Karin_Kehrer

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216 Bücher, 170 Rezensionen

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40 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

familie, geld, hausgemeinschaft, miteinander, www.die-rezensentin.de

Wie aus dem Nichts

Sabine Kornbichler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492308731
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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105 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

indien, london, gewürze, kochen, familie

Koriandergrün und Safranrot

Preethi Nair , Karin Dufner
Flexibler Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2007
ISBN 9783426636589
Genre: Romane

Rezension:


Die junge Inderin Nalini stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Ihre Begabung als Köchin verhilft ihr zur Heirat mit einem wohlhabenden Geschäftsmann. Für ihn verlässt sie Indien und folgt ihm nach London. Doch er verschwindet und lässt sie mittellos mit zwei Kindern zurück. 
Nalini nutzt ihr Wissen um das Geheimnis der Gewürze und ihrer richtigen Zusammenstellung und Zubereitung, um für sich und ihre Kinder eine neue Existenz aufzubauen. Aber ihr Leben erfährt noch so einige Prüfungen, bis alles ins Lot kommt.

Die Geschichte der begabten Köchin Nalini, die von ihrer Mutter in die Geheimnisse der Gewürze und ihrer Wirkung eingeweiht wird, wird aus zwei Perspektiven erzählt.
Neben Nalini kommt auch ihre Tochter Maya zu Wort. Das Verhältnis der beiden zueinander ist von Spannungen bestimmt, denn beide sind zu stolz und zurückhaltend, um sich ihre Gefühle füreinander einzugestehen. Noch dazu wachsen Maya und ihr Bruder mit einer Lüge auf. Nalini macht ihnen – im guten Glauben, ihnen die bittere Wahrheit zu ersparen - weis, ihr Vater sei gestorben. 
Es ist eine fremde, exotische Welt und Anschauung, die dem Leser da präsentiert wird. Die Wirkungsweise der einzelnen Gewürze und ihre richtige Zusammenstellung fand ich interessant. Auch die These, dass Essen nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch auf vielfältige Weise auf Körper und Seele wirkt, ist interessant und bedenkenswert, wenn man wieder einmal zu einem Fertigprodukt greift.
Der Schreibstil selbst erschien mir allerdings ein wenig unausgereift und erklärt zu viel.
Vieles liest sich einfacher, als es gewesen sein kann. Die Armut unter den Einwanderern in London, der Aufstieg Nalinis zur erfolgreichen Ladenbesitzerin, die Tatsache, dass sie ein zweites Mal heiraten kann, obwohl sie von ihrem treulosen Ehemann niemals geschieden wurde – das alles wird ziemlich nonchalant abgehandelt.
Die Charaktere waren mir zum Teil ein wenig zu flach, so richtig mitfühlen kann man mit ihnen nicht.
Parallelen zum Leben der Autorin dürfte es geben, denn auch sie ist in Kerala in Südindien geboren und in London aufgewachsen. 

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Tags: auswanderung, gewürze, indien, kochen, london   (5)
 

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(185)

324 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

thriller, liebe, suche, mafia, universität

Ich finde dich

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Von einem Tag auf den anderen wird Jake Fisher von seiner großen Liebe Natalie verlassen. Er wird Zeuge ihrer Hochzeit mit einem anderen und ihre Bitte, sie ihn Ruhe zu lassen und zu vergessen, respektiert er sechs Jahre lang. Bis er die Anzeige vom Tod ihres Mannes liest. Jake fährt zum Begräbnis, mit dem Wunsch, sie wieder zu sehen. Doch dem Sarg des Verstorbenen folgt nicht Natalie sondern eine ihm unbekannte Frau.
Jake beginnt Nachforschungen anzustellen und erfährt Eigenartiges: Natalie ist spurlos verschwunden, der Ort, an dem sie sich kennen lernten, scheint nicht zu existieren und auch die Hochzeit ist nicht vermerkt.
Seine Recherchen setzen Ereignisse in Gang, die nicht nur sein Leben bedrohen. Doch es ist zu spät für ihn, sich herauszuhalten.

Dies ist der erste Thriller, den ich von diesem Autor gelesen habe und ich musste es beinahe in einem Rutsch tun, so rätselhaft und geheimnisvoll beginnt die Story.
Jake Fisher ist Universitätsprofessor, beliebt bei Schülern und Kollegen, eine integre Persönlichkeit. 
Fast zwei Meter groß, ehemaliger Türsteher, ein Bild von einem Mann. Aber er hat nie vergessen, auf welche Art und Weise ihm seine große Liebe abhandengekommen ist und sechs Jahre später ist er noch immer nicht darüber hinweg. Zu seltsam sind auch die Ereignisse nach dem Tod von Natalies angeblichem Ehemann und man fragt sich, was hinter all dem steckt.
Der Autor spielt sehr geschickt mit der Figur des Jake, denn man hat ständig das Gefühl, als verberge er etwas – in der Ich-Perspektive lässt sich das natürlich besonders gut darstellen. 
Sein Misstrauen und seine Fassungslosigkeit, die mit Fortschreiten der unglaublichen Erlebnisse immer mehr zum Vorschein kommen, wirken nachvollziehbar.

Ein paar Schwachpunkte hat die Story allerdings.
Dass die Personen, mit denen sich Jake anlegt, so einfach über das Internet aufzustöbern sind, erscheint mir nicht ganz glaubwürdig, wo doch nicht einmal das FBI sie finden kann.
Er bekommt gleich nach dem Tod von Todd Sanderson (dem angeblichen Ehemann Natalies) eine E-Mail von ihr mit der neuerlichen Bitte, sie in Ruhe zu lassen. Er fragt sich keine Minute lang, woher Natalie von seinem Auftauchen wusste, wo sie doch gar nicht anwesend war.
Jakes Intention, doch nach Natalie zu suchen, kommt vorerst nur von der Tatsache, dass der verstorbene Todd Sanderson ihrem Mann ähnlich sieht. Er hat ihn damals bei der Hochzeit nur kurz gesehen und immerhin sind sechs Jahre vergangen. Ein wenig dürftig, um eine derart intensive Suche zu beginnen, im Glauben, dieser Todd Sanderson sei Natalies Mann.
Jakes Hartnäckigkeit und die gebetsmühlenartige Wiederholung, dass er das alles tue, weil er Natalie liebe und diese Liebe so groß sei, hat etwas ziemlich Kitschiges und wird mit der Zeit etwas nervig. Das würde eher zu einem Liebesroman passen. 
Man bekommt das Gefühl, er brauche eine Art Selbstbestätigung. Sein Verhalten erschien mir einige Mal nicht ganz nachvollziehbar und trotz der Ich-Perspektive bleibt der Charakter distanziert. 

Fazit: Spannende Unterhaltung mit ein paar Schönheitsfehlern.

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Tags: falsche identität, studenten, universität, verschwinden   (4)
 

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(170)

327 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 100 Rezensionen

cornwall, kate morton, vergangenheit, familie, geheimnis

Das Seehaus

Kate Morton , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 29.02.2016
ISBN 9783453291379
Genre: Romane

Rezension:


Cornwall, 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane freut sich auf das Mittsommerfest auf dem Landsitz ihrer Familie. Sie ist frisch verliebt und ahnt nicht, dass dies der letzte Abend ist, an dem sie glücklich sein wird. Denn ihr kleiner Bruder Theo wird entführt und taucht nie wieder auf.
Siebzig Jahre später stößt die zwangsbeurlaubte Polizistin Sadie Sparrow auf ein verlassenes Anwesen in einem verwilderten Garten.
Der Fall Edevane zieht sie in ihren Bann und ihre Suche nach Antworten weckt die Schatten der Vergangenheit. 

Die schicksalsträchtige Geschichte der englischen Landadelsfamilie Edevane wird in drei Zeitetappen erzählt. 
Um das Jahr 1911 verliebt sich Eleanor deShiel in den gut aussehenden, aber unvermögenden Anthony Edevane – eine Liebe, die alle Höhen und Tiefen überstehen muss.
1933 hat die Familie drei Töchter – eine davon ist Alice, die eine berühmte Krimischriftstellerin wird – und den abgöttisch geliebten kleinen Sohn Theo. Doch Theo verschwindet und die Familie verlässt den Landsitz für immer.
Siebzig Jahre später entdeckt Sadie Sparrow das Anwesen und beginnt nachzuforschen. 
Alice Edevane begegnet der wissbegierigen Polizistin, die mit ihren eigenen Schatten kämpfen muss, zuerst mit Misstrauen. Doch dann lässt sie sich auf die Lösung des Rätsels der Vergangenheit ein.
Der anschauliche Schreibstil macht den Landsitz Loeanneth und die Mitglieder der Familie Edevane sehr lebendig. Geschickt wird nach und nach entschleiert, was damals wirklich geschah, als der kleine Theo einfach verschwand. Dabei gibt es immer wieder überraschende Wendungen. 
Die Stränge in der Vergangenheit waren für mich sehr lebendig und anschaulich, während Sadie eher unnahbar bleibt. Dass sie im Dienst einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat und deshalb zwangsbeurlaubt wird, geht nicht so nahe, wie es sein könnte und auch sie trägt schwer an einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit. 
Interessant auch, wie die einzelnen Mitglieder der Familie die Geschehnisse damals unterschiedlich wahrgenommen und je nach Gefühlslage und Vermutung eingeordnet haben. 
Manchmal gerät die Suche nach der Wahrheit allerdings ein wenig langatmig. Das Ende bringt noch eine weitere Überraschung, die mir allerdings ein bisschen zu sehr Zufall war. 

Fazit: Schöne, romantische Familiengeschichte!

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Tags: 1. weltkrieg, cornwall, familiengeschichte, schriftstelleri   (4)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

lissabon, portugal, arzt, familie, belletristik

Nachtzug nach Lissabon

Pascal Mercier
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei btb, 11.02.2013
ISBN 9783442746248
Genre: Romane

Rezension:


Zwei Zufälle veranlassen den Lehrer für alte Sprachen, Raimund Gregorius, spontan den Unterricht zu verlassen und eine Zugreise nach Lissabon anzutreten: Die unverhoffte Begegnung mit einer Portugiesin, der Zauber, den ihre Sprache auf ihn ausübt und das Buch des Schriftstellers Amadeu Inácio de Prado, das ihm in die Hände fällt. Fasziniert von den Gedanken des „Goldschmieds der Worte“, der vor dreißig Jahren an einem Aneurysma starb, begibt Gregorius sich auf die Spuren dieses vielschichtigen Charakters, der auch Arzt und Widerstandskämpfer unter dem Regime Salazárs war.

Raimund Gregorius – klug, einsam, eher behäbig – lässt spontan sein Leben hinter sich, um einem Schemen auf die Spur zu kommen. Schritt für Schritt erschließt sich ihm eine andere Gedankenwelt und das Leben dieses Mannes, dessen Leidenschaft ebenso wie seine die Sprache war. Das gequälte Genie zieht Gregorius in seinen Bann und die Faszination, die von dieser Figur ausgeht, erscheint durchaus plausibel. Auch als Leser wird man davon erfasst, lässt sich ein auf diese Suche, die erstaunlicherweise zu einem gewissen Erfolg wird. De Prado ist zwar seit dreißig Jahren tot, aber es gibt immer noch Menschen, die ihn kannten. Seine ältere Schwester Adriana zum Beispiel, der er das Leben rettete und die in ewiger Erinnerung und Verehrung erstarrt ist. Seine jüngere Schwester, die von all der Schwermut, die in der Familie herrschte, noch am wenigsten betroffen war. Oder sein engster Freund Jorge, dem er eine Apotheke schenkte. Der Kamerad aus der Widerstandsbewegung, der die Folter überlebte. Seine Freundin aus Jugendtagen. Gregorius trifft sie alle, trägt Erinnerungen zusammen an ein tragisches Leben.
Ein Hauch von Melancholie schwebt ohnehin über der ganzen Geschichte, die von Vergangenheit, Alter und Zerfall geprägt ist. Die Sprache ist klar und kraftvoll, schafft intensive Bilder und man lässt sich zunächst gerne auf das Geschehen ein. 
Doch etwa ab dem letzten Drittel beginnt diese seltsame Suche langatmig zu werden und man ertappt sich bei dem Wunsch, es wäre endlich vorbei damit. 
Die Gedanken Amadeu de Prados – als Buch im Buch – wiederholen sich in ihrem Pathos. Stellenweise erinnern diese Abschnitte an einen verunglückten Coelho. Die depressive Stimmung verstärkt sich immer mehr. Dass Gregorius in seiner Akribie auch noch die letzte Person aufsucht, die Bedeutung für de Prado hatte, ist am Ende so unausweichlich wie spannungslos. Denn wozu soll eine derartige Suche auch führen? Warum sollte man einen Menschen verstehen wollen, der lange tot ist, den man selbst nicht einmal kannte? 
Sicher, Gregorius hat neue Wege beschritten, sich aus seinem Alltagstrott befreit, aber letztendlich leidet seine Gesundheit und lässt das ganze Geschehen ad absurdum erscheinen. 
Da kann auch die schöne Sprache nicht mehr verhindern, dass die Geschichte am Ende zerläuft. 

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Tags: arzt, lissabon, portugiesischer widerstand, schriftsteller, sprach, zug   (6)
 

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(255)

459 Bibliotheken, 1 Leser, 11 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, serienmörder, london, england, krimi

Der Vogelmann

Mo Hayder , Angelika Felenda (Übers.)
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.03.2002
ISBN 9783442451739
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Auf dem verlassenen Gelände eines Betonwerks in London werden fünf Frauenleichen gefunden. Ein Serienkiller ist am Werk, der die toten Frauen „schmückt“ und einen lebendigen Vogel in ihre Brust einnäht. Vier der Opfer waren drogensüchtige Prostituierte, die niemand vermisste.
Schnell wird ein vermeintlicher Täter ermittelt: ein schwarzer Drogendealer.
Doch Detective Inspector Jack Cafferys Gefühl geht in eine gänzlich andere Richtung. Gegen den Widerstand der Vorgesetzten und im Kampf mit seinen eigenen privaten Problemen ermittelt er weiter.
Eine verdächtige Spur bringt ihn in das Dog and Bell, ein Pub, in dem die Opfer sich mit ihren Freiern trafen. Er lernt die Malerin Rebecca kennen, die Bilder von den Mädchen malt und ist fasziniert von ihr. Sie ist es auch, die ihn auf die Spur des wahren Mörders führt. Doch dann ist Rebecca plötzlich verschwunden …

Dies ist der erste Band der Reihe um Jack Caffery. Der Ermittler, der massiv mit privaten Problemen zu kämpfen hat, ist ja längst nichts Neues mehr in der Krimi- und Thrillerliteratur. Jack Cafferty macht das Verschwinden seines Bruders zu schaffen und die Tatsache, dass der Zehnjährige womöglich damals vom Nachbarn ermordet wurde. Jack lebt noch immer in seinem Elternhaus, gefangen in der Vergangenheit und beobachtet diesen Penderecki, stalkt ihn und wird von ihm gestalkt. Eine kranke Art von Beziehung.
Jacks Beziehung zu der vermögenden Veronica ist auch nicht ohne Probleme und er hat längst festgestellt, dass er sie nicht liebt. Doch wie soll er mit ihr Schluss machen, wenn sie womöglich Krebs hat?
Wäre das noch nicht genug, gibt es da noch diese grausigen Mordfälle. Das Thema Nekrophilie, um das es auch geht, ist naturgemäß nicht appetitlich. Die Autorin versucht hier aber, vieles mit der Distanz des Wissenschaftlers zu beschreiben, was ich durchaus als Pluspunkt ansehe. 
Es gibt immer wieder Wendungen in diesem Plot, die zwar einerseits überraschend, andererseits aber auch oft ein wenig plump angelegt sind. 
Die Charaktere waren mir zu viel Klischee: Der vom Schicksal gebeutelte good cop Jack, der bad cop Mel Diamond, der nicht nur einen Einsatz durch seine Ignoranz und Dummheit vermasselt. Die schöne Rebecca, die durch ihre nicht ganz so unschuldige Vergangenheit auf Jack anziehend wirkt und ahnungslos in die Falle tappt, etc.
Der Mörder – natürlich ein Irrer, der unerkannt seine Fantasien auslebt.
Grundsätzlich fand ich die Figuren zum Teil nicht ganz überzeugend. Vielleicht wäre es besser gewesen, diese gründlicher auszuarbeiten und weniger Augenmerk auf gruselige Details zu legen?

Fazit: Aufgrund schauriger Einzelheiten nichts für schwache Nerven, hat mich nicht ganz überzeugt.

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Tags: nekrophilie, serienmörder, verstümmelungen   (3)
 

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

roman, deutscher buchpreis 2016, am rand, tod, österreich

Am Rand

Hans Platzgumer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 01.02.2016
ISBN 9783552057692
Genre: Romane

Rezension:


Gerold Ebner hat zwei Menschen getötet und was er sich an Lebensglück erhofft, nimmt ihm der Tod. Am Ende bleibt ihm nur noch, auf einen Gipfel zu steigen und, sobald es dunkel ist, den letzten Schritt zu tun. Sein einziges Bedürfnis ist noch das Verfassen seines Lebensberichtes als eine Art Rechtfertigung für sein Handeln. 

Seine Mutter war Südtirolerin, eine Prostituierte, seinen Vater kannte Gerold Ebner nicht. Die Kindheit geprägt vom Schweigen der Mutter und von Jungenfreundschaften. Der Tod ist zum ersten Mal präsent, als die mumifizierte Leiche des Nachbarn gefunden wird, den ein Jahr lang niemand vermisst hat. Das Auftauchen des Großvaters, vor dem seine Mutter geflohen ist, stört die scheinbare Idylle. Der Großvater stirbt. Schon hier stellt sich die Frage, wie sein Tod einzuschätzen ist. Eigentlich Mord bedeutet er Erleichterung und Erlösung für alle.
Jahre später wird Gerold erneut vor eine wichtige Entscheidung gestellt, als ihn sein bester Freund um Sterbehilfe ersucht. Soll man ihn deshalb verurteilen? 
Ein unglückseliger Zwischenfall nimmt ihm die Lebensgefährtin und das Kind, das ihnen sozusagen „zugefallen“ ist. Nun bleibt ihm nichts mehr wofür es sich zu leben lohnt.
In klarer, einfacher Sprache wird das Leben des Ich-Erzählers vor dem Leser ausgebreitet. Die berührende Lebensbeichte eines Mannes, der sich vor allem fügt, mit sich tun lässt, sich den Mitmenschen verschließt, die er nicht versteht. 
Intensive Naturbeschreibungen runden diese bemerkenswerte Geschichte zu einem Ganzen ab. Ein Roman, der noch lange nachwirkt!

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Tags: lebensglück, sterbehilfe   (2)
 

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119 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

horror, chicago, mörder, thriller, hohlbein

Mörderhotel

Wolfgang Hohlbein
Fester Einband: 848 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2015
ISBN 9783785725481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Weltausstellung lockt 1893 viele Besucher in die sich rasch entwickelnde Stadt Chicago. Dr. Henry Howard Holmes nutzt die Gunst der Stunde, um ein Hotel zu bauen, das allerdings einige Merkwürdigkeiten aufweist. Es hat einen ausgedehnten Kellerbereich, Geheimgänge und schalldichte Türen und so mancher, der es betritt, verlässt es nicht mehr.
Arlis Christen engagiert den Privatdetektiv Frank Geyer, um ihre Schwester zu suchen, die spurlos verschwunden ist, ebenso wie deren Liebhaber Herman Webster Mudgett. Die Spur führt in Holmes‘ Hotel, in einen schier unglaublichen Albtraum …

Herman Webster Mudgett alias Henry Howard Holmes war einer der berüchtigsten Serienmörder der USA, auch wenn er heute fast vergessen ist. Ihm wird nachgesagt, womöglich mehr als 200 Morde begangen zu haben. Auch das Hotel in Chicago existierte tatsächlich.
Wolfgang Hohlbein hat diesen Fall in Mörderhotel aufgegriffen und eine eigene Version geschaffen. 
Wer die wahre Geschichte nicht kennt, ist allerdings bei der Lektüre besser dran. Wer nämlich über die Tatsachen Bescheid weiß, dürfte über weite Strecken verwirrt sein, denn der Autor geht mit den historischen Fakten eher großzügig um. Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, einer historischen Figur Leben einzuhauchen und wahre Geschichten mit Details auszuschmücken, die vielleicht nicht den Tatsachen entsprechen. Aber gleich wesentliche Fakten zugunsten einer fragwürdigen Dramatik zu verändern, gefällt mir nicht. Ich spiele hier gleich auf das etwas holperige und an den Haaren herbeigezogene Ende an.
Auch sonst weist die Geschichte für mich einige wesentliche Schwachpunkte auf.
Zum einen habe ich wieder einmal festgestellt, dass Bestsellerautoren ungestraft schwafeln dürfen. Die Story hat teilweise unglaubliche Längen, ganze Kapitel wären verzichtbar, bringen die Handlung nicht weiter. Das Gleiche gilt auch für Dialoge und akribische Monologe über Befindlichkeiten. 
Einige Ungereimtheiten fielen mir auch auf. So wird z.B. Mudgett beim Kampf mit dem Hausmeister Kyle an Gesicht und Händen schlimm verätzt, später wird er aber als „gutaussehend“ beschrieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nach solchen Verletzungen keine Narben davon trägt, scheint mir gering.
Eine Leiche, der er (ausdrücklich erwähnt) die Augen schloss, starrt ihn nachher aus offenen Augen an etc.
Hier hat wohl auch das Lektorat nicht gründlich genug gearbeitet.

Positiv fand ich die Schilderung des Ambientes. Das Chicago Ende des 19. Jahrhunderts mit der Aufbruchsstimmung und dem Fortschritt einerseits und den Elendsvierteln andererseits wird sehr plastisch und anschaulich geschildert, ebenso die einzelnen Charaktere.
Über die Schilderung der grässlichen Einzelheiten kann man geteilter Meinung sein. Auf jeden Fall sind einige Abschnitte nichts für einen schwachen Magen! 
Den Gedankengang, dass Mudgett eventuell identisch mit Jack the Ripper sein könnte, fand ich interessant. Zeitmäßig hätte das auf jeden Fall gepasst.


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Tags: chicago, folter, herman webster mudgett, serienmörder, usa, versicherungsbetrug   (6)
 

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi, miss marple, dorf, agatha christie, dorfgemeinschaft

Mord im Pfarrhaus

Agatha Christie , Irmela Brender
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 08.09.2014
ISBN 9783455650075
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ausgerechnet im Arbeitszimmer des Pfarrers wird Oberst Protheroe ermordet aufgefunden.
Verdächtige gibt es einige, denn so mancher hat dem Choleriker den Tod gewünscht und sein Ableben wird von niemandem bedauert.
Doch Miss Marples Gerechtigkeitssinn lässt nicht zu, dass der Täter ungestraft davonkommt.

Dies ist der erste Roman mit der später berühmt gewordenen Figur der Miss Jane Marple, der scheinbar so harmlosen alten Dame, die sich mit der menschlichen Natur – insbesondere mit ihren Schattenseiten – beschäftigt.
Hier bleibt sie noch eher im Hintergrund, denn Ich-Erzähler ist Pfarrer Leonard Clement, der im Gegensatz zu Miss Marple ziemlich unbedarft ist, was das Böse angeht und eigentlich genug Probleme damit hat, seine wesentlich jüngere und sehr temperamentvolle Frau zu verstehen. Über seine altmodischen Ansichten Frauen gegenüber kann man heute nur schmunzeln.
Ein kniffliges Rätsel um falsche Uhrzeiten, fingierte Botschaften, heimliche Beziehungen und Schuld und Unschuld ist hier im nur oberflächlich beschaulichen Dorf zu lösen, in dem jeder über jeden Bescheid weiß - oder es zumindest glaubt. 
Agatha Christie, wie man sie kennt und liebt!

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Tags: liebesbeziehung, mord, pfarrhau   (3)
 

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61 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

österreich, paris, testament, wanderung, urne

Niemand weiß, wie spät es ist

René Freund
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 25.07.2016
ISBN 9783552063266
Genre: Romane

Rezension:


Noras Vater ist verstorben. Um seinen letzten Willen zu erfüllen, muss sie sich mit seiner Urne auf eine Wanderung begeben. Für den Stadtmenschen Nora völlig unzumutbar. Außerdem soll das Ganze unter „notarieller Aufsicht“ stattfinden. Über ihre Begleitung, den pedantischen Bernhard, ist sie noch weniger begeistert. Die unfreiwillige Wanderung bietet allerdings so manche Überraschung. 

Eine Geschichte über Abschied nehmen, Vorurteile, die überraschenden Wendungen des Lebens und Neubeginn. So könnte man dieses Buch kurz zusammenfassen. 
Ein Frauenroman mit Tiefgang wäre ebenfalls eine passende Bezeichnung.
Der Titel bezieht sich übrigens auf eine Grabinschrift auf einem Bergfriedhof.
Warmherzig und humorvoll schildert der Autor die Begegnung zweier anscheinend völlig unterschiedlicher Menschen. 
Der Verlust ihres Vaters trifft Nora schwer. Sie waren sich gegenseitig nach dem tragischen Unfalltod der Mutter Mittelpunkt des Lebens. Nora wuchs dank genügend vorhandener Geldmittel überbehütet in einer Luxuswohnung in Paris auf. Jetzt muss die Chaotin sich zum ersten Mal alleine zurechtfinden, wobei ihre Sturheit so manch köstliche Szene verursacht.
Bernhard dagegen ist ganz anders. Ein pedantischer Veganer, durchtrainiert und ziemlich humorlos, geprägt von einer tragischen Kindheit.
Französischer Charme gegen alpenländische Korrektheit.
Oder ist es doch ganz anders?
Der Roman bietet überraschende Wendungen und ließ sich in einem Rutsch durchlesen.
Wobei als einziger Schwachpunkt für mich einige dieser Wendungen doch sehr konstruiert waren. 
Nichtsdestotrotz eine schöne Geschichte! 

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Tags: erbe, lebensweg, urn, wanderung   (4)
 

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, krimi, verfolgung, thriller, unfal

Whisper Island - Sturmwarnung

Elizabeth George , Ann Lecker-Chewiwi , Bettina Arlt
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 10.05.2013
ISBN 9783802591228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die 14-jährige Hannah Armstrong hat eine besondere Gabe: Sie kann die Gedanken der Menschen hören. Ihr Stiefvater missbraucht sie für seine zwielichtigen Geschäfte und als sie herausfindet, dass er einen kaltblütigen Mord begangen hat, schwebt sie in Lebensgefahr. Ihre Mutter schickt sie auf eine abgelegene Insel zu einer Freundin, wo sie in Sicherheit sein sollte. Doch als sie dort unter dem Namen Becca King ankommt, muss sie feststellen, dass diese Freundin gerade verstorben ist. Nun hat sie keine Unterkunft und ihre Mutter ist nicht erreichbar …

Zum ersten war mir nicht bewusst, als ich das Buch kaufte, dass es sich eigentlich um einen Jugendroman handelt. Dies wird allerdings schnell durch die 14-jährige Protagonistin und den zum Teil doch etwas „kindlicheren“ Schreibstil klar.
Zum zweiten wusste ich nicht, dass es sich dabei um den Auftakt einer Serie handelt. Die momentan zwei weiteren Bände heißen „Wetterleuchten“ und „Feuerbrandung“. 
Ich fühlte mich also irgendwie ein wenig verschaukelt.
Die Autorin lebt teilweise selbst auf Whidbey Island, deshalb auch die akribischen Ortsbeschreibungen, die ruhig etwas weniger genau ausfallen hätten können.
Hannah/Becca ist durch ihre seltsame Gabe ziemlich gehandicapt. Sie muss eine AUD-Box tragen, damit sie die störenden Gedanken der anderen Menschen ausblenden kann und sie hat Gewichtsprobleme. Dass ihre Mutter mit ihren Männerbekanntschaften kein Glück hat, kommt noch dazu. Das bewirkt natürlich, dass das Mädchen sehr verschlossen ist und sich kaum jemandem anvertrauen kann. 
Enttäuschend war für mich aber, wie ihre Gabe dargestellt ist. Die Gedanken, die sie auffängt, sind meist nur unzusammenhängende, wirre Satzfetzen, mit denen man als Leser eigentlich nichts anfangen kann. Es wirkt zwar in gewisser Weise glaubwürdig, denn wer denkt schon in zusammenhängenden Sätzen? Aber für die Dramaturgie der Story wirkt es sich nicht besonders gut aus und irgendwann nerven diese Bruchteile nur mehr, weil sie die Handlung nicht weiterbringen, obwohl jede der Figuren mehr oder weniger bedeutende Geheimnisse hat.
Allerdings sind die Figuren – wie bei der Autorin gewohnt – gut ausgearbeitet.
Ab der Hälfte beginnt die Geschichte leider langatmig zu werden. Die Handlung tritt auf der Stelle, es geht nur mehr um die üblichen Feindschaften zwischen High-School-Mädchen, um die erste Liebe und die dazugehörigen Gefühlsverwirrungen. 
Das Ende kommt dann mit einem ziemlich bösen Cliffhanger und vielen offenen Fragen – verständlich, man soll ja Gusto auf Band zwei bekommen. 


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Tags: gedanken hören, inse, stiefvater   (3)
 

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

canterbury, krimi, häkeln, mord, unfall

Canterbury Requiem

Gitta Edelmann
Buch: 264 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 02.09.2014
ISBN 9783940258403
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Bei einer Chorprobe lernt die Liebesromanautorin Ella Martin die umgängliche Aileen kennen. Am nächsten Morgen ist Aileen tot – überfahren. Doch es war kein Unfall, in ihrem Blut wurden Spuren eines Betäubungsmittels gefunden.
Da Ella die Letzte war, die mit Aileen gesprochen hat, fühlt sie sich verpflichtet, der Sache auf den Grund zu gehen und begibt sich dabei ohne es zu merken in Lebensgefahr. Außerdem bemühen sich zwei attraktive Männer um ihre Gunst und eine private Überraschung wartet auch noch auf sie.

Laien, die sich verpflichtet fühlen, den Tod einer ihnen eigentlich unbekannten Person aufzuklären, brauchen schon plausible Gründe, warum sie das tun. Die Liebesromanautorin Ella Martin wäre eigentlich beschäftigt genug damit, mit ihrem verkorksten Privatleben ins Reine zu kommen und ihren Roman zu schreiben. Deshalb wirken ihre Bemühungen für mich auch nicht ganz überzeugend, den Mord an Aileen aufzuklären. 
Die Handlung plätschert teilweise gemütlich vor sich hin, Action darf man nicht unbedingt erwarten. Durchaus aber nett zu lesen, denn es gibt viele Informationen über Canterbury, über englisches Essen und sonstige Gepflogenheiten der Briten. Ich habe direkt Lust bekommen, dieser geschichtsträchtigen Stadt einmal einen Besuch abzustatten.
Störend empfand ich allerdings, dass zum Teil nichtssagende Floskeln in Englisch geschrieben wurden. Das hat für mich etwas von Sprachkurs für Anfänger und irritiert beim Lesen. 
Der Showdown wird dann noch spannend und bietet eine kleine Überraschung.

Fazit: Ein gemütlicher Krimi für einen Herbstabend, am besten mit Tee und Keksen genießen!

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Tags: betäubungsmitte, canterbury, schreibrecherche, unfall   (4)
 

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463 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

thriller, folter, gefangenschaft, keller, entführung

Danach

Koethi Zan ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.04.2013
ISBN 9783651000452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Zehn Jahre ist es her, seit Sarah, Tracy und Christine aus dem Kellerverlies eines Psychopathen befreit wurden. Jetzt soll ihr Peiniger auf Bewährung freikommen und Sarah soll bei der Anhörung aussagen. All das Grauen, die Angst und die Schmerzen, die sie erleiden musste, sind wieder präsent. Doch ihr bleibt nichts Anderes übrig, als sich den Schrecken der Vergangenheit zu stellen. Denn damals wurde auch ihre beste Freundin Jennifer Opfer des kaltblütigen Folterers und sie ist noch immer nicht gefunden worden …

Ein Thriller, der sozusagen von hinten aufgerollt wird. Wie geht es Opfern, die Unaussprechliches erdulden mussten? Können sie ein normales Leben „danach“ führen? Und was, wenn es noch immer nicht vorbei ist? Wenn der Täter sie für immer gezeichnet hat?
Der Autorin gelingt es vorerst einmal, ein stimmiges Bild von Sarah zu zeichnen, die schon als Kind unter Zwangsneurosen litt. Ihre Ängste, die sie dazu bringen, sich vollkommen abzuschotten, ihre Aversion gegen zwischenmenschliche Kontakte jeglicher Art. 
Stückchen für Stückchen wird enthüllt, unter welchem Martyrium sie leiden musste und wie perfide der Täter seine Opfer manipulierte. 
Doch dann driftet die Story leider ein wenig ins Unglaubwürdige ab. Denn ein dermaßen traumatisierter Mensch ist meiner Meinung nach niemals imstande, auf eigene Faust und zuerst einmal völlig allein Nachforschungen anzustellen, geschweige denn, eine erneute Bedrohung auszuhalten und dieser so heldenmütig entgegenzutreten. 
Natürlich erfordert es die Story, dass eine Heldin über ihre Ängste hinauswächst, aber in diesem Fall dürfte das eher unmöglich sein. 
Was aus der Geschichte um den Psychopathen und seine Opfer wird, ufert meiner Ansicht nach auch ein wenig zu sehr aus. Ein Geheimbund, eine Sekte, Mädchenhandel, BDSM – von allem ein wenig war mir dann fast zu viel. 
Das Ende lässt einige Fragen offen, die man gerne als Leser beantwortet hätte - aber nicht in einem Folgeband! 
Ansonsten eine interessante und packende Idee mit zum großen Teil doch guter Umsetzung.

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Tags: bdsm, mädchenhandel, opfer, psychopath, sekte, verlies   (6)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

gay-fantas, kobolde, ratten, amulett

Das Gesetz der Ynwora

Sandra Gernt
E-Buch Text: 187 Seiten
Erschienen bei null, 27.05.2016
ISBN B01GAO9HRQ
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: amulett, gay-fantas, kobolde, ratten   (4)
 

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, großbritannien, agatha, superintendent battle, britische detektive

Der letzte Joker

Agatha Christie
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer Taschenbuch
ISBN 9783596168880
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ausgerechnet auf dem Landsitz Lord Caterhams stirbt der junge Gerald Wade an einer Überdosis Schlafmittel. Selbstmord ist ausgeschlossen, also macht sich die Tochter des Lords, Lady Eileen, genannt „Bündel“, daran, das Geheimnis um Geralds Tod zu lüften. Sie stößt auf die Geheimorganisation „Seven Dials“. Dann wird noch einer der jungen Männer aus ihrem Freundeskreis ermordet. Superintendent Battle muss alles daransetzen, um Lady Eileen in der Gefahr beizustehen.

Mord in einer Clique betuchter junger Leute, deren hauptsächliches Problem vordergründig darin besteht, irgendetwas mit zu viel Zeit und zu viel Geld anzufangen. Auch Lady Eileen gehört zu dieser Gruppe, ein lebhaftes Mädchen, das sich ziemlich naiv in die Verbrechensbekämpfung stürzt. Wobei natürlich ihr gesellschaftlicher Status einiges für sie leichter macht. Denn so ohne weiteres könnte ein Laie bestimmt nicht an polizeilichen Ermittlungen teilnehmen.
Eine Portion Sozialkritik schwingt in der eher humorvollen als spannenden Geschichte mit.
Besonders die Dialoge zwischen den jungen Leuten haben eher unbedarften Inhalt und lenken vom eigentlichen Verbrechen ab. 
Die Motivation der Täter ist nicht ganz nachvollziehbar und der Tathergang ziemlich kompliziert geschildert. 

Fazit: Für mich nicht unbedingt einer der besten Romane von Agatha Christie, aber amüsant zu lesen.

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Tags: geheimorganisatio, geheimpapiere, schlafmittel   (3)
 

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(49)

92 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

sherlock holmes, london, anna kronberg, cholera, bakteriologie

Teufelsgrinsen

Annelie Wendeberg , Kathrin Bielfeldt , Jürgen Bürger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.02.2015
ISBN 9783462047592
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


London, Ende des 19. Jahrhunderts: In einem Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer angeschwemmt. Ein Fall für Englands führenden Bakteriologen Dr. Anton Kronberg. Dieser hütet allerdings ein Geheimnis: Dr. Kronberg ist eine Frau und heißt eigentlich Anna. Auch Sherlock Holmes interessiert sich für den Toten, denn er wurde absichtlich infiziert. Und natürlich durchschaut der berühmte Meisterdetektiv auf den ersten Blick Annas Maskerade. Keine gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit. 
Denn ohne es vorerst zu ahnen, kommen sie einer ungeheuerlichen Verschwörung auf die Spur, ausgeheckt von einer Gruppe angesehener Mediziner und schweben bald darauf in höchster Gefahr.

Dr. Annelie Wendeberg ist eigentlich Umweltmikrobiologin und hat ihre Geschichten über Anna Kronberg zuerst auf Englisch und im Selbstverlag veröffentlicht. 
Normalerweise bin ich sehr skeptisch, wenn sich AutorInnen berühmte Figuren einfach ausborgen und eigene Geschichten über sie verfassen. Das hat für mich einen Touch von Fan Fiction, mit der ich überhaupt nichts anfangen kann. Aber hier hat mich eine Leseprobe überzeugt, es doch mit „Teufelsgrinsen“ zu versuchen.
Die Lektüre hat mich dann doch etwas zwiespältig zurückgelassen.
Einerseits ist das Ambiente perfekt. Das London zum Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner großen Kluft zwischen Arm und Reich, mit seinen Elendsvierteln, den Ripper-Morden und den unhygienischen Lebensbedingungen, die Seuchen geradezu anziehen, erwacht direkt zum Leben. 
Die z.T. drastischen Schilderungen sind vielleicht nicht für zarte Gemüter geeignet – z.B. die genaue Beschreibung einer Obduktion.
Die wissenschaftlichen Hintergründe sind gut recherchiert bzw. auch dem Fachwissen der Autorin zu verdanken.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Dialoge lebendig und humorvoll, wenn auch z.T. für die damalige Zeit etwas zu flapsig und modern. 
Anna/Anton Kronberg ist eine interessante, sehr vielschichtige Figur. Kratzbürstig und unkonventionell als Frau, hätte sie wahrscheinlich wenig Chancen, in der Gesellschaft anerkannt zu werden. Als Mann kann sie neben ausgezeichnetem Fachwissen mit einer scharfen Beobachtungsgabe brillieren, letztere hat sie mit Sherlock Holmes gemein.
Wobei ich schon beim hauptsächlichen Problem bin. Denn Sherlock Holmes ist für mich ein Charakter, den man sich nicht so einfach „ausborgen“ kann. Zwar hat die Autorin zum Teil durchaus glaubwürdige Ansätze geliefert – aber warum hat sie nicht selbst eine Figur kreiert?
Spätestens als Anna Kronberg Gefühle für Holmes entwickelt (was sich offensichtlich nicht vermeiden lässt) beginnt eine Gratwanderung, die gerade noch erträglich ist. Denn das Thema Frauen ist in Zusammenhang mit Sherlock Holmes einfach heikel. Hier einem Traum zu folgen und den Unnahbaren zu „knacken“ erscheint mir wenig erstrebenswert. Mag sein, dass ihn eine Frau wie Anna Kronberg fasziniert hätte. Sein Schöpfer kann dazu leider nichts mehr sagen …

Fazit: Viktorianischer Krimi mit einer starken Frauenfigur, die sich leider in Sherlock Holmes verliebt.

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Tags: bakteriologie, medizin, seuchen, sherlock holmes, verschwörun   (5)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

märchenmond, schattenland, seelen, erlösung, jugend

Märchenmond

Wolfgang Hohlbein , Heike Hohlbein
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 01.01.2015
ISBN 9783764170394
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Kims kleine Schwester Rebekka liegt nach einer Blinddarmoperation im Koma. Vom Zauberer Themistokles erfährt der 14-jährige Junge, dass er in das Reich Märchenmond reisen muss, um ihre Seele zu retten, die vom Zauberer Boraas, dem Herrn des Schattenreiches gefangen gehalten wird. 
Prompt landet Kim in der Burg Mordok und wird von Boraas eingekerkert. Die waghalsige Flucht gelingt, aber Märchenmond schwebt in großer Gefahr. Denn Boraas hat sich mit dem Dunklen Lord verbündet und stellt eine riesige Armee auf, um das Reich zu erobern. 

Märchenmond gewann im Jahr 1982 den Preis für Phantastik des Ueberreuter Verlags und begründete die Karriere des Autorenehepaares Wolfgang und Heike Hohlbein. Zahlreiche Bestseller folgten, darunter auch Fortsetzungen zum ersten Band.
Der Roman ist für jüngere Leser gedacht und das merkt man natürlich auch. Die phantastische Welt von Märchenmond ist sehr anschaulich und liebevoll ausgearbeitet, nicht zu vergessen auf die moralischen Grundsätze, die immer wieder angesprochen werden. Muss Krieg wirklich sein? Für wen sollte in einem Konflikt Partei ergriffen werden? Ist Gewalt die einzige Lösung für Auseinandersetzungen? 
Die Figuren sind zum Gernhaben: der gütige Zauberer Themistokles, der mutige Riese Gorg, der Bär Kelhim und der goldene Drache Rangarig begleiten Kim auf der Queste, die ihn persönlich reifen lassen wird.
Ein wenig Kopfzerbrechen macht allerdings der logische Ablauf der Geschichte: Wie die kleine Rebekka überhaupt in das Schattenreich gelangte, wird nicht so richtig erklärt und auch der Übergang Kims von der realen in die Fantasiewelt scheint mir nicht ganz logisch – vor allem, wie ein 14-jähriger Junge plötzlich zum Piloten eines Raumschiffs mutiert und sich als ungelernter Reiter wochenlang alleine durch die Wildnis schlagen kann. Vielleicht hat hier die kindliche Fantasie keinen Erklärungsbedarf, als erwachsener Leser hatte ich aber Schwierigkeiten damit und vor allem auch ab und an das Gefühl, dass notwendige Informationen zur Geschichte fehlten.
Die überbordende Fantasie und liebevolle Gestaltung der Welten – sei es nun Märchenmond oder das Schattenreich – entschädigen aber für solche Kleinigkeiten.

Fazit: Spannende Jugendlektüre, die über die Jahre nicht an Reiz verloren hat.


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Tags: erlösung, krieg, märchenmond, schattenland, seelen   (5)
 

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(56)

127 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

thriller, edgar allan poe, krimi, serienmörder, mord

Rabenmord

Sheldon Rusch
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 01.09.2006
ISBN 9783596168798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ein Serienmörder versetzt Illinois in Schrecken. Die Morde sind bis in grausige Einzelheiten den Geschichten von Edgar Allan Poe nachgestellt und die Presse bezeichnet den Täter bald als den „Raben“.
Special Agent Elizabeth Hewitt nimmt zur Aufklärung der Mordserie die Hilfe ihres ehemaligen Liebhabers und Poe-Experten Scott Gregory in Anspruch. Doch sie ahnt nicht, welches Ziel der grausame Mörder tatsächlich hat.

Die Werke von Edgar Allan Poe haben schon unzählige Schriftsteller inspiriert und in diese schaurigen Welten abzutauchen ist eine besondere Herausforderung. Leider gelingt dies in Rabenmord nicht so ganz. 
Die Geschichte ist zwar durchaus spannend, die Schilderung der Morde dient aber eher vordergründig dazu, Ekel und Schrecken zu erregen. 
Die kurzen Kapitel lassen einen manchmal nicht so richtig in das Geschehen kommen und sobald eine neue Figur auftaucht, kann man sicher sein, dass sie Opfer des „Raben“ wird. 
Der Schreibstil ist zum einen durch kurze, verstümmelte Sätze gekennzeichnet, andererseits ergeht sich der Autor in schwülstigen Metaphern, die eher verwirren. 
Elizabeth Hewitt hat Selbstmord und Tod ihres Vaters noch nicht bewältigt, ebenso wie den Selbstmord ihrer Schulkollegin vor vielen Jahren. Sie arbeitet hauptsächlich intuitiv, was oft nicht nachvollziehbar ist und bleibt für den Leser eher distanziert. Ihre Vorliebe für Jazz und heiße Schokolade wird mit der Zeit ein wenig zu oft strapaziert. 
Der Täter lässt sich leider schnell erraten, auch wenn sich der Autor krampfhaft bemüht, eine falsche Spur zu legen. 
Wer das Werk von Edgar Allan Poe kennt, wird von der nonchalanten Analyse des „Poe-Experten“ Gregory eher enttäuscht sein. Wer den Meister des Makabren nicht gelesen hat, wird wahrscheinlich mit den Andeutungen nichts anfangen können. Ebenso werden Nicht-Jazz-Fans mit den zahlreichen Musiktiteln nichts verbinden. 

Fazit: Grundsätzlich gute Idee, aber leider zu wenig ausgearbeitet.

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Tags: edgar allan po, illinois, rab, serienmord   (4)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kommunismus, gastarbeiter, österreich, poliitik, griechisches hotel

Makarionissi oder Die Insel der Seligen

Vea Kaiser
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462049282
Genre: Romane

Rezension:


In einem griechischen Bergdorf bringt die Vision von Großmutter Maria zwei jungen Menschen Unglück. Denn obwohl sie sich nicht lieben, heiraten sie und ziehen nach Deutschland. Während der stille, pedantische Lefti sich mit der deutschen Mentalität anfreunden kann, fühlt sich die temperamentvolle Eleni als Fremdkörper. Kein Wunder, dass sich beide anderweitig verlieben. Lefti zieht mit seiner neuen österreichischen Frau nach St. Pölten. Eleni glaubt, mit dem Hippie Otto ihr Glück zu finden, wandert nach Chicago aus und heiratet einen griechischen Auswanderer, kehrt mit ihm auf seine Heimatinsel Makarionissi zurück und betreibt dort ein Hotel.
Ihre Tochter bekommt Zwillinge, deren Vater nicht bekannt ist und am Ende wird beinahe alles gut.

Die Vision einer alten Frau in einem griechischen Bergdorf im Jahr neunzehnhundertsechsundfünfzig bestimmt das Schicksal gleich mehrerer Generationen. Und ja, die Jahreszahlen sind tatsächlich ausgeschrieben, was mitunter ein wenig mühsam zu lesen ist. 
Es ist ein ziemlich weiter Bogen, der da gespannt wird: Vom Griechenland der Militärdiktatur und den damit verbundenen Repressalien (Eleni landet als überzeugte Kommunistin im Gefängnis und wird gefoltert) bis in das Jahr 2014. Da ist es wohl kein Wunder, dass das eine oder andere eigentlich bedeutsame geschichtliche Ereignis ausgespart wird (z.B. Vietnamkrieg, Fall der Mauer etc.) Einige meiner Meinung nach wichtigen Aspekte werden allerdings ein wenig zu oberflächlich abgehandelt (vor allem Elenis Gefängnisaufenthalt). 
Es schleicht sich auch ab und an ein wenig Langatmigkeit ein, wenn manche Gefühlsverwirrung gar zu ausführlich geschildert wird.
Der feine Humor, der aber immer wieder aufblitzt, entschädigt allerdings dafür.
Die Charaktere sind facettenreich, lebendig und mit Gespür gezeichnet, die Mentalitäts- und Temperamentsunterschiede treffend geschildert. 
Der am Beginn des Buches beigefügte Stammbaum illustriert die Verwandtschaftsverhältnisse sehr gut, obwohl sie an und für sich nicht allzu kompliziert sind. Einiges wird natürlich dadurch vorweggenommen, doch es gibt immer wieder überraschende Wendungen. 

Fazit: Familiengeschichte mit tragisch-komischen Elementen.



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Tags: deutschland, gastarbeiter, griechenlan, griechische insel, griechische küche, griechisches hotel, kommunismus, österreich, poliitik   (9)
 

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi, mord, klassiker, agatha christie, krimi klassiker

Der blaue Express

Agatha Christie , Gisbert Haefs
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 08.10.2009
ISBN 9783596511198
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der amerikanische Millionär Rufus van Aldin liebt seine Tochter Ruth über alles. Nur ihre Ehe mit dem leichtlebigen Derek ist ihm ein Dorn im Auge. Er überredet sie deshalb, die Scheidung einzureichen. Doch dazu kommt es nicht mehr, denn Ruth wird im Zug ermordet, als sie an die Riviera fahren will. Gleichzeitig verschwindet der wertvolle Rubinschmuck, den sie von ihrem Vater geschenkt bekam. Der Verdacht fällt sofort auf ihren Ehemann, doch auch ihr Liebhaber, ein französischer Graf, befand sich im Zug. Hercule Poirot setzt alles daran, den Mörder zu finden. 

Mord im Zug – Agatha Christie nimmt hier schon erste Motive des viel erfolgreicheren „Mord im Orient-Express“ vorweg. Ein Detail am Rande: die Gesellschafterin Katherine Grey, die als Poirots sehr verhaltene Assistentin agiert, wohnt in St. Mary Mead, dem Dorf, in dem später Miss Marple residiert. 
Die Anzahl der Verdächtigen ist umständehalber natürlich klein. War es nun der Ehemann oder doch der Geliebte der Millionärstochter? Die Tatsache, dass sie sich im Aussehen ähneln, sorgt für zusätzliche Verwirrung und es gibt noch andere, überraschende Facetten an der Geschichte. Nichts ist so einfach, wie es zuerst scheint. Spannung wird – wie bei Agatha Christie üblich – auch durch das Verschweigen von Tatsachen geschaffen. 
Am Ende bietet sich dem staunenden Leser ein ziemlich kompliziert konstruierter Fall dar, bei dem doch so einiges zu hinterfragen wäre. 
Allerdings bemüht sich Hercule Poirot diesmal so charmant, die Wahrheit herauszufinden, dass man die etwas krampfhaft wirkenden Zusammenhänge gerne verzeiht.

Fazit: Etwas konstruiert wirkende Geschichte, nett zu lesen.

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Tags: diebstah, mord im zu, riviera, rubinschmuck   (4)
 

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276 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, leipzig, totenblick, mord, serienmörder

Totenblick

Markus Heitz
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2013
ISBN 9783426505915
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Wahrheit liegt stets im Auge des Betrachters. Doch hüte dich vor dem Totenblick. Erfasst er dich, gibt’s kein Zurück!
Ein Serienkiller treibt in Leipzig sein Unwesen. Er benützt seine Opfer dazu, akribisch genau berühmte Gemälde oder Fotos nachzustellen. 
Die Sonderkommission unter der Leitung des ADHS-geplagten Kommissars Peter Rhode ist heillos überfordert, denn der Mörder macht seine Drohung wahr: Jeder, der den Toten in die Augen blickt, stirbt ebenfalls. 
Erst Ares Leon Löwenstein, dem Personal Trainer mit der zweifelhaften Vergangenheit, gelingt es, dem Rätsel des „Totenblicks“ auf die Spur zu kommen. 

Ein Thriller mit einem Hauch Übernatürlichem. So ganz kann der Autor nicht verhehlen, dass er hauptsächlich Horror- und Fantasy-Bestseller verfasst.
Die Geschichte des wahnsinnigen Mörders, der sich der Mission verschreibt, Gemälde und Fotos mit Leichen nachzustellen, konnte mich aber nicht gänzlich überzeugen.
Zum einen liegt das an der Vielzahl der Figuren und Morde, manche von ihnen dermaßen bizarr, dass sie an „Final Destination“ erinnern. Irgendwann habe ich aufgehört, die Opfer zu zählen und gegen Ende der Geschichte nimmt man die Toten nur mehr am Rande wahr. 
Die Opfer laufen teilweise dermaßen blind in Gefahr und Tod, dass man nur den Kopf schütteln kann. Der Mörder scheint leichtes Spiel zu haben, denn die Polizei ist einfach nur hilflos – kein Wunder, wird doch beinahe eine ganze Abteilung Beamter ausgerottet!
Ares Leon Löwenstein, der Hüne mit dem klingenden Namen und der dunklen Vergangenheit, ist an sich eine interessante Figur, über weite Strecken der Handlung trägt er aber wenig zum Geschehen bei. Seine einzige Sexszene ist einfach nur unterirdisch und wie Ares‘ Genital nach einem Tauchgang im eisigen Kanal aussieht, kann man sich auch ohne mehrfache Erwähnung vorstellen. 
Der an ADHS erkrankte Kommissar, der ständig Namen vergisst oder verwechselt, soll eine Spur Humor in das Geschehen bringen, der Witz läuft sich aber irgendwann buchstäblich tot.  
Gegen Ende verändert sich seltsamerweise der Charakter des Mörders, was für mich nicht ganz nachvollziehbar war. So wirkt das Ende ein wenig konstruiert.
Interessant dagegen das Thema Optographie – Bilder, die auf der Netzhaut Toter eingeprägt sind – das mir neu war. Man erfährt auch so einiges über Leipzig, eine Stadt, die viele Facetten hat. 
Für das übernatürliche Element sorgt der Bestatter Konstantin Korff – leider bleibt er sehr im Hintergrund. Im Übrigen sollte man „Oneiros“ gelesen haben, um diese Figur und das Ende von „Totenblick“ verstehen zu können. 
Die Aufmachung des Buches ist nicht alltäglich und gefällt mir gut.

Fazit: Ein zwar spannender Thriller mit viel Fantasie, der aber ein bisschen zu dick aufgetragen ist.

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Tags: bestatter, gemälde, leipzig, optographie, serienmörde   (5)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

vergangenheit, zweife, wächter

Die sieben Zeichen des Zorns: Wächter des Reiches

Alexandra Balzer
E-Buch Text: 161 Seiten
Erschienen bei null, 07.08.2016
ISBN B01K0ENQBA
Genre: Sonstiges

Rezension:


Um das vierte Zeichen des Zoi’ron zu initiieren, müssen die auserwählten Helden die Wächter seines Reiches erwecken. Natürlich stoßen sie dabei wieder auf zahlreiche Hindernisse. Aber wieder einmal stellt sich heraus, dass diese Queste viel mehr ist als Kampf und Sieg über mächtige Magier, uralte Wesen oder missgünstige Götter. Denn die Helden müssen erst ihre eigenen Zweifel und Ängste besiegen und mit den Lasten der Vergangenheit umgehen lernen. Dies trifft besonders auf Anthanael zu, der eine alte Lüge aufdecken muss. 

In das vielfältige Universum dieser Fantasy-Saga einzutauchen ist immer wieder ein Vergnügen. Der von mir mit viel Vorfreude erwartete vierte Teil weist auch wieder ein etwas ruhigeres Tempo auf, ist aber trotzdem spannend zu lesen. Denn es geht hier weniger darum, furchterregende Kreaturen zu bekämpfen – die natürlich auch nicht fehlen - sondern darum, mit den inneren Dämonen fertig zu werden. So ist es dem Elf Anthanael endlich vergönnt, die Wahrheit über den Tod seiner Gefährtin zu erfahren – ein wichtiger Schritt, um seine Aufgabe erfüllen zu können, den Gott zu erwecken, der über die magischen Wesen richten wird. Man erfährt wieder ein wenig mehr über den Magier Anash, den Erzfeind der Gefährten und kann nicht umhin, ihn zumindest ansatzweise zu verstehen.
Berührend zu lesen, wie sich der verbannte Gott Nakoio mit dem verstörten Jungen Kiomy anfreundet – eine sehr einfühlsame Schilderung. 
Immer wieder muss ich einfach bewundern, wie hier Handlungsfäden zu einem komplexen Gewebe verknüpft werden. Denn nichts geschieht aus Zufall, alles ergibt einen Sinn. Die Traumseherin hält den roten Faden in der Hand und das Geschehen immer im Auge. Ich finde diese Figur einfach meisterhaft, mit ihren Stärken und Schwächen. 
Drei Teile sind noch ausständig, bis sich das Schicksal der Gefährten und ihrer Welt erfüllt und ich warte schon gespannt darauf!

Fazit: Wie schon mehrfach erwähnt – Fantasy mit komplexem Background und vielschichtigen Charakteren. 

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Tags: vergangenheit, wächter, zweife   (3)
 

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geister, schottland, ein schottischer sommer, mystery, maryla krüger

Ein schottischer Sommer: Roman

Maryla Krüger
E-Buch Text: 298 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 25.06.2013
ISBN B00DRBBEHM
Genre: Sonstiges

Rezension:


Einer Reportage über Geistererscheinungen hat es die junge Deutsche Johanna Bergman zu verdanken, dass sie an einer Untersuchung paranormaler Ereignisse auf Caitlin Castle in den schottischen Highlands teilnehmen kann. Dem Geisterjäger-Team gehört auch der attraktive Ryan mit den unwahrscheinlich grünen Augen an. Doch gerade als Johanna drauf und dran ist, sich in ihn zu verlieben, taucht die schöne Sévérine auf, die eindeutig mehr als nur eine Freundin für Ryan ist. Johanna nimmt daraufhin nur zu gerne die Aufmerksamkeiten von Ryans Bruder Marlin an. Doch die beiden Männer sind seit langem verfeindet. Johanna muss sich über ihre Gefühle klarwerden und sich für den Richtigen entscheiden. 

Eine romantische Dreiecksgeschichte, angesiedelt in einem malerischen Schloss in den schottischen Highland, gewürzt mit einer Prise scheinbar Übernatürlichem. 
Landschaft und Ambiente sind wirklich gut beschrieben, dazu gibt es die eine oder andere örtliche Legende über Silkies und Kelpies (magische Seehunde und Meerespferde). 
Am liebsten würde man sofort mit Johanna tauschen und diesen Job im Schloss annehmen, in dem es angeblich spukt. 
Nette, humorvolle Dialoge lassen den Schlagabtausch zwischen der Heldin und ihren beiden Verehrern zu einem Lesevergnügen werden. 
Dass sich allerdings gleich zwei umwerfend attraktive Männer in die eher unscheinbare Johanna verlieben, fand ich dann doch ein wenig dick aufgetragen. Noch dazu, wo die Gute von einem Fettnäpfchen ins andere stolpert, ständig aus irgendwelchen Kamalitäten gerettet werden muss und nicht einmal davor zurückschreckt, in die Klärgrube des Schlosses zu fallen.
Die Geistergeschichte wird zur Nebensächlichkeit und entwickelt sich eher enttäuschend, ebenso wie das ein wenig lieblos, auf Biegen und Brechen zusammengeschusterte, Ende. 

Fazit: Leichte Sommerlektüre für romantische Gemüter, leider ziemlich seicht.


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Tags: dreiecksgeschichte, geister, lord, schottland   (4)
 

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schottland, edinburgh, ia rankin, traum, mord

Knots And Crosses

Ian Rankin
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Orion, 18.09.2008
ISBN B002UPVVVU
Genre: Sonstiges

Rezension:


Detective Sergeant John Rebus hat mehr als genug Probleme: Er trinkt und raucht zu viel, seine Frau hat ihn zusammen mit seiner Tochter Samantha verlassen. Außerdem leidet er noch immer unter den Folgen eines Traumas, das er durch das beinharte Training bei der Spezialeinheit der Army, der er vorher angehörte, erlitten hat. 
Zu allem Überfluss hält gerade ein Verbrecher, der junge Mädchen entführt und tötet, die Stadt in Atem. Rebus erhält von ihm Briefe mit verknoteten Seilstücken und kreuzförmig zusammengefügten Zündhölzern. 
Dann verschwindet plötzlich auch Rebus‘ Tochter und er muss erkennen, dass die Spuren zur Lösung des Falls in seiner eigenen Vergangenheit zu suchen sind. 

Ian Rankins Krimis um Edinburgh und seine Figur John Rebus sind mittlerweile Kult. 
Der erste Band der Reihe zeigt einen gebrochenen, traumatisierten Mann, der mit seinem Schicksal hadert und zu allem Überfluss auch noch einen Serienmörder jagen soll. 
Nun ist die Figur des kaputten Ermittlers ja längst nichts Neues mehr und hier liegt meiner Meinung nach auch das Problem. Denn bis zur Hälfte des Buches geht es hauptsächlich um die Befindlichkeiten des Helden, um sein problematisches Verhältnis zu seinem Bruder, seiner Ex-Frau, seinen neuen Frauenbekanntschaften, zu Alkohol und Nikotin und seine traumatische Vergangenheit. Ein Riesen-Paket also, das der Arme mit sich herumschleppt. 
Kein Wunder, dass da die Mordfälle nur so nebenbei eine Rolle spielen. Die anonymen Nachrichten, die Rebus bekommt (sie werden ihm direkt ins Haus geliefert, der Mörder weiß also sogar wo er wohnt) werden mehr oder weniger unbeachtet gelassen. Es ist wohl offensichtlich, dass der Täter irgendeine Verbindung zu Rebus hat, doch wird dies lange Zeit überhaupt nicht in Betracht gezogen. 
Dass die Zusammenhänge zwischen den Opfern nicht schneller erkannt werden, fand ich auch ein wenig unglaubwürdig. 
Wie gesagt, das Hauptaugenmerk liegt eben auf der Figur des John Rebus und nicht auf den Mordfällen.
Die Sprache im englischen Original ist sehr bildhaft und war für mich leicht zu verstehen. Die Kapitel sind kurz und laden trotz des eher mäßigen Tempos zum Weiterlesen ein. 
Faszinierend finde ich meine Lieblingsstadt Edinburgh als Schauplatz. Diese Stadt ist reich an düsteren Geschichten und neben den touristischen Pfaden werden auch verborgene Winkel erwähnt, in die nie ein Uneingeweihter seinen Fuß setzen würde. 

Fazit: Noch etwas unausgegorener Auftakt der Serie um John Rebus, hat aber durchaus interessante Aspekte.

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Tags: edinburgh, entführung, hypnose, mord, traum   (5)
 

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pompeji, vulkanausbruc, mittelalter, maria magdalena, botschaft jesu

Das Testament der Sünderin

Frédéric<br>Cabesos, Violette Lenoir , Karola Bartsch , Karola Bartsch , Bettina Runge
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2012
ISBN 9783492274395
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Archäologin und Mittelalterspezialistin Johanna erforscht in der Basilika von Vézelay die Reliquien der Maria Magdalena. Doch als ihre Tochter plötzlich von lebensgefährlichen Albträumen heimgesucht wird, in denen sich das Kind in Pompeji zur Zeit des großen Vulkanausbruchs zu befinden glaubt, muss Johanna alles daransetzen, das verlorene Wort Jesu wiederzufinden, um ihre Tochter zu retten. Gleichzeitig geschehen mysteriöse Morde in der Ausgrabungsstätte von Pompeji und es stellt sich heraus, dass diese in Verbindung mit der geheimnisvollen Krankheit von Johannas Tochter stehen. Sie setzt nun alles daran, die verschollene Papyrusrolle zu finden. 

Gleich vorweg: Wer, so wie ich, den ersten Band Der Fluch des Mont-Saint-Michel nicht gelesen hat, wird, was die Geschichte Johannas angeht, mit ziemlichen Wissenslücken zu kämpfen haben. Denn die Ereignisse davor werden zwar erwähnt, aber letztendlich kennt man die Einzelheiten doch nicht. Für mich schade, denn weder im Klappentext noch in der Inhaltsangabe ist der Vorband erwähnt. 
Der deutsche Titel irritiert außerdem und wie fast immer passt das Original (übersetzt Das verlorene Wort) viel besser. Es geht nämlich um jene Worte, die Jesus in den Sand schrieb, als die Sünderin zu ihm gebracht wurde.
Das Testament der Sünderin gliedert sich in drei Stränge. 
Der mitreißendste Teil beschäftigt sich mit der christlichen Sklavin Livia in Rom bzw. Pompeji zur Zeit des Vulkanausbruchs. Die Welt des Römischen Reiches wird sehr detailgenau und ergreifend geschildert. 
Der zweite Strang führt in das 11. Jahrhundert, in die Blütezeit der Abtei von Cluny und die seltsamen Machenschaften, die der Abt von Vézelay betreibt, um sein Kloster zu Reichtum und Ansehen zu führen. Die Charaktere dieses Teils bleiben eher distanziert.
Der Strang in der Gegenwart erzählt die Geschichte Johannas, die vor den Geistern ihrer eigenen Vergangenheit flieht und ihre Tochter abgöttisch liebt. Das Kind scheint die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Mutter, Übersinnliches wahrzunehmen, geerbt zu haben und wird vom Geist Livias heimgesucht.
Die Geschichte um Johanna und ihre Tochter ist für mich am wenigsten schlüssig. Da eben, wie gesagt, Vorinformationen aus dem ersten Band fehlen, erscheinen Aktion und Reaktion Johannas manchmal nicht glaubwürdig, die Andeutungen über ihre Vergangenheit sind unvollständig und daher nicht befriedigend. 
Die übersinnliche Komponente als Draufgabe erschien mir letztendlich ein wenig zu viel des Guten. 
Dass das Autorenduo in Philosophie, Soziologie bzw. in Fragen des Mittelalters gut bewandert ist, zeigt sich in den ausführlichen Beschreibungen und Dialogen. Für Geschichtsinteressierte durchaus spannend zu lesen, auch wenn die Handlung selbst dadurch manchmal ins Hintertreffen gerät. Zu viel des Guten stellenweise die akribischen Aufzählungen und endlosen Diskurse über Philosophie und Religion. 
Auch durch den Perspektivenwechsel dauert es, bis man in die Geschichte so richtig hineinkommt. Wirklich spannend wird sie erst im letzten Drittel.

Fazit: Kein Thriller im herkömmlichen Sinn, eher Stoff für Geschichtsinteressierte, die anschauliche und detailgenaue Beschreibungen lieben und sich auf Spekulationen einlassen wollen.

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Tags: botschaft jesu, maria magdalena, mittelalter, pompeji, vulkanausbruc   (5)
 
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