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CraSy Oberteile & Kleider aus Jersey nähen

Sylvie Rasch
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Christophorus Verlag, 09.10.2018
ISBN 9783841065247
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits seit Wochen habe ich auf das Buch gewartet und mein Stoff lag hier auch schon bereit. (Der wurde mir ebenfalls von Sylvie Rasch zur Verfügung gestellt.) Darum werde ich das Projekt auch ganz einfach als uUfo bezeichnen. Unfreiwilliges Ufo.

Nun gut, ich hab also dann den ganzen Mittwoch mit dem Buch verbracht und hatte einen tollen Vormittag.

Aber ich zäume das Pony schon wieder von hinten auf.

Sylvie unsere Strick- und Häkel-Hänsin-Dampf-in-allen-Gassen hat ihr erstes Nähbuch herausgebracht. Es geht um Shirtschnitte und nennt sich daher auch "Oberteile & Kleider aus Jersey nähen - 1 Schnitt - 1000 Styles"

Zu Beginn des Buches wird uns Sylvie kurz vorgestellt, dann folgt ein bebildertes Inhaltsverzeichnis mit 22 Designvarianten, die man nach dem Baukastensystem zusammensetzen kann.

Die Schnitte sind alle für elastische Stoffe gedacht. Der Jersey wird auch ausführlich vorgestellt und seine Besonderheiten erläutert. Mit ein wenig Erfahrung kann man, die Schnitte aber natürlich auch aus dickeren Stoffen, wie Sweat oder dünnerer Viskose nähen. Hauptsache, der Stoff ist elastisch. Auch diese Jersey-Varianten werden genau erklärt und ihre Besonderheite aufgezeigt.

Ich habe den Schnitt mit Wintersweat genäht und mich an Evelyns Tipp gehalten, eine Nummer größer zu nähen, als benötigt. Das war genau richtig. (Diese Tipps findet ihr im ganzen Buch, Evelyn ist die Schnittmacherin, die Sylvie unterstützend zur Seite stand und ihre Nähtipps sind wirklich simple und gut.)

Im Buch findet ihr auch eine genaue Auflistung der benlötigten Materialien zur Verarbeitung von Jersey und einen kurzen Exkurs zu Nähmaschinen. Vorgestellt werden die Haushaltsnähmaschine, die Overlock und die Coverlock. Ich habe mein Shirt komplett mit der Haushaltsnähmaschine genäht, da ich leider keine Coverlock oder Overlock besitze. Das ist ebenfalls möglich.

Sehr gut fand ich den Teil, der sich um den Schnitt dreht, da hier genau erläutert wird, wie mit dem Schnittmusterbogen umgegangen wird, dass Nahtzugabe bereits enthalten ist. (YEAH! Ich liebe es!) Dann gibt es auch noch Tipps zum stoffsparenden Zuschnitt und eine ausführliche Maßtabelle.

Ich bin ja wirklich sehr klein, bin in der Maßtabelle aber gerade noch vertreten. Die 34 wäre meine Größe gewesen, wenn ich nicht mit Sweat genäht hätte (Dann eine Größe mehr nehmen!). Die Shirts sind trotz der elastischen Stoffe alle recht figurbetont, wenn du es also lieber weit und bequem magst, dann solltest du hier genau überlegen, für welche Größe du dich entscheidest. Die Tabelle geht bis Größe 56, was ich recht umfangreich finde. Die Anleitung zum Zuschnitt ist bebildert und hat mir sehr geholfen, ich schneide immer recht chaotisch zu, hier war das sehr einleuchtend aufgezeichnet, das wird mir auch für andere Schnitte noch hilfreich sein.

Dann folgt eine Erläuterung zu den verwendeten Stichen und Nähten, das fand ich sehr ausführlich und für Anfänger gut erklärt. Ich hab es nur kurz überflogen, da ich eine so detaillierte Erklärung nicht mehr benötige.Hier geht es auch um die richtige Verarbeitung von Abnähern und das Nähen der Ausschnitte, sowie Säume und Abschlüsse. Die Zeichnungen fand ich dabei ausreichend, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein totaler Nähanfänger hier gerne mehr sehen würde. Auch dafür ist gesorgt, auf Sylvies Youtube Kanal findet ihr Videos zur Besseren Anschaulichkeit.

Dann folgt eine Erläuterung zum Baukastensystem. Hier findet ihr 12 Ausschnittvarianten, 12 Ärmelvarianten und 8 Abschlussvarianten. Diese kann man endlos miteinander kombinieren und so ganz unterschiedliche Shirts erstellen.

Ich habe mich für den Rundhalsausschnitt mit Bündchen, den langen Ärmelt mit Bündchen und das Bündchen als Abschluss entschieden. Alle Varianten beruhen auf einem Raglanschnitt. Das sollte einem klar sein, wer Raglannähte oder Shirts nicht mag, der wird hier nicht fündig, bzw. höchstens bei den Varianten ohne Arm.

Dann folgt der Teil, in dem die Schnittvarianten vorgestellt werden. Das sind wie gesagt 22, mit dem Handwerkszeug kann man aber natürlich noch viel mehr kombinieren.

Bei jeder Schnittvarianten ist der Materialverbrauch angegeben und es wird genau aufgeschlüsselt, wie der Zuschnitt erfolgen muß, bzw. welche Teile zuzuschneiden sind. Auch der Schwierigkeitsgrad wird angegeben. Den fand ich passend und nachvollziehbar zugeteilt. Ich habe mich für Variante Nr. 3 entschieden. Neben jeder Variante sind zusätzlich inspirierende Varianten Zeichnungen.

Irritiert hat mich zunächst die Teilungsnaht der Ärmel, die sorgt dafür, dass der Arm trotz Raglan eine schöne Schulterkugel hat. Wenn man sich das klar macht, stört es nicht mehr und führt halt zu einem gut sitzenden Shirt.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem Nr. 6, ein ärmelloses Top mit Tunnelzug, Nr 10, ein Shirt mit Voland und einer Bommelkante. Es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, die Shirts in Kleider zu verwandeln. Ich bin sowohl mit den Anleitungen als auch mit dem Nähen gut klar gekommen.

Der Schnittmusterbogen hingegen war ein Desaster. Und ja, das muß man so krass ausdrücken, denn was der Verlag sich dabei gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Die Schnitte sind super, sitzen bei mir gut und das obwohl ich mit Raglan sonst immer mal meine Probleme habe, aber die für mich richtige Linie auf dem Bogen herauszuwuseln, war echt nicht leicht. warum man hier dann nicht mit zwei Bögen, einer für kleine, einer für große Größen arbeitet und die Schnittvarianten, wie Tunnelzug, Rundhals, etc. farblich kenntlich macht, erschließt sich mir nicht. Ich hatte hier wirklich Probleme meiner Schnittlinie zu folgen und würde mir wirklich wünschen, dass die Verlage hier mehr Sorgfalt walten lassen, denn das ist etwas, was nicht von den Autoren ausgeht. Hier wird an der wichtigsten Stelle eines Nähbuches an Platz und Druckfarbe gespart, das ist für den Endverbraucher leider echt ärgerlich. Ich habe es dennoch geschafft, mir meinen Schnitt zu zuschneiden und zu nähen, aber das fand ich wirklich nervig. Ich träume allerdings ja immer noch davon, dass es endlich fertig ausgeschnittene Schnittbögen gibt, die man nicht erst noch übertragen und ausschneiden muß. Ich weiß, das ist ein Wunschtraum.

Mit meinem Shirt bin ich sehr zufrieden. Es sitzt gut, auch unter den Armen und ist sportlich und dennoch figurbetont. Einzig den Ausschnitt würde ich nächstes Mal etwas enger machen. Das ist aber ja eine Anpassung an meinen persönlichen Geschmack. Ich fühlte mich von dem Buch gut angeleitet und betreut während des Nähens und denke. dass es auch für Anfänger gut geeignet ist, sich mit den ersten Jerseynähprojekten auseinander zu setzen.

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Weben mit kleinem Rahmen

Fiona Daly
Flexibler Einband
Erschienen bei Stiebner, 17.12.2018
ISBN 9783830720645
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit ein paar Monaten steht hier ja mein kleiner (Schul-)Webrahmen herum und ich nehme mir immer wieder vor, mich jetzt endlich mal damit zu befassen.

So richtig klappt das aber nicht, weil es einfach immer an Zeit fehlt. Jetzt hab ich allerdings Dank dem Stiebner Verlag einen guten Ansporn erhalten, meinen Hintern endlich mal hoch zu bekommen und mir das Dingelchen näher anzusehen.

Von Fiona Daly flatterte mir nämlich "Weben mit kleinem Rahmen" ins Haus und damit habe ich mich jetzt im Urlaub erstmal aufs Sofa gekuschelt und mir angesehen, was mein Webrahmen so alles kann.

Das Buch "Weben mit kleinem Rahmen" ist eine großformatige Klappbroschur von guter Bindequalität und läßt sich sehr gut handhaben.

Auf den ersten Seiten bekommt man erstmal die Autorin vorgestellt. Nett, freundlich und sympathisch kommt sie rüber und ich schätze solche Vorstellungen sehr. Gerade bei Büchern zu Techniken und dem Erlernen von Dingen, will ich wissen, wer mir da etwas erzählt. Ich muß denjenigen respektieren, um seine Ratschläge anzunehmen. Wenn ich die Autorin auf den ersten Seiten eines Buches kennenlerne und mag, fällt das leichter, als wenn er oder sie total anonym bleibt.

Hier ist das gut gelungen. Fiona Daly ist mir sympathisch, sie hat Freude an dem, was sie dort tut und sie tut es mit Hingabe. Die Bilder zu ihrer Person sind naturverbunden, aber nicht zu öko, genau mein Ding.

Sie beginnt dann mit der Geschichte des Webens, auch das schätze ich, bevor ich etwas Neues lerne, möchte ich alles darüber wissen und die Historie gehört da natürlich dazu. Sie schreibt hier informativ, ohne belehrend zu klingen und ich fühlte mich trotz großer Sachlichkeit durch den Text auch gut unterhalten.

Dann geht es mit dem Weben los. Der Webrahmen und die unterschiedlichen Arten der kleinen Webrahmen werden vorgestellt. Ich habe einen Webrahmen, der Einschnitte im Rahmen zum Wickeln aufweist. Ähnlich dem vorgestellten Webrahmen mit Holzdübeln und hab direkt gelernt, warum mein erster Webversuch vor ein paar Monaten in die Hose ging. Ich hätte nicht um die Einschnitte / Dübel, sondern um den Rahmen wickeln sollen. *hust* Darüber schweigen wir dann mal lieber. Mein Webrahmen ist von Rico Design und war wirklich nicht teuer.

Außerdem wird gezeigt, wie man aus festem Karton einen kleinen Kartonwebrahmen herstellen kann. Von Polly habe ich vor einiger Zeit ein Miniwebrahmenset bekommen, das fand ich auch lustig, sowas fehlt hier im Buch aber.

Dann wird das Zubehör ausführlich vorgestellt. Hier hätte ich mir gerne auch Herstellerangaben gewünscht, aber diesen Wunsch habe ich immer, wenn in einem Buch Nähzubehör oder Strick- oder jetzt Webutensilien vorgestellt werden. Schreibt doch bitte direkt in den Text, wo man was bekommt. Nach hinten in den Herstellernachweis blättern ist immer sehr lästig und untrbricht den Fluß beim Lesen, finde ich.

Darauf folgt dann eine sehr gute Materialkunde, die auch für andere Textilgewerke sinnvoll ist. Hier werden Wolle, Baumwolle, Leinen, Bambus, Angora und Nessel als Werkstoffe vorgestellt. Ich bin mir sicher, dass die Zahl der weiteren möglichen Webestücke unzählig ist.

Auch zum Garnthema und den Garnstärken wird man in "Weben mit kleinem Rahmen" informiert. Das fand ich, trotz meiner Vorkenntnisse sehr gelungen und informativ.

Im nächsten Abschnitt geht es um die Funktionsweise des Rahmens, das sollte man sich auf jeden Fall ansehen, denn so mancher Tipp erleichert das Weben ungemein.

Außerdem geht es um die Planung von Webprojekten, etwas was ich als "einfach drauflos"-Typ nur schlecht kann. Sie zeigt hier, Probewebstücke, Planungsunterlagen und Ideen zur Dokumentation der ersten Versuche.

Hat man seine Planung abgeschlossen, geht es an die Einrichtung des Webrahmens. Hier habe ich viel gelernt und die Bilder fand ich sehr gelungen und gut arrangiert, ich konnte hier genau erkennen, was man von mir wollte. Wenn der Webrahmen dann eingerichtet ist, kann es losgehen und hier sind die Möglichkeiten vielfältiger, als ich erwartet hätte.

Neben der normalen Bildweberei, die ich schon kannte und die aus Garnkombinationen und Farbwechselnb resultiert, erlernt man in "Weben mit kleinem Rahmen" auch die Teppichweberei mit Rayontechnik, Sumaktechnik und Schlingentechnik. Dazu wird das Musterweben vorgestellt und anhand einer Webschrift wird aufgezeigt, wie man welchen Faden zu weben hab. Das ist ähnlich einer Strickschrift und wirklich nicht schwer zu begreifen.Toll fand ich die Köperbindung oder auch eine Fischgratwebtechnik. Das sah auch wirklich nicht schwierig aus und durchaus auch für einen Anfänger zu schaffen.

Ist man dann mit seinem Webstück fertig, wird die Kante abgeschlossen, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, Fransen, eine Zickzacknaht mit der Maschine, ein Knotenrand. Ganz individuell kann hier jeder die für ihn beste und schönste Möglichkeit nutzen.

Außerdem gibt es eine kleine Knotenkunde, da man doch immer wieder etwas festknoten muß am Ende und einen sehr ausführlichen Glossar.

Neben den allgemeinen Informationen finden sich auch 5 sehr ausführliche Webprojekte im Buch. Dabei hat mir sehr gefallen, dass diese nicht mit dem Weben enden, sondern auch die weitere Verarbeitung erklärt wird.

Dabei handelt es sich um eine Kosmetiktasche, einen Wandbehang, ein Platzdeckchen, einen Kissenbezug und eine Tasche. Alle Projekte werden mit den benötigten Materialien vorgestellt, die Erklärungen sind sehr gut verständlich und die Bilder hübsch und erklärend.

Sehr gut fand ich hier auch, dass die vorgeschlagenen Garne alle gut im Einzelhandel erhältlich sind.

Mir hat das Buch "Weben mit kleinem Rahmen" als Einstieg in das Weben wirklich sehr gut gefallen. Ich fühlte mich gut informiert und die Bilder sind wirklich sehr schön und informativ. Für alle, die sich mit dem Weben auseinander setzen wollen, ist das sicherlich ein sehr guter Einstieg, mit tollen Einsteigerprojekten und allgemeinen Erklärungen.

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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Liebe ist die beste Therapie

John Jay Osborn , Jenny Merling
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.10.2018
ISBN 9783257070439
Genre: Romane

Rezension:

John Jay Osborn – Liebe ist die beste Therapie erschienen im Diogenes Verlag hat mich bereits auf den ersten Seiten gepackt und das, obwohl ich eigentlich kein Fan dieser Therapiebücher bin.

Es geht um ein Paar, das sich bereits getrennt hat und nun die Paartherapie besucht, um festzustellen, ob es eine Zukunft gibt, oder nicht und wie diese aussehen könnte und vorallem, wie man miteinander umgehen kann, ohne sich täglich zu zerfleischen, der Kinder zu liebe.

Hört sich erstmal ein wenig lahm an, fand ich und wollte auch nur kurz reinlesen, 10 Seiten, vor dem Einschlafen und dann weglegen…

Nun gegen 2 h nachts murmelte es von der anderen Bettseite, wann ich denn endlich das Licht ausmachen wolle und ich antwortete „gleich“ und blätterte auf die nächste Seite.

Charlotte und Steve haben mich mitgerissen, ihre inneren Kämpfe ihre Probleme zu kommunizieren, ihre Gefühle und Sandy, die Paartherapeutin, die all das in eine witzige Form gießt und sich doch nie über ihre Klienten lustig macht, das überläßt sie dem Leser, der sich ein wenig erhaben fühlen kann und dann feststellt, dass er die gleichen Fehler auch täglich macht. Autsch.

Ich gebe zu in der Mitte gab es eine kleine Länge, da hat es mich kurz genervt, wer da jetzt mit wem schläft und warum, wurde mir zu amerikanisch und prüde abgehandelt, die Länge ist aber rasch überwunden und dann geht es weiter mit viel Eloquenz, Witz und Empathie.

Mir hat diese Geschichte einer gescheiterten Beziehung und wie man mit ihr umgehen könnte enorm gut gefallen. Ich habe Charlotte gehaßt, Steve schubsen wollen und Sandy für ihre auf den Punkt gebrachten Fragen gefeiert. Ein wirklich hinreißendes Buch, „Liebe ist die beste Therapie“ ganz sicher KEIN Liebesroman, aber einer, der zeigt, worauf es wirklich ankommt. Respekt, Ehrlichkeit, Wahrnehmung und Vertrauen.

Bitte lest das, mich hat es gut unterhalten und erhellt. Das war sehr kluge und gute Unterhaltung.

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Japanische Quilts - 29 Projekte mit Anleitungen und Schnittmustern

Yoko Saito
Flexibler Einband: 108 Seiten
Erschienen bei Stiebner, 01.10.2013
ISBN 9783830709091
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es bringt zwei große und stabile, sowie sehr übersichtliche Schnittmusterbögen mit, die vorne und hinten im Einband verklebt sind, sich aber sehr gut lösen ließen.

Die Autorin Yoko Saito ist eigentlich Mitarbeiterin der Kulturabteilung im japanischen Rundfunk und Inhaberin der „Quilt-Party“ einem Laden mit Workshopangebot. Sie hat als Dozentin gearbeitet und in Japan bereits sehr viele Bücher veröffentlicht.

„Japanische Quilts“(Amazon Affiliate Link) hat mich enorm angesprochen, weil es eine (für mich) ganz neue Form des Quiltens vorstellt, die mir sehr gefallen hat und für mich, die ich nicht immer so 100ig genau und akkurat arbeite, wie es für das amerikanische Quilten oft nötig ist, eine tolle Alternative.

Allerdings ist das Buch (Amazon Affiliate Link) eine echte Herausforderung ist aus meiner Sicht für Nähanfänger eher ein schickes Ansichtsexemplar, als eine Projektsammlung, die sich auch umsetzen läßt. Die Projekte im Buch haben zwar unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sind aber alle von durchaus gehobenem Anspruch für Fortgeschrittene, würde ich sagen.

Die Aufmachung des Buches (Amazon Affiliate Link) ist mordern, übersichtlich und sehr strukturiert.

Es beginnt mit einem sehr guten Inhaltsverzeichnis, dann folgen die 29 Projekte auf Bildern. Alle bekommen mindestens eine ganze Seite mit Foto, manchen wurde sogar eine ganze Doppeseite Raum eingeräumt. Die Bilder sind ansprechend und haben bei mir ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit ausgelöst, was ich einem japanischen Buch, eher nicht erwartet hätte, weil ich hier eher mit Minimalismus und viel weiß und schwarz gerechnet habe. Auf allen Bildern kann man die Projekte sehr gut erkennen, sie sind schön ins rechte Licht gesetzt und es wurde viel Wert auf die richtige Abbildung der Details gelegt.

Nach der bildlichen Vorstellung der Projekte folgen die Nähanleitungen, sowie eine sehr kurze Einleitung und einigen Hinweisen, die man beachten sollte, bevor es losgehen kann.

Zum Beispiel wird darauf hingewiesen, dass die Schnitte alle keine Nahtzugabe enthalten und man diese einzeichnen muß. Die Angabe der Nahtzugabengröße findet sich hier ebenfalls.

Bei jeder Nähanleitung liegt eine ausführliche Materialliste bei und die Anleitungen bestehen nicht aus reinem Fließtext, sondern sind wunderschön mit klaren und übersichtlichen Bildern illustriert. Mir hat das sehr gut gefallen und so habe ich wirklich überall verstanden, wie etwas zu nähen wäre. Selbst sehr herausfordernde Projekte, wie die Tasche mit Sechsecken, wirkte für mich schaffbar und zwar sicherlich frickelig und kleinteilig, aber die Erklärungen und die Zeichnungen fand ich sehr schlüssig und gut.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Yoko Saito verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vorstellt. Wie zum Beispiel unterschiedliche Quiltmuster, aber auch Stickereien, Patchwork, Punchneedling, Flechten von Henkeln etc. Das Buch ist ein Quell toller Ideen und selbst wenn man sich nicht für eines der Projekte entscheiden sollte, so habe ich genug daraus mitgenommen, um tolle Ideen zu haben, die ich in weniger anspruchsvolle Arbeiten einfließen lassen kann. Die Projekte haben alle einen ähnlichen Stil und sind doch gänzlich verschieden. Mich hat das total angesprochen und ich blättere gerne einfach im Buch, um mich inspirieren zu lassen.

Super gerne würde ich die Tasche mit Sechsecken umsetzen, sehe mich aber bei den zig kleinen Patches vermutlich verzweifeln, andererseits, wäre das mal eine tolle Herausforderung. Die Projekte sind wirklich vielfältig. Es gibt einige Taschen, die mit Quilttechnicken gearbeitet wurden, Kissen, Decken, Wandbehänge, ein Nähetui, Federmäppchen und eine Schürze. Das fand ich eine gelungene Auswahl.

Ihr seht schon, ich bin ziemlich angetan. Das „Japanische Quilts“ (Amazon Affiliate Link) gefällt mir wirklich sehr, auch wenn ich noch ein wenig üben muß, bis ich etwas daraus angehen werde, es liegt ganz oben auf meinem Stapel und wird immer wieder herausgegriffen.

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Nähen mit VEGATEX

Karin Roser
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Frech, 10.08.2016
ISBN 9783772469794
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nähen mit Vegatex hat mich leider kolossal enttäuscht. Ich hatte mich vom tollen Cover und kurzem Durchblättern animieren lassen, es auszuwählen und habe dann erst Zuhause einen weiteren Blick riskiert.

Aber fangen wir vorne an. Das Buch "Nähen mit Vegatex" ist ein schmales Hardcover aus dem Topp-Verlag und beschäftigt sich mit kleinen Projekten aus veganem Leder. Allerdings hier hauptsächlich Vegatex. Das läßt der Titel bereits erahnen, dass im Buch jedoch jegliche andere Variante veganen Leders einfach unterschlagen wird und es nicht mal den Hinweis gibt, was es da noch so gibt, fand ich schon mal sehr seltsam. Schließlich habe ich hier keine kostenlose Werbelektüre für die Marke Vegatex in der Hand, sondern ein Buch zum Nähen mit Ideen für Leder ohne Tier. So steht es zumindest auf dem Einband.

Dann habe ich nach Vegatex gegoogelt und mir hat es bei den dort aufgerufenen Preisen den Atem verschlagen. Das Basis Vegatex ist noch vergleichsweise erschwinglich, will man dann aber Vintage haben, ist man bei 69,90 Euro für 100 x 75 cm. Sorry, das ist selbst mir deutlich zu viel. Ich gebe viel Geld für Nähutensilien und Stoffe aus, aber das? Nein.

Da ist man mit dem immer noch teuren SnapPap ( Amazon Affiliate Link) oder dem Texipap ( Amazon Affiliate Link) deutlich besser bedient.

Vorgestellt werden im Buch die Varianten Basic, Effekt und Vintage, auch hier kein Wort über Alternativen. Dann folgen Pflegehinweise und Tipps zur Schnittmusterübertragung, die sehr knapp und kurz gehalten sind und teilweise ist die Buchseite nur zur Hälfte mit Text und Bildern gefüllt. Sowas suggeriert ja immer, dass ein Buch viele Seiten hat, letzendlich ist aber doch wenig Inhalt da. Auch das mißfällt mir sehr.

Weiterhin werden Hinweise gegeben, wie man sein Vegatex schöner gestalten kann, durch Falzen, Färben oder Bemalen, Stempeln, Drucken, Prägen, Stanzen, hier gibt es unendliche Möglichkeiten, leider ist alles mit winzigen Bildern versehen, die mir hier nicht großartig weitergeholfen oder mir gar eine Idee gegeben haben. Platz für größere Bilder wäre da gewesen, aber auch hier immer wieder unbedruckten Teilseiten.

Anschließend folgt der Teil mit den Modellen. Im Buch sind 24 Modelle und davon sind allein 5 Armbänder. Ich sag mal so, das ist eher so: naja. Zumal diese sich auch lediglich in Designvarianten unterscheiden.

Bei jedem Muster ist in einem Kästchen der Materialbedarf, Angaben zum Zuschnitt und der Schwierigkeitsgrad angegeben.

Dann folgen mehrere kurze Absätze zum Nähen, hier dann leider keine Bilder zur Anleitung, nichts. Bei den Armbändern ist das noch machbar, spätestens beim Geldbeutel habe ich keine Idee mehr, wie hier was genau aufeinander zu legen ist, da mich auch die Anleitung nicht wirklich erhellt und eher umständlich formuliert ist.

Sehr schade. Meine Lust etwas aus dem Buch zu nähen, war bereits beim Preis für Vegatex nur noch marginal vorhanden. Hier entschwand er dann komplett.

Das Armband mit Geflecht hatte es mir dann aber doch angetan und ich wollte zumindest kurz ausprobieren, wie das aussieht. Der Schwierigkeitsgrad ist hier, wie bei den anderen Armbändern mit 1 angegeben, also sehr leicht. Nun Sorry, allein die sehr kleinen Schnitte auf das Vegatex zu setzen, ist weit von sehr leicht entfernt. Das dann noch zu verweben, mit der nur sehr dürftigen Zeichnung auf dem Schnittmusterbogen, war alles andere als sehr leicht. Überhaupt fand ich die Schwierigkeitsgradangaben eher dürftig und wenig zutreffend.

Und wo ich gerade den Schnittmusterbogen erwähne, der ist leider so fest ins Buch geklebt, dass es mir trotz Zuhilfenahme eines Skalpells nur gelang ihn zu entfernen, indem ich den Einband beschädigte. Sowas stört mich und mag ich gar nicht. Das ist echt ätzend.

Ich war dann leider auch von den weiteren Nähideen eher nicht so überzeugt. Das lag vorallem auch an den teilweise wirklich schlechten Fotos, die weder Größe noch Form des Objekts gut erkennen ließen, aber auch an der echt nicht guten Umsetzung auf den Fotos. Ich näh oft nicht so akkurat oder sauber, hier sind krumme Schnittkanten und unsaubere Nähte auf einem Foto in einem Buch abgedruckt. Ne sorry, wenn die Autorin das schon nicht ordentlich hinbekommt, wie soll ich da was Schönes draus zaubern? Und die Bilder in einem Bastel- / Nähbuch dienen doch dazu, abzubilden, worauf man achten sollte, bzw. das Projekt zu zeigen, damit man sieht, was man nähen möchte. Vorallem bei den Täschchen und Geldbeuteln hat es mich total gestört, dass man das Innenleben nur auf winzigen Bildern sieht und da auch die Aufteilung nur erahnen kann. Hier wird teilweise auch ein Reißverschluss eingesetzt, hätte ich nicht bereits bei Pattydoo einmal einen Reißverschluss in ein Reisetui genäht, hätte ich nicht den Ansatz einer Idee, wie das funktionieren könnte, anhand von Anleitung und Bildern im Buch. Da hilft mir schlicht nichts weiter.

Bei manchen Projekten war ich gänzlich ratlos, warum man das nähen sollte und wozu es gut ist. Die Kleine Box oder die Schalen zum Beispiel.

Das einzige, was mir halbwegs innovativ vorkam, war die Rolle Backgammon. Gut, ich würde jetzt auch kein Backgammon Spiel nähen, aber hier kam wenigstens ein bißchen Idee und Innovation raus und nicht das Gefühl, etwas ähnliches schon 20 Mal im Netz gesehen zu haben.

Ich find es immer Schade, wenn mir ein Buch so unfassbar mißfällt, klar ist das individuell, aber hier hab ich am Ende wirklich nur gedacht: "Und dafür sind Bäume gestorben?".

Mich konnte Nähen mit Vegatex überhaupt nicht begeistern. Gestört hat mich außerdem, dass man nicht bereits von außen die Autorin erkennen kann. Karin Roser findet man erst im Buch

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Rock-Grundschnittvariationen

Harumi Maruyama
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Stiebner, 10.04.2017
ISBN 9783830709695
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zunächst finde ich das Design des ganzen Buches unheimlich gelungen. Bücher in Knallfarben machen mich immer wieder total an. So auch hier, dazu sieht man bereits auf dem Einband einige der Variationen, auch das find ich gut.

Hier läßt sich auch schon erahnen, wie gut die Fotos des Buches sind. Ich bin da ja immer sehr mäkelig und finde es furchtbar, wenn ich nicht das sehe, was mich als Näherin oder Strickerin interessiert. Hier blieb für mich kein Wunsch offen. Die Bilder sind ansprechend, aber sachlich. Sprich, sie legen Wert auf die wichtigen Dinge und nicht nur auf eine schicke Optik oder tolle Pose.

Generell ist es ein sehr klares und gut designetes Buch. Der Schnittmusterbogen ist fantastisch, hier überlappt nichts unnötig und alles ist sehr klar und gut abzupausen. Hier findet sich auch die Größentabelle. Ich gestehe, dass es mich nicht gestört hat, dass diese nur für relativ kleine und schlanke Frauen (es ist ein japanisches Buch) ausgelegt ist und bei einer Hüftweite von 103 cm und einer Taillenweite von 93 cm endet, da ich mich innnerhalb dieses Rahmens bewege. Daher ist für mich auch ein Grundschnitt dabei, den ich überhaupt nicht abwandeln muß und der mir so vom Papier nach den Maßen perfekt paßt. Bei Feierabendfrickeleien, die ja deutlich größer ist als ich, ist das anders, sie findet sich hier nicht wieder und im Buch wird nur recht kurz ausgeführt, wie der Schnitt auf die Größe anzupassen wäre. Wie gesagt, mich hat das nicht gestört, denn für mich reichten die Erklärungen und der auf meine Maße ausgelegte Schnitt absolut aus.

Wichtig ist noch zu sagen, dass dieses Buch sich ganz klar nicht an Nähanfänger richtet. Sicherlich kann man auch als Anfänger das Buch zur Hand nehmen, ich stelle mir das aber sehr fordernd vor. Hier wird schon sehr viel Nähwissen vorausgesetzt und in seiner Detailliertheit ist das Buch wirklich nicht so simple. Es richtet sich aber an all jene die eigene Schnittmuster angehen oder vorhandene Muster anpassen wollen, mit ein wenig Näherfahrung und vorallem viel Zeit, um sich mit dem Buch auseinander zu setzen, kommt man hier aber schon sehr weit, war mein Eindruck.

Das Buch ist etwas anders strukturiert, als es sonst bei Nähbüchern der Fall ist. Es beginnt mit sehr kurzen und knappen Grundlektionen und dann geht es direkt in die Mitte der Materie, die Konstruktion von 10 unterschiedlichen Rockarten. Enger Rock, Trapezrock, ausgestellter Rock, eingereihter Rock, Faltenrock, Bundfaltenrock, Meerjungfrauenrock, Röcke mit Passe, einfache Röcke ohne Schlitz und Designröcke. Zu jedem dieser Röcke gibt es 4 - 11 Variationen, die genau erklärt und erläutert werden. Dazu gibt es sehr viele Bilder, Grafiken und Zeichnungen. Die Schnittanleitung ist dabei für mich gewöhnungsbedürftig aufgebaut. Immer wieder wird auf vorausgehende oder noch nachfolgende Teile verwiesen. Das hat man aber sehr schnell verstanden und die Methodik ist sinnvoll, wiederholt man sich so doch nicht 20 Mal im Buch.

Besonders toll und hilfreich für mich fand ich den Teil, der sich "Speziallektionen" nennt. Hier wird auf unterschiedliche Rocklängen, Saumlinien, Taillenformen und Besatzarten eingegangen. Das fand ich sehr lehrreich, da hier auch immer erläutert wird, was die Veränderung wie bewirkt.

Hier befindet sich auch ein Teil, in dem der immer gleiche Rock aus verschiedensten Stoffen genäht und auf die unterschiedlichen Eigenschaften und den Fall hingewiesen wird. Das war sehr augenöffnend zu sehen.

Dann folgt ein Teil, der sich ausschließlich mit der Durchführung beschäftigt und dem Leser die Schnittmusteranfertigung näher bringt und somit auch Anpassungen an den eigenen Körper erläutert.

In einem Sonderteil geht es dann nochmal in sehr guter Erklärweise darum, wie man Reißverschlüsse einnäht, welche Arten von Gehschlitzen es gibt und auch das Rockfutter wird nicht vergessen.

In den Intensivkursen finden sich dann weitere Hinweise zur Erstellung und Anpassung von Grundschnitten und der Eignung von Schnitten für den eigenen Körper.

Es gibt außerdem eine ausführliche Erläuterung zu allen verwendeten Symbolen und Linien, sowie ein kurzes Fachwörter Glossar.

Mir persönlich hat der Meerjungfrauenrock unglaublich gut gefallen und ich denke, dass ich diesen auch nähen werde. Sehr wichtig fand ich auch die exakten Zeichnungen zu den Maßen und dem Maßnehmen am eigenen Körper. Das habe ich in dieser Intensität und Klarheit noch in keinem anderen Nähbuch wahrgenommen.

Besonder beeindruckend und einprägsam fand ich zwei Silhoutten, welche auf einem Stuhl sitzen und anhand deren Rockposition Problematiken und Verbesserungsvorschläge am Schnitt erläutert werden. Logisch, man trägt einen Rock ja nicht nur stehend.

Ich fand das Buch wirklich sehr erhellend und werde sicher immer wieder bei Problemen mit einem Schnitt darin blättern und nach Anpassungslösungen suchen.

Ja, das Buch braucht Zeit, um sich mit ihm auseinander zu setzen, um die für einen selbst passende Variante zu finden. Zeit, die ich sehr gerne investiert habe, denn ich fühlte mich klüger danach und schätze es als Nachschlagewerk sehr.

Die Autorin ist Dozentin für lebenslanges Lernen und Designerin und ich finde, beides merkt man dem Buch an, es geht neue Wege und es geht sie gut.

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135 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.10.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Die Bücher von Delphine de Vigan schätze ich ja sehr, sie erzählt Geschichten, ohne zu schwafeln. Keine Seiten langen Erklärungen, keine ausschweifende Charakterzeichnung, bei ihr ist man in kürzester Zeit in der Geschichte drin, weiß wie die Charaktere ticken und erkennt das Problem.

Ich schätze solche Texte sehr und bereits bei "Tage des Hungers" konnte sie mich überzeugen und wenn ich auch nicht immer mit ihren offensichtlichen Ideen und Rückschlüssen, die sich zwischen den Zeilen leicht finden lassen, konform gehe, so ist es doch so, dass sie mich mit ihren Büchern einfängt und unterhält und vorallem zum Überdenken meiner eigenen Verhaltensweisen und Grundsätze anregt.

Das ist auch bei Loyalitäten so. Sie holt mich ab, nimmt mich mit zu Theo und Mathis und Helen und auch zu Cecile. Wir begleiten diese Figuren mit ihren Besonderheiten, die so absonderlich gar nicht sind, sondern der vollkommenen Alltäglichkeit unseres Lebens entstammen und gerade deshalb so bedrückend sind. Der eine hat Probleme mit seinem depressiven Vater und seiner frustrierten Mutter, der andere weiß nicht recht, wo sein Platz im Leben ist und wie er seinem Freund beistehen soll. Die nächste ist hin und her gerissen, zwischen Vermutung, Verdacht und Realität und ihrer eigenen Geschichte und Cecile, nun Cecile spricht mit sich selbst, damit sie nicht mit ihrem Sohn oder Mann reden muß.

Für mich war das eine sehr beklemmende und atemberaubende und sehr tiefe Geschichte auf nur 173 Seiten erfahren wir Abgründe, wie es manch anderer Autor auf 500 Seiten nicht schafft an uns zu transportieren. Wir erleben Freude, Hass, Trauer, Einsamkeit und Trunkenheit. Den Willen zu Helfen und die äußeren Zwänge, die einen davon abhalten es richtig zu tun, obwohl alles in einem schreit. Ich kenne das, wer mein Buch gelesen hat (ich verweise selten darauf, an der Stelle paßt es aber gerade sehr gut) weiß, dass ich an einem Jugendlichen wie Theo gescheitert bin, nicht nur ich, wir alle damals, daher ist mir dieses Buch hier so nahe gegangen und ich lege es jedem ans Herz, der mit Jugendlichen arbeitet. Denn manchmal muß man auf sein Herz vertrauen, nicht auf Regeln, nicht auf Konventionalitäten, manchmal muß man einfach das tun, was einem die kleine Stimme im Kopf einflüstert, weil es richtig ist, weil es sich lohnt und weil das Bauchgefühl unser wichtigster Radar ist.

Delphine de Vigan läßt den Leser am Ende ihrer Geschichten gerne allein und überläßt es ihm, sich ein Ende zu überlegen. Die Geschichte im Kopf weiter zu spinnen. Das tut sie auch hier, oft bin ich davo genervt, diesmal nicht. Diesmal paßt es und ich kann mir mein Ende für Theo aussuchen, kann es schön oder schrecklich machen. Danke dafür.

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Handschuhe

Kate Atherley
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Stiebner, 24.09.2018
ISBN 9783830709909
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich mag die Bücher aus dem Stiebner Verlag ja, sehr, das dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben Die haben einfach ein prima Handarbeitsprogramm und bringen tolle Dinge raus. Schon vor ein paar Tagen haben Feierabendfrickeleien und ich das „Handschuhe. Ihr Ratgeber zum Stricken von Faust- und Fingerhandschuhen“ -Buch von der kanadischen Autorin Kate Atherley im Frickelcast besprochen.

Dabei hab ich wider Erwarten festgestellt, dass dieses Buch nicht nur ein bloßes Buch zum Stricken von Handschuhen ist, sondern eine ganze Handschuphilosophie beinhaltet. Man strickt nicht nur stumpf nach einer Anleitung, sondern kann sich nach der Lektüre selbst die absolut passenden Handschuhe stricken.

Kate Atherley verfolgt dabei ein persönliches Anliegen. Sie friert leicht und leidet am Raynaud-Syndrom, einer Erkrankung bei der die Muskulatur bei Kälte leicht verkrampft. Für sie ist es also wichtig immer warme Hände zu haben. Das erklärt auch ihre fast schon besessen anmutende Konzentration darauf, wirkich gut sitzende und sehr warme Handschuhe zu ersinnen.

Sie ist sehr wissenschaftlich an diese Sache herangegangen und hat Paßformen für verschiedenste Handschuhe aufgrund der statistischen Erhebung von über 500 Menschen und ihren Handmaßen erstellt. Beeindruckend, oder?

Im Theorieteil findet man daher alles, was man über die richtige Form für die eigene Hand und die eigenen Maße wissen muß. Sehr gut erklärt und detailliert gezeigt. Das hat mir gut gefallen, da ich ja sehr kleine Hände habe, passen mir die meisten normalen Handschuhgrößen ja nicht.

Dann geht es um das Maßnahmen, welche Maße wo genommen werden und eine Größentabelle findet sich auch. Überraschend fand ich mich trotz meiner winzigen Hände in der Tabelle wieder und könnte so nach Tabelle losstricken. Für alle mit noch kleineren Patschehändchen oder Riesenklauen, finden sich viele Hinweise, wie man diese am Besten anpaßt.

Diese Anleitung zur Anpassung fand ich super und hat mich wirklich begeistert, sowas würde ich mir auch für Pullover oder Cardigans wünschen.

Im weiteren finden sich dann noch viele Anregungen zum Material, der richtigen Technik, dass zum Beispiel beim zweifarbigen Stricken der Handschuh automatisch dicker und wärmer wird, ist zwar logisch, war mir aber tatsächlich nicht in der Form bewußt. Auch ihre Art Handschuhe durch Vlies zu füttern fand ich eine super Idee und das sieht wirklich richtig hübsch aus.

Aber auch die richtige Technik für Strickprobleme bei Handschuhen kommt nicht zu kurz, wir lernen, wie man den Daumenkeil strickt, Finger richtig ausarbeitet und auch zum richtigen Bündchen werden einige Worte verloren. Mir hat das viel Freude beim Lesen bereitet und ich war wirklich begeistert, wie viel man zum Thema Handschuhe sagen kann.

Dann gibt es auch noch eine tolle Methode für Fliptops, heißt, Handschuhe bei denen man die Spitze abklappt und dann ganz einfach die Finger frei hat. Seh gut, so kann ich das Smartphone trotz Handschuhe bedienen.

Im Buch sind also Grundanleitungen für Fäustlinge, Fingerhandschuhe, Fingerlose Handschuhe und Fliptops vertreten, außerdem, 13 Muster, die über die Grudanleitung noch einmal hinausgehen. Das Buch ist also für diejenigen, die gerne selbst kreativ werden genauso geeignet, wie für diejenigen, die eine klare Anleitung zum Nachstricken benötigen.

Mir haben sehr viele der Muster gut gefallen, vorallem die, in die Vlies eingestrickt wird, fand ich super. Aber auch die Fliptops werde ich auf jeden Fall noch einmal nachstricken.

Da bieten sich unendliche Kombinationsmöglichkeiten, wie man seine Handschuhe richtig gestaltet und fein für sich passend strickt.

Die Muster gehen von Anfängertauglich bis sehr herausfordernd, auch das mag ich. Ich habe einige Strickbücher hier stehen, die sich mittlerweile für mich schlicht nicht mehr eignen, weil zu simple. Das wird bei diesem hier nicht passieren, es bleibt aktuell.

Ich bin wirklich begeistert. Das Buch hat mir so gut gefallen und es ist so viel mehr, als einfaches Anleitungsbuch. Das ist für mich das Standardwerk in Sachen Handschuhstricken.

Ich kann es wirklich jedem, von Anfänger bis Fortgeschrittenem, der sich mit dem Thema Handschuh stricken beschäftigt empfehlen.

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

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Kampfsterne

Alexa Hennig von Lange
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 30.10.2018
ISBN 9783832197742
Genre: Romane

Rezension:

Kennt ihr diese Bücher, die man beginnt zu lesen und bei denen man das Gefühl hat: "Hey, die kenn ich doch alle. Der da ist genau wie mein Onkel, die da erinnert mich an meine Nachbarin..." Nun Kampfsterne von Alexa Hennig von Lange ist für mich genau so ein Buch gewesen. Nicht nur, dass mich das kleine Lexchen ständig an mich selbst erinnert hat und zwar nicht nur, weil es einfach nicht mehr wachsen will, sondern auch die anderen Charaktere hätten teilweise genauso aus meiner Kindheit in den 80ern stammen können. Meine Kindheit in der Vorstadt oder Dorfgemeinschaft sah genau so aus. Unglückliche Ehen, zerstrittene Kinder, Sehnsucht nach irgendwie was ganz anderem und dazwischen irgendwo dann doch Geborgenheit, Verständnis und Zusammenhalt.

Sehr fasziniert habe ich daher die ganz unterschiedlichen Charaktere durch diese Geschichte begleitet. Dabei hat mir der Schreibstil von Alexa Hennig von Lange extrem gut gefallen. Die Geschichte wird von jedem stückweise erzählt, der Stil wechselt mit dem Erzähler und die Teile der Erzählung sind unterschiedlich lang und jeder, der Erzählenden hält natürlich unterschiedliche Dinge für wichtig und erzählenswert.

Ulla, gefangen in einer lieblosen gewalttätigen Ehe versteckt sich hinter weiten Hemden und ist der Fußabtreter für alle.

Lexchen, die Kleine, die einfach nicht weiter wächst und von allen beschützt wird, außer von Klara.

Cotsch, die starke große Schwester, die mit ihrer eigenen Sexualität zu kämpfen hat und am Liebsten wen hätte, der ihr einfach mal zeigt wo das Leben so langlaufen könnte.

Joschi, der es nicht schafft zu Lexchen zu halten und eigentlich immer nur rumgeschubst wird.

Rita, durch ihre eigene Unzufriedenheit bösartig geworden, genießt sie es die anderen zu verletzen und ihr Ehrgeiz hat jedes gesunde Maß überschritten.

Johannes, der Ruhige, eigentlich sehr labile Typ, der trotzdem derjenige ist, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt.

Georg, Ritas braver Mann, der nur sporadisch erwähnt wird und dann doch noch eine tragende Rolle bekommt.

Falk, der Cello-Lehrer, der alles andere als feinsinnig ist.

Rainer, der männliche harte Typ, der es nicht schafft, seine Familie zu beschützen und einen Hang zum Kamasutra entwickelt.

Ella, Joschis Mutter, die ein Problem mit dem Wachs im Ohr ihres Sohnes hat und auch sonst so einiges mit sich herumschleppt.

Klara, die ganz nach ihrer Mutter kommt und wer das ist, verraten wir nicht.

Jeder kommt zu Wort, mal mehrere Seiten lang, mal nur einen Satz in den Raum werfend. Mir hat das sehr viel Freude bereitet und dieses Buch gehört für mich zu einem der Besten der letzten paar Jahre. Die Geschichte, die es erzählt ist nichts besonderes, Vorstadtidylle und Kleinkrieg am Gartenzaun, aber die Art und Weise ist fantastisch, intensiv, mitreißend und so emotional.

Mir hat das so viel Freude beim Lesen bereitet (und das obwohl die Geschichte alles anderes als positiv ist). Ich habe mich so oft an die Fehler meiner Eltern, meine eigenen und die unserer Freunde und Verwandten erinnert gefühlt. Dieses Buch war mir so nah und mein Gott hübsch ist es auch noch.

Uneingeschränkte Leseempfehlung. Für jeden.

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Das Wintertagebuch

Nigel Slater , Sofia Blind , Jonathan Lovekin
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 07.12.2018
ISBN 9783832199357
Genre: Sachbücher

Rezension:


Schon seit einiger Zeit wartet dieser Blogpost auf den richtigen Moment der Veröffentlichung, nämlich kühlere Temperaturen. Heute hat der Mr. die Winterreifen auf die Autos gezogen und verkündet, dass jetzt Herbst ist.

Wohl gemerkt bei strahlendem Sonnenschein und 19 Grad.

Ich schließe mich seinem Beschluss hiermit an und beschließe, dass es Zeit ist das Wintertagebuch von Nigel Slater zu rezensieren.

Wer mir hier schon länger folgt, der weiß, dass ich ein ganz großer Fan der Kochbücher von Nigel Slater bin. Sei es "Einfach Genießen", "EAT", "Tender" und "Das Küchentagebuch" haben mich allesamt begeistert, entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an sein neues Werk: "Das Wintertagebuch".

Vorab bei der Aufmachung hat der Dumont Buchverlag sich mal wieder übertroffen. Ein wunderschöner schwarzer Einband mit kupferfarbenem Druck. Tolle Haptik, tolle Optik. Dazu zwei Lesebändchen und ein sehr dickes und hochwertiges Papier, das sich beim Umblättern gut zwischen den Fingern anfühlt.

Bereits mit seinem ersten Satz, hat Slater mich ""Du darfst alt werden, paß nur auf, dass du nie erwachsen wirst." Das ist etwas, was gerade mir, die letztlich erst wieder im Flamingokleidchen in einer wichtigen beruflichen Besprechung erschien natürlich wie aus dem Herzen gesprochen, na gut, es hat nicht viel mit einem Kochbuch zu tun, außer dass es wichtig ist, uns Neugierde und Experimentierfreude zu erhalten.

Wie schon bei seinen anderen Büchern, gelingt es Slater auch hier einen schönen Mittelweg zwischen Kochbuch und Erzählband zu finden. Ein wenig erinnert es an einen Adventskalender, den man vorlesen und nachkochen kann, denn vom 01.November bis zum 2. Februar gibt es für fast jeden Tag Informationen, Erzählungen, Rezepte und Ideen.

Nächste Woche ist der 01. November und wer sich die Wintermonate mit Nigel Slater vertreiben will, so wie ich es tun werde, der hat noch genug Zeit, sich das Buch zu besorgen.

Mein Plan ist tatsächlich jeden Tag etwas zum Buch auf Instagram oder Twitter zu posten. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das durchhalte, oder ob man mich danach durch den Saal rollen kann, weil ich bei all den Leckereien ordentlich Winterspeck angesetzt habe.

Tatsächlich feiere ich ja im November meinen Geburtstag und eines der Gerichte habe ich bereits vorbereitet und es war beim Durchblättern des Buches auch sofort klar, was das sein würde.

In meinem Kühlschrank stehen nun schon seit ein paar Wochen die Feigen mit Ahornsirup und Anis und ziehen gut durch in ihrem Bett aus Wodka und trockenem Weißwein... Schon zweimal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir ein klitzekleines Bißchen abgezapft habe um es über mein Vanilleeis zu gießen. Die Feigen schmecken fantastisch.

Wie üblich kommt Slater bei seinen Rezepten mit wenigen, aber erlesenen Zutaten aus, die wunderbar harmonieren und toll kombiniert sind.

Beim Durchblättern des Buches ist mir keine Zutat aufgefallen, die nicht im gut sortierten Supermarkt erhältlich wäre. Die Rezepte decken eigentlich jede Geschmacksrichtung ab, von süß bis salzig, von leicht bis kräftig, von warn bis kalt ist alles dabei. Der Mr ist ja ein sehr heikler Esser, hier sah ich bei keinem Gericht ein Problem.

Aber wie ich schon sagte, das Buch ist viel mehr als ein Kochbuch.

Slater ist ein großer Erzähler, er schwelgt in Worten, wie ich in seinen Gerichten. Er erzählte etwas zu Weihnachten, winterlichen Bräuchen, berichtet von Feiern und der Wintersonnenwende. Hier wird ganz schleichend, Wissen vernittelt und Freude am Genuß weitergegeben. Sowas mag ich sehr.

Neben den Feigen hat mich auch die Birnen-Nelken und Orangen Granita sehr angemacht, auch ungewöhnlichere Wintergerichte, wie Aubergine mit Linsen und Basilikum ließen mir das Wasser im Mund zusammen laufen.

Plätzchen und Stollenrezepte gibt es genauso, wie ihre Geschichten in diesem Buch.

Ihr merkt, ich bin erneut begeistert. Die Bilder senden eine fantastische Botschaft, dieses Buch steckt voller Gemütlichkeit, heißem Punsch und Zimtkeksen. Obwohl das Wetter überhaupt nicht danach aussieht, wäre ich dann jetzt soweit, der Winter kann dann bitte jetzt sofort kommen. Ich möchte Rumtopf schlürfen, Anisplätzchen essen und Weihnachtsgans in den Ofen schieben und das nur, weil Herr Slater davon mit seinen wunderbaren Worten gesprochen hat.

Ja, mit dieser Art von Buch wird nicht jeder warm, manchem behagt es nicht, dass in einem Kochbuch auch literarische Texte sind, mancher findet die Struktur nicht straff genug oder der Bilder zu wenige und zu wenig eindeutig, ganz ehrlich, das hier ist eine ganz andere Art von Buch, es bezaubert, es sättigt beim Lesen und es macht mich rund um glücklich.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hasana

Paola Gavin , Ronit Jariv , Liz Catchpole , Mowie Kay
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 13.09.2018
ISBN 9783832199456
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hier wurde mal wieder gekocht. Endlich könnte man sagen und mit Hingabe.

Ich habe Hasana von Paola Gavin ausprobiert.

Zwar ist das Wetter draußen eher sommerlich und die Zeit der Eintöpfe und Suppen scheint noch nicht gekommen, ich hatte aber dennoch sofort "krupnik" (Graupeneintopf) im Kopf als ich das neue Kochbuch zur traditionellen jüdischen Küche in der Hand hatte.


Nein, ich bin nicht jüdisch, eigentlich bin ich irgendwann mal katholisch getauft worden, dann hat ein sehr strenges katholische Gymnasium mir jede Freude am Glauben und das Glauben generell verleidet und seit dem lebe ich meine eigenen Glaubenssätze. Das hindert mich nicht daran, jegliche Form der Essensvorschriften, die es bei Religionen so gibt, immer mal wieder für mich auszuprobieren oder auch einfach die Rezepte, die auf diesen Grundsätzen basieren, in mein Leben zu lassen.

Der jüdische Glaube übt auf mich eine starke Faszination aus, ich habe sehr moderne jüdische Familien in meinem Umfeld erlebt, meist sehr gebildet, sehr feministisch und für mich einfach interessant. Erst vor einiger Zeit habe ich durch die Lektüre von "Unorthodox" erkennen müssen, dass es auch im Judentum nicht nur die Seite der Medaille gibt, die ich kennenlernen durfte. Das hat mir damals mal wieder bewußt gemacht, wie eingeschränkt unsere Sicht auf die Dinge oft sein kann und ich versuche immer aufgeschlossen zu bleiben, meinen Geist offen und wach zu halten und so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln, um keinen Tunnelblick zu bekommen.

Beim Essen halte ich es auch so. Ich probiere alles, egal wie schleimig glibschig oder komisch es sein mag, ich stecke es in den Mund. So habe ich mich durch sämtliche Stile der modernen, der altmodischen, der europäischen, asiatischen und afrikanischen Küche gekocht. Diesmal also vegetarisch und jüdisch aus dem Hasana Kochbuch , das ist übrigens im Dumont Buchverlag erschienen.

Ich bin gespannt.

Erstmal ein großes Lob an den Dumont Verlag für die Aufmachung des Kochbuches, der schöne herbstliche Einband gefällt mir sehr. Das Buch fühlt sich gut und warm in der Hand an und ich mag es, wenn Kochbücher eine gewisse wertige Verarbeitung mitbringen. Die ist hier gegeben.

Wie jedes Kochbuch ist auch dieses in Abschnitte gegliedert. Wir finden hier eine Einleitung von Paola Gavin zu ihrem Buch, einige Worte zu jüdischen Festen und Feiertagen, jüdische Geschichte und Kultur, dann geht es los mit Vorspeisen und Salaten, Suppen, Nudeln und Knödel, Getreide, Hauptgerichte, Eier, Gemüse, Desserts, dann folgt das Register und ein kurzes Kapitel in dem die Gerichte den Fest- und Feiertagen zugeordnet werden.

Die Seiten des Buches sind sehr stabil und leicht matt, die Bilder alle sehr ansprechend und wirklich schön. Hier hätten es allerdings ruhig ein paar mehr sein dürfen, da leider nicht jedes Rezept auch mit Bild versorgt ist, das finde ich immer ein wenig Schade, denn ich bin ein sehr visueller Mensch. Hier fand ich es nicht allzu schlimm, würde mich aber halt über mehr Bilder freuen.

Schön fand ich die kurze, aber persönliche Einleitung, die besagt, dass es sich bei allen Rezepten um Rezepte handelt, die seit Generationen von Müttern an ihre Töchter weiter gegeben werden, wenn mein feministisches Herzchen hier auch kurz aufkreischte. Egal, das hat was schön Nostalgisches.

Im Kapitel zu den jüdischen Feiertagen wird sehr schön erläutert, was der Schabbat ist, Rosch Haschana, Jom Kippur, Sukkot, Chanukka, Tu Bischwat, Purim, Pessach, Schawuot, Tischa Beaw, zu all dem wird erläutert, berichtet und kurz erklärt. Das hat mir gefallen, ich mag es wenn der Inhalt eines Kochbuches ein wenig Mehrwert bietet, als mir nur Anregungen beim Kochen zu bieten.

Gleiches gilt für die Kapitel zur jüdischen Geschichte, die sehr schön nach Regionen aufgeteilt sind, Ägypten, Deutschland, Frankreich, Irak, Iran, Italien Marokko, Österreich, Polen, Litauen, Russland, Rumänien, Spanien, Portugal, Syrien, Tschechische und Slowakische Republiken, Tunesien und Algerien, Türkei und Griechenland, werden hier genau beleuchtet, mit einer tollen Sprache wird die Geschichte und Entwicklung der jüdischen Kultur erklärt. Ich fühlte mich hier sehr gut informiert und fand auch die erst irritierende lokale Aufteilung sehr gelungen.

Die Kapitel zu den Speisen werden immer mit einer kurzen Information eingeleitet, bei den Vorspeisen geht es beispielsweise um die Geschichte der Mezze und dass sie im jüdischen Glauben eine große Rolle spielen, da man ja am Schabbat nicht kochen darf und so auf vorbereitete kalte Gerichte angewiesen ist.


Die gerichte sind dann meist auf einer Seite mit Anleitung erklärt. Die Zutaten und Mengenangaben stehen an der Seite und sind so sehr übersichtlich. Die meisten der geforderten Zutaten bekomme ich ganz normal im Supermarkt, hier und da gibt es Dinge, die nur saisonalverfügbar sind und für ein paar Kleinigkeiten sollte man auf den Markt oder in einen gut sortierten Feinkostladen, es war aber nichts dabei, was man nicht beschaffen könnte.

Ich habe mittlerweile drei Gerichte nachgekocht und die Mengenangaben sind passend für die Persobenanzahl und es ist mir auch alles gut gelungen.

Schön fand ich auch, dass neben den Gerichten immer das Herkunftsland steht. Der Artischockensalat mit Fenchel und Harisa für den Schabbat kommt beispielsweise aus Tunesien. Bei jedem Gericht steht dann in der Sprache, die die Juden in diesem Land sprechen, die Bezeichnung nochmal darunter, beim Liptoi-Käse ist das ungarisch "liptói körözött" Sowas mag ich, das sind Kleinigkeiten, die mir sehr gefallen und den Zauber eines guten Kochbuches ausmachen.

Vor jedem neuen Kapitel steht auch immer ein jüdischer Sinnspruch oder ein Sprichwort. Bei den Suppen ist das "Sorgen lassen sich mit Suppe besser verdauen." Den Spruch fand ich so gut, weil auch ich immer Suppe esse, wenn es mir nicht gut geht, Suppe für die Seele quasi.

Ich habe den Eindruck, dass die jüdische Küche eine sehr kräftige und Herzhafte ist und ich mochte alles, was ich nachgekocht habe.

Mein Favourite ist tatsächlich die Graupen-Pilz-Suppe, wenn sich da auch ein kleiner Fehler verborgen hat, in der Zutatenliste stehen nämlich getrocknete Steinpilze, im Text ist aber von getrockneten Champignon die Rede, macht nichts, ich hab beides benutzt und die Suppe nun schon mehrfach gekocht und bin sehr begeistert. So lecker!

Auch das Kapitel Nudel und Knödel mochte ich sehr. Ich mag einfach Knödel gerne. Hier hätten es aus meiner Sicht aber ruhig ein paar mehr Knödelgerichte, als nur zwei sein dürfen.

Beim Kapitel Getreide, war ich erst skeptisch, was das wird und dann begeistert. Reis, Bulgur, Mais, Couscous und Kascha findet sich hier. Den Reis mit Spinat und Sumach kann ich hier sehr empfehlen.

Die Hauptgerichte sind sehr vielfältig, von Artischocken-Tarte, über Zucchini-Kartoffel-Moussaka, hin zum köstlichen Pilzstrudel, ist da eine große Auswahl an sehr leckeren und äußerst unterschiedlichen Gerichten geboten.

Das Kapitel über Eier fand ich ebenfalls überraschend gut. Omlette, Fritada, und Rührei gibt es hier in verschiedensten Variationen und teilweise sehr abgefahrenen Zusammensetzungen. Allein dafür hat sich das Buch bereits gelohnt, aber auch das Kapitel zu Gemüse bot einige Neuigkeiten, die ich trotz meiner fröhlichen Ausprobiererei beim Essen noch nicht kannte, süße Auberginenkrapfen werde ich auf jeden Fall noch ausprobieren, die Wirsingwickel sahen auch spannend aus und überbackener Fenchel machte mich auch an.

Bei den Desserts finden sich Kuchen, Torte, Strudel, Plätzchen, Kompott, Pralinen, Mousse und Fruchtpaste, hier bitte nächstes Mal mehr Bilder ! Unbedingt!

Bis auf die kleinen Kritikpunkte, mehr Bilder, mehr Knödel und den kleinen Übersetzungsfehler bin ich wirklich sehr begeistert und koche nun munter jüdisch vegetarisch und in einer Zeit in der hier tatsächlich wieder antisemitische Parolen gebrüllt werden auf Deutschlands Straßen, da ist es genau der richtige Zeitpunkt, um zu zeigen, wie schlecht man das findet und wenn man sich sonst nicht traut, dagegen etwas zu tun, lächelnd eine jüdische Suppe löffeln, hilft schon! Da bin ich sehr sicher!

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The Hills

Matias Faldbakken , Maximilian Stadler
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453271906
Genre: Romane

Rezension:

Bereits vor einiger Zeit durfte ich von Matias Faldbakken "The Hills" lesen und jetzt endlich ist das Buch auch im Heyne Encore Verlag erschienen und ich darf es besprechen.

Faldbakken ist kein neuer Autor, "The Cocka Hola Company" hat mich vor Jahren bereits ziemlich begeistert und so war ich sehr froh und gespannt in sein neues Werk reinlesen zu dürfen.

Vorab, es ist etwas ganz anderes, als seine bisherigen Bücher "The Cocka Hola Company" oder "Unfun". Es ist viel leiser, viel ruhiger und weniger provokant, erwachsener würde ich gern sagen und verbiete es mir im gleichen Atemzug, da das unfair den anderen Büchern gegenüber wäre. Seinem Thema der Gesellschaft und ihren Abgründen bleibt er jedoch treu.

"The Hills" spielt im Restaurant "The Hills" und schildert den Alltag eines Kellners, dessen sehr strukturierte und nach besonderen Regeln funktionierende Welt, sich ändert und zeigt die Probleme auf, die mit Veränderungen dieser Art einhergehen. Faldbakken zeigt sich dabei als scharfer Beobachter und bissiger Erzähler.

Waren seine ersten Bücher derb und direkt, ist "The Hills" hier das genaue Gegenteil, er drückt sich gewählt aus, legt Wert auf Normen, Verhaltensweisen, Anstand. Sein Kellner ist einer der alten Schule, der auf Regelmäßigkeiten und die kleinen Dinge achtet. Der stolz auf seine Arbeit ist und sie mit Hingabe und Ehrerbietung seinen Gästen gegenüber ausübt. Er wahrt Distanz und weiß doch über jeden Gast Bescheid und wenn nicht, holt er sich die fehlende Information bei der Bardame. Dabei ist er nostalgisch, fühlt sich von der Zeit überholt und doch irgendwie in ihre gefangen. Er ist ein Relikt würde man woll sagen. Während Faldbakken diese Tage des Kellners schildert und mit leisen Worten viel erzählt, ohne eigentlich eine Geschichte zu berichten, schaut man zu, fühlt sich ein wenig voyeuristisch und beginnt für diesen Kellner Gefühle zu entwickeln, man leidet mit ihm, wenn der Gast auf sein Handy starrt oder seinen leisen Fingerzeig ignoriert.

Ich habe einen Großteil des Buches in der Sauna auf einer Liegemuschel liegend gelesen, ein fantastischer Ort, um zwischen halb geschlossenen Lidern Menschen zu beobachten, fast so gut, wie ein Restaurant, bei mir paßte also die Leseatmosphäre sehr gut, zum Gelesenen. Daher war ich nicht, wie sonst häufig ungeduldig, weil die Erzählung lange braucht, bis sie in Gang gerät, sondern habe mich an ihr erfreut und jede Seite genossen.

Unser Kellner macht sich Gedanken zu seinen Gästen, bekommt Besuch von seinem etwas frechen Freund und die junge Frau, die alles in Frage stellt und alles in Bewegung setzt, der es sogar gelingt ein wenig der Ruhe und Gelassenheit, die er sonst ausstrahlt zu verschieben.

Das Buch hat mich aufgrund seiner Kunst der Worte wirklich begeistert. Ich lese ja gerne Dinge, die keinen Anfang und kein Ende haben und eher sprachlich anspruchsvoll sind. Für mich geht es nicht um die Geschichte, sondern um den geschrieben Text. Hier ist dieser herausragend gut und ich bin wirklich sehr verwundert, bislang noch nicht wirklich eine begeisterte Rezension auf den großen Portalen gelesen zu haben, denn dies ist ein literarisches Comeback, das es sich zu feiern lohnt.

Gerade weil dieses Buch so anders ist, als seine Vorherigen und so einen ganz krassen Gegensatz darstellt, sowohl stilistisch, als auch optisch, würde ich es allen seinen Fans empfehlen. Das war mal so richtig gute Unterhaltung!

Und jetzt würde ich gerne im "The Hills" speisen, mit Edgar und Anna und irgendwie auch dem Schwein am Tisch, aus Gründen der Unterhaltung... unser Kellner würde bedienen, ein nicht gut poliertes Besteck austauschen, mir die Zeitung reichen, mit der ich rascheln würde und mir wohlwollend zunicken, wenn ich mich an die Regeln des Bestellens halte. Hach das wäre fein.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Erste Hilfe

Mariana Leky
Flexibler Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 02.01.2006
ISBN 9783499240775
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe zum ersten Mal ein Buch von Mariana Leky gelesen und mich darauf sehr gefreut.

Erste Hilfe gibt es bereits seit 2004, seit diesem Jahr ist es als Taschenbuch im Dumont Verlag verfügbar und ich war sehr gespannt, denn Leky ist ja quasi in aller Munde, einige ihrer neueren Bücher haben mich allerdings thematisch nicht so gereizt, wie "Erste Hilfe", daher habe ich mich für dieses Buch als meinen ersten Leky entschieden.

Hauptthema ist Depression, Angst, Freundschaft und ein wenig auch die Liebe. Im Klappentext wird der Roman vergnüglich und bewegend genannt, bei Letzterem kann ich mich anschließen, bei Ersterem eher nicht, zwar schmunzelt man durchaus hier und da, während man die Erzählerin und Sylvester, sowie Matilda durch ihr stolperndes Leben begleitet, aber vergnüglich, nein. Es ist ein eher bitteres Lachen, vorallem wenn man sich im Bereich der psychischen Störungen auskennt und den Leidensdruck eines Erkrankten kennt und erlebt hat, vielleicht nicht aus der Ego-Perspektive, sondern von außen, dann sind viele der sehr realistisch geschilderten Situationen nur nach außen hin, spaßig.

Ich mochte die Erzählerin und auch Matilda, während mir der Frauen vernaschende Sylvester seltsam fern blieb, konnte ich die zwei Frauen gut verstehen und fand ihre Anteile an der Geschichte auch viel spannender. Matilda entwickelt Ängste und Panikattacken von einem auf den anderen Tag kann sie nicht mehr über die Straße gehen, der Alltag wird schwer und die Erzählerin und Sylvester versuchen ihr laienhaft beizustehen und begehen alle Fehler, die Laien dabei so begehen können, machen aber auch sehr viel richtig. Sie suchen einen Therapeuten, bauen Hilfestellung und begleiten, wo es geht.

Ich habe es sehr genossen, diese drei unterschiedlichen Charaktere, die sich so sein lassen, wie sie nun mal sind, dabei zu begleiten, wie sie Probleme wälzen, Lösungen finden und dann doch wieder vor der nächsten Hürde stehen.

Was ich weniger genossen habe, war die sehr einfach gehaltene und sehr simple Sprache, die mir vorallem in den Dialogen zeitweise auf die Nerven ging. Leky setzt den Satzbau und die Satzlänge hier als ein Stilmittel ein, um dem Leser die Hilflosigkeit der Personen zu veranschaulichen, dabei übertreibt sie es aber aus meiner Sicht und hat mich dann vorallem beim Besuch bei Matildas Eltern verloren. Das war mir zu steril, zu konstruiert, so spricht niemand.

Sehr schade, denn die Geschichte war eine Erzählenswerte und eine, die es durchaus schaffte mich länger zu fesseln, was im Moment nicht jedem Buch gelingt, muß ich ehrlicherweise zugeben.

Man muß sich hier also sehr auf diesen durchaus sonderbaren Stil einlassen, kann man das, hat man ein sehr gutes Stück deutscher Literatur zum Thema Freundschaft und Therapie in den Händen, fällt es einem schwer auch außergewöhnliche Sprache zu tolerieren und geht es einem weniger um Emotion und mehr um die stringente Erzählung einer Geschichte, so wird man hier nicht ganz glücklich sein.

Ich bleibe also zwiespältig zurück, einerseits war das sehr treffend, sehr genau, sehr realistich, andererseits war es mir zu sprachlich ein wenig zu wenig echt.

In meiner Empfehlung bleibe ich also auch differenziert, für alle, die sprachliche Experimente lieben (FRAU FUSSI!!) absolut lesenswert, für alle anderen, schnuppert mal ein paar Seiten rein, bevor ihr loslegt.

Und dann eine Frage an die Leser der anderen Bücher, behält Leky dieses SPO-Satzbauweise und die sehr kurzen, einfachen Sätze auch in ihren anderen Büchern bei? Weil falls ja, bräuchte ich erstmal ein wenig Erholung, wäre aber dennoch neugierig..

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BOBBELicious stricken – Kleidung, Tücher und mehr mit Farbverlaufsgarnen

Julia-Maria Hegenbart
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Edition Michael Fischer / EMF Verlag, 26.06.2018
ISBN 9783960930273
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Bobbelicious stricken" ist im EMF Verlag erschienen und kostet 15,99 €, es enthält 19 Strickmuster für Farbverlaufsgarne. Dabei handelt es sich um Garne unterschiedlichster Art, so dass für jeden Stricker etwas dabei ist und auch die Projekte sind unterschiedlich im Schwierigkeitsgrad und der Größe.

Es handelt sich um ein gebundenes Buch, von guter Qualität. Die Bindung ist stabil und der Druck hochwertig.

Die verwendeten Fotos gefallen mir sehr. Der Hintergrund ist immer einfarbig und grau gewählt, so dass das jeweilige Projekt ganz für sich leuchten kann. Auf den Bildern erkennt man sehr gut Farbe, Form und Machart des jeweiligen Strickstücks, außerdem gibt es zu jedem Projekt eine Schemazeichnung, die nochmal sehr hilfreich ist und auf die ich bei Strickanleitungen nur ungern verzichte.

Das Buch "Bobbelicious Stricken" startet mit einen Vorwort der Autorin über ihre Liebe zum Stricken und einigen erklärenden Worten zum Thema Farbverlaufsgarnen und den Namen der Strickmuster.

Dann folgen Erläuterungen der Grundtechniken beim Stricken, die im Buch benötigt werden. Alles gut erklärt und mit großen gut erkennbaren Zeichnungen versehen.

Es gibt ein allgemeingültiges Abkürzungsverzeichnis, eine Erklärung zum Schwierigkeitsgrad und dann geht es zu den Projekten.

Hier werde ich nicht alle vorstellen, sondern nur die ansprechen, die mir besonders gefallen haben oder gar nicht.

Der Seelenwärmer "Hey Soul Sister" gehört in letztere Liste, der ist mir einfach zu wuchtig, zu groß und hier kann ich mir die Tragbarkeit nur schlecht vorstellen, da bin ich gespannt, was die ersten Strickerinnen berichten. Alle Muster gibt es übrigens zum Ansehen bei Ravelry, so dass man seine Werke dort verlinken und zeigen kann. Einzeln kaufen kann man die Anleitungen nicht.

Sehr gut gefällt mir hingegen das Fünfecktuch "My Heart will go on", ein eigentlich simples glatt rechts gestricktes Tuch, das aber an den Zunahmen ein kleines Herzchenmuster hat. Das ist wunderhübsch und kannte ich so auch noch nicht. Toll fand ich hier auch, dass das Model die Kleidung passend zum Tuch gewählt hat und der Farbverlauf sich in ihrem Rock fortsetzt.

Am meisten gestrickt wurde bisher wohl die Stola "Walk on Water", den Teststrick hat übrigens Bettina von The Knitting me gemacht und auch die finde ich wirklich richtig hübsch. Ein tolles Wellenmuster und die Stolaform gefällt mir aktuell ja sehr.

Besonders angetan hat es mir der Seelenwärmer "Soulmate" ich bin sonst für Seelnwärmer wirklich nicht zu haben, die tun in Schnitt und Form einfach selten was Positives für ihre Trägerin, der hier sieht aber toll aus und ist figurbetont geschnitten. Frau Feierabend hat sich da einen Bobbel in der Bobbelscheune zu organisiert und wird den wohl nachstricken. Ich bin sehr gespannt.

Der Shrug "Over My Shoulder" ist wieder ein Modell, das mich weniger reizt. Ich hab ja schon zwei Shrugs gestrickt und kann mit der Form eigentlich wenig anfangen, das rutscht und zuppelt immer, aber wer auf diese Kurzjäckchen steht, der ist hier vielleicht ganz angetan.

Neben Kleidung und Tüchern sind im Buch auch Muster für Kissen vertreten, die haben mir sehr gut gefallen und speziell die kleinen Tasseln fand ich sehr hübsch.

Ich selbst hab mir als erstes Projekt die Stola "Take me to church" ausgesucht und bereits angefangen, einen Mustersatz habe ich bereits gestrickt. Hört sich nicht viel an, ist es aber, denn eine Reihe besteht hier aus 443 Maschen. Das ist verdammt lang und etwas ermüdend, weshalb ich auch nur langsam voran komme. Ich stricke übrigens nicht mit dem angegebenen Garn von Lanagrossa (Gomitolo Puno) sondern mit einem Bobbel von Bilum mit einem tollen Farbverlauf von Petrol zu hellgrün. Ich habe mir, damit ich nicht zählen muß, Maschenmarkierer vor und nach jedem Mustersatz engehängt. Diesen Hinweis zur Vereinfachung hätte ich mir noch im Buch gewünscht, genauso wie die Angabe, dass man dann 28 Markierer benötigt. Das Muster an sich ist sehr eingängig und leicht zu merken, der Chart ist übersichtlich und die Legende der Zeichen befindet sich immer direkt in der Nähe der Charts, das ist wirklich sehr positiv und hat mich gefreut.

Auf jeden Fall noch nachstricken werde ich den Poncho "River", der gefällt mir sehr gut und das Garn "Puno" von Lang Yarns wollte ich schon lange ausprobieren. Auch die Diagonalstola "Line Dance" gefällt mir sehr gut und wird bestimmt noch gestrickt werden.

Generell ist zu beachten, dass viele der Anleitungen schon etwas anspruchsvoller sind und Anfänger da sehr konzentriert sein sollten. Außerdem solltet ihr die Maschenprobe genau ausprobieren, ich habe eine Nadelstärke größer genommen, als angegeben.

Halten wir fest 19 Muster, davon gefallen mir 7 sehr gut und 10 ganz gut und 2 gar nicht, damit kann man leben, finde ich und ich berechne ja immer, ob ein Buch sich für mich lohnt, indem ich schaue, was das Buch kostet und wie viele Anleitungen daraus mir gefallen, dann teile ich den Preis durch die Anzahl der Anleitungen und bewegt sich das in dem Bereich, den ich auch sonst für ein Strickmuster einzeln ausgeben würde, dann finde ich lohnt sich ein Buch. Hier liegt dieser Wert deutlich unter dem Preis für ein normales einzelnes Muster.

Sehr schön fand ich auch die sehr persönliche Danksagung am Ende des Buches, wenn ich mir hier auch gewünscht hätte, dass alle Personen mit Links ausgestattet worden wären, so war es etwas Schade, dass nur von manchen Strickerinnen der Blog benannt wurde, das wird aber wohl in der zweiten Auflage behoben werden.

Fazit: Ein schönes Buch, mit vielen Ideen, hier wird zwar das Rad nicht neu erfunden (einige der verwendeten Muster, wie zum Beispiel der Keltische Knoten oder manches Strukturmuster, kennt man bereits aus Strickmustersammlungen), aber wer gerne mit Farbverlaufsbobbeln strickt, der findet hier viele Anregungen und Ideen, wie man diese ins rechte Licht setzen könnte. Dazu finde ich die Aufmachung des Buches wirklich sehr gelungen und schön.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Strickmuster. Die Sammlung.

Lydia Klös
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Frech, 11.09.2017
ISBN 9783772464805
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das  Strickmusterbuch ist von Lydia Klös geschrieben und im frechverlag erschienen.

Von Lydia Klös gibt es auch viele weitere Bücher nicht nur zum Stricken, sondern auch zum Schmuckdesign. Diese findet ihr hier auf der Seite vom frechverlag: Klick!

Es kostet stolze 29,99€ und ist aus meiner Sicht tatsächlich jeden einzelnen Cent wert.

Auf 320 Seiten stellt Frau Klös wunderschöne Strickmuster vor.

Rechts-Links-Muster

Zopfmuster / Zugmaschenmuster

Aranmuster / Trachtenmuster / Keltische Muster

Zopf-Lochmuster

Lochmuster / Fallmaschenmuster

Hebemaschenmuster

Noppen-/ Blüten- / Blattmuster

Patentmuster / Tiefergestochene Maschen

Musterbordüren

Jacquard- und Intarsienmuster

Außergewöhnliche Techniken

Grundtechniken

Vom Muster zum Modell

Sind die Abschnitte, in die das Strickmusterbuch unterteilt ist, dabei ist es praktischerweise mit einem schicken pinken Lesebändchen ausgestattet und die Kapitel sind farbcodiert, so dass man auch beim zugeschlagenen Buch sieht, wo es um welches Muster geht. (Man erkennt die Farbe also am Buchschnitt)

Dabei hat jedes Muster eine Nummer, ist mit einen Bild versehen, das das Strickmuster gestrickt zeigt und mit einem Chart und einer Legende der verwendeten Chartzeichen ausgestattet.

Das fand ich enorn übersichtlich, so braucht man nicht blättern, sondern hat alles, was man benötigt, direkt sichtbar auf einer Seite zusammen gefaßt. Dazu bleibt es aufgeschlagen liegen und behindert so nicht beim Stricken.

Benötigen die Strickmuster mehr Raum, wie zum Beispiel einige Trachtenmuster, so sind sie auf den hinten im Buch eingelegten Strickmusterbögen versorgt. Diese sind klein und können herausgenommen werden und man hat sie so für das Strickstück immer griffbereit.

Die kleine Plastiklasche, die den Bogen festhält, ist stabil und praktisch.

Ich habe im Buch wirklich viele bekannte und noch unbekannte Strickmuster entdeckt und enorm viele Anregungen gefunden. Das Strickmusterbuch ist wirklich ein Quell der Inspiration. Ich habe beim Lesen so viele Ideen gehabt, wie man was umsetzen kann und hab tatsächlich, obwohl ich mich als relativ erfahrene Strickerin bezeichnen würde, noch Muster gefunden, die ich so nicht kannte.

Die RechtsLinksmuster waren wirklich hinreißend und auch für Anfänger gut nachzustricken und zu begreifen.

Bei den Zopfmustern habe ich sehr viele Ideen für neue Zöpfe und Variationen gefunden, das war total spannend und interessant und bietet so viele Möglichkeiten zur Abwandlung und Weiterentwicklung. Bei den Aran-Trachten und Keltenmustern war ich wirklich begeistert, welche Möglichkeiten es hier gibt und wie fantastisch schön diese sind. Dabei läßt sich hier selbst durch ganz simple Techniken viel erreichen.

Zopflochmuster mag ich ja ebenfalls sehr, da findet sich ja ein tolles in der Leafy Beany von The knitting me und das war toll zu stricken. Besonders gut fand ich hier die Zopfmusterstreifen, die werde ich auf jeden Fall in irgendein Strickmuster einbauen.

Wer übrigens Strickmuster selbst designen will, der findet hier viele Anregungen und Ideen und auch bestehende einfache Strickanleitungen kann man mit den Ideen im Buch aufpepen.

In ein eher simples Tuch einen Zopf einbauen oder in eine glatt rechte Strickjacke ein paar Trachtenmuster, das sieht bestimmt toll aus und der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Unser #Diedreivomblog Hebemaschenmuster findet sich übrigens auch im Buch und ich mußte etwas lachen, weil ich uns damals so innovativ fand, als wir das designed haben. Aber sind wir ehrlich, beim Stricken erfindet niemand mehr das das Rad ganz neu, alles war schon mal da, wird abgewandelt und neu gemacht.

Im Buch sind also tatsächlich 500 gänzlich unterschiedliche Strickmuster, von Anfänger bis Fortgeschrittenem hier ist für jeden was dabei. Noppen, Blüten, Zöpfe, schlicht, aufwändig, geometrisch oder verschlungen, hier gibt es alles und von allem noch viel mehr und mit etwas Kreativität und Mut kann man da noch mal mehr draus machen, durch Abwandlungen von Garn und Nadelstärke kann man so tolle Dinge erschaffen.

Ich schwelge hier wirklich in Mustern und bin total begeistert. Ausnahmsweise habe ich nichts zu meckern. Das kommt sehr selten vor.

Das Strickmusterbuch ist nicht nur gut bebildert, sondern auch noch fantastisch erklärt und so sinnvoll und klug strukturiert. Hier verliert man zu keinem Zeitpunkt den Überblick und findet alles sofort wieder. Ich habe mir natürlich nicht jedes Muster im Detail angesehen, aber die, bei denen ich es getan habe, die waren einfach klar und deutlich, keine Schwierigkeiten bei mir, zu begreifen wie etwas gehen soll.

Bei den außergewöhnlichen Techniken werden Korb- und Smokmuster erläutert, Faltenmuster erklärt und Zickzackmuster aufgezeigt. Es werden Schmuckbordüren mit eingestrickten Perlen vorgeführt und bei den Grundtechniken lernt man mit sehr guten verständlichen Grafiken, wie man strickt. Zunahmen, Abnahmen, Verzopfen und das gefürchtete Patent werden sehr klar deutlich gemacht.

Zu beachten ist, im Buch sind wirklich nur Strickmuster enthalten, also Arten zu stricken und verschiedene Muster ins Strickstück zu bekommen. Es sind keine Anleitungen darin. Keine Pullis, Tücher, Cowls oder Ähnliches.  Wie man die Muster in sein Strickstück einbaut, bleibt einem selbst überlassen. Dazu gibt es den Abschnitt vom Strickmuster zum Modell, in dem es viel um Planung geht und das ich für einen Anfänger recht interessant fand, das für mich aber nicht nötig gewesen wäre.

Am Ende gibt es ein sehr ausführliches Register, das bei der Suche nach einem Strickmuster hilft.

Ich habe im ganzen Buch Postits verteilt, damit ich mich erinnere, was ich unbedingt stricken will und das war wirklich verdammt viel.



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17 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Feminist Fight Club

Jessica Bennett , Saskia Wariner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404609758
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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(157)

282 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

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Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 30.08.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

Rezension:

„Das Mädchen, das in der Metro las“ ist das Erste ihrer Bücher, das ich gelesen habe, aber es wird nicht das Letzte sein.

Diese sehr emotionale und auch leicht verwirrende Geschichte um Juliette auf der Suche nach Berufung und Glück und die Menschen, die ihr auf dieser Suche begegnen, war so bewegend, dass ich beim Lesen wirklich immer Taschentücher dabei hatte. Obwohl Feret-Fleury sich sehr kurz hält und die Geschichte eigentlich nur anreißt, damit der Leser sie weiter denken kann, ging mir dieser Text unfaßbar nahe. Mir hat Juliette sehr gefallen, ihre Beziehung zum Metrofahren, ihre Gedanken zu Büchern, ihr Gespür für Menschen und trotzdem ihre Ratlosigkeit, Einsamkeit und Verlassenheit. Die Geschichte geht zwar logisch für mich nicht an allen Stellen auf, aber das war mir tatsächlich gänzlich egal, weil es so schön war, sich von diesen Worten zudecken zu lassen.

Neben den Taschentüchern hatte ich außerdem einen Notizblock neben mir liegen und habe mir die vorkommenden Bücher notiert und das waren wirklich viele, selbst wenn man die Empfehlungsliste am Ende wegläßt, füllt sich der Zettel rasch und ich gelobe, ich werd die Ungelesenen noch nachholen.

Mir hat dieser Text wirklich gut gefallen, ich verstehe aber auch die kritischen Stimmen, die dem Text eine Bruchstückhaftigkeit oder Unausgegorenheit vorwerfen, tatsächlich bleibt viel Raum für den Leser, diesen mit eigenen Ideen und Gedanken zu füllen. Leser, die es mögen eine Geschichte von A bis Z erzählt zu bekommen, ohne Gedankensprünge oder Eigenleistung, die werden hier vielleicht ein wenig enttäuscht, denn das Büchlein fordert ein wenig Einlassen und Mitmachen von seinem Leser, vorallem aber fordert es die Liebe zu Büchern und die hat es bei mir gefunden.

Ich bin bezaubert. SEHR.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Kleiderschrank-Projekt. Praxisbuch

Anuschka Rees
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.03.2018
ISBN 9783832199395
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe meinen Kleiderschrank mal ein wenig aufgehübscht und dazu das Praxisbuch erschienen im Dumont Buchverlag benutzt.

Immer wieder entmülle ich meinen Kleiderschrank und kein halbes Jahr später kann ich das erneut tun. Fazit: Ich kaufe zu viel Scheiß, Scheiß der nicht paßt, der nicht sitzt, der nicht farblich harmoniert oder den ich einfach nur kaufe, weil er grad im Angebot ist und ich der Meinung bin, hier gerade das Schnäppchen meines Lebens zu machen.

ICH WEISS DAS und trotzdem passiert es immer wieder.

Frau Katze rollt schon mit den Augen, wenn ich wieder beladen mit Taschen nach Hause komme.

Aus diesem Grund hatte ich vor einiger Zeit mit dem Kleiderschrankprojekt von Anuschka Rees meinen Kleiderschrank entrümpelt und wirklich sehr radikal ausgemistet. Ein wirkliches Konzept für meine Garderobe konnte ich damit aber irgendwie noch nicht so richtig erstellen, einfach weil mein Stil so stark variiert. Heute Blümchen, morgen Business, heute Ethno, morgen Nadelstreifen... das ist ein Problem. Denn so sammelt sich eine Menge Krempel an, den man entweder kaum oder sogar gar nicht trägt.

Ich versuchte also sehr viel disziplinierter zu werden, kaufte strukturierter ein und versuchte Lust und Frustkäufe zu verhindern. Da klappte so halbwegs gut und führte immerhin dazu, dass ich bei der letzten Entrümpelungsaktion keine Sachen aussortieren mußte, an denen noch das Preisschild hing, weil ich sie nie getragen habe.

Trotzdem fehlte mir eine Linie, eine Checkliste, eine zündende Idee, wie ich besser und sinnvoller mit meinem Einkaufsverhalten, das sehr impulsgesteuert ist umgehen kann.

Dann kam das Praxisbuch zum Kleiderschrankprojekt und mein erster Impuls war: "Ach Gott, jetzt schlachten sie das Thema aber mal ordentlich aus!" Trotzdem hab ich einen Blick hineingeworfen und da war es um mich geschehen, im Buch sind Fragebögen und Listen und wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich Fragebögen und Listen liebe.

Ich mußte also auch das Praxisbuch ausprobieren.

Die Aufmachung ist hübsch und edel und mit dem soften Einband und dem Gummibändchen wirklich praktisch gemacht. Man durchläuft im Rahmen der Lektüre 4 Abschnitte.

Teil 1: Grundlagen

Hier werden nochmal die Philosophie des Projekts erläutert und ein 8 Wochenplan zum Aufhübschen des Kleiderschrankes erstellt.

Außerdem machten wir eine Bestandsaufnahme. Zwei Wochen lang wird dokumentiert, was man trägt, warum man es trägt und wie man sich fühlt. Bei mir war danach sehr rasch klar, was ich verändern muß und was ich beibehalten kann, um mit meinem Kleiderschrankinhalt glückliuch zu werden. Es mußten mehr Basics und mehr farbliche Kombinationsmöglichkeiten her. Außerdem wurde hier sehr intensiv hinterfragt, was gefällt mir eigentlich und steht mir das auch? Paßt es zu mir? Welche Ansprüche habe ich an meine Garderobe, welcher Dresscode wird beruflich von mir verlangt?

Bin ich selbstbewußt und falle mit meiner Kleidung gerne auf? Bin ich lieber over oder underdressed?

Was möchte ich verändern oder beibehalten. Hier legt man einen ziemlichen Seelenstrip hin, beschäftigt sich so aber eben intensiv mit sich selbst.

Teil 2: Entdecken Sie Ihren eigenen Stil.

Hier geht es um Inspiration, wo kann ich mich nach Vorbildern umsehen, welcher Stil gefällt mir und steht mir? Mit welcher Stilikone kann ich mich identifizieren?

Dann experimentiert man, trägt ungewöhnliche Dinge und beobachtet, wie man sich fühlt. Auch dazu gibt es Fragebögen und Listen. Für Entscheidungshilfe fand ich die Flussdiagramme gut. Außerdem hat mir hier der Test gefallen, welche Materialien ich wirklich tragen möchte und welche Schnitte ich nicht nur schön finde, sondern in denen ich mich auch wohlfühle.

Daraus erstellt man ein Stil-Profil mit Moodboard und Zusammenfassung und schaut am Ende, wie dies mit der aktuellen Garderobe zusammen paßt. Bei mir war das gar nicht so übel.

Teil 3: Stellen Sie ihre perfekte Garderobe zusammen.

Natürlich wird ausgemistet und zwar rigoros, das habe ich ebenfalls gemacht und mein ohnehin schon stark verschlankter Kleiderschrank schrumpfte um zwei weitere große Wäschekörbe zusammen. Nichts davon habe ich bisher vermißt.

Im Buch zeichnet man dann Grafiken und schaut, was im Schrank überrepräsentiert ist und was fehlt, wovon hab ich mehr als ich Anlässe habe, es zu tragen. (Bei mir waren das Abendkleider 6 Stück um genau zu sein, jedes genau einmal getragen.) Mit diesen Dingen wird dann überlegt, was man tut. Ändern? Verschenken? Verkaufen? Spenden?

Dann geht es an die Zusammenstellung der Garderobe. Schlüsselteile, Basics, besteht da ein ausgewogenes Verhältnis? Habe ich Kombinationsmöglichkeiten? Dann geht es ans Farbkonzept, das war bei mir sehr spannend, da mein Kleiderschrank bisher sehr bunt ist und ich genau das nicht mehr wollte. Ich wollte ein wenig mehr in einem Schema bleiben und dafür mehr kombinieren können. Dabei waren die Outfitformeln wirklich hilfreich.

Und so ging es dann an die Generalüberholung meiner Garderobe, hierbei wurden hilfreiche Prioritäten gesetzt, denn natürlich wollte ich nicht den gerade leeren Kleiderschrank direkt wieder zumüllen.

Die Stylingübungen habe ich dann weniger gebraucht, ich weiß immer sehr schnell was ich mag und was nicht und mutig bin ich auch, da brauchte ich keine Hilfe bei, für anders gestrickte Mädels und Jungs mag dieser Abschnitt aber durchaus wichtig sein.

Teil 4 : Bonus Planer

Hier geht es um Einkaufslisten, Shopping Guide, Reiseplanung, Businessgarderobe und das mixen von Outfits, das war spannend und hat mir sehr gefallen.

Insgesammt ist man wirklich knapp 2 Monate immer wieder beschäftigt, dann hat man aber einen gut durchstruktuierteren tragbaren Kleiderschrankinhalt und einen Plan, wie es weiter geht. Dazu ist der Zeitaufwand im einzelnen eher minimal.

Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden, allerdings stehe ich wie gesagt auf diese Listen und Checklisten, wer damit nichts anfangen kann und sein Ergebnis nicht selbst erarbeiten, sondern etwas vorgegeben lesen möchte, der ist hier falsch und der bekommt hier auch nur wenig Hilfestellung. Hier geht es um das eigenständige Erarbeiten und das hat bei mir sehr gut funktioniert.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Leon. Hundert Salate

John Vincent , Jane Baxter , Alexandra Titze-Grabec
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 16.04.2018
ISBN 9783832199418
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich mag ja die Leon Kochbücher wirklich sehr sehr gerne.

Mir gefällt einfach die Aufmachung immer sehr. Das spricht genau mein Designempfinden an. Die Rezepte sind gut, einfach und meist schnell nachzukochen. Die Zutaten sind in der Regel in einer Menge, die ich noch übersichtlich nenne und sehr seltene Dinge werden nur hin und wieder benötigt. Das schätze ich sehr. Ich mag es nicht, wenn der Einkauf schon Stunden dauert, weil man bei Mondschein gewachsene blaue Spargelspitzen aus Marokko benötigt, um das mal übertrieben auszudrücken.

Die meisten der Dinge im "Hundert Salate" hatte ich im Haus oder konnte sie in unserem Edeka finden. Keine Probleme hier also. Hier und da sind Dinge natürlich saisonal nicht erhältlich oder sind auch mal etwas ausgfallener, aber auch hier bin ich immer fündig geworden.

Mittlerweile habe ich 4 Salate ausprobiert, neben Altbekanntem gibt es im Buch auch wirkliche Entdeckungen und außergewöhnliche Varianten. Sehr gut fand ich den Mozzarella mit Pfirsich und Prosciutto, eine Kombi, die ich von mir aus nie, ausprobiert hätte, die uns aber sehr gut geschmeckt hat.

Den Salat mit Tomaten, Feta und Linsen fanden wir ebenfalls sehr lecker, wenn ich auch hier den Dill weggelassen habe. Die Autorin hat leider einen Hang zu Dill. Den habe ich dann immer ersetzt, ich mag das einfach nicht. Das ist aber ja eine reine Geschmacksfrage.

Das Kokosnuss Kinilaw hat eine vergleichsweise lange Zutatenliste, war aber ebenfalls fantastisch. Das war wirklich sehr sehr lecker und außergewöhnlich. Überhaupt finden sich im Buch viele Gerichte, die nicht dem Mainstream entsprechen, geschmacklich aber durchaus harmonisch sind und mich total neugierig machen. Ich werde mich in den nächsten Tagen noch durchtesten und bin sicher, dass mir das alles sehr gut schmecken wird.

Besonders auf das Gado Gado bin ich gespannt, das ist für nächste Woche eingeplant.

Die Aufteilung des Buches ist für mich sinnvoll und ich habe nichts vermißt und alles gefunden.

Im ersten Teil gibt es die Klassiker, wie Taboule, Krabbencocktial, Cesars Salad und viele mehr. Dann folgt der Abschnitt "Natürlich schnell". Hier haben mich die Zucchininudeln und das Tempeh angemacht. Im Abschnitt Lunchbox werden Salate vorgestellt, die man gut mit zur Arbeit nehmen kann. Im Abschnitt "Essen für Freunde" gibt es Salate die man auch in großer Menge gut zubereiten kann, aber durchaus mit außergewöhnlicher Note, wie zum Beispiel Topinambur und Trüffel oder Brokkolilachssalat. Beim Essen für die Familie hab ich persönlich keinen großen Unterschied zum Essen für Freunde erkannt. Das hätte ich nicht nochmal unterteilt, stört mich aber auch nicht. Hier werde ich auf jeden fall das Gegrillte Lamm mit Salat und Ziegenkäse nachmachen, das sah so lecker aus. Überhaupt sind die Bilder alle sehr ansprechend und haben mir Appetit gemacht.

Am Ende gibt es noch mehrere Knuspertoppings zum Nachmachen, das fand ich eine gute Idee, so kann man selbst entscheiden, ob man Kerne und Knusperkram im Salat schätzt oder nicht und was zum Salat paßt.

Noch weiter hinten gibt es dann zig Dressings und zwar wirklich außergewöhnliche und sehr interessante Zusammenstellungen.

Das ausführliche Register am Ende macht das Buch sehr übersichtlich.

Ich bin wirklich sehr angetan und hab jetzt schon wieder Hunger...

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136 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Die Ermordung des Commendatore Band 2

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 11.05.2018
ISBN 9783832198923
Genre: Romane

Rezension:

Haruki Murakami

Die Ermordung des Commendatore Teil 2 - Eine Metapher wandelt sich

Hm... eigentlich wollte ich bei Teil Zwei mit meiner Rezension ein wenig schneller sein und pünktlich zur Veröffentlichung einen sehr ausgefeilten Beitrag mit viel Tiefgang liefern. Dummerweise hat Murakami selbst dann dafür gesorgt, dass das nicht ging.

Es ist nämlich etwas passiert, was keiner vorhersehen konnte, ich war nämlich nicht so begeistert und hemmungslos in dieses Buch verliebt, wie ich es erwartet habe.

Teil eins habe ich ja recht nebulös hier besprochen, weil ich auf keinen Fall zu viel verraten wollte: Klick!

Und Teil eins war fantastisch, hat mich von den Socken gehauen, überrascht, mich im Kreis wenden lassen und vorallem mich mal wieder in eine Welt entführt, die unserer ähnlich ist, aber sehr viel mythischer, viel metaphernreicher, so viel gewaltiger. Teil zwei begann ganz stark und hat mich sofort wieder in das Haus in den Bergen versetzt, hat mich mit seiner Hauptfigur zeichnen und denken lassen und trotzdem war ich nicht hin und weg. Murakami war nicht auf den Punkt genau, wie er das sonst ist. Er umkreiste was er sagen will, näherte sich zögerlich seinem eigentlichen Punkt an und verlor mich dabei auf halber Strecke. Ich fühlte mich hingehalten, den Text in die Länge gezogen und war dadurch weniger bei der Sache.

Ja, Murakami schreibt natürlich in seiner ganz eigenen ihm üblichen Sprache, erzählt von den Versuchen das Mädchen Marie zu porträtieren, von ihrem Verschwinden und der Suche, dem Kampf, von den Gefühlen und Unzulänglichkeiten, von Familie, Liebe und Sex und das hat mir wie immer sehr gut gefallen, aber er hat sich für mein Empfinden ein wenig zu oft im Kreis gedreht, den Punkt, auf den er zusteuern wollte, ein wenig zu sehr aus dem Fokus des Lesers entfernt. (Ich gehe bewußt nicht auf die übernatürlichen Dinge in der Erzählung ein, da diese jeder für sich deuten und begreifen muß, aus meiner Sicht.)

Am Ende kommt er zwar wieder auf Kurs, nimmt mich wieder mit in seiner Geschichte und ich fand es sehr überraschend, aber stimmig und passend, wie das Buch letztlich ins Ziel einläuft und er seinen Erzähler ankommen läßt, trotzdem war in mir weniger Begeisterung für das Buch, als ich erwartet hätte.

Ich kann das nur ganz schwer in Worte fassen, zumal ich Murakami ja wirklich sehr schätze. Bei einem anderen Rezensenten hab ich den Satz gelesen, der zweite Teil hätte seine Längen, das ist vereinfacht ausgedrückt, das was auch ich empfunden habe. Dummerweise ist es sonst genau das, was ich an seinen Texten schätze, dass sie beschreibend und erzählend sich langsam ihrem Höhepunkt annähren, warum mir das hier diesmal zu lange gedauert hat und zu kleinteilig war, kann ich nicht sagen.

Im Gesamten gesehen und in Verbindung mit Teil 1 und der ganzen Metaebene, den vielen kleinen leicht zu überlesenden Anspielungen, ist das natürlich immer noch ein hervorstechend gutes Buch, einzig bin ich diesmal nicht in Gänze glücklich, weil ich das Gefühl hatte, ich werde vom Autor hingehalten, obwohl er schon weiß, was passieren wird, führt er mich nicht auf direktem Weg dorthin, sondern nimmt zahlreiche Umwege und Abschweifungen zur Hand, um mich abzulenken und am Ende dann überraschen zu können.

Ganz beiläufig läßt er dabei Dinge einfließen, die nur dem konzentrierten Leser auffallen, er führt uns heran an seine Art mit Kunst (Gemälden, Texten, etc.) umzugehen, er zeigt auf, wie man Kunst begreifen und verstehen kann, wie man sie genießen sollte und wie wenig selbstverständlich sie ist. Wie viel harte Arbeit hinter dem mystischen Moment der Vollendung einer Zeichnung steckt. Ich finde es übrigens herausragend, wie Murakami hier seinen Erzähler einmal tatkräftig und aktiv erscheinen und ihn dann wieder in Passivität verharren läßt. In der Süddeutschen hieß es der Plot sei einer der Schwachpunkte des zweiten Bandes, das sehe ich anders, der Plot um das Verschwinden des Mädchens Marie und die Suche nach ihr, der hier in sehr interessanter zeitversetzter Form geschildert wird, hatte für mich alles, was ein Murakami braucht, das einzige was ihm fehlte, war der sonst so deutlich spürbare Sog, den Murakami auf mich hat. Ja hier haben die Cliffhanger der Kapitel (Grandiose Überschriften übrigens) immer dazu beigetragen, dass ich weiter lesen wollte, aber der Vorwärtsdrang die Zügigkeit und das Tempo, das Murakami sonst seinen Texten verleiht, fehlte mir.

Ein weiterer Kritikpunkt war der erotische Aspekt, den Murakami seiner Figur Marie immer wieder auf den Leib schreibt. Mag sein, dass das Kunst ist, mich hat es bei einem 13jährigen Mädchen schlicht irritiert, weil es für mich hier weder für die Geschichte notwendig, noch angemessen war. Meist haben mich die Bezüge zu ihren Brüsten und der Wichtigkeit des Wachstums der selbigen eher aus dem Text herauskatapultiert, als hineingestoßen, wie es seine Textzeilen mit Erotik sonst tun.

Nun was soll ich sagen, als Murakami Fan war es mir trotzdem möglich, die Lektüre zu genießen und mich davon driften zu lassen, aber das erforderte hier schon ein großes Maß an Fansein und die Bereitschaft sich auf eine Geschichte einzulassen, die streckenweise nicht nur jeglicher Logik entbehrt, sondern ihr sogar widerspricht. Murakami ist so schon eher für die Leser geeignet, die es gerne in wenig abgefahren wollen, diesmal hat er es für einen Nicht-Fan vielleicht ein wenig übertrieben.

Ein großes Dankeschön geht aber hier wieder an den Dumont Verlag, der beiden Bänden ein fantastisches Outfit verliehen hat und an Ursula Gräfe, deren herausragende Übersetzungsarbeit nicht mit Geld aufzuwiegen ist.

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Zauberhafte Quilt- und Patchworkideen

Constanze Derham
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Buchverlag für die Frau, 14.03.2018
ISBN 9783897985360
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch hat ein schönes Format und mir gefällt vorallem sehr gut, dass es aufgeschlagen liegen bleibt, so kann man es beim Nähen neben die Maschine legen und es blättert sich nicht weiter und man muß es auch nicht mit Nähgewichten beschweren. Es ist wirklich hübsch bebildert.

Die Bilder hier im Beitrag hat uns Constanze übrigens zur Verfügung gestellt und während ihres Umzugs mal eben schnell in ihrer Wohnung gemacht, sie sind also extra für unsere Blogbeiträge gefertigt worden. Danke Constanze dafür!!

Das Buch ist kein reines Anleitungs- und Erklärbuch, wenn sich natürlich auch viele Anleitungen zum Quilten und Patchworken darin befinden.

Es ist aufgeteilt in die Bereiche Materialien, Werkzeuge, Grundlegende Techniken und dann den Teil Quilts in dem die Muster und verschiedenen Arten zu Nähen, die verschiedenen Stile und kulturellen Besonderheiten vorgestellt werden.

Ich bin ja wirklich nicht der Quilt- oder Patchworknäher, dazu fehlt es mir an Geduld, aber hier habe ich viele Ideen und Anregungen gefunden und ein Pattern hat es mir so angetan, das werde ich definitiv nachnähen.

Aber eins nach dem Anderen.

Materialien:

Hier geht es zunächst um Stoffe, welche eigenen sich, welche nicht, welche nutzt man traditionell, welche sind nicht so verbreitet. Wichtigste Voraussetzung, sie dürfen nicht elastisch sein. Hier wird auch genau erläutert, welche Stoffe welche Vorzüge aufweisen und warum sich welche Stoffe nicht so gut eignen, das hat mir gefallen, da ich ja oft zu unkonventionellen Umsetzungen neige, kann ich hier dann nachlesen, ob meine Idee funktionieren wird, oder nicht.

Auf die Wattierung und Garne zum Nähen wir ebenfalls eingegangen, gerade bei den Garnen gibt es Informationen, die mir als Nähanfängerin noch nicht bekannt waren. Das war sehr informatiov und gut erklärt. Constanze schreibt dabei jedoch locker leicht und angenehm zu lesen, ich fühlte mich hier nicht belehrt, sondern angenehm weitergebildet, das gelingt nicht jedem Autoren.

Werkzeuge:

Hier stellt sie Rollschneider und Schneidematte vor, weist auf Lineale und Nadeln hin und gibt auch Informationen zum genutzten Nähmaschinenfüßchen. Außerdem stellt sie einige praktische Helfer vor, ohne dabei aber zu viel Schnickschnack zu empfehlen, den kein Mensch braucht. Das finde ich gut, außerdem hält sie sich hier allgemein und nutzt es nicht als Werbeplattform, auch das hat mir gefallen.

Techniken:

Hier geht es zunächst um die Vereinfachung des Zuschnitts zum Patchworken und Quilten und das war für mich sehr interessant, denn das Zuschneiden und die Notwendigkeit hier sehr exakt zu arbeiten hat mich beislang immer davon abgehalten, es mal zu probieren. Mit den Hinweisen hier traue ich mich aber vermutlich doch bald heran.

Auch das Nähen wird erläutert und Hinweise zur Vereinfachung gegeben. Selbst auf das Bügeln bezieht sie sich und dann wird natürlich das Quilten erläutert. Mir war bisher nie wirklich klar, was das überhaupt ist, daher ist die Erklärung, das Quilten die Verbindung der Vorderseite mit einer Wärmenden Zwischenlage und einer Rückseite ein Quilt ist, für mich wichtig. Erfahrene Näherinnern werden hier vielleicht denken, das weiß ich doch, aber für mich war das endlich mal eine Erklärung mit der ich etwas anfangen konnte. Sehr umfangreich und mit vielen vielen Bildern stellt sie hier dann die verschiedensten Techniken des Quiltens vor und das sind wirklich viele Möglichkeiten, die alle einen anderen Effekt oder einen anderen Nutzen haben.

Natürlich stellt sie dann auch verschiedenste Möglichkeiten zur Einfassung des Randes vor. Hier fand ich die Bilder sehr hilfreich, da ich mich bei solchen kleinen Frickelarbeiten echt schwer tue, hat mir das sehr viel erleichtert. Und hier taucht auch mein Lieblingspattern zum ersten mal auf. Die Wassermelonen. Die gefallen mir so gut, dass ich meine Scheu vor dem Patchworken überwinden werde und das auf jeden Fall probieren muß.

Die Quilts:

Hier geht es los mit dem Log Cabin Muster, etwas das mir auch vom Stricken bekannt war. Ein Log Cabin Blanket will ich eigentlich immer schon nähen. Hier bringt die Autorin dann verschiedene Beispiele, wie das Muster eingesetzt werden kann, zum einen mit einer Geknoteten Blockhausdecke, die mir wirklich gut gefällt und bei der ich nicht wissen möchte, wie viel Arbeit darin steckt. HAMMER!

Bei jedem Muster gibt es übrigens erstmal in einem kleinen Kasten die Materialübersicht. Die Angaben sind hier sehr genau und erscheinen mir passend. Es werden Materialien und Werkzeuge angegeben.

Anschließend folgt die sehr ausführliche und bebilderte Anleitung, in der man zusätzlich Tipps zur Vereinfachung oder besseren Umsetzung findet.

Die Arbeitsschritte sind alle nummeriert und die Bilder ebenfalls, so dass man genau erkennen kann, welches Bild, welchen Arbeitsschritt zeigt. Das hat mir gut gefallen und so kommt man nicht durcheinander.

Das nächste Muster ist mein Liebling, das Melonentischset. Die Melonen sind der Hammer, das sieht super aus und ein Tischset ist auch ein überschaubarer Arbeitsaufwand für einen ersten Patchworkversuch, finde ich. Mal sehen, wann ich Zeit finde, die Nachzunähen.

Dann kommen Muster aus gleichen Teilen mit Irish Chain und Zickzack, ein Kissen, das für mich extrem gut aber auch sehr aufwändig aussieht, das ist kleines Minimini-Nähen, ich bewundere jeden der da die Geduld zu hat, ich würde ausrasten.

Die Decke im Zickzackmuster ist dann schon eher wieder mein Fall, das sind große Flächen, das sieht sehr clean und modern aus und gefällt mir sehr. Sollten meine Melonentischsets mich nicht an den Rand des Patchworkwahnsinns bringen, wäre das mein zweites Projekt, als Läufer übers Bett oder zum Kuscheln auf dem Sofa.

Neben der Nähanleitung findet sich hier auch immer ein kurzer Text zur kulturellen Herkunft und Geschichte der jeweiligen Muster, das fand ich sehr spannend und interessant, wie unterschiedlich sich die Techniken entwickelt haben.

Auch die Bargello Tischsets finde ich da spannend. Hierbei geht es vorallem um die Schneidetechnik und das Ergebnis sieht toll aus.

Bei den traditionellen Blockmustern findet sich dann die Windmühlendecke, die Windmühlenmuster habe ich immer vor Augen, wenn jemand Patchwork erwähnt, das ist für mich das Urpatchwork, auch wenn das wohl nicht stimmt und nur in meinem Kopf so verknüpft ist. Die Beispiele von Constanze sind übrigens farblich zwar bunt aber nicht zu bunt, sie greift zu Mustern und Farben, die sich gut fotografieren lassen und bei denen man die einzelnen Schritte auf den Bildern gut erkennen kann.


Natürlich gehört hierzu auch das nächste Muster, nämlich eine Weihnachtssterndecke, hier wird genau beschrieben, wie man was zusammen setzen muß, um den gewünschten Weihnachtsstern zu erhalten und die fertige Decke gefällt mir ebenfalls sehr gut, aufgrund der Stoffwahl, wirkt das sehr modern und gar nicht so kitschig, wie ich diese Decken sonst von Weihnachtsmärkten und co kenne. Danke für die Anregung und den klaren Hinweis, wie viel die Stoffauswahl hier ausmachen kann.

Natürlich kann man diese Art des Patchworkens auch im kleinen Maßstab machen. Beim Kissenbezug mit dem großen Stern zeigt sie das übrigens und eigentlich kann man ja jedes Patchworkmuster auf die Größe zurecht basteln, die man gerne hätte.


Ihre Anleitungen kann man also auch Anregungen verstehen,. bzw. als Techniknachschlagewerk.So auch bei der Babydecke mit Album Blöcken. Die meisten der Muster sind ja eckig und kantig und sehr geometrisch, aber auch runde Teile können gepatchworkt werden, so zum Beispiel der Drunkards Path, ein Kissen mit runden Teilen. hier wird dann auch der Zuschnitt und die Anfertigung einer Schablone erklärt. Außerdem beschreibt sie ausführlich und auch für mich verständlich, wie man schöne Rundungen mit der Nähmaschine hinbekommt.

Neben Kissen und Decken gibt es auch eine Anleitung für hübsche Motive, die man dann auf Taschen, Kleidung oder Ähnliches applizieren kann.

Japanisches und koreanisches Patchwork sowie amish Quilten wird ebenfalls beschrieben und der wunderschöne japanische Tischläufer gefällt mir sehr gut. Er hat ein Handquilting, dass ebenfalls gut erläutert wird, mir aber deutlich zu viel Arbeit und Aufwand ist. Sieht aber sehr grandios aus.


Ihr lest heraus, ich bin wirklich begeistert und zwar nicht nur, weil ich Constanze schätze, sondern eben auch, weil ich mit Patchworken bisher wirklich nicht viel anfangen konnte und ihr Buch mir aber die Scheu genommen hat, mich damit auseinander zu setzen und mir vermittelt hat, das ist keine Hexerei, das kann ich auch, vielleicht nicht direkt beim ersten Mal komplett gerade und perfekt, aber ein paar Melonen kann ich bestimmt nähen.

Danke für den schönen Einblick in eine mir bislang fremde Technik und vorallem für so viele Informationen rund um das Patchworken, die einem mitgeliefert werden.

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Steingärten und Trockenmauern (Mein Garten)

Angela Beck
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 11.01.2018
ISBN 9783440160572
Genre: Sachbücher

Rezension:

wir haben eine Trockenmauer, welche aus welchen Gründen auch immer von einer Horde Spinnen befallen und besetzt wurde und die würde ich mir gerne zurück erobern und dem Mann ist es komplett egal, ob wir da eine Horde von Winkelspinnen direkt vor der Kellertür haben, im Gegenteil, der tut nicht nur nichts, gegen die Biester, ich glaube, der füttert die auch noch und hält sie als Haustiere.

Aus dem Grund habe ich mir Steingärten und Trockenmauern (Amazon Affiliate Link) genauer angesehen.

Nun gut, diese Mauer muß spinnen frei werden und da erhoffte ich mir Hilfe von dem im Kosmosverlag erschienen Buch zum Thema Steingärten und Trockenmauern. Denn wie ich die Spinne los werde, weiß ich. Der Hochdruckreiniger ist mein bester Freund, allerdings will ich die Ritzen ja irgendwie so kriegen und vielleicht sonst was mit der Mauer anstellen und da kommt das Buch ins Spiel.

Das Buch ist ein Kosmos Plus Buch, das heißt, man kauft nicht nur das Buch, sondern erhält über das Buch auch Zugriff auf eine App, die man kostenlos im Appstore erwerben kann. Dann kann man sich weitergehende Informationen durch die Eingabe von auf den Seiten des Buches hinterlegte Zahlencodes herunterladen. Hab ich gemacht, hat funktioniert, war sehr leicht und praktisch.

Das Buch startet mit einem bebilderten Inhaltsverzeichnis, was ich als Garten und Mauernlaie ziemlich gut fand, da ich so direkt ein Bild vor Augen hatte, was hier gemeint ist.

Das Buch ist gegliedert in die Abschnitte Inspiration, Praxis und Porträts.

Im ersten Abschnitt Inspiration geht es darum sich Ideen zu holen und Anregungen für die Gestaltung zu finden.

Im Teil "Berge" holt man sich Inspiration aus der Natur. die Berge bieten ein gutes Vorbild für Steingärten, da hätte ich mir noch ein paar mehr Bilder erhofft, die zwei Seiten waren ein bißchen wenig, wenn auch durchaus ausreichend, für einen ersten Überblick.

Bei Vielfalt Steingarten geht es um die Möglichkeiten, geht man in verschiedene Etagen, baut man auf der Ebene, gestaltet man Heidegärten oder gestaltet Uferzonen am Teich.

Dann wird Bezug auf die Tiere im Steingarten genommen, also genau mein Thema, leider eher in die Richtung, dass man die Spinnenbiester und ihre kunstvollen Netze auch noch fördert und sich über ihre Anwesenheit freut, weil sie die Schädlinge von den Pflanzen fern halten. Grundsätzlich bin ich ja ein Freund von Siedlungshilfen für Insekten, aber die Spinnenbiester haben mich gezankt. Hier finden sich aber auch Hinweise für die Förderung von Kröten und Igeln. Leider alles wirklich nur sehr kurz angerissen, da hätte es ruhig ein bißchen mehr sein dürfen.

Die Wassergärten haben mir dann wieder sehr gut gefallen, allerdings kann ich argumentieren, wie ich will, einen Teich werden wir wohl leider nicht bekommen. Da ist der Mann eisern. Leider. Allerdings bekomme ich ihn vielleicht von einem Trog oder ähnlichem mit Wasserpumpe überzeugt, mal sehen.

Im Praxisteil wurde es dann für mich interessant. Viel planen muß ich ja nicht mehr, denn unsere Trockenmauer steht ja schon und ich muß gucken, was ich aus den vorhandenen Gegebenheiten zaubere. Trotzdem habe ich hier natürlich gelesen, wie man das Ganze am Besten angeht, welche Standorte gut sind und welche Geräte ich benötige, so wie andere planungsrelevante Dinge, werden hier gut erläutert.

Auch die Wahl der Steine wird hier zum Thema gemacht, dafür ist es bei uns aber nun mal zu spät, trotzdem fand ich es interessant die verschiedenen Vorzüge von Granit, Gneis, Sandstein oder Dolomit, Muschelkalk und co zu lesen.

Richtig interessant wurde es dann beim Thema Bepflanzung des Steingartens, hier habe ich mir viele Tipps rausgenommen, wie plfanze ich auf Stein, was sind Polsterpflanzen, welche Mauerblümchen packe ich wo hin.

Auch wie man eine Trockenmauer baut, wird hier erläutert, das fand ich gut erklärt und genau so haben wir das auch gemacht. Hier fand ich dann auch Anhaltspunkte, was ich mit den Fugen und Ritzen anstellen kann und auch das Thema Pflege der Pflanzen im Steingarten wurde hier sehr ausführlich angesprochen.

Schön fand ich hier den zeitlich gegliederten Abschnitt, so dass ich genau nachlesen kann, wann ich was zu tun habe. Sowas mag ich.

Beim Thema Krankheiten und Schädlinge war ich dann wieder ganz Ohr, dummerweise erkennt offenbar niemand die Gefährlichkeit von einer Armee Spinnen vor der Kellertür in der Trockenmauer, denn diese werden nur als Nützlinge erwähnt.

In einem kurzen Abschnitt, der auf Kinder ausgerichtet ist, wird dann erläutert wie man eine kleinen Steingarten in einer Pflanzschale anlegt, das war nett gemacht und werde ich sicherlich mit den Neffen und der Nichte nachbasteln, wenn sie etwas älter sind.

Im letzten Abschnitt "Porträts" finden sich die Pflanzen, die sich für Steingarten und Trockenmauer eignen. Kurz vorgestellt und erläutert, mit den wichtigesten Infos, das fand ich gut, so konnte ich mir überlegen, womit ich die Spinnenhöhlen demnächste bepflanze, in der Hoffnung, dass die Biester umziehen.

In einem ausführlichen Register findet man alle Schlagwörter wieder.

Ich war vom Buch und der App (die sehr gut funktioniert) recht angetan, zwar konnte man mir mit meinem Spinneproblem nicht helfen, aber die Trockenmauer wird jetzt erstmal aufgehübscht und vielleicht siedeln die 8beinigen Biester dann von alleine in düstere Gefilde.

Von mir ein klarer Daumen nach oben für alle, die ihrem Steingarten etwas mehr Pflanze verleihen wollen und nicht so recht wissen, wie das geht, ist das hier auf jeden Fall das richtige Buch.

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Frauen und Macht

Mary Beard , Ursula Blank-Sangmeister
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 08.03.2018
ISBN 9783103973990
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nun, bis vor wenigen Woche lebte ich aufgrund meiner Erfahrungen, meines Lebens und der Erziehung meiner Eltern und der Reaktionen meiner Umwelt in der trügerischen Sicherheit, dass mein Geschlecht eigentlich nie eine Rolle spielt und dass ich sein kann, was ich will, werden kann was ich will und machen kann was ich will.

Kein Ziel zu hoch, kein Weg zu weit.

Ich habe in meinem bisher 36jährigem Leben nie erlebt, dass mein Geschlecht mich begrenzt, dass ich (abgesehen vom "im Stehen pinkeln") etwas nicht tun könnte, was ein Mann tun kann.

Ich bin als kleines Mädchen BMX gefahren, hatte ein eigenes GoKart, meine beiden älteren Brüder haben mich mitgeschleift zum Fußball und Boxen. Ich bin geritten, wie der Wind und zwar nicht nur die Mädchenreiterei mit Schleifchen in Ponyhaare flechten, sondern richtig geritten, mit Rennen über Stoppelfelder, runterfallen aufstehen, weiter reiten.

Als junge Frau habe ich natürlich all die unschönen Erfahrungen gemacht, die zum Frau werden auch in unserer heutigen Gesellschaft noch dazu gehören, von unpassenden Bemerkungen älterer Männer bis zu tatsächlicher sexueller Gewalt war da alles dabei, das habe ich aber tatsächlich immer auf mich persönlich bezogen und bin überraschend gut damit klar gekommen, nie habe ich dies als generelles Problem aller Frauen und tatsächliches Problem der Gesellschaft angesehen. Es war meine Geschichte, nicht die aller Frauen. Ich hatte einfach Pech, falsche Männer, falsche Momente, falscher Ort. Zumindest war das bisher meine Erklärung dafür. 

Dann ergriff ich einen Beruf, der damals in den 90ern tatsächlich immer noch recht männlich dominiert war und in den nur langsam Frauen strömten. Jetzt sind wir zumindest in den Großstädten gut auf 50/50 aufgeteilt und ich war recht stolz darauf, dass ich meinen Weg gegangen bin, obwohl ich kleiner und leichter als 99% meiner Kollegen bin und das obwohl Kraft, Gewalt und Körperlichkeit in meinem Beruf durchaus eine Rolle spielt. Nie bin ich an Grenzen gestoßen, die mir durch mein Geschlecht gesetzt worden wären. Im Gegenteil, Frauenförderung und Frauenquote spielen bei uns eine große Rolle und ich fand es tatsächlich nie sonderlich gut, aus diesen Gründen gefördert zu werden, da es mir nicht nötig erschien. Ich wollte anerkannt sein, ich wollte auf meinem Posten sitzen, weil ich ihn ausfüllen kann und nicht weil ich Brüste habe und man gerade wen braucht, der mit den Dingern austestattet ist und nett lächelt. Daher war bis vor wenigen Monaten Feminismus für mich wirklich kein Thema, das mich in irgendeiner Form angesprochen oder beschäftigt hätte.

Nun ist es aber so, dass ich mich mit den Zielen, die ich bisher sehr gut erreicht habe, nicht zufrieden geben möchte, ich möchte etwas weiter gehen, etwas mehr bewegen, etwas mehr erreichen und plötzlich tauchen da Sprüche und Gespräche auf, die ich bisher nicht wahrgenommen habe, die ich nicht führen mußte. Aufeinmal ist mein Geschlecht doch ein Thema und es scheint wichtig zu sein, wie ich meine Familie organisieren möchte, wenn ich weiter voran gehe, oder ob ich mental den Belastungen gewachsen bin. Kollegen fragen, warum ich mir den Streß antun möchte, ich könnte doch auch Teilzeit arbeiten und vom Gehalt meines Mannes gut leben. Auch meine gewünschte Kinderlosigkeit spielt plötzlich wieder eine Rolle, hatte ich doch gehofft, dass sich die Gespräche, über die Gebärfunktion der Frau und meiner tickenden inneren Uhr bei Erreichen eines gewissen Alters erledigt haben würden. Aber Fehlanzeige... da sind sie wieder.

Diese Erfahrungen in den letzten Wochen haben mich anfangs nur leicht irritiert, irgendwann dann massiv geärgert und mittlerweile gehen sie mir wirklich auf den Wecker. Ich begreife sie nicht, weil ich dies bis vor Kurzem eben nie in der Form wahr genommen habe. Es scheint also so zu sein, dass Frauen mittlerweile durchaus auch in Männerberufen arbeiten dürfen, dass sie Führungsaufgaben übernehmen dürfen, dass es aber offenbar immer noch nicht gänzlich normal ist, wenn sie wirkliche Positionen mit einer gewissen Macht anstreben. Selbst Männer, die ich für sehr aufgeklärt, aufgeschlossen und tatsächlich sogar feministischer als mich halte, haben mir ihre Bedenken dargelegt, nicht im Zweifel an meinen Fähigkeiten, sondern im Zweifel, ob ich mich diesem Druck wirklich aussetzen sollte, der auf mir als Frau in einer solchen Position anders lasten würde.

Ein gutes Beispiel fand da vor Kurzem statt, Dr. Lesmeister, leitet seit kurzem den Bereich Polizei im Innenministerium in NRW. Sie war vor ihrem Jurastudium Polizeibeamtin und hat eine durchaus eindrucksvolle Vita, ich gestehe, ich hätte sie auch als Innenministerin durchaus gut gefunden. Nun hat sie einige nicht ganz unumstrittene Entscheidungen getroffen und in der öffentlichen Diskussion der sozialen Medien fand man dazu leider wenig Sachliches. Anstatt auf der Sachebene zu diskutieren wurde ihr die Fähigkeit und Eignung, sowie das Fachwissen für ihren Job abgesprochen, dabei spricht und entscheidet sie über Dinge, die sie eben aus ihrem eigenen Leben und ihrem Erfahrungsschatz sehr gut kennt, es reichte jedoch, folgte man so manchem Kommentar im Internet, einfach nur blond, weiblich, jung und gutaussehend zu sein, um jegliche Fachkenntnis abgesprochen zu bekommen. Ehrlich, ich fand diese Diskussionen ermüdend und furchtbar rückständig. Wie sich da mancher Mann aufspielte, war schlicht lächerlich.

Diese Diskussionen, meine eigenen Erfahrungen und eben meine nun etwas wacheren Augen auf die Geschehnisse mit Frauen in Machtpositionen um mich herum, haben in mir aber den Wunsch ausgelöst, diese Mechanismen und Überlegungen zu verstehen und zu begreifen und mein Stapel ungelesener Bücher wuchs um feministische Literatur deutlich an.

Das erste Buch, dieser Art, das ich nun gelesen habe war "Frauen & Macht" von Mary Beard. (Amazon-Affiliate-Link)

Das Buch gibt zwei Ihrer Vorträge wieder, den Sie ( Historikerin und Professorin in Cambridge ) 2014 bzw. 2017 gehalten hat. Sie nimmt dabei Bezug auf damals aktuelle politische Ereignisse, zieht Beispiele heran und belegt an historischen Details, wie das Frauenbild der Antike unser heutiges Dasein immer noch beeinflußt. Auf den ersten Seiten war ich ein wenig gelangweilt und wollte eher nicht lesen, wie sie Beispiele aus Homers Odyssee hervorkramt und mit heutigen Frauen vergleicht, das erschien mir zu theoretisch, zu konstruiert. Dennoch habe ich mich auf ihre Wort eingelassen und mußte nach wenigen Seiten feststellen, die Frau hat leider Recht. Sie bringt Beispiel, die aufzeigen, dass wir Frauen natürlich viel erreicht haben in der Gesellschaft, dass wir Stimmen haben, die gehört werden, dass es aber leider immer noch so ist, dass Männer in Anzügen und mit kahlen Schädeln die Entscheidungen treffen, ist uns allen gerade erst wieder in Erinnerung gerufen worden, als Herr Seehofer sein ausschließlich männliches Team des Innenministeriums der BRD vorstellte.

Beard ist dabei witzig, ein wenig fordernd und argumentiert aus meiner Sicht sehr klug und überlegt.

Eine wunderbare Karikatur, die sie in ihrem Buch erwähnt, aus den 90ern ist unterschrieben mit den Worten:

"Das ist ein hervorragender Vorschlag, Miss Triggs.

Vielleicht möchte einer der Herren hier in vorbringen?"

Leicht belustigt hatte ich diese Karikatur am Abend gelesen und mich zufrieden in die Kissen gekuschelt, fest davon überzeugt, dass eine solche Besprechung heute nicht mehr möglich sei und ich auch noch nie erlebt habe. Am nächsten Morgen saß ich in einer Besprechung und eine meiner Kolleginnen machte eine sehr kluge und überlegte Anmerkung, allerdings leider sehr leise, so dass sie in die allgemeine Diskussion nicht aufgenommen wurde. Keine zwei Minuten später wiederholte der neben ihr sitzende Kollege ihre Worte, sogar mit dem Hinweis "XY hat gerade gesagt..." und nicht wirklich lauter und es war verblüffend zu sehen, dass er sofort wahrgenommen wurde. Nun mag mir dies nur so aufgefallen sein, weil ich eben am Vorabend Mary Beard gelesen hatte, ich begann jedoch mich zu fragen, wie viele dieser Situationen in meinem bisherigen Leben mir schon entgangen waren, weil ich sie nicht beachtet oder anders gedeutet hatte. Ab diesem Moment begann ich "Frauen & Macht" unter einem noch anderen Gesichtspunkt zu lesen, nämlich meiner eigenen Erinnerung.

Der Text des Buches ist wirklich nicht lang, kurzweilig, interessant und inhaltsreich. Beard beschränkt sich aufs Wesentliche, stellt Vergleiche an, zieht Beispiele in ihre aktuellen Überlegungen mit ein und macht das Problem von "Frauen & Macht" verständlich.

Sie plädiert für eine neue Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft, die Abkehr von antiken Verhaltensweisen und eine weltoffenere Sicht, alles Dinge, die auch mich erfreuen würden.

Auch ihr Einwand, dass so manche Frau nur mit Macht ausgestattet wird, um ihr Scheitern zu beobachten und dieses dann erneut zu instrumentalisieren, fand ich äußerst spannend und bei genauer Überlegung finde ich auch darfür Beispiele in meinem Umfeld.

Beard zeigt auf, dass es selbst in der heutigen Zeit immer noch nötig ist, sich als mächtige Frau der Männerwelt anzupassen, sie bringt hier Clinton und Merkel als Beispiel, wie sie in sehr männlicher Geste sich mit Hosenanzügen bekleidet begrüßen und Beard hat auch hier Recht, könnte auch nur eine von uns sich vorstellen, wie die Szene wirken würde, stünden dort nicht Merkel und Clinton, sondern zwei sehr weiblich gekleidete Frauen, die ihre Reize nicht in Hosenanzügen verstecken, sondern betonen? Natürlich wäre klar, was die Presse schreiben würde, die Sachebene wäre sofort verlassen und die Optik ein Thema. Ach ich könnte noch so viel dazu schreiben, mir so viele Gedanken dazu machen, wie sehr mich diese Rollenbilder und Vorgaben unserer Gesellschaft traurig und müde stimmen, aber ich will zum Ende kommen und dieses Büchlein einfach jedem (durchaus auch Männern oder gerade diesen) ans Herz legen, die glauben, es sei doch alles fein, wir hätten Wahlrecht und Frauenquoten und alles ist auf einem guten Weg.... ist es nicht. Wir haben einen langen zu Weg zu gehen und auf unseren Highheels kann der ganz schön beschwerlich werden. 

Ich persönlich bin übrigens zu meinem Auswahlgespräch sehr bewußt im Rock erschienen.... ohne Mary Beards Buch wäre ich vermutlich wie alle anderen meiner Mitbewerberinnen im blaugrauschwarzen Hosenanzug aufgelaufen. Ob es was nutzt oder geschadet hat? Noch weiß ich das nicht... wir werden es sehen.

Mein Interesse am Feminismus ist auf jeden Fall erstmal geweckt und ihr werdet hier in Zukunft weitere Rezensionen dieser Art lesen.

Gerne dürft ihr mir auch Bücher dieser Art empfehlen, ich fühle mich gerade wie ein Schwamm, der aufsaugt, was ihm vorgesetzt wird und filtert, was für ihn wichtig und relevant ist.

Beards Buch war es und hübsch ist es noch dazu, um mal eine gänzlich weibliche Beurteilung loszuwerden.

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CraSy Mosaik – Socken

Sylvie Rasch
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Christophorus Verlag, 01.02.2018
ISBN 9783841065193
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit einiger Zeit ist nun auch das Sockenbuch von CraSy Sylvie erschienen im Christophorus Verlag auf dem Markt und natürlich habe ich auch hier einen Blick rein geworfen. Zusätzlich zu meinen üblichen Strickstücken habe ich ja immer auch ein paar Socken auf den Nadeln. In Deutschland kostet das Buch 12,99 €uro.

Im neuen Buch geht es also explizit um Mosaiksocken und auch darum, wie man diese mit dem Addi CraSyTrio (Amazon Affiliate Link) am Besten strickt. Dieses 3er Nadelspiel mit den flexiblen Nadeln nutze ich selbst ja auch seit erscheinen und bin immer noch sehr angetan, da ich das wesentlich besser und angenehmer zu stricken finde, als ein starres Nadelspiel und tatsächlich auch besser als das Sockenwunder. Wer natürlich mit dem Nadelspiel keine Probleme hat, der braucht auch kein CraSyTrio, wer aber damit noch nie so recht zufrieden war, der sollte sich die Nadeln auf jeden Fall mal ansehen. Mein Strickergebnis ist damit sehr viel regelmäßiger und besser, als mit einem Nadelspiel.

Im Buch findet ihr einen aus meiner Sicht sehr gut bebilderten Kurs, wie die CraSyTrio anzuwenden sind. Das ist wirklich gut erklärt und leicht verständlich. wer sich noch nie an Socken herangetraut hat, kann hier definitiv die Scheu verlieren und sich an den Bildern gut entlang hangeln.

Zusätzlich zum bebilderten Kurs findet ihr 18 Sockenmuster im Mosaikstil im Buch. das finde ich im Vergleich zum Preis relativ viel, wenn man sich überlegt, dass man für einzelne Sockenmuster im Moment bei Ravelry teilweise 3-4 Euro hinlegt.

Die 18 Muster haben jeweils eine Doppelseite für sich, auf einer Seite findet sich ein großes Foto, auf dem man das Muster wirklich gut erkennen kann, auf der anderen Seite findet ihr dann die Anleitung und Beschreibung.

Grundsätzlich ist das Buch wie ein Baukasten aufgebaut, aus dem ihr euch eure Sockenteile zusammensuchen könnt und so findet jeder, die für ihn perfekt passende Variante zum Stricken seiner Mosaiksocken.

Es werden jeweils 3 Varianten für Bündchenmuster, Fersen und Sockenspitzen vorgestellt, die man alle miteinander kombinieren kann und die gut erklärt sind. Hier hätte ich mir das ein oder andere Foto mehr gewünscht, da das ja elementare Dinge des Sockenstrickens sind und ich hier gerne genauer die Unterschiede der Varianten auch schon auf einem Foto erkannt hätte.

In einem kleinen Exkurs wird außerdem der Unterschied zwischen glattrechten und krausrechten Mosaikmustern erläutert. Ich persönlich hab keine Probleme mit linken Maschen und fand das daher nicht ganz so wichtig, für Leute, die eine linke Maschenphobie haben ist es aber bestimmt gut zu wissen, dass die Muster auch in der glattrechts gestrickten Runde funktionieren.

Gefallen hat mir auch, dass sie sich nicht auf das Mosaikmuster am Schaft beschränkt, sondern auch Angebote macht, wie man das Muster am Fuß fortführen kann oder hier kleine Punkte einstrickt, etc. Das fand ich toll. Bei jeder Anleitung ist genau angegeben welche Variante in welcher Kombination von Bündchen, Ferse, Spitze und Fußmuster hier gezeigt wird, das fand ich sehr hilfreich, so kann man exakt nachstricken oder eben das abwandeln, was einem anders besser gefällt. Durch die unterschiedlichen Farbgebungen bekommt man auch eine gute Idee, wie was am Besten wirkt und was einem selbst gut gefällt.

Meine Lieblingssockenvariante ist natürlich die mit der Katze, die Knitty Kitty Socken werde ich auf jeden Fall nachstricken, da freut sich auch Frau Katze schon drauf. Frau Feierabend sagt in ihrer Rezension, dass sie die figürlichen Muster nicht so stark fand, wie die Geometrischen. Ich seh das etwas anders, mir gefallen auch die Dinosocken gut und der kleine Ägypter ist auch gut zu erkennen, finde ich. Bei Mosaik muß man einen Schritt vom Muster weggehen, dann erkennt man es viel besser. Die Entfernung erweitert da irgendwie den Blick, ist mein Eindruck.

Und jetzt husch husch… Mosaiksockenstricken!

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Und wie soll man das essen?

Ashley Blom , Susanne Philippi , Sabine Albrecht-Kriews , Lucy Engelmann
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 19.02.2018
ISBN 9783832199340
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich stehe ja total auf Benimmbücher und Foodliteratur, hier haben wir also eine Kombination aus beidem.

Ashley Blom vom Blog ForkingUp.com hat sich unsere ausgefalleneren Lebensmittel vorgeknöpft und kleine Tutorials geschrieben, wie man sie zubereitet und ißt.

"Und wie soll man das essen?" ist im Dumont Buchverlag erschienen.

Das fängt an mit "Hummer essen", "Kumquats essen" über "Wachteln essen" hin zu "Ein Weinglas halten" bis man bei "Essen zurückgehen lassen" endet. Ihre Beschreibungen sind simple und einfach gehalten, gut struktuiert und leicht verständlich. Wer nach der Lektüre noch nicht, weiß, wie man eine Avocado richtig schneidet oder ein Hühnchen sinnvoll tranchiert, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die Illustrationen sind dabei zwar hilfreich, ich fand die Texte aber wesentlich gelungener und oft auch recht witzig. Das war unterhaltsame Lektüre mit Mehrwert. Na klar, wer bereits von Mama erklärt bekommen hat, wie das mit dem Hummerknacken geht oder noch nie ein Problem darin sah, wie er diese Kumquat denn nun am Besten ißt, weil er immer alles ganz in den Mund steckt, der braucht dieses Buch nicht, wer sich aber gerne mit den Dingen, die er ißt auseinandersetzt, sie begreifen möchte und bei dem es Zuhause vielleicht eher nicht die exotischen Früchte zu Essen gab, wie wir sie heute aus dem Supermarkt kennen, der hat hier ganz sicher seine Freude dran.

Neben den Hinweisen zum richtigen Essen, findet sich auch eine Menge sinnvolles Nebenbeiwissen im Buch, sei es, wie man den Reifegrad einer Frucht feststellt, wie man Käse am Besten verkostet, wie man eine Kokosnuss am Besten öffnet und vieles mehr.

Manches wurde mir ein bißchen zu allgemein abgehandelt, der Punkt "Insekten essen" hätte durchaus in Würmer und Käfer/etc. aufgeteilt werden können und nicht ganz so allgemein abgehandelt werden können. Andererseits ist das auch etwas, was man wohl eher selten ißt.

Etwas irritierend fand ich den Punkt "Einen Schweinekopf essen", keine Ahnung wo man das macht und ob ich das je tun werde, aber hier fand ich die Beschreibung eher weniger gelungen. Sehr gut war dann hingegen wieder der kleine Exkurs zum Thema Nüsse knacken.

Ihr seht, das Buch ist wirklich vielfältig und abwechslungsreich. Für Foodlover ein nettes Mitbringsel und bei mir lag es eine ganze Zeit auf dem Sofatisch und wurde eigentlich ständig von irgendewem zur Hand genommen und so entstanden tolle Gespräche.

Gute Unterhaltung!

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