Juana

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, frauen, männer, erste liebe, sex

"Und dann kam der Richtige"

Jeannette Villachica
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.09.2013
ISBN 9783451303500
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hallo,

hier ein Hinweis der Autorin (ich wusste nicht, wo ich den sonst unterbringen sollte):
 
Unter http://www.jeannette-villachica.com/und-dann-kam-der-richtige/
könnt ihr euch mit mir und anderen Leserinnen und Lesern des Buchs austauschen.

Viel Spaß beim Lesen und Kommunizieren!
Jeannette Villachica

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Tags: alleinstehend, beziehungen, beziehungsende, biografien, ehe, erinnerungen, erste liebe, frauen, jugendliche, lebensweg, leidenschaft, liebe, liebe im alter, liebesgeschichten, liebeskummer, mädchen, männer, memoir, partnerschaft, pubertät, romantisch, rückblick, sachbuch, scheidung, singles, teenagerliebe, trennung, wahre geschichten, zusammenleben   (29)
 

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

familie, musik, epilepsie, zwangsarbeit, ns-zeit

Was Liebe ist

Ulrich Woelk
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2013
ISBN 9783423249492
Genre: Romane

Rezension:

Roland Ziegler ist ein kluger, besonnener Mann Mitte dreißig, Jurist und Mitinhaber eines elektrotechnischen Familienunternehmens mit Sitz in Frankfurt, das sein Großvater in den dreißiger Jahren gegründet hat. Trotz Epilepsie hat er sein Leben unter Kontrolle; dank des richtigen Medikaments und der nötigen Disziplin ist er seit zehn Jahren anfallsfrei. Als er für ein paar Tage in Berlin ist, um an einer Konferenz über die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg teilzunehmen, lernt er in einem Café Zoe kennen. Sie ist Ende zwanzig, Jazz-Sängerin, lebt mit einem viel älteren Musikprofessor zusammen und ist so ganz anders als er: impulsiv, experimentierfreudig, hat ihre Liebe zur Musik zum Beruf gemacht. Zoe und er fühlen sich stark zueinander hingezogen, und er merkt bald, dass es mit ihr anders ist als mit anderen Frauen, dass er sich mit ihr fallen lassen kann. Ist das Liebe? Fühlt Zoe auch so? Woher kommen ihre häufigen Stimmungsschwankungen und warum verschwindet sie immer wieder? Dann muss er für ein paar Tage beruflich nach Amsterdam und sie taucht spontan am Flughafen auf. So beginnt ihre gemeinsame Zeit in Holland. Eine Woche, in der er seine Pflichten als Unternehmer verdrängt und sich ganz seiner großen Liebe hingibt. Als ob er ahnen würde, dass sie schon bald nur noch als Geschichte, die er niemandem erzählen kann, in seinem Kopf herumspuken wird.

Ulrich Woelk verknüpft in seinem neuen Roman „Was Liebe ist“ geschickt Liebesgeschichte und Familiendrama. „Was ist Liebe?“, fragt sich Roland Ziegler immer wieder. Als er sechs Jahre alt war, wurden er und sein Vater von seiner Mutter verlassen; er hat nie mehr etwas von ihr gehört. Ab und zu quälen ihn noch Albträume und er glaubt nicht ans große Glück. Aber es geht ihm gut, er ist zufrieden mit seinem Leben, selbstbewusst und stolz, wie er es geschafft hat, sich trotz seiner Krankheit beruflich zu behaupten und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Die Beschäftigung mit seiner Familiengeschichte und die gleichzeitige Entdeckung seiner Zweisamkeit mit Zoe führt dazu, dass Ziegler in Holland gleich mehreren Familiengeheimnissen auf die Spur kommt. Ulrich Woelk lässt dabei ein paar Zufälle zu viel zum Einsatz kommen, dadurch erhält der Roman zwischenzeitlich etwas Märchenhaftes, was so gar nicht zur bestechend klaren, eindringlichen Sprache passt. Glücklicherweise findet Woelk einen Schluss, der diesen überaus fesselnden Roman wieder erdet.

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Tags: deutsche geschichte, epilepsie, familie, familiendrama, familiengeheimnis, familienunternehmen, geschwister, liebesbeziehungen, musik, ns-zeit, zwangsarbeiter   (11)
 

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kongo, brazzaville, roman, afrika, bar

Zerbrochenes Glas

Alain Mabanckou , Holger Fock , Sabine Müller
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Liebeskind, 18.02.2013
ISBN 9783954380060
Genre: Romane

Rezension:

Für den Wirt des „Angeschrieben wird nicht“ im kongolesischen Brazzaville sind Sprüche wie „Wenn in Afrika ein Greis stirbt, verbrennt eine Bibliothek“ ausgelatschte Klischees. In diesem Land sei „alles Mündliche nur Schall und Rauch, Wildkatzenpipi“, heute zähle allein das geschriebene Wort. Da ihm selbst das Talent fehlt, um die Geschichte seiner Bar für die Nachwelt festzuhalten, drückt der Wirt demjenigen seiner Stammgäste ein Heft in die Hand, der unter all den „Suffköpfen“ noch am meisten vom Schreiben zu verstehen scheint: „Zerbrochenes Glas“, einst literarisch interessierter Lehrer, seit langem leidenschaftlicher Vollzeit-Trinker, ein 64-jähriges Wrack, wie er sich selbst sieht, von einer unzerstörbaren Liebe zum Palmwein gezeichnet, von seinem „Teufelsweib“ verlassen, hat er die Bar wie viele andere Typen mit ähnlichem Schicksal zu seinem Zuhause gemacht.

Die Lebensgeschichten, die „Zerbrochenes Glas“ von nun ungefragt von anderen Gästen zu hören bekommt und die er meist in angetrunkenem Zustand im Plauderton ohne Punkt, mit vielen Kommas und wenigen Absätzen schonungslos wiedergibt, sind Geschichten aus einer Männerwelt, in der sich sehr viel um Lust, Eifersucht und Verrat dreht. Am glücklichsten scheint der „Sture Schnecke“ zu sein, der Ehe und Kinder für eine Bürde hält und den gelegentlichen Sex mit der schamlosesten Prostituierten des Viertels genießt. Die gescheiterten Existenzen um ihn herum erwarten nichts mehr vom Leben. Dank der Lust des Autors an der Grenzüberschreitung wird aus diesem deprimierenden Stoff ein burleskes Stück. Die Freude Mabanckous an absurden, schonungslos drastischen und schockierend offenherzigen Szenen und an politisch unkorrekter Wortwahl steckt einfach an: Manch derbe Szene und so mancher Macho-Spruch bleibt einem zunächst im Halse stecken bis sich die Anspannung in Lachen entlädt.

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Tags: afrika, bar, brazzaville, kongo, männer, satire, trinker   (7)
 

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97 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

ddr, berlin, familie, mecklenburg, geheimnis

Das Lied der Stare nach dem Frost

Gisa Klönne
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 26.02.2013
ISBN 9783866123243
Genre: Romane

Rezension:

Seit dem Autounfall ihres Lieblingsbruders Ivo an einem Januartag meidet Rixa Hinrichs die deutschen Winter und tingelt als Barpianistin durch die Welt. Sie versucht zu vergessen: Ihre Trauer um den Bruder und den Zerfall ihrer Familie, die Abneigung ihrer Mutter gegen ihre Musikleidenschaft und ihr Versagen beim Examen am Konservatorium. Gerade, als es ihr mit ihrem Saison-Job auf den Seychellen und ihrem Liebhaber und Musiker-Kollegen Lorenz ganz gut zu gehen beginnt, erhält sie einen Anruf aus Deutschland: Ihre Mutter ist gestorben. Ein Autounfall in Mecklenburg, an fast derselben Stelle, an der Ivo vor exakt zwölf Jahren verunglückt war.

Gisa Klönne erzählt die
Geschichte schlaglichtartig vom Ersten Weltkrieg bis heute und auf zwei
Zeitebenen. Das Leben der Pastorenfamilie zwischen 1915 und 1949 wird durch die
Augen von Rixas Großeltern Theodor und Elise gespiegelt. Der Großteil des
Romans spielt im ländlichen Mecklenburg, einem Teil Deutschlands, der lange in
der Entwicklung hinterher hinkte. Die leise Melancholie, die von der flachen
Seenlandschaft um Güstrow ausgeht, durchzieht den ganzen Roman. Gisa Klönne
beschreibt die Weite, die Farb- und Stimmungswechsel im Laufe der
Wetterumschwünge und Jahreszeiten berückend präzise und zugleich hoch poetisch.
Ihre größte Kunst besteht aber darin, die Handlung und die Empfindungen und
Gedanken ihrer Protagonisten so zu verweben, dass sich ein unwiderstehlicher
Sog entwickelt und man ganz in Theodors und Elises Welt voller Einschränkungen
und Rixas globalisierte Welt abtaucht.

So wie die Landschaft die
Menschen prägt und die historischen Ereignisse sich im Familienleben spiegeln,
so trug auch Rixas Familie zur Entstehung der politischen und
gesellschaftlichen Verhältnisse bei. Gleichzeitig werden Kriegserlebnisse, das
Bangen ums Überleben einer Großfamilie, das Gefühl, als Kind weniger geliebt zu
werden als die Geschwister, Schweigen und Schuld über mehrere Generationen
weitergetragen. Themen des Romans sind auch der strenge  preußische Protestantismus, Prinzipien und
Moral in der Politik, im Glauben und in der Liebe und die Liebe zur Natur und
zur Musik.

Gisa Klönne ist ein wunderschöner, hoch spannender und
stellenweise zu Tränen rührender Roman über eine mehrfach von Heimatverlust
geprägte deutsche Großfamilie gelungen.

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Tags: berlin, ddr, deutsche geschichte, deutschland, familienroman, geschichte, kirche, köln, mecklenburg, musik, musiker, pastor, pfarrersfamilie, unfall, verlust   (15)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

athen, griechenland, gesellschaft, geschichte, familie

Athen, Paradiesstraße

Sofka Zinovieff , Eva Bonné
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.06.2013
ISBN 9783423249690
Genre: Romane

Rezension:

Als der bekannte Journalist Nikitas Perifanis in Athen zu Grabe getragen wird, beobachtet seine Mutter Antigone die Szenerie vom Rand der Trauergesellschaft aus. Rund 60 Jahre war sie, die einst von ihrer Schwester aus dem Elternhaus in der Paradiesstraße verstoßen wurde, nicht in Griechenland gewesen. Von ihrem Sohn weiß in ihrer neuen Heimat Moskau niemand. Die Engländerin Sofka Zinovieff, die in der Nähe von Athen lebt, erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Nikitas' Frau und seiner Mutter vom griechischen Bürgerkrieg 1946 bis 1949 und den Auswirkungen bis zu den Unruhen im Winter 2008. Ein spannender Familien- und Gesellschaftsroman, durch den das heutige Griechenland ein bisschen verständlicher wird.

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Tags: athen, familie, geschichte, gesellschaft, griechenland   (5)
 

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büchner, lenz, frankfurt am main, vogesen

Lena in Waldersbach

Eduard Habsburg
Fester Einband
Erschienen bei Beck, C H, 21.01.2013
ISBN 9783406644948
Genre: Romane

Rezension:

In seinem zweiten Roman schickt Eduard Habsburg eine Schülerin aus Frankfurt am Main allein in die Vogesen, ohne Handy und Laptop, aber mit einer zerfledderten Reclam-Ausgabe von Büchers „Lenz“ im Rucksack. Der Pfarrer von Waldersbach und seine Frau nehmen sie freundlich auf und staunen darüber, dass eine 17-Jährige so fasziniert vom „Lenz“ und dem historischen Vorbild ist, dass sie bei Ihnen auf dessen Spuren wandeln will. Was sie nicht wissen: Lena identifiziert sich so sehr mit dem traumatisierte Lenz, dass sie dessen Ängste und Wahnvorstellungen nachlebt. Der Leser ahnt schnell, dass Lenas eigentliches Problem ein anderes ist, das Ende des Romans überrascht dann doch. Von Habsburg spielt gekonnt mit Fantasie, Illusionen, Wahn und Realität und zeigt, welche Kraft Literatur entfalten kann, wenn sie auf fruchtbaren Boden trifft.

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Tags: büchner, frankfurt am main, lenz, vogesen   (4)
 

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new york, mexiko, freiheit, die schwerelosen, frauen

Die Schwerelosen

Valeria Luiselli , Dagmar Ploetz-Timm
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 06.03.2013
ISBN 9783888978197
Genre: Romane

Rezension:

Valeria Luisellis Roman „Die Schwerelosen“ bietet ungewöhnlichen Kunstgenuss: In schwereloser, luftiger Sprache, durchdrungen von ungewöhnlichen Gedanken und Wortschöpfungen erzählt die junge Mexikanerin Luiselli die Geschichte einer Frau, die beim Schreiben eines Romans zwischen ihrem gegenwärtigen Leben Mexiko City und ihrer Zeit als junge Lektorin in New York pendelt. Ihre Kinder lassen ihr kaum Luft zum Atmen, weswegen alles, was sie schreibt kurzatmig ist. Damals in New York beeindruckte sie das Werk eines obskuren mexikanischen Dichters so sehr, dass sein Geist sie immer noch verfolgt. Die Grenzen zwischen Literatur und Wirklichkeit verschwimmen zunehmend. Ein fesselnder, inspirierender und doch leichter Roman. Beste Sommerlektüre.

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Tags: familie, frauen, geister, mexiko, new york, schreiben   (6)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

erinnerungen, trilogie, herr feld, herr kle, frankfurt am main

Herr Klee und Herr Feld

Michel Bergmann
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Arche Literatur Verlag, 01.03.2013
ISBN 9783037900413
Genre: Romane

Rezension:

Die Brüder Alfred und Moritz Kleefeld hatten die letzten 50 Jahre nicht viel miteinander zu tun. Moritz führte ein Professorenleben in Frankfurt am Main und Alfred träumte vom Durchbruch in Hollywood, erwarb sich jedoch nur als Vampirdarsteller einen gewissen Ruf. Der letzte Teil von Michel Bergmanns Trilogie über die jüdische Familie Kleefeld spielt in der Gegenwart und kommt mit drei Protagonisten aus: Moritz und Alfred, Mitte siebzig, wohnen seit Kurzem zusammen und streiten sich die meiste Zeit. Ausgerechnet durch die politischen, ethischen und kulturellen Diskussionen mit und durch die Zuneigung zu ihrer neuen palästinensischen Haushälterin, einer umwerfenden Schönheit, nähern sie sich einander an. Doch dann fallen im Streit unverzeihliche Worte. Dem Alter der Protagonisten entsprechend ist hier das Tempo langsamer als in den beiden vorherigen Bänden. Und der Tonfall ist wehmütiger, Erinnerungen spielen eine große Rolle. 

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Tags: brüder, erinnerungen, familie, frankfurt am main, jüdisches leben, trilogie   (6)
 

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frauen, gesellschaft, prostitution, marokko, islam

Zorngebete

Saphia Azzeddine , Sabine Heymann
Buch: 128 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 05.03.2013
ISBN 9783803132482
Genre: Romane

Rezension:

„Ich nehme es Allah ein bisschen übel, dass er mich in diesem Rattenloch verfaulen lässt. Rechts sind Berge, links sind Berge. Und in der Mitte sind wir, unser Ziegenlederzelt und unsere Schafherde.“ Die 16-jährige Jbara sagt von sich, sie könne nicht anders als schimpfen, denn das sei in ihrer armen, ignoranten Familie, in der alles haram ist, der normale Ton. So ist die Sprache im Bildungsroman „Zorngebete“ der Marokkanerin Saphia Azzeddine entsprechend ungezwungen, derb und unsentimental. Jbara ist eine Kämpferin und nicht bereit, auf alles zu verzichten, vor allem nicht, seit sie zum ersten Mal Granatapfeljoghurt gekostet hat, den sie für ein bisschen Sex bekommen hat. Als sie schwanger wird, beginnt ihr zweites Leben in der Stadt als Scheherazade.

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Tags: frauen, gesellschaft, islam, marokko, prostitution   (5)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

humor, ddr, reise, reisereporter, tourismus

Kein Feuer, das nicht brennt

Rayk Wieland
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 14.03.2012
ISBN 9783888977480
Genre: Romane

Rezension:

Was ist realer, wahrer: Das, was Touristen in aller Welt vor Ort sehen, oder das, was wir in Reportagen oder Dokumentationen über ferne Länder zu Hause lesen oder sehen? Bestätigen wir unser Bild nicht nur, wenn wir reisen? In Rayk Wielands Roman „Kein Feuer, das nicht brennt“ erzählt ein Reisereporter, der nicht reist, warum er das nicht tut. Früher in der DDR, da hätte es ihn gereizt, aber seit die Grenzen offen sind ... Seine Reportagen erfindet er bis er auffliegt. Er verliert seinen Job und tritt schließlich doch seine erste Reise an. Eine Satire über unsere Reisewut. Wieland stellt die Fragen: Was suchen wir in der Ferne? Und was haben wir da zu suchen? 

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Tags: ddr, reise, reisereporter, roman, tourismus, unterhaltungsroman   (6)
 

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reportage, amerikanische gesellschaft, journalismus, amerika, usa

Pulphead: Vom Ende Amerikas (edition suhrkamp)

John Jeremiah Sullivan
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 17.09.2012
ISBN 9783518788905
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Vereinigten Staaten konzentriert in einem Buch – geht das? Mit den Reportagen, die nun unter dem Titel „Pulphead“ erschienen sind, lässt John Jeremiah Sullivan seine Leser jedenfalls so tief in die Seele der US-amerikanischen Gesellschaft(en) blicken, wie nur irgend möglich. Er taucht ein in die Geschichte und Gegenwart verschiedener Szenen, so intensiv und klarsichtig, emotional, selbstreflektierend und empathisch, dass man mitgerissen wird, auch wenn man sich eigentlich nicht für das amerikanische Reality-TV, die Tea-Party-Bewegung, vergessene Naturforscher, für Michael Jackson, Axl Rose oder die Typen interessiert, die auf christlichen Rockfestivals rumhängen. Sullivan verwischt die Grenze zwischen Literatur und Journalismus, Erzählung und Reportage, Hochliteratur und Unterhaltung. Großartig. 

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Tags: amerika, amerikanische gesellschaft, journalismus, reportage, usa   (5)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

krankheit, malaria, mücke, urwald, abenteuer

Mal Aria

Carmen Stephan
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.08.2012
ISBN 9783100751416
Genre: Romane

Rezension:

Carmen Stephan, die in München und in Rio de Janeiro lebt, erzählt in ihrem ersten Roman „Mal Aria“ von eben dieser Krankheit – und zwar aus der Sicht eines Moskitos. Entsprechend originell ist der Blick auf diese lange unbekannte Krankheit und auf naive Europäer, die in den brasilianischen Urwald reisen, ohne etwas über die Natur dort zu wissen. Die todbringende Mücke kann dem Blut der hellhäutigen Carmen nicht widerstehen. „Es ist leicht, viel anzurichten. Im Guten wie im Bösen. Ein kurzer Stich genügt. Pleased to meet you. Schaut mich an. Schachbrettflügel, die Taster lang gewachsen wie der Stechrüssel, die Beine dünn und lang, Abdomen schnüppchenlos, ein Wesen, nicht schwerer als ein Tropfen Wasser.“ Ein extrem fesselnder, weiser und sprachlich wunderschöner Roman über die Wechselwirkung von Mensch und Natur.

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Tags: abenteuer, brasilien, krankheit, malari, mücke, natur, reise, urwald   (8)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

generatione, männer, generationenkonflikt, heimatroman

Wo wir uns finden

Patrick Findeis
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei DVA, 10.09.2012
ISBN 9783421045362
Genre: Romane

Rezension:

Wie in seinem Debüt „Kein schöner Land“, so spielt Patrick Findeis auch in seinem zweiten Roman „Wo wir uns finden“ schon beim Titel mit dem Leser. Die Geschichte um Josef und seinen Sohn Siggi, den Josef nach dem Tod der Mutter ganz alleine aufgezogen hat, spielt keineswegs in einer längst vergangenen ländlichen Idylle. Die Menschen, die hier auftreten, sind sich selbst, der Natur und ihren Mitmenschen entfremdet. Josef hat sein Leben lang nur geschuftet, alles für seinen Sohn getan. Dann verliert er auch noch sein Haus, weil er für Siggis Start-Up gebürgt hat – und Siggi setzt sich ins Ausland ab. Dass Josef diese alles aus schlechtem Gewissen tut, erfährt der Leser erst gegen Ende dieses feinen, klug komponierten, fatalistischen Romans.

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Tags: generatione, generationenkonflikt, heimatroman, männer   (4)
 

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krim, frankreich, roman, satire, road-movi

Apocalypse Baby

Virginie Despentes
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Profile Books Ltd, 27.06.2013
ISBN 9781846688423
Genre: Sonstiges

Rezension:

Seit ihrem Debütroman „Baise-moi“ (2000 als "Wölfe fangen" auf Deutsch erschienen) gilt Virginie Despentes als Frankreichs bekannteste militant lesbisch-feministische Autorin. Auch in ihrem sechsten Roman „Apokalypse Baby“ ist der Alltag ihrer gesellschaftlichen Randfiguren geprägt von Gewalt, Kleinkriminalität, wahllosem Sex und Drogen. Allerdings holt Despentes durch eine spezielle Mixtur aus bissigem Gesellschafts- und Familienroman, packendem Thriller, rasantem Road-Movie und einer fast romantischen sexuellen Erweckungsgeschichte und durch ihre komplexen Protagonistinnen, die sich in ganz unterschiedlichen sozialen Sphären bewegen, auch Leser ins Boot, die sich von den bevorzugten Milieus der Autorin sonst eher abschrecken ließen. Worum es eigentlich geht? Lesen! Der Roman ist packend, skurril, temporeich, laut und auch mal leise und geht viel mehr an die Substanz als man zunächst denken könnte.

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Tags: frankreich, krim, road-movi, roman, satire   (5)
 

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israel, frauen, familie, krankheit, poetische prosa

Wodka und Brot

Mira Magén , Mirjam Pressler
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.10.2012
ISBN 9783423249232
Genre: Romane

Rezension:

Warum Amia die wildfremde junge Frau, die abends an ihre Tür klopft und auf ihrem Küchenboden zusammenbricht, in ihrem Haus schlafen lässt, weiß sie selbst nicht genau. Aus Verantwortungsgefühl? Aus Einsamkeit? Was soll ihr schon passieren? Ihr alter Vermieter nebenan lässt sie und ihren fünfjährigen Sohn Nadav sowieso nicht aus den Augen. Ihr Mann Gideon hätte die verwahrloste Fremde nicht ins Haus gelassen, aber Gideon ist nicht hier; er füttert Fische im Roten Meer. Eine Auszeit, vier Monate, ohne sie und ihren gemeinsamen Sohn. Der brillante Rechtsanwalt hat eine Sinnkrise, zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Kurz zuvor hat Amia ihren Job als gut bezahlte Steuerberaterin gekündigt und das schlecht gehende Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern auf dem Land übernommen. Als die junge Frau, die sich „Madonna“ oder „kleine russische Hure“ nennt, Amias und Nadavs neues Zuhause zum erstem Mal betritt, hat Amias neues Leben längst begonnen; sie weiß es nur noch nicht. 

Mira Magén ist eine Meisterin der leisen, subtilen Töne, wobei in jedem ihrer Romane eine andere Stimmung vorherrscht: In „Als ihre Engel schliefen“ (2006) ficht die verheiratete Protagonistin angesichts einer leidenschaftlichen Affäre heftige Kämpfe mit Gott aus. In „Die Zeit wird es zeigen“ (2010) ist die Sprache dem Sommer am Meer entsprechend leicht und luftig, obwohl auch hier – wie im aktuellen Roman – ein Kind verunglückt. „Wodka und Brot“ durchzieht eine Melancholie, die durch Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit und Unverständnis Amias geprägt ist, Gedanken über Familie und Zukunftsängste und die Reserviertheit der Erzählerin lassen Sinnlichkeit und Erotik in den Hintergrund treten. Wobei Magéns Blick auf die Welt immer sehr sinnlich ist: Geschmack, Gerüche, Geräusche in der Natur, Pflanzen und Tiere und alles, was Gott erschaffen hat, beruhigt und tröstet sie selbst, ihre Frauenfiguren und den Leser. 

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Tags: familie, frauen, israel, jüdische welt, poetische prosa, religion   (6)
 

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Der Trost der Dinge

Daniel Miller , Frank Jakubzik
Flexibler Einband: 226 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.08.2010
ISBN 9783518126134
Genre: Sachbücher

Rezension:

Daniel Miller und seine Kollegin Fiona Parrott trauen ihren Augen nicht: George, alleinstehend und 76 Jahre alt, bewohnt seit einem Jahr ein Reihenhaus, das abgesehen von den notwendigsten Möbeln und ein paar Teppichen absolut leer ist. Kein Bild, kein Foto, kein bisschen Dekoration – kein Hinweis auf den Menschen, der hier lebt. Wie ist es möglich, dass ein Engländer in diesem Alter rein gar nichts Persönliches besitzt? Der Blick des Anthropologen Miller irrt suchend umher, aber nichts weckt seine Aufmerksamkeit, nichts sein Interesse. „Man empfindet einen Mangel an Form, Respekt und Integrität“, schreibt er in seinem Buch „Der Trost der Dinge“, in dem die Geschichte von George eine von 15 ist. Miller und seine Kollegin besuchten vor ein paar Jahren 100 Haushalte in einer gewöhnlichen Wohnstraße im Süden Londons, um herauszufinden, wie sich die Persönlichkeit und die Lebensverhältnisse von Menschen in den Dingen widerspiegeln, mit denen sie sich innerhalb der eigenen vier Wände umgeben. Und welche Bedeutung die Dinge für die Beziehung der Menschen zu sich selbst und zu anderen Menschen haben. Indem die Wissenschaftler die Bewohner nur nach den Gegenständen fragten und direkte Fragen nach ihrem Privatleben vermieden, bekamen sie meist ungezwungene Antworten, die sie wiederum in Bezug zu ihren eigenen Eindrücken von den Dingen und von ihrem Gegenüber setzten. So entstanden unvergessliche Bilder von ganz unterschiedlichen Mikrokosmen; und feine, teilweise sehr berührende Porträts von Menschen, die manchmal eine sehr ungewöhnliche Beziehung zu bestimmten Dingen oder, wie George, generell Materiellem gegenüber haben.

Daniel Miller lehrt Ethnologie am University College in London und hat schon das Einkaufsverhalten von Hausfrauen im Supermarkt, die Handynutzung in der Karibik und die Bedeutung des Weihnachtsfests in nichtchristlichen Gesellschaften untersucht. Bevor er für diese Studie die typisch englischen Reihenhäuser betrat, wusste er nicht, was ihn erwarten würde. „Ich erwartete nur, auf die Kümmernisse des Lebens und den Trost der Dinge zu treffen.“

Die meisten Menschen in diesem Buch haben Dinge, die sie trösten, die sie mit anderen Menschen verbinden oder eine Entwicklung oder einen Traum symbolisieren: Für Marina stehen die Happy-Meal-Figuren von McDonald's, die sie sammelt, für Auflehnung und Abgrenzung gegen ihre Eltern und glückliche Stunden mit ihren Kindern. Die Hippie-Frau Di tankt nach der Arbeit Energie in ihrer Wohnung voller bunter Dinge aus der ganzen Welt. Für Malcolm, der mal in England, mal in Australien arbeitet, ist sein Laptop sein Zuhause. Anna bestellt für ihren Sohn, der noch viel zu klein dafür ist, jede Menge Spielzeug, das sie selbst als Kind nicht bekam. Nur George lebt völlig isoliert. Abgesehen von einer Cousine hat er keine sozialen Kontakte und eben auch keine Gegenstände, die ihn mit seiner Vergangenheit oder mit der Außenwelt verbinden. Er weiß sehr wohl, wie es in normal eingerichteten Wohnungen aussieht, aber George hat nie gelernt, etwas selbst in die Hand zu nehmen. Seine Eltern hatten seine Selbständigkeit unterbunden, später lebte er immer Wohnheimen. Er weiß, dass er sein Leben verpasst hat. Miller lässt die Trostlosigkeit dieses Lebens und die innere Leere dieses alten Mannes aus jedem Stück weißer Wand sprechen.

Doch es ist Weihnachtszeit und natürlich gibt es auch in jener Londoner Straße nicht nur Leere, sondern auch Fülle. Ein paar Häuser weiter haben Mr. und Mrs. Clarke ihr Haus so üppig, aufwändig und fantasievoll geschmückt, wie Miller es noch nie gesehen hat. Die Clarkes kultivieren seit Jahrzehnten ihre Leidenschaft für das Weihnachtsfest mit einer immer ausgefeilteren Weihnachtsdekoration und einem Festmahl für ihre große Familie. Auch Geschenke sind für sie ein Zeichen der Liebe und Anerkennung, die sie jedem gleichmäßig zukommen lassen möchten. Auch in Mr. Clarkes Sammlungen – von Weihnachtsdekoration, über Briefmarken und Uhren bis zu Oldtimern – entdeckt der Anthropologe Miller eine große Wertschätzung für die Dinge und einen ausgeprägten Sinn für Beständigkeit und Tradition.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

historischer roma, satire, heimatroman, zeitläufte, österreich

Huturm

Herbert Rosendorfer
Buch: 180 Seiten
Erschienen bei Folio, 01.03.2012
ISBN 9783852565989
Genre: Romane

Rezension:

Im Frühjahr erschien Herbert Rosendorfers teils satirischer Roman „Huturm. Nachrichten aus der Tiefe der Provinz“. Es ist die Geschichte eines fiktiven Dorfes im Herzen Österreichs, das sich von 1848 bis zur amerikanischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer florierenden Stadt mauserte. Da war zum Beispiel der Lehrer Hahn, ein 48er Revolutionär, der den Fürsten gern „Blutsauger, Bauernschinder, Geschwür am Körper des Volkes“ schimpfte. Fürst Feldenwerth-Tragans nahm es ihm nicht übel, vielleicht weil auch er ein Zugezogener war und die es auf diesem Fleckchen Erde nicht leicht hatten. Der Guggemot zum Beispiel war fast gleichzeitig mit dem Fürsten nach Huturm gekommen, sah aus wie ein Landstreicher, hatte in Waterloo gekämpft und sich im Ort als fleißig und pünktlich erwiesen. Trotzdem hieß es noch vier Generationen später: „Diese schwarzen Haare, ob das nicht Zigeuner oder Juden sind.“ Da war die Familie des einst „Dahergelaufenen“ längst die reichste am Ort, besaß mehrere Hotels, Gaststätten und Anteile an Fabriken. Wer hätte damals gedacht, dass die Guggemots es einmal so weit bringen würden? Und dass die Fürstenfamilie parallel dazu in der Bedeutungslosigkeit versinken würde?

Ja, es ist einiges los auf diesen 180 Seiten und wie Rosendorfer die Geschichte in bodenständiger Umgangssprache erzählt, ist große Kunst: schlaglichtartig, mit Anekdoten, teils skurrilen Figuren und lustigen Dialogen gespickt, mit Seitenhieben auf historische Persönlichkeiten und kurzen Exkursen in die Weltgeschichte. Wie so viele seiner Romane und Erzählungen, bereitet auch dieses Buch großes Lesevergnügen.

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Tags: heimatroman, historischer roma, österreich, satire, zeitläufte   (5)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

autorin, lyrische prosa, pari, roma, berlin

Kirschholz und alte Gefühle

Marica Bodrozic
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 10.09.2012
ISBN 9783630873954
Genre: Romane

Rezension:

Mittels ihrer Mädchen- und Frauenfiguren lässt sich Marica Bodrožić gerne durch ihre Vergangenheit treiben. Sie schreibt sehr sinnlich über die Landschaften, Gerüche, Geräusche und Gesichter ihrer Kindheit und Jugend, übers Unterwegssein und die Zwiespältigkeit der Heimatliebe, über Erinnern und Vergessen, über Liebe, Distanz und die Ankunft in einem neuen Leben.

In ihrem neuen Roman „Kirschholz und alte Gefühle“, der nach „Das Gedächtnis der Libellen“ der zweite Teil einer Trilogie ist, richtet sich der Blick der Erzählerin Arjeta fast durchgehend nach innen. Arjeta lebt seit fünf Jahren in Berlin, aber erst die Wohnung, die sie soeben bezogen hat, wird ihr im Laufe des Buchs zur Heimat. Bisher steht nur der Kirschholztisch ihrer Großmutter darin, darauf ausgebreitet Fotos, die Arjeta in einem langen Gedankenfluss in die Vergangenheit tragen.

Dass dieser Bewusstseinsstrom nicht langweilig wird, liegt weniger an den Charakteren, die in ihren Handlungen und im Umgang mit anderen Menschen eher blass sind, als an der Sprache: Am freien Umgang der Autorin mit der Syntax, an Verknappungen und Neologismen, die einen ungewöhnlichen Ton ergeben; an Sätzen, die eine große Bandbreite von Emotionen und Assoziationen wecken und den Leser in einem tranceartigen Zustand durch das Buch tragen.

Marica Bodrožićs Sprache ist sehr lyrisch, ab auch mal pathetisch und nostalgisch. In diesem Roman „reiten die Gedanken auf unzähmbaren Pferden davon“.

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Tags: autorin, berlin, erinnerung, kroatien, lyrische prosa, pari, roma   (7)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

seele, deutschland, kulturgeschichte, sachbuch, thea dorn

Die deutsche Seele

Richard Wagner , Thea Dorn
E-Buch Text: 560 Seiten
Erschienen bei Albrecht Knaus Verlag, 24.04.2012
ISBN 9783641068141
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Die deutsche Seele“ ist eine tiefgründige, facettenreiche und stimmungsvolle Kulturgeschichte des Deutschen, die aus allen bisherigen Mustern ausbricht. Bestechend: Der humorvolle ironisch-distanzierte Ton und das Nebeneinander von Bedeutendem (Beispiel Reformation) und Banalem (Beispiel Dauerwelle). Die 200 Abbildungen schaffen zusätzlich überraschende Verbindungen und Kontraste. Bei der Gestaltung der 64 alphabetisch angeordneten Kapitel, in denen die Autoren dem typisch Deutschen nachspüren, haben sich Thea Dorn und Richard Wagner alle Freiheiten genommen. Insbesondere Thea Dorn erweist sich wieder einmal als unkonventionelle Schriftstellerin, die von keiner äußeren Form beschränken lässt und in allen Genres zu Hause ist: Im Kapitel „Bierdurst“ dichtet sie sich durch die deutsche Bierlandschaft. Ins Kapitel „Bruder Baum“ hat sie ein Dramolett integriert, in dem die deutsche Eiche, Linde, Buche und Tanne darüber diskutieren, welchen Baum die Deutschen am meisten verehren. Und das Kapitel „Dauerwelle“ ist ein fiktiver Briefwechsel zwischen Dorn und dem deutschen Erfinder der Dauerwelle.
„Die deutsche Seele“ macht das Deutsche in all seinen Widersprüchen verständlicher und preist auf sehr unterhaltsame Weise die Reichhaltigkeit und Schönheit der deutschen Sprache. Eine Bereicherung für jeden, der an der deutschen Kultur interessiert ist.

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Tags: deutsch, deutschland, kulturgeschichte, seele, thea dorn   (5)
 

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

dublin, ausland, irland, alltag, leben

Ein Jahr in Dublin

Jeannette Villachica
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.10.2013
ISBN 9783451059711
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: abenteuer, alltag, ausland, auswandern, call center, celtic tiger, deutsche, dublin, erfahrungsbericht, guinness, herder, iren, irland, reise, reisebericht, reisebuch, unterhaltungsliteratur   (17)
 

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

sardinien, familie, italien, kindheit, sterbehilfe

Accabadora

Michela Murgia , Julika Brandestini
Fester Einband: 173 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 25.02.2010
ISBN 9783803132260
Genre: Romane

Rezension:

Maria war die vierte Tochter einer bitterarmen sardischen Witwe und spielte meist allein im Schlamm. Als sie sechs Jahre alt war, bot Bonaria Urrai aus dem Dorf Marias Mutter an, ihre Jüngste zu sich zu nehmen. Bei der Alten und musste sich das Mädchen erst daran gewöhnen, als Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Sie besuchte die Schule, sah ihre leibliche Familie so oft sie wollte und liebte ihre Ziehmutter sehr. Jahrelang dachte sie, ihre „Tzia“ würde als Schneiderin arbeiten. Doch warum ging sie nachts oft aus und machte daraus so ein Geheimnis? Als Maria die Wahrheit entdeckt, ist sie geschockt und verlässt Sardinien; sie will in Genua ein neues Leben beginnen. Mit diesem Schritt schwenkt Michela Murgias fesselnder Roman „Accabadora“ ins modernere Italien. Murgias Protagonistin erzählt in hochpoetischer Sprache von ihrer Jugend in einem Sardinien, das es heute kaum mehr gibt. Und sie thematisiert unaufdringlich existentielle Fragen wie Mutterliebe und die Entscheidung über Leben und Tod.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

eifel, angeln, familie, fische, kindheit

Überm Rauschen

Norbert Scheuer
Fester Einband: 167 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 22.09.2009
ISBN 9783406590726
Genre: Romane

Rezension:

Der Ich-Erzähler ist seit Jahren nicht in der Eifel gewesen. Mit seiner Familie will er nichts mehr zu tun haben. Doch dann kommt ein Hilferuf von Alma, die sich daheim um seinen Bruder Hermann, die Mutter im Altersheim und die geerbte Gaststätte kümmert. Hermann sitze nur noch am Fluss und abends randaliere er betrunken. Wie der Vater sei er hinter dem „alten Fisch“, einer Schimäre, her. Der Vater hatte sich vom Familienzwist oft ans Wasser zurückgezogen und hatte den Jungs alles übers Fliegenfischen beigebracht. Während der Ich-Erzähler später in die Großstadt floh, schien sein Bruder in die Fußstapfen des Vaters zu treten, mehr noch: Niemand wusste mehr über den Fluss, das Angeln und die Fische als Hermann, der die Eifel verließ, einige Jahren auf See arbeitete, den Lieben zu Hause Kassetten besprach und sich immer mehr von Menschen zurückzog. Ein durch schillernde Impressionen bezaubernder Roman, auch und vor allem über die Schönheit der Natur und insbesondere über die Liebe zum Wasser und zu(m) Fischen.

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

stuttgart, familie, karriere, kinder, wohlstand

Kürzere Tage

Anna Katharina Hahn
Fester Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.03.2009
ISBN 9783518420577
Genre: Romane

Rezension:

Judith hat ihre Magisterarbeit nicht beendet und ist vor ihren Versagensängsten in die Arme des gut verdienenden „Langweilers“ Klaus und in die Waldorfpädagogik geflüchtet. Wenn ihre Söhne im Bett sind, schluckt sie heimlich Psychopharmaka und träumt von ihrem Ex-Lover Sören, der sie mies behandelte.
Ihre Nachbarin Leonie erscheint im Business-Outfit mit ihren Mädchen auf dem Kinderbauernhof, immer in Hetze. Leonie wünscht sich mehr Zeit und Ruhe und beneidet Judith nicht nur um einen Mann, der um 17 Uhr nach Hause kommt.
Anna Katharina Hahn beleuchtet das Leben in dem gutbürgerlichen Viertel Stuttgarts aus wechselnder Perspektive, auch die alte, glücklich verheiratete Frau Posselt und der 13-jährige Marco aus dem verrufenen Viertel nebenan kommen zu Wort. Ein eindrucksvoller und spannender Gesellschaftsroman mit Lokalkolorit: Sehr genau beobachtetes Milieu, einfühlsam und variantenreich erzählt.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kleine Kannibalen

Torsten Krol , Gunnar Kwisinski
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Blessing, Karl, 20.07.2009
ISBN 9783896674050
Genre: Romane

Rezension:

Auf der Überfahrt von Deutschland nach Venezuela hat der 16-jährige Erich Linden seinem Bruder Zeppi noch Schauergeschichten von Anacondas erzählt. Dass die Brüder mit ihrer Mutter und ihrem Onkel Klaus kurz darauf mitten im Dschungel landen und dass Würgeschlangen dort ihr geringstes Problem sein würden, damit hatte keiner gerechnet. Eine Nazi-Familie 1946 bei einem Indio-Volk im venezolanischen Urwald – Torsten Krol (laut Verlag ein Pseudonym des im australischen Outback lebenden Autors) nutzt diese Situation für eine rasante, teils satirisch überzeichnete und aberwitzige, jedoch in sich stimmige und keineswegs klamaukhafte Geschichte voll tragikomischer Verwicklungen. Sein packender, rasanter, oft lustiger Abenteuer-, Ethno-, Familien- und Liebesroman „Kleine Kannibalen“ ist ein riesiger Lesespaß.

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beziehung, familie, sex, liebe, autohaus

Doggy Bag - Drei

Philippe Djian , Uli Wittmann
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 21.07.2009
ISBN 9783257239539
Genre: Romane

Rezension:

Philippe Djian spickt seine sechsteilige Romanserie „Doggy Bag“ mit reichlich Familienstreitigkeiten und -verwicklungen, Intrigen, Sex, protzigen Autos und Villen, Todesfällen und anderen Katastrophen. Man braucht ein bisschen, um reinzukommen. Besonders witzig und turbulent wird es in Band drei und vier. Würde die Serie im Fernsehen laufen, wäre sie eine Mischung aus „Die Sopranos“ und „Sex and the City“, „Desperate Housewives“ und „Der Denver Clan“: Auf den ersten Blick schrecklich oberflächlich, voller Klischees und teils irrwitziger Übertreibungen, sprachlich stellenweise geradezu brutal, aber mit schnellen Szenewechseln, verblüffenden Wendungen und rasantem Witz erzählt.

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