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Elfendiener: Die Feuertochter und ihr Diener

Julia Fränkle
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei tensual publishing, 07.08.2017
ISBN 9783946408109
Genre: Fantasy

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high fantasy, elfen, romantic fantas

Elfendiener - Die Feuertochter und ihr Diener

Julia Fränkle
E-Buch Text: 403 Seiten
Erschienen bei tensual publishing, 16.07.2017
ISBN B073ZC7HD1
Genre: Sonstiges

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

gay romanc, keltische mythologie, steampunk, fantasy, berlington

Berlingtons Geisterjäger 1 - Anderswelt

Amalia Zeichnerin
E-Buch Text: 273 Seiten
Erschienen bei null, 12.12.2016
ISBN B01N5BZPJK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die spiritistische Gesellschaft Friends of the Departed kümmert sich um die kleineren und größeren Geisterprobleme Londons. Als im Jahr 1887 kurz nach Halloween zwei Männer spurlos verschwinden, machen sich die beiden Gesellschaftsmitglieder Fiona und Giselle gemeinsam mit dem Privatdetektiv Eliott Breeches, der Künstlerin Nica und dem jungen, wohlhabenden Lord Viktor Berlington auf die Suche. Dabei kommen sich nicht nur Fiona und Nica näher, auch Viktor lernt einen jungen Dandy namens Damian kennen und schnell liegt der Verdacht nahe, dass dieser ein doppeltes Spiel spielt und möglicherweise auch nicht ganz menschlich ist.

Während Viktor sich der stürmischen Liaison hingibt, finden seine Freunde statt der vermissten Männer zunächst einen Ritualkreis und mit ihm einen Übergang in die Anderswelt. Dort müssen sie sich mit dem düsteren Wesen Carmun auseinandersetzen und erkennen, dass nichts so ist wie es scheint …

Gelungener Genremix

Mit Berlingtons Geisterjäger I – Anderswelt legt Autorin Amalia Zeichnerin einen interessanten Genremix vor. Der Roman lässt sich primär dem Genre (Dark) Urban Fantasy zuordnen, kombiniert darüber hinaus jedoch Elemente aus Portal Fantasy, Steampunk und Gothic Horror. Hinzukommen je eine schwule und eine lesbische Liebesgeschichte, die dem Roman eine zusätzliche Inhaltseben verleiht. Auch Aspekte der keltischen Mythologie und Elemente der viktorianischen Ära sind gekonnt in die Handlung eingewoben.

Spannende Handlung mit leichten Längen

Mit dem Geheimnis um die beiden verschwundenen Männer und den Übergang der Protagonisten in die Anderswelt legt die Autorin eine spannende Haupthandlung vor. Leider dauert es jedoch beinahe 50 Seiten lang, bis das im Klappentext versprochene Verschwinden der beiden Männer zur Sprache kommt. Bis dahin zieht sich der Roman und dem Leser ist nicht ganz klar, wohin die Reise der Figuren gehen soll. Sobald die Haupthandlung jedoch einsetzt, jagt ein spannungsgeladener Höhepunkt den nächsten. Wurde zu Anfangs die Handlung in die Länge gezogen, erscheint sie nun zu komprimiert, da für jedes auftauchende Problem innerhalb der nächsten wenigen Seiten direkt eine Lösung parat liegt. Insgesamt wäre der Plot durchaus noch ausbaufähig gewesen und der Roman hätte gut und gerne noch 100 Seiten vertragen. Auch, um den Figuren mehr Raum zur Entwicklung zu bieten.

Multiperspektivisches Erzählen

Amalia Zeichnerin erzählt die Geschichte aus insgesamt sieben Perspektiven, wobei das Hauptaugenmerk auf den fünf Protagonisten liegt. Die beiden anderen Perspektiven tauchen nur jeweils einmal auf. Die Multiperspektive bietet dem Leser einerseits einen Einblick in unterschiedliche Handlungsschauplätze, andererseits fällt es schwer, eine Beziehung zu den einzelnen Figuren aufzubauen. Dies liegt zum einen daran, dass die einzelnen Abschnitte einer Erzählinstanz teilweise sehr kurz sind und innerhalb einer Seite die Perspektive wechselt, sodass der Leser kaum Zeit hat, sich auf eine Figur einzulassen. Zum anderen sind die einzelnen Abschnitte zwar mit den Figurennamen überschrieben, sodass stets klar ist, aus wessen Sicht das Geschehen beschrieben wird, allerdings gelingt es der Autorin nicht, den Figuren eigene Stimmen zu verleihen, sodass sie auf rein sprachlicher Ebene nicht auseinanderzuhalten sind.

Hier verschenkt die Autorin viel Potential, da die Charaktere eigentlich interessant und charakterlich unterschiedlich angelegt sind und Raum für eine innere Entwicklung bieten würden. Aufgrund der Erzähltechnik und da passagenweise hauptsächlich Handlung aneinandergereiht wird, ohne auf die Emotionen und Gedanken der Figuren einzugehen, bleiben sie jedoch eher blass. 

Flüssiger Erzählstil

Auch sprachlich ist der Roman Geschmackssache, da er einerseits durch einen flüssigen, gut verständlichen Stil besticht, aber andererseits doch gewisse Mängel aufweist. Auffällig ist besonders der – passend zu der Zeit um 1887 – eher gehobene Sprachstil der Figuren, in den sich jedoch hin und wieder umgangssprachliche Ausdrücke einschleichen, über die man beim Lesen stolpert. Auch benutzt die Autorin auffällig oft Umschreibungen mit dem Wörtchen „jetzt“ und es haben sich mehrfache falsche und doppelte Satzzeichen in den Text eingeschlichen – in dieser Hinsicht hätte dem Roman ein sorgfältigeres Lektorat und Korrektorat gutgetan, da auch hier Potenzial, das eindeutig vorhanden ist, verschenkt wird.

Fazit

Im Gesamten betrachtet ist Berlingtons Geisterjäger I – Anderswelt ein spannender Roman, der eine interessante Handlung und Elemente verschiedenster literarischer Stilrichtungen kombiniert. Jedoch wird durch die zu rasch und teilweise nicht komplett aufgelösten Handlungsstränge und die eher blass wirkenden Figuren Potenzial verschenkt. Auch die sich anbahnenden Liebesgeschichten werden eher nebenbei abgehandelt, was bei einem Fantasy-Steampunk-Mix durchaus in Ordnung wäre. Da der Roman aber auch als Gay/Lesbian Romance beworben wird, wäre auch hier etwas mehr Einblick in das Innenleben der Figuren wünschenswert gewesen.


Diese Rezension wurde für Zauberwelten-Online verfasst und erschien dort am 13.04.2017. Danke an die Autorin für das Rezensions-Exemplar.

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horror, novelle, eigenverlag, märchen

Wolfssucht

Nora Bendzko
Flexibler Einband: 124 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 14.05.2016
ISBN 9781530278640
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit gerade einmal sechs Jahren verliert Irina durch den Dreißigjährigen Krieg nicht nur ihre Eltern, sondern muss kurze Zeit später miterleben, wie ein grausames Wolfswesen ihre ältere Schwester Leonore schändet und ermordet. Seitdem gilt Irina im Dorf als verflucht, obwohl – oder gerade weil – sie als einziges Mädchen die Begegnung mit der Bestie überlebt hat.

Auch Jahre später kann Irina den tragischen Vorfall nicht überwinden, auch nicht, als der Jägersohn Skandar um ihre Hand anhält und ihr somit eine Tür in die Gemeinschaft des Dorfes zu öffnen scheint. Doch Irina verlässt sich auf ihren Instinkt, lehnt Skandar ab und die vermeintlich gute Partie entpuppt sich als ein weiterer Albtraum: Nur knapp kann die junge Frau der versuchten Vergewaltigung des verschmähten Mannes entkommen. Sie flieht in den Wald und begegnet dort zum wiederholten Mal der Wolfsbestie. Doch was in einem qualvollen, blutigen Tod enden sollte, ist erst der Beginn eines Martyriums, dessen Jahre zurückliegende Auslöser viel tiefer reichen, als Irina jemals für möglich gehalten hätte.

Rotkäppchen im düsteren Gewand

Mit Wolfssucht legt Nora Bendzko nicht nur ein packendes Debüt vor, sondern auch eine emotionale und einfallsreiche Neuinterpretation des Märchenklassikers Rotkäppchen. Anders als im herkömmlichen Märchen lässt sich in dieser Novelle keine scharfe Trennlinie zwischen Gut und Böse ziehen. Vielmehr überrascht die Geschichte gegen Ende mit einer unerwarteten Entschlüsselung des Rätsels um die Herkunft der furchteinflößenden Wolfsbestie. Nora Bendzko gelingt es dabei nicht nur, den Leser zu überraschen, sondern auch zum Nachdenken anzuregen, ob das Böse nicht seit jeher ein von der Gesellschaft selbsterschaffenes Problem ist, welchem weder mit Waffengewalt noch mit falsch verstandenem Gottvertrauen beizukommen ist.

Eindringlich in Wort und Bild

Doch nicht nur inhaltlich, auch sprachlich erinnert Nora Bendzkos Debüt an ein modernes Mädchen. Die Sprache ist eher einfach gehalten, aber stets eindringlich und direkt, sodass leicht Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Da die Novelle einige Horror-Elemente beinhaltet, sind es nicht immer schöne Bilder. Doch gerade die explizit geschilderten Szenen zwischen Schmerz, Angst und Lust lassen den Leser atemlos vor Spannung zurück, ohne dabei effektheischend zu wirken. 

Eine Reise in innere Abgründe

Besonders die Hauptfigur Irina, welche der Leser als kleines Mädchen kennenlernt und sie bis ins Erwachsenenalter begleitet, wirkt von Anfang an glaubhaft, ohne dass die Autorin das Seelenleben der jungen Frau bis ins Detail ausbreitet. An der Seite Irinas taucht der Leser ein in düstere Albträume und noch dunklere Sehnsüchte. In das Innere einer jungen Frau, die sich zunächst nach Erlösung sehnt (ganz gleich, wie diese aussehen mag) und eben jenes Seelenheil dann in den Fängen der Bestie zu finden scheint. Solange, bis die Wahrheit über den Wolfsmann ans Licht kommt und Irina erkennen muss, dass nicht nur sie selbst gerettet werden muss. 

Fazit

Bereits der Titel Wolfssucht lässt ein düsteres Geschehen vermuten und gerade Fans der dunklen Phantastik dürften von Nora Bendzkos Novelle nicht enttäuscht werden. Der Autorin gelingt es vom ersten Moment an, Spannung aufzubauen und diese über die rund 120 Seiten nahezu konstant zu halten, sodass Wolfssucht insgesamt ein eindringliches Leseerlebnis bietet.


Diese Rezension wurde für Zauberwelten-Online verfasst und erschien dort am 13.06.2016.

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elfen, liebe, magie, fantasy, intrigen

Elfendiener: Der Krieger & die Mätresse

Julia Fränkle
Flexibler Einband: 424 Seiten
Erschienen bei tensual publishing, 15.07.2016
ISBN 9783946408086
Genre: Fantasy

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Tags: 4 elemente, elemente, elfen, elfenkrieger, fantasy, high fantasy, intrigen, kentaur, krieg, liebesgeschichte, magie, mätresse, phantastik, politische intrige, romantasy, romantic fantasy, romantik, trolle   (18)
 

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starke frauen, kurzgeschichten, fantasy, mädchen, frauen

Heimchen am Schwert: Femtasy mit starken Frauen

Karin Pelka , Thomas Heidemann , Melanie Vogltanz , Regine D. Ritter
E-Buch Text
Erschienen bei OHNEOHREN, 27.06.2016
ISBN 9783903006614
Genre: Sonstiges

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nimmerherz, erik kellen, liebe, fantasy, roter schnee wird fallen

Nimmerherz - Roter Schnee wird fallen

Erik Kellen
E-Buch Text: 488 Seiten
Erschienen bei eap media, 18.12.2014
ISBN B00R8KXS1S
Genre: Fantasy

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The Empires of Stones - Das Lied von Anevay & Robert

Erik Kellen
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 10.08.2013
ISBN 9781492129967
Genre: Fantasy

Rezension:

Im New York einer fiktiven Zeit gerät die junge Indianerin Anevay, genannt A, in die Hände der Fallen Angels und verbringt in deren Gefängnis die wohl grausamsten Jahre ihres Lebens. Durch physische und psychische Folter soll ans Licht gebracht werden, ob Anevay möglicherweise Magiebegabung in sich trägt und somit eine Gefahr für den Rest der Bevölkerung darstellt. Doch trotz aller Martyrien verliert Anevay niemals ihren Willen zur Flucht.

Währenddessen soll der begabte Ingenieur Lord Robert Humberstone in Hammaburg im Auftrag des nordischen Feuerbundes eine außergewöhnliche Waffe erschaffen. Doch noch ehe er erkennen kann, wie gefährlich das politische Ränkespiel um ihn herum ist, steckt er bereits mittendrin und verliert bei einem magischen Überfall ein in verschlüsselter Sprache geschriebenes Tagebuch.

Faszinierender Weltenentwurf mit Steampunk-Flair

Das Lied von Anevay und Robert eröffnet die auf sieben Teile angelegte Reihe The Empire of Stones (es folgt Das Lied von Schnee und Liebe). Darin präsentiert der Autor Erik Kellen einen Genre-Mix zwischen (Urban) Fantasy und Steampunk, der die Geschichte zu einem interessanten Erlebnis und einer aufregenden Zeitreise in einem macht.

Darüber hinaus beinhaltet The Empires of Stones einen zugleich ungewöhnlichen wie originellen Weltenentwurf: Gallien hat sich nach dem Sieg über Cäsar seine Unabhängigkeit bewahrt, weshalb der Hadrianswall nicht durch Schottland, sondern durch das Frankenland führt. Germanien und Britannien sind seit über 1000 Jahren Verbündete und durch die gigantische Brücke „die Pfeiler des Königs“ miteinander verbunden. Im Norden herrscht der Nordische Feuerbund, während  jenseits der Alpen das römische Imperium und mit ihm das Christentum zu neuer Blüte erwacht. Amerika hingegen wurde nie vollständig erobert, weshalb in New York ein berühmt-berüchtigter Melting-Pot entstanden ist. Der Frieden steht dort auf wackligen Beinen, denn die Indianer (oder abfällig „Territories“ genannt) haben mächtige Zauberer in ihren Reihen.

Zwei Geschichten, ein Schicksal

„Man sagt, es gibt Seelen, die eine Geschichte miteinander teilen. Verbunden auf Ewig, durch den Klang der Zeit.“

Auch wenn Anevay und Robert sich noch nie begegnet sind, so verbindet sie doch ein gemeinsames Schicksal. Eines, das jedoch erst im zweiten Band der Reihe die Wege der beiden Hauptfiguren zueinander führen wird.

Der erste Band eröffnet mit der Trennung Anevays von ihrem Vater und der anschließenden Gefangennahme, wodurch Erik Kellen das Spannungsniveau bereits zu Beginn sehr hoch ansetzt. Im Folgenden erzählt er die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Anevay und Robert, wobei es besonders die Szenen aus Sicht der jungen Indianerin sind, die den Nervenkitzel hoch halten. Anevay entpuppt sich im Laufe der Geschichte als komplexe und in sich gefestigte, aber auch sehr temperamentvolle Persönlichkeit. Dennoch muss sie all ihre innere Stärke aufwenden, um im Gefängnis von Fallen Angel nicht den Verstand zu verlieren.

Bilder in Kopf und Buch

Lord Robert Humberstone wirkt im Gegensatz zur jungen Anevay sehr besonnen, doch nicht minder sympathisch. Stets an seiner Seite ist Poe, ein Clangeist, welcher zumeist in der Gestalt eines Hamsters umherhuscht. Dabei sind nicht nur die beiden Protagonisten, sondern auch Poe und die zwei weiteren Clangeister so detailreich und liebevoll gezeichnet, dass man alle Figuren bildlich vor sich sehen kann. Unterstützt wird dieser Eindruck noch durch zahlreiche Illustrationen im Buch, welche nicht nur die verschiedenartigen Protagonisten, sondern auch allerlei interessante, technische Errungenschaften zeigen.

Gewöhnungsbedürftige Sprachmagie

Auf künstlerisch hohem Niveau sind nicht nur die Zeichnungen im Buch, sondern auch die dort anzutreffende Sprache. Erik Kellen versteht es, durch Worte Bilder zu formen und Emotionen zu wecken. Dennoch dürfte sein markanter Erzählstil es manchem Leser schwer machen, in die Geschichte hineinzufinden. Kurze Sätze wechseln nahtlos in sehr lange über und in manchen fehlen sowohl Prädikat als auch Subjekt. Doch wer bereit ist, sich auf Kellens Stil einzulassen, erhält ein detailreich ausgearbeitetes Werk, in dem sich hinter jedem einzelnen Satz eine eigene Aussage versteckt. Die zahlreichen englischen Begriffe (wie „Territories“ oder „Wild Ones“) mögen Geschmackssache sein, passen aber zum Handlungsschauplatz New York.

Fazit

Durch die eigenwillige Sprache und die komplexen, parallel verlaufenden Handlungsstränge ist „Das Lied von Anevay und Robert“ keine einfache Lektüre für zwischendurch, sondern ein Buch, welches die Konzentration des Lesers fordert. Doch wer die Muse hat, sich auf den Roman einzulassen, erhält eine berührende Geschichte zweier Schicksale, die untrennbar miteinander verbunden sind – auch wenn sich die Wege der beiden Hauptfiguren erst im zweiten Band kreuzen.


Diese Rezension wurde für Zauberwelten-Online verfasst und erschien dort am 22.06.1016.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Sturmfalken von Olbian

Leann Porter
E-Buch Text: 451 Seiten
Erschienen bei dead soft verlag, 17.02.2016
ISBN B01BWM2ND6
Genre: Sonstiges

Rezension:

In der Arena der Goldenen Stadt Sanka wird es nur einen Sieger geben. Wie jedes Jahr werfen die Sankanischen Spiele bereits Monate zuvor ihre Schatten voraus und auch auf der Insel Kronnor herrscht im Angesicht des nahenden Spektakels der Ausnahmezustand. Von diesem bleibt auch der junge Sidhe Jawed nicht unbehelligt, denn sein Stiefvater hat sich in den Kopf gesetzt, den diesjährigen Sieger der Spiele zu stellen. Die Wahl fällt auf den Olbianer Caron, einen unnahbar erscheinenden Krieger. Als Geschenk und Motivation stellt Jaweds Stiefvater dem Krieger eine seiner Töchter in Aussicht, doch Caron entscheidet sich zur Überraschung aller für Jawed. Ein Skandal, nicht weil Jawed äußerlich ein Mann, sondern sogar ein Sidhe Metra und damit ein Zwitterwesen ist.

Geplagt von Selbstzweifeln und der Furcht, von den Hänseleien aus der Kindheit eingeholt zu werden, entscheidet Jawed sich dennoch, Caron nach Sanka zu folgen. Sein einziger Trost: Die Erinnerungen an einen Falkenmann, den er in seiner Kindheit gerettet hat – und der Umstand, dass seine beste (und einzige) Freundin Kaylin ihn begleiten wird, um in der Goldenen Stadt nach ihrer verschollenen Freundin zu suchen, die als Sidhe-Sklavin zur Feier der Spiele in die Stadt verfrachtet wurde. Doch dem nicht genug landen die beiden Freunde auch noch inmitten mysteriöser Morde, welche ganz Sanka in Atem halten.

Jawed glaubt indessen, in seinen Fähigkeiten als Heiler den Grund gefunden zu haben, weshalb Caron ihn als seinen Gefährten erwählte. Dass aufrichtige Gefühle von Seiten des Kriegers im Spiel sein könnten, kann Jawed sich nicht vorstellen – auch wenn er sich nichts sehnlicher wünscht. Doch schließlich muss er erkennen, dass die Verbindung zwischen Caron und ihm viel tiefer reicht und eine bereits verloren geglaubte Hoffnung aus der Kindheit weckt …

Mehr als nur eine Liebesgeschichte

Auf den ersten Blick klingt die Handlung der Sturmfalken von Olbian nach einer Liebesgeschichte, doch Leann Porters Roman ist viel mehr als das. Die Autorin erzählt auf einfühlsame Weise die (Selbstfindungs-)Geschichte von Jawed und Kaylin. Während Jawed als Sidhe-Metra, als Mischwesen zwischen Mann und Frau, von Kindesbeinen an gebrandmarkt scheint und nicht einmal durch das regelmäßige Kampftraining zu seinem Mut finden kann, ist Kaylin eine selbstbewusste, starke, junge Frau, die bedingungslos an Jaweds Seite steht. In Sanka wird die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt, wenn sie getrennt voneinander lernen müssen, wem sie fernab der Heimat vertrauen können. Denn eine Mordserie erschüttert die Hauptstadt und die Mächtigen scheuen sich nicht davor, jeden Nützlichen seinen Fähigkeiten nach zu instrumentalisieren.

Authentische Figuren und eine bildreiche Sprache 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jawed und Kaylin erzählt, wodurch dem Leser beide Protagonisten schnell ans Herz wachsen und das Geschehen von unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wird. Auch zu den übrigen Figuren, wie Caron und Kaylins Vertrautem Thore, gelingt es dem Leser rasch, eine Verbindung aufzubauen. Es scheint fast, als würde man an ihrer Seite laute, brechend volle Kneipen oder bezaubernde Badehäuser besuchen. Badehäuser im Übrigen, in denen die ein oder andere heiße Liebesszene ihren Platz findet.

Leann Porters Sprache ist bildreich und gleichzeitig angenehm schlicht, sodass es leicht fällt, in die fiktive Welt einzutauchen. Die Insel Kronnor, aber besonders Sanka, die Goldene, liegen dem Leser so klar vor Augen, als würde man selbst durch die Gassen streifen und auf der Tribüne der Sankanischen Spiele Platz nehmen.

Differenzierte Kulturentwürfe fernab von Geschlechterkonventionen

Neben einer Geschichte um Freundschaft und Liebe, Intrigen und Verrat ist Die Sturmfalken von Olbian auch eine Art Plädoyer für Toleranz, ohne dabei belehrend oder heuchlerisch zu erscheinen. Die unterschiedlichen Völker der Sidhe (Sidhe D'Altan/Waldsidhe, Sidhe D'Elen/Flusssidhe, Sidhe D'Enai/Steppensidhe) wirken im Roman wohl durchdacht und liebevoll gezeichnet. Auch gelingt es Leann Porter, die unterschiedlichen Arten des Zusammenlebens von Sidhe und Menschen differenziert darzustellen und so historisch bedingte, kulturelle Unterschiede zwischen dem Inselverbund Kronnor und dem Land Sanka einfließen zu lassen.

Besonders die Sidhe Metra, zu denen auch Jawed gehört, haben keinen leichten Stand in der Gesellschaft, werden in manchen Ländern sogar mit einem in die Haut eingebrannten M gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund ist Jaweds Geschichte weit mehr als nur eine Liebesgeschichte, sondern vielmehr die Erzählung eines jungen Mannes (?), dem es nach einem langen Kampf mit sich selbst gelingt, unabhängig von Rollen- oder Geschlechterkonventionen zu sich selbst zu finden. 

Fazit

Final anzumerken bleibt, dass der im dead soft Verlag erschienene Roman zwar – wie das Verlagslogo vermuten lässt – eine homosexuelle Romanze beinhaltet, aber dank der beiden Perspektiven von Jawed und Kaylin als zwei von der Sexualität unabhängige Liebesgeschichten gelesen werden kann. Insgesamt entzieht sich Die Sturmfalken von Olbian ohnehin einer strikten Einordnung. Der Roman ist sowohl Fantasy mit faszinierend konstruierter Welt als auch berührende Liebesgeschichte und Erzählung einer tiefen Freundschaft. Er beinhaltet Intrigen und Verrat, Mord und Blut, Vertrauen und große Gefühle, und nicht zuletzt einen Sturmfalken, der nicht nur eine reale Figur, sondern auch ein Symbol für Freiheit ist.


Diese Rezension wurde für Zauberwelten-Online verfasst und erschien dort am 21.05.2017.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

gay romance, dämonen, gay fantas, ritter, feuer

Kuss aus Asche

Laurin Dahlem
E-Buch Text: 278 Seiten
Erschienen bei null, 24.04.2016
ISBN B01E9C5LQW
Genre: Sonstiges

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high fantasy, kampfkunst, dämonen, gay, gay romance

Imperia - Im Schatten des Drachen

Laurin Dahlem
E-Buch Text: 343 Seiten
Erschienen bei In Farbe und Bunt Verlag, 15.10.2015
ISBN 9783941864627
Genre: Fantasy

Rezension:

„Imperia – Im Schatten des Drachen“ erzählt nicht nur den Höhepunkt des erbitterten Kampfes der Kaisergarde gegen die verfeindeten Yin, sondern auch die (Liebes-)Geschichte von Hao und Kyu-Sung, die neben äußeren Umständen auch gegen ihre inneren Dämonen und die Zerrissenheit ihrer Familien ankämpfen müssen. Zwischen den beiden Männern besteht von der ersten Begegnung an eine Verbindung, die weit über körperliches Begehren hinausgeht. Aus für sie unerklärlichen Gründen sind sie in der Lage, den Ankh-Nasgath (Lebensgeist) des jeweils anderen zu sehen. Das jedoch dürfte ohne eine Beschwörungsformel nicht möglich sein und sie ahnen, dass aus ihrer Beziehung nichts Gutes erwachsen kann. Insbesondere Kyu-Sung – seines Zeichens nicht nur angesehener Gardist, sondern auch Bastardsohn des Kaisers – kämpft gegen seine Gefühle für Hao an, denn es gibt jemanden innerhalb der Garde, der Hao für seine Liebe nach dem Leben trachten könnte.

Hao ist sich seiner Gefühle für Kyu-Sung recht schnell im Klaren, doch als er auf einer Mission der Kaisergarde in die Hände der verfeindeten Yin gerät, regen sich Zweifel in ihm, ob das brutale Vorgehen des Regimes gegen die vermeintlichen Feinde rechtens ist. Trotz der Liebe zu Kyu-Sung zieht Hao es in Betracht, sich den Rebellen anzuschließen – und schlussendlich stehen er und sein Geliebter sich an den Fronten der finalen Schlacht um Imperia gegenüber.

Was auf den ersten Blick nach einer Liebesgeschichte voller Verwirrungen klingt, ist weit mehr: Eine Chronik zweier verfeindeter Lager, die durch gegenseitiges Misstrauen und Verrat in einem Teufelskreis aus Brutalität gefangen sind. An der Seite Haos wird es zur Aufgabe des Leser, zu entschlüsseln, wer die Sympathie auf seiner Seite trägt: das Regime des Kaisers oder die rebellischen Yin.

Dabei zeichnet Laurin Dahlem sowohl die Mitglieder der Kaisergarde als auch die Rebellen mit viel Liebe zum Detail. Man merkt dem Roman an, dass sich der Autor tiefgehend mit den Themenkomplexen rund um asiatische Kultur, deren Kampfkunst und mit den Naturgeistern beschäftigt hat. Dem Leser begegnet in „Imperia“ eine High-Fantasy-Welt voll asiatischem Flair. Durch seine bildreiche aber angenehm schnörkellose Sprache zieht Dahlem den Leser mit hinein in diese Welt, in der Geister wie die Ankh-Nasgath ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Haos Lebensgeist LiFei, ein kleiner Drache, entwickelt sich zum heimlichen Held der Geschichte, da er nicht selten die Gefühlswirrungen seines Herrn durch schneidende Kommentare auf den Punkt bringt. Auch die Protagonisten und Nebenfiguren besitzen Tiefe und erscheinen jeder auf seine Art authentisch.

Schlussendlich ist „Imperia – Im Schatten des Drachen“ ein Roman, der in Hinblick auf Spannungsaufbau, Charakterzeichnung und Weltenbau überzeugt. Durch unvorhersehbare Wendungen und sympathische Charaktere lädt „Imperia“ bis zur letzten Seite zum Mitfiebern ein. Einen besonderen Leckerbissen findet der Leser in der Verschmelzung von epischer Fantasy und asiatischer Kultur, die dem Roman ein ganz eigenes Flair verleiht. Daher vergebe ich fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung – nicht nur für Fans von Mann/Mann-Pairings, sondern für alle Leser, die gerne in gut durchdachte, spannende Romane abtauchen.

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Tags: asiatische kampfkunst, asien, drache, gay, high fantasy, kampfkunst, lebensgeister, schwule liebe   (8)
 
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