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181 Bücher, 126 Rezensionen

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

krimi, fantasy, agatha christie, garralf taschler, elsie

Gestatten, Erkül Bwaroo, Elfendetektiv

Ruth M. Fuchs , Christine Schlicht
Flexibler Einband: 294 Seiten
Erschienen bei Raposa Verlag, 29.03.2016
ISBN 9783981802900
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ruth M. Fuchs ist das Kunststück gelungen, den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot in eine Fantasywelt zu verpflanzen. Wie sein Original ist auch der Elf ziemlich von sich eingenommen, mag es nicht, wenn seine Lackschuhe schmutzig werden, und löst den Kriminalfall mit kluger Kombinationsgabe. Auch die anderen Adaptionen wie etwa die Märchenvorlage sind in ihrer Umsetzung durchaus gelungen und bieten trotzdem noch genügend Raum für eigene Ideen. Der Kriminalfall allerdings ist für erfahrene Leser und Agatha Christie-Fans schon bald durchschaubar, der Mörder viel zu rasch identifiziert und die falschen Fährten manchmal ziemlich durchsichtig. Das Buch lebt also eher von all den Anspielungen als von der Spannung, das beeinträchtigt das Lesevergnügen aber nur  gering.

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Tags: agatha christie, elfe, fantasy, hercule poirot, krimi, prinzessi, zwerge   (7)
 

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

20. jahrhundert, geschichte, sachbuch, alles ist relativ und anything goes, einstein

Alles ist relativ und anything goes

John Higgs , Michael Bischoff
Fester Einband: 379 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 27.03.2016
ISBN 9783458176633
Genre: Sachbücher

Rezension:

John Higgs beginnt seine Tour durch das zwanzigste Jahrhundert zwar mit dem Jahreswechsel vom 31. Dezember 1900 zum 1. Januar 1901, wer aber einen chronologischen Überblick erwartet, liegt falsch. Stattdessen pickt der Autor scheinbar willkürlich Ereignisse und Schwerpunkte heraus, auf die er dann näher eingeht und zu einem unerwarteten, aber stimmigen Gesamtbild verknüpft. Von der skandalträchtigen Premiere von Strawinskys "Le Sacre du Printemps" über Schrödingers Katze und der Mondlandung geht die wissenschaftliche Reise durchs verflossene Jahrhundert bis zu Super Mario Bros. und der Klimaerwärmung.

In lockerem Plauderton werden Errungenschaften in Quantenphysik, Raumfahrt, Psychologie oder Kunst präsentiert. Komplexe wissenschaftliche Sachverhalte werden in erfrischend unkomplizierten Worten allgemein verständlich vorgestellt; so wird beispielsweise Einsteins Relativitätstheorie anhand eines herabfallenden Würstchens erklärt. Allerdings schaden weder eine gute Allgemeinbildung noch die Bereitschaft, sich auf kompliziertere Gedankenkonstrukte einzulassen, denn das Buch ist in vielen Bereichen doch recht anspruchsvoll und definitiv nichts, was sich so locker nebenbei lesen lässt. Aber wer sich auf diese seltsame und intensive Reise einlässt, wird mit einer faszinierend bunten Fülle an neuen und ungewohnten Einblicken ins vergangene Jahrhundert belohnt.

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95 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, hexen, fluch, magie, agarax

Agarax - Der Hexenfluch

Leo Aldan
E-Buch Text
Erschienen bei BookRix, 02.02.2016
ISBN 9783739634883
Genre: Fantasy

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Leben ist zu kurz für billige Frischhaltefolie

Maren Peters
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei GABAL Verlag, 03.03.2014
ISBN 9783956230561
Genre: Sachbücher

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104 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

humor, felix achterwinter, kurzgeschichten, lustig, kinder

Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!

Johannes Hayers , Felix Achterwinter , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.12.2014
ISBN 9783499628726
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Titel klingt spaßig und macht Lust auf mehr. Tatsächlich ist die Anekdotensammlung kurzfristig recht unterhaltsam, aber sehr bald setzt beim Lesen Ernüchterung ein. Einerseits gleichen sich die Pointen doch beträchtlich, andererseits frage ich mich, wie jemand solche Geschichten tatsächlich amüsant finden kann, wenn man sich auch nur ein klein bisschen Gedanken über die Wirkweise der angewandten Methoden macht. Alle Episoden zielen darauf, ab dass die Kinder beschwindelt, bedroht oder bloßgestellt werden. Klar, auf den ersten Blick klingt der Titel witzig, aber letztlich beruht der Erfolg dieses Tricks doch darauf, dass man dem Kind vorgaukelt, es müsse gehorchen, weil es sonst schuld am Tod eines geliebten Lebewesens sei. Ist das wirklich lustig? Oder im Umgang mit Kindern auf Dauer tatsächlich hilfreich und nachahmenswert? Es ist mir ein echtes Rätsel, wie sich so ein Buch seit Monaten auf Platz 1 der Bestsellerlisten bei Elternbücher und Erziehungsratgeber halten kann.

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181 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

allgäu, maierhofen, landleben, dorfleben, kräuter

Kräuter der Provinz

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.09.2015
ISBN 9783734100116
Genre: Romane

Rezension:

Bisher hat Petra Durst-Benning historische Romane geschrieben, von denen ich jeweils nur mäßig begeistert war, weil sie die Geschichten jeweils hoffnungslos überfrachtet hat und ihre starken Frauenfiguren dadurch fast übermenschlich und ziemlich unhistorisch erschienen. Da der Schreibstil aber immer sehr flüssig und gefällig war und die Bücher mit etwas weniger Drama ganz nett gewesen wären, wollte ich dem ersten Gegenwartsroman der Autorin eine Chance geben. Und es hat sich gelohnt, die Geschichte um Maierhofens Aufstieg vom verschlafenen Provinznest zum zukunftsträchtigem Genießerdorf ist zwar manchmal etwas sehr einfach und unproblematisch dargestellt, aber ansonsten durchaus rund und nachvollziehbar und mit einem liebevollen Blick für Details. Und da nicht eine menschliche Person, sondern eine Kleinstadt die Hauptfigur ist, verteilen sich die diversen Handlungsstränge und Plot-Entwicklungen plausibel auf die verschiedenen Bewohner. Ich hoffe, dass Petra Durst-Benning sich noch öfters in die Gegenwart "verirrt", der Genrewechsel bekommt ihr gut!

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

jane austen, liebe, northanger abbey, edinburgh, val mcdermid

Northanger Abbey

Val McDermid , Doris Styron
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.01.2016
ISBN 9783959670180
Genre: Romane

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

hausboot, sachbuch, berlin, energie, aussteiger

Vier Zimmer, Küche, Boot

Uta Eisenhardt
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 25.01.2016
ISBN 9783667104250
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Autorin schreibt klar und schnörkellos von ihrer alternativen Wohnform und den damit verbundenen Folgen. Zu Beginn ist es faszinierend, die Entwicklung von "WS 3454" zur schmucken Helene zu verfolgen und mitzuerleben, wie die neuen Bewohner ihr Leben auf dem Wasser meistern. Aber bald treten die Schwachstellen dieses Buches hervor. Für ein informatives Sachbuch bietet "Vier Zimmer, Küche, Boot" letztlich trotz der fünf Seiten mit nützlichen Hinweisen zu wenige Informationen, weil es sich hauptsächlich um Familie Eisenhardt dreht. Für einen spannenden Erfahrungsbericht dagegen ist der Schreibstil zu oberflächlich und emotionslos, die Kapitel plätschern anekdotenhaft dahin, ohne dass man sich wirklich ein genaueres Bild von der Persönlichkeit der Protagonisten machen kann. Zudem fehlt vielen Episoden der erzählerische Abschluss oder die innere Kohärenz. Sei es beispielsweise, dass die Suche nach einem Liegeplatz immer noch offen ist oder dass die Polizei nicht weiter ermittelt, das Kapitelende kommt oft relativ abrupt, die Geschichten laufen ins Leere. Das mag teilweise dadurch bedingt sein, dass ein Problem zum Zeitpunkt der Manuskriptabgabe noch ungelöst ist, unbefriedigend für den Leser bleibt es trotzdem. An anderen Orten wechselt innerhalb des Kapitels plötzlich der inhaltliche Fokus, da fehlt der Zusammenhang. So ist etwa für den Leser nicht ersichtlich, was das urlaubsbedingte Bootshüten mit dem undichten Abwasserschlauch zu tun hat, außer dass die Ereignisse zufälligerweise zeitlich aufeinander folgen. Diese erzähltechnischen Mängel erstaunen, wenn man bedenkt, dass Uta Eisenhardt das Schreibhandwerk beherrschen sollte, da sie seit Jahren als Gerichtsreporterin und Autorin tätig ist. Aber das Leben auf einem Hausboot ist eben kein Kriminalfall, den man betont nüchtern und sachlich von der Tat bis zum Urteil abhandeln kann.

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Tags: berlin, erlebnisbericht, hausboot, nüchtern, sachbuch   (5)
 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, skurril, korruption, erpressung, schwarzer humor

Lutetia Stubbs: KellerLeichen

Matthias Czarnetzki
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei lulu.com, 26.09.2010
ISBN 9781446157398
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um sich ganz seinen Kindern widmen zu können, zieht der frisch verwitwete Harold Stubbs mit den Zwillingen Marx und Lutetia ins ländliche Borough auf eine alte Burg. Das passt einigen Alteingesessenen im kleinen Ort gar nicht, denn im Keller der Burg liegt seit Jahrzehnten eine Leiche. Als Polizeichef kann Murdock McDuff das Skelett zwar diskret verschwinden lassen, aber die clevere Lutetia hat ein Gespür für Ungereimtheiten und beginnt, in Boroughs Vergangenheit zu stöbern. Das hat Folgen, denn die Leiche im Burgkeller ist nicht das einzige dunkle Geheimnis, das dabei ans Tageslicht kommt, und so muss sich Lutetia einiges einfallen lassen, damit die Stubbs nicht auch als Kellerleichen enden...

Eine Warnung zu Beginn: Wer mit rabenschwarzem Humor und Ironie nichts anfangen kann, sollte lieber etwas anderes lesen. Auch wer einen 0815-Krimi mit einem Mord zu Beginn und danach einer gemächlichen Suche nach dem Täter lesen möchte, ist hier falsch. Denn auch wenn der ermittelnde Beamte seine offenen Fragen zum Schluss klären kann, steht bei „Kellerleichen“ am Ende der Geschichte nicht etwa der Sieg der Justiz, sondern jener der Intelligenz und Unverfrorenheit. Denn Lutetia Stubbs ist keine Kommissarin, sondern eine blitzgescheite und erstaunlich schlagkräftige 17-Jährige, deren Ziel nicht primär Gerechtigkeit, sondern die Sicherheit ihrer Familie und Freunde ist, und dafür ist ihr fast jedes Mittel recht. Und nicht nur Lutetia ist außergewöhnlich, sämtliche Charaktere in diesem Buch sind irrwitzig und gnadenlos überzeichnet, aber mit einer derartigen Liebe zum Detail ausgearbeitet, dass auch die skurrilste Figur oder die absurdeste Szene noch überzeugend und lebensnah wirkt. Und obwohl die Identität der Leiche und kurz darauf auch die Umstände ihres Ablebens sehr bald geklärt sind, bleibt die Geschichte spannend bis zur letzten Seite. Einzig ein paar sprachliche Patzer (beispielsweise werden sie und Sie öfters verwechselt) trüben das Lesevergnügen etwas. Aber so bleibt noch etwas Steigerungspotenzial fürs nächste Buch, da Lutetia, die voraussichtlich ins Geschäft mit den Leichen einsteigt, noch weitere dubiose Fälle in Borough aufklärt.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

mutter-kind-beziehung, offline leben, hands free, ratgeber, gelassenheit

Der Tag, an dem ich aufhörte, „Beeil Dich“ zu sagen

Rachel Macy Stafford , Sigrun Zühlke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.05.2015
ISBN 9783548375731
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rachel Macy Staffords Leben ist von ihrem Terminkalender und ihren Ansprüchen, alles perfekt zu machen, bestimmt. Doch immer mehr hat sie dabei das Gefühl, dass dabei nicht nur ihr Mann und ihre Töchter zu kurz kommen, sondern auch sie selbst. Aber erst, als sie kurz vor dem Kollaps stand, realisierte sie, wie viel sie von ihrem Leben verpasst, wenn sie ständig dem nächsten Punkt auf ihrer To-Do-Liste hinterher hetzt. Also zog sie die Notbremse und lernte, mehr Raum für Achtsamkeit und Gelassenheit in ihrem Leben zu schaffen. Da sie bald merkte, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine war, stellt sie in diesem Buch Schritt für Schritt die 12 Punkte auf ihrem Weg zu einem entschleunigten Alltag vor.

Als frischgebackene Mutter, die bereits spürt, wie sehr Terminstress den Familienalltag belasten kann, fand ich es toll, diesen Ratgeber als Rezensionsexemplar erhalten zu haben. Kinder lassen sich schwer beschleunigen, denn sie leben in ihrer eigenen Welt und sehen die Notwendigkeit, sich zu beeilen, nur selten. Und eigentlich haben sie recht, denn allzu oft lässt sich der Stress vermeiden, wenn wir uns auf jene Dinge konzentrieren, die wirklich wichtig sind. Diese Einsicht will Rachel Macy Stafford den Lesern weitergeben und tut das auf eine sehr amerikanische Art und Weise. Ihren Weg zu einem Leben mit „Hands free“ teilt sie in mundgerechte Häppchen und garniert diese mit Merksätzen, Wochenstrategien und vielen unterhaltsamen Anekdoten. Das liest sich zwar flott, wirkt aber manchmal, als wolle sie ihre Botschaft mit dem Vorschlaghammer vermitteln. Sie wiederholt sich oft, würde man alle Doppelungen rausstreichen, wäre mindestens ein Drittel der Seiten weg. Zudem neigt sie zu Übertreibungen, viele Anekdoten wirken überspitzt, zu dramatisch oder zu zuckersüß dargestellt. Trotzdem lohnt sich die Lektüre, weil es nie schaden kann, sich vor Augen zu halten, dass weniger Stress, weniger Perfektionismus und mehr Spontaneität uns allen gut tun und die Zeit mit unseren Kindern kostbar und begrenzt ist.

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Tags: erziehung, gelassenheit, hands free, mutter-kind-beziehung, offline leben, ratgeber   (6)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, fantasy, wasser, celeste ealain, unterwasserwelt

Die verschollene Rasse Mensch

Celeste Ealain
E-Buch Text: 326 Seiten
Erschienen bei null, 20.06.2014
ISBN B00L6H97EG
Genre: Fantasy

Rezension:

Eigentlich hätte ich es ja besser wissen sollen, denn zumindest sprachlich wird kaum ein selbstverlegtes Buch meinen Ansprüchen gerecht, aber die Kurzbeschreibung bei BloggdeinBuch klang so spannend, dass ich „die verschollene Rasse Mensch“ dann trotzdem lesen wollte. Die Idee, dass auf einer abgelegenen Insel im Pazifik eine eigene menschliche Spezies lebt, ist ja seit der Entdeckung des Flores-Menschen gar nicht mehr so abwegig, Humanevolution hat mich schon immer fasziniert und gute Fantasy mag ich auch.

Der fantastische Teil der Geschichte hat zumindest großteils meine Erwartungen erfüllt. Die Beschreibungen der Unterwasserwelt erzeugten ein sehr plastisches buntes Bild, und Linnéas langsame Annäherung an die Meermenschen war ebenfalls schön ausgearbeitet. Gleichzeitig wäre aber gerade bei diesen „Menschen“ selbst etwas weniger Fantasy mehr gewesen, denn leider hat die Autorin die vielversprechende Grundidee ins Absurde überspitzt. Satt eines Hominiden mit leichten Anpassungen, die ihm ein Leben auch im Wasser ermöglichten und die man ähnlich jenen von Walen hätte gestalten können, taucht da ein ziemlich unplausibles Wesen auf, das Kiemen und einen Rückenkamm besitzt, Stacheln ausfahren und Betäubungsgas absondern kann und insgesamt eher einem Alien als einem Menschen oder zumindest einem Primaten gleicht. Diese Unkenntnis oder Missachtung von evolutionären Vorgängen zeigt sich auch in der Wortwahl, welche schon im Titel zu fassen ist. Was die Autorin da beschreibt, kann allerhöchstens zur selben Gattung wie der Mensch gehören, aber nicht zur selben Spezies, womit Rasse (unabhängig vom üblen Beigeschmack, den das Wort in Bezug auf Menschen hat) definitiv der falsche Begriff ist.

Damit wären wir auch beim Hauptproblem dieses Buches, der Sprache. Immer wieder bin ich beim Lesen über seltsame Vergleiche und ungewohnte Formulierungen gestolpert. Das scheint der persönliche Stil der Autorin zu sein und hat einen sehr zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Wendungen wie „ein breites Grinsen entfloh seinen Mundwinkeln“ mögen wortwörtlich genommen nicht funktionieren (ein Grinsen findet im Gegensatz um Lachen stationär in den Gesichtsmuskeln statt, kann also nicht entfliehen), aber das Bild, dass sie vermitteln, passt. Andere dagegen, wie beispielsweise der „sporadische Drehsessel", sind für mein Sprachempfinden einfach nur falsch. Und wenn ich an einer der spannendsten Stellen des Buches nicht mitfiebern kann, weil ich über die eigenartigen Formulierungen lachen muss, finde ich das nicht originell, sondern ärgerlich. Ebenfalls lästig und nicht durch den Schreibstil entschuldbar waren die vielen Fehler, vor allem die fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung bei „Sie“ und eine kreative Kommasetzung. Leider gilt auch hier: man merkt erst, wie viel ein ordentliches Lektorat ausmacht, wenn es fehlt. Schade, denn dadurch wurde der Lesegenuss gravierend getrübt.

Fazit: ich habe mir die Bewertung nicht leicht gemacht, aber angesichts des sprachlichen Zustands dieses Buches kann ich wirklich nicht mehr als zwei Sterne vergeben.

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Tags: evolution, fantasy, homo sapiens, humanevolution, selbstverlag, sprachlich schwach   (6)
 

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654 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 137 Rezensionen

geister, fantasy, kai meyer, phantasmen, tod

Phantasmen

Kai Meyer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.03.2014
ISBN 9783551582928
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein unheimliches Phänomen verbreitet sich auf der Erde. Einer nach dem anderen erscheinen die Geister der Verstorbenen am Ort ihres Todes, als durchsichtige leuchtende Figuren, die sich der Sonne zuwenden und ansonsten regungslos dastehen. Rain und Emma, die bei einem Flugzeugabsturz ihre Eltern verloren haben, wollen die Gelegenheit nutzen, um diese noch einmal zu sehen, und reisen zur Unglücksstelle. Auch der Norweger Tyler ist dort, dessen Freundin Flavie auch unter den Opfern war. Doch als die Geister dann auftauchen, sind es statt der erwarteten 94 Erscheinungen nur 82, 12 fehlen, darunter Flavie. Doch den Jugendlichen bleibt wenig Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, denn statt wie bisher unbeweglich dazustehen, beginnen die Geister zu lächeln. Und dieses Lächeln ist böse, denn es bringt die menschlichen Herzen in der Nähe zum Stillstand...

Am Anfang hat mir das Buch noch ganz gut gefallen. Die lächelnden Geister sind etwas Außergewöhnliches und toll beschrieben, das erzeugte eine ganz eigene, unheimliche Stimmung. Aber dann kippte die Handlung, statt Grusel stand Action im Vordergrund, zudem wurden immer neue Themen und Problemfelder angeschnitten. Aber alles blieb furchtbar oberflächlich und das rasante Tempo konnte nur unzureichend über die vielen Unstimmigkeiten und Informationslücken hinwegtäuschen. Dazu kamen Figuren, die auch dann furchtbar blass blieben, wenn sie keine Geister waren. Rain beispielsweise sollte mit dem seltsamen Namen, roten Dreadlocks, ihren Angstzuständen und den schwierigen Familienverhältnissen wohl irgendwie besonders wirken, aber ich fand sie nur gluckenhaft und fade. Gerade das Afrika-Trauma war sowohl in seiner ursprünglichen Form als auch in der Einbindung in den Verlauf der Geschichte derart an den Haaren herbei gezogen, dass es wirklich lächerlich war. Auch Rains Romanze mit Tyler fehlte es an Tiefe, die Gefühle der beiden blieben bis zum Schluss nicht nachvollziehbar, besonders da Tyler doch angeblich noch um seine große Liebe Flavie trauerte. Und der Schluss ist zwar atmosphärisch stimmig, aber mir geht da alles zu schnell und es bleiben zu viele Fragen offen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

geschichten, reisender, indien, herrscher, prinzessin

Die bezaubernde Florentinerin

Salman Rushdie , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 25.08.2010
ISBN 9783499249228
Genre: Romane

Rezension:

Indien im Jahr 1572: Ein junger Fremdling aus dem Westen in einem eigenartigen langen Mantel tauch am Hof des Großmogul auf und behauptet, mit diesem verwandt zu sein. Das sorgt für einige Verwirrung: wie kann dieser blonde Italiener der Onkel des Herrschers sein, der zudem fast doppelt so alt ist wie der Jüngling? Doch statt den Fremden als Betrüger zu verhaften, will der Mogul mehr wissen. Und so lässt er sich die angebliche Geschichte seiner Großtante erzählen und erfährt Abend für Abend mehr vom turbulenten Leben einer wunderschönen Prinzessin mit magischen Fähigkeiten, die sich von Indien auf eine Reise in den Westen begab und schließlich nach Florenz gelangte, wo sie mithalf, die Stadt aus einer misslichen Lage zu befreien...

Salman Rushdie entführt den Leser in eine faszinierende Welt, die Orient, Okzident und die Neue Welt gleichermaßen umfasst. Sprachlich gewaltig vermischt er historische Fakten mit mythischen Elementen zu einer Geschichte in der Tradition der Erzählungen von Tausendundeiner Nacht. Zuerst ist man bezaubert von den wunderschönen märchenhaften Szenen, schillernd und facettenreich, wie viele bunte Edelsteine. Aber leider ergibt sich aus diesem Mosaik an Einzelszenen kein Gesamtbild. Immer wieder habe ich den Faden verloren in diesem Gewirr an Erzählsträngen, Schauplätzen und Zeitebenen. Dass die Figuren je nach Szene unterschiedlich heißen (alleine die Hauptperson nutzt fünf verschiedene Namen), hilft da nicht. Und irgendwann ist dann die Verwirrung größer als der Zauber der Anekdoten und Geschichtchen und der Rest der mehr als 400 Seiten wird fade und zäh, so dass ich mich nur schwer bis ans Ende der Geschichte durchkämpfen konnte und das Buch letztlich enttäuscht ins Regal zurück gestellt habe.

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106 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

diy, selbermachen, do it yourself, nähen, backen

Hab ich selbst gemacht

Susanne Klingner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.05.2011
ISBN 9783462042856
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eine Warnung gleich zu Beginn: wer Rezepte und Anleitungen erwartet, liegt mit diesem Buch falsch. Es hat zwar tatsächlich vereinzelt Rezepte drin, aber hauptsächlich geht es in tagebuchartigen Einträgen um die Erfahrungen, die Susanne Klingner während ihres Selbermach-Jahrs macht. ILocker und mit Humor erzählt sie von Erfolgserlebnissen und Reinfällen. Zudem geht sie der Frage nach, woher der neue Trend zu DIY kommt, denn im Gegensatz zu früher bestimmt heute meist nicht mehr ökonomische Notwendigkeit, sondern der Spaß an der Arbeit mit den eigenen Händen, was und wie viel wir selber machen. Gerade diese Aspekte des Buchs fand ich toll, da sie die Tagebuch-Einträge etwas auflockern und dem Buch mehr Tiefe verleihen. Denn die DIY-Projekte alleine waren für mich etwas unbefriedigend. Einiges davon, beispielsweise das Seifensieden oder der Schuhworkshop, fand ich wirklich spannend, weil es neu für mich war. Aber seitenlange Beschreibungen, wie mühsam es ist, Brot zu backen, und wie enttäuschend, wenn es nachher nicht aussieht wie auf dem Bildchen des Kochbuchs, fand ich schlicht langweilig, denn Kochen und Backen gehören für mich nicht zu DIY, sondern einfach zum Alltag. Das Lesevergnügen bei diesem Buch dürfte also umso größer sein, je weniger direkte Erfahrungen im Backen, Nähen, Gärtnern man hat.

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925 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

liebe, rosie, genetik, asperger-syndrom, australien

Das Rosie-Projekt

Graeme Simsion , Annette Hahn
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.01.2015
ISBN 9783596197002
Genre: Liebesromane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Politikerkind

Sarah Seiters
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.07.2014
ISBN 9783548375083
Genre: Humor

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

behinderung, sachbuch, schwangerschaft, epilepsie, pflegestufe

Lotta Wundertüte

Sandra Roth
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.08.2013
ISBN 9783462045666
Genre: Biografien

Rezension:

Es ist der Albtraum jeder werdenden Mutter: im neunten Schwangerschaftsmonat wird bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass im Kopf des Babys ein Blutgefäß defekt ist, so dass größere Teile des Gehirns nicht genügend Sauerstoff bekommen. Was das genau heißt, kann niemand sagen, Hirnschäden sind unberechenbar. Die Eltern entscheiden sich gegen eine Spätabtreibung und für ihre Tochter, für die Wundertüte namens Lotta, im Wissen darum, dass es ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird...

Sandra Roth erzählt detailliert und berührend vom Leben mit einem behinderten Kind. Physiotherapie statt PEKiP-Gruppe, Arzttermine statt Brunch der Krabbelgruppe: Lottas Behinderung dominiert den Alltag, der plötzlich mit dem der befreundeten Mütter kaum noch was zu tun hat. Aber genau dort, im Umgang mit den anderen, hat mich die Selbstbezogenheit der Autorin doch deutlich gestört. Ignorieren sie Lottas Behinderung, verschließen sie die Augen vor der Wirklichkeit, schauen sie hin, ist es Anstarren, aber in jedem Fall falsch. Klar sind die Reaktionen der Umwelt nicht immer einfach, besonders, wenn man kräftemäßig sowieso schon am Limit ist, aber etwas mehr Nüchternheit hätte dem Buch hier gut getan. Zudem hätte ich mir gewünscht, mehr über das Familienleben, die Sicht des Vaters und des Bruders zu erfahren. So ist das Buch leider sehr auf die Autorin und ihre Gefühle fokussiert, was irgendwann ziemlich langatmig und ermüdend wird.

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Tags: autobiographie, baby, behinderung, schwangerschaft   (4)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

feinsinniger humor, alltagskomik, marien loha, roman, journalist

Waschbär im Schlafrock

Marien Loha
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 01.07.2014
ISBN 9783943876734
Genre: Romane

Rezension:

Als introvertierter Typ, der zudem nicht immer rechtzeitig realisiert, was er gerade sagt oder tut, hat Karl so seine Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, und besonders bei Frauen läuft da so einiges nicht wie geplant. Sein Freund Paul, Politiker und Playboy, versucht zwar, ihm auf die Sprünge zu helfen, sorgt damit aber nur für weitere Verwirrung. Als ein durchs Fenster geworfener Stein und ein pelziger Untermieter Karls ehemals langweiliges Leben vollends auf den Kopf stellen, wird ihm klar, dass sich etwas ändern muss!

Mit feiner Beobachtungsgabe und Sprachwitz schafft Marien Loha in seinem ersten Roman aus scheinbar banalen Begebenheiten Szenen voller Situationskomik und lässt seinen Antihelden Karl durch einen turbulenten Alltag mit vielen absurden Momenten stolpern. Der eigentliche Star der Geschichte ist aber nicht die Hauptfigur Karl, sondern der Waschbär, der da eines Tages auf der Couch sitzt und nicht wieder gehen will. Und der es verdientermaßen aufs Cover geschafft hat, obwohl er kein putziges Haustierchen ist, sondern ein alter Kämpfer mit Schramme am Ohr und skeptischem Blick. Aber ein schüchterner, gedankenverlorener Journalist wäre auch nicht wirklich eine optisch ansprechende Alternative ;)

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

london, oscar wilde, krimi, england, goldschmied

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

Robert C. Marley
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 01.05.2014
ISBN 9783940855534
Genre: Krimi und Thriller

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139 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

wales, familiengeheimnis, liebe, snowdonia, nationalpark

Der Duft der Wildrose

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 13.05.2014
ISBN 9783442479610
Genre: Romane

Rezension:

Caitlin reist zu ihrer Tante Birdie in ein kleines Fischerdorf in Wales, um für ein paar Tage deren Porzelanladen zu hüten, denn Birdie steht eine schwere Operation bevor. Vorher will Birdie ihr Gewissen erleichtern, denn die Vergangenheit ihrer Familie birgt ein dunkles Geheimnis, das sie Cait endlich anvertrauen sollte. Doch bevor es dazu kommt, erleidet sie einen Herzanfall. Während Cait um die Genesung ihrer Tante bangt, lernt sie Jake kennen, der im Nationalpark Snowdonia als Ranger arbeitet. Er ist skrupellosen Eierdieben auf der Spur, die seltene Vögel bedrohen und für ihre Sammelleidenschaft vor nichts zurückschrecken...

Familiengeheimnisse, eine Liebesgeschichte, finstere Machenschaften und wilde Natur - wer gerne romantische Schmöker mit toller Kulisse liest, wird Constanze Wilkens neustes Buch mögen. Die Protagonisten sind alle sehr liebevoll ausgearbeitet, lebensnah und mit plausibler Charakterentwicklung. Die Nebenfiguren sind dagegen teilweise etwas schematisch geraten, die Bösen bös, die Guten nett und umgänglich. Dieses Schwarz-Weiß-Schema ist auch mitverantwortlich dafür, dass sowohl das Familiengeheimnis als auch der Handlungsstrang um die Eierdiebe für mich ziemlich vorhersehbar waren und die Auflösung am Ende kaum Spannung bot. Allerdings ist das auch nicht wirklich schlimm, denn die Stärken des Romans liegen weniger in der Dramatik der Handlung als viel mehr in der atmosphärisch sehr gelungenen Darstellung der Schauplätze. Die spektakuläre Bergwelt von Snowdonia ist der eigentliche Star dieses Buches, so dass sich die Lektüre schon wegen der facettenreichen, aber nie langatmigen Naturbeschreibungen lohnt.

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Tags: familiengeheimnis, nationalpark, snowdonia, wales   (4)
 

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

italien, auswandern, freundschaft, frauen, chick-lit

Verpissimo!

Anna Gold
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 12.05.2014
ISBN 9783956490095
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dana ist genervt von ihrem langweiligen und schlechtbezahlten Job, und auch privat läuft es nicht gut: ihr Freund Mickey, ein absolutes Muttersöhnchen, lässt sich von seiner tyrannischen Mama für ein halbes Jahr nach Florida einladen – natürlich ohne Dana. Ihrer besten Freundin Mel geht es nicht besser. Kurzentschlossen kauft Mel eine Villa im Piemont und die beiden beschließen, nach Italien auszuwandern und eine Pension zu eröffnen. Doch das ist gar nicht so einfach wie gedacht, denn das Haus ist arg renovierungsbedürftig, der bisherige Bewohner weigert sich auszuziehen und gutbetuchte Gäste kommen auch nicht in Scharen. Und dann sind da noch die Männer...

Bei diesem Buch habe ich kein literarisches Meisterwerk erwartet, aber der Klappentext hat zumindest eine unterhaltsame Sommerlektüre versprochen. „Verpissimo“ ist allerdings das Schlechteste, was ich in der Kategorie Chick-Lit je gelesen habe. Mel ist das naive Blondchen, Dana die graue Maus, und beide dumm wie Bohnenstroh, was sich schon in der Grundidee des Romans zeigt. Welcher halbwegs zurechnungsfähige Mensch gibt in seiner Heimat alles auf, um in eine Region zu ziehen, wo er weder je gewesen ist noch die Landessprache beherrscht, in ein Haus, das er ungesehen gekauft hat? Auch alle Nebenfiguren sind grauenhaft überzeichnet und auch sonst wird kein Klischee ausgelassen. Das sollte wohl lustig sein, aber dafür war mir die Story dann nicht absurd genug. Die Gags wirkten viel zu gestellt und verkrampft, Humor nach Holzhammer-Methode. Und als ob das nicht schon genug wäre, erschweren ein holperiger, hektischer Erzählstil, nervige Klammerbemerkungen und überall eingeworfene italienische Floskeln den Lesefluss erheblich. Kurz gesagt: ich finde keinen einzigen Grund, weshalb man dieses Buch lesen sollte!

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Tags: chick-lit, italien, klischees, langweilig   (4)
 

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tod, osterhase, titanic, kurzgeschichten, humor

Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich

Sebastian Niedlich
E-Buch Text: 84 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 26.03.2014
ISBN 9783955202484
Genre: Humor

Rezension:  
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tod, freundschaft, humor, leben, schmetterlinge

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

Sebastian Niedlich
E-Buch Text: 315 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 30.12.2013
ISBN 9783955204501
Genre: Humor

Rezension:

Als der kleine Martin am Sterbebett seiner Großmutter eine magere bleiche Gestalt in einem schwarzen Umhang trifft, ahnt er noch nicht, dass diese Begegnung sein Leben entscheidend beeinflussen sollte. Denn der Tod ist begeistert, dass ihn jemand sehen und hören kann, und besucht Martin von da an regelmäßig. Während Martins Schulzeit, der ersten Liebe, dem Wehrdienst und der Berufsausbildung: immer ist der Tod dabei und erscheint oft im ungünstigsten Moment. Und er ist davon überzeugt, dass Martin nicht nur sein Freund ist, sondern auch sein Nachfolger werden muss – nur ist dieser von dieser Aussicht alles andere als begeistert...

Sebastian Niedlich ist mit seiner schrägen Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft ein toller Roman gelungen. Obwohl der Tod und unser Umgang damit im Zentrum stehen, ist das Buch nicht ernst oder trist, sondern sehr unterhaltsam, ohne oberflächlich zu werden, was seinen Grund vor allem im lockeren und humorvollen Schreibstil hat. Der Fokus liegt ganz auf den beiden Protagonisten und ihrer wechselvollen Beziehung, alle anderen Figuren sind nebensächlich und entsprechend schematisch gezeichnet. Den Schluss fand ich etwas arg abrupt, da wäre es nett gewesen, Martins Entwicklung genauer zu beleuchten. Dafür schafft es der Autor, den Roman mit einer gelungenen Wendung zu beenden, die den Leser das Buch zufrieden weglegen lässt.

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thriller, überbevölkerung, pandemie, noah, berlin

Noah

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.12.2013
ISBN 9783785724828
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Südostasien breitet sich ein bösartiges Virus aus, jede Infektion endet tödlich. Gerüchteweise soll es zwar einen Impfstoff dagegen geben, aber dieser ist noch nicht erhältlich, und das Virus lässt sich nicht aufhalten...
Noah kümmert die Virusepidemie wenig, er macht sich mehr Gedanken um einen warmen Schlafplatz. Auf den ersten Blick scheint er ein ganz normaler Obdachloser zu sein. Aber das täuscht, denn Noah hat eine brisante Vergangenheit. Zwar kann er sich nicht daran erinnern, selbst seinen Namen kennt er nur, weil er auf die Innenfläche seiner Hand tätowiert ist. Aber auch wenn sein Bewusstsein nicht zu seinen Erinnerungen vordringt, die Reaktionen seines Körpers sprechen ihre eigene Sprache. Denn Noah kann offenbar bestens mit Waffen umgehen und seine Instinkte lassen ihn in gefährlichen Situationen zur tödlichen Kampfmaschine werden...

Wie es dieses Buch auf die Bestsellerlisten geschafft hat, ist mir ein Rätsel. Storyaufbau, Hintergrundrecherche, Figurenzeichnung, Sprache – es gibt keinen Bereich, der mich wirklich überzeugen konnte. Am meisten gestört hat mich die an den Haaren herbeigezogene Geschichte. Vor allem das Ende wirkt überstürzt und wenig glaubhaft. Zudem muss der Gedächtnisverlust dazu herhalten, dass bruchstückhafte Erinnerungsfetzen immer gerade dann als Problemlösung auftauchen, wenn der Protagonist in der Klemme steckt, was für eine stringente Geschichte ebenso störend ist wie für eine plausible Charakterzeichnung. Aber auch dass der Autor auf dem Themenbereich Überbevölkerung/Nachhaltigkeit/Klimaerwärmung derart herumreitet, mit ständigen Wiederholungen und mahnend erhobenem Zeigefinger, hat mich irgendwann nur noch genervt. Da wäre es hilfreich gewesen, der Rechercheaufwand hätte sich mehr auf technisches und medizinisches Basiswissen erstreckt statt lediglich auf Katastrophenszenarien. Und bei einem Buch, dessen zentrales Thema eine Pandemie ist, wäre es nett, der Autor könnte sich entscheiden, ob es nun der oder das Virus heißen soll...

Fazit: Nachhaltigkeit hätte hier bedeutet, die armen Bäume zu schonen und die Energie des Autors lieber in seine gewohnt guten Psychothriller statt in dieses Weltverschwörungsmachwerk zu investieren!

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Tags: klimawandel, nachhaltigkeit, thriller, überbevölkerung, übernutzung der natur, weltverschwörung   (6)
 

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jahreszeiten, winter, dystopie, gaia, sommer

Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten

Jennifer Wolf
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 06.03.2014
ISBN 9783646600162
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als die Menschen ihre Umwelt nahezu zerstört hatten, musste die Göttin Gaia eingreifen. Seither ist der größte Teil der Erde mit Schnee und Eis bedeckt, damit die Giftstoffe eingeschlossen bleiben, bis sich der Planet erholt hat. Auf einem kleinen eisfreien Gebiet leben die restlichen Menschen unter der Führung des Ordens der Hüterinnen nach Gaias neuen Regeln. Alle hundert Jahre wird eine Hüterin zur Braut für einen von Gaias Söhnen, den Jahreszeiten, auserwählt. Nun muss sich Maya Jasmine Morgentau entscheiden, mit wem sie ihr Leben verbringen will: mit dem etwas scheuen, fröhlichen Frühling, dem kraftstrotzenden heißblütigen Sommer, dem lebenslustigen, genussreichen Herbst oder dem kalten Winter mit den schönen eisblauen Augen? Es ist nicht einfach, der Stimme des Herzens zu folgen, wenn man nur wenige Tage hat für eine Wahl, die den Rest des Lebens bestimmt. Und die vier Brüder machen ihr die Entscheidung nicht gerade leicht...

Eine sehr schöne Geschichte für alle, die gerne Liebesdramen lesen und Lust haben auf einen etwas anderen Fantasy-Roman. Maya ist eine sympathische Protagonistin, die sehr liebevoll ausgearbeitet wurde und mit der man gerne mitfiebert. Auch die restlichen Figuren wirken plastisch und die Grundidee wird toll inszeniert. Leider kann der zweite Teil dann aber mit der ersten Hälfte nicht mithalten. Da passiert viel zu viel auf zu wenigen Seiten, die Handlung überstürzt sich, die Beschreibungen wirken oberflächlich, die Erklärungen sind lückenhaft. Es wirkt, als ob die Autorin das Buch unter Druck beendet hat, ohne die Geschichte fertig auszuarbeiten. Das ist sehr schade, denn gerade das überraschende Ende hätte eine ausführlichere Darstellung verdient. Wer märchenhafte Geschichten mag, sollte das Buch trotzdem lesen, denn schon die tolle Grundidee macht den Roman zu einer netten Abwechslung im Romantasy-Einheitsbrei.

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