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395 Bücher, 172 Rezensionen

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens

Marshall B. Rosenberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Junfermann Verlag, 20.09.2016
ISBN 9783955715724
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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(94)

251 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

cassandra clare, magisterium, magie, fantasy, chaos

Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze

Cassandra Clare , , Holly Black , Anne Brauner
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783846600283
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Nach den Ferien veranstaltet die Schule eine Feier für Call, Aaron und Tamara, weil sie den Feind des Todes abgewehrt haben. Doch noch während der Festlichkeiten greift ein Unbekannter sie an. Wer steckt hinter dem Anschlag? Auf der Suche nach Antworten treffen die drei unter der Erde erneut auf den Verschlungenen. Sie ahnen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der zweite Teil der schrecklichen Prophezeiung wahr wird, die er ihnen im ersten Schuljahr mit auf den Weg gegeben hat. Doch vielleicht wenden sich die Dinge doch noch zum Guten, wenn sie nur rechtzeitig herausfinden, wer ihnen nach dem Leben trachtet!

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der kupferne Handschuh (Teil 2) 
- Der Schlüssel aus Bronze (Teil 3)
- The Golden Boy (Teil 4)
- The Enemy of Death (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr viel leichter als bei den vorherigen Teilen. Es ist von der ersten Seite an spannend, denn obwohl jeder den Feind des Todes für tot hält, ist die Gefahr für Call und seine Freunde nicht gebannt. Während sie also auf einen neuen Angriff von Master Joseph warten, müssen sie sich gleichzeitig vor dem Spion im Magisterium in Acht nehmen. Dabei kommt es mehrfach zu lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen, ohne dass der Spion tatsächlich selbst in Erscheinung tritt. Und natürlich hält Call noch immer geheim, wer er wirklich ist. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis jemand das herausfindet oder es jemanden das Leben kostet.

Für eine ganze Weile ist das Buch außerdem unterhaltsam, weil wieder mehr von der Ausbildung im Magisterium berichtet wird. Mehrmals begleitet der Leser Call und Aaron bei Lektionen zur Chaosmagie. Dabei lernen sie unheimliche Dinge, wie jemanden bewusstlos werden zu lassen, indem sie seine Seele berühren. Außerdem werden tiefere Einblicke gegeben, wie Constantine die chaosbesessenen Menschen und Tiere erschaffen hat, die auch nach seinem vermeintlichen Tod nach wie vor ein Problem darstellen. Das schafft eine Verbindung zwischen Constantine und Call, die ich mir bisher immer nur sehr schwer vorstellen konnte. Doch je mehr sich ihre Fähigkeiten angleichen, desto eher kann ich nachvollziehen, dass Call der Feind des Todes sein soll. Die Lektionen, die Call und seine Freunde lernen, beschränken sich allerdings nicht nur auf die Chaosmagie. Sie lernen auch generell mehr über ihre Fähigkeiten und die anderen Elemente und nehmen an Prüfungen teil, sodass ihre Ausbildung wieder an Bedeutung gewinnt. Das macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch interessant, weil es immer neue Dinge zu lernen gibt.

Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen – und dann kamen die letzten 30 Seiten. Von Anfang an hatte ich einen Verdacht, wer der Spion ist, weil in meinen Augen nur eine Person überhaupt dafür in Frage kam. Leider hat sich dieser Verdacht dann auch bestätigt, sodass es für mich viel zu offensichtlich und demnach kein großer Schock war. Außerdem hatte ich bei der Auflösung und generell beim Höhepunkt am Ende des Buches ein ziemlich intensives Déjà-vu. Das war irgendwie alles bloß eine Wiederholung der Handlung aus dem ersten Band. Wirklich schade, dass die Autorinnen sich da nicht etwas Neues haben einfallen lassen. Stattdessen nutzen sie dieselbe Idee nochmals, nur dass sie sie hier noch weiter auswalzen, weil es mehrere mehr oder weniger überraschende Verwandtschafts- und Identitätsenthüllungen gibt. Ich bin sicher, es hätten sich andere Lösungen finden lassen als dem Leser lediglich mit geändertem Namen noch mal die letzten Seiten aus dem ersten Band vorzukauen. Es hat mich wirklich enttäuscht, dass die ganze Handlung dann auf dieses aufgewärmte Ende hinauslief.

Fazit:
Das Buch beginnt spannend und interessant. Obwohl der Feind des Todes für tot gehalten wird, müssen Call und seine Freunde sich in lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen mit einem Spion im Magisterium befassen. Außerdem droht Calls Geheimnis ans Licht zu kommen. Zwischendurch wird auch wieder mehr Wert auf den Unterricht gelegt, sodass der Leser gemeinsam mit den Charakteren neue Dinge lernt. Die letzten 30 Seiten haben mir das Buch dann aber ordentlich verdorben. Die Auflösung, wer der Spion ist, ist extrem offensichtlich. Und außerdem ist das Ende bloß eine Wiederholung aus dem ersten Band. Dieselbe Idee wird einfach noch mal aufgewärmt. Obwohl mir „Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ über lange Strecken richtig gut gefallen hat, vergebe ich wegen des mehr als enttäuschenden und frustrierenden Endes nur drei Schreibfedern.

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552 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

magie, magisterium, fantasy, elemente, freundschaft

Magisterium - Der kupferne Handschuh

Cassandra Clare , Holly Black ,
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2015
ISBN 9783846600177
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Callum hat die Pforte der Beherrschung durchschritten: Nun kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Doch auch aus einem anderen Grund ist für ihn nichts mehr so wie vorher: Neuerdings macht Call sich Sorgen, dass sein Vater sich der Seite des Feindes angeschlossen haben könnte. Während Call noch überlegt, ob er sich Aaron und Tamara anvertrauen kann, macht die Nachricht die Runde, dass ein äußerst gefährlicher magischer Gegenstand entwendet wurde: der Alkahest, mit dem man das Element des Chaos beherrschen kann. In den falschen Händen kann dieser magische Handschuh tödliche Folgen haben. Callum und seine Freunde setzen alles daran, um Schlimmeres zu verhindern ...

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der kupferne Handschuh (Teil 2)
- Der Schlüssel aus Bronze (Teil 3)
- The Silver Mask (Teil 4)
- The Enemy of Death (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Der Beginn des Buches hat mich in der Umsetzung stark an den ersten Band erinnert. Schon auf den ersten Seiten finden sich dramatische Entwicklungen, die für Call lebensbedrohlich sein könnten. Doch das wird rein auf der Sachebene vermittelt. Die ersten Kapitel sind absolut unemotional, weil sich Calls Gefühle kaum jemals in Handlungen, Gedanken oder physiologischen Reaktionen äußern. Wenn nicht explizit „er war traurig“ erwähnt werden würde, hätte ich die Emotion überhaupt nicht mitbekommen. Da die Darstellung von Calls Gefühlen dementsprechend auch immer nur einen Satz in Anspruch nimmt, ist die Handlung eine Seite später schon so viel weiter fortgeschritten, dass bereits die nächste, teilweise völlig unzusammenhängende Emotion benannt wird. Diese Sprunghaftigkeit hat auch nicht dazu beigetragen, mich wirklich in die Geschichte hinein zu ziehen. Ich konnte überhaupt nicht mit Call fühlen.
Glücklicherweise hat sich das aber nach den ersten Kapiteln geändert, als Call auf seine Freunde trifft. In zwischenmenschlichen Interaktionen wird sehr viel deutlicher, wie sich Call fühlt, ohne dass es explizit erwähnt werden muss. Teilweise konnte ich sogar verstehen, warum Call ein bestimmtes Gefühl hatte. Das hat ihn mir sehr viel sympathischer gemacht und auch dazu beigetragen, dass ich die Handlung viel intensiver und damit als spannender wahrgenommen habe als zuvor.

Diese Spannung steigert sich zum Ende des Buches hin immer mehr. Es ist tatsächlich richtig interessant geworden. Besonders gefallen hat mir die stetige Unsicherheit, wem Call vertrauen kann. Sein Vater scheint sich irgendwie in äußerst gefährliche, sehr viel Misstrauen erweckende Gedanken und Pläne verstrickt zu haben. Seine Freunde Aaron und Tamara behalten seine Geheimnisse plötzlich nicht mehr zuverlässig für sich. Master Joseph hängt noch immer an seinen Fersen. Im Magisterium läuft so einiges daneben, sodass es eine alles andere als sichere Zufluchtsstätte ist. Dann ist da natürlich noch Jasper, der Call nicht ausstehen kann und durch unglückliche Umstände aber viel zu viel – um nicht zu sagen: alles – weiß. Und seit Call herausgefunden hat, wer er wirklich kann, kann er sich selbst eigentlich auch nicht mehr trauen. Im Laufe der Geschichte wird diese Vertrauensfrage immer verwirrender, weil jeder auf seiner eigenen Seite zu stehen scheint. Das sorgt für einige überraschende Wendungen, eine spannende Entwicklung und macht das Buch richtig interessant.

Fazit:
Der Anfang des Buches ist ähnlich oberflächlich und emotionslos wie im ersten Band. Nach einigen Kapiteln ändert sich das allerdings, sodass ich Calls Gefühle verstehen und miterleben konnte. Dadurch wurde er mir viel sympathischer. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Handlung, spannend zu werden. Besonders fesselnd ist dabei, dass Call nicht mehr weiß, wem er vertrauen kann. Nach und nach scheint sich jeder als unzuverlässig herauszustellen. Das sorgt für überraschende Wendungen und macht die Geschichte interessant. Da mir „Magisterium – Der kupferne Handschuh“ besser gefallen hat als der erste Teil, vergebe ich vier Schreibfedern an das Buch.

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Tags: elemente, fantasy, magie   (3)
 

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123 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, frost, das frostmädchen, fantasie, stefanie lasthaus

Das Frostmädchen

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317291
Genre: Fantasy

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Das Schlehentor

Swantje Berndt
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 19.10.2016
ISBN 9783741252501
Genre: Science-Fiction

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60 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

elfen, akademie, okrs, orks, dämonen

Die Dämonenakademie - Der Erwählte

Taran Matharu , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 31.10.2016
ISBN 9783453269842
Genre: Fantasy

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236 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

drachen, julie kagawa, talon, fantasy, drachennacht

Talon - Drachennacht

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 31.10.2016
ISBN 9783453269729
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Ember und Garret könnten ein glückliches Paar sein – in einer anderen Welt, in der sie nicht dazu bestimmt wären, sich auf ewig zu bekriegen. In einer Welt ohne die Ritter des Sankt-Georgs-Ordens und ihre Widersacher, die Drachen der mächtigen Organisation Talon. In einer Welt, in der die Liebe eines Ritters zu einem Drachenmädchen nicht als das schlimmste Vergehen geahndet würde ...
Für den Augenblick hat das Schicksal Ember und Garret erst einmal auseinandergerissen. Garret reist nach London, um in die Tiefen des Ritterordens vorzudringen. Was er dabei entdeckt, stellt sogar seine ärgsten Befürchtungen in den Schatten. Er ahnt, dass sie in höchster Gefahr schweben, vor allem Ember, die weiterhin gemeinsam mit den rebellischen Drachen im Untergrund gegen Talon kämpft. Als Garret zu ihr eilen will, um sie zu warnen, wird er entführt. In seiner dunkelsten Stunde kommt Hilfe von unerwarteter Seite ...

Einordnung:
- Drachenzeit (Teil 1) 
- Drachenherz (Teil 2) 
- Drachennacht (Teil 3)
- unbekannt (Teil 4)
- unbekannt (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Ich bin mir wirklich unsicher, was ich zu diesem Buch sagen soll. Auf der einen Seite ist es nicht besonders spannend, auf der anderen Seite hat es aber trotzdem eine Menge Handlung. Auf der einen Seite erfährt Ember interessante Dinge, die ihre Beziehung zu Riley und Garret verändern, auf der anderen Seite fängt damit das ganze Drama aber schon wieder von vorne an. Auf der einen Seite geht immer alles viel zu glatt und selbst, wenn alles schief geht, entwickelt sich daraus ein nur noch größerer Vorteil für Ember und ihre Mitstreiter, auf der anderen Seite wartet das Buch mit einem dramatischen Finale auf. Auf der einen Seite ist der größte Knaller des Buches wirklich vorhersehbar gewesen, auf der anderen Seite gibt es viele kleine Details, über deren Sinn und Zweck ich immer noch nachgrüble. Schlussendlich hat mir das Buch besser gefallen als der zweite Band, aber nicht so gut wie der erste Teil.

Besonders negativ aufgefallen ist mir das Liebesdreieck zwischen Ember, Riley und Garret. Mit Garrets Abreise im letzten Teil habe ich die Situation für geklärt gehalten, doch eigentlich hat sich im Vergleich zum zweiten Band nichts verändert, außer dass Garret an einem anderen Ort ist und es so mehr Handlung zu beschreiben gibt. Statt Ember sehnsüchtig anzustarren, denkt er nun die ganze Zeit an sie, vermisst sie wie verrückt und trauert ihr hinterher. Ember wiederum ist mir ihrer Entscheidung auch nicht glücklich. Sie hält Riley abwechselnd auf Abstand und schmachtet ihn an und versucht gleichzeitig krampfhaft, nicht an Garret zu denken, weil sie ihn dann vermisst. Und Riley ist immer noch der festen Überzeugung, dass Ember ohnehin zu ihm gehört und kann Garret selbst auf die Entfernung nicht ausstehen. Als die drei dann notgedrungen wieder aufeinander treffen, geht es mit Embers Unentschlossenheit wieder von vorne los. Das habe ich als ermüdend und nicht besonders spannend empfunden. Zumal Trauer, Sehnsucht und Besitzansprüche immer und immer wieder erwähnt werden, manchmal an den unpassendsten Stellen. Dadurch werden auch Momente mit viel Spannung, in denen es im Kampf gegen Talon und den Orden um Leben und Tod geht, von gedanklichen melancholischen Monologen unterbrochen, sodass die Spannung teilweise einfach verpufft.

Dafür fand ich, insbesondere im Vergleich zum letzten Band, die Handlung sehr gelungen. Eine enorme Vielfalt an Aktivitäten und Schauplätzen, Aus- und Rückblicken sowie Treffen mit anderen Charakteren gestaltet den Überlebenskampf der Verräter und Einzelgänger interessant, da es trotz der ewigen Flucht vor Talon und dem Orden keine Wiederholung der immer gleichen Routine ist. Die Handlung spielt verstreut über die ganze USA sowie in London, Treffen finden statt in Cafés, auf einem Sportplatz, im London Eye und in einer Kirche, die Oberhäupter von Talon und dem Sankt-Georgs-Orden werden vorgestellt, Dantes Zukunft und Garrets Vergangenheit werden beleuchtet. Trotz dieser Vielfalt reihen sich die einzelnen Sequenzen aber nicht bloß aneinander, sondern ergeben sich auseinander. Beispielsweise resultieren Garrets Observierungen in London in seine Entführung. Daraus wiederum ergeben sich ein Erholungsaufenthalt in einem Kloster sowie eine Reise in eine Bibliothek in Chicago. Während die emotionale Entwicklung der Charaktere also auf der Strecke bleibt, wird die Handlung von Garrets Abreise am Anfang bis zum dramatischen Finale ein ordentliches Stück weiter geführt.

Fazit:
Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Obwohl es keinen Aspekt gibt, an dem mich alles gestört hat, gibt es genauso keinen Punkt, der mir ausschließlich gefallen hat. Insgesamt hat das Buch viel Handlung, weiterführende Informationen, neue Charaktere, eine große Vielfalt an Schauplätzen und ein dramatisches Finale, aber die melancholischen Monologe der Charaktere zerstören manchmal die Spannung, das Liebesdreieck dreht sich nach wie vor bloß im Kreis, irgendwie ergibt sich aus jeder Situation ein Vorteil für Ember und ihre Freunde und der größte Knaller ist spätestens seit dem letzten Band vorhersehbar. Da mir das Buch schlussendlich zwar nicht so gut wie der erste Band, aber besser als der zweite Teil gefallen hat, vergebe ich an „Talon – Drachennacht“ vier Schreibfedern.

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Tags: drachen, fantasy   (2)
 

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231 Bibliotheken, 44 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

thriller, genmanipulation, gentechnik, marc elsberg, genetik

HELIX - Sie werden uns ersetzen

Marc Elsberg
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 31.10.2016
ISBN 9783764505646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits über hundert „sonderbegabte“ Kinder hervorgebracht hat. Und wollen Helen und Greg ihrem Nachwuchs nicht die besten Voraussetzungen geben? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Zu Beginn verfolgt das Buch mit der Untersuchung zum Tod des US-Außenministers, der Entdeckung von resistentem Mais, dem ungewöhnlichen Angebot einer Kinderwunschklinik und dem Verschwinden einer jungen MIT-Studentin vier verschiedene Handlungsstränge, die noch keinerlei Verbindung zueinander haben. Dabei wird ein Handlungsstrang jedoch nicht immer von derselben Person erzählt, sondern wechselseitig aus den Perspektiven, die gerade gewinnbringend für den Verlauf sind. Beispielsweise berichtet manchmal Jessica, Mitarbeiterin des Sicherheitsstabs im Weißen Haus, von neuen Erkenntnissen zum Tod des Außenministers, manchmal aber auch Jaylen, ein FBI-Beamter. Der resistente Mais wird vom Wissenschaftler Jegor untersucht, aber er bekommt mit Gordon bald kompetente Hilfe an die Hand und im Hauptsitz des Chemiekonzerns zerbrechen sich die Personen rund um Vorstandschef Helge den Kopf über die Befunde. Helen und Greg berichten abwechselnd von ihrem Besuch bei der Klinik und die verschwundene Studentin, Jill, lernt der Leser zuerst durch ihren Leibwächter Jim und ihre Mutter Hannah kennen.
Anfangs ist es noch relativ einfach, den unterschiedlichen Handlungssträngen und Perspektiven zu folgen. Die vier Teile der Geschichte sind klar voneinander unterscheidbar und innerhalb eines Handlungsstranges ist es auch gar nicht so wichtig, alle Charaktere im Blick zu haben, da beispielsweise die Vertreter der amerikanischen Dienste CIA, FBI, Homeland Security etc., die den Tod ihres Außenministers untersuchen, ohnehin immer nur gemeinsam auftreten. Je mehr die Handlungsstränge miteinander verschmelzen, desto komplizierter wird es jedoch, den Überblick zu behalten, wer denn jetzt wie viel wovon weiß. Als nicht mehr jede Figur an ihrem eigenen Problem herumexperimentiert, sondern auch Informationen von anderen Stellen bekommt, war es nicht mehr so leicht, dem Informationsfluss zu folgen. Gerade die Tatsache, dass jeder unterschiedliche Details erfährt, an anderen Stellen belogen wird und sich selbst seine eigene mehr falsche als richtige Geschichte zusammen bastelt, war irgendwann sehr verwirrend. Mehr als einmal hat mich die Überraschung eines Charakters überrascht, weil ich der festen Überzeugung war, er wäre korrekt informiert gewesen. Dabei war es dann auch nicht hilfreich, dass bis zum Schluss ständig noch neue Perspektiven eingeführt wurden und gefühlt die Hälfte der Vornamen mit J anfangen, sodass ich manchmal nicht wusste, ob die Person nicht doch schon mal vorgekommen ist. Neben den oben bereits erwähnten Namen (Jessica, Jaylen, Jegor, Jill und Jim) gibt es nämlich beispielsweise noch zwei Jacks, Jason, June, Jelena, Justine ...

Neben der Verwirrung darüber, welcher Charaktere über welche Dinge informiert ist, hat das Verschmelzen der unterschiedlichen Handlungsstränge aber auch noch die rapide Abnahme der Spannung zur Folge. Normalerweise hätte ich das erleuchtende Verständnis der letzten Zusammenhänge und den damit verbundenen Höhepunkt der Spannung am Ende des Buches erwartet. Stattdessen ist schon kurz vor der Mitte des Buches so gut wie alles klar – und das nicht nur dem Leser, sondern auch den Charakteren. Es gilt noch, verschwundene Personen zu finden und die Menschheit zu retten, aber außer dass sich die verschiedenen Figuren und Interessensgruppen dabei gegenseitig im Weg stehen, passiert nicht mehr viel. Die für mich viel spannendere Frage, wie genau alles zusammen hängt und wer dahinter steckt, ist nach der Hälfte des Buches beantwortet.
Ab diesem Zeitpunkt ist jedoch nicht nur die Spannung verschwunden, auch die Geschwindigkeit der Geschichte verebbt. Es gibt Reibereien und Handgreiflichkeiten, die jedoch letztlich zu nichts führen und immer wieder am Ausgangspunkt enden. Alle Parteien sind und bleiben sich gegenseitig unsympathisch. Und die sich im Kreis drehenden ethischen Diskussionen zur Forschung an Embryonen, zur Manipulation von Genen und zur Gentechnik im Allgemeinen sind alle schon aus der Realität aus den Medien bekannt. Ich kann durchaus verstehen, dass Wissenschaftler auf eigene Faust unter dem Radar fliegend Experimente durchführen, denn die ethischen Debatten werden wohl niemals einen Konsens erzielen. Das tun sie im echten Leben nicht, im Buch werden aber leider auch keine neuen Ansätze geliefert. Einzig die im Buch mit einbezogene Sichtweise der „sonderbegabten“ Kinder bringt etwas frischen Wind in die Angelegenheit.

Nichtsdestotrotz hat mir die Idee des Buches sehr gefallen. Es regt zum Nachdenken darüber an, wie es in der Realität wohl mit solchen „privaten Forschungsprogrammen“ steht und ob wir in unserer Leistungsgesellschaft mit „den besten Voraussetzungen“ nicht einige essentielle Punkte übersehen. Die zahlreichen Exkurse in die Biologie und die Gentechnik, die das Buch in diesem Zusammenhang vornimmt, waren mir anfangs zwar aus der Schule bekannt, im weiteren Verlauf aber durchaus spannend. Die Entwicklungen, Eingriffe und Veränderungen, die der Autor beschreibt, sind alle gut begründet und die Erklärungen gehen auf der wissenschaftlichen Ebene weit genug in die Tiefe, um die Geschichte erschreckend realistisch erscheinen zu lassen.

Fazit:
Die Idee des Buches ist interessant und wirkt erschreckend realitätsnah. Die Exkurse in Biologie und Gentechnik zur Erklärung der wissenschaftlichen Entwicklung haben mir gefallen. Zu Beginn ist die Geschichte außerdem spannend und die vier Handlungsstränge werden schnell vorangetrieben. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven ist die Entwicklung der Handlung sehr dynamisch und packend. Den Höhepunkt erreicht das Buch allerdings schon kurz vor der Mitte, als alle Stränge zusammenlaufen und die Hintergründe offenbart werden. Ab dem Zeitpunkt drehen sich viele Dinge wie ethische Diskussionen und Reibereien nur noch im Kreis. Außerdem treffen die Charaktere in unterschiedlichen Konstellationen aufeinander, erfahren verschiedene wahre wie gelogene Details und spinnen sich daraus eigene Geschichten zusammen, sodass ich bald den Überblick verloren habe, wer wie viel wovon wusste und wen schon mal getroffen hatte. Insgesamt hat mich die erste Hälfte des Buches begeistert und die zweite Hälfte enttäuscht, sodass ich an „Helix – Sie werden uns ersetzen“ drei Schreibfedern vergebe.

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Tags: gentechnik, thriller   (2)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

fachliteratur

Suggestibilität: Situative und personale Prädiktoren (Internationale Hochschulschriften)

Michael Reutemann
Flexibler Einband: 214 Seiten
Erschienen bei Waxmann, 01.11.2006
ISBN 9783830917281
Genre: Sonstiges

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508 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

götter, percy jackson, fantasy, rick riordan, rom

Helden des Olymp - Das Zeichen der Athene

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.10.2013
ISBN 9783551556035
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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612 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

dystopie, starters, lissa price, jugendbuch, enders

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492269322
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

autobiographie

You're Never Weird on the Internet (Almost): A Memoir

Felicia Day
E-Buch Text: 273 Seiten
Erschienen bei Touchstone, 11.08.2015
ISBN 9781476785677
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
When Felicia Day was a girl, all she wanted was to connect with other kids (desperately). Growing up in the Deep South, where she was “home-schooled for hippie reasons,” she looked online to find her tribe. The internet was in its infancy and she became an early adopter at every stage of its growth—finding joy and unlikely friendships in the emerging digital world. Her relative isolation meant that she could pursue passions like gaming, calculus, and 1930’s detective novels without shame. Because she had no idea how “uncool” she really was.
But if it hadn’t been for her strange background— the awkwardness continued when she started college at sixteen, with Mom driving her to campus every day—she might never have had the naive confidence to forge her own path. Like when she graduated as valedictorian with a math degree and then headed to Hollywood to pursue a career in acting despite having zero contacts. Or when she tired of being typecast as the crazy cat-lady secretary and decided to create her own web series before people in show business understood that online video could be more than just cats chasing laser pointers.
Felicia’s rags-to-riches rise to internet fame launched her career as one of the most influen¬tial creators in new media. Ever candid, she opens up about the rough patches along the way, recounting battles with writer’s block, a full-blown gaming addiction, severe anxiety and depression—and how she reinvented herself when overachieving became overwhelming.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Okay, langer Klappentext. Sehr langer Klappentext. Und trotzdem beschreibt er nicht einmal annähernd, was alles in diesem Buch steckt. Es ist zugleich witzig und berührend, eine Inspiration und eine Warnung, eine Autobiographie und ein Ratgeber. Und wie Joss Whedon, der unter anderem die Drehbücher für „Buffy – The Vampire Slayer“ und „The Avengers“ geschrieben hat, bereits im Vorwort ankündigt, liest sich das Buch außerdem nicht vollends ausformuliert, sondern mehr wie ein Gespräch mit Felicia Day, die über die Höhen und Tiefen ihres Lebens berichtet. Das macht diese Geschichte, unabhängig von der inhaltlichen Ebene, noch witziger. Beispielsweise hatte ich bei ihrer Beschreibung, wie sie sich selbst einen ausgestopften Weihnachtsmann kauft, aber behauptet, er sei für einen Neffen, und dabei gleichzeitig über verrückte Fans und Menschen, die sie überhaupt nicht kennen, stolpert, schon ein Grinsen im Gesicht. Wirklich zum Lachen gebracht hat mich dann aber das Ende des ersten Kapitels, an dem sie schreibt:

„I have two college degrees, but I don’t actually have a high school one.
It took writing this chapter to figure that out. Fuck.“
(S. 32)

Doch der lockere, ungezwungene Schreibstil macht das Buch nicht nur witziger, sondern auch berührender. Insbesondere die Darstellung ihrer Tiefpunkte liest sich viel persönlicher als ich erwartet habe. Die Bandbreite an Erfahrungen, die Felicia Day gemacht hat, bietet außerdem viele Möglichkeiten, sich mit ihren Erlebnissen und Gedanken zu identifizieren. Zum Beispiel gehört ein ewiger Perfektionismus zu ihren Charaktereigenschaften, der sie dazu anregt, sehr viel Energie in Dinge zu stecken, um ihren Vorstellungen gerecht zu werden. Hausgemachter Leistungsdruck lässt sie ein Projekt nach dem anderen anfangen, um jederzeit ganz oben auf jeder Welle zu schwimmen. Hinzu kommt Kontrollzwang, der sie kaum etwas von der Arbeit an andere abtreten lässt. Die Beschreibungen, wie diese ungünstige Konstellation sie immer mehr gestresst und zu depressiven und ständig ängstlichen Zuständen geführt hat, sind wirklich bewegend. Ihre Erzählungen von den nächtlichen Panikattacken und den Suizidgedanken und wie der Stress schließlich sogar zu multiplen körperlichen Erkrankungen geführt hat, gehen unter die Haut. Und unter diese ganzen Erzählungen von den schlimmsten Phasen ihres Lebens mischen sich dann immer wieder Sätze, mehr oder minder aus dem Kontext gerissen, die noch viel berührender sind als die tatsächliche Benennung ihres Zustands:

„Hey, are you feeling happy or confident? Let’s fix that!“
(S. 220)

Aber ob die Schilderungen nun lustig oder bewegend sind, zum Lachen oder zum Weinen bringen, Felicia Day lässt fast nichts einfach so stehen, sondern findet in jeder ihrer Erfahrungen etwas, das für den Leser von Wert sein kann. Dadurch macht sie aus diesem Buch viel mehr als eine Autobiographie. Manchmal formuliert sie auf Basis ihrer Erfahrungen Warnungen, beispielsweise wie gefährlich es ist, sich von Stress und Perfektionismus überwältigen zu lassen. Manchmal hat sie aufgelistet, welche Dinge ihr persönlich in bestimmten Situationen geholfen haben, sodass das Buch an diesen Stellen eine Art Ratgeber ist. Und manchmal streut sie inspirierende Sätze in ihren Text ein, die nach Motivationspostkarten klingen, vor dem Hintergrund ihrer Erzählungen aber absolut stimmig und tatsächlich ansprechend und motivierend sind.

„No matter what you feel is holding you back in life ... you can attempt anything“
(S. 150)

Fazit:
Dieses Buch ist so viel mehr als nur eine Autobiographie. Es liest sich wie ein Gespräch mit Felicia Day, die von den Hoch- und Tiefpunkten ihres Lebens berichtet. Dabei sind Inhalt wie Wortwahl abwechselnd witzig und berührend. Und während Felicia Day viel von ihren Erfahrungen berichtet, findet sie immer eine Möglichkeit, diese Erlebnisse auch für den Leser nützlich zu machen. Ihr psychischer und körperlicher Zusammenbruch ist eine Warnung, die Beschreibung ihres Arbeitsprozesses ein Ratgeber und die Quintessenzen aus ihrem verrückten Leben sind gleichermaßen Motivations- wie Inspirationsquellen. Obwohl ich kein Gamer Girl und auch nicht wirklich ein Geek bin, hat mich „You’re never weird on the internet (almost)“ auf vielen Ebenen angesprochen und wirklich berührt, sodass ich auf jeden Fall alle fünf Schreibfedern an dieses Buch vergebe.

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Tags: autobiographie   (1)
 

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(195)

445 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

fantasy, magie, jugendbuch, königreich, sara raasch

Schnee wie Asche

Sara Raasch , Antoinette Gittinger
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.04.2015
ISBN 9783570309698
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(7)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, chris p. rolls, homosexualität, gayromance

Shilsas - In den Nebeln: Gay Fantasy

Chris P. Rolls
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.10.2016
ISBN B01LZA96EQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Hoch über nebeligen Schluchten liegt die Stadt Shilsas, nur durch Seilbahnen zu erreichen. Stadt der Sünde und des Elends, in der einzig der Tod Gesetz ist. Navasirt Dadashian ist nur eine einfache Hure, versucht indes lange genug zu überleben, um die Ablösesumme und Passage über die Schlucht bezahlen und der Stadt entkommen zu können. Leichtsinn und Mut führen ihn zu dem gefürchtetsten Mann der Stadt: Matous Azatyan, genannt Hazar Maher, Herr der tausend Tode, den er wider Erwarten beeindruckt. Und auch Nava bekommt den geheimnisvollen Assassinen nicht mehr aus dem Kopf. Bald schon wird er hineingezogen in ein Chaos aus Argwohn, Fragen und Intrigen. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Matous? Welcher mächtige Feind zieht die Fäden des Netzes, das sich immer enger um Nava und Matous spinnt? Nava weiß nur eines: Traue niemandem in Shilsas.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Mein Gott, ist das ein gutes Buch. Ich muss nur daran zurückdenken und schon spüre ich mein Herz rasen und meine Nerven kribbeln. Die Geschichte ist von der ersten Seite an unglaublich spannend. Nava, der Protagonist, wird gleich zu Beginn des Buches um seinen Lohn betrogen. Obwohl er selbst weiß, wie verrückt und leichtsinnig es ist, macht er sich auf den Weg zum gefürchteten Herrn der tausend Tode, um sein Geld einzutreiben. Statt auf dieser Szene eine rasante Abfolge von Ereignissen aufbauen zu lassen, nimmt sich die Autorin im Anschluss die Zeit, die Stadt Shilsas, ihre Bevölkerung, die Lebensbedingungen und Navas Arbeitskollegen näher zu beschreiben. Dabei flacht die Spannung jedoch nicht ab, sondern baut sich Dank der atemberaubenden Atmosphäre immer weiter auf. Dieses Warten, während im Grunde nichts passiert, ist unglaublich nervenaufreibend. Als die Handlung dann Fahrt aufnimmt, verschafft das jedoch auch keine Erleichterung, denn aus dem nervösen Warten wird mitreißende Spannung. Der Autorin ist es gelungen, eine solch aufgeladene Atmosphäre zu entwickeln, dass mein Puls nie zur Ruhe kam, völlig unabhängig davon, was in dem Buch gerade beschrieben wurde.

Begeistert hat mich auch die Welt, die die Autorin sich ausgedacht hat. Die Stadt Shilsas liegt auf einem Hochplateau und kann daher nur über Seilbahnen erreicht oder verlassen werden. Schon daraus entsteht ein Gefühl der Bedrängnis, denn die Preise für die Überfahrt sind horrend. Den meisten Menschen ist es niemals möglich, Shilsas zu verlassen. Sie sind ihr Leben lang gefangen in einer Stadt, in der das Gesetz des Stärkeren gilt. Damit ist Shilsas ein Paradies für Kriminelle jeglicher Art. Kinder, Alte und Kranke haben kaum eine Überlebenschance, in den Straßen liegen verwesende Leichen, es riecht nach Schweiß, Blut und Urin, viele Gebäude und architektonische Gebilde sind halb zerstört oder verfallen und es gibt ganze Viertel, in die die meisten Menschen niemals einen Fuß setzen würde. Diese düstere Stimmung hat mich von Anfang an in ihren Bann geschlagen. Und über allem liegt das Grauen, wenn sich die Nebel über der Stadt ausbreiten, die Sicht auf wenige Meter beschränken, jede Ritze durchdringen, alles klamm und feucht werden lassen und tödliche Krankheiten mit sich bringen. Das Buch ist so atmosphärisch, dass ich mich dem einfach nicht entziehen konnte. Zugleich haben die Vielschichtigkeit der Welt und die Komplexität der Handlungsstränge mich immer mehr eingewickelt und diese abstoßende, entsetzliche Stadt hat mich so in ihren Bann gezogen, sodass ich die beiden wichtigsten Grundsätze vergessen habe: „Traue niemandem in Shilsas“ und „Jeder ist käuflich in Shilsas“.

Es sind jedoch nicht nur Spannung und Atmosphäre, die mich begeistert haben. Der Aufbau der gesamten Welt und der Handlung ist unglaublich komplex, aber trotzdem finden sich nie Logikfehler und irgendwer werden auch die unterschiedlichsten Handlungsstränge überraschend sinnvoll zusammengeführt. Es steckt so viel in diesem Buch, explizit wie implizit, dass ich noch immer nicht aufhören konnte, darüber nachzudenken. Gleiches gilt auch für die Charaktere. Selbst in den letzten Kapiteln konnten sie mich mit neuen Offenbarungen noch immer überraschen, die sich so perfekt in den Charakter einfügen, dass ich mich frage, wieso ich da nicht vorher schon drüber nachgedacht habe. Durch diese Vielschichtigkeit der Charaktere wird auch eine Fülle von Emotionen vermittelt. Diese sind so mitreißend, dass ich mich nicht dagegen wehren konnte, ebenso zu empfinden wie die Figuren, auch wenn ich das manchmal gar nicht wollte. Die Intensität der Gefühle ist wirklich beeindruckend. In dem Zusammenhang hat mir am meisten gefallen, dass der Fokus sehr viel auf der Geschichte und den daraus entstehenden Emotionen liegt und weniger auf der Beschreibung von expliziten, leidenschaftlichen Sexszenen. Natürlich gibt es einige solcher Szenen, aber dass die Handlung hier deutlich mehr Raum einnimmt, finde ich auf jeden Fall positiv erwähnenswert. Dasselbe gilt für das Ende des Buches, das rund und zufriedenstellend ist, ohne eine offensichtliche Hintertür für einen möglichen Folgeteil offen zu lassen. Die Geschichte ist perfekt, wenngleich auch irgendwie erschreckend abgeschlossen.

Fazit:
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Die Atmosphäre ist gigantisch. Selbst wenn in der Geschichte eigentlich überhaupt nichts passiert, ist die Spannung nervenaufreibend. Die Beschreibungen der Stadt Shilsas, der dort lebenden Menschen und der düster aus dem Abgrund heraufziehenden Nebeln verbreiten immer wieder entsetzliches Grauen. Hinzu kommen ein Protagonist mit einem packenden Erzählstil und eine enorme Intensität der Gefühle, die absolut mitreißend ist. Welt und Handlung sind vielschichtig und komplex, aber perfekt ineinander integriert. Mir geht es nach Abschluss des Buches wie den meisten Menschen in Shilsas: Ich kann der Stadt für eine ganze Weile nicht mehr entkommen. Für „Shilsas – In den Nebeln“, das Meisterwerk der Autorin, vergebe ich mit fünf Schreibfedern alles, was ich habe.

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Tags: fantasy, homosexualität   (2)
 

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(52)

109 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 14 Rezensionen

harry potter, theaterskript, j.k. rowling, fantasy, harry potter und das verwunschene kind

Harry Potter und das verwunschene Kind

Joanne K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne , Klaus Fritz
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559005
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Einordnung:
- Harry Potter und der Stein der Weisen (Teil 1)
- Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Teil 2)
- Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Teil 3)
- Harry Potter und der Feuerkelch (Teil 4)
- Harry Potter und der Orden des Phönix (Teil 5)
- Harry Potter und der Halbblutprinz (Teil 6)
- Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 7)
- Harry Potter und das verwunschene Kind (Teil 8)

Rezension:
Die Meinungen zum Buch gehen ziemlich auseinander. Die Hälfte der Leser liebt es, die andere Hälfte findet es völlig überflüssig. Meine Meinung zum achten Harry Potter ist auch zweigeteilt. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein Theaterstück handelt und nicht wirklich um ein achtes Buch, konnte ich über viele Dinge aber hinwegsehen, sodass mein Fazit auf jeden Fall positiv ausfällt.

Zu den Aspekten, über die ich hinweggesehen habe, gehört die manchmal sehr schnelle Handlungsentwicklung. Es braucht oft kaum mehr als zwei Wortwechsel, bevor eine Figur von der Ehrlichkeit oder dem Handlungsplan einer anderen Figur überzeugt ist. Während mir das in einem Buch viel zu schnell wäre, verstehe ich durchaus, dass in einem Theaterstück nicht unbegrenzt Zeit für die Entwicklung zur Verfügung steht. Natürlich sind auch die übrigen Beschreibungen recht dürftig, da sich lediglich am Anfang jeder Szene eine kurze Zusammenfassung befindet, wo sich die Charaktere aufhalten, und der Rest des Buches aus Dialogen besteht – wie es für Theaterdrehbücher eben üblich ist. Dieser Stil ist mir aber schon nach den ersten Seiten nicht mehr aufgefallen, da die Dialoge völlig ausreichend sind, um der Handlung zu folgen und eigene Vorstellungen von der Umgebung zu entwickeln.
Außerdem dauert es nicht lange, bis die Spannung in der Geschichte immer mehr zunimmt. Schnell konnte ich genauso mitfiebern wie in den anderen Büchern. Auch inhaltlich steht die Handlung den anderen Büchern kaum nach. Die Szenen und Entwicklungen, die beschrieben werden, sind genauso grausam und schrecklich wie Harrys Kampf gegen Voldemort. Und schnell wird deutlich, wie viel Glück Harry und seine Verbündeten hatten. Wenn ich die ersten sieben Bücher nochmals lese, werde ich viele Dinge in einem anderen Licht betrachten.

Allerdings haben mir einige Aspekte nicht so sehr oder gar nicht gefallen. Dazu gehört vor allem der Auslöser für diese Geschichte, den ich als sehr aus der Luft gegriffen empfinde. Es ist nicht so als hätte es darüber nicht schon viele Spekulationen gegeben, aber ursprünglich hatte Joanne K. Rowling diese Ideen dementiert, sodass sie sich jetzt eigentlich selbst widerspricht. Das hat mich enttäuscht, weil ich die Harry Potter Welt und alle von der Autorin gelieferten Zusatzinformationen bisher immer als sehr durchdacht empfunden habe.
Außerdem habe ich mich anfangs mit den Charakteren sehr schwer getan. Harry war mir beinahe noch unsympathischer als in den bisherigen Büchern und in den Szenen, in denen sich Albus noch wie ein bockiger Teenager benommen hat, mochte ich ihn auch gar nicht. Zum Glück hat sich das geändert, als die Geschichte richtig Fahrt aufgenommen hat. Im Grunde waren mir beide sympathischer, wann immer sie sich nicht im selben Raum aufgehalten haben. So sehr Harry auch der gute Vater sein will, den er nie hatte, bei Albus hat er gründlich versagt. Nach den ersten Szenen hatte ich daher die Befürchtung, dass dieses Buch alles zerstören würde – aber es wurde besser.
Am meisten enttäuscht hat mich allerdings die Entwicklung der Beziehung zwischen Albus und Scorpius. Schon auf den ersten zehn Seiten wird sehr eindeutig der Grundstein gelegt. An den wortwörtlichen Formulierungen gibt es im Grunde nichts mehr misszuverstehen. Trotzdem macht die Autorin dann doch noch einen Rückzieher. Sehr schade, denn die Stimmung, die das Buch vermittelt, ist völlig anders als die schlussendlichen Entscheidungen. Da hätte etwas ganz Tolles draus werden können, stattdessen ist es alles andere als zufriedenstellend.

Fazit:
Trotz einiger Schwächen ist auch der achte Harry Potter eine gute Geschichte. Einige Szenen werden im Theaterstück besser wirken als im Buch, aber ich konnte trotzdem mitfiebern. Die Idee ist gut und es kommt schnell viel Spannung auf. Zudem regt diese Geschichte wirklich zum Nachdenken über die Ereignisse in den vorherigen Büchern an. Enttäuscht haben mich nur der aus der Luft gegriffene Auslöser für die Geschichte und die Entwicklung der Beziehung zwischen Albus und Scorpius. Da wurde Potenzial verschenkt. Insgesamt bekommt „Harry Potter und das verwunschene Kind“ daher vier Schreibfedern von mir.

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Tags: fantasy, theaterskript   (2)
 

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190 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

jugendbuch, liebe, fantasy, wurmloch, parallelwelt

Gefangen zwischen den Welten

Sara Oliver
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.08.2016
ISBN 9783473401444
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Ve und Nicky sehen genau gleich aus. Doch die beiden sind keine Zwillingsschwestern. Zwischen ihnen liegen, im wahrsten Sinne des Wortes, Welten. Ein mysteriöses Portal hat Ve in ein Paralleluniversum katapultiert – mitten hinein in das Leben ihrer Doppelgängerin Nicky. Um in ihre eigene Welt zurückzukehren, muss Ve sich mit Nicky verbünden, ihre schlimmsten Ängste überwunden und ihre große Liebe Finn für immer verlassen ...

Einordnung:
- Gefangen zwischen den Welten (Teil 1)
- noch unbekannt (Teil 2)
- noch unbekannt (Teil 3)

Rezension:
Der Klappentext klingt viel spannender und dramatischer als das Buch eigentlich ist. Es stimmt, dass die Protagonistin Ve in einem Paralleluniversum landet, in dem sie sieht, wie ihr Leben hätte verlaufen können, wenn andere Entscheidungen getroffen worden wären – dort nennt sich ihr anderes Selbst noch immer Nicky. Allerdings ist es kein Problem für sie, in ihre eigene Welt zurückzukehren – sie müsste einfach nur das Portal ein weiteres Mal nutzen. Dass sie das nicht tut, liegt zu Beginn der Geschichte daran, dass nicht nur Ves, sondern auch Nickys Vater verschwunden ist. Beide sorgen sich um ihre Väter und wollen versuchen, sie zu finden. Zumindest bis Nicky sich auf den Weg machen muss, um rechtzeitig bei der Mathe AG zu sein, und Ve beschließt, sich trotz der Gefahr, dass sie beide gleichzeitig gesehen werden könnten, das Dorf anzusehen. Ab diesem Zeitpunkt sind die verschwundenen Väter eigentlich vollkommen egal, die Drohmail auf dem Computer nicht so wichtig und dass Ve und Nicky sich jetzt eine Welt teilen, macht auch nichts. Nur hin und wieder wird noch mal die Tatsache eingeworfen, dass die Väter immer noch verschwunden sind. Damit geht der eigentliche Aufhänger der Geschichte ziemlich verloren. Stattdessen beschäftigen sich die beiden Mädchen lieber mit Nachhilfe, AGs, Wettbewerben, Sport und Dates. Diese Setzung der Prioritäten ist ziemlich merkwürdig und ein Beispiel für die fehlende Emotionalität des Buches.
Die Emotionslosigkeit zeigt sich auch an vielen weiteren Stellen. Beispielsweise schon bei Ves Ankunft in der Parallelwelt, bei der sie weder sonderlich überrascht noch durch den Wind ist, obwohl sie nichts von der Existenz von Parallelwelten wusste. Es gibt keine Sekunde Unglaube oder Überforderung, nur ein einziges Mal steht in der Geschichte, dass Ve Angst hat, allerdings konnte ich diese Emotion da auch nur mit dem Verstand nachvollziehen, nicht mit dem Herzen. Statt also Angst zu haben und sich in Nickys Zimmer zu verstecken, läuft sie bei erstbester Gelegenheit durch das Dorf und unterhält sich mit mehreren Menschen, die sie zum Teil nicht einmal aus ihrer eigenen Welt kennt. Statt vorsichtig und misstrauisch zu sein, ist sie schon nach zwei Treffen so unglaublich verliebt in Finn und sich seiner Liebe so absolut sicher, dass sie sogar überlegt, für immer in dieser Welt zu bleiben. Und statt verunsichert oder überwältigt zu sein, lässt sich Ve gedanklich über Nicky aus und macht sich darüber lustig, dass sie ein Streber ist. Zum Teil hat sie damit Recht, Nicky ist wirklich extrem intelligent im naturwissenschaftlichen Bereich, aber vermutlich fällt Ve das so enorm auf, weil sie selbst wirklich dumm ist. Schon bei der leisesten Andeutung einer Erklärung für die Parallelwelten macht sich völlig zu und fasst die gesamte Erklärung mit „sie redete wirres Zeug“ zusammen. Damit gibt es auch für den Leser kaum Erklärungen und es entsteht somit der Eindruck, dass die Autorin entweder keine Lust hatte zu recherchieren oder aber glaubt, die Leser könnten die Erklärungen ohnehin nicht verstehen. Wirklich schade. Eigentlich lässt sich jeder wissenschaftliche Inhalt so herunter brechen, dass auch die Zielgruppe ab 12 Jahren den groben Zusammenhang verstehen kann.

Generell hat mir die Idee zu den Parallelwelten aber sehr gut gefallen. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich Nicky und Ve und ihr Umfeld entwickelt haben. In der einen Welt versteht Ve nichts von Naturwissenschaften, in der anderen Welt nimmt Nicky an wissenschaftlichen Wettbewerben teil. In der einen Welt sind ihre Eltern noch verheiratet, in der anderen Welt leben sie getrennt. In der einen Welt arbeitet die Mutter, in der anderen Welt der Vater. Das hat mich neugierig darauf gemacht, wie wohl eine Parallelwelt mit meinem anderen Selbst aussehen würde.
Allerdings muss ich an diesem Punkt auch anmerken, dass die Unterschiede zwischen den beiden Welten manchmal völlig übertrieben waren. Häufig ist es eine Darstellung in schwarz-weiß, weil die Welten die genauen Gegenteile sind. Ves Mutter ist sportlich, selbstsicher und erfolgreich, während Nickys Mutter als dick, depressiv, arbeitslos und alkoholabhängig beschrieben wird. Da fiel es mir schwer, mir vorzustellen, dass das im Grunde die gleiche Person ist. Außerdem ist Ves Welt die Welt, wie wir sie auch kennen, während in Nickys Welt riesige Unternehmen wie Facebook, YouTube und Starbucks entweder gar nicht existieren oder vollkommen unwichtig sind. Dabei hat sich das Konzept aber trotzdem durchgesetzt, die Namen sind nur verändert. Zum Teil fand ich diese extremen Unterschiede unglaubwürdig. Es macht beinahe den Eindruck als hätte die Autorin mit aller Macht so viele offensichtliche Unterschiede wie möglich einbauen wollen, damit der Leser auf gar keinen Fall übersehen kann, dass Nickys Welt eben nicht Ves Welt ist. Weniger Unterschiede mit mehr Erklärungen für diese Unterschiede hätten mir deutlich besser gefallen.

Neben den merkwürdigen Prioritäten, der völlig abwegigen und unnötigen Liebesgeschichte, den fehlenden Emotionen und den übertriebenen Unterschieden gibt es noch eine Menge andere Dinge, die mir an diesem Buch nicht gefallen haben. Dazu gehören die allesamt unsympathischen Charaktere, die zum Teil selbst als Erwachsene noch übertrieben naiv handeln, und das überflüssige offene Ende, das ich kein Stück nachvollziehen kann und das im Grunde die Handlung für die beiden Folgebände schon vorwegnimmt.
Nichtsdestotrotz hat das Buch neben der schönen Idee der Parallelwelten auch gute Momente, die mir gefallen haben. Dazu gehören die Gedanken, die sich die Autorin rund um die Gefahr gemacht hat, die das offene Portal zwischen den Welten darstellt. Falls sich die folgenden Teile weniger um die Liebesgeschichte drehen, könnte daraus eine Menge Spannung entstehen. Außerdem lässt sich das Buch sehr gut lesen. Der Schreibstil ist so flüssig, dass die Seiten geradezu vorbei fliegen.

Fazit:
Das Buch war ganz anders als erhofft. Die Charaktere sind unsympathisch, Jugendliche wie Erwachsene handeln völlig naiv und die Liebesgeschichte ist absolut unglaubwürdig. Merkwürdige Prioritätensetzung und Emotionslosigkeit ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Gelungen ist die Idee zu den Parallelwelten und die Überlegungen, welche Chancen und Gefahren durch ein offenes Portal zwischen zwei Welten entstehen, sind interessant. Leider werden die Welten so übertrieben unterschiedlich dargestellt, damit sie bloß niemand verwechseln kann, dass es schon wieder unglaubwürdig wird. Durchweg gelungen ist lediglich der Schreibstil, der das Buch flüssig lesen lässt. Für eine gute Idee mit ziemlich missglückter Umsetzung bekommt „Gefangen zwischen den Welten“ gerade noch drei Schreibfedern.

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Tags: fantasy, parallelwelt   (2)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

englisch, homosexualität

Been Here All Along

Sandy Hall
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Swoon Reads, 30.08.2016
ISBN 9781250100658
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Gideon always has a plan. His plans include running for class president, leading the yearbook committee, and having his choice of colleges. They do not include falling head over heels for his best friend and next-door neighbor, Kyle. It’s a distraction. It’s pointless, as Kyle is already dating the gorgeous and popular head cheerleader, Ruby. And Gideon doesn’t know what to do ...
Kyle finally feels like he has a handle on life. He has a wonderful girlfriend, a best friend willing to debate the finer points of Lord of the Rings, and social acceptance as captain of the basketball team. Then both Ruby and Gideon start acting really weird, just as his spot on the team is threatened, and Kyle can’t quite figure out what he did wrong ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Der Klappentext deutet darauf hin, dass in diesem Buch alle Klischees zu Romanzen mit schwulen Protagonisten und zu Geschichten, die an der High School spielen, erfüllt werden: Der heiße Captain des Basketballteams ist mit der hübschen, aber auch arroganten und verwöhnten Cheerleaderin zusammen, der unscheinbare Nerd verliebt sich in den Basketballer, der sich aber leider für heterosexuell hält, und als er dann herausfindet, dass er das nicht ist, gibt es ein riesiges Drama. Mit dieser Konstellation habe ich gerechnet, sodass mich das Buch immer wieder positiv überrascht hat, denn obwohl all diese Klischees in gewisser Weise angesprochen werden, werden sie trotzdem nicht bedient. In dieser Geschichte bedeutet Captain des Basketballteams zu sein nicht automatisch, der beliebteste Junge an der Schule zu sein. Dem ganzen riesigen „Oh Gott, ich bin schwul“ Problem wird schon im ersten Kapitel der Wind aus den Segeln genommen, da sich Kyle seiner Bisexualität bereits bewusst und auch schon vor einigen Menschen geoutet ist. Und so sehr ich mich auch angestrengt habe, die manchmal wirklich gemeine und hinterhältige Ruby unsympathisch zu finden, konnte ich doch nicht anders als sie irgendwo auch zu mögen. Allein dadurch, dass Handlung und Charaktere nicht so prototypisch sind, ist das Buch sehr erfrischend.

Mich persönlich hat es außerdem gepackt, da ich mich wunderbar mit Gideon identifizieren konnte. Obwohl er ein richtiger Nerd ist, hat er trotzdem soziale Kontakte und kann mit diesen auch gut umgehen, sodass er nicht völlig abgedreht ist. Außerdem teile ich seine Begeisterung für die „Herr der Ringe“ Trilogie und habe sie, genau wie er, auch gelesen und nicht nur gesehen. Seine Diskussionen mit Kyle über eigentlich vollkommen unwichtige Details sind ebenso amüsant wie herzerwärmend. Gleiches gilt für Gideons Angewohnheit, Listen für alles zu schreiben, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Das ist nicht nur sehr sympathisch, sondern manchmal auch richtig witzig, wenn er beispielsweise in seinem Gefühlschaos eine Liste mit dem Titel „Am I gay or Kyle-sexual?“ (S. 41) anfertigt. Da die Geschichte jedoch nicht nur aus Gideons, sondern auch aus Kyles, Rubys und Ezras Perspektive geschildert wird, gibt es auch für andere Leser genügend Möglichkeiten, sich mit einem Erzähler zu identifizieren.

Im Nachhinein betrachtet sind es vor allem diese lustigen Szenen, die mich wirklich gepackt haben, während das in anderen Momenten leider nicht immer der Fall war. Traurigkeit und Resignation konnte ich mit Gideon und den anderen Charakteren erleben, dafür kamen Aufregung, Nervosität und Herzklopfen nicht immer bei mir an. Manchmal wurden die Situationen einfach zu sachlich geschildert und die emotionale Ebene der Charaktere wurde in der Beschreibung vernachlässigt. An anderen Stellen bin ich mir aber nicht sicher, ob mich tatsächlich einfach die Stimmung nicht erreichen konnte oder ob mir da nicht die englische Sprache ein wenig im Weg stand. Insgesamt ist das Buch keineswegs emotionslos, ich habe häufig mit den Charakteren gefühlt, das hätte für meinen Geschmack nur manchmal ein wenig intensiver sein können.

Fazit:
Obwohl der Klappentext etwas anderes vermuten lässt, kommt dieses Buch völlig ohne Klischees aus. Weder die Handlung noch die Charaktere entsprechen den Prototypen für schwule Romanzen und High School Geschichten. Das macht sie alle sehr sympathisch, auch wenn sie dem Glück der Protagonisten manchmal im Weg stehen. Ich persönlich konnte mich besonders mit Gideon von der ersten Seite an wunderbar identifizieren, denn er ist eine herrliche Mischung aus Streber, Nerd und Listenschreiber. In einigen Szenen hätten die Emotionen gerne noch etwas intensiver sein können, aber insgesamt ist „Been here all along“ ein tolles Buch, das vier Schreibfedern bekommt.

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Tags: englisch, homosexualität   (2)
 

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(417)

843 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

selection, liebe, kiera cass, jugendbuch, dystopie

Selection - Die Krone

Kiera Cass , Susann Friedrich , Marieke Heimburger
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.08.2016
ISBN 9783737354219
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Als das Casting begann, war Eadlyn wild entschlossen, sich nicht zu verlieben und keinen der Bewerber an sich heranzulassen. Doch nun muss sie sich eingestehen, dass einige von ihnen doch Eindruck bei ihr hinterlassen haben: Henri, der charmante Lockenkopf, und sein bester Freund Erik. Der aufmerksame und rücksichtsvolle Hale. Der selbstsichere und attraktive Ean. Und natürlich Kile, Eadlyns Lieblingsfeind aus Sandkastenzeiten, der sie zu ihrem Ärger immer wieder aus der Reserve lockt. Sie alle haben es geschafft, einen Platz in Eadlyns Welt zu erobern. Aber wird es auch jemand in das Herz der Prinzessin schaffen?

Einordnung:
- Selection (Teil 1) 
- Selection - Die Elite (Teil 2) 
- Selection - Der Erwählte (Teil 3) 
- Selection - Die Kronprinzessin (Teil 4) 
- Selection - Die Krone (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten.

Nachdem mir der vierte Teil der Selection-Reihe, „Die Kronprinzessin“, inhaltlich nicht wirklich gefallen hat, weil ich keinen Unterschied zu den ersten drei Bänden wahrnehmen konnte, und mir besonders Eadlyn, die Protagonistin, extrem unsympathisch war, hatte ich eigentlich keinerlei Erwartungen an den finalen Teil der Reihe. Ich habe mich darauf gefreut, weil die Geschichte damit dann endlich abgeschlossen ist, und hatte die vage Hoffnung, vielleicht ein wenig positiv überrascht zu werden. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich jetzt gestehen: Es hat mich von vorne bis hinten überrascht. „Selection - Die Krone“ ist ein wirklich gutes Buch.

Die wichtigsten Veränderungen im Vergleich zum vorherigen Teil betreffen Eadlyn. Nach dem Herzinfarkt ihrer Mutter muss sie nun mehr Verantwortung übernehmen. Statt an der Seite ihres Vaters zu stehen, zu beobachten und zu lernen, ist sie gezwungen, selbst Entscheidungen zu treffen und Dinge in die Hand zu nehmen. Das tut ihr wirklich gut, denn in dieser Arbeit geht sie auf – und das schlägt sich in ihren Aussagen, ihren Gedanken und ihren Verhaltensweisen nieder. Sie ist wirklich sympathisch geworden, weil sie endlich ihre Macht sinnvoll nutzt, statt immer nur jedem unter die Nase zu reiben, wie toll sie ist. Natürlich tut sie das manchmal noch immer, aber insgesamt wirkt sie viel menschlicher. Ihr Herz ist endlich aufgetaut und hat dabei überraschende Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit offenbart.

Das schlägt sich auch in den Interaktionen mit den Kandidaten des Castings nieder. Um ihre Aufgaben alle gleichzeitig erledigen zu können, reduziert Eadlyn die Anzahl der Kandidaten relativ schnell auf die Elite. Die sechs Jungen, die übrig bleiben, mochte ich alle schon im letzten Buch, aber jetzt kommen auch noch Eadlyns Gefühle hinzu. Das und die Tatsache, dass die Kandidaten untereinander Freundschaften geschlossen haben und sich unterstützen, statt sich gegenseitig auszustechen wie bei Maxons Casting, lassen eine ganz besondere Stimmung aufkommen. So wie Eadlyn niemanden nach Hause schicken wollte, weil ihr alle etwas bedeuten, wollte auch ich sie alle bleiben sehen. Natürlich war das nicht möglich, aber in der weiteren Entwicklung gibt es schöne, berührende, überraschende und sogar wirklich süße Momente, die beinahe vergessen lassen, dass es sich um ein Casting handelt.

Die Atmosphäre, die zwischenmenschlichen Beziehungen, das tiefe Vertrauen und die vielen Freundschaften haben mir so gefallen, dass es mir nichts ausmacht, dass die Handlung außerhalb des Castings relativ sparsam, wenn auch trotzdem existent, ist. Für diese Abschnitte hat sich die Autorin diesmal etwas Neues ausgedacht, sodass sich das Buch hier deutlich von allen vier Vorgängerbänden unterscheidet. Lediglich der Spannungsbogen ist gleich, da wie bei America auch Eadlyns Geschichte auf den letzten Seiten noch einmal richtig viel Fahrt aufnimmt. Allerdings ist das Ende dieses finalen Teils in jeder Hinsicht deutlich überraschender. Das hat mir wirklich gefallen und auch inhaltlich bin ich mit diesem Abschluss rundum zufrieden.

Fazit:
Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an das Buch und wollte einfach nur das Ende der Geschichte erfahren. Jetzt bin ich absolut begeistert. Eadlyn kann in diesem Buch endlich ihre Macht nutzen und muss damit auch Verantwortung übernehmen. Sie geht darin auf und wird richtig sympathisch. Das macht das Buch einfacher zu lesen. Hinzu kommt, dass die Kandidaten untereinander Freundschaften geschlossen haben und sich gegenseitig unterstützen. Das erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre und hat mir wirklich gefallen. Die Handlung außerhalb des Castings ist spärlich, aber neu und spannend. Und das Ende ist wirklich gut. Ich bin immer noch berührt, daher bekommt „Die Krone“ alle fünf Schreibfedern von mir.

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Tags: dystopie, science-fiction   (2)
 

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(19)

25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

horror, jugendbuch, party, drogen, thriller

Survive the night

Danielle Vega , Inge Wehrmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 11.07.2016
ISBN 9783407747310
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Casey hat gerade einen Drogenentzug hinter sich und lässt sich von ihrer Freundin Shana überreden, auf eine der legendären illegalen »Survive the night«-Parties mitzukommen. Die findet in einem stillgelegten U-Bahn-Tunnel statt und die Stimmung ist gigantisch. Bis Julie, ein Mädchen aus ihrer Clique, tot aufgefunden wird. Grausam zugerichtet. Casey, Shana und ihre Freunde sind schockiert. Sie wollen fliehen. Denn der Mörder scheint unter ihnen zu sein. Schon gibt es ein neues Opfer. Die Panik steigt. Wer oder was ist hinter ihnen her? Und wird Casey diese Nacht überleben?

Einordnung:

Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Das Buch ist von der ersten Seite an nicht besonders emotional, trotz zahlreicher Todesfälle, weil ich keinen einzigen Charakter sympathisch finde. Caseys alte Freunde, die nur zu Beginn der Geschichte kurz auftauchen, machen den Eindruck als seien sie überhebliche, aufgetakelte, verwöhnte Mädchen. Die Clique, mit der Casey für den Rest des Buches unterwegs ist, ist da in gewisser Weise das Gegenteil, da sie alle rauchen, trinken und Drogen nehmen, eine Liebschaft nach der anderen haben und für den Adrenalinkick alles tun würden, auch in einer lebensgefährlichen Aktion mit 150km/h auf dem Fahrstreifen des Gegenverkehrs fahren, bis es fast einen Frontalzusammenstoß gibt. Casey selbst ist im Vergleich zu beiden Gruppen blass, obwohl sie die Protagonistin ist. Sie entscheidet nicht selbst, sondern ist nur Mitläuferin. Besonders bei Shana ist sie übertrieben hörig und tut alles, worum sie gebeten wird. Das hat sie auch vor dem Entzug schon getan, wie in Rückblicken immer wieder geschildert wird, sodass die Hälfte der Geschichte eigentlich nur eine Beschreibung von Drogenexzessen ist.

Neben den Charakteren konnte mich aber auch die Geschichte nicht packen. Besonders zu Anfang ist die Dramatik überhaupt nicht zu spüren, da Casey high ist und offensichtlich Halluzinationen hat. Beispielsweise sieht sie Leute an und hat das Gefühl, ihnen würde das Gesicht zerfließen und zu Boden tropfen. Von dem Zeitpunkt an konnte ich nichts, was sie allein entdeckt, mehr ernst nehmen. Doch selbst als ihre Freunde zu ihr stoßen und die Dinge bestätigen, die sie sieht, kommt keine Spannung auf. Das liegt wohl auch mit daran, dass die Autorin die Dramatik übertrieben intensiv aufzubauschen versucht. Aber bei der fünften Beschreibung, wie jemandem die Eingeweide heraushängen, konnte ich wirklich nur noch die Augen verdrehen. Dieser Thriller ist nicht wirklich blutig, sondern eher ekelig, da „Eingeweide“ vermutlich das am häufigsten verwendete Wort in diesem Buch ist. Komplette zerstört hat die mögliche Spannung dann aber die Tatsache, dass in der Geschichte übernatürliche Elemente vorkommen, vor denen ich mich im richtigen Leben natürlich nicht gruseln kann. Ich habe das Buch angefangen in der Erwartung, es würde sich um einen menschlichen Serienmörder handelt. Stattdessen rennen die Charaktere die ganze Zeit vor einem fiktiven Monster weg, von dem ich bis zum Schluss nicht weiß, was genau das denn eigentlich ist.

Hinzu kommen eine Menge Ungereimtheiten. Natürlich ist es möglich, dass Casey durch die Drogen so benebelt war, dass sie nicht wirklich mitbekommen hat, wie die Zeit vergangen ist, aber als es plötzlich vier Uhr morgens ist, habe ich mich wirklich gefragt, wie sich die wenigen Handlung über mehrere Stunden erstrecken sollte. Eine Inkonsistenz, die es mir außerdem schwer gemacht hat, mir den Ort vorzustellen, an dem die Charaktere sich befinden, ist die Beschreibung des Lichts. Sie befinden sich die ganze Zeit unten in den U-Bahn-Tunneln, also sollte eigentlich konstante Beleuchtung herrschen – nämlich gar keine. Stattdessen ist es nur manchmal so dunkel, dass nichts zu sehen ist. Manchmal ist es aber aus irgendeinem Grund auch hell genug, dass sie sich gegenseitig ansehen können. Dann wiederum brauchen sie das Handylicht, um sich umzusehen. Aber plötzlich können sie auch ohne jegliches Hilfsmittel erkennen, wo sie sich befinden. Genauso verhält es sich mit Caseys verletztem Knie. Ursprünglich tablettensüchtig wurde sie, weil ihr nach einer Fußballverletzung Tabletten verschrieben wurden. Während der Flucht durch die U-Bahn Tunnel bricht diese Verletzung wieder auf oder sie fügt sich eine neue Verletzung zu, das konnte ich dem Buch nicht entnehmen. Jedenfalls ändert sich der Schmerzpegel dauerhaft. In einem Moment kann sie vor Schmerzen kaum laufen, im nächsten Moment rennt sie den Tunnel entlang. Dann wiederum ist sie so schwer verletzt, dass es ihr die Tränen in die Augen treibt, aber im nächsten Moment geht sie auf und ab als wäre nichts passiert. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem sie das Knie gar nicht mehr belasten kann, aber in der nächsten Szene kann sie seltsamerweise trotzdem herumkrabbeln. Das machte die Geschichte für mich auch in ihren Details schwer nachzuvollziehen.

Fazit:
Das Buch ist ganz anders als erwartet. Ich bin von einem spannenden, blutigen Thriller mit einem Serienmörder ausgegangen, doch stattdessen handelt es sich eher um eine ekelige Horrorgeschichte mit übernatürlichen Wesen. Das hat meinen Geschmack überhaupt nicht getroffen. Wegen der unsympathischen Charaktere, der Mitläufer-Protagonistin, der fehlenden Spannung und der vielen Ungereimtheiten und Inkonsistenzen habe ich die Geschichte irgendwann nur noch überflogen. Daher kann ich für „Survive the night“ nicht mehr als eine Schreibfeder vergeben.

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Tags: fantasy, jugendbuch, thriller   (3)
 

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(76)

175 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

engel, fantasy, dystopie, angelfall, nacht ohne morgen

Angelfall - Nacht ohne Morgen

Susan Ee , Kathrin Wolf
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453315204
Genre: Fantasy

Rezension:

Klappentext:
Zerstörte Städte, rauchende Trümmer und verängstigte Menschen, die von Schatten zu Schatten huschen – sechs Wochen nach der Apokalypse gehören diese Bilder zum Alltag. Ebenso wie die Engel, die jetzt über die Erde herrschen und die wahllos Menschen entführen. Doch als sie die kleine Schwester der toughen Penryn verschleppen, beschließt diese zu kämpfen und ihre Schwester zurückzuholen. Koste es, was es wolle ...

Einordnung:
- Nacht ohne Morgen (Teil 1)
- Tage der Dunkelheit (Teil 2, erscheint im Januar 2017)

Rezension:
Schon mit dem ersten Kapitel wird der Leser mitten in die postapokalyptische Welt geworfen, in der die Protagonistin Penryn mit ihrer Mutter und ihrer Schwester lebt. Im Schutz der Dunkelheit verlassen sie ihre Wohnung, um einen sichereren Zufluchtsort zu finden. Doch unterwegs wird Penryns kleine Schwester Paige entführt. Von da an zählt für Penryn nur noch die Suche nach ihrer Schwester. Sie will sie um jeden Preis finden und retten. Dabei hat sie keine Ahnung, worauf sie sich eigentlich einlässt. Da geht es ihr ebenso wie dem Leser. In den ersten Kapiteln hatte ich damit noch meine Schwierigkeiten, weil ich mich erst in dieser neuen Welt zurechtfinden musste. Doch mit der Zeit steigt die Spannung immer mehr an, da nie klar ist, was als nächstes passieren wird. Auf der Erde herrschen Tod, Zerstörung und Gewalt. Doch hinter jedem Baum, hinter jeder Tür, in jedem Schatten könnte etwas noch Schrecklicheres warten. Immer wieder erwischen die neuen Erkenntnisse auch Penryn auf dem falschen Fuß, sodass jede neue Situation Spannung bereithält.

Penryn selbst ist eine starke Protagonistin. Obwohl sie kaum Kontrolle über ihr Leben hat, ist sie sehr gefasst. Außerdem beherrscht sie jede erdenkliche Kampfsportart, sodass sie sich gut zur Wehr setzen kann. Mehrfach kommt ihr das in der Geschichte zugute. Das wirkt gleichzeitig aber nicht abgehoben oder übertrieben, denn es gibt einen sehr guten Grund dafür, dass sie schon früh gelernt hat, sich auf jede erdenklich Weise zu verteidigen. Das tut sie jedoch nicht nur mit sich, sondern auch mit ihrer Familie. Insbesondere ihrer Schwester gegenüber verhält sie sich sehr loyal. Sie hält ihre Ideale hoch, auch wenn die Zivilisation in Trümmern liegt. Das macht sie zu einer sehr sympathischen Protagonistin.

Obwohl Penryn 17 Jahre alt ist, also das prototypische Alter einer Protagonistin aus einer Jugendbuch-Dystopie hat, wirkt sie in vielen Szenen sehr viel älter und reifer. Das gesamte Buch macht oft nicht den Eindruck eines Jugendbuches. Der Stil ist anspruchsvoller als erwartet. Außerdem hat sich die Autorin viel Zeit gelassen für die einzelnen Entwicklungen von Situationen, Intrigen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Dadurch wirkt die Geschichte authentischer. Dazu passt auch das Ende dieses ersten Buches, das durchaus Lichtblicke hat, insgesamt aber doch eher einer Katastrophe ist.

Fazit:
Es hat einige Kapitel dauert, bis ich in die Geschichte hinein gefunden habe, aber dann war ich begeistert. Protagonistin Penryn ist eine sehr sympathische, starke junge Frau. Sie wirkt häufig älter als 17 Jahre und beeindruckt durch kämpferische Fähigkeiten und Loyalität. Da sie ebenso wenig eine Ahnung hat, worauf sie sich einlässt, wie der Leser, entsteht außerdem viel Spannung. Das alles in eingebettet in authentische Entwicklungen und anspruchsvollen Stil, sodass das Buch nur selten wie ein Jugendbuch wirkt. Insgesamt vergebe ich an „Angelfall – Nacht ohne Morgen“ daher vier Schreibfedern.

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Tags: apokalypse, dystopie, engel   (3)
 

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(47)

120 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

mafia, mode, girl in black, berlin, liebe

Girl in Black

Mara Lang
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 15.08.2016
ISBN 9783764170639
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Die 19-jährige Lia hat ein dunkles Geheimnis: Sie ist ein Seelenauge und kann die Gefühle anderer Menschen lesen, sie sogar beeinflussen. Eine machtvolle Gabe, wegen der sie in die Fänge der italienischen Mafia gerät. Der einzige Ausweg scheint die Flucht. Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt versucht sie, ein neues Leben zu beginnen, ohne die Familie, ohne ihre Gabe und ohne jegliche Emotionen. Für sie zählt nur eins: Endlich ihren Traum zu verwirklichen und Modedesignerin zu werden. Doch die Schatten ihrer Vergangenheit holen Lia ein und bringen nicht nur sie in Gefahr, sondern auch ihre neuen Freunde – insbesondere Nevio, der sie stärker berührt, als sie erwartet hätte ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Die Geschichte beginnt rasant. Der Leser kippt direkt in die Handlung und in eine der spannendsten Szenen des Buches, denn bereits in den ersten Kapiteln wird Lia als starke Protagonistin vorgestellt. Sie kämpft für ihren Traum, Modedesignerin zu werden, und darum, ihr eigenes Leben leben zu dürfen, fern ab von der Mafia, die sie kontrollieren und sogar zwangsverheiraten will. Dabei nimmt sie einen aktiven Part ein und die Dinge selbst in die Hand. Actionreich ist außerdem auch das Ende der Geschichte, als die Handlung sich überschlägt, alle Fäden zusammenlaufen und es mit vielen Charakteren zu einem blutigen Showdown kommt. Zwar fand ich das Buch zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr emotional, aber einige Wendungen konnten mich doch noch überraschen.

Zwischen dem Anfang und dem Ende verflacht die Geschichte aber leider ordentlich. Nach der Beschreibung ihrer Flucht vor der Mafia und ihrer Angst vor der Gabe, Gefühle lesen und kontrollieren zu können, wendet sich Lia den Dingen zu, die sie sich für ihr Leben wünscht. Sie findet extrem schnell Freunde, beste Freunde auf den ersten Blick sozusagen, und die vermitteln ihr einen Job, natürlich bei einem Designer, damit sie damit anfangen kann, ihren Traum vom Modedesign zu leben. Dass sie sich vor der Mafia ebenso verstecken muss wie vor der Polizei, tritt in den Hintergrund. Auch ihre Gabe spielt keine große Rolle mehr, da sich die Geschichte fortan hauptsächlich um Mode dreht. Ständig werden Kleidungsstücke genäht, verbessert, entworfen, getragen und fotografiert, wobei eine Vielzahl von Stoffen, Farben, Schnitten und Accessoires zum Einsatz kommt. Irgendwann habe ich darunter den Faden verloren. Der Trubel der Fashion Week ging dann völlig an mir vorbei, da ich durch die ganzen Beschreibungen so verwirrt war, dass ich mir keines der Kleider vorstellen konnte. Dass der Kampf gegen die Mafia, die nur sporadisch hin und wieder eine Rolle gespielt hat, am Schluss irgendwie in einen Wettbewerb darum ausartet, wer das schönere Kleid designen kann, war mir dann völlig suspekt. Mit Nadel und Faden statt Pistole und Messer konnte ich nicht wirklich etwas anfangen.

Außerdem habe ich mich nach einer anfänglich guten Beschreibung immer schwerer mit Lias Gabe getan. Zu Beginn hat sie Angst vor ihren Gefühlen, weil sie ihre Gabe nicht kontrollieren kann. Sie hat keinerlei Macht über andere und die Spuren, die die Gabe auf ihrer Haut hinterlässt, kann sie kaum verbergen, weil ihr Schutzschild nicht stark genug ist. Das ändert sich jedoch ganz plötzlich, als sich die Gabe scheinbar über Nacht selbst perfektioniert - ein Wunder, das Lia im Buch selbst anmerkt. Das hat mir jedoch nicht über das Gefühl hinweggeholfen, irgendetwas verpasst zu haben. Ohne sichtbare Entwicklung kann Lia die Gabe plötzlich kontrollieren und hat außerdem selbst einen Schutzpanzer, der jede Emotion von ihr fernhält. Völlig ohne Lias Zutun funktionierte ihre Gabe erst gar nicht und dann zu gut.
Auch im weiteren Verlauf entwickelt sich die Gabe sprunghaft in jede Richtung, als hätte die Autorin zwischen den vielen Beschreibungen von Kleidern, Entwürfen und Fotoshootings vergessen, auch die Entwicklung der Gabe zu erzählen. Dadurch habe ich mich selbst wie von Lias Schutzpanzer eingeschlossen gefühlt. Das hat sich bis zum Ende nicht mehr geändert, sodass mir die Emotionen des Buches überhaupt nicht mehr nahe gingen und mir selbst die aufwühlendsten Momente gleichgültig waren. Schade bei einem Buch, das im Klappentext klingt als würde es sich viel mit Emotionen auseinander setzen.

Fazit:
Die im Klappentext erwähnten Bausteine der Geschichte, Mafia, Gabe und Mode, kommen in sehr unausgewogenem Verhältnis vor. Während Anfang und Ende rasant sind und sich mit der Mafia und Lias Gabe befassen, dreht sich die Geschichte dazwischen beinahe nur um Mode. Damit konnte ich kaum etwas anfangen und dass der Kampf, der mit Pistolen begonnen hat, plötzlich mit Nadel und Faden geführt wurde, war mir sehr suspekt. Zwischen den unzähligen Kleidern fehlten außerdem die Beschreibungen, wie sich Lias Gabe entwickelt hat, sodass sie immer plötzlich ganz anders war als noch bei der letzten Erwähnung. Meine Emotionen hat das Buch nicht kontrolliert, sondern eher ausgeschaltet. Da „Girl in Black“ insgesamt aber eine ganz nette Geschichte mit gutem Ansatz ist, vergebe ich trotzdem drei Schreibfedern.

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Tags: fantasy, jugendbuch, mafia   (3)
 

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(45)

120 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

fantasy, magie, freundschaft, susan dennard, safiya

Schwestern der Wahrheit

Susan Dennard , Vanessa Lamatsch
Fester Einband: 530 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 22.08.2016
ISBN 9783764531348
Genre: Fantasy

Rezension:

Klappentext:
Manche Menschen werden mit einer magischen Begabung geboren, die ihnen besondere Kräfte verleiht. Safiya kann Lüge von Wahrheit unterscheiden, ihre Freundin Iseult sieht Gedanken und Gefühle. Die beiden wollen frei sein und niemandem dienen. Als sie einen folgenschweren Fehler begehen und der Krieg immer näher rückt, müssen Safi und Iseult sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Doch die größte Gefahr trägt Safi in sich: Ihre Wahrmagie ist extrem selten und manche würden alles tun, um sie in ihre Gewalt zu bringen ...

Einordnung:
- Schwestern der Wahrheit (Teil 1)
- weitere Teile werden folgen

Rezension:
Der Einstieg in das Buch ist mir wirklich schwer gefallen. Safiya und Iseult sind gleichwertige Protagonistinnen, aus deren Perspektive abwechselnd berichtet wird. Allerdings wechselt die Perspektive zu Beginn gefühlt in jedem Absatz, ohne dass das irgendwie markiert wäre, und beide berichten gleichermaßen in der dritten Person. Dadurch fiel es mir unglaublich schwer, auseinander zu halten, an wessen Gedanken und Gefühlen ich gerade teilhatte. Dieses Problem erstreckte sich auch auf die Beschreibungen zum Aussehen der beiden jungen Frauen, obwohl sie so verschieden sind wie Tag und Nacht. Mir fehlte nur jeglicher Anhaltspunkt, um die ganzen genannten Merkmale und Eigenschaften einander und der entsprechenden Figur zuordnen zu können. Mehrfach musste ich zurückblättern, um bestimmte Erklärungen nochmals nachzulesen. Es hat mehr als 50 Seiten gedauert, bis ich halbwegs in der Lage war, mir zu merken, welcher Name zu welchem Aussehen, welchem Verhalten, welchen Gefühlen und Gedanken, welchen Fähigkeiten und welchem Wohnort gehört. Im späteren Verlauf wirkt die ständige Verschiebung der Perspektive sehr dynamisch, aber am Anfang hat das einfach nur für heillose Verwirrung gesorgt.

Nachdem ich die beiden Protagonistinnen endlich auseinander halten konnte, haben sie mir immer besser gefallen. Sowohl sie als auch die anderen Charaktere, aus deren Perspektive zum Teil ebenfalls berichtet wird, sind starke Figuren. Außerdem sind sogar viele Nebencharaktere vielschichtig konstruiert und dargestellt, sodass allein die Persönlichkeit der Charaktere immer wieder für eine Überraschung gesorgt hat. Nach diesem ersten Band sind trotz der bereits jetzt deutlichen Vielschichtigkeit einige Rollen, Hintergedanken und Loyalitäten noch immer unklar. Damit bleibt die Spannung für den nächsten Teil erhalten.

Gleiches gilt auch für die Handlung an sich. Im Laufe der Geschichte ist immer mehr Spannung aufgekommen, da nicht nur Safiya und Iseult, sondern auch die anderen Erzähler sich zunehmend weniger herum schubsen lassen. Nach und nach nehmen sie ihr Leben selbst in die Hand, obwohl die Situation dadurch immer vertrackter wird. Gleichzeitig brechen überall immer neue Handlungsstränge auf, sodass es ständig unvorhergesehene Wendungen gibt. Am Schluss mischen mit den Völkern der Marstoker, der Dalmotti, der Cartorrer und der Nubrevner sowie den Carawen-Mönchen, dem Rabenkönig, der Puppenspielerin und einer offenbar gut organisierten Geheimorganisation so viele Parteien mit, dass er schwierig ist, den Überblick zu behalten. Das stört jedoch nicht, da es authentisch den Eindruck einer wirklich großen Auseinandersetzung erzeugt, in der eine einzelne Person nicht viel Einfluss hat. Einige dieser Handlungsstränge verbinden sich bereits am Ende des ersten Teils, doch viel bleibt noch offen. Das vermittelt das Gefühl, dass im zweiten Band etwas ganz Großes auf Safiya und ihre Strangschwester Iseult zukommen wird, worauf ich wirklich schon sehr gespannt bin.

Fazit:
So verwirrend das Buch am Anfang ist, so großartig wird es später. In den ersten Kapiteln konnte ich beiden Protagonistinnen Safiya und Iseult, die ständig wechselnd beide in der dritten Person die Geschichte erzählen, einfach nicht auseinander halten. Namen, Fähigkeiten, Gedanken und Gefühle waren ein großer Mix, weil ich sie einander nicht zuordnen konnte. Das besserte sich aber im Laufe der Geschichte, sodass ich sie wie auch alle anderen Charaktere als sehr vielschichtig und detailreich wahrgenommen habe. Gleiches gilt auch für die Handlung. Dort sorgen immer neue Handlungsstränge für ständige Überraschungen und bauen dieses Buch zu etwas ganz Großem aus. Daher vergebe ich an „Schwestern der Wahrheit“ vier Schreibfedern.

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Tags: fantasy, magie   (2)
 

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(72)

187 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

mythologie, götter, nordische mythologie, rick riordan, magnus chase

Magnus Chase - Das Schwert des Sommers

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551556684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Wie bitte, Magnus soll von einem der nordischen Götter Asgards abstammen? Er ist doch nur ein ganz normaler obdachloser Junge, der sich allein auf der Straße durchschlägt! Doch es stimmt wirklich – und noch dazu droht in der Götterwelt ein Krieg! Auch Trolle, Riesen und andere Monster machen sich bereit. Ausgerechnet Magnus soll den Weltuntergang Ragnarök verhindern. Dafür muss er ein magisches Schwert finden, das seit 1000 Jahren verschollen ist. Noch hat er keine Ahnung, was für Abenteuer auf ihn warten!

Einordnung:
- Das Schwert des Sommers (Teil 1)
- The Hammer of Thor (Teil 2, dt. unbekannt)
- weitere Teile werden folgen

Rezension:
Während die römische und die griechische Mythologie häufig noch relativ bekannt sind, geht das Wissen der meisten Leser über die nordische Mythologie nicht über die Thor-Filme hinaus. Das Buch fängt daher auf sehr kleiner Ebene an, zunächst das Grundgerüst mit den neun Welten und ihre Verbindung durch den Weltenbaum Yggdrasil darzustellen, um eine grobe Vorstellung der damaligen Weltsicht zu vermitteln. Im Anschluss daran wird im Laufe der Geschichte das Wissen nach und nach vertieft und detaillierter. Während Magnus Chase, der Protagonist, mit seinen Freunden den Weltuntergang Ragnarök zu verhindern versucht, reist er durch die verschiedenen Welten und lernt unterschiedliche Götter und Völker kennen, kann einige Rituale und Traditionen beobachten und begegnet den furchterregendsten Monstern der nordischen Mythologie. Das Buch ist wirklich lehrreich, ohne belehrend zu werden, da neue Informationen immer in die Handlung eingebunden sind. Falls es während des Lesens dann doch zu Verwirrung kommt aufgrund der merkwürdigen Bezeichnungen (nicht alles kann schließlich einen 4-Buchstaben-Namen haben wie Odin, Thor und Loki), findet sich am Ende des Buches ein Glossar mit der Auflistung sämtlicher Namen, Welten und Runen. Damit erklärt das Buch die nordische Mythologie auf sehr unterhaltsame Weise, die nie langweilig wird.

Berichtet werden all diese Informationen mit grandiosem Humor. Fast ununterbrochen lädt das Buch zum Lachen ein. Allerdings ist die Geschichte trotzdem spannend und keinesfalls albern. Schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis macht deutlich, dass Magnus ein unglaublich witziger Erzähler ist. So heißt Kapitel 20 beispielsweise „Komm auf die Dunkle Seite. Hier gibt’s Muffins“, direkt gefolgt von Kapitel 21 mit dem Titel „Gunilla wird abgefackelt und das ist überhaupt nicht komisch. Na ja, ein bisschen komisch schon“. Außerdem durchbricht Magnus in gewisser Weise die vierte Wand, indem er Kapitel 69 „Ach ... den hat der Fenriswolf also in Kapitel 63 gerochen“ nennt.
Humor lässt sich generell aber überall in diesem Buch finden. Einmal beschreibt Magnus beispielsweise in einem kleinen Wutanfall seinen Vater als einen „hopsenden Sommergott von einem Dad“ (S. 274), in Anspielung auf die Darstellung seines Vaters in einem Kinderbuch über nordische Mythologie. Selbst dem täglichen Kampftraining, das auf den ersten Blick sehr blutig erscheint, wird mit viel Witz das Grauen genommen, ohne dabei die Gewalt zu verherrlichen. Es fliegt unter anderem in einem dramatischen Moment ein gewaltiger Block Kalkstein auf einen kaum bezwingbaren Halbtroll, mit dem Magnus gut auskommt. Doch schon der nächste Satz sorgt für Lacher, da die Nachricht „Grüße aus Stockwerk 63“ (S. 149) auf die Seite des Steinblocks gepinselt ist. In vielen Momenten sind die Ereignisse oder Magnus‘ Worte einfach nur Situationskomik, aber ich habe mich lange nicht mehr so gut amüsiert beim Lesen.

Es sind aber auch alle anderen Aspekte des Buches gelungen. Trotz des Humors kommt auch immer wieder Spannung auf, besonders dadurch, dass bei einigen Charakteren bis zum Schluss nicht deutlich wird, ob sie nun auf der guten oder auf der bösen Seite stehen. Außerdem hat die Geschichte durchaus auch Tote und Verletzte zu bieten, ebenso wie bewegende Momente, die mich beinahe zu Tränen gerührt haben. Mir persönlich haben außerdem die Anspielungen auf die Reihen „Helden des Olymp“ und „Percy Jackson“ gefallen, auch wenn es für das Verständnis nicht wichtig ist, die Reihen gelesen zu haben, obwohl Annabeth Chase (bekannt aus beiden Reihen) mehrere Auftritte hat. Da bin ich für die Zukunft sehr gespannt, wie Rick Riordan es schaffen will, die römische, griechische und ägyptische Mythologie in die noch viel komplexere nordische Mythologie zu integrieren.

Fazit:
Das Buch ist genial. Magnus ist ein sehr sympathischer und vor allem witziger Erzähler. Die Geschichte lädt fast ununterbrochen zum Lachen ein, sowohl während der Kapitel als auch schon bei den Kapiteltiteln. Trotzdem mangelt es nicht an Spannung und berührenden Momenten. Ganz nebenbei erfährt der Leser außerdem viel über die nordische Mythologie, beginnend mit der Vorstellung der neun Welten bis hin zu detaillierteren Legenden. Diese Informationen sind jedoch alle in die Handlung eingebettet, sodass es nie belehrend wirkt. Insgesamt bin ich von „Magnus Chase“ rundum überzeugt und vergebe daher alle fünf Schreibfedern.

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Tags: götter, kinderbuch, weltuntergang   (3)
 

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(20)

42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

in einer anderen welt, magie, jo walton, feen, wales

In einer anderen Welt

Jo Walton , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734160684
Genre: Fantasy

Rezension:

Klappentext:
Morwenna ist auf der Flucht vor der Erinnerung an den Tod ihrer Zwillingsschwester. Nun muss sie auch noch ihre Heimat, das märchenhafte Wales, verlassen und damit ihre einzigen Freunde. In einem Mädcheninternat hofft sie, wieder zu sich selbst zu finden, doch die Schülerinnen machen es ihr alles andere als einfach. Verzweifelt greift Morwenna daher zu der Magie, die sie seit ihrer Kindheit begleitet, und zu ihren Büchern. Denn diese öffnen Tore zu anderen Welten – und das nicht nur im übertragenen Sinne ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Der Titel des Buches und besonders der Klappentext legen die Vermutung nahe, dass die Protagonistin Morwenna entweder direkt in die Welten diverser Bücher reist oder zumindest mit den Figuren aus den Geschichten zu tun bekommt. Es ist jedoch weder das eine noch das andere der Fall. Die Bücher haben mit der Magie, die in dieser Geschichte vorkommt, schlichtweg überhaupt nichts zu tun, obwohl sie so gut wie alle dem Genre Science-Fiction zuzuordnen sind. Stattdessen besteht der Fantasy-Teil des Buches aus Feen, die fast nur Kinder sehen können, und verwirrender, abstrakter Magie, die Morwenna als Auslöser für zufällige Ereignisse betrachtet. Bis zum Schluss konnte ich dabei den Verdacht nicht abschütteln, dass das alles nur ihrer eigenen Fantasie entspringt, früher kindliche Vorstellungskraft war und jetzt als Verarbeitungsform für ihre posttraumatische Belastungsstörung wirkt. Doch selbst wenn die Feen und die Magie tatsächlich existieren, sind sie Auslöser für die Geschichte, aber sonst eigentlich vollkommen irrelevant.

Generell handelt es sich bei dem Buch um Morwennas Tagebuch. Es gibt daher keine einzelnen Kapitel, sondern nur das jeweilige Datum als Überschrift. Morwenna erzählt die Ereignisse des Tages, schildert ihre Gedanken und listet auf, welche Bücher sie gelesen hat. In so gut wie jeder anderen Geschichte wäre das vielleicht spannend gewesen, aber in Morwennas Leben passiert einfach nichts. Die Tagebucheinträge sind genauso langweilig wie es die Einträge der meisten Leser wohl auch wären.
Zu Beginn des Buches lässt sie sich ausführlich über Wales aus und darüber, wie die Täler in den Bergen besiedelt wurden. Zwischendurch erzählt sie ihren Familienstammbaum der letzten fünf Generationen. Obwohl sie selbst anmerkt, dass eine Zeichnung wohl praktischer gewesen wäre, finden sich ellenlange Abhandlungen darüber, wie ihre Ururgroßeltern und deren Geschwister hießen, wen sie geheiratet haben, woher sie stammten und welcher Religion sie angehört haben. Dazu gehört dann immer eine Auflistung der unzähligen Kinder (bis zu fünfzehn Kinder einer einzigen Person!), meist auch inklusive Namen, die ich alle im nächsten Satz schon wieder vergessen habe. Um alles noch verwirrender zu machen, berichtet sie nicht chronologisch über die Generationen und nennt beinahe jede weibliche Person in ihrer Familie „Tantchen“. Irgendjemand, der in den letzten fünf Generationen ihrer Familie angehört hat, war Franzose und irgendjemand anders Russe, mehr ist von den Dutzenden Seiten Familienstammbaum nicht hängen geblieben.
Neben den endlosen Beschreibungen der Vergangenheit, schildert Morwenna auch ihre aktuellen Erlebnisse an der neuen Schule. Dabei dreht sich fast alles nur um Honigbrötchen oder die Sportstunden, die sie wegen einer Behinderung in der Bibliothek verbringt. Sie führt ein relativ normales Leben und daran ändert sich auch im Laufe des Buches nichts. Sie ist einfach nur ein fünfzehnjähriges Mädchen, das zur Schule geht und Bücher liest. Das gipfelt in Einträgen wie dem vom 11. Dezember 1979, der außer „Klassenarbeiten. Mathe und Französisch.“ (S. 201) nichts besagt. Dieses Spannungsniveau hat das gesamte Buch.
Gefreut hatte ich mich am meisten auf die Bücher, die Morwenna im Laufe der Geschichte lesen würde. Ziemlich schnell hat sich allerdings herausgestellt, dass das auch nur eine langweilige Auflistung ist. Sie liest unglaublich viel, daher lässt sie sich nie ausführlich über die Bücher aus, sondern nennt meist nur Titel und Autor und in einem Satz ihre Meinung, hin und wieder erwähnt sie auch den Verlag oder stellt sich Fragen zum Inhalt, denen ich, da ich die Bücher beinahe alle nicht kenne, nicht folgen konnte. Es ist also unmöglich, dem Buch Leseempfehlungen zu entnehmen, da zum Inhalt der Bücher überhaupt nichts gesagt wird. Zudem verbringt Morwenna mehrere Stunden täglich in der Bibliothek, sodass sie im Laufe der Geschichte bestimmt eine dreistellige Anzahl von Titeln und Autoren erwähnt – davon kannte ich Der Herr der Ringe, Narnia und Per Anhalter durch die Galaxis.

Der einzig positive Punkt an diesem Buch ist der Schreibstil. Anfangs fand ich es störend, dass eine Fünfzehnjährige sich so gewählt und bildet ausdrückt wie eine Fünfzigjährige, aber daran habe ich mich gewöhnt. Obwohl in der Geschichte absolut überhaupt gar nichts passiert, ließen sich die Sätze doch flüssig lesen. Das Buch beginnt an einem beliebigen Punkt und endet auch dort, ohne dass dahinter ein tieferer Sinn steckt, aber ich hatte während des Lesens immerhin nie den Wunsch, dass es doch bitte endlich enden möge.

Fazit:
Titel und Klappentext des Buches führen in die Irre. Die wenige Magie, die in der Geschichte vorkommt, hat nichts mit Büchern zu tun und ist mir generell eher suspekt. Auch der Rest der Geschichte konnte mich nicht packen, weil einfach überhaupt nichts passiert. Das Buch ist das Tagebuch der Protagonistin Morwenna und sie erzählt lediglich ein wenig walisische Geschichte, listet in einer endlosen Abhandlung Namen und Herkunft ihrer unzähligen Familienmitglieder der letzten fünf Generationen auf, schildert ihre Erlebnisse in der Schule, die beinahe ausschließlich Stunden in der Bibliothek umfassen, und nennt eine unendliche Anzahl Bücher, die sie gelesen hat, ohne genauer auf den Inhalt einzugehen. Handlung gibt es im Grunde nicht. Mir hat lediglich der Schreibstil gefallen, da ich so immerhin flüssig durch die Langweile kam. Dafür bekommt „In einer anderen Welt“ gerade noch so zwei Schreibfedern.

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Tags: magie, tagebuch   (2)
 

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(25)

85 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

dystopie, träume, jugendbuch, traum, gooddreams

GoodDreams

Claudia Pietschmann
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2016
ISBN 9783401601519
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Leah will nicht mehr träumen. Zu sehr treibt sie die Angst um, nicht in die Realität zurückkehren zu können. Ihr Zwillingsbruder Mika versteht Leah nicht. Er ist Profiträumer und verdiente lange mit seinen Träumen Geld. Geld, das die Geschwister dringend für ihren kranken Vater brauchen. Eines Tages erhält Mika eine anonyme E-Mail und damit die Chance auf 250.000 Dollar: Er soll bei einem geheimen Spiel mitmachen und gegen drei anderen Jugendliche antreten. Das Ziel des Spiels? Ungewiss. Der Startpunkt? Im Traum. Das Problem: Seit Mika an Schlafstörungen leidet, ist für ihn ans Träumen nicht mehr zu denken. Ihre einzige Chance ist Leah. Sie muss ihre Angst überwinden und in den Traum eines Unbekannten aufbrechen. In einen Traum, der zum Albtraum wird – und der etwas enthüllt, das Leah und die gesamte Menschheit erschüttern wird ...

Einordnung:

Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Obwohl Leah die Protagonistin der Geschichte ist, wird das Buch nicht nur aus ihrer Perspektive geschildert, sondern auch aus denen der drei anderen Jugendlichen, die an dem mysteriösen Spiel teilnehmen: Yuna, Tayo und Ben. Es ist jedoch nie schwer zu erkennen, wer aktuell der Erzähler ist und die Perspektive wechselt auch, wenn überhaupt, nur am Anfang eines neuen Kapitels. Mir persönlich ist das zugutegekommen, da ich mich mit Leah nicht so richtig identifizieren konnte. Besonders zu Beginn lebt sie mit der Einstellung, dass ihr Bruder alles richten und jedes Problem aus der Welt schaffen kann. Sie möchte Geld und Glück, Antworten auf Fragen und Lösungen für Probleme, ohne dafür selbst auch nur einen Finger zu rühren. Ich wäre mit dem ganzen Buch nicht warm geworden, wenn ich nicht zwischendurch Teile der Geschichte aus anderen Perspektiven hätte lesen dürfen. Im Gegensatz zu Leah war mir nämlich insbesondere Ben sehr sympathisch, sodass sich diese Abneigung wieder ausgeglichen hat.

Das Spiel selbst, zu dem die Charaktere mit einer anonymen Mail aufgefordert werden, habe ich lange Zeit nicht verstanden. Das macht jedoch einen großen Reiz des Buches aus, denn damit ging es mir wie den Figuren. Sie alle hatten keinerlei Informationen zu dem Spiel erhalten, außer der Uhrzeit, zu der sie sich an einen bestimmten Punkt im Traum eines Fremden träumen sollten. Gleich dabei sind sie schon auf die erste Schwierigkeit gestoßen, denn obwohl sie alle am selben Punkt landen, ist es eindeutig die falsche Position. Ohne jegliche weitere Erklärungen müssen die Charaktere ein Spiel spielen, dessen Spielregeln sie erst nach und nach erlernen, indem sie die Konsequenzen eines Regelverstoßes am eigenen Leib zu spüren bekommen. Doch die Charaktere müssen nicht nur bewaffnete Wächter und Explosionen überleben. Gleichzeitig stehen sie miteinander im Wettstreit, denn zumindest drei von ihnen brauchen das versprochene Preisgeld wirklich dringend. An dieser Stelle war es mir unmöglich, mir einen perfekten Ausgang zu wünschen. In meinen Augen hätte jeder das Geld verdient. Mit jedem Kapitel wechselten die Sympathien hin und her.
Gleichzeitig hat der Leser schon einige tiefere Einblicke in die Ideen hinter dem Spiel bekommen und den Charakteren einiges Wissen voraus, sodass auch aus diesen Aspekten Spannung entsteht. Denn während die Figuren mit der Zeit immer besser verstehen, worum es bei diesem Spiel eigentlich geht, und feststellen, dass sie so manches Mal aufeinander angewiesen sind, übersehen sie gleichzeitig für lange Zeit, dass die Grenze zwischen Traum und Realität immer mehr verwischt. Schließlich bröckelt dann sogar der Glaube an das wichtigste Gesetz des Träumens: Es ist nicht möglich, im Traum zu sterben. Spätestens an diesem Zeitpunkt hat sich der Traum in einen Albtraum verwandelt, aus dem es kein Entkommen gibt.

Bis zum Schluss bleibt das Buch spannend, denn die Charaktere brauchen das Geld, also können sie nicht einfach aufgeben. Gleichzeitig sind Teile des Traums aber auch schon zur Realität geworden, sodass es nicht einmal tagsüber ein Entkommen gibt. Der große Knall, als die Charaktere endlich herausfinden, worum es bei dem Spiel geht, wer den Traum entwickelt hat und wie sehr ihre Erkenntnisse die Welt erschüttern könnten, ging allerdings irgendwie unter. Es herrscht so viel Chaos, dass diese Neuigkeit nur ein einzelner Puzzlestein der Katastrophe ist. Aber mir gefällt das Ende, gerade weil es relativ ruhig ist. Oftmals braucht es nur den Flügelschlag eines Schmetterlings, um eine Revolution anzustoßen, einen Umsturz zu bewirken oder ein ganzes Land aus den Angeln zu heben. Doch manchmal ist selbst ein Tornado eben nur ein Tornado. Der Schutt wird weggeräumt und alles geht wieder seinen gewohnten Gang. Das ist ein ungewöhnliches Ende für ein Buch, aber gerade das macht den Reiz aus.

Fazit:
Das Buch hat mir gut gefallen. Mit der Protagonistin Leah hatte ich meine Schwierigkeiten, doch da die Perspektive immer wieder wechselte, war das kein großes Problem. Die ungewöhnliche Welt der Träume hat viel Raum für Spannung eröffnet, denn anfangs habe ich die Spielregeln noch weniger verstanden als die Protagonisten. Im Laufe der Geschichte wird die Handlung immer dramatischer und spannender, der große Knall am Ende geht allerdings fast unter. Das Buch endet auf wirklich ungewöhnliche Art und Weise, viel ruhiger als erwartet, aber dadurch nicht weniger gut. Insgesamt vergebe ich an „GoodDreams“ daher vier Schreibfedern.

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Tags: dystopie, jugendbuch, science-fiction   (3)
 
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