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england, john madden, erster weltkrieg, scotland yard, zweiter weltkrieg

Totengedenken

Rennie Airth , Ellen Schlootz
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.05.2015
ISBN 9783442482634
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Handlung von "Totengedenken" spielt zwar im England des Jahres 1947, aber schnell wird klar, dass es eigentlich um den Ersten Weltkrieg geht. Das, so weiß ich inzwischen, ist auch bei den beiden ersten Bänden der Serie um John Madden so.

"Totengedenken"
 baut auf den Krimis "Nacht ohne Gesicht" und "Orte der Finsternis" auf, die bislang nur als eBook auf Deutsch erschienen. Der dritte Band der John-Madden-Reihe, "The Dead of Winter", ist leider noch nicht auf Deutsch erschienen, so dass oft fälschlicherweise von einer Madden-Trilogie die Rede ist. Die Handlung der Bücher ist aber in sich abgeschlossen und auch zu verstehen, ohne die ersten zwei bzw. drei Bücher zu kennen, denn alle Figuren werden bei ihrem ersten Auftreten kurz eingeführt. Zudem liegen zwischen den einzelnen Fällen jeweils einige Jahre, so dass sich Handlung und Charaktere nicht stringent entwickeln.

John Madden, dessen Rückzug auf's Land sich schon im ersten Band ankündigte, lebt nun vollends als Farmer auf dem Land, ist aber gelegentlich in London, um sich um eine alte Verwandte und ihr baufälliges Haus zu kümmern. So kann er immer wieder in die Ermittlungen seiner ehemaligen Kollegen unterstützend eingreifen, auch, weil seine Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg wichtig sind.

Ich war nur kurz enttäuscht, dass nicht das Nachkriegsengland oder das England des Zweiten Weltkriegs eine tragende Rolle in Airths drittem Roman spielt, denn der Kosmos um John Madden nahm mich schnell gefangen, so schnell, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und mir gleich die beiden Vorgängerbände auf den Reader lud. Und in den Teilen der Handlung, die in London spielen, werden die Narben, die der Krieg riss, doch immer wieder sichtbar: Ruinen, Lebensmittel- und Benzinrationierung ... Natürlich darf auch der vermeintlich typische Londoner Nebel nicht fehlen und muss die Ermittlungsarbeit gelegentlich ordentlich erschweren.

Im Vergleich zu den ersten Bänden tritt Madden immer mehr in den Hintergrund, was mich aber nicht so sher störte, da die Charaktere seiner Kollegen an Profil gewinnen. Airth erzählt in ruhigem Ton von der Entwicklung der Mordserie und den Ermittlungen in den vorforensischen Zeiten, als es anscheinend mehr auf kleinteilige Detektivarbeit ankam. Spannend ist auch der Umstand, dass im Scotland-Yard-Team inzwischen auch Frauen mitarbeiten, womit sich manch alter Haudegen schwer tut.

Etwa nach der Hälfte des Buches ist zu ahnen, wer für die Mordserie verantwortlich sein könnte und welches Motiv es gibt. Dennoch bleibt die Handlung spannend, nimmt unerwartete Wendungen. Und zum Schluss hin, als sich alles fügt, wird Airth unerwartet temporeich.

Fazit: Ein atmosphärisch dichter Krimi aus dem Nachkriegsengland, der einen in seinen Bann zieht, wenn man sich darauf einlässt.

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Tags: england, erster weltkrieg, krimi, krimi england, zweiter weltkrieg   (5)
 

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skandinavien, natur, norwegen, erwachsenwerden, familienroman

Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen

Levi Henriksen , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.11.2014
ISBN 9783442744701
Genre: Romane

Rezension:

Mikael Hildonen ist Anfang 30, lebt mit seinen Eltern und seiner Nichte auf einem Waldgrundstück in einem kleinen norwegischen Ort an der schwedischen Grenze und arbeitet für einen Hauspflegedienst. Im Großen und Ganzen verläuft sein Leben ruhig.

Dann aber wird seine 13jährige Nichte vom Jugendamt abgeholt und in eine Pflegefamilie gebracht, weil man glaubt, sie sei bei Großeltern und Onkel nicht gut aufgehoben, nachdem ihre Mutter starb. Der leibliche Vater, Mikaels Bruder, interessiert sich nicht für das Kind, das einem One Night Stand entsprang.

Mikael setzt mit seinen Eltern alles daran, seine Nichte zurück in die Familie zu holen. Im Laufe des Romans erkennt er auch, dass es sich nicht nur lohnt, um seine Nichte zu kämpfen, sondern auch um seine Kollegin Kristine - und um sich selbst. Zu allem Überfluss stehen auch noch vier rabiate Schuldeneintreiber vor seiner Tür.

Plötzlich lastet ganz schön viel auf Mikaels Schultern. Er erkennt, dass es besser ist, sich der Vergangenheit zu stellen, so schmerzhaft sie auch sein mag, um eine Zukunft zu haben.

Bei der Auswahl dieses Buches ging ich nach dem Titel, der so wunderbar skurril ist und sich wie folgt erklärt: "Die anderen Leute im Dorf blätterten gern in morschen Familienbibeln, wenn sie über ihre Herkunft sprachen. Bei Familie Hildonen gab es keine solchen Bücher, dafür hingen an der Scheunenwand die Sägen und Äxte seiner Vorfahren, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichten."

"Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen" von Levi Henriksen ist ein schräger Familienroman mit sympathischen Protagonisten. Henriksen schreibt flüssig, die Geschichte ist mitreißend, kurz: Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen!

Fazit: "Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen" ist eine wunderbare Lektüre für faule Urlaubstage oder lange Herbst- und Winterabende. Unbedingt lesen!

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Tags: familienroman, norwegen   (2)
 

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schwede, krimi

Troll

Stefan Spjut , Christel Hildebrandt
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaus, A, 03.03.2014
ISBN 9783813505351
Genre: Romane

Rezension:

"Troll" spielt in den einsamen winterlichen Wäldern Schwedens, wo man kilometerweit vom nächsten Nachbarn entfernt lebt. Ich konnte diese weite Landschaft als Kind öfter erleben und war nachhaltig davon beeindruckt.

Zur Handlung: An einem Sommertag läuft der kleine Magnus in Nordschweden in den Wald und kehrt nicht mehr zurück. Seine Mutter behauptet, ein Riese habe ihn entführt. Jahre später verschwindet wieder ein Junge, und wieder soll ein Troll ihn geholt haben. Alles nur Aberglaube, wie die Polizei meint? Susso nimmt die Fährte auf. Ihre Suche führt sie in eine geheimnisvolle, archaisch anmutende Welt, deren Bewohner sich mit roher Gewalt gegen Eindringlinge wehren.

Dass Susso überzeugt von der Existenz übernatürlicher Wesen ist, liegt an einem Foto, das ihr Großvater, ein berühmter Naturfotograf, auf einem seiner Flüge aufnahm. Es zeigt einen kleinen Jungen, der nackt auf dem Rücken eines Bären reitet. Susso richtet eine Website über Kryptozoologie ein, über die sie schließlich von Edit kontaktiert wird. Edit sah ihren Enkel im Gespräch mit einem aus dem Stallovolk, wie diese mystischen Wesen in Schweden heißen, und macht sich Sorgen - zurecht.

Susso wird mehrfach eindringlich davor gewarnt, ihre Nachforschungen fortzusetzen. Ihre Hartnäckigkeit bringt sie und ihre Familie in Gefahr und die uralte Symbiose zwischen Stallovolk und Menschen ins Wanken. Dabei wird schnell klar, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, dass es mehr gibt als Gut und Böse und dass ein Eichhörnchen nicht unbedingt harmlos ist.

Wenn sich die geneigte Leserin auf die sich langsam entwickelnde Handlung einlässt, wird sie immer mehr in den Bann des Stallovolkes gezogen. Spjut arbeitet in "Troll" mit zwei Handlungssträngen und drei Perspektiven, was für grundverpeilte Frettchen wie mich gelegentlich etwas verwirrend war, da ich bei einem Perspektivwechsel immer wieder kurz brauchte, bis ich in die Handlung fand. Gelegentlich hätte ich mir auch Erklärungen für die gewünscht, die in der skandinavischen Mythologie, aber auch im skandinavischen Christentum nicht so ganz zu Hause sind - Laestadianer beispielsweise sagten mir auf Anhieb gar nichts.

Spjuts Sprache ist atmosphärisch dicht und eindringlich. Das düstere Horrorszenario, das er heraufbeschwört, kommt langsam in Fahrt - zu Anfang hat "Troll" Längen, aber das Durchhalten wird belohnt. Mich hat's nicht gewundert, dass die Filmrechte des Buches schnell verkauft waren, und ich freue mich auf die Verfilmung (zumal sie vermutlich auch temporeicher ist als das Buch).

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Tags: krimi, schwede   (2)
 

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wien, krimi, wiener zentralfriedhof, mystik, friedhof

Der Tote vom Zentralfriedhof

Beate Maxian
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.06.2014
ISBN 9783442480692
Genre: Krimi und Thriller

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westfalen, krimi, laufente lothar, wuthering heights, dante

Erwin, Mord & Ente

Thomas Krüger
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.10.2013
ISBN 9783453411524
Genre: Krimi und Thriller

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sherlock holmes, krimi, london, jack the ripper, dr. watson

Sherlock Holmes - Das Grab der Molly Maguire

David Gray , Dr John H. Watson
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.12.2014
ISBN B00O838BYW
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schon Arthur Conan Doyle hielt sich nach dem offiziellen Ende der Sherlock Holmes-Geschichten ein Hintertürchen für weitere Erzählungen offen, indem er John H. Watson weitere Fälle des Duos erwähnen lässt, die noch nicht zu Papier gebracht wurden. Das animierte schon zu Doyles Lebzeiten Autoren zu Nachschöpfungen. 

So ein Pastiche ist auch die Trilogie "Studie in Angst" des Hamburgers David Gray, der zudem John H. Watson als Co-Autoren nennt. Nach "Der Geist des Architekten" liegt mit "Das Grab der Molly Maguire" der zweite Band vor. Der dritte Band erscheint diesen Sommer. 

Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Bei einer Recherche zu einem neuen Buch stößt Autor David Gray auf unbekannte Aufzeichnungen John H. Watsons, die höchster Geheimhaltung unterliegen. Wieso diese Akten ausgerechnet auf seinem Tisch landen, ist ihm schnell egal, als er merkt, wie brisant ihr Inhalt ist. In Windeseile schreibt Gray die Akte ab - wenig glaubwürdig, aber nun gut, manche schreiben halt schneller als andere. 

Die eigentliche Handlung dreht sich um die Leiche der vermeintlichen Molly Maguire, die im Londoner East End furchtbar zugerichtet gefunden wird. Schnell ist Jack the Ripper als Tatverdächtiger ausgemacht - zu schnell, finden Sherlock Holmes und Inspector Lestrade, auch, weil es zwei Jahre lang keine Ripper-Morde gab.

Die Ermittlungen führen sie in verrauchte Pubs, nächtliche, vernebelte Friedhöfe, Schlachthäuser, Anatomiesäle, aber auch in vernehme Häuser und verschwiegene Gentlemen's Clubs, zu Detektiven und irischen Bergarbeiterbünden. 

Schnell geraten Holmes und Watson selbst in Gefahr. Aber wer macht Jagd auf sie? Und wer verbirgt sich hinter den Pseudonymen "Rumpelstilzchen" und "Ragnarök"? Wer sich auch nur ein wenig in der Welt des Sherlock Holmes auskennt, hat rasch eine Vermutung, wie die vielen Handlungsstränge des Buches zusammenhängen könnten. Ganz zusammengeführt werden sie aber auch am Ende des Buches nicht - ich vermute, dazu ist dann Teil drei da. 

Gray erzählt spannend, gibt allen aus den Romanen Doyles bekannten Figuren ihren Raum. Die Schilderungen sind atmosphärisch dicht, wer London kennt, wird viele Schauplätze wiedererkennen. Die Dialoge haben Witz. Okay, teilweise ist "Das Grab der Molly Maguire" ziemlich blutrünstig, aber wer Serien wie "Bones" oder "CSI" schaut, wird damit keine Probleme haben. Ich zumindest wurde nicht um den Schlaf gebracht. Dazu bräuchte es subtilen Horror, keinen offensichtlichen. 

Soweit also eine klare Leseempfehlung. 

Und jetzt kommt das Aber: Was mich wirklich sehr störte, ist, wie schlampig "Das Grab der Molly Maguire" redigiert ist. In einer Rezension las ich, dieses Buch wäre schon besser redigiert als "Der Geist des Architekten". Ich beschloss sofort, mir das Buch nicht zuzulegen.

Ich weiß, ich bin ein Grammar Nazi, aber ich redigierte zu lange Texte, um übersehen zu können, dass seitenweise vom "Ten Bells Pup" statt "Ten Bells Pub" die Rede ist, dass es mal "East End" und dann wieder "Eastend" heißt, dass mal von Public Record Office, dann wieder vom Public Record Archive gesprochen wird, dass die tote Mrs. Maguire plötzlich "Mally" und nicht "Molly" heißt, dass der Plural von "Mister" hier "Messers" statt "Messrs" ist ... 

Zur Behebung vieler Fehler hätte es noch nicht mal ein gutes Lektorat gebraucht, sondern ein Korrekturprogramm.

Nennt mich gerne kleinlich, aber so was stört einfach meinen Lesefluss und meinen Lesegenuss enorm - oder um es in der Worten der ebenfalls viellesenden Kollegin I zu sagen "Das ist einfach Scheiße".

Angesichts der Schwächen in Interpunktion und Orthographie fiel's mir direkt leicht, darüber hinweg zu sehen, dass sich Gray bei der Namenswahl seiner Figuren teilweise bei britischen und amerikanischen Politikern wie Boris Johnson und Dick Cheney bedient. Es gibt sicher Leser, die das lustig finden. Ich gehöre nicht dazu.

Sherlock-Fans, die das alles nicht stört, werden aber sicher ihren Spaß an "Das Grab der Molly Maguire" haben.

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Tags: krimi, sherlock holmes, sherlock holmes-geschichten   (3)
 

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diy, basteln, selbermachen

Made by yourself

Peter Fehrentz
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei DVA, 01.10.2012
ISBN 9783421038661
Genre: Sachbücher

Rezension:

Den alten Hasen unter Euch ist der Hamburger Designer Peter Fehrentz sicher kein Unbekannter. So erschien sein Buch "Made by yourself" auch schon im Oktober 2012 bei DVA. Für mich hingegen ist es neu.

„Made by yourself“ enthält 48 Ideen für individuelle Möbel, Design- und Deko-Objekte. Manches ist  verblüffend und leicht umzusetzen mit Hilfe der Chritt-für-Schritt-Anleitungen, Skizzen und Schnittmuster.

Die vielfältigen Werkstoffe sowie die fantasievollen Inszenierungen der Ideen in ihrem räumlichen Umfeld machen das Buch zu einem gleichermaßen praktischen wie atmosphärischen Ideenbuch.

Das Buch wird allen, die Spaß am Entdecken und Gestalten haben, Freude machen. Die acht Kapitel widmen sich jeweils einem Werkstoff: Stein, Holz, Papier/Karton, Glas/Porzellan, Metall, Kunststoff, Textil und Leder. Die benötigten Materialien und Werkzeuge sind übersichtlich aufgeführt, so dass das Wunschobjekt schnell gelingt. Dabei sieht sich Fehrentz als Ideengeber und wünscht sich ausdrücklich, dass auf Basis seiner Vorschläge und Anleitungen variiert wird.

Fehrentz nutzt viele altbekannte Materialien, macht daraus aber sehr stylische Objekte wie hauchzarte Origamivögel aus Tüll oder zarte Teelichthalter aus Gips.

Viele der Objekt sind allerdings nicht gerade klein – wer gerade seine Wohnung neu einrichtet, findet viele Inspirationen für das eine oder andere Möbel, während jemand, der eher auf der Suche nach Anleitungen für selbstgemachte Deko-Objekte ist, weniger fündig wird.

Durchblätter vor dem Kauf ist also dringend empfohlen, wenn „Made by yourself“ nicht nur schmückend im Bücherregal stehen soll (wo es sich allerdings auch wirklich gut macht). 

Mir gefallen die vielen Fotos und die übersichtlichen Anleitungen sehr gut. Für jedes Projekt gibt es eine eigene, reich bebilderte Doppelseite. Einiges würde ich am liebsten sofort umsetzen.

Fazit: „Made by yourself“ ist eine wunderbare Inspirationsquelle für Bastler und Tüftler!

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Tags: basteln, diy, selbermachen   (3)
 

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vermischtes

Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes

David Sedaris , Georg Deggerich
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.12.2014
ISBN 9783453418127
Genre: Romane

Rezension:

Mein erstes Hörbuch auf CD war "Nackt" von David Sedaris, gelesen vom Autor und von Harry Rowohlt. Es erschien 2002, und mir gefiel der Humor des Amerikaners auf Anhieb.

Die Geschichten, die überwiegend von seiner Familie handeln, waren herrlich skurril, tragikomisch, manchmal tiefsinnig. Na ja, und Harry Rowohlt könnte mir eh das Telefonbuch von Arnis in Endlosschleife vorlesen, ich würde ihm begeistert zuhören.

Zu "Nackt" gesellten sich dann schnell die nächsten Bücher Sedaris, "Ich ein Tag sprechen hübsch", Holidays on Ice" und "Fuselfieber", teils als Hörbuch, teils als gedruckte Ausgabe, manchmal auch beides. Dann las ich lange nichts mehr von Sedaris, bis ich jetzt über"Sprechen wir über Eulen und Diabetes", dem aktuellen Buch von David Sedaris, stolperte.

In seinem neuesten Band mit 26 zum Teil absurden Alltagsgeschichten entführt Sedaris die Leser unter anderem in den australischen Busch, wo allerlei Getier verborgene Ängste und längst verdrängte Erfahrungen in ihm aufleben lässt; er erzählt von einer durchzechten Nacht mit wildfremden Alkoholikern im Zug von Chicago nach New York, weiht ein in die Geheimnisse der französischen Kieferchirurgie und in die Abgründe des britischen Handwerkertums, verrät seinem präpotenten Patenkind, wie Tagebuchschreiben funktioniert und wozu es gut ist.

Sedaris' Stil ist tagebuchähnlich, und tatsächlich ist er auch ein passionierter Tagebuchschreiber, der seine und die Erlebnisse seiner Umwelt akribisch festhält, gleichsam seziert. Ich mag seine Schreibe, die sich selbst wichtig nimmt und gleichzeitig auch wieder nicht. Sedaris hat selten Scham, sich und seine Umwelt in Geschichten der Lächerlichkeit preiszugeben. Gleichzeitig ist ihm bewusst, welchen Stellenwert seine Geschichten (und seine Tagebücher) für die Nachwelt haben: Sie sind belangloses Zeug. Das ist etwas, das wohl jeder Tagebuchschreiber, jede Tagebuchschreiberin nachvollziehen kann. 

Wie in den Büchern zuvor, schildert Sedaris in kurzen Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven seine Beobachtungen des amerikanischen oder europäischen Alltags und Erlebnisse seiner zahlreichen Reisen. Ob er seine Kindheit aufarbeitet – die Hölle eines amerikanischen Vorortes –, seiner Jugend nachspürt – der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen – oder sich über sein Leben im englischen Wahlexil wundert: Sedaris’ Beobachtungen und Erinnerungen sind immer präzise, gelegentlich überraschend und komisch.

Oft bleibt mensch aber auch das Lachen im Halse stecken, nimmt eine Geschichte eine tragikomische Wendung. Teilweise gehen die Geschichten abrupt zuende, so, als wenn der Autor nun auch nicht mehr weiß, was er eigentlich sagen möchte, oder die erforderliche Wortzahl erreicht hat und einfach aufhört zu schreiben. Das finde ich verstörend. Und als Dichter ("Sprechen wir über Eulen und Diabetes" endet mit einem Gedicht) gefällt Sedaris mir auch nicht, aber ich denke, damit können wir beide leben. 


Fazit: Auch wer bislang Sedaris' Kosmos noch nicht kennt, findet in "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" schnell einen Zugang zu seiner Welt, selbst in der deutschen Übersetzung von Georg Deggerich (wenngleich ich die Übersetzungen von Harry Rowohlt noch immer am Liebsten habe). 

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krimi, thriller, abendruh, tess gerritsen, rizzoli

Abendruh

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.09.2014
ISBN 9783442374830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Büchern, die zu TV-Serien werden, habe ich meistens meine Probleme. So auch in diesem Fall. Nein, nicht, weil das Buch mir nicht gefällt, sondern ganz einfach, weil die Protagonistinnen im TV ziemlich anders sind als im Buch.

Die Rizzoli & Isles-Reihe von Tess Gerritsen war die Vorlage für - genau! - die Serie "Rizzoli and Isles", die seit einiger Zeit auf Vox läuft.

In der TV-Serie sind beide Frauen toughe Singels mit chaotischem Liebesleben. Im Buch sind beide Frauen tough, ist Isles Single und Rizzoli eine mit einem FBI-Mann verheiratete Mutter einer kleinen Tochter.

Ich kannte zuerst die TV-Serie und sah sie gerne. Dann stieß ich eher zufällig auf die Bücher, und es brauchte drei Rizzoli & Isles-Bände, bis ich die unterschiedlichen Bilder der Protagonistinnen aus Buch und TV voneinander trennen konnte. Resultat: Ich finde die TV-Serie inzwischen langweilig, lese lieber die Bücher.

Im aktuellen, zehnten Band der Rizzoli & Isles-Reihe, "Abendruh", geht es um drei Jugendliche, die die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien sind. Erst wurden ihre Eltern und dann, exakt zwei Jahre später, obendrein ihre Pflegefamilien brutal ermordet. Scheinbar haben weder die Jugendlichen noch ihre Familien etwas gemeinsam, denn alle Fälle ereignen sich an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Bundesstaaten.

Jane Rizzoli wird zum Bostoner Fall gerufen, den ihr Vorgesetzter nach einer spektakulären Verhaftung als geklärt ansieht. Jane Rizzoli und ihr Partner David Frost ermitteln auf eigene Faust im Bostoner Fall weiter.

Die überlebenden Jugendlichen treffen in 'Abendruh', einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, aufeinander. Hier sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden. Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und die drei Jugendlichen bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zum Internat hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert.

"Abendruh" knüpft inhaltlich an "Totengrund" an. Die geneigte Leserin begegnet Julian und seinem Hund Bear wieder, die Maura Isles das Leben retteten, als sie in Kingdom Come strandete. Aber auch ohne "Totengrund" gelesen zu haben, kann mensch "Abendruh" problemlos folgen, zumal zwischendrin auch noch "Grabesstille" erscheint.

Angekündigt wird "Abendruh" als "der bedrohlichste Fall für Jane Rizzoli und Maura Isles" - nun ja ... Das Buch ist Spannung pur, aber ich persönlich fand "Totengrund" bedrohlicher und spannender. Das heißt aber nicht, das "Abendruh" etwa langweilig ist - im Gegenteil! Von Anfang bis Ende ist Spannung garantiert, und natürlich fehlt auch das Rizzolische Familienchaos nicht.

Der Plot schlägt die geneigte Leserin in sein Bann, es gibt viele Wendungen und Handlungsstränge. Mir blieb bis zum Showdown am Schluss unklar, wer der Mörder ist und aus welchen Motiven er handelt. Pathologie-Fans werden diesmal allerdings nicht so sehr auf ihre Kosten kommen, denn Maura Isles seziert nicht, überlässt die Arbeit einer jungen Gerichtsmedizinerin, da sie privat in Maine ist. 

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feuer, helene, danela pietrek, ebook, leserunde

Die brennende Frau

Danela Pietrek
E-Buch Text: 145 Seiten
Erschienen bei books2read, 15.06.2014
ISBN 9783733784720
Genre: Sonstiges

Rezension:

Aus dem Verlagstext: „Dreißig Jahre hat Richard in Brasilien auf diesen Moment gewartet. Jetzt ist der Mord, der ihm angelastet wurde, verjährt. Ein Mord, den er nicht begangen hat. Richard will endlich die Wahrheit ans Licht bringen und zurück in die Öffentlichkeit treten. Denn in Gedanken war er immer bei ihnen: Bei den Menschen, die ihn beschuldigten. Bei den Menschen, die er liebte. Bei Helene, der brennenden Frau.“

Die in Hamburg lebende Autorin und TV-Produzentin (zum Beispiel der Kieler „Tatorte“) Danela Pietrek legt mit dem Buch „Die brennende Frau“ ihren zweiten bei books2read erschienen Krimi vor, den ich für Blogg dein Buch rezensieren durfte. Vielen Dank für diese Möglichkeit!

Die Geschichte, die sich hinter dem Titel verbirgt, setzt sich wie ein Mosaik, wie ein Flickenteppich zusammen. Jeder aus Richards Umfeld trägt etwas aus seiner Perspektive dazu bei. Nur der Leser hat am Schluss ein Gesamtbild – vielleicht ... Das Ende ist jedenfalls überraschend.

Wir begegnen Richard, seiner Frau Helene, die eine geradezu magische Verbindung zu Feuer hat, ihrer Tochter, seinem Bruder und dessen Frau mit ihrem Sohn, Richards Geliebter Tosca und ihrer italienischen Familie. Sie alle fällten vor Jahren Entscheidungen, die sie immer wieder einholen, die sie auf ihnen unbekannte Weise miteinander verbinden.

Mord und Totschlag, Nervenkitzel und Gänsehaut wird die geneigte Leserin vergeblich in Pietreks Buch suchen. Für Spannung sorgt hier das Leben selbst: Welche Konsequenzen haben die Entscheidungen, die wir, manchmal in Sekundenbruchteilen treffen (müssen), für uns und unsere Mitmenschen? Ist es richtig, zu schweigen, um einen geliebten Menschen zu schützen? Oder ist schonungslose Offenheit die richtige Wahl?  

Mit 12 Kapitel auf 145 Seiten ist „Die brennende Frau“ ein eher kurzer Krimi, bei dem die Handlung aber nicht zu kurz kommt. Pietrek weiß die Worte gut zu wählen und zu setzen, so dass das Lesen Spaß macht. Nach jedem Kapitel ergeben sich neue Möglichkeiten, wie der schicksalhafte Abend, der Richard zur Flucht nach Brasilien trieb, abgelaufen sein könnte.

Wer sich auf eine Geschichten mit vielen Protagonisten einlassen kann, wer sich darauf einlassen kann, auch mal das Gefühl zu haben, den Faden verloren zu haben, wird am Ende mit einer melancholisch-dramatischen Geschichte belohnt – und der Erkenntnis, dass manchmal Schicksale enger miteinander verwoben sind, als es auf den ersten Blick scheint.

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london, schweiz, käse, österreich, praktikum

Who the f*** is Heidi?: Die Engländer, die Schweizer, der Käse und ich

Sarah Krobath
E-Buch Text: 248 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 06.05.2014
ISBN 9783955207595
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Wienerin Sarah Krobath fühlt sich ausgebrannt. In ihrem Beruf als Werbetexterin ist sie erfolgreich, findet aber nach vier Jahren keine Erfüllung mehr. Sie fasst den Entschluss zu kündigen.

Nur: Was dann?

Da kommt ihr das Angebot der Schweizer Käsehersteller Jumi, die eine Praktikantin suchen, gerade recht. Sie bewirbt sich, bekommt den Praktikumsplatz und taucht in eine andere Welt ein – Käse war ihr bislang weitgehend gleichgültig und auf die immer gleiche Auswahl im Supermarkt beschränkt.

Zwischen Menschen, die mit Liebe und Leidenschaft Beruf und Berufung gleichsetzen, findet Krobath wieder zu sich selbst und den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen, der sie in italienische Piemont, an die Universität der Gastronomischen Wissenschaften, führt. Bei Slow Food ist sie ohnehin engagiert, da scheint ihr Weg im Nachhinein nur konsequent.

Heute lebt Krobath wieder in Wien und arbeitet als freiberufliche Werbetexterin, Journalistin und Autorin undbloggt.  

Die geneigte Leserin begleitet Krobath dabei, wie sie das Genießen lernt, wie sie Geschmack und Lebensmittel über Käse hinaus entdeckt, wie sie auf Marktständen in London und in Bern im Winter friert und sich an der Kameradschaft der Kollegen wärmt, wie sie akquiriert, Köche und Küchen kennenlernt, sich im Emmental verfährt und schließlich im Piemont ankommt.  Dabei macht sie die Erfahrung, wie befriedigend es ist, einer Arbeit nachzugehen, die einen ausfüllt und glücklich macht.

Krobath nimmt ihre Leser mit auf ihre Reise, plaudert munter daher, so dass der Leser schnell in ihre Welt eintauchen kann. Manches Mal allerdings wünschte ich mir, dass die Schilderungen etwas tiefergehen – manches wird nur angerissen.

So ist „Who the f** is Heidi?“ ein Coming-of-Age-Roman, den ich, doppelt so alt wie die Autorin, mit Anfang 20 sicher leidenschaftlicher gelesen (und rezensiert) hätte denn heute als alte Frau (die aber sehr wohl weiß, dass mensch nie zu alt ist für einen Neubeginn).

Auch wenn „Who the f*
* is Heidi?“ gelegentlich ein wenig dahin plätschert, eines gelingt Krobath sehr gut: Die Leidenschaft für guten Käse, gutes Essen im Allgemeinen herüberzubringen und darzustellen, wie viel Arbeit darin steckt. Die Frage, welche Lebensmittel ihren Preis wert sind, wird der Leser anschließend sicher anders beantworten.

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golem, dschinn, new york, freundschaft, rabbi

Golem und Dschinn

Helene Wecker , Anette Grube , Boris Aljinovic
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.09.2013
ISBN 9783862313204
Genre: Fantasy

Rezension:

Golem und Dschinn - ein Erdwesen und ein Feuerwesen aus der jüdischen bzw. arabischen Mythologie werden in das New York des Jahres 1899 verschlagen und müssen sich dort unter den Sterblichen behaupten.

Chava, der Golem, wird auf Bestellung eines unverheirateten Mannes als ideale Ehefrau aus Lehm gefertigt. Tugendsam und folgsam soll sie sein, intelligent und neugierig. Bis ihr Besitzer, ihr Meister, sie zum Leben erweckt, schläft der Golem. In einer Kiste verstaut, gelangt Chava an Bord eines Auswandererschiff. Ihr Besitzer hält es vor Neugier nicht aus und liest die magische Formel, die Chava zum Leben erweckt. Kurz darauf stirbt der Meister. Chava ist auf sich allein gestellt in New York.

Chava ist erschlagen von der Großstadt, von den vielen Menschen, deren Gedanken, Sehnsüchte und Wünsche sie hören kann; eine der Fähigkeiten, die sie verheimlichen muss. Außerdem braucht sie keinen Schlaf und ist enorm stark. Auch das muss sie verheimlichen.  

Es gelingt der Frau aus Lehm, einen neuen Meister zu finden, einen Rabbi, der ihr dabei hilft, sich unter den Menschen zurecht zu finden, vermittelt ihr eine Stelle in einer Bäckerei und einen Ehemann. Dann Chava begegnet Ahmad, einem Dschinn, der nach tausend Jahren Gefangenschaft aus seiner Flasche befreit wird und sich bei einem Schmied verdingt.

Ahmad ist erfüllt von der Sehnsucht nach der syrischen Wüste, versucht aber gleichzeitig, sich in New York zurecht zu finden. Auch er hat magische Fähigkeiten, die er verheimlichen muss. Neben der Schlaflosigkeit ist eine weitere ist die Fähikeit, alle Sprachen sprechen und verstehen zu können. So kann er sich mit Chavas Freundinnen auf Jiddisch unterhalten, ein Umstand, der im Laufe der Geschichte noch bedeutungsvoll werden soll.

Anfangs sieht es so aus, als hätten Chava und Ahmad so was wie eine Chance auf ein normales Leben (was auch immer das sein mag). Mit viel Verständnis und Vorsicht nähern sich beide aneinander an, zeigen sich gegenseitig ihre Welt. Ob es ihnen aber wirklich gelingt, sich ein Leben unter Menschen aufzubauen, vielleicht sogar ein gemeinsames Leben, trotz ihrer Gegensätze?

Helene Wecker verwebt in ihrem Romanerstling die Handlung im New York des endenden 19. Jahrhunderts mit Ereignissen in der syrischen Wüste vor tausend Jahren. Anfangs verwirrte mich das etwas, aber am Ende fügten sich alle Handlungsstränge auf Wunderbarste zusammen, wie die vielen Fäden, die einen bunten orientalischen Teppich ergeben.Gleichzeitig gleitet sie weder ins Kitschige noch ins Romantische ab - sehr angenehm.

Wirklich beeindruckend finde ich die Alltagsschilderungen der Menschen um 1900 in der Lower East Side, dem Teil Manhattans, in dem Menschen aus aller Herren Länder mit Koffern voller Hoffnung auf ein neues, glückliches Leben ankamen und zu Amerikanern wurden. Es gelingt Wecker, die Straßen rund um die Bowery und Little Syria so zu beschreiben, dass ich mich beim Hören des Hörbuches auf dem Weg zur Arbeit unweigerlich fragte, ob ich noch an der Alster bin oder schon am Hudson. Gerüche, Geräusche - alles das versteht Wecker in Wort zu fassen und vor meinem inneren Auge auferstehen zu lassen. Beim Hörbuch trägt Boris Aljinovic maßgeblich mit dazu bei, die Bilder zu transportieren - sehr gelungen! Auf Weckers Homepage gibt es übrigens einiges zu entdecken über New York um 1899 - ein Klick lohnt sich!

Wecker schreibt keine Fantasy, sondern es gelingt ihr, die Geschichte um zwei phantastische Wesen so zu verpacken, dass es ein Auswandererroman mit realem Kern sein könnte - faszinierend! Auch wer keine Fantasy mag, sollte trotzdem mal einen Blick in das Buch werfen und ihm eine Chance geben.

In Zusammenarbeit zwischen Der Audio Verlag und Lovelybooks erhielt ich das Hörbuch zur Rezension und tat mich schwer damit. Noch vor Jahren hörte ich gerne Bücher, aber jetzt stellte ich fest, dass es nicht mehr mein Medium ist. So kämpfte ich mich durch die sechs CDs, was weder an der Geschichte noch am Sprecher Boris Aljinovic lag, wenngleich er sehr bedächtig liest. Ich fand einfach nicht die Ruhe, die ich mit einem Buch finde. So werde ich mir sicher noch die Printausgabe zulegen.

Erschienen auf http://hamburgkocht.blogspot.de/2013/11/jeden-tag-ein-buch-golem-und-dschinn.html

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familie, jessica soffer, adoption, roman, irakische küche

Morgen vielleicht

Jessica Soffer , Anna-Christin Kramer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.03.2013
ISBN 9783036956251
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt Bücher, die sind wie ein zarter Frühlingstag, voller Duft und Verheißung. "Morgen vielleicht", im englischen Original "Tomorrow There Will Be Apricots", der Erstling von Jessica Soffer, ist so ein Buch. Was die 28jährige vorliegt, ist beeindruckend und lässt einen nicht so schnell wieder los.

Die Geschichte spielt in New York. Die 13jährige Lorca lebt mit ihrer Mutter bei einer Tante, vermisst ihren Vater, vom dem sich die Mutter trennte, und verbringt ihre Zeit zwischen Büchern. Gleichzeitig versucht sie alles, um ihre Mutter glücklich zu machen, um die Tochter zu sein, die ihre Mutter sich wünscht.

Aber alle ihre Versuche, Anerkennung zu bekommen, scheitern, und so beginnt Lorca, sich zu ritzen, und bekommt nicht nur deswegen Schwierigkeiten in der Schule. Außerdem ist sie zum ersten Mal verliebt, muss mit sich und ihren Gefühlen alleine zurecht kommen, da ihr kein Erwachsener zur Seite steht.

Lorcas Mutter ist Köchin, eine besessene Köchin, die in den Wohlgerüchen von Lebensmitteln schwelgt. Aber egal, wie gut sie auch kocht, was sie auch zubereitet, eines gelingt ihr nicht: Ein Masgouf zu kochen, wie sie es einmal in einem irakischen Restaurant aß, als sie und Lorcas Vater frisch verliebt waren. Emotional kann sie sich nicht auf ihre Tochter einlassen, ist ihr keine Stütze beim Erwachsenwerden.

Als Lorca in einem belauschten Gespräch von dem Sehnsuchtsessen ihrer Mutter erfährt, macht sie sich auf die Suche nach der richtigen Zubereitung des Karpfengerichts. Ihre Mission: Mit dem perfekten Masgouf die Liebe ihrer Mutter zu gewinnen.

Bei ihrer Suche trifft sie auf Victoria, die gerade ihren Mann Joseph verloren hat. Beiden gehörte das irkaische Restaurant, in dem Lorcas Mutter ihr Sehnsuchtsessen aß. Victoria ist allein mit sich und ihrer Trauer. Auch wenn es ihnen schwer fällt: Lorca und Victoria nähern sich behutsam aneinander an, und es scheint, als verbinde beide noch mehr als die Liebe zum Kochen und Essen.

"Morgen vielleicht" ist ein Buch über die Menschen, die wir lieben - weil wir es müssen oder weil wir es wollen - und über die Familien, in die wir hineingeboren werden oder die wir uns selbst schaffen.

Quelle: Ariane Biller für die Blogger-Themenwoche.
"Morgen vielleicht" ist ein Roman für einen grauen Novembertag, denn das Buch strahlt eine Wärme und Herzlichkeit aus, in die man sich wie in eine Decke einkuscheln kann. Gleichzeitig ist es voller Wohlgerüche und Farben, geht tief unter die Haut, liefert Bilder, die sich einprägen. Anfangs fand ich die Erzählperspektive - abwechselnd kommen Lorca und Victoria zu Wort - befremdlich.

Es dauerte etwas, bis ich mich auf das Buch einlassen konnte, bis es mich in seinem Bann nahm. Ich freue mich auf weitere Bücher von Jessica Soffer!

Ohne die Leserunde bei Lovelybooks wäre ich kaum auf das Buch und seine Autorin aufmerksam geworden, dann das Cover ist mir zu kitschig, der deutsche Titel geht mir zu sehr in Richtung Groschenroman. Das Sprichwort "Never judge a book by its cover" bewahrheitete sich also mal wieder. Fazit: "Morgen vielleicht" ist ein wunderbares Buch für alle, die gerne lesen und kochen!

Der Verlag Kein & Aber, in dem "Morgen vielleicht" erschien, liefert das Buch mit einem Code für das eBook aus - eine schöne Idee! Leider funktionierte der Code bei mir nicht, ließ sich das eBook nicht herunterladen. aber eigentlich halte ich auch lieber ein analoges Buch in Händen. Trotzdem: Die Idee an sich finde ich pfiffig.

Meine Rezension erschien auch auf http://hamburgkocht.blogspot.de/2013/11/jeden-tag-ein-buch-morgen-vielleicht.html

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hamburg, serienmörder, krimi, kriegsverbrechen, bestseller

Rassenwahn

Jörg S. Gustmann , Jörg Gustmann
Flexibler Einband: 567 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783839213322
Genre: Krimi und Thriller

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stephanie plum, dickie orr, ranger, 13. fall, morelli

Ein echter Schatz

Janet Evanovich , Thomas Stegers
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 18.02.2009
ISBN 9783442546480
Genre: Romane

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stephanie plum, morelli, ranger, janet evanovich, krimi

Reine Glückssache

Janet Evanovich
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 17.02.2005
ISBN 9783442545780
Genre: Liebesromane

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stephanie plum, krimi, janet evanovich, joe morelli, grandma mazur

Kuss mit lustig

Janet Evanovich
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 01.06.2010
ISBN 9783442546671
Genre: Romane

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stephanie plum, ranger, lustig, krimi, junkman

Kusswechsel

Janet Evanovich
Fester Einband: 347 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 01.02.2006
ISBN 9783442545827
Genre: Liebesromane

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stephanie plum, ranger, morelli, krimi, grandma mazur

Die Chaos Queen

Janet Evanovich
Fester Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 05.02.2007
ISBN 9783442546268
Genre: Liebesromane

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alex barnaby, liebe, humor, miami, rennfahrer

Tiefer gelegt

Janet Evanovich
Sonstige Buchform: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 01.12.2005
ISBN 9783442363766
Genre: Romane

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liebe, janet evanovich, radio, hundefutter, wzzz

Gib Gummi, Baby!

Janet Evanovich
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 10.09.2007
ISBN 9783442461677
Genre: Liebesromane

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stephanie plum, ranger, krimi, morelli, janet evanovich

Kalt erwischt

Janet Evanovich
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 26.05.2008
ISBN 9783442546374
Genre: Liebesromane

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stephanie plum, joe morelli, krimi, kopfgeldjägerin, janet evanovich

Aller guten Dinge sind vier

Janet Evanovich ,
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.06.2000
ISBN 9783442446797
Genre: Liebesromane

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stephanie plum, krimi, joe morelli, trenton, humor

Zweimal ist einmal zuviel

Janet Evanovich , Anna Seifert (Übers.) , Regina Rawlinson (Übers.)
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.05.1999
ISBN 9783442428786
Genre: Liebesromane

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stephanie plum, ranger, krimi, kopfgeldjägerin, joe morelli

Vier Morde und ein Hochzeitsfest

Janet Evanovich ,
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.08.2000
ISBN 9783442541355
Genre: Liebesromane

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