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Speed

Maureen Stewart , Hans Ulrich Hirschfelder
Flexibler Einband: 114 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.02.1997
ISBN 9783473580224
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Clay hat mit Drogen nichts am Hut. Seine Sitznachbarin Carrie, für die der sportliche Schüler schwärmt, allerdings schon. Sie genießt gerne mal einen Joint und führt sich auch andere Substanzen zu. Im Gegensatz zu anderen Schülerinnen und Schülern, die Clay kennt, scheint Carrie ihren Drogenkonsum im Griff zu haben. Immerhin ist sie eine der besten ihres Jahrgangs. Um vor Carrie nicht als Weichei dazustehen, greift Clay zu, als sie ihre Drogen mit ihm teilen möchte.

"Speed" ist flüssig geschrieben und bietet greifbare Identifikationsfiguren. Obwohl die Handlung an einer australischen Schule spielt, könnte sie sich genauso auch an einer deutschen Schule abspielen. Die Problematik Drogenkonsum ist universell und der Umgang damit anscheinend auch. Betroffene leugnen ihre Abhängigkeit, Alkoholkonsumenten berufen sich darauf, dass ihr "Stoff" legal ist und häufig werden Missstände heruntergespielt oder vertuscht, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. Wie oft im Leben, reagieren die Beteiligten erst dann angemessen, als ein Ernstfall eintritt. All das beschreibt die Autorin sehr anschaulich und spannend. Allerdings ist mir das Ende ein wenig zu einvernehmlich, um nicht zu sagen, süßlich, geraten. Da löste sich die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in Wohlgefallen auf. Dennoch ist das Buch auch mehr als 20 Jahre nach seinem Erscheinen durchaus lesenswert.

Diese Besprechung findet sich auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/07/buchbesprechung-zu-speed-von-maureen-stewart.html

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Die Welt im Viertel

Cord Buch
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 14.06.2018
ISBN 9783958131361
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

während der Urlaubstage habe ich meinen SuB etwas abgearbeitet und mit Cord Buchs "Die Welt im Viertel" einen spannenden und unterhaltsamen Krimi gelesen.Der Verlag Edition Oberkassel war so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen.


Zum Inhalt


Es sollte so etwas wie ein großes Hafenfest werden und wurde für viele Hamburger zu einem Alptraum. Die Rede ist von dem G20-Gipfel, der 2017 in der Hansestadt abgehalten und von zahlreichen Demonstrationen, Polizeiübergriffen und Ausschreitungen begleitet wurde. Die Ereignisse bilden den Rahmen für Cord Buchs Roman: Die Welt im Viertel.

Nachdem Sven, ein Gegner des G20-Gipfels, im Verlauf eines Polizeieinsatzes aus ungeklärter Ursache ums Leben gekommen ist, wird eine Polizistin im Einsatz erschossen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen? Denkbar ist, dass es sich bei der Ermordung der Beamtin um einen Racheakt handelte, mit dem Svens Tod gesühnt werden sollte. In der aufgeheizten Atmosphäre rund um den Hamburger G20-Gipfel tun sich Haupkommssar Jensen und seine Kollegin Wiebke Maurer mit den Ermittlungen schwer, zumal die eigenwillige und systemkristische Journalistin Nele, eine alte Bekannte Jensens, in den Fall involviert zu sein scheint.



Meine Meinung


Spannende Handlung, ein brisantes Thema und vielschichtige Charaktere. "Die Welt im Viertel" bringt alles mit, was ich von einem guten Krimi erwarte. Autor Cord Buch gelingt es sehr gut, die Bedeutung des G20-Gipfels in ihrer Komplexität darzustellen. Er beschreibt sehr anschaulich die Belastungen und Einschränkungen, die dieses Ereignis für die Hamburger Bevölkerung bedeutet hat und bietet darüber hinaus einen Blick auf das große Ganze. So finden sich in dem Buch teilweise erschütternde Berichte darüber, welche Konsequenzen die Globalisierung für diejenigen mit sich bringt, die nicht von ihr profitieren können. Diese Einschübe, die das Missverhältnis von Wohlstand und modernem Konsum auf der einen Seite und den vielerorts herrschenden prekären Produktions- und Arbeitsverhältnissen auf der anderen Seite anschauliche beschreiben, verleihen dem Roman eine zusätzliche Portion Authentizität.

Ein Hinweis an diejenigen Leser*Innen, die sich damit schwer tun, Bücher einer Reihe nicht in der chronologischen Reihenfolge zu lesen. Mit "Mord im Viertel" und "Flucht in Viertel" (ebenfalls bei Edition Oberkassel erschienen) hat der Autor zwei Vorgängerbände geschrieben, deren Lektüre für das Verständnis des Beziehungsgeflecht der Figuren von Vorteil sein dürfte. "Die Welt im Viertel" ist das erste Buch, das ich von Cord Buch gelesen habe. Manchmal hätte ich mir gewünscht, die ein oder andere Erklärung zu finden, die Aufschluss über vorherrschende Sympathien oder Antipathien zwischen einzelnen Charakteren gibt. So findet beispielsweise eine zrückliegende Begebenheit zwischen Ermittler Jensen und seinem Vorgesetzten Moser nur beiläufig Erwähnung, obwohl sie für das gespannte Verhältnis zwischen den beiden Beamten von entscheidender Bedeutung gewesen sein muss. Insgesamt konnte ich der Handlung aber auch ohne Kenntniss der Vorgängerbände gut folgen.



Habe ich auch was zu meckern?


Es gibt einen Kritikpunkt, der im Grunde keine große Sache ist, mich aber trotzdem gestört hat. Im Verlauf der Ermittlungen spielen einige Twitternachrichten eine Rolle, wobei im Buch durchweg von Tweeds die Rede ist. Insgesamt drei Mal allein auf Seite 116 und auf Seite 117 gleich noch einmal. Auch auf anderen Seiten tauchte dieser Fehler auf. Wer Twitter nur ein wenig kennt, weiß, dass es natürlich Tweets heißen muss und die Kurznachrichten mit einem Textilstoff nichts zu tun haben. In seiner Anhäufung trübte dieser Fehler meinen Lesegenuss ein wenig, wohl auch, weil ich mich nach einer Weile darauf eingeschossen hatte. Vielleicht kann der Verlag das in der nächsten Auflage korrigieren, wenn es denn dazu kommt.



Fazit


"Die Welt im Viertel" führt dem Leser den G20-Gipfel des Sommers 2017 noch einmal deutlich vor Augen. Cord Buch ist es gelungen, die fiktive Krimihandlung nahtlos mit den tatsächlichen Ereignissen zu verknüpfen. Das Ergebnis ist ein atmosphärisch dichter Kriminalroman mit hohem Anspruch.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

hayder, thriller

Wolf

Mo Hayder , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.12.2016
ISBN 9783442485253
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mo Hayders Thriller „Wolf“ ist der siebte und bislang letzte Band der Reihe um den eigenwilligen Detective Inspector Jack Caffrey. Von der Machart her unterscheidet er sich von den Vorgängern unter anderem dadurch, dass hier Vorgänge und Ereignisse direkter ausgesprochen werden, als man dies von der Vorgängerbänden gewohnt ist. Dort blieb es häufig bei Andeutungen, die ausreichten, meine Phantasie in Gang zu setzen. Bei „Wolf“ geht es recht schnell eindeutig zur Sache und die Handlung erreicht relativ früh ein hohesTempo. Ziemlich überraschend für einen Leser wie mich, der daran gewohnt ist, dass die Autorin ihn langsam zum Kern ihrer Geschichten führt.

Vom Plot her ist „Wolf“ wenig originell. Eine Familie gerät auf ihrem abgelegenen Sommersitz in die Hände von Kriminellen. So simpel und wenig innovativ kommt dieser Thriller daher, dass sich in mir beinahe Enttäuschung breitmachen wollte. Mo Hayder versteht es jedoch auch hier hervorragend, dauerhafte Spannung zu erzeugen, deren Intensität sich kontinuierlich steigert. Eigentlich Bekanntes mit derart überraschenden Wendungen zu präsentieren, ist eine ganz starke Leistung.


In größerem Umfang gibt es diese Besprechung auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/06/buchbesprechung-zu-mo-hadyer-wolf.html

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Der Weichensteller

Thomas Dellenbusch
E-Buch Text: 42 Seiten
Erschienen bei KopfKino-Verlag Thomas Dellenbusch, 19.04.2014
ISBN B00JTFGA2E
Genre: Sonstiges

Rezension:

Beim Durchstöbern meiner digitalen Bibliothek ist mir wieder einmal das eBook: „Der Weichensteller“ von Thomas Dellenbusch untergekommen. Dabei handelt es sich um eine schätzungsweise 60 Buchseiten umfassende Erzählung. Die ist mir in guter Erinnerung geblieben und ich habe sie daher mit Vergnügen noch einmal gelesen. Grund genug, jetzt auch einmal eine längere Rezension darüber zu verfassen. Leider mangelt es vielen selbstveröffentlichten Buchproduktionen, die ich erhalte, an Originalität, Spannung und sonstiger Qualität, aber hier liegt der Fall erfreulicherweise anders.


Zum Inhalt


Die Handlung dreht sich um die Entführung eines Mädchens. Sebastian Gruhn erfährt aus den Nachrichten, dass sein Freund, Kriminalrat Martin Osterkorn, mit dem Fall betraut ist und unter starkem Erfolgsdruck steht. Sebastian will Martin helfen und hat auch schon eine Idee, welcher Art diese Hilfe sein soll. Er verfügt über die Fähigkeit, sich in Parallelwelten zu bewegen und kann in der Vergangenheit liegende Ereignisse beobachten. Allerdings hat Sebastian außer seinem Bruder nie zuvor jemandem von seiner Fähigkeit erzählt. Den skeptischen Freund davon zu überzeugen, dass er keinen üblen Schabernack mit ihm treiben möchte, erweist sich für Sebastian als äuerst schwierig.


Meine Meinung


„Der Weichensteller“ ist eine spannende Geschichte, in der ein Entführungsfall der Aufhänger für ein faszinierendes Gedankenspiel um die Existenz von Paralleluniversen und die Plausibilität von Zeitreisen ist. Mit einer Lesedauer von 1,5 bis 2 Stunden hat sie genau die richtige Länge, um sich als Alternative zu einem Spielfilm anzubieten. Sprachlich bewegt sich die Geschichte auf einem guten Niveau, sieht man von einigen wenigen Unkorrektheiten ab, die aber nicht groß der Rede wert sind.


Auch als Autorenlesung erhältlich


Mit „Unglaubliche Welt“ hat Thomas Dellenbusch übrigens eine Mp3-CD veröffentlicht, auf der auch „Der Weichensteller“ vertreten ist. Insgesamt gibt es auf der Scheibe 4 Geschichten, die allesamt mit faszinierenden Theorien der Quantenphysik und den sich eventuell daraus ergebenden Möglichkeiten zu tun haben. Ich vermute, dass der Autor ein großes Interesse an dieser Materie hegt. Der Umstand, dass mich diese Erzählungen sehr gut unterhalten haben, spricht für ihre Qualität, denn Physik und Mathematik gehörten nie zu meinen Lieblingsthemen. Ist schon einige Jahre her, dass ich die CD gehört habe, aber nach der jüngsten Lektüre von „Der Weichensteller“ habe ich sie wieder hervorgeholt, um mir die anderen Geschichten erneut anzuhören.


Jede der 4 Geschichten hat ungefähr die Länge eines Spielfilms. Das ideale Format, um sich anstelle eines öden TV-Abends ein phantasievolles Stück Kopfkino zu Gemüte zu führen. Thomas Dellenbusch hat die Erzählungen selbst gelesen. Das Motto der CD: „Unglaubliche Welt“ lautet: „Vier Mystery Filme zum Zuhören“.


Diese Besprechung gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/04/buchkritik-zu-der-weichensteller-von-thomas-dellenbusch.html

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berlin, thriller, verlag: edition oberkassel

Der zweite Koffer

Micha Rau
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.04.2018
ISBN 9783958131323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die in Hollywood ansässige Agentur Writemovies zeichnete Micha Raus Thrillermanuskript „Der zweite Koffer“ in der Kategorie: Bester Roman mit dem 1. Platz aus. Inzwischen ist das Buch bei Edition Oberkassel erschienen. Der Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt.



Zum Inhalt


Journalist Thomas Bender kann sich über seinen Karrieresprung nicht so recht freuen. Seinen Wechsel nach Berlin verdankt er dem Umstand, dass der Geheimdienst auf ihn aufmerksam geworden ist. Kaum in der Hauptstadt angekommen, wird Bender Opfer eines tückischen Anschlags. Jemand hat am Berliner Hauptbahnhof aus einem Koffer radioaktives Material freigesetzt. Bald stellt sich heraus, dass Hamel, ein rachsüchtiger Wissenschaftler, hinter dem Terrorakt steckt. Dem Mann habhaft zu werden, scheint nahezu unmöglich, denn er befindet sich inzwischen auf einem britischen Atom U-Boot, das in Kürze von Rotterdam aus in See stechen soll. Kurz vor knapp kann Bender als Wissenschaftsjournalist in die Crew eingeschleust werden. Er soll herausfinden, ob (und wenn ja wo) Hamel einen zweiten Koffer mit todbringendem Inhalt deponiert hat.



Meine Meinung


Micha Rau für dieses Werk mit einem Preis auszuzeichnen, scheint mir durchaus gerechtfertigt. „Der zweite Koffer“ hat alles, was ein guter, unterhaltsamer Thriller braucht. Er verfügt über einen originellen Plot, ist spannend geschrieben und weiß die Leser*Innen mit überraschenden Wendungen zu verblüffen. Autor Micha Rau hat ein durchaus denkbares und beklemmendes Szenario für einen Terrorakt mit radioaktivem Material entwickelt. Dabei rührt der Schriftsteller an heutzutage weit verbreiteten Ängsten, ohne sich dabei in übertriebener Dramatik zu verlieren. Mit seiner nüchternen Schreibweise hat Micha Rau das adäquate Mittel gefunden, um dieses brisante Thema angemessen zu behandeln.




Diese Buchbesprechung gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/05/buchbesprechung-micha-rau-der-zweite-koffer.html

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

anwalt, depressionen, ein versehentlich abgegebener schuss, entführung, erschossen, gewölbekeller, herinfarkt, inspector dunn, irland, krimi, liebenswerter hund, lösegeld, lösegeldforderung, merkwürdiger fall, thriller

Blackwood Castle

Shannon Crowley
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.03.2018
ISBN 9783958131309
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


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DoudnSuppn

Alexander Frimberger , Lothar Wandtner
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei HePeLo-Verlag, 21.10.2017
ISBN 9783943926163
Genre: Sonstiges

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achtnacht, audible.de, hörbuchthriller, krimi, sebastian fitzeck, simon jäger, thriller, thriller-roman

AchtNacht

Sebastian Fitzek , Simon Jäger
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio , 17.03.2017
ISBN 9783785755280
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei „AchtNacht“ hat sich Sebastian Fitzek von einem mir unbekannten Werk namens „The Purge“ inspirieren lassen. Ich finde es sehr anständig, dass der Hörer dies vor Beginn der Geschichte erfährt und der Autor darauf verzichtet, sich mit fremden Federn zu schmücken. Sprecher Simon Jäger verfügt über eine angenehme Stimme und liest so, wie ich es von einem guten Vorleser erwarte. Er lässt den Text wirken und spielt sich nicht selbst in den Vordergrund.

Sebastian Fitzek versteht es, Spannung zu erzeugen und Szenen zu gestalten. Leider stellte sich bei mir nach einiger Zeit dennoch Langeweile ein. Den Grund dafür sehe ich im Missverhältnis zwischen Grundidee und Romanumfang. Der ist meiner Ansicht nach viel zu umfangreich geraten. Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass die geschilderten Szenen zum Selbstzweck gerieten und die Handlung nicht mehr voran brachten. Stattdessen Wiederholungen und ähnliche Abläufe. Die für die AchtNacht Nominierten werden gejagt, verstecken sich, entkommen und werden erneut gejagt. Zwischendurch immer wieder mal Bens Sorge um seine Tochter Jule.

Auch sprachlich konnte mich AchtNacht leider nicht überzeugen. Bei einem Thriller erwarte ich nicht unbedingt höchstes Niveau, aber auf abgedroschene Formulierungen kann ich gerne verzichten. Einige Beispiele:

„Martin Schwarz sprach im Rhythmus einer Handfeuerwaffe. Jedes Wort ein Schuss.“

„Der Lift spuckte ihn im Treppenhaus aus.“

„Sein Puls hämmerte im Takt einer immer schneller werdenden Filmmusik.“

Dazu noch „Glühende Kohlen“ und „Eisige Blitze“.

Etwas origineller hätte es schon sein dürfen.

 

Fazit:

Unterm Strich fand ich „AchtNacht“ bestenfalls durchschnittlich. Die Charaktere ließen Tiefe vermissen und wirkten auf mich holzschnittartig. Allen voran Benjamin Rühmann, der Protagonist. Der ist ein heruntergekommener Musiker mit mangelnder Impulskontrolle und einem Talent, sich in brenzlige Situationen zu manövrieren. Damit nicht genug, trägt er an einer schweren Schuld. Das ist nun wirklich nicht neu. Diese Figur bringt nichts mit, was mein Interesse an ihr wecken könnte. Auch dem übrigen Personal konnte ich nicht viel abgewinnen. Der Vater, der seinen Sohn für einen Versager hält, die Ex-Frau, die aus anderen Gründen von ihm enttäuscht ist, Martin Schwarz, der abgeklärte Typ, zuständig für Personenschutz und andere knifflige Aufgaben. Das ist mir in abgewandelter Form schon dutzende Male untergekommen. Während einer längeren Autofahrt mag dieses Hörbuch geeignet sein, für ein gewisses Maß an Unterhaltung so sorgen. Der große Wurf ist „AchtNacht“ aus meiner Sicht nicht.


Diese Besprechung gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/03/hor-buchbesprechung-achtnacht-von-sebastian-fitzek.html

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Spiekerooger Utkieker

Ingrid Schmitz , Ingrid Schmitz
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio , 15.08.2017
ISBN 9783838786056
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz vor dem Jahreswechsel 2017/18 habe ich das Hörbuch: „Spiekerooger Utkieker“ gewonnen.Hierbei handelt es sich um den 5. Fall der Hobby-Ermittlerin Mia Magaloff. Eingelesen hat den Text Ingrid Schmitz (Krimischmitz), die Autorin des Romans. Heraus kam ein stimmungsvolles Hörvergnügen mit reichlich Spannung, etwas Romantik, einer gehörigen Portion Lokalkolorit und zwei der bis dato nervigsten Nebenfiguren, die mir bislang untergekommen sind. Doch dazu später mehr.



Worum geht es?

 

Majas Freund Mario spendiert seiner Lebensgefährtin zu ihrem bevorstehenden 50. Geburtstag einen Aufenthalt auf Spiekeroog. Natürlich soll sie dort Erholung finden, doch dieses Vorhaben steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Schon während der Anreise mit der Fähre hat Mia eine unangenehme Begegnung mit einer Frau, die sie mit einem Fluch belegt. Kaum auf der Insel angekommen, stolpert Mia über eine Tote und muss nach Eintreffen des zuständigen Polizisten feststellen, dass der Tatort manipuliert wurde. Im weiteren Verlauf der Geschichte gerät Mia in einen gesellschaftlichen Sumpf, bestehend aus Habgier, Eifersucht und anderen Niederungen menschlicher Natur. Zwischen all dem steht Obo, der Spiekerooger Utkieker, ein empfindsamer Koloss von 2,06 Meter Länge und Schuhgröße 56. Obo sieht sich als Wächter der Insel, doch im Grunde fällt Mia die Rolle der Aufpasserin zu, denn plötzlich richten sich alle Verdachtsmomente gegen den Utkieker und er muss untertauchen.


Meine Meinung

 

Obwohl es sich bereits um den 5. Fall dieser Ermittlerin handelt und ich bislang noch keinen Krimi mit Mia Magaloff gelesen oder gehört habe, bin ich in die Handlung sehr gut reingekommen. Vorkenntnis früherer Bände ist aus meiner Sicht daher nicht erforderlich. Die Handlung verfügt über eine feine Dramaturgie, die sich bis zum Finale kontinuierlich steigert. Ich habe dem Verlauf des Falls ohne Verständnisprobleme folgen können und mich dabei gut unterhalten gefühlt. Ingrid Schmitz ist zwar keine ausgebildete Sprecherin, doch tut das dem Hörvergnügen keinen Abbruch. Die Autorin liest mit angenehmer Stimme und betont den Text an den richtigen Stellen. Mit ihren plastischen Schilderungen der Schauplätze hat mir Ingrid Schmitz die Insel Spiekeroog sehr nahe gebracht. Auch die Charaktere sind ihr gut geraten. Der Krimi wartet mit einer Reihe skurriler Figuren auf, an deren Beschreibung ich meinen Spaß hatte. Probleme bereiteten mir allerdings Chica und Checker, zwei empathiebefreite Social Media Freaks, deren Jargon für mich nur schwer zu ertragen war. Hier wäre meiner Meinung nach etwas weniger Dummsprech mehr gewesen.


Diese Besprechung gibt es auch auf meinem Blog unter: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/02/horbuch-rezension-spiekerooger-utkieker-von-ingrid-schmitz-krimischmitz.html

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Der Sommer des Raben

Monika Detering
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 14.12.2017
ISBN 9783958131170
Genre: Romane

Rezension:

Der Verlag Edition Oberkassel stellte mir freundlicherweise ein Leseexemplar von Monika Deterings Roman: „Der Sommer des Raben“ zur Verfügung. Hier mein Urteil dazu.

 

Zur Handlung

Siri Nilsdotter lebt in Berlin und handelt mit Marionetten. In Prag stoßen sie und ihr Lebensgefährte Felix auf die Spur des Raben Havran, einer Marionette von nahezu legendärem Ruf. Als Felix verunfallt und stirbt, sieht Siri es als ihre Aufgabe an, Havran aufzuspüren. Mit der Zeit wird die Suche für Siri zu einer regelrechten Obsession. Eine mehrmonatige Auszeit auf Hiddensee möchte Siri nutzen, um wieder zu sich zu finden und ihr Leben in den Griff zu bekommen. Doch auch auf der Insel stößt sie immer wieder auf Hinweise, die auf irgendeine Weise mit Havran und Siris verstorbenen Lebensgefährten Felix in Verbindung stehen.

 

Mein Eindruck

Monika Detering erzeugt in ihrem Roman eine traumartige Atmosphäre. Einbildung und Ungewissheit bestimmen häufig Siris Wahrnehmung, und einige der Bekanntschaften, die sie schließt, legen ein seltsames Benehmen an den Tag. Beim Lesen dieses Buches fühlte ich mich an Gustav Meyrinks: „Der Golem“ oder auch an „Nachts unter der Steinernen Brücke“ von Leo Perutz erinnert. Monika Deterings Sprache spiegelt diese mitunter verstörende Atmosphäre adäquat wider. So gerät „Der Sommer des Raben“ zu einer phantasievollen Reise mit pittoresken Gestalten und einer Geschichte, die auf den ersten Blick voller Umwege und undurchsichtiger Verwicklungen zu sein scheint, aber dennoch konsequent ihrer Auflösung entgegenstrebt.

 

Fazit

„Der Sommer des Raben“ ist all jenen zu empfehlen, die Freude an schöner, ausdrucksvoller Sprache haben und ungewöhnliche Geschichten lieben. Ein Buch, auf das man sich als Leser einlassen muss, um in die Geschichte hineinzufinden. Wem das gelingt, der dürfte es kaum bereuen.

Gewissermaßen als Bonus findet sich im Anhang des Buches zusätzlich das Gedicht: „Der Rabe“ von Edgar Allan Poe. In diesem Zusammenhang meine Empfehlung an alle, die glauben, der Dichter habe seine Werke ausschließlich im Opiumrausch verfasst: Lest seinen Aufsatz: „Die Philosophie der Komposition“. Die Lektüre dürfte ziemlich ernüchternd wirken, geht doch daraus hervor, dass „Der Rabe“ über eine ausgeklügelte mathematische Struktur verfügt.

 




Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/01/buchbesprechung-der-sommer-des-raben-von-monika-detering.html

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alltag, bankangestellter, banküberfall, entführer, familie, geiselnahme, midlifecrisis, roadmovie

Nicht mein Tag

Ralf Husmann , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 11.03.2010
ISBN 9783839890042
Genre: Romane

Rezension:

Ralf Husmanns Roman: „Nicht mein Tag“ habe ich letztens in der 2010 erschienenen Audiofassung gehört. Gelesen hat Christoph Maria Herbst.


Zur Handlung


Til Reiners ist so ein Typ, der als junger Mensch bereits vergreist ist. Der langweilige Kerl mit dem Seitenscheitel führt ein auf Sicherheit bedachtes Leben, in dem Aufregung nicht vorgesehen ist. Zwar schwärmt der Bankangestellte für eine Kollegin, doch zuhause warten Frau und Kind auf ihn. Dann tritt mit Nappo, alias „Scheiße-Fresse“, ein Bankräuber auf den Plan, der reichlich Schwung in Reiners' Leben bringt. Um die von ihm verehrte Kollegin zu retten, bietet sich Reiners als Geisel an und zieht mit dem ständig unter Strom stehenden Nappo durch die Lande.



Meine Meinung


Der Plot ist weder neu noch sonderlich gut erzählt. Es dauerte rund eine dreiviertel Stunde, bis ich in die Handlung hineinfand. Erst mit Nappos Auftritt nahm die Handlung Fahrt auf und dann wurde es für mich stellenweise auch ganz lustig. Für meinen Geschmack scheint sich Christoph Maria Herbst ein wenig zu sehr darin zu gefallen, die Charaktere mit verstellter Stimme darzustellen. Das wirkte auf mich mitunter arg gekünstelt. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.Beim Ende hatte ich den Eindruck, dass jetzt einfach eins her musste, um die Geschichte irgendwie abzuschließen.



Fazit


Unterm Strich ist „Nicht mein Tag“ eine bedingt unterhaltsame Geschichte, die im Mittelteil durchaus ihre guten Momente hat. Für eine lange Auto- oder Zugfahrt ist das Hörbuch schon zu gebrauchen, wenn man die Geduld aufbringt, die es braucht, um in die Geschichte einzutauchen und wenn einen ein Ende mit offenen Fragen nicht allzu sehr stört. Einmal hören reicht aber.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog http://autoreninfo.over-blog.de/2017/12/horbuch-rezi-nicht-mein-tag-von-ralf-husmann.html


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95 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Todesschwur

James Patterson , Andrew Gross , Helmut Splinter
Flexibler Einband: 407 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 08.05.2007
ISBN 9783442464302
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


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36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

cloppenburg, dorf, dorfpolizist, hannover, hendrik pommes willen, humor-krimi, krimi, kriminalinski, lokalkolorit, machtkampf, ministermord, niedersachsen, politi, politik, sprachgewandt und spannend geschrieben

Ministermord

Kriminalinski
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.10.2017
ISBN 9783958131132
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als „Kriminalinski“ hat Andreas Kaminski schon eine Reihe vom Kurzkrimis veröffentlicht. Mit „Ministermord“ legt er nun ein beeindruckendes Roman-Debüt vor. Verlag Edition Oberkassel hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

 

Zum Inhalt

 

Dorfpolizist Hendrik Willen, Spitzname: „Pommes“, führt im niedersächsischen Cappeln ein geruhsames Leben. Zumindest bis zu dem Tag, an dem unweit seiner Haustür der Dienstwagen des Landwirtschaftsministers in die Luft fliegt. Zwei Tote gibt es zu beklagen, den Chauffeur und eine Escort-Dame. Letztere war mit Willens Freundin Dörte sehr gut bekannt. Die drängt Pommes, weiter zu ermitteln, nachdem die zuständigen Behörden die Akte als Unfallsache schließen möchten. Pommes macht sich widerwillig an die Arbeit und bekommt es mit den Intrigen der Landespolitik zu tun.

 

 

Meine Meinung

 

„Ministermord“ ist ein überaus starkes Debüt. Kriminalinski hält Humor und Spannung perfekt in der Balance. Leser*Innen können sowohl schmunzeln als auch mitfiebern, denn Willens erster Fall hat es wirklich in sich. Er führt in Abgründe menschlicher Niedertracht und Selbstbehauptung, wo der Zweck die Mittel heiligt und ein Leben nicht viel zählt. Auf der anderen Seite haben wir mit „Pommes“ Willen einen gutmütigen und treuen Charakter, der auf den ersten Blick unbedarft wirkt, aber für manche Überraschung gut ist. Der Autor hat ein Gespür für Timing und präsentiert seine Gags wohldosiert, ohne zu übertreiben. Er versteht es, seine mitunter recht skurril wirkenden Figuren lebhaft zu zeichnen. Darüber hinaus hält er die Spannung hoch, sodass sich „Ministermord“ trotz seiner rund 370 Seiten zügig lesen lässt. Das Ende kam für mich ein wenig zu schnell, was den überaus guten Eindruck jedoch kaum schmälert. Was soll ich sagen? Mir hat Kriminalinskis Roman ausgezeichnet gefallen, weil der Autor hier ganz viel richtig gemacht hat.



Diese Besprechung gibt es auch auf

http://autoreninfo.over-blog.de/2017/11/buchbesprechung-zu-ministermord-von-kriminalinski.html

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Tags: humor-krimi, niedersachsen   (2)
 

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Tambach-Dietharzer Wunderwasser-Krimis

Kai-Uwe Brodersen , Jürgen Edelmayer , Klaus Schwarzfischer , Sabine Frambach
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Verlag Tasten & Typen, 16.08.2017
ISBN 9783945605172
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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Neues von den Schwarzen Witwern

Isaac Asimov
Sonstige Formate
Erschienen bei GOLDMANN WILHELM, 01.06.1980
ISBN 9783442047697
Genre: Sonstiges

Rezension:

Isaac Asimov dürfte eher als SF-Autor bekannt sein. Dass er auch ein Reihe von Kriminalgeschichten verfasst hat, war mir zumindest bis vor kurzem nicht geläufig. Nun fiel mir das Buch: „Neues von den Schwarzen Witwern“ in die Hände. Dabei handelt es sich um den zweiten Band einer Buchreihe mit Kriminalgeschichten, die auf deutsch beim Goldmann Verlag erschienen sind. Die mir vorliegende Ausgabe stammt aus dem Jahr 1978.



Zum Inhalt


Der Club der Schwarzen Witwer besteht aus einem halben Dutzend Männer, die einmal im Monat zusammenkommen. Es handelt sich um einen Kryptologen, einen Mathematiker, einen Anwalt, einen Schriftsteller, einen Karikaturisten und einen Chemiker. Abwechselnd fungiert jeder von ihnen als Gastgeber, der einem Außenstehenden Zugang zum Clubtreffen gewährt. Jeder Gast hat ein kniffliges Problem. Das stellt er dem Club vor, in der Hoffnung, hier eine Lösung zu finden. Der kommt am Ende jeder Geschichte der Butler Henry auf die Spur. Soviel darf ich sicher verraten, denn es geht nicht darum, wer die Lösung findet oder ob dies überhaupt der Fall ist. Der Reiz jeder Geschichte liegt in der Natur des präsentierten Problems und der manchmal verblüffend einfachen Aufklärung.



Meine Meinung


Von den insgesamt sieben Geschichten kam ich nur bei einer von selbst auf die Lösung. Einmal konnte mich das Problem nicht so sehr fesseln, weil mir die damit verbundenen mathematische Ausführung zu ausschweifend geriet. Aber sonst haben mich die Fälle sehr gut unterhalten. Äußerst erfreulich fand ich den Umstand, dass es keiner Blut- und Gewaltorgie bedurfte, um ein hohes Maß an Spannung zu erzeugen. Asimov schaffte es mit seinen Schilderungen meist, mich schnell für den jeweiligen Fall zu begeistern und der Aufklärung erwartungsvoll entgegenzusehen.

Als "Krimi" würde ich allerdings nicht jede der in diesem Band versammelten Geschichten bezeichnen. Der Begriff ist da sehr weit gefasst. Das tut der Qualität jedoch keinen Abbruch.


Vielleicht ist dieses Buch nicht mehr so leicht im regulären Handel zu bekommen. Doch wer auf originelle und kurzweilige (Kriminal-)Geschichten steht, der kann hier getrost zugreifen, wenn ihm ein Exemplar unterkommt.



Angaben zum Buch


Isaac Asimov

Neues von den Schwarzen Witwern

Goldmann Rote Krimi

ISBN 3-442-04769-2

158 Seiten

DM-Preis der 1978 erschienenen Ausgabe: 3,80


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Die Verblendeten

Jusi Joesk
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 20.07.2017
ISBN 9783958130999
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Unter dem Namen Jusi Joesk haben die promovierte Historikerin Jutta Siorpaes und der ehemalige Kriminalbeamte Jörg Schmitt-Kilian den Thriller „Die Verblendeten“ geschrieben. Das Autorenduo befasst sich in seinem Roman mit brisanten aktuellen Themen. Es geht um Ehrenmorde und Terrorismus.

 

 

Zur Handlung

 

Die Polizistin Lena Lieck soll die Sicherheit der von ihrer Familie bedrohten Türkin Ayse gewährleisten. Ayse hat sich einer Zwangsverheiratung widersetzt und ist untergetaucht. Doch dann wird die Leiche ihres deutschen Freundes in ihrer Wohnung gefunden. Trotz Lenas Bemühungen läuft die junge Türkin ihrem Mörder in die Arme. Als sich herausstellt, dass Ayses Freund als V-Mann gearbeitet hat, wächst sich der Fall aus. Plötzlich mischt der Verfassungsschutz mit, hält aber mit wichtigen Informationen hinterm Berg. Der Umstand, dass mit der Tatwaffe vor Jahren eine Kollegin Lenas ermordet wurde, sorgt für zusätzliche Brisanz. Damals wurden Lena und ihr Kollege Tom von dem Mörder als Geisel genommen – und der ist noch immer auf freiem Fuß.

 

 

Mein Eindruck

 

„Die Verblendeten“ startet rasant und baut schon nach wenigen Seiten viel Spannung auf. Sehr gut gefallen hat mir (von einer Ausnahme abgesehen, doch dazu später mehr) die Gestaltung der Charaktere. Diese sind sehr vielschichtig geraten und alles andere als perfekt. Die Ermittler machen Fehler, die durchaus nachvollziehbar sind. Das sorgt für ein gehöriges Maß an Authentizität. Die verdankt der Roman vermutlich auch der Erfahrung des ehemaligen Kriminalbeamten Jörg Schmitt-Kilian. Dass der Schauplatz Koblenz und Umgebung anschaulich beschrieben wird, trägt das Seinige zum Unterhaltungswert dieses Romans bei.

 

 

Kritik und Fazit

 

Doch einen Kritikpunkt gibt es: Seine ungeheure Themenfülle, die dem Handlungsablauf und der Entwicklung wenigstens einer Figur nicht so sehr gut tut: Verfassungsschutz, Ehrenmord, Terrorismus und Rechtsradikalismus, dazu die Geschichte einer alten Rache, deren Rechnung noch nicht beglichen ist. Schließlich die persönlichen Probleme der handelnden Figuren, insbesondere Lena und Tom. Das ist m.E. für einen 370 Seiten umfassenden Roman einfach zu viel Stoff. Ich persönlich fühlte mich da etwas erschlagen und die Aufklärung der Mordfälle geriet für mich am Ende zu oberflächlich. Auch die Wandlung eines für meinen Geschmack recht plakativ gezeichneten Charakters erfolgte mir insgesamt zu plötzlich.

 

Trotz dieser Schönheitsfehler ist „Die Verblendeten“ ein spannender Thriller, der brisante gesellschaftliche Themen aufgreift. Freunden von Polizeiromanen dürfte er gefallen und wer Koblenz und Umgebung kennt, wird an der Beschreibung der Schauplätze seine zusätzliche Freude haben.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog:
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edgar wallace, england, joker, krimi, kriminalinspektor, london, scotland yard, überfallkommando

Der Joker

Edgar Wallace
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 01.02.1991
ISBN 9783442001590
Genre: Historische Romane

Rezension:

Stratford Harlow ist ein geheimnisvoller Mann. Sein Reichtum gilt als legendär und um seine Finanztransaktionen ranken sich dunkle Gerüchte. Er selbst sieht seine zwielichtigen Aktivitäten als Späße an, mit denen er sich amüsiert. Welches Interesse kann dieser einflussreiche Mensch an einem gewöhnlichen Kriminellen wie Arthur Ingle und dessen Nichte Aileen Rivers hegen, an der auch Scotland Yards Ermittler Jim Carlton mehr als rein berufliches Interesse zeigt? Edgar Wallace entwirft in „Der Joker“ eine komplexe Handlung, in deren Verlauf auch diplomatische Verwicklungen und Börsentransaktionen eine Rolle spielen.

Lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten sollte. Die Handlung schien über weite Strecken auf nichts Konkretes hinauslaufen zu wollen. Dennoch - und hierin liegt wohl eine der großen Stärken des Autors – fand ich den Plot dieses Krimis so faszinierend, dass ich die Auflösung mit Spannung erwartete. Hinzu kam, dass Edgar Wallace seine Figuren recht lebensnah gezeichnet hatte und in die Handlung auch einen feinen Humor einfließen ließ. Einen Leser derart bei der Stange zu halten, schafft mancher Autor der heutigen Zeit nicht. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass Edgar Wallace dieses Roman bereits im Jahre 1926 verfasste! Auf deutsch erschien das Buch fünf Jahre später. Drei Jahre vor dem New Yorker Börsencrash 1929 entwarf der Autor ein faszinierendes Szenario für eine Talfahrt der Aktienkurse. Das ist schon visionär.


Nicht der ganz große Wurf, dennoch lesenswert

Wenngleich „Der Joker“ wegen seines etwas langatmigen Aufbaus nicht der ganz große Wurf ist und sich hinter Klassikern wie „Der Hexer“ einreihen muss, stellte Edgar Wallace auch mit diesem Roman sein Können unter Beweis. Sein Gespür für Details und Atmosphäre macht diesen Krimi auch heute noch lesenwert – zumindest für Leute, die als Bösewicht nicht unbedingt einen kopfkranken Serienmörder brauchen, um ein Buch spannend zu finden. Mit seinem Joker hat Edgar Wallace einen vielschichtigen Charakter geschaffen, der auch heute noch fasziniert.


Diese Rezension findet sich auch auf meinem Blog:

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atheismus, religion

Wir brauchen keinen Gott

Michel Onfray , Bertold Galli
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2007
ISBN 9783492249492
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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Vom Himmel in die Traufe

Arto Paasilinna , Jürgen von der Lippe
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio , 13.11.2010
ISBN 9783838766270
Genre: Romane

Rezension:

kürzlich habe ich das Hörbuch "Vom Himmel in die Traufe" gehört. Autor Arto Paasilinna soll für seine skurillen Einfälle bekannt sein. Zuvor hatte ich noch keins seiner Werke gehört oder gelesen.


Zum Inhalt



Bei ihrer Bruchlandung mit dem Heißluftballon in der Ödnis Lapplands hat die reiche Lena Lundberg Glück im Unglück. Hermanni Heiskari sitzt gerade fischend am Eisloch, als sie vor ihm vom Himmel fällt. Als Dank schenkt Lena ihrem Retter ein Jahr Leben in Saus und Braus. Es kommt, wie es kommen muss: Sie verliebt sich in ihn. Er ist zwar kein Gentleman, aber ein ungeschliffener Diamant. Um Hermanni salonfähig zu machen, soll ihr Onkel ihm Manieren beibringen. Fast scheint es unmöglich, diesen Diamanten zu schleifen ... (Verlagstext)


Meine Meinung



Beim Hören der vier CDs fühlte ich mich gut unterhalten. Jürgen von der Lippe macht seine Sache als Sprecher wieder einmal sehr ordentlich. Autor Arto Paasilinna wartet mit einer Reihe lustiger Einfälle auf, die die Handlung am Laufen halten und mich als Zuhörer stellenweise auch erheitert haben. Der ganz große Wurf ist "Vom Hmmel in die Traufe" meiner Ansicht nach jedoch nicht. Ich musste zwar immer wieder einmal schmunzeln, aber echte Lachsalven stellten sich bei mir nicht ein. Fazit: "Vom Himmel in die Traufe" ist eine leicht daherkommende Komödie mit schrägen Charakteren und einer Prise Romantik, die bei mir aber nicht zu 100 % gezündet hat.


Diese Kurzrezension findet sich auch auf meinem Blog http://autoreninfo.over-blog.de/2017/02/besprechung-des-horbuchs-vom-himmel-in-die-traufe-von-arto-paasilinna.html

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autorin, bad münstereifel, detektiv, eifel, erpressung, karriere, kinder, krimi, kriminalgeschicht, lesereise, lesereise in den tod, liebe, mona de la mare, mord, privatermittler

Lesereise in den Tod

Jürgen Schmidt
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.01.2017
ISBN 9783958130807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

von Edition Oberkassel erhielt ich dankenswerterweise das Leseexemplar „Lesereise in den Tod" von Jürgen Schmidt. Nachfolgend meine Rezension.

 

Zum Inhalt

Nach zwei gescheiterten Ehen steht Andreas Mücke nicht nur privat, sondern auch beruflich vor einem Neuanfang. Er versucht sich als Privatdetektiv und bekommt es prompt mit einem Mordfall zu tun. Der wurde zum Nachteil einer Autorin verübt, die Mückes Recherchen zufolge in Sachen Selbstvermarktung gehörigen Erfindungsreichtum an den Tag gelegt hatte. So gab sie sich als Nachfahrin eines in Literaturkreisen anerkannten Schriftstellers aus und legte sich mit dem Namen Mona de la Mare ein klangvolles Pseudonym zu. Andreas Mücke macht sich daran, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Seine Ermittlungen führen ihn unter anderem zu Monas Ex-Liebhabern, ihrem früheren Arbeitgeber, von dem sie sich im Streit getrennt hatte und zu ihrem Bruder, der ebenfalls ein Mordmotiv gehabt hätte. Dem Detektiv wird schnell klar, dass vieles im Leben der Schriftstellerin so falsch war, wie ihre Behauptung, von Walter de la Mare abzustammen.

 

Meine Meinung

Jürgen Schmidt gibt einige interessante Einblicke in die Self-Publisher Szene, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Stattdessen belässt er es bei einigen wenigen, aber dafür umso wirkungsvollere Anspielungen, etwa, wenn er eine Buchhändlerin sagen lässt, dass sie „solche Verlage“ wie jenen der Autorin de la Mare nicht führen würde. Sehr schön beschreibt er auch die Marketingaktivitäten der Schriftstellerin, die sich in den sozialen Netzwerken eine Fan-Gemeinde aufgebaut hat und diese ständig mit Stoff in Form von persönlichen und meist belanglosen Postings bei Laune hält. Genau wie im richtigen Leben.

Lesevergnügen für Freunde atmosphärischer Schilderungen

Es sind diese Beschreibungen, die „Lesereise in den Tod“ zu einem Lesevergnügen machen und weniger die Aufklärung des Kriminalfalls an sich, die auf eine zwar gemächliche, aber dennoch unterhaltsame Weise vonstatten geht. Action-Fans würde ich „Lesereise in den Tod“ daher nicht unbedingt empfehlen, Wohl aber all jenen, die an atmosphärischen Schilderungen und hintergründigen Beschreibungen subjektiver Beobachtungen ihre Freude haben. Autor Jürgen Schmidt versorgt die Leser*innen seines Buches mit einer Fülle von Details über das Privatleben des Privatermittlers Andreas Mücke. Dadurch wird die Figur einerseits sehr greifbar, andererseits hätte es diese Informationsflut nicht in diesem Umfang gebraucht. Zumindest dann nicht, wenn es bei diesem Krimi-Debüt von Jürgen Schmidt bleiben sollte. So bleibt zu hoffen, dass Andreas Mücke noch in weiteren Fällen ermitteln darf, wo hier nebenbei in die Handlung eingeführte Figuren - wie etwa seine Kinder und früheren Ehepartnerinnen - tragendere Rollen spielen können.

 

Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog unter http://autoreninfo.over-blog.de/2017/03/buchbesprechung-lesereise-in-den-tod-von-jurgen-schmidt.html veröffentlicht.

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Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz

Katrin Lachmann
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.12.2016
ISBN 9783958130708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt


Dem Görlitzer Fahrradkurier Marco Petzold wird eine geheimnisvolle Erbschaft zuteil. Um sie anzutreten, muss er sich zunächst zu einem Londoner Notar begeben. Dabei begleitet ihn die Anwaltsgehilfin Carolin Lobner. Bald muss das ungleiche Paar erkennen, dass mit der mysteriösen Erbschaft erhebliche Risiken für Leib und Leben aller Beteiligten verbunden sind. Gibt es gar einen Zusammenhang mit dem legendären Serienmörder Jack the Ripper?


Meinung


Als mir Katrin Lachmanns Krimi: „Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz unterkam“, war ich zunächst skeptisch. Noch ein Buch über einen (wenn nicht den) berüchtigsten Serienkiller der Kriminalgeschichte, und dann noch eins, das teilweise in Deutschland spielt? Kann das gut gehen? Um es gleich zu sagen: Ja, es kann. Meine Zweifel waren bereits nach wenigen Seiten verflogen. Ich brauchte nicht lange, um in die Handlung einzutauchen. Innerhalb kurzer Zeit hatte sie mich in ihren Bann gezogen. Daran hat gewiss der erfreulich frische Schreibstil von Katrin Lachmann einen gehörigen Anteil. Großes Kompliment an die Autorin, das sie sich möglicherweise mit dem Verlagslektor Klaus Söhnel teilen muss. Die Geschichte um den Erben des Serienmörders wird mit einer Leichtigkeit präsentiert, die mich tatsächlich von Beginn an gefangen nahm. Etwas, das mir schon seit längerem nicht mehr bei einem Krimi passiert ist.


Fazit


„Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz“ ist ein Kriminalroman, bei dem alles stimmt. Er verfügt über glaubhafte Charaktere, eine spannende Handlung, eine Prise Romantik und attraktive Beschreibungen einzelner Schauplätze. Hier merkt man Katrin Lachmann die Zuneigung zu ihrer alten Heimatstadt Görlitz an. Die Autorin bietet den Leser*innen nicht nur einen schnellen Einstieg, sondern schafft es auch, das Tempo im letzten Viertel des Buches noch einmal kräftig anzuziehen. Ein rundum feines Buch, in dem zwar viel gemordet, dabei jedoch weitgehend auf abschreckende Beschreibungen brutaler Details verzichtet wird. Die braucht es auch nicht, denn „Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz“ ist schon so spannend genug.


Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog unter http://autoreninfo.over-blog.de/2017/01/buchbesprechung-zu-jack-the-ripper-und-der-erbe-in-gorlitz-von-katrin-lachmann.html veröffentlicht.

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gläsern, internet, social media, thriller, überwachung

Der Circle

Dave Eggers , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann , Torben Kessler
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 15.04.2016
ISBN 9783869091990
Genre: Romane

Rezension:



Mit der Anstellung beim Internetkonzern The Circle wird für Mae Holland ein Traum wahr. Die junge Frau steigt schnell auf und arbeitet kräftig mit, die vom Circle angestrebte Transparenz in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwirklichen. Die Skepsis ihrer Eltern und ihres Ex-Freundes Mercer, was Aufhebung der Privatsphäre und Konzentration von Machtfülle betrifft, kann die vom Enthusiasmus beflügelte Mae nicht nachvollziehen. Bei der Umsetzung der vom Circle gesetzten Ziele scheint die Karrierefrau keine Skrupel zu kennen. Berauscht von den Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, verliert sie jedes Gefühl für die persönlichen Belange ihrer Mitmenschen. Die Ansicht, dass nicht jeder alles über jeden wissen muss und manche Wahrheit besser nicht ausgesprochen wird, ist für Mae und den Circle keine Option. Wer kann sie stoppen?


Dave Eggers widmet sich wichtigen gesellschaftlichen Themen, behandelt sie aber zumindest in der gekürzten Hörbuchversion zu oberflächlich. Auch die Charaktere lassen Tiefe vermissen. Die Entwicklung Maes von der unsicheren Anfängerin hin zur skrupellosen Fanatikerin erschien mir zu sprunghaft und so nicht nachvollziehbar. Vielleicht wird das ja in der Buchedition erschöpfender behandelt. Insgesamt war „The Circle“ für mich eine streckenweise durchaus unterhaltsame Geschichte, allerdings mit einem relativ langen Einstieg und einem für mein Empfinden recht abruptem Ende. Die Möglichkeiten, die das Thema Privatsphäre in einer von sozialen Medien beherrschten Welt bietet, hat der Autor trotz einiger gesellschaftskritischer Zwischentöne meiner Ansicht nach leider nicht genutzt.


Sprecher Torben Kessler macht seine Sache gut. Er liest unspektakulär und verfügt über eine angenehme Stimme, der man auch über längere Zeit gut zuhören kann.


Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht:
http://autoreninfo.over-blog.de/2017/01/rezension-horbuch-der-circle-von-dave-eggers.html

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gift, kochen, messer, mord, spannung

Erfurt - Mordsmäßig aufgetischt

Karina Bleicher
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei KSB-Media, 01.09.2016
ISBN 9783946105459
Genre: Sonstiges

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satir

Satire ist nur ein Affe im Hirn

Henning Venske
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Westend, 09.11.2015
ISBN 9783864891175
Genre: Sachbücher

Rezension:

Henning Venskes Buch: „Satire ist nur ein Affe im Hirn“ gehört zu den Werken, denen ich viele Leser wünsche. In den darin enthaltenen Texten zeigt der Autor auf, was Satire eigentlich ist und auch (oder gerade) in der heutigen Zeit leisten müsste. Venske präsentiert den Leser*innen dieses Buch nicht nur einen geschichtlichen Abriss über Ursprung und Entwicklung der Satire, sondern erinnert auch an Vertreter dieses Genres, die es wert sind, dass man ihrer gedenkt.

 

Henning Venske, Jahrgang 1939, war unter anderem Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, die über viele Jahre eine Institution im öffentlich-rechtlichen Fernsehen war. Aber mitunter eckte er mit seinem Verständnis von Satire an, was ihm als Moderator in den 1970er Jahren Sendeverbote einbrachte. Obwohl inzwischen viel Zeit ins Land gegangen ist, bleibt Venskes Groll darüber spürbar.

 

Wer ein derart tiefes Verständnis von Satire hat, muss über den Zustand, in dem sich diese Kunstform gegenwärtig präsentiert traurig oder zornig sein. Auf Henning Venske scheint vor allem Letzteres zuzutreffen. Das ist absolut nachvollziehbar, denn was dem Publikum heutzutage als Satire verkauft und zugemutet wird, ist größtenteils eher Comedy, deren Humor billige Klischees bedient und lediglich unterhält anstatt Sachverhalte zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.

 

„Satire ist nur ein Affe im Hirn“ ist keine leicht zugängliche Kost. Manche Kapitel sind sehr anspruchsvoll und manchmal hatte ich den Eindruck, dass dem Autor daran gelegen ist, seine Leser*innen intellektuell zu fordern. Gerade das macht dieses Buch so besonders und gibt Anlass, es sich mehr als einmal zu Gemüte zu führen.

 

Das Buch empfehle ich allen, die noch wissen oder wissen möchten, was Satire wirklich ist und erkannt haben, dass die unter diesem Begriff präsentierten Klamauksendungen damit nichts zu tun haben.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog:http://autoreninfo.over-blog.de/

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Das Opfermesser

Simon Geraedts
Flexibler Einband: 202 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 27.12.2015
ISBN 9781522897910
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Rahmen der Facebook-Krimiwoche erhielt ich von der Agentur mainwunder ein Promopaket mit einigen Rezensionsexemplaren. Darunter befand sich auch der Titel: "Das Opfermesser", den Self-Publisher Simon Geraedts als "Thriller" bezeichnet. Meiner Auffassung nach wäre die Kategorie "Horror" oder "Mystery" eher angebracht..


Zur Handlung:


Der neunjährige Lukas vermisst seine verstorbene Mutter. Er kann sich nicht damit abfinden, dass sein Vater Carsten eine Beziehung mit Jasmin eingegangen ist. Ein auf Anraten eines Psychologen gemeinsam verbrachtes Wochenende in einem Naturpark soll helfen, Lukas aus seiner Verstocktheit zu führen. Bei einem Spaziergang im Park findet Lukas ein altes Messer, das über ein dämonisches Eigenleben verfügt und Besitz von dem Jungen ergreift. Der Geist des Messers giert nach Blut und jedesmal, wenn Lukas etwas davon vergießt, wird einer seiner Wünsche wahr. Doch für den Herzenswunsch, seine Mutter wieder auferstehen zu lassen, soll Lukas dem Dämon ein Menschenopfer bringen ...


Meine Meinung:


Ich habe mich etwas schwer getan mit der Lektüre. Dabei ist das Buch nicht einmal schlecht geschrieben. Der Schreibstil ist sogar recht flüssig. Doch wenn mich ein Buch "packen soll", bedarf es Charaktere, die Tiefe haben. Damit kann "Das Opfermesser" leider nicht dienen. Alle darin vorkommenden Figuren bleiben blass. Da hilft es auch nicht, dass der Plot einigermaßen spannend ist. Ungewöhnlich ist er nämlich auch nicht, und die Handlung ist über weite Strecken vorhersehbar. So ist das Buch aus meiner Sicht nur dann eine nette Lektüre für zwischendurch, wenn gerade nichts anderes zur Hand ist. Einzig der Epilog birgt dann doch eine Überraschung, was mich zwar etwas versöhnlich gestimmt hat, aber am Gesamteindruck nicht sonderlich viel ändert.


Pro:

Guter Schreibstil

Überraschendes, aber nachvollziehbares Ende


Contra:

Flache Charaktere

Handlung über weite Strecken vorhersehbar


"Das Opfermesser" ist nicht unbedingt schlechter als andere Bücher, die etablierte Verlage in Massen auf den Markt werfen. Besser oder gar origineller ist es allerdings auch nicht. In diversen Foren habe ich oft gelesen, dass Self-Publisher sich zugute halten, auf dem Literaturmarkt für mehr Vielfalt zu sorgen. Wie die allermeisten selbst herausgegebenen Bücher, die ich bislang gelesen habe, wird auch "Das Opfermesser" diesem Anspruch keinesfalls gerecht. Wer es nicht liest, hat auch nichts verpasst.


Diese Rezension findet sich auch meinem Blog unter http://autoreninfo.over-blog.de/2016/10/buchkritik-zu-simon-geraedts-das-opfermesser.html


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