Karin_Kehrer

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

salzburg, krimi, salzburg-krimi, zauberflöte, österr.krimi

Zauberflötenrache

Manfred Baumann
Flexibler Einband: 309 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783839213025
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Dramatischer Zwischenfall bei der Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen: Die russische Operndiva Anabella Todorova bricht mitten in der Arie der „Königin der Nacht“ tot auf der Bühne zusammen. Sie wurde vergiftet.
Kommissar Martin Merana beginnt im Umfeld der Festspiele zu ermitteln und stößt auf einen Skandal um gefälschte Musikinstrumente und Protestaktionen von Tierschützern. Doch was hat das mit dem Tod der Sängerin zu tun?


Der dritte Fall um Kommissar Martin Merana zeichnet sich durch viel Lokalkolorit aus. Der Autor ist selbst Salzburger und kennt die Festspielstadt. Den Mordfall nimmt er zum Anlass, sich genauer mit dem Inhalt der berühmtesten Mozart-Oper auseinanderzusetzen, denn es drängen sich immer wieder Parallelen zu den Verbrechen auf. Allerdings geraten diesen Passagen manchmal ziemlich ausschweifend.
Dazu gibt es interessante Informationen über das Musikgeschäft, auch über kriminelle Machenschaften. 
Dazwischen gibt es Facebook-Postings einer gewissen Flora Stullermann – oder Stullerbaum? Hier war sich der Autor anscheinend selbst nicht sicher. Ein eher nerviges Mädchen, Gewinnerin eines Wettbewerbes, das auf Tuchfühlung mit Opernstars gehen darf und deren Sprache gewöhnungsbedürftig ist. 
Martin Meranas private Verwicklungen nehmen ebenfalls einigen Raum ein und haben mich weniger interessiert. 
Der Schreibstil wirkt manchmal ein wenig naiv, andererseits aber wieder sehr akribisch und besonders die Beschreibungen der Stadt Salzburg lesen sich sehr schön. 


Fazit: Netter Krimi aus der Mozartstadt.

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Tags: festspiele, martin merana, mozart, salzburg, zauberflöte   (5)
 

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

fantasy, david white, ränke, liebe, welte

David White - Trügerisches Verlangen

Bianca K. Linger
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.07.2016
ISBN 9781535026390
Genre: Fantasy

Rezension:


Der Waisenjunge David White wird von der Königsfamilie des Volkes der Spiralen aufgenommen und zum Soldaten ausgebildet. Sein größter Wunsch: den Tod seines Vaters zu rächen, der von den Roten Barbaren getötet wurde.
Als ein neuerlicher Angriff des Feindes bevorsteht, soll ein Bündnis mit den Elaten geschlossen werden, einem Volk, das ausgezeichnete Bogenschützen ausbildet.
David verliebt sich Hals über Kopf ausgerechnet in die schöne Laelia, die Verlobte des Elatenfürsten. Sie werden in ein blutiges Ränkespiel um Macht, Besitztümer und Liebe verwickelt.


Das Debüt der jungen Autorin Bianca K. Linger ist der Auftakt zu einer Fantasy-Serie um den Schwertkämpfer David White. Der nächste Teil ist schon in Arbeit. 
Eine spannende Geschichte mit ambivalenten Charakteren. David ist kein strahlender Held, er macht folgenschwere Fehler und auch die anderen Charaktere werden neben ihren Stärken mit sehr menschlichen Schwächen dargestellt. 
Freunde entpuppen sich als Feinde und umgekehrt. Geschickt inszeniert und nachvollziehbar erzählt. 
Eine Geschichte mit Potenzial.
Die Liebesszenen sind wohltuend kitschfrei.
Der Schreibstil ist noch ein wenig unausgereift, zu viele – zum Teil sehr drastische – Vergleiche (z.B. ein Funke Hoffnung, der sich langsam zu einer Stichflamme ausweitet?)
Manche Abschnitte wirken zu beschreibend, vor allem, wenn es um das Innenleben der Charaktere geht. Hier sollten eigentlich die Dialoge sprechen.
Mich wundert, dass der König der Spiralen so gut wie gar nichts über das Volk der Elaten weiß, obwohl es nur zwei Tagesreisen entfernt wohnt.
Die englischen Namen in einer Fantasy-Welt haben mich ein wenig irritiert, aber das ist natürlich Geschmackssache. 
Ein Kritikpunkt noch für das Layout: Der letzte Satz eines Kapitels wird immer im Blocksatz aufgeteilt, sodass große Abstände zwischen den Wörtern erscheinen. Das sollte man beheben.


Das Cover finde ich sehr ansprechend und gut gelungen.


Fazit: Debüt mit Potenzial!

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Tags: besitztu, david white, macht, ränke, schwer   (5)
 

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834 Bibliotheken, 16 Leser, 6 Gruppen, 92 Rezensionen

thriller, struwwelpeter, wien, andreas gruber, todesfrist

Todesfrist

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.03.2013
ISBN 9783442478668
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Eine Frist von 48 Stunden gewährt ein perverser Serienmörder, in der Angehörige oder Bekannte von Entführten den Grund herausfinden sollen, warum er es tut. Seine Inspiration holt er sich aus dem Kinderbuch „Struwwelpeter“ und so lässt er seine Opfer verhungern, umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton oder ertränkt sie in Tinte.
Eines der Opfer ist die Mutter von Sabine Nemez, einer Münchner Kriminalkommissarin. Gemeinsam mit dem niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder arbeitet sie mit Hochdruck an den grausigen Mordfällen. Denn der Mörder ist noch längst nicht fertig …


Dies ist der erste Fall für das Ermittlerduo Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder, die hier mit einem sehr verschachtelten Fall zu tun haben. Was haben die Opfer gemeinsam? Warum muss auch Sabines Mutter sterben? Was hat die Wiener Psychiaterin Helen Berger mit dem Fall zu tun? Sie kommt dem Mörder vor der Polizei näher und muss es büßen.
Die Morde selbst sind durch grausamen Einfallsreichtum gekennzeichnet – nichts für schwache Nerven!
Einzelne Rückblicke auf Therapiesitzungen offenbaren schon bald die Identität des Mörders, trotzdem erfährt der Fall noch eine spannende Wendung. 
Das Thema Therapie hat der Autor auf jeden Fall gut recherchiert. 
Interessant auch die Hintergründe zu dem Kinderbuch, das Auslöser für die Morde wird. 
Maarten S. Sneijder ist ein interessanter, wenn auch ein wenig unwahrscheinlicher Charakter. Er raucht Gras, verhält sich grundsätzlich unkollegial und überheblich. Wiegt seine Genialität das alles auf? 
Sabine Nemez dürfte in diesem Fall eigentlich gar nicht ermitteln, wo sie doch persönlich betroffen ist. Hat Sneijder tatsächlich so viel Macht, dass er darüber bestimmen darf, wer mit ihm ermittelt? Ein Profiler ermittelt außerdem im Normalfall überhaupt nicht …
Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten und Unglaubwürdigkeiten fand ich diesen Thriller spannend und habe ihn geradezu verschlungen. Könnte gut sein, dass ich die nachfolgenden Bände auch noch lesen werde …

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Tags: entführung, kinderbuch, kindheitstrauma, rätsel, struwwelpeter, todesfrist   (6)
 

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136 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

neil gaiman, roman, freundschaft, fantasy, märchen

Der Ozean am Ende der Straße

Neil Gaiman , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.04.2016
ISBN 9783404173853
Genre: Romane

Rezension:


Lettie Hempstock behauptet, der Ententeich unterhalb der Farm ist ein Ozean, durch den man in eine andere Welt gelangen kann. Natürlich ist das Unsinn, das versteht selbst der siebenjährige Junge, der sich mit dem Mädchen anfreundet. Doch dann löst der Selbstmord eines Mannes merkwürdige Ereignisse aus und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Zum Glück weiß Lettie, womit sie es zu tun hat, denn ohne sie wäre der Junge verloren.


Es gibt Geschichten, die man nicht zu viel hinterfragen sollte und zweifellos gehört diese dazu. Der namenlose siebenjährige Junge erlebt Seltsames und erinnert sich als Erwachsener, als er an den Ort der Geschehnisse zurückkehrt. Doch sind diese Erinnerungen wirklich real? Oder hatte er schon damals eine ausufernde Fantasie?
Hier wird sehr gut deutlich gemacht, dass Kindheitserinnerungen vielleicht oft nicht so zuverlässig sind und anders bewertet werden sollten. 
Mir gefiel besonders die eigenartige Stimmung, die in diesem Roman erzeugt wird. Über der eigentlich idyllischen ländlichen Gegend liegt etwas Düsteres und Geheimnisvolles. Seltsame Wesen tauchen auf und einzig der Junge erkennt, welche Bedrohung sie darstellen. Aber wer glaubt einem Siebenjährigen, dass die nette Haushälterin eigentlich ein Monster ist? 
Sehr deutlich wird hier, dass Erwachsene oftmals die Gedanken- und Gefühlswelt von Kindern nicht verstehen. Seine eigenen schmerzlichen Erfahrungen lehren ihn, Kinder niemals anzuschreien.
Bei den Hempstocks erfährt der Junge die Geborgenheit, die er zu Hause vermisst. Wer sie wirklich sind – auch das ist ein eigenes Geheimnis.


Ein skurriles, sehr intensives Abenteuer!

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Tags: farm, kindheitstrauma, monster, ozean, selbstmord, sinn des lebens   (6)
 

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213 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

hobbit, fantasy, mittelerde, drache, zwerge

Der kleine Hobbit

Tolkien
Fester Einband
Erschienen bei Bertelsmann Buchclub, 01.01.1991
ISBN B00B6S1FSQ
Genre: Sonstiges

Rezension:


Der Hobbit Bilbo Beutlin liebt sein ruhiges, beschauliches Leben in seiner komfortablen Höhle. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als eines Tages der Zauberer Gandalf mit dreizehn Zwergen vor Bilbos Tür steht. Eine abenteuerliche Reise zum Einsamen Berg steht ihnen bevor, denn nichts Geringeres als die Rückeroberung des Zwergenreiches ist das Ziel der gefährlichen Unternehmung. Dafür muss der Drache Smaug besiegt werden, der den Schatz der Zwerge an sich gerissen hat. 
Bilbo entwickelt ungeahnte Fähigkeiten und Kräfte, nicht zuletzt auch deshalb, weil er einen geheimnisvollen Ring findet.


Die Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe wurde als Kinderbuch konzipiert und das merkt man natürlich. Zwar entfaltet sich vor dem Leser eine zauberhafte Welt mit grässlichen Orks, einem düsteren Wald mit Riesenspinnen, wankelmütigen Elben und einem bösartigen Drachen, aber es geht nicht in grausige Einzelheiten. Konflikte bleiben an der Oberfläche und der allwissende Erzähler nimmt einiges vorweg, sodass sich ab und an leider auch die Spannung in Grenzen hält. Der etwas betuliche Schreibstil tut ein Übriges dazu.
Wer den dreiteiligen Film gesehen hat, wurde natürlich durch opulente Bilder und liebevoll ausgearbeitete Details, angereichert mit zahlreichen Figuren, die im Buch nur am Rand erwähnt werden, verwöhnt. 
Ergänzt wird die Geschichte durch zahlreiche Lieder und Karten.
Auf jeden Fall Pflichtlektüre für Fans der klassischen Fantasy und von J.R.R. Tolkien im Besonderen!

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Tags: drach, herr der ringe, hobbit, mittelerde, schatz, zwergenreich   (6)
 

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356 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 167 Rezensionen

thriller, london, serienmörder, ragdoll, wolf

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, kehrt nach seiner Suspendierung wieder in den Polizeidienst zurück, nachdem eine grässlich zusammengeflickte Leiche gefunden wird. Sie besteht aus Teilen von sechs verschiedenen Menschen. Schnell wird klar, dass dieser Fund mit dem „Feuerbestatter“ zusammenhängt, einem Mädchenmörder, den Wolf vor Jahren verhaftet hat. 
Wolfs Ex-Frau, eine Reporterin, bekommt eine Liste, auf der weitere Namen und das Todesdatum stehen. Nichts scheint den unheimlichen Killer aufhalten zu können. Und auch Wolfs Todestag steht bereits fest …


„Ragdoll“ ist das Debüt des jungen englischen Autors Daniel Cole. 
Ein spannender, vielschichtiger Thriller, der mit einem sehr kontroversen Helden aufwartet. Wolf ist ein Charakter, der polarisiert. Sein fanatischer Gerechtigkeitssinn lässt ihn ständig Gesetze verletzen, er ist ein Zerrissener, Zerstörter, der mit allen Mitteln kämpft. 
Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich ihn mag.
Auch die anderen Figuren sind sehr vielschichtig: Detective Emily Baxter, die mehr als kollegiale Gefühle für Wolf hegt, seine Ex-Frau Andrea und ihre wechselnden Moralvorstellungen, der junge Polizist Alex Edmunds, der als Einziger die wahre Tragweite des Falls zu erkennen scheint, etc.
Die Figur der Zeugin Ashley Lochlan fand ich aber ziemlich unglaubwürdig.
Allerdings hatte ich manchmal schon während des Lesens das Gefühl, der Autor habe sich ein wenig übernommen. Der Fall ist fast nicht zu bewältigen. Zum einen sind die Leichen der „Ragdoll“ zu identifizieren, zum anderen müssen diejenigen beschützt werden, die auf der Todesliste stehen und dann sollen auch noch die Zusammenhänge herausgefunden werden.
Das Ermittlerteam ist mit privaten Problemen und Nebenschauplätzen beschäftigt, Wolf selbst trägt eigentlich recht wenig zur Aufklärung bei. 
Manche Ungereimtheit schleicht sich ein (warum wird erst so spät ein Profil des Täters erstellt?), manches wirkt konstruiert und künstlich in die Länge gezogen. 
Mir gefiel der immer wieder aufblitzende Humor, der trotz der schauerlichen Schilderungen nicht unangebracht wirkt. 
Das Ende war mir zu melodramatisch und lässt für mich keine Fragen offen, obwohl eine Fortsetzung geplant ist. 


Fazit: Ein bemerkenswerter Thriller mit guten Ideen, aber einigen Schwachstellen.

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Tags: faustisch, london, mädchenmörder, rache, serienmörder, wolf   (6)
 

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dresden, krimi, mord, kunstraub, stasi

Der Täter in der Falle

Susanne Melde
E-Buch Text: 339 Seiten
Erschienen bei Midnight, 06.03.2017
ISBN 9783958191105
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Professor Friedrich Buhbach wird tot in seiner Dresdner Villa gefunden. Was zuerst wie ein Herzanfall aussieht, entpuppt sich als Mord. Er wurde zuerst betäubt und dann mit einem Kissen erstickt.
Die beiden Ermittler Luisa Leuw und Martin Singer sehen sich mit einer ganzen Reihe Verdächtiger konfrontiert. Eine wichtige Spur führt in die Vergangenheit. War Professor Buhbach tatsächlich in den spektakulären Raub des Sophienschatzes im Jahr 1977 involviert? Als ein Freund des Professors ebenfalls ermordet wird, scheint sich dieser Verdacht zu bestätigen. Doch dann gerät Hauptkommissar Singer selbst in Gefahr.


Die Autorin Susanne Melde hat ihren Debütkrimi in ihrer Heimatstadt Dresden angesiedelt und so ist es kein Wunder, dass auch die sonst verborgenen Seiten der Stadt sehr anschaulich beschrieben werden. 
Hauptkommissar Singer und seine Kollegin Luisa Leuw sind ein sehr sympathisches, gut aufeinander eingespieltes Team. Ich bin normalerweise eher dafür, nicht zu viel Privatleben der Ermittler in eine Krimihandlung zu packen, weil dann oft die Gefahr besteht, dass der Fall an sich zur Nebensache gerät. Auch hier gibt es manche Kapitel, die nur dem Privaten gewidmet sind, aber die Dosis ist erträglich. Vor allem auch deshalb, weil der stellenweise sehr humorige Schreibstil trotz der tragischen Ereignisse (Singers Schwester ist todkrank, Leuw hat ihren Geruchssinn verloren) amüsant zu lesen ist.
Der Fall selbst ist gut konstruiert – eine Meisterleistung, bei diesen vielen Verdächtigen eine schlüssige und spannende Handlung zu kreieren! 
Hervorheben möchte ich auch die sehr gute Recherchearbeit. Man hat wirklich das Gefühl, die Autorin hat sich genau mit der Polizeiarbeit auseinandergesetzt. Außerdem sind die Informationen gut dosiert eingearbeitet. 
Das Ende lässt einige Fragen offen – eine Fortsetzung ist aber schon in Arbeit.


Ein kleiner Kritikpunkt für das Layout: Perspektiven- bzw. Ortswechsel innerhalb der Kapitel hätte man vielleicht zur besseren Orientierung kennzeichnen können. 


Fazit: Ein bemerkenswertes Debüt mit interessanten Charakteren!

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Tags: albinismu, dresden, geruchssinn, gift, kunstrau, stasi   (6)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schottland, 2. weltkrieg, drumnadrochit, monster von loch ness, nervenkrankheit

Die Frau am See

Sara Gruen , Sabine Längsfeld , Marie Rahn
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.11.2016
ISBN 9783499270895
Genre: Romane

Rezension:


Im Jänner 1945 reisen die drei wohlhabenden Amerikaner Maddie, ihr Mann Ellis und sein bester Freund Hank zum Loch Ness, um Beweise für die Existenz des legendären Ungeheuers zu sammeln. Insbesondere Ellis hat ein Interesse daran, denn sein Vater hat sich vor Jahren unsterblich bei seiner Suche blamiert. Tag für Tag begeben sich die beiden Männer auf Exkursion, während Maddie alleine in der ärmlichen Pension zurückbleibt. Sie freundet sich mit den Mägden und dem geheimnisvollen Wirt Angus an. Und immer mehr muss sie erkennen, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen und Betrug aufgebaut war.


Unsensibel, verwöhnt, egoistisch, vergnügungssüchtig und oberflächlich präsentieren sich zu Beginn die drei Protagonisten, also nicht besonders sympathisch. Das macht es zuerst ziemlich schwer, sich mit ihnen anzufreunden und in die Geschichte dementsprechend einzusteigen.
Während Hank und Ellis Kotzbrocken bleiben, macht Maddie allerdings eine Wandlung durch, als sie sich mit dem Personal der Pension anfreundet. Manchmal wirkt dies allerdings ein wenig zu glatt und romantisch. Dass Maddie sich besonders von ihrem Mann so viel gefallen lässt, liegt sicher zu einem großen Teil auch am damaligen Frauenbild. Es war nun einmal so, dass selbst zu dieser Zeit noch der Mann das Sagen hatte. Wobei die Männer fast durchwegs negativ gezeichnet sind. 
Ich habe selbst Urquart Castle, Drumnadrochit und Loch Ness schon besucht, vor allem wegen des Schauplatzes interessierte mich die Geschichte. Ich fand das Ambiente sehr glaubhaft geschildert, der Touch von Übersinnlichem gefiel mir gut. Auch die Auswirkungen des Krieges werden nicht ausgespart. 
Das Ende geriet für meinen Geschmack nach einer plötzlichen, dramatischen Wendung, die ein paar Fragen offen ließ, ein bisschen kitschig.
Angenehm zu lesende, spannende Unterhaltung!

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Tags: 2. weltkrieg, drumnadrochit, loch ness, monster von loch ness, nervenkrankheit   (5)
 

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294 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 25 Rezensionen

krimi, kindesmissbrauch, deutschland, taunus, missbrauch

Böser Wolf

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548285894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Leiche einer 16-jährigen wird aus dem Main geborgen. Das Mädchen wurde schwer misshandelt und niemand vermisst es. Auch nach Wochen gibt es keinen Hinweis auf die Identität der Toten. 
Eine bekannte Fernsehmoderatorin wird überfallen und brutal misshandelt, eine Psychologin von einem Sadisten ermordet. Der Zusammenhang, der zwischen diesen drei Fällen besteht, führt Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in gesellschaftlich hochstehende Kreise und in einen Abgrund an Heuchelei und Bösartigkeit.


Dies ist der 6. Fall für das Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. Da ich bisher nur den ersten Band kannte, waren zu Beginn die komplizierten Familienverhältnisse der Protagonisten die größte Schwierigkeit. Den Durchblick zu haben bei Ex-Männern und -frauen, eigenen und Patchwork-Kindern sowie aktuellen Beziehungen ist ohne Kenntnis der vorherigen Ereignisse ein wenig schwierig. 
Auch die vielen verschiedenen Perspektiven, die scheinbar (noch) nicht zusammenhängen, sind eine eigene Herausforderung.
Der Polizei kommt eine manchmal fast penetrant inkompetente Rolle zu, z.B. werden wichtige Hinweise einfach ignoriert.
Außerdem tauchen Fehler wie die Beschreibung von reifen Zwetschken und Fliederblüten im Juni auf. 
Grundsätzlich ist die Handlung aber spannend, manchmal schonungslos brutal. Die Autorin hat gut recherchiert und sich intensiv mit den psychologischen Aspekten von Kindesmissbrauch beschäftigt.


Fazit: Spannender Thriller mit ein paar Schönheitsfehlern!

  (8)
Tags: kindesmissbrauch, pädophile, pflegekinder, snuff-videos   (4)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

katakombe, leichenpräparate, wien, mumie, einbalsamierung

Mumienstadt Wien

Hagen Schaub , Robert Bouchal
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Pichler, 04.10.2013
ISBN 9783854316206
Genre: Sachbücher

Rezension:


Unverweste Leichname, konservierte Körper oder Teile davon wirken oft auf den ersten Blick als gruselige Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit.
Sie geben aber auch Einblicke in Kult und Brauchtum, in das Denken und den Glauben alter Gesellschaften. 


Robert Bouchal ist als Autor und Fotograf tätig, widmet sich besonders dem Thema Höhlenforschung. Hagen Schaub beschäftigt sich u.a. mit Vampirglauben, Hexen und Mumien. Die beiden Autoren haben schon einige gemeinsame Publikationen verfasst.
Die vorliegende behandelt den Schwerpunkt Mumien und Leichenkonservierung in Wien und reicht zeitmäßig von der Aufklärung über die Renaissance bis in das 19. und 20. Jahrhundert.
Dabei werden sachlich und trotzdem spannend die verschiedenen Zugänge zu diesem doch recht speziellen Thema abgehandelt, z.B. wird immer wieder in Frage gestellt, inwieweit die Zurschaustellung von Mumien wissenschaftlichen oder doch eher sensationslüsternen Motiven dient.
Die Geschichte der Mumifizierung in Europa wird ebenfalls erläutert. Im Gegensatz zu der ägyptischen Kultur, in der die Erhaltung des toten Körpers Meisterschaft erreicht hat, war dies in Europa nie der Fall. Die meisten Mumien verdanken ihre Erhaltung wohl eher den zufälligen klimatechnischen Bedingungen.
Ein weiteres Kapitel ist den medizinischen Präparaten gewidmet, ebenso dem Thema Mumien als Medizin.
Auf jeden Fall ein interessanter Streifzug durch die Geschichte der Leichenkonservierung, versehen mit zahlreichen, durchaus ästhetischen Abbildungen, die natürlich sicher nicht jedermanns Sache sind. 
Ergänzt wird das Buch durch eine Liste mit Hinweisen zu Besichtigungen, Quellenangaben und eine kurze Vita der Autoren. 

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Tags: einbalsamierung, katakombe, leichenpräparate, mumie, wien   (5)
 

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2.601 Bibliotheken, 47 Leser, 10 Gruppen, 280 Rezensionen

thriller, psychothriller, schlafwandeln, sebastian fitzek, schlafwandler

Der Nachtwandler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2013
ISBN 9783426503744
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Leon Nader wurde als Kind wegen massiver Schlafstörungen psychiatrisch behandelt und glaubt sich geheilt. Doch eines Morgens verlässt ihn seine Frau Natalie – nachdem er sie anscheinend während seines Schlafwandelns brutal misshandelt hat.
Um sich selbst im Schlaf zu überwachen, kauft er eine Kamera und entdeckt beim Ansehen des Videos Unheimliches: Er steigt schlafwandelnd durch eine ihm unbekannte Tür in seinem Schlafzimmer in ein Labyrinth des Grauens …


Die Forschungen zur Thematik des Schlafwandelns stecken immer noch in den Kinderschuhen, eine Tatsache, die der Autor hier geschickt nützt, um eine albtraumhafte und abstruse Szenerie zu schaffen. Man kann sich nie sicher sein, ob die Hauptfigur Leon nun gerade träumt oder wach ist. Was ist wirklich mit seiner Frau Natalie geschehen? Welche seltsamen Geheimnisse birgt das Haus, in dem sie wohnen? Was steckt hinter den merkwürdigen Vorkommnissen?
Fragen, die man sich stellt und gespannt auf die Auflösung wartet. 
Die kurzen Kapitel und der gewohnt bildhafte Schreibstil ermöglichen ein flüssiges Lesen. 
Ein Thriller ist für mich immer so gut wie die Erklärung, die hinter all den gruseligen Ereignissen steckt. In diesem Fall hatte ich so eine Ahnung, die sich leider bestätigt hat, wenn mir auch die Auflösung ein wenig wirr erschien und ein paar offene Fragen bleiben.

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Tags: geheimnisvolles haus, keller, labyrinth, schlafforschung, schlafwandeln   (5)
 

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, london, entführung, england, mord

Haut und Knochen

Gay Longworth
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.01.2006
ISBN 9783426632079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Auf der Suche nach einem vermissten Mädchen gerät Detective Inspector Jessie Driver in eine halb verfallene Badeanstalt in Soho. Dort wird die Leiche eines mumifizierten Mannes gefunden, der vor etwa fünfzehn Jahren ums Leben gekommen sein muss – etwa zur gleichen Zeit, als ein Junge im Bad nach einem epileptischen Anfall ertrunken ist. Jessies Nachforschungen fördern düstere Geheimnisse zutage.


„Haut und Knochen“ ist der Nachfolgeband zu „Bleiche Knochen“ und man sollte den ersten Teil unbedingt gelesen haben, bevor man sich mit dem zweiten befasst – auch im Hinblick auf Jessies Beziehung zu dem berühmten Rockstar P.J. Dean.
Jessie Driver ist eine sehr widersprüchliche Heldin. Unangepasst, dickköpfig, kratzbürstig, belastet durch den Tod ihrer Mutter, mit Alkohol- und Beziehungsproblemen geschlagen, eckt sie ständig an. Sie wird von einem Kollegen gemobbt, von ihrer Vorgesetzten schikaniert und schlägt zurück. Trotzdem ist sie eine gute Polizistin. 
Ein wenig überzogen erschien mir der erwähnte Kollege, der zuerst gut mit ihr auskommt und sie dann plötzlich abgrundtief hasst. Auch die Vorgesetzte scheint sehr wankelmütig zu sein. 
Ihr Bruder, als Arzt in Afrika auf Heimaturlaub, reitet sie durch seine Affäre mit einer Journalistin erst richtig in die Bredouille. 
Die Handlung erweist sich manchmal als etwas sprunghaft und wirr, man hat des Öfteren das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Durch die merkwürdige Unsitte, dass Dialoge nur durch einen Bindestrich voneinander getrennt sind, wirken manche Abschnitte unübersichtlich. 
Der Fall selbst führt in die Abgründe menschlicher Seelen und was das Konstrukt „Familie“ anstellen kann. 
So ganz konnte sich die Autorin m.M. nicht entscheiden, ob nun Übernatürliches einfließen und akzeptiert werden sollte. Dieser Bereich blieb mir ein wenig zu schwammig.
Alles in allem aber solide Thrillerunterhaltung mit Schwerpunkt auf das Innenleben der Hauptfigur.

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Tags: badeanstalt, entführung, jessie driver, mumie, soho   (5)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

linz, rennfahrer, prostituiertenmörder, flucht, oberst max steinberg

Der Freigang

Volker Raus
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Bibliothek der Provinz, 06.03.2012
ISBN 9783990280539
Genre: Romane

Rezension:


Polizeioberst Max Steinberg ist nach einem Auslandseinsatz auf Urlaub in seiner Heimatstadt Linz. Er wird mit einem der spektakulärsten Kriminalfälle des Landes konfrontiert. 
Der Rennfahrer Bogdan Farcas wurde als Prostituiertenmörder verurteilt, durfte in der Haft studieren und flüchtete bei seinem letzten Freigang, als er zum Magister der Rechtswissenschaften spondierte. Die Suche nach ihm ist seit sechzehn Jahren ohne Ergebnis. Aber wird er überhaupt gesucht? Oder haben Justiz, Politik, Wirtschaft und Finanzwelt ohnehin Interesse daran, dass er nicht wieder auftaucht?
Steinberg beginnt zu ermitteln und stößt bald auf einen Sumpf aus Korruption, Erpressung und Freunderlwirtschaft. Und dann beginnt ein mörderischer Reigen …


Der Autor siedelt seine Romane hauptsächlich in seiner Heimatstadt Linz an. Dies ist der dritte Band um den Polizeioberst Max Steinberg, dem wiederum ein wahrer Kriminalfall zugrunde liegt. Man kann ihn lesen, ohne die anderen zu kennen. Allerdings zieht der Autor seine eigenen Schlüsse aus dem Geschehen.
So ganz anfreunden mit dem Buch konnte ich mich jedoch nicht.
Das lag vor allem an der Figur des Oberst Steinberg, den ich absolut nicht sympathisch fand. Er ist der Typ „einsamer Wolf“, ein in die Jahre gekommener Frauenheld, dabei arrogant und eitel.  Die Frauen scheinen ihn allerdings aus unerfindlichen Gründen zu mögen, obwohl er sich ihnen gegenüber nicht gerade nett benimmt, genau wie er ständig einen unterschwellig aggressiven Ton anschlägt.
Sein Interesse an dem eigentlich längst ad acta gelegten Fall ist nicht ganz nachvollziehbar. Langeweile? Geltungssucht? Dass er überhaupt „einfach so“ ermitteln darf, kommt mir im Übrigen ziemlich merkwürdig vor.
Außerdem sind auch die meisten anderen Charaktere nicht besonders vorteilhaft geschildert. Und es gibt sehr viele davon. Manche sind trotz der abgewandelten Namen als real existierende Personen erkennbar, auch wenn der Autor sich mit der Behauptung schützt, alles wäre erfunden.
Grundsätzlich ist beinahe jeder Beteiligte in illegale Machenschaften verwickelt. Ich wusste gar nicht, dass es in der oberösterreichischen Landeshauptstadt derart viele Verbrecher in der sogenannten „besseren“ Gesellschaft gibt! Ein sehr negatives Bild wird hier gezeichnet. Ob es der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt. Die Grundstimmung ist auf jeden Fall sehr düster.
Die Handlung selbst besteht hauptsächlich aus Lokaltouren der Hauptperson. Man lernt so nach und nach gefühlt sämtliche wichtigen Linzer Restaurants, Kaffeehäuser, Gasthäuser und Bars kennen (viele von ihnen existieren wirklich), ist Zeuge von unzähligen Malen Frühstück, Essen und Zigaretten und weitschweifigen Dialogen, welche die Handlung oft nicht vorantreiben. Es fehlt generell an Spannung.
Der Täter ist relativ rasch bekannt, eigentlich wichtige Szenen, die endlich Action bringen würden, werden im Rückblick erzählt.
Unglaubwürdig auch, dass der Junge, der Zeuge bei einem der Morde wurde, bei der ersten Vernehmung überhaupt keine auffällige Reaktion zeigt, bei der genaueren Befragung dann aber plötzlich traumatisiert ist. 
Der Schreibstil wirkt manchmal etwas betulich und „naiv“, mit einigen Fehlern durchsetzt. 
Das Ende? Eher unbefriedigend und lasch, wie so ziemlich die ganze Geschichte.


Fazit: Für Kenner der Stadt Linz vielleicht ganz amüsant, weil die eine oder andere bekannte Örtlichkeit auftaucht, die Handlung und die Personen sind aber eher unergiebig. Für mich wird es auf jeden Fall der einzige Ausflug kriminaltechnischer Art nach Linz bleiben.

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Tags: flucht, linz, oberst max steinberg, prostituiertenmörder, rennfahrer   (5)
 

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

puppenbraut, entführung, new york, braut, pädophilie

Puppenbraut

May B. Aweley
E-Buch Text: 222 Seiten
Erschienen bei null, 12.06.2013
ISBN B00DDXHJSM
Genre: Sonstiges

Rezension:


Der Albtraum aller Eltern wird wahr, als die elfjährige Zoey spurlos aus einem Park in New York City verschwindet.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Täter ein Psychopath ist, der bereits zwei Mädchen ermordet und in weißen Kleidern beerdigt hat.
Die Journalistin Doreen Bertani und ihre Lebensgefährtin, die Psychologin Raffaella machen sich auf die Jagd nach dem Täter – nicht ahnend, wie nahe er ihnen ist und in welcher Gefahr sie selbst schweben.


May B. Aweley ist das Pseudonym einer Berliner Autorin und „Puppenbraut“ ihr erster Ausflug ins Thriller-Genre. 

Was man leider auch merkt.
Die Handlung wird immer wieder durch Rückblicke, Beschreibungen und Behauptungen gebremst, vieles erfährt der Leser nur indirekt. Manche Dialoge sind sehr belanglos, erzählen nur Alltagsgeschichten. 
Das FBI kommt entgegen der Inhaltsangabe erst im letzten Viertel zum Einsatz, die beiden Hauptpersonen stolpern eher ziellos durch die Story.
Der Schreibstil ist holprig und wirkt zum Teil unfreiwillig pathetisch. Sätze wie „Die Sonne ließ sich nur schwer in Gang bringen“ oder „… die sichtbar gewordene, innere Anspannung ließ seinen feinen Anschein bröckeln“ sind nur zwei haarsträubende Beispiele. 
Die Wörter „wunderschön“ und „süß“ werden geradezu inflationär verwendet. Für einen Thriller eher merkwürdig.
Irritiert hat mich auch die Verwendung der Kosenamen „Ree“ für Doreen und „Ell“ für Raffaella. Beim Lesen stolpert man immer wieder unvermittelt darüber.
Was ich absolut nicht leiden kann, ist, wenn in einem englischsprachigen Setting „Herr“ und „Frau“ verwendet werden. „Frau Lawrence“ liest sich für mich einfach merkwürdig.
Das Profil des Täters hat mich auch verwirrt. Er geht eine sexuelle Beziehung mit seiner Pflegemutter – also einer reifen Frau – ein und sein Beuteschema sind dann Mädchen, die an der Schwelle zum Teenager sind? Dass er zudem noch von einem Nachbarn missbraucht wurde, macht das Maß übervoll.
Grundsätzlich fand ich die Idee gut, die Geschichte hat durchaus Potential. Leider haben aber all diese handwerklichen Mängel mein Lesevergnügen enorm getrübt. 

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Tags: entführung, fb, hochzeit, new york, pädophilie, psychopath, puppe   (7)
 

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130 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

selbstfindung, wandern, pacific crest trail, usa, natur

Der große Trip

Cheryl Strayed , Reiner Pfleiderer
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.04.2014
ISBN 9783442158126
Genre: Biografien

Rezension:


Cheryl ist zwanzig, ein Jahr verheiratet, als der Krebstod ihrer Mutter sie völlig aus der Bahn wirft. Sie beginnt Drogen zu nehmen, betrügt mehrfach ihren Mann, was die Scheidung zur Folge hat. Zufällig entdeckt sie ein Buch über den Pacific Crest Trail, einen Fernwanderweg, der von Mexiko bis an die Grenze Kanadas führt. Und sie bricht auf. Eine Frau ohne Trekkingerfahrung, mit einem viel zu schweren Rucksack und jeder Menge Seelenmüll.


Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. 1995 wanderte Cheryl Strayed nach dem Tod ihrer Mutter drei Monate lang auf dem Pacific Crest Trail und legte insgesamt etwa 1600 Kilometer zu Fuß zurück. Der Roman beruht auf ihren Tagebucheinträgen während der Wanderung.
Ziemlich schonungslos geht sie dabei mit sich selbst zu Gericht, allerdings nicht gefeit gegen Attacken von Selbstmitleid. 
Landschaftsbeschreibungen – die manchmal allerdings wirken wie aus dem Wanderführer abgeschrieben – wechseln mit Schilderungen von diversen Begegnungen auf dem Trail und der Beschreibung ihrer Befindlichkeiten. Ihre Unerfahrenheit, die sie einen viel zu schweren Rucksack schleppen lässt, die Angst, in der Wildnis auf sich allein gestellt zu sein, Hunger und Durst, weil Entfernungen und Hindernisse falsch eingeschätzt werden und natürlich das alles beherrschende Thema: der Tod ihrer Mutter. Ein einschneidendes Erlebnis, das sie völlig aus der Bahn wirft. War doch die Mutter die einzige Konstante in Cheryls eher abenteuerlicher Kindheit. 
Trotzdem war ihr Absturz für mich nicht ganz nachvollziehbar. Sich dermaßen gehen zu lassen und vorsätzlich ihre eigentlich harmonische Beziehung zu ihrem Mann, der stets sehr liebevoll geschildert wird, zu zerstören, in die Drogensucht abzugleiten – ich verstand es nicht. 
Die Vorstellung, den Platz ihrer Mutter als Zusammenhalt für ihre Familie einzunehmen, stellt sich ebenfalls als Illusion heraus. 
Es gibt sicher viele Gründe, die Menschen dazu bringen, über ihr Leben zu schreiben. Aber ich habe doch immer wieder den Verdacht, dass es nicht nur als Vergangenheitsbewältigung dient, sondern auch schlicht und einfach, um mit der Ausschlachtung des eigenen Schicksals Geld zu verdienen.
Was nicht heißt, dass ich dieses Buch nicht gern gelesen habe. Es gibt durchaus sehr berührende, auch humorvolle Momente und die Strapazen der Wanderung sind sehr anschaulich geschildert.
Eine Liste mit den Büchern, die Cheryl auf dem Trip begleitet haben, ist angeschlossen.
Die Geschichte wurde mit Reese Witherspoon in der Titelrolle verfilmt.

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Tags: drogensucht, fernwanderung, krebstod, pacific crest trail, scheidung   (5)
 

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(93)

200 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, berlin, traumprinz, david safier, liebeskummer

Traumprinz

David Safier , Oliver Kurth
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Holtzbrink Buchverlage, 27.10.2016
ISBN 9783463406046
Genre: Humor

Rezension:


Die 29-jährige Comiczeichnerin Nellie Oswald hat schlimmen Liebeskummer. Zufällig fällt ihr ein altes tibetisches Notizbuch in die Hände und sie zeichnet ihren Traumprinzen Retro. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist er lebendig. Gemeinsam mit ihm macht sie sich im Berlin der Gegenwart auf, das Geheimnis des Notizbuchs zu lösen und die Welt vor dem Bösewicht zu retten, der das Notizbuch in seine Hände bekommen hat.


Welche Frau hatte nicht schon manchmal romantische Anwandlungen und wünschte sich einen Traumprinzen? 
In dieser ironisch-lustig erzählten Geschichte geht es genau darum. Nellie Oswald ist eine Chaotin, dabei hat sie das Herz am rechten Fleck. Ein wenig übertrieben kamen mir allerdings einige ihrer slapstick-artigen Aktionen vor, so wie die, als sie nur mit einem Badetuch bekleidet durch die Stadt saust. Manchmal wirkt sie mit ihren 29 Jahren auch ein wenig unreif.
Wer mit Literatur wie Harry Potter, Die Tribute von Panem oder Herr der Ringe nichts anfangen kann, könnte Probleme haben, denn es wird viel auf diese Bücher Bezug genommen.
Die Geschichte driftet natürlich ins Fantastische ab, wirkt auch märchenhaft. Gegen Ende gerät sie ein wenig kitschig.
Ich habe sie trotzdem gerne gelesen – nette Unterhaltung zum Schmunzeln. Niedlich fand ich die Zeichnungen von Oliver Kurth.

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Tags: comic, fantasiewelt, liebeskummer, märchenprinz   (4)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

sekte, bad aussee, gasperlmaier, krimi, mord

Letzte Bootsfahrt

Herbert Dutzler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.02.2017
ISBN 9783852189338
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ein Geschäftsmann wird ermordet in anstößiger Pose gefunden. Die Ermittlungen ergeben, dass er in unseriöse Grundstücksdeals und Bestechung verwickelt war. Doch dann gibt es einen zweiten Mord, der auf einen gänzlich anderen Hintergrund weist.
Der gemütlich-introvertierte Inspektor Gasperlmaier ermittelt zusammen mit seiner Vorgesetzten Dr. Kohlross und gerät bald in ziemliche Gewissenskonflikte. Denn in den zweiten Mord scheint seine eigene Mutter verwickelt zu sein.


Der dritte Band der Serie um den Altausseer Polizisten Franz Gasperlmaier wartet mit viel Lokalkolorit und einem eingespielten Ermittlerteam auf. 
Der ironisch-humorvolle Schreibstil lädt dazu ein, dass man die kriminellen Machenschaften vielleicht nicht zu ernst nehmen soll, denn wer einen raffinierten Fall erwartet, wird hier nicht bedient.
Die Handlung, zur Gänze aus der Sicht von Gasperlmaier geschildert, plätschert trotz der grausamen Mordfälle so dahin, wird gegen Ende auch eher zäh. Kein Wunder, die Hauptperson neigt eher nicht zu Tatkraft und Initiative.
Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich einigermaßen skurril, was irgendwann nicht mehr ganz glaubwürdig wird. 
Einerseits die energische Dr. Kohlross, die sich m.M. teilweise Befugnisse herausnimmt, die sie nicht hat und deren Ermittlungen nicht immer zielgerichtet sind.
Andererseits der phlegmatische Gasperlmaier, dem man ab und an einen Tritt verpassen möchte. Er trägt so gut wie gar nichts zum Geschehen bei, ist nur Beifahrer der Frau Doktor und tut mehr oder weniger nicht viel mehr, als ihr Schuhwerk oder diverse Körperteile zu bewundern – was ihn erst recht sprachlos macht.
Er ist verschlossen, stur und konservativ, was zwar am Anfang ganz liebenswert ist, mit der Zeit aber eher nervig wird. Am Ende vermasselt er auch noch einen entscheidenden Einsatz. Seine beinahe einzige Sorge gilt dem reichlichen Essen und dem Trinken – vorzugsweise Alkohol. 
Ich konnte mich mit Gasperlmaier leider nicht anfreunden und auch der Fall selbst bietet wenig Aufregendes. Lokalkolorit und versponnene Gedankengänge haben für mich nicht ausgereicht, um mich zu überzeugen.

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Tags: bad aussee, gasperlmaie, grundstücksgeschäfte, sekte   (4)
 

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

england, mystery, merrily watkins, zigeuner, hopfen

Der Turm der Seelen

Phil Rickman , Karolina Fell , ,
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2010
ISBN 9783499253331
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Herefordshire, an der Grenze zu Wales: In einem Hopfenturm soll der letzte Besitzer, der ermordet wurde, spuken. Ein Fall für Merrily Watkins, Pfarrerin und Beraterin in spirituellen Grenzfragen. Zugleich ist sie mit dem Problem eines angeblich besessenen Mädchens beschäftigt. Beiden Fällen steht Merrily zuerst eher skeptisch gegenüber. Doch dann geschieht nach einem von ihr durchgeführten Exorzismus ein grauenhafter Mord. 


Dies ist der vierte Band um die Pfarrerin Merrily Watkins, die sich auch spirituellen Grenzerfahrungen widmet, d.h. sie ist zuständig, sobald es um übernatürliche Erscheinungen geht. Ich kenne die Vorbände nicht, also brauchte ich ein wenig, um mit den einzelnen Personen vertraut zu werden. 
Merrily hat nicht nur Probleme mit ihrer sechzehnjährigen Tochter Jane, sondern muss sich auch über die Gefühle für den Songschreiber Lol Robinson klarwerden. Sie ist mit ihren privaten Problemen durchaus sympathisch, nur leider wirkt sie in ihrem zugegebenermaßen merkwürdigen Job ziemlich inkompetent und überfordert, verhält sich im – wie erwähnt – vierten Band noch immer wie eine Anfängerin. Ich konnte bis zum Schluss nicht ganz nachvollziehen, was sie als „Exorzistin“ qualifizieren soll. Ihr permanentes Scheitern, das wohl Spannung erzeugen soll, ist irgendwann unglaubwürdig. 
Man erfährt in der Story Einzelheiten über den Hopfenanbau in früheren Zeiten, das Problem der Roma in dieser Gegend, die als Erntearbeiter fungierten. Das ist alles ausführlich recherchiert und auch die Landschaft ist atmosphärisch dicht beschrieben. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und besonders die Dialoge sind sehr lebendig. Trotzdem zieht sich die Geschichte und wird langatmig. 
Erst am Ende kommt Spannung auf, allerdings bleiben auch einige Fragen ungeklärt. 
Der Abdruck einer Website soll Authentizität vermitteln. 
Leider ist dem Autor ein literarischer Fehler unterlaufen: die Figur des Mr. Rochester, der seine wahnsinnige Frau in einem Turm eingesperrt hat, ist nicht Jane Austen zu verdanken! 
Fazit: Mich hat die Mischung aus Kriminal- und Geistergeschichte leider nicht ganz überzeugt. 

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Tags: besessenheit, exorzismu, hopfenanbau, zigeuner   (4)
 

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(23)

43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

botswana, afrika, krimi, privatdetektivin, mma ramotswe

The No.1 Ladies' Detective Agency

Alexander McCall Smith , Alexander McCall Smith
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Little, Brown Book Group, 05.06.2003
ISBN 9780349116754
Genre: Sonstiges

Rezension:


Precious Ramotswe ist Botswanas erste und einzige Privatdetektivin und löst ihre Fälle mit Intuition und Witz. Sei es die Geschichte um den falschen Vater, einen verschwundenen Ehemann, eine ungehorsame Tochter oder gar ein Fall von schwarzer Magie. 
Ihr engster Freund ist J.L.B. Matekoni, Besitzer einer Autowerkstatt, der allerdings mehr für sie sein möchte. Doch Mma Ramotswe hat ihre eigenen Ansichten zum Thema Männer und Ehe. 


Der Autor Alexander McCall Smith wurde in Afrika geboren und lebt jetzt in Edinburgh. 
Precious Ramotswe, Heldin einer ganzen Serie von Büchern, ist eine selbstbewusste Single-Frau, die sich eine eigene Existenz geschaffen hat – nicht unbedingt typisch für die eher patriarchalisch orientierte Gesellschaft, in der sie aufgewachsen ist. Nach einer unglücklichen Ehe ist sie umso mehr auf Eigenständigkeit bedacht und sie hält auch nicht hinter dem Berg, was ihre Meinung zu afrikanischen Männern angeht. Die Erfahrung – nicht nur ihre eigene – lehrt sie immer wieder, wie recht sie mit ihrer Einstellung hat. Diese Erfahrung hilft ihr auch, ihre Fälle zu lösen, auch wenn sie manchmal anders ausgehen als erwartet.
Der feine Humor und die bildhafte, einfache Sprache lassen die Geschichten um diese ungewöhnliche Frau zu einer unterhaltsamen Lektüre werden. 
Die exotische Kulisse wird lebendig geschildert, man fühlt sich richtig hineinversetzt in diese Welt, die noch immer von alten Regeln, aber auch dem Fortschritt bestimmt ist, der jedoch nicht allen zugutekommt und nicht nur Gutes bringt. 
Spannend auch die Beschreibung des Zusammenlebens der Menschen, deren Familiensinn sehr ausgeprägt ist. 
Die einzelnen Kapitel sind zum Teil in sich abgeschlossen, zum Teil führen sie weiter. Detektivgeschichten, die ohne Gewalt und Blut auskommen!

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Tags: afrika, botswana, mma ramotswe, privatdetektivin   (4)
 

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(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

traumseheri, elfen, magier, dämon, versunkene stadt

Die sieben Zeichen des Zorns: Die versunkene Stadt

Alexandra Balzer
E-Buch Text: 145 Seiten
Erschienen bei null, 19.01.2017
ISBN B01MUCWEP9
Genre: Sonstiges

Rezension:


Um das fünfte Zeichen des Zoi’ron zu initiieren, müssen die Gefährten zuerst die versunkene Stadt wiedererwecken. Inzwischen muss der gefallene Gott Nakoio das Vertrauen Kiomys erlangen, damit auch dieser seine ihm vom Schicksal zugedachte Aufgabe erfüllen kann. Ein beinahe unmögliches Unterfangen, denn der Junge ist zutiefst verstört. 
Gleichzeitig wird Yllanya vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt.


Der fünfte Teil um die Erweckung des Gottes Zoi’ron durch die Auserwählten widmet sich hauptsächlich der Frage, ob und wie ein Wesen, dessen Vertrauen tief erschüttert ist, seine Fähigkeiten entdecken und nützen kann. Wie immer gelingt es der Autorin, die Charaktere glaubwürdig und mit viel Gespür anzulegen. 
Das Erzähltempo dieses Bandes ist um einiges ruhiger, da es weniger um Kämpfe als um innere Wandlung und Erlangen von Stärke geht.
Die Traumseherin Maondny bleibt geheimnisvoll und hat sicher noch einige Überraschungen zu bieten.
Faszinierend auch immer wieder die bis ins Detail ausgearbeiteten Welten und ihre Geschichte, wie die der Rataumi. 
Der philosophische Ansatz ist hier besonders interessant. 
Zwei Zeichen sind nun noch zu erwecken und man darf gespannt sein, welche Überraschungen und Wendungen sich bis zum großen Finale noch ergeben!

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Tags: dämon, elfen, magier, traumseheri, versunkene stadt   (5)
 

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(70)

162 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

krimi, london, mord, cormoran strike, robert galbraith

Der Seidenspinner

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Christoph Göhler , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.02.2016
ISBN 9783734102233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der Romanautor Owen Quine verschwindet spurlos und Privatdetektiv Cormoran Strike bekommt von dessen Frau den Auftrag, nach ihm zu suchen. Obwohl Quine schon öfters einfach abgetaucht ist, scheint diesmal mehr dahinter zu stecken. Der Schriftsteller wollte nämlich ein Manuskript veröffentlichen, das mehrere Personen aus seinem Bekanntenkreis kompromittieren könnte.
Als Quines Leiche tatsächlich unter bizarren Umständen aufgefunden wird, muss sich Strike mit den verstörenden Details dieses Manuskripts auseinandersetzen, um das wahre Motiv des Täters aufzudecken.


Der zweite Band von Robert Galbraith (das Pseudonym von Joanne K. Rowling) über den ehemaligen Soldaten Cormoran Strike führt in die Welt der Schriftsteller und Verlage, gibt Einblick in so manche Geschäftspraktik, über Konkurrenz und Eifersüchteleien zwischen Autoren, Lektoren und Agenten.
Der finanzielle und berufliche Status des Privatdetektivs Strike hat sich durch die Entlarvung des Mörders von Lula Landry im ersten Teil nun ein wenig verbessert, er hat aber immer noch mit seinem kaputten Bein zu kämpfen. Ein Arztbesuch kommt wohl für ihn nicht in Frage, um seine Leiden zu lindern. Also schleppt er sich mehr oder weniger schmerzerfüllt durch eine eher zähe und langatmige Geschichte, in der der Leser mit zahlreichen Pints Ale und deftigem Essen durch die Publandschaft von London geführt wird. 
Das Verhältnis Strikes zu seiner Assistentin/Sekretärin Robin Ellacott ist wieder gekennzeichnet von Nicht-Ausgesprochenem, unterschiedlichen Erwartungen und der merkwürdigen Beziehung Robins zu ihrem Verlobten Matthew. Diesmal hält er sich mehr zurück, aber man fragt sich trotzdem, warum Robin diesen Egomanen nicht endlich in die Wüste schickt.
Allerdings fand ich das Spannungsverhältnis Strike/Robin psychologisch ganz interessant. 
So ganz nachvollziehen kann ich allerdings nicht, warum Strike auf Frauen so anziehend wirken soll.
Grundsätzlich gibt es außer diesen beiden übrigens keine einzige sympathische Figur. Nur die behinderte Tochter von Owen Quine erweckt Mitleid in mir.
Das Manuskript, das den brutalen Mord auslöst, hat einen dermaßen bizarren und abstoßenden Inhalt, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie jemand so etwas überhaupt lesen möchte. Handelt es sich um eine Art Parodie auf den Literaturbetrieb, auf die zweifelhafte Qualität von manchen Bestsellern, die Galbraith damit anprangern will? Anders kann ich mir dieses abstruse Werk nicht vorstellen.
Die Handlung schleppt sich, wie gesagt, zum größten Teil, sehr zäh voran. Noch dazu sind Strike als privatem Ermittler zum Großteil die Hände gebunden. Der Trick, wesentliche Erkenntnisse dann nur anzudeuten, hat mich eher verärgert. Da hat Strike endlich eine Idee oder er erkennt Zusammenhänge und dann erfährt man als Leser nichts davon!
Erst auf den letzten hundert Seiten kommt endlich Spannung auf und dann löst sich die ganze Geschichte beinahe zu schnell.


Fazit: Wie schon im ersten Band hat mir die Langatmigkeit der Geschichte zu schaffen gemacht. Der Plot an sich hätte wahrscheinlich mit der halben Seitenzahl erzählt werden können. 
Galbraiths Stärke sind allerdings die detailgenauen Charakterdarstellungen und die Schilderung des Ambientes.

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Tags: autoren, kriegsveteran, literaturagenten, london, manuskript, metaphern, privatdetekti, seidenspinner, verlage, verleumdung   (10)
 

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201 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

freundschaft, liebe, buchclub, bücher, beziehungen

Die Bücherfreundinnen

Jo Platt , Katharina Naumann , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499268861
Genre: Romane

Rezension:


Alice, Miriam, Connie, Abigail und Sophie kennen sich seit Studienzeiten und sind noch immer gute Freundinnen. Die Sechste, Lydia, fehlt, denn sie starb vor drei Jahren an Krebs. Ihren letzten Wunsch, ihren Mann Jon in den Bücherclub aufzunehmen, erfüllen sie ihr gerne. Die regelmäßigen Treffen schweißen sie zusammen, lassen sie den Verlust und die Trauer leichter tragen. Doch Alice ist trotzdem nicht glücklich. Die erfolgreiche Innenarchitektin erlebt eine Katastrophe nach der nächsten mit ihren Männerbekanntschaften. Bis sie merkt, dass das Glück, nach dem sie sucht, eigentlich ganz nahe ist.


Erwartet habe ich eine Geschichte über Frauen, die Bücher lieben und Leid und Freud miteinander teilen. Meine Erwartungen wurden nur bedingt erfüllt.
Im Klappentext werden die fünf Frauen und der einzige Mann in der Runde genauer vorgestellt – und das ist auch notwendig, denn vor allem zu Beginn verwirren die vielen Namen doch ein wenig. 
Hauptfigur ist Alice, näher eingegangen wird auch noch auf Sophie. Alle anderen sind eher im Hintergrund. Natürlich ist es klar, dass bei mehreren Charakteren eine gewisse Gewichtung vorgenommen werden muss, aber leider bleiben hier die meisten Figuren relativ blass. 
Das Thema Trauerbewältigung wird nur am Rand abgehandelt, Lydia kommt in ein paar kurzen Rückblicken vor. Im Zentrum steht eigentlich nur Alices Suche nach Mr. Right. Und die gestaltet sich zwar kompliziert, aber doch vorhersehbar. Was auch für ihre Freundin Sophie gilt.
Wenn man will, kann man bei der Lektüre dieses Buches folgendes lernen:
1. Frauen über dreißig, die noch Single sind, müssen unbedingt verkuppelt werden, ob sie wollen oder nicht, denn ohne Mann ist Frau ja nicht vollständig.
2. Hat eine Frau endlich einen Mann ergattert, verwandelt sie sich in eine unzufriedene Ehefrau/Mutter, die beklagen muss, dass sie nicht mehr die Freiheit hat, die sie als Unverheiratete ja unbedingt aufgeben wollte.
3. Single-Männer sind gutaussehend, manchmal ein wenig skurril oder sie entpuppen sich als unaufrichtig – wenn er nicht gerade wirklich „Mr. Right“ ist.
4. Verheiratete Männer sind unattraktiv, gleichgültig oder lieblos und leben nur für ihren Beruf.
Ansatzweise fand ich die Lektüre ganz amüsant, vor allem die Dialoge zwischen den Freundinnen.
Enttäuscht war ich darüber, dass Bücher tatsächlich nur am Rand eine Rolle spielen, obwohl der deutsche Buchtitel etwas Anderes suggerieren soll. Die Freundinnen treffen sich eher zum gemeinsamen Trinken und Besprechen ihrer Probleme als zum Austausch über Literatur. 

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Tags: beziehungen, bristol, buchklub, mr. right, singles   (5)
 

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(581)

1.038 Bibliotheken, 13 Leser, 6 Gruppen, 35 Rezensionen

dänemark, thriller, sonderdezernat q, krimi, jagd

Schändung

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2013
ISBN 9783423214278
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


In einem Sommerhaus wird ein Geschwisterpaar brutal ermordet. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe von Schülern aus einem exklusiven Privatinternat, die für ihre Gewalt- und Drogenexzesse bekannt sind. Einer von ihnen gesteht die Morde.
Zwanzig Jahre später: Carl Morck vom Sonderdezernat Q für ungeklärte Fälle findet die Akte auf seinem Schreibtisch. Niemand weiß, warum sie wieder aufgetaucht ist, der Fall war geklärt. Doch es gibt jemanden, der daran interessiert ist, die Geschichte noch einmal aufzurollen. Die damals Verdächtigen sind heute einflussreiche Mitglieder der Gesellschaft – bis auf eine von ihnen: Kimmie, die einzige Frau in der Gruppe will Rache nehmen an ihren ehemaligen Freunden, denn sie haben ihr übel mitgespielt.


Nachdem Carl Morck mit der spektakulären Lösung seines ersten Falles die Daseinsberechtigung des Sonderdezernats für ungeklärte Fälle hinreichend bewiesen hat, muss der Kommissar erneut gegen allerlei Hürden kämpfen. Denn in eine ganze Reihe von Mordfällen scheinen hochrangige Mitglieder der Gesellschaft involviert zu sein. Es ist schnell klar, dass derjenige, der die Morde gestanden hat, nur der Sündenbock war. Morck hat deshalb hauptsächlich mit Vorgesetzten zu kämpfen, die Angst davor haben, sich mit den einflussreichen Persönlichkeiten anzulegen.
Der Autor lässt sich viel Zeit, Leben und Hintergrund der Täter darzustellen, die allesamt gefühlsarm sind durch emotionale Vernachlässigung der Eltern. Dies wird besonders bei der einzigen Frau in der Gruppe deutlich.
Durch diese akribische Darstellung der Charaktere kommt es zu einigen Längen in der Handlung. 
Carl Morck und sein Assistent Assad bekommen Unterstützung von der forschen Rose und natürlich gibt es wieder Reibereien mit den eigenwilligen Mitarbeitern. Dass Morck sein Leben absolut nicht im Griff hat, ist nichts Neues. 
Der Fall selbst erscheint mir ein wenig unstimmig, z.B. verstehe ich nicht ganz, warum Kimmie zwanzig Jahre brauchte, um endlich ihre Rache zu vollenden.
Das Ende war mir zu konstruiert. Ich hatte den Eindruck, dass hier unter allen Umständen endlich Action hineinkommen musste – auf die Gefahr hin, dass es unglaubwürdig wirkt. 


Fazit: Psychologisch gut ausgearbeitete Charaktere, Handlung mit einigen Längen.

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Tags: drogenmissbrauch, gewalt, jagd, obdachlose   (4)
 

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(76)

126 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

thriller, alchemie, gold, stein der weisen, andreas eschbach

Teufelsgold

Andreas Eschbach
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783785725689
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Hendrik Busske, Angestellter einer Investmentfirma, entdeckt durch Zufall in einem Züricher Antiquariat ein Buch, in dem erzählt wird, wie im Jahr 1295 ein Alchemist in Deutschland auftaucht, der behauptet, mit Hilfe des Steins der Weisen Gold erzeugen zu können. Dieses Gold ist allerdings höchst radioaktiv und bringt den Tod. 
Hendrik ist so fasziniert von der Geschichte, dass er das Buch kurzerhand stiehlt. Fortan bestimmt der Gedanke daran sein weiteres Leben, das von der Jagd nach Erfolg und Reichtum dominiert wird. Ein sensationeller archäologischer Fund deutet neben anderen Indizien darauf hin, dass die Geschichte nicht nur Legende, sondern Wahrheit sein könnte und der Stein der Weisen tatsächlich existiert. Gemeinsam mit seinem Bruder macht sich Hendrik auf die Suche, das Geheimnis zu lösen.

Sofort ins Auge fällt die sehr schöne Aufmachung des Buchs. Hier wurde nicht an Effekten gespart und man erwartet sich eine entsprechende Geschichte, noch dazu, wo es um das interessante Thema Alchemie und ihre Verbindung zur Gegenwart geht.
Der schöne Schein trügt leider.
Das erste Drittel der Geschichte um den Investmentberater Hendrik Busske liest sich wie ein Beispiel aus einem esoterischen Glücksratgeber mit einer Anhäufung von unwahrscheinlichen Zufällen. Immer wieder taucht genau im richtigen Moment die richtige Person auf, um Hendriks Karriere einen Schubs zu geben oder die Umstände wenden sich zufällig zu seinen Gunsten. 
Außerdem sind diese Beschreibungen, wie Hendrik sein Geschäft aufbaut, für mich einfach nur langweilig und wirken so distanziert, dass man sich nicht mit der Figur identifizieren kann. Die im Übrigen äußerst unsympathisch wirkt.
Hendrik ist voller Selbstmitleid, arrogant und egozentrisch. Zum Glück hat er eine Frau, die sich seinen Karrierewünschen vollständig unterordnet und sogar seine Affären mit diversen Seminarteilnehmerinnen hinnimmt.
Die meisten Figuren sind reines Klischee: Die erwähnte duldsame Ehefrau, Hendriks Bruder, der verschrobene Wissenschaftler, die schöne rothaarige Milliardärin, der geheimnisvolle Schlossbesitzer etc.
Ich hätte dieses Buch nach dem erwähnten ersten Drittel beinahe weggelegt, wenn es nicht die Dan-Brown-artigen Einschübe gäbe, die von einem geheimnisvollen Mann erzählen, der Hendrik genau überwacht. 
Interessant sind die Legenden – oder doch wahren Begebenheiten – aus der Vergangenheit, die immer wieder von dem Verderben berichten, die das „Teufelsgold“ bringt.
Spannend wird die Geschichte erst, als plötzlich die goldene Rüstung gefunden wird, die in den Legenden eine Rolle spielt.  
Dann driftet die Story allerdings in die Fantasy ab. Was ich grundsätzlich nicht schlecht finde, denn es zeichnet sich ohnehin ab. Hendrik wird dabei leider nicht sympathischer. Sein Streben gilt noch immer nur seiner eigenen Bedeutung, einer vagen Vorstellung von Macht und Vollkommenheit, ohne Rücksicht auf Gefühle anderer. 
Das Ende enttäuscht. Die Sinneswandlung, die der Held erfährt, ist nicht wirklich nachvollziehbar und so rasch abgehandelt, als hätte selbst der Autor genug von dieser ziemlich konstruierten Geschichte gehabt. 
Schade. Von Herrn Eschbach ist man Besseres gewohnt. 

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Tags: alchemie, gold, radioaktivität, reichtum, unsterblichkeit   (5)
 

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(16)

37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

klassiker, abenteuer, karl may, china, historienroman

Der blaurote Methusalem

Karl May , Euchar A Schmid
Fester Einband: 525 Seiten
Erschienen bei Karl-May-Verlag, 01.01.1951
ISBN 9783780200402
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der Student Degenfeld, genannt „blauroter Methusalem“ wegen seiner Schnapsnase und der langen Studierzeit, beschließt, eine Reise nach China zu unternehmen. Zum einen, um seinem eintönigen Leben neuen Schwung zu geben, zum anderen, um den Onkel des Gymnasiasten Richard Stein ausfindig zu machen, der in China eine Ölquelle bewirtschaftet. Dann auch noch, weil er für seinen Nachbarn, den chinesischen Teehändler Ye-kin-li, dessen verschollene Familie ausfindig machen will.
Begleitet wird er von seinem Freund und Diener Gottfried, seinem Hund, dem wackeren Kapitän Frick Turnerstick und dem dicken Mijnheer von Aardappelenbosch. 
Zahlreiche Abenteuer haben die merkwürdigen Gefährten zu bestehen, ehe alles sich zu einem guten Ende findet.

Eine ziemlich skurrile Truppe erobert das Reich der Mitte: Der „blaurote Methusalem“ weiß alles und kann alles, ist aber längst nicht ein so markanter Held wie Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi. Er hat „alles und nichts“ studiert und zieht in seiner Studentenkleidung, die natürlich besonders in China auffallen muss, durch die Welt. Die Handlung wird hauptsächlich von ihm getragen, denn er weiß bei allen Widrigkeiten und unglücklichen Zufällen Rat und spricht außerdem perfekt Chinesisch.
Sein Freund und Diener „Gottfried von Bouillon“ schleppt die Wasserpfeife seines Herrn und eine Oboe durch die Gegend. Dazu der riesige Hund, ein Neufundländer, der den Bierkrug in seinem Maul zu transportieren hat. 
Kapitän Turnerstick und Mijnheer von Aardappelenbosch zeichnen sich durch eine geradezu himmelschreiende Naivität aus. 
Besonders zu Beginn der Geschichte kann man sich über dieses seltsame Gespann durchaus amüsieren. Die Sprachspielereien, denen der Autor Gottfried, den Kapitän und den Holländer unterwirft, sind allerdings mit der Zeit ein wenig mühsam zu lesen. Gottfried spricht Dialekt, der Kapitän vermeint, Chinesisch zu reden, wenn er deutschen Wörtern die Endungen -ing, -ang, -eng oder -ung anhängt. Und von Aardappelenbosch plappert in Holländisch, das immerhin übersetzt wird, aber dann eben doppelt zu lesen ist.
Richard Stein, der einzig „normale“ in der Gruppe, der eigentlich einen der Gründe für die Reise liefert, bleibt eine Randfigur.
Problematisch finde ich – wie so oft bei Karl May – die Darstellung der Einwohner des bereisten Landes. „Der Chinese“ wird – mit wenigen Ausnahmen - als grausam, feige und verlogen geschildert.
Sehr viele Zufälle bringen die Handlung und somit die diversen Familienzuführungen zu einem guten Ende.
Die Stärken dieser Geschichte liegen eindeutig wieder auf den sehr anschaulichen und detaillierten Landschaftsschilderungen. 

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Tags: china, ölquellen, piraten, reiseabenteuer, studenten   (5)
 
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