JudithKKs Bibliothek

2 Bücher, 2 Rezensionen

Zu JudithKKs Profil
Filtern nach
2 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Sitzen ist das neue Rauchen

Kelly Starrett , Glen Cordoza , Juliet Starrett
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei riva, 12.09.2016
ISBN 9783868838008
Genre: Sachbücher

Rezension:

Cooler Titel für ein Buch, oder? Nicht nur denTitel finde ich gut, auch der Inhalt gibt eine Menge her. Hier geht es um Bewegung, genauer gesagt um den Unterschied zwischen gesunden und schädigenden Grundmustern in unseren Alltagsbewegungen. Es scheint, als könnten die Prinzipien der modernen Körpertherapien nach 70 Jahren Elfenbeinturmgehabe nun endlich die Sportwissenschaften und – dank Büchern wie diesem – die breite Öffentlichkeit erreichen.

Das neue Buch von Dr. Kelly Starrett, Juliet Starrett und Glen Cordoza ist großformatig, schwer wie ein Anatomie-Atlas, fast 400 Seiten stark, edel gemacht und mit ca. 35€ relativ teuer. Wenn Sie schon länger meine Buchbesprechungen lesen, dann wissen Sie dass ich das mag: schön gemachte Bücher mit festem, glattem Papier, guten Farbdrucken und so weiter – eine optische und haptische Freude eben. Man muss es ob seines Titels wohl im Stehen lesen, liegend ist es gewichtsmäßig nicht zum „derhalten“.  Aber es ist die Mühe wert und wenn Sie die Übungen im Buch gleich mitmachen, können Sie eine eventuelle Sitz-Lesezeit live ausgleichen.

Wie schon in dem vorangegangenem Buch „Werde ein geschmeidiger Leopard“ behandeln die Autoren auch hier die Grundmuster ökonomischer, körpergerechter Bewegung. Inhaltlich finden sich überraschend viele Überschneidungen. In „Sitzen ist das neue Rauchen“ sind die Zielgruppe nicht mehr Sportler, Bodybuilder und ihre Trainerxs, sondern ich denke Physiotherapeuten, Körpertherapeuten, vor allem aber normale, an gesunder Bewegung interessierte Menschen im allgemeinen.

Das Buch ist inhaltlich sorgfältig aufgebaut. Auf eine ausführliche Einleitung zu Sinn und Ziel folgen
* die Prinzipien schlechter und guter Körperhaltung,
* schön illustrierte Beispiele für eine gut ausgerichtete und stabile Wirbelsäule,
* Anleitungen zum Gehen, Stehen, Sitzen und für den Arbeitsplatz
* Grunderwartungen der Autoren für einen gesunden Körper
* beinahe 100 Seiten „Mobilisationsrezepte„, also Übungen zur Verbesserung und Erhaltung körperlicher Gesundheit.

Dies ist ein wunderbares Buch für Langsam-Leser. Für Menschen, die gerne alles genau studieren, die sich in Wiederholungen und Varianten eines Themas vertiefen mögen um etwas wirklich zu verstehen. Die gerne Bilder betrachten und eine Freude haben am Unterschiede-erkennen. In (meinen Augen) typisch amerikanischer Wissenschaftsjournalismus-Manier machen die Autoren nämlich viele, viele Worte. Es liest sich flüssig dahin und ich musste aufpassen, dass ich vor lauter wohlgeformten Sätzen die inhaltliche Essenz nicht verpasste. Aber auch daran haben die Autoren gedacht: es gibt eine Menge sehr schöner Illustrationen und Zusammenfassungen. Alle Übungen sind so aufgebaut und bebildert, dass sie ohne Mühe korrekt aus dem Buch erlernt werden können. Bravo!

Ich denke, für bewegungstherapeutische Laien ist dieses Buch ein Segen. Es ist ausführlich und anschaulich genug um einem Leser, der mit Körpermechanik und -dynamik (noch) wenig am Hut hat, eindrücklich zu zeigen was in Alltagsbewegungen schief laufen kann und wie es verbessert wird. Im Gegensatz zu vielen Texten, die auf ein „alles ist sehr komplex und individuell und man muss eigentlich einen Therapeuten aufsuchen“ hinauslaufen, trauen sich die Autoren hier, die falschen und die richtigen Bewegungsmuster in einer gut verständlichen Bildersprache beim Namen zu nennen. Dies ist ein Praxisbuch, von den gezeigten Beispielen und Anregungen kann wirklich jede/r profitieren.

Damit Sie, liebe Leserxs, sich ein umfassendes Bild machen können: Für einen befreundeten Hobbysportler war das Buch leider nichts. Ich habe es ihm empfohlen, denn inhaltlich hätte er alles brauchen können. Er hat auch tapfer versucht, sich hineinzulesen.  2 Stunden, 30 Seiten später gab er auf. Viel zu viele Worte. Das machte ihn, den energischen Praktischen, schwummerig im Kopf. „Könnte man alles auf drei Seiten sagen, ehrlich! Ich warte bis du es gelesen hast. Dann sagst du mir, was ich machen soll.“  Tja, Menschen sind verschieden.

Ich werde noch viele genüssliche Stunden mit diesem Buch verbringen. Bislang habe ich mich einmal durchgarbeitet, jetzt werde ich anfangen, es irgendwo aufzuschlagen und mir Impulse zu holen für meine tägliche Bewegungspraxis. Es wird mit Sicherheit mein Bewegungsverhalten verbessern, meinen Yogaunterricht bereichern. Und schon hat sich die Mühe gelohnt …

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Knoblauch gegen Krebs und Blaubeeren für das Herz

Jo Robinson
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei riva, 10.10.2014
ISBN 9783868834406
Genre: Sachbücher

Rezension:




Damit Sie das Optimum an Gesundheit und Geschmack aus Ihrer Ernte oder Ihrem Einkauf am Markt herausholen können, gibt es diese Buchbesprechung.



Jo Robinson: Knoblauch gegen Krebs und Blaubeeren für das Herz. Mit den richtigen Lebensmitteln das Immunsystem stärken und Krankheiten vermeiden. Riva Verlag, München 2014.


Wo kommen unsere Früchte, unser Gemüse her? fragt Jo Robinson gleich zu Beginn. Natürlich nicht von dort, meint sie, wo wir sie kaufen. Nicht aus dem Supermarkt, nicht aus industriell geführten Landwirtschaften, nicht vom Biobauern und nicht aus dem eigenen Garten. Das sind nur die Orte, wo sie gezogen, gepflanzt, gepflegt und geerntet wurden. Unser Obst und Gemüse kommt von alten Wildpflanzen, von überall auf dem Erdball. Die riesige Ochsenherztomate stammt von einer Urtomate in den Anden mit beerengroßen Früchten, unsere Karotten von einer schrumpeligen lila Wurzel aus Afghanistan, unsere Bananen von einer harten, kernigen Urbanane aus Malaysia. Und so weiter.


Alle unseren heutigen Früchte und Gemüse sind die Ergebnisse langer Zuchtfolgen. Dabei haben sie neue Texturen, neue Geschmäcker und andere Nährstoffzusammensetzungen entwickelt. Generell enthalten unsere Zuchtpflanzen mehr Zucker und weniger Phytonährstoffe  wie zb. Omega3, Vitamine, Carotine, Bitterstoffe als ihre wilden Vorgänger. Insgesamt zählt man an die 8000 solcher gesundheitswirksamer sekundärer Pflanzennährstoffe!


Es lohnt sich daher, die bei uns verfügbaren Sorten klug auszuwählen. Es lohnt sich, beim Einkochen und Haltbarmachen Früchte und Gemüse so zu behandeln, dass ein Maximum an Nährstoffen erhalten bleibt oder sich entwickeln kann. Wenn Sie daran interessiert sind, liebe Leserxs, ist dieses Buch eine erfreulich gut recherchierte Quelle.


Hier ist (m)eine kleine Liste mit Inhalten, die ich besonders nützlich fand. Im Buch gibts noch viel mehr davon.


Sehr frische Salate mit locker gewachsenen und eher dunkelgrün/braun/rot gewachsenen Blättern sind am wertvollsten. Also nicht die kleinen gelben festen Köpfe Eisbergsalat.  Der hat ausser dem knackigem Biss nicht wirklich was zu bieten. Wenn Sie Salatblätter ein paar Stunden vor dem Verzehr händisch in Stücke reissen, bilden sich noch Antioxidantien. Bitter = immer gut.


Knoblauchknollen entwickeln auch während längerer Lagerung weiter Nährstoffe. Einzelne Zehen sollen nach dem Zerkleinern etwa 10 Min. unverarbeitet an der Luft liegen bleiben. Erst dann entwickelt sich mit Sauerstoff das heilsame Allicin. Das verträgt dann auch kurzes Mitkochen oder Braten. 
 Alfons Schuhbeck, aus dessen Büchern und Videos ich eine Menge übers Kochen gelernt habe, empfiehlt, Knoblauch niemals mitzukochen, sondern immer erst ganz am Schluss fein gerieben unterzurühren. Das erhält den feinen frischen Geschmack der heilsamen Knolle. Meine Erfahrung: er hat sowas von recht …
Bei Zwieblen gilt: je schärfer und färbiger desto besser. Scharfe lila Schalotten sind besser als die großen weißen Sanften. Braten oder Kochen schadet den Nährstoffen nicht.


Kartoffeln mit gelbem, rotem oder lila Fleisch sind besser als helle. Biokartoffel lohnen sich, dann kann auch die Schale mitgegessen werden. Ich habe in einem Restaurant von Jamie Oliver unlängst ein hervorragendes grobes mit viel Butter angebratenes Kartoffelstampf aus ungeschälten kleinen Kartofferln gegessen. Hmmm!
Am gesündesten werden Kartoffeln, wenn sie nach dem Kochen 24 Stunden lang kühl gelagert wurden und mit Essig&Öl verzehrt werden. Doppel-Daumen hoch für den Kartoffelsalat von gestern – wer hätte das gedacht!
Tomaten bitte niemals im Kühlschrank lagern, sie verlieren dabei ihr Aroma. Sie vertragen aber langes Kochen, bei einer Kochzeit von 30 Minuten verdoppelt sich der Lycopingehalt und wird zudem in eine Form umgewandelt, die sich viel leichter verstoffwechseln lässt. Tomatenmark ist übrigens das Geschmacks-Geheimnis vieler Spitzenköche. Es wird aus wirklich vollreifen Früchten meist sogar ohne Salz oder Zucker eingekocht, enthält 10 mal soviel Lycopin wie die Frischen und wirkt geschmacksverstärkend in Gerichten, in die eigentlich gar keine Tomaten gehören.
Grüne Zuckererbsenbabyschoten im Ganzen sind gesünder als die erwachsenen einzelnen Erbsen. Hülsenfrüchte aus der Dose haben ähnlich viel Phytonährstoffe wie selbst gekochte, wobei da Linsen am besten abschneiden.


Bei Äpfeln gilt wie generell: Dunkle, kräftige Farben sprechen für mehr Nährstoffe als helle, gelbe Sorten. Die Autorin empfiehlt Granny Smith statt Golden Delicious. Ich empfehle die aus irgend eines Nachbars oder Biobauerns Garten. Aktuell: Im September 2016 meldet die  OÖ Landwirtschaftszeitung „Der Bauer“ das Auftreten von Apfel-Allergien bei jenen Sorten, denen Gerb- und Bitterstoffe herausgezüchtet wurden.*)
Essen Sie Beeren. Das ganze Jahr über. Kaufen sie nur vollreife Früchte und ab in die Tiefkühltruhe damit. Heidelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren. Gefroren sind sie beinahe so gesund wie frisch. Heidelbeeren vertragen das Kochen sehr gut, sie entwickeln dabei noch mehr Antioxidantien. Beeren sind so gesund, dass die Autoren einschlägiger Gesundheitsbücher übereinstimmend mindestens ein Löfferl täglich empfehlen. Wenn Sie wissen, liebe Leserxs, wie kontrovers Diskussionen um gesunde Lebensmittel derzeit geführt werden, dann ahnen Sie, was so ein Konsens heißt.


Achten Sie bei Marillen, Pfirsichen, Nektarinen und Zwetschken auf vollreife Früchte. Grün geerntetes Obst reift zwar etwas nach, wird aber durch die Lagerung nicht bekömmlicher. Essen Sie die Haut mit. Fructose, die in Fruchtfleisch enzymatisch eingebunden ist, verhält sich im Stoffwechsel völlig anders, als konzentrierter reiner (HFCS/Mais)-Sirup, der industriellen Produkten zum Süßen zugefügt wird.  Sie können also Ihr Obst reif genießen.
Ähnliches gilt für die Reife von Zitrusfrüchten. Vollgelbe Zitronen ohne grüne Stellen, eher gelbliche Limetten (grün=unreif) wählen. Zitrusfrüchte sollen sich schwer anfühlen. Große Früchte sind eher reif als kleine. Essen Sie die Häute zwischen den Spalten mit.
Ananas, Beeren, Kirschen, Trauben und Zitrusfrüchte reifen nach der Ernte nicht mehr nach!


Ich hoffe, ich konnte Sie mit diesen kleinen Hinweisen neugierig machen, liebe Leserxs. Man kann schließlich immer noch etwas dazulernen, oder? Hintergründe, Quellenangaben, besondere Sorten und noch viel mehr zur gesunden Beschaffenheit unseres Essens finden Sie im Buch auf über 300 Seiten …

  (0)
Tags:  
 
2 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks