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44 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

thriller, usa, verschwörung, globale politik, isler

EXCESS

Mathias Frey
E-Buch Text
Erschienen bei null, 31.01.2012
ISBN 9783033031081
Genre: Sonstiges

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(71)

133 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

new york, drogen, restaurant, alkohol, gastronomie

Sweetbitter

Stephanie Danler , Sabine Kray
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783351036720
Genre: Romane

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Die Hölle im Kinderheim

Renée Wum
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.11.2016
ISBN 9783741270154
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vor einiger Zeit erschütterten uns Berichte über Missbrauch von Kindern, hauptsächlich verübt von Kirchenmitarbeitern und katholischen Ordensgemeinschaften. Bis heute werden immer wieder neue Fälle bekannt. Die Opfer leiden selbst Jahrzehnte später noch massiv unter der erlittenen Gewalt, den sexuellen Widrigkeiten und dem Mangel an menschlicher Zuneigung in ihren Kindheitstagen.
Im Buch von Reneé Wum erfährt der Leser die Geschichte von Dutz. Als unerwünschtes Kind wurde er in den 50er-Jahren von seiner Mutter in die Obhut eines katholischen Luxemburger Kinderheims gegeben. Es folgten 10 Jahre Hölle für den kleinen Buben. Nahrungsentzug, tägliche Gewalt, Tage in dunkler Isolation und später die sexuellen Übergriffe, legten sich wie ein dunkler Nebel auf die Seele des Jungen. Mit dramatischen Folgen bis zum heutigen Tag. Es gab zahlreiche weitere Opfer, die Dutzs Schicksal teilten. Neben Dutz berichten andere Kinder von ihrem Alptraum innerhalb der klösterlichen Mauern des Heims.
Das Buch schildert als Tatsachenbericht schonungslos die Zustände in den dortigen Einrichtungen. Einige Male konnte ich nicht weiterlesen. Vor Entsetzen schossen mir die Tränen in die Augen. Dieses Buch geht an die Nieren. Man sollte als Leser darauf gefasst sein, in unvorstellbare menschliche Abgründe zu blicken.
Ich danke Reneè Wum, dass sie mit ihrem Roman eine Plattform geschaffen hat, die die katholische Kirche bis heute immer noch nicht anbietet: Die Opfer dürfen mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Danke an Dutz und seine Freunde für ihren Mut, mit uns ihre Geschichte zu teilen. Ich mag mir nicht vorstellen, wie schwer ihnen das gefallen sein muss und was dabei wieder aufgewühlt wurde.

Ich hoffe, dass dieses Buch ein Hoffnungsschimmer für die Opfer wird. Die Narben bleiben, aber vielleicht schafft es „Die Hölle im Kinderheim“ dass die Verantwortlichen ihr Unrecht endlich zugeben und ihre Taten nicht im Sand verlaufen.
Darum gebe ich eine absolute Leseempfehlung. Dieses Buch muss gelesen werden, schon aus Respekt den Opfern gegenüber. 5 von 5 Sternen. 

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262 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 114 Rezensionen

thriller, vergnügungspark, jonas winner, murder park, freizeitpark

Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Vergnügungspark Zodiac Island schloss seine Pforten. Grund war der Serienmörder Jeff Bohner, der drei junge Frauen bestialisch auf der Parkinsel tötete. 20 Jahre später übernimmt ein neuer Investor die Anlage und die vorhandenen Fahrgeschäfte. Er möchte das Gelände renovieren und unter dem Namen Murder Park erneut für Besucher öffnen. Geplant ist eine Singlebörse, bei der die Teilnehmer im Rahmen eines Krimi-Wochenendes hochspannende Gänsehautmomente bei der Killersuche erleben und sich bestenfalls neu verlieben sollen.

Wir Leser begleiten das Murder Park-Team bei ihrer ersten Pressekampagne. Einige auserwählte Journalisten und ein Kamerateam dürfen die Vorab-Premiere dieses neuen Aktion-Highlights kennenlernen, welches ganz dem Treiben von Jeff Bohner und anderen Serienmördern gewidmet ist. Eine Fähre bringt sie aufs einsame Island, die Morde beginnen und niemand möchte mehr in deren Haut stecken…

Ich gestehe meine anfängliche Skepsis nach den ersten Seiten. Zwölf Menschen kommen mit dem Schiff auf Zodiac Island an. Insgesamt müssen „nur“ vier Pressemenschen vom Konzept überzeugt werden, der Rest besteht aus dem Park-Management, dem Versorgungsteam und einer psychologischen Fachkraft. Hm, diese Kombination soll für spannende Momente sorgen? Irgendwie zuwenig Beteiligte, oder? Als dann das erste Opfer an einen Stuhl gefesselt wurde und die Park Managerin plump auf den Beginn des Krimispiels hinwies, rollte ich kurz mit den Augen und gab der Spannung wenig Chancen.
Nun kommt der Moment, indem ich beim Autor Jonas Winner Abbitte leisten muss. Was nun folgte, war Gänsehaut pur und an nervzerrenden, aber auch grausamen Momenten kaum zu überbieten. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und musste mich regelrecht zwingen nicht querzulesen. Ich wollte Täterklarheit haben. Besonders schlimm war die Versuchung, wenn eines der 12 Interviews den Handlungsablauf unterbrach. Diese Sequenzen (ich möchte sie nicht missen) sorgten auf interessante Weise für wichtige Aha-Momente. Ich blieb standhaft und wurde schlussendlich mit einer überraschenden Wendung belohnt.

Das Ende des Buches ist vielleicht einen Tacken zu spektakulär ausgefallen. Trotzdem endete Murder Park vollkommen schlüssig und rund. Ich lege das Buch zufrieden zurück ins Regal. Ein mega-spannender Thriller, welchen ich regelrecht verschlungen habe.
Ich gebe eine absolute Leseempfehlung mit einem kleinen Hinweis: Zartbesaitet sollte man beim Zusammentreffen mit Jeff Bohner auf keinen Fall sein. Verdiente 5 von 5 Sternen. 

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113 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

flucht, afghanistan, familie, krieg, taliban

Als die Träume in den Himmel stiegen

Laura McVeigh , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596299706
Genre: Romane

Rezension:

Wir begleiten Samar und ihre Familie auf einer Reise mit der transsibirischen Eisenbahn. Eine Reise in eine ungewisse Zukunft, einem möglichen Neuanfang. Während der Zug durch die unendlichen Weiten Russlands gleitet, erfahren wir rückblickend die aufwühlende Geschichte einer Familie, deren Alltag vom Schrecken des Krieges in Afghanistan geprägt wurde.

Samar ist das vierte von 6 Kindern. Ihre früheste Kindheit verbringt das Mädchen in der Hauptstadt Kabul. Als die Stadt immer mehr in die Hände der Taliban fällt, sucht die Großfamilie Zuflucht bei Samars Großeltern in den Gebirgshöhen des Hindukuschs. Dort scheint die Welt noch friedlich zu sein. Doch auch an diesem Platz vergiftet das talibanische Gedankengut schleichend die Menschen und das Leben wird geprägt von Verboten und den irren Taten religiöser Fanatiker. Wieder muss die Familie fliehen, wieder stehen sie vor dem Nichts…

Wieviel Leid kann ein Mensch erdulden? Wieviel Angst, Entbehrungen und Hoffnungslosigkeit ertragen? Samars Geschichte zeigt es uns. Und doch, zwischen all den Trümmern, gibt es die Träume, die endlich wieder etwas Glück verheißen und die Samar so oft den Weg zurück ins Leben zeigten.
Einige Male konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Die Geschichte geht unter die Haut.

Mein Eindruck: Das Buch wurde in 6 Teile gegliedert. Die ersten drei davon verwirrten mich teilweise. Ich staunte über vergangene Entwicklungen und wie sie zur Flucht mit dem Zug passten. Aber die Geschichte klärt sich auf, wird rund und die Puzzleteile fügen sich zusammen. Nicht jeder Leser wird damit zurechtkommen, mich jedoch faszinierte dieses Buch und ich gebe eine absolute Leseempfehlung. Selbst das wunderschöne Cover, welches mir anfangs unpassend erschien, fügte sich als Puzzleteil in die Geschichte ein. Das Ende von Samars Geschichte bleibt offen. Schade. Diese Geschichte hätte ein Happy End verdient.

Laura McVeigh brachte mir die Bevölkerung und das harte Leben in Afghanistan authentisch rüber. Die Wichtigkeit der Familie, die Ehre, das Leben. Aber auch die schier aussichtslosen Fluchten der Zivilbevölkerung, die Schrecken in den Flüchtlingslagern, den Horror des Krieges. Ihr ist ein großartiger Roman gelungen. Vielen Dank, dass ich Samar und ihre Familie auf einer Strecke ihres Lebens begleiten durfte. 

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(55)

102 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

england, geburt, naturkatastrophe, flut, flucht

Vom Ende an

Megan Hunter , Karen Nölle
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 18.05.2017
ISBN 9783406705076
Genre: Romane

Rezension:

„Vom Ende an“ besticht ausschließlich durch seine poetische Sprachweise. Kleine, fast gehauchte Szenen in winzigen Abschnitten, welche die verheerende Flutkatastrophe und ihre Folgen fast nur erahnen lassen.

Eine Frau, ihren Namen erfahren wir nie, liegt in den Wehen, als die Wasser in England sintflutartig zu steigen beginnen. Diese Frau begleiten wir geschätzte 15 Monate lang. Eigentlich kann man die Zeitspanne nur anhand Z`s Entwicklungsstadien ableiten, Z ihrem Sohn. Alle anderen Beteiligten tragen ebenfalls nur ihre anonymen Anfangsbuchstaben. Vielleicht wollte Megan Hunter aussagen: Jeder könnte dieser Z, R, O oder G sein. Eine/Einer unter vielen.
Dieses Buch konzentriert sich auf das intime Glück einer Mutter-Kind-Liebe, treffender kann man „Vom Ende an“ nicht beschreiben. Alle anderen Empfindungen wurden verdrängt. Mein größter Kritikpunkt dieses Romans. Warum war kein Platz für Wut, als Z`s Vater sich eines Tages aus dem Staub machte? Wo waren die Angst, die Schrecken, die Ungewissheit, die Trauer? Irgendwo in eine dunkle Ecke gedrängt. An der Oberfläche nur Platz für milchgeschwängerte stillende Stunden, für den Geruch von Z`s Haut, für die Nähe beim Schlafen, für den kleinsten Atemzug des Babys.

Hmmm, ich lege das Buch nachdenklich zurück. Vielleicht lag es an mir, einer Nichtmama. Diese Mutter-Kind-Poesie traf mich nicht. Ich vermisste die greifbaren „Rahmenbedingungen“, sowohl im zwischenmenschlichen, als auch im naturwissenschaftlichen Bereich. Auch die bibelähnlichen Zitate, die an die Schöpfungsgeschichte, die Sintflut und die Schrecken der Offenbarung erinnern, konnten mir diese Rahmenbedingungen nicht liefern.

Ich gebe eine bedingte Leseempfehlung. Mutter/Kindgefühle und Poesie. Bestimmt verzaubert M viele. Und diesen Lesern reichen die gefühlseinseitigen Informationen aus. Mir leider nicht. Einen weiteren Roman dieser Art werde ich jedenfalls nicht lesen. Darum gibt es von mir nur 3 von 5 Sternen. 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

krimi, sherlock holmes, vampir, detektivgeschichte, sherlock hokme

Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

Wolfgang Schüler
Flexibler Einband: 290 Seiten
Erschienen bei KBV, 15.03.2017
ISBN 9783954413652
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sherlock Holmes Jagd auf Jack the Ripper war erfolglos. Der berühmte Serienmörder konnte fliehen. Nun, Jahre später, fordert er den Meisterdetektiv und Dr. Watson zum finalen Showdown heraus. Schauplatz dieser spektakulären Wiederbegegnung sind die schaurigen Filmkulissen von Nosferatu in Berlin.

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind in die Jahre gekommen, als sie die Jagd auf den Ripper erneut eröffneten. Neben den körperlichen Defiziten, litt meiner Meinung nach auch die Brillanz, mit der sie normalerweise alle Mosaiksteinchen eines Falls zusammensetzen. Der angekündigte finale Sturm zwischen den drei Protagonisten entpuppte sich als ziemlich laues Lüftchen und konnte mich nicht überzeugen.

Auf dem Buchcover wird von einem historisch korrekten und fundiert recherchierten Krimi berichtet. Hier hat der Autor volle Arbeit geleistet. Die geschichtlichen Anfänge der Prana-Filmgesellschaft und der Dreh des Vampirfilms Nosferatu incl. der politischen/polizeilichen Situation Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg wurden ausführlich in eine zweite Storyline verpackt, die mir besser gefallen hat, als der etwas kärgliche Holmes-Ripper-Rest.

Ich wurde gut unterhalten, nahm einige interessante Informationen über Geheimbünde, Korruption und Wettbewerb in den Anfängen der Filmindustrie, Wissenswertes über Land und Leute mit und hoffe nun auf einen neuen Holmes-Roman, der doch einiges mehr an Spannung bietet.
Darum gebe ich 3 von 5 Sternen. 

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206 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

spinnen, thriller, horror, ezekiel boone, die brut

Die Brut - Sie sind da

Ezekiel Boone , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.05.2017
ISBN 9783596035533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bereits das Cover verbirgt nicht, welche Spezies in diesem Thriller ausgebrütet wird. Dass diese geschlüpften Tierchen sicherlich keinen Platz im Streichelzoo bekommen, verrät schon der Covertext und die düstere Gestaltung des Taschenbuchs.

Der Leser wird Zeuge, wie weltweit das Chaos ausbricht. Was ganz klein beginnt, steigert sich in rasantem Tempo zum globalen Problem, dem sich auch ranghöchste Politiker nicht entziehen können.

„Die Brut – sie sind da“ ist ein hochspannender Thriller, der gekonnt mit Schock-, und Weltuntergangsszenarien spielt und die drohende Gefahr super rüberbringt.

Der Leser hüpft von Schauplatz zu Schauplatz und er muss mit jeder Menge Storylines klarkommen. Ohne Probleme kann man die einzelnen Personen dem jeweiligen Ereignis zuordnen, da sie markant charakterisiert wurden (Madame Präsident Stabschef hört auf den kindischen Namen Manny, nur um ein Beispiel zu nennen). Jedoch verliefen einige Schicksale einfach so im Sande oder wurden in wenigen Sätzen abhackt, was mir gegen Ende des Buches immer bitterer aufstieß. Ebenso vermisste ich den späteren Bezug der Ereignisse zu den realen historischen Orten, die anfangs so vielversprechende geheimnisvolle Informationen versprachen.

Ich bin mir sicher, dass der Autor im zweiten Teil die Kurve kriegt die noch fehlenden Verknüpfungen herstellt und die Geschichten der Protagonisten zu Ende erzählt. Aber braucht es dazu ein weiteres Buch? Band 1 endet unrund, einfach so mitten im Geschehen. Band 2 muss die vielen verschiedenen Storylines wieder aufgreifen und langatmig erklären. Und können die kleinen Krabbeltierchen die Spannung noch steigern?

Ich gebe eine Leseempfehlung. „Wir Menschen sind am A….“ wird im Buch treffend zitiert. Dieser Satz trifft zu 100% ins Schwarze. Wer den ersten Blick hinter diese Hiobsbotschaft werfen möchte, sollte bei „Die Brut“ zugreifen und sich einige spannend und dramatische Lesestunden gönnen. 

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

slawische mythologie, fledermaus, krieger, fantasy, semenova

Wolkodav I - Das Schwert des Grauen Hundes (Slawische Fantasy)

Maria Semenova
E-Buch Text: 226 Seiten
Erschienen bei Valkyren Verlag, 03.04.2017
ISBN 9783946608066
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich lese gerne und oft Bücher aus dem Genre Fantasy. Slawische Fantasy-Luft schnupperte ich zum ersten Mal durch die Geschichte von Wolkodav – Das Schwert des grauen Hundes. Eine Buchserie, die sich in vier Bänden um das Leben des tapferen und furchtlosen Helden Wolkodavs dreht, der mich irgendwie an Robin Hood von Sherwood Forrest erinnerte.

Klassische Fantasyelemente und/oder typische Geschöpfe findet man kaum in diesem ersten Band. Dafür wird der Leser in die Welt der slawischen Götter, ihrer Kulte, Religionen, Rituale und Völker-Brauchtümer entführt, was durchaus genauso Charme besitzt. Dazu hält ein umfangreiches Glossar am Ende von Band 1 noch allerhand Informationen bereit.

Der Inhalt:
Wolkodav wird bereits in jungen Jahren zur Zwangsarbeit in die grausamen Edelsteinminen verbannt. Dort kämpft er jahrelang ums nackte Überleben. Endlich, wieder in Freiheit, hat er nur einen einzigen Wunsch, seinen Peiniger zu töten und sein Volk zu rächen. Dafür nimmt er den eigenen Tod in Kauf. Sein Vorhaben gelingt, aber noch ist Wolkodav am Leben und plötzlich trägt er die Verantwortung für weitere Menschen. Und langsam, Stück für Stück, kommt wieder Freude zurück in sein Leben und die Zeit der neuen Abenteuer beginnt…

Mein Eindruck:
Wolkodav beginnt düster und unheimlich. Die langen Jahre in Gefangenschaft prägen sein Verhalten und seine Handlungen. Aber bereits nach wenigen Kapiteln beginnt die Wende und Wolkodavs Sympathie wächst von Buchseite zu Buchseite. Aber, der heimliche Star der Geschichte, ist mit Abstand Lahmflügel, Wolkodavs Fledermaus, die ihn seit Jahren begleitet. Ich liebe sie, sie hat mein Herz im Sturm erobert.
Die Geschichte selbst ist spannend und gut erzählt. Freunde von handfesten Kämpfen mit Schwert, Messer oder Körpereinsatz kommen voll auf ihre Kosten. Fiese Bastarde, Neider, Schutzbefohlene, Alltagshelden und mittendrin der Gutmensch Wolkodav, der diese Rolle mit Bravour spielt. Ja, er ist klischeebehaftet und das ist gut so. Genauso möchte ich meinen Buchhelden haben.

Kleiner Kritikpunkt: Die Handlungsstränge wirken zu abgehackt. Bis zum Schluss hat die „eigentliche“ Handlung noch immer nicht angefangen, bzw. ist immer noch nicht klar, welchen Weg Wolkodav und seine Weggefährten einschlagen. Welches Ziel verfolgt die Autorin, ist der Cliffhanger am Ende von Band 1 der Start ins eigentliche Abenteuer?

Mein Abenteuer mit Wolkodav ist definitiv noch nicht zu Ende. Ich liebe gute Geschichten und diese gehört dazu. Darum gebe ich eine klare Leseempfehlung und solide vier von fünf Punkten.          

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

kaffe, universität, erotik, backe, dreiecksbeziehung

Nothing more

Anna Todd , Julian Horeyseck
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 12.09.2016
ISBN 9783837133370
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Vorab: Ich stieg erst mit diesem Buch in die „Nothing more“-Reihe von Anna Todd ein. Manchmal fehlen bei einem Quereinstieg wertvolle Informationen aus den vorherigen Bänden. Dies war bei der Geschichte zu keinem Zeitpunkt ein Problem. Ich konnte der Story jederzeit folgen.

Die Kurzzusammenfassung auf dem Cover weckte mein Interesse. Ein Mann zwischen zwei Damen, aufregend. Die Handlung verfeinert mit einem wohldosierten Schuss Erotik. Genau dieses Genre lese ich gern.
Nothing more 6 enttäuschte. Warum? Die Gedankengänge und Handlungen der Hauptprotagonisten waren der Hauptgrund für meinen 2 Sterne-Abzug. Ich konnte sie nicht nachvollziehen. Hier mal ein kleines Beispiel:
Dakota: Eine Exfreundin, die ihrem ehemaligen Lover Monate nach dem Beziehungsende erklärte: „Ich bin noch nicht bereit, dich mit einer neuen Frau zu teilen.“ Wer beendete die Beziehung? Jawohl, richtig geraten. Lebte sie in dieser Zeit etwa als Nonne?
Landon: Jeder Kerl würde nun auf den Tisch hauen und Tacheles reden. Landon nicht, denn „Mann“ hat sogar Verständnis für Dakotas Eskapaden. Nach etliche Gedankengänge und Selbstanalysen tröstet er Dakota und ich schüttle meinen Kopf. Fazit: Landon ist zu gut für diese Welt.
Außerdem empfand ich den erwarteten, wohldosierten Schuss Erotik als sehr laues Lüftchen. Wer kam auf die Idee „Nothing More“ in dieses Genre einzuordnen? Da geht deutlich mehr.

Positives:
Die Handlung war so schön belanglos. Das meine ich wirklich ernst. Eine nette amerikanische College-Geschichte. Keksbackende Mädels, schwangere Mütter und Schichtarbeit im Fast-Food-Restaurant. Nichts zum Nachdenken.
Julian Horeyseck machte einen guten Job als Hörbuchsprecher. Er schlüpfte stimmlich in die Rolle von Landon (das Buch wird aus seiner Sicht geschildert) und überzeugte. Landons gutmütige Charaktereigenschaften brachte er gut rüber.

Fazit: Nett, das war`s, sogar eher ein wenig langweilig. Die Fortsetzung von Landons Geschichte interessiert mich nicht. Meine persönliche Meinung: Verpasst man etwas, wenn Nothing More nicht im Bücherregal landet? Antwort: Ein deutliches Nein. 

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280 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

barcelona, spanien, zafón, carlos ruiz zafón, der friedhof der vergessenen bücher

Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 16.03.2017
ISBN 9783100022837
Genre: Romane

Rezension:

Kann ich mit dem vierten Band in eine Geschichte einsteigen, die den Zyklus eines komplexen Meisterwerks abschließt? Lange Zeit bewegten mich diese Gedanken und ich blickte, ähnlich dem kleinen Jungen auf der Schutzhülle, wieder und wieder auf das Buchcover, unentschlossen das Werk zu lesen. Ausschlaggebend war schließlich Zafons Anmerkung: Die Romane zu „Friedhof der Vergessenen Bücher“ können in beliebiger Abfolge gelesen werden.
Und wirklich, Labyrinth der Lichter enthält eine in sich geschlossene Geschichte rund um Alicia Gris, die sich in Barcelona auf die Spuren des verschwundenen Ministers Valls begibt.

Ich kam mit meinem Quereinstieg gut zurecht. Allerdings hatte ich mit gewissen Defiziten zu kämpfen. Teilweise fehlten mir Informationen über Personen, welche schon in den anderen Büchern eine größere Rolle spielten. Beispielweise blieb mir Valls düstere Vergangenheit lange Zeit verschlossen. Ich rate jedem, der erst mit Labyrinth der Lichter in den Zyklus einsteigt: Erkundigen sie sich in den gängigen Onlinelexikons über die Vorgängerbände, damit sich dieses Buch zu einem literarischen Leckerbissen entwickeln kann.

Zafon jongliert mit Worten, die mich ab der ersten Seite in ihren Bann zogen. Sein Schreibstil und ebenso seine Ausdrucksweise machen dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss, für das ich nur ein Wort finden kann: Chapeau! Meisterlich.

Den Leser erwartet ein spannender Agententhriller, der zeitlich im Jahr 1959 angesiedelt wurde. Ein Thriller ohne Klischees. Die Hauptdarsteller verzweifeln, haben Schmerzen, kämpfen mit politischen Intrigen, weinen und lachen und finden sich in einem Barcelona wieder, dass auch seine Schattenseiten nicht verbirgt.

Und nebenbei wird der Leser in die wunderbare Welt der vergessenen Bücher entführt. Ein richtiges Mysterium lockt, möchte entdeckt werden, ja zieht regelrecht in seinen Sog. Wie ein Raum mit vielen verschiedenen Türen. Jede lädt zum Öffnen ein. Aber langsam, Schritt für Schritt . Und immer verursacht der kalte Wind, der durch die nun offene Tür weht, eine zarte, fröstelnde Gänsehaut. So empfand ich die Gefühle, die ich beim Lesen in dieser literarischen Parallelwelt verspürte. Aber auf alle Fälle eine Parallelwelt, in der ich gerne verweilte. Wunderbar und herrlich.

Ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung. Ein Buch, gekrönt mit Zafons wunderbaren Zitaten, dass man wie ein Sugus (eine Bonbonsorte im Buch), langsam auf der Zunge schmelzen lassen sollte. Diese Lektüre braucht Zeit und Muse. Viele wertvolle Informationen erreichen den Leser, teilweise fast einen Tacken zuviel. Bitte lassen sie sich auf dieses Erlebnis ein und genießen sie jedes Wort aus Zafons Schreibfeder.   

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374 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 112 Rezensionen

experiment, wissenschaft, roman, terranauten, usa

Die Terranauten

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.01.2017
ISBN 9783446253865
Genre: Romane

Rezension:

T.C. Boyle lässt seine Leser am Projekt „Ecosphere 2“ teilnehmen, ein Experiment, welches unter dem Namen „Biosphäre 2“ tatsächlich in Arizona/USA stattgefunden hatte. Vieles, besonders die geschilderten Rahmenbedingungen und einige, nicht vorhersehbare Schwierigkeiten basieren auf wahren Begebenheiten. Lediglich die Storylines der 8 Terranauten stammen aus der fiktiven Feder des Autors.

Zwei Jahre lang begleiten wir 8 Terranauten in die geschlossene Welt von „E2“, wie sie das Projekt liebevoll taufen. Das Leben unter der Glaskuppel ist hart und entbehrungsreich. Selbstversorger in einem geschlossenen Ökosystem zu sein, bedeutet harte körperliche Arbeit, tagtäglich ohne Ausnahme, über 700 Tage lang. Vitamin-, Sauerstoff- und Energiemangel entziehen dem Körper nahezu alle Reserven und das zelebrierte Mantra „Nichts rein, nichts raus“ wird zur zunehmenden Zerreisprobe, die das Lager in einzelne Grüppchen spaltet, besonders als ein neunter, nicht geplanter Terranaut zur Gruppe dazu stößt.

Abwechselnd erzählen Dawn Chapman, Ramsay Roothoorp und Linda Ryu ihre Erlebnisse. Sie sind Teil des 2-jährigen Experiments. Was die anderen Protagonisten empfinden oder erfahren, nehmen wir nur aus der Sicht von Dawn, Ramsay oder Linda wahr.

Dawn: Ein Charakter, den man auf der Stelle sympathisch findet. Sie ist freundlich, gewissenhaft und gefühlvoll. Ihr kann man nichts abschlagen. Und so kann sie ihren Willen spielend durchsetzen. So oft, dass ich ihr eine kleine Niederlage gegen Ende des Romans regelrecht wünschte.

Ramsay: In jeder Gruppe gibt es ihn. Ihn, den man gerne als Gruppenkasper bezeichnet. Ramsay, auch Vaj genannt, ist gutaussehend und redegewand. Der gemachte Showman, der die meiste Zeit hormongesteuert denkt. Den ernsthaften Wissenschaftler nahm ich ihm zu keinem Zeitpunkt ab. Schade, dass Boyle Ramsays Charakter fast nur auf der, immer rechtgefertigten Egoschiene existieren lies.

Linda, asiatische Vorfahren und nicht mit Schönheit gesegnet. Das Bauernopfer, die E2 von außen miterlebt, denn Dawn wurde beim Auswahlverfahren der Kandidaten bevorzugt. Diese Niederlage löst in Linda den Wunsch nach Rache aus, lässt sie korrupt, gemein und hinterhältig werden. Keiner bekommt ihre „fiesen“ Taten mit. Irgendwie verpuffen alle Nadelstiche, die sie verteilt, im Nirwana. Letztendlich tat sie mir richtig leid. Wenigsten einen kleinen Erfolgs-Boykott hätte sie definitiv verdient.

Kommen wir zu meinen Kritikpunkten:
Diese blöden Spitznamen und Abkürzungen nervten 600 Seiten lang. Dawn ist E., Ramsay ist Vaj. Das Projekt heißt E2, Ewe spielt eine Rolle, GV, GM, Jesulein, eigentlich Dennis…. Seufz… Es ist lästig und mühsam, besonders wenn man den Roman zwischendurch einige Zeit aus den Händen legt.

E2 erinnert mit jeder Faser an die Show Big Brother. War Biospäre 2 damals wirklich so stark mediengesteuert, dass Einschaltquoten, Souvenir-Verkaufszahlen, arrangierte Beziehungsdramen und Öffentlichkeits-Heile Welt-Szenarien so viel wichtiger waren als das ureigentlichste Ziel unter der Glaskuppel: Ein unabhängiges, sich selbst erhaltenes Ökosystem zu schaffen? Irre komisch, wie auf dem Buchcover versprochen? Nein, definitiv nicht.

Resümee:
Trotz der ausführlich geschilderten Kritik, liebte ich das Buch und verbrachte mit Freuden mehrere kurzweilige Stunden unter der geschlossen Kuppel von E2. Die Charaktere, jeder einzelne hatte Charme und das Projekt, hochinteressant.
Ich lebte, litt und bangte mit den Terranauten. Darum, absolute Leseempfehlung für Voyeure, die in das Seelenleben von verschiedenen Menschen blicken möchten und die gedanklich die Reise in eine neue Welt, mit aller Schönheit und allem Schrecken miterleben möchten. Solide und hochverdiente 4 von 5 Sternen. 

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289 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

fantasy, alexander der große, magie, antike, jugendbuch

Schattenkrone - Royal Blood

Eleanor Herman , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.02.2017
ISBN 9783841422309
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die historischen Heldentaten von Alexander dem Großen vereint mit den mystischen Legenden und Sagengestalten der griechischen Antike und verfeinert mit einem guten Schuss Magie.
Dieser Genremix nennt sich Schattenkrone und ist der erste Band der Jugendbuchreihe Royal Blood, geschrieben von Eleanor Herman.

Schattenkrone führt den Leser ins Jahr 340 vor Christi Geburt zurück. Alexander schnuppert die erste Luft als zukünftiger Herrscher über Makedonien, aber noch sitzen seine Eltern auf dem Thron. Besonders seine Mutter Olympias verbreitet eine angsteinflößende, magische Aura im Palast. Beide geben dem jungen Alexander und seinen Halbgeschwistern kaum liebevolle elterliche Zuneigung. Darum holt sich der Prinz den verstoßenen Jungen Hephaistion genannt Heph an den Hof, mit dem ihm seit Jahren eine treue, liebevolle und feste Freundschaft verbindet. Die Ereignisse nehmen mit Beginn des berühmten Blutturniers ihren Lauf. Plötzlich tritt Katerina in das Leben von Alex. Sofort bemerken beide eine innige Verbundenheit miteinander. Doch die junge Dame hütet ein Geheimnis und hat einen schrecklichen Auftrag zu erfüllen. Wird sie einen Keil zwischen die Männerfreundschaft mit Heph treiben und welche Rolle spielt Alex Halbschwester Cynane dabei? Außerdem befinden sich Gäste am Hof. Aesarische Fürsten, einst Feinde des makedonischen Hauses. Hängt dieser Frieden an einem seidenen Faden? Und weit weg, im fernen Lydien, bekommt Zofia , die Nichte Königs Shershahs die Nachricht verkündet, dass Prinz Alexander der geeignetste Junggeselle auf dem königlichen Heiratsmarkt ist.

Schattenkrone hat mich gut unterhalten. Die Idee, Antike mit Magie zu verbinden, finde ich super. Herausgekommen ist ein lesenswerter Roman, der mir einige Stunden gute Unterhaltung beschert hat.
Der allerdings auch einige Schwachstellen bietet.
Lange Zeit störte mich die Zeitform „Präsens“, welche die Autorin gewählt hat. Es macht die Geschichte unrund und die Gegenwartsform tut nicht wirklich viel für das Buch.
Die Hauptdarsteller wechseln zu schnell ihre Zukunftsperspektive. „Heute hier, morgen dort“ bekommt in Schattenkrone eine sprichwörtliche Bedeutung. Dadurch werden angekündigte Handlungsstränge viel zu schnell abgehandelt, was leider oft den Spannungsbogen unterbricht. Ähnlich einem fulminant angekündigten Feuerwerk, verpufft zur kleinen, unscheinbaren Flamme. Schade, einige Szenen hätten deutlich besser herausgearbeitet werden müssen. Auch die Sympathie einiger Hauptdarsteller leidet darunter.

Ich bewerte das Buch mit 3 Sternen (eigentlich sind es eher 3,5 Sterne) und gebe eine Leseempfehlung, denn ein Fehlkauf war Schattenkrone auf keinen Fall. Im Gegenteil, ich freue mich sogar auf die Fortsetzung.
Allerdings sollte sich der Leser auf die oben erwähnte Kritik einstellen. Wem dies gelingt, kann sich auf eine antike Reise begeben, bei dem die alten Götter und Mythen ihren Platz in der Welt verdient haben. Viel Vergnügen! 

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89 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

veronica roth, gezeichnet, akos, rat der neun, dystopie

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link , Laura Maire
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 17.01.2017
ISBN 9783844524970
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich habe mich 8 Stunden lang durch dieses Hörbuch gequält. Eigentlich wollte ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt abbrechen, aber verschiedene Rezensionen berichteten von einer Spannungssteigerung in der zweiten Hörbuchhälfte. Diese zweite Hälfte habe ich mittlerweile erreicht. Und zu diesem Zeitpunkt muss ich mir eingestehen, ich will und möchte dem Hörbuch, trotz der Aussicht auf mehr Action, keine weitere Chance geben.

Eigentlich liebe ich das Genre SciFi/Fantasy. Auch die Idee der individuellen Lebensgabe und die Prophezeiung der Schicksale finde ich spannend. Genauso den Grundgedanken der Story: Ryzek, brutaler Tyrann möchte… Ja, was möchte er eigentlich? Hmmm, quälen, foltern, drohen, erpressen und die Macht haben. Ein Herrscher mit sehr dunklen, bösen Charakterzügen. Als Waffe dient ihm seine Schwester Cyra, die durch ihre Lebensgabe anderen Menschen unvorstellbare Schmerzen zufügen kann. Eines Tages nimmt Ryzek die Brüder Akos und Eijah gefangen. Während Eijah sich zum willenlosen Diener von Ryzek entwickelt, merkt Akos, dass er seinen Bruder nur mit Cyras Hilfe retten kann. Und dass da noch mehr ist, was ihn mit Cyra verbindet. Der gemeinsame Hass auf Ryzek und zarte Knospen wachsender Verbundenheit zu Ryzeks Schwester.

Die folgende Rezension bezieht sich auf meinen persönlichen Eindruck. Für mich entwickelte sich die Geschichte im sprichwörtlichen Schneckentempo. Bis Cyra und Akos überhaupt nur erahnen, dass auch ein Ryzek verwundbar und besiegbar ist, hat der Leser bereits die Hälfte der Buchseiten, bzw. das halbe Hörbuch hinter sich gebracht. Dazu kommen die unendlich langen, nicht endend wollenden Erklärungen über Planeten, Räte, Orakel, Ströme… Bis zu meinem Abbruch war nur ein Bruchteil davon bedeutsam. Bestimmt hat Veronica Roth damit den Grundstein für spätere Ereignisse gelegt. Aber ehrlich, bis zur Fortsetzung von Rat der Neun wäre, zumindest bei mir, nicht mehr viel davon hängengeblieben.

Ich bewerte das Buch mit 2 Sternen. Einen Stern gibt es für die Idee der Story und einen für die beiden Sprecher des Hörbuchs, die eine gute Arbeit geleistet haben. Wobei mir Shenja Lacher als Sprecher deutlich besser gefällt als seine, etwas monoton sprechende Kollegin Laura Maire.

Ich möchte nicht vom Kauf des Buches/Hörbuches abraten. Bestimmt, und das sieht man anhand der unterschiedlichen Bewertungen von Rat der Neun, gibt es genug andere Leser/Hörer, die ein ganz anderes Bild dieser Buchreihe gewonnen haben.
Ich persönlich werde meinen Ausflug in die Welt von Ryzek, Cyra, Akos und Eijah hiermit beenden. 

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408 Bibliotheken, 17 Leser, 2 Gruppen, 151 Rezensionen

weltraum, hexen, science fiction, kai meyer, fantasy

Die Krone der Sterne

Kai Meyer , Jens Maria Weber
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596035854
Genre: Fantasy

Rezension:

Zusammen mit ihrem Hexenorden, herrscht die allmächtige Gottkaiserin über das galaktische Reich Tiamande. Der Orden sucht in regelmäßigen Abständen nach Mädchen, die ihr als Bräute zugeführt werden. Deren zukünftiges Schicksal ist nahezu unbekannt. Niemand hat sie je wieder zu Gesicht bekommen.

Die adlige Iniza ist die nächste auserwählte Braut. Diese Zukunftsaussicht gleicht einem Alptraum für die junge Frau. Darum plant sie mit ihrem Leibwächter und Liebhaber Glanis die Flucht von einer Raumkathedrale, die sie auf direktem Weg zu den Hexen bringen soll. Ihr heimliches Ziel ist der Planet Noa, dessen Existenz nur eine Gruppe von Weltraumpiraten kennt. Inizas abtrünniger Onkel Fael ist der Anführer dieser gefürchteten Gesellschaft von Schurken und Banditen. Er gestattet dem Liebespaar Asyl. Leider vereitelt der Söldner und legendäre Waffenmeister Kranit die geplante Flucht der Beiden. Er hat eigene Pläne mit der jungen Dame. Widrige Umstände veranlassen eine Zusammenarbeit von Kranit, Iniza und Glanis. Kurze Zeit später mischt auch die Alleshändlerin Sarah Bitterstern tatkräftig mit.
Die Vier werden nicht nur vom Orden verfolgt. Auch Inizas verhasster Onkel Hadrath ist dem Gespann dicht auf den Fersen. Sein Ziel ist glasklar: Noa. Denn er hat noch eine Rechnung mit seinem schlimmsten Feind zu begleichen, seinem Bruder Fael…

Das Buch von Kai Meyer punktete bereits mit seinem Cover und den Skizzen, die auf den ersten Seiten zum Vorschein kamen. Skizzen von Tiamande und seinen Bewohnern, die ich erst mal minutenlang betrachten musste. Das galaktische Reich bekam am Anfang des Buches sofort ein Gesicht. Einfach toll.

Dieser Roman war mein erster Ausflug in ferne Welten, sprich mein erstes Buch aus dem Genre SciFi/Planeten/Weltraumkämpfe usw. Ich kann nicht beurteilen, ob die Gefechte und Jagten mit Raumschiffen, Weltensprüngen und fremden Galaxien schon tausende Male in ähnlichen Büchern geschildert wurden.
Tatsache ist, ich wurde hervorragend unterhalten. Mir hat „Die Krone der Sterne“ richtig gut gefallen. Der Spannungsbogen war immer vorhanden. Im Gegenteil, einige Male wäre ich gerne länger auf den jeweiligen Planeten verweilt, mich faszinierten die vielen verschiedenen Welten von Kai Meyer.
Der Autor verpasste allen Charakteren ein liebevolles Etwas. Egal ob streitsüchtige Shara, Eigenbrötler Kranit, tapfere Iniza oder liebenswerte Muse. Man muss sie gern haben.

Ich freue mich über eine Fortsetzung von Tiamande. Der nächste Band wird zu 100% wieder in meinem Bücherregal zu finden sein. Denn einzig der Schluss hat nicht wirklich befriedigt. Es fehlt der berühmte Cliffhanger. Aber auch so lege ich mein Buch zufrieden zurück an seinen Platz und gebe eine klare Leseempfehlung für alle, die mit besonderen Charakteren eine äußerst spannende Reise zu fernen Galaxien unternehmen möchten. Es lohnt sich. 

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

rom, thriller, serienmörder, mord, krebs

Schattenkiller

Mirko Zilahy , Katharina Schmidt , Barbara Neeb
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404174201
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Enrico Mancinis Leben gerät nach dem Krebstod seiner Frau aus den Bahnen. Nur mit Mühe kann er sich auf seine Arbeit als Profiler bei der Kriminalpolizei Roms konzentrieren. Ohne seine gewohnte Lebensfreude fokussiert er sich auf eine neue Ermittlung, der Suche nach einem vermissten Arzt, der einst auch seine geliebte Marisa behandelte. Als im verregneten Rom mehrere Leichen entdeckt werden, entzieht man ihm unter seinem Protest den aktuellen Fall. Die Behörden gehen von einem Serienmörder aus. Mancini, Experte auf diesem Gebiet, soll ihn finden. Erst als verschlüsselte Botschaften eines geheimnisvollen Absenders namens Schatten auftauchen, ist er für die Tätersuche bereit. Aber noch immer spukt ihm Marisas Arzt im Kopf herum. Heimlich führt er seine Fahndung nach ihm fort. Und wenig später wird Mancini überdeutlich klar, dass der grausame Rachefeldzug des Schattens noch nicht vollendet wurde und die Spur in seine eigene Richtung führt…

Die düstere Atmosphäre des Buchcovers zieht sich durch den gesamten Roman. Der Leser lernt Roms Schattenseiten kennen und beschreitet allerhand Schauplätze, die fernab der vielen Touristenattraktionen Geschichte schrieben. Begleitet vom prasselnden Dauerregen, gelang dem Autor Mirko Zilahy eine ausführliche Stadtführung der besonderen Art. Mir hat dieser andere Blick auf Italiens Hauptstadt gut gefallen.

Mancini teilt das klischeehafte Schicksal vieler Kriminalkollegen. Er ist einsam, depressiv, dem Alkohol zugeneigt und seine Ermittlungsmethoden bewegen sich oft am Rande der Legalität. Enrico ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Gleiches gilt für das Team rund um den Profiler. Keiner, weder Täter, Opfer noch Ermittler wollten mir im vollen Umfang ans Herz wachsen. Die Charaktere machten die dunkle Atmosphäre des Thrillers perfekt.
Obwohl Zilhay an manchen Stellen zu tief in die Klischeekiste griff, war das Verhalten der einzelnen Personen schlüssig und ich konnte mich in ihre Gefühle und Verhaltensweisen hinein versetzen.

Wegen folgendem Kritikpunkt vergebe ich nur vier von fünf Sternen. Die Auflösung des Falls kommt zu früh und der große Aha-Effekt, welchen ich an einem Thriller so sehr liebe, bleibt leider aus. Hier wird der Roman etwas unglaubwürdig, da Roms Ermittlerteam viel zu lange an den einzelnen Puzzlestücken basteln. Dabei liegt die Lösung glasklar vor Augen.

Fazit: Ich gebe eine Leseempfehlung. Schattenkiller hat mich gut unterhalten und war bis auf den fehlenden Aha-Effekt sehr spannend. Auch das Ende war schlüssig und ich konnte das Buch zufrieden zurück ins Buchregal stellen.
Alle Thrillerfreunde, die mit einer depressiven Stimmungslage von 400 Seiten und detailliert beschriebenen Tötungsszenen gut umgehen können, sollten bei diesem Buch zugreifen. 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein Engel für Vinz (Unsterblich geliebt 5)

Lara Greystone
E-Buch Text: 231 Seiten
Erschienen bei null, 13.12.2016
ISBN B01N2U0F25
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Engel für Vinz ist der 5. Band aus Lara Greystones Reihe „Unsterblich geliebt“. Das Buch erzählt die Geschichte von Vinz und Arabella, zwei gute alte Bekannte, die bereits in vorherigen Bänden eine Rolle spielten. Aber keine Sorge, Neuleser dieser Reihe können ohne Bedenken ab Band 5 in Laras Vampirgeschichten einsteigen. Alle relevanten Details rund um die Wächter werden noch einmal wiedergegeben, ohne dass Stammleser durch ständige Wiederholungen alter Anekdoten genervt sind. Das hat die Autorin sehr gut hinbekommen.

Die Story spielt in den 80-er Jahren. Das hat richtig Charme, diese Zeit der Walkmans, der Kassettenrekorder und der Münztelefone. Ich musste einige Male herzhaft lachen, als Vinz die trendigen Damen-Lifestyleprodukte der damaligen Zeit auskundschaftete.

Fazit: Der Roman ist stimmig, er wurde gut geschrieben und man findet leicht in die Story hinein. Besonders Arabellas und letztendlich auch Vinz Rettung aus der ziemlich aussichtslosen Situation incl. ihres Mahnmales, haben mir gut gefallen.

Einen Stern ziehe ich allerdings in meiner Bewertung ab. Im Gegensatz zu den Vorgängerbänden hat mich die im Mittelpunkt stehende Liebensgeschichte der beiden Hauptprotagonisten nicht sonderlich stark berührt. Das liegt zum einen vermutlich daran, dass ich hier erst Teil 1 in den Händen halte und die Geschichte noch keinen endgültigen Abschluss hat. Zum anderen macht mir Arabellas Charakter einen Strich durch die Rechnung. Sie wirkt nur sympathisch, wenn ihre kleine Tochter ins Spiel kommt. Bestimmt ist Aras oberflächliches Handeln von der Autorin beabsichtigt, schließlich blickt der Leser ins Haifischbecken der Modebranche und der High-Society. Für die große wahre Liebe reicht mir das nicht. Aber ich bin sicher, dass Lara Greystone im nächsten Band diesbezüglich die Kurve kriegen wird. Ich warte schon ganz gespannt auf die Fortsetzung der beiden und auf ein Wiedersehen mit all den liebgewonnen Charakteren der Serie.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Fans von Fantasygeschichten mit Gefühl, Tiefgang und einem Hauch Erotik sollten bei dieser Geschichte zugreifen. 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

alaska, fracking, rosamund lupton, hörbuch, suche

Lautlose Nacht

Rosamund Lupton , Christine Blum , Tanja Geke
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.11.2016
ISBN 9783839815038
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Hörbuch „Lautlos Nacht“ entführt den Zuhörer in die unendliche Weite Alaskas. Dort, im ewigen Eis, vernichtete ein gnadenloses Feuer ein ganzes Dorf und mit ihm all seine Bewohner. Auch der Dokumentarfilmer Matt, der sich aus beruflichen Gründen im Dorf Anaktur aufhielt, soll unter den Opfern sein. Diese Hiobsbotschaft erreichte seine Ehefrau Yasmin und ihre gehörlose zehnjährige Tochter Ruby bei ihrer Ankunft in Alaska. Beide machten sich auf den Weg in den hohen Norden, um Matt zu treffen.
Yasmin kann nicht glauben, was die Behörden ihr mitteilten. Innerlich weiß sie, Matt ist noch am Leben und er braucht ihre Hilfe. Sie muss nur einen Weg finden, der sie zu ihm führt. Sie begibt sich mit ihrer Tochter auf eine lebensgefährliche Fahrt. Und die wirkliche Gefahr lauert nicht nur auf den eisglatten Straßen Alaskas, sondern auch in Form eines weiteren Fahrers, der ihr permanent durch das stürmische Schneetreiben folgt…

Die Sprecherin:
Tanja Geke, mit ihrer ruhigen und schönen Stimme, machte als Sprecherin einen richtig guten Job. Es war schön, ihren Worten zu lauschen. Leider verzichtete sie auf kleine stimmliche Pausen, wenn die Story zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselte. Nicht immer war es mir klar, welchen Charakter sie gerade las oder in welcher Zeit die Geschichte spielte.

Die Geschichte.
Ja die Story, sie hat definitiv ihre Tücken. Die Autorin wurde mit viel Fantasie ausgestattet. Leider litt dadurch die Logik der Geschichte. Nachdem ich endlich akzeptieren konnte, dass Mutter und Tochter ohne jegliche Vorkenntnisse einen Truck durch einen Jahrhundertschneesturm lenkten, wurde es mir im letzten Hörbuchdrittel doch noch zu bunt. Mein Verständnis für schriftstellerische Freiheit hörte bei den letzten beiden CD´s dieses Hörspiels auf.

Fazit:
Zugegeben, ich wurde gut unterhalten. Besonders Yasmins Truck-Fahrt habe ich entgegen aller Logik genossen. Meine Kritik bezieht sich auf den Spannungsbogen der Geschichte. Schon viel zu früh wird klar, wer die Drahtzieher sind und warum es bei dem Brand wirklich ging. Somit ist der Schluss des Buches mehr als flach ausgefallen und es hat keinen wirklichen Überraschungsmoment gegeben. Die Geschichte hätte deutlich mehr Potential gehabt.
Ich kann leider nur 3 von 5 Sternen vergeben. 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

bietigheim, heilbronn, krimi, ludwigsburg, regionalkrimi

Spielchen: Krimi

Peter Nimtsch
E-Buch Text
Erschienen bei null, 24.11.2016
ISBN B01N99QP0K
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jimi Hensel, alleinstehender Gitarrist und Musiklehrer im besten Alter, wird aus heiterem Himmel Zeuge bei einem Kriminalfall. Er, der seine Freizeit am liebsten mit Kumpel Nick in Mias Musikstüble verbringt, hauptberuflich neben einigen Gitarrenengagements die Musiktalente der ortsstämmigen Jugend fördert und naiv das Gute in fast allen Menschen sieht, wird plötzlich mit der brutalen Seite des Lebens konfrontiert. Die bösen Spielchen setzen sich fort und mittendrin im kriminellen Sog nimmt Hensel die Ermittlungen in die eigene Hand.

Peter Nimtsch, der mich schon mit seiner Gespensterfabrik zum Fan machte, hat mit Spielchen erreicht, dass dieser Status auch so bleiben wird. Ich kann hier eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Ein gut durchdachter Krimi mit einer schlüssigen Handlung, der sich auch ohne die, in diesem Genre oft verwendete Überraschungskehrtwendung, zu einem spannenden Finale entwickelte.
Dazu findet der Leser leicht in die Geschichte hinein. Die Handlung spielt im Ländle, an realen Plätzen zwischen Stuttgart und Heilbronn, eine weitere Besonderheit dieses Krimis.

Die Personen, die Spielchen zu diesem Roman machen, sind so herrlich klischeehaft. Aber genau diese Charaktereigenschaften nimmt man ihnen voll ab, sie sind perfekt. Hensel, der Gitarrengott in spe, mit einem Hang zum übertriebenen Alkoholgenuss. Der Nachbarschaftskrieg des gutbürgerlichen Herrn Eichhorn, sogar der scharf abgerichtete Rottweiler des Zuhälters Wolkow. Lediglich die Handlung eines Protagonisten (den Namen kann ich natürlich nicht verraten) konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Seine Reaktionen und die Entwicklung seiner Denkweise waren mir zu heftig. Bis zum Schluss hoffte ich vergeblich auf einen Irrtum bei den behördlichen Recherchen. Vielleicht hätte der Autor seiner Person im Vorfeld ein paar zusätzliche Buchseiten widmen sollen.

Soll ich wegen dieser Personenkritik einen Stern in meiner Bewertung abziehen? Nein, denn damit tue ich dem Autor unrecht. Er hat mich mit Spielchen sehr gut unterhalten und mir beim Lesen ein paar spannungsgeladene Stunden geschenkt. Somit hat dieser Krimi die vollen 5 Sterne absolut verdient. 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Lara

Raymonde Graber
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag EPV, 01.07.2015
ISBN 9783945725306
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lara ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann Nic in Zürich. An einem verregneten Abend beginnt für die junge Frau ein Alptraum, der sie ihr ganzes Leben nie wieder loslassen wird.
Bei einem einsamen Spaziergang stolpert Lara und schlägt sich den Kopf an. Als sie wieder zu sich kommt, ist ihr Gedächtnis vollkommen ausgelöscht. Sie gerät in die Fänge von Tristan. Dieser fasst folgenden, verhängnisvollen Beschluss. Lara wird zukünftig seine Ehefrau sein und dafür ist ihm kein Preis zu hoch, koste es, was es wolle…

Eine Geschichte, die für einen Thriller wie geschaffen ist. Leider liest sich „Lara“ von Raymonde Graber genauso spannend wie beispielsweise ein Rezept für einen Schweinebraten.
Die Story hätte so viel Potential gehabt. Wirklich schade, was die Autorin daraus gemacht hat.

Raymonde hetzt den Leser durch die Geschichte. Manchmal ändern einzelne Charaktere ihre Handlungs- oder Denkweisen ganz plötzlich im nächsten Satz. Die Entwicklungen, welche zum Sinneswandel führen, fehlen an einigen Stellen. Plötzlich ist die neue Begebenheit einfach da. Mir fiel es schwer damit zurechtzukommen.

Das Buch hat 140 Seiten. Für einen Thriller relativ kurz. Aber Raymonde brauchte zusätzlich allerhand Nebenschauplätze und Begebenheiten, um die Seitenanzahl vollzukriegen. Diese Einwürfe hatten mit der Haupthandlung meist nichts zu tun. Dabei kam die Autorin auf die abstrusesten Ideen. Ein Beispiel: Zwei betrunkene Männer versuchen mal kurz ein Flugzeug selbst zu fliegen. Sie dringen ins Cockpit ein. Zum Glück kippt ihnen eine taffe Stewardess Schlaftropfen ins Getränk und verhindert schlimmeres. Seelig schlummernd werden diese beiden Möchtegernhelden im nächsten Flughafen in Gewahrsam genommen. Fazit = Nicht nur einmal habe ich meinen Kopf geschüttelt.

Ein wenig mehr Realitäts-Recherche täte der Geschichte ebenfalls gut. Auch hier ein Beispiel: Los Angeles hat sehr wenige Hochhäuser, LA ist ein Erdbebengebiet. Daher ist es für mich eher unwahrscheinlich, dass Lara eine Wohnung im 20. Stockwerk gefunden hat. Dokumente wie Arbeitserlaubnis oder Aufenthaltsgenehmigungen werden ebenfalls nicht benötigt. Die Protagonisten ziehen beliebig hin und her. Ja ich weiß, meine Kritikpunkte klingen etwas pingelig. Aber solche „Realitäts-Patzer“ ziehen sich durch das gesamte Buch.

Kommissar Palm recherchiert im Fall Lara. Seine Ermittlungsarbeiten sind eher in die Kategorie Miss Marple einzuordnen. Ich hoffe doch sehr, dass die Schweizer Polizei heutzutage mit moderneren Mitteln arbeiten darf. Wobei ich erwähnen möchte, Herr Palm ist ein richtig liebenswerter Charakter im Buch und seine Recherchen versprühen einen gewissen Charme. Modern würde, wenn ich ehrlich bin, gar nicht zu ihm passen.

Ich gebe keine Leseempfehlung für Thriller-Liebhaber. Vielleicht ist das Buch eher für diejenigen geeignet, denen ein winziger Spannungsbogen nichts ausmacht und die sich nicht daran stören, wenn Ermittlungsmethoden der 60-er Jahre auf moderne soziale Medien treffen und einige Handlungen doch ziemlich unwahrscheinlich sind. Immerhin vermittelt die Liebesgeschichte zwischen Lara und Nic und der Umgang mit ihren Freunden, trotz der ganzen Turbulenzen, ein Stück heile Welt, wie sie in der heutigen Zeit nur selten zu finden ist.

Eigentlich würde ich für die heile Welt gerne 3 Sterne vergeben, da mich der schöne Umgang miteinander richtig berührte. Leider überwiegen die anderen negativen Aspekte und ich kann (schweren Herzens) nur 2 Sterne für Lara verteilen. 

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375 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 127 Rezensionen

genmanipulation, thriller, wissenschaft, gentechnik, marc elsberg

HELIX - Sie werden uns ersetzen

Marc Elsberg
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 31.10.2016
ISBN 9783764505646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Können wir heute schon Desingerkinder-Eizellen einpflanzen lassen, bei denen gewünschtes Aussehen, Intelligenz und körperliche Eigenschaften schon vor der Befruchtung festgelegt wurden?
Oder gibt es bereits Viren bzw. Bakterien, die gezielt nur eine menschliche oder pflanzliche DNA manipulieren können? Sprechen wir hier in manchen Fällen etwa von Bioterrorismus?
Diese Fragen stellt man sich zwangsläufig, wenn man den Thriller Helix einmal durchgelesen hat.
Zurück bleibt die bange Frage, wie weit der Fortschritt im Jahr 2016 weltweit ist und ob dieses Zukunftsszenario nicht bereits bittere Realität sein könnte.

Aber zurück zum eigentlichen Roman. Welchen Zusammenhang hat der Tod des amerikanischen Außenministers mit einem schädlingsresistenten Maisfeld in Tansania und dem plötzlichen Verschwinden eines hochintelligenten Teenagers namens Jill? Genau dies muss die leitende Stabmitarbeiterin Jessica Roberts herausfinden. Die Zeit drängt. Die erste richtige Spur führt die Behörden in die Gated Community New Garden. Die dort beheimatete Kinderwunschklinik verhilft kinderlosen Paaren mit hoher Erfolgsquote zum langersehnten Nachwuchs. Und vielleicht entscheidet sich dort die Zukunft der gesamten Menschheit…

Marc Elsberg wirft seine Leser mitten ins Geschehen hinein. Was rasant beginnt, bleibt rasant. Für mich war der Spannungsbogen immer vorhanden. Die Handlungsfolge hat mich einige Male überrascht. Ein Beispiel: Dem Leser wird schnell klar, das FBI muss New Garden unter die Lupe nehmen. Dass dies bereits im ersten Drittel geschieht, war für mich völlig unvorhersehbar. Kompliment Marc Elsberg, gut gemacht.

Das Buch beschäftigt sich mit Genen, biochemischen Abläufen und der Wissenschaft darüber. Selbst ich, als medizinischer- und biochemischer Laie, konnte die Zusammenhänge der beschriebenen Versuchsreihen oder Erklärungen gut verstehen. Ich hatte nie das Gefühl, ein wissenschaftliches Fachbuch zu lesen.

Mir hat folgenden sehr gut gefallen: Die Gründe, weshalb die verschiedenen Protagonisten Genmanipulationen betreiben, wurden von vielen Seiten aus betrachtet. Fluch und Segen der Wissenschaft, rund um die Gene, kamen zum Vorschein. Handlungen, die ich teilweise entsetzlich fand, machten später durchaus Sinn, als ich den Beweggrund dahinter verstand. So wechselte auch meine Meinung zu den einzelnen Charakteren im Laufe der Geschichte.

Nun zur Kritik und warum ich einen Stern in meiner Bewertung abziehe. Einige Male rutschte die Story viel zu sehr in das Genre „Superhelden“ ab. Manche Taten der beteiligten Personen sollten lieber bei Bat- oder Superman angesiedelt bleiben. Zu abstrakt und hier fehl am Platz.
Ich kam mit den Namen der Darsteller lange Zeit nicht klar. Der Autor hat eine Vorliebe für die Buchstaben J, G und H. Aber wenn man Jim, Jill, Jegor, Jessica, Jaylen, Jack, Gene, Greg, Helen, Helge und Horst einmal auseinander halten kann, erwartet den Leser eine spannende und sehr lesenswerte Story rund um unsere DNA und was wir Menschen so treiben. Ich gebe eine klare Leseempfehlung. Allerdings sollte der Leser kein Problem damit haben, dass der Schauplatz des Geschehens nach spätestens jeder dritten Seite wechselt. Kleine Kapitel sind in Helix Programm, nämlich ganze 134 Stück. 

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

missbrauch, folter, ermittlungen, psychopathin, kindesmissbrauch

Porträt der Psychopathin als junge Frau

Edward Lee , Elizabeth Steffen
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 04.02.2016
ISBN 9783865524164
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie reagiert eine Journalistin, die eines Tages ein Paket von einer Serienmöderin bekommt? Der Inhalt: Ein untrüglicher Beweis ihres letzten Mordes, gepaart mit der Bitte ein Buch über sie zu verfassen.
Kathleen Shade reagiert richtig. Sie setzt sich sofort mit der Polizei in Verbindung. Aber das Angebot ist verlockend. Und sie ist der einzig richtige Anhaltspunkt, den der Ermittler Jeffrey Spence zur Ergreifung der Täterin besitzt, auch wenn die beiden sich überhaupt nicht leiden können.
Während Kathleen und Jeffrey nach dem Keim, sprich dem Zusammenhang zwischen Journalistin und Serienmörderin suchen, tötet diese fleißig weiter und liefert ein schauriges Kapitel nach dem anderen bei Kathleen ab.
Allerdings hat die Journalistin bei diesem waghalsigen Spiel niemals damit gerechnet, dass ihr neuer Traummann Maxwell von der Killerin auf deren Tötungsliste gesetzt wurde. Die Zeit drängt. Ist Maxwell noch am Leben? Und jetzt, ausgerechnet jetzt, wurde Onkel Sammy, der Kathleen jahrelang als Kind missbrauchte, vorzeitig aus seiner Haft entlassen und er hat bereits den Hörer in der Hand, um bei ihr anzurufen …

Dieser Thriller war mein erster Roman des Autors Edward Lee, der für seine brutalen und schockierenden Werke bekannt ist. Nachdem ich, meine durchaus vorhandenen moralischen Bedenken über Bord geworfen habe, machte ich mich an dieses Werk. Und war von der ersten Seite an gefesselt. Ich muss zugeben, Portrait der Psychopathin als junge Frau, hat mir richtig gut gefallen. Nicht die detailliert geschilderten brutalen Killerszenen (nein, definitiv nicht mein Fall) oder die haarsträubenden Obszönitäten von Onkel Sammy. Nein, die psychologische Sichtweise auf den Werdegang der Killerin/des Ermittlers/der Schriftstellerin und sogar des Onkels haben mich fasziniert. Ich konnte mich kpl. in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und ihre Handlungsweisen verstehen. Edward Lee und Elisabeth Steffen haben dies toll herausgearbeitet. Aus welchem Grund wird man zu einem Monster? Der Roman gibt Antworten auf diese Fragen. Ein Thriller mit Gänsehautgarantie. 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zeit zum Überleben - Hoffnung

Lara Greystone
E-Buch Text: 127 Seiten
Erschienen bei neobooks, 26.08.2016
ISBN 9783738081619
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es kann so schnell geschehen. Plötzlich ist die Welt nicht mehr die, die sie einmal war. In Lara Greystones Dystopie “Zeit zum Überleben“ passiert genau dies. 99% der Menschen infiziert sich mit einem tödlichen Virus und stirbt daran. Das öffentliche Leben erliegt. Ohne Elektrizität, Kommunikation, Versorgung mit Gütern und staatlicher Hilfe, werden viele der Überlebenden zu wahren Bestien. Plünderung, Mord und Vergewaltigung sind nur einige der Schrecken, die die Höllenhunde, wie diese Horden allgemein genannt werden, verbreiten.
Mittendrin in dieser neuen „Hölle“ kämpft Jessica ums Überleben. Auf der Flucht vor den Hellhounds begegnet ihr Marc. Doch kann sie ihm trauen? Wo findet sie Zuflucht? Und dann ist da noch der Schrecken ihrer Jugendzeit, der jetzt in dieser Situation wieder an ihre Seelenoberfläche gelangt…

Diese Geschichte hat mich ziemlich nachdenklich zurückgelassen. Zum Ersten, wie schnell alles aus den Fugen geraten kann und zum Zweitem, woher man die Hoffnung nimmt, um weiterzumachen und nicht aufzugeben. Genau diese beiden Gedanken kamen in „Zeit zum Überleben“ sehr gut rüber. Man merkt, dass sich die Autorin auch damit viel beschäftigt hat.

Mir gefiel diese Dystopie. Sie liest sich gut und die Geschichte hat Potential. Und sie ist nicht zu Ende erzählt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Wie wird sich alles weiterentwickeln?

Einen kleinen Punkt ziehe ich in meiner Bewertung allerdings ab. Obwohl die Geschichte stimmig ist, vermisse ich eine gewisse Ausführlichkeit. Manche, für mich doch wichtige Aspekte, wurden etwas übergangen, z.B. dass Jessica ihr Kind und ihren Mann verloren hat.
Ansonsten gebe ich eine klare Leseempfehlung und hoffe, dass Teil 2 nicht lange auf sich warten lässt.

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563 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 153 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Stille vor dem Tod“ ist mein erster Roman von Cody McFayden und somit auch mein erstes Buch über die Star-Ermittlerin Smoky Barrett.
Der Inhalt des Thrillers ist in wenigen Sätzen abgehandelt. In einer kleinen Siedlung löscht ein noch unbekannter Täter drei ganze Familien aus und drapiert die Leichen in normalen Alltagsszenen mitten in ihren Häusern. An der Wand lässt er eine blutige Botschaft für Smoky Barrett zurück. Als sie, gemeinsam mit ihrem Team, die Ermittlungen startet, ist ihr noch nicht bewusst, dass ein unbeschreiblich böser Alptraum genau in diesem Moment Wirklichkeit wird…

Ich las diesen Thriller im Zuge einer Leserunde. An dieser Stelle möchte ich einen meiner Mitleser zitieren, der mir mit diesem Satz aus der Seele sprach.

„Ich habe lange nichts so langatmiges, langweiliges und an den Haaren herbeigezogenes gelesen.“

Warum? Hier ein paar Aspekte, die mich zu der schlechten Bewertung von 2 Sternen brachte.

1. „Stille vor dem Tod“ ist Smokys 5. Fall. Der Autor hat mir jegliche Lust genommen, die Vorgängerbände zu lesen. Obwohl ich es nicht beurteilen kann, rollte er gefühlt alle Schrecken und Erlebnisse von Smoky bis ins kleinste Detail noch einmal auf. Wozu also die Bände 1-4 lesen? Ich weiß doch bereits alles, was in der Vergangenheit geschah.

2. Dinge, über die ich nur den Kopf schütteln konnte: Eine Agentin, die hochschwanger in diesen Alptraum gerät. Danach folgen die Geburt und die notwendige psychologische Auszeit. Fast gespenstisch schnell regeneriert Smoky sich (Danke Psychologe Child, sie haben hervorragende Arbeit geleistet). Sie pumpt kurzerhand ihre Muttermilch auf einen „mehrtägigen Vorrat!“ ab und stürzt sich wieder ins Geschehen. Natürlich ruhten die FBI-Ermittlungen während Smokys Auszeit. Was sind schon ein paar Monate Wartezeit während Mord-Ermittlungen.

3. Was recht spannend begann, entwickelte sich ab Seite 145 zur psychologischen Vorlesung. Hallo Mr. McFayden: Dies ist ein Thriller und keine stinklangweilige Abhandlung von gefühlten 1543 Seiten zum Thema „Wolf und Schaf in Anlehnung an das Verhalten des Menschen“. Schnarch. Einige Male war ich kurz vorm aufgeben. Die Neugier auf den Täter lies mich weiterlesen. Es hat sich nicht gelohnt.

4. Das Ende des Buches, ja das Ende. Ergebnis: Täter ganz unspektakulär entlarvt, noch ein letztes klärendes Gespräch mit ihm und ein offenes Ende. Nein, ich werde den Folgeband sicherlich nicht lesen. 

5. Das anfängliche Horrorszenario unter der Erde. Was hat der Autor daraus gemacht? So gut wie gar nichts. Als ob ein Fernsehsender die Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft überträgt, um während der folgenden Spiele nur die Zuschauer auf den Rängen zu filmen. Das Museum und der Bunker hätte deutlich mehr Spielraum bekommen müssen.

6. Warum muss denn dauernd jemand der Protagonisten seinen Mageninhalt mitten in den Raum entleeren? Ist das denn wirklich notwendig?

Ich möchte mich bei allen Fans vom Autor McFayden entschuldigen, dass dieses Buch so schlecht bei mir weggekommen ist. Aber für diesen Thriller kann und will ich keine Leseempfehlung geben. 

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113 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

paris, weltausstellung, historischer roman, historisch, 1889

Der Turm der Welt

Benjamin Monferat
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 26.08.2016
ISBN 9783805250931
Genre: Historische Romane

Rezension:

Paris im Jahr 1898. Die Stadt steht im Mittelpunkt des Weltgeschehens, denn die Exposition Universelle hat ihre Tore geöffnet. Technische Wunderwerke, Kunst, Kultur, der monumentale Turm Gustave Eiffels… all das kann man auf dieser Weltausstellung bewundern.
Es ist die Zeit nach Napoleon III. Frankreich befindet sich im Frieden mit seinen Nachbarn, dennoch ist die politische Lage angespannt. Jeden Augenblick könnte dieser Frieden in das Gegenteil umschlagen.
Und jetzt, rund 59 Stunden bevor die Weltausstellung mit einem nie dagewesenen Höhepunkt ihre Pforten schließt, ausgerechnet jetzt werden zwei Agenten des Deuxième Bureau brutal ermordet. Ihre Leichen, dramatisch drapiert auf der Bernaeuschen Uhr, deren Zeiger auf 5 vor 12 stehen. Ein untrügliches Zeichen, dass es zum Ende der Exposition Universelle einen weiteren, viel schrecklicheren Anschlag geben wird.

In genau diesem Moment steigt der Leser in das Geschehen ein und wird Zeuge…
- … einer hochinteressanten Weltausstellung, die so realistisch beschrieben wird, dass man das Pariser Flair der damaligen Zeit richtig spüren kann.
- … der drohenden Insolvenz des renommierten Pariser Hotels Vernet.
- … wie die Grand Dame Albertine mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.
- …der Frage, wer wirklich hinter Jack the Ripper steckt.
- … wie eine Edel-Prostituierte einen geheimnisvollen Auftrag erhält.
- … und ob der drohende Anschlag verhindert werden kann und welche Rolle die deutschen und britischen Delegationen dabei spielen.

Mein Fazit:
Benjamin Monferat ist ein Meisterwerk gelungen. Das Buch hat mich von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen.
Ganz viele kleine Kapitel erzählen die unterschiedlichsten Geschichten, die doch zusammenhängen. Fast jedes endet mit einem „Cliffhanger“. Die Spannung ist ohne Unterbrechung vorhanden. Ich musste mich mehrfach bremsen, nicht querzulesen.
Erst nach über 600 Seiten kann man langsam das Finale erahnen und ich schreibe ganz bewusst erahnen. Davor gab es einige Enthüllungen, mit denen ich im Leben nie gerechnet hätte. Und wer weiß, vielleicht zieht jemand am Schluss eine andere finale Triumphkarte.
Am meisten faszinierte mich die kurze Zeitspanne des Romans. 59 Stunden, die das Leben aller für immer verändern wird. Monferat deutete durch winzige, kleine Passagen an, wie es bei den meisten, im Laufe des Romans liebgewonnenen Darstellern weitergehen wird. Ich konnte den Roman zufrieden zurück ins Buchregal stellen. Dort wird er nicht lange bleiben, denn dieses Buch lese ich bestimmt ein zweites Mal.

Gibt es in „Der Turm der Welt“ nichts zu kritisieren. Nein, so gut wie nichts. Lediglich die vielen verschiedenen Protagonisten, die mitunter recht schwierige, nicht sehr geläufige Namen tragen, konnte ich anfangs schlecht zuordnen. Ein kleines Personenregister wäre hilfreich gewesen. Für mich war es außerdem ein Buch, welches für „schnell mal zwischendurch lesen“ nicht geeignet ist. Dieses Buch ist für Genießer, die eine ausführliche, sehr gut recherchierte und sprachlich hochwertige Geschichte lieben.

Somit gibt es nur zwei Worte zu meinem finalen Abschluss, die da lauten: Absolute Leseempfehlung.

Lassen sie sich durch Monferats Turm der Welt in das Pariser Flair des Jahres 1889 entführen. Es wird sich lohnen. 

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