Leserpreis 2018

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477 Bücher, 293 Rezensionen

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Mord in Mesopotamien

Agatha Christie , Michael Mundhenk
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 04.10.2018
ISBN 9783455003383
Genre: Krimi und Thriller

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118 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Schicksalsjäger - Ich bin deine Bestimmung

Stefanie Hasse
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 12.03.2018
ISBN 9783785585702
Genre: Jugendbuch

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245 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Die Kane-Chroniken - Die rote Pyramide

Rick Riordan , Claudia Max
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.08.2015
ISBN 9783551314864
Genre: Jugendbuch

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Die Grimm-Chroniken - Der Tanz der verlorenen Seelen

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 05.10.2018
ISBN 9783906829944
Genre: Fantasy

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Tödliche Sonate

Natasha Korsakova , Johannes Steck , Frank Arnold , Oliver Brod
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 08.10.2018
ISBN 9783837143102
Genre: Krimi und Thriller

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Die schönsten Weihnachtskrimis

Agatha Christie , Arthur Conan Doyle , Edgar Wallace , Georges Simenon
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 11.10.2016
ISBN 9783844523249
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weihnachten. Das kann die schönste Zeit des Jahres sein: Besinnlichkeit im Kreise der Familie, Tannenduft, Lichter und im besten Fall auch Schnee. Weihnachten kann aber für viele auch zwanghaft werden. Dann hat man das Gefühl, noch so viel besorgen und erledigen zu müssen und durch all die Zwänge kommt man nicht in die so ersehnte Weihnachtsstimmung.
Vor lauter Stress keine Ruhe.
Auch ich stand in diesem Jahr unter Stress und versuchte viele Dinge, um endlich in die schöne Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich schmückte die Wohnung, buk Kekse und hörte Weihnachtslieder. Aber dann fiel mir noch ein weiterer Punkt ein, mit dem ich es versuchen wollte. Und deswegen griff ich zu „Die schönsten Weihnachts-Krimis“ aus dem Hörverlag. Vielleicht ist Weihnachten dieses Jahr einfach nicht ganz so ruhig, warum sich also nicht ein paar weihnachtliche Krimis zu Gemüte führen? Auf diesen sechs CDs ist eine ganz wundervolle Sammlung an großartigen Geschichten von noch großartigeren Autoren. Es gibt kurzweilige Geschichten und auch die „langen Kurzgeschichten“. Für jeden ist etwas dabei! Und wenn man die Geschichten neben dem Keksebacken hört, dann kommt bei jedem Weihnachtsstimmung auf – garantiert!

Klappentext
Kuschelige Weihnachten? Von wegen!
Mörder und Halunken machen keine Weihnachtsferien – und so haben auch Ermittler keine besinnlichen und erholsamen Feiertage. Sherlock Holmes spürt den Dieb eines Diamanten auf, der in einer Weihnachtsgans gefunden wurde, während Miss Marple vor dem prasselnden Kaminfeuer von einem Mord erzählt. Bei einem traditionellen Weihnachtsessen verschwindet ein Halsband und Jules Maigret überführt an Weihnachten eine Nachbarin bei einem Verbrechen. Lauschen Sie in der warmen Stube den bekanntesten Krimis zur Weihnachtszeit und kommen Sie eiskalten Verbrechern auf die Spur.

Meinung
Mich haben von Anfang an die großen Namen zu diesem Hörbuch gezogen und das in zweierlei Hinsicht. Die Autorin sind die Crème de la Crème der Krimigeschichte: Agatha Christie, Arthur Conan Doyle oder Edgar Wallace. Nicht alle Namen sagten mir etwas, doch auch die anderen Autoren haben es mit Recht auf dieses Hörbuch geschafft. Und was sind Hörbücher schon ohne ihre großartigen Sprecher? Ganz genau. Und auch unter den Sprechern lassen sich prominente Namen finden wie etwa Oliver Kalkhofe oder Wanja Mues. Etwas unterrepräsentiert ist in jedem Fall das weibliche Geschlecht, denn nur Agatha Christies Geschichte wird von Beate Himmelstoß gelesen. Aber vielleicht sind wir Frauen einfach nicht so blutbesessen? Nur eine Theorie.
Als Vorbemerkung lässt sich nur festhalten, dass dieses Hörbuch ganz große Klasse ist! Die Geschichten sind kurzweilig, zum Teil wirklich spannend und tatsächlich auch weihnachtlich. Sie machen sehr viel Spaß und ich habe diese CDs mit großer Freude gehört!

Nun komme ich aber zu den einzelnen Geschichten, denn tatsächlich sind sie sehr verschieden.

Lediglich 40 Minuten geht Miss Marples Abenteuer mit dem Titel „Eine Weihnachtstragödie“. Die Krimikönigin Agatha Cheistie weiß in dieser Geschichte zu überzeugen. Eingebettet in einen gesellschaftlichen Abend als Rahmen, wird die traurige Geschichte eines Mordes an Weihnachten erzählt, den Miss Marple natürlich aufklären kann. Das Setting ist hier besonders schön und der Fall ist sehr raffiniert. Auch die Stimme von Beate Himmelstoß ist passend und sie liest wirklich gut. Diese Geschichte ist der perfekte Auftakt für dieses Hörbuch!

Auf den ersten Streich folgt der zweite auch sogleich. Diesmal darf der Hörer Bekanntschaft mit Edgar Wallace Geschichte „Der falsche Rettungsring“ machen. Diese Geschichte ist die kürzeste des Hörbuches und leider auch die schwächste. Obwohl ich Klassiker liebe, habe ich mit Wallace bisher keine Bekanntschaft gemacht. Der Stil ist relativ langatmig und die Geschichte auch einfach nicht so spannend. Da macht auch die ruhige Stimme von Wanja Mues keinen großen Unterschied. Leider weiß ich nicht, von wann die Geschichte ist, was vielleicht den Stil erklärt hätte. Aber obwohl ich „Der falsche Rettungsring“ nicht wirklich interessant fand, besticht die Geschichte durch einen sympathischen Protagonisten, der dem Hörer die Eigenheiten einer Passagierschiffsfahrt näher bringt. Und auch das kann amüsant sein!

Wirklich gut hingegen gefiel mir die Geschichte „Das Perlenhalsband“, das ich zunächst dem großen Sir Arthur Conan Doyle zuordnete. Doch ich lag falsch, denn die Geschichte wurde vom mir unbekannten Dorothy L. Sayers geschrieben. Es gibt einige Parallelen zu Sherlock Holmes, aber trotzdem ist der Aufbau ein anderer. Nichtsdestotrotz ist die hier vorgestellte Weihnachtsgesellschaft, die sich am Weihnachtstag die Zeit mit Scharade und anderen Spielen vertreibt, höchst kurios. In diesem spielerischen Getummel verschwindet die wertvolle Perlenkette der Tochter des Hauses. Einer der Gäste muss sie genommen haben. Aber wer? Die Auflösung ist schelmisch und clever und der Sprecher Friedhelm Ptock weiß diese Kriminalgeschichte richtig in Szene zu setzen! Eine meiner Lieblingsgeschichten auf den CDs!

Beinahe einer Stunde darf man der Stimme von Oliver Kalkhofe zuhören, der sich aber nun tatsächlich mit einer Sherlock Holmes Kurzgeschichte von Arthur Conan Doyle befasst. „Der blaue Karfunkel“ hatte ich erst im Oktober selbst gelesen, weshalb mir der Clou der Geschichte schon bekannt war. Die Intelligenz des Meisters wird hier wieder sehr deutlich und die Deduktion nimmt in der Geschichte einen großen Teil ein. Auch deshalb ist es eine große Hörfreude! Den Sprecher allerdings fand ich relativ anstrengend. Ich mag Kalkhofe als Komiker sehr, mit der Stimmvergabe an Sherlock Holmes hat er es aber übertrieben. John Watson hingegen liest er gut.

In „Der Friedhofskater“ von Ellis Peters darf man erneut Friedhlem Ptok zuhören, was wahrlich eine Freude ist. Dieser Mann hat genau die richtige Stimmung für die etwas altmodisch erscheinende Geschichte. Ich habe diese Geschichte geliebt, die aus der Sicht eines Landpolizisten erzählt wird. Eine alte und harmlose Dame wird ermordet, die eigentlich jeder mochte. Bei der Aufklärung hilft der Friedhofskater auf sehr gekonnte Art und Weise. Und nebenbei schafft der Autor es, die Eigenheiten dieser lieben Tiere darzustellen, was für wirklich komische Momente sorgt.

Eine etwas blassere Geschichte ist „Gesegnet sei dieses Haus“ von Christianna Brand. Von Anfang an scheint diese Geschichte nicht ganz in das bunte Potpourri zu passen, denn es geht eher um die Weihnachtsgeschichte in modernem Mantel. Hinzu kommt ein religiöser Aspekt, über den ich mich als Hörer doch gewundert habe. Erst ganz am Ende wird die Pointe deutlich und erst durch die letzten paar Minuten gewinnt die Geschichte an Pfiff. Es ist ein wenig schade, dass für die Geschichte ein männlicher Sprecher gewählt wurde, nämlich Walter Renneisen. Das soll allerdings keine Kritik an eben diesem sein, denn er macht seine Sache gut und liest mit tollen Betonungen. Auch dank ihm kommt der Wendepunkt so gut zur Geltung!

Und last but not least: „Maigrets Weihnachten“ von George Simenon. Diese Geschichte nimmt mehr als zwei Stunden der insgesamten Laufzeit von 6,5 Stunden ein. Und das zurecht! Ich war anfangs skeptisch, warum diese „lange“ Geschichte in die Kurzgeschichtensammlung aufgenommen wurde. Aber durch das Ausholen gewinnt diese Geschichte an viel mehr Tiefgang. Außerdem ist sie trotz Leichtigkeit sehr spannend! Ich wollte nach einer Weile gar nicht mehr aufhören zu hören, wie der französische Kommissar Maigret einen Fall von seiner Wohnung aus löst, der sich in seiner Nachbarschaft zugetragen hat und gar nicht offiziell ist. Im Nachbarhaus hat ein kleines Mädchen, das an Weihnachten leider ans Bett gefesselt ist, den Weihnachtsmann in der Nacht gesehen. Es war in ihrem Zimmer, hat ihr eine Puppe geschenkt und sich danach am Fußboden zu schaffen gemacht. In dieser Geschichte wimmelt es nur so an Kuriositäten und Charme. Die Geschichte ist auf ihre ganz eigene Art amüsant und ein absolutes Highlight dieser Sammlung! Peter Fricke lässt die Geschichte weihnachtlich und kriminell zugleich wirken und ich habe ihm sehr gern gelauscht!

Fazit
Diese sieben Krimigeschichten haben alle weihnachtliche Elemente. Die einen mehr, die anderen weniger. Und doch haben sie alle eines geschafft: Sie haben mich der weihnachtlichen Stimmung deutlicher näher gebracht. Dabei sorgen sie noch für wunderbare und auch spannende Unterhaltung! Die Sprecher sind sehr gut gewählt! Ebenso ist die Auswahl der Geschichten und Autoren gelungen. Es gibt ruhige und sehr rasante Geschichten und so ist sicher für jeden etwas dabei! Ich kann diese Geschichtensammlung nur empfehlen! Meine Lieblinge sind auf jeden Fall „Der Friedhofskater“, „Maigrets Weihnachten“ und „Das Perlenhalsband“. Wie man sehen kann, sind das nicht die Geschichten der Krimigrößen – und das zeigt die Qualität dieses Hörbuchs. Selbstverständlich vergebe ich fünf Spitzenschuhe und versehe dieses Hörbuch mit schönen Weihnachtsgrüßen an das Verbrechen.

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Der Fluch der sechs Prinzessinnen - Blütenzauber

Regina Meissner
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 26.01.2018
ISBN 9783906829678
Genre: Fantasy

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House of Night - Bestimmt

P.C. Cast , Kristin Cast , Christine Blum
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.05.2012
ISBN 9783841420091
Genre: Jugendbuch

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Die Grimm-Chroniken - Der goldene Apfel

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783906829937
Genre: Fantasy

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Pro und Contra – Mein Licht in deiner Dunkelheit

Sabine Schulter
E-Buch Text: 431 Seiten
Erschienen bei Impress, 01.11.2018
ISBN 9783646604016
Genre: Fantasy

Rezension:

ch liebe außergewöhnliche Buchtitel. Es gibt jene, unter denen man sich nicht viel vorstellen kann, Neologismen oder andere Eigennamen. Dann gibt es die Allerweltsnamen, die dem Leser noch weniger sagen. Aber dann gibt es auch die besonderen Namen. Diese wecken Neugier und Aufmerksamkeit und sind gleichzeitig so verständlich, dass man sich auch mit Blick auf das Cover etwas vorstellen kann. Einer dieser besonderen Titel ist in meinen Augen Sabine Schulters neuer Einzelband „Pro & Contra – Mein Licht in deiner Dunkelheit“. Das Cover ist ein einziger Traum. Die Farben kommen gut zur Geltung und passen sehr gut zum Kontext der Geschichte. Auch die abgebildeten Figuren, die Lampe und die Blitze passen perfekt! Selbst wenn man ohne den Klappentext noch keine Ahnung von der unheimlich guten und spannenden Geschichte hat, die sich hinter der Titelseite verbirgt, sorgen Titel und Cover schon für Aufsehen. Aber ich kann versprechen, dass auch das Innere des Buches nicht enttäuscht. Ihr habt Lust auf eine Geschichte voller Familiarität, Liebe und Freundschaft? Voll innovativer und spannender Ideen? Und das alles noch an außergewöhnlichen Orten? Dann seid ihr bei dieser Dystopie definitiv richtig! Ich weiß kein Argument gegen das Lesen des Buches, aber da wären einige auf der Pro-Seite!


Klappentext

Summer ist eine Pro. Ihre Zellen produzieren von Natur aus Elektrizität – ein knappes Gut, seit ein Sonnensturm die Erde getroffen hat und die Menschen keinen Strom mehr herstellen können. Um Summers kostbare Quelle nutzbar zu machen, braucht es ein Gegenstück, einen Contra. Als sie zufällig Kayden begegnet, weiß sie: Dies ist der Moment, vor dem sie sich ihr Leben lang gefürchtet hat. Denn sobald ihre Verbindung offenbar wird, bedeutet das für sie beide ein Leben als Ausgebeutete. Für Summer und Kayden beginnt eine atemlose Flucht vor der Unterjochung und ein leidenschaftlicher Kampf um Selbstbestimmung.


Meinung

Zuallererst will ich es nicht versäumen, die ganz offensichtlichen Vorzüge von „Pro & Contra“ zu benennen. Punkt eins: Es handelt sich um einen Einzelband! Jippieh! In meinen Augen gibt es diese im Jugendbuchgenre einfach viel zu selten. Sicher, auch diese Geschichte birgt Potenzial für weitere Teile, aber die Autorin hat sich bewusst dagegen entschieden, was ich absolut befürworte. Denn auch, wenn ich Kayden und Summer ungern gehen lasse, so konnte ich mich so viel besser in der Idee fallen lassen! Und man muss nicht mehr Jahre auf den zweiten Teil warten.
Punkt zwei: Es ist eine wahnsinnig gelungene Dystopie mit einem Ansatz, den ich so noch nie gelesen habe. Es geht um Elektrizität und stellt eine Welt vor, die auf genau diese verzichten musste. Doch die Menschen haben einen Weg gefunden, erneut Strom zu erschaffen und zwar mithilfe von Menschen, dessen Genmaterial mutiert ist. Es gibt zwei Fraktionen, die man zum Herstellen von Elektrizität benötigt, nämlich einen Pro und einen Contra. Einleuchtend, dass jene Menschen zur Zielscheibe der Regierung werden. Es ist ja zum Wohle der Allgemeinheit. Ihr könnt euch denken, dass dieser Grundstein für eine Dystopie mehr als geeignet ist.
Diese beiden Punkte sind absolut offensichtlich. Aber glücklicherweise geht es mit positiven Dingen weiter. Es ist kein Geheimnis, dass ich die Bücher von Sabine Schulter sehr gern lese. Ich finde, dass die Autorin umwerfende Ideen hat und ihr Stil sich in den letzten Jahren stark verbesserte. Das zeigte mir auch dieses Buch wieder, aber dazu später. Die Werte, die die Autorin in ihre Bücher einfließen lässt, sind zumeist gleich. Aber sie alle sind so wichtig, dass ich nie genug davon lesen könnte. Die berühmte familiäre Verbundenheit, die man schnell mit den Charakteren von Sabine Schulter empfindet, stellt sich auch hier sofort ein! Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt sind wichtige Aspekte der Geschichte. Es gibt einige Charaktere, doch man fühlt sich in ihrer Mitte sehr wohl! Mir gefällt das Wertekonstrukt sehr und man hat immer ein Gefühl des „nach Hause Kommens“. Inmitten der vielen Figuren stehen die beiden Protagonisten Kayden und Summer. Der Einstieg in die Geschichte gelingt überaus gut und unmittelbar. Zuerst lernt der Leser Kayden kennen, der ein wenig rebellisch, aber gleichzeitig loyal und vernünftig ist. Er ist ein wenig düster, aber irgendwie auch ganz niedlich und vor allem sarkastisch. Ich habe seine Erzählteile sogar lieber gelesen, als die von Summer. Er macht sich als Protagonist mehr als gut und hat auch seine Schwächen. Nachdem man Kayden auf einem Straßenfest kennen gelernt hat, tritt Summer auf eben diesem auf den Plan. Summer ist zierlich und abgesehen von ihrer Gabe absolut normal. Mit dieser Protagonistin hat Sabine Schulter mir wirklich einen riesigen Gefallen getan. Denn ich habe gern an der Perfektheit ihrer weiblichen Protagonistinnen rumgemeckert – und das durchaus zurecht. Aber Summer ist nicht einen Deut perfekt. Sie ist bodenständig und ein bisschen ängstlich. Sie ist keine Schönheit, aber durchaus intelligent. Es gibt eine Stelle, an der sie über sich selbst Folgendes sagt:

„Ich wollte meine Freiheit bewahren, trug dazu aber nicht wirklich etwas bei, außer zickig, explosiv und weinerlich zu sein. Es gab so viele Menschen, die mehr für meine Wünsche taten als ich selbst, was mir langsam immer egoistischer vorkam.“ (33%)

Ich musste mir diese Passage einfach markieren, weil ich total stolz darauf war, keine typische Jugendbuchprotagonistin vor mir zu haben, sondern eine junge Frau, die sich zu reflektieren weiß. Wenn auch ein kleines bisschen spät. Summer ist ein guter Gegenpart zum impulsiven Kayden und die beiden ergänzen sich hervorragend. Deswegen ist auch die gewählte Schreibweise sehr passend. Die Kapitel unterteilen sich immer in zwei Teile. Einen erzählt Kayden, den anderen Summer, in welcher Reihenfolge ist dabei variabel. Besonders gelungen ist dabei der Unterschied zwischen den beiden Hauptfiguren. Kayden erzählt sehr viel impulsiver und auch wertender als Summer. In seinen Passagen werden auch etwas derbere, manchmal lustigere Ausdrücke verwendet. Hier ein Beispiel:

„Dreh es einmal, damit aktivierst du es“, teilte mir Elliot mit, während ich Isaac leise lachen hören konnte. Der Kasper amüsierte sich offenbar prächtig und genoss es wahrscheinlich, mich an meiner Belastungsgrenze zu wissen.“ (54%)

Kayden ist relativ leicht zu provozieren, was ein deutlicher, aber amüsanter Makel ist. Ich mochte den jungen Mann auf Anhieb! Die beiden Protagonisten unterscheiden sich zwar in vielen Punkten, dennoch gleichen sie sich in den wichtigen Details. Sie kämpfen beide für Freiheit und Gerechtigkeit. Und natürlich kommen sie nicht umhin, sich ineinander zu verlieben. Diese Entdeckung fand ich übrigens sehr niedlich verschriftlicht. Mir gefiel die Liebesgeschichte wirklich gut!
Noch besser fand ich aber das Figurenkonstrukt. Summer und Kayden sind in relativ gleichen Sozialformen aufgewachsen und deswegen haben sowohl Summer, als auch Kayden ihre eigenen Leute um sich geschart, was eine große Gruppe am Ende ergibt. Elliot ist Summers bester Freund, Glenn ihr Beschützer. Beide Männer spielen eine große Rolle in ihrem Leben, aber auch Kalou gehört dazu. In Kaydens Leben hat eine gewisse Schmugglerbande das Sagen, die aber vor allem liebenswert ist. Ich mochte Thor und Susann, aber vor allem Isaac sorgt für Humor im Buch. Die große Gruppe hat sich der Befreiung der Strompaare verschrieben, doch dieses gefährliche Unternehmen geht nicht ohne Verluste von statten. So ist auch Emotionalität garantiert, neben all der Spannung, die die Geschichte bietet.
Für mich hat „Pro & Contra“ eine gewisse Grundspannung. Vor allem der Anfang hat mich wahnsinnig gefesselt. In der Mitte wurde es dann deutlich ruhiger, aber am Ende passierte sehr viel Rasantes. Die Spannungskurve gelingt gut, aber sie geht nicht immer steil nach oben. 
Zum Schreibstil lässt sich noch hinzufügen, dass er sehr flüssig und bildgewaltig ist. Sabine Schulter erschafft durch ihre kreativen Handlungsorte eine großartige Atmosphäre. Sie hat in all ihren Büchern den Kontrast zwischen Höhe und Tiefe untergebracht und deswegen befinden sich auch Summer und Kayden mal hoch über der Stadt und mal unter ihren Straßen. Mir gefällt dieser Kontrast sehr und die „verborgene Stadt“ hat wirklich etwas Besonderes. Die Autorin weiß auf jeden Fall zu erzählen und steckt viel Liebe in ihre Figuren, die auch deswegen so lebendig und real werden.


Fazit

Der Titel lässt es schon erahnen: Hier geht es um Emotionen. „Mein Licht in deiner Dunkelheit“ deutet tief verborgene Probleme an, die nur durch Zusammenhalt gelöst werden können. Und Zusammenhalt ist definitiv eine der wichtigsten Stärken des Buches. Direkt dahinter lassen sich weitere Werte wie Familie, Freundschaft und Liebe finden. Sabine Schulter hat mit „Pro & Contra“ eine interessante und innovative Dystopie erschaffen, die vor allem durch ihre Charaktere glänzt! Summer und Kayden sind so verschieden und kämpfen doch für die gleiche Sache. Abenteuer, Emotionen und ein Kampf auf Leben und Tod lassen sich in dieser spannenden Geschichte finden. Ich vergebe also 5 von 5 Sternen und freue mich über diesen so gelungenen Einzelband!

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238 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Always and forever, Lara Jean

Jenny Han , Anja Hansen-Schmidt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 12.03.2018
ISBN 9783446258655
Genre: Jugendbuch

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Solo: A Star Wars Story

Joe Schreiber , Andreas Kasprzak , Thomas Nero Wolff
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 01.10.2018
ISBN 9783844531121
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schon in meiner Kindheit war Star Wars omnipräsent. Wir Kinder hatten nicht nur ein Darth-Vader Kostüm samt Lichtschwert, sondern auch einen Spielzeug- Millenium Falken, der das Heiligtum meines Bruders war. Meine Mutter brachte uns schnell bei, dass Han Solo ihr eigener Jugendheld war und deswegen fand ich diese Figur schon immer faszinierend! Als dann bekannt wurde, dass es einen Prequel-Film nur über Han Solo geben sollte, war ich mehr als begeistert! Ich liebe die neuen Star Wars Filme und bin Hollywood unglaublich dankbar, dass die Geschichte noch weiter gedacht wird. Natürlich sah ich mir „Solo – A Star Wars Story“ im Kino an und ich konnte die schlechten Kritiken absolut nicht verstehen! Denn ich fand den Film wirklich gut!
Und da ich nicht nur gern Filme sehe, hielt ich meine Augen in der Buchwelt offen und diese fanden das Hörbuch zum gleichnamigen Film. Als Bücherwurm war auch dieses Hörbuch ein Muss. Und ich kann euch sagen: Fans werden ganz sicher nicht enttäuscht sein! Thomas Nero Wolff ist ein überragender Sprecher und somit reiht sich das Hörbuch perfekt in meine Sammlung der Star Wars Hörbuch-Schätze!


Klappentext
Die Figur des Schmugglers und sympathischen Schurkens Han Solo ist bei den Star-Wars-Fans schon lange beliebt. Nun bekommt er mit der zweiten Spin-off-Auskopplung der Saga auch einen eigenen Film. "Solo. A Star Wars Story" widmet sich den Abenteuern des jungen Han Solo, z. B. wie er seinen Copiloten Chewbacca kennenlernt.

Meinung
Das etwa fünfstündige Hörbuch aus dem „Hörverlag“ richtet sich primär an Kinder, was ich persönlich weder an der Aufmachung, noch der Aufnahme selbst festmachen konnte. Für mich ist dieses Hörbuch für Erwachsene ebenfalls absolut geeignet, Kinder können es durch den guten anschaulichen Aufbau aber ohne Probleme verstehen. Dennoch solltet ihr auch als großer Star Wars Fan nicht vor dem Hörbuch zurückschrecken, nur weil es für Kinder ausgezeichnet ist.
Denn ganz ehrlich, der Schmuggler berührt doch  Jung und Alt, oder? Ich zumindest könnte mit meiner Mutter stundenlang über die Vorzüge von Han Solo sprechen. 
Und genau das beginne ich hier mal in Auszügen:
Das Hörbuch hält sich ganz klar an den Film und bietet nur wenig Neues. Wer also eine Offenbarung von dieser mp3-CD erwartet, der wird enttäuscht sein. Dennoch handelt es sich nicht bloß um einen Abklatsch des Films, auch wenn der Bezug allgegenwärtig ist. Komplett neue Szenen gab es, soweit ich es erkennen konnte, nicht. Aber man bekommt einen anderen und empathischen Zugang zu den Figuren. Denn die Gedankenwelt von Han, Keira oder auch Chewbacca wird viel deutlicher. Man kann Beweggründe und Gefühle viel besser verstehen. Und so konnte ich auch das ein oder andere Detail sehr viel besser nachvollziehen! Zum Beispiel werden auch Chewbaccas Sprachanteile miteingebracht. Das heißt, dass der Erzähler nicht etwa rumgrölt, sondern tatsächlich übersetzt wird, was Chewie sagt. Man hört quasi, was Han hört. Das ist für den kindlichen Adressatenbezug sicher gut, ich persönlich fand es ein bisschen schade. Ich mag Chewis Gegröle und letztendlich weiß man ja doch immer, was er sagen will. Trotzdem wird die tiefe Beziehung zwischen dem Wookie und Han Solo durch das Hörbuch klarer. 
Außerdem ist es sehr humorvoll. An einer Stelle musste ich laut auflachen, was wahrlich selten passiert, wenn ich lediglich zuhöre. Doch das liegt sicher am begnadeten Sprecher. Thomas Nero Wolff ist beispielsweise die Synchronstimme von Woody Harrelson und manchmal Hugh Jackman. Seine Stimme ist mir vor allem als Haymitch Abernathy aus den Tributen von Panem noch sehr präsent. Und da Woody Harrelson den Schmuggler Tobias Beckett spricht und spielt, wurde seine Synchronstimme für „Solo – A Star Wars Story“ als Sprecher gewählt. Das finde ich wirklich super, denn Wolff hat eine sehr angenehme und raue Stimme. Sie passt optimal zum Ton des Hörbuchs und als Synchronsprecher weist er viel Erfahrung auf. Das merkt man immer dann, wenn es spannend wird. Thomas Nero Wolff kann sein Tempo steigern und anziehen, in den ruhigen Momenten aber Trauer heraufbeschwören, so dass man als Hörer tief in der Geschichte bleibt. Die Emotionen sind sehr getreu und passen wunderbar zum Hörbuch und seiner Geschichte.
Mich hat die Handlung ebenfalls gut unterhalten. Und dennoch: Wenn man den Film kennt, kommt hier nicht viel Neues. Die Erwartungen sollten also nicht zu hoch sein.
Die Figuren des Buches sind einfach großartig. Ich mag den jungen Han sehr gern und ich finde auch, dass es eine authentische Vorversion des späteren Schmugglers ist. Chewbacca kann man durch das Hörbuch ebenfalls besser kennen lernen und das hat sehr viel Spaß gemacht. Auch den anderen Figuren, wie etwa Lando, nähert man sich gut an und so wird das Prequel zu einer tollen Ergänzung des Star Wars Universums. Die Geschichte ist rasant und abwechslungsreich und somit einfach nur zu empfehlen.

Fazit
Wenn ihr, genauso wie ich, nie genug von Star Wars bekommen könnt, dann gehört dieses Hörbuch auf jeden Fall in eure Sammlung. „Solo – A Star Wars Story“ liefert zwar nur wenig neue Erkenntnisse, doch allein aufgrund der Empathie gegenüber manchen Figuren und deren Entscheidungen, lohnt sich das Hören bereits. Außerdem kann ich euch die sagenhafte Stimme von Thomas Nero Wolff nur empfehlen, der euch hier wieder in ein Abenteuer führt. Ich vergebe 4,5 Sterne für Hans Geschichte und freue mich auf alles Weitere aus dem Star Wars Universum!

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Goddess 2: Ein Dolch aus Donner und Wut

Andreas Dutter
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 04.10.2018
ISBN 9783646604320
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bis vor kurzem hatte ich noch nie etwas von Andreas Dutter gelesen, obwohl er ein sehr sympathischer Typ und längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Autorenwelt ist. Als seine neue Reihe „Goddess“ herauskam, beschloss ich diesen Fehler zu beseitigen. „Ein Diadem aus Reue und Glut“ konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, aber es hat eine tolle Handlungsidee, eine interessante Protagonistin und einen fiesen Cliffhänger. Also musste Band zwei schleunigst her. Aber leider war „Ein Dolche aus Donner und Wut“ eine riesige Enttäuschung! Der Cliffhänger wird in einem Nebensatz abgeschlossen, die Handlung ich absolut unlogisch und der Schreibstil wirklich nicht gut. Natürlich hat das Buch seine guten Momente, aber leider fand ich den Abschluss der Dilogie vollkommen überzogen und somit nicht gelungen.

Klappentext
Der Wettkampf um den Platz an Hiros göttlicher Seite ist noch lange nicht beendet. Denn Lanea hat die Wut vieler Götter auf sich gezogen, die sie allein für den Tod ihrer zu Staub zerfallenen Töchter verantwortlich machen. Obwohl die Hochzeitsvorbereitungen laufen, gibt es noch immer zahlreiche Konkurrenten um den Thron und Lanea findet sich bald in ein Netz aus Fallen und Intrigen verstrickt. Während sie herauszufinden versucht, wer es auf sie abgesehen hat, fühlt sie sich immer stärker zu Hiro hingezogen. Und dann ist da noch Cliff, den Lanea nach wie vor heimlich trifft und dem sie kaum widerstehen kann…

Meinung
Ich weiß kaum, wie ich anfangen soll. Es ist keine Freude, eine schlechte Rezension zu schreiben und das Buch hat viele sehr gute Kritiken bekommen. Aber leider konnte der Autor mich überhaupt nicht überzeugen. Dennoch beginne ich beim Positiven.
Lanea ist eine gute, starke und interessante Protagonistin. Sie hat ihren ganz eigenen Kopf und hat auch bemerkenswerte Züge. Vor allem unterscheidet sie sich von vielen 0-8-15-Protagonistinnen der modernen Jugendbücher. Sie ist zwar schön, hat aber eine braune Hautfarbe, einen Lockenkopf und ein großes Problem mit ihrer Wut und ihrer Aggression. Sie ist unbeliebt und verliebt sich in den Bad Boy, der selbst eine ganz furchtbare Vergangenheit hinter sich hat. Lanea ist das reinste Plädoyer für Andersartigkeit und das finde ich sehr gut! 
Andreas Dutter macht insgesamt viel auf die Verschiedenheit von Menschen aufmerksam und stärkt den Diversity-Gedanken. Meines Erachtens hat er es aber ein wenig übertrieben. Diesen Punkt kann ich nicht erklären, ohne zu spoilern, nur so viel: Es hat mit Hiro zu tun.
Auch der Handlung kann ich durchaus Positives abgewinnen. Lanea und ihre Freunde müssen viele Abenteuer bestehen und geraten so in einige spannende Situationen. Aber jetzt geht es leider zu meiner Kritik über. Denn: Manchmal habe ich einfach nicht verstanden, wieso nun dies oder das gemacht werden muss. Zum Beispiel suchen Lanea, Cliff und Hiro Cliffs Vater auf, um jemanden aus den Kerkern zu befreien. Sie haben zwar keinen Plan, aber Lanea stürmt voraus, trifft Tu und dann kämpfen sie. Denn Tu will Lanea ja tot sehen und auch Lanea will sich rächen. Aber dieser Kampf hat überhaupt keinen Sinn gemacht, denn Lanea will doch was von Tu: Informationen! Also, hä?!  Die bekommt sie wohl kaum, wenn sie den Kriegsgott tötet...
Und so erging es mir mehr als nur einmal. Andauernd habe ich nicht verstanden, warum das jetzt gemacht werden muss, um ans Ziel zu kommen. Ein Problem ist wahrscheinlich auch, dass das Ziel gar nicht so klar ist. Herausfinden, wer die Verschwörer sind. Sehr gut. Und dann? Vieles ist einfach planlos und auch wenn das irgendwie charmant ist, trägt es dazu bei, dass es einen nur schwer erkennbaren roten Faden gibt. Das ist sehr schade. Vor allem, da mir das Handlungskonzept in Band eins noch so gut gefiel. Ozeanien ist natürlich weiterhin ein großer Teil der Geschichte, aber obwohl viele neue Fakten und Götter eine Rolle spielen, geht das tolle Konstrukt unter. 
Kommen wir zur Umsetzung der Idee und dem Stil. Ich fand es schade, dass man das Ende in gewisser Weise vorausahnen konnte. Jedenfalls, wenn man sich die Kapitelüberschriften, also das Inhaltsverzeichnis, ansieht. Klar, muss man nicht machen. Das kann man durchaus als meinen Fehler ansehen und dennoch fand ich es schade. Auch das große Geheimnis von Hiro ist offensichtlich gewesen. Aber für Lanea natürlich nicht… Meine beiden großen Probleme des Buches waren die Logikfehler und der Schreibstil. Letzterer ist einfach nicht flüssig und unsauber. Der Autor verwendet Metaphern und Vergleiche, die einfach keinen Sinn ergeben. Ein Beispiel:

„Io knetete seinen Bart wie eine Flöte, als er auf unsere Antwort abwartete.“ (30%)

Wer knetet denn eine Flöte?! Der Grammatikfehler ist übrigens auch noch drin und kein Tippfehler meinerseits. Diese sprachlichen Elemente haben mich total aus dem Lesefluss geschmissen. Ich finde manche Metaphern zwar auch durchaus lustig (z.B. eine, die mit Pokemon zu tun hat), aber oft passen sie einfach nicht in die Geschichte.
Viel schlimmer sind aber Andreas Dutters Logikfehler. Die sind ganz unterschiedlicher Art. Es gibt die kleinen, wie:

„Der Takt blieb gleich, nur dass die Musik immer lauter und schneller wurde.“ (9%)

Also das geht einfach nicht. Entweder wird die Musik schneller, oder der Takt bleibt gleich. Sehe ich jedenfalls so. Aber gut, darüber könnte ich noch hinweg sehen. Nächstes Beispiel: Lanea äußert sich zu einer Situation. Dann kommt ein Absatz im Buch, etwas Zeit vergeht wohl und dann geht es wie folgt weiter:

„Hiro blieb am Boden sitzen und ich beschloss, ihn in Ruhe zu lassen. *** Hiro ließ mir keine Ruhe. (58%)

Na, was denn nun? Ruhe oder keine Ruhe? Für mich ist aber einer der schlimmsten Fehler die Sprunghaftigkeit in den Szenen. In der einen Sekunde ist alles gut, ein Thema wird besprochen und ganz plötzlich, aus dem Nichts, verändert sich alles. Die folgende Szene musste ich zwei Mal lesen, weil ich gar nicht kapiert hatte, dass jetzt grade was geschehen war:

„Es könnte schlimmer sein: Du könntest mich verlieren“, scherzte Molly. Ich lachte auf und zog die Nase hoch. „Ah!“, krächzte Molly. Ihr Griff um mich wurde schwächer. „Lanea…Lauf!“, stöhnte sie.“ (44%)

Molly und Lanea reden ganz normal und Molly tröstet die Protagonistin. Aber mitten im Gespräch hat sie dann einen Dolch im Rücken. Das war mir zu viel. Und es ist nicht die einzige Szene dieser Art. Andauernd geschehen Dinge absolut zusammenhangslos. Mich hat der Autor damit vollkommen überfordert. All diese Beispiele können für einen anderen Leser möglicherweise Sinn machen, für mich bedeuten sie einen schlechten Stil. Ich habe mich mit der Erzählart nicht wohl gefühlt und das führte dazu, dass ich die Geschichte nicht gern gelesen habe.
Die Charaktere übrigens sind liebenswert. Lanea ist wirklich tough und sie passt gut zu Cliff. Mir gefiel es allerdings gar nicht, dass das Thema Sex doch eine etwas größere Rolle im Buch bekommt und auch, dass es als Thema meines Erachtens viel zu schnell abgearbeitet wird. Für junge Mädchen ist das kein gutes Signal. Hiro und Cliff sind dennoch solide Charaktere, die der Geschichte gut tun. Auch viele Nebenfiguren haben Besonderheiten, die mir gefielen. Dennoch gibt es auch hier Schwächen. Zum Beispiel sind manche Figuren nicht konsequent, darunter auch Lanea. Im Gespräch mit Tu, das ich vorhin bereits erwähnte, sagt der Gott zu ihr Folgendes:

 „Herrlich! Und du sollst mit dem Idioten zusammen über uns herrschen?“ Idioten? Sagt er das, weil … Arsch!“ (70%)

Das Kursive ist auch im Buch kursiv und soll natürlich Laneas Gedanken darstellen. Ich habe eine Stelle durch … ersetzt, da ich beim korrekten Zitieren spoilern würde. Aber ich finde es bemerkenswert, dass Lanea sich über den Begriff „Idiot“ aufregt und gleichzeitig „Arsch“ als Beleidigung verwendet. Ich verstehe zwar die Absicht der Diversität dahinter und kenne die Debatten, dass man niemanden Idiot, Spast usw. nennen soll. Natürlich sind diese Debatten gerechtfertigt – aus den verschiedensten Gründen. Aber vergilt Lanea hier nicht Gleiches mit Gleichem? Wie gesagt: In meinen Augen ist das inkonsequent. 
Ein paar Worte noch zum Ende: Es sollte perfekt sein und für manche ist es das sicher auch. Für mich war es überkitschig und passte auch nicht zu Lanea. Aber gut…für viele zählt der Gedanke.


Fazit
Und damit komme ich zum Ende. „Goddess – Ein Dolch aus Donner und Wut“ hat noch immer eine gute Idee und interessante Charaktere. Ich finde das Buch sehr viel schlechter, als seinen Vorgänger und das hat vielerlei Gründe. Mich konnte die Umsetzung der Geschichte nicht überzeugen und die vielen Logikfehler gaben den Ausschlag. Andreas Dutter springt in seinem Erzählstil zu viel, verwendet merkwürdige und nicht zutreffende sprachliche Mittel und macht die Geschichte in gewisser Weise ziellos. Auch die guten Nebenfiguren können mich leider nicht besänftigen. Für mich war „Goddess 2“ eine Enttäuschung, für die ich leider nur zwei Sterne vergebe.

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl , Juliane Köhler
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 10.09.2018
ISBN 9783837143195
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich suchte nach einem spannenden Hörbuch für eine sehr lange Autofahrt. Beim Stöbern fiel mir dann „Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht“ ins Auge. Das Cover ist wunderschön und suggeriert sofort den Charme der 20er Jahre. Und dann steht im Klappentext auch noch etwas von einem Mord, kleinen Detektivtätigkeiten und vielen Geheimnissen. Das Ganze auch noch mit einem Hauch Historischem durch die Verortung zwischen den Weltkriegen. Nach dem überzeugenden Klappentext fiel die Wahl sofort auf das Hörbuch. Der Anfang ist tatsächlich auch noch sehr gut gelungen und auch das Finale ist spannend. Doch dazwischen gibt es immer wieder Längen und Nebenschauorte. Die Spannung ist nicht konstant, aber das Hörbuch hat dennoch seinen Charme!

Klappentext
London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Ersten Weltkrieges jeder etwas zu verbergen hat.

Meinung
„Die Schwestern von Mitford Manor“ sind eine sechsbändig angelegte Buchreihe aus dem Piper Verlag. Sechs Töchter – sechs Bücher. Bei „Unter Verdacht“ steht die älteste Tochter Nancy im Vordergrund. Insgesamt muss man aber sagen, handelt es sich in erster Linie um eine Familiensaga und nur in zweiter um einen Kriminalfall. Des Weiteren hat das Hörbuch einen gewissen historischen Anspruch, denn Geschichte mischt sich mit Fiktion. Während des Hörens wusste ich es noch nicht, doch es gab die Mitford-Schwestern tatsächlich. So kann ich im Nachhinein biografische Fakten der Schwestern in der Geschichte erkennen, doch man sollte dennoch nie vergessen, dass es sich um einen (fiktiven) Roman handelt, auch wenn man etwas über historische Figuren hört.
Das wird beim Hören allerdings deutlich. Denn obwohl die Geschichte vor allem mit einem authentischen Setting und zeitgetreuen Figuren glänzen kann, geschehen doch viele konstruierte Dinge. Aber vorn vorn: Das Hörbuch beginnt sehr spannend mit dem Mord an besagter Florence Shore. Erst danach rückt die Protagonistin in den Mittelpunkt. Das ist nicht etwa eine der Mitford-Schwestern, sondern die gute und schüchterne Louisa. Louisa stammt aus ärmlichen Verhältnissen aus London und versucht alles, um ihrem Leben zu entfliehen. Dennoch ist sie verantwortungsbewusst und gerecht. Sie ist eine tolle und bewundernswerte Protagonistin. Ich mochte sie wirklich sehr, denn obwohl sie naive Seiten hat, handelt sie nachvollziehbar. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und fühlt mit ihr. 
Man verfolgt die meiste Zeit des Buches über Louisa und ihre Geschichte kreuzt die der anderen Figuren. So trifft sie zunächst auf den Bahnpolizisten Guy, mit dem eine Liebelei angebahnt wird. Guy ist ein wirklich toller Kerl und eine der freundlichsten Figuren des Buches. Er hat klare Ziele und weiß diese zu verfolgen. Der kleine Handlungsstrang um die beiden gefiel mir sehr gut. 
Aber es gibt viele Handlungsstränge und Fäden. Mir persönlich waren es zu viele. Da wäre die Geschichte mit Louisas Onkel Steven, das Gebändel mit Guy, die Aufklärung des Shore-Mordes, der Roland-Fall, Nancys Vernarrtheit und und und… Die meisten Geschichten sind berechtigt und führen alle zusammen und dennoch ist nicht jede davon spannend. Die Aufklärung des Mordes ist ein zentrales Element, doch bis Nancy, Louisa und Guy auch nur ansatzweise auf der richtigen Fährte sind, vergeht viel, viel Zeit. Und diese Zeit wird mit Familiensaga-Elementen gefüllt. Leider sind diese nicht immer spannend. Am Ende der ersten CD hatte die Spannungskurve deutlich abgenommen und erst im Laufe der zweiten CD geht sie wieder nach oben. Dann bleibt sie dort aber auch konstant und führt zu einem spannenden Höhepunkt. Das Ende des Buches gefiel mir nämlich sehr. Doch der Weg dahin ist lang.
Die anderen Mitford-Schwestern sind lediglich Nebenfiguren. Ich konnte sie kaum auseinander halten, was aber am Hörmedium lag. Nancy ist eine quirlige Person, die der Geschichte immer mal wieder Schwung verleiht. Den Handlungsfaden rund um Roland fand ich persönlich nicht so gut. Nancys Geltungsbedürfnis wird in diesem aber sehr deutlich. Ich glaube, dass die anderen Schwestern in den anderen Bänden noch mehr Würdigung erfahren. Für Nancy ist das in diesem Teil allerdings gut gelungen!
Das Setting des Buches ist ebenfalls gelungen. Das Flair der 20er kommt gut beim Hörer an. Die Figuren sind authentisch und sich selbst sehr treu. Der Erzählstil ist manchmal etwas trocken. Obwohl sich die Sprecherin Juliane Köhler viel Mühe gibt, schweift man beim Hören manchmal ab. Die Stimme der Vorleserin ist dennoch sehr angenehm und passt gut zur Geschichte. Der etwas monotone Stil wird durch einen Wechsel zu Briefen gebrochen, die zwischendurch im Roman Platz finden. Das gefiel mir gut.
Man muss aber insgesamt ein geduldiger Hörer sein, um Freude an diesem Hörbuch zu haben. Die ganzen liebevollen Details kommen nur zum Tragen, wenn sie auch gewürdigt werden. Die Geschichte ist gut durchdacht und alle Handlungsfäden laufen am Ende zusammen. Es gibt interessante Wendungen in beinahe jeder Nebenhandlung. Doch manchmal dauert es eben sehr lange, bis beim Leser die Spannung ankommt.


Fazit
„Die Schwestern von Mitford-Manor – Unter Verdacht“ ist ein sehr vielfältiges Hörbuch. Der Roman beinhaltet historische und fiktive Züge, behandelt eine Familiensaga und einen Kriminalfall. Der Mix von allem ist sehr gelungen und mittendrin finden wir eine sehr sympathische Protagonistin, der auch viele weitere gut ausgearbeitete Figuren an die Seite gestellt werden. Es macht Spaß, sich im Mitford-Universum zu bewegen. Doch es gibt noch so viel mehr Schauorte, dass nicht nur die Autorin zwischendurch abschweift, sondern auch der Hörer. Das Hörbuch hat viel Charme und ein schönes Setting. Es glänzt mit einer gut durchdachten und manchmal überraschenden Geschichte. Doch um all diese Wendungen zu schaffen, braucht es viel Zeit. Und diese Zeit geht auf Kosten der Spannung. Das Hörbuch hat einige Längen und das wird für den Hörer anstrengend. Ich mochte das Hörbuch, weise aber auf die Schwächen hin. Und deswegen vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe. Ich bin dennoch sehr gespannt, was noch aus der Geschichte der sechs Mitford-Schwestern gemacht wird!

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Rebellin der tausend Sterne

Rhoda Belleza , Michaela Link
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 25.06.2018
ISBN 9783570164754
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf „Rebellin der tausend Sterne“ hatte ich mich in diesem Herbst besonders gefreut. Der Vorgänger war sehr interessant und hat auch dank seiner Unkonventionalität einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das von Rhoda Belleza entworfene Universum ist komplex und wahnsinnig kompliziert. Auch nach dem Lesen des zweiten Bandes hat man das Gefühl, nur einen Zentimeter der Galaxie kennengelernt zu haben. Und das verwirrt den Leser durchaus. Insgesamt liegt dem finalen Teil eine spannende Idee zu Grunde, doch vor allem zu Beginn weist „Rebellin der tausend Sterne“ sich ziehende Längen auf. Ich habe mit Rhee gefiebert, doch für Kara konnte ich mich nicht erwärmen. Das Buch hat mich allerdings sehr überrascht und am Ende unglaublich mitgenommen, so dass meine Gefühlswelt vollkommen auf den Kopf stand. Nicht jede Seite dieses Buches ist umwerfend und dennoch handelt es sich um eine besondere Reihe! Für Star Wars Fans durchaus die richtige Lektüre!

Klappentext
Rhee, zukünftige Herrscherin von Kalu, steht vor Erzfeind Nero, dem Medienstar, der sie ermorden lassen wollte. Schließt sie einen Deal mit ihm oder entlarvt sie Neros perfide Absichten und entfesselt somit einen Krieg, den sie im Alleingang kaum gewinnen kann? Doch am anderen Ende des Universums plant Aly, Rhees gesuchter vermeintlicher Mörder, Nero zu töten, sobald sich die Gelegenheit bietet. Gleichzeitig versucht Alys Freundin Kara, den Overwriter zu vernichten, mit dem Nero die Erinnerung aller manipulieren und sich das Universum untertan machen will. Von alledem ahnt Rhee nichts – und schon gar nicht, dass Kara ihre totgeglaubte Schwester Josselyn ist, und damit die wahre Thronerbin.

Meinung
Kennt man Band eins, will man nach dem Lesen des Klappentextes sofort zum Finale dieser Dilogie greifen! Denn ganz ehrlich, der Klappentext ist umwerfend! Und so ähnlich verhält es sich auch mit der Idee der Autorin. Ich bewundere Rhoda Belleza für das Konzept der Reihe wirklich sehr. Sie hat etwas gewagt und eine Star-Wars-ähnliche Galaxie erschaffen, die aber doch ihre ganz eigene ist. Dabei wählt sie eine unkonventionelle Vorgehensweise. Denn schon in Band eins fehlt die Einführung in dieses Universum. Zwar gibt es in beiden Büchern ein Glossar, das einen guten Überblick über Personen und Planeten bietet, doch so richtig findet man sich trotzdem nicht zurecht. Mich hat das in „Herrscherin der tausend Sonnen“ überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil – ich fand es erfrischend anders. Die Geschichte konnte man schließlich trotzdem genießen! Direkt zu Beginn des zweiten Teils tritt dieses Problem aber wieder in den Fokus. Es gibt eine Handvoll Planeten, die wirklich wichtig sind. Diese haben Bündnisse miteinander, oder führen Kriege. Es ist nicht ganz einfach, wieder in dieses Konstrukt zu finden, denn einen richtigen Einstieg ins Buch gibt es nicht. Es wird nahtlos an die Geschichte angeschlossen und dem Leser wird keine Zeit zum Verschnaufen gegeben. So ist ein flüssiger Übergang garantiert, erinnert man sich aber nicht so gut an manche Personen oder Planetenbündnisse, ist man als Leser aufgeschmissen. Das als Vorwarnung. Insgesamt finde ich das Universum der Autorin immer noch absolut umwerfend. Doch – ich kann den Grund nicht benennen – irgendwie fehlt der Zugang zu dieser Welt. Eine richtige Identifikation findet nicht statt. Man ist Zuschauer und Besucher, aber nie Beteiligter.
Die Zuschauerrolle wird das ganze Buch über durchgehalten und vielleicht fehlte mir auch deswegen bei manchen Figuren das Identifikationspotenzial. Im ersten Teil waren nur Rhee und Aly die Protagonisten. Wie der Klappentext aber schon andeutet, wird dieser erlesene Kreis um eine Person erweitert: Kara. Oder auch Josselyn, Rhees Schwester, denn bei beiden Namen handelt es sich um die gleiche Figur. Ich bin ein großer Fan von Rhee. Die jüngere Schwester hat schon in Band eins mein Herz gewonnen. Sie ist so mutig und starrsinnig, dass ihre Entwicklung geradezu provoziert wird. Genau diese gefiel mir so gut! Sie ist eigentlich noch ein Mädchen und soll dennoch über eine Galaxie herrschen. Oder nicht? Denn Nero will sie viel lieber zu einer Marionette machen, die nichts mit der Macht zu tun hat. Rhee sieht sich mehr Feinden, als Unterstützern gegenüber und geht mit dieser Situation sehr authentisch um. Sie ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, aber eine fantastische Figur! An ihrer Seite ist Daren, der wirklich ein komischer Vogel ist. Er ist unnahbar und dennoch ist der Ordensbruder und Sicherheitschef eine ganz besondere Figur. Die Beziehung zwischen beiden ist schwer beschreibbar und wankt zwischen Freundschaft, Hass und Liebe. Doch diese Chemie und das Unausgesprochene gefielen mir sehr gut. Und dann sind da noch Aly und Kara. Aly ist ein cooler Kerl, der in diesem Teil aber deutlicher in den Hintergrund rückt. Leider gilt dies auch für seinen tollen Doiden Pavel, der in Band eins noch für viel Humor gesorgt hat. Deutlicher im Fokus steht Kara. Und das gefiel mir nicht so gut, da ich diesen Charakter einfach nicht mochte. Kara ist Rhee zwar ähnlich, doch sie hat kein Aufopferungspotenzial. Sie kämpft in eigener Sache und lässt dabei nicht nur Rhee im Stich. Sie wird als Heldin des Buches dargestellt und das fand ich nicht passend. Für mich bleibt Rhee die deutlich bessere Herrscherin. Und dann wäre da noch Nero, der Medienstar und heimliche Bösewicht. Er tut genau das, was ein guter Bösewicht tun muss und das ohne Rücksicht auf Verluste. Ein wunderbar böser Charakter, der die Geschichte spannend macht!
Das Figurenkonzept ist gelungen. Auch wenn ich die Anteile gern verändert hätte. Wie sehr ich manche Charaktere mochte, wurde mir erst bewusst, als die Autorin das bekannte Konzept „Kill your darlings“ anwandte und eine der Hauptfiguren ihr Leben lassen muss. Ich habe bitter geweint und das eine ganze Weile lang. Doch meine Trauer um die Figur hat mir gezeigt, wie sehr Rhoda Belleza mich doch berühren konnte.
Der Stil der Autorin ist etwas gewöhnungsbedürftig und trägt sicher zu dem Problem der Distanz bei. Damit meine ich, dass man sich durch den Schreibstil immer nur als Zuschauer fühlt, die Welt nicht richtig versteht und zu manchen Figuren auch der Zugang fehlt. Manchmal schreibt die Autorin sehr nüchtern, dann kommen plötzliche Wendungen innerhalb eines Nebensatzes und man muss den Satz nochmal lesen, um alles zu verstehen. Das ist nicht optimal und wirkt sprunghaft. Und dennoch passt der leicht distanzierte Stil gut in die Atmosphäre des Genres.
Das Setting und die Atmosphäre möchte ich auch noch einmal loben! Das Sci-Fi Konzept mit den eigenen Noten wird von Anfang bis Ende durchgehalten und bleibt sich treu. Die Geschichte hat viele Spannungsmomente, doch manchmal auch deutliche Längen. Das kann jeder Leser anders empfinden. Denn die Erzähler wechseln sich ab, so dass man immer nur einen der Protagonisten begleitet. Wenn man, wie in meinem Fall, nur einen davon wirklich mag und einem ein anderer beinahe egal ist, sorgt das dafür, dass die einen Abschnitte weniger gern gelesen werden, als die anderen. Trotzdem ist der Perspektivwechsel sinnvoll und sorgt für Abwechslung. Dennoch muss ich betonen, dass das Buch auch nach dem (wirklich guten und für die Geschichte passenden) Ende verwirrend bleibt.

Fazit
Für mich ist „Rebellin der tausend Sterne“ ein guter und passender Abschluss der Dilogie, die mich am Ende richtig bewegt und zu Tränen gerührt hat! Es gibt Spannung und Action und gleichzeitig auch kleine Liebesgeschichten. Der Entwurf einer vollkommen unbekannten Galaxie gelingt der Autorin Rhoda Belleza gut und dennoch bleibt eine gewisse Distanz immer vorhanden. Ich finde die Geschichte auch nach deren Beenden wirklich verwirrend und unkonventionell. Doch ich mag das irgendwie. Und ich mag Rhee sehr gern. Und weil ich insgesamt mit einem sehr positiven Gefühl an dieses Buch denke, vergebe ich vier Spitzenschuhe. Der Galaxie-Entwurf hat sicher noch viel Potenzial für weitere Geschichten, unabhängig von der Herrscherfamlie.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Promise - Die Herzenskämpferin

Maya Shepherd
E-Buch Text: 178 Seiten
Erschienen bei null, 13.09.2015
ISBN B01536YLDM
Genre: Fantasy

Rezension:  
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228 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 46 Rezensionen

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Lieber Daddy-Long-Legs

Jean Webster , Ingo Herzke , Franz Renger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560445
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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Christopher Robin

Violeta Topalova , Karlheinz Dürr , Shenja Lacher
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.08.2018
ISBN 9783844531114
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In meiner Kindheit gab es viele Disney-Helden: Aladdin, Belle, Pocahontas, Esmeralda oder Meg und Herkules. Doch mit einem hatte ich eigentlich nie etwas zu tun und das war Winnie Puuh. Ich kannte Teile einer TV Serie um den Bären und ich sammelte viele bunte Sticker von ihm und seinen Freunden, aber das war’s. Als ich den Trailer zum Kinofilm „Christopher Robin“ sah, schauten meine Freundin und ich uns im Kino direkt an und beschlossen: „Den müssen wir sehen!“ Die Kinoverabredung stand schon und dann…lief der Film nicht mehr zur verabredeten Uhrzeit. Ein Desaster, wollte ich doch diesen kleinen knuddeligen Bären und seine Freunde durch London begleiten. Aber ich fand Abhilfe! Dank Randomhouse Audio stieß ich auf das Hörspiel/Hörbuch zum Film und freute mich riesig, als es bei mir eintrudelte. Auf den vier CDs warten wundervolle Stunden für Jung und Alt, voller Abenteuer, Freundschaft und so unschuldiger, herzzerreißender Liebe! Wie oft hätte ich den kleinen Puuh knuddeln können, einfach nur weil seine Aussagen so liebevoll und niedlich sind? Ich kann es nicht zählen. Aber ich kann dieses Hörbuch empfehlen, auch wenn ich glaube, dass der Film noch besser sein könnte – doch das kann ich nicht beurteilen.


Klappentext

Christopher Robin ist erwachsen, hat sein eigenes Leben, einen Job und eine Familie. Leider ist mit seinem Älterwerden auch seine besondere Gabe der Vorstellungskraft verloren gegangen. Während er ein recht eintöniges Dasein fristet, wollen die Fantasiefiguren seiner Kindheit es sich jedoch nicht bieten lassen, vergessen zu werden. Also treten Winnie Puuh, Ferkel, I-Ah, Känga und Co. einmal mehr auf den Plan, um ihrem alten Freund zu helfen, im Hundert-Morgen-Wald die Schönheit des Lebens neu zu entdecken.


Meinung

Wenn ich richtig vermute, erzählt das Hörbuch im Grunde lediglich den Film nach. Natürlich dauert das um einiges länger, als besagten Film zu schauen. Und sicher ist es auch durchaus spannend, Hörbuch und Film zu kennen. Auf jeden Fall werde ich mir „Christopher Robin“ noch ansehen. Aber auch das Hörbuch allein, bereitet dem Hörer wahnsinnig viel Freude! Ich kann schon vorweg nehmen, dass ich es meinen Kindern später unbedingt vorspielen will! Die Botschaft ist einfach wunderbar und die Geschichte absolut kindgerecht!
Dabei ist der Einstieg beinahe dröge. Die erste CD ist „Eingewöhnungszeit“, die mir persönlich etwas zu lange dauerte. Das Hörbuch startet zum Zeitpunkt, als Christopher sich von seinen Freunden und dem Hundertmorgenwald verabschieden muss. Es ist eine traurige Angelegenheit und danach wird es nur noch trauriger. Christophers Jugend wird angerissen und plötzlich hat man sein erwachsenes Dasein vor Augen – trostlos und monoton. Es ist nicht mehr viel vom fantasieliebenden Christopher übrig, der stundenlang mit seinen Freunden spielen konnte. Doch es würde sich nicht um eine fantastische Kindergeschichte handeln, wenn der Held nicht eben das erkennen und ändern würde. Und ach, das muss er bei diesen lieben Figuren auch! 
Christopher lebt sein Leben und merkt langsam, dass die Arbeit ihm viel zu wichtig geworden ist. Ja, es liegen schwere Zeiten hinter ihm, doch sollte seine Familie nicht an erster Stelle stehen? Wie das Schicksal so will, beginnt er, sich zu erinnern. Und damit kommt Winnie Puuh auf den Plan. Er erwacht im Hundertmorgenwald, doch alle seine Freunde sind verschwunden. Es gibt nur einen, der in solchen Situationen immer helfen konnte: Christopher Robin. Der gelbe Bär im roten T-Shirt steht plötzlich bei Christopher vor der Tür und ab da wird es einfach nur herrlich. Denn der Held der Geschichte ist nicht etwas sein Namensgeber, sondern ganz eindeutig Puuh! Er ist so lieb, so unschuldig, immer freundlich und ehrlich! Seine Aussagen ließen meinen Mund zu einem herzerwärmenden „Oooh“ verziehen, denn „durch Nichtstun erreicht man das bestmögliche Irgendwas“ machte plötzlich so viel Sinn! Die Reise, die das Hörbuch nimmt, ist lustig und unterhaltsam. Die Geschichte schafft es einfach, den Hörer an das Wichtige im Leben zu erinnern. An Liebe, Familie, Freundschaft und Spaß! An Zusammenhalt, kindliche Unschuld und Freiheit! Das Buch behandelt genau die richtigen Themen, für den stressigen Alltag! Ich habe es unglaublich gern gehört, denn immer wenn Winnie Puuh in einer Szene auftauchte, wurde es so wunderbar lustig und lieb. Er ist der Star der Geschichte, denn sein Charakter ist absolut rein und unverdorben. Wie gut konnte ich ihn mir mit einem roten Ballon vorstellen, der ihn absolut glücklich macht! Aber auch seine Freunde sind natürlich mit von der Partie! I-Ah war einer meiner Lieblinge und ich bin froh, dass er noch eine etwas größere Rolle hat, als die anderen Tiere. Tiger, Ferkel, Känga und Co. sind aber ebenfalls großartig und drücken der Handlung ihre Note auf. Christopher Robin ist der typische Mensch von damals und heute: gestresst, arbeitswütig, prioritätensetzend und vernachlässigend. Seine Figur führt einem Erwachsenen vor Augen, wie weit es mit der Gesellschaft kommen kann, ohne dass man merkt, dass man mitten drin steckt. Ich fand die Botschaft dieses Charakters und natürlich seines Wandels ganz wundervoll! Jeder von uns sollte einmal mit einem Häffalump kämpfen, um dem Alltag zu entkommen!
Denn genau das tut Christopher Robin und sorgt so unter anderem für Spannung. Der zweite Teil der Geschichte gefiel mir sehr viel besser als der erste, denn dort gibt es mehr Action. Diese Actionphase fällt beinahe schon zu kurz aus, doch unterhaltsam ist sie allemal.Hier spielen auch Chrisophers Frau, seine Tochter und sein Arbeitgeber große Rollen. Alle Charaktere sind ideal gestaltete für die Geschichte und fügen sich sehr gut ein. 
Ich konnte mir die Geschichte die ganze Zeit toll als Film vorstellen! Allerdings bekommt man durch das Hörbuch natürlich noch einmal einen ganz anderen Einblick in das Innenleben der Charaktere, das ich nicht missen möchte. Besonders nicht das von Puuh. Der Stil ist bildreich und sehr gut. Der Sprecher Shenja Lacher liest sehr gut und angemessen. Er verleiht den Charakteren Leben und eigene persönliche Noten. Kurz: Er liest fantastisch.


Fazit

Insgesamt führt das Hörbuch „Christopher Robin“ die wichtigen Werte des Lebens optimal vor! Familie, Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe gehen vor – und natürlich Spaß im Leben. Puuh und seine Freunde haben Christopher Robin gezeigt, wie man sein Leben leben sollte und dabei noch das ein oder andere Abenteuer erlebt. Daran lässt er uns durch die wunderbare Stimme von Shenja Lacher teilhaben. Mich hat dieses Hörbuch wahrlich verzaubert und ich bin sehr gespannt auf den Film! Jedem, der nach diesem liebevollen Abenteuer den kleinen gelben Bären mit dem zu kurzen roten T-Shirt nicht vergöttert, spreche ich jegliche Empathie ab. Diesem Hörbuch allerdings spreche ich 4,5 Spitzenschuhe zu. Ich werde mich bestimmt noch öfter in den Hundertmorgenwald begeben, schon allein, um mit Puuh und seinen Freunden Spaß zu haben!

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Liv & Leif. Die Wurzeln des Schicksals

Katja Hemkentokrax , Dennis Schwark
E-Buch Text
Erschienen bei digi:tales, 09.03.2018
ISBN 9783401840369
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das digi:tales - Programm glänzt mit vielen besonderen Titeln. Unter diesen wurde auch die Geschichte von „Liv & Leif – Die Wurzeln des Schicksals“ viel beworben. Und wie ich nun mal bin, kann ich einem interessanten Klappentext, zusammen mit einem atemberaubenden und Liebe zum Detail beweisenden Cover einfach nicht widerstehen. Doch der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer. Sofort war klar: Hier geht es um Götter! Aber nicht um die viel verwendeten griechischen oder römischen, sondern um die nordischen. Hallo Thor, Loki und Co.! Man sollte sich keinesfalls vom Prolog abschrecken lassen, denn es wird nach und nach immer besser! Und auch wenn das Buch seine langgezogenen Passagen hat, hat es mich irgendwann stark gefesselt! Ein tolles und innovatives Thema, interessante Charaktere, besondere Schauplätze und natürlich etwas fürs Herz: „Lif & Leif – Die Wurzeln des Schicksals“ hat eine tolle Mischung, die manchmal nur unter der Komplexität der Sagenwelt leidet. Dennoch: gelungen!

Klappentext
Eigentlich läuft Livs Leben gerade ziemlich perfekt, als mit einem Mal alles aus den Fugen gerät. Nachdem sie in einen Verkehrsunfall mit dem überheblichsten Typen überhaupt verwickelt wurde, treibt dieser Leif sie fast in den Wahnsinn. Doch als ihre Mitmenschen plötzlich alle verrücktspielen, scheint der Vollidiot aus ihrer Schule als einziger noch normal zu sein. Verliert sie den Verstand oder alle anderen?
Die seltsamen Ereignisse überschlagen sich und Liv bleibt nichts anderes übrig, als dem Geheimnis gemeinsam mit Leif auf den Grund zu gehen. Schon bald sehen sie sich mit den Schreckgestalten der nordischen Mythologie konfrontiert, die ihre schlimmsten Albträume weit in den Schatten stellen. Sind sie bloß Schachfiguren in einem göttlichen Spiel um Leben und Tod?
Um Odins Prophezeiung zu erfüllen, müssen Liv und Leif nicht nur die Grenzen ihrer Welt überschreiten, sondern es auch mit den sagenhaften altnordischen Göttern aufnehmen.

Meinung
Wie erwähnt, ist der Prolog etwas abschreckend. Der Leser wird direkt in einen Krieg unter den nordischen Göttern gezogen, der aber kursiv abgedruckt ist. Was man da nun wirklich liest, ist lange unklar. Auch, weil der Prolog nicht nur wenige Seiten lang ist. Sollte man noch nie etwas von nordischer Mythologie gehört haben, kann es sein, dass man als Leser bereits hier abschaltet. Hat man aber ein wenig Vorwissen, und sei es nur durch verschiedene Marvel-Verfilmungen, findet man sich einigermaßen zurecht. Der Sinn dahinter bleibt trotzdem erstmal unklar und ich war wirklich froh, als der Prolog erst einmal vorbei war. Das Durchhalten lohnt sich: Denn der folgende Einstieg ist die Geschichte ist lockerleicht und sehr unterhaltsam. Der Leser lernt Liv und Leif kennen, wobei zuerst Liv im Fokus steht. Liv ist ein verrückter Charakter. Sie ist keine typische Jugendbuch-Heldin, die mit Schönheit und Stärke glänzt. Sie hat eigene, vielleicht auch sonderbare Seiten und wurde mir vor allem aufgrund ihrer Verpeiltheit und ihres missratenen Zeitmanagements sympathisch. Dennoch wurde schnell klar, dass mein Herz eher für Leif schlägt. Auch er ist kein typischer Jugendbuchcharakter. Er ist relativ arrogant und durchaus mal feige. Die Schwächen beider Protagonisten werden von Anfang an nicht verschwiegen, was mir gefiel. Sowohl Liv, als auch Leif werden dadurch authentisch und haben Raum, sich zu entwickeln. Und es sei vorweg genommen: Genau das tun die beiden auch. Die Entwicklung der Charaktere ist gelungen und nachvollziehbar. Liv und Leif wachsen an ihren Aufgaben und sind am Ende ein Team, das man anfangs nicht erwarten konnte. Außerdem gibt die Geschichte beiden Figuren auch genügend Zeit, das zarte Pflänzchen namens Liebe zwischen sich selbst zu entdecken, was mein Herz höher schlagen ließ. Ich mochte die Liebesgeschichte wirklich sehr! Anfangs ist sie überhaupt kein Thema, doch ihr Beginn ist wirklich gelungen.
Im Großen und Ganzen beschränkt sich die Geschichte beinahe auf diese beiden Figuren. Beide sind sehr verschieden, weshalb diese Protagonisten völlig ausreichen. Ich habe Liv immer etwas kritisch gesehen, Leif hingegen schlich sich sehr schnell in mein Herz. Umso mehr man aber über beide erfährt, desto realer werden die beiden. Natürlich gibt es noch viele weitere Nebenfiguren. Diese sind sehr interessant und haben den witzigen Vorteil, dass man über sie eigentlich viel mehr weiß, als über Liv und Leif – zumindest, wenn man Marvel-Fan ist. Dieses Figurenkonstrukt ist allerdings sehr rund und passt zur Geschichte. Die nordischen Götter- und Sagenfiguren haben zwar allseits bekannte Wesenszüge, Dennis Schwank und Katja Hemkentokrax haben dennoch ihre ganz eigenen Götter erschaffen. Und deshalb funktioniert die Geschichte auch.
Gelungen waren für mich einige Dinge im Buch, doch tatsächlich kamen diese vor allem zum Ende hin. Denn davor bietet das Buch viele Gelegenheiten zur Verwirrung. Das hat verschiedene Gründe. Da ist zum Beispiel die Komplexität der nordischen Mythologie. Sie ist keinesfalls so abgegriffen, wie beispielsweise die griechische. Als Leser weiß man relativ wenig über Odin und Co., daher muss man sich auf viel Neues einlassen. Das sind neue Sagenhelden, neue Wesen, mythische Figuren und Handlungsorte. All das kann den Leser schnell verwirren. Für manche Leser ist es vielleicht sogar abschreckend, sollten sie sich nicht für nordische Mythologie begeistern können. Kann man das aber, verliert man sich irgendwann in der Geschichte. Voraussetzung: Die merkwürdige Übergangspassage schaffen. Denn letztendlich müssen Liv und Leif einen Spagat zwischen zwei Welten bewältigen – der Menschen- und der Götterwelt. Der Übergang von der einen in die andere Welt ist etwas komisch, weil es lange offen bleibt, wo die beiden Charaktere sich nun befinden. Sind Liv und Leif aber erst in der göttlichen Unterwelt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf! Hier haben die beiden Autoren sich richtig ausgetobt und all ihr Wissen miteingebracht. Mythologische Sagen werden mit fiktiven Elementen vermischt und so findet man sich in einer atemberaubenden Geschichte wieder. Liv und Leif treffen auf Odin und müssen eine Prophezeiung erfüllen. Doch das ist natürlich alles andere als einfach. Hier beginnt eine Anreihung von Abenteuern, die ein wenig an Percy Jackson erinnern, aber alle ihre eigene Note haben. Außerdem ist das Konzept am Ende absolut einleuchtend und alles ergibt einen Sinn!
Für mich wurde die Geschichte mit dem Betreten von Hels Reich um vieles besser und wirklich spannend! Ich mochte auch den „normalen“ Anfang wirklich gern, doch die Zwischenpassage verwirrte mich. Die Verwirrung ist am Ende gar nicht mehr vorhanden, so dass man sich voll und ganz auf das Abenteuer einlassen kann. Am Ende war ich so gefesselt von der Geschichte, dass ich das Finale mit offenem Mund las und danach dachte: „Das ist doch jetzt nicht euer Ernst!“ Die Autoren konnten mich emotional mitnehmen, was mich nach dem durchwachsenen Anfang sehr überraschte! Aber vor allem die mystische Welt mit ihren verschiedenen Settings ist gelungen! Und außerdem gibt es immer wieder lustige Passagen, die mich schmunzeln ließen. Der Humor ist gut dosiert und angemessen.
Der Schreibstil ist an manchen Stellen etwas unausgereift und manchmal sehr ausschweifend. Das lässt sich auf die beiden Autoren zurückführen. Zwar ist nie erkennbar, wer was geschrieben hat, doch ein Fluss ist nicht immer vorhanden. Tatsächlich gab es vor allem vor dem Betreten der Unterwelt immer wieder Stellen, an denen ich abschweifte und müde wurde. Das konnte das Autorenpaar aber in den Griff bekommen, so dass das Ende in einem Rutsch lesbar ist und vor Spannung nur so trieft. Ich hoffe wirklich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird. Und wie man auf der Frankfurter Buchmesse erfahren durfte, wird daran bereits geschrieben, was mich sehr freut! Denn das Ende ist so gemein!

Fazit
„Liv & Leif“ ist wirklich eine besondere Geschichte, der man vor allem eine Chance geben sollte, wenn man mal in eine andere Götterwelt entführt werden möchte! Das Handlungskonzept weiß am Anfang und ab der Mitte wieder zu überzeugen – dazwischen muss man sich auf Längen und Verwirrungen einstellen. Doch die sind es in meinen Augen absolut wert. Liv und Leif sind sehr gelungene Figuren, die mir vor allem wegen ihrer kleinen Macken sehr gefielen. Ich fiebere noch immer mit beiden mit und drücke ihnen die Daumen! Das Götterkonstrukt ist ebenfalls gut ausgearbeitet und macht wirklich Spaß. Dennoch hat „Liv & Leif – Die Wurzeln des Schicksals“ durch seine Komplexität so seine Schwächen. Mit denen kann ich aber auch im Nachhinein gut leben, weshalb ich mich sehr auf einen zweiten Teil freue. Für Band eins vergebe ich 4 Spitzenschuhe. Spannung, Liebe, Abenteuer und ein Hauch Frustration am Ende warten in diesem Buch auf euch. Begebt euch also auf eine sagenhafte Reise - im wahrsten Sinne des Wortes.

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Die Grimm-Chroniken - Der Gesang der Sirenen

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 142 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 04.05.2018
ISBN 9783906829739
Genre: Fantasy

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P.S. I still love you

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254800
Genre: Jugendbuch

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Tess

Thomas Hardy
E-Buch Text: 592 Seiten
Erschienen bei null, 23.04.2015
ISBN 9783423416351
Genre: Klassiker

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Gray

Leonie Swann , Bjarne Mädel , Christopher Heisler
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 15.05.2017
ISBN 9783844526356
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist schon einige Jahre her, dass ich auf ein niedliches Buch namens „Glennkill“ aufmerksam wurde. Ein Schaf, das einen Detektiv-Fall löst? Nette Idee. Und vor allem großartige Umsetzung! Seitdem hatte ich mir den Namen „Leonie Swann“ gemerkt. Genau dieser tauchte vor kurzem wieder auf, als ich auf der Suche nach neuen Hörbüchern war. Das neue Buch aus Swanns Feder mit dem Titel „Gray“ dreht sich zwar nicht um ein Schaf, der Tierwelt ist die Autorin aber trotzdem treu geblieben. Denn Gray ist ein grauer Papagei, der auf der Schulter des Unidozenten Augustus Huff einen Mord aufklärt. Und dies geschieht auf so humorvolle, unterhaltsame und ulkige Art, dass man gar nicht mehr aufhören will, zuzuhören. Der Vorleser des absolut gelungenen Hörbuchs ist Bjarne Mädel, der in der Comedywelt kein unbeschriebenes Blatt ist. Doch tatsächlich ist der Sprecher das schwächste an diesem Hörbuch, das zu glänzen weiß!


Klappentext

Dr. Augustus Huff, Dozent in Cambridge, hat plötzlich einen Vogel – und ein Problem: Einer seiner Studenten ist beim Fassadenklettern in den Tod gestürzt. War es nur ein tragischer Unfall? Oder Mord? Augustus vermutet Letzteres und geht auf Spurensuche – unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen. Der sprachbegabte Vogel erweist sich als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus bei seinen Ermittlungsversuchen von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der im Labyrinth der altehrwürdigen Universität die richtigen Fragen stellt. Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken.


Meinung

Schon der Klappentext lässt ein Spektakel für die Lachmuskeln vermuten. Ich mag es immer sehr, wenn Hörbücher auch eine humorvolle Ader besitzen. Und dass das bei einem Leonie Swann-Buch der Fall sein würde, war von vornherein klar. Mit großer Vorfreude stürzte ich mich also ins Abenteuer – und verstand zunächst überhaupt nichts. Der Prolog hinterließ bei mir nur Fragezeichen. Die Perspektive, die Stimme – alles erschien abstrus. Um wen geht es denn grade?! Doch es ist nichts Ungewöhnliches, dass Prologe etwas verwirrend sind – und in Hörbüchern kann das erst recht der Fall sein. Ab dem ersten Kapitel ging es dann aber steil bergauf. Augustus Huff ist passend zu Gray, ein wirklich komischer Vogel. Der Dozent hat sich mit seiner Lehre in Cambridge einen Lebenstraum erfüllt, doch er ist von ständigen Zweifeln geplagt. Und außerdem hat er einen Sauberkeitsfimmel. Unordnung und Chaos müssen sofort beseitigt werden, Dreck weggewischt und die Hände stets gewaschen sein. Augustus ist ein herrlicher Charakter. Er ist ein bisschen weltfremd, lebt er doch in seiner ganz eigenen und doch ist er auf seine ganz eigene Art wahnsinnig komisch. Dass seinem Leben aber etwas fehlt, wird jedem Hörer schnell klar. Und zum Glück rettet Gray diesen engstirnigen Charakter! Denn der arme Papagei ist halterlos. Sein Besitzer stürzte in den Tod, dabei war er doch Fassadenkletterer? Das Opfer war Augustus Student und sofort vermutet er hinter dem Sturz mehr. Das gleiche scheint auch der überaus intelligente Papagei zu empfinden, der für Studien ausgebildet wurde und ein reges Mitteilungsbedürfnis hat. Gus nimmt sich seiner an und gemeinsam werden sie zum Detektivduo. Allein die Kombination eines Ordnungsfanatikers und eines sprechenden Vogels ist skurril und einfach genial. Hinzu kommt, dass Gray nicht einfach ein plappernder Papagei ist – er kommentiert das Geschehen, kennt viele Personen und weiß diese anzusprechen. Er kennt feste Signale und hat scheinbar eine Vorliebe für den Song „Pokerface“ von Lady Gaga, den er rauf und runter singt. Vor allem immer dann, wenn es am wenigsten passt. Sätze wie „Nimm ‚ne Nuss“ oder „Keks?“ heitern das Geschehen immer wieder auf! Der Papagei ist einfach großartig und daher ein absolut passender Namensgeber für das Buch! Gray ist grandios, witzig und neben Gus die wichtigste Figur des Buches. Nur mit seiner Hilfe kommt Gus dem Täter langsam auf die Spur. Gray ist es, der die richtigen Impulse gibt und mit neuen Ideen aufwartet. Dass der Alltag des verschrobenen Dozenten durch den Vogel auf den Kopf gestellt wird, ist vollkommen klar. Doch genau dadurch macht Augustus einen tollen Wandel durch. Der Papagei ist dabei stets auf seiner Schulter und hat immer einen flotten Spruch parat. 
So ist für Unterhaltung und Spaß auf jeden Fall garantiert. Der Mordfall wird durch Gray oft beinahe schon zur Nebensache. Doch auch der Fall ist spannend und gut durchdacht. Ich selbst kam nicht auf den Täter, auch da die kurzen „Tagebucheinträge eines Luftikus“ immer wieder vorkommen. Denn Bjarne Mädel ist nicht der einzige Sprecher des Hörbuches. Christopher Heisler übernimmt ebenfalls sehr kurze Passagen im Hörbuch, immer dann, wenn „vom Luftikus“ die Rede ist. Danach übernimmt Mädel wieder in gewohnter Manier. Diese Tagebucheinträge sorgen für Abwechslung und bieten neue Perspektiven. Wie sehr sie mich letztendlich in die Irre geführt haben, habe ich erst am Ende bemerkt. Es gelingt der Autorin also durchaus, dem Leser ein Schnippchen zu schlagen. 
Vor der Story und den Charakteren ziehe ich absolut meinen Hut! Neben Augustus und Gray gibt es natürlich Nebenfiguren, die allesamt gelungen sind. Manchmal waren es ein paar viele, doch den Überblick kann man trotzdem behalten. Der Schreibstil von Leonie Swann ist ebenfalls gut und natürlich sehr humorvoll. Es braucht also einen Sprecher der es auf den Punkt bringt. Und da passt Bjarne Mädel natürlich perfekt – sollte man meinen. Ich gebe zu, dass ich vom Sprecher mehr erwartet hatte. Mädel hat eine sehr ruhige Stimme. Mir war sie manchmal zu monoton. Für Gray hat Bjarne Mädel tolle Akzente erarbeitet, bei den anderen Figuren fehlte mir das aber. Auch die Kommentare von Gray trägt er zwar lustig vor, das Gesinge von „Pokerface“ war aber manchmal doch ziemlich verfehlt. Für mich war die Leistung des Sprechers eher durchschnittlich, doch generell passt Mädels Art und Weise vorzulesen schon sehr gut zu Augustus und Gray. Vielleicht waren auch meine Erwartungen einfach zu hoch.


Fazit

Auf das gesamte Buch trifft dies aber keinesfalls zu, denn meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen! Ich hoffte auf eine nette Geschichte, die mich mit dem ein oder anderen Lacher unterhalten würde, doch „Gray“ ist noch viel mehr als das. Ja, die Geschichte unterhält und sie ist wahnsinnig komisch und humorvoll. Aber es geht auch um Dinge wie Selbstfindung, Liebe und eine ganz besondere Freundschaft. Diese Botschaften fand ich sehr schön verpackt. Hinzu kommt noch, dass der Mordfall wirklich spannend ist und nicht sofort durchschaut werden kann – zumindest nicht von mir. Ich wünsche mir viele weitere Abenteuer mit Augustus und Gray an seiner Seite. Denn dieses Hörbuch ist einfach herrlich! Trotz der etwas gedämpften Erwartung gegenüber dem Sprecher muss ich fünf Spitzenschuhe vergeben, da ich „Gray“ einfach so gern zugehört hab. Ich weiß, er würde sich mehr über Kekse freuen, doch ich habe eben nichts anderes als Spitzenschuhe….

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Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz , Christoph Maria Herbst
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 23.04.2018
ISBN 9783844528961
Genre: Romane

Rezension:

Matt Haig hat eines meiner absoluten Lieblingsbücher geschrieben, nämlich „Ich und die Menschen“. Dieses Buch ist weise, lehrreich und gleichzeitig wahnsinnig lustig. Daher musste ich mir den Namen des Autors einfach merken! Auch sein neues Buch „Wie man die Zeit anhält“ begegnete mir immer öfter. Als ich hörte, dass das Hörbuch von Christoph Maria Herbst gelesen wird, den ich als Hörbuchsprecher wirklich toll finde, brauchte ich es einfach. Also griff ich zur neuen Geschichte, rund um den nicht/langsam alternden Tom Hazard. Die Idee der Geschichte ist toll, denn sie soll Geschichte selbst ein bisschen lebendiger machen. Dieser Punkt gelingt dem Autor mit seinem Buch auch sehr gut. Insgesamt ist das Hörbuch aber doch ziemlich lang und selten zielorientiert. Ich wusste bis kurz vor Ende nicht, worum genau es gehen soll, außer einen Abriss über Geschichte zu formulieren und einen geliebten Menschen wiederzufinden. Aber wahrscheinlich reicht das schon, oder? „Wie man die Zeit anhält“ ist eine Geschichte MIT Geschichte und weisen Lebensbotschaften. Wirkliche Spannung muss man aber vermissen.


Klappentext

Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein introvertierter Mann, der ein zurückgezogenes Leben führt. Und er hat ein Geheimnis: Er sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er Jahre erlebt und alle paar Jahre eine neue Identität angenommen. Aber eines war er immer: einsam. Seine einzige große Liebe endete schmerzvoll. Doch dann begegnet er der Französischlehrerin Camille. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles ...


Meinung

„Wie man die Zeit anhält“ ist ein interessantes und leicht philosophisches Buch. Wie sollte es auch anders sein. Matt Haig hat einen besonderen Stil und die Themen seiner Bücher haben immer etwas mit der Reflexion des menschlichen Lebens zu tun. Auch hier ist das Thema allgegenwärtig. Denn die Frage, die hinter der Geschichte steht, ist natürlich: Wofür lohnt es sich zu leben, wenn man “ewig“ lebt?
Natürlich lebt Tom Hazard nicht ewig, aber eben doch eine ganze Weile. Er wächst als verarmter Adeliger auf und muss feststellen, dass das Leben nicht einfach ist, wenn der Rest deines Umfeldes mitbekommt, dass du auch nach vielen Jahren keinen Tag älter aussiehst. In der Zeit der Hexeverbrennung musste das Schicksal also seinen Lauf nehmen und mit dem Tod seiner Mutter begann ein „Leben auf der Flucht“. Tom musste sich immer wieder neue Identitäten zulegen, immer wieder der Zeit anpassen und andere Orte zum Leben suchen. Er lernte Berühmtheiten kennen und entdeckte die Welt, samt all ihrer Völker. Was nach einem Abenteuertrip klingt, kann zur grausamen Realität werden. Denn so schön der Gedanke auch ist, ewig zu leben, so grauenhaft muss er sein, wenn man dieses Leben alleine leben muss. 
All das sind Gedanken, die hinter der Geschichte von „Wie man die Zeit anhält“ stehen. Und ich finde sie alle überaus interessant. Das Hörbuch muss auf einer reflexiven und mentalen Ebene gehört werden, damit sein Kern wirklich zum Hörer durchdringt. Denn wer es einfach nur hört, um berieselt und unterhalten zu werden, der ist vielleicht danach enttäuscht. Denn so richtig spannend wird es nie. Matt Haig erzählt die Geschichte nicht chronologisch. Generell gibt es zwei Zeitlinien, die der Gegenwart und die der Vergangenheit. Allerdings wird auch in der Vergangenheit nicht chronologisch erzählt, was mich manchmal etwas störte. Man lernt Tom in der Gegenwart kennen und nach und nach offenbart er sich dem Leser. Man hört, wie er aufgewachsen ist, wie er nach London kam, wie er seine große Liebe kennenlernte und wie diese endete. Danach wird dem Hörer erzählt, wie Tom sich durchschlagen musste und zur Gesellschaft der Albas kam. (Die Albas sind die „Albatros-Gesellschaft“, Tom ist also keinesfalls der Einzige, der sehr langsam altert.) Die Albas sind insgesamt sehr ominös und meines Erachtens wurde ihr Potenzial auch nie ganz erschlossen. Das Ende fand ich in dieser Hinsicht deutlich zu abrupt. Doch insgesamt gefiel mir das Ende nicht gut. Dazu aber gleich. Zurück zur Zeitlinie. Alles in allem ist der Aufbau durchaus gelungen, indem zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt wird. Wenn aber innerhalb der Vergangenheit Sprünge auftauchen, verwirrt das ein wenig. 
Das Leben, das Tom führt und führte, war zu jedem Zeitpunkt spannend und interessant. Er lernte Leute wie Shakespeare oder Hemingway kennen und befand sich an bedeutend historischen Orten, die es heute gar nicht mehr gibt. Doch nur weil sein Leben aus historischer Perspektive spannend ist, heißt das nicht, dass es die Geschichte auch ist. Insgesamt ist die Atmosphäre des Buches eher ruhig und gemäßigt. Es gibt schlimmer Dinge, die geschehen, aber Tom ist vielmehr auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Das Leben ist zwar eine Achterbahnfahrt, aber erwartet dementsprechend nicht zu viel Action. In der Gegenwart wird, wie in der Vergangenheit auch, eine Liebesgeschichte eröffnet. Und es ist sehr schön, wie Haig die Liebe als zentrales Element des Lebens in den Fokus stellt. Irgendwann begreift das auch Tom und diese Entwicklung ist sehr gelungen. Ebenfalls gelungen ist das Lebendigmachen der Geschichte. Der Protagonist erzählt lebhaft und ausführlich und man denkt wirklich, es gäbe diesen Tom Hazard. Er ist auch eine sehr sympathische und relativ normale Figur. Ich mag „normale“ Protagonisten und Tom ist so einer. Er ist ein eher stiller und künstlerischer Geselle und schlägt sich so durchs Leben. Sein Humor ist relativ trocken und das harmoniert mit der Stimme von Christoph Maria Herbst sehr gut. Ich hatte allerdings ein paar lustige Stellen mehr erwartet. Zwei-, dreimal musste ich beim Hören durchaus auflachen, doch in seiner Gesamtheit blieb der Humor etwas hinter meinen Erwartungen zurück, ebenso wie die Handlung. Der Sprecher macht seinen Job dennoch sehr gut. Herbst hat eine angenehme Stimme und liest in einem guten Tempo, so dass man leicht zuhören kann. Er betont das Gelesene gut, hätte aber bei der Stimmvariation ein bisschen kreativer sein können. Dennoch gefiel mir der Sprecher wirklich gut, da er schön zur Geschichte passt.
Die restlichen Figuren in „Wie man die Zeit anhält“ sind ebenfalls authentisch und interessant. Ich mochte Camille und ich mochte auch Rose. Dass Toms Tochter so ganz anders ist, als in ihrer eigenen Kindheit, fand ich wirklich toll! Ihr Auftauchen am Ende störte mich aber. Das zu begründen, würde bedeuten zu spoilern, doch insgesamt ist das Ende zu abrupt, zu schnell, zu merkwürdig. Außerdem bleibt vieles offen. Doch vielleicht ist das auch ganz gut so.


Fazit

Ich bin ein wenig hin- und hergerissen. Es gibt viele tolle Punkte an diesem Hörbuch. Das sind unter anderem der Sprecher und sein Tempo, das Durchleben von Geschichte, die interessante Idee und die Art und Weise von Matt Haig, über das Leben zu erzählen. Andererseits nimmt sich das Buch unglaublich viel Zeit und plätschert des Öfteren nur vor sich hin. Es fehlt das stringente Ziel und dadurch wird es zäh und lang. Dennoch habe ich das Hörbuch gern gehört und auch das Cover gefällt mir hervorragend. Es handelt sich nicht um das beste Buch von Matt Haig, doch auch in „Wie man die Zeit anhält“ kann man viel über das Leben und seine Weisheiten lernen. Und vielleicht motiviert es ja auch den ein oder anderen, Geschichte als spannend zu betrachten. Wer weiß…?! Ich vergebe 3,5 Spitzenschuhe für das Leben und die Liebe.

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Gläsernes Schwert

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.07.2016
ISBN 9783551583277
Genre: Jugendbuch

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