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alkohol, amerikanischer traum, alkoholsucht, große depression, amerika

Wolfsmilch

William Kennedy
Flexibler Einband: 254 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 01.07.1996
ISBN 9783499124839
Genre: Klassiker

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Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe

Uwe Kopf
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Tempo, 11.04.2017
ISBN 9783455000573
Genre: Romane

Rezension:

Uwe Kopf ist für viele angehende Autoren und überhaupt sehr viele Autoren ein Mentor gewesen. Er hatte radikale (und meiner Meinung nach auch richtige) Ansichten über Sprache und wie man sie benutzen sollte, und dies auch immer wieder unnachgiebig vertreten. Uwe Kopf war vor allen Dingen nicht korrumpierbar. Er hat jeden Fake, jede Pose und jeden Anflug von Falschheit in einem Text sofort gewittert. Legendär seine Schreibregeln für TEMPO, die ja auch viral gegangen sind. Uwe vertrat die absolut reine Lehre. 


Zweihundert Mal am Tag denke ein Mann an Sex, sagt Tom, Protagonist in Uwes Roman, und Bruder von Sören. Öfter denke er aber an den Tod. Das Buch durchzieht eine Traurigkeit, die nie so offenbar wird, dass sie in Kitsch abdriftet. Es ist aber auch kein schönes, heroisches Scheitern, das ist alles viel zu einfach gedacht. Eine leise, bestimmte Melancholie liegt dem Text zugrunde, er nimmt immer alle handelnden Personen ernst, stellt sein Personal nie aus, lässt ihnen nicht nur die Würde, sondern auch ihr kleines Glück, und sei es nur Mini-Golf. Das Ende geht ans Herz, aber doch wieder anders, als man denkt, als man erwartet. 


Vieles an und in diesem Roman ist sicher autobiographisch, aber das kann und will ich nicht beurteilen. Es ist die Geschichte zweier Brüder, wie sie jeder auf verschiedene Weise dem Leben entgegentreten, und es ist auch ein wenig die Geschichte der alten Bundesrepublik, die immer im Hintergrund ist und miterzählt wird, aber nie wird es aufdringlich oder verkommt zum Lokalkolorit. 


Ich werde jetzt ein Jever öffnen und auf Uwe anstoßen. Leider wird er uns keinen zweiten Roman schenken können. Viele vermissen ihn. 

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Fearon

James Hanley , Joachim Kalka , Anthony Burgess
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Arco, 22.09.2014
ISBN 9783938375600
Genre: Romane

Rezension:

Fearon ist ein Junge mit, nach heutigem Maßstab, bescheidenen Träumen. Er will das Abitur machen und Drogist werden. Im Liverpool der 1930er ist das aber ein fast schon unerreichbares Ziel, besonders wenn es der Vater einem aus dem Leib prügelt. Fearon muss also auch auf die Werft, in den Docks arbeiten, in der Dunkelheit, wo es Ratten gibt. Er entschließt sich zur Flucht auf einem Kohledampfer, das Ziel bleibt diffus, Hauptsache weg, Hauptsache nicht dieses Leben. 


Was folgt ist eine Odysee, ein Niedergang, durch die Abgründe des menschlichen Seins. Was Fearon auf dem Schiff und in den Häfen erlebt, ist mit einer so subtilen Nachdrücklichkeit beschrieben, mit einer Beiläufigkeit, welche die Grausamkeit nur noch betont, dass es mir mehrmals eiskalt den Rücken heruntergelaufen ist. Damals war das Buch ein Skandal, es hat heftige Diskussionen ausgelöst und Hanley musste sich aufgrund dessen verteidigen. Das Buch gilt heute zu Recht als moderner Klassiker. Großes Lob auch an de Übersetzer, der diesen Text in ein knappes, prägnantes Deutsch übertragen hat - ich habe das Buch nicht zu letzt aufgrund der flüssigen Sprache sehr gerne gelesen. 








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Boy

James Hanley
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Oneworld Classics Ltd, 06.07.2011
ISBN 1847490069
Genre: Klassiker

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the man booker prize, booker prize, literaturpreis 1994, kleinganove, polizei

Spät war es, so spät

James Kelman , Silvia Morawetz
Fester Einband: 418 Seiten
Erschienen bei Liebeskind, 01.03.2004
ISBN 9783935890212
Genre: Romane

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krimi

Der Killer stirbt

James Sallis , Jürgen Bürger , Kathrin Bielfeldt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Liebeskind, 11.04.2011
ISBN 9783935890786
Genre: Krimi und Thriller

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roman

Freitags im Enrico's

Don Carpenter
E-Buch Text: 465 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 08.04.2017
ISBN 9783608100860
Genre: Romane

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[Drive]Drive BY Sallis, James(Author)Paperback

James Sallis
Flexibler Einband
Erschienen bei Mariner Books, 23.08.2011
ISBN B006DUW7L6
Genre: Sonstiges

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Diese verdammte Hand

Octave Mirbeau , Eva Scharenberg , Pierre Michel
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Weidle, 01.03.2017
ISBN 9783938803844
Genre: Klassiker

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yasar kemal, türkei

Memed mein Falke

Yasar Kemal , Horst W Brands
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 09.03.2015
ISBN 9783293206847
Genre: Romane

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drogen, bahamas, verbrechen, gewalt, verbrecher

Kuhls Kosmos

Thor Kunkel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei PULP MASTER, 01.08.2008
ISBN 9783927734418
Genre: Romane

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Dalva

Jim Harrison
Flexibler Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404920327
Genre: Historische Romane

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bookcrossers, buch

Heidengeld

Elmore Leonard
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Goldmann
ISBN 9783442450534
Genre: Krimi und Thriller

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Lilli Berlin

Ulf Miehe
Flexibler Einband
Erschienen bei Piper, 01.12.1994
ISBN 9783492155465
Genre: Krimi und Thriller

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sucht

Das verlorene Wochenende

Charles Jackson , Bettina Abarbanell , Rainer Moritz
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dörlemann, 13.08.2014
ISBN 9783038200079
Genre: Romane

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Verlorene

Cormac McCarthy
Fester Einband: 654 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, Reinbek, 01.11.1995
ISBN 9783498043193
Genre: Romane

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walker percy amerikanische literatur, klassiker, peter-handke-als-übersetzer

Der Idiot des Südens

Walker Percy , Peter Handke
Flexibler Einband: 465 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 26.07.2004
ISBN 9783518456286
Genre: Romane

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Morgen sollst du hängen, Joe

Elmer Kelton
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.09.1982
ISBN 9783453203839
Genre: Sonstiges

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Der Morgen nach dem großen Feuer

Maeve Brennan , Hans-Christian Oeser , Hans Ch Oeser
Buch: 156 Seiten
Erschienen bei Steidl, 02.02.2009
ISBN 9783865218803
Genre: Romane

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Über uns der Schaum

Hendrik Otremba
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Verbrecher, 13.03.2017
ISBN 9783957322340
Genre: Romane

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islam, rassismus, hass, selimözdogan, moslems

Der anatolische Panther

André Pilz
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783709978610
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe dem Autoren noch eine Chance gegeben, aber mich überkam beim Lesen dieses Buches leider nur mehr Fremdscham. Die Figuren besitzen alle völlig behämmerte, unpassende Namen (Doogie, Sugo-Joe) sie sprechen so, wie sich Leute, die von Straßensprache und Jargon keine Ahnung haben, sich das eben so vorstellen. Dann diese ständigen Reflektionen des Erzählers, die mich als Leser vollkommen raushauen, moralinsauer und gutbürgerlich, absolut unrealistisch in diesem Sujet, man spürt und hört die Anwesenheit des Autoren immer zu 100% - da steckt überall Botschaft drin, der erhobene Zeigefinger, grausam. Ich möchte als Leser ernst genommen werden, ich bin mündig und kann selbst entscheiden. Zeig mir lieber eine echte Figur, die nicht nur Behauptung im Text aufstellt, die echt handelt und echt spricht, und die kein Pappkamerad, kein Stichwortgeber für den Autoren ist, aber da reicht das Handwerk von Andre Pilz einfach nicht für aus. Er erklärt umständlich, überhaupt wird zu viel erklärt und fast nichts gezeigt, ein Grundprinzip der Literatur; show, don' tell. Es ist, als würde der Autor seinen Figuren selbst nicht vertrauen, als würde er sie selbst nicht richtig verstehen. Richtig schlimm, wie die Figuren sprechen, das wirkt alles inszeniert, nichts klingt echt, alles aufgesetzt, es ist too much, zu cool, kläglich, auf den Effekt bedacht, alles soll krass sein, und das wirkt auf mich leider einfach nur unfreiwillig komisch. Schablonen, mehr nicht. 


Über den Plot, der an den Haaren herbeigezogen und von auffällig vielen Zufälligkeit angetrieben wird, verliere ich hier mal kein weiteres Wort, auch weil ich nicht spoilern möchte. Ich kann nur sagen: Bei all den harten Buben, die vornehmlich krass und abgefuckt sind, menschelt es nach dem guten und gerechtfertigten Morden allzu sehr. 


Andre Pilz hat hier einen Roman geschrieben, der im Feuilleton sicher gut ankommen wird, weil er eben nur anscheinend etwas verhandelt, das irgendwie sozial relevant ist; schnell verdaut, schnell vergessen, Gewissen befriedigt. Da kann der Autor noch so sehr auf Underdog und Rebell machen, im Grunde ist er Mutters Liebling, "'n netter Jung", und das merkt man dem Text leider auch an. Der Text wird nie giftig, er provoziert nie, er stellt nie Fragen, er verlangt nie Antworten, ist nie kontrovers, traut sich nichts. Er kommt zwar scheinbar laut daher, mit der Vorgabe, jetzt besonders krass (damit wirbt ja auch der Verlag)  und besonders authentisch sein zu wollen, aber das ist halt nur ein Effekt, und das Schlimmste ist dann eben, wenn dieser Effekt null funktioniert, wenn man die Konstruktion dahinter erkennt. Dann bleibt nicht viel übrig, und alles löst sich in Rauch auf.  

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Bevor es hell wird

Jens Eisel
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492057684
Genre: Romane

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ich-form, porträt, 50er jahre, ich-erzähler, grennwich village

Joe Goulds Geheimnis

Joseph Mitchell
Fester Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
ISBN 9783462028898
Genre: Biografien

Rezension:

Mitchell eine Geschichte zweier Männer - die von Joe Gould und die von sich selbst. 

Menschen wie Gould sind in der heutigen Zeit rar geworden. Sie werden in geschlossene Abteilungen gesteckt und mit Medikamenten vollgepumpt. Über ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen möchten die meisten nichts wissen. Dieses Buch ist eine Zusammenfassung zweier Porträts, die Mitchell im New Yorker über Gould geschrieben hatte. Sie ergänzen sich, sind nicht redundant, sondern runden das Gesamtbild ab. Mitchell hat hier natürlich mehr als ein Porträt über einen Nomaden oder einen auf der Straße lebenden Exzentriker geschrieben. Er macht es sich nie einfach, bleibt immer auf Distanz, orientiert sich an Fakten (was zunehmend schwieriger wird) und verfasst alles in kühler, sachlicher Sprache. Mitchell lernt Gould als eine Art Gescheiterten kennen - einem Menschen, der sich trotz bester Voraussetzungen - wohlhabendes Elternhaus, Studium in Harvard, nie auf die Verheißungen der modernen Gesellschaft eingelassen hat. Gould lebt auf den Straßen, schnorrt sich durch, gehört nirgends dazu, ist sein eigener König, kommuniziert lieber mit Tauben als mit Menschen. Angeblich arbeitet er seit Jahren an seiner "Oral History", einer Art Enzyklopädie der Zeit. Dieser Text, "länger als die Bibel", soll bereits über mehr als zwanzigtausend Seiten verfügen, eine Melange aus Notizen, mitgehörten Gesprächen und eigenen Verschriftlichungen Goulds. Mitchell kann das alles sehr gut einsortieren, er recherchiert, berichtet über die teilweise enervierenden Gespräche mit Gould, der auch immer mehr zu einem Fixpunkt in Mitchells Leben wird, und über die zwei Gesichter - das eine einfühlsam und mitteilsam, sanftmütig und belesen, das andere krass, drastisch, exaltiert und wütend. Mitchell ist involviert, es sind intime Szenen, die er schildert, wenn Gould über Familie, insbesondere seinen Vater und seine Jugend spricht, aber er begeht nie den Fehler, fasziniert zu sein. Es wird nie anrührend, nie emotional, er erliegt auch nie der Verführung, den Leser irgendwie manipulieren zu wollen, was bei einer Figur wie Gould sicherlich sehr einfach gewesen wäre. Er bleibt immer Journalist, der sich auf der Suche nach Wahrheiten befindet, der ergründet und hinterfragt und sich auch im richtigen Moment zurückziehen kann. Was bleibt von Gould übrig, ist er ein vergessenes Genie, ist er ein Scharlatan, ein Hochstapler? Und ist das noch wichtig?


Im Laufe des Buchs wird die Auseinandersetzung mit Gould und seiner Oral History vertrackter, zäher, langsamer, und es wird auch immer mehr zu einer Auseinandersetzung zwischen Autor und der Person Gould, was alledem zugrunde liegt - das wird nie in aller Deutlichkeit ausgesprochen, aber der Leser spürt förmlich, wie es in Mitchell arbeitet, wie er um eine eigene Position ringt. Was im letzten Drittel des Buches dann folgt, ist an leiser Tragik, meisterhaft, neutral, knapp beschrieben, kaum mehr zu überbieten. 


Ein Buch, das für mich mehr Fragen als Antworten liefert. Heute werden Charaktere wie Gould in einer überhöhten, romantischen Folklore besungen und dargestellt, weil sie eben nicht mehr in unserer Selbstverständlichkeit, in unserer Realität vorkommen, das kann schnell zum Kitsch ausarten. Mitchell hatte es allerdings mit einer Echtheit, einer Leibhaftigkeit zu tun, mit den alten Fragen nach den Grenzen von Fiktion und Fakt - er hat stellvertretend auch eine Geschichte über nicht erzählte Geschichten geschrieben, über die Lebensgeschichten der Vergessenen nämlich, die sich weder dem Zwang zum sozialen Aufstieg verschworen noch als Konsument in einer bunten, allumfänglichen Warenwelt taugen. 


 

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Man Down: Roman

André Pilz
E-Buch Text: 276 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 07.01.2013
ISBN 9783709975435
Genre: Romane

Rezension:

Andre Pilz möchte gerne Geschichten von denen "da unten" schreiben. Ich frage mich sogleich: Wo steht denn dann Pilz eigentlich? Oben? Sieht er auf die da unten herab? Was kann bei einer solchen Erzählposition herauskommen? Clemens Meyer vertraue ich in seiner Sprache und seiner Kenntnis, realistisch und authentisch, und wenn es auch konstruiert ist, solche Geschichten zu schreiben. Bei Andre Pilz habe ich das Gefühl, nach drei Sätzen will er mir schon beweisen, dass auch er ein harter Junge ist, dass er sich auskennt bei den bad boys, weiß wie der Hase läuft. Er will unbedingt hart schreiben und hart klingen, und er stellt das auch ostentativ heraus, glaubt auch selbst tatsächlich, er werde von der deutschen Presse zensiert ... (?).  Und dann zieht sich aber ein Faden durch dieses Buch, das seinem selbstauferlegten Image konträr entgegenläuft, da sind alle vorgeblich bösen Jungs irgendwie doch ganz gute Jungs, goldenes Herz, so vom System gefickt, und auch ein wenig Opfer vom Schicksal, und da verlässt Herr Pilz den Abgrund, aber warum? Lieber mal ein wenig im Abgrund verweilen, zusehen und verstehen. So bleibt das alles bei einer Versuchsanordnung, einer Farce, es ist eine Pose, die keine Tiefe hat, deren Charaktere Abziehbildchen bleiben. Die Sprache hat keinen Zug, keine Dynamik, weil sie eben nichts als aufgesetzt ist, weil sie nicht natürlich klingt. 

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erzählungen, das himmlische tier, short stories, amerikanische literatur, kurzprosa

Das himmlische Tier

Jayne Anne Phillips , Walter Hartmann
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 14.11.2009
ISBN 9783833306204
Genre: Romane

Rezension:

Jayne Anne Phillips ist hier ein Meisterwerk gelungen. Ihre Stories sind dicht, intensiv, und auch unheimlich, sie zeigen Beziehungen, die nicht mehr funktionieren oder nie funktioniert haben, ihre Figuren nehmen Umwege, stehen sich selbst im Weg, sind so voller Träume und Sehnsüchte, dass sie sich keinen Millimeter bewegen können, in der Gegenwart erstarrt, unfähig dem Leben zu begegnen. Große Kunst!

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