Karin_Kehrer

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

new york, englisch, hochstapler, ehemann, selbstmord

Killmousky

Sibylle Lewitscharoff
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.06.2015
ISBN 9783518466018
Genre: Sonstiges

Rezension:


Richard Ellwanger, vorzeitig aus dem Polizeidienst entlassen, gerät in eine Sinnkrise. Da kommt ein privater Ermittlungsauftrag, der ihn nach New York führt, gerade recht. Mord oder Selbstmord? Die Nachforschungen in den vornehmsten Kreisen der amerikanischen Metropole gestalten sich schwierig. Ellwanger beherrscht die englische Sprache nicht wirklich und auch sein Kater Killmousky ist wenig davon erbaut, dass sein Herrchen ihn im Stich lässt.


Die Autorin, die bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, versucht sich hier erstmals im Krimi-Genre. So ganz ernst sollte man die Geschichte um den pensionierten Kriminalkommissar nicht nehmen. Ellwanger ist ein behäbiger Grübler, der einen Blick fürs Detail hat, im normalen Leben aber eher unbeholfen wirkt. Eine gute Beobachtungsgabe zeichnet ihn aus. Was seine Englischkenntnisse anbelangt, ist nicht ganz sicher, wie gut sie wirklich sind. Denn in entscheidenden Momenten kann er sich doch ganz gut artikulieren.
Dass er unvermutet mit einer der Hauptverdächtigen ins Bett hüpft, konnte ich nicht nachvollziehen.
Das Ambiente – vor allem New York – ist gut und sehr anschaulich beschrieben.
Der titelgebende Kater – aus der Serie „Inspector Barnaby“ abgekupfert - kommt leider wenig zum Zug. 
Gestört hat mich der etwas seltsame Schreibstil. Besonders bin ich über eine umgangssprachliche Unart gestolpert, die offenbar immer öfter Einzug in Manuskripte hält: „paar“ statt „ein paar“, „bisschen“ statt „ein bisschen“. Als literarische Sprache würde ich den Schreibstil in diesem Krimi ohnehin nicht bezeichnen.
Der Fall selbst gestaltet sich wenig spektakulär. Von Anfang an ist klar, wer der Täter sein muss. Das Ende ist sehr konstruiert und versucht krampfhaft, Spannung zu erzeugen. 
Wer gemütliche Krimis mit einem skurrilen Ermittler mag, ist mit „Killmousky“ gut bedient. Spannend fand ich ihn eher nicht.

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Tags: kater, killmousk, new york   (3)
 

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113 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

barcelona, freundschaft, geheimnis, zafón, daniel sempere

Der Gefangene des Himmels

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar , Carlos Ruiz Zafón
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.10.2013
ISBN 9783596195855
Genre: Romane

Rezension:


Barcelona, Weihnachten 1957: Ein zerlumpter Fremder betritt die Buchhandlung Sempere und kauft das teuerste Buch, eine Ausgabe des Grafen von Monte Christo. Er widmet es Fermin Romero de Torres, einem engen Freund der Semperes. 
Fermin wird gezwungen, sich einem der schrecklichsten Abschnitte seines Lebens zu stellen, um Glück und Leben seiner Freunde und sein eigenes zu retten.


Der Gefangene des Himmels ist der dritte Band des Zyklus um den Friedhof der vergessenen Bücher und behandelt ein dunkles Kapitel der spanischen Geschichte. Der Bürgerkrieg (1936 – 1939) forderte zahllose Opfer, deren Todesumstände noch immer ungeklärt sind. Fermin hat die Grauen der Haft überlebt, doch die Vergangenheit holt ihn ein. Auch die Familie Sempere ist davon betroffen und schwerwiegende Geheimnisse werden aufgedeckt.
Wieder zeichnet Zafón ein düsteres Bild von Barcelona. Er ist ein Meister im Schaffen von Atmosphäre. Fermin ist ein Charakter, den trotz seiner tragischen Seite ein besonderer Wortwitz auszeichnet. 
Die fantastischen Elemente treten in diesem Teil eher in den Hintergrund und das Ende ist offen. 

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Tags: barcelona, friedhof der vergessenen bücher, spanischer bürgerkrie   (3)
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alex delaware, jamey, helfen, finden, kalifornien

Jamey - Das Kind, das zuviel wusste

Jonathan Kellerman , Ari Großkopf
Flexibler Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 20.03.2006
ISBN 9783442460526
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Mitten in der Nacht erhält der Psychologe Alex Delaware einen Anruf des 17-jährigen Jamey. Der Junge ist total verwirrt und leidet unter Wahnvorstellungen. Doch bevor Delaware ihm helfen kann, verschwindet Jamey und wird an einem Tatort gefunden – neben zwei schrecklich zugerichteten Leichen und mit einem Messer in der Hand. Delaware glaubt trotzdem nicht, dass der hoch begabte Junge ein Mörder ist und versucht, die Wahrheit herauszufinden. 


Die Reihe um den Psychologen Alex Delaware startete im Jahr 1985 und umfasst mittlerweile mehr als dreißig Bände. Die Geschichte um den hoch begabten Jamey, der angeblich zum Mörder wird, ist der dritte Band. Er kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Der etwas sperrige deutsche Titel nimmt leider einiges vom Inhalt vorweg. Ich habe mich nämlich die ganze Zeit über gefragt, warum die Polizei derart auf Jamey als Täter fixiert ist, wo doch so viele Ungereimtheiten auftreten, dass selbst ein Laie erkennen muss, dass dieser Verdacht an den Haaren herbeigezogen ist. Und das Ganze nur mit „Psychose“ oder „Wahnsinn“ zu erklären, ist viel zu dürftig.
Das Tempo der Geschichte ist eher gemäßigt, was u.a. an den relativ langen Abschnitten liegt, die zum Thema Psychodrogen und Geisteskrankheiten im Allgemeinen informieren. Zwar interessant, aber weniger spannend.
Der Held schwebt im Übrigen keine Minute lang in Gefahr, was für dieses Genre eher untypisch ist.
Wirklich gestört hat mich die Tatsache, dass so ziemlich alle Charaktere – auch unwesentliche Nebenfiguren – bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Wenn das die gute Beobachtungsgabe Dr. Delawares demonstrieren soll, fand ich es nicht sehr geglückt, ebenfalls nicht die genaue Beschreibung, welche Kleidung die verschiedenen Charaktere zu welchem Anlass tragen. 
Manche Dialoge geraten auch relativ lang, es gibt viel Herumreden um den heißen Brei.
Delaware und sein Freund, der homosexuelle Polizist Milo Sturges, sind allerdings durchaus sympathische Charaktere mit Ecken und Kanten.
Ein Minus der Übersetzung: Chicken Tandoori ist kein indianisches, sondern ein indisches Gericht. Und ich nehme an, es wird nicht von einem „indianischen“ sondern von einem indischen Mädchen serviert.
Wer also Infos über die Wirkung verschiedener Drogen und Medikamente in einer Geschichte verpackt serviert bekommen will, ist hier gut bedient. Wer Spannung sucht, sollte sich lieber woanders umsehen.

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Tags: dr. alex delawar, drogen, kalifornien, kinderpsychologe, psychosen, serienmörder   (6)
 

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83 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

liebe, hochzeit, frankreich, film, kamera

Die Liebeserklärung

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 30.01.2017
ISBN 9783552063334
Genre: Romane

Rezension:


Corentin arbeitet mit seinem Patenonkel Yvan als Hochzeitsfilmer. Als ihn eine der Bräute, Aline, bittet, ihre Liebeserklärung aufzunehmen, ahnt er noch nicht, wie sehr das sein Leben verändern wird. Sie bringt ihn auf die Idee, filmische Porträts von Freunden, Verwandten und Unbekannten anzufertigen. Doch er ist immer nur Zuschauer …


Dieses Büchlein mit knapp 160 Seiten präsentiert eine heiter-melancholische Geschichte über das Leben und seine zahlreichen Facetten. Ein Hauch Romantik, ein bisschen Verträumtheit, überraschende Bekenntnisse und die Suche nach der Liebe in einem französischen Sommer. Vielleicht manchmal am Rand zum Kitsch, aber doch ehrlich und geradlinig.
Ein angenehmes Lesevergnügen – wie ein französischer Film!

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Tags: beziehun, film, fotografie, hochzeit, liebeserklärung   (5)
 

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160 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

fantasy, elfen, herbie brennan, dämonen, hörbuch

Das Elfenportal

Herbie Brennan
Flexibler Einband: 355 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.05.2006
ISBN 9783423208932
Genre: Fantasy

Rezension:


Elfenprinz Pyrgus Malvae ist in großer Gefahr, als die Nachtelfen einen Angriff auf den Purpurkaiser, den Herrscher der Lichtelfen, planen. Also muss er in eine Parallelwelt flüchten. Doch das Portal wurde manipuliert und so landet er auf Schmetterlingsgröße verkleinert im Garten des skurrilen Mr. Fogarty. Dort findet ihn der Junge Henry Atherton und rettet ihm das Leben. 
Für Mr. Fogarty und Henry beginnt ein unglaubliches Abenteuer, als sie Pyrgus helfen wollen, wieder in die Elfenwelt zurückzukehren.


Der erste Teil der bisher fünfbändigen Jugendbuch-Serie um das Elfenreich und den Purpurkaiser führt in eine bunte, detailreich gezeichnete Welt. 
Einfallsreich die verschiedenen Charaktere wie z.B. der „Giftzwerg“, dessen Biss tödlich ist oder die Besitzer der Leimfabrik, die Böses im Schilde führen.
Fest steht, dass die Erwachsenen in Fantasy- und „normaler“ Welt meist mit Unverständnis reagieren und die jugendlichen Helden nicht ernst nehmen.
Ungewohnt allerdings die Tatsache, dass Henrys Mutter eine Affäre mit der Sekretärin seines Vaters anfängt und dadurch die Familie zerbricht. Hier sollte wohl unbedingt das Thema gleichgeschlechtliche Liebe hinein?
Liebenswert ist der chaotische Mr. Fogarty, hinter dem allerdings mehr steckt als anfangs vermutet. 
Neu auch der Ansatz, dass hinter den Erscheinungen von Außerirdischen Dämonen stecken. 
Die Story bietet also durchaus andere Ansätze als die der klassischen Fantasy, was mir sehr gefallen hat.
Mit Elfen – zumindest so wie man das erwarten könnte – hat die Geschichte allerdings weniger zu tun und manche Abschnitte sind durchaus gruselig.
Wie die ganze Sache ausgeht, ist ziemlich vorhersehbar und eine Fortsetzung hätte es für mich nicht gebraucht.
Auf jeden Fall habe ich die Story gerne gelesen und mich dabei gut unterhalten.

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Tags: dämonen, lichtelfen, nachtelfen, portale   (4)
 

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lähmung, alkoholmissbrauc, hass, kinderstar, filmstar

Was geschah wirklich mit Baby Jane?

Henry Farrell
Flexibler Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Verlag, 01.01.1985
ISBN B002AFXSDE
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Baby Jane Hudson war ein berühmter Kinderstar vor dem Ersten Weltkrieg. Doch ihre Karriere war zu Ende, als ihre Schwester Blanche zum Filmidol wurde. Ein tragischer Unfall veränderte Blanches Leben für immer. Manche Leute behaupten, es sei dabei nicht mit rechten Dingen zugegangen. Und auch jetzt stimmt so einiges nicht. Jane kümmert sich um ihre gelähmte Schwester, aber sie trinkt mehr, als ihr guttut und sie benimmt sich seltsam. Als Jane beschließt, ihre Karriere wieder aufleben zu lassen, kommt es zur Eskalation.


Obwohl dieser Thrillerklassiker mehr als fünfzig Jahre alt ist, wurde ich wieder gefangen von der Eindringlichkeit des Plots. Zwei Schwestern, die einander bis aufs Blut hassen, sind gezwungen, ihr Leben miteinander zu verbringen. Die gelähmte Blanche ist hilflos den Launen Janes ausgeliefert. Jane, die ihrem Erfolg als Kinderstar nachtrauert und nie wirklich erwachsen geworden ist, ertränkt ihren Kummer in Alkohol und schikaniert ihre berühmte Schwester.
Ein ganzes Gefühlsspektrum wird vor dem Leser ausgebreitet und nimmt ihn mit auf eine Reise in zwischenmenschliche Abgründe.
Spannend auch die Reaktionen der Nebenfiguren, die mehr oder weniger tatenlos zusehen müssen, wie sich das Unheil immer mehr zusammenbraut. Manchem bekommt allerdings die Zivilcourage nicht …
Eine beklemmende Studie und spannend zu lesen!
Die Verfilmung mit Bette Davis und Joan Crawford hat ebenfalls Kultcharakter.

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Tags: alkoholmissbrauc, filmstar, hass, kinderstar, lähmung, schwestern   (6)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

michigan, serienmörder, tatoo, piercing

Guter Schmerz

Aric Davis
E-Buch Text: 319 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 31.12.2012
ISBN B009CXBYZQ
Genre: Sonstiges

Rezension:


Der Tätowierer Mike betreibt sein eigenes Studio und stellt die Piercerin Deb ein. Noch traumatisiert vom Selbstmord seiner Freundin glaubt er nicht daran, eine neue Beziehung eingehen zu können. Doch genau das geschieht und er kann mit Deb auch die dunklen Seiten ausleben.
Als er den Auftrag erhält, einem Kunden ein Tattoo mit der Asche eines Verstorbenen zu stechen, ahnt er noch nicht, dass das auch für ihn Lösung und Rettung sein könnte. Denn ein Serienmörder treibt in der Stadt sein Unwesen. 


Der Autor arbeitete selbst in Grand Rapids, Michigan (auch der Schauplatz des Romans) als Piercer und bringt also überzeugendes Fachwissen mit.
Sein Held Mike ist ein kontroverser Charakter, traumatisiert und eigenwillig.
Auch Deb hat Verletzungen, die ihr das Leben beigebracht hat und dass die beiden ein Paar werden, könnte man als Wunder bezeichnen.
Die Perspektive des Serienmörders ist gut und nachvollziehbar beschrieben.
Was mich allerdings gestört hat, war die Bezeichnung „Thriller“. Wer hier die übliche Kost mit dem Aufspüren eines Serienmörders erwartet, wird enttäuscht.
Mit den anfänglichen Andeutungen über die Aschetätowierungen konnte ich erst nichts anfangen, da zu Beginn nichts auf Paranormales hinweist.
Auch die Tatsache, dass Mike ständig die Leiche seiner toten Freundin im Badezimmer sieht, fand ich zuerst abstrus. Bis klar wird, dass es sich eigentlich um eine Horrorstory handelt, eine Geistergeschichte, die sich spannend entwickelt.
Ich konnte daher damit leben, auch wenn es einige langatmige Abschnitte mit Rückblenden, inhaltsleeren Dialogen und salbungsvolles Gerede über Liebe und Freundschaft gab.

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Tags: michigan, piercing, serienmörder, tatoo   (4)
 

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pentragramm, junkies, drogentod, satanisten, hundekampf

Das zweite Zeichen

Ian Rankin
E-Buch Text: 260 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 27.11.2014
ISBN 9783641113971
Genre: Sonstiges

Rezension:


John Rebus, gerade zum Inspector befördert, wird an einen trostlosen Tatort gerufen: In einem Abbruchhaus liegt die Leiche eines jungen Mannes mit weit ausgebreiteten Armen, an der Wand aufgemalt ein rotes Pentagramm. Was zuerst wie der Tod eines Junkies aussieht, entpuppt sich als Mord. In der Spritze war Gift und die Kamera des jungen Mannes ist verschwunden. Rebus‘ Ermittlungen führen in die Kreise der High Society von Edinburgh.


Der zweite Fall des melancholischen Ermittlers John Rebus sieht wieder hinter die Kulissen der schottischen Hauptstadt und zeigt deren Schattenseiten, abseits von Touristenpfaden: soziales Elend, desolate Häuser, kaum leistbare Wohnungen für den Normalbürger. Und natürlich die Drogen- und Schwulenszene auf dem Calton Hill.
Im Gegensatz dazu die Welt der Reichen und Mächtigen, deren Bestreben es ist, abstruse Freizeitvergnügen gegen die Langeweile zu kreieren. 
John Rebus ist kein einfacher Charakter. Von seiner religiösen Erziehung gehemmt, mit Beziehungsproblemen belastet, ist er ein mürrischer Einzelgänger, der sich auch bei seinen Untergebenen und Kollegen nicht unbedingt Sympathien erwirbt. Aber sein untrüglicher Instinkt weist ihm am Ende den richtigen Weg. 
Der angenehme, plastische Schreibstil macht auch diesen Krimi zu etwas Besonderem und ich werde die Reihe bestimmt weiterverfolgen.

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Tags: drogentod, hundekampf, junkies, pentragramm, satanisten   (5)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

geheimdienst, uran, wirtshaus, vorarlberg, stammtisch

Tod auf der Tageskarte

Christian Mähr
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 03.02.2014
ISBN 9783552062412
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der Gastwirt Matthäus Spielberger hat nach einem Unfall einen Traum, in dem zwei Männer eine nackte Leiche in die Rappenlochschlucht werfen.
Er vertraut sich seiner Stammtischrunde an und die beginnt zu ermitteln. Der cholerische Holzschnitzer Lothar Moosmann, der pensionierte Chemieprofessor Lukas Peratoner und der verhinderte Bariton Franz-Josef Blum überreden Spielberger, zur Schlucht zu fahren, um nachzuforschen. Auf dem Weg begegnet ihnen ein Mann, den Matthäus aus seinem Traum wiedererkennt. Und dann wird es gefährlich …


Im hintersten Winkel von Vorarlberg ist die Welt noch in Ordnung. Man trifft sich regelmäßig in der „Blauen Traube“ beim Wirt und redet über Gott und die Welt. Doch dann fängt das mit den Wahrträumen von Matthäus Spielberger an. 
Wer hier einen der üblichen Regionalkrimis erwartet, könnte ein Problem haben. Zwar wird auch hier jede Menge Lokalkolorit geboten, aber es geht mehr um das Philosophieren an sich. Der Leser erfährt so manches über das Leben der einzelnen Protagonisten, das so gar nichts mit dem seltsamen Mordfall zu tun hat. Das kommt der Spannung eher nicht zugute. Außerdem weiß man ja von vornherein schon, wie das mit der Leiche in der Schlucht zugegangen ist.
Einigermaßen skurril wird es, als Geheimdienst und Ostmafia mitzumischen beginnen und das Ende verläuft ein wenig im Sand.
So lebt die Geschichte vor allem von den schrulligen Hauptcharakteren, die man nicht ganz ernst nehmen sollte. Dann entwickelt sich durchaus Lesevergnügen.
Der Autor stammt selbst aus Vorarlberg und weiß also so einiges über die Eigenheiten seiner Landsleute.

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Tags: geheimdienst, ostmafia, stammtisch, uran, vorarlberg, wirtshaus   (6)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

schwestern, hass, liebe, psychodrama, missbrauch

Schwestern der Angst

Lydia Mischkulnig
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 06.08.2010
ISBN 9783852186429
Genre: Romane

Rezension:


Für die mutterlose, in einem trostlosen polnischen Dorf bei den Großeltern aufgewachsene Renate wird ihre Schwester Marie zum Lebensinhalt. Alles opfert sie für die Jüngere.  Als sie sich in Paul verliebt, glaubt sie, endlich selbst glücklich werden zu dürfen. Doch Marie nimmt ihr den Mann weg und Renate stürzt in einen Strudel aus Hass, Liebe und Wahn.
 
Trotz des geringen Umfangs ist dieses Buch nicht einfach zu lesen. Zum einen bremst der eigenwillige Schreibstil mit Sprachspielereien, zum anderen entfaltet sich vor dem Leser ein beklemmendes Psychogramm.
Es ist nicht leicht festzustellen, wo hier Wahrheit und Wahn ineinanderfließen, was auch noch dadurch unterstrichen wird, dass ausschließlich Renate in der Ich-Perspektive zu Wort kommt.
Dadurch bleiben die anderen Charaktere leider ein wenig blass und ihre Sicht der Ereignisse kommt nicht zur Sprache. Was durchaus interessant wäre, wenn Renates Wahn offenbar wird.
Vieles bleibt auch nur Ahnung – die schwierige Beziehung zur Mutter, der pädophile Großvater, die Vergewaltigung durch Paul – wie schon an der Aufzählung ersichtlich, gibt es wenig Positives zu erzählen. Ein tristes Leben, menschliche Abgründe. 
Für psychologisch Interessierte und Geschulte sicherlich eine anschauliche Lektüre, für Normalverbraucher eher schwere Kost, die mühsam durchgearbeitet werden muss. 

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Tags: hassliebe, missbrauch, schwestern, vergewaltigung   (4)
 

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

genetik, spitzberger, experimente, killervirus, spitzbergen

Valhalla

Thomas Thiemeyer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783426509418
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Archäologin Hannah Peters wird beauftragt, in Spitzbergen, dem nördlichsten besiedelten Punkt der Erde, eine uralte Stadt unter dem Eis zu erforschen. Die Mission endet katastrophal, Hannah überlebt als Einzige.
Zusammen mit einem Team von Wissenschaftlern und ihrem Lebensgefährten John kehrt sie an den Ort des Grauens zurück, um die Bedrohung, die unter dem Eis lauert, abzuwenden. Denn die Nazis hatten 1944 ein furchtbares Projekt ersonnen – Codename Valhalla.


Eine uralte Stadt unter dem ewigen Eis der Polarregion, ein Killervirus, geschaffen von den Wissenschaftlern des Dritten Reiches und die „bösen“ Russen, die das wahnsinnige Projekt zu ihrem Vorteil nutzen möchten. Das sind die Zutaten zu diesem Wissenschaftsthriller, dem dritten Band um die Archäologin Hannah Peters und John Evans.
Ein grundsätzlich interessantes Setting, das leider aber nicht so ganz funktioniert. 
Zwar bietet die Story jede Menge Informationen über Mikrobiologie, Killerviren, Chimären und sogar detaillierte Erklärungen darüber, wie Schlittenhunde gelenkt werden. All das schrammt gerade so am Infodump vorbei.
Gestört haben mich die klischeebehafteten Charaktere: Hannah Peters ist die Superfrau, die eine Killervirus-Attacke überlebt, als Schwangere noch Alkohol trinkt und sich größten Gefahren aussetzt, obwohl immer wieder betont wird, dass ihr das Ungeborene alles bedeutet. 
Dazu das tapfere Team der Wissenschaftler, die sich mit Leib und Seele ihrer Aufgabe widmen – einer von ihnen opfert sich am Ende sogar für die Sache! Allerdings stolpern sie zum Teil eher unbedarft durch die Handlung. 
Die „bösen“ Russen, die dem Suff ergeben sind, koksen, minderjährige Prostituierte halten und gerne foltern …
Im Grunde kann man voraussehen, wie alles endet, der plötzliche Sinneswandel einer der Charaktere ist dann nicht ganz nachvollziehbar und wirkt konstruiert.
Ein wenig mehr hätte ich gerne über die versunkene Stadt erfahren, aber die ist wohl nur Aufhänger für die Story. 
Aufgefallen sind mir die vielen Wortwiederholungen, das sollte bei einem Autor dieses Kalibers wenigstens durch das Korrektorat ausgemerzt werden!

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Tags: arktis, drittes reich, experimente, hannah peters, killervirus, mikrobiologie, spitzberger, versunkene stad   (8)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

highlander, heirat, zeitreise, feenzauber, legende

Wie heirate ich einen Highlander?

Melissa Hayhue
Flexibler Einband
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2007
ISBN 9783863651763
Genre: Sonstiges

Rezension:


Als Cate in ihrem Schlafzimmer einen Highlander aus dem 13. Jahrhundert vorfindet, glaubt sie an eine Halluzination, hervorgerufen durch zu viel Alkohol.
Doch der attraktive Connor braucht ihre Hilfe. Cate soll seine Ehefrau werden, um einen hinterlistigen Plan seines Onkels zu verhindern. Daher lässt sich Cate auf das Abenteuer ein. Aber sie hat nicht damit gerechnet, dass ihr Leben in Gefahr sein könnte und dass der Feenzauber anders wirkt als gedacht. 


Ein vergnüglicher Zeitreiseroman, der sämtliche Klischees bedient, die man in diesem Genre erwartet: Ein gutaussehender Schotte mit rauer Schale und weichem Kern, eine zierliche, anfangs etwas hilflos wirkende Heldin, die sein Herz erobert. 
Dass auch etwas Feenzauber im Spiel ist, macht das Unmögliche möglich. 
Ein wenig zu schnell fügt sich Cate in das 13. Jahrhundert ein, Verständigungsschwierigkeiten scheint der Zauber beseitigt zu haben, denn davon ist keine Rede.
Dass sich alles zum Besten fügt, ist natürlich von Anfang an klar, aber die Geschichte ist kurzweilig und nett in einem Rutsch zu lesen. 

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Tags: feenzauber, heirat, highlander, legende, zeitreise   (5)
 

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 36 Rezensionen

provence, krimi, mumie, remy eyssen, mord

Schwarzer Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783548287010
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der deutsche Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter gewöhnt sich schön langsam an die südfranzösische Lebensart und als er von seiner Tante einen Weinberg geschenkt bekommt, fühlt er sich beinahe als Einheimischer. 
Doch dann wird auf dem Grundstück eine mumifizierte Frauenleiche gefunden. Ritter erkennt schnell, dass die Tote professionell konserviert wurde. 
Als eine weitere junge Frau vermisst wird, findet er heraus, dass beide bei der Weinlese in der Provence beschäftigt waren. Treibt ein unheimlicher Serienmörder in Le Lavandou sein Unwesen?


Auch im zweiten Band der Reihe um den Rechtsmediziner Leon Ritter wird dem Leser wieder viel Lokalkolorit geboten. Man kann so richtig eintauchen in die südfranzösische Landschaft, erfährt so einiges über Essen und Trinken und überhaupt die Lebensart.
Dr. Ritter ist ein wenig pedantisch, leicht hypochondrisch veranlagt und hat noch immer mit dem Verlust seiner Frau zu kämpfen. Die zarten Bande, die sich zwischen ihm und seiner Vermieterin Isabelle anbahnen, die zugleich stellvertretende Polizeichefin des Ortes ist, wirken sehr natürlich und ohne Kitsch geschildert. 
Erfrischend auch Isabelles Tochter Lilou, die mit den typischen Problemen einer Fünfzehnjährigen zu kämpfen hat.
Manchmal wirkt der Schreibstil ein wenig betulich und erklärend, aber das tut der Spannung keinen Abbruch und die Entlarvung des Täters ist eine gelungene Überraschung nach einigen falschen Fährten.
Ein gut recherchierter Krimi mit viel Ambiente und sympathischen Figuren!

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Tags: dr. leon ritter, gerichtsmedizin, mumien, serienmörder, südfrankreich   (5)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

salzburg, krimi, salzburg-krimi, zauberflöte, österr.krimi

Zauberflötenrache

Manfred Baumann
Flexibler Einband: 309 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783839213025
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Dramatischer Zwischenfall bei der Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen: Die russische Operndiva Anabella Todorova bricht mitten in der Arie der „Königin der Nacht“ tot auf der Bühne zusammen. Sie wurde vergiftet.
Kommissar Martin Merana beginnt im Umfeld der Festspiele zu ermitteln und stößt auf einen Skandal um gefälschte Musikinstrumente und Protestaktionen von Tierschützern. Doch was hat das mit dem Tod der Sängerin zu tun?


Der dritte Fall um Kommissar Martin Merana zeichnet sich durch viel Lokalkolorit aus. Der Autor ist selbst Salzburger und kennt die Festspielstadt. Den Mordfall nimmt er zum Anlass, sich genauer mit dem Inhalt der berühmtesten Mozart-Oper auseinanderzusetzen, denn es drängen sich immer wieder Parallelen zu den Verbrechen auf. Allerdings geraten diesen Passagen manchmal ziemlich ausschweifend.
Dazu gibt es interessante Informationen über das Musikgeschäft, auch über kriminelle Machenschaften. 
Dazwischen gibt es Facebook-Postings einer gewissen Flora Stullermann – oder Stullerbaum? Hier war sich der Autor anscheinend selbst nicht sicher. Ein eher nerviges Mädchen, Gewinnerin eines Wettbewerbes, das auf Tuchfühlung mit Opernstars gehen darf und deren Sprache gewöhnungsbedürftig ist. 
Martin Meranas private Verwicklungen nehmen ebenfalls einigen Raum ein und haben mich weniger interessiert. 
Der Schreibstil wirkt manchmal ein wenig naiv, andererseits aber wieder sehr akribisch und besonders die Beschreibungen der Stadt Salzburg lesen sich sehr schön. 


Fazit: Netter Krimi aus der Mozartstadt.

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Tags: festspiele, martin merana, mozart, salzburg, zauberflöte   (5)
 

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

fantasy, david white, ränke, liebe, welte

David White - Trügerisches Verlangen

Bianca K. Linger
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.07.2016
ISBN 9781535026390
Genre: Fantasy

Rezension:


Der Waisenjunge David White wird von der Königsfamilie des Volkes der Spiralen aufgenommen und zum Soldaten ausgebildet. Sein größter Wunsch: den Tod seines Vaters zu rächen, der von den Roten Barbaren getötet wurde.
Als ein neuerlicher Angriff des Feindes bevorsteht, soll ein Bündnis mit den Elaten geschlossen werden, einem Volk, das ausgezeichnete Bogenschützen ausbildet.
David verliebt sich Hals über Kopf ausgerechnet in die schöne Laelia, die Verlobte des Elatenfürsten. Sie werden in ein blutiges Ränkespiel um Macht, Besitztümer und Liebe verwickelt.


Das Debüt der jungen Autorin Bianca K. Linger ist der Auftakt zu einer Fantasy-Serie um den Schwertkämpfer David White. Der nächste Teil ist schon in Arbeit. 
Eine spannende Geschichte mit ambivalenten Charakteren. David ist kein strahlender Held, er macht folgenschwere Fehler und auch die anderen Charaktere werden neben ihren Stärken mit sehr menschlichen Schwächen dargestellt. 
Freunde entpuppen sich als Feinde und umgekehrt. Geschickt inszeniert und nachvollziehbar erzählt. 
Eine Geschichte mit Potenzial.
Die Liebesszenen sind wohltuend kitschfrei.
Der Schreibstil ist noch ein wenig unausgereift, zu viele – zum Teil sehr drastische – Vergleiche (z.B. ein Funke Hoffnung, der sich langsam zu einer Stichflamme ausweitet?)
Manche Abschnitte wirken zu beschreibend, vor allem, wenn es um das Innenleben der Charaktere geht. Hier sollten eigentlich die Dialoge sprechen.
Mich wundert, dass der König der Spiralen so gut wie gar nichts über das Volk der Elaten weiß, obwohl es nur zwei Tagesreisen entfernt wohnt.
Die englischen Namen in einer Fantasy-Welt haben mich ein wenig irritiert, aber das ist natürlich Geschmackssache. 
Ein Kritikpunkt noch für das Layout: Der letzte Satz eines Kapitels wird immer im Blocksatz aufgeteilt, sodass große Abstände zwischen den Wörtern erscheinen. Das sollte man beheben.


Das Cover finde ich sehr ansprechend und gut gelungen.


Fazit: Debüt mit Potenzial!

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Tags: besitztu, david white, macht, ränke, schwer   (5)
 

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(468)

859 Bibliotheken, 15 Leser, 6 Gruppen, 96 Rezensionen

thriller, struwwelpeter, wien, andreas gruber, serienmörder

Todesfrist

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.03.2013
ISBN 9783442478668
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Eine Frist von 48 Stunden gewährt ein perverser Serienmörder, in der Angehörige oder Bekannte von Entführten den Grund herausfinden sollen, warum er es tut. Seine Inspiration holt er sich aus dem Kinderbuch „Struwwelpeter“ und so lässt er seine Opfer verhungern, umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton oder ertränkt sie in Tinte.
Eines der Opfer ist die Mutter von Sabine Nemez, einer Münchner Kriminalkommissarin. Gemeinsam mit dem niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder arbeitet sie mit Hochdruck an den grausigen Mordfällen. Denn der Mörder ist noch längst nicht fertig …


Dies ist der erste Fall für das Ermittlerduo Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder, die hier mit einem sehr verschachtelten Fall zu tun haben. Was haben die Opfer gemeinsam? Warum muss auch Sabines Mutter sterben? Was hat die Wiener Psychiaterin Helen Berger mit dem Fall zu tun? Sie kommt dem Mörder vor der Polizei näher und muss es büßen.
Die Morde selbst sind durch grausamen Einfallsreichtum gekennzeichnet – nichts für schwache Nerven!
Einzelne Rückblicke auf Therapiesitzungen offenbaren schon bald die Identität des Mörders, trotzdem erfährt der Fall noch eine spannende Wendung. 
Das Thema Therapie hat der Autor auf jeden Fall gut recherchiert. 
Interessant auch die Hintergründe zu dem Kinderbuch, das Auslöser für die Morde wird. 
Maarten S. Sneijder ist ein interessanter, wenn auch ein wenig unwahrscheinlicher Charakter. Er raucht Gras, verhält sich grundsätzlich unkollegial und überheblich. Wiegt seine Genialität das alles auf? 
Sabine Nemez dürfte in diesem Fall eigentlich gar nicht ermitteln, wo sie doch persönlich betroffen ist. Hat Sneijder tatsächlich so viel Macht, dass er darüber bestimmen darf, wer mit ihm ermittelt? Ein Profiler ermittelt außerdem im Normalfall überhaupt nicht …
Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten und Unglaubwürdigkeiten fand ich diesen Thriller spannend und habe ihn geradezu verschlungen. Könnte gut sein, dass ich die nachfolgenden Bände auch noch lesen werde …

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Tags: entführung, kinderbuch, kindheitstrauma, rätsel, struwwelpeter, todesfrist   (6)
 

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(78)

154 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

neil gaiman, fantasy, roman, freundschaft, märchen

Der Ozean am Ende der Straße

Neil Gaiman , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.04.2016
ISBN 9783404173853
Genre: Romane

Rezension:


Lettie Hempstock behauptet, der Ententeich unterhalb der Farm ist ein Ozean, durch den man in eine andere Welt gelangen kann. Natürlich ist das Unsinn, das versteht selbst der siebenjährige Junge, der sich mit dem Mädchen anfreundet. Doch dann löst der Selbstmord eines Mannes merkwürdige Ereignisse aus und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Zum Glück weiß Lettie, womit sie es zu tun hat, denn ohne sie wäre der Junge verloren.


Es gibt Geschichten, die man nicht zu viel hinterfragen sollte und zweifellos gehört diese dazu. Der namenlose siebenjährige Junge erlebt Seltsames und erinnert sich als Erwachsener, als er an den Ort der Geschehnisse zurückkehrt. Doch sind diese Erinnerungen wirklich real? Oder hatte er schon damals eine ausufernde Fantasie?
Hier wird sehr gut deutlich gemacht, dass Kindheitserinnerungen vielleicht oft nicht so zuverlässig sind und anders bewertet werden sollten. 
Mir gefiel besonders die eigenartige Stimmung, die in diesem Roman erzeugt wird. Über der eigentlich idyllischen ländlichen Gegend liegt etwas Düsteres und Geheimnisvolles. Seltsame Wesen tauchen auf und einzig der Junge erkennt, welche Bedrohung sie darstellen. Aber wer glaubt einem Siebenjährigen, dass die nette Haushälterin eigentlich ein Monster ist? 
Sehr deutlich wird hier, dass Erwachsene oftmals die Gedanken- und Gefühlswelt von Kindern nicht verstehen. Seine eigenen schmerzlichen Erfahrungen lehren ihn, Kinder niemals anzuschreien.
Bei den Hempstocks erfährt der Junge die Geborgenheit, die er zu Hause vermisst. Wer sie wirklich sind – auch das ist ein eigenes Geheimnis.


Ein skurriles, sehr intensives Abenteuer!

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Tags: farm, kindheitstrauma, monster, ozean, selbstmord, sinn des lebens   (6)
 

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(152)

252 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

mittelerde, fantasy, zwerge, hobbit, abenteuer

Der kleine Hobbit

Tolkien
Fester Einband
Erschienen bei Bertelsmann Buchclub, 01.01.1991
ISBN B00B6S1FSQ
Genre: Sonstiges

Rezension:


Der Hobbit Bilbo Beutlin liebt sein ruhiges, beschauliches Leben in seiner komfortablen Höhle. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als eines Tages der Zauberer Gandalf mit dreizehn Zwergen vor Bilbos Tür steht. Eine abenteuerliche Reise zum Einsamen Berg steht ihnen bevor, denn nichts Geringeres als die Rückeroberung des Zwergenreiches ist das Ziel der gefährlichen Unternehmung. Dafür muss der Drache Smaug besiegt werden, der den Schatz der Zwerge an sich gerissen hat. 
Bilbo entwickelt ungeahnte Fähigkeiten und Kräfte, nicht zuletzt auch deshalb, weil er einen geheimnisvollen Ring findet.


Die Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe wurde als Kinderbuch konzipiert und das merkt man natürlich. Zwar entfaltet sich vor dem Leser eine zauberhafte Welt mit grässlichen Orks, einem düsteren Wald mit Riesenspinnen, wankelmütigen Elben und einem bösartigen Drachen, aber es geht nicht in grausige Einzelheiten. Konflikte bleiben an der Oberfläche und der allwissende Erzähler nimmt einiges vorweg, sodass sich ab und an leider auch die Spannung in Grenzen hält. Der etwas betuliche Schreibstil tut ein Übriges dazu.
Wer den dreiteiligen Film gesehen hat, wurde natürlich durch opulente Bilder und liebevoll ausgearbeitete Details, angereichert mit zahlreichen Figuren, die im Buch nur am Rand erwähnt werden, verwöhnt. 
Ergänzt wird die Geschichte durch zahlreiche Lieder und Karten.
Auf jeden Fall Pflichtlektüre für Fans der klassischen Fantasy und von J.R.R. Tolkien im Besonderen!

  (2)
Tags: drach, herr der ringe, hobbit, mittelerde, schatz, zwergenreich   (6)
 

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(260)

416 Bibliotheken, 18 Leser, 2 Gruppen, 198 Rezensionen

thriller, london, ragdoll, serienmörder, mord

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, kehrt nach seiner Suspendierung wieder in den Polizeidienst zurück, nachdem eine grässlich zusammengeflickte Leiche gefunden wird. Sie besteht aus Teilen von sechs verschiedenen Menschen. Schnell wird klar, dass dieser Fund mit dem „Feuerbestatter“ zusammenhängt, einem Mädchenmörder, den Wolf vor Jahren verhaftet hat. 
Wolfs Ex-Frau, eine Reporterin, bekommt eine Liste, auf der weitere Namen und das Todesdatum stehen. Nichts scheint den unheimlichen Killer aufhalten zu können. Und auch Wolfs Todestag steht bereits fest …


„Ragdoll“ ist das Debüt des jungen englischen Autors Daniel Cole. 
Ein spannender, vielschichtiger Thriller, der mit einem sehr kontroversen Helden aufwartet. Wolf ist ein Charakter, der polarisiert. Sein fanatischer Gerechtigkeitssinn lässt ihn ständig Gesetze verletzen, er ist ein Zerrissener, Zerstörter, der mit allen Mitteln kämpft. 
Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich ihn mag.
Auch die anderen Figuren sind sehr vielschichtig: Detective Emily Baxter, die mehr als kollegiale Gefühle für Wolf hegt, seine Ex-Frau Andrea und ihre wechselnden Moralvorstellungen, der junge Polizist Alex Edmunds, der als Einziger die wahre Tragweite des Falls zu erkennen scheint, etc.
Die Figur der Zeugin Ashley Lochlan fand ich aber ziemlich unglaubwürdig.
Allerdings hatte ich manchmal schon während des Lesens das Gefühl, der Autor habe sich ein wenig übernommen. Der Fall ist fast nicht zu bewältigen. Zum einen sind die Leichen der „Ragdoll“ zu identifizieren, zum anderen müssen diejenigen beschützt werden, die auf der Todesliste stehen und dann sollen auch noch die Zusammenhänge herausgefunden werden.
Das Ermittlerteam ist mit privaten Problemen und Nebenschauplätzen beschäftigt, Wolf selbst trägt eigentlich recht wenig zur Aufklärung bei. 
Manche Ungereimtheit schleicht sich ein (warum wird erst so spät ein Profil des Täters erstellt?), manches wirkt konstruiert und künstlich in die Länge gezogen. 
Mir gefiel der immer wieder aufblitzende Humor, der trotz der schauerlichen Schilderungen nicht unangebracht wirkt. 
Das Ende war mir zu melodramatisch und lässt für mich keine Fragen offen, obwohl eine Fortsetzung geplant ist. 


Fazit: Ein bemerkenswerter Thriller mit guten Ideen, aber einigen Schwachstellen.

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Tags: faustisch, london, mädchenmörder, rache, serienmörder, wolf   (6)
 

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(10)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

dresden, krimi, mord, kunstraub, stasi

Der Täter in der Falle

Susanne Melde
E-Buch Text: 339 Seiten
Erschienen bei Midnight, 06.03.2017
ISBN 9783958191105
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Professor Friedrich Buhbach wird tot in seiner Dresdner Villa gefunden. Was zuerst wie ein Herzanfall aussieht, entpuppt sich als Mord. Er wurde zuerst betäubt und dann mit einem Kissen erstickt.
Die beiden Ermittler Luisa Leuw und Martin Singer sehen sich mit einer ganzen Reihe Verdächtiger konfrontiert. Eine wichtige Spur führt in die Vergangenheit. War Professor Buhbach tatsächlich in den spektakulären Raub des Sophienschatzes im Jahr 1977 involviert? Als ein Freund des Professors ebenfalls ermordet wird, scheint sich dieser Verdacht zu bestätigen. Doch dann gerät Hauptkommissar Singer selbst in Gefahr.


Die Autorin Susanne Melde hat ihren Debütkrimi in ihrer Heimatstadt Dresden angesiedelt und so ist es kein Wunder, dass auch die sonst verborgenen Seiten der Stadt sehr anschaulich beschrieben werden. 
Hauptkommissar Singer und seine Kollegin Luisa Leuw sind ein sehr sympathisches, gut aufeinander eingespieltes Team. Ich bin normalerweise eher dafür, nicht zu viel Privatleben der Ermittler in eine Krimihandlung zu packen, weil dann oft die Gefahr besteht, dass der Fall an sich zur Nebensache gerät. Auch hier gibt es manche Kapitel, die nur dem Privaten gewidmet sind, aber die Dosis ist erträglich. Vor allem auch deshalb, weil der stellenweise sehr humorige Schreibstil trotz der tragischen Ereignisse (Singers Schwester ist todkrank, Leuw hat ihren Geruchssinn verloren) amüsant zu lesen ist.
Der Fall selbst ist gut konstruiert – eine Meisterleistung, bei diesen vielen Verdächtigen eine schlüssige und spannende Handlung zu kreieren! 
Hervorheben möchte ich auch die sehr gute Recherchearbeit. Man hat wirklich das Gefühl, die Autorin hat sich genau mit der Polizeiarbeit auseinandergesetzt. Außerdem sind die Informationen gut dosiert eingearbeitet. 
Das Ende lässt einige Fragen offen – eine Fortsetzung ist aber schon in Arbeit.


Ein kleiner Kritikpunkt für das Layout: Perspektiven- bzw. Ortswechsel innerhalb der Kapitel hätte man vielleicht zur besseren Orientierung kennzeichnen können. 


Fazit: Ein bemerkenswertes Debüt mit interessanten Charakteren!

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Tags: albinismu, dresden, geruchssinn, gift, kunstrau, stasi   (6)
 

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(9)

22 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schottland, 2. weltkrieg, drumnadrochit, monster von loch ness, nervenkrankheit

Die Frau am See

Sara Gruen , Sabine Längsfeld , Marie Rahn
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.11.2016
ISBN 9783499270895
Genre: Romane

Rezension:


Im Jänner 1945 reisen die drei wohlhabenden Amerikaner Maddie, ihr Mann Ellis und sein bester Freund Hank zum Loch Ness, um Beweise für die Existenz des legendären Ungeheuers zu sammeln. Insbesondere Ellis hat ein Interesse daran, denn sein Vater hat sich vor Jahren unsterblich bei seiner Suche blamiert. Tag für Tag begeben sich die beiden Männer auf Exkursion, während Maddie alleine in der ärmlichen Pension zurückbleibt. Sie freundet sich mit den Mägden und dem geheimnisvollen Wirt Angus an. Und immer mehr muss sie erkennen, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen und Betrug aufgebaut war.


Unsensibel, verwöhnt, egoistisch, vergnügungssüchtig und oberflächlich präsentieren sich zu Beginn die drei Protagonisten, also nicht besonders sympathisch. Das macht es zuerst ziemlich schwer, sich mit ihnen anzufreunden und in die Geschichte dementsprechend einzusteigen.
Während Hank und Ellis Kotzbrocken bleiben, macht Maddie allerdings eine Wandlung durch, als sie sich mit dem Personal der Pension anfreundet. Manchmal wirkt dies allerdings ein wenig zu glatt und romantisch. Dass Maddie sich besonders von ihrem Mann so viel gefallen lässt, liegt sicher zu einem großen Teil auch am damaligen Frauenbild. Es war nun einmal so, dass selbst zu dieser Zeit noch der Mann das Sagen hatte. Wobei die Männer fast durchwegs negativ gezeichnet sind. 
Ich habe selbst Urquart Castle, Drumnadrochit und Loch Ness schon besucht, vor allem wegen des Schauplatzes interessierte mich die Geschichte. Ich fand das Ambiente sehr glaubhaft geschildert, der Touch von Übersinnlichem gefiel mir gut. Auch die Auswirkungen des Krieges werden nicht ausgespart. 
Das Ende geriet für meinen Geschmack nach einer plötzlichen, dramatischen Wendung, die ein paar Fragen offen ließ, ein bisschen kitschig.
Angenehm zu lesende, spannende Unterhaltung!

  (5)
Tags: 2. weltkrieg, drumnadrochit, loch ness, monster von loch ness, nervenkrankheit   (5)
 

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(157)

304 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

krimi, kindesmissbrauch, deutschland, taunus, missbrauch

Böser Wolf

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548285894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Leiche einer 16-jährigen wird aus dem Main geborgen. Das Mädchen wurde schwer misshandelt und niemand vermisst es. Auch nach Wochen gibt es keinen Hinweis auf die Identität der Toten. 
Eine bekannte Fernsehmoderatorin wird überfallen und brutal misshandelt, eine Psychologin von einem Sadisten ermordet. Der Zusammenhang, der zwischen diesen drei Fällen besteht, führt Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in gesellschaftlich hochstehende Kreise und in einen Abgrund an Heuchelei und Bösartigkeit.


Dies ist der 6. Fall für das Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. Da ich bisher nur den ersten Band kannte, waren zu Beginn die komplizierten Familienverhältnisse der Protagonisten die größte Schwierigkeit. Den Durchblick zu haben bei Ex-Männern und -frauen, eigenen und Patchwork-Kindern sowie aktuellen Beziehungen ist ohne Kenntnis der vorherigen Ereignisse ein wenig schwierig. 
Auch die vielen verschiedenen Perspektiven, die scheinbar (noch) nicht zusammenhängen, sind eine eigene Herausforderung.
Der Polizei kommt eine manchmal fast penetrant inkompetente Rolle zu, z.B. werden wichtige Hinweise einfach ignoriert.
Außerdem tauchen Fehler wie die Beschreibung von reifen Zwetschken und Fliederblüten im Juni auf. 
Grundsätzlich ist die Handlung aber spannend, manchmal schonungslos brutal. Die Autorin hat gut recherchiert und sich intensiv mit den psychologischen Aspekten von Kindesmissbrauch beschäftigt.


Fazit: Spannender Thriller mit ein paar Schönheitsfehlern!

  (8)
Tags: kindesmissbrauch, pädophile, pflegekinder, snuff-videos   (4)
 

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(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

katakombe, leichenpräparate, wien, mumie, einbalsamierung

Mumienstadt Wien

Hagen Schaub , Robert Bouchal
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Pichler, 04.10.2013
ISBN 9783854316206
Genre: Sachbücher

Rezension:


Unverweste Leichname, konservierte Körper oder Teile davon wirken oft auf den ersten Blick als gruselige Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit.
Sie geben aber auch Einblicke in Kult und Brauchtum, in das Denken und den Glauben alter Gesellschaften. 


Robert Bouchal ist als Autor und Fotograf tätig, widmet sich besonders dem Thema Höhlenforschung. Hagen Schaub beschäftigt sich u.a. mit Vampirglauben, Hexen und Mumien. Die beiden Autoren haben schon einige gemeinsame Publikationen verfasst.
Die vorliegende behandelt den Schwerpunkt Mumien und Leichenkonservierung in Wien und reicht zeitmäßig von der Aufklärung über die Renaissance bis in das 19. und 20. Jahrhundert.
Dabei werden sachlich und trotzdem spannend die verschiedenen Zugänge zu diesem doch recht speziellen Thema abgehandelt, z.B. wird immer wieder in Frage gestellt, inwieweit die Zurschaustellung von Mumien wissenschaftlichen oder doch eher sensationslüsternen Motiven dient.
Die Geschichte der Mumifizierung in Europa wird ebenfalls erläutert. Im Gegensatz zu der ägyptischen Kultur, in der die Erhaltung des toten Körpers Meisterschaft erreicht hat, war dies in Europa nie der Fall. Die meisten Mumien verdanken ihre Erhaltung wohl eher den zufälligen klimatechnischen Bedingungen.
Ein weiteres Kapitel ist den medizinischen Präparaten gewidmet, ebenso dem Thema Mumien als Medizin.
Auf jeden Fall ein interessanter Streifzug durch die Geschichte der Leichenkonservierung, versehen mit zahlreichen, durchaus ästhetischen Abbildungen, die natürlich sicher nicht jedermanns Sache sind. 
Ergänzt wird das Buch durch eine Liste mit Hinweisen zu Besichtigungen, Quellenangaben und eine kurze Vita der Autoren. 

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Tags: einbalsamierung, katakombe, leichenpräparate, mumie, wien   (5)
 

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2.639 Bibliotheken, 47 Leser, 10 Gruppen, 282 Rezensionen

thriller, psychothriller, schlafwandeln, sebastian fitzek, schlafwandler

Der Nachtwandler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2013
ISBN 9783426503744
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Leon Nader wurde als Kind wegen massiver Schlafstörungen psychiatrisch behandelt und glaubt sich geheilt. Doch eines Morgens verlässt ihn seine Frau Natalie – nachdem er sie anscheinend während seines Schlafwandelns brutal misshandelt hat.
Um sich selbst im Schlaf zu überwachen, kauft er eine Kamera und entdeckt beim Ansehen des Videos Unheimliches: Er steigt schlafwandelnd durch eine ihm unbekannte Tür in seinem Schlafzimmer in ein Labyrinth des Grauens …


Die Forschungen zur Thematik des Schlafwandelns stecken immer noch in den Kinderschuhen, eine Tatsache, die der Autor hier geschickt nützt, um eine albtraumhafte und abstruse Szenerie zu schaffen. Man kann sich nie sicher sein, ob die Hauptfigur Leon nun gerade träumt oder wach ist. Was ist wirklich mit seiner Frau Natalie geschehen? Welche seltsamen Geheimnisse birgt das Haus, in dem sie wohnen? Was steckt hinter den merkwürdigen Vorkommnissen?
Fragen, die man sich stellt und gespannt auf die Auflösung wartet. 
Die kurzen Kapitel und der gewohnt bildhafte Schreibstil ermöglichen ein flüssiges Lesen. 
Ein Thriller ist für mich immer so gut wie die Erklärung, die hinter all den gruseligen Ereignissen steckt. In diesem Fall hatte ich so eine Ahnung, die sich leider bestätigt hat, wenn mir auch die Auflösung ein wenig wirr erschien und ein paar offene Fragen bleiben.

  (6)
Tags: geheimnisvolles haus, keller, labyrinth, schlafforschung, schlafwandeln   (5)
 

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, london, entführung, england, mord

Haut und Knochen

Gay Longworth
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.01.2006
ISBN 9783426632079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Auf der Suche nach einem vermissten Mädchen gerät Detective Inspector Jessie Driver in eine halb verfallene Badeanstalt in Soho. Dort wird die Leiche eines mumifizierten Mannes gefunden, der vor etwa fünfzehn Jahren ums Leben gekommen sein muss – etwa zur gleichen Zeit, als ein Junge im Bad nach einem epileptischen Anfall ertrunken ist. Jessies Nachforschungen fördern düstere Geheimnisse zutage.


„Haut und Knochen“ ist der Nachfolgeband zu „Bleiche Knochen“ und man sollte den ersten Teil unbedingt gelesen haben, bevor man sich mit dem zweiten befasst – auch im Hinblick auf Jessies Beziehung zu dem berühmten Rockstar P.J. Dean.
Jessie Driver ist eine sehr widersprüchliche Heldin. Unangepasst, dickköpfig, kratzbürstig, belastet durch den Tod ihrer Mutter, mit Alkohol- und Beziehungsproblemen geschlagen, eckt sie ständig an. Sie wird von einem Kollegen gemobbt, von ihrer Vorgesetzten schikaniert und schlägt zurück. Trotzdem ist sie eine gute Polizistin. 
Ein wenig überzogen erschien mir der erwähnte Kollege, der zuerst gut mit ihr auskommt und sie dann plötzlich abgrundtief hasst. Auch die Vorgesetzte scheint sehr wankelmütig zu sein. 
Ihr Bruder, als Arzt in Afrika auf Heimaturlaub, reitet sie durch seine Affäre mit einer Journalistin erst richtig in die Bredouille. 
Die Handlung erweist sich manchmal als etwas sprunghaft und wirr, man hat des Öfteren das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Durch die merkwürdige Unsitte, dass Dialoge nur durch einen Bindestrich voneinander getrennt sind, wirken manche Abschnitte unübersichtlich. 
Der Fall selbst führt in die Abgründe menschlicher Seelen und was das Konstrukt „Familie“ anstellen kann. 
So ganz konnte sich die Autorin m.M. nicht entscheiden, ob nun Übernatürliches einfließen und akzeptiert werden sollte. Dieser Bereich blieb mir ein wenig zu schwammig.
Alles in allem aber solide Thrillerunterhaltung mit Schwerpunkt auf das Innenleben der Hauptfigur.

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Tags: badeanstalt, entführung, jessie driver, mumie, soho   (5)
 
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