Julia_Kathrin_Matoss Bibliothek

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Welt in Gefahr

Wolfgang Ischinger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Econ, 07.09.2018
ISBN 9783430202497
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit Längerem habe ich kein Polit-Sachbuch gelesen. Als 30-jährige politisch Interessierte stille ich meinen Wissensdurst ansonsten durch gelegentlichen Polit-Talk im TV, die lokale Zeitung und Internetmedien. Diesmal haben mich Titel und Klappentext spontan angesprochen. Klang danach, als sei hier in einem weiten politischen Spektrum anhand eines einzigen Buches viel Kenntniszuwachs möglich.
Den Autor Wolfgang Ischinger hätte ich bisher nicht zuordnen können. Diesen intelligenten und erfahrenen Wegbegleiter der deutschen und internationalen jüngeren Geschichte kennenzulernen, hat mich sehr gefreut. Weil ich vorrangig abends nach einem anstrengenden Arbeitstag lese, hat mich vor allem positiv eingenommen, dass sich dieses Sachbuch weniger anstrengend lesen lässt als erwartet. Hätte es mir „trockener“ vorgestellt. Sprachlich und stilistisch habe ich keinen Grund zur Beschwerde. Lob an das Lektorat. Der Inhalt stellt sich für den Politik-Laien durchaus anspruchsvoll und komplex dar, ist aber auch durchzogen mit vertiefenden Erläuterungen. Angereichert mit anschaulichen Beispielen aus Ischingers reichhaltigem Diplomatendasein, z. B. seinen Antritt bei der Queen oder wie er DDR-Bürger vom Botschaftssitz in Prag mit dem berühmten Zug in die Freiheit begleitete. Das fand ich faszinierend, spannend, ich konnte mich in Situationen hineinfühlen, es hat Emotionen bei mir hervorgerufen, auch wenn ich zu den meisten Schilderungen keine Zeitzeugin bin. Hierdurch entkommt man zeitweise der Informationsflut „Wer/Wann/Was/Wo“, das Wissen kann sich besser verfestigen. Manches ist auf den eigenen Alltag übertragbar, z. B. Tipps zu diplomatischem und kommunikativem Verhalten.
Mir gefällt, dass die neun Kapitel feingliedrig unterteilt und mit teils unorthodoxen, auflockernden (z. B. „Beziehungsarbeit mit Hundenapf und Cocktailbar“) oder provokanten (z. B. „Irakkrieg 2003 - „Oder sind Sie ein Rassist, Ischinger?““) Unter-Überschriften versehen sind. Hierdurch wurde meine Neugierde geweckt, oft fühlte ich mich animiert, noch ein paar Seiten mehr zu lesen als ursprünglich beabsichtigt.
Erwartungsgemäß ist dieses Sachbuch inhaltlich sehr breit gefächert. Diplomatische Beziehungen und Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa sind in den Fokus gestellt, große Abschnitte außerdem den USA und Russland gewidmet. Beleuchtet werden die letzten Jahrzehnte sowie ganz aktuelle Entwicklungen. Krisen, ihre Anfänge, Ursprünge, Wandlungen, Signalwirkungen bestimmter Handlungen, nationale und internationale Abhängigkeiten, prägende Personen. Zu meiner Freude auch Erfolge und Hoffnungspendendes, sodass das Buch nicht emotional völlig „herunterzieht“. Ischinger zeigt argumentierend allerlei Handlungsoptionen und -empfehlungen auf, fasst dabei auch zusammen und schafft Bildnisse. Kritiker könnten augenzwinkernd erwähnen, dass er oft seine eigene Rolle und seine reichhaltigen Beziehungen betont, aber es ist m. E. völlig legitim, seinen Stolz auf diese Weise auszudrücken.
Von Wow-Effekten in den Erkenntnissen und Botschaften kann man schlussendlich nicht sprechen. Typischerweise gibt es kein einfaches Patentrezept. Wer sich sehr viel mit den dargestellten Themen beschäftigt, könnte enttäuscht sein. Ischinger brilliert in seinem Metier. Demzufolge ist z. B. der Klimawandel nur Randthema. Auch nur wenig Raum bekommen Auswirkungen technischer Innovationen, die im Zwiespalt zwischen Sicherheit und Freiheit, in Bezug auf Überwachung und Militär an Bedeutung gewinnen. Trotzdem: Dieses Buch hat einen wertvollen Beitrag geleistet, das Weltgeschehen für mich als Laien etwas mehr zu „entwirren“. Ich fühle mich sensibilisiert und ein kleines bisschen klüger. Dafür vielen Dank.

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The Dark Invasion: Phase 1

Joshu Tree
E-Buch Text: 215 Seiten
Erschienen bei null, 06.09.2018
ISBN B07H1LB44S
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es handelt sich um den Auftakt (mit offenem Ende) zu einer 4- bis 6-teiligen Reihe im Genre Military Science Fiction.
Band 1 ist in der Vergangenheits- und Ich-Form geschrieben. Die Hauptgeschichte ist beschränkt auf den Bewusstseinshorizont des Ex-Bundespolizisten Frank Engels.
Geprägt von Action, Härte, vielfältigem Waffeneinsatz, Kampf und Flucht in den Straßen New Yorks im Jahr 2025. Militär und SEALs gegen Aliens, was zu vielen Toten führt. Also nichts für Zartbesaitete und auch nicht wirklich meinem persönlichen Geschmack entsprechend, weil ich ausgedehnten Kriegsschilderungen grundsätzlich nicht viel abgewinnen kann. Die Beschreibungen lassen Atmosphäre aufkommen. Wenn ich mich hierauf konzentrierte, konnte ich mir die Umgebung vorstellen. Vielleicht wäre es noch besser gewesen, wenn die Geschichte in der Gegenwartsform erzählt worden wäre.
Dazwischen werden psychotherapeutische Sitzungen wiedergegeben, in denen man in die Vergangenheit der Hauptfigur eintaucht, was mit leisen gefühlvollen Tönen und Einblicken in die verletzliche menschliche Psyche einhergeht. Es geht u. a. darum, was Hoffnung und Anleitung gibt und die Seele heilt, ohne dass es kitschig wirkt. Diese Sequenzen zwischen Frank und Doktor Amell enthalten zudem tollen tiefsinnigen und scharfzüngigen, manchmal schwarzen Humor. Diese Szenen bildeten für mich den Hauptanreiz, dieses Werk in Gänze zu lesen. Hierdurch wird der Hauptfigur Frank charakterliche Tiefe verliehen. Ich habe seine Entwicklung, seine veränderten Weltansichten, die auch glaubhaft rüberkommen, mit großem Interesse verfolgt. Diese erstmal kaputt anmutende Gestalt habe ich immer mehr liebgewonnen, sodass ich dann auch im Actiongetümmel mitfiebern und mithoffen konnte.
Schön, dass – auch anhand weiterer Figuren – deutlich gemacht wird, dass professionell anmutende Militärangehörige vielfältige Emotionen mitbringen. Besonders hat es mir da eine Nebenfigur angetan, die nochmal im Epilog auftaucht.
Das Buch ist sehr kurz und es gibt im Jahr 2025 wenig Handlung. Ich habe Wow-Effekte vermisst. Irgendwie geht‘s erst so richtig los. Die Sinnhaftigkeit der Mission bleibt offen.
Was bis dato nicht vorkommt, sind die Ursprünge und Motive der Aliens. Schade, dass sie optisch, in ihren Bewegungsabläufen und in ihrem Verhalten sehr menschenähnlich gestaltet sind. Kaum aus dem Wurmloch gekommen, finden sie sich anscheinend spielend in ihrem neuen Umfeld zurecht, heben sogar ihre Hände, um sich zu ergeben oder zu beschwichtigen. In dieser Hinsicht ist also noch Luft nach oben. Es wäre cool, wenn in einem Nachfolgeband die Perspektive eines Außerirdischen eingenommen werden würde und die Andersartigkeit dabei zum Ausdruck käme.
Band 2 wird im Oktober 2018 von Arne Danikowski veröffentlicht, Band 3 im November 2018 von Drew Sparks. Beide kenne ich noch nicht, lerne aber gern neue deutsche unabhängige Autoren kennen. Ich werde wohl anhand der Leseprobe entscheiden, ob ich die Reihe weiterverfolge.

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"thriller-roman":w=1

Die Rächer

J.A. Konrath , Peter Zmyj
Flexibler Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Edition M, 04.09.2018
ISBN 9782919801985
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach Band 1 bis 8 der Jack-Daniels-Reihe sowie „Alle wollen Tequila“ und „Die Brandmörder“ hatte ich für zwei Romane ausgesetzt, weil Brutalitäten, Unglaubwürdiges und Skurrilitäten für meinen Geschmack zu viel Raum gewonnen hatten. Nach langer Abstinenz war ich dann aber doch neugierig geworden, wie es mit Jack, Phin, ihrer Tochter, Harry und Herb weitergeht.
Ich bin gut reingekommen, fühlte mich durch die Lücke nicht beeinträchtigt, da Angaben zu den Geschehnissen seit der Geburt von Jacks Tochter eingeflochten sind.
Warum man in der deutschen Übersetzung zwanghaft irgendwelche beliebig austauschbaren Titel erfindet, habe ich noch nie verstanden, aber das möchte ich nicht lange ausführen.
J.A. Konrath versteht sich als Meister, seine Leser im schnellen Wechsel zwischen „Gruseln und Entsetzen“ und „Vor Lachen auf dem Boden kringeln“ hin- und herzuscheuchen, wobei die kapitelweisen Perspektivwechsel im unvermeidlichen Showdown besonders rasant ausfallen. Das hatte ich erwartet. Das habe ich bekommen.
Einige innere Kämpfe rund um Jack, Tequila und Herb weisen streckenweise eine gewisse Tiefe auf, sodass Mitfühlfaktor aufgebaut wird. Ansonsten aber flach erzählt. Zugegeben, bei einigen Schilderungen rund um Harry, z. B. zum Thema Feminismus und neue wildgewordene Haustiere, habe ich mich tatsächlich amüsiert, auch wenn das zu meinem Unbehagen viel mit Lächerlichem, Klischees und Schadenfreude zu tun hatte. Gefühlt war zu Beginn der Reihe seitens Hauptfigur Jack mehr feinsinniger oder zynischer Humor dabei, was mehr Klasse hatte und mir damit besser gefallen hat.
Die ausführlich dargelegten Brutalitäten durch menschenlebenverachtende Psychopathen und was Schwerverletzte noch leisten, war mir - wie schon in Band 8 - zu viel.
Am Ende bleibt bei mir das Gefühl, kurzweilig unterhalten, aber nicht bereichert worden zu sein.
Auf der einen Seite lebt die Serie davon, dass einem die Figuren ans Herz wachsen und etwas bedeuten. Auf der anderen Seite fehlt mittlerweile Innovatives. Das Innenleben der Bösen und der Aufbau der Geschichte gestalten sich immer ähnlich. Alle vermeintlichen Wendungen und Überraschungen hatte ich lange vorausgesehen, weil sich das Strickmuster wiederholt.
In Summe habe ich die Lektüre nicht bereut, weil mich die vom Autor erdachte Entwicklung der Charaktere interessierte und auch immer so viel passiert, dass mir nie langweilig wurde. Dennoch werde ich die unzähligen noch zu erwartenden Fortsetzungen zugunsten anspruchsvollerer Romane links liegen lassen.

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Die Flammen von Enyador (Enyador-Saga 3)

Mira Valentin
E-Buch Text: 434 Seiten
Erschienen bei null, 06.08.2018
ISBN B07G8KYG2M
Genre: Sonstiges

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Das KALA-Experiment

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492312707
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Karl Olsberg hat eine interessante Geschichte erdacht. In Bezug auf Spannung und Gefühle hat sie mich leider über weite Strecken nicht erreichen können. Für einen Science-Thriller wissenschaftlich zu verschwommen.

Der Roman besteht aus 66 kurzen in der Vergangenheitsform geschriebenen Kapiteln, wobei die Erzählperspektive kapitelweise wechselt. Zu Beginn eines jeden Kapitels wird der Countdown zum Schlüsselereignis angezeigt.

Es treten einige Figuren nur einmal kurz auf, in diesen Kapiteln werden die Auswirkungen des rätselhaften Phänomens beleuchtet. Anfangs neugierig machend. Allerspätestens ab der Hälfte des Buches hatte ich die Zusammenhänge allerdings begriffen, sodass weitere solcher Sequenzen weder inhaltlich noch emotional einen nennenswerten Mehrwert bei mir erzielten. Vielmehr wurde das Tempo rausgenommen und die Spannungskurve abgeflacht.
Zwei dieser offenen Handlungsfäden, die mir zudem besonders gefallen haben, werden am Ende nochmal aufgegriffen, dafür Daumen hoch.

Wiederkehrend sind drei Figuren und deren unmittelbares Umfeld:
Nina Bornholm aus Deutschland, Anfang 30, ledig, Videobloggerin, die sich für investigativen Journalismus begeistert.
John Sparrow aus den USA (New Mexico), Ende 30, geschieden, als einschüchternder Söldner agierend, um die Betreuung seiner immunkranken Tochter zu finanzieren.
Victor Kessler aus den USA (New Mexico), in Glaubenskrise befindlicher Priester.

Objektiv betrachtet interessant skizzierte Charaktere. Und doch wollte es mir partout nicht gelingen, zu sympathisieren, mich hineinzuversetzen, vollends mitzufiebern. Vielleicht ging mir die Wandlung in der Persönlichkeit einfach zu schnell oder die Perspektivwechsel waren zu zahlreich.
Die Neugierde hat mich durch das ganze Buch getragen, sodass ich nie in Versuchung kam, abzubrechen.
Liebesgeschichten finde ich fast immer bereichernd, doch hier wirkt alles zu gewollt, die Nebenfigur inkonsequent und unglaubwürdig.
Stark sind einige philosophische und gefühlvolle Passagen, z. B. die Analogie zu einem Buch.

Positives Herausstellungsmerkmal: Olsberg setzt ein politisches Statement. Der Thriller ist in unserer Welt in ganz naher Zukunft verortet, und es werden mögliche Konsequenzen heutiger Entscheidungen verarbeitet, z. B. Zensur in sozialen Medien. Diese Ausblicke bringen Gesellschaftskritik zum Ausdruck und erzielen sowohl Denkanstöße als auch großen Unterhaltungswert.
Dass Karl Olsberg eine starke Abneigung gegen Trump und seine Politik hegt, ist unverkennbar, auch wenn der Name nie fällt. Beispiele: „Der US-Präsident twittert irgendeinen Unsinn, während der Rest der Welt sich fragt, wann es seinen Beratern endlich gelingen wird, ihm den Account zu sperren.“

Der Erkenntnisgewinn ist vorhanden, aber gering. In einigen Sätzen werden Belange der hohen Mathematik und Physik anschaulich umschrieben. Hier habe ich einige Sätze markiert, von denen ich hoffe, dass sie sich beim Nachschlagen im Gehirn verfestigen.
Als Laie empfand ich es als schwer einschätzbar, wie ernstzunehmend einige wissenschaftlich anmutende Erläuterungen sind. Die Trennlinie zwischen Realität, Fiktion und dem in naher Zukunft Möglichen ist unscharf. Ein Nachwort, in dem Olsberg z. B. auf seine Motivation zu diesem Thriller eingeht, hätte Aufklärungsarbeit leisten können.

Ein Thriller, der ein bisschen unterhält, ein bisschen bildet, ein bisschen zum Nachdenken anregt, aber für mich kein Highlight ist. Weil durch die eingängige und kurzweilige Schreibweise ein großer Adressatenkreis angesprochen wird, mit dem Potenzial, aufzurütteln, vergebe ich knappe vier Sterne. Dies war nach Mirror mein zweiter Olsberg-Roman und ich bin offen für weitere seiner Werke.

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Funkenflug

Izabelle Jardin
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 31.10.2017
ISBN 9781503946804
Genre: Historische Romane

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Scry: Science-Fiction Thriller (Poseidon 2)

Thor Ansell
E-Buch Text: 291 Seiten
Erschienen bei null, 26.07.2018
ISBN B07D5M64XQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Scry wird als Poseidon 2 bezeichnet, spielt aber im Jahr 2065 in und um New York, während Poseidon im Jahr 2069 im Weltraum verortet ist. Es wirkt wie ein Spin-Off zur Poseidon-Reihe, denn es wird eine überwiegend abgeschlossene Geschichte erzählt, welche die Figur Logan und den Weltenbau vertieft, mit Fokus auf der Spaltung der USA und technischen Fortschritten in Robotik- und KI-Forschung. Reihenfolge beliebig. Möglich, dass Zusammenhänge mit der Fortsetzung deutlicher zu Tage treten.

Scry hat mich nicht ganz so mitgerissen wie Poseidon. Für knappe 5 Sterne reicht es dennoch.
Hauptfigur Logan ist nicht der typische Sympathieträger und lässt den Leser vergleichsweise wenig in seine Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Thor Ansell verwendet diesmal den auktorialen Erzählstil (allwissender Erzähler), der alles erlebbar macht, aber auch emotionale Distanz schafft. Die Beschreibung von Handlungen sowie des politischen und wirtschaftlichen Systems nimmt viel Raum ein.
Es geht temporeich und spannend zu.

Der Anfang weckte bei mir Assoziationen an I, Robot und A.I. Künstliche Intelligenz.
Auch wenn Gewalt den Anstoß bildet und omnipräsent ist, gerät die Handlung nicht martialisch. Lobend hervorheben möchte ich, dass nicht blutig und kopflos, sondern mit List und Verstand agiert wird.

Gut transportierte düstere Atmosphäre gewürzt mit Elementen, die Nahe-Zukunft-Thriller ausmachen. Die Ausführungen zum Weltenbau finde ich hochinteressant und gut durchdacht, bis hin zu liebevollen Details, z. B. dass bei Roboterarbeit Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden. Dieses Hintergrundwissen lässt die Poseidon-Welt echter und greifbarer wirken, wovon die ganze Reihe profitiert.

Ein absolutes Herausstellungsmerkmal ist der herrliche staubtrockene Humor. Die neckischen Frotzeleien zwischen Logan und Powerfrau Ferguson bilden für mich Highlights. Auch die Reflektionen zu Cerberus sind richtig klasse. Biblischer Sündenfall 2.0. Logans Partner Alfaro. Und die (gern mal sexistischen) Vergleiche, die coole und total verrückte Bilder ins Hirn transportieren (z. B. Velociraptor), sodass man sich mithilfe des Kopfkinos noch nach dem Lesen hieran erfreuen kann.
Viel freche, knackige Sprache, tolle Wortspiele und exquisiter Galgenhumor trösten darüber hinweg, dass ich das eigentliche Missionsziel streckenweise aus den Augen verlor.
Autor Thor Ansell ist eine verdammt geile Sau. So respektlos zu schreiben, muss man sich erstmal trauen. Wer gern Thariot liest, z. B. die Solarian-Saga und 2227, dürfte an der Poseidon-Reihe seine Freude haben.

Ich freue mich auf Poseidon: Singularity, angekündigt für Herbst 2018.

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Die Stimmlosen

Melanie Metzenthin
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 17.07.2018
ISBN 9782919801343
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:
Hamburg, 1945: Der Krieg ist zu Ende und die Naziherrschaft endlich vorbei. Doch in der Familie von Richard und Paula Hellmer kommt an diesem ersten Weihnachtsfest im Frieden keine rechte Freude auf. Zu beengt sind die Wohnverhältnisse, zu groß der Mangel an Lebensmitteln und warmer Kleidung. Vor allem Richard macht sich Sorgen – nicht nur um seine Familie. Er, der im Dritten Reich als Psychiater immer wieder sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Menschen zu retten, muss feststellen, dass die alten Seilschaften sich nahtlos in die neuen Machtverhältnisse eingegliedert haben. Überzeugt, das Richtige zu tun, sagt er in einem Prozess gegen seinen Erzfeind Chefarzt Krüger aus und muss sich zu seinem Entsetzen plötzlich für sein eigenes Tun rechtfertigen. Unterdessen stellen seine Frau Paula und sein bester Freund Fritz eine medizinische Versorgung ganz eigener Art auf die Beine – gefährlich und nicht immer legal …

Meine Meinung:

Mein erstes Werk von Melanie Metzenthin.
„Die Stimmlosen“ ist spürbar so aufgebaut, dass Vorkenntnisse nicht unbedingt nötig sind. In diesem Fall gilt es, konzentriert zu lesen, um die nebenher vermittelten freundschaftlichen, beruflichen und familiären Verbindungen zwischen den Figuren und prägende Erlebnisse aus dem Vorgängerband als Grundlage für alle weiteren Entwicklungen zu verarbeiten.
Ich tat mich anfangs schwer damit, gleichzeitig diesen Input aufzunehmen, mir Umgebung und Figuren vorzustellen und eine emotionale Ebene zu ihnen aufzubauen. Diese Anstrengung trübte für mich persönlich ein bisschen den Lesegenuss, gelang aber mit Lesefortschritt immer besser. Dennoch die Anregung an Verlag und Autorin, über einen Abschnitt zum Nachschlagen, z. B. mit Stammbäumen, nachzudenken.
Im Nachhinein hätte ich lieber „Die Lautlosen“ vorher gelesen. Umgekehrt gelesen, mindern die Spoiler das Spannungspotenzial erheblich.

Dieses Werk beleuchtet das Leben in Hamburg in den Jahren unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg.
Im Mittelpunkt stehen die praktizierenden Ärzte Richard, Paula (verheiratet, eine Tochter, ein gehörloser Sohn) und Fritz (verwitwet, ein Sohn, eine verstorbene Tochter) und der befreundete britische Offizier Arthur (getrennt lebend, kinderlos, ursprünglich auch Arzt), alle um die 40 bis 45 Jahre alt, sowie deren Familienangehörige.
Gezeichnet wird eine stimmige düstere, bedrückende Stimmung, von Entbehrungen geprägt: Kaum Wohnraum, leere Geschäfte, große Kälte im Winter, ständiger Hunger, bis hin zu Toten auf den Straßen. Die Anhänger des Nationalsozialismus verschleiern, lügen, lassen ihre Beziehungen spielen, sind weiterhin mächtig.
Demgegenüber stehen die Hauptfiguren für Offenheit, Hilfsbereitschaft, Gleichberechtigung, Optimismus, Zukunftsplanungen und einen pragmatischen/kreativen Umgang mit teils fragwürdigen Rechtsvorschriften, um das Überleben ihrer kleinen Gemeinschaft zu sichern.
Erzählt werden viele kleine Episoden aus ihrem Leben, die alle für sich spannend sind, aber zumeist auch nach einigen Seiten wieder vorbei, sodass die Spannungskurve stark schwankt.

Diesen prägenden Ausschnitt deutscher Geschichte finde ich sehr interessant, zumal ich erst Jahrzehnte später geboren bin und keine Großeltern zur Hand habe, die mir hiervon erzählt hätten.
Und dennoch fühlte ich mich nicht so richtig gefesselt von der Geschichte und es reicht nur für vier Sterne. Schwer zu analysieren, warum. Oft wechseln die Innenansichten alle paar Zeilen, vielleicht erschwerte mir dies, mich emotional involviert zu fühlen. Von den Hauptfiguren gefallen mir die mit Makeln behafteten Fritz und Arthur am besten. Ihre Gedanken und Gefühle haben mich am meisten berührt. Um Identifikationspotenzial zu stiften, ist Richard vielleicht schlichtweg zu perfekt, so blöd das auch klingen mag.
Von der jüngeren Generation rund um Richards Sohn Georg, Bruno und Horst, die Humor und Echtheit ausgestrahlt haben, hätte ich gern noch mehr erlebt.

Es ist ein Lerneffekt eingetreten: Bleibende Eindrücke zum Alltag, zur Gesellschaft, zur Rechtslage bzw. der gerichtlichen Aufarbeitung, zur Medizin. Auch die Beziehungen zwischen Hamburgern („Verlierern“) und alliierten Besatzungsmitgliedern („Siegern“) sind interessant und vielfältig gezeichnet. Dass z. B. auch die Engländer wenig zum Essen hatten, welche Auflagen es für Eheschließungen gab, war mir nicht bewusst.

Das Ende hinterlässt ein gutes Gefühl. Aufbruchsstimmung. Die Wirkung jedes Einzelnen. Nicht alles ist gut, aber vieles auf dem richtigen Weg.
Ein Nachwort rundet das Werk gelungen ab.

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Pheromon - Sie sehen dich

Rainer Wekwerth , Thariot , Frauke Schneider
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505543
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die wichtigsten Erkenntnisse aus Band 1 knapp zusammengefasst (Spoiler zum Vorgängerband):
Die nach außen hin wohltätige Organisation Human Future Project initiiert im Jahr 2118 seit etwa 100 Jahren ein Humanforming, d. h. eine gentechnische Veränderung oder einen Virenbefall der Menschen, damit sie als Wirtskörper für Aliens, deren Invasion kurz bevor steht, dienen können. Babys werden gentechnisch verändert, um mithilfe von Spezialfähigkeiten (Jakes besserer Geruchssinn stand Pate für den Buchtitel) die wenigen noch nicht infizierten Individuen erkennen zu können. Fünf dieser Neugeborenen, darunter Hauptfigur Jake, werden von der jungen Erwachsenen Lee verstreut herübergerettet in die USA des Jahres 2001. Sie sind prädestiniert zur Alienjagd (daher „Hunter“), allerdings ohne das Wissen zu ihrem eigenen Schicksal und dem Schicksal der Welt aufgewachsen.

Im Folgenden meine Meinung zu Band 2:

Eingebettet in den Text, enthält Band 2 diverse Erinnerungsstützen. Es empfiehlt sich trotzdem, den Vorgänger gelesen zu haben, weil einige nicht näher erläuterte Bezüge, z. B. zu Amys Bruder und Serena, ansonsten Verständnisprobleme verursachen und den Lesegenuss beeinträchtigen können.

Der Auftakt bietet Nervenkitzel und Action, aber auch Herzerwärmendes. Da die Autoren nicht zimperlich sind, wenn es ums Sterbenlassen wichtiger Figuren geht, gilt es dann zunächst, neue Charaktere kennenzulernen und sich an neuen Orten und Situationen zurechtzufinden und hineinzufühlen, bis es dann dramatisch, spannend und rätselreich weitergeht.

Die Autoren bleiben ihren jeweiligen Genres und Ecksteinen in der Figurenzeichnung, die sich bewährt haben, treu. Zusammen ergibt das eine ganz besondere Mischung, die ich so noch nicht gelesen habe.

Jugendroman-Autor Rainer Wekwerth hat sich den Erzählperspektiven der 17-jährigen Hunter im New York des Jahres 2018 verschrieben.
Die Hunter sind ganz unterschiedlich in ihrer Familiengeschichte, im Selbstbild, in der Fremdwahrnehmung und im Verhalten. Ihre Spezialfähigkeiten lernt man im Laufe des 2. Bandes kennen.
Es dürfte spannend werden, wie sich die Ausprägungen im Ernstfall äußern und ergänzen.
Jake ist spürbar erwachsener und verantwortungsbewusster geworden, eine gelungen dargestellte Entwicklung. Seine Hunter-Eigenschaften hätten für meinen Geschmack mehr in Erscheinung treten können. Die Liebesgeschichte finde ich gut, verleiht mehr emotionale Tiefe.
Der Buchtitel spielt auf einen Hunter an, den ich tatsächlich besonders faszinierend finde und von dem ich hoffe, dass er im Abschlussband noch mehr zur Geltung kommt.

Nachdem Science-Fiction-Autor Thariot seine Figuren in die ewigen Jagdgründe eingehen ließ, übernimmt er im Jahr 2118 diesmal die Sichtweise der 24-jährigen Anwältin Giovanella. Diese wirkt sympathisch auf mich. Ihr taffes Auftreten weckt angenehme Erinnerungen an Hauptfigur Tara aus der lesenswerten Solarian-Saga. Wenn es um gewohntes Terrain geht, gibt sie sich souverän, ansonsten wirkt sie ein bisschen verpeilt. Ihre Erlebnisse und Gedanken und einige zynische Sprüche brachten mich des Öfteren zum Lachen (z. B. Katze).
Hinzu kommen Innenansichten des jungen erfolgshungrigen FBI-Agenten Frank.

In Nebenrollen brillieren die undurchsichtigen Charaktere Carl und Renier. Ich finde es toll, durch solche Figuren zum Rätseln, z. B. über zugedachte Rollen, Motivlagen und Wissensstände, motiviert zu werden.

Der Turnus von Kapitel- und damit Perspektivwechseln etwa alle 5 bis 9 Minuten verleiht Tempo. Um in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt einzutauchen, bevorzuge ich etwas längere Abschnitte, was aber reine Geschmackssache ist. Gut gemacht: Die Abschlüsse der Kapitel bilden häufig Cliffhanger und bestehen aus kurzen prägnanten Eindrücken zur gefahrenumwobenen Situation, die nachhallen. Hierdurch bleibt die Spannungskurve oben, und die Geschichte ist viel anregender als wenn jeder Handlungsstrang für sich allein stehen würde. Die Wechselwirkungen zwischen den beiden Welten gestalten sich interessant und regen zum Spekulieren an.

Gierig aufgesogen habe ich Beschreibungen zur Umgebung und zur Atmosphäre. Düster und verzweifelt auf der einen Seite, mit futuristischem Verkehr, abenteuerlicher Architektur und ganz unterschiedlichen Stimmungen auf der anderen Seite, jeweils stimmig umgesetzt. Da ich solche Beschreibungen mag und von Science-Fiction-Literatur verwöhnt bin, hätte es gern noch mehr sein dürfen, aber zum Anfachen des Kopfkinos hat es allemal gereicht.

Nicht durch die Handlung als solche, sondern unterschwellig nimmt man wahr, dass es sich um einen Jugendroman handelt. Dies äußert sich darin, dass sich die Autoren einer leicht verständlichen Sprache bedienen, auf Nebenschauplätze verzichten, einige Erfolge dem glücklichen Zufall geschuldet sind und Fährten etwas offensichtlicher ausfallen als gewohnt (Namen, Embleme, …).
Ich persönlich mag es, intellektuell noch stärker gefordert zu werden, auch mal in die Irre geführt zu werden. Außerdem hatte ich erwartet, zum Ende von Band 2 in der Handlung weiter vorangekommen zu sein. Beispielsweise was die Alien-Attacke angeht. Deshalb reicht es nicht ganz für fünf Sterne.
Trotzdem: Ich wurde viel überrascht, habe mitgerätselt, bin emotional mitgegangen und habe noch keine Ahnung, wie es weitergehen wird.

Als Thariot-Kennerin fand ich es charmant, auf Querverweise zu stoßen: das in all seinen Romanen präsente Motiv Freiheit, seine Wahlheimat Malta, der Name einer Segeljacht in Anspielung auf eine tolle andere Saga aus seiner Feder, …

Das Taschenbuch mit farblich und haptisch abgesetztem Insekt und blauem Buchschnitt ist ein absolutes Schmuckstück.

Das Ende ist für Ungeduldige ganz bitter. Alles ist in Stellung gebracht. Mir schwant allmählich, warum die Trilogie passenderweise in den USA verortet wurde. ;-) Jetzt wäre man so weit, das Finale mit dem Abfackeln des großen Feuerwerks anzustarten. Doch es heißt Warten. Ich freue mich auf einen hoffentlich sehr langen Abschlussband voraussichtlich Mitte Januar 2019. Gern auch früher. ;-)

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Enceladus

Brandon Q. Morris
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Belle Epoque Verlag, 06.11.2017
ISBN 9783945796924
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Klappentext:
Im Jahre 2031 finden Forscher in den Signalen einer Roboter-Sonde, die den Saturnmond Enceladus studiert, eindeutige Spuren biologischer Aktivität. Beweise für außerirdisches Leben – eine Weltsensation. Fünfzehn Jahre später macht sich ein eilig dafür gebautes, bemanntes Raumschiff auf die weite Reise zum Ringplaneten. Der internationalen Crew stehen nicht nur schwierige siebenundzwanzig Monate bevor: Falls sie es ohne Zwischenfall bis zum Enceladus schafft, muss sie mit einem Bohrschiff den kilometerdicken Eispanzer des Mondes durchdringen. Denn Leben kann nur am Grunde des ewig dunklen Salz-Ozeans existieren, der sich vor Milliarden Jahren in der Schale des Eismondes gebildet hat, sagen die Astrobiologen. Doch schon kurz nach dem Start macht eine Katastrophe ein glückliches Ende des Abenteuers höchst unwahrscheinlich.
Hard Science Fiction, Brandon Q. Morris, Physiker und Weltraum-Spezialist, beschreibt die Reise der internationalen Expedition durch das lebensfeindliche Vakuum des Alls basierend auf neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und realen Technik-Trends. Im Anhang: »Die neue Biografie des Enceladus« – was die Forschung über den Saturnmond weiß.

Meine Meinung:

Große Teile der Handlung entfallen auf Tests auf der Erde, Weltraumtraining und die Reise zum Enceladus. Die Forschungsexpedition auf dem Saturnmond macht etwa ein Viertel aus und hat für mich am meisten Spannung und Faszination erzeugt, insbesondere was die neuartige Lebensform angeht. Aber auch das ganze „Vorspiel“ empfand ich nicht als trocken.
Wer auf kriegerische Handlungen, Machtspiele, Intrigen usw. hofft, wird enttäuscht. Für mich war es nicht der erste Morris-Roman, sodass ich mit der richtigen Erwartungshaltung herangegangen bin.
Nahezu die ganze Geschichte wird aus Sicht von Nerd Martin erzählt. Auch wenn er und die Besatzung keine Gefühlsausbrüche hinlegen, sind sie mir irgendwie ans Herz gewachsen, sodass mich ihr Schicksal interessiert, zumal sie auch eine Vergangenheit haben, die es stückchenweise zu ergründen gilt. Von trockenem Humor wie diesem darf es gern mehr geben: „Er konnte nicht unterscheiden, ob ihn Kälte oder Hitze peinigten, aber das war auch egal, er würde so oder so sterben.“

Ohne mit überbordenden Details zu ermüden, zeichnet das Werk ein realistisches Bild, sodass man tatsächlich glaubhafte Einblicke davon bekommt, welche Multi-Tasking-Eigenschaften verlangt werden, wie der Alltag eines Astronauten aussieht (wobei dieser mit zwischenmenschlichen Beziehungen und einigen schönen Ideen angenehm aufgepeppt wird), welche Auswirkungen sich hieraus auf die Psyche ergeben, und mit welchen Problemen man sich konfrontiert sehen kann. Zumindest ordne ich das als Laie so ein.
Die wissenschaftlichen und technischen Inhalte empfand ich als gut dosiert und gut verständlich.
Bereichernd wären Details auf der Erde gewesen, welche die Verortung in der Zukunft verdeutlichen.

Man sollte wissen, dass Enceladus den ersten Teil einer Reihe bildet und für sich allein eher unbefriedigend ist. Der Cliffhanger ist fies.
Sofern man sich an kleinen Spoilern nicht stört (und bei Morris‘ Büchern ist nach meinem Empfinden der Weg wichtiger als das Ziel), könnte man - so wie ich es gemacht habe - mit dem Einzelband „The Hole“ oder mit dem Einzelband „Silent Sun“ antesten, inwieweit man den Stil des Autors mag und sich dann direkt „Eismond: Der Sammelband - vier Romane“ kaufen. Während die hier bewertete Enceladus-Original-Version viel zwischen Zeiten und Orten hin- und herspringt, enthält der Sammelband zusätzlich eine überarbeitete chronologische Version der Geschehnisse und lässt sich damit für diejenigen, die - wie ich - in Bezug auf Astrophysik, Raumfahrttechnik usw. noch Nachholbedarf haben, angenehmer lesen, erzielt damit höhere Lerneffekte.

Ich bin gespannt, wie es in Band 2 „Titan“ weitergeht.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Ganymeds Erbe

Joshua Tree
E-Buch Text: 284 Seiten
Erschienen bei null, 15.07.2018
ISBN B07F3F4X5R
Genre: Sonstiges

Rezension:

*Spoiler enthalten*
Ein dritter Band, der mich - wie schon der Auftaktband - mit gemischten Gefühlen zurücklässt.
„Wenn es nur noch eine Richtung gab, in die man gehen konnte, hatte man genügend Freiraum, um seine ganze Kraft dorthin zu lenken.“ – Dieses Zitat fasst die Zielrichtung gut zusammen.

Es geht dramatisch, spannend und überraschend zu. Die temporeiche Story sorgt für Nervenkitzel.
Zunehmend präsentere packende Gefühlslagen ließen eine emotionale Bindung zu den Hauptfiguren und ihren Gefährten entstehen. Folglich habe ich die weitere Entwicklung, bei der sich auf Teddys Seite der hohe Stellenwert von treuer Freundschaft und Zusammenhalt fortsetzt, mit großem Interesse verfolgt.
Zu echten Sympathiefiguren sind sie mir nicht geworden, was wohl dadurch bedingt ist, dass sie absolute Extreme bedienen: Rachel agiert beherrscht und professionell. Theodore handelt nicht zimperlich, wenn es um Gewalt geht, wenn auch zu höherem Zweck, weil er eigentlich ein Menschenfreund ist. Mir hat da eventuell der Identifikationspotenzial stiftende Gegenpol des täglichen Überlebenskampfes der Normalbevölkerung gefehlt.
Die Perspektiven haben sich gut ergänzt und zum Rätseln angespornt.
Es wird aufgezeigt, dass hinter Uniform und Dienstkleidung Individuen mit ihren eigenen Sorgen stecken. Eine zeitlos schöne Botschaft.
Charmant finde ich den Bezug zur aktuell von mir gelesenen Eismond-Reihe des Indie-Autor-Kollegen Brandon Q. Morris in Kapitel 10. Ein Indiz dafür, dass man sich kennt und schätzt.

Negativaspekt: In beiden Handlungssträngen wird zu viel gestorben. Gegenspieler Kruger und die gesichtslos bleibenden Köpfe der Konzerne agieren skrupellos, macht- und geldgierig, da hätte ich darüber hinausgehende Motivlagen favorisiert, um die Schwarz-Weiß-Zeichnung zu durchbrechen. Es zeigt sich eine starke Tendenz zu Military-Science-Fiction, von der ich schlichtweg kein Freund bin, vor allem wenn eine verrohte Gesellschaft und Politik dargestellt wird, dem Zweck die Mittel untergeordnet werden und viele im Weg stehende Individuen vergleichsweise sinnlos als Kanonenfutter enden.
Es ist versöhnlich, dass hier zumindest in einigen Todesfällen die Sinnhaftigkeit verdeutlicht wird und eine emotionale Würdigung erfolgt.

Geschmacklich irgendwo in der Mitte ordne ich die Atmosphäre ein. Vom Autor gelungen umgesetzt, bildhaft. Bloß wurden mir das Blut, die Menschenverachtung, das ausgelöste negative Weltbild irgendwann zu viel.
Gemischte Gefühle ruft auch das Ende hervor. Ein ziemlicher Hammer, was erstmal cool ist, und dennoch bin ich mir immer noch unschlüssig, ob ich mit Ausgang und Ausblick zufrieden bin. Mit meiner leisen Hoffnung, die ich in den Cyborg gesetzt hatte, lag ich daneben. Und insgeheim hatte ich wohl insgesamt auf einen Tenor gehofft, der im Jetzt mehr positive Impulse setzt. Ich tendiere aber zu einem positiven Fazit. Obendrein habe ich keine offenen Fragen und Logiklöcher ausmachen können.

Der Abschlussband hat das schönste und auffälligste Cover sowie einen prägnanten und passenden Titel.

Die drei Sterne verstehen sich mit Tendenz zu vier Sternen und mit dem Hinweis, dass ich für einige Inhalte wohl zu sensibel bin, um in den grundsätzlich möglichen Lesegenuss zu kommen.
Im Endeffekt fühle ich mich gut unterhalten und kann unter stilistischen Aspekten kaum meckern. Dass ich streckenweise subtilen leisen Tönen, Umsicht und Intelligenz den Vorzug gegenüber Kampf und Flucht gegeben hätte, ist Geschmackssache.

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Was wir zu hoffen wagten

Michaela Saalfeld
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404177073
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:
Berlin, 1912: Felice träumt davon, Jura zu studieren, das aber ist Frauen im Kaiserreich verwehrt. Ihren Bruder Willi fasziniert die Welt des Films, doch er muss das väterliche Bankgeschäft übernehmen. Die Jüngste schließlich, Ille, ist in einer Ehe mit einem brutalen Mann gefangen. Drei Geschwister, drei Hoffnungen, drei Lebensentwürfe, die bei Ausbruch des großen Kriegs völlig auf den Kopf gestellt werden. Werden sich die Geschwister in den Trümmern ihrer Heimat neu finden? Ist die junge Republik auch für sie der Weg in eine neue Zeit?

*Rezension ohne schlimme Spoiler*
Meine Meinung zur Gesamtwirkung:
Ich habe viel dazugelernt und fühle mich gleichzeitig bestens unterhalten. Die Lebensumstände in den 1910er-Jahren habe ich mit Interesse und Faszination aufgenommen. Die Schilderungen zum 1. Weltkrieg in der zweiten Buchhälfte sind eindringlich und erschütternd, ohne Schwarz-Weiß-Zeichnung und ohne effektheischend zu sein.
Ein sehr berührendes Werk. Die Botschaften machen Mut und hallen nach.
Dadurch, dass die fiktiven Elemente gut gemacht sind, auch für „Geschichtsmuffel“ empfehlenswert.

Meine Meinung zur Wissensvermittlung:
Der Lerneffekt ist in der Breite überschaubar, weil die Charakterzeichnung einen hohen Stellenwert einnimmt und die Handlung auf den Wahrnehmungshorizont der Hauptfiguren beschränkt ist.
Zeitlich: Frühjahr 1912 bis Frühjahr 1919.
Räumlich: Schwerpunkt Berlin, Abstecher zur Ostsee, belgische Stadt Ypern (Flandern) sowie die Schützengräben nahe dieser Stadt.
Gesellschaftlich: Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Felice (21), Willi (18), Ille (16), die jüdische Schauspielerin Recha (21) sowie ein Filmemacher (38); alle der gehobenen Mittelklasse zuzuordnen. Angaben zu anderen Gesellschaftsschichten nehmen wenig textlichen Raum ein, wirken aber dennoch intensiv, z. B. das sogenannte Trockenwohnen.
Was mich vollends überzeugt ist die Tiefe der Ausarbeitung. Es ist spürbar, dass sich die Autorin jahrelang intensiv mit Lebensumständen (z. B. Rollen und Rechte der Frauen im beruflichen und familiären Kontext, Übernehmen des väterlichen Berufs, Ansehen von Krieg und Soldatentum, Zensur der Medien), Sprache und Historie in den 1910er-Jahren, besonders in ihrer Wahlheimat Berlin, beschäftigt hat und dies mit Leidenschaft verarbeitet.
Auch der technische Fortschritt, z. B. der Zeppelin, wird beleuchtet.
Sehr gut: Alle Begriffe, die heutzutage nicht mehr geläufig sind, werden in einem Glossar am Ende erläutert.
Obendrein geht Michaela Saalfeld in einem Nachwort u. a. darauf ein, dass einige ihrer fiktiven Figuren realen Persönlichkeiten nachempfunden sind.
Ich nehme an, dass sich viel Historie und Eindrücke zur Gesellschaft dauerhaft im Gedächtnis verankern. Ich habe außerdem Lust bekommen, mich weitergehend hiermit zu befassen.
Viele Textstellen, die entweder zum Nachdenken und Sinnieren anregen oder sich für eine weitere Recherche eignen, habe ich markiert.

Meine Meinung zu Unterhaltungsaspekten:
Diese spielen eine große Rolle. Die Wissensvermittlung wird stimmig eingebettet, hierdurch stellt sich der Lerneffekt nebenher ein, nimmt mit dem Lesefortschritt zu.
Haupt- und Nebenfiguren sind toll ausgearbeitet.
Kapitelweise wechselnd schlüpft man in die Perspektive von fünf Figuren. Diese sind charakterlich, in ihrem Intellekt und in ihren Weltanschauungen und Zielen sehr unterschiedlich. Sie bieten Potenzial zum Polarisieren, sodass sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden und Lieblingsfiguren identifizieren kann. Keine Figur stellt ein Idealbild dar, jede hat eine sie/ihn prägende Vergangenheit, Stärken und Schwächen, Sorgen, Motive und Hoffnungen. Es ist faszinierend, sie bei ihrer teils weitreichenden privaten und beruflichen Entwicklung zu begleiten. Stimmungen konnte ich gut einfangen. Gedanken- und Gefühlswelt wirken stimmig und echt. Jede der fünf Perspektiven war sehr spannend, sodass ich kräftig mitgefiebert, mich mitgefreut und mitgelitten habe, so mancher Figur auch gern mal die Meinung gegeigt hätte.
Die Nebenfiguren, allen voran Oma Hertha und Quintus Quirin, bereichern die Handlung ungemein, machen Laune, überzeugen in den Details und sind absolute Originale.
Es gibt auch Antagonisten, an denen „man sich reiben kann“.
Umgebungsbeschreibungen vermitteln brauchbare Eindrücke, sind weder zu lang noch zu kurz.
Einige Szenen strahlen subtile Erotik aus.
Längen in der Handlung habe ich für mich nicht wahrgenommen.
Allerlei Auffälligkeiten animieren zum Rätseln und Spekulieren, was mir großen Spaß gemacht hat.

Das Ende greift alle offenen Handlungsfäden und Fragen auf, kommt ohne Logiklöcher aus und bildet einen gelungenen Abschluss.
Die Autorin schreibt derzeit an einer Fortsetzung, die optional ist. Ich freue mich darüber. Auf diese Weise lasse ich mir deutsche Geschichte liebend gern vermitteln!

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Harry Potter und das verwunschene Kind

Joanne K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559159
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Nachhinein denke ich mir so: Das hätte ich gern irgendwann einmal unvoreingenommen im Theater gesehen. Denn ein schön inszeniertes Theaterstück mit atmosphärischer Einbindung des Publikums ist es ganz bestimmt.
Den Anteil von Joanne K. Rowling schätze ich derweil als gering ein. Die Handlung mit altbekannten Schauplätzen, Figuren und deren Nachkommen und einigen Storyelementen aus Band 3 und 4 der Reihe ist nicht schlecht, aber eben auch nicht außergewöhnlich vielschichtig, kreativ, innovativ und überraschend.
Szenische Hinweise, wörtliche Rede sowie prägnante Gestik und Mimik werden angeführt. Ich konnte hierdurch der Story gut folgen. Gedanken- und Gefühlswelt, Umgebungsbeschreibungen und dergleichen sind allerdings der Fantasie und Interpretation des Lesers überlassen. Ich konnte es vor meinem inneren Auge hinzufügen, dennoch wollte der Funke einfach nicht überspringen.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen wirken überspitzt. Harry habe ich gar nicht mehr wiedererkannt. Die Vater-Sohn-Geschichte wirkt klischeehaft und voraussehbar. Bei Ron störte mich bereits bei der Filmadaption, wie dümmlich er dargestellt wird, dieser Umstand wird hier sogar noch gesteigert. Dürfte im Theater die gewünschte humoristische Wirkung nicht verfehlen, für Freunde des Buches aber oberflächlich und unauthentisch.
Gut vorstellbar, dass sich viele Fans nach dieser Lektüre wünschen, sie hätten sich in Bezug auf das weitere Leben der liebgewonnenen Figuren auf die eigene Vorstellungskraft beschränkt.
Beim Preis von 19,99 € zu beachten: Das Buch kommt wuchtig daher, doch die 336 Seiten weisen vergleichsweise wenig Text auf, sodass sich das Werk für einen Erwachsenen bequem innerhalb von drei bis vier Stunden lesen lässt. Da ist man von den „richtigen“ Büchern mehr Abenteuer, Flair und Gefühlsachterbahn gewohnt.
Ein achter Harry Potter ist es für mich nicht, aber für bekennende Fans bestimmt ein gelungener Theaterabend.

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2.031 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

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Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 12.10.2009
ISBN 9783453407848
Genre: Klassiker

Rezension:

Geballte Ironie, komprimierter Unsinn, und dabei im Kern so entlarvend, so zeitlos wahr! Ein Buch, das gewisse intellektuelle Ansprüche an seine Leserschaft stellt, wenn man die vielfältigen Anspielungen durchdringen möchte. Immer passiert etwas Aufregendes, aber selten das, was einem vernunftbegabten Menschen so vorschwebt. Damit kann dieses Werk als beflügelnd für die eigene Vorstellungskraft gewertet werden. Es ist dermaßen lustig! Und bietet gleichzeitig Stoff zum Nachdenken.
Schade bloß, dass die aktuelle Kindle-Edition mit 11,99 € je Band der fünfbändigen »Intergalaktischen Trilogie« ziemlich teuer ist. Ich finde es regelmäßig reizvoll, Kult-Werke immer dabei zu haben und auf beliebte Markierungen der “Community” zurückzugreifen, doch der Preis senkt den Nutzerkreis deutlich. Es würde mich freuen, wenn der Heyne-Verlag das überdenkt. “Per Anhalter durch die Galaxis: 5 Romane in einem Band (Heyne Allgemeine Reihe (01))” für 37,50 € für’s Bücherregal bietet immerhin eine schöne Alternative.
Ich fühle mich aufgeheitert, allerbestens unterhalten, um viele bunte Bildchen in meinem Kopf und einige Denkanstöße reicher. Ein grandioses Buch, dessen Anekdoten ich wohl nie vergessen werde.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Die Schwärmer

Willi Hetze
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei salomo publishing, 15.03.2018
ISBN 9783941757844
Genre: Romane

Rezension:

Einschätzungen zum Sprach- und Erzählstil:
Der Sprachgebrauch mit poetischen Einflüssen lässt tief in die Atmosphäre eintauchen, die sich sehr kontrastreich gestaltet. Da ist zum einen die tiefste Provinz, in der „sich Mensch und Landschaft gegenseitig vergessen“, die von Naturbelassenheit, Bodenständigkeit, handwerklicher Arbeit und dem persönlichen Austausch geprägt ist. Diese Welt prallt auf Elemente aus Science-Fiction-, Nahe-Zukunft- und Cyber-Thrillern, überspitzte Bilder einer immer schnelllebigeren Gesellschaft.
Ein ungewöhnlicher Genre-Mix, der fantastisch funktioniert und eine außergewöhnliche Geschichte formt.
Bei dem umstrittenen Bestseller "Die Tyrannei des Schmetterlings" findet sich ein ähnliches Sprachkonzept, das aber allzu oft in blumigen Beschreibungen ausufert und die Fokussierung vermissen lässt. Aber hier wird für meinen Geschmack genau das richtige Maß gefunden, damit Bilder im Kopf entstehen und man mithören, mitriechen und vor allem mitfühlen kann, es aber auch mit der Handlung vorangeht.
Es ist spürbar, dass der Autor etwa drei Jahre lang an den Details gefeilt hat.
Der Roman ist unterteilt in fünf sowohl thematisch als auch stilistisch klar abgegrenzte Abschnitte in der Vergangenheits- und Gegenwartsform mit prägnanten Überschriften, es gibt insgesamt 33 Kapitel, sehr gelungen wie ich finde.

Einschätzungen zu Handlung und Figuren:
Zur Geschichte möchte ich bewusst nichts verraten. Sie gestaltete sich für mich sehr spannend und faszinierend, bietet einen packenden Showdown und ein krasses, aber stimmiges Ende.
Die 20-jährige Hauptfigur Teo, aus dessen Perspektive alle Kapitel wiedergegeben werden, wirkt sympathisch. Er ist kein Übermensch, offenbart ein riesiges Repertoire an Gefühlen und klugen Gedanken, was ihn authentisch macht und zum Mitfiebern einlädt.
Nebenfiguren sind von überschaubarer Anzahl und wissen zu gefallen. Viele treten mehrfach auf, sind mysteriös und auf ihre Weise besonders, alle erfüllen bestimmte Funktionen, verdeutlichen Umstände.

Weitere Einschätzungen, Besonderheiten:
Ein Herausstellungsmerkmal bildet das mögliche Mitdenken und Spekulieren über Gleichnisse rund um den Wandel der Kommunikation (Assoziationen zum Internet, zu sozialen Medien usw.), Symbole und tiefere Bedeutungen. Es lohnt sich, zu sinnieren, z. B. über den Wert von Individualität, Sicherheit, Fortschritt, viele schnelle Informationen, Gedankenfreiheit, z. B. anhand dieses Satzes: „Wie schnell man sich daran gewöhnen kann, über alles Auskunft zu erhalten, dachte er, sei sie richtig oder falsch.”
Mir hat das Denkanstöße gegeben. Gleichzeitig so gut eingebettet, dass ich es nicht als anstrengend empfunden habe und stattdessen großen Spaß hatte. Ein echter Geheimtipp also (noch). Mit Sicherheit ein Buch, das man so schnell nicht vergisst! Für mich als Vielleserin absolut ein Highlight des Jahres 2018.

Zum Adressatenkreis:
Da Gewalt auftritt und die Geschehnisse bildhaft düster und beängstigend (nicht gewaltverherrlichend) inszeniert werden, empfehlenswert erst ab etwa 14 Jahren. Eine Vorliebe für ausdrucksvolle, mit Metaphern angereicherte Sprache, gesellschaftskritische und philosophische Töne und ein intellektueller Hintergrund sind von Vorteil, wenn man in den vollen Lesegenuss kommen möchte.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Ganymeds Flüstern

Joshua Tree
E-Buch Text: 382 Seiten
Erschienen bei null, 01.06.2018
ISBN B07CWW53LG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Aufgrund des gut durchdachten Weltenbaus und der spannenden Rätsel und weil ich doch gern wissen möchte, wie es mit Rachel, Theodore, seiner Tochter und ihren Gefährten weitergeht, habe ich mir die Fortsetzung gekauft. Das war eine gute Entscheidung.
Durch die kapitelweise abwechselnde Perspektive und die zwei sehr verschiedenen Schauplätze fühle ich mich immer gut bei der Stange gehalten. Hinweise verleiten zu Spekulationen, wie sich die Handlungsstränge im finalen Band verknüpfen könnten. Der zentrale Wow-Effekt kam unerwartet und hat mir sehr gefallen.
Emotionen und innere Kämpfe erhalten mehr Raum, auch Einblicke in die Vergangenheit werden vertieft, hierdurch konnte ich mich in die Hauptfiguren gut hineinfühlen und mitfiebern.
Charmant und amüsant sind die neckischen Frotzeleien (Klötzchen-Aufbau-Ingenieur, Schaltkreispsychologe usw.).
Von den Nebenfiguren habe ich Patrick und Jack besonders ins Herz geschlossen.
Ich bin neugierig, ob sich eine Romanze anbahnt.
Die Beschreibungen sind weiterhin gut verständlich und bildhaft und versprühen eine zumeist bedrohliche Atmosphäre.
Sternabzug, weil die vorhandenen gesellschaftskritischen Töne unterlaufen werden, indem Drogen und Augmentationen sowie brachiale Aggressivität allzu oft als Schlüssel zum Erfolg verkauft werden und die brutalen Darstellungen in Los Angeles ziemlich ausschweifend geraten sind. Immerhin besteht die Aussicht, dass demnächst Planung, Teamwork, Intelligenz und Kombinationsgabe stärker zählen.
Die Storyentwicklung ist spannend, Band 3 bereits vorbestellt.

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173 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Racheopfer

Ethan Cross
E-Buch Text: 94 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 02.10.2013
ISBN 9783838747163
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für mich das erste Werk von Ethan Cross. Ein Appetitanreger, gut geeignet, um hineinzuschnuppern, ob die chronologisch danach verortete Reihe rund um Serienkiller Francis Ackerman Jr. gefallen könnte.
Die Handlung ist – wohl auch der Kürze dieses Prequels geschuldet – sehr einfach gestrickt, ließe sich mit wenigen Sätzen zusammenfassen.
Was dabei gelungen ist, sind die Innenansichten. Es kommt viel Atmosphäre auf. Man fühlt sich unweigerlich an Hannibal Lecter und sein Treiben in “Das Schweigen der Lämmer” erinnert.
Wer aber darauf gehofft hat, die Kindheit des Serienmörders näher zu ergründen, wird enttäuscht.
Überraschenderweise stellt die Perspektive der “Guten” keinen Kontrapunkt zu diesen psychischen Abgründen dar, da auch von negativen Motiven dominiert.
Auch wenn ich eine Ahnung vom Ausgang hatte, habe ich mitfiebern können.
Die Reihe werde ich trotzdem nicht weiterverfolgen, weil ich keine Freundin von Büchern bin, die mich mit solch negativen Gefühlen zurücklassen. Ich persönlich favorisiere es, wenn ein Thriller nicht nur spannend und atmosphärisch ist, sondern auch Botschaften vermittelt, zum Nachdenken anregt, Humor oder Herzerwärmendes mitbringt.
Ich kann mir vorstellen, andere Bücher des Autors zu lesen, denn Erzähl- und Sprachstil mag ich.

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Die Ewigen

V.S. Gerling
Buch: 480 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 01.05.2018
ISBN 9783956691041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stil: Allwissender Erzähler, Vergangenheitsform. Kurze Kapitel mit vielen Szenenwechseln. Kurze verständliche Sätze, geradlinige Sprache, fokussiert auf Handlungen und wörtliche Rede. Es dominiert ein hohes Erzähltempo. Es kommt also keine Langeweile auf. Gleichzeitig aber wenig atmosphärisch. Gedanken und Gefühlslagen kommen vergleichsweise wenig vor oder sind für meinen Geschmack zu klischeehaft ausgestaltet.
Was mich gestört hat: Die Figuren sind angeblich hochintelligent. Millionäre. Chefs über Hunderte oder Tausende Mitarbeiter. Hacker, die zu schlau für‘s FBI sind. Oder hochrangige Politiker. Und lassen Gesprächsführungstechniken vermissen, geben sich naiv, recherchieren nicht, lassen sich leicht überzeugen bzw. manipulieren. Kurze Kommunikation mit einem Wildfremden und das ganze Weltbild (Vertrauensverhältnisse usw.) ändert sich. Wenn die Motivlagen komplexer gestaltet worden wären, hätte dies die Glaubwürdigkeit kräftig erhöht.
Leider konnte ich mich nur schwer hineinfühlen und nicht so mit den Protagonisten sympathisieren und mitfiebern, wie ich es gern tue. Eine Distanziertheit zu den Charakteren blieb bis zum Ende bestehen.
Ich habe kleine Logikbrüche wahrgenommen, z. B. in Fragen der Dokumentation (Mutterpass) und Kommunikation nach außen (Verschwinden).
Obwohl es keine sprachliche Differenzierung gibt, bin ich immer gut mitgekommen, wen ich aktuell wo mit welchem Handlungsstrang begleite. Das ist angesichts der Vielzahl der Akteure nicht selbstverständlich.
In letzter Konsequenz ist die Handlung durchaus interessant, nicht nur die Rahmenhandlung, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und psychische Umstände. Aber von den vielen guten Ideen wird viel nur angekratzt und nicht konsequent weiterverfolgt. Wäre zudem noch spannender und überraschender, wenn der Klappentext weniger preisgeben würde.
Das Ende bildet einen zufriedenstellenden Abschluss. Doch Achtung: Die Antworten zu den interessantesten Fragestellungen werden nicht gelüftet, sondern in einer noch nicht veröffentlichten Fortsetzung verarbeitet.
Die eingebetteten Ausführungen zur Molekularbiologie (Zellteilung, Stammzellen) fand ich sehr anschaulich. Der Anhang zur Geschichte der Genforschung vermag den Wissensschatz zu erweitern.
Drei Sterne für kurzweilige Unterhaltung, die sich flüssig auch nach einem harten Arbeitstag lesen lässt.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Lena und der Kater Leo

Manfred Mai , Christine Georg
Fester Einband: 58 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag
ISBN 9783473340293
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Meilenstein meines Leselebens. Ich bekam es zu meinem 7. Geburtstag von meinen Eltern geschenkt.
Mit dem Hintergrund, selbst in einer Familie mit Katze aufzuwachsen, konnte ich mich gut in Lena hineinversetzen. Ich habe mich richtig reingekniet, um die realistische, zu Herzen gehende und interessante Handlung ergründen zu können. Die schönen Illustrationen haben diese Bemühungen gut unterstützt. Ich war stolz, als ich mein erstes richtiges Buch dank der kindgerechten Sprache fehlerfrei selbst lesen und verstehen konnte. Damit war der Damm gebrochen. Fortan habe ich unheimlich viel gelesen und mir diese Leidenschaft bewahrt.
Obendrein werden positive Botschaften vermittelt, zum Beispiel andere Menschen nicht vorzuverurteilen.
Absolut empfehlenswert, vor allem als Geschenk für Leseanfängerinnen, die mit Katzen zusammenleben oder ein Haustier bekommen sollen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Poseidon

Thor Ansell
E-Buch Text: 303 Seiten
Erschienen bei null, 15.05.2018
ISBN B07C1CCSW3
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein außergewöhnlicher Erzählstil: In der ersten Hälfte berichtet eine Künstliche Intelligenz namens Cat chronologisch über die vergangenen Ereignisse im Jahr 2069, spricht dabei den Leser direkt an. Die Andersartigkeit dieser Perspektive kommt gut zum Tragen, enthält interessante Analysen, ruft gleichzeitig Emotionen hervor, ist reichlich gewürzt mit trockenem Humor, sodass die Einzigartigkeit und Liebenswürdigkeit dieses Wesens und das Augenzwinkern hinter den Aussagen (leise Gesellschaftskritik) deutlich wird. Nach wenigen Zeilen war für mich klar, dass ich diesen Roman lesen muss.
In der zweiten Hälfte kommen die Innenansichten weiterer Protagonisten vor, die gleichfalls mitfiebern lassen. Doppelte Szenen gibt‘s nicht, alle Darstellungen vermittelten mir einen Mehrwert.
Erörterungswürdige Handlungen und technische Begrifflichkeiten werden in Einschüben anschaulich und oft amüsant (z. B. Shock Dagger) erklärt, sodass sich Verständnisschwierigkeiten - auch für Neulinge im Genre Science Fiction - gar nicht erst einstellen.
Die Beschreibungen zur Umgebung finde ich sehr gelungen.
 
Die Handlung ist turbulent, die Spannungskurve permanent oben.
Der Weltenbau ist auf das konzentriert, was Konsequenzen für die aktuellen Entwicklungen hat. Interessiert habe ich von Fortschritten in der Robotik, KI-Forschung und von Umwälzungen in Wirtschaft und Politik, u. a. der Spaltung der USA, gelesen. Ich freue mich darauf, hiervon noch mehr zu erfahren.
Es gibt reichlich Reibungspunkte. Alle Figuren an Bord verfolgen eigene Motivationen und Interessen. Faszinierend gestalten sich undurchsichtige und wechselnde Allianzen, Machtgebaren, Geheimnisse, Intrigen. Spannend, realistisch, zum Rätseln anregend. Großen Unterhaltungswert hat Reverend Mainard.

Bei all dem Lob ein kleiner subjektiver Kritikpunkt: Oft wird in einem letzten Satz eines Abschnittes vorweggenommen, ob das entgegengebrachte Vertrauen gedankt wird oder inwieweit man auf Probleme treffen wird. Ich bevorzuge es, mir meine eigenen Eindrücke zu verschaffen, zu spekulieren und die Action unvorbereitet zu erleben.
Rechtschreibung und Interpunktion weisen noch vergleichsweise viele Fehler auf, insbesondere zum Ende hin, ohne den Lesefluss zu beeinträchtigen.

Fairerweise werden am Ende einige Rätsel gelüftet, sodass man bis zur Fortsetzung der Reihe nicht völlig in der Luft hängt. Den fiesen Cliffhanger hätte ich gar nicht gebraucht, um zum Weiterlesen animiert zu werden.
Meine Neuentdeckung des Jahres 2018. Futuristisch. Geniale Ideen. Viele Emotionen. Großes Kopfkino.

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182 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Ready Player One

Ernest Cline , Hannes Riffel , Sara Riffel
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 22.02.2018
ISBN 9783596702428
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich bin zu jung, um die 80er bewusst wahrgenommen zu haben. Und Games zocke ich nicht. Insofern habe ich wohl nicht jede Anspielung verstanden. Umso mehr haben mich die von Leidenschaft zeugenden Bezugnahmen zu Filmen, Serien, Spielen und Musik fasziniert und meinen Horizont erweitert.
Die Grundidee, in einer möglichen nahen dystopischen Zukunft im Zuge einer abenteuerlichen Schatzsuche in der Virtual Reality ein Revival der 80er zu feiern, ist echt cool. Wade, ein junger Nerd, aus dessen Sicht die ganze Geschichte wiedergegeben wird, sammelt durch seine bescheidene, gutherzige und ungekünstelte Art schnell Sympathiepunkte. Rätsel beziehen sich nicht nur auf Quests, sondern auch auf Identitäten und Motive, wobei die Auflösungen einige Überraschungen bereithalten.
Die Botschaften verblassen. Was bleibt, sind die lebhaften spektakulären Bilder vor meinem inneren Auge.
Zwar nicht besonders tiefsinnig, aber ich habe mich über die gesamte Länge bestens unterhalten gefühlt.
Demnächst werde ich mir die Verfilmung ansehen.

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Blue Fall

Jo Schneider
E-Buch Text: 361 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 25.01.2018
ISBN 9783646300642
Genre: Sonstiges

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Squids - Aus der Tiefe des Alls

Leo Aldan
Flexibler Einband: 502 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.03.2016
ISBN 9781530282067
Genre: Science-Fiction

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241 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

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DARKNET

Daniel Suarez , Cornelia Holfelder-von der Tann , Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2011
ISBN 9783499252440
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darknet las sich für mich einfacher als der Vorgänger, denn Technisches ist nicht mehr ganz neu und Rahmenhandlung und wesentliche Akteure sind mittlerweise bekannt, sodass ich mich auf neue Zielrichtungen mit allen Details viel besser einlassen konnte. Und diese Entwicklungen halten tatsächlich einige Wow-Effekte bereit, bleiben dabei aber nachvollziehbar. Es gilt, stets konzentriert zu bleiben, insbesondere wenn man – wie ich – keine technische Ausbildung genossen hat.

Suarez schlägt Brücken zur Realität. Die entlarvende Gesellschaftskritik kommt gut zum Tragen. Sowohl im Gesamtkontext als auch in einigen prägnanten Aussprüchen, beispielsweise: „… zum Glück hat die Realität keinen Werbeetat.“ „Das Daemon-Darknet ist nur die Widerspiegelung der Menschen, die es bilden. Es ist eine neue Gesellschaftsordnung. Eine, die immun gegen Bullshit ist.“ Suarez hat ein Rezept gefunden, Missstände aufzudecken und seine Vorstellungen von einer gerechteren und nachhaltigeren Wirtschaft einzubringen. Der mahnende Zeigefinger wird deutlich, ohne deplatziert zu wirken.
In Bezug auf elementare Offenbarungen für den anspruchsvollen Leser, der Denkanstöße zu schätzen weiß, kommt Darknet nicht ganz an Daemon heran, was aber auch der hohen Erwartungshaltung geschuldet sein mag.
Herrlich ist der zynische, scharfzüngige Humor, beispielsweise: „Das Leben schmeißt einen an irgendeiner Kreuzung raus, und eh man sichs versieht – zack! –, dient man einem weltumspannenden kybernetischen Organismus. Immer die gleiche Geschichte.“

Einen Stern Abzug gibt‘s von mir dafür, dass sich die Handlung streckenweise in Actionsequenzen verliert. Viel Kampf in immer größeren Dimensionen, viel Flucht, sogar Folter. Ich ertrage das, mag‘s aber nicht, zumal auch vorrangig unsympathische Charaktere involviert sind, um die ich nicht mitbangen konnte. Jedenfalls empfand ich die Gewaltdarstellungen in diesen Ausmaßen als unnötig.
Die leisen, subtilen Töne, wie sie in unhektischen Dialogen hervortreten, haben mir demgegenüber viel besser gefallen.
Außerdem ist die Geschichte nach der ganzen Action ziemlich abrupt zu Ende. Ich hätte da ein ausführlicheres „Ausklingenlassen“ durch den Autor bevorzugt. Zum einen damit präsent ist, wo die sehr vielen aufgetretenen Figuren letztendlich stehen, denn so gilt es, die Erinnerungen selbst nochmal aufzufrischen und sich gegebenenfalls selbst einen gefälligen Abschluss hinzuzudichten. Zum zweiten damit sich die Botschaften besser im Gedächtnis verfestigen.

Wie erhofft, eine unterhaltsame Cyber-Thriller-Dilogie mit Denkanstößen, die mir noch besser gefallen hätte, wenn mehr sympathische Figuren und weniger effektheischende Szenen dabeigewesen wären.
Ich werde gern weitere Romane von Daniel Suarez lesen.

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Der Mitreiser und die Überfliegerin

Mira Valentin
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.08.2017
ISBN 9781521837337
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es dominiert eine magische Atmosphäre, dennoch handelt sich nicht um ein Fantasy-Werk, sondern um einen New-Adult-Roman, der in der unbarmherzigen Realität spielt, in der - wenn man sich dafür öffnet - Freundschaft und Liebe dabei helfen können, in sich hineinzuhorchen, für etwas oder jemanden einzustehen, Wunden behutsam heilen zu lassen und über sich hinauszuwachsen.

Das Gedichtszitat gleich zu Beginn versetzt in die richtige Stimmung, es gefällt mir richtig gut, mir kam ein weiteres passendes Zitat in den Sinn: „Hörst du auch die Sterne lachen? Oder gehörst du zu den seltsamen großen Leuten, die gar nichts mehr verstehen?” aus dem ebenfalls wundervoll magischen Buch „Der kleine Prinz: wird erwachsen“.

Hauptfigur Milan, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist seit einem schweren Schicksalsschlag völlig neben der Spur, auch psychologische Hilfe bringt keinen Erfolg. Um sich aus dem katatonischen und zu Selbstverletzungen neigenden Zustand zu befreien, geht er völlig neue Wege. Dass er zunächst selbst als Skeptiker auftritt, verleiht ihm Authentizität und der Handlung einen hohen Realitätsfaktor.
Eine Story mit eindrucksvoll echt wirkenden düsteren Momenten der Einsamkeit, in denen sich Milan seelisch verletzt, unverstanden und ungewürdigt fühlt. Vor allem aber geht es um Selbstfindung, um die Identifizierung eigener Stärken und Prioritäten, um Vertrauen, Mut und Zuversicht, sodass für mich persönlich die aufbauenden Momente hängengeblieben sind.
Die nicht nur sinnbildlichen Seelentiere sind eine tolle Idee und in der Umsetzung absolut herzig.
Ich mochte auch die humorvollen und entlarvenden Textstellen, z. B. „Die Burg war ein Touristenmagnet, immerhin hatte sie eine Folterkammer und einen Biergarten, also genau die richtige Mischung aus Grauen und Geselligkeit, die normale Menschen sich wünschten.“

Ich habe mich selbst dabei erwischt, in den letzten Tagen z. B. bei der Klamottenwahl etwas unangepasster zu agieren. Fühlt sich doch irgendwie befreiend an. ;-) Auch wenn ich einige „Vertreter“-Kriterien erfülle, hoffe ich, dass bei mir noch Hoffnung besteht und die Seelentiere mich mögen würden.

Eine dem Storyteller Award absolut würdige Geschichte, anrührend und mit wertvollen Botschaften: Du bist etwas Besonderes. Geh mit offenen Augen durch die Welt. Sei mutig genug, Chancen zu ergreifen, dich auszuprobieren. Lerne aus Fehlern, versuch es weiter. Mach dich stark für die Anliegen und die Menschen, die dir wichtig sind. Tu nicht das, was die Konventionen vorgeben, sondern was dich glücklich macht.

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