JoJansen

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Mordkapelle

Carla Berling
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453419964
Genre: Krimi und Thriller

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Honigfabrik

Jürgen Tautz , Diedrich Steen
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.04.2017
ISBN 9783579086699
Genre: Sachbücher

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

glück, st.gallen

Glück ist teuer

Silvan Aeschlimann
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Zytglogge, 04.04.2017
ISBN 9783729609549
Genre: Romane

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Tags: glück, st.gallen   (2)
 

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

konstan, philosophisch, 201, torso, mord

Die dunkle Seite des Sees

Tina Schlegel
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783740800789
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: bodensee, liebe, vegan   (3)
 

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44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

meer, roman, wal, montauk, wale

Als das Meer uns gehörte: Roman

Barbara J. Zitwer
E-Buch Text: 389 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 17.03.2017
ISBN 9783841212757
Genre: Sonstiges

Rezension:

Tess, erfolgreiche Schuhdesignerin, lebt mit ihrem (Haus-)Mann und dem gemeinsamen 8-jährigen  gehörlosen Sohn Robbie in Manhattan. In der Vorweihnachtszeit wird der Mann von einem jugendlichen Gangster überfallen und ermordet. Für Tess und Robbie bricht eine Welt zusammen. Da Robbie Tess die Schuld am Tod seines Vaters gibt, zieht er sich immer mehr vor ihr zurück. Als Tess dann auch noch eine weitere schlimme Wahrheit verkraften muss, flüchtet sie am Weihnachtstag aus Manhattan. Dass an diesem Tag, an dem auch in den USA Weihnachten gefeiert wird, in Manhattan Presslufthämmer dröhnen und große Baugerüste aufgestellt werden, glaube ich einfach nicht. Hier sollte wohl eher der krasse Gegensatz dargestellt werden zwischen der Millionenstadt und dem verschlafenen Fischernest, in das Tess mit Robbie fährt. Montauk, der Ort ihrer Kindheit, direkt am Meer, wo Tess' alter Onkel Ike ein heruntergekommenes Motel besitzt. Bis hierher steigert sich die Geschichte, es kommen immer neue Tatsachen hinzu, die Spannung steigt, wie es mit Mutter und Sohn wohl weitergehen, ob Tess wieder einen Zugang zu Robbie finden wird. So einen Onkel Ike sollte jeder von uns haben, wohin man in Zeiten tiefster Verzweiflung flüchten kann.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Naturbeschreibungen. Das Meer im Winter, später dann im Frühling und Sommer, die wechselnden Jahreszeiten und Wetterlagen, all das sah ich vor meinem geistigen Auge und glaubte es fast riechen zu können. Dieses Meer hat etwas Tröstliches, doch es scheint Tess und Robbie nicht direkt zu erreichen. Robbie findet erst ein wenig neuen Halt, als er den Meeresbiologen Kip kennenlernt und mit ihm Wale beobachtet. So faszinierend, wie diese Giganten der Meere sind, hier hat die Autorin es ein wenig zu gut gemeint. Kein Wal schwimmt so dicht neben einem Segelboot her, dass ein Achtjähriger ihn mit der Hand streicheln kann. Trotzdem fand ich die Walbegegnungen, genau wie die Meeresbeschreibungen, interessant.

Tess hingegen nervte zunehmend. Sie erwartet von ihrem Sohn, dass er all ihre plötzlichen Entscheidungen akzeptiert und mitträgt. Statt ihn in ihre Gedanken und Pläne einzubeziehen, ihm zu erklären, stellt sie ihn immer wieder vor vollendete Tatsachen und bedauert sich dann selbst, dass sie es so schwer hat mit ihm. Die Situationen wiederholen sich. Mal ist es das Essen, die Bibliothek, die Schule ... Alles wird von Tess bestimmt und ist Kampf. Der größte Teil des Buches dreht sich um dieses Hin und Her zwischen Mutter und Sohn, bis Robbie durch ein Schlüsselerlebnis plötzlich Montauk als seins ansieht und schützen möchte. Auch diese Szene fand ich etwas aufgesetzt. Tess findet nach und nach zu ihrer alten Form zurück, d.h. sie packt Projekte an und führt diese zum Erfolg. Sei es die Renovierung des Motels oder die Kreation neuer »Strand-Schuhe«. Dass  sie als Mutter nicht in der Lage ist, auch das »Projekt Sohn« aus eigener Kraft zu einem guten Ausgang zu bringen, ist ebenso bedauerlich wie klischeehaft. Tess ist eben Geschäftsfrau, die Lösung kommt, sehr dramatisch, nicht von ihr, sondern von Robbie. Allerdings fragte ich mich, ob ein Acht- oder Neunjähriger wirklich nach einem ersten Sommer-Segelkurs zu solchen Heldentaten in der Lage ist. 

Die meisten Figuren blieben für mich entweder rätselhaft und widersprüchlich oder blass. Dass es kein klassisches Happy End im Sinne von "... uns sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ..." gab, empfand ich dagegen als wohltuend. 

Ein Lob an den Gestalter des Schutzumschlages. Die silber-blaue, leicht geriffelte Oberfläche und das Bild mit dem Schatten des Wals neben dem schwimmenden Jungen gefallen mit sehr gut.

Fazit: Etwas in die Länge gezogene Geschichte mit netten Naturbeschreibungen. 3***

  (6)
Tags: meer, new york, wale   (3)
 

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

natur, umwelt, bäume, biologie, menschheit

Green net

Wilfried von Manstein , Sascha Morawetz
Fester Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Moritz Boerner Verlag, 01.12.2016
ISBN 9783942498203
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Bei diesem Buch sprachen mich das wunderschöne Cover und die Idee der im Green Net kommunizierenden Bäume an. Eine völlig andere Geschichte, für Leser von zwölf bis hundertzwölf, versprach der Autor und erwartete ich mir. Der Anfang gefiel mir, sowohl der Prolog, als auch die »Eigenheiten« Marios, die seine Mutter dazu bringen, mit ihm den Kinderpsychologen Robin de Winter aufzusuchen. Nach und nach lernen wir weitere Figuren kennen, wie Sabrina, die Freundin von Marios Mutter, oder Rado, die vierzehnjährige rebellische Tochter von de Winter, die als Reporterin der Schülerzeitung Umweltfrevlern auf der Spur ist. Doch je mehr ich las, um so schwerer fiel es mir. Mein Unbehagen wuchs, ich war mehrmals kurz davor, das Buch abzubrechen, ohne zunächst konkret sagen zu können, was mich störte. Also gab ich dem Buch eine Chance und las weiter. Die Geschichte will viel. Es gibt eine Botschaft, nämlich die vom bösen Menschen, der die Natur zerstört und ausbeutet, bis die Natur sich gegen ihn wendet. Sogenannte »Zeiter«, eine Erfindung eines besonderen Wissenschaftlers, können Menschen verlangsamen und Pflanzen verschnellern. Auch Zeitreisen kommen vor, ebenso andere tolle Erfindungen des Wissenschaftlers, bei deren bildlicher Vorstellung ich wirklich Spaß hatte. Aber dennoch, ich wurde mit dem Buch nicht warm. Die Figuren bleiben blaß, zweidimensional, allenfalls klischeehaft, wie z.B. Podoll. Sie handelten, meist sehr spontan, ohne ihre Beweggründe zu offenbaren. Es wird extrem schwarz-weiß gezeichnet. Alle Erwachsenen sind taub und blind für alles, was abseits von Einkaufswagen, Sonderangeboten und Treuepunkten liegt (S. 357). Ich bin der Meinung, schon Zwölfjährige, die als jüngste potentielle Leser angesprochen werden, sind in der Lage, zu differenzieren. Reginald, der große Pflanzendiktator, hatte eine »schwere Kindheit«, die Verständnis für die Wahl des Terrors zur gewaltsamen Weltverbesserung wecken soll? Diesen Denkansatz halte ich sogar für gefährlich. 


In insgesamt 75 Kapiteln bei 400 Seiten wird ständig zwischen Figuren, Ort und Zeit hin- und hergesprungen. Diese Momentaufnahmen bringen viel Unruhe ins Buch und verhindern, zusammen mit den knapp gezeichneten Figuren, sich in eine Situation richtig einzufühlen. Trotz dieser schnellen Sprünge zieht sich die Handlung, weil immer wieder jemand etwas stiehlt, jemanden jagt oder einsperrt, so dass das anvisierte Ziel wieder in die Ferne rückt. Ein bisschen wie in einem überdrehten Comic.


Gefallen hat mir, wie erwähnt, die Grundidee, der miteinander kommunizierenden Pflanzen. Auch, dass Bäume so langsam sprechen, dass wir Menschen es nicht wahrnehmen. Dass wir aus Baumsicht hin und her huschende Punkte sind und zur Ruhe kommen müssen, um die Bäume (die Natur) zu verstehen. Diese Botschaft kann ich annehmen.


Fazit: Ich war froh, als ich das Buch endlich zu Ende gelesen hatte. 2**

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Tags: natur, umwelt, zeitreise   (3)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

nachhaltigkei, erfahrungsbericht, wirtschaf, mut, unternehmen

Wunder muss man selber machen

Sina Trinkwalder
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.10.2013
ISBN 9783426276150
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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97 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

alter, liebe, einsamkeit, roman, kent haruf

Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

Rezension:

Addie und Louis sind Nachbarn in einer Kleinstadt in Colorado. Beide jenseits der 70, verwitwet und einsam. "Nachts ist es am schlimmsten", sagt Addie und macht Louis ein ungewöhnliches Angebot: Statt einsam nicht schlafen zu können, nebeneinander zu liegen, zu reden und eben nicht allein zu sein. Es geht dabei nicht um Sex, sondern um das Gefühl, jemanden neben sich zu wissen, wenn man einschläft. Aus diesem ungewöhnlichen Vorschlag entwickelt sich eine ebenso ungewöhnliche Beziehung. Interessant und erschreckend zugleich ist, wie das Umfeld der Beiden reagiert. Einige wenige stimmen ihnen zu, offene Ablehnung erfahren Addie und Louis ausgerechnet bei den Menschen, die ihnen am nächsten stehen, den eigenen Kindern.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Niemand möchte im Alter allein sein, erst recht nicht, wenn man Jahrzehnte einen geliebten oder zumindest vertrauten Menschen neben sich wusste. Ich fand all die kleinen Dinge, die Addie und Louis gemeinsam taten und die weit über das nebeneinander einschlafen hinaus gingen, sehr schön. Die Geschichte nimmt mir tatsächlich ein bisschen die Angst vor dem Altwerden. Denn zumindest haben wir selbst es in der Hand, ob wir dann auch einsam sind oder nicht. Und dabei ist nur wichtig, dass es uns gut geht und nicht, was andere von uns denken.

Die in Leinen gebundene Ausgabe aus dem Diogenes Verlag hat 208 Seiten und kostet 20 Euro.

Ein Buch, dass mich bewegt und nachdenklich zurücklässt.

Fazit: 5*****



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Tags: alter, einsamkeit, liebe   (3)
 

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(33)

42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

bundeswehr, ulm, silvia stolzenburg, stuttgart, thriller

Blutfährte

Silvia Stolzenburg
Fester Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.03.2017
ISBN 9783839220696
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Blutfährte" ist der erste Thriller von Silvia Stolzenburg. Die Autorin ist vor allem für ihre historischen Romane und mittlerweile drei spannende Krimis bekannt, sowie für ihre akribische Recherche. Daher reizte es mich besonders, dieses Buch zu lesen, das im Umfeld der Bundeswehr spielt, einem ungewöhnlichen Thriller-Schauplatz. 

Das Cover mit den AUS-Schusslöchern sieht toll aus und verleitet dazu, das Buch in die Hand zu nehmen und darüber zu streichen. Dann liest man den Klappentext, blättert kurz - und will es ganz lesen. 

Schon der Prolog überrascht mit einer ungewöhnlichen Entwicklung der Handlung und warf einige Fragen auf. Wer? Wo? Und vor allem -  warum? Die Handlung springt ins Bundeswehrkrankenhaus Ulm, wo Sanitätshauptfeldwebel Tim eine ungewöhnliche Beobachtung macht und die Flucht ergreift. Wir erfahren einige Details aus dem Privatleben von Oberleutnant Mark Becker, bevor der Feldjäger den Auftrag bekommt, den abgängigen Tim wieder aufzuspüren. Schon hier wird deutlich, dass die Bundeswehr eine Welt mit eigenen Regeln ist. Wenn ein ziviler Krankenpfleger nicht zur Arbeit erscheint, wird man kaum sofort nach ihm suchen. Als in einem Hotel eine Leiche gefunden wird, schaltet sich auch die Polizei in die Suche nach Tim ein. 

Interessant fand ich, über die Arbeit der Feldjäger und das Kompetenzgerangel mit der "richtigen" Polizei zu lesen. Lisa Schäfer als Gegenspielerin / Partnerin von Mark Becker wirkt mir zwar stellenweise etwas zu zickig und arrogant. Von ihr stammt auch der Ausdruck "WIR sind die RICHTIGE Polizei." Trotzdem finde ich das Verhältnis von Mark und Lisa spannend und voller Potential für die nächsten Teile. 

Silvia Stolzenburg legt nicht nur eine Blutfährte aus, sondern lässt den Leser bis zum Schluss im Dunklen tappen, um was die ganze Jagd sich eigentlich dreht. So konnte ich das Buch kaum weglegen, wollte doch endlich die Auflösung wissen - die dann in einem atemberaubenden Finale daherkommt. Trotz aller Spannung gibt es auch komische Momente. Besonders eine Szene aus Mark Beckers Privatleben ist ganz großes (Kopf-)Kino! Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Mark Becker und Lisa Schäfer. 

Fazit: Spannende Unterhaltung vom Feinsten - 5*****

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Tags: bundeswehr, stuttgart, tübingen, ulm   (4)
 

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69 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

kunst, malerei, dominic smith, kunstfälschung, new york

Das letzte Bild der Sara de Vos

Dominic Smith , Sabine Roth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081873
Genre: Romane

Rezension:

Sara de Vos ist der echten Sarah van Baalbergen nachempfunden, die im 17. Jahrhundert als erste Frau in die Haarlemer Lukasgilde der Maler aufgenommen wurde. Dem Autor gelang es, mich auf drei Zeitebenen zu fesseln. Abwechselnd versetzt er seine Leser in die Jahre 1637 bis 1648, 1958 und 2000. Die Verbindung zwischen den einzelnen Zeitebenen ist de Vos’ Gemälde »Am Saum eines Waldes«, seine Entstehung, seine Fälschung und ... mehr möchte ich hier nicht verraten. Obwohl ich sonst keine historischen Romane bevorzuge, hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Die handelnden Hauptpersonen Sarah und Ellie im 17. bzw. 20. Jahrhundert, die versuchen, sich in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten und tief im Innern doch auf der Suche nach Liebe sind. Auch Marty, Ellies Gegenspieler, wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer, obwohl er, wie Ellie, einen schlimmen Fehler macht. Und ganz nebenbei erfahren wir etwas über das Leben im Holland des 17. Jahrhunderts, über seine Maler und das Malerhandwerk. Dominic Smith versteht es, die Handlung so bildhaft darzustellen, dass man sich mittendrin glaubt. Seine Beschreibung des Lichts und der Gerüche, die Unterschiede zwischen den einzelnen New Yorker Stadtvierteln, all das wurde vor meinem inneren Auge lebendig.

Und dann ist da noch die Tragik im Leben der Hauptpersonen. Sie alle haben ihre Sehnsüchte und alle müssen lernen, damit umzugehen, dass diese zum Teil unerfüllt bleiben. Auch Nebenfiguren wie Griet oder Cornelis werden liebenswert beschrieben und erwecken unser Mitleid um das, was sie verloren haben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist kein hochspannender Fälscherroman, sondern erzählt, was die Malerin, die Fälscherin, den Betrogenen usw. antreibt, so und nicht anders zu handeln. Ein Buch über Schuld und Reue, Hell und Dunkel, wie ein Gemälde. 

Das Cover ist wunderschön und passt zur Geschichte. Man glaubt, die Leinwand zu fühlen, wenn man darüber streicht. 

Fazit: 5*****

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Tags: kunst, liebe, malerei, new york   (4)
 

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

vergebung, ratgeber, paris, die verseflüsterin, verseflüsterin

Die Verseflüsterin

Nicolas Fougerousse , Elisabeth Liebl
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783958031067
Genre: Romane

Rezension:

Das wunderschöne Cover lädt zum Träumen ein: Der leicht bewölkte, luftige Himmel und ein handbeschriebenes Blatt Papier verheißen eine Geschichte voller Leichtigkeit und Poesie. 

Held der Geschichte ist Marcus, 38 Jahre, der zusammen mit seiner Frau Isabelle in Paris lebt. Isabelle ist glücklich, in der Bibliothek zu arbeiten, Marcus verdient im Büro einer IT-Firma in La Defènse gutes Geld. Aber glücklich ist er nicht und so beginnt er über sein Leben nachzudenken, als er eines Morgens einen Zettel mit einer kurzen Botschaft an seinem Auto findet: »Höre auf Deine Gefühle!«In kleinen Schritten beginnt Marcus sein Leben zu verändern, hört bewusst zu, was andere Menschen und sein Gefühl ihm sagen wollen. Ganz allmählich nehmen die glücklichen Momente zu, in denen sich Marcus leicht und unbeschwert fühlt. 

Wir Leser dürfen Marcus bei dieser Reise zu sich selbst Gesellschaft leisten. Für mich gab es beim Lesen viele Aha-Erlebnisse. Kleine Dinge, die sich auch in meinem Alltag umsetzen lassen und die Lebensqualität erhöhen. Die vielleicht nicht jedem gefallen, wie ich anderen Rezensionen entnehmen kann. Aber wer bewusster leben möchte, sich für Yoga interessiert, die Kommunikation mit seinen Mitmenschen verbessern möchte u.ä., wird sich in der Geschichte von Marcus wohlfühlen. Und dann ist da noch die Geschichte hinter der Geschichte. Der geheimnisvolle Angelo, der Marcus ein wichtiger Freund wird und auf eine ganz besondere Weise mit seinem Leben verbunden ist. Es geht um Schuld, Vergebung und letztendlich Liebe. Darauf läuft alles hinaus, wenn man es richtig macht. In der Geschichte erhält Marcus ein Buch, das tatsächlich existiert und das ich gern als Nächstes lesen möchte: »Die vier Versprechen. Ein Weisheitsbuch der Tolteken« von Don Miguel Ruiz.


Den Titel finde ich ein wenig irreführend. Zusammen mit dem Klappentext weckt dieser Titel die Erwartung, dass die »geflüsterten Verse« die geheimen Botschaften sind, die Marcus erhält. Den französischen Titel übersetzte ich mit »Der/Die Gedichte schrieb, um die Berge zu bezwingen«, und dieser bekommt im Laufe der Geschichte eine völlig andere Bedeutung. Dies und ein paar wenige sprachliche Fehler sind aber die einzige Kritik am Buch und schmälern seine Kraft und Bedeutung in keiner Weise. 

Fazit: Für mich das richtige Buch zur rechten Zeit: 5*****

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Tags: liebe, paris, vergebung   (3)
 

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

wien, humor, polen, integration, auswandern

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Radek Knapp
E-Buch Text: 128 Seiten
Erschienen bei Deuticke Verlag, 20.02.2017
ISBN 9783552063440
Genre: Romane

Rezension:

Wer kommt schon auf die Idee, seinen Sohn nach einem Beruhigungsmittel zu nennen? Walerians Mutter. Ihr verdankt er diesen ungewöhnlichen Vornamen. Ebenso, dass er die ersten elf Jahre seines Lebens bei den Großeltern in Polen aufwuchs, um danach von seiner merkwürdigen Mutter nach Wien entführt zu werden. Hier versucht der Junge, irgendwie klar zu kommen. Er lernt langsam Deutsch, weil seine Wiener Mitschüler auf der Sonderschule so langsam reden, dass ihm Zeit bleibt, jedes Wort im Wörterbuch nachzuschlagen. An der Handelsakademie perfektioniert er das Schulschwänzen und begegnet dem Leben täglich aufs Neue voller Staunen und Hoffnung. Wo andere klagen würden, erkennt Walerian für sich etwas Positives. So hat der junge naive Held ständig das Gefühl, sein Leben würde sich zum Besseren wenden, was es letztendlich auch tut. Jede Verbesserung nimmt er staunend und dankbar an. Darin liegt für mich der Zauber dieses Buches. Das Glück der kleinen Dinge erkennen wie ein Kind. Und wenn es nur der faszinierend schnell wachsende Schimmelfleck an der Wand ist. Lebten alle Menschen so, gäbe es mehr Freude in der Welt. 

Dieser Roman des polnischen Autors Radek Knapp trägt zumindest teilweise autobiografische Züge. Wie Walerian wuchs der Schriftsteller zunächst bei den Großeltern auf, bevor er mit 12 Jahren zu seiner Mutter nach Wien kam und dort u.a. auch die Handelsakademie besuchte.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es lässt sich gut lesen, neben der Handlung erfahren wir viel über Walerians Gedankenwelt. Die ist keinesfalls langweilig, sondern macht, dass einem beim Lesen warm ums Herz wird. Was es mit dem seltsamen langen Titel des Buches auf sich hat, erfahren wir im Laufe der Erzählung. 

Fazit: Ein schönes, Herz wärmendes Buch. 5*****

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Tags: glück, wien   (2)
 

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111 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

krimi, schweden, flüchtlinge, organhandel, tom stilton

Schlaflied

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 20.02.2017
ISBN 9783442757169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

»Schlaf, du kleines Weidenkind, denn es ist noch Winter ...« Dieses rührende alte Schlaflied singt ein Junkiemädchen für ein Flüchtlingsmädchen aus Nigeria. Zwei Gestrandete, die am Straßenrand in Stockholm aufeinander treffen und sich aneinander klammern, um nicht unterzugehen. Muriel hilft Folami und findet dadurch zurück zu sich selbst. Das klingt erst einmal überhaupt nicht nach Krimi, ist aber der für mich berührenste Seitenstrang dieses Buches, und zudem geschickt mit der Haupthandlung verwoben. Die hat es in sich. Es geht um tote Kinder, vorsätzlich ermordet. Die Spur führt von Schweden nach Rumänien und wieder zurück. Es klingt so unglaublich, was im modernen Europa, in der Europäischen Union, möglich ist und tagtäglich passiert. Auf was für Ideen Menschen kommen und wie andere gezwungen sind, dahin zu vegetieren. Trotzdem kommt dieses Buch ohne vordergründig bis ins Detail beschrieben Splatter-Grausamkeiten aus. Trotzdem geht das, was hier beschrieben wird, zeitweise bis an die Grenze des Erträglichen.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, nach dem es drei Monate zurückgeht und dann in mehreren Handlungssträngen weiter. Dass »Schlaflied« bereits der vierte Teil einer Krimireihe ist, wurde mir erst am Ende beim Lesen des Hinterklappentextes klar. Das heißt, man muss die drei Vorgänger nicht gelesen haben, um von diesem hochaktuellen Krimi gefangen genommen zu werden. Geschickt schafft es das Autorenduo, übliche Klischees zu vermeide. Die Figuren haben alle ihre Ecken und Kanten. Die Guten haben ihre schlechten Seiten und die wirklich abgrundtief Bösen zeigen zumindest zeitweise sogar so etwas wie Reue und Menschlichkeit. Um danach weiter Böses zu tun. Gerade darin liegt für mich die Faszination dieses Krimis. Es gibt kein Schwarz-Weiß, sondern nur mehr oder weniger gelungene Bemühungen, das Grau in Weiß oder eben in Schwarz zu verwandeln. Sowohl die Flüchtlinge als auch die Schweden werden differenziert betrachtet.

Trotz mehrerer parallel verlaufender Handlungsstränge gelingt es mühelos, dem Geschehen zu folgen. Als Leser dürfen wir immer wieder auch an den Gedanken der agierenden Personen teilhaben, wodurch ihre Motive und Handlungen klarer werden. Selbst Zufälle, die nahezu unglaublich scheinen, werden im Laufe der Geschichte logisch erklärt. So wie überhaupt alles irgendwie zusammenhängt. Das ist für mich eine der versteckten Grundaussagen dieses Krimis: Wir leben alle in einer Welt, auch wenn die Art, wie wir es tun, unterschiedlicher kaum sein kann. Und eine andere: Das Böse entsteht nicht erst, wenn diese Unterschiede aufeinander prallen. Es ist schon da und lauert nur darauf, seinen Vorteil aus allem zu ziehen.

Fazit: Ein empfehlenswertes Buch. Spannend, berührend und aufwühlend zugleich. 5*****

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Tags: bukarest, flüchtlinge, schweden   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

vorsorge, erbe, sachbuch recht

Das Vorsorge-Set: Patientenverfügung, Testament, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht

Stiftung Warentest
E-Buch Text: 144 Seiten
Erschienen bei Stiftung Warentest, 26.01.2016
ISBN 9783868516074
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: erbe, vorsorge   (2)
 

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116 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

thriller, mord, hamburg, bernhard aichner, totenrausch

Totenrausch

Bernhard Aichner
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442756377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie hatte ich diesem dritten Teil der Blum-Trilogie entgegengefiebert! Teil 1 "Totenfrau" hatte mich berührt, wie kein Thriller vorher und teils schluchzend, teils atemlos weiterlesen lassen. Teil 2 "Totenhaus" hatte ein bisschen was von "Shining" und ließ mich am Ende mit der Frage zurück: "Wie, verdammt noch mal, soll denn hier alles wieder gut werden?" (Man sollte die drei Teile unbedingt auch in der richtigen Reihenfolge lesen.)

Und nun Teil drei. Tatsächlich findet Blum einen Weg zu einem Ort, der ihr und den Kindern wieder Geborgenheit gibt. Dass die Kinder dieses Gefühl genießen, in ihrer unschuldigen Naivität, ist normal. Dass Blum sich ebenfalls dieser Illusion hingibt, zumindest zeitweise verständlich. Nach allem, was sie durchgemacht hat, tut es ihr ebenso gut, wie den Kindern, wieder Normalität zu leben. Trotzdem sitzt sie auf einer tickenden Zeitbombe, das weiß sie. Darum kann ich ihre Handlungen gleich mehrfach nicht nachvollziehen, verliert Blum für mich ihre Glaubwürdigkeit. Erstens: Ihr Aussehen. Sie war mit Fahndungsplakaten in Österreich und Deutschland gesucht worden. Daran mögen sich manche Menschen noch erinnern. An keiner Stelle las ich, dass Blum ihr Aussehen verändert hätte, z.B. Haare geschnitten und gefärbt. Zweitens: Die Pässe für sich und die Kinder. Das war ihr großes Ziel. Warum haut sie nicht ab, als sie die Dokumente hat, sondern glaubt, ihre Schuld, ihr Versprechen nicht einlösen zu müssen? Drittens: Spätestens nach dem ersten Fehlschlag hätte sie die Kinder schnappen und verschwinden sollen. Natürlich, Blum ist müde geworden auf der Flucht. Aber jetzt hatte sie Zeit, sich zu erholen, weiter zu denken. Klar zu denken, so wie in den ersten beiden Teilen. Lange Zeit erschien sie mir in »Totenrausch« wie weichgespült. Kann Blum wirklich nur klar und logisch denken, wenn, salopp gesagt, die Kacke am Dampfen ist? Oder war ihr naives Vertrauen zu Schiele einfach nur notwendig, um die Geschichte so erzählen zu können, wie sie jetzt vor uns liegt? Wäre sie nach Erhalt der Pässe geflohen, wäre das Buch nach nicht einmal 90 Seiten zu Ende gewesen. So aber konnte Blum wieder zur Höchstform auflaufen und Totenrausch zu einem atemraubenden Finale führen. 

Alles in allem ein typischer Aichner. Die kurzen knackigen Sätze, die den Leser voranpeitschen. Manchmal noch einer hintendran gehängt. Und noch einer. Schnörkellose Dialoge, und damit meine ich nicht nur die fehlenden Anführungszeichen. Dadurch entsteht Tempo, man liest und will weiterlesen. Noch ein Kapitel. Noch eins, das war ja gerade so kurz. Und dann wieder die Momente, in denen wir mit Blum ganz still werden. Wenn sie die Kinder streichelt, während sie schlafen. Liebe und Hass, Leben und Tod so dicht beieinander. 

Fazit: Spannender Abschluss der Trilogie. 4****

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Tags: hamburg, liebe, schuld   (3)
 

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83 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

vegan, rezepte, diät, kochen, abnehmen

Vegan for Fit Gipfelstürmer – Die 7-Tage-Detox-Diät

Attila Hildmann , Hubertus Schüler , Justyna Krzyzanowska
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783954531318
Genre: Sachbücher

Rezension:

»Vegan For Fit - Gipfelstürmer« heißt das neuste Buch von Attila Hildmann. Attila ist nahezu jedem bekannt, der sich für vegane Ernährung interessiert. Er hat am eigenen Körper getestet, was gesunde vegane Ernährung plus Sport bewirken können und sich vom schwer atmenden Moppelchen zu einem wohlproportionierten, gesunden Mann entwickelt. Attila verstand es außerdem, seine Erfahrungen in so motivierende Worte zu packen, dass kombiniert mit hübschen Bildern und leckeren Rezepten bereits mehrere Bücher daraus entstanden sind, die sich verkaufen wie geschnitten (veganes) Brot.

»Vegan For Fit - Gipfelstürmer« verspricht, dass jeder, der dieses Buch liest und seine Ratschläge befolgt, sich nach Attilas Rezepten ernährt und die nötige Zeit in leichten Sport investiert, innerhalb von 7 Tagen bis zu 4 Kilogramm abnehmen und gleichzeitig seinen Körper entgiften kann. Klingt super und nach einem verlockenden Einstieg in die Welt der verganen Ernährung, für alle, die es gern einmal probieren wollen. Sieben Tage ... das ist machbar, oder?

Mir gefällt die Aufmachung des Buches. Eine überschaubare Menge Text, theoretisches Wissen, ein Schritt-für-Schritt-Programm und jede Menge Rezepte für die sieben Tage, immer mit verschiedenen Alternativen und zusätzlichen leckeren Bausteinen, z.B. nach dem Sport. Zusätzlich zum Buch gibt es einen kostenlosen Rechner im Internet, wo jeder seinen persönlichen Bedarf an Nährstoffen ausrechnen und die Zutatenmengen der Rezepte entsprechend anpassen kann. Dabei werden Faktoren wie Körpergröße, Gewicht, Alter, Beruf und Bewegungsprofil berücksichtigt. Das finde ich praktisch und sinnvoll, auch wenn es im ersten Moment die Rezepte etwas verkompliziert. Sofort drauflos mixen oder kochen ist nicht, erst muss gerechnet werden. Aber immerhin lassen sich mit den errechneten werten Einkaufslisten online erstellen und ausdrucken.

Wobei das mit dem sofort Loslegen sowieso nicht ganz so einfach ist. Zumindest, wenn man die Rezepte ganz genau befolgen will. Herr Hildmann verkauft nämlich nicht nur Bücher, sondern betreibt auch einen »veganen Kaufmannsladen«, online natürlich. Und ebenso natürlich sind Produkte, die den Namen »Attila Hildmann« tragen, Basis dieses Detoxprogramms. Ohne »Attila Hildmann Macha Tee«, »Attila Hildmann Açaí-Fruchtpüree« und am besten noch »Attila Hildmann Bio Protein« geht nämlich gar nichts! Kann man glauben, muss man aber nicht. Zum Beispiel liebe ich mein original aus Japan mitgebrachtes Bio Mach Teepulver und sehe keinen Grund, es durch »Hildmann« zu ersetzen. Schwieriger wird es schon bei dem Açaí-Beeren-Pürree, das laut Buch beim »Biodealer meines Vertrauens« erhältlich ist. Ist es nicht, nicht im kleinen Bioladen und auch in keinem Biosupermarkt im Umkreis von mehr als 20 Kilometern. Das Wort »Biodealer« soll wahrscheinlich cool klingen, na ja ...

Am meisten stört mich an dem Buch aber etwas ganz Anderes: Jeder, der von heute auf morgen vom normalen Alles-Esser auf rein vegane Ernährung umstellt, wird Veränderungen bemerken. Besonders, wenn er dabei Bio-Obst und -Gemüse den Vorzug gibt vor industrieller »sieht-aus-wie-Fleisch-schmeckt-aber-nicht-so« Fertignahrung. Bei mir zeigten sich damals recht schnell Gewichtsabnahme, Energiezunahme, ein Hochgefühl, der unbändige Drang, mich zu bewegen. Ohne Hildmann-Buch oder -Produkte. Ich denke, so reagiert ein Körper, einfach auf die Ernährungsumstellung. Das bedeutet, es wird wahrscheinlich bei nahezu allen, für die »Vegan For Fit« der erste Versuch einer konsequent veganen Ernährung ist, ähnlich funktionieren. »Wow! Attilas Programm funktioniert.« Werden diese Leute sagen. Und weiter seine Produkte kaufen. Perfektes Marketing. Gekonnter Ritt auf einem aktuellen Trend, Herr Hildmann.

Fazit: Schönes Buch, aber nicht notwendig. Vegan funktioniert auch ohne »Hildmann« 2**

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liebe, provence, frankreich, bücher, bücherschiff

Das Lavendelzimmer

Nina George
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2014
ISBN 9783426509777
Genre: Romane

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kohärenz, vernetzung, dystopie, computer, thriller

Time Out

Andreas Eschbach
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2012
ISBN 9783401066301
Genre: Jugendbuch

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Hide*Out

Andreas Eschbach
Flexibler Einband: 456 Seiten
Erschienen bei Arena, 04.08.2015
ISBN 9783401507323
Genre: Jugendbuch

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zurück zur natur, verfolgung, scifi, hacker, thriller

Black*Out

Andreas Eschbach
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Arena, 06.08.2015
ISBN 9783401507316
Genre: Jugendbuch

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vegan

Gemüseheilige: Eine Geschichte des veganen Lebens

Florentine Fritzen
Fester Einband: 183 Seiten
Erschienen bei Franz Steiner Verlag, 28.09.2016
ISBN 9783515114295
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Autorin Florentine Fritzen hat eine erstaunliche Anzahl historischer Fakten zur Geschichte des Veganismus in Deutschland zusammengetragen. Dabei stützt sie sich größtenteils auf Dokumente, die von diesen »Gemüseheiligen«, Natur- oder Pflanzenköstlern selbst verfasst wurden. Angefangen von Reinhold Riedel, der in den 1890er Jahren beruflich viel unterwegs war und sich dabei fast ausschließlich von Obst, Trockenfrüchten, Brot und Nüssen ernährte, bis hin zum Veganismus der Gegenwart, den mittlerweile etwa 900.000 Deutsche leben. Fritzens Buch liest sich größtenteils spannend und bietet dem Leser viele Aha-Erlebnisse. Dass der Veganismus als höchste Stufe des Vegetarismus angesehen wird, ist nicht neu, auch wenn das Wort »vegan« erst 1944 in England erfunden wurde und Jahrzehnte später in Deutschland gebräuchlich wurde. Seit Riedels Zeiten scheint allerdings das Bekenntnis zu rein pflanzlicher Ernährung so etwas wie eine Glaubensfrage gewesen zu sein. Anfangs standen vor allem gesundheitliche Aspekte im Vordergrund, Kurkliniken auf Basis der »Sonnenlichtnahrung« schienen ein Allheilmittel gegen allerlei Krankheiten des zunehmenden Wohlstands zu sein. Doch bald kamen die ersten Stimmen auf, die Tötung und Ausbeutung der Tiere als Sünde ansahen. Veganismus wurde, bevor es das Wort gab, eine Art Ersatz- bzw. Zusatzreligion. Auch dunkle Kapitel des Veganismus werden im Buch angesprochen, wie bspw. der »Zwangsvegansimus« während der Zeit des 1. Weltkriegs, als tierische Lebensmittel knapp und nahezu unerreichbar waren. Oder die Gleichschaltung vegetarischer Vereine zur Zeit des Nationalsozialismus. Spätestens hier ploppt die Erkenntnis auf, dass Veganer oder Vegetarier nicht automatisch bessere Menschen sind. 

In der Gegenwart ist vegan für viele Menschen eine Art Lifestyle, eine Art der Abgrenzung von all den Normalen, man isst eben anders und fühlt sich dadurch besser. Egal, ob dabei ethische (Tierschutz) oder gesundheitliche Aspekte im Vordergrund stehen, die Industrie hat dies erkannt und nutzt den neuen Trend, um in allen Supermärkten mit »vegan« zu locken. Die Verkaufszahlen hübsch aufgemachter veganer Kochbücher sind so hoch, dass daran gemessen mittlerweile wohl ganz Deutschland vegan leben müsste. Um so aufschlussreicher ist Fritzens Rückblick auf die Geschichte der veganen Ernährung in Deutschland. Und vielleicht ist der Trend zu »wenigstens ein bisschen vegan« ein Versuch, an die ursprünglichen Ziele der ersten Gemüseheiligen anzuknüpfen, die davon träumten, die Welt zu verändern und zu verbessern. Dass es dazu keiner »wie-Fleisch-aussehenden« Ersatzprodukte bedarf, macht das Beispiel Reinhold Riedels deutlich. Und dass »vegan« nicht automatisch »gesund« bedeutet, wird spätestens beim Blick auf die Inhaltsstoffe der industriell hergestellten, veganen (Fertig-)Produkte deutlich. Auch die aktuelle Diskussion um vegane Ernährung von Kindern und Schwangeren oder das Vitamin B12 findet Platz in diesem Buch.

Mir hätte eine klarere historische Linie in diesem Buch gefallen. Für meinen Geschmack geht es vor allem in der ersten Hälfte des Buches immer wieder vor und zurück. Die aktuelle Entwicklung der letzen knapp zehn Jahren wird relativ kurz abgehandelt, als »Hype« dargestellt, ohne tiefer auf die Gründe einzugehen. Ist vegan wirklich nur eine Alternative zu »Low Carb« oder Intervallfasten? Oder ist es ein Versuch, in kleinen Schritten die Welt verbessern zu wollen, ganz in Tradition von Riedel, Skriver und Co?

Fazit: »Gemüseheilige« hilft, die Entstehung des Veganismus zu verstehen und hinterfragt gleichzeitig aktuelle Trends. 4****

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parallelwelten, liebe, magisch

Die Spieluhr

Ulrich Tukur
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783548288758
Genre: Romane

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advent, vegan, liebe, weihnachten

Mein veganer Adventskalender

Franziska Schädel
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 06.08.2015
ISBN 9783440148983
Genre: Sachbücher

Rezension:

Advent vegan? Das klingt wahrscheinlich für alle Nicht-Veganer langweilig und nach ganz viel Verzicht. Dieses Buch von Franzi Schädel beweist das Gegenteil. Es vereint Rezepte für die Weihnachtsbäckerei, Wohlfühlgerichte für kalte Wintertage, Ideen für festliche Menüs und Anleitungen für verführerisch leckere Geschenke aus der Küche. 

Die Adventszeit 2016 war die Gelegenheit, mir diesen besonderen Adventskalender zu gönnen und einige der Rezepte zu testen. Allerdings darf man "Adventskalender" nicht wörtlich nehmen. Es gibt nicht für jeden Tag ein Rezept, sondern man kann die ganze Adventszeit und auch darüber hinaus in den Rezepten stöbern und ausprobieren, worauf man Appetit hat. Wir testeten als Erstes mehrere Sorten Plätzchen, die ausnahmslos gelangen und wunderbar  schmeckten. Die Zutatenlisten waren überschaubar, und alles ließ sich im Bioladen oder im ganz normalen Supermarkt mit Biosortiment besorgen. Wer vegan lebt, hat die Basics ja sowieso im Haus. Für alle Anderen ein schöner Grund, diese mal zu testen und erstaunt festzustellen - es geht sehr lecker auch völlig ohne tierische Zutaten! Von den anderen Rezepten probierten wir ebenfalls mehrere aus. Alles war lecker und schmeckte auch unseren Gästen. Das Buch wird uns weiterhin begleiten, nicht nur im Advent, denn einige der Rezepte haben das Zeug zu echten Lieblingsgerichten.


Einziger Kritikpunkt: Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Bei den getesteten Rezepten fiel uns mehrfach auf, dass die Zubereitung unnötig verkompliziert wurde. So zum Beispiel die gefüllten Süßkartoffeln. Wenn ich diese, wie im Rezept angegeben, erst NACH dem Garen fülle, leuchtet mir nicht ein, warum ich sie 1,5 Stunden im Backofen garen soll, anstatt sie 15 Minuten im Ganzen zu kochen. Ähnlich war es bei dem Plätzchenteig mit den gekühlten Zutaten, die dann weich (und warm) geknetet werden sollten. Ich bin der Meinung, hier kann man super vereinfachen, aber das muss jeder selbst entscheiden. Alles in allem sind die Rezepte aber keinesfalls kompliziert.


Die Gestaltung des Buches ist sehr gut gelungen. Zu Beginn gibt es eine kurze, sehr persönliche Einführung der Autorin. Eine hübsche Frau, die Sinnlichkeit und Lebensfreude ausstrahlt und so gar nicht dem Klischee des verzichtenden, verhärmten Veganers entspricht. Die Rezepte sind Schritt für Schritt beschrieben, Zutatenliste, Zeit- und Werkzeugbedarf und zu erwartende Menge (Stück, Portionen oder Gläser) genau aufgeführt. Dazu gibt es bei vielen Rezepten ganz kurze Anmerkungen der Autorin, z.B. über alternative Gewürze oder passende Deko. Jedes Rezept füllt mehr oder weniger eine Seite, ihm gegenüber verspricht ein ganzseitiges Foto des fertigen Gerichts oder Backwerks kulinarischen Genuss. 


Das Buch beweist in beeindruckender und verführerischer Weise, dass vegane Küche sehr lecker und abwechslungsreich sein kann, und macht vielleicht auch Nicht-Veganern Mut, es einfach mal zu probieren.


Fazit: Ein wunderschönes, sehr empfehlenswertes Buch. 5*****

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humor, berlin, eheseminar, skandal, gel

Die Kanzlerin

Linda Behringer
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.11.2016
ISBN 9783741253751
Genre: Comics

Rezension:

Angelika Mörkel, Deutschlands Bundeskanzlerin in diesem Buch, soll gemeinsam mit ihrem Ehemann heimlich Geld in die Schweiz geschafft haben, um Steuern zu unterschlagen. Diese Nachricht ist für die Presse ein gefundenes Fressen und der Skandal des Jahres. Mörkels Vertrauter rät ihr, unterzutauchen, und bringt Mörkel inkognito bei seinem ( ihm fremd gewordenen) Sohn in einer Berliner WG unter. Dieses Szenario erschien mir extrem unglaubwürdig, ist aber der Aufhänger für den weiteren Verlauf der Handlung. Während offiziell behauptet wird, die Kanzlerin sei krank, beginnt eine Hetzjagd der Journalisten, die ihren wahren Aufenthaltsort ausfindig machen und eine Stellungnahme von ihr haben wollen.

Ich gebe zu, beim Anblick des Covers war ich skeptisch. Diese Zitronenpresse, die es tatsächlich zu kaufen gibt, trifft nämlich gar nicht meinen Humor. Aber der Klappentext des Buches las sich gut, also gab ich der 172 Seiten langen Geschichte eine Chance und wurde nicht enttäuscht. Das Buch liest sich locker weg, was zum Einen am Erzählstil liegt, der sehr gut zum Genre passt, zum Anderen an den präzisen Hinweisen auf den nächsten Ortswechsel zu Beginn eines neuen Kapitels. Die vielen unterschiedlichen Charaktere haben alle ihre teils schrulligen Eigenarten und sind sehr gut unterscheidbar. Manche Szenen sind zwar etwas sehr skurril, z.B. die Kanzlerin in der Abstellkammer versteckt, aber wenn man sich auf diesen Humor einlässt, erkennt man fast so etwas wie eine Botschaft in dem Buch - Kanzlerinnen sind auch nur Menschen! So erleben wir Angelika Mörkel im Jogginganzug am WG-Tisch, als Ersatzkrankenpflegerin des griesgrämigen Nachbarn, in Erinnerungen schwelgend an die erste, total verliebte Zeit mit ihrem Ehemann usw. Ganz nebenbei kommen die Menschen in ihrem Umfeld ihr und sich gegenseitig (wieder) näher, was beim Lesen ein nettes, zufriedenes Gefühl erzeugt. Das große Finale ist filmreif, und spätestens da kam mir der Gedanke, dass das Buch wirklich eine prima Vorlage für einen Film wäre. Sicher ist manche Idee sehr weit hergeholt, aber wer von uns weiß denn, was hinter den Gardinen im Hause Kanzlerin wirklich los ist? Oder in ihrem Kopf? 

Es gibt einige Anspielungen auf aktuelle und vergangene Ereignisse. Politik und Presse kommen dabei nicht so gut weg, aber wir Deutschen wollen bei allem Humor ja auch immer etwas haben, auf das wir schimpfen können. 

Fazit: Nette, humorvolle Story. 4****

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mystery, liebe, schwarzer humor, tod, komödie

Schmerzflimmern

Marc Kemper
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.03.2017
ISBN 9783743100503
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gregor ist Rettungssanitäter mit einer besonderen Gabe: Sobald er einen Menschen berührt, bleibt scheinbar für alle anderen die Zeit stehen, nur Gregor findet sich in der Zukunft wieder. Und zwar exakt zum Zeitpunkt des Sterbens dieses Menschen. Das klingt abgefahren und ist in der Praxis auch so. Man stelle sich nur vor, beim Sex mit jemandem ständig diese Bilder vor Augen zu haben ...

Das Buch beginnt mit Gregors Versuch, beim Speed-Dating eine passende Partnerin zu finden. Da die Damen dort recht offensiv vorgehen, dürfen wir mit ihm gleich mehrfach Zeugen ungewöhnlicher Tode werden. Viel schwarzer Humor und doch ist in diesem Buch noch mehr. Marc Kemper vermittelt eine leicht sarkastische Sicht auf das Sterben, das für jeden von uns unausweichlich ist. Richtig emotional wird es, als wir Gregor nahestehende Personen kennenlernen. Und all die Gedanken des Helden sind einfach herrlich, mitten aus dem Leben gegriffen, wunderbar formuliert und philosophisch angehaucht. Das Buch liest sich trotzdem oder genau deshalb mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Gregor denkt, was irgendwo in unseren Köpfen auch umher spukt. Er tritt selbstsicher auf, hat immer einen coolen Spruch auf den Lippen und ist doch tief im Inneren voller Selbstzweifel. 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Grundidee ist für mich wirklich neu und klasse beschrieben. Zwischen den Zeilen verbergen sich unzählige kleine Schätze: Zitate aus der Film- und Musikwelt, Gregors Sprüche und Gedanken, die ich mir teilweise wegen ihrer Treffsicherheit markiert habe, eine kunstvolle Verknüpfung von Personen und Handlungssträngen zu EINER Handlung und nicht zuletzt ein Ende, das glücklich macht, ohne kitschig zu wirken. 
Bei Marc Kempers Toden ist es wie im Leben: Nicht immer geht es gerecht zu, aber manchmal passiert den richtigen Leuten genau das, was sie verdient haben. Und für die Meisten von uns scheint es immer noch eine Chance zu geben, selbst aktiv zu werden, und alles zum Guten zu wenden. So kann ein schwarzhumoriges Buch mit vielen Toden sehr wohl Lust auf das Leben machen. 

Fazit: Genial! Absolute Leseempfehlung. 5*****

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