Karin_Kehrer

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229 Bücher, 188 Rezensionen

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

botswana, afrika, krimi, roman, ethnokrimi

The No.1 Ladies' Detective Agency

Alexander McCall Smith , Alexander McCall Smith
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Little, Brown Book Group, 05.06.2003
ISBN 9780349116754
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

traumseheri, elfen, magier, dämon, versunkene stadt

Die sieben Zeichen des Zorns: Die versunkene Stadt

Alexandra Balzer
E-Buch Text: 145 Seiten
Erschienen bei null, 19.01.2017
ISBN B01MUCWEP9
Genre: Sonstiges

Rezension:


Um das fünfte Zeichen des Zoi’ron zu initiieren, müssen die Gefährten zuerst die versunkene Stadt wiedererwecken. Inzwischen muss der gefallene Gott Nakoio das Vertrauen Kiomys erlangen, damit auch dieser seine ihm vom Schicksal zugedachte Aufgabe erfüllen kann. Ein beinahe unmögliches Unterfangen, denn der Junge ist zutiefst verstört. 
Gleichzeitig wird Yllanya vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt.


Der fünfte Teil um die Erweckung des Gottes Zoi’ron durch die Auserwählten widmet sich hauptsächlich der Frage, ob und wie ein Wesen, dessen Vertrauen tief erschüttert ist, seine Fähigkeiten entdecken und nützen kann. Wie immer gelingt es der Autorin, die Charaktere glaubwürdig und mit viel Gespür anzulegen. 
Das Erzähltempo dieses Bandes ist um einiges ruhiger, da es weniger um Kämpfe als um innere Wandlung und Erlangen von Stärke geht.
Die Traumseherin Maondny bleibt geheimnisvoll und hat sicher noch einige Überraschungen zu bieten.
Faszinierend auch immer wieder die bis ins Detail ausgearbeiteten Welten und ihre Geschichte, wie die der Rataumi. 
Der philosophische Ansatz ist hier besonders interessant. 
Zwei Zeichen sind nun noch zu erwecken und man darf gespannt sein, welche Überraschungen und Wendungen sich bis zum großen Finale noch ergeben!

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Tags: dämon, elfen, magier, traumseheri, versunkene stadt   (5)
 

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139 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

robert galbraith, cormoran strike, krimi, london, autor

Der Seidenspinner

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Christoph Göhler , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.02.2016
ISBN 9783734102233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der Romanautor Owen Quine verschwindet spurlos und Privatdetektiv Cormoran Strike bekommt von dessen Frau den Auftrag, nach ihm zu suchen. Obwohl Quine schon öfters einfach abgetaucht ist, scheint diesmal mehr dahinter zu stecken. Der Schriftsteller wollte nämlich ein Manuskript veröffentlichen, das mehrere Personen aus seinem Bekanntenkreis kompromittieren könnte.
Als Quines Leiche tatsächlich unter bizarren Umständen aufgefunden wird, muss sich Strike mit den verstörenden Details dieses Manuskripts auseinandersetzen, um das wahre Motiv des Täters aufzudecken.


Der zweite Band von Robert Galbraith (das Pseudonym von Joanne K. Rowling) über den ehemaligen Soldaten Cormoran Strike führt in die Welt der Schriftsteller und Verlage, gibt Einblick in so manche Geschäftspraktik, über Konkurrenz und Eifersüchteleien zwischen Autoren, Lektoren und Agenten.
Der finanzielle und berufliche Status des Privatdetektivs Strike hat sich durch die Entlarvung des Mörders von Lula Landry im ersten Teil nun ein wenig verbessert, er hat aber immer noch mit seinem kaputten Bein zu kämpfen. Ein Arztbesuch kommt wohl für ihn nicht in Frage, um seine Leiden zu lindern. Also schleppt er sich mehr oder weniger schmerzerfüllt durch eine eher zähe und langatmige Geschichte, in der der Leser mit zahlreichen Pints Ale und deftigem Essen durch die Publandschaft von London geführt wird. 
Das Verhältnis Strikes zu seiner Assistentin/Sekretärin Robin Ellacott ist wieder gekennzeichnet von Nicht-Ausgesprochenem, unterschiedlichen Erwartungen und der merkwürdigen Beziehung Robins zu ihrem Verlobten Matthew. Diesmal hält er sich mehr zurück, aber man fragt sich trotzdem, warum Robin diesen Egomanen nicht endlich in die Wüste schickt.
Allerdings fand ich das Spannungsverhältnis Strike/Robin psychologisch ganz interessant. 
So ganz nachvollziehen kann ich allerdings nicht, warum Strike auf Frauen so anziehend wirken soll.
Grundsätzlich gibt es außer diesen beiden übrigens keine einzige sympathische Figur. Nur die behinderte Tochter von Owen Quine erweckt Mitleid in mir.
Das Manuskript, das den brutalen Mord auslöst, hat einen dermaßen bizarren und abstoßenden Inhalt, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie jemand so etwas überhaupt lesen möchte. Handelt es sich um eine Art Parodie auf den Literaturbetrieb, auf die zweifelhafte Qualität von manchen Bestsellern, die Galbraith damit anprangern will? Anders kann ich mir dieses abstruse Werk nicht vorstellen.
Die Handlung schleppt sich, wie gesagt, zum größten Teil, sehr zäh voran. Noch dazu sind Strike als privatem Ermittler zum Großteil die Hände gebunden. Der Trick, wesentliche Erkenntnisse dann nur anzudeuten, hat mich eher verärgert. Da hat Strike endlich eine Idee oder er erkennt Zusammenhänge und dann erfährt man als Leser nichts davon!
Erst auf den letzten hundert Seiten kommt endlich Spannung auf und dann löst sich die ganze Geschichte beinahe zu schnell.


Fazit: Wie schon im ersten Band hat mir die Langatmigkeit der Geschichte zu schaffen gemacht. Der Plot an sich hätte wahrscheinlich mit der halben Seitenzahl erzählt werden können. 
Galbraiths Stärke sind allerdings die detailgenauen Charakterdarstellungen und die Schilderung des Ambientes.

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Tags: autoren, kriegsveteran, literaturagenten, london, manuskript, metaphern, privatdetekti, seidenspinner, verlage, verleumdung   (10)
 

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193 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

freundschaft, liebe, buchclub, bücher, beziehungen

Die Bücherfreundinnen

Jo Platt , Katharina Naumann , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499268861
Genre: Romane

Rezension:


Alice, Miriam, Connie, Abigail und Sophie kennen sich seit Studienzeiten und sind noch immer gute Freundinnen. Die Sechste, Lydia, fehlt, denn sie starb vor drei Jahren an Krebs. Ihren letzten Wunsch, ihren Mann Jon in den Bücherclub aufzunehmen, erfüllen sie ihr gerne. Die regelmäßigen Treffen schweißen sie zusammen, lassen sie den Verlust und die Trauer leichter tragen. Doch Alice ist trotzdem nicht glücklich. Die erfolgreiche Innenarchitektin erlebt eine Katastrophe nach der nächsten mit ihren Männerbekanntschaften. Bis sie merkt, dass das Glück, nach dem sie sucht, eigentlich ganz nahe ist.


Erwartet habe ich eine Geschichte über Frauen, die Bücher lieben und Leid und Freud miteinander teilen. Meine Erwartungen wurden nur bedingt erfüllt.
Im Klappentext werden die fünf Frauen und der einzige Mann in der Runde genauer vorgestellt – und das ist auch notwendig, denn vor allem zu Beginn verwirren die vielen Namen doch ein wenig. 
Hauptfigur ist Alice, näher eingegangen wird auch noch auf Sophie. Alle anderen sind eher im Hintergrund. Natürlich ist es klar, dass bei mehreren Charakteren eine gewisse Gewichtung vorgenommen werden muss, aber leider bleiben hier die meisten Figuren relativ blass. 
Das Thema Trauerbewältigung wird nur am Rand abgehandelt, Lydia kommt in ein paar kurzen Rückblicken vor. Im Zentrum steht eigentlich nur Alices Suche nach Mr. Right. Und die gestaltet sich zwar kompliziert, aber doch vorhersehbar. Was auch für ihre Freundin Sophie gilt.
Wenn man will, kann man bei der Lektüre dieses Buches folgendes lernen:
1. Frauen über dreißig, die noch Single sind, müssen unbedingt verkuppelt werden, ob sie wollen oder nicht, denn ohne Mann ist Frau ja nicht vollständig.
2. Hat eine Frau endlich einen Mann ergattert, verwandelt sie sich in eine unzufriedene Ehefrau/Mutter, die beklagen muss, dass sie nicht mehr die Freiheit hat, die sie als Unverheiratete ja unbedingt aufgeben wollte.
3. Single-Männer sind gutaussehend, manchmal ein wenig skurril oder sie entpuppen sich als unaufrichtig – wenn er nicht gerade wirklich „Mr. Right“ ist.
4. Verheiratete Männer sind unattraktiv, gleichgültig oder lieblos und leben nur für ihren Beruf.
Ansatzweise fand ich die Lektüre ganz amüsant, vor allem die Dialoge zwischen den Freundinnen.
Enttäuscht war ich darüber, dass Bücher tatsächlich nur am Rand eine Rolle spielen, obwohl der deutsche Buchtitel etwas Anderes suggerieren soll. Die Freundinnen treffen sich eher zum gemeinsamen Trinken und Besprechen ihrer Probleme als zum Austausch über Literatur. 

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Tags: beziehungen, bristol, buchklub, mr. right, singles   (5)
 

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993 Bibliotheken, 12 Leser, 6 Gruppen, 34 Rezensionen

dänemark, thriller, sonderdezernat q, krimi, jagd

Schändung

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2013
ISBN 9783423214278
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


In einem Sommerhaus wird ein Geschwisterpaar brutal ermordet. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe von Schülern aus einem exklusiven Privatinternat, die für ihre Gewalt- und Drogenexzesse bekannt sind. Einer von ihnen gesteht die Morde.
Zwanzig Jahre später: Carl Morck vom Sonderdezernat Q für ungeklärte Fälle findet die Akte auf seinem Schreibtisch. Niemand weiß, warum sie wieder aufgetaucht ist, der Fall war geklärt. Doch es gibt jemanden, der daran interessiert ist, die Geschichte noch einmal aufzurollen. Die damals Verdächtigen sind heute einflussreiche Mitglieder der Gesellschaft – bis auf eine von ihnen: Kimmie, die einzige Frau in der Gruppe will Rache nehmen an ihren ehemaligen Freunden, denn sie haben ihr übel mitgespielt.


Nachdem Carl Morck mit der spektakulären Lösung seines ersten Falles die Daseinsberechtigung des Sonderdezernats für ungeklärte Fälle hinreichend bewiesen hat, muss der Kommissar erneut gegen allerlei Hürden kämpfen. Denn in eine ganze Reihe von Mordfällen scheinen hochrangige Mitglieder der Gesellschaft involviert zu sein. Es ist schnell klar, dass derjenige, der die Morde gestanden hat, nur der Sündenbock war. Morck hat deshalb hauptsächlich mit Vorgesetzten zu kämpfen, die Angst davor haben, sich mit den einflussreichen Persönlichkeiten anzulegen.
Der Autor lässt sich viel Zeit, Leben und Hintergrund der Täter darzustellen, die allesamt gefühlsarm sind durch emotionale Vernachlässigung der Eltern. Dies wird besonders bei der einzigen Frau in der Gruppe deutlich.
Durch diese akribische Darstellung der Charaktere kommt es zu einigen Längen in der Handlung. 
Carl Morck und sein Assistent Assad bekommen Unterstützung von der forschen Rose und natürlich gibt es wieder Reibereien mit den eigenwilligen Mitarbeitern. Dass Morck sein Leben absolut nicht im Griff hat, ist nichts Neues. 
Der Fall selbst erscheint mir ein wenig unstimmig, z.B. verstehe ich nicht ganz, warum Kimmie zwanzig Jahre brauchte, um endlich ihre Rache zu vollenden.
Das Ende war mir zu konstruiert. Ich hatte den Eindruck, dass hier unter allen Umständen endlich Action hineinkommen musste – auf die Gefahr hin, dass es unglaubwürdig wirkt. 


Fazit: Psychologisch gut ausgearbeitete Charaktere, Handlung mit einigen Längen.

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Tags: drogenmissbrauch, gewalt, jagd, obdachlose   (4)
 

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116 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

alchemie, thriller, gold, stein der weisen, andreas eschbach

Teufelsgold

Andreas Eschbach
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783785725689
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Hendrik Busske, Angestellter einer Investmentfirma, entdeckt durch Zufall in einem Züricher Antiquariat ein Buch, in dem erzählt wird, wie im Jahr 1295 ein Alchemist in Deutschland auftaucht, der behauptet, mit Hilfe des Steins der Weisen Gold erzeugen zu können. Dieses Gold ist allerdings höchst radioaktiv und bringt den Tod. 
Hendrik ist so fasziniert von der Geschichte, dass er das Buch kurzerhand stiehlt. Fortan bestimmt der Gedanke daran sein weiteres Leben, das von der Jagd nach Erfolg und Reichtum dominiert wird. Ein sensationeller archäologischer Fund deutet neben anderen Indizien darauf hin, dass die Geschichte nicht nur Legende, sondern Wahrheit sein könnte und der Stein der Weisen tatsächlich existiert. Gemeinsam mit seinem Bruder macht sich Hendrik auf die Suche, das Geheimnis zu lösen.

Sofort ins Auge fällt die sehr schöne Aufmachung des Buchs. Hier wurde nicht an Effekten gespart und man erwartet sich eine entsprechende Geschichte, noch dazu, wo es um das interessante Thema Alchemie und ihre Verbindung zur Gegenwart geht.
Der schöne Schein trügt leider.
Das erste Drittel der Geschichte um den Investmentberater Hendrik Busske liest sich wie ein Beispiel aus einem esoterischen Glücksratgeber mit einer Anhäufung von unwahrscheinlichen Zufällen. Immer wieder taucht genau im richtigen Moment die richtige Person auf, um Hendriks Karriere einen Schubs zu geben oder die Umstände wenden sich zufällig zu seinen Gunsten. 
Außerdem sind diese Beschreibungen, wie Hendrik sein Geschäft aufbaut, für mich einfach nur langweilig und wirken so distanziert, dass man sich nicht mit der Figur identifizieren kann. Die im Übrigen äußerst unsympathisch wirkt.
Hendrik ist voller Selbstmitleid, arrogant und egozentrisch. Zum Glück hat er eine Frau, die sich seinen Karrierewünschen vollständig unterordnet und sogar seine Affären mit diversen Seminarteilnehmerinnen hinnimmt.
Die meisten Figuren sind reines Klischee: Die erwähnte duldsame Ehefrau, Hendriks Bruder, der verschrobene Wissenschaftler, die schöne rothaarige Milliardärin, der geheimnisvolle Schlossbesitzer etc.
Ich hätte dieses Buch nach dem erwähnten ersten Drittel beinahe weggelegt, wenn es nicht die Dan-Brown-artigen Einschübe gäbe, die von einem geheimnisvollen Mann erzählen, der Hendrik genau überwacht. 
Interessant sind die Legenden – oder doch wahren Begebenheiten – aus der Vergangenheit, die immer wieder von dem Verderben berichten, die das „Teufelsgold“ bringt.
Spannend wird die Geschichte erst, als plötzlich die goldene Rüstung gefunden wird, die in den Legenden eine Rolle spielt.  
Dann driftet die Story allerdings in die Fantasy ab. Was ich grundsätzlich nicht schlecht finde, denn es zeichnet sich ohnehin ab. Hendrik wird dabei leider nicht sympathischer. Sein Streben gilt noch immer nur seiner eigenen Bedeutung, einer vagen Vorstellung von Macht und Vollkommenheit, ohne Rücksicht auf Gefühle anderer. 
Das Ende enttäuscht. Die Sinneswandlung, die der Held erfährt, ist nicht wirklich nachvollziehbar und so rasch abgehandelt, als hätte selbst der Autor genug von dieser ziemlich konstruierten Geschichte gehabt. 
Schade. Von Herrn Eschbach ist man Besseres gewohnt. 

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Tags: alchemie, gold, radioaktivität, reichtum, unsterblichkeit   (5)
 

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

klassiker, abenteuer, karl may, china, historienroman

Der blaurote Methusalem

Karl May , Euchar A Schmid
Fester Einband: 525 Seiten
Erschienen bei Karl-May-Verlag, 01.01.1951
ISBN 9783780200402
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der Student Degenfeld, genannt „blauroter Methusalem“ wegen seiner Schnapsnase und der langen Studierzeit, beschließt, eine Reise nach China zu unternehmen. Zum einen, um seinem eintönigen Leben neuen Schwung zu geben, zum anderen, um den Onkel des Gymnasiasten Richard Stein ausfindig zu machen, der in China eine Ölquelle bewirtschaftet. Dann auch noch, weil er für seinen Nachbarn, den chinesischen Teehändler Ye-kin-li, dessen verschollene Familie ausfindig machen will.
Begleitet wird er von seinem Freund und Diener Gottfried, seinem Hund, dem wackeren Kapitän Frick Turnerstick und dem dicken Mijnheer von Aardappelenbosch. 
Zahlreiche Abenteuer haben die merkwürdigen Gefährten zu bestehen, ehe alles sich zu einem guten Ende findet.

Eine ziemlich skurrile Truppe erobert das Reich der Mitte: Der „blaurote Methusalem“ weiß alles und kann alles, ist aber längst nicht ein so markanter Held wie Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi. Er hat „alles und nichts“ studiert und zieht in seiner Studentenkleidung, die natürlich besonders in China auffallen muss, durch die Welt. Die Handlung wird hauptsächlich von ihm getragen, denn er weiß bei allen Widrigkeiten und unglücklichen Zufällen Rat und spricht außerdem perfekt Chinesisch.
Sein Freund und Diener „Gottfried von Bouillon“ schleppt die Wasserpfeife seines Herrn und eine Oboe durch die Gegend. Dazu der riesige Hund, ein Neufundländer, der den Bierkrug in seinem Maul zu transportieren hat. 
Kapitän Turnerstick und Mijnheer von Aardappelenbosch zeichnen sich durch eine geradezu himmelschreiende Naivität aus. 
Besonders zu Beginn der Geschichte kann man sich über dieses seltsame Gespann durchaus amüsieren. Die Sprachspielereien, denen der Autor Gottfried, den Kapitän und den Holländer unterwirft, sind allerdings mit der Zeit ein wenig mühsam zu lesen. Gottfried spricht Dialekt, der Kapitän vermeint, Chinesisch zu reden, wenn er deutschen Wörtern die Endungen -ing, -ang, -eng oder -ung anhängt. Und von Aardappelenbosch plappert in Holländisch, das immerhin übersetzt wird, aber dann eben doppelt zu lesen ist.
Richard Stein, der einzig „normale“ in der Gruppe, der eigentlich einen der Gründe für die Reise liefert, bleibt eine Randfigur.
Problematisch finde ich – wie so oft bei Karl May – die Darstellung der Einwohner des bereisten Landes. „Der Chinese“ wird – mit wenigen Ausnahmen - als grausam, feige und verlogen geschildert.
Sehr viele Zufälle bringen die Handlung und somit die diversen Familienzuführungen zu einem guten Ende.
Die Stärken dieser Geschichte liegen eindeutig wieder auf den sehr anschaulichen und detaillierten Landschaftsschilderungen. 

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Tags: china, ölquellen, piraten, reiseabenteuer, studenten   (5)
 

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

provence, krimi, südfrankreich, gerichtsmedizin, le lavando

Tödlicher Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.04.2015
ISBN 9783548286990
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter freut sich auf einen beschaulichen Job in Südfrankreich – auch, um über den Tod seiner Frau hinwegzukommen, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er mietet sich im Haus der Polizistin Isabelle Morell  im Dorf Le Lavandou ein. 
Doch dort geht ein unheimlicher Serienmörder um, der kleine, blonde Mädchen tötet. Ritter muss bald erkennen, dass in Südfrankreich die Uhren anders ticken als in Deutschland und dass man sich vor allem nicht mit den örtlichen Prominenten anlegen soll. 
Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als plötzlich Isabelles fünfzehnjährige Tochter Lilou verschwindet. 

Tödlicher Lavendel ist der Auftakt einer bisher dreibändigen Reihe um den Gerichtsmediziner Leon Ritter, den es von Deutschland nach Südfrankreich verschlägt. Mit der Sprache hat er keine Probleme, da er Halbfranzose ist, allerdings tut er sich ein wenig schwer mit den örtlichen Hierarchien und der etwas anderen Auffassung von Polizeiarbeit. 
Er wirkt authentisch und sympathisch, bis auf zwei seltsame Ausrutscher. Die rasche Affäre mit der Künstlerin passt nicht ganz zu ihm und dann noch diese merkwürdige „übernatürliche“ Komponente, als das erste Mordopfer auf dem Seziertisch plötzlich „lebendig“ wird. Da denkt man an einen Gerichtsmediziner mit übersinnlichen Fähigkeiten, von denen aber später nicht mehr die Rede ist.
Isabelle bleibt mir ein wenig zu sehr im Hintergrund, Lilou ist eine aufgeweckte Fünfzehnjährige mit den für ihr Alter typischen Problemen.
Die skurrilen Kunden von Leons Stammcafé schließt man ins Herz und Isabelles unsympathischer, geltungsbedürftiger Vorgesetzter hätte einen Tritt verdient – genau wie die anderen Vertreter der Obrigkeit.
Grundsätzlich fand die Geschichte anschaulich geschrieben, die Hintergrundinfos gerade noch richtig dosiert eingefügt. Die Landschaft Südfrankreichs und ihre Bewohner werden vor dem Auge des Lesers lebendig, dazu die Hitze, die Gefahr der Waldbrände, die Probleme, die der Tourismus - oder das Ausbleiben der Urlauber – verursachen, die Kompetenzstreitigkeiten bei der Polizei, die allerdings dazu führen, dass die Zuständigen teilweise sehr kurzsichtig und unlogisch agieren und reagieren.
Es macht z.B. niemanden stutzig, dass Lilou eigentlich zu alt für das Beuteschema des Täters sein müsste. 
Die Auflösung war mir zu unstimmig, vor allem was die Motivation des Täters betrifft - auch nicht glaubwürdig, dass Leon nicht schon viel früher Verdacht schöpft. 
Aufgefallen sind mir doch einige Schreibfehler, sogar einmal eine Namensverwechslung.

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Tags: gerichtsmedizin, mädchenmörder, mystische plätze, provence   (4)
 

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

landleben, liebe, fresko, kriegstrauma, yorkshire

Ein Monat auf dem Land

J.L. Carr , Monika Köpfer
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.07.2016
ISBN 9783832198350
Genre: Romane

Rezension:


Yorkshire, im Sommer 1920: Der Restaurator Tom Birkin kommt in das idyllische Dörfchen Oxgodby, um ein Wandgemälde in der Kirche freizulegen.
Er leidet unter den Nachwirkungen von Kriegsverletzungen, seine Frau hat ihn verlassen und so hofft er, in der ländlichen Umgebung zur Ruhe zu kommen.
Was auch geschieht. Er lernt die Dorfbewohner kennen und wird in deren Leben integriert. Und er verliebt sich. Aber dieser Sommer ist nur einer von vielen seines Lebens und nichts ist von Dauer.

Eine wunderbare, stimmungsvolle Erzählung über einen Mann, der nach einem Ruhepunkt in seinem Leben sucht und ihn für einen Sommer in einem Dorf im nördlichen England findet. 
Er ist ein kompetenter Restaurator, der es versteht, das Wesen des Künstlers, der dieses Werk vor hunderten von Jahren geschaffen hat, zu erfassen. 
Tom Birkin spricht nicht viel, beobachtet lieber. 
Seine Arbeit, der Kontakt mit der Dorfbevölkerung, die beschauliche, enge Welt, in die er gerät, hilft ihm, sein Kriegstrauma zu bewältigen.
Der bildhafte, sehr sinnliche Schreibstil lässt dieses englische Dorf in den 20-er Jahren so richtig vor dem Auge des Lesers entstehen, man riecht förmlich den Duft der Blumen, spürt die Hitze des Sommers und sieht die Landschaft vor sich. 
Schön auch der feine Humor, der auch in den Dialogen zum Ausdruck kommt. 
Dieses Buch ist Balsam für die Seele!

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Tags: 1. weltkrieg, kriegstrauma, restaurator, wandmalerei, yorkshire   (5)
 

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553 Bibliotheken, 1 Leser, 8 Gruppen, 58 Rezensionen

liebe, werwölfe, fantasy, werwolf, indianer

Wolfskuss

Lori Handeland , Patricia Woitynek (Übersetzer)
Flexibler Einband: 365 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.05.2008
ISBN 9783802581533
Genre: Fantasy

Rezension:


In einer Kleinstadt in Wisconsin sorgt die Polizistin Jessie MacQuade für Recht und Ordnung. Als sie eines Tages zu einem Unfall gerufen wird, entdeckt sie eine Frau, die von einem Wolf gebissen wurde und eine kleine Figur – ein Totemtier. Als Jessie der Spur des offensichtlich verletzten Wolfs folgt, trifft sie auf einen äußerst attraktiven splitternackten Mann. 
Um mehr über das Totemtier herauszufinden, verabredet sie sich mit Professor William Cadotte, einem Experten für indianisches Brauchtum. Groß ist ihre Überraschung, als sich herausstellt, dass er der Mann aus dem Wald ist. Sie verliebt sich Hals über Kopf in William, der allerdings ein Geheimnis zu hüten scheint. Hat er etwas mit den seltsamen Vorkommnissen in den Wäldern zu tun?
Menschen, die von Wölfen gebissen werden, verändern sich, Leichen und Beweismaterial verschwinden. Jessie weiß nicht, ob sie William Cadotte vertrauen kann, sie schafft es aber auch nicht, seiner Anziehungskraft zu widerstehen.

Eine Fantasy-Romance um Werwölfe, Indianer und eine alte Legende sowie die Liebesgeschichte zwischen der toughen Polizistin Jessie, die sich selbst für wenig hübsch hält und dem umwerfenden Indianer William Cadotte, der womöglich ein Werwolf sein könnte.
Jessie als Ich-Erzählerin vermittelt einen ziemlich schnodderigen, auch humorvollen Stil, der zu Beginn angenehm zu lesen ist und auch ab und zu zum Schmunzeln verleitet, dann aber manchmal zu bemüht wirkt. Unfreiwillig komisch deshalb manche Szene, wenn Jessie sich z.B. Gedanken darüber macht, wie der Nachwuchs eines Werwolfs und einer Menschenfrau aussehen könnte – ein Gag, der ein wenig zu oft strapaziert wird! 
Skurril auch, als sie dem großen, bösen Wolf ihre Liebe erklärt, weil sie glaubt, ihn so erlösen zu können. Eine seltsame Wandlung von der nüchternen Realistin zur Phantastin! 
Als die Heldin auf diesen absoluten Traummann (gutaussehend, stark, sensibel, geheimnisvoll) trifft und der zu ihrer eigenen (und auch des Lesers) großen Verwunderung total auf sie abfährt, stolpert sie nur mehr hormongesteuert durch die Handlung. 
Natürlich dürfen in einem solchen Roman prickelnde Liebesszenen vorkommen und sich der Großteil der Story um die Beziehung zwischen Held und Heldin drehen. Aber ein wenig einfallsreicher hätte das Ganze schon konstruiert werden können. Die Kombination einer Indianerlegende mit den Untaten der Nazis fand ich zu viel des Guten. Die Legende alleine hätte sicher gereicht. 
Wer für die Verbrechen verantwortlich ist, steht von Anfang an fest, nur Jessie ist blind für das Offensichtliche (wie gesagt, die Hormone spielen verrückt!)

Fazit: Leicht zu lesen, nettes Pärchen, mir aber zu klischeehaft und mit wenig ausgearbeiteter Handlung.

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Tags: dr. mengel, indianer, indianische legende, polizistin, werwölfe, wisconsin   (6)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

glück, ch: niveau 2016, bhutan, sprachkunst, dbp 2016

Weshalb die Herren Seesterne tragen

Anna Weidenholzer
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Matthes & Seitz Berlin, 29.08.2016
ISBN 9783957573230
Genre: Romane

Rezension:


Der pensionierte Lehrer Karl Hellmann macht sich spontan auf den Weg, die Frage nach dem Lebensglück zu erforschen. Dazu bedient er sich adaptierten Fragebögen, in denen das „Bruttonationalglück“ des Königreichs Bhutan ermittelt wurde. Er quartiert sich in einem Schiort ohne Schnee ein, in einem Hotel, dessen einziger Gast er ist. Von hier aus beginnt er seine Forschungen. Doch bald laufen die Befragungen aus dem Ruder. 

Das Buch von Anna Weidenholzer stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und das hat mich neugierig gemacht, obwohl ich normalerweise anspruchsvollerer Literatur gegenüber skeptisch bin. Diese Skepsis hat mir auch diesmal wieder recht gegeben.
Die Thematik – Erforschung des Glücks – ist ja nun nicht unbedingt neu und wurde schon unter allen möglichen und unmöglichen Gesichtspunkten behandelt, wobei die esoterische Komponente oft eine Rolle spielt.
Das ist hier nicht der Fall. Karl Hellmann ist knochentrockener Realist, allerdings ein sehr unsicherer. So ist es kein Wunder, dass der Frager bald selbst zum Befragten und das ohnehin vage Konzept, das er sich zurechtgelegt hat, immer wieder umgestoßen wird. Die Befragungen führen am Ende zu nichts. Er hätte seine Frau Margit gebraucht, um eine Linie in sein Vorhaben zu bringen, aber die hat er ja Hals über Kopf verlassen. 
Die 190 Seiten sind zudem sperrig zu lesen. Unvermutete Zeitsprünge, Wechsel von dritter Person zu Ich-Erzähler, direkte Reden, die nicht als solche gekennzeichnet sind, zum Teil auch nur fragmentarisch. Dazwischen immer wieder kurze Abschnitte, aus dem Zusammenhang gerissen, die für mich überhaupt keinen Sinn ergaben, erschweren die Lektüre.
Bei manchen Dialogen kam allerdings schon eine eigene Dynamik zustande und es entstehen durchaus eindringliche Bilder von Menschen in ihrem Alltag.
Das Ende hat mich leider mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen.

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Tags: bhutan, fragebogen, suche nach glück   (3)
 

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(190)

414 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 26 Rezensionen

feuer, thriller, brandstiftung, erpressung, karen rose

Feuer

Karen Rose , Kerstin Winter
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2011
ISBN 9783426503010
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Vier College-Studenten stecken aus Protest gegen ein Bauprojekt ein leerstehendes Gebäude in Brand. Zu spät bemerken sie, dass sich darin ein Mädchen befindet und müssen zusehen, wie es qualvoll erstickt und verbrennt.
Doch jemand hat die vier beobachtet und gefilmt. Nun werden sie erpresst und müssen die Forderungen des Unbekannten erfüllen. Er stiftet sie zu weiteren Brandlegungen an.
Der Feuerwehrmann David Hunter findet das tote Mädchen. Ausgerechnet mit Olivia Sutherland, der Polizistin, mit der er vor zweieinhalb Jahren eine Nacht verbracht hat und die seitdem nichts mehr von ihm wissen will, muss er zusammenarbeiten. Beide haben aber keine Wahl, denn es gibt noch mehr Tote.
 
Feuer ist ein Teil der sogenannten „Lady-Thriller“ von Karen Rose. Es gibt eine ganze Palette von Figuren in diesen Thrillern, die man zwar unabhängig voneinander lesen kann, die aber trotzdem zusammenhängen. Deshalb hatte ich am Anfang ein wenig Schwierigkeiten, die Charaktere auseinanderzuhalten, denn sie sind alle irgendwie miteinander verwandt, befreundet oder bekannt und es gibt immer wieder Hinweise auf vorheriges Geschehen.
Der Feuerwehrmann David Hunter ist z.B. unglücklich in die Leiterin des Frauenhauses Dana Dupinsky verliebt, die in Der Rache süßer Klang vorkommt. Diese Tatsache behindert auch die Beziehung zu Detective Olivia Sutherland, deren Freundin Eve wiederum ein Hauptcharakter in Todesstoß ist.
Die Handlung widmet sich über weite Teile ziemlich intensiv den Beziehungsschwierigkeiten von Hunter und Sutherland, wobei mir ersterer ein wenig zu sehr den idealen Helden darstellt: der wahnsinnig gutaussehende Feuerwehrmann mit dem großen Herzen, der eine tragische Geschichte aus der Vergangenheit mit sich herumschleppt. Die Liebesszenen sind natürlich dementsprechend gestaltet und erinnern eher an einen Liebesroman als an einen Thriller. Fans von härterer Kost könnten damit Probleme haben. 
Die Handlung bietet aber trotzdem genug Überraschungsmomente, um darin einzutauchen und ich fand mich gut unterhalten. Obwohl die Identität des Erpressers schon relativ bald gelüftet ist, gibt es noch die eine oder andere Wendung, die man so nicht erwartet. 
Alles in allem gut durchkomponiert!

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Tags: brandlegung, erpressung, feuerwehr, "gläsernes" interne, überwachung   (5)
 

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(31)

63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

daniel kehlmann, thriller, spannend, leben mit kind, vierte dimension

Du hättest gehen sollen

Daniel Kehlmann
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 21.10.2016
ISBN 9783498035730
Genre: Romane

Rezension:


Ein idyllisches Ferienhaus in den Bergen. Ein Drehbuchautor, der unter Zugzwang steht, weil er an seinen ersten Filmerfolg anknüpfen muss; seine Frau, eine Schauspielerin, der er sich wegen ihrer höheren Bildung meist unterlegen fühlt und ihre gemeinsame vierjährige Tochter.
Die Idylle ist in Wahrheit keine. Denn es geht nicht nur um Beziehungsprobleme, die unweigerlich auftreten, wenn man auf engem Raum zusammen ist, auch mit dem Haus stimmt etwas nicht …

Ein unheimliches Kabinettstück auf gerade einmal 95 Seiten, das ein wenig an Stephen Kings „Shining“ oder Erzählungen von E.A.Poe und E.T.A. Hoffmann erinnert, aber inhaltlich vieles offenlässt. Zeit und Raum verschwimmen, das Meiste wird nur angedeutet.
Für die Protagonisten, hilflos einem unerklärlichen Phänomen und ihren eigenen Gefühlen ausgesetzt sind, bleibt kein Ausweg. 
Das Banale an diesem Drehbuch, das der Protagonist verfassen muss, wird durch einzelne Szenen offenbar, die in das Notizbuch geschrieben werden. Kein Wunder, dass ihr Autor selbst sein Tun hinterfragt! Im krassen Gegensatz dazu die Intellektuelle, die eher verächtlich auf den Schreiber herabsieht. Die Last, ein Kind zu haben, angesichts der Spannungen zwischen den Ehepartnern, sich nichts anmerken zu lassen – diese Gratwanderung wird gut herausgearbeitet, obwohl sie am Ende nichts nützt.
Abgebrochene Sätze veranschaulichen das Unglaubliche, das in diesem Haus geschieht. 
Erklärungen dafür gibt es nicht, sind aber meiner Meinung auch nicht notwendig, obwohl man natürlich auch einen ganzen Roman daraus hätte machen können.
Der Preis für das Büchlein ist allerdings heftig, also habe ich es mir in der Bücherei ausgeborgt.

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Tags: betrug, ferienhaus, geister, shining, zeit und raum   (5)
 

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

mord, familie, erbe, pseudologie, freundschaft

Wie aus dem Nichts

Sabine Kornbichler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492308731
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Dana Rosin ist Betreiberin einer Alibi-Agentur und frisch verliebt in den Enthüllungsjournalisten Alex. Er hilft ihr dabei, ihre schreckliche Vergangenheit hinter sich zu lassen, auch wenn er zeitweise mit der Wahrhaftigkeit ihres Berufs Probleme hat. 
Aber dann wird er vor ihren Augen erschossen und sie muss mitansehen, wie ein Mann mit Fuchsmaske seine Wohnung verwüstet. 
Dana ist überzeugt davon, dass der Beruf ihres Freundes zu seinem gewaltsamen Tod führte. Doch die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass er nicht der war, für den er sich ausgab. 

Ein vorerst spannender und sehr rätselhafter Fall wird hier dem Leser präsentiert. Das Phänomen der Pseudologie, einer psychischen Störung, die den Betroffenen dazu bringt, ständig Lügen zu erzählen, war mir neu und bildet die Grundlage für die Handlung dieses Romans. Denn Alex‘ Leben besteht aus einer Anhäufung von Unwahrheiten, wie Dana entsetzt feststellen muss und es ist interessant zu lesen, wie ihr Bild von ihrem Geliebten, den sie so gut zu kennen glaubte, Stück für Stück zerbricht.
Ihr eigenes Leben ist von einem schrecklichen Ereignis in der Kindheit geprägt, das nach und nach enthüllt wird und das auch für ihre etwas eigenartige Berufswahl verantwortlich ist. Die Andeutungen dazu sind geschickt in die Geschichte eingeflochten.
So ganz schlüssig waren mir Danas Handlungen ab und zu aber nicht und ab der Hälfte verliert die Geschichte durch häufige Erklärungen an Spannung.
Ab dem letzten Drittel war mir klar, wer für den Mord an Alex verantwortlich sein muss. 
Ansonsten ist die Story gut und flüssig zu lesen. 

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Tags: alibi-agentu, erbe, maske, pseudologie   (4)
 

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(51)

107 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

indien, london, gewürze, kochen, familie

Koriandergrün und Safranrot

Preethi Nair , Karin Dufner
Flexibler Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2007
ISBN 9783426636589
Genre: Romane

Rezension:


Die junge Inderin Nalini stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Ihre Begabung als Köchin verhilft ihr zur Heirat mit einem wohlhabenden Geschäftsmann. Für ihn verlässt sie Indien und folgt ihm nach London. Doch er verschwindet und lässt sie mittellos mit zwei Kindern zurück. 
Nalini nutzt ihr Wissen um das Geheimnis der Gewürze und ihrer richtigen Zusammenstellung und Zubereitung, um für sich und ihre Kinder eine neue Existenz aufzubauen. Aber ihr Leben erfährt noch so einige Prüfungen, bis alles ins Lot kommt.

Die Geschichte der begabten Köchin Nalini, die von ihrer Mutter in die Geheimnisse der Gewürze und ihrer Wirkung eingeweiht wird, wird aus zwei Perspektiven erzählt.
Neben Nalini kommt auch ihre Tochter Maya zu Wort. Das Verhältnis der beiden zueinander ist von Spannungen bestimmt, denn beide sind zu stolz und zurückhaltend, um sich ihre Gefühle füreinander einzugestehen. Noch dazu wachsen Maya und ihr Bruder mit einer Lüge auf. Nalini macht ihnen – im guten Glauben, ihnen die bittere Wahrheit zu ersparen - weis, ihr Vater sei gestorben. 
Es ist eine fremde, exotische Welt und Anschauung, die dem Leser da präsentiert wird. Die Wirkungsweise der einzelnen Gewürze und ihre richtige Zusammenstellung fand ich interessant. Auch die These, dass Essen nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch auf vielfältige Weise auf Körper und Seele wirkt, ist interessant und bedenkenswert, wenn man wieder einmal zu einem Fertigprodukt greift.
Der Schreibstil selbst erschien mir allerdings ein wenig unausgereift und erklärt zu viel.
Vieles liest sich einfacher, als es gewesen sein kann. Die Armut unter den Einwanderern in London, der Aufstieg Nalinis zur erfolgreichen Ladenbesitzerin, die Tatsache, dass sie ein zweites Mal heiraten kann, obwohl sie von ihrem treulosen Ehemann niemals geschieden wurde – das alles wird ziemlich nonchalant abgehandelt.
Die Charaktere waren mir zum Teil ein wenig zu flach, so richtig mitfühlen kann man mit ihnen nicht.
Parallelen zum Leben der Autorin dürfte es geben, denn auch sie ist in Kerala in Südindien geboren und in London aufgewachsen. 

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Tags: auswanderung, gewürze, indien, kochen, london   (5)
 

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(204)

350 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

thriller, liebe, suche, mafia, universität

Ich finde dich

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Von einem Tag auf den anderen wird Jake Fisher von seiner großen Liebe Natalie verlassen. Er wird Zeuge ihrer Hochzeit mit einem anderen und ihre Bitte, sie ihn Ruhe zu lassen und zu vergessen, respektiert er sechs Jahre lang. Bis er die Anzeige vom Tod ihres Mannes liest. Jake fährt zum Begräbnis, mit dem Wunsch, sie wieder zu sehen. Doch dem Sarg des Verstorbenen folgt nicht Natalie sondern eine ihm unbekannte Frau.
Jake beginnt Nachforschungen anzustellen und erfährt Eigenartiges: Natalie ist spurlos verschwunden, der Ort, an dem sie sich kennen lernten, scheint nicht zu existieren und auch die Hochzeit ist nicht vermerkt.
Seine Recherchen setzen Ereignisse in Gang, die nicht nur sein Leben bedrohen. Doch es ist zu spät für ihn, sich herauszuhalten.

Dies ist der erste Thriller, den ich von diesem Autor gelesen habe und ich musste es beinahe in einem Rutsch tun, so rätselhaft und geheimnisvoll beginnt die Story.
Jake Fisher ist Universitätsprofessor, beliebt bei Schülern und Kollegen, eine integre Persönlichkeit. 
Fast zwei Meter groß, ehemaliger Türsteher, ein Bild von einem Mann. Aber er hat nie vergessen, auf welche Art und Weise ihm seine große Liebe abhandengekommen ist und sechs Jahre später ist er noch immer nicht darüber hinweg. Zu seltsam sind auch die Ereignisse nach dem Tod von Natalies angeblichem Ehemann und man fragt sich, was hinter all dem steckt.
Der Autor spielt sehr geschickt mit der Figur des Jake, denn man hat ständig das Gefühl, als verberge er etwas – in der Ich-Perspektive lässt sich das natürlich besonders gut darstellen. 
Sein Misstrauen und seine Fassungslosigkeit, die mit Fortschreiten der unglaublichen Erlebnisse immer mehr zum Vorschein kommen, wirken nachvollziehbar.

Ein paar Schwachpunkte hat die Story allerdings.
Dass die Personen, mit denen sich Jake anlegt, so einfach über das Internet aufzustöbern sind, erscheint mir nicht ganz glaubwürdig, wo doch nicht einmal das FBI sie finden kann.
Er bekommt gleich nach dem Tod von Todd Sanderson (dem angeblichen Ehemann Natalies) eine E-Mail von ihr mit der neuerlichen Bitte, sie in Ruhe zu lassen. Er fragt sich keine Minute lang, woher Natalie von seinem Auftauchen wusste, wo sie doch gar nicht anwesend war.
Jakes Intention, doch nach Natalie zu suchen, kommt vorerst nur von der Tatsache, dass der verstorbene Todd Sanderson ihrem Mann ähnlich sieht. Er hat ihn damals bei der Hochzeit nur kurz gesehen und immerhin sind sechs Jahre vergangen. Ein wenig dürftig, um eine derart intensive Suche zu beginnen, im Glauben, dieser Todd Sanderson sei Natalies Mann.
Jakes Hartnäckigkeit und die gebetsmühlenartige Wiederholung, dass er das alles tue, weil er Natalie liebe und diese Liebe so groß sei, hat etwas ziemlich Kitschiges und wird mit der Zeit etwas nervig. Das würde eher zu einem Liebesroman passen. 
Man bekommt das Gefühl, er brauche eine Art Selbstbestätigung. Sein Verhalten erschien mir einige Mal nicht ganz nachvollziehbar und trotz der Ich-Perspektive bleibt der Charakter distanziert. 

Fazit: Spannende Unterhaltung mit ein paar Schönheitsfehlern.

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Tags: falsche identität, studenten, universität, verschwinden   (4)
 

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(181)

352 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 104 Rezensionen

cornwall, kate morton, vergangenheit, familie, geheimnis

Das Seehaus

Kate Morton , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 29.02.2016
ISBN 9783453291379
Genre: Romane

Rezension:


Cornwall, 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane freut sich auf das Mittsommerfest auf dem Landsitz ihrer Familie. Sie ist frisch verliebt und ahnt nicht, dass dies der letzte Abend ist, an dem sie glücklich sein wird. Denn ihr kleiner Bruder Theo wird entführt und taucht nie wieder auf.
Siebzig Jahre später stößt die zwangsbeurlaubte Polizistin Sadie Sparrow auf ein verlassenes Anwesen in einem verwilderten Garten.
Der Fall Edevane zieht sie in ihren Bann und ihre Suche nach Antworten weckt die Schatten der Vergangenheit. 

Die schicksalsträchtige Geschichte der englischen Landadelsfamilie Edevane wird in drei Zeitetappen erzählt. 
Um das Jahr 1911 verliebt sich Eleanor deShiel in den gut aussehenden, aber unvermögenden Anthony Edevane – eine Liebe, die alle Höhen und Tiefen überstehen muss.
1933 hat die Familie drei Töchter – eine davon ist Alice, die eine berühmte Krimischriftstellerin wird – und den abgöttisch geliebten kleinen Sohn Theo. Doch Theo verschwindet und die Familie verlässt den Landsitz für immer.
Siebzig Jahre später entdeckt Sadie Sparrow das Anwesen und beginnt nachzuforschen. 
Alice Edevane begegnet der wissbegierigen Polizistin, die mit ihren eigenen Schatten kämpfen muss, zuerst mit Misstrauen. Doch dann lässt sie sich auf die Lösung des Rätsels der Vergangenheit ein.
Der anschauliche Schreibstil macht den Landsitz Loeanneth und die Mitglieder der Familie Edevane sehr lebendig. Geschickt wird nach und nach entschleiert, was damals wirklich geschah, als der kleine Theo einfach verschwand. Dabei gibt es immer wieder überraschende Wendungen. 
Die Stränge in der Vergangenheit waren für mich sehr lebendig und anschaulich, während Sadie eher unnahbar bleibt. Dass sie im Dienst einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat und deshalb zwangsbeurlaubt wird, geht nicht so nahe, wie es sein könnte und auch sie trägt schwer an einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit. 
Interessant auch, wie die einzelnen Mitglieder der Familie die Geschehnisse damals unterschiedlich wahrgenommen und je nach Gefühlslage und Vermutung eingeordnet haben. 
Manchmal gerät die Suche nach der Wahrheit allerdings ein wenig langatmig. Das Ende bringt noch eine weitere Überraschung, die mir allerdings ein bisschen zu sehr Zufall war. 

Fazit: Schöne, romantische Familiengeschichte!

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Tags: 1. weltkrieg, cornwall, familiengeschichte, schriftstelleri   (4)
 

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(21)

39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

lissabon, belletristik, portugal, suche, arzt

Nachtzug nach Lissabon

Pascal Mercier
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei btb, 11.02.2013
ISBN 9783442746248
Genre: Romane

Rezension:


Zwei Zufälle veranlassen den Lehrer für alte Sprachen, Raimund Gregorius, spontan den Unterricht zu verlassen und eine Zugreise nach Lissabon anzutreten: Die unverhoffte Begegnung mit einer Portugiesin, der Zauber, den ihre Sprache auf ihn ausübt und das Buch des Schriftstellers Amadeu Inácio de Prado, das ihm in die Hände fällt. Fasziniert von den Gedanken des „Goldschmieds der Worte“, der vor dreißig Jahren an einem Aneurysma starb, begibt Gregorius sich auf die Spuren dieses vielschichtigen Charakters, der auch Arzt und Widerstandskämpfer unter dem Regime Salazárs war.

Raimund Gregorius – klug, einsam, eher behäbig – lässt spontan sein Leben hinter sich, um einem Schemen auf die Spur zu kommen. Schritt für Schritt erschließt sich ihm eine andere Gedankenwelt und das Leben dieses Mannes, dessen Leidenschaft ebenso wie seine die Sprache war. Das gequälte Genie zieht Gregorius in seinen Bann und die Faszination, die von dieser Figur ausgeht, erscheint durchaus plausibel. Auch als Leser wird man davon erfasst, lässt sich ein auf diese Suche, die erstaunlicherweise zu einem gewissen Erfolg wird. De Prado ist zwar seit dreißig Jahren tot, aber es gibt immer noch Menschen, die ihn kannten. Seine ältere Schwester Adriana zum Beispiel, der er das Leben rettete und die in ewiger Erinnerung und Verehrung erstarrt ist. Seine jüngere Schwester, die von all der Schwermut, die in der Familie herrschte, noch am wenigsten betroffen war. Oder sein engster Freund Jorge, dem er eine Apotheke schenkte. Der Kamerad aus der Widerstandsbewegung, der die Folter überlebte. Seine Freundin aus Jugendtagen. Gregorius trifft sie alle, trägt Erinnerungen zusammen an ein tragisches Leben.
Ein Hauch von Melancholie schwebt ohnehin über der ganzen Geschichte, die von Vergangenheit, Alter und Zerfall geprägt ist. Die Sprache ist klar und kraftvoll, schafft intensive Bilder und man lässt sich zunächst gerne auf das Geschehen ein. 
Doch etwa ab dem letzten Drittel beginnt diese seltsame Suche langatmig zu werden und man ertappt sich bei dem Wunsch, es wäre endlich vorbei damit. 
Die Gedanken Amadeu de Prados – als Buch im Buch – wiederholen sich in ihrem Pathos. Stellenweise erinnern diese Abschnitte an einen verunglückten Coelho. Die depressive Stimmung verstärkt sich immer mehr. Dass Gregorius in seiner Akribie auch noch die letzte Person aufsucht, die Bedeutung für de Prado hatte, ist am Ende so unausweichlich wie spannungslos. Denn wozu soll eine derartige Suche auch führen? Warum sollte man einen Menschen verstehen wollen, der lange tot ist, den man selbst nicht einmal kannte? 
Sicher, Gregorius hat neue Wege beschritten, sich aus seinem Alltagstrott befreit, aber letztendlich leidet seine Gesundheit und lässt das ganze Geschehen ad absurdum erscheinen. 
Da kann auch die schöne Sprache nicht mehr verhindern, dass die Geschichte am Ende zerläuft. 

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Tags: arzt, lissabon, portugiesischer widerstand, schriftsteller, sprach, zug   (6)
 

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(258)

468 Bibliotheken, 1 Leser, 11 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, serienmörder, london, england, krimi

Der Vogelmann

Mo Hayder , Angelika Felenda (Übers.)
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.03.2002
ISBN 9783442451739
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Auf dem verlassenen Gelände eines Betonwerks in London werden fünf Frauenleichen gefunden. Ein Serienkiller ist am Werk, der die toten Frauen „schmückt“ und einen lebendigen Vogel in ihre Brust einnäht. Vier der Opfer waren drogensüchtige Prostituierte, die niemand vermisste.
Schnell wird ein vermeintlicher Täter ermittelt: ein schwarzer Drogendealer.
Doch Detective Inspector Jack Cafferys Gefühl geht in eine gänzlich andere Richtung. Gegen den Widerstand der Vorgesetzten und im Kampf mit seinen eigenen privaten Problemen ermittelt er weiter.
Eine verdächtige Spur bringt ihn in das Dog and Bell, ein Pub, in dem die Opfer sich mit ihren Freiern trafen. Er lernt die Malerin Rebecca kennen, die Bilder von den Mädchen malt und ist fasziniert von ihr. Sie ist es auch, die ihn auf die Spur des wahren Mörders führt. Doch dann ist Rebecca plötzlich verschwunden …

Dies ist der erste Band der Reihe um Jack Caffery. Der Ermittler, der massiv mit privaten Problemen zu kämpfen hat, ist ja längst nichts Neues mehr in der Krimi- und Thrillerliteratur. Jack Cafferty macht das Verschwinden seines Bruders zu schaffen und die Tatsache, dass der Zehnjährige womöglich damals vom Nachbarn ermordet wurde. Jack lebt noch immer in seinem Elternhaus, gefangen in der Vergangenheit und beobachtet diesen Penderecki, stalkt ihn und wird von ihm gestalkt. Eine kranke Art von Beziehung.
Jacks Beziehung zu der vermögenden Veronica ist auch nicht ohne Probleme und er hat längst festgestellt, dass er sie nicht liebt. Doch wie soll er mit ihr Schluss machen, wenn sie womöglich Krebs hat?
Wäre das noch nicht genug, gibt es da noch diese grausigen Mordfälle. Das Thema Nekrophilie, um das es auch geht, ist naturgemäß nicht appetitlich. Die Autorin versucht hier aber, vieles mit der Distanz des Wissenschaftlers zu beschreiben, was ich durchaus als Pluspunkt ansehe. 
Es gibt immer wieder Wendungen in diesem Plot, die zwar einerseits überraschend, andererseits aber auch oft ein wenig plump angelegt sind. 
Die Charaktere waren mir zu viel Klischee: Der vom Schicksal gebeutelte good cop Jack, der bad cop Mel Diamond, der nicht nur einen Einsatz durch seine Ignoranz und Dummheit vermasselt. Die schöne Rebecca, die durch ihre nicht ganz so unschuldige Vergangenheit auf Jack anziehend wirkt und ahnungslos in die Falle tappt, etc.
Der Mörder – natürlich ein Irrer, der unerkannt seine Fantasien auslebt.
Grundsätzlich fand ich die Figuren zum Teil nicht ganz überzeugend. Vielleicht wäre es besser gewesen, diese gründlicher auszuarbeiten und weniger Augenmerk auf gruselige Details zu legen?

Fazit: Aufgrund schauriger Einzelheiten nichts für schwache Nerven, hat mich nicht ganz überzeugt.

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Tags: nekrophilie, serienmörder, verstümmelungen   (3)
 

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(23)

49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

roman, deutscher buchpreis 2016, am rand, tod, österreich

Am Rand

Hans Platzgumer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 01.02.2016
ISBN 9783552057692
Genre: Romane

Rezension:


Gerold Ebner hat zwei Menschen getötet und was er sich an Lebensglück erhofft, nimmt ihm der Tod. Am Ende bleibt ihm nur noch, auf einen Gipfel zu steigen und, sobald es dunkel ist, den letzten Schritt zu tun. Sein einziges Bedürfnis ist noch das Verfassen seines Lebensberichtes als eine Art Rechtfertigung für sein Handeln. 

Seine Mutter war Südtirolerin, eine Prostituierte, seinen Vater kannte Gerold Ebner nicht. Die Kindheit geprägt vom Schweigen der Mutter und von Jungenfreundschaften. Der Tod ist zum ersten Mal präsent, als die mumifizierte Leiche des Nachbarn gefunden wird, den ein Jahr lang niemand vermisst hat. Das Auftauchen des Großvaters, vor dem seine Mutter geflohen ist, stört die scheinbare Idylle. Der Großvater stirbt. Schon hier stellt sich die Frage, wie sein Tod einzuschätzen ist. Eigentlich Mord bedeutet er Erleichterung und Erlösung für alle.
Jahre später wird Gerold erneut vor eine wichtige Entscheidung gestellt, als ihn sein bester Freund um Sterbehilfe ersucht. Soll man ihn deshalb verurteilen? 
Ein unglückseliger Zwischenfall nimmt ihm die Lebensgefährtin und das Kind, das ihnen sozusagen „zugefallen“ ist. Nun bleibt ihm nichts mehr wofür es sich zu leben lohnt.
In klarer, einfacher Sprache wird das Leben des Ich-Erzählers vor dem Leser ausgebreitet. Die berührende Lebensbeichte eines Mannes, der sich vor allem fügt, mit sich tun lässt, sich den Mitmenschen verschließt, die er nicht versteht. 
Intensive Naturbeschreibungen runden diese bemerkenswerte Geschichte zu einem Ganzen ab. Ein Roman, der noch lange nachwirkt!

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Tags: lebensglück, sterbehilfe   (2)
 

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(41)

125 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

hotel, chicago, folter, horror, mörder

Mörderhotel

Wolfgang Hohlbein
Fester Einband: 848 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2015
ISBN 9783785725481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Weltausstellung lockt 1893 viele Besucher in die sich rasch entwickelnde Stadt Chicago. Dr. Henry Howard Holmes nutzt die Gunst der Stunde, um ein Hotel zu bauen, das allerdings einige Merkwürdigkeiten aufweist. Es hat einen ausgedehnten Kellerbereich, Geheimgänge und schalldichte Türen und so mancher, der es betritt, verlässt es nicht mehr.
Arlis Christen engagiert den Privatdetektiv Frank Geyer, um ihre Schwester zu suchen, die spurlos verschwunden ist, ebenso wie deren Liebhaber Herman Webster Mudgett. Die Spur führt in Holmes‘ Hotel, in einen schier unglaublichen Albtraum …

Herman Webster Mudgett alias Henry Howard Holmes war einer der berüchtigsten Serienmörder der USA, auch wenn er heute fast vergessen ist. Ihm wird nachgesagt, womöglich mehr als 200 Morde begangen zu haben. Auch das Hotel in Chicago existierte tatsächlich.
Wolfgang Hohlbein hat diesen Fall in Mörderhotel aufgegriffen und eine eigene Version geschaffen. 
Wer die wahre Geschichte nicht kennt, ist allerdings bei der Lektüre besser dran. Wer nämlich über die Tatsachen Bescheid weiß, dürfte über weite Strecken verwirrt sein, denn der Autor geht mit den historischen Fakten eher großzügig um. Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, einer historischen Figur Leben einzuhauchen und wahre Geschichten mit Details auszuschmücken, die vielleicht nicht den Tatsachen entsprechen. Aber gleich wesentliche Fakten zugunsten einer fragwürdigen Dramatik zu verändern, gefällt mir nicht. Ich spiele hier gleich auf das etwas holperige und an den Haaren herbeigezogene Ende an.
Auch sonst weist die Geschichte für mich einige wesentliche Schwachpunkte auf.
Zum einen habe ich wieder einmal festgestellt, dass Bestsellerautoren ungestraft schwafeln dürfen. Die Story hat teilweise unglaubliche Längen, ganze Kapitel wären verzichtbar, bringen die Handlung nicht weiter. Das Gleiche gilt auch für Dialoge und akribische Monologe über Befindlichkeiten. 
Einige Ungereimtheiten fielen mir auch auf. So wird z.B. Mudgett beim Kampf mit dem Hausmeister Kyle an Gesicht und Händen schlimm verätzt, später wird er aber als „gutaussehend“ beschrieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nach solchen Verletzungen keine Narben davon trägt, scheint mir gering.
Eine Leiche, der er (ausdrücklich erwähnt) die Augen schloss, starrt ihn nachher aus offenen Augen an etc.
Hier hat wohl auch das Lektorat nicht gründlich genug gearbeitet.

Positiv fand ich die Schilderung des Ambientes. Das Chicago Ende des 19. Jahrhunderts mit der Aufbruchsstimmung und dem Fortschritt einerseits und den Elendsvierteln andererseits wird sehr plastisch und anschaulich geschildert, ebenso die einzelnen Charaktere.
Über die Schilderung der grässlichen Einzelheiten kann man geteilter Meinung sein. Auf jeden Fall sind einige Abschnitte nichts für einen schwachen Magen! 
Den Gedankengang, dass Mudgett eventuell identisch mit Jack the Ripper sein könnte, fand ich interessant. Zeitmäßig hätte das auf jeden Fall gepasst.


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Tags: chicago, folter, herman webster mudgett, serienmörder, usa, versicherungsbetrug   (6)
 

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(25)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mord, krimi, miss marple, pfarrhaus, dorf

Mord im Pfarrhaus

Agatha Christie , Irmela Brender
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 08.09.2014
ISBN 9783455650075
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ausgerechnet im Arbeitszimmer des Pfarrers wird Oberst Protheroe ermordet aufgefunden.
Verdächtige gibt es einige, denn so mancher hat dem Choleriker den Tod gewünscht und sein Ableben wird von niemandem bedauert.
Doch Miss Marples Gerechtigkeitssinn lässt nicht zu, dass der Täter ungestraft davonkommt.

Dies ist der erste Roman mit der später berühmt gewordenen Figur der Miss Jane Marple, der scheinbar so harmlosen alten Dame, die sich mit der menschlichen Natur – insbesondere mit ihren Schattenseiten – beschäftigt.
Hier bleibt sie noch eher im Hintergrund, denn Ich-Erzähler ist Pfarrer Leonard Clement, der im Gegensatz zu Miss Marple ziemlich unbedarft ist, was das Böse angeht und eigentlich genug Probleme damit hat, seine wesentlich jüngere und sehr temperamentvolle Frau zu verstehen. Über seine altmodischen Ansichten Frauen gegenüber kann man heute nur schmunzeln.
Ein kniffliges Rätsel um falsche Uhrzeiten, fingierte Botschaften, heimliche Beziehungen und Schuld und Unschuld ist hier im nur oberflächlich beschaulichen Dorf zu lösen, in dem jeder über jeden Bescheid weiß - oder es zumindest glaubt. 
Agatha Christie, wie man sie kennt und liebt!

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Tags: liebesbeziehung, mord, pfarrhau   (3)
 

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

österreich, paris, wanderung, testament, tod

Niemand weiß, wie spät es ist

René Freund
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 25.07.2016
ISBN 9783552063266
Genre: Romane

Rezension:


Noras Vater ist verstorben. Um seinen letzten Willen zu erfüllen, muss sie sich mit seiner Urne auf eine Wanderung begeben. Für den Stadtmenschen Nora völlig unzumutbar. Außerdem soll das Ganze unter „notarieller Aufsicht“ stattfinden. Über ihre Begleitung, den pedantischen Bernhard, ist sie noch weniger begeistert. Die unfreiwillige Wanderung bietet allerdings so manche Überraschung. 

Eine Geschichte über Abschied nehmen, Vorurteile, die überraschenden Wendungen des Lebens und Neubeginn. So könnte man dieses Buch kurz zusammenfassen. 
Ein Frauenroman mit Tiefgang wäre ebenfalls eine passende Bezeichnung.
Der Titel bezieht sich übrigens auf eine Grabinschrift auf einem Bergfriedhof.
Warmherzig und humorvoll schildert der Autor die Begegnung zweier anscheinend völlig unterschiedlicher Menschen. 
Der Verlust ihres Vaters trifft Nora schwer. Sie waren sich gegenseitig nach dem tragischen Unfalltod der Mutter Mittelpunkt des Lebens. Nora wuchs dank genügend vorhandener Geldmittel überbehütet in einer Luxuswohnung in Paris auf. Jetzt muss die Chaotin sich zum ersten Mal alleine zurechtfinden, wobei ihre Sturheit so manch köstliche Szene verursacht.
Bernhard dagegen ist ganz anders. Ein pedantischer Veganer, durchtrainiert und ziemlich humorlos, geprägt von einer tragischen Kindheit.
Französischer Charme gegen alpenländische Korrektheit.
Oder ist es doch ganz anders?
Der Roman bietet überraschende Wendungen und ließ sich in einem Rutsch durchlesen.
Wobei als einziger Schwachpunkt für mich einige dieser Wendungen doch sehr konstruiert waren. 
Nichtsdestotrotz eine schöne Geschichte! 

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Tags: erbe, lebensweg, urn, wanderung   (4)
 

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(27)

65 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, krimi, verfolgung, thriller, unfal

Whisper Island - Sturmwarnung

Elizabeth George , Ann Lecker-Chewiwi , Bettina Arlt
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 10.05.2013
ISBN 9783802591228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die 14-jährige Hannah Armstrong hat eine besondere Gabe: Sie kann die Gedanken der Menschen hören. Ihr Stiefvater missbraucht sie für seine zwielichtigen Geschäfte und als sie herausfindet, dass er einen kaltblütigen Mord begangen hat, schwebt sie in Lebensgefahr. Ihre Mutter schickt sie auf eine abgelegene Insel zu einer Freundin, wo sie in Sicherheit sein sollte. Doch als sie dort unter dem Namen Becca King ankommt, muss sie feststellen, dass diese Freundin gerade verstorben ist. Nun hat sie keine Unterkunft und ihre Mutter ist nicht erreichbar …

Zum ersten war mir nicht bewusst, als ich das Buch kaufte, dass es sich eigentlich um einen Jugendroman handelt. Dies wird allerdings schnell durch die 14-jährige Protagonistin und den zum Teil doch etwas „kindlicheren“ Schreibstil klar.
Zum zweiten wusste ich nicht, dass es sich dabei um den Auftakt einer Serie handelt. Die momentan zwei weiteren Bände heißen „Wetterleuchten“ und „Feuerbrandung“. 
Ich fühlte mich also irgendwie ein wenig verschaukelt.
Die Autorin lebt teilweise selbst auf Whidbey Island, deshalb auch die akribischen Ortsbeschreibungen, die ruhig etwas weniger genau ausfallen hätten können.
Hannah/Becca ist durch ihre seltsame Gabe ziemlich gehandicapt. Sie muss eine AUD-Box tragen, damit sie die störenden Gedanken der anderen Menschen ausblenden kann und sie hat Gewichtsprobleme. Dass ihre Mutter mit ihren Männerbekanntschaften kein Glück hat, kommt noch dazu. Das bewirkt natürlich, dass das Mädchen sehr verschlossen ist und sich kaum jemandem anvertrauen kann. 
Enttäuschend war für mich aber, wie ihre Gabe dargestellt ist. Die Gedanken, die sie auffängt, sind meist nur unzusammenhängende, wirre Satzfetzen, mit denen man als Leser eigentlich nichts anfangen kann. Es wirkt zwar in gewisser Weise glaubwürdig, denn wer denkt schon in zusammenhängenden Sätzen? Aber für die Dramaturgie der Story wirkt es sich nicht besonders gut aus und irgendwann nerven diese Bruchteile nur mehr, weil sie die Handlung nicht weiterbringen, obwohl jede der Figuren mehr oder weniger bedeutende Geheimnisse hat.
Allerdings sind die Figuren – wie bei der Autorin gewohnt – gut ausgearbeitet.
Ab der Hälfte beginnt die Geschichte leider langatmig zu werden. Die Handlung tritt auf der Stelle, es geht nur mehr um die üblichen Feindschaften zwischen High-School-Mädchen, um die erste Liebe und die dazugehörigen Gefühlsverwirrungen. 
Das Ende kommt dann mit einem ziemlich bösen Cliffhanger und vielen offenen Fragen – verständlich, man soll ja Gusto auf Band zwei bekommen. 


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Tags: gedanken hören, inse, stiefvater   (3)
 

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(29)

54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

canterbury, krimi, häkeln, mord, unfall

Canterbury Requiem

Gitta Edelmann
Buch: 264 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 02.09.2014
ISBN 9783940258403
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Bei einer Chorprobe lernt die Liebesromanautorin Ella Martin die umgängliche Aileen kennen. Am nächsten Morgen ist Aileen tot – überfahren. Doch es war kein Unfall, in ihrem Blut wurden Spuren eines Betäubungsmittels gefunden.
Da Ella die Letzte war, die mit Aileen gesprochen hat, fühlt sie sich verpflichtet, der Sache auf den Grund zu gehen und begibt sich dabei ohne es zu merken in Lebensgefahr. Außerdem bemühen sich zwei attraktive Männer um ihre Gunst und eine private Überraschung wartet auch noch auf sie.

Laien, die sich verpflichtet fühlen, den Tod einer ihnen eigentlich unbekannten Person aufzuklären, brauchen schon plausible Gründe, warum sie das tun. Die Liebesromanautorin Ella Martin wäre eigentlich beschäftigt genug damit, mit ihrem verkorksten Privatleben ins Reine zu kommen und ihren Roman zu schreiben. Deshalb wirken ihre Bemühungen für mich auch nicht ganz überzeugend, den Mord an Aileen aufzuklären. 
Die Handlung plätschert teilweise gemütlich vor sich hin, Action darf man nicht unbedingt erwarten. Durchaus aber nett zu lesen, denn es gibt viele Informationen über Canterbury, über englisches Essen und sonstige Gepflogenheiten der Briten. Ich habe direkt Lust bekommen, dieser geschichtsträchtigen Stadt einmal einen Besuch abzustatten.
Störend empfand ich allerdings, dass zum Teil nichtssagende Floskeln in Englisch geschrieben wurden. Das hat für mich etwas von Sprachkurs für Anfänger und irritiert beim Lesen. 
Der Showdown wird dann noch spannend und bietet eine kleine Überraschung.

Fazit: Ein gemütlicher Krimi für einen Herbstabend, am besten mit Tee und Keksen genießen!

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Tags: betäubungsmitte, canterbury, schreibrecherche, unfall   (4)
 
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