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Zauberhafte Quilt- und Patchworkideen

Constanze Derham
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Buchverlag für die Frau, 14.03.2018
ISBN 9783897985360
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch hat ein schönes Format und mir gefällt vorallem sehr gut, dass es aufgeschlagen liegen bleibt, so kann man es beim Nähen neben die Maschine legen und es blättert sich nicht weiter und man muß es auch nicht mit Nähgewichten beschweren. Es ist wirklich hübsch bebildert.

Die Bilder hier im Beitrag hat uns Constanze übrigens zur Verfügung gestellt und während ihres Umzugs mal eben schnell in ihrer Wohnung gemacht, sie sind also extra für unsere Blogbeiträge gefertigt worden. Danke Constanze dafür!!

Das Buch ist kein reines Anleitungs- und Erklärbuch, wenn sich natürlich auch viele Anleitungen zum Quilten und Patchworken darin befinden.

Es ist aufgeteilt in die Bereiche Materialien, Werkzeuge, Grundlegende Techniken und dann den Teil Quilts in dem die Muster und verschiedenen Arten zu Nähen, die verschiedenen Stile und kulturellen Besonderheiten vorgestellt werden.

Ich bin ja wirklich nicht der Quilt- oder Patchworknäher, dazu fehlt es mir an Geduld, aber hier habe ich viele Ideen und Anregungen gefunden und ein Pattern hat es mir so angetan, das werde ich definitiv nachnähen.

Aber eins nach dem Anderen.

Materialien:

Hier geht es zunächst um Stoffe, welche eigenen sich, welche nicht, welche nutzt man traditionell, welche sind nicht so verbreitet. Wichtigste Voraussetzung, sie dürfen nicht elastisch sein. Hier wird auch genau erläutert, welche Stoffe welche Vorzüge aufweisen und warum sich welche Stoffe nicht so gut eignen, das hat mir gefallen, da ich ja oft zu unkonventionellen Umsetzungen neige, kann ich hier dann nachlesen, ob meine Idee funktionieren wird, oder nicht.

Auf die Wattierung und Garne zum Nähen wir ebenfalls eingegangen, gerade bei den Garnen gibt es Informationen, die mir als Nähanfängerin noch nicht bekannt waren. Das war sehr informatiov und gut erklärt. Constanze schreibt dabei jedoch locker leicht und angenehm zu lesen, ich fühlte mich hier nicht belehrt, sondern angenehm weitergebildet, das gelingt nicht jedem Autoren.

Werkzeuge:

Hier stellt sie Rollschneider und Schneidematte vor, weist auf Lineale und Nadeln hin und gibt auch Informationen zum genutzten Nähmaschinenfüßchen. Außerdem stellt sie einige praktische Helfer vor, ohne dabei aber zu viel Schnickschnack zu empfehlen, den kein Mensch braucht. Das finde ich gut, außerdem hält sie sich hier allgemein und nutzt es nicht als Werbeplattform, auch das hat mir gefallen.

Techniken:

Hier geht es zunächst um die Vereinfachung des Zuschnitts zum Patchworken und Quilten und das war für mich sehr interessant, denn das Zuschneiden und die Notwendigkeit hier sehr exakt zu arbeiten hat mich beislang immer davon abgehalten, es mal zu probieren. Mit den Hinweisen hier traue ich mich aber vermutlich doch bald heran.

Auch das Nähen wird erläutert und Hinweise zur Vereinfachung gegeben. Selbst auf das Bügeln bezieht sie sich und dann wird natürlich das Quilten erläutert. Mir war bisher nie wirklich klar, was das überhaupt ist, daher ist die Erklärung, das Quilten die Verbindung der Vorderseite mit einer Wärmenden Zwischenlage und einer Rückseite ein Quilt ist, für mich wichtig. Erfahrene Näherinnern werden hier vielleicht denken, das weiß ich doch, aber für mich war das endlich mal eine Erklärung mit der ich etwas anfangen konnte. Sehr umfangreich und mit vielen vielen Bildern stellt sie hier dann die verschiedensten Techniken des Quiltens vor und das sind wirklich viele Möglichkeiten, die alle einen anderen Effekt oder einen anderen Nutzen haben.

Natürlich stellt sie dann auch verschiedenste Möglichkeiten zur Einfassung des Randes vor. Hier fand ich die Bilder sehr hilfreich, da ich mich bei solchen kleinen Frickelarbeiten echt schwer tue, hat mir das sehr viel erleichtert. Und hier taucht auch mein Lieblingspattern zum ersten mal auf. Die Wassermelonen. Die gefallen mir so gut, dass ich meine Scheu vor dem Patchworken überwinden werde und das auf jeden Fall probieren muß.

Die Quilts:

Hier geht es los mit dem Log Cabin Muster, etwas das mir auch vom Stricken bekannt war. Ein Log Cabin Blanket will ich eigentlich immer schon nähen. Hier bringt die Autorin dann verschiedene Beispiele, wie das Muster eingesetzt werden kann, zum einen mit einer Geknoteten Blockhausdecke, die mir wirklich gut gefällt und bei der ich nicht wissen möchte, wie viel Arbeit darin steckt. HAMMER!

Bei jedem Muster gibt es übrigens erstmal in einem kleinen Kasten die Materialübersicht. Die Angaben sind hier sehr genau und erscheinen mir passend. Es werden Materialien und Werkzeuge angegeben.

Anschließend folgt die sehr ausführliche und bebilderte Anleitung, in der man zusätzlich Tipps zur Vereinfachung oder besseren Umsetzung findet.

Die Arbeitsschritte sind alle nummeriert und die Bilder ebenfalls, so dass man genau erkennen kann, welches Bild, welchen Arbeitsschritt zeigt. Das hat mir gut gefallen und so kommt man nicht durcheinander.

Das nächste Muster ist mein Liebling, das Melonentischset. Die Melonen sind der Hammer, das sieht super aus und ein Tischset ist auch ein überschaubarer Arbeitsaufwand für einen ersten Patchworkversuch, finde ich. Mal sehen, wann ich Zeit finde, die Nachzunähen.

Dann kommen Muster aus gleichen Teilen mit Irish Chain und Zickzack, ein Kissen, das für mich extrem gut aber auch sehr aufwändig aussieht, das ist kleines Minimini-Nähen, ich bewundere jeden der da die Geduld zu hat, ich würde ausrasten.

Die Decke im Zickzackmuster ist dann schon eher wieder mein Fall, das sind große Flächen, das sieht sehr clean und modern aus und gefällt mir sehr. Sollten meine Melonentischsets mich nicht an den Rand des Patchworkwahnsinns bringen, wäre das mein zweites Projekt, als Läufer übers Bett oder zum Kuscheln auf dem Sofa.

Neben der Nähanleitung findet sich hier auch immer ein kurzer Text zur kulturellen Herkunft und Geschichte der jeweiligen Muster, das fand ich sehr spannend und interessant, wie unterschiedlich sich die Techniken entwickelt haben.

Auch die Bargello Tischsets finde ich da spannend. Hierbei geht es vorallem um die Schneidetechnik und das Ergebnis sieht toll aus.

Bei den traditionellen Blockmustern findet sich dann die Windmühlendecke, die Windmühlenmuster habe ich immer vor Augen, wenn jemand Patchwork erwähnt, das ist für mich das Urpatchwork, auch wenn das wohl nicht stimmt und nur in meinem Kopf so verknüpft ist. Die Beispiele von Constanze sind übrigens farblich zwar bunt aber nicht zu bunt, sie greift zu Mustern und Farben, die sich gut fotografieren lassen und bei denen man die einzelnen Schritte auf den Bildern gut erkennen kann.


Natürlich gehört hierzu auch das nächste Muster, nämlich eine Weihnachtssterndecke, hier wird genau beschrieben, wie man was zusammen setzen muß, um den gewünschten Weihnachtsstern zu erhalten und die fertige Decke gefällt mir ebenfalls sehr gut, aufgrund der Stoffwahl, wirkt das sehr modern und gar nicht so kitschig, wie ich diese Decken sonst von Weihnachtsmärkten und co kenne. Danke für die Anregung und den klaren Hinweis, wie viel die Stoffauswahl hier ausmachen kann.

Natürlich kann man diese Art des Patchworkens auch im kleinen Maßstab machen. Beim Kissenbezug mit dem großen Stern zeigt sie das übrigens und eigentlich kann man ja jedes Patchworkmuster auf die Größe zurecht basteln, die man gerne hätte.


Ihre Anleitungen kann man also auch Anregungen verstehen,. bzw. als Techniknachschlagewerk.So auch bei der Babydecke mit Album Blöcken. Die meisten der Muster sind ja eckig und kantig und sehr geometrisch, aber auch runde Teile können gepatchworkt werden, so zum Beispiel der Drunkards Path, ein Kissen mit runden Teilen. hier wird dann auch der Zuschnitt und die Anfertigung einer Schablone erklärt. Außerdem beschreibt sie ausführlich und auch für mich verständlich, wie man schöne Rundungen mit der Nähmaschine hinbekommt.

Neben Kissen und Decken gibt es auch eine Anleitung für hübsche Motive, die man dann auf Taschen, Kleidung oder Ähnliches applizieren kann.

Japanisches und koreanisches Patchwork sowie amish Quilten wird ebenfalls beschrieben und der wunderschöne japanische Tischläufer gefällt mir sehr gut. Er hat ein Handquilting, dass ebenfalls gut erläutert wird, mir aber deutlich zu viel Arbeit und Aufwand ist. Sieht aber sehr grandios aus.


Ihr lest heraus, ich bin wirklich begeistert und zwar nicht nur, weil ich Constanze schätze, sondern eben auch, weil ich mit Patchworken bisher wirklich nicht viel anfangen konnte und ihr Buch mir aber die Scheu genommen hat, mich damit auseinander zu setzen und mir vermittelt hat, das ist keine Hexerei, das kann ich auch, vielleicht nicht direkt beim ersten Mal komplett gerade und perfekt, aber ein paar Melonen kann ich bestimmt nähen.

Danke für den schönen Einblick in eine mir bislang fremde Technik und vorallem für so viele Informationen rund um das Patchworken, die einem mitgeliefert werden.

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Steingärten und Trockenmauern (Mein Garten)

Angela Beck
Flexibler Einband
Erschienen bei Kosmos, 11.01.2018
ISBN 9783440160572
Genre: Sachbücher

Rezension:

wir haben eine Trockenmauer, welche aus welchen Gründen auch immer von einer Horde Spinnen befallen und besetzt wurde und die würde ich mir gerne zurück erobern und dem Mann ist es komplett egal, ob wir da eine Horde von Winkelspinnen direkt vor der Kellertür haben, im Gegenteil, der tut nicht nur nichts, gegen die Biester, ich glaube, der füttert die auch noch und hält sie als Haustiere.

Aus dem Grund habe ich mir Steingärten und Trockenmauern (Amazon Affiliate Link) genauer angesehen.

Nun gut, diese Mauer muß spinnen frei werden und da erhoffte ich mir Hilfe von dem im Kosmosverlag erschienen Buch zum Thema Steingärten und Trockenmauern. Denn wie ich die Spinne los werde, weiß ich. Der Hochdruckreiniger ist mein bester Freund, allerdings will ich die Ritzen ja irgendwie so kriegen und vielleicht sonst was mit der Mauer anstellen und da kommt das Buch ins Spiel.

Das Buch ist ein Kosmos Plus Buch, das heißt, man kauft nicht nur das Buch, sondern erhält über das Buch auch Zugriff auf eine App, die man kostenlos im Appstore erwerben kann. Dann kann man sich weitergehende Informationen durch die Eingabe von auf den Seiten des Buches hinterlegte Zahlencodes herunterladen. Hab ich gemacht, hat funktioniert, war sehr leicht und praktisch.

Das Buch startet mit einem bebilderten Inhaltsverzeichnis, was ich als Garten und Mauernlaie ziemlich gut fand, da ich so direkt ein Bild vor Augen hatte, was hier gemeint ist.

Das Buch ist gegliedert in die Abschnitte Inspiration, Praxis und Porträts.

Im ersten Abschnitt Inspiration geht es darum sich Ideen zu holen und Anregungen für die Gestaltung zu finden.

Im Teil "Berge" holt man sich Inspiration aus der Natur. die Berge bieten ein gutes Vorbild für Steingärten, da hätte ich mir noch ein paar mehr Bilder erhofft, die zwei Seiten waren ein bißchen wenig, wenn auch durchaus ausreichend, für einen ersten Überblick.

Bei Vielfalt Steingarten geht es um die Möglichkeiten, geht man in verschiedene Etagen, baut man auf der Ebene, gestaltet man Heidegärten oder gestaltet Uferzonen am Teich.

Dann wird Bezug auf die Tiere im Steingarten genommen, also genau mein Thema, leider eher in die Richtung, dass man die Spinnenbiester und ihre kunstvollen Netze auch noch fördert und sich über ihre Anwesenheit freut, weil sie die Schädlinge von den Pflanzen fern halten. Grundsätzlich bin ich ja ein Freund von Siedlungshilfen für Insekten, aber die Spinnenbiester haben mich gezankt. Hier finden sich aber auch Hinweise für die Förderung von Kröten und Igeln. Leider alles wirklich nur sehr kurz angerissen, da hätte es ruhig ein bißchen mehr sein dürfen.

Die Wassergärten haben mir dann wieder sehr gut gefallen, allerdings kann ich argumentieren, wie ich will, einen Teich werden wir wohl leider nicht bekommen. Da ist der Mann eisern. Leider. Allerdings bekomme ich ihn vielleicht von einem Trog oder ähnlichem mit Wasserpumpe überzeugt, mal sehen.

Im Praxisteil wurde es dann für mich interessant. Viel planen muß ich ja nicht mehr, denn unsere Trockenmauer steht ja schon und ich muß gucken, was ich aus den vorhandenen Gegebenheiten zaubere. Trotzdem habe ich hier natürlich gelesen, wie man das Ganze am Besten angeht, welche Standorte gut sind und welche Geräte ich benötige, so wie andere planungsrelevante Dinge, werden hier gut erläutert.

Auch die Wahl der Steine wird hier zum Thema gemacht, dafür ist es bei uns aber nun mal zu spät, trotzdem fand ich es interessant die verschiedenen Vorzüge von Granit, Gneis, Sandstein oder Dolomit, Muschelkalk und co zu lesen.

Richtig interessant wurde es dann beim Thema Bepflanzung des Steingartens, hier habe ich mir viele Tipps rausgenommen, wie plfanze ich auf Stein, was sind Polsterpflanzen, welche Mauerblümchen packe ich wo hin.

Auch wie man eine Trockenmauer baut, wird hier erläutert, das fand ich gut erklärt und genau so haben wir das auch gemacht. Hier fand ich dann auch Anhaltspunkte, was ich mit den Fugen und Ritzen anstellen kann und auch das Thema Pflege der Pflanzen im Steingarten wurde hier sehr ausführlich angesprochen.

Schön fand ich hier den zeitlich gegliederten Abschnitt, so dass ich genau nachlesen kann, wann ich was zu tun habe. Sowas mag ich.

Beim Thema Krankheiten und Schädlinge war ich dann wieder ganz Ohr, dummerweise erkennt offenbar niemand die Gefährlichkeit von einer Armee Spinnen vor der Kellertür in der Trockenmauer, denn diese werden nur als Nützlinge erwähnt.

In einem kurzen Abschnitt, der auf Kinder ausgerichtet ist, wird dann erläutert wie man eine kleinen Steingarten in einer Pflanzschale anlegt, das war nett gemacht und werde ich sicherlich mit den Neffen und der Nichte nachbasteln, wenn sie etwas älter sind.

Im letzten Abschnitt "Porträts" finden sich die Pflanzen, die sich für Steingarten und Trockenmauer eignen. Kurz vorgestellt und erläutert, mit den wichtigesten Infos, das fand ich gut, so konnte ich mir überlegen, womit ich die Spinnenhöhlen demnächste bepflanze, in der Hoffnung, dass die Biester umziehen.

In einem ausführlichen Register findet man alle Schlagwörter wieder.

Ich war vom Buch und der App (die sehr gut funktioniert) recht angetan, zwar konnte man mir mit meinem Spinneproblem nicht helfen, aber die Trockenmauer wird jetzt erstmal aufgehübscht und vielleicht siedeln die 8beinigen Biester dann von alleine in düstere Gefilde.

Von mir ein klarer Daumen nach oben für alle, die ihrem Steingarten etwas mehr Pflanze verleihen wollen und nicht so recht wissen, wie das geht, ist das hier auf jeden Fall das richtige Buch.

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Frauen und Macht

Mary Beard , Ursula Blank-Sangmeister
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 08.03.2018
ISBN 9783103973990
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nun, bis vor wenigen Woche lebte ich aufgrund meiner Erfahrungen, meines Lebens und der Erziehung meiner Eltern und der Reaktionen meiner Umwelt in der trügerischen Sicherheit, dass mein Geschlecht eigentlich nie eine Rolle spielt und dass ich sein kann, was ich will, werden kann was ich will und machen kann was ich will.

Kein Ziel zu hoch, kein Weg zu weit.

Ich habe in meinem bisher 36jährigem Leben nie erlebt, dass mein Geschlecht mich begrenzt, dass ich (abgesehen vom "im Stehen pinkeln") etwas nicht tun könnte, was ein Mann tun kann.

Ich bin als kleines Mädchen BMX gefahren, hatte ein eigenes GoKart, meine beiden älteren Brüder haben mich mitgeschleift zum Fußball und Boxen. Ich bin geritten, wie der Wind und zwar nicht nur die Mädchenreiterei mit Schleifchen in Ponyhaare flechten, sondern richtig geritten, mit Rennen über Stoppelfelder, runterfallen aufstehen, weiter reiten.

Als junge Frau habe ich natürlich all die unschönen Erfahrungen gemacht, die zum Frau werden auch in unserer heutigen Gesellschaft noch dazu gehören, von unpassenden Bemerkungen älterer Männer bis zu tatsächlicher sexueller Gewalt war da alles dabei, das habe ich aber tatsächlich immer auf mich persönlich bezogen und bin überraschend gut damit klar gekommen, nie habe ich dies als generelles Problem aller Frauen und tatsächliches Problem der Gesellschaft angesehen. Es war meine Geschichte, nicht die aller Frauen. Ich hatte einfach Pech, falsche Männer, falsche Momente, falscher Ort. Zumindest war das bisher meine Erklärung dafür. 

Dann ergriff ich einen Beruf, der damals in den 90ern tatsächlich immer noch recht männlich dominiert war und in den nur langsam Frauen strömten. Jetzt sind wir zumindest in den Großstädten gut auf 50/50 aufgeteilt und ich war recht stolz darauf, dass ich meinen Weg gegangen bin, obwohl ich kleiner und leichter als 99% meiner Kollegen bin und das obwohl Kraft, Gewalt und Körperlichkeit in meinem Beruf durchaus eine Rolle spielt. Nie bin ich an Grenzen gestoßen, die mir durch mein Geschlecht gesetzt worden wären. Im Gegenteil, Frauenförderung und Frauenquote spielen bei uns eine große Rolle und ich fand es tatsächlich nie sonderlich gut, aus diesen Gründen gefördert zu werden, da es mir nicht nötig erschien. Ich wollte anerkannt sein, ich wollte auf meinem Posten sitzen, weil ich ihn ausfüllen kann und nicht weil ich Brüste habe und man gerade wen braucht, der mit den Dingern austestattet ist und nett lächelt. Daher war bis vor wenigen Monaten Feminismus für mich wirklich kein Thema, das mich in irgendeiner Form angesprochen oder beschäftigt hätte.

Nun ist es aber so, dass ich mich mit den Zielen, die ich bisher sehr gut erreicht habe, nicht zufrieden geben möchte, ich möchte etwas weiter gehen, etwas mehr bewegen, etwas mehr erreichen und plötzlich tauchen da Sprüche und Gespräche auf, die ich bisher nicht wahrgenommen habe, die ich nicht führen mußte. Aufeinmal ist mein Geschlecht doch ein Thema und es scheint wichtig zu sein, wie ich meine Familie organisieren möchte, wenn ich weiter voran gehe, oder ob ich mental den Belastungen gewachsen bin. Kollegen fragen, warum ich mir den Streß antun möchte, ich könnte doch auch Teilzeit arbeiten und vom Gehalt meines Mannes gut leben. Auch meine gewünschte Kinderlosigkeit spielt plötzlich wieder eine Rolle, hatte ich doch gehofft, dass sich die Gespräche, über die Gebärfunktion der Frau und meiner tickenden inneren Uhr bei Erreichen eines gewissen Alters erledigt haben würden. Aber Fehlanzeige... da sind sie wieder.

Diese Erfahrungen in den letzten Wochen haben mich anfangs nur leicht irritiert, irgendwann dann massiv geärgert und mittlerweile gehen sie mir wirklich auf den Wecker. Ich begreife sie nicht, weil ich dies bis vor Kurzem eben nie in der Form wahr genommen habe. Es scheint also so zu sein, dass Frauen mittlerweile durchaus auch in Männerberufen arbeiten dürfen, dass sie Führungsaufgaben übernehmen dürfen, dass es aber offenbar immer noch nicht gänzlich normal ist, wenn sie wirkliche Positionen mit einer gewissen Macht anstreben. Selbst Männer, die ich für sehr aufgeklärt, aufgeschlossen und tatsächlich sogar feministischer als mich halte, haben mir ihre Bedenken dargelegt, nicht im Zweifel an meinen Fähigkeiten, sondern im Zweifel, ob ich mich diesem Druck wirklich aussetzen sollte, der auf mir als Frau in einer solchen Position anders lasten würde.

Ein gutes Beispiel fand da vor Kurzem statt, Dr. Lesmeister, leitet seit kurzem den Bereich Polizei im Innenministerium in NRW. Sie war vor ihrem Jurastudium Polizeibeamtin und hat eine durchaus eindrucksvolle Vita, ich gestehe, ich hätte sie auch als Innenministerin durchaus gut gefunden. Nun hat sie einige nicht ganz unumstrittene Entscheidungen getroffen und in der öffentlichen Diskussion der sozialen Medien fand man dazu leider wenig Sachliches. Anstatt auf der Sachebene zu diskutieren wurde ihr die Fähigkeit und Eignung, sowie das Fachwissen für ihren Job abgesprochen, dabei spricht und entscheidet sie über Dinge, die sie eben aus ihrem eigenen Leben und ihrem Erfahrungsschatz sehr gut kennt, es reichte jedoch, folgte man so manchem Kommentar im Internet, einfach nur blond, weiblich, jung und gutaussehend zu sein, um jegliche Fachkenntnis abgesprochen zu bekommen. Ehrlich, ich fand diese Diskussionen ermüdend und furchtbar rückständig. Wie sich da mancher Mann aufspielte, war schlicht lächerlich.

Diese Diskussionen, meine eigenen Erfahrungen und eben meine nun etwas wacheren Augen auf die Geschehnisse mit Frauen in Machtpositionen um mich herum, haben in mir aber den Wunsch ausgelöst, diese Mechanismen und Überlegungen zu verstehen und zu begreifen und mein Stapel ungelesener Bücher wuchs um feministische Literatur deutlich an.

Das erste Buch, dieser Art, das ich nun gelesen habe war "Frauen & Macht" von Mary Beard. (Amazon-Affiliate-Link)

Das Buch gibt zwei Ihrer Vorträge wieder, den Sie ( Historikerin und Professorin in Cambridge ) 2014 bzw. 2017 gehalten hat. Sie nimmt dabei Bezug auf damals aktuelle politische Ereignisse, zieht Beispiele heran und belegt an historischen Details, wie das Frauenbild der Antike unser heutiges Dasein immer noch beeinflußt. Auf den ersten Seiten war ich ein wenig gelangweilt und wollte eher nicht lesen, wie sie Beispiele aus Homers Odyssee hervorkramt und mit heutigen Frauen vergleicht, das erschien mir zu theoretisch, zu konstruiert. Dennoch habe ich mich auf ihre Wort eingelassen und mußte nach wenigen Seiten feststellen, die Frau hat leider Recht. Sie bringt Beispiel, die aufzeigen, dass wir Frauen natürlich viel erreicht haben in der Gesellschaft, dass wir Stimmen haben, die gehört werden, dass es aber leider immer noch so ist, dass Männer in Anzügen und mit kahlen Schädeln die Entscheidungen treffen, ist uns allen gerade erst wieder in Erinnerung gerufen worden, als Herr Seehofer sein ausschließlich männliches Team des Innenministeriums der BRD vorstellte.

Beard ist dabei witzig, ein wenig fordernd und argumentiert aus meiner Sicht sehr klug und überlegt.

Eine wunderbare Karikatur, die sie in ihrem Buch erwähnt, aus den 90ern ist unterschrieben mit den Worten:

"Das ist ein hervorragender Vorschlag, Miss Triggs.

Vielleicht möchte einer der Herren hier in vorbringen?"

Leicht belustigt hatte ich diese Karikatur am Abend gelesen und mich zufrieden in die Kissen gekuschelt, fest davon überzeugt, dass eine solche Besprechung heute nicht mehr möglich sei und ich auch noch nie erlebt habe. Am nächsten Morgen saß ich in einer Besprechung und eine meiner Kolleginnen machte eine sehr kluge und überlegte Anmerkung, allerdings leider sehr leise, so dass sie in die allgemeine Diskussion nicht aufgenommen wurde. Keine zwei Minuten später wiederholte der neben ihr sitzende Kollege ihre Worte, sogar mit dem Hinweis "XY hat gerade gesagt..." und nicht wirklich lauter und es war verblüffend zu sehen, dass er sofort wahrgenommen wurde. Nun mag mir dies nur so aufgefallen sein, weil ich eben am Vorabend Mary Beard gelesen hatte, ich begann jedoch mich zu fragen, wie viele dieser Situationen in meinem bisherigen Leben mir schon entgangen waren, weil ich sie nicht beachtet oder anders gedeutet hatte. Ab diesem Moment begann ich "Frauen & Macht" unter einem noch anderen Gesichtspunkt zu lesen, nämlich meiner eigenen Erinnerung.

Der Text des Buches ist wirklich nicht lang, kurzweilig, interessant und inhaltsreich. Beard beschränkt sich aufs Wesentliche, stellt Vergleiche an, zieht Beispiele in ihre aktuellen Überlegungen mit ein und macht das Problem von "Frauen & Macht" verständlich.

Sie plädiert für eine neue Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft, die Abkehr von antiken Verhaltensweisen und eine weltoffenere Sicht, alles Dinge, die auch mich erfreuen würden.

Auch ihr Einwand, dass so manche Frau nur mit Macht ausgestattet wird, um ihr Scheitern zu beobachten und dieses dann erneut zu instrumentalisieren, fand ich äußerst spannend und bei genauer Überlegung finde ich auch darfür Beispiele in meinem Umfeld.

Beard zeigt auf, dass es selbst in der heutigen Zeit immer noch nötig ist, sich als mächtige Frau der Männerwelt anzupassen, sie bringt hier Clinton und Merkel als Beispiel, wie sie in sehr männlicher Geste sich mit Hosenanzügen bekleidet begrüßen und Beard hat auch hier Recht, könnte auch nur eine von uns sich vorstellen, wie die Szene wirken würde, stünden dort nicht Merkel und Clinton, sondern zwei sehr weiblich gekleidete Frauen, die ihre Reize nicht in Hosenanzügen verstecken, sondern betonen? Natürlich wäre klar, was die Presse schreiben würde, die Sachebene wäre sofort verlassen und die Optik ein Thema. Ach ich könnte noch so viel dazu schreiben, mir so viele Gedanken dazu machen, wie sehr mich diese Rollenbilder und Vorgaben unserer Gesellschaft traurig und müde stimmen, aber ich will zum Ende kommen und dieses Büchlein einfach jedem (durchaus auch Männern oder gerade diesen) ans Herz legen, die glauben, es sei doch alles fein, wir hätten Wahlrecht und Frauenquoten und alles ist auf einem guten Weg.... ist es nicht. Wir haben einen langen zu Weg zu gehen und auf unseren Highheels kann der ganz schön beschwerlich werden. 

Ich persönlich bin übrigens zu meinem Auswahlgespräch sehr bewußt im Rock erschienen.... ohne Mary Beards Buch wäre ich vermutlich wie alle anderen meiner Mitbewerberinnen im blaugrauschwarzen Hosenanzug aufgelaufen. Ob es was nutzt oder geschadet hat? Noch weiß ich das nicht... wir werden es sehen.

Mein Interesse am Feminismus ist auf jeden Fall erstmal geweckt und ihr werdet hier in Zukunft weitere Rezensionen dieser Art lesen.

Gerne dürft ihr mir auch Bücher dieser Art empfehlen, ich fühle mich gerade wie ein Schwamm, der aufsaugt, was ihm vorgesetzt wird und filtert, was für ihn wichtig und relevant ist.

Beards Buch war es und hübsch ist es noch dazu, um mal eine gänzlich weibliche Beurteilung loszuwerden.

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CraSy Mosaik – Socken

Sylvie Rasch
Flexibler Einband
Erschienen bei Christophorus Verlag, 01.02.2018
ISBN 9783841065193
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit einiger Zeit ist nun auch das Sockenbuch von CraSy Sylvie erschienen im Christophorus Verlag auf dem Markt und natürlich habe ich auch hier einen Blick rein geworfen. Zusätzlich zu meinen üblichen Strickstücken habe ich ja immer auch ein paar Socken auf den Nadeln. In Deutschland kostet das Buch 12,99 €uro.

Im neuen Buch geht es also explizit um Mosaiksocken und auch darum, wie man diese mit dem Addi CraSyTrio (Amazon Affiliate Link) am Besten strickt. Dieses 3er Nadelspiel mit den flexiblen Nadeln nutze ich selbst ja auch seit erscheinen und bin immer noch sehr angetan, da ich das wesentlich besser und angenehmer zu stricken finde, als ein starres Nadelspiel und tatsächlich auch besser als das Sockenwunder. Wer natürlich mit dem Nadelspiel keine Probleme hat, der braucht auch kein CraSyTrio, wer aber damit noch nie so recht zufrieden war, der sollte sich die Nadeln auf jeden Fall mal ansehen. Mein Strickergebnis ist damit sehr viel regelmäßiger und besser, als mit einem Nadelspiel.

Im Buch findet ihr einen aus meiner Sicht sehr gut bebilderten Kurs, wie die CraSyTrio anzuwenden sind. Das ist wirklich gut erklärt und leicht verständlich. wer sich noch nie an Socken herangetraut hat, kann hier definitiv die Scheu verlieren und sich an den Bildern gut entlang hangeln.

Zusätzlich zum bebilderten Kurs findet ihr 18 Sockenmuster im Mosaikstil im Buch. das finde ich im Vergleich zum Preis relativ viel, wenn man sich überlegt, dass man für einzelne Sockenmuster im Moment bei Ravelry teilweise 3-4 Euro hinlegt.

Die 18 Muster haben jeweils eine Doppelseite für sich, auf einer Seite findet sich ein großes Foto, auf dem man das Muster wirklich gut erkennen kann, auf der anderen Seite findet ihr dann die Anleitung und Beschreibung.

Grundsätzlich ist das Buch wie ein Baukasten aufgebaut, aus dem ihr euch eure Sockenteile zusammensuchen könnt und so findet jeder, die für ihn perfekt passende Variante zum Stricken seiner Mosaiksocken.

Es werden jeweils 3 Varianten für Bündchenmuster, Fersen und Sockenspitzen vorgestellt, die man alle miteinander kombinieren kann und die gut erklärt sind. Hier hätte ich mir das ein oder andere Foto mehr gewünscht, da das ja elementare Dinge des Sockenstrickens sind und ich hier gerne genauer die Unterschiede der Varianten auch schon auf einem Foto erkannt hätte.

In einem kleinen Exkurs wird außerdem der Unterschied zwischen glattrechten und krausrechten Mosaikmustern erläutert. Ich persönlich hab keine Probleme mit linken Maschen und fand das daher nicht ganz so wichtig, für Leute, die eine linke Maschenphobie haben ist es aber bestimmt gut zu wissen, dass die Muster auch in der glattrechts gestrickten Runde funktionieren.

Gefallen hat mir auch, dass sie sich nicht auf das Mosaikmuster am Schaft beschränkt, sondern auch Angebote macht, wie man das Muster am Fuß fortführen kann oder hier kleine Punkte einstrickt, etc. Das fand ich toll. Bei jeder Anleitung ist genau angegeben welche Variante in welcher Kombination von Bündchen, Ferse, Spitze und Fußmuster hier gezeigt wird, das fand ich sehr hilfreich, so kann man exakt nachstricken oder eben das abwandeln, was einem anders besser gefällt. Durch die unterschiedlichen Farbgebungen bekommt man auch eine gute Idee, wie was am Besten wirkt und was einem selbst gut gefällt.

Meine Lieblingssockenvariante ist natürlich die mit der Katze, die Knitty Kitty Socken werde ich auf jeden Fall nachstricken, da freut sich auch Frau Katze schon drauf. Frau Feierabend sagt in ihrer Rezension, dass sie die figürlichen Muster nicht so stark fand, wie die Geometrischen. Ich seh das etwas anders, mir gefallen auch die Dinosocken gut und der kleine Ägypter ist auch gut zu erkennen, finde ich. Bei Mosaik muß man einen Schritt vom Muster weggehen, dann erkennt man es viel besser. Die Entfernung erweitert da irgendwie den Blick, ist mein Eindruck.

Und jetzt husch husch… Mosaiksockenstricken!

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Und wie soll man das essen?

Ashley Blom , Susanne Philippi , Sabine Albrecht-Kriews , Lucy Engelmann
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.02.2018
ISBN 9783832199340
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich stehe ja total auf Benimmbücher und Foodliteratur, hier haben wir also eine Kombination aus beidem.

Ashley Blom vom Blog ForkingUp.com hat sich unsere ausgefalleneren Lebensmittel vorgeknöpft und kleine Tutorials geschrieben, wie man sie zubereitet und ißt.

"Und wie soll man das essen?" ist im Dumont Buchverlag erschienen.

Das fängt an mit "Hummer essen", "Kumquats essen" über "Wachteln essen" hin zu "Ein Weinglas halten" bis man bei "Essen zurückgehen lassen" endet. Ihre Beschreibungen sind simple und einfach gehalten, gut struktuiert und leicht verständlich. Wer nach der Lektüre noch nicht, weiß, wie man eine Avocado richtig schneidet oder ein Hühnchen sinnvoll tranchiert, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die Illustrationen sind dabei zwar hilfreich, ich fand die Texte aber wesentlich gelungener und oft auch recht witzig. Das war unterhaltsame Lektüre mit Mehrwert. Na klar, wer bereits von Mama erklärt bekommen hat, wie das mit dem Hummerknacken geht oder noch nie ein Problem darin sah, wie er diese Kumquat denn nun am Besten ißt, weil er immer alles ganz in den Mund steckt, der braucht dieses Buch nicht, wer sich aber gerne mit den Dingen, die er ißt auseinandersetzt, sie begreifen möchte und bei dem es Zuhause vielleicht eher nicht die exotischen Früchte zu Essen gab, wie wir sie heute aus dem Supermarkt kennen, der hat hier ganz sicher seine Freude dran.

Neben den Hinweisen zum richtigen Essen, findet sich auch eine Menge sinnvolles Nebenbeiwissen im Buch, sei es, wie man den Reifegrad einer Frucht feststellt, wie man Käse am Besten verkostet, wie man eine Kokosnuss am Besten öffnet und vieles mehr.

Manches wurde mir ein bißchen zu allgemein abgehandelt, der Punkt "Insekten essen" hätte durchaus in Würmer und Käfer/etc. aufgeteilt werden können und nicht ganz so allgemein abgehandelt werden können. Andererseits ist das auch etwas, was man wohl eher selten ißt.

Etwas irritierend fand ich den Punkt "Einen Schweinekopf essen", keine Ahnung wo man das macht und ob ich das je tun werde, aber hier fand ich die Beschreibung eher weniger gelungen. Sehr gut war dann hingegen wieder der kleine Exkurs zum Thema Nüsse knacken.

Ihr seht, das Buch ist wirklich vielfältig und abwechslungsreich. Für Foodlover ein nettes Mitbringsel und bei mir lag es eine ganze Zeit auf dem Sofatisch und wurde eigentlich ständig von irgendewem zur Hand genommen und so entstanden tolle Gespräche.

Gute Unterhaltung!

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Mosaik-Muster stricken (kreativ.kompakt.)

Tanja Steinbach
Flexibler Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Frech, 12.02.2018
ISBN 9783772468223
Genre: Sachbücher

Rezension:

In einer der ersten Folgen des Frickelcast, habe ich gelernt, was Mosaikmuster sind. Frau Feierabend hat mir erklärt, dass es sich dabei um mehrfarbige Muster handelt, die durch Hebemaschen entstehen und bei denen man ohne großes Fadengewirr ganz einfach mit zwei oder mehr Farben stricken kann.

Aktuell stricke ich ja ein solches Mosaiktuch für Sylvie Rasch als Modellstrick und habe wirklich Spaß, das ist einfach, das kann man auch als Anfänger gut handhaben und das Ergebnis ist toll. Das sieht super aus und ist wirklich sehr viel leichter als Fair-Isle oder Jacquard.

Jetzt gibt es ein neues Büchlein mit Anleitungen von Tanja Steinbach zum Thema Mosaik und während ich bisher nur Mosaiktücher und Mosaiksocken kannte, finden sich hier noch weitere Dinge, in die Tanja ein Mosaikmuster eingebaut hat.

Das Büchlein ist broschiert und hat 48 farbig bedruckte und gut bebilderte Seiten, außerdem jeweils vorne und hinten eine Klappe, in der zum einen erklärt wird, wie Mosaikmuster gestrickt werden, hier finden sich auch Tipps zur Maschenprobe, Material und Maschenmarkierern, zum anderen findet sich hier auch das Inhaltsverzeichnis. Hier hätte ich mir vielleicht gewünscht, dass man bereits im Verzeichnis sehen kann, ob es sich bei Morgennebel um Handwärmer handelt oder um eine Mütze.

Die Anleitungen im Buch sind mit einer Wertung für den Schwierigkeitsgrad versehen, ich habe natürlich nicht alle ausprobiert, aber ich fand die Einschätzung recht zutreffend. Im Großen und Ganzen waren die Muster alle gut verständlich und nachvollziehbar erklärt.

Die empfohlenen Garne sind alle samt von Lana Grossa (Amazon-Affiliate-Link), also qualitativ hochwertig, aber nicht zu teuer. Mir gefielen sie alle, abgesehen von Alpaka, aber das ist halt mein persönliches Problem, wegen der Allergie.

Kurze Aufzählung der Projekte:

Morgennebel - Handwärmer

Ich mag Stulpen ja sehr gerne und hier gefallen mir gut. Ich würde sie eventuell ein bißchen kürzer stricken und könnte mir vorstellen, dass man hier Wollreste sehr gut verwerten kann. (Schwierigkeitsgrad einfach)

Fernweh - halbrundes Schaltuch

Das tuch hat mir auch gut gefallen, es wird einfarbig gestrickt, abgesehen von der Mosaikkante, die ich schön geometrisch fand. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Seelenwärmer

Eine schöne mit großem Muster versehene Strickjacke, gefällt mir sehr gut, wird aus dickem Garn gestrickt und ist daher sicher rasch fertig. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Rosenduft

Ein Cowl mit Mosaik und Lochmuster, der gefällt mir sehr, ich steh grad total auf Cowls, weil mein eigenes Design dazu ja auch gerade rausgekommen ist. Der hier ist schön groß und kuschelig. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Kaminfeuer

Ein riesiges Kuscheltuch aus 350 g sehr kuscheligem Garn mit einer tollen Musterkante. Gefällt mir sehr gut und wirkt sehr leicht zu stricken, den Schwierigkeitsgrad hätte ich hier eher auf einfach eingeschätzt. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Glanzstück

Eine Kissenhülle mit Tasseln, ich muß gestehen, die ist nicht so mein Fall, aber das liegt daran, dass ich Kissenhüllen nie sonderlich super finde. (Schwierigkeitsgrad einfach)

Wohlgefühl

Eine Kuscheldecke / Babydecke mit einem einfachen, aber eingängigen Muster, aus sehr dickem Garn, damit man nicht zu lange damit beschäftigt ist. Mir gefällt sie sehr gut. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Fantasiereise

Ein ganz toller Schal, der sich sehr gut für Farbverlaufsgarne eignet. Hier bin ich ziemlich sicher, dass ich diesen Schal stricken werde, der gefällt mir sehr gut und ich hätte passendes Garn hier liegen. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Kopfarbeit

Eine schöne, aber schlichte zweifarbige Mütze mit einem tollen Spiralmuster. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Mann von Welt

Ein Herrenschal, was auch immer das sein mag, ich würd den auch anziehen, aber vermutlich würde ihn tatsächlich sogar auch der Mr. Jetztkochtsie tragen. Auch hier würde sich ein Farbverlauf toll eignen. Gefällt mir ebenfalls (Schwierigkeitsgrad einfach)

Glücksgefühl

Eine hübsche Mütze, die gut zu den Handwärmern am Anfang passt. (Schwierigkeitsgrad einfach)

Rundlauf

Ein Loop, der recht eng anliegt und einen schönen warmen Hals macht. Hier entsteht das Muster sogar aus drei Farben und es ist wirklich sehr effektvoll. (Schwierigkeitsgrad einfach)

Regenbogenbunt

Ein Sockenmuster mit Mosaikmuster rund um die Socke, da bin ich gespannt, ob das nicht zu eng wird und sich stark zusammenzieht. Aber es sieht super aus und reizt mich als eines meines nächsten Muster sehr. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Verflechtungen

Nochmal socken, diesmal in einem sehr regelmäßigen und einfachen Muster, das aber sehr modern und schick wirkt. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Allroundtalent

Ein wirklich sehr schönes zweifarbiges Tuch mit wechselnden Mustern und Mittelmasche. Sehr schön und trotz des Schwierigkeitsgrads schwer, nicht so kompliziert zu verstehen.

Reiselust

eine Mütze mit Bommel aus dickem Garn mit Bündchen und Muster. Sehr schick. Gefällt mir ebenfalls gut und ist flott gestrickt. (Schwierigkeitsgrad mittel)

Viele Anleitungen sind nur eine Seite lang, trotzdem steht alles drin, was man benötigt, die Charts sind gut zu lesen und mit geläufigen Symbolen versehen. Ich hatte nirgendwo Verständnisprobleme und habe mich gefreut, häufig auch Schemazeichnungen zu finden, die zeigen, welche Form das Tuch später in ausgebreiteter Form haben wird.

Das Buch richtet sich sicher nicht an den kompletten Anfänger, ist aber von diesem mit ein wenig Nachdenken und ausprobieren auch locker und gut zu nutzen. Die Sockenmuster werden mit Ferse und Spitze erklärt, man hat eine Größentabelle und mir gefällt die optische Gestaltung sehr.

In den Anleitungen sind wirklich alle Informationen enthalten, die man zum sofort Losstricken benötigt. Dank der Klappbroschur kann man das Buch auch gut während des Strickens neben sich liegen haben und immer wieder rein blicken und findet die aktuelle Seite gut wieder. Damit man nicht immer blättern muß, liegt ein Musterbogen bei. Hier muß ich leider ein wenig Kritik üben, die Idee ist super, aber der Musterbogen kam bei mir schon leicht zerknittert an, mehrmals genutzt, kann man den vermutlcih entsorgen, hier hätte ich mich über ein laminiertes Kärtchen oder Karton mehr gefreut.

Für das was geboten wird, nämlich 16 ausführliche Anleitungen mit Charts und Erklärungen, ist der Preis von 9,99€ aus meiner Sicht sehr erschwinglich, ein zwei Euro mehr hätten nicht weg getan, wenn dann dafür dann das Musterkärtchen stabiler gewesen wäre.

Fazit:

Ein wirklich gelungenes Buch mit verschiedensten und abwechslungsreichen Mosaikmustern. Gut erklärt und anschaulich fotografiert. In verschiedenen Schwierigkeitsgraden und mit guten, aber kurz gehaltenen Erklärungen.

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146 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

malerei, haruki murakami, murakami, japan, idee

Die Ermordung des Commendatore Band 1

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 25.01.2018
ISBN 9783832198916
Genre: Romane

Rezension:

Als großer Murakami-Fan war ich sehr gespannt auf seinen neuen Genie-Streich und sehr erfreut, als ich das Buch bereits vorab in den Händen halten durfte.

Auch die Aktion des Dumont Buchverlags auf Twitter zum Erscheinen fand ich fantastisch, hier fand ein toller Austausch unter Lesern, Verlag und Buchbloggern statt, das hat mir wirklich Spaß gemacht.

Noch mehr Spaß hatte ich beim Lesen und wenn ich beim Lesen Freude empfinde, dann lese ich sehr langsam. Deshalb erfolgt diese Rezension auch erst jetzt, denn ich habe erst vor 4 Tagen die letzte Seite umgeblättert und den letzten von Murakamis Sätzen genossen.

Übersetzt wurde sein Werk erneut von Ursula Gräfe deren Übersetzung ich wirklich sehr schätze. Hier stolpert man nirgendwo über schlecht gewählte Wort, sondern hier paßt alles bis ins kleinste Detail, danke dafür, dass mir so die Lektüre dieses fantastischen Autors möglich gemacht wird.

Mittlerweile sind meine Ansprüche an Murakamis Bücher sehr hoch, ich erwarte bei jeder Neuererscheinung, Neuübersetzung den großen Wurf, etwas unter "Super" lasse ich ihm nicht durchgehen und er hat es tatsächlich auch diesmal geschafft, meine hohe Erwartung zu übertreffen. Sanft und vorsichtig gleitet man in diese Geschichte hinein, fühlt sich sicher und schaut diesen Menschen in seinem Buch beim Leben zu und dann plötzlich ganz zart packt einen eine kühle Hand und reißt einen ins das Buch rein, so dass man aus der Geschichte nicht mehr herausfindet und Seite um Seite umblättert und liest und mitfühlt, hofft, bangt und zaudert, fühlt das Esoterische, die Magie, den Wahnsinn und die Gedanken und Träume.

Murakami gelingt es wie keinem anderen Autor mich zu fesseln und in seine Geschichte einzuweben, ich fühle mich bei ihm verstanden und gut aufgehoben. Meine Sonderlichkeiten erscheinen normal und seine Figuren machen es mir leicht, sie zu mögen oder zu verabscheuen. Ich folge Ihnen gernen auf ihren Wegen, die nicht immer die meinen wären, die mir aber neue Horizonte eröffnen.

Natürlich war auch ich ein bißchen böse, als Band 1 dann mit so vielen offenen Gedanken in meinem Kopf endet, aber eigentlich versüßt es mir so die Zeit bis Band 2 erscheinen wird, denn ich schiebe in meinem Kopf Fortsetzungsideen hin und her, überlege was sein könnte, was gewesen ist und ja, es ist ein bißchen fies dieses Buch aufzuteilen, aber es hat mich nicht so geärgert, wie es das sonst bei anderen Autoren täte.

Die Geschichte um den Portraitmaler in den Bergen, mit allem was ihm dort fehlt, was ihn umgibt und umtreibt war für mich ein wirkliches Geschenk, ich habe seine Einsamkeit gefühlt, seine Zweisamkeit genossen (niemand schreibt erotische Szenen so gut, wie Murakami, NIEMAND!) und seine Ängste und seinen Mut bewundert.

Ich halte mich absichtlich vage in meinen Beschreibungen, denn ich möchte den Lesern nicht zu viel verraten, einzig, es lohnt sich. Kaufen, lesen, einlassen, wegdriften, genießen, jeden Satz, jedes Wort, immer wieder.

Danke!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Lonely Planet Reiseführer Die Welt


Flexibler Einband
Erschienen bei MAIRDUMONT, 29.09.2017
ISBN 9783829745550
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lonely Planet Reiseführer schätze ich sehr, ich finde, ihnen haftet immer so ein wenig Backpacker-Freiheits-Nomaden-Duft an und sie sind häufig sehr viel mehr auf junge Reisende ausgelegt, als andere Reiseführeranbieter, auch wenn sich da auf dem Markt gerade einiges tut.

Da Buch hat das übliche Lonely Planet Format und ist natürlich deutlich dicker, als jeder andere Reiseführer. Das Wackelbild vorne drauf ist gelungen und zeigt je nach Kipprichtung die westliche oder östliche Hemisphäre, das gefällt mir, ich mag solche netten kleinen Spielereien.

Meine Rezension bezieht sich auf die zweite Ausgabe dieses Mammut Reiseführers.

Vorne befindet sich ein Inhaltsverzeichnis. Beginnend mit dem Kapitel "Einmal rund um die Welt", "Weltkarten", "Gut zu wissen", 'Wie wär's mit?" und Reiserouten. Danach folgen in alphabetischer Reihenfolge die Länder dieser Erde, angefangen mit Afghanistan, über Brunei Darussalam, Macao, Pitcarininseln und Thailand bis nach Zypern. Am Ende des Buches befindet scih ein Register und die Danksagung.

Sehr gut hat mir die alphabetische Gliederung gefallen, die es einfach macht auch unter 221 Ländern, zu finden, was man sucht. die Länder sind alle farblich gedruckt und so erkennt man auf welchem Kontinent sie sich befinden, falls man dies nicht weiß. Auch das fand ich gut, denn ich kann noch ziemlich sicher sagen, dass der Oman in Asien ist, Guam hätte ich aber zum Beispiel nicht sicher verorten können und Vanuatu hab ich tatsächlich noch nie gehört. Da fand ich den Farbcode für Africka, Amerika, Antarktis (ok, da befindet sich nur Antarktika, aber wir wollen ja vollständig sein), Asien, Australien/Ozieanien und Europa sehr gut.

"Rund um die Welt" ist ein kurzes Vorwort, das Lust aufs Reisen macht sich auf Sehenswürdigkeiten, Städte und Naturwunder allgemein bezieht. Danach folgen Weltkarten (topografisch und politisch), die aber wirklich nur der groben Übersicht dienen. Hat mir aber gefallen, da ich zur Navigation ohnehin eher eine App nutze, als eine Karte.

Im Abschnitt "Gut zu wissen" gibt es alles an Fakten, was man sich als Weltreisender wünscht, eine Übersicht über Zeitzonen, Wechselkurse (grob), zu den gesprochenen Sprachen, notwendige Visa oder Reisedokumente. Nice to know und recht allgemein gehalten, es wäre aber ja auch schwierig hier für die ganze Welt allgemein gültige Fakten nieder zu schreiben.

"Wie wär's mit" hilft einzusortieren, was einen interessiert, was man tun möchte und erwartet.

So gibt es hier die Kategorie "Wie wär's mit Strandparadiesen?", "...kulturellen Events?", "...Abenteuer?", "...Naturwundern?" und einigem mehr. Dazu passend werden dann Reiseziele genannt und kurz umrissen. Um zu planen, was man sehen möchte, wohin man reisen möchte und was man erleben will, fand ich das sehr praktisch und eine Nette Art sich den teilwese ja doch sehr fremden Ländern zu nähern.

Dann folgt ein Abschnitt mit Reiserouten für die Reise auf jeweils einem Kontinent. Genaue Zeitangabe, Start und Zielpunkt und Vorschläge für Zwischenstopps. Leider hier sehr kurz gehalten, das hätte ruhig ein wenig intensiver beschrieben werden können. Von 2- 6 Monaten Reisezeit ist alles dabei.

Anschließend kommt der Haupteil, jedes Land wird kurz vorgestellt, die wichtigsten Fakten vermittelt und Highlights beschrieben. In einem kleinen Kästchen wird die beste Reisezeit genannt, was ich ein wirklich gutes und übersichtliches Feature fand. Dazu eine Karte und das war es auch schon. Jedem Land wird mindestens eine Doppelseite gewidmet, vielen Ländern auch mehr. Hier wird sich wirklich auf die notwendigen Fakten und Empfehlungen beschränkt. Die Informationen sind absolut ausreichend, um sich einen groben Überblick zu verschaffen und zu entscheiden, will ich dorthin oder will ich es nicht. Genau dafür ist das Buch aus meiner Sicht auch super geeignet. Die Reiseplanung über mehrere Länder hin weg und über verschiedene Kontinente länger am Stück. Für Details zu bestimmten Ländern, wenn man sich dann entschieden hat, wo die Reise hingehen soll, kann man sich sicherlich noch weitergehende Literatur besorgen, aber um abzustecken, was man sehen will, in welche Richtung es gehen soll und zur Vermittlung erster Informationen fand ich den Lonely Planet wirklich super. Mich hat er auf jeden Fall animiert auch mal outside the box zu denken und über Reiseziele nachzudenken, die eher nicht auf der normalen Ferienliste stehen.

Mir hat der Lonely Planet "Die Welt" wirklich extrem gut gefallen. Das ist ein Nachschlagewerk und sicher auch für ältere Kindere bereits toll, sich anzusehen, was es auf unserer Erde alles gibt.

Daumen hoch, ganz große Empfehlung.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Traumhafte Tücher häkeln und stricken

Tanja Osswald , Sabine Fritz
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.12.2017
ISBN 9783746036441
Genre: Sachbücher

Rezension:

An Tanjas Designs schätze ich vorallem die immer modernen Designs und die sehr coole Optik, die mit verstaubten alten Häkelsachen von Oma rein gar nichts mehr zu tun hat. Ich bin ja eher nicht die Häkelbiene, wenn ich auch zum Handarbeiten erstmal über das Häkeln wieder hin gefunden habe, aber Tanjas Sachen machen mir immer wieder Spaß und gefallen mir gut.

Ihre Mitautorin Sabine Fritz kannte ich tatsächlich gar nicht, habe sie aber auf der Bonnkreativ zufällig getroffen, wo sie mit ihrem Wollladen "Freche Wolloase" einen Stand hatte.

Im Buch ist Tanja für die Häkeltücher und Sabine für die Stricktücher zuständig.

Das Buch ist über BoD verlegt worden und über jede Buchhandlung oder Amazon bestellbar.

Ich persönlich bin ja eher kein Fan von Books on Demand, kann aber verstehen, dass man sich für ein Nischenprodukt, wie ein Handarbeitsbuch für diese Variante entscheidet. Dem Käufer sollte allerdings klar sein, dass er hier zum verhältnismäßig hohen Preis ein Taschenbuch mit sehr einfacher Bindung erhält. Das ist der Tatsache geschuldet, dass eben in geringer Auflage produziert wird und die Autoren die Kosten selbst tragen und kein Verlag mit Lektorat und großer Marketingabteilung zwischen geschaltet ist. Mich persönlich hat das hier in diesem Fall nicht gestört.

Das Buch enthält 19 Anleitung für komplette Tücher, damit rechnet sich für mich der Preis wieder und ist vollkommen in Ordnung. Alle Anleitungen sind mit Bildern versehen, so dass jeder kompliziertere Arbeitsschritt sehr gut erklärt wird. Bei den Tüchern ist für jede Schwierigkeitsgrad etwas dabei, Anfänger wie Fortgeschrittene werden hier fündig. Dabei erfolgt die Aufteilung anhand der benutzten Garne. Zu jeder Garnsorte gibt es mindestens ein Häkel- und ein Stricktuch.Für Mohair, Seide und Lace sogar ein wenig mehr.

Die Anleitungen sind immer mit einem guten Bild des Tuches versehen, so dass man vorher genau sieht, wie es hinterher aussehen wird. Außerdem sind die Erklärungen sehr gut und leicht verständlich, Begriffe und Abkürzungen werden im hinteren Teil des Buches erwähnt. Neben dem ausgeschriebenen Teil der Anleitung, findet sich auch eine Häkel- oder Strickschrift bei den Anleitungen. Hier ein kleiner Kritikpunkt von mir, die Symbole der Strick- und Häkelschrift waren selbstgewählt und für mich so nicht geläufig, daher hätte ich mir jeweils immer eine Erklärung an der Strick- / Häkelschrift gewünscht, damit ich nicht nach hinten blättern muß, wo sich die Legende der Symbole befindet. Hat man sich darauf aber einmal eingelassen, kommt man gut mit den Schriften klar. Ich als Brillenträgerin, hätte sie mir hier und da etwas deutlicher oder größer gewünscht, aber das ist Genörgel auf hohem Niveau.

Gut fand ich die genauen Angaben zum Garn, welches natürlich immer aus den Färbetöpfen der "frechen Wolloase" stammt. Natürlich kann man auch jedes andere Garn nutzen, aufgrund der detaillierten Angaben kann man sich das dann schön überlegen und aussuchen. Gut finde ich auch, dass immer die Endgröße des Tuches nochmal in cm angegeben ist, so kann man bereits absehen, ob es ein großes oder eher kleines Tuch wird und ob man die Form auf diese Art mag.

Sehr gut fand ich auch, dass verschiedenste Tücher, Loops und Schalformen im Tuch vorkommen, es handelt sich also nicht nur um Dreieckstücher, sondern wirklich hübsche uns ausgefallene Formen, die dennoch sehr tragbar erscheinen.

Die Druckqualität der Bilder ist aus meiner Sicht sehr gut. Sie sind hell genug und man kann die Farben und detaillierten Muster gut erkennen.

Nach dem Anleitungsteil findet sich ein gut bebilderter Technikteil im Buch, wo besondere Techniken noch mal genau erläutert werden. Das hat mir sehr gut gefallen und war leicht verständlich erklärt und die Bilder sind hier wirklich sehr gut und auf den ersten Blick zu erfassen, worum es geht.

Mir hat vorallem der Loop "Scholar" gefallen, außerdem der Möbiusschal "Prinzessin" und das Tuch "von Katzen umschmeichelt". Wer sich vorher alle Tücher mal ansehen möchte, es gibt für alle eine Seite bei Ravelry, die man leicht findet, wenn man nach Tanja Osswald oder Sabine Fritz sucht.

Wer also 19 schöne Tuchanleitungen sucht, Häkeln und Stricken möchte, der ist hier sicher gut aufgehoben. Kleinere Abstriche muß man eben bei der Buchbindung machen, was ich aber gerne tue, weil hier eben das Geld direkter an die Autorinnen fließt, als bei einem großen Verlagshaus und diese auch deutlich mehr Arbeit mit dem Buch hatten. Hier steht kein großes Fototeam dahinter, kein Lektorat und auch kein Designer oder Layouter, das wurde hier alles mit viel Liebe selbst gemacht und das spürt man auf jeder Seite. Trotzdem ist es absolut professionell, Fehler oder Schnitzer sind mir beim Lesen nicht aufgefallen und die Bilder und das Layout sind stimmig.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

MARCO POLO Beste Stadt der Welt - Köln 2018 (MARCO POLO Cityguides)

Ralf Johnen , Ingo Neumayer
Flexibler Einband
Erschienen bei MAIRDUMONT, 18.10.2017
ISBN 9783829708760
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich persönliche schätze ja Reiseführer der etwas anderen Art, so fand ich zum Beispiel ja „Mach’s in Köln“ super oder auch 50 Maps New York.

Seit kurzem gibt es von Marco Polo die „Beste Stadt der Welt“-Reihe Berlin, Köln, Stuttgart, Wien, München und Frankfurt kann man da kaufen. Ich habe Berlin und Köln hier liegen. Weil Köln meine Wahlheimat ist und Berlin zu den Städten gehört, die ich einfach unwahrscheinlich mag. Na gut auch ein bißchen, weil es so schön zu unserem neuen Podcast dem Frickelcast paßte, bei dem ja ich aus dem Kölner Umland sende und Stefanie Feierabendfrickeleien aus Berlin zugeschaltet ist.

Ich habe mir also „Die beste Stadt der Welt – Köln“ und „Die beste Stadt der Welt – Berlin“ angesehen. (Affiliate Links)

Aufgebaut sind die Bücher ähnlich wie die normalen Marco Polo Reiseführer, nur ein wenig netter und hübscher designed, mit weniger Augenmerk auf die typische Touristik und etwas frecher und jünger in der Sprache. Außerdem fehlt die übliche Übersichtskarte am Ende, stattdessen gibt es einen sehr coolen und schön gestalteten Wandkalender mit Veranstaltungstips. Das ist aus meiner Sicht sehr gelungen und gefällt mir gut.

Im Einband finden sich die 10 Marco Polo Insider Tipps, für Köln beispielsweise eine Kaffeerösterei, ein Wellnesstempel und Streetfood, für Berlin das Essen im Nilpferdhaus des zoologischen Gartens, Base Flying und Spätstück. Ihr merkt, diese Reiseführer sind ganz klar eher auf jüngeres Publikum ausgerichtet.

Innen drin ist der Reiseführer in 7 Teile aufgeteilt. Alltagshelden Montag bis Freitag, Feieralarm, Wochenende – ganz gediegen, unterwegs mit, Hunger? Gegessen!, Essen? geht auch und zu guter Letzt „Die Jahreszeiten im Stadtviertelcheck.

Man startet also mit den Alltagshelden, da geht es los mit Frühstückslocations mit dem gewissen Etwas, Lunchtime, Kaffeekatsch und dem Abendessen. Die Tipps hier waren alle samt sehr aktuell, sehr gut und nicht zu abgehoben teuer. Viele der Vorschläge aus Köln, „Zum scheuen Reh“, „Zeit für Brot“, Roonburg und co empfehle ich selbst häufig. Die Empfehlungen für Berlin waren mir fast alle neu, was ich als sehr erfrischend empfand, als immer wieder die gleichen Empfehlungen in jedem Reiseführer zu lesen.

Es folgt der Feieralarm, der sich gliedert in Grundlagen schaffen, Vorglühen, Clubhopping, Mädelstour und noch ein paar Rubriken mehr. Auch hier findet man neben den Klassikern, wie Wurst Willy, auch neuere Empfehlungen, etwas schade fand ich, dass man sich hier teilweise wiederholt und Empfehlungen aus dem ersten Abschnitt erneut benennt, das wäre nicht nötig gewesen.

Sehr gut haben mir hier die Vorschläge für Feiertouren gefallen. Wo startet man, wo geht man wann hin, wo kann man wirklich lange tanzen, das war wirklich sehr cool und schön gezeichnet.

Im Abschnitt Wochenende – ganz gediegen geht es weiter, leider hier für mich sehr Foodlastig, da hätte es ruhig auch ein wenig Kultur geben dürfen. Schön hingegen die Ideen für einen Regentag, da war aus meiner Sicht für jeden was dabei. Ähnlich cool auch die Vorschläge für Ausflüge außerhalb der Stadt.

Im Abschnitt „Unterwegs mit…“ ist man wieder kreativ, mit den kleinen Monstern, den Schweigermonstern, Hasi oder auch den Freunden, für alles gibt es Ideen. leider auch hier für mich zu viel Essen. zu wenig Kultur und Unterhaltung, das ging nochmal besser, finde ich. Essen ist wichtig, keine Frage, aber eben nicht alles.

Auch im Abschnitt Hunger? Gegessen! Geht es wieder ums Essen, sicher nicht schlecht und mit sehr guten und auch außergewöhnlichen Empfehlungen, von denen ich mir sehr viele notiert habe. Hier gibt es dann aber auch Empfehlungen zur sportlichen Betätigung. Sehr gelungen.

Besonders habe ich mich hier auch das Munchs Hus zu finden, wo ich ja schon zweimal Speisen war und es war echt fantastisch. Sehr sehr lecker, eine große Empfehlung für alle Berlinbesucher. Oder auch in Köln das Fishermans und Josephs, beides eher für den größeren Geldbeutel, aber sehr gut. Enttäuscht hat mich, den vierten König nicht zu finden, das für mich derzeit beste Restaurant in Köln.

Kurz, ein sehr foodlastiger Reiseführer, der sehr modern gehalten ist und vorallem für junge und hippe Reisende oder auch Einheimische ausgelegt ist, die ihre Stadt neu entdecken wollen. Mir hat das wirklich sehr gut gefallen, hat meinen Geschmack getroffen und trotz kleinerer Mäkeleien würde ich das als Vorbereitung auf eine Reise oder auch als kleines Mitbringsel absolut empfehlen. Vorallenm das Design fand ich sehr ansprechend. Das lockert auf und macht Spaß.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Meeresrauschen

Marion Hahnfeldt , Elke Weiler , Stefanie Sohr , Jutta M. Ingala
Fester Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 05.10.2017
ISBN 9783770182213
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bereits vor einiger Zeit habe ich den wunderschönen Bildband "Meeresrauschen" von Dumont erhalten.

Ich habe ja eine etwas gespaltene Einstellung zu Wasser. So lange ich mich nicht im Wasser, sondern nur in der Nähe oder darauf befinde, ist alles gut. Ich liebe es, dem Meer zu zusehen, ich schaue auch gerne Dokumentationen über das Leben im Wasser, ich liebe Teiche und den Wind am Strand, was ich nicht kann, ist auch nur einen Zeh ins Wasser zu strecken. Das kostet mich wirklich Überwindung, sogar im Schwimmbad fühle ich mich unwohl und zwar nicht nur da, wo ich nicht stehen kann, sondern selbst im Fußbecken, wo mir das Wasser gerade mal bis zum Knöchel reicht. Ich habe keine Ahnung woran das liegt. Ich bin nie fast ertrunken, ich kann schwimmen (leidlich gut) und ich habe auch sonst keine schlechten Erfahrungen mit Wasser gemacht, trotzdem liebe ich das Meer sehr viel mehr, wenn ich mich nur am Rand befinde und ihm zusehen kann.

"Meeresrauschen - vom Glück, am Wasser zu sein" ist daher genau das Richtige für mich, ein wirklich toll aufgemachter großer Bildband mit einem wunderschönen Einband, der auch haptisch an Wasser und Strand erinnert. (Einfach mal drüber streicheln, wenn ihr ihn seht.)

Das Buch ist extremhochwertig verarbeitet, die Seiten sind toll dick und haben einen schönen klaren Schimmer. Ich mag sowas ja sehr, wenn mit Drucktechniken und Farben gespielt wird und dabei dann so ein gekonntes Ergebnis bei rum kommt, dann gefällt mir das.

Im Vorwort wird angekündigt, was einen erwarte, Geschichten. Bilder, Essays und Meeresmenschen, tolle Sprache, das macht neugierig. Dann kommt ein kleiner Einstieg, der sich mit der Beziehung von Mensch und Meer beschäftigt und der mir sehr gut gefallen hat. Es wird sehr weit Bezug auf alles genommen, was Mensch und Meer bewegt.

Als nächstes gibt es ein Meeres-ABC, eine kleine Stichwortsammlung zum Thema mit Ideen, Wissenswertem, Anekdoten und Erklärungen.

Das Buch ist unterteilt in 4 Abschnitte, An der Ostsee, An der Nordsee, Am Atlantik und Am Mittelmeer heißt es da. Jeder Abschnitt besteht aus beeindruckenden teilweise doppelseitigen Bildaufnahmen kombiniert mit sehr schönen Sprüchen.

Jeder Abschnitt beginnt mit den "harten" Fakten zur jeweiligen See.

Anhand einer toll gezeichneten Karte wird gezeigt, was dieses Gebiet ist und was nicht. Es werden historische Daten erwähnt und für Menschen, wie mich, die so ein wenig unnützes Wissen immer gerne aufsaugen, wie ein Schwamm ist das wirklich toll.

Am Beispiel der Ostsee wird hier erzählt, wann sie zuletzt zugefroren war, dass an ihr der erste Strandkorb erfunden wurde und der Salzgehalt wird errechnet.

Dann folgt je ein Bericht zu Hiddensee und einer zu Fischland-Darß-Zingst, die reiselustig stimmen und am Ende auch mit Reisetipps aufwarten. Dann wird die neue Trendsportart "Longe Cote" vorgestellt, Paddeln ohne Boot, hört sich verrückt an, macht aber offenbar Spaß, schaut mal hier, findet ihr mehr Informationen dazu: Klick!

Das Buch macht einen Ausflug nach Danzig und Liepaja (Hier will ich unbedingt hin, wer fährt mit mir nach Lettland?)

In 10 Fragen wird sich dem Thema der Flaschenpost genähert und ich werde definitiv in diesem Jahr eine auf den Weg schicken.... mal sehen wo. Auch Litauen statten wir einen Besuch ab, die Aland-Inseln in Finnland werden empfohlen und mit Bildern und Texten angepriesen und ich würde am Liebsten sofort mein Säckel packen und starten.

Langeland, Dänemark, kenne ich schon und fühle mich so, als wäre ich wieder dort, rieche den Wind, fühle die kühle Luft und strecke die Nase zum Meer. Komisch, was Bücher und Bilder machen können, kurz die Augen geschlossen und schon ist man ganz woanders.

Auch die Nordsee startet mit Karte und Fakten und wußtet ihr, dass der Spiegel der Nordsee jedes Jahrhundert um etwa 33 cm steigt? Ich bekomme ein wenig mehr Angst um die Niederlande....

Hier geht es dann nach Jütland, Sylt (hier gibt es zusätzlich 4 Empfehlungen für Spaziergänge, die sich toll anhören), Hallig Hooge (auch hier war ich schon und bin immer wieder von den Halligen begeistert, das widerspricht so allem, wofür wir in unserer heutigen Zeit stehen, wenn man da einen kleinen Flecken Land mitten im Meer und einem Häuschen drauf sieht, das entschleunigt komplett...) Auch nach Amrum geht es und somit zu einer der Inseln, die ich so schätze, weil sie irgendwie gemütlich, urig und schön ist.

Dann gibt es auch hier 10 Fragen zu einem Thema, diesmal an den Meeresbiologen Uli Kunz. Das hat mir gefallen, seine Antworten waren wohlüberlegt und geistreich.

Wangerooge und Juist sind die nächsten Stopps auf der Reise und mein Fernweh wird immer größer, wer nimmt mich bitte jetzt mit auf eine Insel?

Auch Wellness kommt im Buch nicht zu kurz, ein kurzer Bericht zur Heilkraft des Wassers und dem Thalassozentrum auf Norderney las sich kurzweilig und interessant.

Über den Bericht zu Texel wird sich mein Freund Flo sehr freuen, dessen Liebe zu dieser Insel ich nie so ganz nachvollziehen konnte, nach dem Bericht, bin ich immerhin geneigt, vielleicht doch mal gucken zu fahren, wie Texel denn so aussieht.

Die nächsten 10 Fragen richten sich an einen "Strandräuber", der von seinen Funden am Meer und im Sand berichtet, das hatte etwas herrlich Nostalgisches und Herr Van Mil war sehr amüsant und ein wenig bärbeißig.

Dann geht es zum Atlantik auch hier mit Fakten und Karte und wir starten an den Lofoten und die anderen Bilder waren schon toll und begeisterten mich total, aber hier habe ich dieses Bild der Straße durch die schneebedeckten Hügel und das Wasser wirklich minutenlang angesehen. Herrlich, da will ich hin...genauso beeindruckend ist aber auch das Grün der Färöer Inseln und das Grau Islands. Hier hab ich mich gefreut, etwas über Gammelhai zu lesen, habt ihr das schon mal probiert? Schmeckt sehr außergewöhnlich.

Wenn man vom Atlantik spricht dürfen auch Irland und Schottland nicht fehlen, nach Schottland treibt es uns ja im März und ich freue mich bereits sehr.

Dann folgen wieder 10 Fragen, diesmal an die Algenköchin Julia Horton-Powdrill, da ich Algen ja sehr schätze und sie auch gerne esse, war das wirklich erhellend.

Hier wird dann der nächste "Trendsport" vorgestellt, Coasteering, auch hiervon hatte ich noch nie gehört und war amüsiert.

Meine große Liebe ist ja Cornwall und da war ich von den Bildern ein wenig enttäuscht und hätte mir mehr des zauberhaften Lichtes dort an der Küste und Eindrücke des grandiosen Klimas gewünscht. Allerdings hatte ich da auch große Erwartungen, eben weil ich Cornwall so schätze. Völlig zufrieden war ich dann wieder mit dem Text und den Bildern zur Alabasterküste Frankreichs, da war genau das Licht und das Spiel mit dem Wasser, das mir in Cornwall gefehlt hatte. Ebenso die Berichte zur Smaragdküste, die Bretagne ist so wunderschön und ich war schon viel zu lange nicht mehr dort.

Weiter geht es gen Süden zu den Basken, den wilden und rauen Bergen und dem fantastischen Essen, bis nach Portugal zu den Azoren, nach Fuerteventura auf die Insel, auf der ich den erholsamsten Urlaub jemals verbracht habe, ganz ehrlich, da ist einfach gar nichts, Wüste, Steine, niemand der nervt, es war herrlich.

Und dann sind wir auch schon beim Mittelmeer angekommen und haben Europa fast umrundet. Auch hier gibt es wieder amüsante und wissenwerte Fakten mit schöner Karte, dann geht es in Valencia los, die Costa Brava entlang, nach Marseille und Sardinien.

Und ein weiterer Text zu einer abgefahrenen Sportart bringt mich zum Schmunzeln, kennt ihr SUP Yoga? Nein, angucken, das ist lustig.

Schließlich landen wir in Italiens Procida und Lignano Sabbiadora, machen einen Zwischenstopp auf Lopud und begeben uns mit den nächsten 10 Fragen an Bord von Skipper Markus Silbergasser, der mit seiner Jacht Nambawan das Mittelmeer bestens kennt.

Thessaloniki und Zakynthos wecken meine Sehnsucht nach Griechenland, hier war ich noch nie aber der Kontrast des strahlenden Blaus und die weißen Strände und Häuser locken mich immer wieder und damit sind wir am Ende angekommen und ich bin immer noch hin und weg, dieses Reisebuch ist einfach wunderschön. Die Texte so unterschiedlich wie die Orte und die Autoren werden am Ende des Buches mit Bild vorgestellt, das hat etwas sehr Persönliches und hat mir sehr gut gefallen. Bei den meisten handelt es sich um Reise Blogger, die ich teilweise sogar schon kannte.
Fazit: Ein wunderschönes Buch rund um Europas Meere, mit Reiseideen, Anekdoten, Geschichten, Interviews und fantastischen Bildern, das das Fernweh und die Reiselust weckt.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der böse Mensch

Lorenz Just
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 08.11.2017
ISBN 9783832198794
Genre: Romane

Rezension:

Ich schätze ja Erzählungen und Kurzgeschichten sehr. Ich mag es vom Autor nur einen kurzen Weg begleitet zu werden, einen Impuls zu erhalten, eine Momentaufnahme und mir zu Vergangenheit und Zukunft der Geschichte eigene Gedanken machen zu können. Immer wieder finden daher Bände mit Erzählungen, Essays und Kurzgeschichten den Weg auf meinen Lesestapel.

Lorenz Justs Buch „Der böse Mensch„, erschienen im Dumont Buchverlag, hat dort nicht sehr lange gelegen, bis ich es las. Die knapp 200 Seiten hat man auch flott durch, die Geschichten bewegen, berühren, schockieren, inspirieren, je nachdem, wie man sie auf sich wirken lassen möchte. Hier und da blieb ich auch als Leserin etwas ratlos zurück und fühlte mich in einem literarischen Experiment gefangen, nicht sicher, was der Autor vom Leser will oder ob es ihm einfach nur egal war, was der Leser bei diesem Satz oder dieser Schilderung nun denken würde.

Der Einband ist grafisch sehr fokussiert gestaltet, die Erzählungen hingegen sind offen und weit und lassen sehr viel Raum sie selbst einzusortieren und zu interpretieren. Das mag ich. Ich lese gerne etwas experimenteller und eine Geschichte muß für mich nicht klassisch aufgebaut sein. Im Gegenteil ich mag solche abgefahrenen Dinge, wie zum Beispiel „Herr Naumanns Notizen zur Familiengeschichte“, eine Auflistung familiärer Details, die gemeinsam ein großes Ganzes bilden. Hier und da fühlte ich mich auch an Dorothee Elmigers Schlafgänger erinnert, nicht nur, weil sie auf dem Klappentext erwähnt wird, das mich allerdings damals nicht so begeistern konnte.

Der böse Mensch hingegen löst in mir durch die Momentaufnahmen der Geschichten, durch die unverfälschten und klaren Blickwinkel einen ziemlichen Sog aus, immer noch ein Erzählung mehr, noch eine Seite weiter wollte ich lesen und dem theoretischen Gefühl des Bösen auf die Schliche kommen. Das Böse als Besonderheit, als Alltag und als Zwischenbilanz, hat mich in diesem Buch sehr berührt.

Mir ist klar, dass diese Art der literarischen Unterhaltung nicht jeden Anspricht und auch nur eine sehr ausgewählte Leserschaft Freude an dieser Art von sperrigen Texten hat. Ich fühlte mich wirklich irgendwie abgeholt, mitgenommen und begleitet. Jede einzelne Erzählung löste in mir weitere Gedankengänge und Ideen aus und war präzise und klar formuliert. Mit einer sehr großen Liebe zu poetischen Worten und einer ganz eigenen Sprache.

Meine Empfehlung gilt daher nicht für den Leser schöner und spannender Geschichten, aber ganz klar für den Leser, der gerne auch mal mit einem Text arbeitet, an ihm herumdenkt, ihn im Mund dreht und wendet und dann auf der Zunge zergehen läßt und vielleicht sogar die Erzählungen schätzt, die keinen süßen, sondern einen bitteren Geschmack im Mund hinterlassen.

Für so einen Leser ist dieses Buch hier ganz großes Kino… alle anderen werden vermutlich nur ein Schulterzucken dafür übrig haben… Leider.

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MARCO POLO Reiseführer Ruhrgebiet

Anette Kolkau , Andrea Hamm
Flexibler Einband
Erschienen bei MAIRDUMONT, 05.10.2017
ISBN 9783829729406
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wie die meisten wissen, liebe ich ja gut gemachte Reiseführer und schätze da vorallem Marco Polo sehr.

Im Oktober ist eine neue Auflage von Marco Polo Ruhrgebiet* erschienen und weil ich mir vorgenommen habe, im nächsten Jahr auch meine nähere Umgebung etwas mehr zu erkunden, hab ich da natürlich einen sehr intensiven Blick reingeworfen.

Er ist aufgebaut, wie die meisten Marco Polo Reiseführer* , vorne im Einband finden sich die 15 wichtigsten Marco Polo Highlights. Hier zum Beispiel die Halde Haniel, das Gasometer, das Schiffshebewerk Henrichenburg oder die Zeche Zollverein. Im hinteren Einband findet sich eine Übersichtskarte, bei der ich hier den Ausschnitte etwas seltsam gewählt fand, da ich aber ohnehin meist die große Karte aus dem Plastiktäschchen nutze, war das nicht schlimm.

Die neueren Marco Polos sind alle mit QR Code für die digitalen Extras ausgestattet. Hier gibt es Tourenapp und Updateservice. Das schätze ich sehr, so bleibt der Reiseführer immer aktuell.

Im Innenteil finden sich die Insidertipps, die Best of, Auftakt, Im Trend, Fakten, Menschen & News, Essen und Trinken, Einkaufen im Überblick und dann detaillierter zur Mitte (Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim, Oberhausen) Hagen & der Südosten (Hagen / Hattingen), Hamm & der Norden (Bergkamen, Castrop-Rauxel, Gladbeck, Haltern, Hamm, Herten, Lünen, Marl, Recklinghausen, Schwerte, Unna, Waltrop), der Westen (Kamp-Lintfort, Moers, Wesel, Xanten). Dann folgen die Erlebnistouren, Sport und Wellness, mit Kindern unterwegs, Events, Feste & mehr, Links, Blogs und Apps, Praktische Hinweise, Reiseatlas, Register & Impressum sowie Bloss nicht!

Bei den Insidertipps habe ich einiges gefunden, was ich tatsächlich noch nicht kannte, und das obwohl ich bis vor ca. 15 Jahren in meiner Partnerwahl sehr ähm ruhrgebietlastig war. *lach*

Der keltische Baumkreis auf der Zeche Erin war mir zum Beispiel neu. Die Halde Rheinelbe kannte ich hingegen und war dort schon ein paar Mal, sehr schön. Kann ich ebenfalls empfehlen.

Bei Best of möchte ich die Empfehlung für den Tiergarten Recklinghausen unterstreichen. Dort war ich ebenfalls schon häufiger und habe mich immer sehr wohl gefühlt. Ein sehr schöner kleiner Tierpark mit weniger exotischen, dafür sehr gepflegten auch heimischen Tieren.

Bei typisch Ruhrgebiet gibt es sehr gute Tipps für Veranstaltungen und Freizeitgestaltung. Da darf natürlich auch das deutsche Bergbaumuseum nicht fehlen ebenso wenig, wie die lange Nacht der Industriekultuer.

Auch für Regen gibt es viele Aktivitäten im Ruhrgebiet ist man an schönes Wetter nicht gebunden und auch zur Entspannung gibt es viele Tipps und Örtlichkeiten.

Der Bereich Auftakt bietet einen kurzweiligen informativen Text zum Ruhrgebiet, so wie einen Zeitstrahl, der hier wegen der Kohle bereits sehr sehr sehr früh beginnt.

Auch kulinarisch hat das Ruhrgebiet einiges zu bieten. Natürlich die allseits bekannte Currywurst. Ansonsten ißt man im Ruhrgebiet eher Hausmannskost, Himmel und Erde, Frikadellen, Panhas, Stielmus und Schnibbelbohnensuppe, mag ich alles sehr gerne. Und natürlich findet auch das Herrengedeck in Form von Schnaps und Bier Erwähnung. Prost!

Wenn man im Ruhrgebiet Shoppen will, kommt man am Centro in Oberhausen nicht vorbei, aber auch fern der großen Shoppingcenter finden sich Einkaufsperlen, die hier aufgeführt sind.

Bei den Gebietsabschnitten finden sich viele Informationen kurz zusammengefasst und auf engstem Raum, damit der Reiseführer auch praktisch für unterwegs ist. Hier habe ich nichts Wichtiges vermißt und fand mich nach der Lektüre umfassend informiert.

Die Erlebnistouren mag ich ja immer am Liebsten und wurde auch hier nicht enttäuscht. 4 Touren, zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Rad und dem Schiff, toll aufgelistet mit Zeitangaben (aus meiner sicht sehr zutreffend und authentisch) Streckenangaben. Kostenkalkulation und Übernachtungsmöglichkeiten, hier ist alles bereits vorgesehen und wer nicht viel planen will, kann einfach eine der Touren nehme und buchen.

Auch mein absolutes Ruhrgebiet-Highlight die Zoom-Erlebniswelt wird nicht vergessen. Das ist für mich der wirklich schönste Zoo, den ich bislang besucht habe.

Es gibt einen Veranstaltungskalender, weiterführende Links und Blogs und natürlich viele praktische Tipps.

Der Reiseführer ist absolut zum Mitnehmen und für unterwegs gedacht. Er ist robust, praktisch und klein und beinhaltet alles, was man vor Ort an Informationen benötigt.

Viel Spaß beim Entdecken des Ruhrgebiets.

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Auf alles vorbereitet - Lifehacks für draußen

Jens Bey , Marie Geißler
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 18.10.2017
ISBN 9783770184828
Genre: Humor

Rezension:



Schon vor einiger Zeit habe ich den ersten Teil von „Auf alles vorbereitet“ gelesen. Damals hieß es „Lifehacks für unterwegs“. Nun geht es weiter mit „Auf alles vorbereitet – Lifehacks für draußen„. Beide Bücher sind im Dumont Reisebuchverlag erschienen.

Der erste Band war schon unterhaltsam und informativ, der zweite Teil gefällt mir fast noch ein bißchen besser.

Die Illustrationen sind ähnlich, wirklich hübsch gehalten und immer wieder mit schönen Sinnsprüchen und Lettering ausgestattet, macht das Buch auch optisch wirklich eine gute Figur. Auch dieser Band ist mit dem für mich echt praktischen Gummiband ausgestattet, das mir wirklich gut gefällt. Das hätte ich gern auch bei Reiseführern und ähnlichen Büchern für Unterwegs ebenfalls.

Das Buch mit den vielen Lifehacks für unterwegs und druaßen ist in vier Abschnitte gegliedert.

Vorfreu-Zeit

Nichts wie raus

Zuhause auf Zeit

Satt und glücklich

Die Vorfreu-Zeit bezieht sich auf die Planung, hier gibt es Ideen und Tipps, die man bereits vor der Tour umsetzen kann. Zum Beispiel Wandern ohne Gepäck oder Reiseplanung, so dass man Fahrten mit dem Zug oder mit dem Rad erledigt. Es gibt eine Faustformel dafür, wie man Strecken und benötigte Zeit berechnet. Es gibt Hinweise für nützliche Apps, wie zum Beispiel komoot (nutze ich auch sehr gerne). So simple es klingen mag, auch die Beratung zur Auswahl des richtigen Rucksacks fand ich sehr hilfreich.

Für den erfahrenen Outdoorer sind es häufig selbstverständliche Dinge, die erwähnt werden, für diejenigen aber, die zum ersten Mal auf große Tour gehen, oder einfach gerne Listen mögen, ist das Buch dennoch eine wirkliche Bereicherung. Natürlich finden sich hier auch die bereits bekannten Tips, wie Hirschtalg für die Füße und die allseits beliebten Hinweise, wozu man Gaffatape unbedingt benutzen kann. Auch eine kurze Packliste der Dinge, die unbedingt mit müssen findet sich hier.

Der zweite Abschnitt beschätigt sich mit der Reise an sich, bzw. auch den Weg zum Ziel.

Hier geht es um die Vermeidung von Blasen, müffelnde Socken, die Bestimmung des eigenen Standortes, Mittel gegen Höhenschwindel, einer kurzen Übungsanleitung, zur Vermeidung von Rückenschmerzen nach Rucksackwanderungen. Auf einer Doppelseite werden einem die verschiedenen Fährten von heimischen Tieren gezeigt. Immer wieder geht es auch um Radreisen und die Ausstattung von Fahrrad und Fahrer.

Im Abschnitt Zuhause auf Zeit geht es darum sich draußen einzurichten und es sich bequem und angenehm zu machen.

Eine Anleitung zum Feuermachen ist auch dabei, ebenso der Hinweis, wie man eine Feuerstelle buddelt, auf der man kochen kann. Es gibt eine kleine Knotenkunde mit vielen Bildern, Hinweise zum Schlafen draußen und dem Schlafsack, Erklärungen, wie man sich bei Gewitter verhalten sollte und Ideen, wie eine Wanderung auch bei sehr schlechtem Wetter nicht zum Reinfall wurde.

Im Abschnitt Satt und glücklich wird natürlich das Essen thematisiert. Hier finden sich ganz praktikable Sachen (Stockbrot,Kaffee ohne Filter und co) aber auch eher unnützes Zeug, wie der Taschenkocher aus einer Coladose. Es geht ums Angeln, eßbare Pflanzen und Lagerfeuer.

Ich fand das Buch wieder kurzweilig und unterhaltsam. Klar, manche Sachen hat man schon mal gehört, vieles davon sollte einem eigentlich aus der Kindheit noch bekannt sein, aber Kinder verbringen immer weniger Zeit draußen, kennen Tiere nicht mehr, können keine Fährten mehr lesen und haben den Bezug zur Natur verloren und genau hier kommt das Buch ins Spiel. Es bringt Ideen, witzige Bastelvorschläge und Hilfestellung für die Büromutti, die selbst nicht mehr so sicher ist, wie das mit dem Feuermachen noch mal ging, weil die Zeit als ihr Vater oder Opa es ihr gezeigt hat, viel zu lange zurück liegt. Das hat mir wirklich gut gefallen und daher bin ich trotz mancher erwähnter Selbstverständlichkeit wirklich sehr angetan.

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Dünger

Tina Råman , Ewa-Marie Rundquist , Justine Lagache , Stefanie Busam Golay
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 08.06.2017
ISBN 9783440154311
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin ja ein großer Fan der Kochbücher aus dem Kosmos Verlag. Speziell dieses hier find ich immer noch grandios : Klick!

Neu war mir, dass es auch Gartenbücher des Kosmos Verlags gibt und noch neuer, dass diese nicht nur informativ, sondern auch wirklich hübsch aufgemacht sind.

Im nächsten Jahr werde ich mich erstmals mit unserem Garten auseinander setzen müssen und da hilft es sicherlich, wenn ich mir vorher ein wenig Wissen anlese, dachte ich mir. Vorallem, da ich wirklich gänzlich ahnungslos bin, was Pflanzen und Gewächse anbelangt, wird das sicherliche in Abenteuer werden.

Das Buch Dünger : Kraft für Boden und Pflanzen hat mich daher sehr interessiert, weil es eben nicht nur Informationen bietete, sondern zudem meinem Anspruch an Ästhetik genügte.

Das Buch ist in 7 Abschnitte geteilt. Biologie, Boden, Chemie, Philosophie, Nährstoffe, Methoden, Pflanzen.

Im Abschnitt Biologie geht es um grundlegende biologische Prozesse. Kreislauf, Fotosynthese, Wasser und Winterruhe. Besonders hat mir hier gefallen, dass es nicht um simple Wissensvermittlung ging, sondern die Texte einen gewissen gehobenen Anspruch befriedigen, fein formuliert und ansprechend geschrieben sind. Fast ein bißchen poetisch werden einem Ökosystem, Organismen und die Abläufe der Fotosynthese erläutert. Dabei geht das Buch in die Tiefe, es wird nicht nur erläutert, was wichtig ist, sondern auch warum. Dabei darf man kein Lehrbuch für den ambitionierten Gartenbauer erwarten, aber für mich Neuling, waren die Informationen gut verpackt und hilfreich.

Im Abschnitt Boden, werden Struktur, PH-Wert, Kalk, Mull, Kompost, Mikroleben, Indikatoren und Pflanzenkohle erläutert. Es geht um Bodenbeschaffenheit, Verbesserungen der Bedingungen, sandigen Boden, feuchten Boden und noch vieles mehr.

Es wird erklärt, was eine Rollprobe ist, was die Farbe über den Boden aussagt und was der PH-Wert für den Anbau von Pflanzen bedeutet. Es wird erklärt, wie man diesen mißt und welche Werte für welche Pflanzen sinnvoll sind. (natürlich nur im Rahmen einer groben Übersicht und nicht erschöpfend für wirklich gejde Pflanze.) Es wird über Kalk gesprochen, die unterschiedlichen Mullsorten erläutert und schwärmerisch über Kompost berichtet. Der Regenwurm hat einen Starauftritt und auch viele andere Insekten werden vorgestellt, die wichtig oder schädlich für den Boden sind. (Hier hätte ich mir mehr Bilder gewünscht.)

Bei der Chemie geht es um Nährstoffe, Überversorgung und Untrversorgung. Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Kalium und vieles mehr spielt hier eine Rolle und die Zusammenhänge der Stoffe mit dem Wachsen von Pflanzen erhellt das Buch.

Im Bereich der Philosophie geht es um Perspektiven des Düngens, Kunstdünger und biologischen Landbau. Hierbei wird sich aus meiner Sicht ein wenig kurz gefasst, das hätte ruhig noch intensiver und differenzierter beleuchtet werden können. Aber auch so kurz angerissen, war das sehr informativ und spannend.

Im Teil der Nährstoffe, wird über Dünger aus verschiedenen Ursprümngen berichtet. Schlachtabfälle, Mist, Algen, Asche, Urin, Handelsdünger und mehr. Es geht um Rindermist, Pferdemist und (zur großen Freude aller meiner Freunde... jaja lacht ihr ruhig.) wird sogar der große Nutzen von Eselsmist erwähnt. Die verschiedenen Düngerformen werden umfangreich vorgestellt, die Vor- und Nachteile erläutert und auch der Kunstdünger kommt nicht so schlecht weg, wie ich erwartet hätte.

Bei den Methoden finden sich Grunddüngung, Erhaltungsdüngung, Wässern, Mulch, Fruchtfolge und Unterglasanbau. Es wird hier über den Zeitpunkt der Düngung diskutiert, das Wässern und die Wichtigkeit des richtigen Wässerns erläutert.

Im Abschnitt Pflanzen finden sich Texte über Rasen und Wiesen, Bäume, Sträucher, Nadelhölzer, Moorbeetpflanzen, Zwiebeln und Knollen, Stauden, Rosen und Pfingstrosen, Obstpflanzen und noch viel mehr. Hier war ich von den wunderschönen Bildern begeistert.

Man findet auch einen Düngeplan im Buch, der einem genau aufzeigt, wann was getan werden sollte.

Man sollte hier wirklich keinen Ratgeber der üblichen Form erwarten, es geht eher darum die Liebe zum Gärtnern und dem Düngen zu vermitteln. Es schwingt in jedem Wort die große Zuneigung zu Pflanzen und Natur mit. Es wird geschwärmt, mit Begeisterung erklärt und so nimmt man wirklich jeden mit. Ich betrachte das Gärtnern als lästige Pflicht und die Lektüre des Buches hat mir zumindest ein wenig Freude daran vermittelt.

Das gesamte Buch ist reich bebildert, mit Pflanzen, Tieren, Fotografien und Zeichnungen. Sehr schön, sehr ansprechend und extrem hochwertig gestaltet.

Wer allerdings ein wirkliches Gartenbuch mit genauen Angaben und exakten Tabellen erwartet, der wird hier enttäuscht, hier geht es wirklich darum den Einstieg in ein Thema zu finden und Interesse zu wecken.

Für mich ist das sehr gut gelungen, ich spreche daher eine Leseempfehlung aus, für alle die gerne ästhetische und schön gestaltete Bücher mit Mehrwert und Inhalt mögen, für alle mit Garten und Topfpflanzen, für jeden, der sich ein wenig mit dem Thema Natur beschäftigen will, ist das wirklich ein sehr gutes Buch.

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Stricken – Masche für Masche

Marisa Nöldeke
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Edition Michael Fischer, 17.08.2017
ISBN 9783863557607
Genre: Sachbücher

Rezension:

Stricken - Masche für Masche von Marisa Nöldeke, auch bekannt als Maschenfein, ist ein sehr gutes Grundlagen Buch. Sowohl für die geübte Strickerin, die einfach ein hübsches Nachschlagewerk haben möchte, als auch für die Anfängerin, die sich ein Buch mit ausführlichen Erklärungen und guten Bildern zum Einstieg kaufen möchte, ist das Buch sehr gut geeignet.

Ich würde es tatsächlich jedem empfehlen, der mit dem Stricken anfangen will und sich erstmal einlesen möchte oder dem Youtubevideos für den Einstieg einfach nicht reichen.

Aktuell boomt der Strickmarkt und es sprießen Bücher aus der Erde, wie Pilze an einem feuchten Herbsttag. Den Überblick zu behalten, was wirklich gut ist und was nur schnell produziert, um auf einer Welle mit zu schwimmen ist schwierig.

Ich schätze Marisas Anleitungen schon lange, folge ihr auf Facebook, Instagram und habe zum Beispiel das Hinata Tuch im Sommer von ihr gestrickt.

Stricken - Masche für Masche sieht erstmal sehr hübsch aus. Der Umschlag gefällt mir, ist robust und stabil und bleibt vorallem auch aufgeschlagen liegen, damit man in das Buch blicken und Stricken kann. Für mich ein ganz wichtiger Punkt bei einem Strickbuch.

Das Buch ist grob in 3 Teile geteilt. Basics und Techniken machen den Anfang, dann folgen Strickmuster und schließlich Projekte. Das ist für mich stimmig aufgebaut und ergibt Sinn.

Unter Basics finden sich Hinweise zur Materialkunde, sehr ausführlich, sehr gut strukturiert und aufgebaut. Hier werden Fasern beschrieben, Garnstärken erläutert. Hier dann mein erster Kritikpunkt, die Garnbezeichnungen beziehen sich hier auf das "Standard Yarn Weight System", das realistisch aber eigentlich kaum eine Strickerin nutzt. (Ich kenne zumindest keine) Hier hätte ich die Klassifizierung, die uns allen aus Ravelry bekannt ist und von tausenden von Strickerinen benutzt wird, sehr viel besser gefunden. Das wäre dann Cobweb, Lace, Light Fingering, Fingering, Sport, DK, Worsted, Aran, Bulky, Super Bulky und Jumbo, und nicht nur superfine, fine, light DK, medium, bulky, super bulky. Aber das ist vermutlich einfach eine Frage der Gewöhnung. Trotzdem lassen gerade die größeren deutschen Designerinnen die große Community Ravelry sehr außer Acht, ein Fehler aus meiner Sicht.

Aber zurück zum Buch, unter Materialkunde bekommt man auch erklärt, wie man die Banderole eines Garns liest, welche Informationen man dort findet und wie man Strickstücke pflegt. Die Waschsymbole werden erklärt und es werden Worte zum Garnwickeln verloren. ( Hier fehlte mir unter dem Bild eindeutig der Hinweis zu Ylle, deren Wickler hier prominent abgebildet und für mich das Nonplusultra im Wicklerbereich ist.)

Dann erfährt man etwas zur Werkzeugkunde. Rundnadeln, Nadelspiele, Jackennadeln. Alles wird erklärt. Weitere kleine Helfer, wie Maschenraffer, Markierer, Fixierer, Strickring, Reihenzähler und co werden beschrieben und gezeigt. Auch hier hätte ich mir eine Angabe von Bezugsquellen in der Nähe des Bildes gewünscht.

Natürlich schreibt Marisa auch etwas zur Maschenprobe. Für Anfänger sicherlich hilfreich. Ich umgehe die Maschenprobe immer. Ich hasse sie. Maschenproben sind für Uschis. Lediglich bei Teststricks fertige ich dieses Mistding wirklich gewissenhaft, ansonsten schludere ich da. Aber damit man Schludern kann, muß man natürlich Erfahrung haben, seine Art zu stricken und die Garne kennen und dafür muß man viele Maschenproben gestrickt haben.

Der Maschenanschlag wird ebenfalls erklärt, hier haben mir die sehr einfachen Grafiken sehr gut gefallen. Ich fand das besser zu erkennen, als auf zu bunten Bildern. Es werden verschiedene Anschlagsformen gezeigt und ihre Vorteile und Nachteile erläutert. Hier werde auch ich sicherlich noch häufig hinschauen und neue Dinge ausprobieren.

Dann kommen die Erklärungen zu rechten Maschen und linken Maschen, ebenfalls mit Bildern und gut zu erkennen, sowie ausreichenden Erklärungen, die auch für den absoluten Anfänger geeignet sind.

Weiter geht es mit dem Stricken in Reihen, hier werden verschiedene Formen der Randmaschen vorgestellt und auch an kleinen Pröbchen gezeigt, das hat mir gut gefallen und auch hier freut sich jede geübte Strickerin sicherlich noch mal nachlesen zu können und zu schauen, was zum aktuellen Strickstück passen könnte.

Natürlich wird auch das Stricken in Runden (Socken, Mützen, Pullis) erklärt sowohl mit dem Nadelspiel, als auch mit der Rundnadeln.

Soweit so gut, damit kann man dann erstmal Stricken, aber was, wenn der Faden zu ende ist? Auch dafür gibt es ein Kapitel, wie man Garnenden verwebt, Farbwechsel macht, Garn neu ansetzt und so weiter. Auch das war gut verständlich. Bei den Bildern zum Garnende einstricken fand ich leider den gelben Faden sehr hell und auf dem weißen Hintergrund schlecht zu sehen. Da wäre etwas mehr Kontrast schön gewesen.

Wer also dann die Grundmaschen beherrscht und Fäden verweben kann, der will irgendwann auch Muster stricken und dazu werden dann die besonderen Maschen erklärt. Sehr ausführlich und hier wieder mit sehr guten Grafiken. Auch Zunahmen und Abnahmen werden erklärt und zwar auch hier unterschiedliche, damit man sich die passende Art aussuchen kann.

Dann hat man sein Strickstück fertig und will natürlich abketten, wie das geht,. wird ebenfalls ausführlich erklärt, mit vielen Bildern und Varianten und auch was weiter mit dem Strickstück passieren sollte, damit es schön in Form kommt, wird erwähnt.

Dann verliert sie auch einige Worte dazu, wie man eine Anleitung richtig liest, für einen Anfänger ist das ganz bestimmt sehr hilfreich, denn das Strickchinesisch ist ja nicht immer leicht zu verstehen. Es gibt praktische allgemeine Tipps, Erklärungen zu verkürzten Reihen und verschiedenen Arten diese zu Stricken. (Dazu kann ich ja den Kurs von Mairlynd sehr empfehlen. Den ich im Atelyeah besucht habe. Das ist wirklich erhellend.) Aber es geht auch mit den Bildern im Buch sehr gut und verständlich. Es wird erklärt, wie man Knopflöcher einstrickt und welche Verzierungen (Stickereien, Kordeln, Pompoms, Perlen etc. ) man wie anbringen kann.

Auch kompliziertere Techniken, die definitiv nichts für Anfänger sind, werden erläutert. Brioche oder Patent, Fairisle, Steeken und Doubleface wird gezeigt, auch hier fand ich leider wieder den hellen Faden auf hellem Grund schlecht sichtbar auf manchen Bildern, trotzdem kann man erkennen, was wo zu tun ist.

Sehr gut fand ich die Tipps, wenn etwas schief geht, was tun, wenn eine Masche gefallen ist, etwas zu kurz oder zu lang wurde. Das fehlt in den meisten anderen Strickbüchern und der Anfänger sitzt dann da und ribbelt, obwohl er das gar nicht müßte. Sehr schön, dass hier auch daran gedacht wurde.

Der Abschnitt Strickmuster ist kurz gehalten, aber ausreichend, ein Beispielbild und Hinweise, wie man dieses Ergebnis erhält. Absolut ausreichend, wenn man geübt ist bzw. den ersten Teil des Buches gelesen hat. Patentmuster, Zopfmuster und vieles mehr wird hier gezeigt. Da waren sogar Sachen bei, die ich noch nicht kannte.

Im Abschnitt Projekte gibt es Pulswärmer, einen Cardigan mit Raglan Lochmuster, eine Babydecke, ein zarter Kaschmirschal, ein Schal mit Zopfmuster, ein Pulli mit V-Neck (das ist der Grund, warum ich das Buch gekauft habe, der Pulli ist super schön!), Socken mit Zopfmuster, Täschchen im Fischgrätmuster, Kuscheldecke, Stirnband, die Mütze mit Zöpfen, die ich auch schon gestrickt habe und ein hauchzarter Loop. So kann man direkt die erlernten Dinge in Projekte umsetzen. Anschließend folgt ein gutes und umfangreiches Register, so dass man rasch findet, was man sucht.

Bei den Projekten haben sich leider einige Fehler versteckt, soweit ich weiß, sollten die aber in der zweiten Auflage verschwunden sein. Es ist nichts Dramatisches und Fehlerchen macht jeder, aber gerade in einem Anfängerbuch ist es natürlich wichtig, dass die Anleitungen und Garnangaben korrekt sind. (Bei der Mütze steht zum Beispiel man benötige 150 g in zwei verschiedenen Farben. dabei ist die ganze Mütze einfarbig und mit weniger als 50 g gestrickt.) Ein Errata zum Buch, für diejenigen, die die erste Ausgabe haben, findet sich in der Maschenfein Gruppe bei Facebook.

Die Zopfmustersocken gehen nur von Größe 36 bis 41 und der Pulli und der Cardigan sind nur in S/M/L verfügbar. Das ist natürlich dem Platz im Buch geschuldet, trotzdem sollte man das wissen. Ich werde in Größe XS stricken, also selbstständig verkleinern müssen, das traue ich einem Anfänger erstmal nur bedingt zu.

Etwas schade fand ich bei den Projekten, dass die Bilder offensichtlich nicht von Strickerinnen ausgewählt wurden. Beim V-Neck-Pulli ist kein einziges Bild des V-Neck im Buch abgebildet, die Strickjacke mit Raglan-Lochmuster sieht unfassbar zerknautscht aus und wurde nicht richtig in Form gezupft, bzw. das Lochmuster so stark gedehnt, dass es fehlerhaft aussieht, obwohl es das nicht ist. Beim Bild der Kuscheldecke gibt es keine Schemazeichnung und keine ganze Abbildung, so dass man gar nicht erkennen kann, was das überhaupt für ein Muster ist. Das ist leider bei vielen Büchern des EMF Verlags offenbar ein Problem, hier würde ich mir wünschen, dass etwas mehr darauf geachtet würde, was die Zielgruppe hier wirklich sehen will und was an Information aus dem Bild hervorgehen sollte.

Ich weiß, dass ich auf hohem Niveau nörgele, denn grundsätzlich ist das Buch wirklich sehr gut und hilfreich. Ich würde es wirklich Anfängerinnen, wie geübten Strickerinnen empfehlen, eben weil es sehr umfangreich ist und somit auch zum Nachschlagen dienen kann. Die Bilder sind gut verständlich und mit dem Buch ist man für wirklich jedes Strickprojekt gerüstet.

Viel Spaß beim Stricken!

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zwei rechts, zwei links

Ebba D. Drolshagen , Martina Behm
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 23.10.2017
ISBN 9783518468142
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits vor einigen Wochen ist Ebba D. Drolshagens Buch „Zwei rechts, zwei links“ im Suhrkamp Verlag erschienen.

Als ich von den „Geschichten vom Stricken“ hörte, war ich gleich Feuer und Flamme. Ich mag ja zum einen gutgeschriebene Sachbücher sehr gerne und zum anderen ist das Stricken eben ein großer Teil meines Lebens geworden. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht das Strickzeug in den Händen halte, Wolle betaste oder neue Muster bestaune.

Als Ebba mich dann auch noch anschrieb und fragte, ob ich ihr Buch nicht lesen möchte, war ich hingerissen. So nett und natürlich wollte ich. Begonnen habe ich schon vor einiger Zeit und zwar mit dem wunderschönen Vorwort von Martina Behm, die wir alle von „Strick mich“ kennen. Bei Martina bin ich ja immer wieder etwas zwiegespalten, mal finde ich sie super sympathisch, mal sehr spröde und kühl. Ihr Vorwort hat mich allerdings total begeistert. Sie hat genau das in Worte gefaßt, was ich beim Stricken empfinde und sehr kluge und treffende Sätze formuliert. Mir ging da beim Lesen wirklich das Herzchen auf.

„Ich bin überzeugt, dass manches besser würde, denn die Beschäftigung mit Nadel und Garn lässt uns einsichtiger, klüger und zuversichtler werden.“ – Martina Behm

Ich befinde mich gerade in der Situation, mich auf eine besondere Herausforderung vorzubereiten und da kamen ihre Worte zu den Fähigkeiten und Kompetenzen, die einem das Stricken vermittelt sehr recht, sie haben mich beruhigt und lächeln lassen. Herzlichen Dank für diese wunderbaren Worte.

Aber natürlich besteht das Buch nicht nur aus einem Vorwort von Martina Behm, sondern hat auch aus wunderbarne von Ebba geschriebenen Kapiteln.

Aber fangen wir vorne an. Das Buch macht mich ja schon optisch ungemein an. Es sticht durch seinen Einband und sein Cover total heraus, fällt ins Auge und zieht automatisch den Blick der Strickerin an. Ich habe es so gern in den Händen gehalten, das Muster befühlt und betastet und mich darüber gefreut, wie gut der Verlag hier meinen Geschmack getroffen hat.

Im Buch finden sich dann wirklich schöne Illustrationen, Fotos, Zeichnungen und Drucke passend zum Thema, die Bildnachweise finden sich hinten im Buch, was mir sehr gefallen hat.

Los geht es dann mit den Maschen. Es wird erklärt, was das Stricken ausmacht, wie man einfache rechts links Muster konstruiert, ohne dabei aber eine Anleitung zu sein, lediglich theoretisch, dabei aber so verständlich, dass sogar der Mr., der ja nichts mit der Strickerei am Hut hat, begreifen würde, worum es geht.

Dann folgt ein geschichtlicher Kontext, wann wurde zuerst gestrickt, wann gewirkt, wie läßt es sich aus historischen Aufzeichnungen erahnen? Dazu hatte ich beim Yarncamp ja einen tollen Vortrag gehört und habe mich gefreut, hier einiges wieder zu finden, bzw. auch schon zu kennen.

Als nächstes folgt Materialkunde, woraus strickt man heute, woraus früher, was eignet sich zum Stricken und was benötigt man, wenn man anfangen will. Ebba findet überall die Möglichkeit ihre eigene Begeisterung für das Thema zu transportieren, ohne dabei zu kleinteilig zu werden oder den Leser zu langweilen. Es wird genau die richtige Menge Wissen mit genau der richtigen Menge Unterhaltung gemischt, so dass man gerne liest und weiter blättert. Hier wird auch auf Nachhaltigkeit Wert gelegt und ich habe mich gefreut etwas über Schaf & Schäfer (die jetzt leider Schefers Wool heißen), die faire Wolle aus Deutschland vertreiben, zu lesen.

Das für mich sehr interessante Kapitel zum Thema Farben habe ich nahezu verschlungen, Pflanzenfärbungen werden hier genauso thematisiert, wie Säurefarben und das Handwerk des Färbens genau erläutert.

Und ich habe immer wieder auch etwas Neues entdeckt, zum Beispiel das pinke Häkelhaus der Künstlerin Olek, das von Frauen verschiedenster Nationen behäkelt wurde, darunter auch Flüchtlingsfrauen.

Ich habe auch etwas über den Sweater Curse gelernt, einen alten Aberglauben der Strickerinnen, der besagt, dass man seinem Angebeteten vor der Hochzeit keinen Pullover stricken sollte, da die Ehe sonst nicht hält.

Und natürlich findet sich auch Elizabeth Zimmermann im Buch. Zimmermann hat das Stricken geprägt, wie kaum jemand vor ihr und ihre Muster gibt es heute noch (Jahrzehnte nach ihrem Tod) auf Ravelry, der größten Strickcommunity im Internet, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Ihr Zitat: „Mögen alle Schafe sicher grasen!“ werdet ihr im nächsten Jahr von mir noch häufiger hören….

Ebba erzählt vom Stricken der armen Leute bis hin zum Stricken in den Salons der Reichen. Sie spricht von der richtigen Passform und der Wertschätzung, die einem Strickstück gebührt. Sie grenzt ab zwischen Hobby und Heimarbeit.

Sie nennt wunderbare Designerinnen und vorallem hier habe ich mich gefreut, wenn ich die Namen kannte und hatte sofort die zugehörigen Designs vor Augen. Es war traumhaft, wirklich. Auch die verschiedenen Möglichkeiten, wie man durch das Stricken strukturschwächere Länder stärken kann läßt sie nicht außer acht, die vielen gemeinnützigen Initiativen, die das Stricken zu Tage gefördert hat.

Strickende Männer und strickende Verrückte. Ich selbst sage ja oft, dass ich mehr stricke, um weniger zu reden, um ruhiger zu werden, mich zu entspannen, den Kopf klar zu bekommen. Stricken als Therapie, Stricken als Achtsamkeitstraining. Das Stricken hilft mir, wie nichts anderes mental gesund zu sein und zu bleiben, trotz anspruchsvollem Beruf, auch mal abschalten zu können. Das habe ich so bei keinem anderen Hobby, daher fand ich das Kapitel “ Ich stricke, damit ich keinen umbringe!“ unheimlich wichtig…

Auch die neue Welle des Strickens, den Hype und Run auf Garne und Nadeln beleuchtet sie mit klugen und sachlichem Worten und natürlich darf auch ein Blick auf das fantastische Ravelry nicht fehlen.

Natürlich ist das Buch vorallem für Fans der Handarbeit ein Schatz und ein Sammelsurium an Wissen und Ideen, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch der interessierte Laie hier große Freude haben kann, eben weil sie nicht zu kleinteilig, zu spezifisch wird und immer den großen Blickwinkel nicht aus dem Auge verliert. (Am Ende findet sich eine sehr persönliche Nachbemerkung er Autorin, die mich sehr angerührt hat. Außerdem ein Namensregister, weitere Buchtitel, Texte zu den Abbildungen und Bildnachweise.)

Frau Katze hat wie üblich mitgestrickt und gelesen:

Dabei schreibt Ebba wirklich toll, ich habe sie gerne gelsen, hatte die Strickerinnen in Norwegen vor Augen, habe die Spinnerinnen gesehen, die Schafe gehört, ich war einfach voll dabei.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich, an mehreren Stellen werden Bloggerinnen erwähnt, die dieses oder jenes gesagt haben, hier hätte ich mir die namentliche Nennung des Blogs und der Bloggerin gewünscht, die habe ich nämlich im Verzeichnis hinten nicht zuordnen können und das hat mich ein wenig gestört, denn auch hier hätte ich dann gerne mal in dieses Blog reingelesen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

Selten hat mich ein Buch so begeistert und beschäftigt, hat mich zum weiter Recherchieren angehalte und mich gleichzeitig so zufrieden gestellt.

Viele von euch haben bereits bei Instagram gefragt, wie ich das Buch finde, ob ich es empfehlen kann und ich möchte es nicht nur empfehlen, ich möchte es wirklich jedem ganz dringend ans Herz legen, das hier ist die Bibel für jede Strickerin und zwar ganz ohne Anleitungen und Muster, einfach nur, weil es genau unser Thema ist.

Lesen! Ganz unbedingt! Wirklich.

Ich werde es in Zukunft auf jeden Fall sehr häufig verschenken.

Und ich kann jetzt endlich Lesen und Stricken gleichzeitig, zwar nur rechte Maschen, sonst verknotet sich mein Hirn, aber immerhin!

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

magersucht, klinikaufenthalt, anorexie, drama, autobiographisch

Tage ohne Hunger

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198374
Genre: Romane

Rezension:

Am Wochenende hab ich Delphine de Vigans "Tage ohne Hunger" beendet.

Ich habe von ihr schon "No & ich" als Hörbuch gehört und war damals nicht 100prozentig zufrieden, vermutlich weil sich ihre Texte aus meiner heutigen Sicht eher nicht als Hörbuch eigenen. Sie erzählen zwar grundsätzlich eine abgeschlossene Geschichte, bestehen aber häufig aus Fragmenten, Gedankengängen und lassem dem Leser sehr viel Raum für eigene Ideen. Das funktioniert für mich bei einem Hörbuch schlechter, als bei einem gelesenen Text.

"Tage ohne Hunger" habe ich also gelesen und war von der ersten bis zur letzten Seite hingerissen. Wie der Titel vermuten läßt, geht es um eine Essstörung, den Leidensweg, den Weg zur Heilung und die Probleme, die man mit sich ausfechten muß. Es ist ein sehr bedrückendes und intensives Buch und durch die Schilderung der Gedanken der Protagonistin ist man sehr nah am Geschehen dran. Es wird nicht auf den Ekel gesetzt und die widerlichen Dinge, die man als essgestörter Mensch teilweise tut, werden eher angedeutet, als wirklich im Detail beschrieben, das fand ich gut und hat mir absolut gereicht.

Ich persönlich habe ja diverse sehr persönliche Erfahrungen in meinem Leben mit Personen gemacht, deren Verhältnis zum Essen ein etwas anderes war und auch ich konnte meine Mahlzeiten nicht immer in der Form genießen, wie ich es heute zum Glück kann. Für mich war das Buch trotzdem sehr gut lesbar und ich fühlte mich verstanden, bzw. habe sehr vieles wieder erkannt. Für eine Person, die akut in einer Behandlung ist würde ich das Buch allerdings wirklich nur bedingt empfehlen, es ist drastisch, es triggert, es zieht einen herunter, ob das in jeder Lebensphase immer das Richtige ist, sollte jeder selbst entscheiden.

Laure, die Protagonistin des Buches, ist ein etwas schwieriger Mensch, der sich aber eben kurz vor dem zu Spät sein, doch dafür entscheidet, die Hilfe einer Therapie anzunehmen. Sie thematisiert ihren Therapieverlauf, ihre Kontakte in der Klinik, sie selbst ist mit knapp 35 Kilo eingeliefert worden, andere Patienten sind aus anderen Gründen dort, und Laure beobachtet, anlysiert, schließt Freund und Feindschaften und ficht dabei ihren ganz eigenen Kampf mit sich selbst aus.

Sie beschreibt die Qual einer Magensonde, den Drang sich zu bewegen, um Kalorien zu verbrennen und die Probleme etwas zu essen. Sie tut das sehr eindrücklich und aus meiner Sicht auch für einen nicht Betroffenen sehr nachvollziehbar. Ohne große Erklärungen versteht man, was ihr Problem ist, warum sie so oder so handelt. Natürlich lassen sich Laures Probleme nicht auf jede Person mit Eßstörung übertragen, trotzdem hat mir hier die Schilderung von Laures Gedanken sehr positiv aufgezeigt, was einen Menschen bewegt und was andere Menschen in einem bewirken können.

Natürlich hat auch Laure ein problematisches Elternhaus, Schuldgefühle, Ängste, alles was zu so einer Eßstörung in der Regel dazu gehört, alles, was die Heilung noch schwieriger macht. Sie findet sehr oft Trost im Stricken (bzw. später auch in anderen Dingen), was mich sehr gefreut hat, schließlich hat auch für mich das Stricken hin und wieder eine (wenn auch andere) Art therapeutische Wirkung. Das hat mir sehr gefallen, dass hier mein liebstes Hobby in der Form erwähnt wurde.

Laures Schilderungen sind für mich nachvollziehbar, glaubwürdig und eher auf ihr Innenleben gerichtet, es geht hier nicht darum den Klinikalltag zu beschreiben oder ein Sachbuch für den Weg aus der Essstörung zu lesen, hier geht es wirklich um die sehr poetische Schilderung, was eine solche Störung mit einem macht, wie man sie besiegen oder es zumindest versuchen kann und dass sie einen im Grund niemals verläßt.

Ich fühlte mich von Delphine de Vigan nicht nur gut unterhalten, sondern wirklich begeistert. Das war für mich für 2017 eines der Jahres-Highlights auf dem Nachttischlesestapel und hat mich tatsächlich endlich längere Zeit am Stück wieder konzentriert lesen lassen.

Tage ohne Hunger ist als Hardcover im Dumont Buchverlag erschienen.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Hilfsprediger

Hilary Mantel , Werner Löcher-Lawrence
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.07.2017
ISBN 9783832198725
Genre: Romane

Rezension:

Nahezu 30 Jahre nach seinem Erscheinen auf Englisch wurde Hilary Mantels Geschichte über den Glauben in Fetherhoughton nun auch ins Deutsche übertragen und zwar gekonnt, wie ich direkt anmerken möchte. Der Hilfsprediger erschien im Dumont Buchverlag.

Ich störe mich ja häufig an Übersetzungen bei älteren Büchern oder sprachlich anspruchsvolleren, hier ist alles stimmig, alles paßt. Werner Löcher-Lawrence hat als Übersetzer wirklich sehr gute Arbeit gemacht. Mantel und er finden die richtigen Worte, die Dorfatmosphäre der 50er einzufangen und den Leser direkt ins Geschehen in diesem kleinen Nest in den Mooren zu versetzen. Der Hilfsprediger schafft es, mich zu begeistern.

Der Gemeindepfarrer Angwin hat seinen Glauben ein wenig verloren oder auch verlagert, der Aberglaube hielt Einzug in seine Gemeinde und das findet der modern ausgerichtete Bischof eher weniger witzig. Daher taucht als Hilfe für Angwin Fludd auf, ob diese Figur "Spion" oder "Engel" ist, das sieht jede der Figuren ein wenig anders. Jedes Gemeindemitglied, auch die eher heidnisch erzogenen der umliegenden Dörfer, hat Charakter und wird trotz der Kürze des Buches sehr eindrücklich eingeführt und vorgestellt. Mantel hat hier einfach ihre ganz eigene Art zu beschreiben und zwischen den Zeilen erahnen zu lassen. Bereits nach wenigen Worten hat man ein sehr genaues Bild der jungen Nonne Philomena, der Klostervorsteherin und auch der Kinder der "Heiden".

Mich hat vorallem die singende und Tee und Kakao kochende Haushälterin begeistert. Die an Türen lauscht und ihre ganz eigene Meinung zu den verbuddelten Kirchenheiligen hat, die der gebeutelte Pfarrer Angwin einfach mal ruckzuck auf dem Friedhof hat bestatten lassen, um der Modernität, die der Bischof fordert, gerecht zu werden.

Fludd schafft es die Dorfgemeinschaft zu bezaubern, zu faszinieren oder zumindest aufzuwühlen. Besonders hat mir hier die Szene gefallen, in der er gemeinsam mit einer jungen Nonne einer der Statuen eine Nase aus Knetgummi anheften möchte oder in der er mit der Klostervorsteherin in den Kleidern der Nonnen, die diese bei ihrem Eintritt ins Kloster mitbrachten, wühlt. Fludd ist schlecht zu durchschauen, seine Absichten unklar und dennoch begeistert diese Figur alle anderen. Mit viel bissigem Witz und religiöser Kritik schreibt Mantel sich hier eine Welt zusammen, die skuriler und charmanter nicht sein könnte, die aber trotzdem bei genauem Hinsehen der Realität dieser Zeit auf einem solchen Dorf recht nahe kommen dürfte. Ein wenig bigott, ein wenig frömmelnd, absurd und widersprüchlich, kämpfen und hadern die Figuren mit ihrem eigenen und dem Glauben der anderen.

Mich hat das Buch wirklich sehr begeistert und das ganz klar vorallem, weil mir Dank der Erziehung auf einem klösterlichen Gymnasium so manche Handlungsweise der Nonnen und des Pfarrers nicht unbekannt sind. Mantel setzt sich in ihrem Buch mit Gut und Böse auseinander und zeigt auf, wie nah bei einander und wie leicht zu vermischen hier die Grenzen sind. Das Dorf sehnt sich nach Regeln, darf man an Fastentagen getoastetes Brot essen und wird das Brot beim Toasten leichter, so dass man sogar zwei Scheiben nehmen dürfte? Ist Marmelade an Fastentagen in Ordnung? Straffe Regeln sind gewünscht und Pfarrer Angwin und Mutter Perpetua stellen sie mit eher unsicherer Hand auf. Ob Fludd der Gemeinde nun wieder auf den rechten Weg zurück hilft oder sie in noch größeres Chaos stürzt, würde zu weit führen, aber ich möchte sagen, ich hatte großen Spaß beim Lesen und sein Alter merkt man dem Buch zu keinem Zeitpunkt an.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Messer

Tim Hayward , Susanne Lück
Fester Einband
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 12.10.2017
ISBN 9783832199289
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ganz schlicht „Messer“ heißt das Buch von Tim Hayward,erschienen im Dumont Buchverlag, in dem es auch um genau das geht. Schlicht und schön aufgemacht, mit einem hochwertigen Einband versehen, macht das Buch wirklich was her auf dem Kaffeetisch und das Buch ist aus einem bestimmten Grund auf Papier gedruckt, das sich zum Messerschärfen nicht eignet. (Hier mußte ich sehr schmunzeln bei der Lektüre.)

Ich mag ja Sachbücher, die sich mit den Gegenständen des täglichen Gebrauchs beschäftigen und dazu nicht nur schöne Bilder zeigen, sondern auch noch lesenswerte Geschichten erzählen und eine Fülle von Informationen bieten.

Tim Hayward © Mike Sim

Tim Hayward ist Foodjournalist und ich mag seine Beiträge im Guardian sehr gerne und finde seine Food DIY Videos bei Youtube sehr unterhaltsam. (Leider nur auf englisch…)

Daher hab ich mich gefreut, dass Dumont offenbar entschieden hat, sein Buch „Knife“ nach Deutschland zu bringen.

Das Buch ist eingeteilt in die folgenden Kapitel:

Einführung

Hier liest man aus jedem Wort Haywards Liebe zum Essen und Kochen und eben zum richtigen Werkzeug dafür heraus. Er erklärt, dass er kein Nachschlagewerk schaffen wollte, sondern seine persönliche Auswahl an Messern seinen Lesern näher bringen wollten. Was ihm aus meiner Sicht fantastisch gelungen ist.

Anatomie des Messers

Hier werden die Begrifflichkeiten geklärt, mit einer schönen Illustration zeigt er, dass ein Messer aus so viel mehr, als aus Klinge und Griff besteht.

Haltetechniken

Hier werden die verschiedenen Möglichkeiten erläutert, wie man ein Messer halten, nutzen und einsetzen kann. Das war spannend, ich hätte gedacht, dass ich ein Messer eigentlich immer gleich nutze, als ich mir aber die 5 Haltetechniken durchgelesen habe, wurde mir klar, dass ich intuitiv tatsächlich jedes Messer bei jeder Einsatzmöglichkeit anders nutze und zwar glücklicherweise nicht gänzlich absurd.

Schneidetechniken

7 verschiedene Schneidetechniken stellt er vor und beschreibt hier sehr bildhaft und gut verständlich, wie er welche Schneidetechnik anwendet und wie sie sinnvoll ist.

Material

Hier schreibt er sehr ausführlich und mit historischem Hintergrund, aus welchen Materialien Messer gemacht werden, wie sie bearbeitet wurden und welchen Nutzen das Material haben kann.

Ein Messer entsteht

Ein Messer zu schmieden ist eine Kunst und das wird hier mit jedem von Haywards Worten deutlich. Er beschreibt, wie aus einem Stück Metall eine Klinge wird und tut das auf sehr unterhaltsame Art und Weise und mit viel Herz. Dabei packt er unfassbar viele Informationen in diesen unterhaltenden Text, die so sehr gut hängen bleiben.

Die Messerschmiede

Hier interviewt Hayward die drei Messerschmiede, die eine britische Messerschmiede betreiben und sich auf Koch- und Küchenmesser spezialisiert haben. Das war sehr spannend und das Interview hatte durchaus Witz und Unterhaltungswert. Hier weden nicht rein sachlich Fakten vermittelt, sondern anhand von Erfahrungen Geschichten erzählt.

Die Messer

Hier bezieht er sich zunächst auf das Kochmesserset, wie man es aufbewahrt, was es beinhaltet und welchen Wert das Messerset für einen Koch hat und warum es sehr persönlich ist und von Argusaugen bewacht wird.

europäische Messer

An dieser Stelle werden die unterschiedlichen europäischen Messer vorgestellt. Jeweils mit einem Beispielmesser. Seine Klingenlänge, seine Verwendung, sein Gewicht, alles wird erwähnt. Begonnen wird mit einem deutschen Messer der Marke Wüsthof. Ich besitze tatsächlich auch zwei Wüsthof Messer und hab mich enorm gefreut, diese hier in an so prominenter Stelle wieder zu finden. Es folgen Ausbein- und Filetiermesser. Er berichtet von maßgefertigten Messern und natürlich darf auch Zwilling als großer Messerhersteller nicht fehlen. Natürlich habe ich auch davon einige in meiner Küche, am Liebsten habe ich mein kleines Fleischerbeil von Zwilling.

Seite 52 © Chris Terry

chinesische Messer

Dann folgen die chinesischen Messer, da kenne ich mich weniger gut aus und meine Küche ist auch nicht wirklich gut ausgestattet. Leider.

Hier findet sich dann auch ein kurzes Interview mit Henry Harris, den ich von der Seite Great britisch Chefs kannte, wo ich mir beim Kochen häufig Inspiration hole.

japanische Messer

Hier kannte ich tatsächlich neben dem durchaus bekannten Santoku aus Damaszener Stahl nur das Takohiki, aus einem Sushikochkurs ist dann offenbar doch etwas hängen geblieben, und habe mich bei den anderen Messern gefreut etwas dazu zu lernen. Den Comic dazu fand ich total klasse, das war eine kleine Überraschung in diesem Buch. Hat mir sehr gefallen. Toll fand ich hier auch die Erklärung der japanischen Fachbegriffe für die verschiedenen Teile des Messers, Fleischsorten, Fisch und vieles mehr.

Fleischermesser

Hier geht es ans Grobe. Ich habe bereits als Kind mitbekommen, wie auf dem Bauernhof geschlachtet wurde und bin da nicht zart besaitet. Wer Fleisch essen will, sollte aus meiner Sicht auch ein Tier töten können, ansonsten sollte man es lassen. Ich habe das für mich vor vielen Jahren ausprobiert und es war nicht angenehm, aber ich habe beim Schlachten geholfen und mir mein Fleisch somit aus meiner Sicht mitverdient. Fleischermesser müssen aus meiner Sicht Gewicht haben, scharf sein und gut in der Hand liegen. Man hat rasch blutige oder schmierige Hände und dann darf das Messer nicht wegrutschen.

Das Scimitar kenne ich trotzdem eher aus Rollenspielen am PC, denn aus der Schlachterei. Allerdings bin ich hier dann endlich auf meinen Lieblingsmesserhersteller Victorinox gestoßen, die machen einfach gute Messer für Menschen mit kleinen Händen zum sehr erschwinglichen Preis. Schön, dass Hayward das hier honoriert. Bei den Schlachterbeilen darf natürlich auch ein kleiner Exkurs zu den verschiedenen Hackebeilen nicht fehlen. Die sind hier gut illustriert aufgeführt. Auch der Hohlbeitel wird erwähnt, mit dem man große Knochen vom Fleisch trennt, was wirklich eine schweißtreibende Arbeit ist. Auch ein Messerset für die Jagd wird hier vorgestellt und der Kettenhandschuhe für das Knacken von Austern darf nicht fehlen. Für Dusselige kann man den auch beim Zerteilen einer Avocado anziehen, dann schneidet man sich dabei nicht in den Daumen.

Spezialmesser

Hier beginnt er mit dem Austernmesser und das ist wirklich wichtig, dass er hochwertig und gut ist. Sonst ratscht man da nur sinnlos herum und verletzt sich, die Auster und überhaupt gibt das ein Massaker. Ich habe zwei sehr gute Austernmesser mit rundem Fingerschutz von Felix Solingen und mußte leider lesen, dass ich damit zu den wenig trampeligen Austernöffnern gehöre, denn eigentlich nutzt man als fingerfertiger Austernkenner andere Messer…. Naja, bevor ich mir die Finger absäbel, bleib ich bei meinen. Wunderbar war sein Text zu Käsemessern und Pilzmessern, letztere kannte ich nicht, mir war aber tatsächlich beim Blick aufs Bild direkt klar, wozu sie gut sind. Sehr praktische kleine Helferchen. Auch den Trüffelhobel stellt er vor und ich muß zugeben, dass ich den oft Zweckentfremde und damit andere Dinge hobel, weil es Trüffel bei uns nun mal eher selten gibt.

Bei den Tranchiermesser stellt er gleich auch 10 praktische Regeln des Tranchierens auf, bzw. gibt sie wieder. Das war äußerst hilfreich. Danke dafür!

Wiegemesser, Mandoline, Gemüsemesser und viele mehr werden von ihm vorgestellt und ihre Vorzüge beleuchtet.

Seite 7 © Chris Terry

Schärfe

Hier hat mich sein Einstieg mit Schnittwunden schmunzeln lassen und tatsächlich habe ich, wie er es vorausgesehen hat, die Narbe an meinem Daumen (Austernmesser), die Narbe an meiner rechten Hand (breiten wir den Mantel des Schweigens über diese Avocado) und die Narbe an meiner Wade (ok, kein Messer, aber die Glasscherbe ist bis zum Wadenknochen vorgedrungen und ich habe erst 10 Minuten später gemerkt, dass ich offenbar gerade dabei bin, auszubluten, so glatt war dieser Schnitt und so wenig habe ich ihn gespürt), betrachtet und mich an ihre Herkunft erinnert.

Erst dann bezieht er sich auf das Schärfen von Messern, eine Kunst, die ich wohl nie beherrschen werde. Er spricht über Schleifmöglichkeiten, Schleifsteine, Finish und das alles wider mit so viel Leidenschaft und einer solchen Intensität, wie man sie bei einem Buch über Messer wirklich nicht vermuten würde.

Messerzubehör

Rolltasche, Magnetleiste, Schneidbrett sind die Dinge die man hier findet und die er bespricht, da hatte ich irgendwie noch ein wenig Mehr erwartet.

Dank

Sein Dank ist übrigens extrem lesens und sehenswert, die Comicfiguren sind super gezeichnet und Hayward findet die richtigen Worte, selbst sein Dankeswort interessant zu gestalten.

Register

Dank Register ist es übersichtlich und man findet alles, was man braucht auf einen Blick.

Haywards Buch hat mir wirklich gefallen, es ist sehr wohl ein Nachschlagewerk, aber eben auch unterhaltende Literatur, ein kleiner Schatz im Buchregal, für jeden kochenden Buchliebhaber, der Wert auf gute Materialien und wunderbare Worte legt.

Ich hoffe wirklich, dass auch weitere Bücher von Hayward ihre Übersetzung ins Deutsche finden werden. Das war fantastisch.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

krimi, weihnachten, weihnachtskrimi, emons verlag, makrönche

Makrönchen, Mord & Mandelduft

Elke Pistor
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 12.10.2017
ISBN 9783740802035
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Langsam naht die Weihnachtszeit und ich mag es, wenn sich meine Lektüre an die Jahreszeit anpaßt. Häufig lese ich in der Adventszeit Bücher mit Adventskalendergeschichten oder eben im Sommer Bücher mit Bezug zu warmem Wetter, Sonne, Meer und Strand. Daher war ich sehr erfreut, als Elke Pistor mich auf ihren neuen (Weihnachts-)Krimi aufmerksam machte.

Normalerweise bin ich ja nicht so die Krimileserin, weil ich dann immer an der Polizeiarbeit herumnörgele, die in der Regel gänzlich fern der Realität geschildert wird und dann bin ich maulig, weil die Geschichte für mich dann nicht mehr funktioniert.

Elke bekommt das in ihren Krimis aber immer sehr gut hin und hält die Waage zwischen Anpassungen aus Spannungsgründen und guter Recherche.

Das hat mir bereits bei ihren Eifelkrimis, wie zum Beispiel beim „Gemünder Blut“ gut gefallen.

Gerne habe ich also ihre „Makrönchen, Mord und Mandelduft“ gelesen und obwohl ich ja in letzter Zeit für Bücher immer ewig brauche, weil ich einfach zu wenig Zeit habe und dann doch häufig abschweife, war ich ruckizucki durch mit den Makrönchen, dem Mandelduft und dem Mord, was natürlich auch daran gelegen haben kann, dass ich unbedingt bei den Rezepten ankommen und backen wollte…

Der Weihnachtskrimi ist eine wirklich warmherzige Geschichte, rund um Annemie Engel, ihren offenbar mißratenen und kriminellen Bruder, den Weihnachtsmarkt und dortige Intrigen und natürlich Plätzchen. Leckerste Plätzchen in wunderbaren Varianten. Plätzchenrezepte sind auch im Buch eingefügt, so dass man passend zur Lektüre backen kann. Während Annemie Engel auf Möderjagd geht und sich nebenbei noch um die Weihnachtsbäckerei kümmert, obwohl sie eigentlich seit Jahren gar nicht mehr vor die Tür möchte, kann man dann leckere Makrönchen genießen. Sich an den herrlich in die Geschichte eingebauten Katzen erfreuen und die leichte Gesellschaftskritik, die dann doch ein wenig mitschwingt ignorieren oder zur Kenntnis nehmen, jenachdem wie viel Realität man bei der Weihnachtsstimmung gerade haben möchte

.
Elkes Schreibstil ist in diesem Buch wirklich weihnachtlich und fast kann man Apfel, Zimt und Mandelkern riechen, wenn Annemie mit ihrem charmanten Gehilfen und der etwas schrägen Ärztin (die hat mich vielleicht auf die Palme gebracht…) auf dem Weihnachtsmarkt ist und versucht herauszufinden, um was es bei der Gasexplosion, die ihren Bruder verletzt hat, wirklich ging. Was das alles mit der Vergangenheit zu tun hat und wer da sonst noch so seine Finger im Spiel hat.

Schneller als man gucken kann, wird aus der etwas schrulligen alten Frau eine hartgesottene Ermittlerin, die natürlich der Wahrheit auf der Spur ist.

Ein wirklich schöner herzerwärmender nicht zu brutaler und blutiger Krimi, der beim Lesen viel Freude und Wärme verbreitet und wirklich liebenswerte Figuren beinhaltet. Ja, das ist ganz sicher nichts für den ganz taffen Thrillerleser, der es brutal und hart braucht, aber auf jeden Fall etwas für jeden, der sich schon mal ein wenig auf den Winter einstimmen möchte und der bei einer Geschichte, die hier und da durchaus das Herzchen anrührt, und leckeren Keksen entspannen möchte.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Sengender Wind

Selva Almada , Christian Hansen
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Berenberg, Heinrich von, 01.03.2016
ISBN 9783946334040
Genre: Romane

Rezension:

Schon vor einiger Zeit (ich glaube, letztes Jahr zum Indiebookday) habe ich mir Selva Almadas „Sengender Wind“ gekauft.

Beim Indiebookday wähle ich ja immer bewußt ein Buch, das mich von meinen üblichen Lesegewohnheiten wegführt und verlasse mich da häufig auf den Rat meiner Buchdealer in der Parkbuchhandlung. So auch diesmal, das Buch lag relativ lange dann im Regal und erst vor einigen Wochen hab ich es herausgezogen und mich auf das literarische Experiment in der Wüste eingelassen. Erschienen ist das Buch im Berenberg Verlag , der viel Wert auf hohen Anspruch und gute Literatur legt. So auch hier. „Sengender Wind“ ist ganz sicher keine Lektüre für Zwischendurch oder um am Strand die Seele baumeln zu lassen, trotz der Kürze werden hier verschiedenste Problematiken angerissen und der Leser zum Sinieren gebracht. 4 ganz unterschiedliche Charaktere teilen ihre Gedanken und Überlegungen mit dem Leser, nähern sich an und entfernen sich wieder voneinander. Mir hat das sehr gefallen, wenn ich auch von den Diskussionen und Überlegungen der Figuren untereinander mehr erhofft hätte. Da fehlte es mir stellenweise an Substanz.

Dennoch hat mich Sevda Almada durchaus gut unterhalten und angesprochen und ich finde es schade, dass bislang nicht mehr der Werke übersetzt wurden. Die Beschreibungen der Örtlichkeit und der Kraft des Gewitters hatte etwas fast Poetisches und die sehr eigene und schnörkellose Sprache hat mir sehr gefallen. Das Thema der Religiösität kam für mich nicht immer ganz überzeugend rüber, war aber durchaus glaubwürdig im Hinblick auf die handelnden Figuren.

Der Text ist trotz seiner Kürze sehr intensiv und ich hätte mir fast noch ein wenig mehr Fortsetzung gewünscht, wollte wissen, wie es weiter geht und ob die Wünsche und Gedanken der Personen sich erfüllen.

Keine Empfehlung für die Liebhaber leichter und stimmiger Texte, eher was für Menschen, denen es beim Lesern weniger um die Geschichte und mehr um die erzählerische Intensität geht.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Katzen in der Kunst

Angus Hyland , Caroline Roberts , Birgit Lamerz-Beckschäfer
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832199166
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich gehöre zu den Menschen, die Coffeetable-Books einfach lieben. So gerne habe ich ein schönes Buch auf dem Wohnzimmertisch liegen, so gerne blättere ich versonnen und gucke einfach schöne Bilder.

Letzte Woche war ich dann ja extrem unfit und konnte nur rumliegen und an die Decke starren. Lesen wäre utopisch gewesen. Da die Decke aber irgendwann langweilig wurde, war ich sehr froh, das kleine Katzenbüchlein der anderen Art aus dem Dumont Buchverlag zu haben. Hier konnte ich ein wenig hin und her blättern, Bilder gucken, die ganz kurzen Texte überfliegen und das alles lenkte mich ein wenig ab.

Das Büchlein von Angus Hyland und Caroline Roberts ist schön klein und handlich, hat aber trotzdem noch ausreichend Größe, um die Bilder gut erkennen zu können. Dazu hat es eine angenehm griffige Haptik und matte Seiten, das mag ich.

Auf jeder Seite finden sich ein bis zwei Katzenbilder aus der Kunst. Manchmal auch eines über eine Doppelseite, dazu passende Sinnsprüche oder auch herrlich unnützes Wissen, sowas mag ich sehr. Zum Beispiel, dass der Maler Xu Gu aufgrund der Grausamkeiten, die er im Krieg erlebte, nur idyllische nostalgische Szenen malte. Oder dasss weiße blauäugige Katzen oft taub sind.

Ich mag das Buch und seinen Klappentext „Dieses Buch hat einen eigensinnigen Charakter“.

Es eignet sich als Mitbringsel und Geschenk für Katzenmenschen oder auch als kleine Belohnung für einen selbst.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Handbuch für Pflücker und Sammler

Erica Bakker , Ellen van den Broek , Ellen Broek , Linda Marie Schulhof
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.03.2017
ISBN 9783832199197
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Handbuch für Pflücker und Sammler, erschienen im Dumont Buchverlag, hat hier bei uns schon für viel Freude gesorgt. Seit einiger Zeit ist es in reger Benutzung, sehr gut, dass es etwas robuster gebunden und mit einem stabilen Gummiband ausgestattet ist. Das ist wirklich hübsch gestaltet und sehr praktisch.

Die niederländischen Autorinnen Erica Bakker und Ellen van den Broek, sowie die Illustratorin Rachelle Klaassen haben hier einen wirklich tollen Job gemacht. Natürlich ist das Buch eher auf Kinder ausgelegt, hat aber auch mir als Erwachsener durchaus Freude bereitet.

Das Ganze ist geglidert in eine Einleitung, in der das Pflücken und Sammeln erläutert wird, dann folgt ein Pflückkalender, eine Landschaftskarte und ein Pflück-ABC. Danach ist das Buch in Jahreszeiten gegliedert und passend zum Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter werden die passenden Themen erläutert und mit Ideen gewürzt.

Am Ende gibt es noch ein Kapitel, dass sich mit Dingen beschäftigt, die man das ganze Jahr über tun kann.

De Pflückkalender fand ich sehr gut, allerdings etwas sparsam und unübersichtlich, das hätte farbig gestaltet vielleicht ein wenig übersichtlicher gewirkt. Aber auch so kann man ihn gut nutzen. Auch die Pflückkarte fand ich etwas spärlich und hätte mir hier etwas mehr Detailtreue gewünscht.

Das Pflück-ABC sind 11 „Regeln“, zum Beispiel dass es zu zweit mehr Spaß macht, dass man mit dem Smartphone etwas nachschlagen kann, so etwas.

Dann folgen die Jahreszeiten und viele Ideen, was man zu welcher Zeit basteln, sammeln und tun kann. Man lernt eine Blumenkette zu flechten und einen Blumenkranz zu fertigen.

Auch vergessene Dinge werden wieder erwähnt, eine Kerbelflöte habe ich zum Beispiel schon mit meiner Oma gebaut und hab da gar nicht mehr dran gedacht. Vom Lavendelsäckchen über die Hexensuppe, bis zum Krabbenfangen ist wirklich sehr viel dabei, was man mit oder ohne Kinder draußen tun kann. Ich habe mir hier tolle Anregungen geholt und mit unseren Besuchskindern viel Zeit verbracht. Das hat wirklich Spaß gemacht, dabei ist alles gut erklärt, einiges nur als Anregung selbst Ideen zu haben zu verstehen und manches wirklich lustig beschrieben.

Wir hatten viel Spaß beim Lesen und auch bei der Umsetzung der vielen Ideen und Bastelarbeiten.

Das war wirklich sehr schön und wird bestimmt noch häufig genutzt werden.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

urlaub, upcyling, reise, tipps, lifehack

Auf alles vorbereitet - Lifehacks für unterwegs

Marie Geißler
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 24.03.2017
ISBN 9783770184804
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bereits seit einiger Zeit habe ich "Auf alles vorbereitet" als Badezimmerlektüre zum kurzen Lesen in der Wanne breit liegen.

Das Buch ist praktisch, robust und abwaschbar und mit einer Gummibandschließe versehen. Das Gummiband kann man auch herausnehmen und für andere Dinge nutzen. Mir gefällt die lockere Aufmachung des Buches sehr.

Im Buch befinden sich 299 unentbehrliche Tipps & Kniffe für die Reise. Einige davon kannte ich bereits, einige habe ich belächelt. andere fand ich wirklich interessant und gelungen. Grundsätzlich ist die Lektüre kurzweilig und aus meiner Sicht eignet sich das Buch auch prima als Mitbringsel für jemanden, der eine größere Reise antritt.

Auf 160 Seiten gibt es viele Ideen, wie man Dinge besser einpackt, was man einpackt, wie man es einpackt, was man braucht und was man nicht braucht. Was man gut gebrauchen kann, was man wie zweckentfremdet, was wirklich hilfreich ist.

Tipps wie, Zwiebel auf Mückenstiche zu drücken, hat man zwar schon mal gehört, aber zum Beispiel ein Wattepad in die Puderdose zu legen, um diese so vor Bruch zu schützen oder dass man die Kotztüten aus dem Flugzeug super auch als Autoabfallbehälter benutzen kann, haben mir wirklich Erhellung gebracht. Dazu ist alles nett und witzig formuliert, fein illustriert und wirklich hübsch gestaltet.

Mir hat das Büchlein wirklich Spaß gemacht.

Auf zur nächsten Reise!

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