Kaisu

Kaisus Bibliothek

516 Bücher, 198 Rezensionen

Zu Kaisus Profil
Filtern nach
516 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, frankreich, minier, toulouse, martin servaz

Wolfsbeute

Bernard Minier , Antoinette Gittinger
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426304587
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: frankreich, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

28 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 20 Rezensionen

horror, thriller, mystery, fantasy, hamburg

Ausradiert

Martin S. Burkhardt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 11.02.2016
ISBN 9783958351103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie fühlt sich jemand, der auf einen Schlag für die gesamte Welt unbekannt geworden ist, an den sich weder die eigene Freundin noch die Kollegen erinnern?
Genau das passiert Moritz.
Als er kurz darauf von nebulösen Erscheinungen angegriffen und beinahe getötet wird, ist das erst der Anfang eines schrecklichen Albtraumes.

Meine Meinung:

Wenn man den Inhalt so liest, geht einem erst einmal das Offensichtliche durch den Kopf: Eine Identität kann man heute vor allem über das Internet zerstören und auslöschen. Man kann einen Menschen durch Falschaussage zu Fall bringen und sein Umfeld durch bestimmte Hinweise durchaus zum Zweifeln bringen. Dann werden es nur noch die engsten Freunde sein, die zu einem halten oder wie man so schön sagt
„Dann trennt sich die Spreu vom Weizen“.

Doch Martin S. Burkhardt schlägt einen anderen Weg ein, wie ich ihn so nicht erwartet habe.

So ist unsere Hauptfigur Moritz nicht irgendein besonderes hohes Ross, sondern der Mann von nebenan, der gern auf der Couch herumlungert und sich ein Bierchen abends gönnt. Er hat einen geregelten Job als Kameramann, den er sehr liebt und lebt ein normales Leben, wie man es aus seinem eigenen Umfeld vielleicht sogar kennt.

Nun ja, bis eben diese Nebel in seiner Wohnung auftauchen und jemand versucht ihn zu ermorden. Was er zunächst für einen bösen Albtraum hält, verwandelt sich bald in bittere Realität. Nicht nur, dass man ihn umbringen will, bis auf seinen Nachbarn, scheint ihn keiner mehr zu kennen. Weder seine Kollegen, noch seine Familie oder gar Freundin. Moritz versteht die Welt nicht mehr und zieht sich immer mehr zurück. Bis er jemanden trifft, der ein ähnliches Problem hat und gemeinsam begibt man sich – natürlich – auf die Lösung eben jenes.

 

Fazit:

Entdeckt habe ich dieses Buch bei Nicole und nach ihrem Lob, war ich einfach neugierig auf das Buch. Als mich dann auch noch der Autor anschrieb und nachfragte, musste ich einfach JA sagen und habe das Buch nach der Zusendung auch direkt verschlungen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor eben nicht das schreibt, was man erwartet, sondern eine Variante gewählt hat, die ich für absolut gelungen halte. Die Idee die dahinter steckt, fand ich genial, witzig und beängstigend zugleich (für den Fall, dass es so etwas jemals in real geben wird hüst).

Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man auf knapp 300 Seiten eine interessante Lektüre geboten, die zu unterhalten weiß. Sie ließ sich flott durchlesen und man konnte schnell Figuren finden, die man ins Herz schloss oder eben auch nicht. Nicht alle Züge waren für mich nachvollziehbar und zeitweise etwas übertrieben (vor allem eine Szene gegen Ende der Handlung). Trotzdem, auch wenn ich rasch wusste, was manche Charaktere aushecken, nahm mir das nicht die Spannung am eigentlichen Ende.

Randnotiz:
Das Buch ist nicht umsonst im Luzifer Verlag erschienen. Ganz brav und harmlos geht es natürlich nicht zur Sache.

  (2)
Tags: thriller   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

krimi, mexiko, lateinamerika

Silber

Elmer Mendoza , Matthias Strobel
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 16.08.2010
ISBN 9783518461877
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

"Kommissar Edgar Mendieta ist ein Einzelgänger, der nur auf eines Jagd macht: die Wahrheit. Ein fast unmögliches Unterfangen in einem Mexiko, das in Korruption, Chaos und Gewalt versinkt.
Culiacán, Nordwestmexiko: Eine Kugel aus Silber tötet den Anwalt Bruno Canizales. Für Kommissar Edgar Mendieta ein explosiver Fall, denn zu den Verdächtigen gehört neben der Tochter eines mächtigen Drogenbarons auch der Vater des Toten, ein angesehener Politiker. Die Informationen überschlagen sich, führen an die Pazifikküste, nach Mexiko-Stadt und in die USA. Dann werden die Ermittlungen auf Druck von ganz oben eingestellt. Aber Mendieta kann nicht mehr zurück – schon längst hat der Mörder auch ihn im Visier."


Meine Meinung: 

Wenn man sich dieses Buch zur Hand nimmt, sollte man sich bewusst sein, dass man sich auf ein kleines Leseabenteuer einlässt. Denn hier wird einem nicht nur eine tolle Story mit äußerst interessanten Charakteren geboten, sondern auch ein Schreibstil, der es in sich hat. Daher rate ich jedem, der bei diesen Worten schon unsicher wird, sich eine Leseprobe zur Hand zu nehmen und danach zu entscheiden, ob der mutig ist oder einen Rückzieher macht.

Ich habe keine Leseprobe gelesen. Ich habe das Buch im Laden silbern schimmern sehen, den Klappentext gelesen und direkt zugeschlagen. Somit kam ich direkt auf den ersten Seiten ins stocken. Hielt kurz inne, blätterte einmal durch das Buch und musste feststellen: Nein, das ist kein Fehler. Es gibt eine Gänsefüsschen, die den Beginn und das Ende eines Dialogs aufzeigen. Es gibt nur flüssige Übergänge.

Somit muss man extrem aufpassen beim Lesen und sich vollends auf den Text konzentrieren, damit man den Ball nicht verliert. Gespräche gehen flüssig ineinander über. Ereignisse überschlagen sich. Immer mehr Charaktere bekommen umfangreiche Gesichter und immer mehr potenzielle Täter rücken ins Visier. Dabei ist vor allem Mendieta - Zurdo-  ein ganz besonderer Kommissar. Verrucht und dennoch will er diszipliniert sein und kämpft mit seinen dunklen Schatten, die sich immer wieder an seine Fersen heften.


Fazit:

Ein kurzer knackiger Krimi, der es in sich hat. Glaubt man jemanden als Täter identifiziert zu haben, macht ein winziges Detail oder eine tödliche Begegnung mit der silbernen Kugel alles zunichte. Einmal reingelesen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand lesen. Auch wenn ich von den ungewöhnlichen Stil recht angetan bin, ist er doch auch sehr anstrengend. Dennoch: Für Crime-Leser ein must have!

  (4)
Tags: krimi   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

66 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

dystopie, metro, horror, moskau, metro 2035

Metro 2035

Dmitry Glukhovsky , M. David Drevs
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.04.2016
ISBN 9783453315556
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Nachdem wir in "Metro 2033" den jungen Artjom kennen lernen durften, der voller Tatendrang steckte und für große Veränderung sorgte. Ging es in dem zweiten Teil schon wesentlich ruhiger zu. Der Geschichtenerzähler Homer führte uns durch die verwinkelten Gänge der Metro und zeigte uns die verschiedenen Stationen, sowie die Lebensweisen der dort hausenden Menschen. Mittendrin schlurfte noch Homer umher, an dem der Druck des Lebens sehr deutlich seine Spuren hinterlassen hat. Nun sind wir im Jahre 2035 angekommen. Zwei Jahre nachdem Artjom für mächtigen Wandel gesorgt hat und quasi die Tore für die Welt da draußen - an der Erdoberfläche - geöffnet hat. Man Hoffnung und Neubeginn spüren sollte. Hat sich nichts getan.

"Ich bin oben geboren." "Und wirst unten verrecken!" (S.298)

Eher im Gegenteil. Man hat sich eingerichtet. Lebt sein Leben und hat nicht den Drang nach Veränderung. Dem ein oder anderen scheint es trotzdem langweilig zu werden. Gerüchte breiten sich aus. Kriechen in jede Ritze und schüren das Böse in den Köpfen den Bewohner. Von Verrätern ist die Rede. Maulwürfen, die die einzelnen Fronten unterwandern und für Hass und Missgunst sorgen. Und plötzlich droht tatsächlich ein Krieg auszubrechen. Zerstört sich die Moskauer Menschheit nun selbst? Soll dass das Ende sein? 
Artjom hat seinen Wunsch nach einem Leben an der Oberfläche nie aufgeben und so sieht er jetzt die Chance die Bewohner nach oben zu bringen und dem Krieg aus dem Weg zu gehen. Schließlich ist das Böse verbannt. Lediglich die Reststrahlung ist ein Hindernis. Ein klitzekleines Hindernis. Hüstel.

Unseren Helden Artjom stört das allerdings nicht, allein um die Luft dort oben tief einatmen zu können, um raus aus der Enge zu sein, die Freiheit genießen zu können, riskiert er fast täglich sein Leben. Das macht sich inzwischen deutlich an seiner Optik bemerkbar. Er braucht "nachts auf dem Klo kein Licht mehr anzuschalten." (S.115), wie er es so schön ausdrückt. Was sagt das unserem normalen Menschenverstand? Richtig. Artjom hat nicht mehr lange zu leben. Doch sein Lebenswille ist noch lange nicht gebrochen. Schon gar nicht Atomstrahlung kann ihn aufhalten, das aufzudecken, was er nie für möglich gehalten hat. Manchmal sind angebliche Maulwürfe und ihre stille Post eben doch zu etwas gut.

Merkt man es? Ich bin hellauf begeistert gewesen von diesem Buch. Endlich geht es da weiter, wo im Auftakt aufgehört wurde. Artjom ist die anti-heldenhafte Figur der Ereignisse und ist starrsinniger denn je. Gleichzeitig macht er Bekanntschaft mit Homer. Zwei sture Fronten treffen also aufeinander und ziehen gemeinsam durch die Tunnel, bis sie aufgehalten werden. Denn ihre Mission, einem angeblichen Funkspruch von der Oberfläche als real zu identifizieren, passt scheinbar nicht jedem. Dabei kommen Wahrheiten ans Licht, die ich mir so nicht erträumt hätte. Zwar vermutet man viel und ahnt diverse Dinge. Trotzdem wurde ich zweimal in dem Buch gedanklich vom Hocker gehauen und habe richtig mit den Charakteren mitgelitten.

Trotz der gewaltigen bald 800 Seiten kam mir das Buch an keiner Stelle zäh oder langweilig vor. Ich habe es genauso gern gelesen wie "Metro 2033", wenn auch die Situation eine andere ist. Nämlich so ziemlich genau zwei Jähre später und weitaus depressiver.

Endzeit ist wohl wahrscheinlich nicht für jeden Leser etwas. Hier wird einem aber eine Perspektive geboten, die durchaus in einigen Punkten wahr werden könnte und sicher einige Skeptiker überzeugen kann. Daher: Zur Hand nehmen und lesen! Ich freue mich derweil schon auf den vierten Teil!

  (2)
Tags: crime, endzeit   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

endzeit, thriller

THE DEATH - Quarantäne

John W. Vance , LUZIFER-Verlag , Andreas Schiffmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 19.03.2015
ISBN 9783958350342
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt:

"Devin Chase ging bloß seinem Alltag nach, als die Welt schlagartig aus den Angeln gehoben wurde. und streckte 90 Prozent aller Infizierten nieder.
Nach sechs Monaten in selbst auferlegter Quarantäne tritt Devin hinaus in eine neue Welt. Unterwegs trifft er andere Menschen, die immun sind wie er, entdeckt aber auch, dass die Welt, wie er sie kannte, nicht mehr existiert. An ihre Stelle ist eine brutale, grausame Welt getreten, in der nur die Regel ›Töten oder getötet werden‹ gilt.

Auch die Welt von Lori Roberts, einer Mutter, Ehe- und Geschäftsfrau, steht im Zuge ›des Todes‹ ebenfalls Kopf. Sie und ihre Familie wenden sich hilfesuchend an ein Camp der Katastrophenschutzbehörde, doch was hoffnungsvoll beginnt, wird zu einem Albtraum, nachdem sie zufällig in Erfahrung bringt, was wirklich vor sich geht.
Tausende Meilen voneinander entfernt, und dennoch verbunden im gleichen Verlangen, versuchen Devin und Lori „irgendwie“ zu überleben."


Meine Meinung:

Bei meinem letzten Besuch in der Mayerschen, durfte dieses Buch einziehen. Seit einer Weile hatte ich es schon im Visier gehabt, was nicht nur an dem grandiosen Cover liegt, sondern auch an dem verlockenden Endzeit-Inhalt.
Die ersten Seiten waren auch ratzfatz verschlungen. Man ist direkt drin in den Ereignissen, die sich nach einem Meteoriteneinschlag und dem damit verbundenen Virenbefall, auf der Erde abspielen. Weit über die Hälfte der Menschen hat den aggressiven Virus nicht überlebt und der Rest vegetiert vor sich hin, plündert herum oder darf in einem der geschützten Camps leben.

Devin gehört zur ersteren Sorte. Er lebt "draußen" und muss sich einsam durchschlagen. Zusammen mit Tess, einer jungen Frau, die sein Schicksal teilt, streifen sie durch Maisfelder und verstecken sich vor den Plünderen. Mit denen sie früher oder später definitiv Bekanntschaft machen werden...
Als Gegenpart haben wir Lori. Sie lebt mit ihrer kleinen Familie in einem dieser Camps und fühlt sich eingeengt. Da lockt plötzlich der Umzug in eins der besseren Lager und ihre Lebensgeister sind hellwach. Aber ob da alles mit rechten Dingen zugeht?

Abwechselnd taucht man nun in diese beiden Welten ein und ist natürlich, vor allem bei Lori in "Habachtstellung", da dort alles nach Verschwörung riecht und man ahnt, dass da noch ein großer Knall kommt. Loris Naivität ist dabei zeitweise recht amüsant zu lesen, vor allem, da sie wegen ihrer Fragerei, eigentlich dahinter kommen müsste. Generell fand ich die Dialoge in ihren Abschnitten desöfteren recht klischeehaft und aufgesetzt. Erst später - als ich schon die Hoffnung aufgegeben hatte - kommt sie zur Besinnung und ist die Frau und Mutter, die sie sein sollte.

Das Duo um Devin und Tess hingegegen hatte ich direkt in mein Herz geschlossen. Er hat einfach nur Angst und muss in die bittere Wahrheit geschubst werden. Was Tess auch sehr gerne übernimmt. Ihre Rollen wirken viel glaubwürdiger und bei den beiden hab ich richtig mitgefiebert. Vielleicht liegt es auch daran, dass die beiden nicht so sehr über die Welt sinnieren, sondern direkt tatkräftig zur Tat schreiten.


Fazit:

Zwischenzeitlich hab ich mich an "The Walking Dead" erinnert gefühlt. Nur ohne Zombies. Hier steht nix mehr auf, was einmal aus dem Latschen gekippt ist. 
Dabei lag die gedankliche Verknüpfung nicht nur am inhaltlichen, sondern auch an drei markanten Namen: Lori, Daryl und Mary. Denn von den Charakterzügen gibt es ebenfalls ein paar Übereinstimmungen, aber da hört es auch schon auf. Letztlich ist es eine andere Geschichte. Andere Handlungen, führen zu anderen Reaktionen. Mord und Totschlag gibt es bei jedem endzeitlichen Szenario. Böse Schurken kommen überall aus ihren Löchern gekrochen, wenn sie ihre Chance wittern und diese hier sind wirklich fies. Wer das Ende liest, weiß was ich meine.

Ich werden die anderen zwei Teile auch noch lesen. Zwar hat das Buch mich nicht in allen Punkten überzeugen können, doch ich bin einfach zu neugierig, wie alles endet!

  (2)
Tags: endzeit, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, serie, www.die-rezensentin.de, mord, christine bernard

Christine Bernard. Das Eisrosenkind

Michael E. Vieten
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783862824137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Der Mensch glaubt, er hofft, und er irrt.
Ein kalter Morgen im März. Eine gefrorene Kinderleiche am Moselufer. Eisige Farinade verziert das kleine Gesicht. Ist das die achtjährige Rosalia, nach der die Trierer Kriminalpolizei verzweifelt sucht? Ist sie im Nachtfrost erfroren oder verbirgt sich ein noch viel schrecklicheres Geheimnis hinter der Schönheit des Grauens? Nach seinem ersten Psychokrimi „Christine Bernard – Der Fall Siebenschön“ veröffentlicht Michael E. Vieten nun einen weiteren mörderischen Fall, bei dem Kommissarin Bernard mit den dunkelsten und abgründigsten Seiten der Menschen konfrontiert wird. Ihre Ermittlungsarbeiten führen sie durch das winterliche Trier. Ein Thriller, der Gänsehaut verschafft – und das nicht nur aufgrund eisiger Temperaturen!  


Meine Meinung:

Der Name ist hier eindeutig Programm. Kalt. Kälter. Am Kältesten. Erst eine tiefgekühlte Leiche, dann ein Verdächtiger, der gefrorene Lebensmittel unter die Leute bringt und dann noch die Spuren, die immer kälter werden, ohne, dass der Mörder gefasst wird.
Dabei klingt die erste Spur so malerisch vielversprechend (und erinnert an den Ice Truck Killer aus Dexter). Die junge Kommissarin verbeißt sich regelrecht in ihrem Verdacht. Da helfen auch keine Fakten oder gut gemeinte Ratschläge von Kollegen. Selbst als Leser findet man ihre Sturköpfigkeit irgendwann abstrus und geht selbst auf Entdeckungstour.

Nur kommt man damit nicht sonderlich weit, da man die ganze Zeit an Christine Bernards Fersen klebt und kaum weitere Einblicke bekommt. Das fand ich recht schade, da ich gerne bei Krimis miträtsle und den Täter durch kleine dezente Hinweise finden will. Somit kommt der entscheidende Hinweise genau dann, als auch die Kommissarin ihn findet. Der Weg dorthin ist mit zahlreichen Stolpersteinen gepflastert. Man spürt die Unerfahrenheit und ihren Ehrgeiz. Was hinderlich und förderlich zugleich ist. Denn so geht sie wirklich jedem Indiz nach und übersieht auch ein paar wesentliche Fakten.

Das Erzähltempo ist recht flott, was nicht nur den zeitweise kurzen Kapiteln zu verdanken ist, sondern auch dem angenehmen Schreibstil des Autors. Das die Hauptfigur noch sehr jung ist, bekommt man nicht nur regelmäßig gesagt, sondern sieht es auch an ihren Charakterzügen und Gedankengängen. Manchmal musste ich innerlich schmunzeln, da sie so unbefleckt wirkt. Dennoch ist sie definitiv keine schwache Figur. Sie entwickelt sich und lernt dazu. Und als Leser darf man hautnah dabei sein.


Fazit:

Hätte ich nicht eine Mail mit der Anfrage zu dem Buch bekommen, hätte ich gedacht, dass der Autor eine Frau ist. Wenn man sich das Coverdesign einmal anschaut, wird man verstehen was ich meine. Dieser Punkt wirkt sich natürlich nicht auf meine Gesamtmeinung aus, ist trotzdem vom Verlag ungeschickt gelöst worden.

Inhaltlich wurde ich nicht sehr überrascht. Durch die einseitige Ansicht der Dinge, wirkt es auch unfreiwillig recht geradlinig. Was nicht heißt, dass alle Figuren schwach sind. Sie erfüllen nur viele Klischees. Christine Bernard selbst konnte mich letztlich nicht überzeugen. Ihre Figur will nicht so recht zu dem Titel "Kommissarin" passen.
Was mich allerdings überzeugt hat, ist der Schreibstil des Autors. Allein wegen ihm habe ich das Buch auch beendet. Er hat eine nette Art manche Ereignisse zu raffen, ohne dass es zu knapp oder zu stakkatohaft wirkt. Auch konnte ich mir alles gut bildlich vorstellen. Das innere Kopfkino lief auf Hochtouren. 

Am Ende muss jedoch alles stimmen. Vor allem die Hauptfigur sollte überzeugen. Da für mich kein rundes Gesamtbild entstanden ist, werde ich diese Reihe nicht weiterverfolgen. Würde mich aber über andere einzelne Geschichten von dem Autor freuen.

Empfehlen würde ich das Buch Krimi-Einsteigern. Wer schon eine Weile in dem Genre unterwegs ist, wird eventuell nicht glücklich mit der Lektüre werden.

  (1)
Tags: krimi, serie   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

science fiction, intrigen, mord, gier, weltraum

Tracer

Rob Boffard , Bernhard Kempen
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453317345
Genre: Science-Fiction

Rezension:


"Ich war noch nie dort, aber manchmal stelle ich mir gern vor, dass ich auf der Erde bin und über Grasflächen renne, unter einem Himmel, der so blau ist, dass es schmerzt, ihn anzusehen." (S.21) 

Riley Hale gehört zu den Menschen auf der Raumstation "Außenwelt", die nie einen Fuß auf die Erde gesetzt haben. Sie kennt nur die Ansicht von oben. Aus dem Weltall. Hinab auf den ehemals blauen lebhaften Planeten, der von seinen Bewohnern gewaltsam zerstört wurde. Knapp eine Million Menschen leben nun auf der Raumstation und haben sich ihrem Schicksal gefügt. 
Es haben sich vier verschiedene Gruppierungen gebildet, basierend auf ihrer Herkunft und ihrem Können. Doch es herrscht Harmonie. Weit weg, kann man schließlich nicht. Alles findet auf engstem Raum, auf verschiedenen Ebenen statt. und genau das, könnte bald zu einem Problem werden. 

Wie auch in einer normalen Welt, geht jeder einem Beruf nach, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als gern gesehene Zahlungsmittel stehen hier vor allem Wasser und Lebensmittel an vorderster Front. Gerade Tracer - Kuriere - haben einen Knochenjob und brauchen für ihre Fitness viel davon. Riley und ihr kleiner Trupp gehören zu ihnen. Da sie eine der besten und schnellsten auf dem Schiff ist, ist sie sehr gefragt. Bis zu dem einen Tag, der alles durcheinander bringt.
Es ist eigentlich ein gewöhnlicher Auftrag: Paket von A nach B bringen. Doch sie wird überfallen und in dem Gerangel, sieht sie was sie ausliefern soll. Ein dramatischer Verstoß, der die wichtigste Regel ihres Lieferservices bricht: Öffne niemals ein Paket.

"Normalerweise laufe ich nicht auf Schwierigkeiten zu, sondern vor ihnen davon." (S. 109)

Die Entdeckung bleibt nicht lange unbemerkt und ruft jemanden auf den Plan, der scheinbar nur auf so ein i-Tüpfelchen gewartet hat, um endlich aktiv zu werden. Plötzlich gibt es Tote, und Chaos bricht auf der "Außenwelt" aus. Allem voran wird Riley als Täterin auserkoren. Fein ins Rampenlicht gezerrt von dem eigentlichen Übeltäter, der noch viel Größeres vor hat. Dabei versprüht er so viel Gift, dass selbst die besten Freunde von Riley misstrauisch werden und ihr aus den Weg gehen. Doch wohin auf dem Raumschiff? Es gibt keinen Ausweg und auf Dauer verstecken kann sie sich auch nicht. Da hilft nur Gegenwehr und somit beginnt ein Run um Leben und Tod. Im wahrsten Sinne des Wortes.

"Ich werde Sie beobachten, Ms Hale", [...] "Sie sollten lieber nicht vergessen, dass nichts ewig andauern wird." (S.172) 

Rob Boffard schafft es direkt auf den ersten Seiten eine Spannung aufzubauen, die sich konsequent bis zum Ende durchzieht. Vor allem zu Momenten, wo man glaubt einen toten Punkt erreicht zu haben, kommt er mit einer neuen Wendung daher und gibt den Ereignissen neuen Schwung. So etwas liebe ich bei Büchern und von daher hat er sich fette Pluspunkte bei mir eingeheimst. Da schaue ich getrost über eine kleine Romanze hinweg, die hier im Hintergrund stattfindet. Warum sollten schließlich Menschen im All nicht auch Gefühle haben? Anfang hatte ich Sorge, dass das "Böse" zu klischeehaft daher kommt. Denn das Grundgerüst roch zehn Meilen gegen den Wind danach. Durch die zahlreichen Wendepunkte lassen den Geruch rasch dünner werden.

Erzählt wird die ganze Handlung überwiegend aus der Sicht von Riley, aber auch andere Gesichter kommen zu Wort und tragen einiges zu den Geschehnissen bei. Langweilig ist mir an keiner Stelle geworden und so hatte ich die 500 Seiten auch rasch verschlungen gehabt. Das Ende passt zur kompletten Story und rundet alles perfekt ab. An dieser Stelle ging ich auch von einem Einzelband aus. Doch eine kurze Recherche zeigte, dass es eine Trilogie ist und so bin ich gespannt wie es weiter geht, mit Riley und den letzten Überlebenden der Menschheit.

Alles in allem hat mir das Buch recht gut gefallen.
Den Vergleich auf dem Buchrücken mit dem Film "Gravity" kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Da passt eher "Interstellar" ins Bild, wenn man so ein Buch schon mit einem derart bildgewaltigen Film auf eine Ebene stellen möchte. Was die Verschwörungen angeht, hinkt dagegen die Ähnlichkeit mit der Bourne-Reihe nicht so sehr. Hier wird so manches schwarzes Schaf überraschend aufgedeckt und an Action happert es ebenfalls nicht.

Empfehlung für alle, die Science-Fiction lesen möchten und dabei mit einem Bein auf der Erde bleiben wollen. Also im übertragenen Sinne ;)

  (1)
Tags: crime, science fiction   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(84)

151 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

wald, horror, richard laymon, krull, blut

In den finsteren Wäldern

Richard Laymon ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 12.10.2011
ISBN 9783865521002
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

"Wie böse Deine Fantasie auch sein mag – die von Richard Laymon ist schlimmer!

Neala und ihre Freundin Sherri nutzen die Ferien, um durch die Berge Kaliforniens zu wandern. Sie ahnen nicht, dass man in dem Städtchen Barlow schon auf sie lauert.
Die Bewohner verschleppen die Frauen in den Wald und fesseln sie an Bäume – dann laufen sie davon und lassen die beiden zurück. Die Gefangenen können nur warten. Auf die Dunkelheit … den Wahnsinn … die Schmerzen … die hungrigen Krulls.

The Woods are Dark ist ein echter Horror-Klassiker. Laymons schockierendster Roman – erstmals auf Deutsch und in der ungekürzten Originalfassung."


Meine Meinung:

Nachdem ich dieses Buch beendet hatte, fragte ich mich erst einmal: Warum hab ich Laymon nicht schon eher gelesen? Seine Gedanken haben etwas derart Düsteres geschaffen, was zeitgleich mit ungewolltem Humor daher kommt, dass man definitiv mehr davon lesen muss!

Man hat das Gefühl sich in einem alten grisseligen 70er oder 80er Jahre Horrorstreifen zu befinden, wo das unechte Blut nur so von den Wänden - oder besser gesagt - von den Bäumen tropft und Frauen klischeehaft kreischend durch die Gegend rennen, um von den starken Männern gerettet zu werden. Welche selbst mit zerrissenem Hemd einsam im Wald stehen, nicht so recht wissen, was sie machen sollen und dennoch die Maske des Lebensretters nicht fallen lassen wollen.

Laymon kommt natürlich nicht mit einem 0815-Horrorbuch daher. Er hat einige Überraschungen zu bieten und zeigt, dass grausame Ereignisse nicht immer von Fantasiewesen oder dem bösen Sandmann kommen müssen. Nein, die Krulls reichen da vollkommen aus, um einen Gänsehaut bekommen zu lassen.

Erwähnenswert ist noch das Vorwort der Tochter von Richard Laymon. Sie erzählt, wie es zu diesem Buch gekommen ist und welch steiniger Weg ihr bzw. ihrem Vater bereitet wurde.
Außerdem kommt Brett McBean im Nachwort zu Wort, die ihr Liebe zu dem Schreibstil des Autors mit zahlreichen Beispielen erklärt.


Fazit:

Wer Horror oder bösen Thrill mag: Lesen!
Es macht einfach Spaß in diese erschaffene Welt von Richard Laymon hinabzutauchen.

  (1)
Tags: hardcore, horror, thriller   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(81)

135 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

entführung, pädophilie, witwe, thriller, psychothriller

Die Witwe

Fiona Barton , Sabine Längsfeld , Hafen Werbeagentur
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.05.2016
ISBN 9783805250979
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Alle waren sehr nett zu mir und versuchten, mich vor dem Anblick seiner Leiche zu bewahren, und ich konnte keinem sagen, wie froh ich war, dass er tot war. Endlich war Schluss mit seinem Unsinn." [S.12]

Jean Tayler ist eine Frau, die dachte das große Los gezogen zu haben. Die Liebe ihres Lebens hat sie einst geheiratet und nun lebt sie mit ihm - Tayler - in einem eigenen Haus. Jeder hat einen Job. Das geregelte Leben geht seinen gewohnten Gang. Bis plötzlich ein Vorwurf der Kindesentführung im Raum steht und nichts ist so, wie es einmal war. Da hilft es auch nicht, wenn Tayler die Fassade der glücklichen Ehe aufrecht erhalten will und so lebt, als wäre nichts gewesen.
Solange die Presse das Haus belagert, ist es offensichtlich, dass etwas im Argen liegt. Nur kann man weder seine Schuld, noch seine Unschuld beweisen.

Da trifft es sich gerade zu perfekt, dass ein grausamer Unfall das Problem quasi von selbst löst und Tayler ums Leben kommt. Doch statt seliger Ruhe, herrscht nun noch mehr Chaos und alle hoffen, dass die schweigsame Witwe Jean auspackt. Schließlich hat sie sich nie richtig zu den Anschuldigungen geäußert. Um ihr auf die Sprünge zu helfen, macht sich die Journalistin Kate auf den Weg. Mit ihrer drängenden Art hat sie es rasch in das traurig-berühmte Haus geschafft, macht es sich bequem und hofft auf DIE Story ihrer Laufbahn. 

Auch für den Leser geht es jetzt so richtig los. Neben Kate und Jean, lernt man nun noch den Polizisten Bob und die Mutter von Bella, dem entführten Kind kennen. Im stetigen Wechsel aus Vergangenheit und Gegenwart, berichten sie ihre Ansichten und man gerät immer tiefer in den Strudel aus Lügen, Verrat und Macht. Dabei weiß man oft nicht, wo einem der Kopf steht und das nicht wegen einer Fülle aus Informationen, sondern wegen der Informationen selbst. Man hat seine Verdächtigungen, man hat seine Hass-Charaktere und natürlich seine Leidgenossen, die nur zur einem schnellen Ende kommen wollen. Und irgendwo zwischendrin drängt sich mühsam die Wahrheit hindurch.

Doch die Steine, die einem hier in den Weg geworfen werden, um ihr näher zu kommen, sind schon beachtlich und kommen der bitteren Realität eines Beamten sicher sehr nahe. So kommt es, dass sich ein fester Gedanke, plötzlich in Luft auflöst, da ein neuer Hinweis sich als falsch erweist oder einem einfach wichtige Eckdaten zu einem Indiz fehlten. Das hat mir recht gut gefallen und hat dafür gesorgt, dass ich vor allem den zweiten Teil des Buches regelrecht verschlungen habe. Leider hat der Einstieg ein paar kleine Zieher versteckt, sonst wäre das Buch top gewesen!

Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Es ist ein solider Roman, mit einem spannenden Krimi-Aspekt, der einen einfach in den Bann zieht.
So weit zu gehen und das Buch als Thriller zu bezeichnen würde ich nicht, das weckt nur falsche Erwartungen.
Mir hat jedoch die Herangehensweise, der ständigen Perspektivwechsel so gut gefallen, wie jenes Aufrollen von hinten, dass "Die Witwe" mir auf jeden Fall in guter Erinnerung bleiben wird. Und das eigentlich wahre (!) Ende ahnt man wirklich erst in allen Punkten auf den letzten Seiten.


Tante Edith meint: Das dt. Cover finde ich perfekt entworfen!

Tante Edith meint auch: Wer glaubt, aus dem obigen Zitat den Verlauf der Story zu erkennen, der täuscht gewaltig ;)

  (1)
Tags: krimi, roman   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(55)

123 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, horror, spiel, spannung, mord

Das Spiel - Opfer

Jeff Menapace , Sven-Eric Wehmeyer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453677074
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einfach wegfahren und abschalten. Selbst wenn es nur über das Wochenende ist. Manchmal braucht man nur diesen kleinen Schritt, um am Montag taufrisch in die Woche starten zu können. Auch Familie Lambert braucht einmal wieder diesen Ausflug. Rasch ist das Auto gepackt, die Kinder auf den Sitzen festgeschnallt, das Küsschen für den Liebsten verteilt und die Fahrt an den Crescent Lake kann losgehen.
Am ersten Zwangszwischenstopp an einer Tankstelle, lernen sie auch direkt einen Vater mit seinen beiden Kids kennen, die ebenfalls abschalten wollen. Man tauscht sich über seine ähnlichen Vorlieben aus und schon geht es weiter.

Nun meldet sich der Magen und man steuert eine Lokalität an, wo alle satt werden. Egal ob fette Pommes, großer Burger oder der heiße Kaffee für die Nerven. Jeder Hunger wird gestillt. Seufzend lässt man sich in die Sitze fallen, um fast direkt wieder sprungfederhaft aufzuspringen. War da nicht das Gesicht von der Tankstelle? Der Mann, der ebenfalls Urlaub macht, nur eben in einer ganz anderen Richtung? Nein, da muss man sich verguckt haben. Das würde keinen Sinn ergeben.
Irgendwann kommen sie dann endlich an und geben sich direkt der ruhigen Oase hin. Man begrüßt die Nachbarn, richtet sich häuslich ein und überlegt, wie man die Zeit am effektivsten Nutzen kann. Mehr als Angeln, Grillen und Chillen steht jedoch nicht auf dem Programm.

"Komm mein Bruder..." [...] "Amüsieren wir uns." (S.141) 

Während die Eltern ihren zweiten Frühling erleben, toben sich die Kinder im Wald, zusammen mit ihrem neuen Freund, einem streunernden Hund aus. Fast zeitgleich erreichen auch noch andere Urlauber den See und wollen ein relaxtes Wochenende verbringen. Nur, das ihr Sinn nach Erholung komplett anders aussieht, als der von Familie Lambert. Wenn es den beiden Brüder Jim und Arty in den Fingern juckt, werden ganz eigenwillige Spiele erfunden und in dem neuen, spielt Familie Lambert eine tragende Rolle.
Dummerweise wissen sie noch nichts von ihrem Glück. Das wollen die beiden selbstverständlich nachholen und reiben sich bereist begierig die Hände. Mögen die Spiele beginnen! 

Das jetzt kein besonnener Brettspieleabend folgt, kann man sich sicher denken. Die Vorlieben der beiden sind weitaus morbider und makaberer. Sie wollen die Zittern ihrer Mitspieler spüren und den Angstschweiß in Bächen den Rücken hinunterlaufen sehen. Sie räumen aus dem Weg, wer nicht in den Spielplan passt und so pflastern schnell ein paar Leichen jeden Spielzug der beiden. Bis sie endlich den Hauptgewinn ziehen und die Familie unter ihrer Fittiche nehmen. Das Finale steht schließlich noch aus und bis dahin sind noch einige Spielzüge notwendig.

"Das Spiel nahm Fahrt auf." (S.87) 

Wenn man den österreichischen Film "Funny Games" kennt, wird man sich fragen, ob der Autor diesen vielleicht zu oft angeschaut hat. Seite um Seite, wird man an diesen Horrorstreifen erinnert. Was eigentlich nichts schlimmes ist. Jeder darf sich inspirieren lassen und das Rad kann auch nicht zweimal erfunden werden. Dennoch war irgendwann die Luft raus. Man fühlte sich innerlich gelangweilt, da man ahnte, wie alles enden wird. Da mag es noch so brutal hergehen (das sollte man nicht unterschätzen!), die Leseunterhaltung bleibt auf der Strecke. Als dann das inkonsequente Ende daher kommt, fühlt man sich leicht veräppelt. Da hilft dann auch nicht mehr dieser kleine Absatz, der ein wichtiges Detail für den kommenden Band liefert.

Ich habe dieses Buch gelesen, da ich zwar geahnt habe, dass es den "Funny Games" sehr ähnlich sein wird, aber dennoch was frisches Neues sein könnte. Das habe ich leider nicht bekommen. Es wirkte eher, wie zu lange in der Hitze stehen gelassen. Unreif und lauwarm. Zwar wurde der Kontrast zwischen "Gut" und "Böse" gut umgesetzt, dennoch haben mich die Charaktere nicht durchweg überzeugen können. Die kitschigen Gespräche der Eltern sind gelegentlich ganz witzig gewesen, aber irgendwann gingen sie einem auf den Keks. Dagegen waren die Kinder richtig lammfromm. Auch Jim und Arty wirkten zu stark einem "Wie gestalte ich einen bösen Schurken" Buch entsprungen.

Letztlich konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die erste Hälfte war ich noch frohen Mutes und voller Hoffnung, doch sobald es in die Tiefe ging, lies mein Interesse extrem nach. Wer den Film nicht kennt, wird eventuell seinen Spaß haben. Allen anderen empfehle ich diesen Thriller nicht.

  (1)
Tags: hardcore, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

departure, science-fiction, dystopie, science fiction, zeitreise

Departure

A. G. Riddle , Marcel Häußler
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453438514
Genre: Science-Fiction

Rezension:

"Ich habe erwartet, von Hubschraubern, Blinklichtern und scharenweise englischden Sanitätern geweckt zu werden, die Dinge sagen wie: "Geht es Ihnen gut?" und: "Wir müssen Sie untersuchen."
Nichts dergleichen." (S.78)

Es wirkt wie einem schlechten Film entsprungen. Hunderte Passagiere sitzen in einem Flug gen London. Freuen sich ihre Liebsten wieder sehen zu können oder endlich einen schwierigen Job hinter sich gebracht zu haben oder einfach mal entspannt in den Urlaub zu fliegen. Doch dann kommt es zu dem Albtraum, den sich keiner jemals wünscht: Das Flugzeug gerät ins straucheln und stürzt, kurz vor seinem Ziel, unter lauten Getöse ab.
Wie durch ein Wunder hat ein Großteil der Passagiere überlebt und nun geht es ans Überleben. Während die einen fast unbeschadet den Trümmern entfliehen können und orientierungslos durch die Gegend straucheln, rauft sich ein kleiner Trupp zusammen, um das Kommando zu übernehmen.

Bis die nötige Hilfe von Feuerwehr und Krankenwagen eintrifft, kümmern sie sich um die Grundversorgung und retten damit einigen das Leben. Völlig erschöpft legt man sich zur Ruhe und versucht das Geschehene zu verarbeiten. Am nächsten Morgen kommt allerdings die bittere Erkenntnis, dass keine Hilfspatrouillen zu sehen sind. Es scheint niemand nach Ihnen zu suchen. Nur wie kann das möglich sein? Im 21.Jahrhundert? So ein gewaltiger Flugzeugabsturz bleibt schließlich nicht unbemerkt. Sichtlich verwirrt teilt man sich auf und geht selbst auf die Suche nach Hilfe. 
Dabei machen sie eine seltsame Entdeckung in Form eines Hologramms von Stonehenge. Und plötzlich ist man sich gar nicht mehr so sicher noch im 21.Jahrhundert zu sein.
Viel mehr, scheinen Sie sich in einer zerstörten Zukunft zu befinden. Das kann nichts Gutes bedeuten.

Das Buch wird im Grunde nur aus der Sicht von zwei Personen erzählt: Harper und Nick. Einer Frau und einem Mann, die in der Not zusammenarbeiten müssen. Die anderen drei Personen, die eine tragende Rolle spielen, bekommen keine eigenen Passagen. Deren Namen möchte ich an dieser Stelle auch nicht nennen. Sobald man sich reinliest, wird einem schnell klar, wer es ist.
Doch auch wenn diese Drei nicht allein mit ihren Gedanken zu Wort kommen, bekommt man durch Harper und Nick gut Einsichten in deren Einstellungen.
Rasch wird man auch aufgeklärt, was hinter diesem Großereignis steckt und vor allem wer. Dass dann nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, kann man sich sicher denken. Die Aussage: "Ein Kampf um Leben und Tod" ist hier durchaus ernst zu nehmen.

Wer A.G.Riddle kennt, wird wissen, dass er gerne mit plötzlichen Wendungen kommt, wenn man glaubt das Ziel schon vor Augen zu haben. Das actionreiche spannende Kopfkino lief vor allem in dem letzten Viertel des Buches auf Hochtouren. Hier und da hätte ich mir jedoch noch mehr Details gewünscht oder eben nicht nur zwei, sondern drei Ansichten. Damit die Abwechslung noch größer ist. 
Neben der Aufsplittung in zwei Personenansichten, gibt es noch eine weitere Unterteilung der Geschichte. So wird man in drei großen Abschnitten dem Finale entgegen gebracht. Dessen Eindeutigkeit wirklich erst auf den letzten Metern zu 100% klar wurde. Es passte letztlich zur Handlung und rundete alles wunderbar ab.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es ist eine nette Lektüre, die einen für ein paar Stunden in fremde Welten entführt und neue Ansichten präsentiert. Mir persönlich hätte es detailreicher sein können und weniger Drama-Kitsch, auf den Riddle hier leider auch nicht verzichten konnte. Dauerhaft im Kopf wird mir das Buch nicht bleiben, dafür war es nicht "anders" genug, um wie die "Atlantis-Reihe" aus der Masse hervorzustechen.


Die Filmrechte wurden sich bereits 2015 von 20th Century Fox gesichert.

  (1)
Tags: crime, science fiction   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, krimis, krimi kanada, ebook, unfall mit fahrerflucht

Versunken

Cheryl Kaye Tardif
E-Buch Text
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 20.04.2016
ISBN 9783958351479
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei Handlungsstränge, ein dramatisches Ereignis, was beide zusammenführt. Klingt doch super! Vor allem, wenn man sich das Genre anschaut und sieht in welchem Verlag das Buch erschienen ist. Wer sollte da schon Böses ahnen? Nun, hätte ich es mal lieber.
Aber bevor ich herummeckere, direkt eins vorweg: Die Geschichte ist nicht durchweg schlecht! Sie ist nur anders als erwartet.

Zunächst lernt man Marcus kennen. Er hat seine Familie verloren und versinkt gerne in Erinnerungen und Selbstvorwürfen. Seine Arbeit in der Notfallzentrale ist quasi sein Anker zur Außenwelt. Zudem wird er von seinem Freund Leo immer wieder aufgerüttelt. Alles geht seinen Gang, bis eben jener Anruf von einer Frau namens Rebecca kommt.

Rebecca ist unser zweiter Erzählstrang. Die junge Mutter hat ebenfalls ihren Kummer und will mit den Kindern eine Auszeit genießen. Nur kommt alles anders als gedacht. Sie wird penetrant auf dem Highway bedrängt und es kommt, wie es kommen musste: Sie baut einen verherrenden Unfall. Irgendwo im Nirgendwo. 

Somit steht der traurigen Verbindung von den beiden Charakteren nichts mehr im Weg. Eingeleitet durch einen Notruf, folgen lange Gespräche in der Nacht, bei denen die Angst und die Sorge um das Überleben immer mehr zunimmt. Diese Dialoge haben es zeitweise durchaus in sich. Man spürt deutlich die Emotionen aufwallen. Allerdings kippt diese Stimmung gegen Ende etwas, da sie eine Wendung nehmen, die mir nicht gefallen hat und gelegentlich gestelzt herüberkam.


Fazit:

"Versunken" ist ein Buch, dass andere Facetten aufzeigt, als man zunächst bei der Inhaltsangabe erwartet. Mir persönlich hat dieser Wandel nicht gefallen. Es wirkte gekünstelt und nimmt extrem die Spannung weg, da man eher mit Stirnrunzeln und innerlichem Stöhnen beschäftigt ist. Als dem finalen Ende entgegen zu fiebern.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde auf lovelybooks gelesen und man hat deutlich gemerkt, wie die Handlung die Gemüter gespalten hat. Von daher sollte sich jeder einen eigenen Eindruck holen und seine persönliche Meinung bilden. (bei aktuell €2,99 für das ebook kann man nicht viel falsch machen)

Meine Empfehlung lautet aber: Beständige Crime-Leser sollten die Finger davon lassen. Wer gelegentlich mal in das Genre hineinschnuppert und auch Joy Fielding spannend findet, kann dagegen ruhig zulangen.

Ich werde der Autorin mit "Wilder Fluss" noch eine zweite Chance geben und verzeihe dem Luzifer Verlag, dass er mit "Versunken" keinen so guten Griff gemacht hat, was den Nervenkitzel angeht zwinker

  (3)
Tags: crime, ebook   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

59 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

soldaten, überleben, kälte, bäcker, loch

Ein bitterkalter Nachmittag

Gerard Donovan , Thomas Gunkel
Fester Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 04.10.2010
ISBN 9783630873428
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

japan, horror, crime

Das Casting

Ryu Murakami , Leopold Federmair , Motoko Yajin
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Septime Verlag, 01.04.2013
ISBN 9783902711151
Genre: Romane

Rezension:

Solltest du die Verfilmung bereits kennen, so lösche bitte direkt einmal alles aus deiner Erinnerung, was dir dazu einfällt. Vor allem das Blut. Viel Blut. Einfach ausblenden. Vielleicht auch ein bisschen von der Brutalität. Reduziert sie auf ungefähr auf die Hälfte. Alles erledigt? Dann kannst du das Buch in die Hand nehmen und damit starten.
"Das Casting" hat viele Parallelen zum Film, was natürlich nicht verwunderlich ist. Immerhin ist es die Vorlage dazu. Dennoch geht es hier viel ruhiger zu und zerrt einen ganz langsam in den Strudel der Brutalität hinein, bis es einen auf den letzten Seiten komplett damit überrumpelt. Dabei ist es nicht einmal die Gewalt an sich, sondern die Nüchternheit, mit der der Autor sie beschreibt.  Da habe sogar ich innerlich aufgestöhnt.

Jetzt habe ich schon so viel drumherum erzählt, aber nicht worum es eigentlich geht. Also folgt nun erst einmal eine kurze inhaltliche  Zusammenfassung: 
Aoyama ist Witwer. Vor ein paar Jahren hat er seine Frau an Krebs verloren und zieht nun den gemeinsamen Sohn Shigehiko allein groß. Beruflich läuft  bei dem Dokumentarfilmer alles bestens und auch sonst gibt es keine nennenswerten Probleme. Doch Aoyama ist einsam. Er trauert lieber, als sich eine neue Frau zu suchen und so muss ihn erst sein Sohn energisch darauf hinweisen, damit er sich aufrafft und sich auf die Suche nach einer weiblichen Häfte macht. Nur wo finden im Alltag? Sein Freund Yoshikawa hat eine grandiose Idee: Warum nicht berufliches und privates mischen und ein Casting für eine Werbung ausschreiben. Aus dem sich der Witwer seine neue Frau heraussuchen kann.

Gesagt. Getan. Hunderte Frauen folgen dem Aufruf und wollen das neue Werbegesicht Japans werden. Die beiden Freunde treffen eine Vorauswahl und tatsächlich, eine junge Frau schafft es allein nur durch ihre Bewerbung Aoyama seine Trauer zu vergessen. Er ist sogar so besessen von ihr, dass ihn die anderen Frauen regelrecht langweilen und er der geheimnisvollen Asami entgegen fiebert. Kaum sieht er sie leibhaftig vor sich, ist es um ihn geschehen. Er ist geblendet von ihrer Art zu Reden und ihrer klassischen Schönheit. Doch es gibt einen Haken. Der Altersunterschied. Was sollte so ein junges Ding, schon von so einem alten Mann, wie ihm wollen. Erste Unterhaltungen beweisen jedoch das Gegenteil. Die Chemie stimmt eindeutig und eine zarte junge Liebesromanze entwickelt sich.

Dabei verfällt er ihr so sehr, dass er alle Anzeichen übersieht, die für den Außenstehenden offensichtlich sind. Asami verbirgt etwas und dieses etwas scheint nicht auf die rosa Wolke zu passen, auf der Aoyama gerade schwebt. Selbst als sie ihr wahres Ich zeigt, versteht er nicht und braucht erst die volle Dröhnung ihrer Boshaftigkeit, bis dass er im wahrsten Sinne des Wortes von seiner plüschigen Wolke herunterknallt.
Wenn das passiert, ist man auch als Leser schockiert von der dunklen Seite der jungen Frau. Kompromisslos zieht sie ihre "Arbeit" durch, ohne Rücksicht auf Verluste. Diese Ereignisse stellen einen krassen Kontrast zu den ersten Seiten dar. Was so leichtfüßig anfing, endet in einer Katastrophe.

Es ist vor allem der bissige Unterton, den man heraushört. Da ist der naive Aoyama, der Frauen lieben will und eine Begleitung braucht, sein energischer Freund Yoshikawa, der sich als ultimativer Frauenversteher sieht und die unscheinbare Asami, die einerseits das Klischee der sittsamen Frau darstellt und zugleich ihre Neigungen nicht zurückhält, sondern offen auslebt. Zwischendrin lässt der Autor immer wieder die Erfahrung und Weisheit, durch die Münder diverser Figuren sprechen. Aber Liebe macht bekanntlich blind und japanische Schönheiten sind eben nicht immer das, wonach sie auf den ersten Blick aussehen.

Das Buch hat man recht schnell gelesen, was bei knapp 200 Seiten auch kein Wunder ist. So ist es nicht die Detailverliebtheit, die überzeugt, sondern die Schonungslosigkeit der Realität, wenngleich sie etwas überspitz dargestellt wird. Das Ende selbst, kommt dann anders als erwartet. Dennoch passt es zu den Ereignissen und rundet alles gekonnt ab.
In ein bestimmtes Genre lässt sich die Geschichte meiner Meinung nach übrigens nicht stecken. Dem Thriller wird es nicht ganz gerecht, Psycho ist in einigen Punkten auf jeden Fall korrekt, Hardboiled ist es dann auch nicht wirklich, auch wenn es hart zur Sache geht. Am besten passt wirklich "gesellschaftskritischer Roman mit psychotisch brutalen Elementen".

Für mich war es das erste Buch von Ryo Murakami und es wird auch definitiv nicht das letzte sein. Sein Schreibstil ist sehr angenehm und ich mag derartige Wendungen in Geschichten, selbst wenn sie mir durch Verfilmungen schon bekannt sind. "Coin Locker Babies" habe ich als nächstes im Visier und das Buch ist mit seinen 600 Seiten ein richtiges Monstrum im Vergleich zu "Das Casting".

  (2)
Tags: crime, japan   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

thriller, crime

Der Rushhour-Killer

Mason Cross , Helmut Splinter
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.03.2015
ISBN 9783442481217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


"Er war nicht vom Krieg gezeichnet, sondern hatte sich den Krieg ausgesucht, weil er Menschen töten wollte, und als sein Krieg vorbei war, hatte er ihn mit nach Hause genommen, weil er weiterhin Menschen töten wollte." (S.91)

Caleb Wardell wartet auf die Todesspritze. Sein Todestag rückt langsam näher, als er plötzlich verlegt werden soll. Zusammen mit einem anderen Gefangenen. Er ist etwas verwundert über die geringe Bewachung, aber letztlich ist ihm das herzlich egal. Denn wer bettelt schon freiwillig um sein Todesurteil? Es kommt wie es kommen musste: Der Gefangenentransport wird überfallen. Wardell gelingt die Flucht und lässt einige Leichen zurück. Sofort schaltet sich das FBI ein und beginnt emsig zu ermitteln. Doch rasch geraten sie ins Stocken, da einige Fragen ungeklärt sind und keiner genau weiß, was der geflohene Scharfschütze wo vor hat. Also wird Carter Blake in beratender Funktion hinzugezogen und ist mit seinen Vorschlägen direkt ein Dorn im Auge der Ermittler.

Man zieht einen Mann hinzu, wo man glaubt, dass er das Denken des Schützen durchschaut und weiß was er als Nächstes vor hat und zugleich will man ihn nicht dabei haben? Ja, leider keine Seltenheit bei derartigen Einsätzen, wo der Chef von ganz oben andere Flausen im Kopf hat, als seine Untertanen vor Ort. Aber das stört Blake nicht sonderlich. Er arbeitet eh lieber allein und geht seinen Weg, schließlich hat man ihn dafür engagiert den Fall die entscheidende Wendung zu geben. Problematisch ist hier nur, dass sich Blake an Wardell vage erinnern kann und es somit persönlich für ihn wird. Vor einigen Jahren hatte er bereits eine unschöne Begegnung mit ihm. Im Krieg. Damals kamen beide relativ ungeschoren davon. Ob das diesmal auch der Fall sein wird, wenn einer über die Stränge schlägt?

Mit Wardell und Blake hat der Autor Mason Cross zwei sehr interessante Charaktere an Land gezogen und aufeinander losgelassen. Beide wirken äußerst professionell und kalt, sobald es um ihren Job geht. Nur, dass der eine liebend gerne Menschen erschießt und dabei den Umgang mit seinem Scharfschützengewehr bevorzugt und der andere eher dazu neigt Menschenleben zu retten, indem er Killern das Leben entsprechend schwer macht. 
Gleichzeitig haben jedoch beide eine warme Seite an sich, die zaghaft an ein paar Stellen im Laufe der Geschichte ans Licht kommt, sodass sie menschlich wirken. Daher hat Wardell zu Beginn auch ein paar Sympathiepunkte bei mir einheimsen können. Gemäß dem Motto: So böse ist er doch gar nicht, er will nur Rache nehmen. Was natürlich Blödsinn ist, aber wenn ein Autor den Leser so verführen kann, hat er eindeutig Pluspunkte verdient.

Weitere Bonuspunkte hat Cross von mir bekommen, da er einen immer wieder von dem ersten Gedanken ablenkt, den man hat, sobald man alle relevanten Figuren kennt und ahnt wohin alles führen wird. Durch den undurchsichtigen Blake spricht er Worte aus, denen man freiwillig folgt. Genauso flechtet er geschickt die gesetzliche Seite in Form der beiden FBI-Agents Banner und Castle ein. Die beiden stehen für Struktur und Gehorsam. Blake bringt dort ein wenig Unruhe hinein und sorgt vor allem bei Agent Banner dafür, dass sie seine Vermutungen in Betracht zieht. Vor allem, nachdem er erste Erfolge erzielen kann. Aber er keine Angst! Bei allen, wo jetzt die Alarmglocken angehen und die eine schmuse Love-story sehen. Dieses Kapitel wird ganz nüchtern abgehandelt und ist so harmlos, wie der sanfte Flügelschlag eines Schmetterlings.

Man merkt deutlich, dass mich dieses Buch positiv überrascht hat.Mister Blake läuft eindeutig Herrn Winter ("Watch Me") den Rang ab. Zwar sind viele Dinge von ihm im Unklaren geblieben, aber das macht ihn für mich nur noch umso interessanter. So bleiben noch viele unbeschriebene Buchseiten offen, die gefüllt werden wollen. Mit diesem normal aussehenden Mann, der wie ein Camelion in der Masse wandert und nur mit seinem Wissen und Geschick auffällt, auch wenn er stolpern kann, wie jeder gewöhnliche Mensch eben.

Spannend, unterhaltsam und interessante Charaktere, die man gerne weiter auf ihrem Weg begleiten möchte!

  (2)
Tags: crime, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

horror, dystopie, endzeit, zombies, teil eins

Graues Land

Michael Dissieux
Flexibler Einband: 262 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.03.2014
ISBN 9781496191434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Langsam. Still und heimlich. Bin ich ein kleiner Michael Dissieux Fan geworden. Da ist etwas in seinen Büchern, dass mich jedes Mal in den Bann zieht, auch wenn mir zum Beispiel "Der Schuppen", zu vorhersehbar war. Hier ist es anders. Hier ist definitiv nicht alles vorhersehbar. Es schwankt zwischen der stillen Hoffnung auf einen neuen ruhigen Morgen, dem Glauben an das Gute im Menschen, der versteckten Angst vor der Kreatur unter dem Bett sowie der plötzlich entschlüpften Grausamkeit des Moments.
Alles untermalt von einer seltsamen Veränderung, die in der Welt vor sich geht. Graue Schatten scheinen zum Leben zu erwachen und jedes Lebewesen gnadenlos in den Tod oder Wahnsinn zu reißen, was sich ihnen in den Weg stellt. Vor allem Nachts sollte man nicht raus und alle Türen und Fenster geschlossen halten. Entsprechend ist die Anzahl der Menschheit stark reduziert und so konzentriert sich in diesem Buch vor allem auf einen alten Mann und seine Familie.

Murphy, ein Mann von fast siebzig Jahren, der schon eine Menge Lebenserfahrung auf dem Buckel hat, beginnt plötzlich an sich zu zweifeln. Tief verborgene Ängste krabbeln langsam an die Oberfläche hinauf und beginnen seinen Verstand einzunehmen. Doch noch hat die dunkle Kreatur noch nicht gesiegt. Nicht solange er am Leben ist. 
Ein zunächst einsamer Kampf beginnt, der leicht an eine Zombieapokalypse erinnert. Nach und nach gesellen sich andere Gesichter zu ihm, die ihm helfen und ihm zusprechen. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses dünne Kartenhaus der heimischen Atmosphäre in sich zusammenbricht und Hölzchen kann Dissieux bekanntlich gut ins Feuer werfen.


Fazit:

Mir hat das Buch überraschend gut gefallen. Hatte ich anfangs gedacht, es geht alles in eine andere - klassichere Richtung - so wendet sich das Blatt schnell und man lernt eine neue Form der Endzeit kennen. Murphy selbst, schließt man rasch in sein Herz. Der alte Mann hat etwas an sich, was einen rührselig macht und das liegt sich nicht nur an seiner fürsorglichem Pflege bei seiner bettlegerischen Frau.
Kurz & knackig und dennoch erfrischend anders. Ich bin auf die Fortsetzungen gespannt!

  (1)
Tags: endzeit, horror   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, adoption, mord, vergangenheit, crime

Vor ihren Augen

Mary Louise Kelly ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.01.2016
ISBN 9783442483860
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Falls ich angenommen hatte, in Atlanta meiner Vergangenheit hinter mich zu lassen, so hatte ich mich getäuscht." (S.96)

Caroline ist Ende dreißig, als sie erfährt, dass in ihrer Kindheit auf sie geschossen wurde und die Kugel noch immer in ihr steckt. Bisher hatte sie dadurch keine gesundtheitlichen Beeinträchtigungen gehabt, daher war es auch nie aufgefallen, dass da ein Stückchen Metall in ihr steckt. Doch durch das Wissen fängt es nun an in ihr zu jucken. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Sie will wissen woher dieses fremde Objekt kommt und warum man ihr nie davon erzählt hat. Ein Punkt den wohl jeder nachvollziehen kann und somit steht man als Leser direkt hinter Caroline und stärkt ihr gedanklich den Rücken, als sie ihre Eltern damit konfrontiert. Wie vermutet drucksen sie eine Weile herum, bis sie mit der Wahrheit ans Licht kommen. Aber das wirklich die komplette Geschichte oder verschweigen sie ihr etwas? Caroline beschließt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.

Wenn man die erste Seite aufschlägt, springt einem direkt ins Auge, dass die Hauptfigur, sprich Caroline Cashion einen direkt anspricht. Das ist im ersten Moment etwas ungewohnt. Mit der Zeit stellt man allerdings fest, dass diese Perspektive gut gewählt wurde, denn so bekommt man viel mehr mit, wie sich die Frau fühlt, der die Wahrheit vorenthalten wurde. Nicht nur die Sache mit der Kugel, sie ist adoptiert und man war nicht in der Lage, ihr dies früher zu sagen. Ab diesem Zeitpunkt sortiert man die Eltern direkt bei "unfähig" ein. Egal wie liebevoll sie mit ihren leiblichen und ihrem Adoptivkind umgehen. So etwas sollte man ansprechen können. Also begleitet man Caroline neugierig auf ihrem Weg nach Atlanta. Dahin, wo sie einst aufgewachsen ist, bis ein tragisches Unglück ihr die leiblichen Eltern nahm und sie zurückließ.

Man erwartet nun, dass sie die Nachbarn befragt, Freunde aufsucht, eventuell die Polizeistation kontaktiert und so ähnlich passiert es dann auch. Man freut sich auf eine spannende und zugleich interessante Aufklärung und haftet sich an ihre Fersen. Doch schnell muss man feststellen, dass das anfängliche Tempo extrem nachlässt. Statt neuer Informationen dreht man sich im Kreis. Es kommen neue Einflüsse und Charaktere hinzu, die mit ihrer Vergangenheit in Verbindung stehen. Doch auch diese sorgen nur für wenig Aufschwung. Ganz im Gegenteil, sie bremsen ihn durch ihre Einwürfe eher aus. Entsprechend fing ich rasch an mich zu langweilen. Als Leser möchte man immer mal wieder ein Häppchen bekommen. Die berühmte Möhre vor der Nase. Wenn der Rest passt, lässt man das Gemüse auch gerne längere Zeit herumbaumeln und sorgt sich nicht, sie erst recht spät zum knabbern zu bekommen. Hier war das leider nicht der Fall.

Die größten Schwierigkeiten hatte ich wirklich mit vier Charakteren, die Caroline in Atlanta kennenlernt. Ich bin nicht im geringsten mit ihnen warm geworden. Auch wenn sie total unterschiedliche Rollen einnehmen und eigentlich die Handlung ordentlich vorantreiben müssten. Alle haben so etwas schwermütiges an sich, was mich innerlich gähnen lies. Da half es auch nicht, dass ich Carolines geschwisterliches Verhältnis zu ihrem Bruder liebend gern verfolgt habe oder die junge quirlige Reporterin, die ihr bei der Recherche hilft, gerne reden gehört habe. Der negative Einfluss war einfach zu groß. Als ich später dann auch meine erste Vermutung immer mehr bestätigt sah und manche Personen sich einfach zu abstrus verhalten, war mein Leseeifer dahin.

Sehr schade, um die grandiose Idee und die perfekte Erzählperspektive. Die meisten Charaktere konnten mich einfach in ihrer Art nicht überzeugen. Entsprechend führte eins zum anderen und ich habe mich eher durch die Seiten gequält, als sie munter in mich aufzusaugen.


Tante Edit (1) Eine positivere Meinung hat Trollmutti klick  

Tante Edit (2) Ich finde übrigens das Originalcover genial!

  (1)
Tags: crime, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

zwangsadoption, hörbuch, martina treger, mord, zeugenschutz

Freedom's Child

Jax Miller , Martina Treger , Martina Treger
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 28.07.2015
ISBN 9783899649246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lange bin ich um dieses Buch herumgetingelt, bis es vor einigen Wochen dann endlich bei mir eingezogen ist. Lange hat es (zum Glück) nicht auf dem SUB überlebt, sondern wurde recht zeitnah von mir verschlungen, was ich auf gar keinen Fall bereut habe!

Freedom ist eine Frau, die eine Menge durchgemacht hat. Dunkle Schatten liegen über ihrer Vergangenheit. In der ihre Kinder ihr entrissen wurden und ein Schuldiger hinter Gitter gebracht wurde. Doch nun ist dieser wieder draußen und plötzlich verschwindet eins ihrer inzwischen fast erwachsenen Kinder.
Was macht man in so einem Moment? Sich dem Bösen, dem man geschickt aus dem Weg gegangen ist, wieder entgegen treten oder sich weiterhin bedeckt halten?  Wer weiß ob ihre Kinder sich überhaupt noch an sie erinnern können oder gar möchten?  
Die Lieber einer Mutter zu ihrem Nachwuchs verebbt allerdings in den meisten Fällen nie und so bleibt für Freedom nur eine Option: Sich dem stellen, was sie hinter sich gelassen hat.

Das Buch hat einen indirekten Countdown von Kapitel zu Kapitel. Jedoch kann man diesen nicht konstant verfolgen. Man pendelt nämlich zusätzlich noch in der Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Größtenteils passiert das alles aus der Sicht von Freedom, aber auch andere Gesichter, wie ihre Kinder oder die "dunklen Schatten" kommen zu Wort. Das mag verwirrend klingen, ist aber nicht im geringsten, sondern unterstützt den Stil des Buches perfekt. Das ist kein Thriller, den man täglich liest. Jax Miller hat einen wunderbaren Schreibstil, mit dem ihr gelungen ist den rauen Ton in der Handlung zu unterstreichen und zeitglich die Hoffnung einer gebrandmarkten Frau erblühen zu lassen.


Fazit:

Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Wer abseits der gewöhnlichen Crime Stories etwas lesen möchte, sollte hier auf jeden Fall zugreifen!
Denn Freedom ist nicht nur eine Figur, die sich aufrappelt, sie hat Rückschläge wie jeder andere auch. Es wird also keineswegs ein gerade Linie aufgezeigt, sondern das Leben mit allen Extremen, die es gibt. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und sehe daher über klassische Klischees hinweg, die hier aufgezeigt werden, da Freedom einfach zu überzeugen wusste.
 

  (1)
Tags: crime, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

manga, horror

Yorukumo 01

Michi Urushihara , Sakura Ilgert
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Egmont Manga, 06.11.2014
ISBN 9783770483563
Genre: Comics

Rezension:


Zufällig habe ich den Manga in der Buchhandlung entdeckt, als ich auf der Suche nach Ajin war, was ein ähnliches düsteres Genre abdeckt. Das grau-weiß gestaltete Cover war direkt der Hinweis auf eine dark story und so klappte ich das Büchlein auf, um den Zeichenstil zu betrachten. Auch dieser weckte meine Neugierde und so durfte es bei mir einziehen.
Nachdem ich dann die ersten Kapitel gelesen hatte, wusste ich: Das ist ein Manga für mich.

Man lernt zunächst die "Felder" kennen, in der Kiyoko mit ihrer Mutter lebt. Trotz der trostlosen Gegen, ist Kiyoko voller Lebensfreude und Elan, ihr kleines Restaurant am Leben zu erhalten. Doch um genügend Zutaten für ihre Speisen zu haben, muss die junge öfters in den "Wald" gehen, in dem es vor unheimlichen Gestalten nur so wimmelt. Aber Kiyoko steckt mit ihrer fröhlichen Art, selbst die Menschen dort an und hatte bisher keine Probleme dort ihre Einkäufe zu erledigen.

Nur, nicht alles was glänzt ist Gold. Entsprechend tritt eines Tages ein Mann mit einem Auftrag an sie heran. Sie soll einem jungen Mann regelmäßig Essen bringen. Bedenkenlos nimmt sie sich der Aufgabe an. Muss jedoch bald feststellen, dass da was nicht stimmt. Nicht nur der stumme belieferte Mann namens Yorukumo, sondern auch der Auftraggeber hat etwas zu verbergen. 
 
Zeichenstil:

Michi Urushihara hat einen zarten, schlichten Zeichenstil, der zugleich hart und bestimmend wirken kann. Die Szenen werden detailliert, aber nicht überfüllt dargestellt. Genau so, dass man das Dunkle zu fassen bekommt und dennoch nicht in schwarzen Seiten versinkt.
Kommt es zu Mord, wird an Blut und starren Augen nicht gespart. Man spürt die Kälte in den Bildern und die Grausamkeit, die dort an den Tag gelegt wird. 
Zeitgleich ist da diese Zartheit und Liebe, die auftaucht, sobald Kiyoko zu Wort kommt. 

Charaktere:

Man beschränkt sich auf der positiven Seite vor allem auf das Mädchen Kiyoko, einer lebenslustigen Kellnerin und ihrer Mutter.
Auf der anderen, negativen Seite steht Yorukumo mit seinem "Vater", der sich um den jungen Mann kümmert. 
Gegen Ende taucht noch Prinz Nakata auf. Er steht aktuell für die "Stadt", wirkt protzig und gierig zugleich.
So hat man in dem ersten Band schon einmal aus jeder sozialen Schicht jemanden kennen gelernt und kann erste Verbindungen erkennen.


Fazit:

Ich fühlte mich unterhalten, wäre bei dieser Geschichte schon etwas makaber ausgedrückt. Trotzdem hat der Manga mir das gegeben, was ich erwartet habe. Eine mystische Geschichte, die eine zarte Spannung in sich verbirgt und mit der Zeit immer mehr Fragen aufploppen lässt. Man hat Sorge um Kiyoko und will Yorukumo in den Arm nehmen, um ihn menschliche Wärme spüren zu lassen, obwohl der ein Killer ist. 

Zeitweise fühlte ich mich an "Angel Battle Alita" erinnert und das nicht wegen irgendwelchen Kämpfen. Nein, eher weil es jeweils um eine Frau geht, die in einer Zeit lebt, in der sie sich beweisen muss und in der einem nichts geschenkt wird. In der man wahre Freunde, wie Perlen am Strand suchen muss und sie dann ganz fest halten sollte, damit sie einem nicht weglaufen. In der eine gute Geste nicht immer heißt, dass ein Geschenk ein Geschenk ist, sondern man eine Gegenleistung erwartet, selbst wenn es das eigene Leben ist, was man aufgeben muss.


Der Manga wird ab 16 Jahren empfohlen!

  (0)
Tags: manga   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller

Augen des Waldes: Thriller (suhrkamp taschenbuch)

Brendan Duffy
E-Buch Text: 433 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 10.01.2015
ISBN 9783518739341
Genre: Sonstiges

Rezension:

Da beobachtet man eine kleine Familie, die einen Neustart versucht und muss dann schnell feststellen, dass in der neuen Dorfgemeinde nicht alles so schön ist, wie es nach außen hin scheint. Zwar zweifelt Ben auch noch an der Friedseligkeit, doch er will sich dadurch den neuen Lebensabschnitt nicht versauen. Er hat das alles nämlich nicht nur für sich gemacht, sondern vor allem für seine Frau Caroline, die zu starken Depressionen und Selbstzweifeln neigt. Für die beiden Kinder steht vor allem die Nähe zur Natur im Vordergrund. Der junge Familienvater gibt sich auch wirklich redlich Mühe, hat aber keine Chance gegen das, was seinem ältesten Sohn im Wald begegnet und ihn Tag für Tag immer mehr beeinflusst.

Faszinierend fand ich vor allem das schleichende Böse, was die Menschen immer mehr einnimmt und wie sehr Ben versucht dagegen anzukämpfen. Quasi der Wahrheit ins Auge zu blicken. Der Ton ist dabei erstaunlich ruhig. Zwar wabert die ganze Zeit das Dunkle, wie ein schwerer Nebel über der Geschichte, aber es dominiert nicht das Geschehen. Somit entwickelt sich alles komplett anders als zunächst von mir gedacht. Während Ben sich auf das Schreiben zu konzentrieren versucht, geht Caroline in ihren Kochkünsten auf, die ihr inneres Gleichgewicht zu sein scheinen und Charlie...nun ja, er wandert gerne im Wald umher. Nachts, bei eisiger Kälte und besucht seinen eigenenartigen Freund, der ihn eigentlich vertreiben und nicht zu sich locken will.

Interessant ist auch die Aufteilung der Abschnitte. So ist man die meiste Zeit an der Seite von Ben. Lernt seine Ansichten der Dinge kennen und erfährt, wie wichtig dieser Neustart für die Vier ist. Entsprechend hofft man nur das Beste und drückt ihnen stumm die Daumen. Bald kommt jedoch Carolines Denkweise hinzu und man sieht die Fassade bröckeln. Charlie ist eigen und undurchschaubar. Der Junge ist ein Einzelgänger und freut sich einen Kameraden gefunden zu haben, selbst wenn er ihn nie zu Gesicht und stattdessen blutige Geschenke von ihm präsentiert bekommt.
Außerdem sind da noch die Briefe aus der Vergangenheit, die das Anwesen "The Crofts" betrifft. Durch sie knüpft man Parallelen und versucht die losen Ende zu einem zusammenzufügen. Genauso wie Ben, der seltsame Entdeckungen macht.


Fazit:

Diese Geschichte ist definitiv auch für die Leser etwas, die normal keine Schauergeschichten lesen. Richtig temporeich wird es erst gegen Ende, wo die Auflösung präsentiert wird, die man zwar schon ahnt, aber deren Wendung doch unterhaltsam zu lesen ist. 
Trotz der - ja, man muss es so sagen - geringen Spannung, hat mich das Buch unterhalten und ich wollte es nicht beiseite legen. Ich denke, dass es vor allem daran lag, dass ich wissen wollte, wie das alles endet und der Autor damit wirklich lange wartet. Zeitgleich war das Verhalten der Bewohner interessant zu beobachten. Mürrisch und launisch, trifft nett und zuvorkommend. Ein Zwischending gibt es nicht und trotzdem harmonieren alle miteinander.

Tante Edit: Der allerletzte Abschnitt ist übrigens mal etwas ganz Neues für mich gewesen und hat mich verwirrt zurück gelassen. Danach denkt man auf jeden Fall komplett anders über das vorher Gelesene!

  (1)
Tags: thriller   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

hörbuch, historischer roman, roman, kiera brennan

Die Herren der Grünen Insel

Kiera Brennan , Reinhard Kuhnert
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 15.02.2016
ISBN 9783837132861
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe dieses Buch bei vielen anderen bereits gesehen. Allerdings im Buchformat. Eine Version, die mit bald 1000 Seiten nicht ohne ist. Denn eine Geschichte von dieser Länge muss auf jeden Fall überzeugen, damit man sie nicht beiseite legt. Somit habe ich recht lange überlegt, ob ich die Ereignisse aus Irland auch zur Hand nehmen möchte. Vor allem deswegen, da viele "Längen" kritisierten. Also habe ich mich auf einem Kompromiss eingelassen und zum Hörbuch gegriffen. Es ist eine gekürzte Version - zu "Längen" kann ich entsprechend nichts sagen - die knapp 21 Stunden geht.

Gelesen wird das Buch von Reinhard Kuhnert, welcher auch "Game of Thrones" vertonen durfte. Seine Stimme fand ich sehr angenehm. Er hat es geschafft, dafür zu sorgen, dass man sich Namen (und hier nicht über die Aussprache grübeln muss, das wird einem schließlich abgenommen) und Gesichter merkt, auch wenn man durch das Geflecht an fiesen Machenschaften Anfang noch gar nicht so recht durchblicken kann. Kuhnert hat immer genau die Stimmlage getroffen, die zu dem Gesagten passte und die Charaktere vor dem inneren Auge wunderbar zum leben erweckt.
Ich bin inzwischen so weit, dass ich mir die Geschichten von "Game of Thrones" auch als Hörbuch hole.

Doch genug den Sprecher gelobt, die Autorin ist schließlich der Ursprung der Geschichte!
Kiera Brennan schafft es, das Mittelalter in all seinen Facetten aufleben zu lassen, ohne es langweilig wirken zu lassen. Sie lässt den Leser in eine Zeit eintauchen, wo Männer das Sagen haben, Frauen nur Mittel zum Zweck sind und eine falsche Entscheidung mit einem raschen Schwerthieb zu spät bereut wurde. So führen hier zwei mächtige Könige seit Ewigkeiten Krieg miteinander (König Diarmait von Leinster und König Tigernán von Breifne) und letztlich kann nur einer als Sieger dabei hervorgehen. Diese Wende sorgt für einige Veränderungen in Irland. Denn nun kommen die zum Zug, die bisher an zweiter Stelle standen. 

Verbündete, Töchter, Ehefrauen, Brüder, sie alle kommen hier zu Wort und zeigen ihre Ansicht der Dinge. Alle - wirklich alle - machen im Laufe der Zeit eine deutliche Entwicklung durch. Ob nun zum Guten oder Schlechten sei dahin gestellt. Ich fand es spannend zu hören, welche neuen Dinge sie lernen und welche Erfahrungen sie zwangläufig machen müssen, um sich noch eine Schritt weiter von der einheitlichen Masse zu entfernen. Ein wichtiger Leitsatz, den man immer wieder hört, ist dabei, dass man das was man liebt, töten soll. Warum? Ganz einfach: Es kann gegen dich benutzt werden, als Druckmittel oder um dich zu brechen. Ein grausamer Gedanke, der auch einige das Leben kostet.


Fazit:

Für mich war und ist "Die Herren der grünen Insel" ein spannendes Hörerlebnis. Es ist mir leicht gefallen in diese alte Welt hineinzutauchen. Sehr angetan hat es mir eine der Töchter, die in einem Kloster leben muss. In dem Zusammenhang fand ich die Heilmethoden recht interessant und informativ. Da merkt man, dass die Autorin nicht nur ihre beschriebenen Schauplätze besucht, sondern auch so Kleinigkeiten genau recherchiert.
Mein einziges Manko ist die zu spät aufkommende Spannung. Auf der ersten CD werden einem alle wichtigen Personen vorgestellt. Man bekommt quasi das Grundgerüst präsentiert. Auf der zweiten verknüpfen sich dann viele Stränge, was nicht immer sonderlich spannend war und auf der dritten CD geht es dann richtig zur Sache. Hier hatte ich das Gefühl am schnellsten alle Kapitel gehört zu haben, obwohl sie sich von der Zeit unwesentlich von den anderen beiden unterscheidet.

Tipp: Wer mit dicken XXL-Schmöckern nicht zurecht kommt, sollte hier definitiv zum Hörbuch greifen! Die Story ist es einfach wert!

  (1)
Tags: roman   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

thriller

Das Dickicht

Joe R. Lansdale ,
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2016
ISBN 9783453676770
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Rau und kalt, so kennen wir Lansdale. Mit diesem Buch hat er eine neue Spitze der Boshaftigkeit erreicht. Nur diesmal in dem Western-Genre. Diese Zeitepoche mag für den ein oder anderen im ersten Moment abschreckend wirken. Doch man sollte dieser Geschichte auf jeden Fall eine Chance geben. Sollte herausfinden, wer Jack ist, warum seine Schwester Lula überhaupt entführt wird und wieso er sich deswegen mit zwei Kopfgeldjägern einlässt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, um gemeinsam mit ihnen zu dem düsteren Dickicht zu wandern. Für ausreichend Unterhaltung wird in den kommenden Seiten auf jeden Fall gesorgt.

Jack Parker kann nicht wie sein Namensvetter Peter Parker mit klebrigen Spinnenseilen an Häusern herumkraxeln und muss um das Leben seiner Liebsten bangen, die ein Bösewicht in seinen Händen hat. Bei der niedrigen Häuserhöhe damals würde das sicher extrem lustig aussehen und bei weitem nicht so elegant. Aber auch Jack muss um das Leben von jemanden Bangen: Seiner Schwester. Nachdem die Pocken seine Eltern dahingerafft haben, ist er der Herr im Haus und sucht Unterstützung bei seinem Großvater. Der zurückgezogene alte Herr will zurückgezogen bleiben und bringt die beiden zu ihrer Tante.
Doch sie kommen nicht allzu weit. Ein Mix aus Habgier, Stolz, einem unruhigen Fluss und verdammt schlechtem Wetter, sorgt für einen folgenschweres Unglück. An dessen Ende Jack allein da steht. Naja, fast. Er hat noch das Schreiben für ein Grundstück bei sich, was ihm noch eine gewaltige Stütze sein wird.

Da Jack's Schwester Lula nach dem Tumult in die Hände fieser gesetzesloser Banditen geraten ist, macht er sich todesmutig auf, sie aus deren Klauen zu befreien. Recht weit kommt er nicht mit seiner Unerfahrenheit. Erst nach der neuen Bekanntschaft zu Shorty und Eustace keimt die Hoffnung in ihm auf Lula lebend zu finden. Aber auch Kopfgeldjäger wollen überzeugt und bezahlt werden. So wechselt das familiäre Dokument kurzerhand seine Besitzer und Jack begibt zusammen mit den zwei schrägen Gestalten und ihrem borstigen Wildschwein auf Fährtensuche. Allein, wenn ich die Vier nun vor mir sehe, muss ich innerlich schmunzeln über dieses bunte Gespann, dass trotzdem perfekt zusammenarbeitet und in der rauen Natur viel über sich selbst und seine Weggefährten lernt.

Trotz der derben Ereignisse, kommt der Humor nicht zu kurz. Shorty heißt nicht umsonst "shorty" und hat mit ganz besonderen menschlichen Problemen zu kämpfen, die man so vielleicht gar nicht erwartet hätte. Eustace hingegen ist schwarz und hat allein deswegen schon genug Sorgen am Hals, aber er ist ein begnadetere Fährtenleser. Behauptet er zumindest. Die beiden werfen sich regelmäßig Sprüche an den Kopf und fotzeln herum, dass einem die Schamesröte ins Gesicht steigt. Gleichzeitig wissen sie genau, wann und wo eine Waffe zum Einsatz kommen muss und wer leben oder sterben darf. Meist hängt das davon ab, wie viel Geld auf den Kopf der Person ausgesetzt ist.
Mittendrin hüpft dann noch der naive Jack herum, der die Bekanntschaft mit einer älteren hübschen Hure macht und viele viele neue Dinge über das Leben lernt. Nicht zu vergessen Keiler, das Wildschwein, was nachts gerne kuscheln kommt und tagsüber brav grunzend nebenher trotet, sofern er nicht etwas zum fressen gesichtet hat. Und das sind nicht immer niedliche Eicheln vom moosigen Waldboden.

Letztendlich bewegen sie sich langsam aber sicher auf ihr Ziel zu. Das besagte Dickicht. Dort soll Lula im Lager der Outlaws versteckt sein. Ob sie dabei als Hausmütterchen, Matraze oder Zielscheibe benutzt wird, ist völlig unklar. Raue Zeiten eben, in denen wir uns befinden. Wo Männer noch das Sagen hatten und Frauen nur die obigen genannten Funktionen hatten. Somit ist das Buch auch zurecht dem Genre "hardcore" zugeteilt. Mit Wattebällchen wird hier definitiv nicht um sich geschmissen und man darf sich gern an Quentin Tarantino Filme erinnert fühlen. Trotzdem ist es nicht so extrem, dass man das Buch vor Ekel weglegt. Dafür ist die Dosis der Gewalt zu geschickt gemixt. Außerdem wird die Geschichte aus Erinnerungen von Jack erzählt. Dabei hat er sicher eine Menge Blut übersehen und so manches andere hinzugedichtet.

Ich fühlte mich perfekt unterhalten und Joe R. Lansdale hat wieder mal gezeigt, was für ein genialer Autor er ist!           

  (1)
Tags: thriller   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

thriller

Blutinstinkt

Mason Cross ,
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.02.2016
ISBN 9783442481316
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Als in den Santa Monica Mountains eine verstümmelte Frauenleiche entdeckt wird, erlebt LAPD Detective Jessica Allen ein grausiges Déjà-vu. Seit Jahren wütet in der Gegend ein Serienkiller. Seine Beute: Frauen, die mit einer Autopanne liegenbleiben. Weil der Mörder sich ihnen als Helfer andient, nur um sie auf bestialische Weise zu töten, hat ihn die Presse zynisch „Der Samariter“ getauft. Die auf der Stelle tretende Polizei zieht den externen Berater Carter Blake hinzu. Blake will den Killer zur Strecke bringen – auch wenn er sich dafür den eigenen Dämonen stellen muss ... [blanvalet]


Meine Meinung:

Nachdem ich erst vor kurzem den Serienauftakt gelesen habe, durfte sich der zweite Teil direkt bei mir beweisen und zeigen, ob er das gute Niveau halten kann. Natürlich war ich skeptisch, denn so konnte der Stellvertreter Mister Winter zum Beispiel dieses Level in der Fortsetzung nicht halten. Carter Blake's Fortbestand unter meiner Lesenase, stand also unter einem denkbar schlechten Stern. Doch er hat sich recht gut geschlagen, das kann ich schon einmal vorweg nehmen. 

Ähnlich, wie in "Der Rushhour Killer" muss Blake feststellen, dass der den aktuell gesuchten Killer scheinbar kennt. Noch ist er sich nicht sicher und um herausfinden zu können, dass ihn seine Sinne nicht trüben, muss er mit der Polizei Kontakt aufnehmen. Das erweist sich schwieriger als gedacht, denn Detective Allen ist nicht so schnell zu überzeugen, wie Agent Banner. Nach kurzer Zeit ist er aber mit im Boot, spätestens in dem Moment, wo auch das FBI Interesse zeigt.

Die Jagd entwickelt sich recht turbulent und selbstverständlich werden die beiden Hauptfiguren (Blake und Allen) ins Visir genommen. Besonders Detective Allen hat es nicht leicht, da sie schneller zu bestimmten Verbindungen zu alten Fällen kommt als ihre Kollegen. Was keiner so reizend findet. Neid und Missgunst ist vorprogrammiert. Nur ihr Kollege Mazzucco stärkt ihr den Rücken. Aber auch er kann nicht verhindern, dass sich Jessica Allen verdammt schnell in den Schlingen eines Killers wiederfindet, der den Unruhestifter los werden möchte.


Fazit:

Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite und kommt mit der ein oder anderen Überraschung daher, mit der auch ich nicht gerechnet habe. Besonders das Ende hat mich überzeugt, da ich dafür viel zu spät Anzeichen entdecken konnte und es die ganze Handlung des Thrillers wunderbar abrundet.
Leider muss sich die Geschichte auch den Vergleich zu ihrem Vorgänger gefallen lassen und das ist auch mein einziges Manko: Der Grundaufbau ist recht ähnlich. So gibt es einen Killer, eine üble Vergangenheit, Morde in der Gegenwart, eine taffe Ermittlerin, einen neugierigen Blake, misstrauische Kollegen, weitere Morde, eine Zusammenarbeit und ein Ergebnis. Wären nicht die charakterstarken Figuren mitsamt Carter Blake, sowie die unerwarteten Wendungen, würde das Buch wesentlich schlechter abschneiden. Aber das hat es nicht und so werde ich die Reihe definitiv weiterverfolgen!

  (1)
Tags: thriller   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

tiere, natur, horror, mystery, wesen

Trapped - Gefangen

Michael Hodges , Andreas Schiffmann
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 08.01.2016
ISBN 9783958351127
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Drei Tage zuvor kam er an seinem Lieblingsplatz dieser Welt an, einer kleinen Hütte auf Michigans oberer Halbinsel. Der Plan war, den Tod seines Vaters zu betrauern und herauszufinden, was sein eigenes Leben für ihn bereithielt.
Nun kämpft er für dieses Leben.
Ein unsichtbares Wesen hält ihn gefangen. Jedes Mal, wenn Matt zu fliehen versucht, wird er von einer unsichtbaren Kraft zurückgezogen.
Allein und ohne Hoffnung auf Rettung, muss Matt den Fängen dieses Jägers entkommen. Aber wie soll man sich von etwas befreien, das man nicht sehen kann? [Luzifer Verlag]


Meine Meinung: 

Als ich das Buch das erste Mal in der Vorschau gesehen habe, war ich direkt Feuer und Flamme. Die kurze Zusammenfassung lockte einfach zu sehr. Es klang geheimnisvoll und scheinbar unlösbar, diese Gefangenschaft im Wald.
Nachdem ich es nun endlich geholt hatte, war diese Neugierde keineswegs verflogen und so hatte ich die Geschichte auch innerhalb eines Tages verschlungen. 

Anfangs wundert man sich über die Ausführlichkeit, mit der der Wald und seine Bewohner beschrieben werden. Sofort sprangen die Thrillersinnesfühler an und suchten nach Hinweisen, tasteten die Worte und Sätze ab, aber da war nichts. Anscheinend liebt der Autor diesen Wald selbst sehr und hat so endlich einmal seine Liebe niederschreiben können. Somit ist der Einstieg nicht zäh - es lässt sich gut weglesen - aber er ist recht lang.

Irgendwann kommt dann der Cut. Matt ist im Wald angekommen, hat erste bekannte Gesichter wiedergetroffen und Begegnungen mit Fremden gehabt, als er jemanden - nein, etwas - kennenlernt, dessen Bekanntschaft er gerne gemieden hätte.
Zunächst ist er sich überhaupt nicht bewusst, dass er gefangen gehalten wird. Erst als ein Versuch mit dem Auto in die Stadt zu fahren gefährlich scheitert, wird er sich seiner Lage bewusst und der innere Rebel in ihm meldet sich zu Wort.

Zwischendrin wird immer mal wieder zu anderen Personen oder Tieren (!) gewechselt. Das lockert alles etwas auf und man ist nicht nur auf die Hütte fixiert. Diese Nebenstränge sind nicht nur schmückes Beiwerk, sondern tragen auf jeden Fall zur Handlung bei. Überfliegen ist also nicht angesagt!


Fazit:

Eine faszinierende Version der Gefangenschaft, dessen Verursacher mich zeitweise an die komischen tentakeligen Alienwesen aus "Krieg der Welten" erinnert hat. Trotz des schweren Einstiegs lässt sich das Buch rasch weglesen. Man wird in den Bann gezogen und will genau wie Matt wissen, was da verdammt nochmal solche starken Kräfte hat und sich nicht zeigen will. (Und natürlich ob Matt es lebend schafft, zu entkommen.)

  (1)
Tags: horror, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller

Keine Zeit für Gnade

Urban Waite ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2016
ISBN 9783426517093
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Nach zwölf Jahren Haft wegen Drogenschmuggels wird Ex-Sheriff Patrick Drake entlassen. Sein Sohn Bobby, selbst mittlerweile Sheriff, holt ihn aus dem Washington State Penitentiary ab. Doch ihr Verhältnis war noch nie das beste, und die langen Jahre im Gefängnis scheinen seinen Vater nicht einsichtiger gemacht zu haben. Offenbar hat Patrick irgendwo 200.000 Dollar aus seinen Drogendeals vergraben. Doch er ist nicht der Einzige, der das Geld wiederhaben will … [Droemer Knaur]


Meine Meinung:

Urban Waite schafft in dieser Geschichte etwas, was nur wenige schaffen. Mit sparsamen Worten zeigt er grausame Gräueltaten auf, ohne sich detailverliebt darin zu laben. Gleichzeitig vergisst er jedoch in manchen Momenten, sich an die Emotionen bei dem Leser zu erinnern. Hier und da hätten beschriebene Gefühle dem Buch gut getan. Natürlich kommen die Gedanken der Figuren zu Wort. Da ist Bobby und seine Frau Sheri, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben und dann kommt plötzlich Patrick aus dem Gefängnis. Mit ihm kommen neue Sorgen dazu. Extrem große Sorgen, die einen Strudel des Misstrauens in Gang setzen. Sheri äußert ihre Ängste, doch es will einen nicht wirklich berühren. Ebenso Bobbys Sorgen, dass sein Vater noch lange nicht mit seinen illegalen Geschäften fertig ist. Man nimmt es einfach auf.

"Was immer Driscoll auch für eine Saat ausgesät hatte, sie ging auf. Wurzeln wanden sich um seine Brust wie Ranken um einen Baum, und Drake saß dort im Büro und fürchtete sich davor sie ausfblühen zu sehen. (S.76)

Gegenspieler der Familienbande ist Driscoll. Ein DEA Agent, der Patrick nicht traut und ahnt, dass er etwas zu verbergen hat. Er versucht sich mit dem Sohn zu verbünden. Allerdings streut er nur noch mehr Salz in alte Wunden. Tritt Dinge los, die nur auf seinen Vermutungen basieren. Gefährlich in einer Gegend, wo mehr Leute unter einer Decke stecken, als man weiß. Außerdem geht es um Geld. Egal wie viel es auch ist. Die Gier lässt viele blind handeln.
So kommt es wie es kommen musste: Alte Gefährten tauchen auf, die nichts von guten Manieren halten und bringen eine Menge Steine zum rollen.

Parallel dazu, spielt sich im Hintergrund eine ganz andere Geschichte ab. Es geht um einen einsamen Wolf, der sich in die städtische Gegen verirrt hat. Der erste seit Jahren. Ellie, eine junge liebenswerte Frau von der Jagdaufsicht will dieses Tier schützen und mit einem Pfeilsender markieren. Die Bewohner der Stadt wollen den Wolf jedoch tot sehen. Er plündert und greift Tiere an. Ein weitere Kampf um das Vertrauen beginnt und schwebt wie ein Schatten über der Jagd nach dem Geld. Bevor es am Ende zu einem runden Ergebnis zu Ende geführt wird. Der Kreis schließt sich. Wie er jedoch alle Stränge verbindet, muss jeder selbst herausfinden.


Fazit:

Auch wenn es zeitweise kalt wirkt und sich auf die "Jagd" konzentriert, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Man ist direkt in dem Sog der Unwissenheit gefangen und will mit der Wahrheit in der Hand wieder entfliehen. Das geht doch nur, wenn man sich an die Fersen von Bobby haftet, der genau das herausfinden möchte. 
Ellie war hier mein kleinen Lichtschein. Ich mochte sie am liebsten, auch wenn sie nicht so oft zu Wort kommt. Ebenso der Großvater im Wald, der sein ganz eigenes Leben führt und dennoch an allem beteiligt ist. Bobby und Paddy (Patrick) wirkten stetig wie zwei Katzen, die sich anfauchen und nur widerwillig nebeneinander existieren. Ganz warm bin ich nicht mit ihnen geworden, konnte aber ihre Handlungen verstehen und nachvollziehen.

Alles wirkt wie ein moderner Western-Crime mitten im zwanzigsten Jahrhundert. Kurz, gnadenlos und spannend zu lesen.

  (1)
Tags: thriller   (1)
 
516 Ergebnisse