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Spiekerooger Utkieker

Ingrid Schmitz , Ingrid Schmitz
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Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.08.2017
ISBN 9783838786056
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz vor dem Jahreswechsel 2017/18 habe ich das Hörbuch: „Spiekerooger Utkieker“ gewonnen.Hierbei handelt es sich um den 5. Fall der Hobby-Ermittlerin Mia Magaloff. Eingelesen hat den Text Ingrid Schmitz (Krimischmitz), die Autorin des Romans. Heraus kam ein stimmungsvolles Hörvergnügen mit reichlich Spannung, etwas Romantik, einer gehörigen Portion Lokalkolorit und zwei der bis dato nervigsten Nebenfiguren, die mir bislang untergekommen sind. Doch dazu später mehr.



Worum geht es?

 

Majas Freund Mario spendiert seiner Lebensgefährtin zu ihrem bevorstehenden 50. Geburtstag einen Aufenthalt auf Spiekeroog. Natürlich soll sie dort Erholung finden, doch dieses Vorhaben steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Schon während der Anreise mit der Fähre hat Mia eine unangenehme Begegnung mit einer Frau, die sie mit einem Fluch belegt. Kaum auf der Insel angekommen, stolpert Mia über eine Tote und muss nach Eintreffen des zuständigen Polizisten feststellen, dass der Tatort manipuliert wurde. Im weiteren Verlauf der Geschichte gerät Mia in einen gesellschaftlichen Sumpf, bestehend aus Habgier, Eifersucht und anderen Niederungen menschlicher Natur. Zwischen all dem steht Obo, der Spiekerooger Utkieker, ein empfindsamer Koloss von 2,06 Meter Länge und Schuhgröße 56. Obo sieht sich als Wächter der Insel, doch im Grunde fällt Mia die Rolle der Aufpasserin zu, denn plötzlich richten sich alle Verdachtsmomente gegen den Utkieker und er muss untertauchen.


Meine Meinung

 

Obwohl es sich bereits um den 5. Fall dieser Ermittlerin handelt und ich bislang noch keinen Krimi mit Mia Magaloff gelesen oder gehört habe, bin ich in die Handlung sehr gut reingekommen. Vorkenntnis früherer Bände ist aus meiner Sicht daher nicht erforderlich. Die Handlung verfügt über eine feine Dramaturgie, die sich bis zum Finale kontinuierlich steigert. Ich habe dem Verlauf des Falls ohne Verständnisprobleme folgen können und mich dabei gut unterhalten gefühlt. Ingrid Schmitz ist zwar keine ausgebildete Sprecherin, doch tut das dem Hörvergnügen keinen Abbruch. Die Autorin liest mit angenehmer Stimme und betont den Text an den richtigen Stellen. Mit ihren plastischen Schilderungen der Schauplätze hat mir Ingrid Schmitz die Insel Spiekeroog sehr nahe gebracht. Auch die Charaktere sind ihr gut geraten. Der Krimi wartet mit einer Reihe skurriler Figuren auf, an deren Beschreibung ich meinen Spaß hatte. Probleme bereiteten mir allerdings Chica und Checker, zwei empathiebefreite Social Media Freaks, deren Jargon für mich nur schwer zu ertragen war. Hier wäre meiner Meinung nach etwas weniger Dummsprech mehr gewesen.


Diese Besprechung gibt es auch auf meinem Blog unter: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/02/horbuch-rezension-spiekerooger-utkieker-von-ingrid-schmitz-krimischmitz.html

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Der Sommer des Raben

Monika Detering
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 14.12.2017
ISBN 9783958131170
Genre: Romane

Rezension:

Der Verlag Edition Oberkassel stellte mir freundlicherweise ein Leseexemplar von Monika Deterings Roman: „Der Sommer des Raben“ zur Verfügung. Hier mein Urteil dazu.

 

Zur Handlung

Siri Nilsdotter lebt in Berlin und handelt mit Marionetten. In Prag stoßen sie und ihr Lebensgefährte Felix auf die Spur des Raben Havran, einer Marionette von nahezu legendärem Ruf. Als Felix verunfallt und stirbt, sieht Siri es als ihre Aufgabe an, Havran aufzuspüren. Mit der Zeit wird die Suche für Siri zu einer regelrechten Obsession. Eine mehrmonatige Auszeit auf Hiddensee möchte Siri nutzen, um wieder zu sich zu finden und ihr Leben in den Griff zu bekommen. Doch auch auf der Insel stößt sie immer wieder auf Hinweise, die auf irgendeine Weise mit Havran und Siris verstorbenen Lebensgefährten Felix in Verbindung stehen.

 

Mein Eindruck

Monika Detering erzeugt in ihrem Roman eine traumartige Atmosphäre. Einbildung und Ungewissheit bestimmen häufig Siris Wahrnehmung, und einige der Bekanntschaften, die sie schließt, legen ein seltsames Benehmen an den Tag. Beim Lesen dieses Buches fühlte ich mich an Gustav Meyrinks: „Der Golem“ oder auch an „Nachts unter der Steinernen Brücke“ von Leo Perutz erinnert. Monika Deterings Sprache spiegelt diese mitunter verstörende Atmosphäre adäquat wider. So gerät „Der Sommer des Raben“ zu einer phantasievollen Reise mit pittoresken Gestalten und einer Geschichte, die auf den ersten Blick voller Umwege und undurchsichtiger Verwicklungen zu sein scheint, aber dennoch konsequent ihrer Auflösung entgegenstrebt.

 

Fazit

„Der Sommer des Raben“ ist all jenen zu empfehlen, die Freude an schöner, ausdrucksvoller Sprache haben und ungewöhnliche Geschichten lieben. Ein Buch, auf das man sich als Leser einlassen muss, um in die Geschichte hineinzufinden. Wem das gelingt, der dürfte es kaum bereuen.

Gewissermaßen als Bonus findet sich im Anhang des Buches zusätzlich das Gedicht: „Der Rabe“ von Edgar Allan Poe. In diesem Zusammenhang meine Empfehlung an alle, die glauben, der Dichter habe seine Werke ausschließlich im Opiumrausch verfasst: Lest seinen Aufsatz: „Die Philosophie der Komposition“. Die Lektüre dürfte ziemlich ernüchternd wirken, geht doch daraus hervor, dass „Der Rabe“ über eine ausgeklügelte mathematische Struktur verfügt.

 




Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/2018/01/buchbesprechung-der-sommer-des-raben-von-monika-detering.html

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

familie, alltag, entführer, bankangestellter, midlifecrisis

Nicht mein Tag

Ralf Husmann , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 11.03.2010
ISBN 9783839890042
Genre: Romane

Rezension:

Ralf Husmanns Roman: „Nicht mein Tag“ habe ich letztens in der 2010 erschienenen Audiofassung gehört. Gelesen hat Christoph Maria Herbst.


Zur Handlung


Til Reiners ist so ein Typ, der als junger Mensch bereits vergreist ist. Der langweilige Kerl mit dem Seitenscheitel führt ein auf Sicherheit bedachtes Leben, in dem Aufregung nicht vorgesehen ist. Zwar schwärmt der Bankangestellte für eine Kollegin, doch zuhause warten Frau und Kind auf ihn. Dann tritt mit Nappo, alias „Scheiße-Fresse“, ein Bankräuber auf den Plan, der reichlich Schwung in Reiners' Leben bringt. Um die von ihm verehrte Kollegin zu retten, bietet sich Reiners als Geisel an und zieht mit dem ständig unter Strom stehenden Nappo durch die Lande.



Meine Meinung


Der Plot ist weder neu noch sonderlich gut erzählt. Es dauerte rund eine dreiviertel Stunde, bis ich in die Handlung hineinfand. Erst mit Nappos Auftritt nahm die Handlung Fahrt auf und dann wurde es für mich stellenweise auch ganz lustig. Für meinen Geschmack scheint sich Christoph Maria Herbst ein wenig zu sehr darin zu gefallen, die Charaktere mit verstellter Stimme darzustellen. Das wirkte auf mich mitunter arg gekünstelt. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.Beim Ende hatte ich den Eindruck, dass jetzt einfach eins her musste, um die Geschichte irgendwie abzuschließen.



Fazit


Unterm Strich ist „Nicht mein Tag“ eine bedingt unterhaltsame Geschichte, die im Mittelteil durchaus ihre guten Momente hat. Für eine lange Auto- oder Zugfahrt ist das Hörbuch schon zu gebrauchen, wenn man die Geduld aufbringt, die es braucht, um in die Geschichte einzutauchen und wenn einen ein Ende mit offenen Fragen nicht allzu sehr stört. Einmal hören reicht aber.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog http://autoreninfo.over-blog.de/2017/12/horbuch-rezi-nicht-mein-tag-von-ralf-husmann.html


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rache, thriller, mafia, profikiller, geschworene

Todesschwur

James Patterson , Andrew Gross , Helmut Splinter
Flexibler Einband: 407 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 08.05.2007
ISBN 9783442464302
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


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krimi, politik, ministermord, hannover, lokalkolorit

Ministermord

Kriminalinski
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.10.2017
ISBN 9783958131132
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als „Kriminalinski“ hat Andreas Kaminski schon eine Reihe vom Kurzkrimis veröffentlicht. Mit „Ministermord“ legt er nun ein beeindruckendes Roman-Debüt vor. Verlag Edition Oberkassel hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

 

Zum Inhalt

 

Dorfpolizist Hendrik Willen, Spitzname: „Pommes“, führt im niedersächsischen Cappeln ein geruhsames Leben. Zumindest bis zu dem Tag, an dem unweit seiner Haustür der Dienstwagen des Landwirtschaftsministers in die Luft fliegt. Zwei Tote gibt es zu beklagen, den Chauffeur und eine Escort-Dame. Letztere war mit Willens Freundin Dörte sehr gut bekannt. Die drängt Pommes, weiter zu ermitteln, nachdem die zuständigen Behörden die Akte als Unfallsache schließen möchten. Pommes macht sich widerwillig an die Arbeit und bekommt es mit den Intrigen der Landespolitik zu tun.

 

 

Meine Meinung

 

„Ministermord“ ist ein überaus starkes Debüt. Kriminalinski hält Humor und Spannung perfekt in der Balance. Leser*Innen können sowohl schmunzeln als auch mitfiebern, denn Willens erster Fall hat es wirklich in sich. Er führt in Abgründe menschlicher Niedertracht und Selbstbehauptung, wo der Zweck die Mittel heiligt und ein Leben nicht viel zählt. Auf der anderen Seite haben wir mit „Pommes“ Willen einen gutmütigen und treuen Charakter, der auf den ersten Blick unbedarft wirkt, aber für manche Überraschung gut ist. Der Autor hat ein Gespür für Timing und präsentiert seine Gags wohldosiert, ohne zu übertreiben. Er versteht es, seine mitunter recht skurril wirkenden Figuren lebhaft zu zeichnen. Darüber hinaus hält er die Spannung hoch, sodass sich „Ministermord“ trotz seiner rund 370 Seiten zügig lesen lässt. Das Ende kam für mich ein wenig zu schnell, was den überaus guten Eindruck jedoch kaum schmälert. Was soll ich sagen? Mir hat Kriminalinskis Roman ausgezeichnet gefallen, weil der Autor hier ganz viel richtig gemacht hat.



Diese Besprechung gibt es auch auf

http://autoreninfo.over-blog.de/2017/11/buchbesprechung-zu-ministermord-von-kriminalinski.html

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Tags: humor-krimi, niedersachsen   (2)
 

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Tambach-Dietharzer Wunderwasser-Krimis

Kai-Uwe Brodersen , Jürgen Edelmayer , Klaus Schwarzfischer , Sabine Frambach
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Verlag Tasten & Typen, 16.08.2017
ISBN 9783945605172
Genre: Krimi und Thriller

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Neues von den Schwarzen Witwern

Isaac Asimov
Sonstige Formate
Erschienen bei GOLDMANN WILHELM, 01.06.1980
ISBN 9783442047697
Genre: Sonstiges

Rezension:

Isaac Asimov dürfte eher als SF-Autor bekannt sein. Dass er auch ein Reihe von Kriminalgeschichten verfasst hat, war mir zumindest bis vor kurzem nicht geläufig. Nun fiel mir das Buch: „Neues von den Schwarzen Witwern“ in die Hände. Dabei handelt es sich um den zweiten Band einer Buchreihe mit Kriminalgeschichten, die auf deutsch beim Goldmann Verlag erschienen sind. Die mir vorliegende Ausgabe stammt aus dem Jahr 1978.



Zum Inhalt


Der Club der Schwarzen Witwer besteht aus einem halben Dutzend Männer, die einmal im Monat zusammenkommen. Es handelt sich um einen Kryptologen, einen Mathematiker, einen Anwalt, einen Schriftsteller, einen Karikaturisten und einen Chemiker. Abwechselnd fungiert jeder von ihnen als Gastgeber, der einem Außenstehenden Zugang zum Clubtreffen gewährt. Jeder Gast hat ein kniffliges Problem. Das stellt er dem Club vor, in der Hoffnung, hier eine Lösung zu finden. Der kommt am Ende jeder Geschichte der Butler Henry auf die Spur. Soviel darf ich sicher verraten, denn es geht nicht darum, wer die Lösung findet oder ob dies überhaupt der Fall ist. Der Reiz jeder Geschichte liegt in der Natur des präsentierten Problems und der manchmal verblüffend einfachen Aufklärung.



Meine Meinung


Von den insgesamt sieben Geschichten kam ich nur bei einer von selbst auf die Lösung. Einmal konnte mich das Problem nicht so sehr fesseln, weil mir die damit verbundenen mathematische Ausführung zu ausschweifend geriet. Aber sonst haben mich die Fälle sehr gut unterhalten. Äußerst erfreulich fand ich den Umstand, dass es keiner Blut- und Gewaltorgie bedurfte, um ein hohes Maß an Spannung zu erzeugen. Asimov schaffte es mit seinen Schilderungen meist, mich schnell für den jeweiligen Fall zu begeistern und der Aufklärung erwartungsvoll entgegenzusehen.

Als "Krimi" würde ich allerdings nicht jede der in diesem Band versammelten Geschichten bezeichnen. Der Begriff ist da sehr weit gefasst. Das tut der Qualität jedoch keinen Abbruch.


Vielleicht ist dieses Buch nicht mehr so leicht im regulären Handel zu bekommen. Doch wer auf originelle und kurzweilige (Kriminal-)Geschichten steht, der kann hier getrost zugreifen, wenn ihm ein Exemplar unterkommt.



Angaben zum Buch


Isaac Asimov

Neues von den Schwarzen Witwern

Goldmann Rote Krimi

ISBN 3-442-04769-2

158 Seiten

DM-Preis der 1978 erschienenen Ausgabe: 3,80


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/



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krimi, jörg schmitt-kilian, koblenz, jusi joesk, ermitteln

Die Verblendeten

Jusi Joesk
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 20.07.2017
ISBN 9783958130999
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Unter dem Namen Jusi Joesk haben die promovierte Historikerin Jutta Siorpaes und der ehemalige Kriminalbeamte Jörg Schmitt-Kilian den Thriller „Die Verblendeten“ geschrieben. Das Autorenduo befasst sich in seinem Roman mit brisanten aktuellen Themen. Es geht um Ehrenmorde und Terrorismus.

 

 

Zur Handlung

 

Die Polizistin Lena Lieck soll die Sicherheit der von ihrer Familie bedrohten Türkin Ayse gewährleisten. Ayse hat sich einer Zwangsverheiratung widersetzt und ist untergetaucht. Doch dann wird die Leiche ihres deutschen Freundes in ihrer Wohnung gefunden. Trotz Lenas Bemühungen läuft die junge Türkin ihrem Mörder in die Arme. Als sich herausstellt, dass Ayses Freund als V-Mann gearbeitet hat, wächst sich der Fall aus. Plötzlich mischt der Verfassungsschutz mit, hält aber mit wichtigen Informationen hinterm Berg. Der Umstand, dass mit der Tatwaffe vor Jahren eine Kollegin Lenas ermordet wurde, sorgt für zusätzliche Brisanz. Damals wurden Lena und ihr Kollege Tom von dem Mörder als Geisel genommen – und der ist noch immer auf freiem Fuß.

 

 

Mein Eindruck

 

„Die Verblendeten“ startet rasant und baut schon nach wenigen Seiten viel Spannung auf. Sehr gut gefallen hat mir (von einer Ausnahme abgesehen, doch dazu später mehr) die Gestaltung der Charaktere. Diese sind sehr vielschichtig geraten und alles andere als perfekt. Die Ermittler machen Fehler, die durchaus nachvollziehbar sind. Das sorgt für ein gehöriges Maß an Authentizität. Die verdankt der Roman vermutlich auch der Erfahrung des ehemaligen Kriminalbeamten Jörg Schmitt-Kilian. Dass der Schauplatz Koblenz und Umgebung anschaulich beschrieben wird, trägt das Seinige zum Unterhaltungswert dieses Romans bei.

 

 

Kritik und Fazit

 

Doch einen Kritikpunkt gibt es: Seine ungeheure Themenfülle, die dem Handlungsablauf und der Entwicklung wenigstens einer Figur nicht so sehr gut tut: Verfassungsschutz, Ehrenmord, Terrorismus und Rechtsradikalismus, dazu die Geschichte einer alten Rache, deren Rechnung noch nicht beglichen ist. Schließlich die persönlichen Probleme der handelnden Figuren, insbesondere Lena und Tom. Das ist m.E. für einen 370 Seiten umfassenden Roman einfach zu viel Stoff. Ich persönlich fühlte mich da etwas erschlagen und die Aufklärung der Mordfälle geriet für mich am Ende zu oberflächlich. Auch die Wandlung eines für meinen Geschmack recht plakativ gezeichneten Charakters erfolgte mir insgesamt zu plötzlich.

 

Trotz dieser Schönheitsfehler ist „Die Verblendeten“ ein spannender Thriller, der brisante gesellschaftliche Themen aufgreift. Freunden von Polizeiromanen dürfte er gefallen und wer Koblenz und Umgebung kennt, wird an der Beschreibung der Schauplätze seine zusätzliche Freude haben.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog:
http://autoreninfo.over-blog.de/2017/08/buchbesprechung-jusi-joesk-die-verblendeten.html

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Tags: ehrenmord, koblen, terrorismu   (3)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

edgar wallace, london, krimi, kriminalinspektor, überfallkommando

Der Joker

Edgar Wallace
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 01.02.1991
ISBN 9783442001590
Genre: Historische Romane

Rezension:

Stratford Harlow ist ein geheimnisvoller Mann. Sein Reichtum gilt als legendär und um seine Finanztransaktionen ranken sich dunkle Gerüchte. Er selbst sieht seine zwielichtigen Aktivitäten als Späße an, mit denen er sich amüsiert. Welches Interesse kann dieser einflussreiche Mensch an einem gewöhnlichen Kriminellen wie Arthur Ingle und dessen Nichte Aileen Rivers hegen, an der auch Scotland Yards Ermittler Jim Carlton mehr als rein berufliches Interesse zeigt? Edgar Wallace entwirft in „Der Joker“ eine komplexe Handlung, in deren Verlauf auch diplomatische Verwicklungen und Börsentransaktionen eine Rolle spielen.

Lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten sollte. Die Handlung schien über weite Strecken auf nichts Konkretes hinauslaufen zu wollen. Dennoch - und hierin liegt wohl eine der großen Stärken des Autors – fand ich den Plot dieses Krimis so faszinierend, dass ich die Auflösung mit Spannung erwartete. Hinzu kam, dass Edgar Wallace seine Figuren recht lebensnah gezeichnet hatte und in die Handlung auch einen feinen Humor einfließen ließ. Einen Leser derart bei der Stange zu halten, schafft mancher Autor der heutigen Zeit nicht. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass Edgar Wallace dieses Roman bereits im Jahre 1926 verfasste! Auf deutsch erschien das Buch fünf Jahre später. Drei Jahre vor dem New Yorker Börsencrash 1929 entwarf der Autor ein faszinierendes Szenario für eine Talfahrt der Aktienkurse. Das ist schon visionär.


Nicht der ganz große Wurf, dennoch lesenswert

Wenngleich „Der Joker“ wegen seines etwas langatmigen Aufbaus nicht der ganz große Wurf ist und sich hinter Klassikern wie „Der Hexer“ einreihen muss, stellte Edgar Wallace auch mit diesem Roman sein Können unter Beweis. Sein Gespür für Details und Atmosphäre macht diesen Krimi auch heute noch lesenwert – zumindest für Leute, die als Bösewicht nicht unbedingt einen kopfkranken Serienmörder brauchen, um ein Buch spannend zu finden. Mit seinem Joker hat Edgar Wallace einen vielschichtigen Charakter geschaffen, der auch heute noch fasziniert.


Diese Rezension findet sich auch auf meinem Blog:

http://autoreninfo.over-blog.de/2017/07/buchbesprechung-edgar-wallace-der-joker.html

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religion, atheismus

Wir brauchen keinen Gott

Michel Onfray , Bertold Galli
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2007
ISBN 9783492249492
Genre: Sachbücher

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Vom Himmel in die Traufe

Arto Paasilinna , Jürgen von der Lippe
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Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.11.2010
ISBN 9783838766270
Genre: Romane

Rezension:

kürzlich habe ich das Hörbuch "Vom Himmel in die Traufe" gehört. Autor Arto Paasilinna soll für seine skurillen Einfälle bekannt sein. Zuvor hatte ich noch keins seiner Werke gehört oder gelesen.


Zum Inhalt



Bei ihrer Bruchlandung mit dem Heißluftballon in der Ödnis Lapplands hat die reiche Lena Lundberg Glück im Unglück. Hermanni Heiskari sitzt gerade fischend am Eisloch, als sie vor ihm vom Himmel fällt. Als Dank schenkt Lena ihrem Retter ein Jahr Leben in Saus und Braus. Es kommt, wie es kommen muss: Sie verliebt sich in ihn. Er ist zwar kein Gentleman, aber ein ungeschliffener Diamant. Um Hermanni salonfähig zu machen, soll ihr Onkel ihm Manieren beibringen. Fast scheint es unmöglich, diesen Diamanten zu schleifen ... (Verlagstext)


Meine Meinung



Beim Hören der vier CDs fühlte ich mich gut unterhalten. Jürgen von der Lippe macht seine Sache als Sprecher wieder einmal sehr ordentlich. Autor Arto Paasilinna wartet mit einer Reihe lustiger Einfälle auf, die die Handlung am Laufen halten und mich als Zuhörer stellenweise auch erheitert haben. Der ganz große Wurf ist "Vom Hmmel in die Traufe" meiner Ansicht nach jedoch nicht. Ich musste zwar immer wieder einmal schmunzeln, aber echte Lachsalven stellten sich bei mir nicht ein. Fazit: "Vom Himmel in die Traufe" ist eine leicht daherkommende Komödie mit schrägen Charakteren und einer Prise Romantik, die bei mir aber nicht zu 100 % gezündet hat.


Diese Kurzrezension findet sich auch auf meinem Blog http://autoreninfo.over-blog.de/2017/02/besprechung-des-horbuchs-vom-himmel-in-die-traufe-von-arto-paasilinna.html

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

mord, krimi, autorin, lesereise, eifel

Lesereise in den Tod

Jürgen Schmidt
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.01.2017
ISBN 9783958130807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

von Edition Oberkassel erhielt ich dankenswerterweise das Leseexemplar „Lesereise in den Tod" von Jürgen Schmidt. Nachfolgend meine Rezension.

 

Zum Inhalt

Nach zwei gescheiterten Ehen steht Andreas Mücke nicht nur privat, sondern auch beruflich vor einem Neuanfang. Er versucht sich als Privatdetektiv und bekommt es prompt mit einem Mordfall zu tun. Der wurde zum Nachteil einer Autorin verübt, die Mückes Recherchen zufolge in Sachen Selbstvermarktung gehörigen Erfindungsreichtum an den Tag gelegt hatte. So gab sie sich als Nachfahrin eines in Literaturkreisen anerkannten Schriftstellers aus und legte sich mit dem Namen Mona de la Mare ein klangvolles Pseudonym zu. Andreas Mücke macht sich daran, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Seine Ermittlungen führen ihn unter anderem zu Monas Ex-Liebhabern, ihrem früheren Arbeitgeber, von dem sie sich im Streit getrennt hatte und zu ihrem Bruder, der ebenfalls ein Mordmotiv gehabt hätte. Dem Detektiv wird schnell klar, dass vieles im Leben der Schriftstellerin so falsch war, wie ihre Behauptung, von Walter de la Mare abzustammen.

 

Meine Meinung

Jürgen Schmidt gibt einige interessante Einblicke in die Self-Publisher Szene, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Stattdessen belässt er es bei einigen wenigen, aber dafür umso wirkungsvollere Anspielungen, etwa, wenn er eine Buchhändlerin sagen lässt, dass sie „solche Verlage“ wie jenen der Autorin de la Mare nicht führen würde. Sehr schön beschreibt er auch die Marketingaktivitäten der Schriftstellerin, die sich in den sozialen Netzwerken eine Fan-Gemeinde aufgebaut hat und diese ständig mit Stoff in Form von persönlichen und meist belanglosen Postings bei Laune hält. Genau wie im richtigen Leben.

Lesevergnügen für Freunde atmosphärischer Schilderungen

Es sind diese Beschreibungen, die „Lesereise in den Tod“ zu einem Lesevergnügen machen und weniger die Aufklärung des Kriminalfalls an sich, die auf eine zwar gemächliche, aber dennoch unterhaltsame Weise vonstatten geht. Action-Fans würde ich „Lesereise in den Tod“ daher nicht unbedingt empfehlen, Wohl aber all jenen, die an atmosphärischen Schilderungen und hintergründigen Beschreibungen subjektiver Beobachtungen ihre Freude haben. Autor Jürgen Schmidt versorgt die Leser*innen seines Buches mit einer Fülle von Details über das Privatleben des Privatermittlers Andreas Mücke. Dadurch wird die Figur einerseits sehr greifbar, andererseits hätte es diese Informationsflut nicht in diesem Umfang gebraucht. Zumindest dann nicht, wenn es bei diesem Krimi-Debüt von Jürgen Schmidt bleiben sollte. So bleibt zu hoffen, dass Andreas Mücke noch in weiteren Fällen ermitteln darf, wo hier nebenbei in die Handlung eingeführte Figuren - wie etwa seine Kinder und früheren Ehepartnerinnen - tragendere Rollen spielen können.

 

Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog unter http://autoreninfo.over-blog.de/2017/03/buchbesprechung-lesereise-in-den-tod-von-jurgen-schmidt.html veröffentlicht.

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Tags: bad münstereifel   (1)
 

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erbe, görlitz, jack the ripper, london, testament

Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz

Katrin Lachmann
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.12.2016
ISBN 9783958130708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt


Dem Görlitzer Fahrradkurier Marco Petzold wird eine geheimnisvolle Erbschaft zuteil. Um sie anzutreten, muss er sich zunächst zu einem Londoner Notar begeben. Dabei begleitet ihn die Anwaltsgehilfin Carolin Lobner. Bald muss das ungleiche Paar erkennen, dass mit der mysteriösen Erbschaft erhebliche Risiken für Leib und Leben aller Beteiligten verbunden sind. Gibt es gar einen Zusammenhang mit dem legendären Serienmörder Jack the Ripper?


Meinung


Als mir Katrin Lachmanns Krimi: „Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz unterkam“, war ich zunächst skeptisch. Noch ein Buch über einen (wenn nicht den) berüchtigsten Serienkiller der Kriminalgeschichte, und dann noch eins, das teilweise in Deutschland spielt? Kann das gut gehen? Um es gleich zu sagen: Ja, es kann. Meine Zweifel waren bereits nach wenigen Seiten verflogen. Ich brauchte nicht lange, um in die Handlung einzutauchen. Innerhalb kurzer Zeit hatte sie mich in ihren Bann gezogen. Daran hat gewiss der erfreulich frische Schreibstil von Katrin Lachmann einen gehörigen Anteil. Großes Kompliment an die Autorin, das sie sich möglicherweise mit dem Verlagslektor Klaus Söhnel teilen muss. Die Geschichte um den Erben des Serienmörders wird mit einer Leichtigkeit präsentiert, die mich tatsächlich von Beginn an gefangen nahm. Etwas, das mir schon seit längerem nicht mehr bei einem Krimi passiert ist.


Fazit


„Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz“ ist ein Kriminalroman, bei dem alles stimmt. Er verfügt über glaubhafte Charaktere, eine spannende Handlung, eine Prise Romantik und attraktive Beschreibungen einzelner Schauplätze. Hier merkt man Katrin Lachmann die Zuneigung zu ihrer alten Heimatstadt Görlitz an. Die Autorin bietet den Leser*innen nicht nur einen schnellen Einstieg, sondern schafft es auch, das Tempo im letzten Viertel des Buches noch einmal kräftig anzuziehen. Ein rundum feines Buch, in dem zwar viel gemordet, dabei jedoch weitgehend auf abschreckende Beschreibungen brutaler Details verzichtet wird. Die braucht es auch nicht, denn „Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz“ ist schon so spannend genug.


Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog unter http://autoreninfo.over-blog.de/2017/01/buchbesprechung-zu-jack-the-ripper-und-der-erbe-in-gorlitz-von-katrin-lachmann.html veröffentlicht.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

social media

Der Circle

Dave Eggers , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann , Torben Kessler
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 15.04.2016
ISBN 9783869091990
Genre: Romane

Rezension:



Mit der Anstellung beim Internetkonzern The Circle wird für Mae Holland ein Traum wahr. Die junge Frau steigt schnell auf und arbeitet kräftig mit, die vom Circle angestrebte Transparenz in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwirklichen. Die Skepsis ihrer Eltern und ihres Ex-Freundes Mercer, was Aufhebung der Privatsphäre und Konzentration von Machtfülle betrifft, kann die vom Enthusiasmus beflügelte Mae nicht nachvollziehen. Bei der Umsetzung der vom Circle gesetzten Ziele scheint die Karrierefrau keine Skrupel zu kennen. Berauscht von den Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, verliert sie jedes Gefühl für die persönlichen Belange ihrer Mitmenschen. Die Ansicht, dass nicht jeder alles über jeden wissen muss und manche Wahrheit besser nicht ausgesprochen wird, ist für Mae und den Circle keine Option. Wer kann sie stoppen?


Dave Eggers widmet sich wichtigen gesellschaftlichen Themen, behandelt sie aber zumindest in der gekürzten Hörbuchversion zu oberflächlich. Auch die Charaktere lassen Tiefe vermissen. Die Entwicklung Maes von der unsicheren Anfängerin hin zur skrupellosen Fanatikerin erschien mir zu sprunghaft und so nicht nachvollziehbar. Vielleicht wird das ja in der Buchedition erschöpfender behandelt. Insgesamt war „The Circle“ für mich eine streckenweise durchaus unterhaltsame Geschichte, allerdings mit einem relativ langen Einstieg und einem für mein Empfinden recht abruptem Ende. Die Möglichkeiten, die das Thema Privatsphäre in einer von sozialen Medien beherrschten Welt bietet, hat der Autor trotz einiger gesellschaftskritischer Zwischentöne meiner Ansicht nach leider nicht genutzt.


Sprecher Torben Kessler macht seine Sache gut. Er liest unspektakulär und verfügt über eine angenehme Stimme, der man auch über längere Zeit gut zuhören kann.


Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht:
http://autoreninfo.over-blog.de/2017/01/rezension-horbuch-der-circle-von-dave-eggers.html

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Tags: social media   (1)
 

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gift, mord, messer, kochen, spannung

Erfurt - Mordsmäßig aufgetischt

Karina Bleicher
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei KSB-Media, 01.09.2016
ISBN 9783946105459
Genre: Sonstiges

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satir

Satire ist nur ein Affe im Hirn

Henning Venske
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Westend, 09.11.2015
ISBN 9783864891175
Genre: Sachbücher

Rezension:

Henning Venskes Buch: „Satire ist nur ein Affe im Hirn“ gehört zu den Werken, denen ich viele Leser wünsche. In den darin enthaltenen Texten zeigt der Autor auf, was Satire eigentlich ist und auch (oder gerade) in der heutigen Zeit leisten müsste. Venske präsentiert den Leser*innen dieses Buch nicht nur einen geschichtlichen Abriss über Ursprung und Entwicklung der Satire, sondern erinnert auch an Vertreter dieses Genres, die es wert sind, dass man ihrer gedenkt.

 

Henning Venske, Jahrgang 1939, war unter anderem Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, die über viele Jahre eine Institution im öffentlich-rechtlichen Fernsehen war. Aber mitunter eckte er mit seinem Verständnis von Satire an, was ihm als Moderator in den 1970er Jahren Sendeverbote einbrachte. Obwohl inzwischen viel Zeit ins Land gegangen ist, bleibt Venskes Groll darüber spürbar.

 

Wer ein derart tiefes Verständnis von Satire hat, muss über den Zustand, in dem sich diese Kunstform gegenwärtig präsentiert traurig oder zornig sein. Auf Henning Venske scheint vor allem Letzteres zuzutreffen. Das ist absolut nachvollziehbar, denn was dem Publikum heutzutage als Satire verkauft und zugemutet wird, ist größtenteils eher Comedy, deren Humor billige Klischees bedient und lediglich unterhält anstatt Sachverhalte zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.

 

„Satire ist nur ein Affe im Hirn“ ist keine leicht zugängliche Kost. Manche Kapitel sind sehr anspruchsvoll und manchmal hatte ich den Eindruck, dass dem Autor daran gelegen ist, seine Leser*innen intellektuell zu fordern. Gerade das macht dieses Buch so besonders und gibt Anlass, es sich mehr als einmal zu Gemüte zu führen.

 

Das Buch empfehle ich allen, die noch wissen oder wissen möchten, was Satire wirklich ist und erkannt haben, dass die unter diesem Begriff präsentierten Klamauksendungen damit nichts zu tun haben.


Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog:http://autoreninfo.over-blog.de/

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Opfermesser

Simon Geraedts
Flexibler Einband: 202 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 27.12.2015
ISBN 9781522897910
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Rahmen der Facebook-Krimiwoche erhielt ich von der Agentur mainwunder ein Promopaket mit einigen Rezensionsexemplaren. Darunter befand sich auch der Titel: "Das Opfermesser", den Self-Publisher Simon Geraedts als "Thriller" bezeichnet. Meiner Auffassung nach wäre die Kategorie "Horror" oder "Mystery" eher angebracht..


Zur Handlung:


Der neunjährige Lukas vermisst seine verstorbene Mutter. Er kann sich nicht damit abfinden, dass sein Vater Carsten eine Beziehung mit Jasmin eingegangen ist. Ein auf Anraten eines Psychologen gemeinsam verbrachtes Wochenende in einem Naturpark soll helfen, Lukas aus seiner Verstocktheit zu führen. Bei einem Spaziergang im Park findet Lukas ein altes Messer, das über ein dämonisches Eigenleben verfügt und Besitz von dem Jungen ergreift. Der Geist des Messers giert nach Blut und jedesmal, wenn Lukas etwas davon vergießt, wird einer seiner Wünsche wahr. Doch für den Herzenswunsch, seine Mutter wieder auferstehen zu lassen, soll Lukas dem Dämon ein Menschenopfer bringen ...


Meine Meinung:


Ich habe mich etwas schwer getan mit der Lektüre. Dabei ist das Buch nicht einmal schlecht geschrieben. Der Schreibstil ist sogar recht flüssig. Doch wenn mich ein Buch "packen soll", bedarf es Charaktere, die Tiefe haben. Damit kann "Das Opfermesser" leider nicht dienen. Alle darin vorkommenden Figuren bleiben blass. Da hilft es auch nicht, dass der Plot einigermaßen spannend ist. Ungewöhnlich ist er nämlich auch nicht, und die Handlung ist über weite Strecken vorhersehbar. So ist das Buch aus meiner Sicht nur dann eine nette Lektüre für zwischendurch, wenn gerade nichts anderes zur Hand ist. Einzig der Epilog birgt dann doch eine Überraschung, was mich zwar etwas versöhnlich gestimmt hat, aber am Gesamteindruck nicht sonderlich viel ändert.


Pro:

Guter Schreibstil

Überraschendes, aber nachvollziehbares Ende


Contra:

Flache Charaktere

Handlung über weite Strecken vorhersehbar


"Das Opfermesser" ist nicht unbedingt schlechter als andere Bücher, die etablierte Verlage in Massen auf den Markt werfen. Besser oder gar origineller ist es allerdings auch nicht. In diversen Foren habe ich oft gelesen, dass Self-Publisher sich zugute halten, auf dem Literaturmarkt für mehr Vielfalt zu sorgen. Wie die allermeisten selbst herausgegebenen Bücher, die ich bislang gelesen habe, wird auch "Das Opfermesser" diesem Anspruch keinesfalls gerecht. Wer es nicht liest, hat auch nichts verpasst.


Diese Rezension findet sich auch meinem Blog unter http://autoreninfo.over-blog.de/2016/10/buchkritik-zu-simon-geraedts-das-opfermesser.html


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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

(W)ehe du gehst

Jannes C. Cramer
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.08.2015
ISBN 9781515057154
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Rahmen der Facebook Krimiwoche erhielt ich von der in Dreieich ansässigen Agentur mainwunder ein Promotion-Paket. Darin fand sich auch der von Jannes C. Cramer verfasste Thriller: "(W)ehe du gehst".

Zur Handlung

Von Freundin Juliane ermutigt, entschließt sich Kira Grundwald dazu, ihren tyrannischen Ehemann Jonas zu verlassen. Der nimmt jedoch das Ehegelübde "Bis dass der Tod uns scheidet" sehr wörtlich und begibt sich auf die Suche nach Kira. Dabei geht er über Leichen.

Licht und Schatten

"(W)ehe du gehst" ist keine sonderlich neue, aber dennoch recht unterhaltsame Geschichte Der Schreibstil ist flüssig und wird dem Tempo der rasanten Handlung gerecht. Es gibt einige überraschende Wendungen, die mitunter durch Rückblenden erklärt werden. Das birgt jedoch den Nachteil, dass über längere Zeit hinweg lediglich nacherzählt statt dargestellt wird. Ein Umstand, der das Lesevergnügen ein wenig trübt. Dennoch sehe ich in dem schnörkellosen Stil einen Pluspunkt, da er angenehm zu lesen ist.

Die größte Schwachstelle von "(W)ehe du gehst" stellt für mich die Präsentation der Figuren dar. Die Charaktere sind für meinen Geschmack zu oberflächlich, um beim Leser echtes Interesse hervorzurufen. Stattdessen gibt es reichlich Tote, mehr, als es meines Erachtens gebraucht hätte, um die Geschichte voranzutreiben. Mitunter erfährt der Leser erst nach dem Finale vom Ableben der Figuren. Ein geringerer "Body Count" und dafür mehr Feinschliff bei der Ausarbeitung von Handlung und Charakteren hätten dem Skript gewiss gutgetan.

Fazit

Immerhin hat mich "(W)ehe du gehst" insoweit bei der Stange gehalten, dass ich wirklich wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht. Die Lektüre kann ich daher all jenen empfehlen, die einen soliden Thriller ohne besonders viel Tiefgang lesen, aber trotzdem gut unterhalten werden möchten.
"W)ehe du gehst" ist bereits der zweite Fall, in dem Kommissar Frank Holper ermittelt. Zum Verständnis ist die Lektüre des Vorgängers: "Die Frauenkammer" nicht nötig. Dieses Buch habe ich auch nicht gelesen, konnte der Handlung von "(W)ehe du gehst" aber in vollem Umfang folgen.


Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog http://autoreninfo.over-blog.de/ veröffentlicht.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebe, terror, gesellschaftskritik, herz, anschlag

Herz im Fadenkreuz

Tatjana Flade
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 18.04.2016
ISBN 9783958130333
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die junge Studentin Esther lebt in einer bewegten Zeit, denn Deutschland ist zum Schauplatz terroristischer Anschläge geworden. Hinter den Attentaten stecken extremistische Gruppen wie die nationalsozialistische Organisation Thule, fanatische Islamisten und die IFFAR, eine aus der radikalen Antifa hervorgegangene militante Gruppierung. Diese bekämpft sowohl die Islamisten als auch die Thule-Anhänger und bedient sich dabei derselben Mittel, wie die anderen Terroristen. Als Esther sich in den geheimnisvollen Lysander, kurz Lys, verliebt, ahnt sie bald, dass er ihr gegenüber nicht mit offenen Karten spielt. Mit der Zeit keimt in der Studentin der schreckliche Verdacht, dass Lys etwas mit den Anschlägen zu tun haben könnte.

In „Herz im Fadenkreuz“ zeigt Tatjana Flade nachvollziehbar das Dilemma auf, in dem sich die Protagonisten ihres Romans befinden. Da ist zum einen Lysander, dessen erste große Liebe vor Jahren durch einen Terroranschlag ums Leben kam. Er sinnt auf Rache und fühlt sich den Mitglieder seiner eigenen Organisation verpflichtet. Dann gibt es Esther, die sich Hals über Kopf in Lys verliebt, aber recht bald ahnt, dass mit ihrem Traummann etwas nicht stimmt. Doch die frisch Verliebte ist nur zu gerne bereit ist, jedwede Erklärung zu akzeptieren, um ihr Glück nicht zu gefährden. Allerdings kann Esther die an Deutlichkeit zunehmenden Hinweise, dass Lys in zwielichtige Machenschaften verstrickt ist, auf Dauer nicht ignorieren. Sie beschließt, hinter das Geheimnis ihres Freundes zu kommen und beschreitet damit einen gefährlichen Weg.

Die Figuren handeln schlüssig und die Konflikte, mit denen sie zu kämpfen hatten, waren für mich deutlich spürbar. Die Autorin hat m.E. sehr viel Sorgfalt auf die Ausarbeitung der Charaktere, insbesondere der Hauptpersonen verwendet. Esther und Lysander verfügen über ein scharfes Profil, was mir die Figuren greifbar nahe brachte. Daher entwickelte ich sehr bald ein großes Interesse an ihnen.

Nicht ganz so überzeugend fand ich den Roman, was die „Arbeitsweise“ der Terroristen angeht.

Die Mitglieder der konspirativen Gruppen agieren in „Herz im Fadenkreuz“ für meinen Geschmack allzu sorglos. Da werden Mobilfunknummern über lange Zeiträume beibehalten, Klarnamen und Adressen in Notizbüchern notiert und herumliegen gelassen und Passwörter auf der Festplatte gespeichert. Zudem hält es eine Terrororganisation nicht für nötig, den Zugang zum internen Mitgliederbereich ihrer Homepage zu schützen, indem sie den Account ihres ums Leben gekommenen Mitglieds löscht.

„Herz im Fadenkreuz“ ist zwar kein lupenreiner Thriller, aber dennoch ein durchweg spannendes Buch. Die Stärke des Romans liegt in der Dynamik, welche sich aus den Konflikten der beteiligten Personen ergibt. Wer bereit ist, sich auf die Lektüre einzulassen und über die erwähnten Schwächen hinwegsehen kann, findet in „Herz im Fadenkreuz“ eine unterhaltsame Geschichte mit Tiefgang.

Noch eine kleine Anmerkung: Nachdem ich diese Besprechung zunächst auf meinem Blog http://autoreninfo.over-blog.de/ veröffentlicht hatte, erhielt ich eine freundliche E-Mail vom Verleger, der mich darauf hinwies, dass die polizeilichen Behörden kaum Fahnungserfolge zu verzeichnen hätten, wenn die Täter keine Fehler machen würden. Stimmt schon, aber so gehäuft wie das in "Herz im Fadenkreuz" der Fall war, erschien mir das einfach zu viel.



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94 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 10 Rezensionen

mord, jack caffery, psychatrie, puppe, psychiatrie

Die Puppe

Mo Hayder , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.08.2015
ISBN 9783442482832
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich gebe zu, dass ich, was Mo Hayder angeht, ein wenig voreingenommen bin - und zwar zu ihren Gunsten. Ihre Thriller entfalten eine Intensität, die ich bei kaum einem anderen Autor oder einer anderen Autorin bislang erlebt habe. Daher begegne ich jedem Werk von ihr mit einer gehörigen Portion Wohlwollen. Natürlich ist auch bei Mo Hayder nicht alles Gold, was glänzt. So fand ich "Ritualmord" über weite Strecken ermüdend, wurde aber durch den direkt darauf folgenden Roman "Haut"  vollauf entschädigt. "Die Puppe" bezieht sich in einigen Teilen auf Vorgänge dieser beiden Bände und auch auf den direkten Vorgänger "Verderbnis". Die Beschreibungen sind so ausführlich, dass für die Lektüre von "Die Puppe" keine Kenntnis der erwähnten Bücher erforderlich ist. Vielleicht sind die erschöpfenden Erläuterungen um die bisherigen Vorgänge mit ein Grund dafür, dass die Handlung von "Die Puppe" nur langsam in Gang kommt. Gut vorstellbar, dass mancher Leser geneigt ist, den Roman vor Ende der ersten Hälfte aus der Hand zu legen. Wer das tut, verpasst jedoch einen äußerst spannenden zweiten Teil mit einer fulminanten Auflösung. Hier stellt Mo Hayder ihr Können wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis. Fazit: der Spannungsaufbau in "Die Puppe" gleicht einem Schwelbrand, dessen Hitze sich nur langsam entfaltet, aber dann umso heftiger zündet.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

schokolade

Schoko-Engel

Petra Scheuermann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei KSB-Media, 24.09.2015
ISBN 9783946105015
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Schoko-Engel“ präsentiert Krimi-Autorin Petra Scheuermann den dritten Fall ihrer Hobby-Ermittlerin Tanja Eppstein. Gegenüber den Vorgängern wirkt „Schoko-Engel“ um einiges düsterer. Nicht weiter verwunderlich, denn es geht um das hässliche Thema Vergewaltigung. Ein Stammkunde von Tanjas Chocolaterie „Schoko-Traum“ wird beschuldigt, sich an zwei Frauen vergangen zu haben. Zwar wird Theo Maier vom Gericht freigesprochen, dennoch gilt er für viele weiterhin als der wahre Täter. Tanja lässt die Frage, ob Maier schuldig oder unschuldig ist, keine Ruhe. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und fördert dabei Unglaubliches zutage.

Freundinnen wieder mit von der Partie

Im Unterschied zu den ersten beiden Bänden der Reihe um Tanja Eppstein beschränkt sich der Schauplatz der Handlung nicht mehr allein auf den Rhein-Neckar Raum. Diesmal wird auch Berlin mit einbezogen. Natürlich sind auch Tanjas Freundinnen, die äußerst lebenslustige Steffi und Hobby-Kartenlegerin Biggi wieder mit von der Partie. Wer „Schoko-Leiche“ und „Schoko-Pillen“ kennt, weiß, dass das Zusammenspiel dieses Trios, trotz der Brisanz dieses Falles, für einige Lacher gut ist.

 

Reichlich Stoff für Verwicklungen

„Schoko-Engel“ lässt sich sehr flüssig lesen. Petra Scheuermann gönnt ihren Lesern kaum eine Atempause. Außer mit ihrer neuen Ermittlung, muss sich Tanja mit einer ganzen Reihe von Problemen in ihrem privaten Umfeld herumschlagen. Nicht genug, dass ein gestrenger Richter Tanjas Aushilfe, den Ex-Junkie Max, für längere Zeit hinter Gitter schicken möchte; auch Tanjas Liebesleben gerät gehörig aus den Fugen und sie muss befürchten, dass Sohn Lucas sie frühzeitig zur Oma gemacht hat. Überhaupt besteht innerfamiliär einiger Klärungsbedarf. Somit bietet „Schoko-Engel“ reichlich Stoff für alle möglichen Verwicklungen, doch Petra Scheuermann behält alle Fäden in der Hand, bis hin zum Herzschlagfinale – und noch ein wenig darüber hinaus.

 

Passendes Weihnachtspräsent

„Schoko-Engel“ spielt in der Weihnachtzeit und ist somit das passende Präsent für die Saison. Am besten in Verbindung mit Pralinen oder Schokolade. Denn wie gewohnt, gönnen sich Tanja und ihre Freundinnen im Verlauf der Handlung erneut jede Menge süße Köstlichkeiten. Da bleibt es nicht aus, dass auch den Leser die Lust auf Süßes überkommen wird. Gut, wenn dann etwas davon zur Hand ist.

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103 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

historischer roman, petra schier, koblenz, reliquie, 14. jahrhundert

Die Bastardtochter

Petra Schier , ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.09.2015
ISBN 9783499268014
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bei Frau Schiers im Oktober 2015 erschienenen Roman handelt es sich um den abschließenden Band einer Trilogie um ein zum Schatz der Tempelritter gehörendes mystisches Kreuz. Um es vorweg zu sagen: die dazugehörigen Bände „Die Eifelgräfin“ und „Die Gewürzhändlerin“ habe ich nicht gelesen. Dennoch fand ich schnell in die Handlung, da dem dritten Teil eine nahezu eigenständige Geschichte zugrunde liegt. Nur selten wird auf die vorhergehenden Bände Bezug genommen und erst gegen Ende des Romans bezieht die Auflösung Ereignisse aus „Eifelgräfin“ und „Gewürzhändlerin“ in größerem Umfang ein.



Über den Inhalt


Zur Handlung des dritten Teils des Kreuz-Trilogie: „Die Bastardtochter“: Enneleyn von Manten, uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten, willigt erfreut in die Ehe mit Ritter Guntram von Eggern ein. Mit ein Grund für die Bereitschaft Enneleyns, Guntram zu ehelichen, ist die Aussicht auf gesellschaftliche Anerkennung. Leider entpuppt sich der nach außen so charmant auftretende Ehemann schon bald nach der Trauung als brutaler Despot, der rücksichtslos seine eigenen Ziele verfolgt. Unterstützung findet Enneleyn bei dem nach Koblenz zurückgekehrten Kaufmann Anton Bungert, der viele Jahre in Italien gelebt hat. Er kennt Enneleyn aus seinen Jugendjahren, hatte damals aber nicht allzu viel mit ihr zu schaffen. Doch jetzt ist aus dem Mädchen von früher eine attraktive Frau geworden, die Bungert auch durch ihre Persönlichkeit beeindruckt. Enneleyn fühlt sich ihrerseits zu dem jungen Mann hingezogen, ist aber durch ihr Ehegelübde gebunden. Zu allem Ungemach muss sie erkennen, dass Guntram von Eggert eine handfeste Machtpolitik betreibt, die auch ihrem Vater Johann von Manten und seiner Familie zum Schaden gereichen kann.



Mein Eindruck:


Nachdem ich im Jahr zuvor von Petra Schier „Der Hexenschöffe“ gelesen hatte, war ich doch ein wenig verwundert, dass es in „Die Bastardtochter“ schon wieder um eine Frau mit für sie problematischer gesellschaftlicher Herkunft gehen sollte. Nun sind das die bislang einzigen Romane, die ich von der Autorin gelesen habe und ich hoffe, dass sie noch andere Hintergrundgeschichten für ihre Heldinnen in petto hat. Muss doch auch in Romanen, die im Mittelalter spielen, noch andere Konfliktthemen geben. Vielleicht lag es an diesem unglücklichen Start, dass ich mir die Lektüre schwer fiel. Leider fand ich aber auch die Charaktere allesamt recht holzschnittartig. Johann von Manten: Der Polterer mit gutem Herz. Palmiro: Der über reichlich Straßenschläue verfügende italienische Junge, Guntram von Eggert: Der brutale Despot, Anton Bungert: Der Edle, usw.


Mehr Tiefgang hatte dagegen die Schilderung des Martyriums, das Enneleyn im Verlauf ihrer Ehe mit Guntram erdulden muss. Vor allem die Beschreibung, wie sich die eheliche Gewalt auf die Psyche der Misshandelten auswirkte, fand ich schlüssig und nachvollziehbar.



Fazit:


Unterm Strich ist „Die Bastardtochter“ in meinen Augen ein leider wenig spannender Roman, ohne überraschende Wendungen. Da die Charaktere recht eindimensional geraten sind, machen sie auch keine große Entwicklung durch, was der Dynamik der Handlung nicht gerade förderlich ist. Immerhin bot sich mir mit dem historischen Koblenz ein interessanter Schauplatz, da ich die Stadt einigermaßen gut kenne. Dieser Umstand und die (das wiederhole ich gerne) nachvollziehbare Schilderung darüber, welche Auswirkung die Misshandlung durch ihren Ehemann auf Enneleyns Persönlichkeit hat, haben mich dann doch bei der Stange gehalten. Leserinnen und Leser, die siche gerne von romantischen Liebesgeschichten vor historischem Hintergrund unterhalten lassen, könnten mit „Die Bastardtochter“ ihre Freude haben.







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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Rich Dad Poor Dad

Robert T. Kiyosaki
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FinanzBuch Verlag, 14.11.2014
ISBN 9783898798822
Genre: Sachbücher

Rezension:

mit "Rich Dad Poor Dad" ist mir ausnahmweise ein Sachbuch untergekommen, noch dazu über ein Thema, mit dem ich mich bislang nicht so sehr beschäftigt habe. Nachdem mir das Buch empfohlen wurde, habe ich es gelesen. Geschadet hat es wohl nicht und zudem muss ich zugeben, dass einige Thesen von Robert T, Kiyosaki durchaus etwas für sich haben. Doch der Reihe nach: Zunächst einmal weiß der Buchtitel zu irritieren und erregt somit Aufmerksamkeit. Der Verfasser behauptet, von zwei Vätern mit Lebensweisheiten versorgt worden zu sein. Einer davon, sein leiblicher Vater, war arm, Dann gab es noch den reichen Vater seines besten Freundes, der ein erfolgreicher Unternehmer war. Dieser Mann, den er als seinen zweiten Vater bezeichnet, unterwies Kiyosaki in die Denk- und Handlungsweise finanziell erfolgreicher Menschen. Was diese Personen nach Kiyosakis Meinung auszeichnet, ist ihre finanzielle Intelligenz und die Fähigkeit, mit Geld anders umzugehen, als das Gros der Menschen. Zu denen gehörte auch sein leiblicher Vater, der als Lehrer ein gebildeter Mensch war und ein gutes Einkommen erhielt, aber dennoch auf keinen grünen Zweig kam. In "Rich Dad Poor Dad" stellt der Autor die unterschiedlichen Sicht- und Verhaltensweisen beider Väter einander gegenüber und lässt keinen Zweifel daran, welche davon er bevorzugt. Vielem von dem, was Kiyosaki äußert, kann ich zustimmen. So beklagt der Autor zu Recht, dass finanzielle Bildung in den herkömmlichen Schulen keine Rolle spielt, was dazu führt, dass sich viele Menschen bereits in jungen Jahren hoffnungslos verschulden. In anderen Punkten mag ich ihm jedoch nicht folgen. Das gilt besonders für die Haltung Kiyosakis zum Steuerwesen. Hier ist der Autor sehr darauf erpicht, möglichst wenig an den Fiskus abzuführen und scheint völlig außer Acht zu lassen, dass auch er und seine Familie von einem funktionierenden und finanziell gesunden Gemeinwesen profitieren. Insgesamt habe ich die Lektüre von "Rich Dad Poor Dad" jedoch nicht bereut, gibt sie doch einen interessanten Einblick in die Denkweise finanziell gut situierter und erfolgreicher Unternehmer.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

emma graham, entführung

Das verschwundene Mädchen

Martha Grimes , Cornelia C. Walter
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.12.2014
ISBN 9783442481514
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe das Buch vor einigen Monaten geschenkt bekommen und wusste nicht, dass es sich dabei bereits um den vierten Band einer Reihe handelt. Das hat mir die Lektüre ziemlich erschwert, da im Lauf der Handlung häufiger auf vorangegangene Ereignisse hingewiesen wird, die für den gegenwärtigen Verlauf der Geschichte von Bedeutung sind. Dennoch - und das spricht eindeutig für die Autorin - hat mich "Das verschwundene Mädchen" nach einer Weile den Bann gezogen.

Was mich trotz mancher Verständnisschwierigkeiten bei der Stange gehalten hat, waren die oft humorvollen Schilderungen der originellen Charaktere und ihre persönlichen Beziehungen zueinander. Martha Grimes versteht es meisterhaft, Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen. Ihre Beschreibungen ließen die Kleinstadt La Porte und ihre in der Mehrheit skurrilen Bewohner vor meinem geistigen Auge zum Greifen nahe auferstehen.

Fazit: "Das verschwundene Mädchen" ist eine spannende und sehr unterhaltsameGeschichte. Allerdings sollten sich Leserinnen und Leser vor der Lektüre die zuvor erschienenen Bände zu Gemüte führen.

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lustig, tierkrimi, einfache lesbarkeit, spannend, leseförderung

Kommissar Gordon – Der erste Fall

Ulf Nilsson , Ole Könnecke , Gitte Spee , Gitte Spee
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Moritz, 27.09.2017
ISBN 9783895652882
Genre: Kinderbuch

Rezension:

allen, die schon selber gerne lesen (Verlagsempfehlung) kann ich "Kommissar Gordon: Der erste Fall" nur empfehlen. Das Kinderbuch von Ulf Nilsson und Gitte Spee wird auch manche Erwachsene begeistern.

Mit dem liebenswerten Ermittler, der Kröte Gordon, hat Ulf Nilsson einen eigenwilligen Charakter geschaffen, der seine Muffins liebt und sie den ganzen Tag über am liebsten zusammen mit einer Tasse Tee genießt. Überhaupt mag es der Waldkommissar gemütlich. Er sitzt gerne am wärmenden Feuer und hat nicht viel für Kälte und Kletterpartien auf Bäume übrig. Auch seine Pistole mag er nicht benutzen. Dafür stempelt er gerne. Als es darum geht, einen Dieb zu überführen, der einem Eichhörnchen über zweihundert Nüsse gestohlen hat, trifft Gordon im Laufe der Ermittlungen auf die Maus Buffy. Die wird seine Gehilfin und zusammen lösen sie ihren ersten Fall.

Die Geschichte ist amüsant zu lesen und wurde liebevoll illustriert.

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