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97 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

engelsschwert, susan ee, pooky, gefallene engel, angelfall

Angelfall - Tage der Dunkelheit

Susan Ee , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317482
Genre: Fantasy

Rezension:

Klappentext:
Kaum hat Penryn ihre kleine Schwester Paige aus dem Hauptquartier der Engel in San Francisco befreit, wird diese erneut entführt. Und so muss sich Penryn in den rauchenden Trümmern der Stadt erneut auf die Suche nach Paige machen. Dabei findet sie heraus, welch finstere Pläne die Engel wirklich verfolgen. Ihre letzte Hoffnung ist der gefallene Engel Raffe, der jedoch vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens steht: Soll er auf sein Herz hören und Penryn helfen, oder soll er versuchen, seine Flügel zurückzubekommen?

Einordnung:
- Nacht ohne Morgen (Teil 1)
- Tage der Dunkelheit (Teil 2)
- End of Days (Teil 3, dt. unbekannt)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Das Buch macht genau an der Stelle weiter, an der der erste Band aufgehört hat. Penryn ist nach dem Stich des Skorpions noch immer gelähmt, aber alle halten sie für tot. Trotzdem nimmt der Widerstand sie mit ins neue Camp. Schon auf dem Weg dorthin löst sich die Lähmung allmählich, sodass Penryn wieder handlungsfähig ist. Das ist auch dringend notwendig, denn die Geschichte geht direkt rasant weiter ohne viel Zeit, die bisherigen Geschehnisse zu verarbeiten. Das Buch lässt keine Minute Zeit zum Durchatmen, denn schließlich herrscht auf der Erde Krieg. Die größten Schwierigkeiten bereitet Penryn allerdings ihre entstellte kleine Schwester, vor der sich alle gruseln und die nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich nicht mehr dieselbe ist. Auch Penryn fechtet in ihrer Nähe ständig einen inneren Kampf aus, denn obwohl Paige noch immer ihre geliebte kleine Schwester ist, bringt sie es weder über sich, sie anzusehen noch sie anzufassen. Dadurch, dass selbst die starken Familienbunde aus dem ersten Teil nicht mehr wirklich existieren, wird die Atmosphäre des Buches noch ein wenig düsterer.

Überhaupt ist es in diesem Band hauptsächlich die Atmosphäre, die mich mitgerissen hat, denn so sehr viel Handlung gibt es nicht, abgesehen vom rasanten Ende. Zwar geht der Überlebenskampf weiter, Paige verschwindet erneut und es gibt mehrere Scharmützel mit Engeln, Skorpionen und auch Menschen, aber insgesamt verbringt Penryn viel Zeit damit, einfach nur zu leben. Das ist jedoch keinesfalls langweilig, denn auch wenn gerade kein Angriff des Feindes erfolgt, ist das normale Alltagsleben geprägt von atemlosem Warten darauf, dass es wieder beginnt. Die Szenen mit Penryns Familie sind gleichermaßen emotional wie unheimlich. Und unterbrochen wird die Beschreibung der Gegenwart immer wieder durch Erinnerungen, die Raffes Schwert mit Penryn teilt. Dadurch gibt es nicht nur mehr Informationen über Raffe, sondern es wird auch seine innige Verbindung mit dem Schwert deutlich. Auch Penryns eigene Beziehung zum Schwert wird immer stärker und der vorsichtige Austausch von Gefühlen war irgendwie berührend. Das alles wird so intensiv geschildert und baut eine so spannungsgeladene Atmosphäre auf, dass ich bis mitten in der Nacht gelesen habe, weil ich einfach nicht aufhören konnte.

Neben Penryns Beziehung zu dem Schwert hat mir auch ihre Beziehung zu Raffe unheimlich gut gefallen. Sie denkt immer mal wieder zwischendurch an ihn und gestattet sich manchmal, einfach nur ein 17jähriges Mädchen zu sein. Aber generell ist sie so damit beschäftigt, zu überleben und ihre Schwester zu finden, dass für Raffe kaum Platz in ihrem Kopf ist. Da dieser Penryn für tot hält und sie dementsprechend auch nicht sucht, dauert es mehr als 300 Seiten, bis sie sich das erste Mal wieder über den Weg laufen. Zuvor taucht er nur in den Erinnerungen seines Schwertes auf. Diese Erinnerungsfetzen, die hin und wieder eingeschoben wurden, ohne dass er im Buch tatsächlich mal aktiv aufgetaucht wäre, haben in mir tatsächlich so etwas wie Sehnsucht entfacht. Zum Schluss, kurz bevor sie sich wiedersehen, habe ich ihn tatsächlich mehr vermisst als Penryn. Es ist mir in meiner ganzen Leserlaufbahn noch nie passiert, dass ich selbst den Kerl mehr vermisst habe als die Protagonistin. Aber dieses Buch hat es geschafft und davon bin ich noch immer beeindruckt.

Fazit:
Das Buch macht an der Stelle weiter, an der der vorherige Band aufgehört hat. Der nahtlose Übergang macht den Einstieg in die Geschichte leicht. Außerdem ist das Buch von der ersten Seite an spannend, auch wenn die Handlung erst gegen Ende richtig in Schwung kommt. Dafür ist bis zu diesem Punkt die Atmosphäre umso mitreißender. Egal, womit sich Penryn beschäftigt, alles ist unglaublich intensiv geschrieben. Und selbst bei Alltagsaktivitäten herrscht das atemlose Warten auf die Katastrophe. Dazwischen baut Penryn langsam eine berührende Beziehung zu Raffes Schwert auf und seine beiläufigen Erwähnungen haben mich sehnsüchtiger auf ihn warten lassen als Penryn. „Angelfall – Tage der Dunkelheit“ konnte mich absolut überzeugen und bekommt dafür fünf Schreibfedern. 

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Tags: dystopie, engel, science-fiction   (3)
 

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751 Bibliotheken, 9 Leser, 5 Gruppen, 61 Rezensionen

magie, fantasy, skulduggery pleasant, skelett, derek landy

Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand

Derek Landy , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 343 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.02.2011
ISBN 9783785572689
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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580 Bibliotheken, 22 Leser, 4 Gruppen, 10 Rezensionen

codex, schattenjäger, dämonen, fantasy, chroniken der unterwelt

Der Schattenjäger-Codex - Chroniken der Unterwelt

Cassandra Clare , Joshua Lewis , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.03.2014
ISBN 9783401069814
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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204 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

schattenjäger, fantasy, jugendbuch, die legenden der schattenjäger-akademie, chroniken der unterwelt

Die Legenden der Schattenjäger-Akademie

Cassandra Clare , Cassandra Clare , Maureen Johnson , Robin Wasserman
Fester Einband: 840 Seiten
Erschienen bei Arena, 16.11.2016
ISBN 9783401601472
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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219 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

wüste, fantasy, alwyn hamilton, amani, jugendbuch

AMANI - Rebellin des Sandes

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.08.2016
ISBN 9783570164365
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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425 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

fantasy, sabaa tahir, jugendbuch, elias, laia

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783846600382
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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18 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

roman, prinzessin

Princess Reality

Noëmi Caruso
Flexibler Einband: 228 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 20.12.2016
ISBN 9783740716127
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Klappentext:
Siara genießt eine hervorragende Ausbildung in einem Schweizer Internat für Thronfolger und andere Adelige aus ganz Europa. Auf Befehl ihres Vaters – dem König von Luandia – kehrt sie mitten im Schuljahr in die Heimat zurück. Ihrem idyllischen Land, das sich zwischen Großbritannien und Island findet, droht ein Krieg – auch die Monarchie droht unterzugehen. Nun ist Siara, die Thronfolgerin von Luandia, die Einzige, die helfen kann. Um das Volk zu besänftigen, lässt sie ihr Leben von Kameras begleiten – von morgens bis abends, beim Ankleiden, beim Reiten, beim Shoppen, bei den Pflichten als Thronfolgerin und bei der Suche nach der großen Liebe. Doch wie soll ein Mann ihr Herz erobern, während die ganze Welt zuschaut und Luandia und ihr Volk in großer Gefahr schweben?

Einordnung:
- Gespieltes Leben (Teil 1)
- Gespieltes Glück (Teil 2)
- noch unbekannt (Teil 3)

Rezension:
Der Klappentext hat mich schon sehr an „Selection“ erinnert und im Buch selbst gibt es auch immer wieder Szenen, in denen ich mich an diese Geschichte erinnert gefühlt habe. Grundbaustein des Buches ist beispielsweise eine Fernsehshow, die Prinzessin Siara veranstaltet, um das Volk von den Konflikten in ihrem Land abzulenken. Dabei trägt sie immer schöne Kleider, die sie zum Teil selbst entworfen hat, und organisiert Bälle. Dort lernt sie eine Menge adelige Männer kennen, von denen sie im Optimalfall einen zum Ehemann nehmen soll. Allerdings liegt der Fokus in „Princess Reality“ nicht ausschließlich auf der Wahl eines Ehemannes. Die Kameras begleiten Siara durch ihr ganz normales Leben, das ab diesem Moment natürlich interessant genug für eine Fernsehsendung sein muss. Daher geht sie vielen verschiedenen Aktivitäten nach.

Da die Show damit außer der Unterhaltung des Volkes aber kein Ziel verfolgt, gibt es kaum Spannung. Die Geschichte hat keinen Höhepunkt, auf den die Handlung hinsteuert. Es wird lediglich von Siaras nicht allzu spannendem Leben berichtet und dabei von einer Szene zur anderen gesprungen, denn wenn in ihrem Leben nichts passiert, ist es auch nicht interessant, darüber zu berichten. Dadurch liest sich das Buch teilweise allerdings wie eine bloße Auflistung von Dingen, die Siara tut. Beispielsweise lernt sie Autofahren, hilft in einer Suppenküche aus, hat Dates, organisiert Partys und so weiter. Das Buch ist zwar schön zu lesen und die Aktivitäten für sich genommen sind durchaus interessant, aber generell plätschert die Handlung eher vor sich hin. Insbesondere die Konflikte im Land, die Bedrohung des Volkes und die Gefahr für die Monarchie, die im Klappentext angekündigt werden, habe ich vermisst. Hin und wieder wird die Situation in einem Nebensatz erwähnt, aber dabei erscheint sie völlig unspektakulär zu sein. Wer auf Spannung hofft, wird enttäuscht.

Das gilt nicht nur für die Handlung generell, sondern auch für die Entwicklungen mit den jungen Männern, die Siara kennenlernt. Am Anfang des Buches wird zwar viel Wert darauf gelegt, die interessanten Männer einzuführen, aber schon vom ersten Moment an unterscheiden sie sich bis auf eine Ausnahme kaum. Siara findet sie alle toll, an jedem reizt sie etwas, mit allen ist sie gerne zusammen und sie alle sind ihr ans Herz gewachsen, obwohl sie kaum mehr als drei- oder viermal Zeit mit jedem von ihnen verbringt. Ehrlich gesagt habe ich noch immer Schwierigkeiten, die Herrschaften auseinander zu halten, und somit natürlich auch keinen Favoriten in der halbherzigen Auseinandersetzung um Siaras Herz. Die Suche nach der Liebe gerät außerdem unter den vielen Aktivitäten, die Siara für die Show machen muss, irgendwie in den Hintergrund. Teilweise denkt sie eine gefühlte Ewigkeit nicht einmal mehr an ihre männlichen Gäste. Manchmal hatte ich da das Gefühl, dass es passender wäre, wenn Siara am Ende feststellen würde, dass sie lesbisch ist und ihre beste Freundin Sarah heiraten will – die einzige Person außerhalb ihrer Familie, für die sie tatsächlich (wenn auch platonische) Gefühle zu haben scheint. Damit ist auch der romantische Aspekt des Buches nicht besonders weit ausgeführt und auch in dieser Hinsicht gibt es kein Drama, das die Geschichte in Schwung bringen würde.

Fazit:
Die grobe Idee des Buches erinnert sehr an „Selection“. Prinzessin Siara veranstaltet eine Fernsehshow, um das Volk von den Unruhen im Land abzulenken. Allerdings ist von diesen Unruhen im Laufe des Buches überhaupt nichts zu spüren. Auch ist die Geschichte nicht sonderlich spannend, da die Show lediglich zur Unterhaltung dient und Siara damit nur durch ihr Leben begleitet, statt auf einen Höhepunkt zuzusteuern. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es mehrere junge Männer gibt, die als mögliche Ehemänner für Siara in Frage kommen. Bis zum Schluss hatte ich Probleme, diese Männer auseinander zu halten, weil sie kaum vorkommen und Siara für alle dieselben oberflächlichen Gefühle hat. Obwohl das Buch also keinerlei Spannung aufweist, ist es schön zu lesen und die Aktivitäten der Prinzessin sind interessant aufbereitet. Als leichte Lektüre für nebenbei bekommt „Princess Reality – Gespieltes Leben“ insgesamt drei Schreibfedern von mir.

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Tags: prinzessin, roman   (2)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

fachbuch

Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens

Marshall B. Rosenberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Junfermann Verlag, 20.09.2016
ISBN 9783955715724
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: fachbuch   (1)
 

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296 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

cassandra clare, magisterium, magie, band 3, fantasy

Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze

Cassandra Clare , Holly Black , Anne Brauner
Fester Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783846600283
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Nach den Ferien veranstaltet die Schule eine Feier für Call, Aaron und Tamara, weil sie den Feind des Todes abgewehrt haben. Doch noch während der Festlichkeiten greift ein Unbekannter sie an. Wer steckt hinter dem Anschlag? Auf der Suche nach Antworten treffen die drei unter der Erde erneut auf den Verschlungenen. Sie ahnen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der zweite Teil der schrecklichen Prophezeiung wahr wird, die er ihnen im ersten Schuljahr mit auf den Weg gegeben hat. Doch vielleicht wenden sich die Dinge doch noch zum Guten, wenn sie nur rechtzeitig herausfinden, wer ihnen nach dem Leben trachtet!

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der kupferne Handschuh (Teil 2) 
- Der Schlüssel aus Bronze (Teil 3)
- The Golden Boy (Teil 4)
- The Enemy of Death (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr viel leichter als bei den vorherigen Teilen. Es ist von der ersten Seite an spannend, denn obwohl jeder den Feind des Todes für tot hält, ist die Gefahr für Call und seine Freunde nicht gebannt. Während sie also auf einen neuen Angriff von Master Joseph warten, müssen sie sich gleichzeitig vor dem Spion im Magisterium in Acht nehmen. Dabei kommt es mehrfach zu lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen, ohne dass der Spion tatsächlich selbst in Erscheinung tritt. Und natürlich hält Call noch immer geheim, wer er wirklich ist. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis jemand das herausfindet oder es jemanden das Leben kostet.

Für eine ganze Weile ist das Buch außerdem unterhaltsam, weil wieder mehr von der Ausbildung im Magisterium berichtet wird. Mehrmals begleitet der Leser Call und Aaron bei Lektionen zur Chaosmagie. Dabei lernen sie unheimliche Dinge, wie jemanden bewusstlos werden zu lassen, indem sie seine Seele berühren. Außerdem werden tiefere Einblicke gegeben, wie Constantine die chaosbesessenen Menschen und Tiere erschaffen hat, die auch nach seinem vermeintlichen Tod nach wie vor ein Problem darstellen. Das schafft eine Verbindung zwischen Constantine und Call, die ich mir bisher immer nur sehr schwer vorstellen konnte. Doch je mehr sich ihre Fähigkeiten angleichen, desto eher kann ich nachvollziehen, dass Call der Feind des Todes sein soll. Die Lektionen, die Call und seine Freunde lernen, beschränken sich allerdings nicht nur auf die Chaosmagie. Sie lernen auch generell mehr über ihre Fähigkeiten und die anderen Elemente und nehmen an Prüfungen teil, sodass ihre Ausbildung wieder an Bedeutung gewinnt. Das macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch interessant, weil es immer neue Dinge zu lernen gibt.

Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen – und dann kamen die letzten 30 Seiten. Von Anfang an hatte ich einen Verdacht, wer der Spion ist, weil in meinen Augen nur eine Person überhaupt dafür in Frage kam. Leider hat sich dieser Verdacht dann auch bestätigt, sodass es für mich viel zu offensichtlich und demnach kein großer Schock war. Außerdem hatte ich bei der Auflösung und generell beim Höhepunkt am Ende des Buches ein ziemlich intensives Déjà-vu. Das war irgendwie alles bloß eine Wiederholung der Handlung aus dem ersten Band. Wirklich schade, dass die Autorinnen sich da nicht etwas Neues haben einfallen lassen. Stattdessen nutzen sie dieselbe Idee nochmals, nur dass sie sie hier noch weiter auswalzen, weil es mehrere mehr oder weniger überraschende Verwandtschafts- und Identitätsenthüllungen gibt. Ich bin sicher, es hätten sich andere Lösungen finden lassen als dem Leser lediglich mit geändertem Namen noch mal die letzten Seiten aus dem ersten Band vorzukauen. Es hat mich wirklich enttäuscht, dass die ganze Handlung dann auf dieses aufgewärmte Ende hinauslief.

Fazit:
Das Buch beginnt spannend und interessant. Obwohl der Feind des Todes für tot gehalten wird, müssen Call und seine Freunde sich in lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen mit einem Spion im Magisterium befassen. Außerdem droht Calls Geheimnis ans Licht zu kommen. Zwischendurch wird auch wieder mehr Wert auf den Unterricht gelegt, sodass der Leser gemeinsam mit den Charakteren neue Dinge lernt. Die letzten 30 Seiten haben mir das Buch dann aber ordentlich verdorben. Die Auflösung, wer der Spion ist, ist extrem offensichtlich. Und außerdem ist das Ende bloß eine Wiederholung aus dem ersten Band. Dieselbe Idee wird einfach noch mal aufgewärmt. Obwohl mir „Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ über lange Strecken richtig gut gefallen hat, vergebe ich wegen des mehr als enttäuschenden und frustrierenden Endes nur drei Schreibfedern.

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Tags: elemente, fantasy, magie   (3)
 

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590 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

magie, magisterium, fantasy, elemente, freundschaft

Magisterium - Der kupferne Handschuh

Cassandra Clare , Holly Black ,
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2015
ISBN 9783846600177
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Callum hat die Pforte der Beherrschung durchschritten: Nun kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Doch auch aus einem anderen Grund ist für ihn nichts mehr so wie vorher: Neuerdings macht Call sich Sorgen, dass sein Vater sich der Seite des Feindes angeschlossen haben könnte. Während Call noch überlegt, ob er sich Aaron und Tamara anvertrauen kann, macht die Nachricht die Runde, dass ein äußerst gefährlicher magischer Gegenstand entwendet wurde: der Alkahest, mit dem man das Element des Chaos beherrschen kann. In den falschen Händen kann dieser magische Handschuh tödliche Folgen haben. Callum und seine Freunde setzen alles daran, um Schlimmeres zu verhindern ...

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der kupferne Handschuh (Teil 2)
- Der Schlüssel aus Bronze (Teil 3)
- The Silver Mask (Teil 4)
- The Enemy of Death (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Der Beginn des Buches hat mich in der Umsetzung stark an den ersten Band erinnert. Schon auf den ersten Seiten finden sich dramatische Entwicklungen, die für Call lebensbedrohlich sein könnten. Doch das wird rein auf der Sachebene vermittelt. Die ersten Kapitel sind absolut unemotional, weil sich Calls Gefühle kaum jemals in Handlungen, Gedanken oder physiologischen Reaktionen äußern. Wenn nicht explizit „er war traurig“ erwähnt werden würde, hätte ich die Emotion überhaupt nicht mitbekommen. Da die Darstellung von Calls Gefühlen dementsprechend auch immer nur einen Satz in Anspruch nimmt, ist die Handlung eine Seite später schon so viel weiter fortgeschritten, dass bereits die nächste, teilweise völlig unzusammenhängende Emotion benannt wird. Diese Sprunghaftigkeit hat auch nicht dazu beigetragen, mich wirklich in die Geschichte hinein zu ziehen. Ich konnte überhaupt nicht mit Call fühlen.
Glücklicherweise hat sich das aber nach den ersten Kapiteln geändert, als Call auf seine Freunde trifft. In zwischenmenschlichen Interaktionen wird sehr viel deutlicher, wie sich Call fühlt, ohne dass es explizit erwähnt werden muss. Teilweise konnte ich sogar verstehen, warum Call ein bestimmtes Gefühl hatte. Das hat ihn mir sehr viel sympathischer gemacht und auch dazu beigetragen, dass ich die Handlung viel intensiver und damit als spannender wahrgenommen habe als zuvor.

Diese Spannung steigert sich zum Ende des Buches hin immer mehr. Es ist tatsächlich richtig interessant geworden. Besonders gefallen hat mir die stetige Unsicherheit, wem Call vertrauen kann. Sein Vater scheint sich irgendwie in äußerst gefährliche, sehr viel Misstrauen erweckende Gedanken und Pläne verstrickt zu haben. Seine Freunde Aaron und Tamara behalten seine Geheimnisse plötzlich nicht mehr zuverlässig für sich. Master Joseph hängt noch immer an seinen Fersen. Im Magisterium läuft so einiges daneben, sodass es eine alles andere als sichere Zufluchtsstätte ist. Dann ist da natürlich noch Jasper, der Call nicht ausstehen kann und durch unglückliche Umstände aber viel zu viel – um nicht zu sagen: alles – weiß. Und seit Call herausgefunden hat, wer er wirklich kann, kann er sich selbst eigentlich auch nicht mehr trauen. Im Laufe der Geschichte wird diese Vertrauensfrage immer verwirrender, weil jeder auf seiner eigenen Seite zu stehen scheint. Das sorgt für einige überraschende Wendungen, eine spannende Entwicklung und macht das Buch richtig interessant.

Fazit:
Der Anfang des Buches ist ähnlich oberflächlich und emotionslos wie im ersten Band. Nach einigen Kapiteln ändert sich das allerdings, sodass ich Calls Gefühle verstehen und miterleben konnte. Dadurch wurde er mir viel sympathischer. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Handlung, spannend zu werden. Besonders fesselnd ist dabei, dass Call nicht mehr weiß, wem er vertrauen kann. Nach und nach scheint sich jeder als unzuverlässig herauszustellen. Das sorgt für überraschende Wendungen und macht die Geschichte interessant. Da mir „Magisterium – Der kupferne Handschuh“ besser gefallen hat als der erste Teil, vergebe ich vier Schreibfedern an das Buch.

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Tags: elemente, fantasy, magie   (3)
 

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180 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

fantasy, winter, stefanie lasthaus, heyne, das frostmädchen

Das Frostmädchen

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317291
Genre: Fantasy

Rezension:

Klappentext:
Als die junge Neve in einer klirrend kalten Nacht beinahe im Wald erfriert, wird sie gerade noch rechtzeitig von dem sensiblen Künstler Lauri gefunden. Aufopferungsvoll pflegt er Neve gesund, und schon bald entwickelt sich eine innige Liebe zwischen den beiden. Doch in der Nacht im Wald ist etwas mit Neve geschehen, das eine uralte Magie in ihr entfesselt hat. Eine Magie, die auch den dunklen Mächten des geheimnisvollen Winterreiches nicht verborgen bleibt – und plötzlich schweben Neve und Lauri in tödlicher Gefahr ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Nachdem ich mitbekommen habe, wie zurückhaltend und kritisch die meisten Leser das Buch bewertet haben, habe ich meine Erwartungen schon heruntergeschraubt. Aber selbst so wurden sie noch enttäuscht. Ich wollte das Buch lesen wegen der Magie, die die Winternacht in Neve entfacht, wegen der dunkeln Mächte und der tödlichen Gefahr – also wegen der angekündigten Spannung und dem Fantasy-Anteil. Letztlich bekommen habe ich eine überstürzte Liebesgeschichte und eine sich im Kreis drehende Handlung. Natürlich kommen Fantasy-Elemente in dem Buch vor, aber meist werden sie nicht erklärt, sondern müssen einfach so hingenommen werden.
Beispielsweise trifft Neve im Wald auf eine geheimnisvolle Frau, die schon bei der ersten Begegnung eine enorme Anziehungskraft auf sie ausübt, der sie unbedingt gefallen möchte und für die sie wirklich fragwürdige Dinge tut. Bis zum Schluss habe ich nicht verstanden, warum sie die Frau so anziehend findet. Dadurch waren mir die meisten Handlungen der Protagonistin völlig unverständlich. Ich konnte weder nachvollziehen noch nachfühlen, warum sich Neve teilweise wie eine hirnlose Marionette verhält. Dies und viele weitere Dinge werden für meinen Geschmack viel zu wenig erklärt. Den Höhepunkt der Erklärungslosigkeit bildet allerdings der Epilog. Im letzten Kapitel passiert einiges, bevor die Geschichte mitten in der Handlung abbricht. Im Epilog berichtet Lauri die Ereignisse ein Jahr später und tut alle Geschehnisse, die irgendwie mit Fantasy zusammenhängen, einfach damit ab, dass er es nicht versteht, aber so akzeptiert. Damit wird natürlich auch für den Leser nichts aufgelöst.

Wo die Erklärungen fehlen, wird dafür die Liebesgeschichte umso intensiver ausgewalzt. Der Klappentext verrät bereits, dass ich „schon bald“ eine Liebesgeschichte zwischen Lauri und Neve entspinnt, aber dass sie schon knutschend auf dem Sofa sitzen, nachdem sie sich gerade einmal 24 Stunden kennen, von denen sie die meiste Zeit geschlafen haben, war doch etwas extrem schnell. In dem Tempo geht es dann aber auch gleich weiter, als sie sehr kurz danach im Bett landen und nach ungefähr drei Tagen ganz sicher sind, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben.
Abgesehen von der Tatsache, dass ich das unrealistisch schnell finde, nimmt das der Geschichte auch die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Da sich Lauri und Neve vom ersten Moment an wunderschön und ganz toll finden, wiederholen sich das ganze Buch über einfach nur ihre schmachtenden Gedanken. Teilweise wird es sogar richtig kitschig. Und mehrfach verlieren die beiden sich darin, wie toll sie den anderen finden. Vermutlich ist mir das so extrem aufgefallen, weil es in dem Buch kaum Handlung gibt und dafür umso mehr Zeit für innere Monologe. Einen Großteil der Zeit verbringen Lauri und Neve getrennt voneinander und ohne Kontakt zu anderen Menschen, während sie mitten im Wald durch den Schnee stapfen, sodass zuerst seitenlang Lauris Gedanken und Gefühle geschildert werden. Im nächsten Kapitel werden dann Neves Gedanken und Gefühle berichtet und im darauf folgenden Kapitel denkt und fühlt Lauri wieder genau die gleichen Dinge, die schon zwei Kapitel vorher erzählt wurden. Und das zieht sich durch das ganze Buch, weil Lauri und Neve sich nicht langsam annähern, sondern direkt am Anfang total verliebt sind.

Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Handlungsbausteine, da die Charaktere nicht nur in der Hütte sitzen, sondern auch Dinge träumen, im Wald spazieren gehen, sich durch einen Schneesturm kämpfen, auf Wölfe treffen, sich im tückischen Schnee durch Stürze Verletzungen zuziehen, beinahe erfrieren und sich gegenseitig suchen. Außerdem träumen sie, gehen im Wald spazieren, werden von einem Schneesturm überrascht und von Wölfen angegriffen, stürzen im Schnee in eine Schlucht und verletzen sich dabei, erfrieren fast und suchen sich gegenseitig. Und dann das Ganze noch mal von vorne. Das Buch hat ohnehin schon relativ wenig Handlung, aber diese wenigen Bausteine wiederholen sich dann auch noch ständig. Im Laufe der Geschichte geraten Lauri und Neve in bestimmt fünf unterschiedliche Schneestürme, zweimal flieht Lauri vor Wölfen und stürzt dabei in eine Schlucht und mehrfach rennen beide so lange draußen im Schnee herum, dass sie fast erfroren sind. Außerdem kann Neve sich nicht entscheiden, ob sie bei Lauri bleiben will oder nicht, sodass sie sich ihm abwechselnd an den Hals wirft und wegläuft – und jedes Mal folgt er ihr in den Schnee und bringt sie wieder zurück. Erst ganz am Ende entwickelt sich die Handlung mal über die vorgefertigten Bahnen hinaus. Allerdings fangen zu dem Zeitpunkt dann die Widersprüche an, sodass es da leider trotzdem nicht interessanter wurde.

Fazit:
Das Buch war leider eine absolute Enttäuschung. Bei den Fantasy-Elementen wird an allen Ecken und Enden gespart, insbesondere bei den Erklärungen, sodass ich viele Dinge nicht nachvollziehen konnte. Dafür wird die völlig überstürzte Liebesgeschichte ausgewalzt ohne Ende mit seitenlangen Monologen, wie toll die Charaktere sich finden. Diese Monologe wiederholen sich dann auch noch ständig, so wie die Bausteine der Handlung auch. Dieselben Ereignisse, wie beispielsweise ein Schneesturm, wiederholen sich einfach immer und immer wieder. Erst ganz zum Schluss ändert sich da, allerdings fängt die Geschichte dann an, sich zu widersprechen. Die grobe und Idee und der Anfang sind ganz nett, aber mit dem Rest des Buches konnte ich nichts anfangen, daher bekommt „Das Frostmädchen“ leider nur zwei Schreibfedern von mir.

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Tags: fantasy, liebesgeschichte   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Das Schlehentor

Swantje Berndt
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 19.10.2016
ISBN 9783741252501
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
Tags:  
 

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96 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

fantasy, dämonen, elfen, freundschaft, akademie

Die Dämonenakademie - Der Erwählte

Taran Matharu , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 31.10.2016
ISBN 9783453269842
Genre: Fantasy

Rezension:

Klappentext:
Schon sein ganzes Leben ist Fletcher ein Außenseiter in seinem Dorf. Bis er eines Tages entdeckt, dass er Dämonen beschwören kann – genauer gesagt, einen Dämon: den Feuer spuckenden Salamander Ignatius. Fletcher kommt an die legendäre Dämonenakademie, wo er lernen soll, seine magischen Kräfte zu beherrschen, um eines Tages ein mächtiger Dämonenkrieger zu werden. Für Fletcher und Ignatius beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens ...

Einordnung:
- Der Erwählte (Teil 1)
- Die Inquisition (Teil 2)
- Die Prophezeiung (Teil 3)

Rezension:
Das Buch habe ich trotzdem der vielen positiven Bewertungen sehr zurückhaltend begonnen. Doch bereits nach wenigen Seiten hatte mich der Protagonist, Fletcher, auf seine Seite gezogen. Gleiches gilt auch für die Handlung, die mir unglaublich gut gefallen hat. Das gesamte Buch hat mich von vorne bis hinten überzeugt. Alles ist so stimmig, dass ich gar nicht richtig weiß, worauf ich in dieser Rezension eingehen soll.

Den größten Ausschlag dafür, dass ich so begeistert bin, hat vermutlich Fletcher selbst gegeben. Schon auf den ersten Seiten erfährt der Leser, dass er ein sehr guter Bogenschütze ist. Da ich eine Schwäche für Bogenschützen habe, hat er damit bei mir schon Pluspunkte gesammelt. Außerdem war er mir sehr schnell sympathisch, weil er Ungerechtigkeit wirklich nicht ausstehen kann. Mehrfach steht er ein für die Dinge, an die er glaubt, und für die Gerechtigkeit. Deshalb interessieren ihn Vorurteile auch überhaupt nicht und er begegnet jedem freundlich und offen. Besonders deutlich wird das, als er zum ersten Mal auf eine Elfe und einen Zwerg trifft. Obwohl die Menschen gegen die Elfen mehr oder weniger Krieg führen und die Zwerge unterdrückt werden, ist er zu beiden freundlich und findet in ihnen damit Freunde. Neugier und Offenheit lassen ihn viel über die anderen Völker erfahren und jede Menge Verbündete findet. Begeistert hat mich außerdem die Beziehung zu seinem Dämon Ignatius. Beide beschützen sich gegenseitig, empfinden tiefe Zuneigung zueinander und sind gemeinsam stärker als allein. Dadurch, dass sie über gedankliche Bilder und Gefühle kommunizieren, wird diese Beziehung sehr intensiv und intim dargestellt. Das hat mich jedes Mal berührt und mitgerissen.
Doch Fletcher ist nicht nur freundlich und sanftmütig. Er kann auch aufbrausend sein und tut, was getan werden muss. So hat er beispielsweise auch schon getötet. Nie trägt er Probleme an einen Erwachsenen heran, sondern löst sie immer selbst. Um der Gerechtigkeit willen kann er eiskalt kämpfen und nimmt dabei auch schwere Verletzungen des Gegners in Kauf. Das Herz am richtigen Fleck verbunden mit der eiskalten Entschlossenheit, für die Gerechtigkeit und für seine Freunde einzustehen, lässt ihn sehr viel älter und reifer wirken als er mit seinen 15 Jahren eigentlich ist. Mit Fletcher hat der Autor damit einen Protagonisten geschaffen, der meinen Nerv auf ganzer Linie trifft.

Ein genialer Protagonist allein ist aber natürlich nicht ausreichend. Auch die Handlung selbst hat mich überzeugt. Zu Beginn der Geschichte lebt Fletcher mit seinem Adoptivvater in einem kleinen Dorf in den Bergen. Doch ziemlich bald muss er dieses Dorf Hals über Kopf verlassen und flüchtet quer durchs Land. Dabei fällt er einem Lehrer der Dämonenakademie ins Auge, der ihn daraufhin dort hin schickt, damit er seine Ausbildung aufnimmt. Schon diese Entwicklungen sind spannend. Dabei wirkt der Verlauf zu keiner Zeit konstruiert, da alle Begegnungen vollkommen schlüssig sind.
In der Akademie selbst erfährt der Leser viel über die Dinge, die Fletcher dort lernt. In Dämonologie werden die existierenden Dämonen besprochen, sodass es dort tiefere Einblicke in die Welt des Buches gibt. In den Gesprächen mit seinen Freunden erfährt Fletcher viel über die Geschichte des Landes. Darüber hinaus lernt er im Unterricht, seine Fähigkeiten und die seines Dämons zu kontrollieren und zu nutzen. Dabei hat der Autor nicht nur beschrieben, was Fletcher lernt, sondern auch wie er diese Dinge bewerkstelligt. Damit ist der Leser immer ganz nah an der Geschichte. Gleichzeitig beschäftigen Fletcher seine persönlichen Probleme und nach und nach auch die seiner Freunde. Das füllt die Zeiträume zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden und sorgt auch immer wieder für Spannung. Denn die Geschichte arbeitet nicht auf einen Höhepunkt am Ende hin, sondern hat auch im Laufe der Handlung immer wieder welche. Dieses Gesamtkonzept hat mir so gefallen, dass ich den zweiten Band kaum erwarten kann.

Fazit:
Das Buch hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Fletcher, der Protagonist, ist mir von Anfang an sympathisch gewesen. Er wirkt weit älter und reifer als seine 15 Jahre es vermuten lassen. Besonders die Beziehung zu seinem Dämon Ignatius hat mich berührt. Er trifft meinen Nerv auf ganzer Linie. Darüber hinaus ist auch die Handlung spannend und interessant. Es gibt mehrere Höhepunkte, der Verlauf ist schlüssig und der Wechsel zwischen Details aus dem Privatleben und dem Unterricht ist mitreißend. „Die Dämonenakademie – Der Erwählte“ ist ein ganz tolles Buch und bekommt dafür alle fünf Schreibfedern von mir.

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julie kagawa, drachen, talon, fantasy, drachennacht

Talon - Drachennacht

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 31.10.2016
ISBN 9783453269729
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Ember und Garret könnten ein glückliches Paar sein – in einer anderen Welt, in der sie nicht dazu bestimmt wären, sich auf ewig zu bekriegen. In einer Welt ohne die Ritter des Sankt-Georgs-Ordens und ihre Widersacher, die Drachen der mächtigen Organisation Talon. In einer Welt, in der die Liebe eines Ritters zu einem Drachenmädchen nicht als das schlimmste Vergehen geahndet würde ...
Für den Augenblick hat das Schicksal Ember und Garret erst einmal auseinandergerissen. Garret reist nach London, um in die Tiefen des Ritterordens vorzudringen. Was er dabei entdeckt, stellt sogar seine ärgsten Befürchtungen in den Schatten. Er ahnt, dass sie in höchster Gefahr schweben, vor allem Ember, die weiterhin gemeinsam mit den rebellischen Drachen im Untergrund gegen Talon kämpft. Als Garret zu ihr eilen will, um sie zu warnen, wird er entführt. In seiner dunkelsten Stunde kommt Hilfe von unerwarteter Seite ...

Einordnung:
- Drachenzeit (Teil 1) 
- Drachenherz (Teil 2) 
- Drachennacht (Teil 3)
- unbekannt (Teil 4)
- unbekannt (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Ich bin mir wirklich unsicher, was ich zu diesem Buch sagen soll. Auf der einen Seite ist es nicht besonders spannend, auf der anderen Seite hat es aber trotzdem eine Menge Handlung. Auf der einen Seite erfährt Ember interessante Dinge, die ihre Beziehung zu Riley und Garret verändern, auf der anderen Seite fängt damit das ganze Drama aber schon wieder von vorne an. Auf der einen Seite geht immer alles viel zu glatt und selbst, wenn alles schief geht, entwickelt sich daraus ein nur noch größerer Vorteil für Ember und ihre Mitstreiter, auf der anderen Seite wartet das Buch mit einem dramatischen Finale auf. Auf der einen Seite ist der größte Knaller des Buches wirklich vorhersehbar gewesen, auf der anderen Seite gibt es viele kleine Details, über deren Sinn und Zweck ich immer noch nachgrüble. Schlussendlich hat mir das Buch besser gefallen als der zweite Band, aber nicht so gut wie der erste Teil.

Besonders negativ aufgefallen ist mir das Liebesdreieck zwischen Ember, Riley und Garret. Mit Garrets Abreise im letzten Teil habe ich die Situation für geklärt gehalten, doch eigentlich hat sich im Vergleich zum zweiten Band nichts verändert, außer dass Garret an einem anderen Ort ist und es so mehr Handlung zu beschreiben gibt. Statt Ember sehnsüchtig anzustarren, denkt er nun die ganze Zeit an sie, vermisst sie wie verrückt und trauert ihr hinterher. Ember wiederum ist mir ihrer Entscheidung auch nicht glücklich. Sie hält Riley abwechselnd auf Abstand und schmachtet ihn an und versucht gleichzeitig krampfhaft, nicht an Garret zu denken, weil sie ihn dann vermisst. Und Riley ist immer noch der festen Überzeugung, dass Ember ohnehin zu ihm gehört und kann Garret selbst auf die Entfernung nicht ausstehen. Als die drei dann notgedrungen wieder aufeinander treffen, geht es mit Embers Unentschlossenheit wieder von vorne los. Das habe ich als ermüdend und nicht besonders spannend empfunden. Zumal Trauer, Sehnsucht und Besitzansprüche immer und immer wieder erwähnt werden, manchmal an den unpassendsten Stellen. Dadurch werden auch Momente mit viel Spannung, in denen es im Kampf gegen Talon und den Orden um Leben und Tod geht, von gedanklichen melancholischen Monologen unterbrochen, sodass die Spannung teilweise einfach verpufft.

Dafür fand ich, insbesondere im Vergleich zum letzten Band, die Handlung sehr gelungen. Eine enorme Vielfalt an Aktivitäten und Schauplätzen, Aus- und Rückblicken sowie Treffen mit anderen Charakteren gestaltet den Überlebenskampf der Verräter und Einzelgänger interessant, da es trotz der ewigen Flucht vor Talon und dem Orden keine Wiederholung der immer gleichen Routine ist. Die Handlung spielt verstreut über die ganze USA sowie in London, Treffen finden statt in Cafés, auf einem Sportplatz, im London Eye und in einer Kirche, die Oberhäupter von Talon und dem Sankt-Georgs-Orden werden vorgestellt, Dantes Zukunft und Garrets Vergangenheit werden beleuchtet. Trotz dieser Vielfalt reihen sich die einzelnen Sequenzen aber nicht bloß aneinander, sondern ergeben sich auseinander. Beispielsweise resultieren Garrets Observierungen in London in seine Entführung. Daraus wiederum ergeben sich ein Erholungsaufenthalt in einem Kloster sowie eine Reise in eine Bibliothek in Chicago. Während die emotionale Entwicklung der Charaktere also auf der Strecke bleibt, wird die Handlung von Garrets Abreise am Anfang bis zum dramatischen Finale ein ordentliches Stück weiter geführt.

Fazit:
Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Obwohl es keinen Aspekt gibt, an dem mich alles gestört hat, gibt es genauso keinen Punkt, der mir ausschließlich gefallen hat. Insgesamt hat das Buch viel Handlung, weiterführende Informationen, neue Charaktere, eine große Vielfalt an Schauplätzen und ein dramatisches Finale, aber die melancholischen Monologe der Charaktere zerstören manchmal die Spannung, das Liebesdreieck dreht sich nach wie vor bloß im Kreis, irgendwie ergibt sich aus jeder Situation ein Vorteil für Ember und ihre Freunde und der größte Knaller ist spätestens seit dem letzten Band vorhersehbar. Da mir das Buch schlussendlich zwar nicht so gut wie der erste Band, aber besser als der zweite Teil gefallen hat, vergebe ich an „Talon – Drachennacht“ vier Schreibfedern.

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thriller, genmanipulation, gentechnik, marc elsberg, wissenschaft

HELIX - Sie werden uns ersetzen

Marc Elsberg
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 31.10.2016
ISBN 9783764505646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits über hundert „sonderbegabte“ Kinder hervorgebracht hat. Und wollen Helen und Greg ihrem Nachwuchs nicht die besten Voraussetzungen geben? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Zu Beginn verfolgt das Buch mit der Untersuchung zum Tod des US-Außenministers, der Entdeckung von resistentem Mais, dem ungewöhnlichen Angebot einer Kinderwunschklinik und dem Verschwinden einer jungen MIT-Studentin vier verschiedene Handlungsstränge, die noch keinerlei Verbindung zueinander haben. Dabei wird ein Handlungsstrang jedoch nicht immer von derselben Person erzählt, sondern wechselseitig aus den Perspektiven, die gerade gewinnbringend für den Verlauf sind. Beispielsweise berichtet manchmal Jessica, Mitarbeiterin des Sicherheitsstabs im Weißen Haus, von neuen Erkenntnissen zum Tod des Außenministers, manchmal aber auch Jaylen, ein FBI-Beamter. Der resistente Mais wird vom Wissenschaftler Jegor untersucht, aber er bekommt mit Gordon bald kompetente Hilfe an die Hand und im Hauptsitz des Chemiekonzerns zerbrechen sich die Personen rund um Vorstandschef Helge den Kopf über die Befunde. Helen und Greg berichten abwechselnd von ihrem Besuch bei der Klinik und die verschwundene Studentin, Jill, lernt der Leser zuerst durch ihren Leibwächter Jim und ihre Mutter Hannah kennen.
Anfangs ist es noch relativ einfach, den unterschiedlichen Handlungssträngen und Perspektiven zu folgen. Die vier Teile der Geschichte sind klar voneinander unterscheidbar und innerhalb eines Handlungsstranges ist es auch gar nicht so wichtig, alle Charaktere im Blick zu haben, da beispielsweise die Vertreter der amerikanischen Dienste CIA, FBI, Homeland Security etc., die den Tod ihres Außenministers untersuchen, ohnehin immer nur gemeinsam auftreten. Je mehr die Handlungsstränge miteinander verschmelzen, desto komplizierter wird es jedoch, den Überblick zu behalten, wer denn jetzt wie viel wovon weiß. Als nicht mehr jede Figur an ihrem eigenen Problem herumexperimentiert, sondern auch Informationen von anderen Stellen bekommt, war es nicht mehr so leicht, dem Informationsfluss zu folgen. Gerade die Tatsache, dass jeder unterschiedliche Details erfährt, an anderen Stellen belogen wird und sich selbst seine eigene mehr falsche als richtige Geschichte zusammen bastelt, war irgendwann sehr verwirrend. Mehr als einmal hat mich die Überraschung eines Charakters überrascht, weil ich der festen Überzeugung war, er wäre korrekt informiert gewesen. Dabei war es dann auch nicht hilfreich, dass bis zum Schluss ständig noch neue Perspektiven eingeführt wurden und gefühlt die Hälfte der Vornamen mit J anfangen, sodass ich manchmal nicht wusste, ob die Person nicht doch schon mal vorgekommen ist. Neben den oben bereits erwähnten Namen (Jessica, Jaylen, Jegor, Jill und Jim) gibt es nämlich beispielsweise noch zwei Jacks, Jason, June, Jelena, Justine ...

Neben der Verwirrung darüber, welcher Charaktere über welche Dinge informiert ist, hat das Verschmelzen der unterschiedlichen Handlungsstränge aber auch noch die rapide Abnahme der Spannung zur Folge. Normalerweise hätte ich das erleuchtende Verständnis der letzten Zusammenhänge und den damit verbundenen Höhepunkt der Spannung am Ende des Buches erwartet. Stattdessen ist schon kurz vor der Mitte des Buches so gut wie alles klar – und das nicht nur dem Leser, sondern auch den Charakteren. Es gilt noch, verschwundene Personen zu finden und die Menschheit zu retten, aber außer dass sich die verschiedenen Figuren und Interessensgruppen dabei gegenseitig im Weg stehen, passiert nicht mehr viel. Die für mich viel spannendere Frage, wie genau alles zusammen hängt und wer dahinter steckt, ist nach der Hälfte des Buches beantwortet.
Ab diesem Zeitpunkt ist jedoch nicht nur die Spannung verschwunden, auch die Geschwindigkeit der Geschichte verebbt. Es gibt Reibereien und Handgreiflichkeiten, die jedoch letztlich zu nichts führen und immer wieder am Ausgangspunkt enden. Alle Parteien sind und bleiben sich gegenseitig unsympathisch. Und die sich im Kreis drehenden ethischen Diskussionen zur Forschung an Embryonen, zur Manipulation von Genen und zur Gentechnik im Allgemeinen sind alle schon aus der Realität aus den Medien bekannt. Ich kann durchaus verstehen, dass Wissenschaftler auf eigene Faust unter dem Radar fliegend Experimente durchführen, denn die ethischen Debatten werden wohl niemals einen Konsens erzielen. Das tun sie im echten Leben nicht, im Buch werden aber leider auch keine neuen Ansätze geliefert. Einzig die im Buch mit einbezogene Sichtweise der „sonderbegabten“ Kinder bringt etwas frischen Wind in die Angelegenheit.

Nichtsdestotrotz hat mir die Idee des Buches sehr gefallen. Es regt zum Nachdenken darüber an, wie es in der Realität wohl mit solchen „privaten Forschungsprogrammen“ steht und ob wir in unserer Leistungsgesellschaft mit „den besten Voraussetzungen“ nicht einige essentielle Punkte übersehen. Die zahlreichen Exkurse in die Biologie und die Gentechnik, die das Buch in diesem Zusammenhang vornimmt, waren mir anfangs zwar aus der Schule bekannt, im weiteren Verlauf aber durchaus spannend. Die Entwicklungen, Eingriffe und Veränderungen, die der Autor beschreibt, sind alle gut begründet und die Erklärungen gehen auf der wissenschaftlichen Ebene weit genug in die Tiefe, um die Geschichte erschreckend realistisch erscheinen zu lassen.

Fazit:
Die Idee des Buches ist interessant und wirkt erschreckend realitätsnah. Die Exkurse in Biologie und Gentechnik zur Erklärung der wissenschaftlichen Entwicklung haben mir gefallen. Zu Beginn ist die Geschichte außerdem spannend und die vier Handlungsstränge werden schnell vorangetrieben. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven ist die Entwicklung der Handlung sehr dynamisch und packend. Den Höhepunkt erreicht das Buch allerdings schon kurz vor der Mitte, als alle Stränge zusammenlaufen und die Hintergründe offenbart werden. Ab dem Zeitpunkt drehen sich viele Dinge wie ethische Diskussionen und Reibereien nur noch im Kreis. Außerdem treffen die Charaktere in unterschiedlichen Konstellationen aufeinander, erfahren verschiedene wahre wie gelogene Details und spinnen sich daraus eigene Geschichten zusammen, sodass ich bald den Überblick verloren habe, wer wie viel wovon wusste und wen schon mal getroffen hatte. Insgesamt hat mich die erste Hälfte des Buches begeistert und die zweite Hälfte enttäuscht, sodass ich an „Helix – Sie werden uns ersetzen“ drei Schreibfedern vergebe.

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Tags: gentechnik, thriller   (2)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

fachliteratur

Suggestibilität: Situative und personale Prädiktoren (Internationale Hochschulschriften)

Michael Reutemann
Flexibler Einband: 214 Seiten
Erschienen bei Waxmann, 01.11.2006
ISBN 9783830917281
Genre: Sonstiges

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526 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

götter, percy jackson, fantasy, rick riordan, rom

Helden des Olymp - Das Zeichen der Athene

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.10.2013
ISBN 9783551556035
Genre: Jugendbuch

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630 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

dystopie, starters, lissa price, jugendbuch, enders

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492269322
Genre: Jugendbuch

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

autobiographie

You're Never Weird on the Internet (Almost): A Memoir

Felicia Day
E-Buch Text: 273 Seiten
Erschienen bei Touchstone, 11.08.2015
ISBN 9781476785677
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
When Felicia Day was a girl, all she wanted was to connect with other kids (desperately). Growing up in the Deep South, where she was “home-schooled for hippie reasons,” she looked online to find her tribe. The internet was in its infancy and she became an early adopter at every stage of its growth—finding joy and unlikely friendships in the emerging digital world. Her relative isolation meant that she could pursue passions like gaming, calculus, and 1930’s detective novels without shame. Because she had no idea how “uncool” she really was.
But if it hadn’t been for her strange background— the awkwardness continued when she started college at sixteen, with Mom driving her to campus every day—she might never have had the naive confidence to forge her own path. Like when she graduated as valedictorian with a math degree and then headed to Hollywood to pursue a career in acting despite having zero contacts. Or when she tired of being typecast as the crazy cat-lady secretary and decided to create her own web series before people in show business understood that online video could be more than just cats chasing laser pointers.
Felicia’s rags-to-riches rise to internet fame launched her career as one of the most influen¬tial creators in new media. Ever candid, she opens up about the rough patches along the way, recounting battles with writer’s block, a full-blown gaming addiction, severe anxiety and depression—and how she reinvented herself when overachieving became overwhelming.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Okay, langer Klappentext. Sehr langer Klappentext. Und trotzdem beschreibt er nicht einmal annähernd, was alles in diesem Buch steckt. Es ist zugleich witzig und berührend, eine Inspiration und eine Warnung, eine Autobiographie und ein Ratgeber. Und wie Joss Whedon, der unter anderem die Drehbücher für „Buffy – The Vampire Slayer“ und „The Avengers“ geschrieben hat, bereits im Vorwort ankündigt, liest sich das Buch außerdem nicht vollends ausformuliert, sondern mehr wie ein Gespräch mit Felicia Day, die über die Höhen und Tiefen ihres Lebens berichtet. Das macht diese Geschichte, unabhängig von der inhaltlichen Ebene, noch witziger. Beispielsweise hatte ich bei ihrer Beschreibung, wie sie sich selbst einen ausgestopften Weihnachtsmann kauft, aber behauptet, er sei für einen Neffen, und dabei gleichzeitig über verrückte Fans und Menschen, die sie überhaupt nicht kennen, stolpert, schon ein Grinsen im Gesicht. Wirklich zum Lachen gebracht hat mich dann aber das Ende des ersten Kapitels, an dem sie schreibt:

„I have two college degrees, but I don’t actually have a high school one.
It took writing this chapter to figure that out. Fuck.“
(S. 32)

Doch der lockere, ungezwungene Schreibstil macht das Buch nicht nur witziger, sondern auch berührender. Insbesondere die Darstellung ihrer Tiefpunkte liest sich viel persönlicher als ich erwartet habe. Die Bandbreite an Erfahrungen, die Felicia Day gemacht hat, bietet außerdem viele Möglichkeiten, sich mit ihren Erlebnissen und Gedanken zu identifizieren. Zum Beispiel gehört ein ewiger Perfektionismus zu ihren Charaktereigenschaften, der sie dazu anregt, sehr viel Energie in Dinge zu stecken, um ihren Vorstellungen gerecht zu werden. Hausgemachter Leistungsdruck lässt sie ein Projekt nach dem anderen anfangen, um jederzeit ganz oben auf jeder Welle zu schwimmen. Hinzu kommt Kontrollzwang, der sie kaum etwas von der Arbeit an andere abtreten lässt. Die Beschreibungen, wie diese ungünstige Konstellation sie immer mehr gestresst und zu depressiven und ständig ängstlichen Zuständen geführt hat, sind wirklich bewegend. Ihre Erzählungen von den nächtlichen Panikattacken und den Suizidgedanken und wie der Stress schließlich sogar zu multiplen körperlichen Erkrankungen geführt hat, gehen unter die Haut. Und unter diese ganzen Erzählungen von den schlimmsten Phasen ihres Lebens mischen sich dann immer wieder Sätze, mehr oder minder aus dem Kontext gerissen, die noch viel berührender sind als die tatsächliche Benennung ihres Zustands:

„Hey, are you feeling happy or confident? Let’s fix that!“
(S. 220)

Aber ob die Schilderungen nun lustig oder bewegend sind, zum Lachen oder zum Weinen bringen, Felicia Day lässt fast nichts einfach so stehen, sondern findet in jeder ihrer Erfahrungen etwas, das für den Leser von Wert sein kann. Dadurch macht sie aus diesem Buch viel mehr als eine Autobiographie. Manchmal formuliert sie auf Basis ihrer Erfahrungen Warnungen, beispielsweise wie gefährlich es ist, sich von Stress und Perfektionismus überwältigen zu lassen. Manchmal hat sie aufgelistet, welche Dinge ihr persönlich in bestimmten Situationen geholfen haben, sodass das Buch an diesen Stellen eine Art Ratgeber ist. Und manchmal streut sie inspirierende Sätze in ihren Text ein, die nach Motivationspostkarten klingen, vor dem Hintergrund ihrer Erzählungen aber absolut stimmig und tatsächlich ansprechend und motivierend sind.

„No matter what you feel is holding you back in life ... you can attempt anything“
(S. 150)

Fazit:
Dieses Buch ist so viel mehr als nur eine Autobiographie. Es liest sich wie ein Gespräch mit Felicia Day, die von den Hoch- und Tiefpunkten ihres Lebens berichtet. Dabei sind Inhalt wie Wortwahl abwechselnd witzig und berührend. Und während Felicia Day viel von ihren Erfahrungen berichtet, findet sie immer eine Möglichkeit, diese Erlebnisse auch für den Leser nützlich zu machen. Ihr psychischer und körperlicher Zusammenbruch ist eine Warnung, die Beschreibung ihres Arbeitsprozesses ein Ratgeber und die Quintessenzen aus ihrem verrückten Leben sind gleichermaßen Motivations- wie Inspirationsquellen. Obwohl ich kein Gamer Girl und auch nicht wirklich ein Geek bin, hat mich „You’re never weird on the internet (almost)“ auf vielen Ebenen angesprochen und wirklich berührt, sodass ich auf jeden Fall alle fünf Schreibfedern an dieses Buch vergebe.

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472 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

fantasy, magie, jugendbuch, königreich, high fantasy

Schnee wie Asche

Sara Raasch , Antoinette Gittinger
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.04.2015
ISBN 9783570309698
Genre: Jugendbuch

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, chris p. rolls, homosexualität, gayromance

Shilsas - In den Nebeln: Gay Fantasy

Chris P. Rolls
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.10.2016
ISBN B01LZA96EQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Hoch über nebeligen Schluchten liegt die Stadt Shilsas, nur durch Seilbahnen zu erreichen. Stadt der Sünde und des Elends, in der einzig der Tod Gesetz ist. Navasirt Dadashian ist nur eine einfache Hure, versucht indes lange genug zu überleben, um die Ablösesumme und Passage über die Schlucht bezahlen und der Stadt entkommen zu können. Leichtsinn und Mut führen ihn zu dem gefürchtetsten Mann der Stadt: Matous Azatyan, genannt Hazar Maher, Herr der tausend Tode, den er wider Erwarten beeindruckt. Und auch Nava bekommt den geheimnisvollen Assassinen nicht mehr aus dem Kopf. Bald schon wird er hineingezogen in ein Chaos aus Argwohn, Fragen und Intrigen. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Matous? Welcher mächtige Feind zieht die Fäden des Netzes, das sich immer enger um Nava und Matous spinnt? Nava weiß nur eines: Traue niemandem in Shilsas.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Mein Gott, ist das ein gutes Buch. Ich muss nur daran zurückdenken und schon spüre ich mein Herz rasen und meine Nerven kribbeln. Die Geschichte ist von der ersten Seite an unglaublich spannend. Nava, der Protagonist, wird gleich zu Beginn des Buches um seinen Lohn betrogen. Obwohl er selbst weiß, wie verrückt und leichtsinnig es ist, macht er sich auf den Weg zum gefürchteten Herrn der tausend Tode, um sein Geld einzutreiben. Statt auf dieser Szene eine rasante Abfolge von Ereignissen aufbauen zu lassen, nimmt sich die Autorin im Anschluss die Zeit, die Stadt Shilsas, ihre Bevölkerung, die Lebensbedingungen und Navas Arbeitskollegen näher zu beschreiben. Dabei flacht die Spannung jedoch nicht ab, sondern baut sich Dank der atemberaubenden Atmosphäre immer weiter auf. Dieses Warten, während im Grunde nichts passiert, ist unglaublich nervenaufreibend. Als die Handlung dann Fahrt aufnimmt, verschafft das jedoch auch keine Erleichterung, denn aus dem nervösen Warten wird mitreißende Spannung. Der Autorin ist es gelungen, eine solch aufgeladene Atmosphäre zu entwickeln, dass mein Puls nie zur Ruhe kam, völlig unabhängig davon, was in dem Buch gerade beschrieben wurde.

Begeistert hat mich auch die Welt, die die Autorin sich ausgedacht hat. Die Stadt Shilsas liegt auf einem Hochplateau und kann daher nur über Seilbahnen erreicht oder verlassen werden. Schon daraus entsteht ein Gefühl der Bedrängnis, denn die Preise für die Überfahrt sind horrend. Den meisten Menschen ist es niemals möglich, Shilsas zu verlassen. Sie sind ihr Leben lang gefangen in einer Stadt, in der das Gesetz des Stärkeren gilt. Damit ist Shilsas ein Paradies für Kriminelle jeglicher Art. Kinder, Alte und Kranke haben kaum eine Überlebenschance, in den Straßen liegen verwesende Leichen, es riecht nach Schweiß, Blut und Urin, viele Gebäude und architektonische Gebilde sind halb zerstört oder verfallen und es gibt ganze Viertel, in die die meisten Menschen niemals einen Fuß setzen würde. Diese düstere Stimmung hat mich von Anfang an in ihren Bann geschlagen. Und über allem liegt das Grauen, wenn sich die Nebel über der Stadt ausbreiten, die Sicht auf wenige Meter beschränken, jede Ritze durchdringen, alles klamm und feucht werden lassen und tödliche Krankheiten mit sich bringen. Das Buch ist so atmosphärisch, dass ich mich dem einfach nicht entziehen konnte. Zugleich haben die Vielschichtigkeit der Welt und die Komplexität der Handlungsstränge mich immer mehr eingewickelt und diese abstoßende, entsetzliche Stadt hat mich so in ihren Bann gezogen, sodass ich die beiden wichtigsten Grundsätze vergessen habe: „Traue niemandem in Shilsas“ und „Jeder ist käuflich in Shilsas“.

Es sind jedoch nicht nur Spannung und Atmosphäre, die mich begeistert haben. Der Aufbau der gesamten Welt und der Handlung ist unglaublich komplex, aber trotzdem finden sich nie Logikfehler und irgendwer werden auch die unterschiedlichsten Handlungsstränge überraschend sinnvoll zusammengeführt. Es steckt so viel in diesem Buch, explizit wie implizit, dass ich noch immer nicht aufhören konnte, darüber nachzudenken. Gleiches gilt auch für die Charaktere. Selbst in den letzten Kapiteln konnten sie mich mit neuen Offenbarungen noch immer überraschen, die sich so perfekt in den Charakter einfügen, dass ich mich frage, wieso ich da nicht vorher schon drüber nachgedacht habe. Durch diese Vielschichtigkeit der Charaktere wird auch eine Fülle von Emotionen vermittelt. Diese sind so mitreißend, dass ich mich nicht dagegen wehren konnte, ebenso zu empfinden wie die Figuren, auch wenn ich das manchmal gar nicht wollte. Die Intensität der Gefühle ist wirklich beeindruckend. In dem Zusammenhang hat mir am meisten gefallen, dass der Fokus sehr viel auf der Geschichte und den daraus entstehenden Emotionen liegt und weniger auf der Beschreibung von expliziten, leidenschaftlichen Sexszenen. Natürlich gibt es einige solcher Szenen, aber dass die Handlung hier deutlich mehr Raum einnimmt, finde ich auf jeden Fall positiv erwähnenswert. Dasselbe gilt für das Ende des Buches, das rund und zufriedenstellend ist, ohne eine offensichtliche Hintertür für einen möglichen Folgeteil offen zu lassen. Die Geschichte ist perfekt, wenngleich auch irgendwie erschreckend abgeschlossen.

Fazit:
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Die Atmosphäre ist gigantisch. Selbst wenn in der Geschichte eigentlich überhaupt nichts passiert, ist die Spannung nervenaufreibend. Die Beschreibungen der Stadt Shilsas, der dort lebenden Menschen und der düster aus dem Abgrund heraufziehenden Nebeln verbreiten immer wieder entsetzliches Grauen. Hinzu kommen ein Protagonist mit einem packenden Erzählstil und eine enorme Intensität der Gefühle, die absolut mitreißend ist. Welt und Handlung sind vielschichtig und komplex, aber perfekt ineinander integriert. Mir geht es nach Abschluss des Buches wie den meisten Menschen in Shilsas: Ich kann der Stadt für eine ganze Weile nicht mehr entkommen. Für „Shilsas – In den Nebeln“, das Meisterwerk der Autorin, vergebe ich mit fünf Schreibfedern alles, was ich habe.

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114 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 15 Rezensionen

harry potter, theaterskript, j.k. rowling, fantasy, harry potter und das verwunschene kind

Harry Potter und das verwunschene Kind

Joanne K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne , Klaus Fritz
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559005
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Einordnung:
- Harry Potter und der Stein der Weisen (Teil 1)
- Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Teil 2)
- Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Teil 3)
- Harry Potter und der Feuerkelch (Teil 4)
- Harry Potter und der Orden des Phönix (Teil 5)
- Harry Potter und der Halbblutprinz (Teil 6)
- Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 7)
- Harry Potter und das verwunschene Kind (Teil 8)

Rezension:
Die Meinungen zum Buch gehen ziemlich auseinander. Die Hälfte der Leser liebt es, die andere Hälfte findet es völlig überflüssig. Meine Meinung zum achten Harry Potter ist auch zweigeteilt. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein Theaterstück handelt und nicht wirklich um ein achtes Buch, konnte ich über viele Dinge aber hinwegsehen, sodass mein Fazit auf jeden Fall positiv ausfällt.

Zu den Aspekten, über die ich hinweggesehen habe, gehört die manchmal sehr schnelle Handlungsentwicklung. Es braucht oft kaum mehr als zwei Wortwechsel, bevor eine Figur von der Ehrlichkeit oder dem Handlungsplan einer anderen Figur überzeugt ist. Während mir das in einem Buch viel zu schnell wäre, verstehe ich durchaus, dass in einem Theaterstück nicht unbegrenzt Zeit für die Entwicklung zur Verfügung steht. Natürlich sind auch die übrigen Beschreibungen recht dürftig, da sich lediglich am Anfang jeder Szene eine kurze Zusammenfassung befindet, wo sich die Charaktere aufhalten, und der Rest des Buches aus Dialogen besteht – wie es für Theaterdrehbücher eben üblich ist. Dieser Stil ist mir aber schon nach den ersten Seiten nicht mehr aufgefallen, da die Dialoge völlig ausreichend sind, um der Handlung zu folgen und eigene Vorstellungen von der Umgebung zu entwickeln.
Außerdem dauert es nicht lange, bis die Spannung in der Geschichte immer mehr zunimmt. Schnell konnte ich genauso mitfiebern wie in den anderen Büchern. Auch inhaltlich steht die Handlung den anderen Büchern kaum nach. Die Szenen und Entwicklungen, die beschrieben werden, sind genauso grausam und schrecklich wie Harrys Kampf gegen Voldemort. Und schnell wird deutlich, wie viel Glück Harry und seine Verbündeten hatten. Wenn ich die ersten sieben Bücher nochmals lese, werde ich viele Dinge in einem anderen Licht betrachten.

Allerdings haben mir einige Aspekte nicht so sehr oder gar nicht gefallen. Dazu gehört vor allem der Auslöser für diese Geschichte, den ich als sehr aus der Luft gegriffen empfinde. Es ist nicht so als hätte es darüber nicht schon viele Spekulationen gegeben, aber ursprünglich hatte Joanne K. Rowling diese Ideen dementiert, sodass sie sich jetzt eigentlich selbst widerspricht. Das hat mich enttäuscht, weil ich die Harry Potter Welt und alle von der Autorin gelieferten Zusatzinformationen bisher immer als sehr durchdacht empfunden habe.
Außerdem habe ich mich anfangs mit den Charakteren sehr schwer getan. Harry war mir beinahe noch unsympathischer als in den bisherigen Büchern und in den Szenen, in denen sich Albus noch wie ein bockiger Teenager benommen hat, mochte ich ihn auch gar nicht. Zum Glück hat sich das geändert, als die Geschichte richtig Fahrt aufgenommen hat. Im Grunde waren mir beide sympathischer, wann immer sie sich nicht im selben Raum aufgehalten haben. So sehr Harry auch der gute Vater sein will, den er nie hatte, bei Albus hat er gründlich versagt. Nach den ersten Szenen hatte ich daher die Befürchtung, dass dieses Buch alles zerstören würde – aber es wurde besser.
Am meisten enttäuscht hat mich allerdings die Entwicklung der Beziehung zwischen Albus und Scorpius. Schon auf den ersten zehn Seiten wird sehr eindeutig der Grundstein gelegt. An den wortwörtlichen Formulierungen gibt es im Grunde nichts mehr misszuverstehen. Trotzdem macht die Autorin dann doch noch einen Rückzieher. Sehr schade, denn die Stimmung, die das Buch vermittelt, ist völlig anders als die schlussendlichen Entscheidungen. Da hätte etwas ganz Tolles draus werden können, stattdessen ist es alles andere als zufriedenstellend.

Fazit:
Trotz einiger Schwächen ist auch der achte Harry Potter eine gute Geschichte. Einige Szenen werden im Theaterstück besser wirken als im Buch, aber ich konnte trotzdem mitfiebern. Die Idee ist gut und es kommt schnell viel Spannung auf. Zudem regt diese Geschichte wirklich zum Nachdenken über die Ereignisse in den vorherigen Büchern an. Enttäuscht haben mich nur der aus der Luft gegriffene Auslöser für die Geschichte und die Entwicklung der Beziehung zwischen Albus und Scorpius. Da wurde Potenzial verschenkt. Insgesamt bekommt „Harry Potter und das verwunschene Kind“ daher vier Schreibfedern von mir.

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Tags: fantasy, theaterskript   (2)
 

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213 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

jugendbuch, liebe, parallelwelt, wurmloch, fantasy

Gefangen zwischen den Welten

Sara Oliver
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.01.2017
ISBN 9783473401444
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Ve und Nicky sehen genau gleich aus. Doch die beiden sind keine Zwillingsschwestern. Zwischen ihnen liegen, im wahrsten Sinne des Wortes, Welten. Ein mysteriöses Portal hat Ve in ein Paralleluniversum katapultiert – mitten hinein in das Leben ihrer Doppelgängerin Nicky. Um in ihre eigene Welt zurückzukehren, muss Ve sich mit Nicky verbünden, ihre schlimmsten Ängste überwunden und ihre große Liebe Finn für immer verlassen ...

Einordnung:
- Gefangen zwischen den Welten (Teil 1)
- noch unbekannt (Teil 2)
- noch unbekannt (Teil 3)

Rezension:
Der Klappentext klingt viel spannender und dramatischer als das Buch eigentlich ist. Es stimmt, dass die Protagonistin Ve in einem Paralleluniversum landet, in dem sie sieht, wie ihr Leben hätte verlaufen können, wenn andere Entscheidungen getroffen worden wären – dort nennt sich ihr anderes Selbst noch immer Nicky. Allerdings ist es kein Problem für sie, in ihre eigene Welt zurückzukehren – sie müsste einfach nur das Portal ein weiteres Mal nutzen. Dass sie das nicht tut, liegt zu Beginn der Geschichte daran, dass nicht nur Ves, sondern auch Nickys Vater verschwunden ist. Beide sorgen sich um ihre Väter und wollen versuchen, sie zu finden. Zumindest bis Nicky sich auf den Weg machen muss, um rechtzeitig bei der Mathe AG zu sein, und Ve beschließt, sich trotz der Gefahr, dass sie beide gleichzeitig gesehen werden könnten, das Dorf anzusehen. Ab diesem Zeitpunkt sind die verschwundenen Väter eigentlich vollkommen egal, die Drohmail auf dem Computer nicht so wichtig und dass Ve und Nicky sich jetzt eine Welt teilen, macht auch nichts. Nur hin und wieder wird noch mal die Tatsache eingeworfen, dass die Väter immer noch verschwunden sind. Damit geht der eigentliche Aufhänger der Geschichte ziemlich verloren. Stattdessen beschäftigen sich die beiden Mädchen lieber mit Nachhilfe, AGs, Wettbewerben, Sport und Dates. Diese Setzung der Prioritäten ist ziemlich merkwürdig und ein Beispiel für die fehlende Emotionalität des Buches.
Die Emotionslosigkeit zeigt sich auch an vielen weiteren Stellen. Beispielsweise schon bei Ves Ankunft in der Parallelwelt, bei der sie weder sonderlich überrascht noch durch den Wind ist, obwohl sie nichts von der Existenz von Parallelwelten wusste. Es gibt keine Sekunde Unglaube oder Überforderung, nur ein einziges Mal steht in der Geschichte, dass Ve Angst hat, allerdings konnte ich diese Emotion da auch nur mit dem Verstand nachvollziehen, nicht mit dem Herzen. Statt also Angst zu haben und sich in Nickys Zimmer zu verstecken, läuft sie bei erstbester Gelegenheit durch das Dorf und unterhält sich mit mehreren Menschen, die sie zum Teil nicht einmal aus ihrer eigenen Welt kennt. Statt vorsichtig und misstrauisch zu sein, ist sie schon nach zwei Treffen so unglaublich verliebt in Finn und sich seiner Liebe so absolut sicher, dass sie sogar überlegt, für immer in dieser Welt zu bleiben. Und statt verunsichert oder überwältigt zu sein, lässt sich Ve gedanklich über Nicky aus und macht sich darüber lustig, dass sie ein Streber ist. Zum Teil hat sie damit Recht, Nicky ist wirklich extrem intelligent im naturwissenschaftlichen Bereich, aber vermutlich fällt Ve das so enorm auf, weil sie selbst wirklich dumm ist. Schon bei der leisesten Andeutung einer Erklärung für die Parallelwelten macht sich völlig zu und fasst die gesamte Erklärung mit „sie redete wirres Zeug“ zusammen. Damit gibt es auch für den Leser kaum Erklärungen und es entsteht somit der Eindruck, dass die Autorin entweder keine Lust hatte zu recherchieren oder aber glaubt, die Leser könnten die Erklärungen ohnehin nicht verstehen. Wirklich schade. Eigentlich lässt sich jeder wissenschaftliche Inhalt so herunter brechen, dass auch die Zielgruppe ab 12 Jahren den groben Zusammenhang verstehen kann.

Generell hat mir die Idee zu den Parallelwelten aber sehr gut gefallen. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich Nicky und Ve und ihr Umfeld entwickelt haben. In der einen Welt versteht Ve nichts von Naturwissenschaften, in der anderen Welt nimmt Nicky an wissenschaftlichen Wettbewerben teil. In der einen Welt sind ihre Eltern noch verheiratet, in der anderen Welt leben sie getrennt. In der einen Welt arbeitet die Mutter, in der anderen Welt der Vater. Das hat mich neugierig darauf gemacht, wie wohl eine Parallelwelt mit meinem anderen Selbst aussehen würde.
Allerdings muss ich an diesem Punkt auch anmerken, dass die Unterschiede zwischen den beiden Welten manchmal völlig übertrieben waren. Häufig ist es eine Darstellung in schwarz-weiß, weil die Welten die genauen Gegenteile sind. Ves Mutter ist sportlich, selbstsicher und erfolgreich, während Nickys Mutter als dick, depressiv, arbeitslos und alkoholabhängig beschrieben wird. Da fiel es mir schwer, mir vorzustellen, dass das im Grunde die gleiche Person ist. Außerdem ist Ves Welt die Welt, wie wir sie auch kennen, während in Nickys Welt riesige Unternehmen wie Facebook, YouTube und Starbucks entweder gar nicht existieren oder vollkommen unwichtig sind. Dabei hat sich das Konzept aber trotzdem durchgesetzt, die Namen sind nur verändert. Zum Teil fand ich diese extremen Unterschiede unglaubwürdig. Es macht beinahe den Eindruck als hätte die Autorin mit aller Macht so viele offensichtliche Unterschiede wie möglich einbauen wollen, damit der Leser auf gar keinen Fall übersehen kann, dass Nickys Welt eben nicht Ves Welt ist. Weniger Unterschiede mit mehr Erklärungen für diese Unterschiede hätten mir deutlich besser gefallen.

Neben den merkwürdigen Prioritäten, der völlig abwegigen und unnötigen Liebesgeschichte, den fehlenden Emotionen und den übertriebenen Unterschieden gibt es noch eine Menge andere Dinge, die mir an diesem Buch nicht gefallen haben. Dazu gehören die allesamt unsympathischen Charaktere, die zum Teil selbst als Erwachsene noch übertrieben naiv handeln, und das überflüssige offene Ende, das ich kein Stück nachvollziehen kann und das im Grunde die Handlung für die beiden Folgebände schon vorwegnimmt.
Nichtsdestotrotz hat das Buch neben der schönen Idee der Parallelwelten auch gute Momente, die mir gefallen haben. Dazu gehören die Gedanken, die sich die Autorin rund um die Gefahr gemacht hat, die das offene Portal zwischen den Welten darstellt. Falls sich die folgenden Teile weniger um die Liebesgeschichte drehen, könnte daraus eine Menge Spannung entstehen. Außerdem lässt sich das Buch sehr gut lesen. Der Schreibstil ist so flüssig, dass die Seiten geradezu vorbei fliegen.

Fazit:
Das Buch war ganz anders als erhofft. Die Charaktere sind unsympathisch, Jugendliche wie Erwachsene handeln völlig naiv und die Liebesgeschichte ist absolut unglaubwürdig. Merkwürdige Prioritätensetzung und Emotionslosigkeit ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Gelungen ist die Idee zu den Parallelwelten und die Überlegungen, welche Chancen und Gefahren durch ein offenes Portal zwischen zwei Welten entstehen, sind interessant. Leider werden die Welten so übertrieben unterschiedlich dargestellt, damit sie bloß niemand verwechseln kann, dass es schon wieder unglaubwürdig wird. Durchweg gelungen ist lediglich der Schreibstil, der das Buch flüssig lesen lässt. Für eine gute Idee mit ziemlich missglückter Umsetzung bekommt „Gefangen zwischen den Welten“ gerade noch drei Schreibfedern.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

englisch, homosexualität

Been Here All Along

Sandy Hall
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Swoon Reads, 30.08.2016
ISBN 9781250100658
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Gideon always has a plan. His plans include running for class president, leading the yearbook committee, and having his choice of colleges. They do not include falling head over heels for his best friend and next-door neighbor, Kyle. It’s a distraction. It’s pointless, as Kyle is already dating the gorgeous and popular head cheerleader, Ruby. And Gideon doesn’t know what to do ...
Kyle finally feels like he has a handle on life. He has a wonderful girlfriend, a best friend willing to debate the finer points of Lord of the Rings, and social acceptance as captain of the basketball team. Then both Ruby and Gideon start acting really weird, just as his spot on the team is threatened, and Kyle can’t quite figure out what he did wrong ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Der Klappentext deutet darauf hin, dass in diesem Buch alle Klischees zu Romanzen mit schwulen Protagonisten und zu Geschichten, die an der High School spielen, erfüllt werden: Der heiße Captain des Basketballteams ist mit der hübschen, aber auch arroganten und verwöhnten Cheerleaderin zusammen, der unscheinbare Nerd verliebt sich in den Basketballer, der sich aber leider für heterosexuell hält, und als er dann herausfindet, dass er das nicht ist, gibt es ein riesiges Drama. Mit dieser Konstellation habe ich gerechnet, sodass mich das Buch immer wieder positiv überrascht hat, denn obwohl all diese Klischees in gewisser Weise angesprochen werden, werden sie trotzdem nicht bedient. In dieser Geschichte bedeutet Captain des Basketballteams zu sein nicht automatisch, der beliebteste Junge an der Schule zu sein. Dem ganzen riesigen „Oh Gott, ich bin schwul“ Problem wird schon im ersten Kapitel der Wind aus den Segeln genommen, da sich Kyle seiner Bisexualität bereits bewusst und auch schon vor einigen Menschen geoutet ist. Und so sehr ich mich auch angestrengt habe, die manchmal wirklich gemeine und hinterhältige Ruby unsympathisch zu finden, konnte ich doch nicht anders als sie irgendwo auch zu mögen. Allein dadurch, dass Handlung und Charaktere nicht so prototypisch sind, ist das Buch sehr erfrischend.

Mich persönlich hat es außerdem gepackt, da ich mich wunderbar mit Gideon identifizieren konnte. Obwohl er ein richtiger Nerd ist, hat er trotzdem soziale Kontakte und kann mit diesen auch gut umgehen, sodass er nicht völlig abgedreht ist. Außerdem teile ich seine Begeisterung für die „Herr der Ringe“ Trilogie und habe sie, genau wie er, auch gelesen und nicht nur gesehen. Seine Diskussionen mit Kyle über eigentlich vollkommen unwichtige Details sind ebenso amüsant wie herzerwärmend. Gleiches gilt für Gideons Angewohnheit, Listen für alles zu schreiben, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Das ist nicht nur sehr sympathisch, sondern manchmal auch richtig witzig, wenn er beispielsweise in seinem Gefühlschaos eine Liste mit dem Titel „Am I gay or Kyle-sexual?“ (S. 41) anfertigt. Da die Geschichte jedoch nicht nur aus Gideons, sondern auch aus Kyles, Rubys und Ezras Perspektive geschildert wird, gibt es auch für andere Leser genügend Möglichkeiten, sich mit einem Erzähler zu identifizieren.

Im Nachhinein betrachtet sind es vor allem diese lustigen Szenen, die mich wirklich gepackt haben, während das in anderen Momenten leider nicht immer der Fall war. Traurigkeit und Resignation konnte ich mit Gideon und den anderen Charakteren erleben, dafür kamen Aufregung, Nervosität und Herzklopfen nicht immer bei mir an. Manchmal wurden die Situationen einfach zu sachlich geschildert und die emotionale Ebene der Charaktere wurde in der Beschreibung vernachlässigt. An anderen Stellen bin ich mir aber nicht sicher, ob mich tatsächlich einfach die Stimmung nicht erreichen konnte oder ob mir da nicht die englische Sprache ein wenig im Weg stand. Insgesamt ist das Buch keineswegs emotionslos, ich habe häufig mit den Charakteren gefühlt, das hätte für meinen Geschmack nur manchmal ein wenig intensiver sein können.

Fazit:
Obwohl der Klappentext etwas anderes vermuten lässt, kommt dieses Buch völlig ohne Klischees aus. Weder die Handlung noch die Charaktere entsprechen den Prototypen für schwule Romanzen und High School Geschichten. Das macht sie alle sehr sympathisch, auch wenn sie dem Glück der Protagonisten manchmal im Weg stehen. Ich persönlich konnte mich besonders mit Gideon von der ersten Seite an wunderbar identifizieren, denn er ist eine herrliche Mischung aus Streber, Nerd und Listenschreiber. In einigen Szenen hätten die Emotionen gerne noch etwas intensiver sein können, aber insgesamt ist „Been here all along“ ein tolles Buch, das vier Schreibfedern bekommt.

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Tags: englisch, homosexualität   (2)
 

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938 Bibliotheken, 23 Leser, 1 Gruppe, 124 Rezensionen

selection, liebe, kiera cass, königin, jugendbuch

Selection - Die Krone

Kiera Cass , Susann Friedrich , Marieke Heimburger
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.08.2016
ISBN 9783737354219
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Als das Casting begann, war Eadlyn wild entschlossen, sich nicht zu verlieben und keinen der Bewerber an sich heranzulassen. Doch nun muss sie sich eingestehen, dass einige von ihnen doch Eindruck bei ihr hinterlassen haben: Henri, der charmante Lockenkopf, und sein bester Freund Erik. Der aufmerksame und rücksichtsvolle Hale. Der selbstsichere und attraktive Ean. Und natürlich Kile, Eadlyns Lieblingsfeind aus Sandkastenzeiten, der sie zu ihrem Ärger immer wieder aus der Reserve lockt. Sie alle haben es geschafft, einen Platz in Eadlyns Welt zu erobern. Aber wird es auch jemand in das Herz der Prinzessin schaffen?

Einordnung:
- Selection (Teil 1) 
- Selection - Die Elite (Teil 2) 
- Selection - Der Erwählte (Teil 3) 
- Selection - Die Kronprinzessin (Teil 4) 
- Selection - Die Krone (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten.

Nachdem mir der vierte Teil der Selection-Reihe, „Die Kronprinzessin“, inhaltlich nicht wirklich gefallen hat, weil ich keinen Unterschied zu den ersten drei Bänden wahrnehmen konnte, und mir besonders Eadlyn, die Protagonistin, extrem unsympathisch war, hatte ich eigentlich keinerlei Erwartungen an den finalen Teil der Reihe. Ich habe mich darauf gefreut, weil die Geschichte damit dann endlich abgeschlossen ist, und hatte die vage Hoffnung, vielleicht ein wenig positiv überrascht zu werden. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich jetzt gestehen: Es hat mich von vorne bis hinten überrascht. „Selection - Die Krone“ ist ein wirklich gutes Buch.

Die wichtigsten Veränderungen im Vergleich zum vorherigen Teil betreffen Eadlyn. Nach dem Herzinfarkt ihrer Mutter muss sie nun mehr Verantwortung übernehmen. Statt an der Seite ihres Vaters zu stehen, zu beobachten und zu lernen, ist sie gezwungen, selbst Entscheidungen zu treffen und Dinge in die Hand zu nehmen. Das tut ihr wirklich gut, denn in dieser Arbeit geht sie auf – und das schlägt sich in ihren Aussagen, ihren Gedanken und ihren Verhaltensweisen nieder. Sie ist wirklich sympathisch geworden, weil sie endlich ihre Macht sinnvoll nutzt, statt immer nur jedem unter die Nase zu reiben, wie toll sie ist. Natürlich tut sie das manchmal noch immer, aber insgesamt wirkt sie viel menschlicher. Ihr Herz ist endlich aufgetaut und hat dabei überraschende Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit offenbart.

Das schlägt sich auch in den Interaktionen mit den Kandidaten des Castings nieder. Um ihre Aufgaben alle gleichzeitig erledigen zu können, reduziert Eadlyn die Anzahl der Kandidaten relativ schnell auf die Elite. Die sechs Jungen, die übrig bleiben, mochte ich alle schon im letzten Buch, aber jetzt kommen auch noch Eadlyns Gefühle hinzu. Das und die Tatsache, dass die Kandidaten untereinander Freundschaften geschlossen haben und sich unterstützen, statt sich gegenseitig auszustechen wie bei Maxons Casting, lassen eine ganz besondere Stimmung aufkommen. So wie Eadlyn niemanden nach Hause schicken wollte, weil ihr alle etwas bedeuten, wollte auch ich sie alle bleiben sehen. Natürlich war das nicht möglich, aber in der weiteren Entwicklung gibt es schöne, berührende, überraschende und sogar wirklich süße Momente, die beinahe vergessen lassen, dass es sich um ein Casting handelt.

Die Atmosphäre, die zwischenmenschlichen Beziehungen, das tiefe Vertrauen und die vielen Freundschaften haben mir so gefallen, dass es mir nichts ausmacht, dass die Handlung außerhalb des Castings relativ sparsam, wenn auch trotzdem existent, ist. Für diese Abschnitte hat sich die Autorin diesmal etwas Neues ausgedacht, sodass sich das Buch hier deutlich von allen vier Vorgängerbänden unterscheidet. Lediglich der Spannungsbogen ist gleich, da wie bei America auch Eadlyns Geschichte auf den letzten Seiten noch einmal richtig viel Fahrt aufnimmt. Allerdings ist das Ende dieses finalen Teils in jeder Hinsicht deutlich überraschender. Das hat mir wirklich gefallen und auch inhaltlich bin ich mit diesem Abschluss rundum zufrieden.

Fazit:
Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an das Buch und wollte einfach nur das Ende der Geschichte erfahren. Jetzt bin ich absolut begeistert. Eadlyn kann in diesem Buch endlich ihre Macht nutzen und muss damit auch Verantwortung übernehmen. Sie geht darin auf und wird richtig sympathisch. Das macht das Buch einfacher zu lesen. Hinzu kommt, dass die Kandidaten untereinander Freundschaften geschlossen haben und sich gegenseitig unterstützen. Das erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre und hat mir wirklich gefallen. Die Handlung außerhalb des Castings ist spärlich, aber neu und spannend. Und das Ende ist wirklich gut. Ich bin immer noch berührt, daher bekommt „Die Krone“ alle fünf Schreibfedern von mir.

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Tags: dystopie, science-fiction   (2)
 
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