Leserpreis 2018

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14 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Der Wal und das Ende der Welt: Roman

John Ironmonger
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER E-Books, 27.03.2019
ISBN 9783104910307
Genre: Sonstiges

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32 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Ein Reif von Silber und Gold

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.11.2018
ISBN 9783499274060
Genre: Fantasy

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201 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

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Ein Teil von ihr

Karin Slaughter , Fred Kinzel
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andrea Oliver, genannt Andy ist eine erwachsene junge Frau, die sich mit ihren 31 Jahren noch immer an den Rockzipfel ihrer Eltern klammert und bei ihren wenigen Versuchen zur Selbstständigkeit kläglich scheiterte. Dies ändert sich schlagartig an ihrem Geburtstag, den sie mit ihrer Mutter Laura in einem Frühstücksrestaurant beginnt. Ihre Welt gerät aus den Fugen, als ein Amokschütze das Lokal stürmt und mehrere Menschen erschießt. Als Andy in seinen Fokus gerät, stellt sich Laura dem Attentäter in den Weg und verletzt ihn tödlich. Sie begeht diese Tat eiskalt, ohne jegliche Gefühlsregung, vollkommen emotionslos. Doch dieser Horrortag ist noch nicht zu Ende, denn am Abend wird Andy nach einem weiteren schrecklichen Zwischenfall von ihrer Mutter zu einer Flucht gezwungen. Langsam dämmert es Andy. Laura führt ein Doppelleben, sie ist nicht nur die gutbürgerliche, brave Logopädin, die jeder gern hat. Doch was steckt hinter ihrer Fassade? Ist sie eine Geheimagentin oder etwa ein Staatsfeind? Andy will Antworten und begibt sich auf den spannendsten und gefährlichsten Roadtrip ihres Lebens.

Während Andy mühsam ein „Laura“ - Puzzelteil nach dem anderen zusammensetzt, erfahren wir Leser in einer zweiten Storyline, was wirklich in der Vergangenheit geschah. Die Geschichte switcht zwischen den achtziger Jahren und dem Jetzt hin und her. Die Entwicklung und den Aufbau von Lauras Dramatik habe ich so nicht erwartet.
Eine gute und spannende Story mit Überraschungsmomenten.

Warum ziehe ich dennoch einen Bewertungsstern ab? Slaughter verlor sich in den einzelnen Kapiteln. Unzählige Gedankengänge, Gewissensbisse oder Entscheidungen aller Beteiligten wurden analysiert, hin und her gewälzt, zum Ermüden durchgekaut. Zum Glück endete jeder Switch mit einem vielversprechenden Cliffhanger, der zum Weiterlesen anregte. Ohne diese Highlights am Ende der Kapitel hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen. Beim Lesen ist also Durchhalten angesagt. Ein zweiter kleinerer Kritikpunkt: Andy Olivers Rolle, das naive Versagerkind, wurde ein wenig zu sehr ausgereizt, mich nervte ihr Verhalten. Ich hätte ihr gern einen „Anschubstritt“ ins Hinterteil verpasst. Der unspektakuläre Epilog, der noch einmal meine Gesichtsmuskeln beim Gähnen beanspruchte, ist meine dritte und letzte Kritik. Das geht definitiv besser.

Fazit: Ja, es stand stellenweise die Langeweile im Vordergrund. Trotzdem überzeugte mich Lauras Lebensgeschichte durch die Originalität, die hinter ihrer falschen Identität steckte. Darum gebe ich dem Thriller, der teilweise recht brutale Momente beinhaltet, eine Leseempfehlung.   

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Feenprinz - Band 4: In die Finsternis - Gay Fantasy (Feenprinz-Reihe)

Ray van Black
E-Buch Text: 139 Seiten
Erschienen bei null, 18.10.2018
ISBN B07JJYWQZ9
Genre: Fantasy

Rezension:

Wehmütig halte ich den letzten Band der Feenprinzreihe in den Händen, den ich genauso wie Teil 1 bis 3 in kürzester Zeit verschlungen habe.
Wehmütig weil ich von Lou und seinen geflügelten Freunden Abschied nehmen muss. Sie sind mir in dieser Zeit regelrecht ans Herz gewachsen.

Was bisher geschah: Der 17-jährige schwule Punk Lou gerät zufällig ins Reich der irländischen Feen und muss dort 3 lange Monate ausharren, bevor er wieder in sein ursprüngliches Leben nach Berlin zurückkehren kann. Wer sich für die Vorgeschichte von Lou interessiert, sollte unbedingt mit Band 1 in diese Buchreihe einsteigen – es lohnt sich. Alle anderen Leser erwartet in Band 2 und 3 ein heißes, homoerotisches Fantasyabenteuer mit vielen liebevollen Charakteren.

Teil 4 ist die nahtlose Fortsetzung der Geschichte und schildert die letzten Tage, die Lou im Feenreich verbringt. (Achtung, dieser Abschnitt über Teil 4 enthält ganz leichte Spoiler). Natürlich probt er wieder mal den Aufstand und er holt den Kronprinzen Silyan aus seinem sprichwörtlich „goldenen Käfig“, um ihm das normale bürgerliche Leben zu zeigen. Was, wie erwartet, gründlich schief geht und alle Beteiligten in Lebensgefahr bringt. Bevor Lou seine Heimreise nach Berlin antreten kann, wird es noch einmal gefährlich, spannend und sehr magisch im mystischen Reich der Feen. Zurück in der gewohnten Umgebung beginnt der normale Alltag. Gelingt es Lou, die intensiven Wochen mit Ferenian, Silyan und Corelio zu vergessen oder sehnt er sich danach, sie irgendwann wiederzusehen? Er muss eine Entscheidung treffen und dieses Mal wird sie endgültig sein.

Was erwartet uns nun in diesem Abschlussband? Feenstaub und Glitzer? Ja, die sind vorhanden, aber Rüpelknabe Lou sorgt schon dafür, dass auch Nichtromantiker wie ich, dieses Buch lieben werden. Die Mischung ist gelungen. Die Story ist schlüssig, die Geschichte schön, auch wenn der Verlauf vorhersehbar war. Mit einem anderen Ende hätte ich mich nur schwer anfreunden können.

Fazit: 5 Bewertungssterne und eine Leseempfehlung, die ich auf alle Bände dieser Reihe ausspreche. 

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189 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 138 Rezensionen

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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107 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

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Tattoo

Ashley Dyer , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.10.2018
ISBN 9783734106514
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Dornenkiller ist ein Serienmörder, der Großbritanniens Liverpool unsicher macht. Alle Opfer weisen ein gemeinsames Merkmal auf: Sie wurden tätowiert. Mit Pflanzenfarbe und einem Dorn als Stechwerkzeug. Haben die kryptischen Tattoosymbole auf den sterblichen Überresten eine besondere Bedeutung?

Wir Leser steigen mit dem Fund der fünften Frauenleiche in die Geschichte ein. Der zuständige Ermittler Greg Carver, der wie im Wahn nach dem Mörder suchte, liegt angeschossen im Krankenhaus und kämpft um sein Leben. Hatte der Dornenkiller hier seine Hände im Spiel oder war es ein Selbstmordversuch? Gregs Kollegin Ruth Lake übernimmt die laufenden Ermittlungen und beginnt das Umfeld des letzten Opfers genau unter die Lupe zu nehmen. Während Ruth die Zeit bis zum Mord rekonstruiert, erregt eine weitere Leiche ihre Aufmerksamkeit. Ihr Name war Adela Faraday und sie wurde zuletzt gemeinsam mit Greg Carver gesehen. Zufällig? Nein, sicherlich nicht. Doch während Ruth verzweifelt nach den Zusammenhängen sucht, hat der Dornenkiller bereits ein weiteres Opfer im Visier und seine Dornen sind für einen erneuten Einsatz geschärft.

Meine Erwartungen an diesen Thriller waren hoch. Vielleicht weil ich Fernsehserien wie „Blindspot“ oder Filme wie „Sakrileg – The Da Vinci Code“ liebe. Ich hoffte auf rätselhafte Tattoos , auf versteckte mystische Hinweise, eingebettet in die spannenden Ermittlungen der zuständigen Behörden.

Mein Fazit nach über 500 Seiten: Fehlanzeige, nichts davon habe ich bekommen. Während die ersten vier Leichen für mich vergeblich starben, denn sie spielten fast gar keine Rolle, konzentrierte sich das Buch auf das letzte Opfer Kara. Seite für Seite wurden ihre Spuren verfolgt, die sich im Sande verliefen und später kaum etwas zur Erfassung des Täters beitrugen.
Die zweite Storyline, die mysteriöse Geschichte rund um den Ermittler Greg Carver, hatte etwas mehr Potential, auch wenn ich viele Handlungsweisen der beteiligten Personen nicht nachvollziehen konnte.

Das Buch nahm gegen Ende an Fahrt auf und endlich trieb auch der Dornenkiller sein Unwesen. Immerhin gelang die Endszene, auch wenn ich die Beweggründe des Mörders recht banal und uninteressant fand. Ach herrje, was hätte man alles aus diesem Buch machen können.

Trotzdem, nicht alles war schlecht. Stellenweise war der Thriller langatmig, aber gelesen habe ich ihn gern, mir gefiel der Schreibstil. Zur möglichen Fortsetzung greife ich allerdings nur, wenn mich das Coverthema anspricht.
Ich möchte das Buch mit 3 Sternen bewerten. 

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89 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

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Der Zorn der Einsiedlerin

Fred Vargas , Waltraud Schwarze
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Limes, 29.10.2018
ISBN 9783809026938
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Zorn der Einsiedlerin ist bereits der 11. Band der Reihe rund um den Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg. Ich wagte den Quereinstieg und lies mich auf mein erstes Abenteuer mit der Pariser Brigade Criminelle ein. Anfangs tat ich mir recht schwer mit dieser Literatur. Ich war sogar kurz in Versuchung das Buch abzubrechen. Es lag an den schwierigen Namen des eingeschworenen Ermittlungsteams, die ich bis zum Schluss nicht wirklich zuordnen konnte. Dazu gesellten sich 10 Mordopfer, mindestens genauso viele Tatverdächtige und Orte. Die Namen, wohlklingend wie eine schöne Melodie, aber Violette Retancourt, Claude Landrieu, Claveyrolle oder La Misericorde etc. verursachten doch viele wirre Gedankenblasen in meinem Kopf – so zumindest würde es Adamsberg ausdrücken.

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich diese Anfangsschwierigkeiten meisterte. Denn mich erwartete eine hochspannende Geschichte, die mir bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Jean-Baptiste Adamsberg kehrt nach einer Auszeit in Island zurück an seinen Arbeitsplatz, um den Mord an einer überfahrenen Frau aufzuklären. Der Wiedereinstig schleppt sich so dahin, das Delikt fordert ihn wenig. Erst als die Medien eine Häufung von Todesfällen melden, die durch den Biss einer Einsiedlerspinne hervorgerufen wurden, erwacht sein alter Ermittlerinstinkt. Er nimmt Witterung auf. Steckt ein Mörder hinter den Spinnenopfern? Kann man den menschenscheuen Achtbeiner als Tatwaffe missbrauchen? Unmöglich, wie Adamsberg einige Koryphäen auf diesem Gebiet bestätigen. Entgegen aller wissenschaftlichen Vernunft setzt der Kommissar seine Recherchen fort, die ihn kurze Zeit später zu einem längst geschlossenen Waisenhaus führen. Er kommt einer Bande von Jugendlichen auf die Spur, die vor rund 60 Jahren in dieser Anstalt lebten. Zufall, dass ausgerechnet die Bandenmitglieder zu den Spinnenbissopfern zählen? Adamsberg hat keinerlei Beweise für seine Mordtheorie. Werden ihm seine Teamkollegen glauben oder spaltet diese Geschichte die Pariser Brigade in zwei Lager? Sägt sein Stellvertreter nicht bereits an seinem Stuhl und die Spinne spielt ihm, Adrien Danglard, regelrecht in die Karten?
Während sich die Kollegen entscheiden, muss Adamsberg sich seiner Vergangenheit stellen. Er erkennt, dass die Einsiedlerin schon ziemlich lange eine Rolle in seinem Leben spielte. Diese Erleuchtung trifft ihn wie ein Schlag und lässt seine bisherigen Ermittlungen in einem völlig neuen Licht erscheinen…

Ein Krimi, bzw. ein Thriller lebt von der Theorie, die verworfen, aufgedeckt oder neu zusammengepuzzelt werden muss. Tatverdächtige kommen und gehen, neue Opfer verlieren ihr Leben… All dies ist im Buch „Der Zorn der Einsiedlerin“ im Überfluss vorhanden – so dass der finale Kracher (und das ist wirklich ein Kracher) fast zu konstruiert wirkte, Ermittlungsgenie Adamsberg hin oder her. Für mich hätte das Buch auch 100 Seiten vorher enden können – ich wäre zufrieden gewesen. Vielleicht wollte Fred Vargas einen Tacken zu viel Genialität vermitteln.
Trotzdem – sieht man mal von meinen Namensschwierigkeiten ab – erwartet den Leser ein rundum gelungener Thriller mit vielen liebenswerten Charakteren. Selbst die mutmaßlichen Täter haben Charme. Das Buch kommt vollkommen ohne blutrünstige Szenen aus, dafür sollte aber eines beim Leser nicht vorhanden sein – eine ausgeprägte Spinnenangst – denn sie lauern im Dunkeln und ihr Biss ist mörderisch. 

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die bittere Gabe

Ellen Marie Wiseman
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audible Studios, 03.05.2018
ISBN B07C7Y6SM2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Erstgeborene des renommierten Pferdezuchtgestüts Blackwood Manor kommt mit einem seltenen Gendefekt zur Welt: Albinismus. Lilly, eine Abscheulichkeit, die man auf dem Dachboden des Gutshofs verbergen muss, wie ihre bigotte Mutter findet. Lillys labiler Vater fügt sich seiner dominanten Ehefrau und billigt das Versteckspiel. Er unternimmt auch nichts, als diese ihre kleine Tochter im Alter von neun Jahren an einen Wanderzirkus verkauft. Seinen Kummer und Schmerz ertränkt er im Alkohol.
So landet das kleine Mädchen als Attraktion in der Freakshow – einem Kuriositätenkabinett, in dem sie jeder zahlende Besucher anglotzen darf. Fortan besteht ihr Leben aus Reisen, Vorstellungen und dem demütigenden Gefühl, für Geld zur Show gestellt zu werden. Es gibt kein Entrinnen, jegliche Aufbegehrung wird durch Gewalt ihres „Käufers“, dem Chef der Freakshow unterdrückt. So fügt sich Lilly ihrem Schicksal. Aber sie erlebt auch schöne Momente. Da ist ihre große Liebe zu den Zirkuselefanten und deren Dompteur, die ihr so unendlich viel geben. Und eines Tages wird ein Traum wahr. Sie bekommt eine eigene Elefantennummer und verhilft dem Zirkus dadurch zu großem Ruhm. Doch das Glück währt nicht lange und ein schlimmer Unfall verändert das Leben jedes einzelnen Artisten auf eine tragische Weise.

Parallel zu Lillys Geschichte springt das Buch immer wieder zurück nach Blackwood Manor. Wir lernen Julia kennen. Sie ist die jüngere Schwester der taffen Albinofrau. Nach dem Tod ihrer Eltern möchte sie als Alleinerbin die erfolgreiche Pferdezucht weiterführen. Ein ortsansässiger Tierarzt und ein langjähriger Angestellter des Gutshofs helfen ihr beim Start. Julias Kindheit war unglücklich. Sie litt sehr unter ihrer kaltherzigen und strengen Mutter und ihr Vater ignorierte sie weitestgehend. Der Umzug zurück ins Elternhaus reißt viele alte Wunden erneut auf. Immer noch hängen Mutters Verbote und Regeln wie eine dunkle Gewitterwolke über Julia. Warum gab es verschlossene Türen, warum durfte sie als kleines Mädchen nicht alle Räume des Hauses betreten? Welches Geheimnis hüteten ihre Eltern? Julia sucht nach Antworten und findet sie. Die Erkenntnis überrollt sie wie eine Dampfwalze. Der Alptraum ist viel schlimmer, als sie es sich je vorstellen konnte….

Nachdem der letzte Track meines Hörbuchs „Die bittere Gabe“ verklungen ist, bin ich immer noch erschüttert über Lillys Geschichte. Ein Paradebeispiel für menschliche Abscheulichkeiten, welche sich durch den ganzen Roman ziehen. Nicht nur einmal kamen mir Tränen in die Augen.
Da ist die Mutter, die ihre eigenen Schuld und ihr schlechtes Gewissen so perfekt auf ihre Mitmenschen übertragen konnte, dass ihr Verhalten und ihre Worte selbst mir, dem Hörer, Übelkeit bereiteten. Und da sind die Verantwortlichen des Zirkus, die ihre „Waren“ bis aufs Blut ausbeuten, egal, welchen Schaden eine menschliche Seele dabei nimmt. Die bittere Gabe zeigt aber auch die dreckige Sensationslust der Menschen. Es ist dieselbe, die sich heute noch z.B. beim Gaffen von Verkehrsunfällen zeigt. Menschen können grausam sein.

Vielleicht hat Wisemann Lilly und Julia einen Tacken zu viel Gutmensch verpasst – mag sein – ich jedenfalls saugte jedes Wort, jede Geste, welche einen Anflug von Glück andeuteten, regelrecht auf. Am Schluss angelangt, verlangte ich unbedingt ein Happy End. Habe ich es bekommen? Nun, dann müsste ich spoilern - und das hat kein Neuleser verdient.

Ein Wort zu Julias Geschichte: Sie ist recht vorhersehbar, denn für den Hörer, bzw. den Leser ist klar, welches Geheimnis sie aufdeckt. Auch die finale Information, der Showdown des Romans, hat mich weniger überrascht, ich ahnte die Wahrheit bereits, konnte mir aber zu keiner Zeit vorstellen, wie sich die Story bis dorthin entwickeln würde. Letztendlich ziehe ich meinen Hut, denn die Autorin hat sehr gute Arbeit geleistet und die finale Ausarbeitung wurde schlüssig und glaubwürdig umgesetzt.
Eine vorhersehbare Story? Ja, damit kann man gut umgehen. Die Dramatik lag in der Zeit, die Julia brauchte, um endlich hinter den Alptraum zu blicken. Mehrere Male bedauerte ich sogar, dass die Geschichte unterbrach und zurück zu Lilly wechselte.


Die Hörbuchsprecherin Katrin Zimmermann las mit viel Gefühl und verhalf dem Buch durch ihre Stimme zur Dramatik, welches es verdient hat.
Bei „Die bittere Gabe“ würde ich das Hörbuch den bedruckten Seiten vorziehen.

Absolute Lese- bzw. Hörempfehlung! 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Der Fedora Attentäter: Das erste Buch der Hydra-Detonation-Reihe

Melanie Naumann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.07.2018
ISBN 9781717822451
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

… im wahrsten Sinne des Wortes. Denn während man durch die Seiten fliegt, jagt eine explosive Sprengstoffzündung die nächste und lässt das körpereigene Adrenalin des Lesers deutlich ansteigen.
Dieser erste Band der Hydra-Detonation-Reihe, eine Mischung aus Thriller und Romanze, erinnert an Fernsehserien wie „The Blacklist“ oder „Blindspot“ und eignet sich für alle, die neben dem enormen Spannungsrausch noch eine kleine und feine Liebesgeschichte mögen.

Die junge Marlitha, genannt Marly heiratet einen Ermittler, der im Undercovereinsatz einige der bekanntesten und gefährlichsten Bombenattentäter der Welt zur Strecke bringen will. Leider verliert er dabei sein Leben und bringt durch seinen Tod auch Marly und die gemeinsame Tochter Lana in große Gefahr. Fortan wird sie zur Zielscheibe von Jacob Webb, einem der schrecklichsten Bombenterroristen überhaupt und eine wahre Koryphäe auf diesem Gebiet. Seine Konstruktionen können nur wenige Spezialisten entschärfen. Seit Jahren jagt er die junge Frau quer über den Globus. Ihre Flucht endet vorerst in Toronto. Dort findet sie nach all dem Schrecken der Vergangenheit endlich wieder ein persönliches Glück mit ihrem neuen Partner Luke, der sie und ihre Tochter fortan vor Webb beschützen möchte. Dass er beruflich als bester Sprengstoffexperte und Bombenentschärfer Kanadas arbeitet, spielt Webb regelrecht in die Karten. Er beginnt ein lebensgefährliches Katz und Maus – Spiel mit dem frischverliebten Paar und die beiden geraten in einen Strudel von Anschlägen, Überfällen und persönlichen Rache-Attacken. Und während in Toronto immer mehr Sprengfallen auslösen und weitere Rätsel auf Luke und Marly warten, steht bereits ein neuer Gegner in den Startlöchern. Luke erkennt, dass seine Vergangenheit ihn eingeholt hat. Kann der explosive Alptraum etwa noch gesteigert werden?

Die Hydra-Detonation-Reihe hat den Charakter eines Superagenten contra Superschurken Buches und die Dramatik der Sprengstofffallen könnten sogar einer Berümtheit wie James Bond gefallen. Diese Aussage ist nicht negativ gemeint. Im Gegenteil, obwohl Melanie Naumann ihre Protagonisten vor unmenschlich wirkende Gefahren stellt, die gefühlt nie abreißen, rutscht die Story zu keiner Zeit ins lächerliche oder klischeehaft Kitschige ab.
Eine Anmerkung zum ersten Viertel des Buches: Die Story hielt die Autorin auf diesen Seiten bewusst holprig, was zumindest bei mir einige Fragezeichen hervorrief und mit denen ich mir zu Anfang recht schwer tat. Auch im weiteren Verlauf kamen zwei- dreimal Gedanken auf, frei nach dem Motto: Oh nein, braucht die Story wirklich noch so einen Schlenker? Reicht die Action immer noch nicht? An dieser Stelle leiste ich Abbitte. Was auf den ersten Blick aufgesetzt fehl am Platz wirkte, baute sich nach und nach perfekt in die Dramatik rund um Luke und Marly ein und alle Aktionen klärten sich zu meiner Zufriedenheit auf, mit Ausnahme des berechtigten Cliffhangers der letzten Seiten, denn schließlich steht ein weiterer Band dieser Reihe in den Startlöchern.

Ich habe das Buch gerne gelesen und der Spannungsbogen zog sich durch das gesamte Werk. Die Beschreibung der Bombenkonstruktionen und die Schilderung der Zündungsmechanismen, bzw. die Zusammensetzung der explosiven Gemische war besonders beeindruckend und erforderten bestimmt eine große Recherche. Gelungen. Die Charaktere haben Charme, die Schurken Stil und die Liebesgeschichte zwischen Luke und Marly kann man auf jeden Fall auch noch mitnehmen, auch wenn ich sie vielleicht nicht ganz so romantisch gebraucht hätte.

Ich bin zufrieden und möchte auch den nächsten Band lesen. Von mir gibt es die vollen 5 Bewertungssterne. 

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

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Das Vogelhaus

Eva Meijer , Hanni Ehlers
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 27.08.2018
ISBN 9783442757947
Genre: Romane

Rezension:

Eva Meijer porträtiert im Buch „Das Vogelhaus“ das Leben der Forscherin Len (Gwendolen) Howard, deren bedeutende Vogelstudien wichtige, anerkannte Erkenntnisse lieferten, obwohl sie nie eine fundiert wissenschaftliche Ausbildung auf diesem Gebiet absolvierte.

Len wuchs in einer kulturell interessierten Familie auf, zu der sie zeitlebens nie eine allzu enge Beziehung aufbaute. 1914 zog sie schließlich nach London, wo sie als begabte Geigerin ein fester Bestandteil des „Queens Hall“ Orchesters wurde. In ihrer Freizeit beobachtete sie Londons heimische Singvögel, studierte ihren Gesang, ihr Verhalten, ein Hobby, welches ihr große Freude bereitete. Und während ihre Freunde und Kollegen den ewig gleichen Kreislauf von Beruf, Partnerschaft und Kinder durchliefen, merkte Len bald, dass sie solch ein Leben nicht brauchte. Im Gegenteil, menschliche Bindungen bedeuteten ihr kaum etwas. Dafür wuchs in ihr der Wunsch nach Natur, nach einem Leben im Einklang mit den Vögeln, fernab der lauten Großstadt. 1938 konnte sie diesen Wunsch realisieren. Sie verließ das Orchester und London und zog als Aussteigerin ins verwunschene Sussex, einem kleinen ländlichen Idyll, wo sie fortan eine Wohngemeinschaft mit ihren gefiederten Freunden einging. Fast 40 Jahre lang studierte sie das Verhalten von Spatzen, Amseln etc., wobei sie ihr Hauptaugenmerk auf die Kohlmeisen legte. Viele ihrer „Studienobjekte“ nisteten sogar im Haus, so dass Len ein natürliches Vogelverhalten ohne Zwang beobachten konnte. Sie veröffentlichte Bücher und Geschichten darüber.

„Das Vogelhaus ist ein zarter, sehr stiller Roman, der sehr unterhaltsam ist. Die Sprache poetisch, ein Spannungsbogen wird nicht gebraucht. Die (fast) chronologische Geschichte wird immer wieder durch Len`s Vogelgeschichte über „Sternchen“ unterbrochen. Zu dieser hochintelligenten Kohlmeise baute Len eine intensive Beziehung auf – Wir Leser bekommen so einen tollen Einblick über die Arbeit dieser fast vergessenen Vogelforscherin.

Das Vogelhaus ist ein wunderschöner Roman, der aber eines nicht ganz schaffte: Er berührte nicht mein Innerstes. Die Schuld lag an Len und ihrer Persönlichkeit. Ich ziehe den Hut wegen ihres unermüdlichen Engagements zugunsten der Vögel. Auch die zahlreichen Entbehrungen, die sie für ihre „Mitbewohner“ auf sich nahm, verdienen großes Lob. Leider litt darunter ihre menschliche Seite und sie verspielte viele Sympathiepunkte bei mir. Ich empfand sie oft kaltherzig und unfreundlich – eine resolute Dame mit egoistischen Neigungen. Aber vielleicht war sie gerade deshalb eine Vogel-Koryphäe der damaligen Zeit.

Ich gebe eine Leseempfehlung, denn Len`s Lebenswerk sollte nicht vergessen werden. Und uns Lesern wird ein ganz besonderer Blick auf all die gefiederten Individuen rings um uns herum geschenkt, den wir sonst nie wahrgenommen hätten. Er lohnt sich.
Ich möchte dem Buch vier von fünf Bewertungssternen geben.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Feenprinz - Band 3: Schatten und Licht - Gay Fantasy (Feenprinz-Reihe)

Ray van Black
E-Buch Text
Erschienen bei null, 02.08.2018
ISBN B07G5KSCGQ
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Der 17-jährige schwule Punk Lou gerät zufällig ins Reich der irländischen Feen und muss dort 3 lange Monate ausharren, bevor er wieder in sein ursprüngliches Leben nach Berlin zurückkehren kann. Wer sich für die Vorgeschichte von Lou interessiert, sollte unbedingt mit Band 1 in diese Buchreihe einsteigen – es lohnt sich. Alle anderen Leser erwartet in Band 3 ein heißes, homoerotisches Fantasyabenteuer, bei dem Liebhaber dieses Genres voll auf ihre Kosten kommen.

Der dritte Band der Feenprinzreihe widmet sich den besagten drei Monaten, die Lou bei seinem Gastgeber, dem Thronfolger der Feen, Prinz Silyan verbringt. Silyan soll in naher Zukunft eine Zwangsehe mit dem geheimnisvollen Prinzen Ferenian eingehen, der seine Aufgaben als zukünftiger Herrscher des Reiches bereits wahrnimmt. Ferenian übt auf Lou eine geradezu magische, sexuelle Anziehungskraft aus, die sich kaum unterdrücken lässt und die er sich immer wieder ausredet. Kann Lou Ferenian widerstehen? Falls nein, wie wird Silyan dann reagieren? Und welche Rolle spielt Corelio? Eine männliche Fee, die Lou in dieser Zeit zu einem guten Freund wurde.

Ich liebe die schillernd bunte und heiße Welt der Feen, die Ray van Black geschaffen hat. Ich habe alle Bände verschlungen. Darum gibt es auch für Teil 3 der Reihe eine Leseempfehlung und von mir 5 von 5 Bewertungssternen. Ich freue mich auf einen weiteren Teil. 

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101 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

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Die Prophezeiung des magischen Steins

Stephan M. Rother , Maximilian Meinzold
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522202442
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fast jeder große Fantasy-Schriftsteller hat seine Geschichte, bei der das Böse erwacht und ein bunt zusammengewürfeltes Völklein sich aufmacht, die Welt zu retten.
Stephan M. Rother reiht sich nun mit seinem Buch „Die Prophezeiung des magischen Steins“ in diese Konstellation ein.

Er schickt den jungen Menschensohn Dafydd in den eisigen hohen Norden. Gemeinsam mit Zauberin, Spitzohr, Zwerg und Gnom soll er eine entführte Prinzessin retten und einem grausamen Schurken das Handwerk legen. Auf dem Weg dorthin erleben die Gefährten viele Abenteuer und einige magische Momente, bis der finale Showdown das Schicksal aller Völker entscheidet.

Altbewährter Lesestoff, gekonnt umgesetzt, durchaus lesenswert, auch wenn der Geschichte an der ein oder anderen Stelle Spannung fehlte.

Doch warum hat mir das Buch gefallen? Weil Rother Humor hat und es versteht, den Charakteren eine Seele zu geben – egal wie klischeehaft sie sich verhalten. Die Zauberin Morgat beispielsweise, die furztrocken und knallhart jedem ihre Meinung sagt, für ihre Sprüche muss man sie einfach liebhaben. Oder Memphy, der tollpatschigste, drolligste Gnom ever, der garantiert kein Fettnäpfchen auslässt. Gefolgt von der Markgräfin Floriana, die selbst in Lebensgefahr ihre höfische Etikette bewahrte – mit vollem Erfolg. Neben dem Ernst der Geschichte, darf auch mal herzhaft gelacht werden. Ich jedenfalls hatte recht amüsante Lesestunden, die ich nicht missen möchte.

Warum ziehe ich dennoch einen Stern in meiner Bewertung ab? Fantasy Geschichten leben von der Länge – ich möchte in den fremden Welten verweilen, sie kennenlernen und genießen… Wenn sich die Seitenzahl auf knapp 400 Seiten beschränkt – dann fehlt mir dieser Genuss, denn alles passiert hoppla hopp. Für mich persönlich litt das Buch unter der fehlenden Länge. Die Charaktere und die vielen Abenteuer konnten sich nicht richtig entfalten. Zu viel wurde hineingepackt. Der lange Feinschliff, das Sahnehäubchen einer Fantasygeschichte, wurde mir genommen.

Dennoch, „Die Prophezeigung des Magischen Steins“ ist ein gut geschriebenes Buch mit schlüssigem Inhalt, welches ohne blutige Schlachten und allzu schreckliche Gestalten auskommt. Dem empfohlenen Lesealter ab 12 stimme ich zu. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung! Außerdem möchte ich am Schluss noch auf das tolle Cover hinweisen. Eines der schönsten, welches mittlerweile in meinem umfangreichen Bücherregal steht. 

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127 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 84 Rezensionen

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Vier Tage in Kabul

Anna Tell , Ulla Ackermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499273841
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei schwedische Diplomaten werden in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, vermisst. Die Aufklärung dieses Falls soll möglichst diskret und ohne öffentliche Aufmerksamkeit erfolgen, vor allem auch, um die politischen Verbindungen dieser beiden Länder nicht weiter zu verschlechtern.
Darum wird die schwedische Unterhändlerin, Kriminalkommissarin Amanda Lund, eine in Afghanistan stationierte Verhandlungsspezialistin, mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung bekommt sie vom Kollegen Bill Eckmann, der in Stockholm ihren Einsatz koordiniert.
Alle Spuren des Vermisstenfalls, der sich später als Entführung herauskristallisiert, führen zum schwedischen Botschafter in Kabul und weiter bis in die allerhöchsten politischen Kreise beider Länder. Wer sind die Drahtzieher hinter dem Ganzen? Sind die beiden Diplomaten überhaupt noch am Leben? Die Zeit drängt, die Regierung will Ergebnisse, die Medien lauern und Amandas Adrenalinspiegel ist vier Tage in Kabul an seiner absoluten Obergrenze.

Anna Tell verschaffte mir durch diesen Roman meinen allerhöchsten Respekt vor den Menschen, die freiwillig oder durch einen beruflichen Einsatz bedingt in einem Land wie Afghanistan leben, wo der Tod hinter jeder Hausfassade lauert. Die Zustände, die Gefahren…, ich denke genauso spielt sich das Leben in dieser Hölle auf Erden ab. Ein sehr guter Einblick in ein Kriegsland ohne Regeln und ohne Respekt vor menschlichem Leben.
Auch der hochspannende Entführungsfall ist authentisch und er könnte sich genauso abgespielt haben. Daran habe ich keinen Zweifel. 


Allerdings verschachtelte Anna Tell alle beteiligten Personen miteinander. Übertrieben bedeutet dies: Der Freund, vom Freund, vom Freund des Freundes war ebenfalls beteiligt. Dazu kommen noch die vielen nicht geläufigen arabischen und schwedischen Namen, die unzähligen hochrangigen Regierungspersönlichkeiten und das umfangreiche Geschehen über zwei Kontinente hinweg. Mir war`s manchmal zu konfus und vollgepackt. 


Neben 4 von 5 Sternen gebe ich eine Leseempfehlung. Ein Thriller mit einigen Überraschungen und Wendungen, der die Zustände in einem Land zeigt, dass zu den gefährlichsten der Welt gehört - ein gelungenes Debüt an dessen Fortsetzung ich sehr interessiert bin. 

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212 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 136 Rezensionen

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Ins Dunkel

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Firma BaileyTennants gerät ins Visier der Steuerfandung. Alice Russel, eine langjährige Mitarbeiterin im Unternehmen, soll den Behörden als geheime Informantin wertvolle Dokumente liefern, die den Verdacht der Geldwäsche bestätigen.
Während die Ermittlungen laufen, nimmt Alice an einer Teambuilding-Aktion ihres Arbeitgebers teil. Sie ist eine von 5 Frauen, die eine 3 tägige Wanderung durch den australischen Busch wagen und dabei nur auf die Hilfe von Landkarte und Kompass zurückgreifen.
Doch lediglich 4 Damen kommen am vereinbarten Endziel der Tour an. Von Alice fehlt jede Spur. Eine fieberhafte Suche nach der Verschwundenen beginnt. Die Zeit drängt, denn die unberührte Natur ist gnadenlos und macht das Überleben schwer. Was ist wirklich in der Wildnis geschehen? Hüten ihre vier Kolleginnen ein schreckliches Geheimnis? Wurde Alice als Spitzel enttarnt und der Ausflug sollte sie aus dem Weg schaffen? Und welche Rolle spielt ein Serienmörder, der Jahre zuvor in derselben Gegend sein Unwesen trieb?


Ich beginne mit meiner persönlichen Kritik, welche die Logik betrifft. Mich störte, dass ein Ermittlungsteam der Wirtschaftskriminalität den Hauptpart der Polizeiarbeit übernahm. Was haben die mit einem Vermisstenfall zu tun? Zumal die verschollene Alice wohl kaum die angeforderten Beweismittel zum Wandern in ihren Rucksack packte. Die Autorin Jane Harper brachte Aaron Falk zum zweiten Mal ins Spiel. Er spielte bereits in ihrem Debütroman eine Hauptrolle. Und er arbeitet nun mal bei der Steuerfahndung. Das kann ich alles verstehen und nachvollziehen. Es hinterlässt trotzdem einen komischen und konstruierten Eindruck.

ABER: Diesen Punkt bitte unbedingt ignorieren und ein Auge zudrücken. Denn dieser Thriller ist klasse. Ich wurde in ein Drama mitgenommen, dessen Spannung ich kaum aushalten konnte. Der Erzählstil ist sehr interessant. Die gut geschriebene Story wechselt nach jedem Kapitel zwischen der Aufklärung des Falls und dem Rückblick auf die besagte Wanderung und den Erlebnissen in der Natur. Langeweile = Fehlanzeige. Dafür gibt es viele Cliffhänger, die die Spannung hochhalten. Wir Leser erfahren erst auf den letzten Seiten die Wahrheit über Alices Verschwinden. Bis dahin kann nach Herzenslust mitgerätselt und verdächtigt werden. Jegliche Option bleibt bis zum stimmigen Schluss offen und garantiert Gänsehautmomente. Ein Thriller, der diesen Namen mehr als verdient hat und für den ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche. Nervenkitzelgarantie! 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Feenprinz - Band 2: Flügel und Magie - Gay Fantasy (Feenprinz-Reihe)

Ray van Black
E-Buch Text: 129 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2018
ISBN B07DSG6KQJ
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Vorab:
Band 2 der Feenprinzreihe schließt nahtlos an das Vorgängerbuch an. Ich rate dazu, mit „Zwei Welten“ zu beginnen. Dort schildert Ray van Black ausführlich die Vorgeschichte von Lou, dem Hauptcharakter dieses homoerotischen Fantasy-Abenteuers. Und dort wird auch ausführlich auf Lous Macken und Verhaltensweisen eingegangen, die hier im Feenreich eine wichtige Rolle spielen und viele Handlungen erklären.

Zum Inhalt:
Es ist geschehen. Der schwule 17-jährige Berliner Punk Louis, genannt Lou, ist mitten im schillernden irländischen Feenreich gelandet und die Rückkehr in sein normales Leben scheint in weite Ferne gerückt. Seine Laune ist dementsprechend schlecht und sein Verhalten beschert ihm allerhand Schwierigkeiten, was einigen Wesen gewaltig auf die Nerven geht. Vor allem Ferenian, sexy, männlich und geheimnisvoll, zeigt seine Abneigung deutlich. Blöd nur, dass er auf Lou eine gewaltige erotische Anziehungskraft ausübt. Die beiden lassen sich auf ein gewagtes Katz und Maus Spiel ein, dessen Ausgang bestimmt noch eine Menge Überraschungen zu bieten hat…

Mein Fazit:
Der im Band 1 angekündigte „Feenstaub“ ist eingetroffenen und zieht uns Leser in eine glitzernde, schillernde und klischeebehaftete Welt voller Blütenblätter, Morgentaubadebecken und modeaffinen Käfern. Und mittendrin Lou, der seinen Hund Kotze taufte und dessen einzige Farbe der rote Iro auf dem Kopf ist. Diese Gegensätze wurden richtig genial umgesetzt und haben mir einige Stunden beste und amüsante Unterhaltung geschenkt. Eine gelungene Fortsetzung. Es bleibt spannend, die Geschichte ist schlüssig und ich freue mich, dass sie weitergeht.
Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.  

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215 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 128 Rezensionen

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Zu nah

Olivia Kiernan , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel , Carla Felgentreff
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.04.2018
ISBN 9783959671835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu nah - Im Debüt-Thriller von Olivia Kiernan ermittelt Frankie Sheehan, die erst wenige Wochen zuvor selbst Opfer eines traumatischen Verbrechens wurde und nur knapp mit dem Leben davonkam. Während sie mit den seelischen Auswirkungen kämpft und als Zeugin im Prozess ihres mutmaßlichen Mörders immer wieder mit der Tat konfrontiert wird, bringen zwei Leichenfunde die Ermittlerin an ihre Belastungsgrenze.
Die beiden Toten könnten unterschiedlicher kaum sein. Eleonor eine angesehene Universitätsprofessorin mit Lehrauftrag und die junge Amy Keegan, die bisher kaum aus dem dörflichen Leben der elterlichen Autowerkstatt hinausgekommen ist. Ist der spurlos verschwundene Ehemann von Eleonor das fehlende Bindeglied zwischen den beiden toten Frauen? Und während Frankie im Sumpf von häuslicher Gewalt, Suizidplattformen im Darknet und dem Maler Chagall wühlt, katapultiert eine weitere Leiche die Ermittlungs-Fortschritte zurück auf den Nullpunkt….

Mein vorletzter Thriller (übrigens der schlechteste, den ich bisher in meinem Leben las) hatte so starke Ähnlichkeit mit „Zu nah“, dass dieses Debüt kaum eine Chance bei mir hatte. Eine arbeitsunfähige, traumatisierte Kommissarin trifft auf einen skrupellosen Psychopaten. In beiden Büchern übten die Serienmörder sogar denselben Beruf aus. Ach nö – nicht schon wieder und wirklich purer Zufall, dass ich kurz hintereinander zu diesen Lektüren griff. Der Mörder ist immer der Gärtner (oder der …), der erhoffte Spannungsbogen darum auf ein Minimum gesunken.

Aber für mich eine gute Möglichkeit beide Bücher miteinander zu vergleichen. „Zu nah“ schneidet in vielen Punkten deutlich besser ab, als die Ermittlungen von Smocky Barrett in „Die Stille vor dem Tod“.
Die Geschichte baut sich langsam und schlüssig auf. Während immer mehr Details ans Licht kommen, steigt die Zahl der Verdächtigen und das Rätsel um den gesuchten Mörder. Während Frankie etlichen Hinweisen nachgeht, arbeitet sie nebenher ihr eigenes, erlittenes Schicksal auf. Diese Sequenzen, die rückblickend ein zweites Verbrechen schildern, störten mich persönlich kaum. Sie wurden wohldosiert eingebaut, dies hat die Autorin sehr gut hinbekommen. Frankie`s Trauma veränderte zwar ihre Persönlichkeit, aber sie wurde nicht zum seelischen Wrack degradiert. Ihre Ermittlungen litten kaum darunter – dafür bin ich Kiernan sehr dankbar.

Ich gebe eine Leseempfehlung – ein guter Durchschnittsthriller, dessen Showdown vielleicht einen Tacken zu konstruiert und gehetzt abgehandelt wurde. Der aber definitiv 3 von 5 Sternen verdient hat. Solide Leistung für ein Debüt. 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Feenprinz - Band 1: Zwei Welten - Gay Fantasy (Feenprinz-Reihe)

Ray van Black
E-Buch Text: 156 Seiten
Erschienen bei null, 30.04.2018
ISBN B07CS4CHH7
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

„Feenprinz“ ist die Geschichte von Louis aus Berlin, 17 Jahre alt, schwul und aufmüpfiger Punk. Er lebt im ständigen Streit mit seiner alleinerziehenden Mutter und hängt am liebsten mit seinen Kumpels ab, denen er seine Homosexualität bisher verheimlichte.
Gerade als seine Freundschaft zu Schnorri eine entscheidende Phase erreicht, wird er von seiner Mutter Sabine zu einem zweiwöchigen Irlandurlaub gezwungen. Widerwillig fügt er sich seinem Schicksal und seine Laune ist tief im Keller, als die beiden kurz vor Beltane, dem Fest zum Sommeranfang, die grüne Insel erreichen.
Während sich Sabine sofort ins feuchtfröhliche Dorfgeschehen stürzt, nimmt Louis Wut auf seine Mutter zu und frustriert läuft er in die nächtliche Natur hinaus. Die gutgemeinten Warnungen der Einheimischen: „Hütte dich an Beltane vor den Feen“ sind doch reiner Schwachsinn. Doch hinter jeder Legende steckt ein Körnchen Wahrheit und als er plötzlich in die Augen des geflügelten Silyan blickt, erkennt er, dass er sich mitten in einem wahrgewordenen Alptraum befindet.

„Feenprinz – Zwei Welten „ ist der Auftaktroman zu einem 4-6 bändigem Werk. Ray van Black nutzte 2/3 des Buches für die Vorgeschichte von Louis, dessen aktueller Gefühlslage und um den Alltag mit Freunden und Mutter zu beschreiben. Fantasyliebhaber müssen sich beim Lesen gedulden, denn das Buch streift dieses Genre nur am Schluss sehr kurz. Auch die homoerotischen Szenen sind momentan noch rar. Ich persönlich hatte mit der ausführlichen Louis-Schilderung überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil, zeigt sie doch deutlich, wie er fühlt und denkt und warum er manchmal doch sehr rüpelhaft reagiert. Ich möchte sie nicht missen.

Fazit: Ich hatte einige amüsante und durchaus auch witzige Lesestunden. Die Story ist schlüssig und die Charaktere stimmig. Ich freue mich definitiv auf die Fortsetzung und hoffe, dass der angekündigte Feenstaub den nächsten Band nicht zu sehr ins Kitschige zieht.
Definitiv: Band 1 hat mir gefallen, ich mag solche Storys. Punkt. Darum gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung. 

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einst erschuf die Himmelsgöttin Kinder aus Blut und Bein und schenkte ihnen einen Teil ihrer Seele. Sie wurden mit magischen Kräften ausgestattet. Doch nicht alle Bewohner der Erde bekamen diesen Segen. Die Göttergabe empfingen nur die schwarzhäutigen Maji`s, das Volk mit den weißen Haaren.

Ein grausamer König bestieg den Thron, der nur ein Ziel kannte: Den Untergang der Maji`s und die Zerstörung der Magie. In einer grauenvollen Blutnacht wurden alle Weißhaarigen abgeschlachtet. Nur deren Kinder, die noch keine magischen Kräfte entwickelten, durften am Leben bleiben. So verschwand die Magie von der Erde und die einst mächtigen Maji`s wurden zu Sklaven, Leibeigenen und Zwangsarbeiter, ein Volk der sozialen Unterschicht, gebrandmarkt mit dem Schimpfwort „Made“.

Doch noch gibt es Hoffnung. Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit kann die Magie auf die Erde zurückkehren. Und so machen sich drei tapfere Verbündete auf eine lange und gefährliche Reise. Ihre Parole: „Sie raubten uns die Magie, jetzt erheben wir uns“.

Die Magie muss erlöschen, die Verbündeten sollen sterben. Inan, Sohn des Königs wird zum Jäger. Einer, der damit um die Gunst seines Vaters buhlt. Doch plötzlich hat ihn die Göttergabe selbst fest im Griff und diese Erkenntnis lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit wird er eine schwerwiegende Entscheidung treffen müssen.

Ich bin gerne in phantastischen Welten unterwegs, mag den schier aussichtslosen Kampf gegen das Böse, den Zusammenschluss von Gefährten, das Ringen um Macht, den Kampf um Königreiche, fremde Völker, Wesen, Liebesbeziehungen und die Aussicht, dass irgendwann, in ungewisser Zukunft, das Gute durch den „einen“ Helden siegt.

Der erste Band von „Children of Blood and Bone“ liefert ab und die aufgezählten Punkte sind da. In dieser afrikanischen Phantasiewelt mit ausschließlich schwarzhäutigen Protagonisten und diversen wilden Tiergeschöpfen, die alle von diesem Kontinent stammen.

Bei einem Punkt jedoch versagt „Goldener Zorn“ immens: Dem Helden. Verkörpert in diesem Roman durch die unerschrockene Maji Zelie. Zum ersten Mal fehlt mir jegliche Sympathie für den „Star“ der Geschichte. Das betrifft nicht nur ihre Person, sondern auch ihre Magie und ihr Handeln. Nein, eigentlich betrifft es alle Beteiligten. Das Buch berührte mich nur an ganz, ganz wenigen Stellen. Ansonsten erschlug mich die brutale, nicht enden wollende, blutige Gewalt aller Parteien. Am Schluss angelangt, bin ich froh, die unzählbaren Toten endlich hinter mir lassen zu können.

Ich hadere auch mit Teilen der Handlung. Vielversprechende Charaktere sterben wie Fliegen, Ortsentfernungen und Zeiten werden missachtet, die Handlung ist nicht an allen Stellen schlüssig, zum Teil oberflächlich und Gegenstände wie Spritzen, Motorboote und Zigaretten wirken in einer Fantasiegeschichte fehl am Platz.

Meine Reise mit Zelie und Co endet hier. Ich bin nicht an einer Fortsetzung interessiert und werde auch die angekündigte Verfilmung nicht schauen. Den Hype, den das Buch in den USA entfesselte, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Gefühlt würde ich dem Buch nur zwei Sterne geben. Aber das wäre einen Tacken zu hart, denn der Schreibstil ist gut und in einem anderen Punkt glänzte die Autorin. Trotz der unbekannten Namen von Personen, Göttern und Völkern konnte ich problemlos alles auseinanderhalten und hatte keinerlei Schwierigkeiten der Story zu folgen. Ich musste zu keinem Zeitpunkt Passagen etc. zweimal lesen. Trotzdem gibt es von mir keine Leseempfehlung und nur mit Vorbehalt bewerte ich den Roman mit 3 Sternen.

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138 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

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Alligatoren

Deb Spera , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672207
Genre: Historische Romane

Rezension:

Alligatoren spielt in den Südstatten der USA, rund 60 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei. Vieles hat sich dort nicht verändert und alte Denk- und Handlungsweisen sind immer noch fest in den Köpfen der Bevölkerung verankert.
Doch Alligatoren zeigt deutlich, dass das Schicksal blind ist. Es macht keinen Unterschied zwischen der Hautfarbe, dem bürgerlichen Stand oder der sozialen Situation. Freud und Leid trifft jeden, zu jeder Zeit, an jedem Ort…

Alligatoren porträtiert einfühlsam und bewegend drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und bei denen dieses blinde Schicksal erbarmungslos zuschlägt. Alle drei müssen sich den Herausforderungen des Lebens stellen und niemand kann sie davor bewahren. Der Kampf ist hart und schmerzvoll.

Gertrude und ihre vier Töchter leben fernab jeglicher Zivilisation in einer kargen Hütte bei den Sümpfen von South Carolina. Ihr gewalttätiger Ehemann prügelt und misshandelt die Familie und verschleudert alles Geld für seine Alkoholexzesse. Zum Überleben bleibt nichts übrig. Als Gertrude sich endlich von Alvin befreien kann, sind die 5 Frauen dem Tode näher als dem Leben. Nun muss sie sich als alleinerziehende Mutter der Situation stellen.
Sie findet Arbeit in der Näherei von Annie Coles, deren Familie eine riesige Baumwollplantage besitzt. Die Coles zählen zu den Reichsten der Gegend und ihr Anwesen ist mit der modernsten Technik ausgestattet. Aber auch sie müssen kämpfen. Eine Käferplage zerstörte den florierenden Baumwollanbau und Edwin Coles versucht seither Fuß im Tabakhandel zu fassen. Schonungslos beutet er die Familie für seine Zwecke aus. Wenn das männliche Oberhaupt ruft, hat sich keiner zu wehren. Als er sich zu einer Handelsreise aufmacht, entdeckt Annie ein grausames Familiengeheimnis, dessen Folgen das Leben jedes Coles verändern wird.
Oretta ist die Seele dieses Buches. Die tiefgläubige Schwarze führt den Haushalt der Coles und für ihr Umfeld ist sie Krankenschwester, Seelsorger, Tröster und Freundin. Mehrere Male rettet sie Gertrude das Leben. Nicht jeder mag ihre Empathie für hellhäutige Menschen, was ihr oft Abneigung beschert. Sie verlor früh ihre einzige Tochter und ihr geliebter Ehemann ist körperbehindert. Sie leidet still, doch nach außen hin verkörpert sie Kraft, Mut und Zuversicht. Von Oretta bin ich zutiefst beeindruckt.

Alligatoren ist ein Buch, welches mich stark bewegte. Schonungslos berichtet es vom harten Leben der Menschen in den 20-Jahren des letzten Jahrhunderts. Es war eine entbehrungsreiche Zeit mit Gewalt, Verlusten, Naturkatastrohen und Leid. Es machte die Menschen hart und lieblos und doch blitzt Hoffnung auf. Hoffnung nach einem besseren Leben, Hoffnung nach Selbstständigkeit, Vergebung und Zukunft.
Deb Sepra hat wunderbare Charaktere erschaffen, die tief in ihr Innerstes blicken ließen und dadurch manch schreckliche Handlung erklärbar und nachvollziehbar machten. Ich kann und will keiner mit dem bösen Zeigefinger drohen, keine der drei hätte es verdient.

Darum gibt es für mich als Fazit nur ein Wort: Toll – eine wunderbare Lektüre. Absolute Leseempfehlung für dieses Drama, das mich gedanklich noch lange beschäftigen wird. 

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336 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 176 Rezensionen

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Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe

Corina Bomann
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289960
Genre: Historische Romane

Rezension:

Agneta ist das zweite Kind einer renommierten Adelsfamilie, deren Einfluss bis ins schwedische Königshaus reicht. Da ihr älterer Bruder Hendrik einmal Hoferbe des europaweit angesehenen Pferdegestüts wird, wagt die junge Frau einen Schritt, der 1913 noch einen handfesten Skandal auslöste. Sie beginnt ein Kunststudium in Stockholm und sympathisiert mit Menschen, die sich für Frauenrechte in Politik, Bildung und für soziale Unabhängigkeit einsetzen.

Ein schwerer Schicksalsschlag zwingt Agneta zurück auf den elterlichen Hof und kurze Zeit später ist sie für die Zukunft von vielen Menschen verantwortlich. Agneta muss sich entscheiden: Für ein Leben in gesellschaftlichen Zwängen zum Wohl der Familie, oder für die Freiheit, die sie sich so mühsam erkämpfte.

Mit „Agnetas Erbe“ beginnt Corina Bomanns Schwedensaga über die Lejongards und ihrem Zuhause, dem Gut Löwenhof. Mit über 700 Seiten bereits jetzt ein gewaltiges Werk, dass sich jedoch gut lesen lässt, das schlüssig ist und recht gut das strenge Regime der Adelshäuser Anfang des 20. Jahrhunderts beschreibt. Ein Roman für nette Lesestunden, mit einem kleinen Spannungsbogen und mit den erwarteten Szenen, die dieses Genre „Historischer Adel-Frauen-Liebe“ ausmachen. Ein Buch, dessen Fortsetzungen ich zwar nicht sehnlichst erwarte, die ich aber dennoch lesen möchte.

Ich hadere etwas mit der blassen Hauptprotagonistin Agneta, die so taff und kämpferisch wirken sollte. Ihre Rolle als moderne, aufgeschlossene, frauenrechtlerische Dame nahm ich ihr nicht ab, auch wenn sie nur am Rande in dieser „Szene“ mitmischte. Die unendlichen Auseinandersetzungen mit ihrer strengen, etikettenliebenden Mutter Stella nervten irgendwann, genauso wie ihre Entscheidungen „stets zum Wohle“ des Adelsgeschlechts und der gesellschaftlichen Norm. Ihre modernen Ansichten, Gedanken und Handlungen glommen auf sehr, sehr kleiner Flamme.

Wegen dieser Kritik bewerte ich „Agnetas Erbe“ mit drei von fünf Sternen. Ich möchte dennoch eine Leseempfehlung aussprechen. Mit diesem Buch macht man praktisch nichts falsch. Ich würde es jederzeit an alle meine weiblichen Familienmitglieder und Freundinnen weitergeben. 

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Das Meer

Wolfram Fleischhauer , Johannes Steck
Audio CD
Erschienen bei Argon, 01.03.2018
ISBN 9783839816226
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verpackt in einen hochspannenden Thriller ist es Wolfram Fleischhauer eindrücklich gelungen seine Leser, bzw. Hörer auf ein ernstes Problem hinzuweisen: Der skrupellosen und profitgierigen Ausplünderung unserer Weltmeere, mit fatalen Folgen für Mensch-, Tier- und Umwelt.

Während die international agierende Fischmafia (im Buch hauptsächlich vertreten durch den spanischen Fischerei-Flottenbesitzer Ignacio Buzual und dem Thailänder Suphatra) äußerst brutal ihre Gelder vermehren, versucht eine radikale Gruppe von Umweltschützern, den Fischfang zu normalisieren. Die Zeiten, in denen versklavte Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen wahllos die Meere leerfischen, in denen Scheinfirmen EU-Gelder abkassieren und in denen sich kein Verbraucher, um den noch vorhandenen Artenbestand schert, sollen endgültig der Vergangenheit angehören. Mehrere Aktivisten bringen Fische auf den Lebensmittelmarkt, bei dessen Verzehr ein im Tier angereichertes Nerventoxin schlimmste Vergiftungserscheinungen hervorruft. Die Betroffenen können später nie wieder Fisch essen, sie entwickeln eine Allergie dagegen.
Das Vorhaben gelingt, leider mit einem schweren Verlust. Die junge Teresa wird erwischt und verschwindet spurlos. Eine gnadenlose Jagd auf Ragna die Melo, Anführerin der Umweltaktivisten, beginnt. Wird sie, wie Teresa, der Fischmafia in die Hände fallen oder kann ihr Vater sie rechtzeitig warnen? Schließlich kennt er das Treiben seiner früheren Kollegen ganz genau. Nur, wo soll er mit der Suche beginnen? Denn seine Tochter hat alle Spuren zu ihrem Aufenthaltsort verwischt und die Zeit drängt…

Ich bewerte „Das Meer“ als Hörbuch. Der Sprecher Johannes Steck hat eine hervorragende Arbeit geleistet und mir einige Stunden voll höchster Spannung geschenkt. Die Geschichte ist schlüssig, glaubhaft und bringt das Umweltthema deutlich und schonungslos auf den Punkt. Fakten, an deren Wahrheit ich keine Zweifel habe und die an die Öffentlichkeit müssen. Darum gibt es eine absolute Leseempfehlung von mir. Ein Thriller, der unseren eigenen unbedachten Fischverzehr zu Recht in ein anderes Licht rückt und der uns zum Nachdenken anregen sollte.

Obwohl das Hörbuch, der Sprecher und die Story mich vollkommen überzeugten, würde ich Neulesern eher zum Taschenbuch oder Ebook raten. Ich tat mir mit den Personen sehr schwer und musste einige Passagen mehrmals anhören, um am Ball zu bleiben. Warum? Zum einen hörten sich manche gesprochenen Namen sehr ähnlich an, z.B. Ragna/Herr Render. Zum anderen sind alle Protagonisten mehrfach miteinander vernetzt, was zwar einen genialen schriftstellerischer Schachzug bedeutet, aber beim Hören verwirrt.

Trotzdem gestaltete sich „Das Meer“ als ein Highlight meiner bisherigen Hörbuchsammlung und ich bewerte diesen Umwelt-Thriller mit vollen 5 von 5 Sternen. 

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88 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Ein Reif von Bronze

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.03.2018
ISBN 9783499403576
Genre: Fantasy

Rezension:

„Die alten Götter zürnen, sie müssen besänftigt werden.“ Mit diesem Auftrag macht sich der junge Pol auf einen beschwerlichen Weg, denn er ist der einzige, der dies vermag. Doch er verliert seine Göttergaben. Wie soll er sie gnädig stimmen, wenn er mit leeren Händen vor sie treten wird?

„Die alten Götter zürnen, der Krieg hat begonnen.“ Doch die Völker im hohen Norden kämpfen ihre eigene, ganz persönliche Schlacht. Bruder gegen Bruder. Auf welches Haupt wird der Reif von Bronze gesetzt, wenn die längste und dunkelste Nacht des Jahres mit allem, was in der Tiefe lauert, einem neuen Tag weicht?

„Die alten Götter zürnen, die Blätter der Heiligen Esche welken.“ Leyken aus dem Süden, gefangen im Zentrum der Rabenstadt, sieht die Fäulnis und den Moder mit ihren eigenen Augen. Und sie erkennt, dass die Kindheitsgeschichten über die alten Götter nichts, überhaupt nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Der Fantasyroman „Ein Reif von Bronze“ schließt sich nahtlos seinem Vorgängerband an und die Geschichte rund um die Heilige Esche fasziniert aufs Neue durch Stephan M. Rothers ganz besonderen Schreibstil. Ein Buch, welches Zeit braucht, keine Literatur zum Überfliegen, High-Fantasy mit dem gewissen „Rother-Pfiff“, der auch in diesem Buch bravourös zur Geltung kommt.

Wiederum begleiten die Leser abwechselnd den Dieb Pol, König Morwas Familiengeschlecht im hohen Norden, und Leyken aus dem Stamm Banu Qisai, die sich auf der Suche nach ihrer entführten Schwester in der Rabenstadt aufhält. Während „Ein Reif von Eisen“ die Grundlagen der Geschichte liefert, konzentriert sich „Ein Reif auf Bronze“ auf viele magische Szenen. Der Leser kommt dem Geheimnis des alten, mächtigen Baumes auf die Spur und erkennt wichtige Zusammenhänge. Zwei-, dreimal musste ich mit einigen langwierigen Passagen kämpfen, mein einziger und minimalster Kritikpunkt, der trotzdem nicht an der verdienten 5-Sterne Bewertung rüttelt.

Ich persönlich würde nicht mit diesem Band in die Geschichte einsteigen. Alles ist mit Allem verbunden. Und was für die Heilige Esche gilt, gilt auch für diese Trilogie. Vieles ist miteinander vernetzt, die Personen, die Handlungsstränge… Den vollen Genuss bekommt man nur im Ganzen!

Fazit: Ich gebe eine klare Leseempfehlung, denn das Buch ist ein Genuss. Die Story ist rund, macht Lust auf mehr und der gelungene Cliffhanger der letzten Seite, lässt mich bereits jetzt mit den sprichwörtlichen Hufen scharren. Ich möchte weiterlesen, deshalb wird Teil 3 der Reihe auf jeden Fall einen Platz in meinem Buchregal bekommen. 

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Hexenmacht

Kai Meyer , Jens Maria Weber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 22.02.2018
ISBN 9783596701742
Genre: Fantasy

Rezension:

Hexenmacht ist das zweite Buch des Weltraumabenteuers „Die Krone der Sterne“. Neuleser können problemlos mit diesem Band einsteigen. Alles Relevante wird in einer gelungenen Zusammenfassung zu Beginn der Geschichte erklärt und zusätzlich durch wohldosierte Rückblicke der Hauptprotagonisten unterstützt. Das hat der Autor Kai Meyer sehr gut hinbekommen.

Iniza und Glanis leben mittlerweile ein Jahr im Asyl auf dem Piratenplaneten Noa, der von Inizas Onkel Fael beherrscht wird. Ihre gemeinsame Tochter Tanys ist inzwischen 6 Monate alt. Auch die treuen Weggefährten des Paares, Shara und Kranit haben dort eine neue Heimat gefunden. Aber der Frieden trügt. Den versteckten Planeten möchten viele unterschiedliche Gegner durch kriegerische Handlungen zerstören.

Der Alptraum beginnt, als dem gefangenen Hadrath, ein glühender Anhänger des STILLE Kults, die Flucht von Noa gelingt. Er kennt die gut gehüteten Koordinaten des Planeten und ist bereit, diese auch zu verraten. Damit ihn niemand bei seinem Vorhaben hindert, entführt er die kleine Tanys und setzt sie als Geisel ein. Während Glanis die Verfolgung aufnehmen kann, bleibt Iniza alleine auf Noa zurück und trägt plötzlich die Verantwortung für tausende Menschen.
Kann Hadraths Plan vereitelt werden? Was hat dieser Irre mit dem kleinen Baby vor? Ist Noa in Gefahr? Welche Rolle spielt die hübsche Muse dabei? Und was geschieht mit Shara und Kranit, die auf einem anderen Planeten, in einer anderen Schlacht einem weiteren, gefährlichen Gegner ins Auge blicken.

Zum zweiten Mal faszinierte mich das Weltraumabenteuer mit seinen vielen unterschiedlichen Facetten. Ein Muss für Liebhaber des Genres SciFi, denen ich eine Leseempfehlung ausspreche. Das gut geschriebene und stimmige Buch ist eine Reise in die fremden Welten wert.

Eine weitere große Stärke sind die Beschreibungen der Charaktere, denen ich ihr Verhalten zu 100% abgenommen habe. Die Fiesen sind so abgrundtief böse, dass man sie beim Lesen mit jeder Faser zu hassen beginnt, während die Guten zu persönlichen Helden werden, ganz gleich ob sie gerade Tausende in ihr Unglück stürzten. Toll, wie gut und glaubhaft das dem Leser vermittelt wurde.

Während ich Band 1 mit 5 Sternen bewertete, ziehe ich für Hexenmacht jedoch einen Punkt ab. Ich möchte die Gewalt nicht, die fast auf jeder Seite zu finden war. Zu viele sind gestorben, zu vieles wurde schonungslos dem Erdboden gleichgemacht, auch wenn Cyberschlachten und Laserangriffe zum Genre dazugehören.
Außerdem ging Kai Meyer kaum mehr auf den Handlungsstrang von Inizas Schicksal ein. Warum sie und ihre Familie überhaupt auf Noa feststeckten, spielte im Folgeband nur noch eine untergeordnete Rolle. Sehr, sehr schade. Ich hätte mir bezüglich Inizas/Tanys Wichtigkeit für den Hexenorden eine Fortsetzung gewünscht. Aber vielleicht verurteile ich diesen Punkt etwas vorschnell und ein dritter Band greift diese Storyline wieder auf.

Tatsache: Für mich ist die Geschichte definitiv noch nicht zu Ende und ich bin wieder an Bord, wenn Iniza, Glanis, Shara, Kranit und die Muse ihre Blaster für neue Abenteuer bereithalten.     

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Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

Zentraler Mittelpunkt des Romans ist das Pfadfinderlager Chippewa, irgendwo in Wisconsin/USA. Die Zeitspanne dieser Geschichte umfasst rund 60 Jahre und die Leser bekommen einen guten Einblick, wie sich das Campleben im Laufe der Zeit veränderte. Der moderne Fortschritt macht eben vor nichts halt – nicht jeder kommt mit dieser Tatsache klar. Aber darum geht es nicht.

Nein, „Die Herzen der Männer“ thematisiert nur am Rande, ob man Fährtenlesen im Jahr 2019 zum „Mann werden“ braucht.
Es geht in erster Linie um Generationenkonflikte, um Verletzungen, Enttäuschungen, sowie Verluste und welche Auswirkungen dies auf die eigene, persönliche Entwicklung hat.

Die Geschichte beginnt im Sommer 1962. Zusammen mit seinem Vater ist der 13-jährige Nelson Doughty Teilnehmer im oben erwähnten Zeltlager. Nelson ist der Parade-Pfadfinder schlechthin und er blüht bei jeder Aufgabe, jedem neuen Verdienst-Abzeichen so richtig auf. Mit seinem tadellosen Engagement zieht er den Neid und Spot der anderen Jugendlichen auf sich und er muss einige schlimme Attacken über sich ergehen lassen. Selbst der eigene Vater schämt sich wegen ihm. Lediglich Jonathan verhält sich Nelson gegenüber einigermaßen respektvoll, wobei das Wort Freundschaft hier immer noch fehl am Platz ist. Als Nelson einen handfesten Skandal aufdeckt, in den auch einige Betreuer des Zeltlagers involviert sind, verändern die daraus resultierenden Konsequenzen das Leben von Nelsons Familie für immer.

Etliche Jahre später leitet der ledige Nelson das Lager Chippewa. Er bringt jungen Menschen Werte, Würde und Achtung bei. Ihm gefällt diese Aufgabe. Der Kontakt zu seinem früheren Kumpel ist nie ganz abgerissen. Jährlich besucht Jonathan zusammen mit seinem Sohn Trevor das obligatorische Pfadfinderlager in der wilden Natur. So auch im Jahr 1996. Trevor, mittlerweile fast zu alt für diese Sommeraktion, schwebt auf rosaroten Wolken. Er hat seine große Liebe gefunden, Rachel. Jonathan findet diese Beziehung albern und er nutzt den gemeinsamen Urlaub, um Trevor diesbezüglich die Leviten zu lesen. Und er hat noch mehr Überraschungen für seinen Sohn parat. Wieder beginnt mit dem Ende des Urlaubs ein neuer Lebensabschnitt für alle Beteiligten.

2019 ist Rachel die Erwachsene, die ihren Sohn Thomas ins Camp begleitet. Sie freut sich auf das sieben tägige Leben in der wilden Natur. Und auf Nelson, in dem sie einen väterlichen Freund gefunden hat. Es ist die letzte Pfadfindersaison für den inzwischen 70-jährigen. Er plant seinen verdienten Ruhestand außerhalb der Wälder Wisconsins. Während das Lagerleben seinen gewohnten Gang nimmt, schlägt das Schicksal noch einmal gnadenlos zu. Und als im Camp der letzte Zapfenstreich auf der Trompete gespielt wird, weine ich, die Leserin, bittere Tränen.

Mein Fazit:
Gewaltige Zeitsprünge prägen diesen Roman und jeder der drei Abschnitte, hat seine eigene, gefühlvolle Geschichte. Was zwischenzeitlich im Leben von Nelson und Jonathan geschah, wird in wohldosierten Rückblicken und Reflektionen geschildert. So entstand eine glaubwürdige und stimmige Story, die mir einige wunderbare Lesestunden geschenkt hat. Das Buch ist ein Wechselbad der Gefühle und schildert eindrücklich, wie Elternbeziehungen, Kriegseinsätze oder Liebeskonstellationen prägen und für spätere Handlungen verantwortlich sind.

Ich zitiere das Magazin People – „Ein zärtliches, einfühlsames Buch – eine wunderbare Geschichte“. Besser kann man „Die Herzen der Männer“ nicht beschreiben.
Eine absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen. 

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Die Kathedrale des Lichts

Ruben Laurin
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176366
Genre: Historische Romane

Rezension:

Schauplatz dieses Romans ist der Magdeburger Dom, dessen Baubeginn auf das Jahr 1207 datiert wurde. Ruben Laurin recherchierte umfangreich und wir Leser begleiten zahlreiche, historisch belegte Zeitzeugen beim Bau dieses beeindruckenden Gotteshauses.

Moritz erlebte hautnah die Ermordung seiner Eltern und die Plünderung seines Heimatdorfes mit. Noch Jahre später leidet er unter den Folgen dieses Traumas, dass seine Kindheit vorzeitig beendete. Nur die Arbeit an seiner geliebten Mutter, deren Antlitz er für immer in Stein meißeln möchte, bewahrt ihn vor der wiederkehrenden, sinnraubenden Raserei, die ihm mehr als einmal zum Verhängnis wurde.

Glückliche Umstände bescherten ihm eine Anstellung in der Bauhütte des Meister Bohnsack, der für den Bau der neuen Magdeburger Kathedrale die Verantwortung trägt. Fortan darf der talentierte Moritz das tun, was er liebt: die Erschaffung von Heiligenbildern aus Stein. Alle Kunstwerke, die in diesem Roman zur Sprache kommen, können noch heute, rund 800 Jahre später, im Dom zu Magdeburg bewundert werden.

Moritz verliebt sich in die schöne Helena Bohnsack, die einzige Tochter seines Arbeitgebers. Leider ist der kraftstrotzende junge Mann nicht der einzige Bewerber, der die taffe Frau für sich gewinnen möchte. Der adlige Ritter Ansgar von Lund verzaubert Helena mit blumigen Worten, schon viele Damen erlagen dem Charme dieses Kämpfers. Auch der Franzose Gotthart, ein unsympathischer Bildhauer von guter Herkunft, reiht sich mit in den Kampf der Verehrer ein. Bald werden Moritz und Gotthart zu erbitternden Rivalen,…

Wem wird die junge Helena ihr Herz schenken? Welche Rolle spielt Mechthild von Magdeburg, für die der Dombau etwas Einzigartiges bedeutet? Wird Gottharts dunkles Geheimnis ans Licht kommen? Und was geschieht, als der Mörder von Moritz Eltern den Weg des jungen Wenden erneut kreuzt?

Wie schon erwähnt, dieser Roman hält sich an viele historische Fakten. In wohlproportionierten Dosen erfahren wir allerhand über die Dombaukunst, das Leben der damaligen Zeit, bis hin zum Martyrium des Heiligen Mauritius, dessen Bildnis in Form eines dunkelhäutigen Ritters bis heute im Dom eine große Besonderheit darstellt. 

Das Werk aus der Feder von Ruben Laurin ist recht ausführlich. Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen und hatte keine Schwierigkeiten, Personen, Orte und Begebenheiten zuzuordnen. Der Spannungsbogen ist in Ordnung, die Story ist schlüssig und nachvollziehbar. 

Leider waren mir einige Charaktere nicht sonderlich sympathisch, weshalb ich einen Punkt in meiner Bewertung abziehe. Während Ansgar von Lund mit schmalzigen Worten die Damenwelt betört, haderte ich vor allem mit Moritz, dem Hauptprotagonisten. Er agiert recht brutal und kann durchaus mit Fiesling Gotthart mithalten, auch wenn seine mörderischen Beweggründe einen anderen Hintergrund haben. Diese Gewalt, mir war sie einfach zu viel.

Ansonsten kann ich das Buch allen empfehlen, die ausführliche historische Romane lieben und die hautnah miterleben möchten, wie deutsches Kulturgut in Form einer gewaltigen Kathedrale entsteht. 

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