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Wildkräuter aus Topf und Garten

Heide Bergmann , Ulrike Armbruster
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Verlag Eugen Ulmer, 08.03.2018
ISBN 9783818602666
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Wildkräuter aus Topf und Garten“ klingt zunächst wie ein Widerspruch. Wozu mühsam kultivieren, was in der Natur von allein wächst? Doch nicht jeder hat das Glück, dass die beschriebenen Kräuter in seine näheren Umgebung frei und sauber wachsen, und auch für diejenigen, die tatsächlich nur sammeln, statt vorher anzubauen, ist dieses Buch eine wahre Schatzgrube. 


Wer mit leeren Beeten und Töpfen beginnt, erfährt zunächst einmal, wie er Wildkräuter kultiviert, ihre Samen sammelt und was es bei der Aufzucht zu beachten gibt. Nach ein paar allgemeinen Tipps zur Verwendung der Wildkräuter in der Küche, wird es dann konkret. Vorgestellt werden 25 verschiedene Wildpflanzen, von Bärlauch bis Schaumkraut. Auch sogenannte „Unkräuter“, die von vielen Gärtnern zu Unrecht verschmäht werden, erfahren ausreichend Würdigung, so beispielsweise der Giersch, die Vogelmiere oder die Brennnessel. Die Kapitel zu den einzelnen Pflanzen sind alle ähnlich aufgeteilt: zunächst lesen wir über deren Vorkommen in der freien Natur, dann über den Anbau in Topf und Garten, erfahren, was die Pflanze besonders wertvoll macht und wie sie in der Küche verwendet wird. Die Abschnitte mit den Rezepten und dazugehörigen Fotos lassen einem schon beim Durchblättern des Buches das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und genau hier wird der Wert des Buches für mich weitaus größer, als der Titel zunächst vermuten lässt. Der Leser, vor dessen Tür oder in dessen Garten die beschriebenen Wildpflanzen von ganz allein wachsen, muss nichts weiter tun, als zur rechten Zeit ernten und genießen. Genau dazu laden die Rezepte nämlich ein. Und „Giersch wegessen“ klingt doch viel interessanter als „Giersch jäten“ ;-)


Ein ausführliches Stichwort- sowie Rezeptverzeichnis, interessante Links, Bezugsmöglichkeiten, eine Übersicht über die Pflanzen nach Jahreszeit ihrer Verwendung sowie Heilkräfte der aufgeführten Wildkräuter runden die Informationsfülle des Buches ab.


Fazit: 5***** und Empfehlung für jeden, der sich für Wildkräuter interessiert bzw. sich erstmals mit diesem Thema beschäftigt. 

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Artgerecht

Markus Strauß
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 12.04.2018
ISBN 9783440159705
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dr. Markus Strauß‘ Buch „Artgerecht“ soll eine Art Gebrauchsanweisung für ein artgerechtes menschliches Leben sein. Dafür betrachtet der Autor die Vergangenheit, analysiert die Gegenwart und entwirft die Utopie einer Zukunft, in der wir Menschen wieder leben können, wie es unserer Art entspricht. Denn im Zuge der Menschheitsentwicklung und insbesondere als Folge der industriellen Revolution haben wir uns immer weiter von der natürlichen, gesunden Lebensweise entfernt, die unserer Art (Mensch) gerecht wird.

In 13 Kapiteln beleuchtet Dr. Strauß alle Bereiche unseres Lebens. Angefangen bei den Lebensmitteln und unserem Verhältnis zu Tieren, Pflanzen und Natur, über die Zeiteinteilung, das Miteinander in der Gesellschaft, Beziehung zwischen Frau und Mann und zu unseren Kindern, bis hin zu körperlicher Bewegung und zum Abschluss dem Geld und einer sozialen Gesellschaft der Zukunft. Dabei beginnt der Autor stets mit einer Analyse des Ist-Zustandes und wie wir historisch dahin gekommen sind. Diese Betrachtung führte mir immer wieder vor Augen, wie wir uns vor allem in den letzten Jahrzehnten des scheinbaren Wohlstandes immer mehr in die falsche Richtung bewegt haben. Gefühle wie Wut, Angst und Resignation können aufkommen, wenn man sich bewusst macht, was wir unserem schönen Planeten antun. Doch der Autor ermuntert uns, diese Gefühle zuzulassen, aus ihnen Energie zu schöpfen, nicht zu resignieren, und er liefert am Ende jedes Kapitels Anregungen, was wir im Alltag tun können und wohin unsere Gesellschaft sich entwickeln muss. 

Ersteres sind leicht umsetzbare Ideen, wie z.B. der konsequente Verzicht auf alle gesüßten Getränke, die Anlegung eines Komposts im Garten, bewusstes Schenken und Teilen, ohne Erwartung einer Gegenleistung usw. Die auf die Gesellschaft bezogenen Thesen klingen für mich erstrebenswert, teilweise auch sehr utopisch - Keine Noten im Sportunterricht, keine Einkommenssteuer, bedingungsloses Grundeinkommen, um nur einige zu nennen. Um so wichtiger finde ich dieses Buch. Es verdeutlicht nämlich, dass die Menschheit sich entwickelt, dass wir neolithische und industrielle Revolution hinter uns gelassen haben und uns seit etwa den 1980er Jahren in der Digitalen Revolution befinden. Mit allen Vor- und Nachteilen, die diese Entwicklung mit sich brachte. Wollen wir künftig wieder artgerecht leben, ist die natürliche Revolution notwendig. Nach Dr. Strauß‘ Meinung befinden wir uns da bereits mittendrin und das macht Mut. Erste Schritte, selbst aktiv zu werden, regt der Autor mit dem Abschnitt „Artgerechte Erste Hilfe“ am Ende des Buches an. 

Das Buch ist leichtverständlich geschrieben, man spürt, dass es dem Autor am Herzen liegt, seine Thesen „unters Volk“ zu bringen. Dr. Markus Strauß wurde bisher vor allem mit seinen Veröffentlichungen zu Themen wie essbare und heilenden Wildpflanzen bekannt. Ich finde es wundervoll, wie er in diesem Buch tiefer geht, die menschliche Gesellschaft einbezieht. Ein Buch, das mich oft nachdenklich werden ließ, vor allem aber Mut macht. Danke dafür, Dr. Strauß!

Fazit: Für alle, die sich eine bessere Welt wünschen, absolute Lesempfehlung 5*****

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kurzgeschichten, teilnahme leserunde

Kleine Reihe Bd. 52: Lametta für ein ganzes Jahr

Tina Schlegel
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Scribo Verlag, 01.04.2018
ISBN 9783937310992
Genre: Romane

Rezension:

Das kleine Büchlein von Tina Schlegel vereint ausgewählte Dialoge mit ihrer Tochter. Mona ist inzwischen sieben Jahre alt, die Gespräche über Gott, Einhörner, Liebe, Ameisen ... begannen aber wohl kaum, dass sie sprechen konnte. Zwischen den Zeilen spürt man eine tiefe Verbundenheit zwischen Mutter und Tochter, das große Vertrauen, das beide zueinander haben. Immer wieder freudig verblüfft hat mich die tiefe Weisheit, die Monas Worte offenbaren. Ein freier Geist, der Religion genauso hinterfragt wie politische Meldungen aus dem Radio. Kindermund tut Wahrheit kund, sagt man. Die Welt könnte so einfach sein, dachte ich an mancher Stelle. Andere Erlebnisse, wie z.B. die Sache mit den „hässlichen Breezen“, sind einfach nur lustig. Unterhaltsam ist das Büchlein auf jeden Fall. Viele Gespräche ließen mich aber auch nachdenklich werden. Wir haben in unserem Leben so viel gelernt, was uns beigebracht wurde. Dies tut man so, weil, ... Und das muss so sein, damit ... Kinder sehen die Welt anders, unverdorbener von fremden Meinungen. Somit ist das Büchlein vielleicht auch eine Anregung für uns Erwachsene, einfach ab und zu mal ein wenig kindlicher zu denken und zu handeln, Dinge zu hinerfragen oder anders zu machen. Das könnte tatsächlich ganz schön schlau sein. 


Fazit: 5***** Dialoge voller Weisheit, Liebe und Humor. Ein schönes Mitbringsel / Geschenk für Menschen, die man gern hat. 

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abenteuer, entwicklung, freundschaft, roadtrip, sehenswürdigkeiten, tolle landschaften, unternehmungen mit hund

Unterwegs mit Bodie

Belinda Jones , Nadine Lipp
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Benevento, 15.03.2018
ISBN 9783710900358
Genre: Biografien

Rezension:

Belinda glaubt, in Nathan die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch der Marineoffizier verlässt sie, weil er ihr eine mehrmonatige Trennung durch seinen Dienst nicht zumuten will. Für Belinda scheint das Leben sinnlos, sie ist sozusagen am Ende. Genau wie Bodie, der schon so lange im Tierheim lebt, dass demnächst die Todesspritze auf ihn wartet. Eine glückliche Fügung führt die Beiden zusammen und schenkt ihnen neuen Lebensmut. Schon nach kurzer Zeit beschließt Belinda, mit Bodie über 3000 Kilometer die amerikanische Westküste hinaufzureisen, von Los Angeles bis Portland.


Ich fand Belindas Schilderung der ersten Erlebnisse mit Bodie amüsant und fühlte mich an meine erste Zeit als Hundebesitzerin erinnert. Wie sich plötzlich alles um den Hund dreht, Kleidung nach Zweckmäßigkeit gewählt und gute Vorsätze, was der Hund darf und was nicht, gefasst und wieder über den Haufen geworfen werden.


Der größte Teil des Buches schildert die Reise der Beiden. Einerseits fand ich diese ausführlichen Reiseberichte faszinierend. Welche Cottages, Restaurants, Läden usw. Belinda und Bodie besuchen und wo sie sich besonders willkommen fühlen. Andererseits gefiel mir auch die Entwicklung der Beziehung zwischen der Autorin und ihrem Hund. Die Schrecksekunden an der stark befahrenen Straße oder auch das Glücksgefühl, den eigenen Hund glücklich und entspannt zu sehen. Rührend fand ich auch Bodies erste Begegnung mit dem Meer. So ähnliche unvergessliche Erlebnisse gibt es im Leben jedes Hundebesitzers. Ich war beeindruckt von der Freundlichkeit, der Belinda begegnee, sowohl Hundebesitzern und als auch ihren vierbeinigen Begleitern gegenüber. Schade, dass mein Hund und ich Belindas so ausführlich beschriebener Route nicht folgen können, auch wenn das Buch direkt dazu einlädt.


Belinda gewinnt neues Selbstvertrauen, fühlt sich nicht mehr als die von Nathan Verlassene, sondern als die von Bodie Auserwählte. Kleine Selbstzweifel zwischendurch machen die Geschichte um so authentischer. Manchmal kamen mir Belindas Gedanken etwas zu euphorisch-philosophisch vor, was aber durch Situation, in der sie sich befand erklärbar ist. Sie war am Ende und staunt selbst, wie viel Glück wieder in ihr Leben kommt. Durch einen Hund.


Der in meinen Augen einzige Kritikpunkt ist die Qualität der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche. Wortwiederholungen innerhalb eines Satzes, die man elegant hätte vermeiden können, und aus dem Englischen übernommener Satzbau störten wiederholt meinen Lesefluss. Wenn ein Satz so verquer formuliert ist, dass ich ihn mehrfach lesen muss, um die Wörter neu zu sortieren und den Inhalt zu verstehen, hat der Übersetzer seine Arbeit nicht gut gemacht. Dafür einen Stern Abzug.


Fazit: Ein lesenswertes Buch für alle Hundefans. 4****

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

berlin, der richter, entenfütterung, entenfüttterung, finanzkrise, garten, gärtner, humorvoll, jazz, kriegsveteran, kurzgeschichte, kurzgeschichten, leben, lyl boyd, neffe

Siebzehn

Lyl Boyd
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.02.2018
ISBN 9783746032672
Genre: Romane

Rezension:

Sechs Kurzgeschichten von Lyl Boyd, bisher nur einzeln erschienen, nun zusammengefasst in dem Büchlein »Siebzehn«. Warum dieser Titel gewählt wurde? Weil die Geschichten im Jahr 2017 entstanden. Das kleine Büchlein verspricht Lesevergnügen für jeden Kurzgeschichtenliebhaber. 

»Justitia« Richter Montgomery hat scheinbar nur zwei Möglichkeiten, ein Urteil über einen mehrer brutaler Morde Angeklagten zu fällen: Schuldig oder nicht schuldig. Oder findet er eine dritte Möglichkeit? - Gut gemacht und irgendwie ein bisschen an die alten englischen Short Storys erinnernd, vor allem in Sprache und Wortwahl. 

»Entenfüttern« Nette Alltagsstudie, die uns allen einen Spiegel vorhält, wohin die Liebe zur virtuellen Realität führen kann. 

»Geliebter Garten« Leicht erotische Züge geben dieser Geschichte einen besonderen Reiz. Die »Auflösung« scheint nicht ganz in unsere heutige Zeit zu passen, ist aber trotzdem ein gern akzeptiertes Happy End für alle Beteiligten. 

»Kriegsveteran« Hier gefiel mir vor allem der Urgroßvater, der keine Angst vor moderner Technik hat. Gedankliche Parallelen und Unterschiede zu »Entenfüttern« zeigen sich. Wobei mir der zum zweiten Mal erhobene Zeigefinger zum selben Thema ein bisschen zuviel des Guten war. Mal ehrlich - wenn jemand beim ersten Date nicht freiwillig das Handy beiseitelegt, wird eh nix draus. ;-) 

»Ein Zeitproblem« - interessant vor allem die gewandelte Bedeutung der einen Sekunde vom Aufhänger der Geschichte bis zum letzten Satz. Lebensentscheidend waren sie beide. 

»Jazz trifft Beat« Dass Musik im Umgang mit Demenz hilfreich sein kann, hatte ich schon früher gelesen. Hier wurde diese Erkenntnis auf rührende Weise umgesetzt. Gut fand ich die Verknüpfung des geistigen Verfalls des Vaters mit dem Untergang des Hüttenwerks. Traurig und nicht aufzuhalten, beides. 

Fazit: Eine nette kleine Kurzgeschichtensammlung. Mit jeder einzelnen Geschichte erreicht Lyl Boyd das, was eine gute Kurzgeschichte ausmacht: Erstens den Leser zu unterhalten und zweitens ihn am Ende nachdenklich zurückzulassen. 5*****

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

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Die "Unkräuter" in meinem Garten

Wolf-Dieter Storl
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 07.02.2018
ISBN 9783833863493
Genre: Sachbücher

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Im Bann des Ozeans

Robert Hofrichter
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 26.03.2018
ISBN 9783579086781
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dr. Robert Hofrichter überzeugte mich bereits mit „Das geheimnisvolle Leben der Pilze“ davon, dass Sachbücher ebenso spannend zu lesen sein können wie Krimis. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an „Im Bann des Ozeans“. Das Buch beginnt mit einer kurzen, etwas 30-seitigen Einführung, was der Autor alles unter dem Thema Ozean versteht. Von der Entstehung der Erde über die Entwicklung des Lebens bis hin zur Klimaveränderung durch den Treibhauseffekt. Im Folgenden wird jedem dieser Puzzleteilchen, die das Gesamtbild Ozean ausmachen, ein eigenes Kapitel gewidmet. Zum Glück auf die gewohnt begeisterte und begeisternde, gar nicht trockene, sondern unheimlich faszinierende, Hofrichter-Art.

Allgemeinverständlich erklärt der Autor, warum die Ozeane Berge und Dellen mit einem Höhenunterschied von bis zu 200 Metern haben oder warum es bis vor wenigen Jahren verschiedene „Normalnull“ gab. Wir erfahren nicht nur, dass riesige Monsterwellen kein Seemannsgarn sind, sondern auch, soweit bekannt, wie sie entstehen. Und warum das Meer meist blau ist, es aber kein blaues Meer gibt. Nach dieser eher geologischen Einführung wird’s endlich lebendig im Ozean. Wo alles Leben seinen Ursprung hat. Wissenschaftlich gesehen sind wir Menschen sogar mit den Meeresschwämmen vor der australischen Küste verwandt, da wir zu 70 % das gleiche Erbgut haben. 

Vom Urknall bis zur Gegenwart auf rund 150 Seiten geht die Reise. Wir erfahren, dass die Evolution wie ein Sturm über das Urmeer fegte und dass Bewegung die Grundlage alles (Über-)Lebens ist. Im Meer gibt es weit mehr sexuelle, oftmals kuriose Spielarten, als wir Menschen uns vorstellen können. Ebenso verblüffende Freundschaften und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten Meereslebewesen, wie z.B. Putzerfisch und Zackenbarsch, Clownfische (Nemos) und Seeanemonen oder Grundel (ein Fisch) und Krebs. Nicht der weiße Hai ist die größte Bedrohung für Schwimmer und Taucher. Und menschenverschlingende Seeungeheuer sind größtenteils Legenden mit realen, oft harmlosen Vorbildern. Hofrichter räumt mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Dass Delfine immer gut und Haie immer böse sind. Wir erfahren, dass es selbst in unvorstellbarer Meerestiefe Leben gibt, obwohl dort ewige Dunkelheit herrscht. Was tun, damit sich Männchen und Weibchen in diesem unwirtlichen Lebensraum nicht verlieren? Die Natur hat eine witzige Lösung gefunden.

Doch irgendwann ist auch bei Hofrichter der Spaß vorbei. Nämlich dann, wenn es darum geht, wie wir Menschen systematisch den Lebensraum Ozean zerstören. Ein Satz hat sich bei mir eingeprägt: „Dem Meer sind wir völlig egal, doch das Meer kann uns nicht egal sein.“ Egal, wie weit wir die Zerstörung unseres Lebensraums vorantreiben, der Ozean wird sich davon wieder erholen, den Schaden und den Schädiger überleben. Der Autor warnt jedoch nicht nur, er bringt auch positive, Hoffnung machende Beispiele, wie Menschen mit Vernunft und Einsicht die selbst verursachten Probleme wieder beseitigen. Es ist noch nicht zu spät, um umzudenken und umzukehren und uns und dem Meer eine neue Chance zu geben. 

Das Buch besticht durch seine Sprache, die wenigen, in der Mitte des Buches enthaltenen Farbfotos sind eher zusätzliche Dreingabe als wesentlicher Bestandteil der spannenden Erzählung. Stattdessen empfiehlt der Autor, die entsprechenden Bilder zu googeln, was einerseits ungewöhnlich klingt, andererseits aber zu weiteren Erkenntnissen führt, weil der interessierte Leser so auf Details stößt, die den Rahmen eines Buches sprengen würden. 

Fazit: 5***** und Lesempfehlung für alle, die das Meer lieben.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Kalter Sand

Anja Behn
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802813
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Kalter Sand“ ist nach „Stumme Wasser“ und „Küstenbrut“ bereits der dritte Krimi um den Kunsthistoriker Richard Gruben, und wieder lässt Anja Behn uns mit Richard an die Ostsee reisen. Ich liebe diese Kombination von vertrauter Küstenatmosphäre und spannendem Krimi, der zum Miträtseln einlädt. Bereits der Prolog wirft Fragen auf - wer wurde vor 6 Jahren von wem ermordet und warum? Bevor wir die Antwort erfahren, begleiten wir Richard im rauen November auf den Darß, wo er zur Vernissage seines alten Freundes und Fotografen Philipp eingeladen ist. Schon bald erfährt Richard von dem alten, ungeklärten Mordfall, und dass Philipp damals der Hauptverdächtige war. Warum hat sein Freund ihm nie davon erzählt, rätselt Richard und forscht auf eigene Faust nach, was damals geschah. Doch der Kunsthistoriker ist nicht der einzige Gast im kleinen Küstenort, der Interesse an dem alten Mordfall zeigt, während die meisten Einheimischen die Sache am liebsten für immer vergessen würden. 

Geschickt wechselt die Autorin die Perspektiven und lässt uns so nach und nach, wie Puzzleteile, kleine Antworten finden, die noch nicht so richtig zusammenpassen wollen. Eben im Kopf des Lesers aufblitzende Theorien müssen bald wieder verworfen werden, weil ein weiteres Detail gar nicht dazu passt. All das passiert vor dem Hintergrund des stürmischen Novembers, wo der Wind an den Fensterläden rüttelt, die feuchte Luft nach Meer schmeckt und die Wellen rauschend an den Strand rollen. 

Ich mag die Charaktere, die Anja Behn beschreibt. Diese Menschen haben ihre Ecken und Kanten, ihre hellen und dunklen Seiten. Nicht jeder, der die Wahrheit verschweigt, verbirgt etwas Böses. Und immer sind starke Frauen dabei, auch wenn sie ihre Stärke manchmal geschickt verbergen. 

Für mich war die Lektüre dieses Buches spannende Unterhaltung und Reise in die alte Heimat zugleich. Herzlichen Dank an die Autorin für dieses erneute Lesevergnügen. Ich freue mich jetzt schon auf Richard Grubens nächste Fahrt an die Ostsee. 


Fazit: Leseempfehlung für alle, die Krimis und das Meer lieben. 5*****

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Bittertrauben

Karin Joachim
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 07.03.2018
ISBN 9783839221945
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In "Bittertrauben" nimmt Karin Joachim uns zum zweiten Mal mit ins Ahrtal. Jana Vogt, Tatortfotografin aus Köln, möchte sich von einem traumatischen Erlebnis erholen. Da kommt die Eröffnung einer Ausstellung ihrer Landschaftsfotos zum "Tag der offenen Weinkeller" gerade recht. Nur klappt das mit dem Abschalten nicht so ganz, denn ein zufällig belauschtes Gespräch lässt Janas Gedanken um ein geplantes Verbrechen kreisen. Kann sie gemeinsam mit Clemens Wiegand, einem Kommissar der Koblenzer Kripo, dieses Verbrechen verhindern? Und warum liegt plötzlich ein Toter auf der Brücke? Dieser Krimi wirft von Anfang an viele Fragen auf, sodass der Leser gespannt bleibt und seine eigenen Gedanken immer wieder neu sortieren muss. Auch die sich anbahnende Liebe zwischen Jana und Clemens sorgt für Spannung auf anderer Ebene. Schön, dass Usti, der Airedale Terrier, sein Frauchen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Herrlich auch die ruhigen Momente gibt, in denen die Autorin uns die Atmosphäre und Romantik des Ahrtals und der Weingüter erleben lässt. Nur um kurz darauf mit der nächsten Überraschung aufzuwarten und neue Fragen in den Raum zu werfen.

Alles in allem ein Krimi, wie ein guter Wein. Vom ersten Probieren an - in diesem Falle ein Prolog, der im Jahr 1984 spielt - bis zu letzten Seite, ein Genuss. Ich habe nicht nur mitgerätselt, wer hier gemordet haben könnte, sondern auch Lust bekommen, das Ahrtal endlich einmal mit eigenen Sinnen zu erleben. Vielen Dank dafür und 5*****

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Tags: ahrtal   (1)
 

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134 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

35 jahre, 365 tage, aufgabe, aufgaben, braunschweig, freunde, freundschaft, geburtstag, glück, leben, lieb, liebe, missionen, roman, theater

Radiergummitage

Miriam Pielhau
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 04.06.2014
ISBN 9783832162627
Genre: Romane

Rezension:

Selten hat mich ein Buch so widersprüchlich berührt, wie "Radiergummitage". Der Aufhänger der ganzen Story, dass Maja die Zahl 35 hasst und es es sooo schrecklich findet, 35 zu werden und das ganze Jahr danach ebenso. Erstens ist das Jahr nach dem 35. Geburtstags das 36. Lebensjahr - sie hätte ihr "Problem" also im Jahr vor dem Geburtstag ausleben müssen. Und dann ist diese Unannehmlichkeit des 35. Geburtstags etwas, das wohl kaum jemand nachvollziehen kann. wer älter ist, sagt "35? Cool." Und wer jünger ist als 30, für den sind alle ab 30+ doch sowieso uralt. 


Mindestens dreimal wollte ich das Buch nicht mehr weiterlesen, weil es mir einfach zuviel Blabla war. Diese ganze Küchentischphilosophie von Maja war überhaupt nicht meins. Allein fast 5 Seiten über Kresse! Andererseits fand ich die Einblicke in den Alltag der Theaterschauspieler interessant. Auch die Freundschaft zu Majas "Wahl-Oma" gefiel mir sehr. Die Idee mit den 12 Aufgaben hatte was. So hielt ich trotz der klischeehaften Charaktere bis zum Schluss durch. Auch, um mir bestätigen zu lassen, wen Maja am Ende küsst. Und genau der war‘s ... 


Fazit: 2,5 Sterne, aufgerundet auf 3***

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Tags: braunschweig, liebe, theater   (3)
 

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199 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

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Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

Kent Haruf schrieb unaufgeregte Geschichten. Die Helden leben ihren Alltag in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado. Wir beobachten sie bei ihren täglichen Verrichtungen, spüren ihre Sehnsucht, ihre Sorge und ihren Schmerz. Aber auch die Freude und die Liebe, die bei Haruf manchmal außergewöhnliche Wege findet. 


In "Lied der Weite" begegnen wir sieben Hauptpersonen, deren Leben in der kleinen Stadt auf wundersame Weise miteinander verwoben wird. Bobby und Ike, die 9- und 10-jährigen Söhne von Guthrie, lassen uns teilhaben an ihrem Leben, das aus gemeinsamen Mahlzeiten, Zeitungen austragen, Schule und den auf dem Lande üblichen Abenteuern kleiner Jungs besteht. Guthrie selbst, Lehrer, kümmert sich um die Jungs, da die Mutter Ella dazu nicht in der Lage scheint. Victoria, eine 17-jährige Schülerin Guthries, ist schwanger von einem längst vergangenen Sommerflirt mit einem Jungen aus Denver. Herrlich kauzig die alten Brüder McPherons, die seit ewigen Zeiten allein mit ihren Rindern und Pferden auf der alten Farm weit draußen vor der Stadt leben. Und Maggie Jones, ebenfalls Lehrerin und Kollegin von Guthrie, eine Frau, die es gewohnt ist, ihr Leben und manchmal auch das Anderer, selbst in die Hand zu nehmen.


Hier geht es auf ganz alltägliche Weise um Leben und Tod. Tiere werden geboren und andere sterben. Bei den Menschen ist es ebenso. Auch wenn ich die Farmszenen teilweise etwas zu direkt fand, so beschreibt der Autor doch nur das, was tagtäglich passiert, in Holt, Colorado, und anderswo auf der Welt. Anfangs hatte ich ein bisschen Probleme mit der zeitlichen Einordnung. Da aus wechselnder Perspektive der verschiedenen Personen erzählt wird, kommt es zu kleineren Zeitsprüngen vor und zurück. Die Spannung der Geschichte ergibt sich aus den Handlungen der Personen. Sie treffen manchmal mutige Entscheidungen, machen Fehler, werden ungerecht behandelt oder spüren plötzlich, dass da jemand ist, der es gut mit ihnen meint. 


So macht »Lied der Weite«, wie auch die anderen Bücher des Autors Lust auf das Leben, auf die täglichen kleinen Schritte, die vielleicht zum großen Glück führen können. Und es bleibt der Trost, dass ein kleines Glück auch okay ist, falls wir nur bis dahin kommen sollten. 


Fazit: 5***** und absolute Leseempfehlung für eines meiner Lieblingsbücher.


Wem »Das Lied der Weite« gefallen hat, empfehle ich »Unsere Seelen bei Nacht«, ebenfalls von Kent Haruf. 


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Tags: holt, leben, liebe   (3)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

baccus-borg-krimi, kurzkrimi, saarbrücken, wie alles begann...

Gewagter Einsatz

Elke Schwab
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Solibro Verlag, 28.03.2017
ISBN 9783960790204
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Kurzkrimi "Gewagter Einsatz" ist der erste Teil bzw. das Prequel der bislang sechsbändigen Krimireihe mit Lukas Baccus und Theo Borg, geschrieben von der Saarländerin Elke Schwab. Wir erfahren, wie Lukas Baccus und Theo Borg sich auf dieselbe Planstelle bewerben und beim ersten gemeinsamen Einsatz um diesen Posten konkurrieren. Dabei geht nicht immer alles glatt, ihr Draufgängertum bringt die Beiden in gefährliche und auch irgendwie komische Situationen. Doch als es darauf ankommt, werfen die Männer ihr Konkurrenzdenken über Bord.
Die Figuren Baccus und Borg gefielen mir gut. Sie wirken lebendig, voller Energie und Überschwang in ihrem Bemühen, alles richtig zu machen und den begehrten Job zu ergattern. Ihre Entscheidung, als es darauf ankommt, ist menschlich und sympathisch. Der Fall, an dem sie beide zusammenarbeiten, hat es in sich. Scharfsinnige Leser dürfen miträtseln und anhand kleiner Details selbst auf die richtige Spur kommen. Ein paar Figuren wirkten auf mich arg klischeehaft, alles in allem fühlte ich mich aber gut unterhalten und vor allem mit dem nötigen Vorwissen ausgestattet, um mich direkt dem nächsten Baccus-Borg-Krimi zuzuwenden.
Kleine Anmerkung zum Cover: Das Motiv an sich finde ich gut, wenn auch nicht wirklich zur Geschichte passend. Leider wurde dieses Fotomotiv im Laufe der letzten Jahre von diversen Autoren fast schon inflationär für Krimis und Thriller verwendet, sodass es keinen eindeutigen Wiedererkenn-Effekt für dieses Buch hat. 
Fazit: Unbedingt vor den anderen Baccus-Borg-Krimis lesen! 4****

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Tags: baccus-borg-krimi, saarbrücken   (2)
 

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

bastei lübbe, claire north, fantasy, leben, lesejury.de, logik, lübbe verlag, machtspiel, mystisch, new york, remy burke, rezensionsexemplar, spiele, thailand, venedig

Das Spielhaus

Claire North , Eva Bauche-Eppers
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783404208890
Genre: Fantasy

Rezension:  
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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

baccus, baccus-borg-krimi, band 5, fitnesstudio, fortsetzung, krimi, mord, reihe, saarbrücken, selbstmord staatsanwalt, serie, spektakuläre geiselnahme

Tickende Zeitbombe

Elke Schwab
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Solibro Verlag, 03.10.2017
ISBN 9783960790297
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

»Tickende Zeitbombe« ist der sechste Baccus-Borg Krimi der Saarländer Autorin Elke Schwab. Durch das zuvor gelesene Prequel »Gewagter Einsatz«, war ich mit den beiden Hauptfiguren bereits vertraut, was den direkten Sprung zum 6. Fall der Reihe erleichterte. Es beginnt mysteriös - ein verunfallter Hausmeister, eine verschwundene Putzfrau, beide im selben Fitnessstudio. So kommen Lukas Baccus und Theo Borg wieder in Kontakt mit Lukas‹ altem Freund Dierk, dem Besitzer des Fitnessstudios und beginnen dort mit dem Training, zu dem sie auch noch den Staatsanwalt Renske mehr oder weniger mitschleifen. Es beginnt ganz harmlos, was sich bald zu einer lang geplanten Straftat ausweitet, in die unsere drei Fitnessneulinge mitten hineinstolpern. Bewaffnete Männer nehmen alle Besucher des Fitnessstudios als Geiseln. Zunächst ist überhaupt nicht klar, was die Geiselnehmer bezwecken, und auch ihre erste Forderung will nich so recht zu diesem Riesenaufgebot an krimineller Energie passen. Und wer steckt hinter den mysteriösen, von Gewaltphantasien strotzenden, wahnsinnigen Gedanken, die wir immer wieder kursiv gedruckt zwischen den Kapiteln lesen dürfen?


Die Geschichte hat ein paar sehr überraschende Wendungen und wartet am Ende mit einem sehr ungewöhnlichen Motiv für die Geiselnahme auf. Insofern blieb es bis zum Schluss spannend. Trotzdem ließ mich das Buch zwiegespalten zurück. Das Ermittlerduo Baccus/Borg scheint sich in den Jahren seit dem Prequel kaum weiterentwickelt zu haben. Immer noch sehr draufgängerisch, sich selbst in Gefahr bringend. Die Nebenfiguren konnten mich ebenfalls nicht ganz überzeugen: ihre Motive wurden zwar am Ende erklärt, ihre Wandlungen konnte ich jedoch nicht immer nachvollziehen. Der Staatsanwalt beispielsweise wurde als interessante Figur aufgebaut, nur um danach wieder in der Masse zu verschwinden. Pascal blieb mir ein Rätsel. Einige Wendungen und Ereignisse waren mir einfach zu krass, erst recht die Art des Umgehens damit. So würde das im wahren Leben nie ablaufen! Von wem die kursiven Gedanken stammten, hatte ich am Ende des Buches immer noch nicht verstanden bzw. falsch vermutet. 


Fazit: Eine spannende Geschichte mit einigen offenen Fragen. 3***

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Tags: baccus-borg-krimi, mord, saarbrücken   (3)
 

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anthologie, bloody qindie, buchverlosung gewonnen, dämonisch, dark fantasy, david pawn, divina michaelis, eva markert, fahrt, fantasy, fantasy kurzgeschichten, florian tietgen, folgen, jahrmarkt, qindie

Letzte Fahrt

Qindie , Lisa-Marie Reuter , Eva Markert , Regina Mengel
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Independent Bookworm, 04.10.2017
ISBN 9783956811029
Genre: Fantasy

Rezension:

Qindie ist ein Gütesiegel für Selfpublisher. Autorennamen, die unter Qindie vereint sind, versprechen qualitativ hochwertigen Lesegenuss. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an diese Sammlung von Dark Fantasy Kurzgeschichten aus der Feder vierzehn verschiedener Autoren, die sich alle um das Thema Jahrmarkt drehen. Das Cover ist auf jeden Fall sehr gelungen. Und inzwischen weiß ich auch, dass sich unter der perfekt geschminkten Maske eine Frau verbirgt. Diese Erkenntnis passt sehr schön zur Anthologie. Wer nämlich glaubt, Meister des Grauens müssten Männer sein, der hat wahrscheinlich noch nichts von Jana Oltersdorff, Regina Mengel, Martina Bauer, Eva Markert, Lisa-Marie Reuter und anderen gelesen - und damit großartigen, subtilen Horror verpasst. Da löst ein einziges Katzenhaar gruseliges Kopfkino aus, werden Sprichwörter von den Füßen auf den Kopf gestellt und Quentin Tarantino scheint, bevor er sich auf Star Trek stürzte, von Elfen geträumt zu haben. Die männlichen Autoren sind mit Florian Tietgen, mati, Robert Odei und David Pawn zwar in der Unterzahl, bescheren uns aber ebenso gruseliges Lesevergnügen.

Genial auch der rote Faden, der sich durch die Geschichten zieht: Ein Jahrmarkt, der aus dem Nichts irgendwo auf freiem Feld auftaucht und ... Ich möchte nicht zu viel verraten. Auf einem Jahrmarkt ist nicht immer alles so, wie es scheint. Und nicht immer überleben die Richtigen, aber manchmal. 

Bei mir löste das Buch zweierlei Gefühle aus. Zum Einen fühlte ich mich beim Lesen richtig gut unterhalten und ein bisschen an die frühen Kurzgeschichten von Stephen King erinnert. Und zum Anderen bekam ich richtig Lust, mal wieder einen Jahrmarkt zu besuchen. Obwohl oder gerade weil ich ihn ab jetzt mit anderen Augen sehe. 

Fazit: Unterhaltung der Extraklasse. Sehr zu empfehlen. 5***** 

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Tags: horror, jahrmarkt, qindie   (3)
 

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blanvalet verlag, thriller

Schwarze Federn

Nina Malik
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783734101038
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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bur, hohenzoller

Burg Hohenzollern: Ein Jahrtausend Baugeschichte

Christian Kayser
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Südverlag, 01.10.2017
ISBN 9783878001089
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auf den ersten Blick glaubt man, einen prächtigen Bildband über eine der wohl romantischsten und schönsten Burgen Deutschlands in der Hand zu halten. Doch »Burg Hohenzollern« von Christian Kayser will mehr. Daher auch der Untertitel »Ein Jahrtausend Baugeschichte«. Dass der Autor Architektur studierte und über Baukonstruktion mittelalterlicher Fenstermaßwerke promovierte, merkt man auch diesem Buch an. So findet der interessierte Leser neben historischen Fakten und zur Burg und ihren Bewohnern eine Fülle allgemeinverständlich aufgearbeiteter Informationen über Konstruktion und technische Errungenschaften der einzelnen Bauabschnitte der Burg. Faszinierend fand ich z.B. den »hydraulischen Widder«, die Gewölbekonstruktion oder auch die Karten und Querschnitte der verschiedensten Burgteile. Wie es sich für einen Bildband gehört, sind all die Informationen mit passenden historischen und aktuellen Zeichnungen, Plänen und Fotos garniert - teils romantisch, teils aus Perspektiven, die dem Besucher der Burg verborgen bleiben, stets aber beeindruckend und das Verständnis des Textes unterstützend. 


Wem einfach nur schöne Bilder zu wenig sind, der wird von diesem Buch begeistert sein. Denn die Burg Hohenzollern bietet nicht nur aus der Ferne einen beeindruckenden Anblick. Man spürt die Liebe des Autors zum Detail. So lassen sich immer neue Geheimnisse dieses Bauwerks und seiner Bewohner bzw. Gäste entdecken. Spannend wird auf jeden Fall der nächste Besuch in der Burg werden. Doch wann hat man dort diesen freien Blick auf die kleinsten Details, der die Fotos im Buch vom normalen Besucheralltagsgedränge unterscheidet?


Fazit: Informativ und spannend zugleich. Ein wirklich schönes Buch. 5*****

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Wolfsfährten

Andreas Beerlage
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 16.10.2017
ISBN 9783579086835
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits im Vorwort zu seinem Buch fordert der Autor den Leser auf: 

»Probieren Sie es selbst einmal im Freundes- oder Bekanntenkreis, fragen Sie danach, ob der Wolf hier sein sollte. Eine von zwei Antworten kommt meist sofort, ohne jedes Nachdenken:

Finde ich großartig, das ist das Gleichgewicht der Natur. In unserer heutigen Kulturlandschaft ist kein Raum für dieses Raubtier.« (*«Wolfsfährten«, Seite 12, oben)


Wohl kein Tier polarisiert die Meinungen so sehr, wie der Wolf. Die einen feiern seine Rückkehr nach Deutschland als Ergebnis unserer erfolgreichen Naturschutzmaßnahmen. Die Anderen zitieren das Märchen von Rotkäppchen und warnen davor, dass Kinder, die auf dem Lande auf den Schulbus warten, gefressen werden könnten. Recht haben beide nicht. Der Autor Andreas Beerlage zeigt auf, wie es wirklich ist. Zunächst einmal ist die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland kein Ergebnis zielgerichteter Maßnahmen, sondern eher eine Folge der politischen Entwicklung in Mitteleuropa. So ist es kein Zufall, dass die ersten Wolfsrudel sich ausrechnet im »Niemandsland« rund um bestehende oder ehemalige Truppenübungsplätze ansiedelten. Dort fanden sie auf ihrer Wanderschaft ideale Bedingungen und blieben. 


Beerlage versucht, ein möglichst objektives Bild des grauen Jägers zu zeichnen und mit bestehenden Vorurteilen, egal ob pro oder kontra, aufzuräumen. Dafür sprach er mit Wolfsforschern, Wolfscenterbesitzern, aber auch Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft und vielen weiteren Wolfsexperten. Entstanden ist ein breitgefächertes Bild von Meinungen über den Wolf, eingebettet in eine chronologische Darstellung der Rückkehr der über 100 Jahre als ausgerottet geltenden Tiere. Die Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland ist ein Prozess voller Widersprüche und Halbwahrheiten. Es wurde verschwiegen oder übertrieben, je nach dem, was für eine der beiden eingangs genannten Extremmeinungen nützlich schien. Warum z.B. wurde von staatlicher Seite immer wieder betont, Wölfe würden nie, nie, nie, die Nähe von Menschen suchen und es müsse sich in den gemeldeten Fällen um Hunde gehandelt haben? Und andererseits wurden plötzlich nahezu alle auf Weiden tot auf gefundenen Schafe, die Verletzungen aufwiesen, als Opfer eines Wolfsangriffs deklariert. Die Presse sprang bereitwillig auf diesen Zug auf, Emotionen und Angst verkaufen sich gleich gut. 


Mein Respekt gilt dem Autor, der es schafft, beide Seiten der Medaille »Wolf« sachlich darzustellen. Sowohl die Ereignisse und Argumente, die Wolfs-Fans zur Untermauerung ihrer Position benutzen, als auch die, die von Wolfs-Gegnern verwendet werden. Das gibt in der Summe ein objektives, wenn auch widersprüchliches Bild dieses Raubtieres. Der Wolf ist weder ein Gott, noch eine Bestie, er ist weder schwarz noch weiß, sondern grau. Ein Wildtier, das lernt, in unserer modernen Welt seinen Lebensraum zu wieder zu finden. Einziger Kritikpunkt: Es gibt im Buch keine Fotos. Das finde ich schade. Dafür zöge ich gern einen halben Stern ab. 


Fazit: Ein hochinteressantes, objektives Buch mit viel Hintergrundinformation. 5*****

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Die stille Kammer

Jenny Blackhurst , Anke Angela Grube
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.05.2015
ISBN 9783404172191
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kann es für eine Mutter etwas Schlimmeres geben, als die Gewissheit, das eigene Kind ermordet zu haben? Susan Webster hat genau dies getan - ihren drei Monate alten Sohn Dylan mit einem Kissen erstickt. Drei Jahre verbrachte sie in der Forensischen Psychiatrie, nun lebt sie unter dem neuen Namen Emma in einer anderen Stadt. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los. Sie erhält einen Brief mit einem Foto eines kleinen Jungen - laut Notiz auf der Rückseite soll es Dylan heute zeigen. Kann es sein, dass ihr Kind lebt? Susan, psychisch noch nicht völlig stabil, beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln, aber auch, sich Hilfe zu holen. Ihre beste Freundin Cassie und der Journalist Nick helfen Susan dabei, herauszufinden, was vor drei Jahre wirklich geschah. Plötzlich scheinen andere Ereignisse, die über zwanzig Jahre zurückliegen, mit Dylans Tod zusammenzuhängen. 


Der Autorin gelingt es von Anfang an, Spannung aufzubauen. Susan war mir trotz ihrer schlimmen Tat, an die sie keine Erinnerung hat, sofort sympathisch. Ihre beste Freundin Cassie ist ein Glücksfall für sie, und auch der Journalist scheint ihr in erster Linie helfen zu wollen und nicht nur auf eine reißerische Story auszusein. Die zweite Handlungsebene, die Rückblende in die 1980er und -90er Jahre, scheint zunächst nichts mit Susans Geschichte zu tun zu haben. Die Erzählung von der Jungsclique erinnerte ein bisschen an die »Kindheitsidylle«, mit der manche Geschichte vom großen Meister Stephen King beginnt und wo dann plötzlich das Grauen hereinbricht. Insofern fand ich diesen Teil ebenfalls sehr spannend, weil eine latente Bedrohung in der Luft schwebte.  Der Zusammenhang zu Susans Geschichte erschließt sich erst allmählich. 


Susan als Hauptfigur wirkt für mich sehr authentisch mit ihren Zweifeln, Schuldgefühlen, aber auch in ihrer Hoffnung. Die anderen Figuren sind teilweise interessant, z.B. Cassie und auch Jack und seine Entwicklung. So richtig warm wurde ich mit manchen von ihnen aber nicht. Mir fehlte einfach die Logik in ihrem Handeln, bzw. die Nachvollziehbarkeit ihrer Motive. Dass z.B. die Jungs der Clique wirklich so sehr von Jack abhängig sind, seine Anweisungen bis zum letzten mittragen, ohne sie zu hinterfragen oder ihren eigenen moralischen Grenzen zu unterwerfen. Jennifer blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel. Und kann ein Mensch mit durchschnittener Kehle und »toten Augen« eine halbe Stunde später immer noch am Leben sein? Auch die Motivation anderer Randfiguren, die erst zum Ende der Geschichte ins Spiel kommen, war für mich nicht nachvollziehbar. Gerade das erwarte ich aber von einem guten Psychothriller, dass ich die Psyche der agierenden Personen zumindest ansatzweise verstehe. 


Alles in allem ein spannender Thriller mit einer langsam wachsenden, überraschenden Auflösung. 4****

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daten, düsseldor, düsseldorf, krimi, liebe, romantik

App to Date

Carine Bernard
E-Buch Text: 239 Seiten
Erschienen bei null, 13.10.2017
ISBN B075PYWRMF
Genre: Romane

Rezension:


Ein Team von Psychologen entwickelt gerade eine neue Dating-App, mit deren Hilfe die Benutzer ihren perfekten Partner finden sollen. Jenny, die als Studentin diesem Team angehört, testet die App mit einem Fakeprofil. Doch dann wird es kompliziert - sie lernt mit Hilfe der App Jakob kennen und verliebt sich in ihn. Wenig später stirbt eines ihrer Dates und Jakob wird als Mörder verdächtigt. Natürlich versucht Jenny alles, um seine Unschuld zu beweisen ...


Es klingt wie ein moderndes Märchen: Die App analysiert mit Hilfe seines eigenen Smartphones den jeweiligen User, erkennt seine Bewegungen, Vorlieben, Kontakte usw. und schlägt ihm dazu passend die perfekten Datingpartner vor, sobald sich diese in seiner Nähe aufhalten. Jakob und Jenny sehen tatsächlich im jeweils Anderen den optimalen Partner. Klingt toll, kein langes Suchen mehr, keine Enttäuschenungen, Tränen und Liebeskummer. Nur dass jedes Ding zwei Seiten hat und Jenny bald erkennen muss, dass jemand die App und die mit deren Hilfe gesammelten Daten missbraucht. Und auch Jakob und Jenny werden von der Realität eingeholt, denn Konflikte und Missverständnisse kann selbst diese neue App nicht verhindern. 


Das Buch liest sich leicht und flüssig, die Charaktere sind relativ einfach - es gibt die Guten und die Bösen und kaum etwas dazwischen. Wenigstens Jakob hat als Guter ein paar Schwächen. Die Liebesgeschichte hat mich leider nicht so ganz gepackt. Einerseits ging es sehr schnell, andererseits war immer noch eine große Distanz zwischen den Beiden, z.B. das »verzockte Date«, oder dass Jenny nicht einfach mit der Wahrheit rausrückt. Durch die gelungene Beschreibung der Lokalitäten bekam ich direkt Lust, Düsseldorf wieder einmal zu besuchen. 


Mich hat vor allem die gruselige Datenmissbrauchsgeschichte fasziniert. Ein bitterböses was-wäre-wenn-Szenario. Der Mordfall war eher »Beiwerk«, zumal mir ziemlich schnell klar wurde, wer der Mörder sein würde und was sein Motiv ist - noch bevor es eine Leiche gab. Ein Rätsel gewohnter Krimileser hätte hier vielleicht mehr erwartet. Trotzdem hat mich das Buch gefesselt und nachdenklich zurückgelassen. Denn, zu diesem Krimi gibt es eine interessante Vorgeschichte. Die Autorin Carine Bernard ließ sich von einer wahren Zeitungsmeldung inspirieren: https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/ Der Inhalt ist so ungeheuerlich, dass man ihn am liebsten ins Reich der Phantasie verbannen würde. Und doch ist diese psychologische Ausspionierung und Beeinflussung heute bittere Realität. Ich empfehle Euch dringend, den verlinkten Artikel zu lesen. Es geht nämlich nicht nur darum, welche personalisierte Buch-, Schuh- und Reisewerbung uns angezeigt wird. Damit könnte ich leben. Im Buch werden Dates gemacht. In der Realität Regierungen. DAS macht mir wirklich Angst. 


Fazit: Leichter Liebeskrimi mit sehr realem, beängstigendem Hintergrund. 4****

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Tags: daten, düsseldor, liebe   (3)
 

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37 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Das Geschenk eines Sommers

Gabriele von Braun
E-Buch Text
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.08.2017
ISBN 9783732537549
Genre: Liebesromane

Rezension:

Clara lebt mit der Hoffnung, dass ihr geliebter Martin sich ganz zu ihr bekennen und dafür seine Frau verlassen wird. »Ich bin doch kein Friseurtermin«, beschreibt den Stand ihrer Beziehung am Anfang des Buches ziemlich treffend. Plötzlich jedoch verlieren Claras Liebesleben und sogar ihr Job an Bedeutung, denn ihre Mutter Ruth ist schwer erkrankt. Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium, Ruth bleibt nur noch dieser Sommer. Ich fand es unheimlich traurig, die lebenslustige, humorvolle Ruth am Rande des Sterbens sehen zu müssen. Ihr (schwarz-) humoriger Umgang mit der Situation gefiel mir. Ebenso, dass Clara Job und Beziehung hinten anstellt und den Sommer über nur für ihre Mutter da sein will. Interessant der unterschiedliche Umgang Ruths nächster Angehöriger mit der Diagnose. Trauriges Nichtloslassenwollen durch Nähe auf der Seite von Clara, Rückzug, Sprachlosigkeit, Verweigerung, Nichtwahrhabenwollen bei Ruths Ehemann. Beides extreme, aber menschliche Reaktionen.

Die Autorin spricht Vieles an, was den Alltag eines Krebskranken angeht. Sie beschreibt Ruths körperlichen Verfall so detailliert, dass es wehtut, umso mehr, wenn man weiß, dass eigenes Erleben der Anlass für dieses Buch war. Plötzlich verschieben sich Wertigkeiten im Leben,  darüber lohnt es sich auch als gesunder Mensch nachzudenken. Bis dahin war ich voll gefangen von Ruths immer wieder Aufbegehren gegen die Krankheit, ihrem »Galgen-«Humor, Claras Schwanken zwischen Dankbarkeit für diese Nähe und Verzweiflung vor dem drohenden Verlust. Dann wurde es mir im Drumherum etwas zu viel des Guten. Der verschwiegene Tod von Ruths Eltern, die ehemals beste Freundin, Philipp, der Mister Perfekt in Weiß ... Für mich wäre Ruths Erkrankung und deren Auswirkung auf die Beziehung zur Tochter und zum Mann genug Stoff für dieses Buch gewesen, dazu Martin als Nebenfigur mit Klärungsbedarf. Ich hätte mich gern auf diese Konstellation konzentriert, den Hauptfiguren über die Schulter geschaut, wie sie diese Herausforderung meistern. Das wäre Drama genug gewesen, und ein Happy End erwartet wohl niemand bei so einer Geschichte.

Fazit: Teilweise ergreifend, aber zu viel Drumherum 3***

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Tags: liebe, sommer, tod   (3)
 

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#dertigerindergutenstube, fachbuch, fakten, felis silvestres, felis silvestres lybica, fellnase, fleischfresser, fressfeinde, hauskatze, haustiere, informationen, katze, katzen, sachbuch, stubentiger

Der Tiger in der guten Stube

Abigail Tucker , Martina Wiese , Monika Niehaus , Jorunn Wissmann
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2017
ISBN 9783806236477
Genre: Sachbücher

Rezension:

»Der Tiger in der guten Stube« von Abigail Tucker


Manche Menschen können gar nicht genug von ihnen bekommen - sie posten niedliche Fotos, haben Tassen, Kissen und Socken mit ihrem Abbild, lächeln geduldig, wenn sich eins der Wesen quer auf die Computertastatur legt und das andere auf dem Stapel frisch gebügelter Wäsche sein Mittagschläfchen hält. Katzen! Womit sich diese Tiere einen ganz besonderen Platz unter den Haustieren und in unserem Herzen verdient haben, versucht Abigail Tucker in ihrem neuesten Buch zu ergründen. 


Dafür befragte die Autorin Biologen, Archäologen, Katzenzüchter und viele Menschen mehr, die beruflich in irgendeiner Form mit Katzen zu tun haben. Außerdem ist sie in einer katzenverrückten Familie groß geworden, ein Leben ohne Katzen kennt sie gar nicht. Und nicht zuletzt hat Abigail Tucker in unglaublicher Fleißarbeit zusammengetragen, was es in der Literatur und wissenschaftlichen Studien Wissenswertes über die Katzen zu erfahren gibt. Das Ergebnis ist ein Sachbuch, das sich unglaublich spannend liest. So geht die Autorin beispielsweise der Frage nach, warum Katzen, anders als Hunde, erst am Anfang der Domestizierung stehen, obwohl sie ebenfalls schon seit Jahrtausenden mit den Menschen zusammenleben. Oder warum alle anderen Haustiere einen »Nutzen« erbringen müssen, Katzen aber einfach nur da sein dürfen und trotzdem mit menschlicher Liebe überhäuft werden. Aber auch die Kehrseite der Medaille wird betrachtet, dass zum Beispiel bestimmte Krankheiten nur bei Katzen auftreten, die reine Wohnungskatzen sind. 


»Wenn ich wüsste, was Katzen so beliebt macht, wäre ich Milliardär« - diese Aussage von Christian Bauckhage, Professor für Informatik und Memforscher an der Universität Bonn, bringt es auf den Punkt. Katzen sind und bleiben rätselhafte Wesen, aber vielleicht lieben wir sie ja gerade deswegen so sehr?


Ein »Manko« dieses interessanten Buches ist die Fülle der weiterführenden Informationen. Fast 500 Fußnoten verleiten den Leser permanent, zu den Anmerkungen am Ende des Buches zu blättern und dann auch noch zu googeln. Damit hat dieses Buch etwas von einer unendlichen Geschichte, man bekommt das Gefühl, nie damit fertig zu werden. Aber das passt ja wieder zur Unergründlichkeit dieser faszinierenden Tiere. 


Fazit: Ein spannendes Buch für Katzenliebhaber. 5*****

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Tags: katze   (1)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

1906, detektive, domina, erpressung, fin de siècle, flagellation, hist. krimi, kindesmissbrauch, kommerzialrat, krimi, krimi-reihe, k.-u.-k.-monarchie, morde, wien, zwilling

Bilder des Bösen

Britta Hasler
E-Buch Text: 382 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 01.08.2017
ISBN 9783958249912
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich gestehe, kein Fan historischer Romane zu sein, auch wenn ich die akribische Recherche der Autoren solcher Werke bewundere. Britta Hasler hatte mich allerdings bereits mit ihrem ersten historischen Wien-Krimi "Das Sterben der Bilder" so beeindruckt, dass ich diese Fortsetzung einfach lesen musste. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin versteht es, einen von der ersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen. Die kriminelle Handlung um einen Serienmörder, der es auf weibliche Prostituierte abgesehen hat, die eine ganz besondere Art von Dienst anbieten, ist spannend konstruiert. Britta Hasler präsentiert uns und dem Ermittlerduo Julius Pawalet und Rudolph Lischka eine Menge Fakten und schlägt sogar den Bogen zurück zum Kriminalfall aus »Das Sterben der Bilder«, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Die vielen Charaktere sind so unterschiedlich, dass es nicht schwerfällt, die Vielzahl der Figuren auseinanderzuhalten. Und ganz nebenbei erfahren wir viele interessante Details aus dem Alltag in Wien 1906, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, selbst schon einmal dort gewesen zu sein, vor über 100 Jahren. Es sind allerdings nicht immer schöne Details, ich war stellenweise echt entsetzt. War ich bisher tatsächlich so naiv, zu glauben, dass gewisse Perversionen nicht älter als das Internet sind? Die Autorin verurteilt nicht die Menschen, die aus Armut Dinge tun, die ihnen zuwider sind. Aber sie reißt der biederen Gesellschaft, dem Adel wie dem Bürgertum, die Maske vom Gesicht. Ganz nebenbei präsentiert sie uns die Stimmungen eines Wiener Sommers so realistisch, dass wir die lauen Winde oder die spannungsgeladene Luft vor dem Gewitter direkt zu spüren glauben. 


Sprachlich überzeugt das Buch ebenfalls. Die Sätze sind wohlformuliert, ohne gekünstelt zu wirken, so dass es eine Freude ist, den teilweise philosophisch anmutenden Gedanken der Protagonisten zu folgen. 


Auch wenn der Fall am Ende gelöst wird, so lässt das Ende der Geschichte auf eine Fortsetzung hoffen. 


Fazit: 5***** und Leseempfehlung auch für Nicht-Historien-Fans.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

alkohol, alkoholismus, eltern, erinnerungen, erwachsen werden, famil, familie, familiengeschichte, krieg, liebe, roman, streit, sucht, tochter, vater

Sonntags fehlst du am meisten

Christine Drews
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548290201
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch durfte ich vorab lesen. Das Thema Vater-Tochter-Konflikt hat mich persönlich interessiert. Caro, 44, ist wohlbehütet aufgewachsen als Lieblingskind ihres Vaters. Der hat sich vom Maurerlehrling hochgearbeitet, ist nun erfolgreicher Bauunternehmer. Nachdem Caro im Suff einen Unfall baute und ihren Vater anschließend übelst beschimpfte, haben beide seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr. Der Aufbau des Buches ist so, dass es viele Rückblenden gibt, sowohl in Caros Vergangenheit, als auch in die ihres Vaters. Da jeweils die Jahreszahl dabeisteht, fällt die zeitliche Einordnung nicht schwer. Gut fand ich, dass thematisch Caros und Karls Erlebnisse irgendwie zueinander passen. Sie erinnert sich an eine Situation, fragt sich, warum ihr Vater sich damals wohl so verhalten hat ihr gegenüber. Und dann kommt als Rückblende viel weiter zurück in Karls Leben, die Erklärung. Diese Art der Gegenüberstellung fördert das Verständnis zumindest für Karls Verhalten. Andererseits wissen wir als Leser um diese Ursachen, nicht aber Caro. Trotzdem wächst im Laufe der Geschichte ihr Verständnis für den Vater.

Caro konnte ich nicht so richtig einordnen. Sie wirkt auf mich nicht wie 44 sondern viel unreifer, keine 30. Die Erklärung wird im Buch zwar geliefert, trotzdem wurde ich mit Caro nicht recht warm. Demgegenüber ist ihr neunjähriger Sohn viel zu weit für sein Alter. Frag mal einen Neunjährigen, was er vom Zweiten Weltkrieg weiß. Ganz sicher nicht das, was Cornelius auf Seite 246 von sich gibt. Überhaupt ist das Thema 2. Weltkrieg meiner Meinung nach überpresent in diesem Buch. Sicher hat es die Generation der in dieser Zeit geborenen Kinder geprägt und teilweise auch traumatisiert. Sicher hat sich das auf ihre Einstellung ihren eigenen Kindern gegenüber ausgewirkt. Aber dass alle hier im Buch immer wieder vom Krieg und den Trümmern und den schweren Zeiten reden, 70 Jahre später, geht für mich an der Realität vorbei. Insofern liefert Caros wachsendes Verständnis für ihren Vater für mich auch keinen allgemeingültigen Ansatz. 

Die Figuren wirken größtenteils funktional, d.h. sie haben eine Aufgabe in dem Buch, und nur die dafür notwendigen Eigenschaften werden gezeigt. Die verständnisvolle Frau Schneider, der Caro guttuende Jakob, die Caro in ihrer Rolle bestärkenden Brüder. 

Zeitlich läuft das Buch auf die Goldhochzeit der Eltern hin, bei der die Familie die Versöhnung von Caro und Karl erwartet. Von Karl erfahren wir zwar Vieles aus der Vergangenheit, das Caro gar nicht wissen kann. Aber wie es ihm in diesem einen Jahr ohne Kontakt zu seiner Tochter ging, bleibt offen. Dabei wären gerade die Fragen, die er sich garantiert gestellt hat, interessant gewesen.

Am Ende des Buches bleibt das Gefühl, mehr Verständnis für diese Elterngeneration aufbringen zu müssen und trotzdem nicht zu wissen, wie. Nur der Krieg ist mir als Erklärung zu wenig.

Fazit: 3***


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Aquila

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.08.2017
ISBN 9783785586136
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch beginnt mit einer sehr undurchsichtigen Ausgangslage: Nika erwacht in ihrem Bett in der WG in Sienna, sie vermisst Wohnungsschlüssel, Handy, ihren Pass, den Akku vom Notebook und ihre Mitbewohnerin Jenny. Dafür findet sie in der Wohnung ein blutiges Männer-T-Shirt und in ihrer Hosentasche eine rätselhafte Liste, auf der Notizen stehen wie Weihnachten voller Angst oder das Blut ist nicht deines. 


Ursula Poznanski versteht es, Spannung aufzubauen, den Leser in eine rätselhafte Sitiation mitzunehmen. Am Anfang war ich wie Nika in den Bann dieses Rätsels gezogen, wollte unbedingt weiterlesen. Was war passiert und warum kann sie sich an die letzten zwei Tage nicht mehr erinnern? Doch je mehr sich Nika auf die Suche nach der Lösung machte, um so unglaubwürdiger wurde sie für mich. Warum agiert sie als einsame Heldin, anstatt sich Hilfe zu holen? Dass sie ihre Mutter und den arroganten Stiefvater nicht belästigt, okay, sie gönnt der Mutter die Reise. Aber am Rande wird eine beste Freundin in Deutschland erwähnt, jedoch nicht ein einziges Telefonat mit ihr. Konsulat, Anwalt, selbst der nicht immer nüchterne Vater, das alles wären aus meiner Sicht Anlaufstellen für eine verängstigte 19-Jährige. 


Zunehmend gewann ich beim Lesen das Gefühl, die ganze Geschichte wurde um die ominöse Liste herum geschrieben und irgendwie passend gemacht. Mit Nika wurde ich nicht richtig warm, die Nebenfiguren wie Stefano oder der Skorpionmann blieben zwar eine Zeitlang interessant und sorgten für Spannung, aber spätestens bei der »logischen« Auflösung des Ganzen konnte ich nur noch den Kopf schütteln über deren Motive. Dass sich dann zum Schluss auch noch alle liebhatten, wurde es vollends unglaubwürdig. Ohne glaubwürdige Motive und Personen funktioniert eine Geschichte weder als Psychothriller noch als Jugendbuch. Schade, ich habe schon weit bessere Bücher von Ursula Poznanski gelesen.


Fazit: Unglaubwürdigkeit tötet Spannung. 3***

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