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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

brüder, missbrauch, das glück meines bruders, familie, bochum

Das Glück meines Bruders

Stefan Ferdinand Etgeton
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.07.2017
ISBN 9783406711817
Genre: Romane

Rezension:

Im Roman „Das Glück meines Bruders“ von Stefan Ferdinand Etgeton geht um zwei Brüder, die noch einmal zum Haus der verstorbenen Großeltern ins belgische Doel zurückkehren, weil das Dorf einem neuen Hafen weichen soll.
Botho, der jüngere Bruder hat durchwegs positive Erinnerungen an seine Schulferien in Doel, während Arno schlimme Erfahrungen der Kindheit verarbeiten muss. Arnos Verlobte Anja, die ebenfalls eine wichtige Rolle im Roman spielt, steht Arno bei und versucht später auch eine Stütze für Botho zu sein, der zunehmend den Halt im Leben verliert.

Der Autor hat eine zunächst ungewohnte Schreibweise, da er die Brüder in einem kindlichen Licht erscheinen lassen möchte. Das gelingt ihm auch durch lange, aber schnell lesbare Sätze und viele schöne Anekdoten, wie z.B. dem Drachensteigen oder dem Hinterherjagen eines Luftballons.
Als Leser merkt man aber schnell, dass die Brüder vieles aus ihrer Kindheit aufarbeiten müssen und der Roman nichts mit einer seichten Road- Trip Story zu tun hat. Botho und Arno stehen zueinander und geben sich gegenseitigen Halt, dennoch werden hier viele innere Probleme, Zwiespalt und verpasste Chancen aufgearbeitet.

Die kindlichen Bilder, die hier skizziert werden stehen in einem starken Kontrast zu teils seitenlangen Monologen der Brüder, die wiederum sehr gesellschaftskritisch und philosophisch wirken, so dass man als Leser viel nachdenken kann, wenn man denn möchte.
Gibt es unterschiedliche Perspektiven der eigenen Erinnerung? Was bedeutet Glück im Leben? Wo findet sich der eigene Platz in dieser Gesellschaft?

Genau aus diesem Grund gefällt mir der Roman, weil der Konsens nicht einfach um die Ecke kommt, sondern man muss ihn sich erarbeiten. Der Roman hat sicherlich seine Schwächen, z.B. schweift der Autor immer wieder vom Erzählfluss ab und lässt den Leser nicht tief genug in die Figuren eintauchen, aber hier entsteht auch genug Luft für eigene Interpretationen.
Ich muss die Brüder nicht mögen oder verstehen, sondern sie müssen meine Gedanken anregen, ich möchte mich mit den Gefühlen beschäftigen, die beim Lesen aufkommen und das hat der Autor geschafft.

„Unser Leben und unsere Handlungen, Umstände, Gedanken und Aktionen sind doch nur das Transportmittel. Das Ziel ist ein anderes. Das Ziel ist glücklich zu sein. Glück um jeden Preis. Und das Ziel bleibt doch immer gleich.“ (S. 220)

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179 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

okapi, tod, westerwald, dorf, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.08.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Im Roman „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky geht es um Luise, die in einem kleinen Dorf im Westerwald wohnt. Die schrulligen Dorfbewohner werden durch den Traum von Luises Großmutter Selma aufgeschreckt: denn immer wenn Selma von einem Okapi träumt, stirbt jemand aus dem Dorf innerhalb eines Tages…

Einen Roman in diesem Schreibstil und mit dieser Thematik habe ich bisher noch nicht gelesen, daher war es anfangs schwierig für mich in den Roman hineinzufinden. Der lange Satzbau und die vielen Vergleiche und blumigen Beschreibungen machten mir zu schaffen, da ich gedanklich immer wieder abgedriftet bin. Doch je näher die Protagonisten beschrieben wurden, je liebevoller und detaillierter sie skizziert wurden, desto mehr habe ich sie ins Herz geschlossen und konnte das Buch später nicht mehr weglegen. 
Das Opaki bildet den Ausgangspunkt der Geschichte, aber das Verhältnis zwischen Luise, ihrer Großmutter und deren Freund, dem Optiker geben dem Roman durch ihre innige Liebe und Vertrautheit einen gelungenen Rahmen. 


„Wenn es soweit ist, wenn diese Frage auftaucht und dir nicht sofort etwas einfällt, dann erinnere dich daran, dass du deine Großmutter und mich sehr glücklich gemacht hast, so glücklich, dass es für ein ganzes Leben von vorne bis hinten reicht. Je älter ich werde, desto mehr glaube ich, dass wir nur für dich erfunden worden sind. Und wenn es einen guten Grund gibt, erfunden zu werden, dann bist das du.“ (S.199) 


Es schwebt stets eine wunderschöne Traurigkeit durch die Geschichte, die trotz allem von Witz und Charme nur so sprüht. Und so sind mir viele bewegende Sätze während des Lesens begegnet, die ich mir gleich einmerken musste. 


„Wir konnten alles Mögliche mit der Liebe. Wir konnten sie mehr oder weniger gut verstecken, wir konnten sie hinter uns herziehen, wir konnten sie hochheben, durch alle Länder der Welt tragen oder in Blumengebinden verstauen, wir konnten sie in die Erde legen und in den Himmel schicken. All das machte die Liebe mit, langmütig und biegsam, wie sie war, aber verwandeln konnten wir sie nicht.“ (S. 235) 


Dass ich dem Roman trotz all des Lobes „nur“ vier Sterne gegeben habe, liegt vor allem daran, dass mir eine konkrete Handlung gefehlt hat. Das Leben der Akteure wird über viele Jahre dargestellt und ich denke, dass gerade die intensive Auseinandersetzung mit den Figuren, die Qualität des Romans ausmacht. Doch bei mir kam während des Lesens zeitweise Langeweile auf, vor allem durch die vielen Wiederholungen in den Lebensgeschichten. 
Nichtsdestotrotz kann ich den Roman guten Gewissens weiterempfehlen und hoffe, dass noch viele weitere Leser in diesen Genuss kommen.

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

nicholas sparks, trennung, scheidung, ehe, krankheit

Seit du bei mir bist

Nicholas Sparks , Astrid Finke , Alexander Wussow
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 27.03.2017
ISBN 9783837137767
Genre: Romane

Rezension:

Im neuen Roman von Nikolas Sparks geht es um den Familienvater Russel, dessen Ehefrau sich von ihm abwendet und ihn mit der gemeinsamen Tochter zurücklässt. Dieser Schicksalsschlag ist jedoch nur der Beginn eines bewegenden Jahres für Russel… 

Ich habe bisher noch keinen Roman von Nicolas Sparks gelesen und war daher sehr gespannt auf das Hörbuch. Leider habe ich vorher die Rezensionen zum Buch gelesen und war etwas demotiviert von den eher schlechten Bewertungen. Ich habe trotzdem versucht, mich so wenig wie möglich davon beeinflussen zu lassen und mich bemüht individuell zu bewerten. 

1. Der Sprecher 
Ich habe das Hörbuch immer auf meinem Arbeitsweg angehört und fand Alexander Wussow als Sprecher ganz angenehm, weil seine langsame Sprechweise mir ermöglichte dem Hörbuch zu folgen, auch wenn ich kurzzeitig vom Verkehr abgelenkt wurde. Ein bisschen irritiert hat mich allerdings, dass Wussow (52 Jahre) einen 34- jährigen Ich- Erzähler spricht, denn dadurch stellt man sich den Protagonisten beim Hören viel älter vor… 
2. Der Inhalt 
Der Inhalt ist stark gekürzt, dadurch kann man als Hörer nicht so tief in die Geschichte eintauchen, was bei Hörbüchern aber generell der Fall ist. Leider fällt auf, dass die Prioritäten nicht gut gesetzt wurden: die Geschichte der Scheidung ist sehr detailliert geschildert und nimmt 4CDs ein, während der neuen Liebe und der familiären Tragödie jeweils nur eine CD geschenkt wird. Hier wurde meiner Meinung nach an der falschen Stelle gekürzt. Ich finde allerdings gut, dass die durchwegs tragische Geschichte immer eine positive Grundstimmung bewahrt und keine bloße Abhandlung von Schicksalsschlägen darstellt. 
3. Die Charaktere 
Mich haben die Protagonisten beeindruckt, die sehr schön beschrieben wurden und den Roman durch ihre Charakteren aufgewertet haben. Oft saß ich am Steuer und habe mich furchtbar geärgert, dass Russel sich nicht gegen seine Ehefrau wehrt und sich diese vielen Demütigungen gefallen lässt, jedoch musste ich im Verlauf der Geschichte erkennen, dass es lediglich einen Rosenkrieg entfacht hätte und zu keiner Lösung des Problems geführt hätte. Insofern hat Russel besonnen gehandelt und die Geschichte war wieder stimmig. 
4. Die Bewertung 
Das Hörbuch hat mich während der Autofahrten gut unterhalten und am Ende sogar sehr berührt, ich hätte mir aber mehr Spielzeit und damit mehr Tiefe in der Geschichte gewünscht. Es ist vermutlich kein Roman, der mir lange in Erinnerung bleiben wird, denn dafür war das Hörbuch einfach zu kurzweilig. Dennoch hat mir der Roman gefallen und ich gebe 4 Sterne.

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713 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 127 Rezensionen

liebe, einsamkeit, verlust, familie, tod

Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

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724 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 180 Rezensionen

liebe, hamburg, petra hülsmann, restaurant, sommer

Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

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15 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Reichtum ohne Gier

Sahra Wagenknecht
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Campus, 01.03.2016
ISBN 9783593505169
Genre: Sachbücher

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380 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 134 Rezensionen

thriller, folter, mord, mark roderick, interpol

Post Mortem - Tränen aus Blut

Mark Roderick
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.02.2016
ISBN 9783596031429
Genre: Krimi und Thriller

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145 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

russland, klassiker, schuld, moral, mord

Schuld und Sühne

Fjodor M. Dostojewski , Hermann Röhl
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.03.2012
ISBN 9783866477650
Genre: Romane

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58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

prostitution, suche, schmerz, sex, erotik

Elf Minuten

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 14.12.2016
ISBN 9783257261318
Genre: Romane

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144 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

mord, erotik, thriller, kunst, london

Maestra

L.S. Hilton , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492060516
Genre: Krimi und Thriller

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270 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 123 Rezensionen

familie, demenz, alzheimer, jenny downham, homosexualität

Die Ungehörigkeit des Glücks

Jenny Downham , Astrid Arz
Fester Einband: 478 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 22.02.2016
ISBN 9783570102923
Genre: Romane

Rezension:

In dem Roman „Die Ungehörigkeit des Glücks“ von Jenny Downham geht es um Mutter Caroline und ihre 17-jährige Tochter Katie, die Großmutter Mary bei sich zu Hause aufnehmen müssen, weil sie an Demenz erkrankt ist. Da Caroline seit Jahren keinen Kontakt zu ihrer Mutter wollte, ist Mary unerwünscht, doch Katie nimmt sich ihrer Großmutter an und kümmert sich um sie. Sie versucht all die Geschichten ihrer Großmutter aufzuschreiben, um ihre Vergangenheit zu bewahren. Doch viele unausgesprochene Geschehnisse der Vergangenheit lasten auf der Familie und Katie will sie ans Licht bringen. Eine sehr sensible und aufwühlende Reise in das Leben ihrer Vorfahren beginnt…

Meine Meinung
Der Roman hat mich sofort angesprochen. Nicht wegen des Covers, sondern wegen des Titels. „Die Ungehörigkeit der Glücks“ ist meiner Meinung nach ein gelungener Titel, da er melancholisch und kämpferisch zugleich wirkt. Die Verknüpfung der beiden Wörter, die scheinbar nicht zusammenpassen, lässt den Roman geheimnisvoll wirken. Jetzt, wo ich die Bedeutung dahinter kenne, finde ich ihn sogar noch schöner und passender.

Ich hatte viel Freude beim Lesen des Romans, da er sehr bewegend und tiefgründig geschrieben ist. Man bekommt einen guten Eindruck davon, was es heißt, an Demenz zu erkranken. Trotz des heiklen Themas hat der Roman Spaß gemacht, da Großmutter Mary dermaßen liebenswert ist und pure Lebensfreude versprüht. Den Gegenpart dazu übernahm ihre Tochter Caroline, die sehr verängstigt und stringent rüber kommt, dass der Gegensatz besondere Gewichtung bekommt.
Katie als Vermittlerin der beiden übernimmt eine schwierige Rolle, da sie sowohl mit den familiären, als auch persönlichen Problemen zu kämpfen hat. Sie durchlebt in ihrem Teenager Dasein eine schöne Entwicklung, die sehr glaubwürdig wirkt (auch wenn einige wirklich sehr peinliche Situationen darin vorkommen). 
Das Erwachsenwerden, die Sexualität, Finden der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Weges gehören zum Roman ebenso dazu, wie Reisen in die Vergangenheit.

All diese Aspekte hat die Autorin wunderbar verknüpft und in die Geschichte verwebt, sodass der Roman an keiner Stelle überladen oder gar aufgesetzt wirkt. Hier stehen die Emotionen und Schicksale der Protagonisten im Vordergrund. Die Geschichten werden langsam und gefühlvoll erzählt. Der Roman hat mich richtig gepackt, sodass ich mir die ein oder andere Träne nicht mehr verkneifen konnte.

Negativ ist mir lediglich der Schluss des Romans aufgefallen. Er war mir persönlich zu kitschig und zu geschönt, hier hätte man nicht so dick auftragen müssen. Außerdem bleibt der Vater/ Carolines Ehemann zu sehr im Hintergrund. Mir ist bewusst, dass die drei Frauen die Hauptprotagonisten darstellen, jedoch hätte man auf die Sichtweise des Vaters mehr eingehen können. In diesem Lebensabschnitt ist einiges im Dunkeln geblieben.

Fazit
Der Roman ist eine sensible Aufarbeitung einer Familiengeschichte. Es werden nach und nach die Fäden aus den verschiedenen Sichtweisen gezogen und das Thema Demenz anschaulich dargestellt. Es ist meiner Meinung nach ein ruhiger und gefühlvoller Roman, der viele Themen behandelt, aber dennoch nicht überladen wirkt. Für mich ein gelungener Roman, den ich weiterempfehlen kann.

„Alle Fäden sind miteinander verbunden und verwoben. Und bei jedem Hinschauen sieht es anders aus, weil sich Geschichten mit dem Erzählen ändern.“

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(384)

792 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 217 Rezensionen

paris, liebe, shakespeare, gayle forman, jugendbuch

Nur ein Tag

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.03.2016
ISBN 9783841421067
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Allysons Eltern schenkten ihr zum Highschool Abschluss eine organisierte Rundreise durch Europa. In Stratford trifft sie auf Willem, einem Schauspieler, der auf offener Straße Shakespeare Stücke inszeniert. Er lässt sie begeistert zurück und im Zug nach London trifft Allyson ihn wieder. Als Willem sie einlädt, ihn für einen Tag nach Paris zu begleiten, stürzt sie sich in dieses Abenteuer.

„Wir werden an einem Tag geboren. Wir sterben an einem Tag. Wir können uns an einem Tag verändern. Und wir können uns an einem Tag verlieben. Alles kann passieren an einem einzigen Tag.“

Nach diesem wunderschönen Tag lässt Willem die verliebte Allyson in Paris zurück. Weil sie nicht weiß was mit ihm geschehen ist, macht sie sich voller Panik auf den Weg zurück nach Hause. Doch bald merkt sie, dass sie es kaum erträgt, nicht zu wissen, warum er sie verlassen hat und beschließt sich auf die Suche nach Willem zu machen...

In diesem Roman geht es mehr um die Entwicklung der Protagonistin, als um die Liebesgeschichte an sich. Da es sich um einen Jugendroman handelt, bei dem es selbstverständlich auch um das Erwachsenwerden geht, finde ich das durchaus passend. Allyson wird sehr von ihren Eltern behütet. Durch die Reise, die Erlebnisse mit Willem, aber auch ihre Zeit am College nabelt sie sich langsam von ihren Eltern ab und beginnt ihr Leben selbst in die Hände zu nehmen. Dieser Aspekt hat mir gut gefallen und zeigt eine Entwicklung, die der Autorin gut gelungen ist.

Allgemein hat mir der Schreibstil der Autorin gut gefallen. Der Roman ist locker, leicht und flüssig zu lesen. Die besuchten Städte sind bildhaft und detailreich skizziert, was von guter Recherche zeugt. Auch der immer wiederkehrende Bezug zu Shakespeare und seinen Stücken fand ich sehr interessant. Die Stücke wurden gut zusammengefasst und interpretiert, sodass ich richtig Lust bekam, mal wieder eine Shakespeare Inszenierung anzusehen. Die Einbindung in die Liebesgeschichte hat diese nochmal aufgewertet.

Der Roman endet offen, so dass der zweite Teil ein Muss ist, wenn man wissen möchte, was wirklich passiert ist. Ich hatte mir zwar erhofft, dass das Buch eine in sich abgeschlossene Geschichte ist, aber es handelt sich um einen Cliffhanger, sodass man als Leser keine Erklärung für das Geschehene bekommt.
Da es während des Lesens immer wieder Durchhänger gab, in denen wenig passierte, war das offene Ende für mich nicht das Richtige. Daher bin ich mir noch nicht sicher, ob ich mir den zweiten Teil zulegen werde.

Fazit:
Eine schöne Liebesgeschichte über das Entdecken des Unbekannten, des Reisens, der ersten Liebe und dem Erwachsenwerden an sich. Der Roman ist glaubhaft, einfühlsam und schön zu lesen. Dennoch ist es vor allem ein Roman für Heranwachsende, die Freude daran haben beide Teile zu lesen.

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Von Leuten, die ihre Brille verlieren und sich einen Porsche kaufen

Markus Seidel
E-Buch Text: 167 Seiten
Erschienen bei Endeavour Press, 16.02.2016
ISBN B01B391ETC
Genre: Romane

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152 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

meer, england, liebe, familie, london

180 Grad Meer

Sarah Kuttner
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 31.12.2015
ISBN 9783100024947
Genre: Romane

Rezension:

Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich Sarah Kuttner live erleben, als sie über ihr neues Buch erzählte.
Ihre Einstellung zum Roman machte mich sehr neugierig:

„[Es gibt] nie eine unrealistisch große Entwicklung in den Büchern, denn in einem halben Jahr im Leben eines Menschen, der leidet, ändert sich nicht alles. Das ist nur in Filmen so, dass ein Pferd kommt und ein Mann und Glitzer oder sowas und am Ende sind alle glücklich. So läuft´s nicht. […] Deshalb bin ich kein Ratgeber, sondern wir beobachten Leute beim Versuch etwas anders zu machen und häufig gelingt es sogar nicht mal.“ (Zitat: Sarah Kuttner auf dem blauen Sofa, Das literarische Quartett, 20.03.16 im ZDF)

Ich denke, das Zitat liefert einen guten Hintergrund zur gewählten Handlung: Kuttner begleitet hier die Sängerin Jule, die ein leidenschaftsloses Leben führt. Ihre Arbeit empfindet sie wie ein Laientheater, in unbedeutendem Sex verarbeitet sie ihr Bedürfnis nach anonymer Nähe, was ihre Beziehung zerbröckeln lässt. Sie flüchtet nach London zu ihrem Bruder, um der Realität in Berlin zu entfliehen und vor allem ihrer manisch- depressiven Mutter, die sie für ihr verkorkstes Selbstbild verantwortlich macht.

Während ich die Protagonistin anfangs ziemlich egoistisch und deshalb unsympathisch fand, erklärte sie sich im weiteren Verlauf immer mehr und man konnte sich gut in Jule hineindenken. Bruder Jakob und Freund Tim gaben ihr immer wieder schöne Denkanstöße, die authentisch und glaubhaft rüberkamen:
„Du bist so wütend. Es ist so schwer mit dir, weil du immer so wütend bist. Es ist nicht leicht jemanden zu lieben, der sich selbst so unfassbar hasst.“ (S.123)

So geht sie in England ihren Gefühlen auf den Grund oder versucht es zumindest. Über Gefühle, die wehtun oder die einen selbst verletzen, will Jule nicht allzu lange nachdenken, deshalb dreht sie sich in meinen Augen auch häufig im Kreis. Aufgrund des Ich- Erzählers ist das aber auch realistisch skizziert. Hätte die Autorin eine auktoriale Erzählweise gewählt, wäre die Geschichte vermutlich in einem psychologischen Gutachten geendet.

„Ich sorge immer in allen Büchern dafür, dass das Ende nicht zu happy ist, denn so funktioniert das Leben einfach nicht, aber dass es immer etwas durchaus Versöhnliches gibt.“
(Zitat: Sarah Kuttner auf dem blauen Sofa, Das literarische Quartett, 20.03.16 im ZDF)

Das Ende des Romans kommt plötzlich und endet unerwartet. Ich hätte mir mehr Aufklärung gewünscht, da einen der Roman mit vielen unbeantworteten Fragen zurücklässt. Dass es kein Happy End im klassischen Sinne gibt, war mir klar, denn man kann ein verfahrenes Leben nicht auf 270 Seiten heilen, dennoch spürte ich nichts Versöhnliches in dem Buch. Es ist eher ein kurzer Lebensabschnitt, den man als Leser begleiten durfte, als eine Geschichte mit klassischem Anfang und Ende.

Noch einige Worte zur Optik des Buches:
Das Cover gefiel mir von Anfang an sehr gut, es wirkt melancholisch und passt perfekt zum Roman. Der Blick auf´s Meer, der hier dargestellt, ist im Romanverlauf ein wichtiges Element und daher gut ausgewählt. Die Schriftart, die verwendet wurde, gefiel mir besonders gut: eine moderne, sehr angenehm zu lesende Schriftart, die ich gern in mehr Büchern sehen würde.

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836 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 211 Rezensionen

liebe, organspende, herz, jugendbuch, jessi kirby

Mein Herz wird dich finden

Jessi Kirby , Anne Brauner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.02.2016
ISBN 9783737353526
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Vor 400 Tagen hat Mia ihre große Liebe Jacob durch einen Autounfall verloren. Seitdem steht sie neben sich und versinkt in Trauer und Lethargie über diesen Verlust. Etwas Kraft geben ihr die Kontakte zu den Organempfängern, die Jacobs Organe nach dessen Tod erhalten haben. Ihr gefällt das Gefühl zu wissen, dass diese Menschen ein Stück von Jacob in sich tragen und sie aufgrund seiner Spende ein neues, glückliches Leben führen können. Nur ein Empfänger antwortet nicht auf ihren Brief und lehnt einen Kontakt zu ihr ab. Mia kann diese Entscheidung jedoch nicht verstehen und beschließt in ihrer Verzweiflung sich auf die Suche nach ihm zu machen. Als sie Noah dann ausfindig macht, ist es Liebe auf den ersten Blick, doch Mia bringt es nicht übers Herz ihm zu erklären wer sie wirklich ist.

Meinung
Einem Liebesroman das Thema der Organspende aufzuerlegen finde ich sehr interessant.
Das Gesamtpaket aus der Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen, die Hoffnung und das Leid von Organempfängern und die einer aufkeimenden Liebesgeschichte fand ich sehr gelungen.
Es war spannend zu erfahren wie sich die Angehörigen von Organspendern fühlen, aber auch wie die Organempfänger damit umgehen. Mit einer OP ist der Start ins neue Leben nicht erledigt. Zur Freude über die neue Lebenschance kommen Gewissensbisse und Unsicherheiten hinzu. Ich finde es toll, dass sich die Autorin so viele Gedanken zu diesem Thema gemacht hat.

Die Zitate zu Beginn jedes Kapitels haben mir auch gut gefallen. Sie haben interessante Hintergrundinformationen zum Thema „Herz“ geliefert, aber auch versucht den Inhalt des folgenden Kapitels zu erklären. Am Anfang waren sie noch wissenschaftlicher Natur und gegen Ende wurden sie eher philosophisch. Je näher sich Mia und Noah im Verlauf des Romans kamen, desto gefühlvoller wurden die Zitate. Das hat mich angesprochen, jedoch fand ich es schade, dass vor jedem Zitat eine leere Doppelseite eingefügt wurde. Das hat den Roman unnötig aufgebläht und ist auch Papierverschwendung.

Anfangs war ich sehr erstaunt, dass die Protagonistin erst 18 Jahre alt ist, weil ich zunächst nicht wusste, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Aufgrund des Klappentextes bin ich nicht auf die Idee gekommen und fürchtete zunächst, dass der Roman sehr klischeebehaftet sein könnte.
Ich muss zugeben, dass sich das auch teilweise bestätigt hat: 
Der erste Kuss auf dem Meer bei Feuerwerk und glitzerndem Wasser oder das erste Mal bei Gewitter und prasselndem Regen im Bus… Ach ja, das war mir persönlich eine Nummer zu gewollt...
Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte der beiden abgeholt. Die Handlungen und Gefühle der Beiden wurden glaubhaft geschildert und authentisch erzählt. Ich konnte mich in sie hineinversetzen und hatte sogar Bauchkribbeln beim Lesen.

„Plötzlich habe ich das Gefühl, in einem luftleeren Raum zu schweben. Ich habe keine Ahnung wie viele Tage seit Jacobs Tod vergangen sind. Ich weiß nicht, wann ich mit dem Zählen aufgehört habe, dieses Zählen der Tage, das mich jeden einzelnen Tag an ihn erinnert hat. Es war wie eine tägliche Entscheidung an Jacob, dass ich an jenem Morgen nicht mit ihm mitgegangen bin, dass ich nicht bei ihm auf der Straße war und dafür, dass wir uns nicht verabschieden konnten.“

Gegen Ende verlor die Autorin ihr Gefühl der ausführlichen und einfühlsamen Erzählweise etwas. Viele große Ereignisse wurden auf wenigen Seiten abgehandelt. Es erschien mir zwar immer noch glaubhaft und ich fand das Ende auch passend, aber trotzdem hätte die Autorin der Geschichte hier den letzten Schliff verpassen können.

Fazit
Ich finde, dass der Autorin ein gefühlvoller, aber auch interessanter Jugendroman gelungen ist. Trotz einiger klischeehafter Szenen ist die Liebesgeschichte glaubhaft inszeniert und hat mich gut unterhalten.

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78 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

new york, rumänien, donaudelta, amerika, glück

Der Mann, der das Glück bringt

Catalin Dorian Florescu
Fester Einband: 324 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 08.07.2016
ISBN 9783406691126
Genre: Romane

Rezension:

Catalin Dorian Florescu eröffnet seinen Roman „Der Mann, der das Glück bringt“ mit dem Tod. Während man als Leser durch die Zeilen schwebt, bleibt er ein stetiger Begleiter. Manchmal ist er greifbar, manchmal wird er nur angedeutet und trotzdem ist er immer präsent.
„Der Fluss nahm die Toten sanft auf, als ob er wusste, dass es besondere Tote waren. Der East River, so ungestüm er sein konnte, lag in der Morgendämmerung wie ein breiter, bleierner Streifen. Er war geduldig, er wollte dem Menschen nicht ins Handwerk pfuschen. Er würde die Toten des Ghettos an diesem Tag nicht mehr kriegen, dafür aber andere. Das war so gut wie sicher.“
Er begleitet den kleinen Straßenjungen ohne Namen und ohne Herkunft durch die kalten, einsamen Straßen von New York des frühen 20. Jahrhunderts und er begleitet Elena aus dem Donaudelta durch ihr junges Leben, das so jäh zerbricht.

Florescu schildert die Schicksale seiner Protagonisten sehr bildgewaltig und detailliert. Er hat mich durch diese Lebensgeschichten gerührt, weil sie ergreifend und aufwühlend beschrieben wurden.
Obwohl ich sehr aufmerksam und konzentriert lesen musste, um alle Details und Zusammenhänge zu verstehen, hat er mich durch seinen Schreibstil überzeugt.

Die sorgfältigen Recherchen des Autors machen den Roman zu einem glaubhaften und interessanten Lesestoff. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen habe ich bei diesem oft nachrecherchiert, weil mich bestimmte Zusammenhänge interessiert haben. Dabei ist mir aufgefallen, wie nah Florescu an der Realität blieb. Man spürt die Leidenschaft, die er in diese Erzählungen steckte, indem er immer wieder seine Perspektiven und Erzählweisen veränderte. Das macht den thematisch hartherzigen Roman auch sehr spannend. Unterstrichen wird dies vor allem durch die Vorgriffe, die der Autor immer wieder geschickt einbaut.

Während der Leser die Großeltern der erzählenden Figuren bis ins junge Erwachsenenleben begleitet, leitet der Autor mit einem plötzlichen Bruch die Gegenwart ein. Diese Wendung ging mir persönlich zu schnell, ich hätte mir gewünscht mehr über die Umstände zu erfahren. Im letzten Drittel des Romans lernen sich die beiden kennen und stehen von da an im Mittelpunkt. Leider wird diese „Liebesgeschichte“ viel zu schnell abgehandelt. Mir blieb als Leser keine Gelegenheit mehr mich in die Figuren hineinzuversetzen, sie blieben mir fremd.

Fazit
Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit durch detailliert beschriebene Geschichten und Figuren mit hervorragend ausgearbeiteten Profilen. Sehr schade, dass diese Erzählweise gegen Ende an Kraft verloren hat. Durch den Verlust an Konsens wirkt der Roman gepresst und kann leider nicht abgerundet werden.

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275 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 125 Rezensionen

liebe, schwangerschaft, andy jones, beziehung, zwei für immer

Zwei für immer

Andy Jones , Teja Schwaner , Iris Hansen
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 25.01.2016
ISBN 9783352006647
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt
In dem Roman „Zwei für immer“ von Andy Jones geht es um den Erzähler William Fisher, dessen Freundin Ivy schwanger ist, obwohl die Beziehung noch nicht lange währt.
Die beiden durchleben eine schwierige Zeit, weil die frische Beziehung aufgrund der Schwangerschaft stark beschleunigt wurde. Deshalb kämpfen die beiden mit Beziehungsproblemen.
In einer Nebenhandlung taucht zudem immer wieder Fishers schwerkranker Freund El auf, der an der Huntington Krankheit leidet.

Schreibstil
Der Autor hat einen einfachen, teilweise umgangssprachlichen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Der Roman ist aus der Sicht des männlichen Protagonisten geschrieben und kommt an manchen Stellen etwas derber daher als der gewöhnliche Roman, was aber durchaus seinen Reiz hat.

Meine Meinung
Zu Beginn der Geschichte lernen wir Ivy kennen, in die Fisher augenscheinlich sehr verliebt ist. Er beschreibt sie liebevoll und gibt damit einen guten Start in den Roman.
„Ich war mehr als freigiebig mit meiner Zuneigung. Und dann lief mit Ivy über den Weg, eine echte Schönheit, lässig und voller Lebenslust, und ließ ihre Spur aus Pheromonen und Nonchalance zurück.“

Leider kann der Autor dieses Niveau nicht durchhalten und so verschwimmen die agierenden Personen im weiteren Verlauf der Geschichte immer mehr. Auch Ivy, die die wichtigste Rolle im Leben des Protagonisten spielt, erschließt sich mir nicht und bleibt fremd. Das kommt vor allem daher, dass man zu wenig über die Charaktere erfährt. Da der Roman lediglich aus der Sicht des Hauptprotagonisten geschrieben ist, erfährt man als Leser über die anderen Figuren nur das, was uns der Ich- Erzähler wissen lässt und das ist in diesem Fall nicht viel. Man kann sich als Leser nicht mit den Figuren identifizieren, man erhält keinen Einblick in ihre Gefühlslage und versteht sie nicht.
Dem Roman fehlt es dadurch an Tiefgang und bleibt oberflächlich.

Viel mehr Text investiert der Autor jedoch in unbedeutende Geschichten, die für die Handlung weder wichtig noch interessant sind (Saufgeschichten, etc.), wohingegen wirklich wichtige Szenen in wenigen, nicht eindeutigen Worten abgespeist werden.

Im Prinzip dreht sich der ganze Roman um die Beziehungsprobleme zwischen Fisher und Ivy.
Sein Freund El ist hier nur zum Nebendarsteller degradiert. Seine Geschichte wird zwar sehr gefühlvoll und zugleich humorvoll dargestellt, doch kommt er in diesem Roman viel zu kurz. Man versteht nicht so ganz warum der Autor diese Figur noch einbauen musste, wenn er ihr sowieso keinen Raum lässt.

Gegen Ende wurde der Roman emotionaler und die Geschehnisse tragischer. Der Autor gibt dem Leser hier die Gelegenheit mehr Einblick in die Gefühlswelt der Figuren zu erhaschen.
Ein Schicksalsschlag erschüttert Fisher und Ivy, was meiner Meinung nach glaubwürdig und auch einfühlsam beschrieben wurde. Davon hätte ich mir gern mehr gewünscht.

Fazit
Der Roman besitzt ein paar derbe Stellen, aber ein Männerbuch ist es nicht, nur weil der Autor beschreibt, wie Mann in die Küchenspüle mit Geschirr pinkelt oder säuft wie ein Loch.
Ein Liebesroman ist es auch nicht, nur weil ein Paar mit Beziehungsproblemen oberflächlich dargestellt wird. Der Autor hat zu Beginn und zu Ende des Romans sein Können bewiesen, ich finde es schade, dass mich der gesamte Roman leider nicht überzeugen kann.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

nobelpreis, mord, krimi, gartenarbeit, häcksler

Der Tod greift nicht daneben

Jörg Maurer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596031443
Genre: Krimi und Thriller

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Highlights Island

Olaf Krüger , Kerstin Langenberger
Fester Einband: 164 Seiten
Erschienen bei Bruckmann, 16.09.2011
ISBN 9783765455926
Genre: Sonstiges

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170 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 110 Rezensionen

humor, frauen, sachbuch, männer, klischees

Hinten sind Rezepte drin

Katrin Bauerfeind
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.01.2016
ISBN 9783596033966
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das neue Buch von Katrin Bauerfeind hat mich interessiert, weil ich sie als schlagfertige, humorvolle Moderatorin kenne, die kein Blatt vor den Mund nimmt.
Ich habe erwartet, dass sie die trockenen Themen wie Emanzipation oder Feminismus auf humorvolle Art präsentiert und die ewigen Unterschiede zwischen Mann und Frau durchleuchtet.

Das Buch war tatsächlich sehr witzig und ich habe an vielen Stellen gelacht, jedoch war nicht viel Neues dabei. Auch wurden meine Erwartungen an den Buchtitel nicht erfüllt: Sie verarbeitet viele Anekdoten und Geschehnisse aus ihrem Leben, aus denen aber keine neuen Erkenntnisse hervorgehen. Das Buch ist aufgebaut wie eine zusammenhanglose Kolumnensammlung.
Ungefähr zwei Absätze sind mir hängen geblieben, der Rest war unbedeutend und ich kann mich schon nicht mehr daran erinnern.

Leider werden auch Fakten und Behauptungen in den Raum gestellt, die das Buch unglaubhaft wirken lassen. Dass das Buch nicht mit richtigen „Fakten“ bestechen kann, ist der überspritzten Darstellung der Inhalte geschuldet. Das kann ich einerseits nachvollziehen, weil es ja primär humorvoll sein soll, aber andererseits sollte jedes Buch m. E. nach gut recherchiert sein. Mir ist durchaus bewusst, dass man ein Buch aus diesem Genre nicht zu ernst nehmen sollte, dennoch hat es sich die Autorin hier zu einfach gemacht.

Die meisten Kapitel sind witzig, kurz und prägnant geschrieben. Der kolumnenhafte Aufbau hat den Vorteil, dass die Autorin sehr zügig zum Punkt kommt, dafür verzichtet sie aber bewusst darauf bestimmte Themen tiefer zu beleuchten. Das finde ich aber schade, denn einige Kapitel scheitern dadurch an ihrer Oberflächlichkeit.

Ich denke, dass dieses Buch die perfekte, leichte Lektüre für den Urlaub am Strand darstellt, weil man es immer wieder unterbrechen kann, da die Kapitel nicht zusammenhängen und man sich gut unterhalten fühlt. Wer sich allerdings mehr Tiefgang wünscht sollte lieber die Finger davon lassen. 

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131 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

indien, arzt, liebe, medizin, amerika

Der goldene Sohn

Shilpi Somaya Gowda , ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.01.2016
ISBN 9783462047745
Genre: Romane

Rezension:

In dem Buch „Der goldene Sohn“ von Shilpi Somaya Gowda geht es zum einen um Anil, der sein Glück als Assistenzarzt in Dallas sucht und zum anderen um seine Jugendliebe Leena, die in Indien zurückbleibt und dort verheiratet wird.

Die Autorin führt uns in ein sehr realistisch gezeichnetes Indien, fernab von Bollywood Kitsch oder Hollywood Romanzen. Sie zeigt ein Paar, das den Widrigkeiten des Lebens begegnet und schildert die Umstände sehr glaubhaft und bewegend.
Gowda wechselt von Kapitel zu Kapitel die Perspektive der agierenden Figuren und definiert die Protagonisten dabei detailgetreu ohne auszuschweifend zu werden.

Auch wenn der Klappentext eine Liebesromanze erwarten lässt, trifft dies nur teilweise zu. Im Vordergrund stehen vor allem die tragischen Lebensumstände, die die beiden größtenteils getrennt voneinander erleben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass das dem Roman keinen Abbruch tut, da er eben sehr lebensnah und objektiv geschrieben wurde.

Ich möchte das Buch definitiv weiterempfehlen, weil es im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, den Spagat geschafft hat zwischen gut recherchiertem Hintergrundwissen und einem bewegenden, gefühlvollen Liebesroman. Es ist ein bodenständiger Roman, der nichts von kitschigen Floskeln hält, sondern mitten im Leben seiner Protagonisten stattfindet.

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378 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

jesus, liebe, humor, gott, witzig

Jesus liebt mich

David Safier , , ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.12.2012
ISBN 9783499255809
Genre: Romane

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1.902 Bibliotheken, 28 Leser, 7 Gruppen, 126 Rezensionen

freundschaft, roadtrip, abenteuer, tschick, jugend

Tschick

Wolfgang Herrndorf , , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499256356
Genre: Romane

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160 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

afrika, wüste, nordafrika, wolfgang herrndorf, gedächtnisverlust

Sand

Wolfgang Herrndorf , , ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2013
ISBN 9783499258640
Genre: Romane

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685 Bibliotheken, 11 Leser, 6 Gruppen, 75 Rezensionen

england, krimi, mord, thriller, charlotte link

Die Betrogene

Charlotte Link
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 02.09.2015
ISBN 9783734100857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Charlotte Links Krimi „Die Betrogene“ aus dem Jahr 2015 geht es um eine Beamtin des Scotland Yard, die den Mord an ihrem Vater aufklären möchte, da die Ermittlungen der hiesigen Yorkshire Police ins Stocken geraten waren. Sie muss erkennen, dass ihr Vater nicht der war, für den sie ihn hielt und beginnt dabei auch über sich selbst und ihr unglückliches Leben nachzudenken.
In einem Nebenhandlungsstrang bricht die Familie Crane zu einem Urlaub auf einer einsamen, abgeschotteten Farm in den Hochmooren auf, um zur Ruhe zu kommen. Der Hauptverdächtige der Mordermittlungen ist jedoch auf der Flucht und auf der Suche nach genau dieser Farm, um sie als Versteck zu nutzen.

Der Krimi hat mir gut gefallen, weil er tiefgängig und stets spannend geschrieben ist.
Herzklopfen war mein stetiger Begleiter, da die Figuren im Roman immer einer spürbaren Bedrohung ausgesetzt sind und es nicht absehbar ist, wie sich der Konflikt weiterentwickelt.
Wie üblich bei den Krimis von Charlotte Link baut sich die Spannung sehr schnell auf und hält sich bis zum Schluss. Man kann sich sicher sein, dass es noch eine auflösende Wendung gibt und mit dem Mörder und dessen Tatmotiven mit Sicherheit nicht gerechnet hat. So war es auch wieder bei diesem Roman: Ich konnte den Roman kaum beiseitelegen und habe ihn auch sehr schnell gelesen, weil ich die Zusammenhänge nicht erschließen oder vermuten konnte und eine große Wendung der Geschichte erwartet habe.

Charlotte Link beschreibt die Charaktere sehr eindringlich. Die Hauptfiguren sind wohl überlegt und mit Tiefgang definiert. Man fühlt mit den Protagonisten, weil sie ihre verletzliche Seite offenbaren und dadurch das Mitgefühl des Lesers wecken.
Allerdings wiederholt sich die Autorin mit den Charakterdarstellungen zusehends. Seitenlang wird ein bereits dargestellter Sachverhalt unnötig wiederholt. Während des Leseflusses wird dann auch klar, dass die Figuren, die nicht so breit dargestellt sind, aber dennoch für den Handlungsverlauf sehr wichtig sind, etwas mit der Tat zu tun haben müssen.

Sehr enttäuscht war ich dann am Ende des Romans: Während das Geschehen zuvor sehr detailliert und umfangreich beschrieben wurde, war der Schluss extrem knapp bemessen. Die Auflösung des Falls war sehr lieblos geschildert und die Zukunftsaussichten der Hauptdarsteller weniger glaubhaft.
Die Hauptdarstellerin war z.B. sehr unglücklich in ihrem Job bei Scotland Yard. Immer wieder wurde beschrieben, dass sie von Kollegen gemobbt wurde und sich selbst für unbeliebt, verschlossen, unsicher und inkompetent hält. Am Ende des Buches, nachdem der Mord ihres Vaters gelöst wurde, war sie zwar immer noch dieser Ansicht, aber sie entschließt sich trotzdem zu Scotland Yard zurückzukehren, weil sie mit der Vergangenheit abschließen muss. Es wird nicht näher darauf eingegangen, auch ihre Beziehung zum Kommissar der Yorkshire Police wird nicht ausgeschöpft.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch schöne und spannende Lesestunden beschert hat, das aber auch Schwächen aufweist und nicht das stärkste Buch von Charlotte Link ist.

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