch wenn Aklak eigentlich weiß, dass die Eisbärenmutter nicht weit sein kann, beschließt er den Spuren zu folgen - wenigstens ein paar Schritte, solange bis seine Freunde eintreffen. Während Aklak dem kleinen Eisbären folgt, zieht langsam ein Schneesturm auf. Für seine Freunde ist es nun gar nicht so leicht, Aklak zu folgen. Dafür scheint die Eisbärenmutter längst auf der Spur ihres Jungen zu sein und damit auch auf der von Aklak…

Bei dem Hörbuch zum zweiten Abenteuer des kleinen Eskimojungen Aklak handelt es sich um eine gekürzte, inszenierte Lesung. Sigrid Burkholder liest mit klarer, ruhiger und sehr angenehmer Stimme. Ihre Stimme und die passend eingesetzte Musik lassen den Hörer leicht in Aklaks Welt eintauchen. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Aklak und aus der Sicht seiner Freunde, die versuchen ihn im Schneegestöber zu finden, erzählt. So ist auch Freundschaft und Hilfsbereitschaft ein zentraler Aspekt dieser Geschichte. Aklaks Freunde erkennen lange vor ihm die Gefahr und setzen daher alles daran ihm zu helfen und ihn zu finden. Ihre Suche nach ihm erfordert Mut und gegenseitiges Vertrauen.

Neben Aklaks menschlichen Freunden haben mir auch seine tierischen Freunde sehr gefallen. Auch sie überwinden ihre Angst vor dem Eisbären und setzen alles daran Aklak zu warnen. Mein kleiner Sohn fand besonders den Wal toll, da er die Stimme, die Sigrid Burkholder ihm verliehen hat, so lustig fand.

Inzwischen hat mein Sohn die Geschichte bereits mehrfach gehört, allerdings immer in Etappen. Da er in Kürze erst vier wird, sind ihm 79 Minuten noch zu lang zum Zuhören. Daher denke ich, dass die Altersempfehlung ab 5 Jahren sehr passend ist. Inhaltlich habe ich das Gefühl, dass er die Geschichte dennoch verstanden hat. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass sich die Kinder im Kindergarten im letzten Jahr wochenlang mit dem Thema Bären beschäftigt. Die Krönung war ein Besuch im Zoo, um dort auch mal echte Eisbären zu sehen. Daher dürfte es ihm leichter fallen den Eisbären richtig einzuordnen.

Mein Fazit: Ein tolles, kindgerechtes Hörbuch, das genau das richtige Maß an Spannung für die kleinen Zuhörer bietet und einfach wunderbar liebenswerte Figuren vor dem inneren Auge auferstehen lässt. Es macht Spaß Aklak und seine Freunde zu begleiten und es wird sicher nicht unser letztes Hörbuch von dem kleinen Eskimojungen bleiben.

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

sternenfunken, nora roberts, noraroberts, blanvalet, sternenregen

Sternenfunken

Nora Roberts
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2017
ISBN 9783734103407
Genre: Liebesromane

Rezension:

Aus den sechs Wächtern, die das Schicksal zusammengeführt hat, ist eine eingeschworene Gemeinschaft geworden. Nachdem sie den ersten Stern gefunden und sicher versteckt haben, geht die Suche nach dem Wasserstern nun auf der traumhaften Insel Capri weiter. Es gestaltet sich äußerst schwierig genaue Hinweise auf den Stern zu bekommen und die Zeit wird immer knapper – vor allem für Annika, deren Aufenthalt an Land begrenzt ist. Immerhin kommt sie während ihrer Nachforschungen endlich Sawyer näher und kann zumindest für den Moment alle Zweifel und Hindernisse vergessen.

Zudem besteht die Hoffnung, dass sie mit ihrer besonderen Verbindung zum Wasser den Stern aufspüren kann und die sechs so ihrem Ziel wieder ein Stückchen näher sind.

Während die Auserwählten mit unverminderter Kraft weiter nach dem Stern suchen, versucht Nerezza sich von ihrer Niederlage auf Korfu zu erholen und bringt einen weiteren gefährlichen Gegner ins Spiel. Bald stehen Annika, Sawyer und ihre Gefährten nicht nur der dunklen Göttin gegenüber sondern auch sehr irdischen Bedrohungen…

Nachdem mir der erste Band der Sternen-Trilogie gut gefallen hat, war klar, dass ich auch den zweiten Teil lesen muss. Während im vorherigen Band Sasha und Bran im Zentrum des Geschehens waren, liegt nun der Fokus neben der Sternsuche auf Annika und dem geheimnisvollen Sawyer. Auch wenn völlig absehbar ist, dass sich die beiden näherkommen werden, so macht es dennoch Spaß sie dabei zu beobachten. Vor allem Annikas unnachahmliche Art hat mir sehr gefallen und sie ist eine tolle Protagonistin: lebensfroh, neugierig, offen und einfach liebenswert. Da stört es mich auch nicht, dass sie zudem umwerfend aussieht und offenbar in nahezu jeder Lebenslage eine beinahe perfekte Körperbeherrschung hat. Sei es das Schwimmen, Tanzen, Akrobatik, Nahkampf… - nichts scheint ihr schwer zu fallen. Manch einem Leser mag das zu dick aufgetragen erscheinen und ich selbst ziehe es auch vor, wenn die Charaktere weniger perfekt sind, doch Annika hat mich trotzdem völlig für sie eingenommen.

Weniger gelungen finde ich die Tatsache, dass die sechs alle Gefahren aus meiner Sicht zu leicht vorhersehen und sehr schnell überwinden. Trotz der schon auf dem Klappentext genannten Gefangennahme wird so leider nicht allzu viel Spannung erzeugt. Für mich lebte der Roman vor allem durch seine Charaktere, die Handlung gab nicht ganz so viel her.

Da ist es vor allem auch dem gewohnt flüssigen Schreibstil zu verdanken, dass ich trotz der fehlenden Spannungsmomente beinahe durch die Seiten geflogen bin.

Mein Fazit: Auch wenn mich der zweite Band der Sternen-Trilogie nicht ganz so überzeugen konnte wie der erste, so hat mir das Lesen dennoch Spaß gemacht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und durch den gekonnten Stil wurde es zu keiner Zeit langweilig. Ganz sicher werde ich auch noch den Abschlussband lesen. Trotz kleiner Schwächen auf jeden Fall eine schöne Trilogie für alle, die romantische Geschichten mit einer Prise Action und einer Menge Magie mögen.

 

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49 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

nasa, gleichberechtigung, rassentrennung, langley, forschung

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Margot Lee Shetterly , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.01.2017
ISBN 9783959670845
Genre: Biografien

Rezension:

Auf der Frankfurter Buchmesse 2016 habe ich den Titel in einer Verlagsvorschau von HarperCollins zum ersten Mal entdeckt. Ich muss gestehen, dass ich mich bis dahin - und eigentlich sogar bis ich das Buch dann endlich in den Händen hielt – noch nie mit der Thematik beschäftigt hatte. Es war mir völlig unbekannt, welche Rolle schwarze Frauen in der Geschichte der NACA/ NASA gespielt haben. Sicherlich ist dies zum Teil der Tatsache geschuldet, dass es eben ein Teil der Geschichte der USA ist und nicht Deutschlands oder Europas, dennoch gab es in dem Buch auch immer wieder Dinge und Sachverhalte, die mir dann doch bekannt waren.

Margot Lee Shetterley erzählt in „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ die Geschichte vieler schwarzer Frauen, der Fokus liegt jedoch auf drei schwarzen Frauen, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg in das Langley Memorial Aeronautical Laboratory gefunden haben und dort ihre Fähigkeiten weiterentwickeln konnten und mit ihrer Arbeit maßgeblich die Forschungen für die Raumfahrt vorangetrieben haben. Es geht um Dorothy Vaughan, Katherine Johnson, Mary Jackson. Alle drei sind starke Frauen, die mich beim Lesen vor allem dadurch beeindruckt haben, wie sie trotz Diskriminierung und vielerlei Vorurteile ihren Weg gefunden haben.

Als Dorothy sich beworben hat und tatsächlich als eine der „West-Computer“ im Langley Memorial Aeronautical Laboratory anfing, hat sie sicherlich nicht im Traum daran gedacht, wie sich die Dinge im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte ändern würden. Während es heute normal ist, wenn Afroamerikaner - ganz gleich ob Männer oder Frauen - als Wissenschaftler oder Ingenieure arbeiten, so sah es für Dorothy erstmal völlig anders aus. Sie und die anderen Frauen haben gewissermaßen versteckt, am westlichen Rand des Geländes gearbeitet und bekamen wenig Anerkennung für ihre Arbeit. Doch nicht nur die schwarzen Frauen, auch den weißen Mathematikerinnen wurde zunächst nicht viel zugetraut:

„Langleys erstes mit Frauen besetztes Rechenzentrum war 1935 in Betrieb gegangen und hatte die Männer der Forschungsanstalt in Aufruhr versetzt. Wie konnte ein weibliches Gehirn derart analytische und exakte Arbeit wie Mathematik verrichten? Schon der Gedanke, 500 Dollar in eine Rechenmaschine zu investieren, die dann ein Mädchen bedienen sollte!“ (S.26)

Doch trotz der Vorurteile gegen Frauen und vor allem schwarze Frauen, war für Dorothy und die anderen schwarzen Mädchen das Leben im Labor nicht ganz so beschränkt, wie außerhalb, wo die Rassentrennung ganz klar verfolgt wurde. In Langley verschwammen im beruflichen Miteinander mitunter die Grenzen, selbst wenn auch hier Schilder in der Cafeteria oder an Toilettentüren allgegenwärtig waren. So führte auch die Personalabteilung „eine Kartei mit freien Wohnungen für neue Angestellte, sorgfältig nach Rassen getrennt, um >angemessene Kontakte zu ermöglichen< und >Unannehmlichkeiten zu vermeiden<.“ (Seite 58)

Es war packend und lehrreich in das Buch einzutauchen. Man merkt jeder Zeile an, dass die Autorin sehr gründlich recherchiert hat. Davon zeugen insbesondere die vielen Zitate und Fußnoten. Allein schon der Anhang umfasst mit seinen Anmerkungen und Quellenangaben etwa 50 Seiten. Er ist übersichtlich gegliedert und somit auch während des Lesens gut zu handhaben. Mit einem guten Gespür für die damalige Zeit lässt Margot Lee Shetterley uns teilhaben an einem Stück amerikanischer Geschichte, dass lange übersehen wurde und im letzten Jahr durch das Buch und wohl mehr noch durch die umgehende Verfilmung in den Fokus der Allgemeinheit gerückt wurde.

Mein Fazit: „Hidden Figures“ ist eine spannende Lektüre, die den Leistungen der so lange unbekannten schwarzen Mathematikerinnen Tribut zollt. Mir hat es sehr gefallen, wie die vielen Zitate in das Buch eingeflossen sind und so nicht nur das Leben von Dorothy und den anderen greifbarer, sondern auch das damalige Zeitgefühl anschaulich gemacht haben. Leider war mir allerdings gerade die erste Hälfte des Buches stellenweise zu trocken und nüchtern, so dass ich trotz des faszinierenden Inhalts nur recht langsam vorankam. Daher „nur“ vier von fünf Sternen.

 

 

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Tags: langley, nasa, usa   (3)
 

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97 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

nachkriegszeit, 2. weltkrieg, hamburg, krimi, historischer roman

Trümmerkind

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2016
ISBN 9783426281376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im eisigen Winter 1946/47 sucht Hanno Dietz in den Trümmern nach Holz und Altmetall. Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester Wiebke kämpft er Tag für Tag ums Überleben. Als er und Wiebke eines Tages einen etwa dreijährigen Jungen finden, der ganz allein ist, nehmen sie ihn mit. Trotz aller Widrigkeiten wächst der Junge, den sie Joost nennen, bei ihnen auf. Lange Jahre weiß er nichts über seine Herkunft und nicht nur seine vermeintliche Mutter Agnes Dietz, sondern auch Hanno schweigt über die Umstände, wie Joost zu ihnen gekommen ist. Denn unweit von dem kleinen Jungen entdeckte er in den Trümmern auch die nackte Leiche einer Frau.

Knapp zwei Jahre zuvor, im April 1945, muss Clara Anquist in der Uckermark miterleben, wie die Russen einmarschieren und ihr geliebtes Zuhause enteignen. Gemeinsam mit ihrer Schwester, deren Kindern und wenigen Bekannten sieht sie sich gezwungen zu überlegen, wie ihr Leben weitergehen kann, denn eine Zukunft auf dem Gut scheint es nicht mehr zu geben.

Jahrzehnte später besucht die Lehrerin Anna Meerbaum eben dieses Gut Anquist, um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren. Ihre Mutter schweigt beharrlich, wenn die Sprache auf ihre Kindheit auf dem Gut kommt und auch die Kriegsjahre und ihre Flucht sind ein absolutes Tabuthema.

Mechtild Borrmann schafft es mit diesen drei Handlungssträngen ein sehr persönliches und berührendes Bild aus der Nachkriegszeit zu zeichnen. Nach und nach stellt sich heraus wie die ganz unterschiedlichen Schicksale doch miteinander verwoben sind. In spannender Weise erzählt sie die Geschichte zweier Familien und nimmt ihre Leser mit in die damalige Zeit. Mit einer klaren Sprache versetzt sie uns zurück und schildert eindringlich, wie Schuld und Verantwortung, Verdrängung, Angst und Gewalt das Leben bestimmt haben und teils immer noch bestimmen.

Leise und ruhig erzählt die Autorin und lässt ihren Figuren und der Geschichte genügend Raum sich langsam zu entwickeln. So ist ein atmosphärisch dichter Roman entstanden, der mich von Beginn an zu fesseln vermochte. Besonders die Stimmung und das Leben im zerstörten Hamburg wurden aus meiner Sicht sehr gut eingefangen. So sind es auch vor allem Joost und die Dietzens mit denen ich besonders mitgelitten und gehofft habe.

Einzig Anna Meerbaum blieb für mich ein wenig blass. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten bei ihrer Suche nach den Wurzeln der Familie mitzufiebern und zu hoffen, dass ihre Mutter irgendwann ihr Schweigen bricht.

Sehr gut gelungen ist die Einbindung der bis heute
ungeklärten Trümmermorde aus Hamburg. Die nackte Frau, die im Roman von Hanno
Dietz gefunden wird, ist eines der vier Opfer, deren Identität man tatsächlich
schon 1947 in einer groß angelegten Aktion versuchte aufzuklären. Ebenso wie im
Buch geschah dies unter anderem mittels tausender Plakate.

Mein Fazit: „Trümmerkind“ ist ein fesselndes Buch und erzählt trotz des fiktiven Inhalts anschaulich ein Stück Zeitgeschichte. Dabei kommt die Spannung bei weitem nicht nur von dem Verbrechen, dass die Autorin mit eingeflochten hat, sondern in erster Linie von den dramatischen Ereignissen im Leben der Dietzens und Anquists und der Frage, worin die genaue Verbindung zwischen ihnen liegt. Eine klare Leseempfehlung von mir.

 

 

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Tags: familiengeschichte, hamburg, nachkriegszeit   (3)
 

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146 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

fantasy, bücher, impress, felicitas brandt, ebook

Als die Bücher flüstern lernten

Felicitas Brandt
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.01.2017
ISBN 9783646602593
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 17-jährige Hope schlägt sich als Waise allein auf der Straße durch. Ein wirkliches Zuhause findet sie nur in unzähligen Büchern, die sie über alles liebt und die ihr auf geheimnisvolle Weise zuflüstern. Auf der Suche nach weiteren Büchern bricht Hope eines Tages in das Haus der reichen Winterbuttoms ein und wird prompt von Sam, dem Sohn des Hauses erwischt. Doch noch ehe die beiden die Situation klären können, werden sie unvermittelt in ein Buch hineingezogen und stolpern kopfüber in ein spannendes Abenteuer.

Gemeinsam mit den beiden Protagonisten Sam und Hope bricht der Leser auf zu einer fantastischen Reise durch die Welt der Bücher und Geschichten. Während Hope in der Tat stapelweise Bücher verschlingt, hat es Sam eigentlich gar nicht so sehr mit dem Lesen. Dafür kennt er unzählige Filme und zumindest was mich anbelangt habe ich sicher ebenso wie Hope längst nicht alle seine Anspielungen auf diverse Filme und Serien erkannt. Da fiel es mir wesentlich leichter Hopes Anmerkungen zu ihren Büchern einzuordnen.

Allerdings war mir Sam als Protagonist sympathischer als Hope. Während er stets versucht hat, etwas Positives zu finden und Hope hilfreich zur Seite stand, hat Hope immer wieder auf stur geschaltet und konnte richtiggehend abweisend und aggressiv werden. Sicher lässt sich da manches durch ihre Geschichte erklären, da sie es sicher nie leicht hatte, doch auf Dauer hat mich ihr Verhalten immer wieder gestört. Dazu gehört auch ihre Sprache, die so einige Kraftausdrücke kennt. Ich muss zwar zugestehen, dass sie sowohl zu ihr als Person als auch zu ihrem Alter passt, trotzdem ist es persönlich einfach nicht mein Fall. Nichtsdestotrotz war Hope eine starke Protagonistin, mit der ich mitfiebern konnte.

Die Idee von flüsternden Büchern und die Möglichkeit im wahrsten Sinne des Wortes in ein Buch einzutauchen gefällt mir sehr. An einigen Stellen haben mich zwar die auftretenden Filmcharaktere etwas irritiert und manche Szenen hätten gerne etwas länger sein dürfen, um sich wirklich zu entwickeln, doch insgesamt ist die Reise durch die Bücher gut gemacht. Auch die Abschnitte, die in unserer Realität spielen, stehen dem in nichts nach. Sams Mutter handelt vielleicht eher untypisch, doch sie ist mir ebenso wie seine kleine Schwester direkt sympathisch gewesen.

Mein letzter Kritikpunkt betrifft das Ende. Nachdem lange auf das Geheimnis und die Bedrohung hingearbeitet wurde, wird alles schnellstmöglich abgehandelt und so ganz rund ist das Ende für mich nicht. Ein wenig hatte ich das Gefühl mitten in der Geschichte stehen gelassen geworden zu sein; vielleicht war das im Hinblick auf eine Fortsetzung, die sich zumindest andeutet, so gewollt?

Mein Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte ließ sich das Buch gut lesen, was zum einen an den Hauptcharakteren lag, die einen guten Gegenpol zueinander boten, zum anderen vor allem an dem durchweg spannendem Schreibstil. Auch wenn ich nicht restlos überzeugt bin, bin ich sicher, dass die Geschichte vor allem jugendliche Fantasyleser begeistern wird.

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Tags: artus, fantasy   (2)
 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ein Buchclub auf Abwegen

Suzanne Kelman
E-Buch Text: 316 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 10.01.2017
ISBN 9781503998063
Genre: Romane

Rezension:

Als die stadtbekannte Doris Newberry Bibliothekarin Janet um Hilfe bittet, schlittert diese kopfüber mitten in den „Club der Abgelehnten“, einem illustren Kreis von Schriftstellerinnen, die statt auf eine Veröffentlichung ihrer Werke zu hoffen seltsamerweise mit Begeisterung Ablehnungsschreiben sammeln. Als etwas Ungeheuerliches geschieht und nicht nur die Existenz des Clubs auf dem Spiel steht, begibt sich Janet schon kurze Zeit später mit den abgelehnten Damen auf eine aberwitzige Reise nach San Francisco.

Mit Spannung habe ich das Buch begonnen und bin gemeinsam mit Janet in die Runde der nicht mehr ganz jungen, aber dafür umso eigensinnigeren Damen gestolpert und konnte auf Dauer ebenso wie Janet nicht umhin, alle ins Herz zu schließen. Doris ist die unumstößliche Anführerin der Gruppe. Eine leidenschaftliche Köchin mit einem Faible für abgedrehte Geschichten, manchmal etwas herrisch, aber sehr fürsorglich, wenn es um ihre Damen und ihre Mutter geht. Stets an ihrer Seite ist Ethel, oft mürrisch und einsilbig, doch auch sie ist mit Herz und Seele bei der Mission dabei. Annie strickt und liebt Soaps, gegen die ihre eigene Reise ein beschaulicher Spaziergang ist, Flora ist die schüchterne und zurückhaltende Dichterin der Gruppe und Janet selbst liebt ihre Arbeit in der Bibliothek, ihren Mann und die Ruhe, die normalerweise in ihrem Leben herrscht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach dem ersten Treffen bei Doris nicht lieber Hals über Kopf aus dem Land geflüchtet wäre, doch zu unserem Glück konnte Janet nicht Nein sagen und so entspinnt sich eine turbulente und amüsante Geschichte.

Im ersten Drittel gab es zugegebener Weise einige Längen für mich, doch danach hat das Buch einfach nur noch Spaß gemacht. Die Reise wird nicht nur durch die eigenwilligen Persönlichkeiten zu einem spannenden Abenteuer, auch äußere Umstände wie ein Erdrutsch lassen alles etwas anders ablaufen, als es Doris so generalstabsmäßig geplant hat. Doch Doris wäre nicht Doris, wenn sie nicht auch noch einen Plan B hätte – notfalls auch Plan C. So ernergisch und forsch wie sie auftritt, gelingt es der Autorin dennoch ihr auch sanfte Züge zu geben. Überhaupt sind alle Ladys sehr liebevoll charakterisiert und ich hätte nichts dagegen noch mehr über sie zu lesen. Vor allem mit der scheuen Flora und Dan, einer Zufallsbekanntschaft der Reise, bahnt sich ja direkt eine neue Geschichte an. Auch die daheimgebliebenen Zwillinge Lottie und Lavinia, die nicht unterschiedlicher sein könnten, haben sicher das Potential ebenfalls für allerhand Wirbel zu sorgen.

Der Schreibstil war flott, dennoch blieb genügend Zeit für Beschreibungen, so dass nicht nur die Charaktere, sondern auch die Umgebung gut beschrieben wurde.

Mein Fazit: Ein wunderbar skuriles, turbulentes und lustiges Buch, dass mich immer mehr gefangen genommen hat und deren Charaktere mich voll und ganz überzeugt haben. Eine tolle Lektüre, die auf jeden Fall einige vergnügliche Lesestunden garantiert.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

abenteuer, drachen, fremde welten, zauberei, magie

Saint Lupin´s Academy - Zutritt nur für echte Abenteurer!

Wade Albert White
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522653602
Genre: Sonstiges

Rezension:

Anvil, von allen einfach nur Anne genannt, fiebert ihrem 13. Geburtstag entgegen, denn dann kann sie endlich das „Saint-Lupin’s-Institut für Fortwährend Ungezogene und Grässlich Unansehnliche Kinder“ verlassen. Zwar wurden sie und ihre beste Freundin Penelope nicht an einer der Abenteurerakademien aufgenommen, doch alles ist besser als bis zum Umfallen unter der strengen Hand der Oberin zu schuften. Doch diese hat einen fiesen Plan ausgeheckt, damit Anne nicht die ersehnte Freiheit erlangt. So leicht gibt Anne sich allerdings nicht geschlagen und steckt plötzlich Hals über Kopf in einer richtigen Abenteuermission, die es in sich hat.

Drei Tage bleiben ihr, um sie zu erfüllen. Zum Glück hat sie Penelope und den Zauberer Hiro an ihrer Seite. Da muss doch einfach alles gut gehen, oder?

Der erste Band der neuen Reihe von Wade Albert White zeichnet sich durch viele kreative Ideen und Einfälle aus. Seien es Reisen mit Feuerbällen, Sandwölfe, endlose Türme, seltsame Schlüssel oder ein Navi (Nutzer-Anweisendes-Vogel-Informationssystem) – es gibt scheinbar nichts, dass es nicht gibt. So ist auch Annes Abenteuer voller skurriler und unvorhersehbarer Wendungen. Allerdings liegt genau da eins meiner Probleme mit diesem Buch. Alles geht sehr schnell, wirkt teilweise chaotisch und konfus. Die einzelnen Rätsel und gefährlichen Situationen, in denen sich Anne und ihre beiden Gefährten wiederfinden, werden so eilig abgehandelt, dass mich die Geschichte einfach nicht länger fesseln konnte. Auch die erzeugte Spannung flachte für mich dadurch jedes Mal schnell wieder ab.

Anne und Penelope werden dem Leser gleich zu Beginn gut vorgestellt. Der gleichaltrige Hiro kommt etwas später dazu und bleibt leider das ganze Buch über recht blass. Trotzdem konnte ich mir ihn, ebenso wie die übrigen Charaktere, dennoch recht gut vorstellen und ich hoffe, dass er in den nächsten Bänden aus dem Schatten der beiden Mädchen heraustreten kann.

Der Schreibstil ist locker und die Geschichte wird immer wieder durch Einschübe aus dem „Ultimativen Handbuch für Abenteurer“ unterbrochen, um Ratschläge oder Wissenswertes zur aktuellen Situation zum Besten zu geben. Unterteilt ist die Geschichte in viele kurze Kapitel, was gerade jüngeren Lesern sehr entgegenkommen dürfte.

Gut gefallen hat mir, dass der Autor Elemente aus dem klassischen Pen-und Paper-Rollenspiel eingebaut hat. So müssen Anne, Penelope und Hiro Kärtchen ziehen, die ihre Rolle festlegen (Zauberer, Kriegerin und Schmied), es gibt offizielle Gegenspieler und feste Regeln für die Abenteurermission. Letztere erinnern stark an umfangreiche Regelwerke wie zum Beispiel die von „Das Schwarze Auge“ oder „Dungeons & Dragons“.

Mein Fazit: Trotz der vielen fantasievollen Ideen konnte mich das Buch nicht längerfristig packen. Wie beschrieben gibt es durchaus viele einzelne Dinge, die ich mochte, doch viele gute Einzelheiten ergeben leider nicht immer ein ebenso gutes Ganzes. Mir waren zu viele Dinge in der Geschichte untergebracht, so dass die einzelnen Aspekte sich nicht voll entfalten konnten und auch der Humor war mir an einigen Stellen zu aufgesetzt. Daher wird dies mein erster, aber auch letzter Band dieser Reihe sein.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, golden, geheimnisse, dunkelwelt

Golden - Elisa und die dunklen Pforten

Maria G. Noel
E-Buch Text
Erschienen bei null, 31.01.2017
ISBN B01NCLJLYI
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die vierzehnjährige Elisa und ihre Tante Ariana stürzen im wahrsten Sinne des Wortes in eine fremde Welt. Während Elisa sich in Aquilien gleich wohlfühlt, Freunde gewinnt und sich in den sympathischen Erlwin verliebt, fällt es Ariana wesentlich schwerer sich einzuleben.

Da helfen auch die Geheimniskrämerei der Stadträte und der unheimliche Gunnar nicht weiter. Und wäre der Weltensprung an sich nicht schon beängstigend genug, befindet sich Aquilien in großer Gefahr. Morcusnacht steht bevor und damit möglicherweise der Untergang ganz Aquiliens. Eine alte Prophezeiung spricht von einem Mädchen, in deren Händen es liegt die Welt zu retten. Kann es wirklich Elisa sein, wie die Räte behaupten? Aber warum ist dann auch Ariana in Aquilien gestrandet?

Maria G. Noel hat es ein weiteres Mal geschafft, mich mit auf eine phantastische Reise zu nehmen. Durch ihre bildgewaltige Sprache und ihre Liebe zu Details ist Aquilien mit seinen Bewohnern direkt zum Leben erweckt und ich bin gemeinsam mit Elisa und Ariana in diese spannende Welt eingetaucht.

Neben der gelungenen Beschreibung der Umgebung, haben mich vor allem die Charaktere überzeugen können; allen voran Ariana und Elisa, denn gerade ihre unterschiedlichen Reaktionen auf die Geschehnisse wirken sehr realistisch. Elisa ist ein typischer Teenager und benimmt sich ihrem Alter entsprechend. Sie ist trotzig und stur, aber auch sympathisch und offen. Während sie voller Begeisterung ihre neue Umgebung erkundet ist ihre Tante eher zurückhaltend, skeptisch und hinterfragt Vieles. Dadurch ist sie nicht nur ein spannender Gegenpol zu Elisa, sondern auch zu den Stadträten Dominiak und Thurid, die ihr am liebsten gar nichts über die Bedrohung ihrer Welt und über die Prophezeiung verraten würden.

Für mich der spannendste Charakter ist aber Dominiaks Knecht Gunnar, der sich so gar nicht wie ein Bediensteter verhält und der ganz offensichtlich mindestens ebenso viele Geheimnisse birgt wie Dominiak selbst. Seine Rolle konnte ich zu keiner Zeit wirklich einschätzen und auch am Ende bin ich nicht wesentlich klüger gewesen was ihn anbelangt. Daher bin ich umso gespannter, wie er sich im nächsten Teil der Golden-Reihe entwickeln wird.

Mein Fazit: Ein äußerst gelungener Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe, der mich zwar mit vielen offenen Fragen zurücklässt, aber dennoch ein rundes Ende bietet und mich vor allem durch seine liebevoll entworfenen Charaktere und viele überraschende Entwicklungen überzeugen konnte. Ich bin schon jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung und vergebe sehr gerne 5 Sterne.

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Tags: fantasy, golden   (2)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

paris, künstler

Das Leben ist zu bunt für graue Tage

Sophie Bassignac , Claudia Steinitz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 17.09.2016
ISBN 9783455600407
Genre: Romane

Rezension:

Die Tänzerin Louise lebt in einer seltsamen Wohngemeinschaft zusammen mit den beiden Cousins Raphael und Max, Restaurator und Filmausstatter. Beide sind auf ihre Art speziell und entsprechen nicht unbedingt den vorherrschenden gesellschaftlichen Normen, und so ziehen sie viele Künstler und Intellektuelle an, die bei ihnen ein und aus gehen. Auch Cécil, die im selben Haus wohnt, ist immer wieder bei den beiden anzutreffen.

In der Künstlerwohnung herrscht ein zerbrechliches Gleichgewicht, in der jeder mehr oder weniger seinen Platz hat. Bald jedoch wird dieses durch das Auftauchen von Eva und durch die Ankündigung, dass die Wohnung verkauft werden soll, auf eine harte Probe gestellt. Bis zum Ende des Maskenballs, mit dem die Cousins das Jahr beschließen, gibt es nicht nur für Louise ein auf und ab der Gefühle.

Ich habe zu dem Buch gegriffen, da mich sowohl das Cover als auch der Titel sehr angesprochen haben. Jedoch haben beide in mir wohl falsche Erwartungen geweckt. Durch das ganze Buch ziehen sich melancholische Töne, die Stimmung ist eher verhalten, bedeckt und grau und wenig bunt. Statt einer charmanten Komödie mit leicht exzentrischen Charakteren habe ich eine Geschichte erhalten, die wenig heiter ist und deren Charaktere für mich persönlich alle zu überzogen und fremd waren.

An sich mag ich gerne Charaktere, die ein wenig aus dem Rahmen fallen, doch hier gibt es kaum jemand normalen und exzentrisch ist für die meisten Charaktere noch untertrieben. Sie waren für mich so fremd, dass ich keinen Zugang zu ihnen finden konnte und auch die Hintergründe der einzelnen Figuren blieben für mich leider eher ein diffus und undurchsichtig.

Die aufgegriffenen Themen sind teils durchaus spannend und auch brisant, doch in der Weise, in der sie präsentiert wurden, konnten sie mich dennoch nicht fesseln.

Der Schreibstil hingegen hat mir gut gefallen. Sophie Bassignac schreibt mit einer unglaublichen Liebe zum Detail und bringt immer wieder wunderbar poetische Sätze zu Papier. Auch kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch sich sehr gut für eine Theateradaption eignen würde, zumal die Handlung auf wenige Schauplätze begrenzt ist. Als Theaterstück würde ich dem Buch sogar vermutlich nochmals eine Chance geben.

Mein Fazit: Vielleicht lag es an meinen Erwartungen, aber insgesamt konnte mich das Buch nicht überzeugen. Mir fehlten zum einen der Schwung und das Charmante, das ich mit Paris verbinde, hauptsächlich jedoch greifbare Charaktere, deren Schicksal mich berührt und mit denen ich mitleiden und lachen kann. Auf Grund des schönen Stils gibt es von mir 2,5 Sterne, aufgerundet also 3.

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Tags: künstler, paris   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

humor, teufel, papst, weihnachten, kirche

Der Teufel in der Weihnachtsnacht

Charles Lewinsky
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2013
ISBN 9783423214728
Genre: Romane

Rezension:  
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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

yoga, liebesgeschichte, mord, england, cosy krimi

Mord im stillen Belfrey

Michelle Kelly , Ulrike Seeberger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 05.12.2016
ISBN 9783746632643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach zehn Jahren kehrt Keeley mit einem ungewöhnlichen Plan zurück in ihren Heimatort. Sie möchte in dem der alten Fleischerei ihres verstorbenen Vaters ein Yoga Café eröffnen, in dem es ausschließlich vegetarische Speisen gibt. Kein Wunder also, dass einige Bewohner des kleinen Städtchens sehr skeptisch sind und sie nicht überall mit offenen Armen willkommen geheißen wird.

Als hätte Keeley mit den Arbeiten für das Café nicht schon genug zu tun, wird sie bereits kurz nach ihrer Rückkehr in einen Mordfall verwickelt. Ausgerechnet ihr alter Schwarm Ben Taylor, leitet die Ermittlungen und je öfter sie sich begegnen, umso mehr muss Keeley feststellen, dass sie Ben immer noch äußerst anziehend findet. Doch dass er sie für eine Verdächtige hält, das geht gar nicht, meint Keeley und so beginnt sie eigene Fragen zu stellen.

Gespannt habe ich dieses Buch begonnen, da mir der Klappentext sehr gefallen hat. Keeley ist im Großen und Ganzen eine sympathische Protagonistin und Ben mausert sich natürlich zum Traummann. Leider kommt der Mordfall meines Erachtens nach etwas zu kurz, da sehr viel Aufmerksamkeit daraufgelegt wird, wie Keeley sich wieder in ihrer alten Heimat einlebt und was sie sich wünscht und erhofft. Dazu gehört natürlich auch das Wiedersehen mit Ben. Das an sich fände ich völlig in Ordnung, doch für mich war die Geschichte weder Roman, noch Krimi, noch Liebesgeschichte. Auch für einen sogenannten Cosy Krimi, für den ein gemächlicheres Tempo, weniger Action und mehr Privatleben der Charaktere durchaus typisch ist, waren für mich die einzelnen Elemente zu unausgewogen, was leider sehr zu Lasten der Spannung ging. Erst gegen Ende nahm der Krimi und mit ihm auch die Spannung Fahrt auf.

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es immer wieder kurze Einschübe, die einige Yogaübungen oder Atemtechniken, erklären. Zudem finden sich am Ende des Buches einige Rezepte aus Keeleys Yoga Café. Für mich eine wirklich schöne Idee, die vor allem hervorragend zur Protagonistin passt.

Mein Fazit: „Mord im stillen Belfrey“ ist ein sehr ruhiger Cosy Krimi, der über weite Strecken sowohl im Mordfall als auch der Liebesgeschichte wenig Spannung bietet. Dadurch geht ein wenig das Potential verloren, dass das idyllische Belfrey und seine teils sehr eigenen Bewohner durchaus bieten. Auch die Grundidee gefiel mir gut, wenngleich ich mir von der Umsetzung etwas mehr erhofft hatte. Daher leider nur 3 Sterne von mir.

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Tags: cosy krimi, krimi, liebesgeschichte   (3)
 

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26 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

fantasy, mauder, grehl, ebook, playlist

Die verschwundenen Kinder Harus

A. und S. Perera
E-Buch Text: 311 Seiten
Erschienen bei null, 01.09.2016
ISBN B01LFAB81I
Genre: Fantasy

Rezension:

Mauders Suche nach seinem Bruder führt ihn in die Stadt Haru. Auf den ersten Blick eine normale Stadt, doch schon bald offenbart sich Mauder ein Netz von Intrigen, Machtgier und kaum verhohlener Feindschaft und Misstrauen. Besonders der Waisenjunge Grehl hat unter dem Misstrauen zu leiden, da viele glauben, er bringe Unglück und habe womöglich auch etwas mit den Kindern zu tun, die vor etlichen Jahren unter seltsamen Umständen verschwanden.

Während Mauder versucht die Dinge zu verstehen, nimmt er Grehl unter seine Fittiche und freundet sich nach und nach mit ihm an. Doch das, was er durch Grehl erfährt und selbst beobachtet, lässt ihn Böses ahnen. Gibt es überhaupt eine Chance, dass Haru wieder eine offene und freundliche Stadt wird? Und was ist mit seinem Bruder geschehen.

In ihrem Erstlingswerk entwerfen die Brüder Perera eine detaillierte Welt, die auf den ersten Blick nicht gerade einladend aussieht. Bereits der Prolog gibt eine Ahnung von dem, was kommen mag: er ist ein bisschen düster, beinahe bedrohlich und vor allem das Gefühl drohenden Unheils scheint über allem zu liegen. Die Umgebung wurde sehr bildhaft beschrieben und ich hatte fast das Gefühl selbst dort zu sein.

Neben Prolog und Epilog ist das Buch in fünf Akte eingeteilt. Im ersten lernen wir gemeinsam mit Mauder Haru und einen Teil seiner Bewohner kennen. Es gibt sehr viele Informationen und auch wenn ich mir nicht direkt alle merken konnte, so war es doch ein guter erster Eindruck, ähnlich wie dem, wenn man selbst in eine unbekannte Stadt kommt. Manches nimmt man zwar wahr, aber erst nach und nach kann man das Gesehene einordnen.

Mauder war mir von Beginn an sympathisch, was man bei weitem nicht von allen Bewohnern Harus behaupten kann. Vor allem der gierige und machthungrige Priester Pedros ist ein Charakter, der zwar spannend ist, den aber wohl kaum jemand leiden kann. Doch ob sympathisch oder nicht, von vielen der auftretenden Bewohnern Harus hatte ich gleich ein genaues Bild vor Augen. Die Beschreibungen ließen die Figuren sogleich lebendig werden. Auch das Volk der Dokkalfar würde ich nun jederzeit erkennen, sollte mir mal einer von ihnen über den Weg laufen. Schade, dass sie gegen Ende des Buches gar nicht mehr aufgetaucht sind, doch ich hoffe auf den nächsten Teil.

Generell gibt es viele Figuren, die nur kurz auftauchen oder Dinge, die mal eben angeschnitten werden, doch der Hintergrund bleibt oft im Dunkeln. Sicher muss nicht immer alles direkt in epischer Breite erklärt werden, aber an manchen Stellen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, da so einiges bis zum Ende hin zusammenhanglos blieb und ich mich gefragt habe, was diese Szenen nun sollten. Die einzelnen Puzzleteile fügen sich stellenweise nichtmal ansatzweise zusammen. Bei einem Mehrteiler zwar nicht ungewöhnlich, allerdings gibt es hier für meinen Geschmack dennoch zu viele lose Enden.

So wirft auch der Epilog viele Fragen auf und bringt nochmal eine Reihe neuer Charaktere. Jedoch verspricht er auch viel Spannung und macht zumindest mich neugierig auf den nächsten Teil.

Definitiv erwähnen möchte ich noch, dass sich die Autoren etwas ganz Besonderes haben einfallen lassen. Zu ihrem Buch gibt es eine Playlist, so dass man die ganze Geschichte auch mit der passenden Begleitmusik lesen kann. Die entsprechenden Links zu Youtube werden jeweils zu Beginn der Kapitel angegeben. Ich habe es stellenweise ausprobiert und finde die Auswahl gut gelungen, da sie die vorherrschende Atmosphäre gut unterstreicht. Allerdings finde ich die Umsetzung dennoch in dem Sinne schwierig, als dass ich zum Beispiel auch immer wieder dort lese, wo es einfach nicht praktikabel oder sehr unpraktisch ist, nebenbei Musik zu hören.

Mein Fazit: Ein etwas anderer Fantasyroman, dar mit vielen unvorhersehbaren Wendungen und einer sehr bildhaften Sprache besticht. Ich habe lange wegen der Bewertung überlegt. 3 Sterne finde ich zu wenig, 4 zu viel, da für meinen Geschmack selbst mit der Aussicht auf weitere Bände zu vieles angeschnitten wurde, dass in diesem Teil noch keine Bewandtnis hat und daher bei mir mehr für Verwirrung als für Spannung gesorgt hat. Trotzdem werde ich ganz sicher nach dem nächsten Teil Ausschau halten, daher 3,5 Sterne von mir.

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tuareg, gedichte

Tuareg Poesie

Heike M Sommer , Pompekki , Edgar Sommer , Edgar Sommer
Fester Einband: 113 Seiten
Erschienen bei CARGO, 01.01.1994
ISBN 9783980583619
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Seit meiner Schulzeit lese ich immer wieder über die Tuareg und so kam ich auch an diesem Büchlein nicht vorbei. Die Herausgeberin Heike Miethe Sommer hat zahlreiche Gedichte der Tuareg zusammengetragen und schriftlich festgehalten. So unterschiedlich die Angehörigen der Tuareg sind, so unterschiedlich sind auch die Gedichte. Einige handeln von der oder dem Angebeteten, andere von Kämpfen und Helden, wieder andere von der Heimat.

Für unsere Ohren klingen einige der Verse und Formulierungen sehr ungewohnt und ich weiß nicht, wie viel davon der Übersetzung geschuldet ist, dennoch denke ich, dass die Gedichte einen wunderbaren Einblick in einen Teil der Kultur der Tuareg geben.

Besonders schön finde ich, dass einige der Gedichte neben der Übersetzung auch in der Sprache der Tuareg, dem Tamascheq, abgedruckt sind, manche sogar in den Schriftzeichen des Tifinagh.

Mein Fazit: Ein ganz besonderes Buch, das nicht nur für Ethnologen interessant ist und das ein Gewinn für jedes Bücherregal ist, sowohl durch seinen Inhalt als auch optisch durch seinen edlen Leineneinband.

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Tags: gedichte, tuareg   (2)
 

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däminen, engel, liebesgeschichte, fantasy

Der Kuss des Engels

Sarah Lukas
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2011
ISBN 9783492268073
Genre: Fantasy

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

tokio, japan, dieb, perfektion, taschendieb

Der Dieb

Fuminori Nakamura , Thomas Eggenberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 18.01.2017
ISBN 9783257243765
Genre: Romane

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griechenland

Das gelbe Dossier

M. Karagatsis
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Verlag der Griechenland Zeitung – Hellasproducts GmbH, 20.10.2016
ISBN 9783990210154
Genre: Romane

Rezension:

Besitzgier ist die höchste Antriebskraft des Menschen, ihr ordnen sich letztlich Liebe, Mitgefühl, Ehrlichkeit und Moral stets unter. Diese These stellt zumindest der Anwalt und Literat Manos Tassakos im Hinblick auf sein neuestes Romanprojekt >Thesen< und >Antithesen< auf. Skrupellos und unbarmherzig versucht er die Richtigkeit seiner These zu beweisen. Dazu manipuliert er geschickt eine kleine Gruppe von Menschen und spinnt ein Netz aus Intrigen und Abhängigkeiten.

Am Ende des Romans hat sich das Leben seiner Versuchskaninchen grundlegend verändert, und er selbst weilt nicht mehr unter den Lebenden. Selbstmord. Mit diesem offiziellen Ergebnis wurde vor mehr als zehn Jahren die Polizeiakte geschlossen.

Als dem Schriftsteller M. Karagatsis ein gelbes Dossier überreicht wird, breiten sich vor ihm sämtliche Machenschaften von damals aus und kaum eines der damaligen Geschehnisse bleibt verborgen. Doch kann das Dossier auch helfen die rätselhaften Todesumstände des Herrn Tassakos endgültig zu klären?

Hier setzt der Autor mit einer ebenso spannenden wie genialen Idee an. Er selbst ist angeblich der Schriftsteller, dem das gelbe Dossier in die Hände fällt und der somit zum Ermittler in seinem eigenen Roman wird. Genauestens legt er uns alle Details vor, so wie er sie selber erfahren hat, und berichtet uns, wie sich alles zutrug. Die Erklärung, wie das Dossier zu ihm gelangte, und die Frage nach dem Selbstmord bilden eine Art Rahmenhandlung in die die Geschichte um Manos Tassakos und die Familie Roussis eingebettet ist.

Manos Tassakos ist die Figur, die alle Fäden in der Hand hält und ein intelligentes und durchdachtes Intrigenspiel beginnt. Er selbst setzt sich über jegliche Moral hinweg, ist kalt, rücksichtslos und wenn ihn Maria als Satan bezeichnet, so vermag ich dem nicht wirklich zu widersprechen. Die Art, wie er seinen ehemaligen Meister Kostis Roussis, dessen Neffen Nikos, Maria Petropoulou, Nikos Geliebte, sowie Miltos, zu seinen Zwecken steuert und beeinflusst ist hochintelligent und perfide zugleich. Gespannt habe ich verfolgt, wie seine Pläne sich entwickelten und ob jeder so agiert, wie er es angenommen hat. Manos Tassakos ist mit Sicherheit kein sympathischer Charakter, doch ein äußerst spannender Protagonist.

Kostis Roussis war in vielen Punkten und Ansichten sein Gegenpart. Ein Mensch, dessen Genialität in seinem Umfeld unbestritten war, der jedoch über weite Teile hinweg alles andere als ein Menschenfreund war und der erstaunlich leicht zu Tassakos Spielball wurde. Auch ihn mochte ich nicht wirklich, doch seine persönliche Geschichte und die Weise, wie er sich im Laufe der Geschichte ändert, haben mich stellenweise trotzdem für ihn eingenommen.

Völlig anders Nikos, der für mich von Beginn bis Ende ein Ekelpaket war und mit dem ich kein Mitleid empfinden konnte. Miltos blieb eher etwas im Hintergrund, auch wenn ihm durchaus eine wichtige Rolle zukommt.

Zu Maria mag ich nicht allzu viel sagen, denn ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Nur so viel: hätte sie sich besser mit ihrer Armut arrangieren können, wäre vieles nicht geschehen. Es treten auch einige Nebenfiguren auf, vor allem der Chirurg Neseritis, doch der Großteil der Geschichte spielt sich zwischen den beschriebenen Personen ab.

M. Karagatsis‘ gewaltiges Werk erschien in Griechenland bereits 1956 und ich bin gespannt, wie es in Deutschland aufgenommen wird. Voller Spannung habe ich mich an die Lektüre begeben, doch schon nach wenigen Seiten war ich erst einmal ernüchtert. Die Geschichte war zwar von Beginn an interessant, dennoch war etwa das erste Drittel für mich sehr mühselig - was bei insgesamt 640 Seiten doch eine ganz schöne Menge ist. Etwa 200 Seiten lang passiert nicht viel mehr, als dass die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander vorgestellt werden. Gespickt ist das Ganze mit vielen Gesprächen, die sich öfters mal in philosophischen, moralischen, politischen oder literarischen Gedankengängen verlieren. Da war ich doch des Öfteren versucht einfach quer zu lesen. Doch mit der Entstehung des titelgebenden gelben Dossiers wurde die Handlung zunehmend spannender und das Buch ließ sich flüssiger lesen, sodass ich leichter vorwärtskam und in die Geschichte eintauchen konnte.

Der Schreibstil ist eher nüchtern, beinahe so, als würde man in der Tat lediglich Fakten aus einer Akte lesen. Erzählende Passagen nehmen zwar den Hauptteil des Werkes ein, doch gerade einige Gespräche werden einfach eins zu eins wiedergegeben:

„Ich: Sollen wir – zunächst einmal provisorisch – die Frage gemeinsam untersuchen? Neseritis: Sehr gerne. Ich: Nehmen wir uns einmal...“ (Seite 618, 1. Auflage)

Daneben gibt es zum Beispiel auch Tagebucheinträge und weitere Stilmittel. Dem Roman liegt also keine einheitliche Form zugrunde, was vielleicht einige Leser stören wird. Für mich war es eher reizvoll.

Mein Fazit:
Ein lesenswerter Roman, der dem Leser zwar einiges abverlangt, dafür jedoch mit sehr detaillierten Charakterstudien aufwarten kann. Der eigentliche Fall des Selbstmords steht zwar über allem, da der Roman vor allem den Geschehnissen nachspürt, die zu Tassakos Tod führten, doch es ist auch eine spannende psychologische Studie. Durchhalten lohnt sich.

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Tags: griechenland   (1)
 

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marie menke, carlsenverlag, cindy und rella, cinderella, märchenadaption

Cindy & Rella

Marie Menke
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 01.12.2016
ISBN 9783646603156
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Cover fand ich auf Anhieb so zauberhaft, dass ich das Buch unbedingt lesen musste, obwohl ich den Titel zugegebenermaßen nicht übermäßig mag.

Cindy und Rella sind zwei sehr unterschiedliche Mädchen, die nichts voneinander wissen und doch eine große Gemeinsamkeit haben. Beide fiebern ihrem 17. Geburtstag entgegen und versprechen sich viel von ihm. Rella erwartet einen Brief, der ihr ihr weiteres Schicksal verkünden wird und Cindy hofft durch ihre spektakuläre Geburtstagsparty endgültig zur schillernden Prinzessin des berliner Nachtlebens zu werden.

Doch für beide verläuft der Geburtstag völlig anders als erwartet und es zeigt sich, dass nicht nur ihr Schicksal eng miteinander verbunden ist, sondern sie Teil eines ungeheuerlichen Plans sind.

Carlsen Impress steht für mich für wunderbare Geschichten zum Eintauchen und Mitfiebern und natürlich für romantische Momente. So gibt es auch in dieser Geschichte eine Prise Romantik, doch der Fokus liegt diesmal auf den beiden ungleichen und trotzdem so ähnlichen Mädchen und das Geheimnis, das die beiden verbindet. So sind auch ihre Charaktere die detailreichsten und der Leser erfährt viel über ihre Gedanken und Wünsche. Dahingegen bleiben andere Figuren leider recht blass.

Dennoch konnte mich die Geschichte gefangen nehmen. Besonders die Einbindung dystopischer Elemente in diese sehr freie Adaption des Märchens „Aschenputtel“ war sehr gelungen. Auch wenn es Rellas Welt nicht eins zu eins gibt, so lassen sich doch Parallelen zu unserer Gesellschaft ziehen.

Ebenfalls gut gemacht ist der Perspektivwechsel zwischen Cindy und Rella. Anders als bei anderen Büchern war immer direkt klar, aus wessen Sicht gerade erzählt wird.

Mein Fazit: Eine gut umgesetzte Märchenadaption, die vielleicht noch ein wenig mehr Potential gehabt hätte, vor allem im Bereich der Nebenfiguren. Dennoch hat sie mir gut gefallen und ein paar wunderbare Lesestunden beschert.

 

 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Treffen sich zwei Moleküle im Labor

Martin Moder , Mandy Fischer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ecowin, 21.09.2016
ISBN 9783711000934
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als ich den Titel gelesen habe war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Ich habe es dementsprechend mit hohen Erwartungen aufgeschlagen und wurde nicht enttäuscht. Auf sehr unterhaltsame Art und Weise führt uns Martin Moder in seinem Buch von der Entstehung des Lebens, über Evolution und Gehirnforschung bis hin zu neuesten Erkenntnissen. Fakten, Forschungsergebnisse und Theorien werden anschaulich und amüsant dargestellt. Dabei vermeidet der Autor weitestgehend Fachvokabular oder bindet die Erklärungen so geschickt ein, dass es auch ohne Vorwissen keinerlei Verständnisprobleme gibt.

Seine Aussage, dass die Biologie noch nie so spannend war wie heute, wird in jedem der sechs großen und den zahlreichen Unterkapiteln bestätigt. Die sechs Hauptkapitel beschäftigen sich mit der Entstehung des Lebens, der Fortpflanzung, den Modelorganismen und was wir durch sie alles lernen können, unserem Gehirn, Tipps und Tricks für den Alltag und der Frage, was die Zukunft bringen mag.

Die Themen, durch die uns Martin Moder führt, scheinen sehr unterschiedlich und breit gefächert und dennoch schafft es der Autor Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Ich wurde abwechselnd amüsiert und fasziniert und bei manchen präsentierten Forschungsergebnissen wurde mir auch ein wenig mulmig bei dem Gedanken daran, welche Möglichkeiten sich eventuell eröffnen könnten. Ob ich es gut finden würde, ein gesamtes Gehirn und die darin erhaltenen Gedanken dauerhaft zu konservieren, da bin ich mir nicht sicher, und die Art und Weise wie ein winziger, einzelliger Parasit es schafft, das Verhalten seines Wirtes im eigenen Sinne zu manipulieren ist schon etwas gruselig. Wenn es allerdings dazu kommen sollte, dass in den Supermarktregalen eines Tages Schnitzel liegen, die im Labor aus Stammzellen gezüchtet wurden, dann stehe ich dem wahrscheinlich eher positiv gegenüber und vielleicht würde es sogar helfen, die Massentierhaltung einzudämmen und die Tiere nicht mehr nur als Gegenstände und Waren zu betrachten. Doch wie bei allen Entwicklungen bleibt uns vorerst wohl nur abzuwarten und zu beobachten, was die Zukunft bringen mag.

Martin Moder forscht selbst in Wien am Zentrum für Molekulare Medizin und ist Mitglied in der „Gesellschaft für Kritisches Denken“. Zudem hat er es 2014 geschafft zum Science-Slam-Europameister gekürt zu werden und betreibt den erfolgreichen Blog „GENau“. Seine Begeisterung für die Biologie spricht aus jedem Satz und schon allein deswegen macht es Spaß ihm in seine Welt zu folgen.  

Mein Fazit: Martin Moders Einblick in die Biologie ist spannend, lehrreich, humorvoll und interessant und er schafft meines Erachtens nach die Gratwanderung sowohl absolute Laien als auch Leser mit einer gewissen naturwissenschaftlichen Vorbildung gleichermaßen anzusprechen. Dafür, dass er mich auf diese amüsante Reise mitgenommen hat, gibt es von mir fünf von fünf Sternen und eine absolute Leseempfehlung.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Bombay, Bagdad, Teheran

Vita Sackville-West , Susanne Gretter , Irmela Erckenbrecht , Nigel Nicolson
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei edition erdmann ein Imprint von Verlagshaus Römerweg, 22.09.2016
ISBN 9783737400329
Genre: Sonstiges

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650 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 99 Rezensionen

dämonen, dark elements, liebe, sehnsuchtsvolle berührung, layla

Dark Elements - Sehnsuchtsvolle Berührung

Jennifer L. Armentrout , Ralph Sander , Isa-Corinna Scholz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670203
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf der diesjährigen Buchmesse durfte ich endlich den dritten Band in den Händen halten. Nachdem ich die ersten beiden Teile regelrecht verschlungen hatte, war ich umso gespannter auf den abschließenden Band, vor allem nach dem gemeinen Cliffhanger, mit dem der zweite Band aufhörte.

Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass das Geschehen wirklich unmittelbar und direkt an den vorherigen Teil anknüpft. Trotz der Zeit, die zwischen dem Lesen der beiden Bücher lag war ich gleich wieder gefesselt und die Erinnerung, was genau passiert war, kam schnell zurück.

Layla hat sich inzwischen verändert und weiterentwickelt und ist wesentlich mutiger und selbstbewusster als zu Beginn dieser Reihe. Dennoch schafft sie nicht alle Probleme mit einem Wimpernschlag aus der Welt, sondern muss sich weiterhin beweisen.

Die erste große Entscheidung, die sie trifft, hat mich zwar vom Ergebnis her nicht verwundert, aber ich hätte erwartet, dass sie sich erst gegen Ende des Buches endgültig für Zayne oder Roth entscheidet. Nach dem ganzen Gefühlschaos der ersten beiden Teile hat mich das positiv überrascht. Leider habe ich damit auch gleich meinen ersten Kritikpunkt erreicht. Ich mag Romantik und tolle Liebesszenen, allerdings driftete für mich hier vieles in Richtung Kitsch ab, was ich sehr schade fand.

Während ich mir an dieser Stelle etwas weniger gewünscht hätte, hätte es auf der anderen Seite gerne ein bisschen mehr Action geben können. Auch wenn mich das Buch durchaus gefesselt hat und ich trotz der genannten Kritik auch gerne die Szenen zwischen Lalya und X (für wen sie sich entscheidet verrate ich nicht) gelesen habe, so kam wirkliche Spannung erst sehr spät auf. Gerade in der ersten Hälfte passiert nicht allzu viel. Dafür war der eigentliche Endkampf sehr kurz gehalten. Zugegebenermaßen war er allerdings grandios geschrieben. Vielleicht hätte ich auch deswegen gerne ein paar Seiten mehr gehabt.

Neben einigen zu erwartenden Entwicklungen, gab es auch eine ganze Reihe an unvorhersehbaren Wendungen, so dass es zu keiner Zeit langweilig wurde. Vor allem eine Szene hat mich sehr berührt und traurig gemacht, doch auch sonst habe ich mitgelitten, gehofft und gebangt und natürlich die Romantik genossen.

Ebenso konnten mich auch die Charaktere wieder einmal vollends überzeugen. Zwar hatte ich das Gefühl, dass Roth ein bisschen Charme eingebüßt hat, dennoch konnte er wieder punkten und vor allem Cayman und Sense waren einfach genial. Auch Bambi hat mich erneut begeistert. Ich finde ich nach wie vor faszinierend, wie Jennifer L. Armentrout es schafft, ihre Charaktere authentisch und mit wenig Klischees beladen zu erschaffen.

Der Sprache war abermals perfekt an die Geschichte und seine Charaktere angepasst, auch wenn ich auf ein, zwei Wiederholungen hätte verzichten können. Doch der flüssige und lockere Schreibstil hat das mehr als wettgemacht. Zudem gab es wieder wunderbar sarkastische Dialoge, viel Humor und so manchen gelungenen Schlagabtausch.

Mein Fazit: Insgesamt haben mir die ersten beiden Bände zwar noch ein klein wenig besser gefallen, trotzdem ist „Sehnsuchtsvolle Berührung“ ein toller und stimmiger Abschluss der Dark Elements-Trilogie. Es hat wieder einmal Spaß gemacht in Laylas Welt einzutauchen und ich bin ein bisschen traurig, dass es nun kein Wiedersehen mehr geben wird.

 


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Tags: dämonen, dark elements, engel, weltuntergang   (4)
 

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

wichtel, weihnachten, weihnachtsgeschichte, weihnachtsbuch, für zwischendurch

Ein Junge namens Weihnacht

Matt Haig , Sophie Zeitz-Ventura , Chris Mould
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423280884
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als ich das Buch auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse entdeckt habe, da musste ich es einfach haben, denn allein die Aufmachung ist toll. Neben dem wunderbaren Einband ist das Buch auch innen voller Illustrationen von Chris Mould und somit schon allein optisch ein Genuss.

Der Autor Matt Haig spinnt eine zauberhafte Geschichte über den Weihnachtsmann und wie es überhaupt dazu kam, dass er der Weihnachtsmann wurde. Denn seine Geschichte startet alles andere als märchenhaft mit dem kleinen Nikolas, der in Armut zusammen mit seinem Vater im kalten Finnland lebt. Ein lukrativer Auftrag verleitet Nikolas Vater dazu, ihn in der Obhut von Tante Carlotta zu lassen und auszuziehen, um dem König einen Beweis für die Existenz von Wichteln zu erbringen. Je länger er fortbleibt, umso ungemütlicher wird das Leben für Nikolas und so macht auch er sich auf den Weg, die Wichtel und vor allem seinen Vater zu finden.

Begleitet wird er dabei von seinem einzigen Freund, dem Mäuserich Miika, der ständig von Käse träumt, auch wenn er gar nicht so genau weiß, was das ist. Aber es klingt himmlisch.

Nikolas, der von seinen Eltern früher liebevoll Weihnacht genannt wurde, muss so manches Abenteuer bestehen, bis er endlich seine wahre Berufung erkennt und zu dem Weihnachtsmann wird, wie wir alle ihn aus unzähligen Geschichten kennen.

Seine Geschichte ist an vielen Stellen eher traurig und düster und daher trotz der Aufmachung nicht unbedingt ein Kinderbuch; wenn, dann in jedem Fall eher für ältere Kinder. Zum Glück für Nikolas und uns Leser gibt es aber auch immer wieder glückliche und fröhliche Momente, die zeigen, dass trotz aller Tragik, auch viel Gutes im Menschen (und im Wichtel) steckt und das es manchmal einfach eine Weile dauert, bis sich alles zum Guten wendet.

Mir persönlich hat die erste Hälfte des Buches wesentlich besser gefallen als die zweite. Manche Begebenheiten wie zum Beispiel die Sache mit der Sprengblume waren mir einfach zu heftig für eine Weihnachtsgeschichte. Die letzten dreißig Seiten haben mich jedoch wieder aufgefangen, sonst hätte ich das Buch womöglich noch mit einem schlechten Gefühl beendet.

So kann ich sagen, dass ich zwar nicht alle Einzelheiten mochte, mich das Buch insgesamt jedoch überzeugen konnte. Vor allem den immer wieder aufblitzenden Humor mochte ich sehr und die Wichtelpolitik ist – sagen wir mal – einzig- oder besser eigenartig. Manch ein Erwachsener dürfte sich dabei herrlich amüsieren.

Die bereits erwähnten Illustrationen passen hervorragend zum Text und unterstreichen nicht nur den Inhalt, sondern auch immer wieder den Humor.

Mein Fazit: Wer sich auch auf eine etwas andere Weihnachtsgeschichte einlassen kann und schon immer einmal wissen wollte, wie es dem Weihnachtsmann als Kind ergangen ist (und warum er nicht mehr altert), dem wird Nikolas Geschichte sicher gut gefallen.

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