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hells angels, drogen, sex, chapter, biker

Höllenritt

Ulrich Detrois , Nicole Biewald , Bad Boy Uli
Flexibler Einband: 249 Seiten
Erschienen bei Econ, 26.05.2010
ISBN 9783430201063
Genre: Biografien

Rezension:

Dieses immer wieder aktuelle Thema bietet auch heute noch genügend Anlass für einen weiteren Aufguss. Zuerst das Positive: Das Buch liefert einige interessante Informationen und Enthüllungen über Struktur und Vorgehensweise der Organisation, die so in dieser Form bisher kaum veröffentlicht wurden und manchem Leser noch nicht bekannt sein dürften. Das Buch enthält zum Teil erschütternde Berichte, die drastisch aufzeigen, mit welcher ungeheuren und hemmungslosen Brutalität die Mitglieder im Dienste dieser Vereinigung vorgehen. Dann vermag das Buch sogar zu fesseln.

In Optik und Aufmachung und auch in der inhaltlichen Aufgliederung inklusive Anhang kommt die Autobiografie des ehemaligen Hells-Angel-Mitgliedes Ulrich Detrois dem Bestseller „Falscher Engel“ von Jay Dobyns und Nils Johnson-Shelton auffällig nahe. Der Erzählstil in Detrois „Höllenritt“ kommt in plakativer Ausdrucksform und in schmissigen Formulierungen daher. Oftmals bedient sich der Autor auch einem derben Halbweltjargon. Das Buch liest sich mal wie ein Gangster-Epos, dann wieder wie ein Groschenroman. Dennoch bleibt man beim Lesen des Rockerschicksals emotional eher unberührt. Was diesen Aspekt betrifft, empfand ich das thematisch ähnlich angelegte US - Pendant „Falscher Engel“ als gelungener. Auch hätte man dem Leser die zahlreich aufgeführten, peinlichen Anekdoten und Sex-Abenteuer ersparen können. Derartiges wurde ebenfalls schon, z. B. bereits vor Jahren von einem erfolgreichen deutschen Musikproduzenten, weitaus amüsanter geschildert. Zumindest liegt die Vermutung nahe, dass der Autor dieses Buch auch tatsächlich selbst geschrieben hat, was der Erzählung eine gewisse Authentizität verleiht.

Besonders beim Lesen des letzten Drittels des Buches stellte sich bei mir ein bitterer Beigeschmack ein, der einfach nicht schwinden wollte. Denn der Autor verliert sich gegen Ende seines Berichtes immer mehr in Widersprüche. Detrois prangert das Verhalten von Polizei und Justiz an, beklagt sich über die Profitgier und fehlende Loyalität seiner ehemaligen Vereinskameraden und gibt an anderer Stelle zu, die fragwürdige Ideologie der Organisation vertreten und sogar vehement verteidigt zu haben. Es liegt mir fern, den Wahrheitsgehalt dieser Autobiografie anzuzweifeln. Jedoch tue ich mich schwer damit, dem Autor die Rolle des geläuterten Opfers glaubhaft abzunehmen. Durch den zweifelsohne vorhandenen Unterhaltungswert erhält der Gesamteindruck dieses Buches letztlich einen versöhnlichen Ausklang.

Fazit: Ulrich Destois „Höllenritt“ ist eine informative und kurzweilige Lektüre, aus der Sicht des Autors erzählt, die dem Kind im Manne durchaus ein spannendes Lesevergnügen bereiten kann. Kritische und eher feingeistige Naturen dürften jedoch enttäuscht sein.

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