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3.540 Bibliotheken, 44 Leser, 6 Gruppen, 81 Rezensionen

barcelona, bücher, liebe, spanien, roman

Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596196159
Genre: Romane

Rezension:



An einem Sommermorgen im Jahr 1945 entdeckt Daniel Sempere, der Sohn des Buchhändlers, den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort fällt ihm der Roman des verschollenen Autors Julián Carax in die Hände. Er heißt „Der Schatten des Windes“ und lässt ihn nicht mehr los. Als er sich auf die Spuren des Autors begibt, ahnt er noch nicht, dass sein eigenes Leben bedroht wird, denn die Schatten der Vergangenheit reichen bis in die Gegenwart.


Berührend, beängstigend, dunkel, mystisch und voller Gefühl. Ein Roman über das Leben eines vom Schicksal Verfolgten, der zum Phantom wird. Der Leser taucht ein in die Faszination des Schreibens, in das Barcelona der Zwischen- und Nachkriegszeit, das noch von den Schrecken dieser Zeit gezeichnet ist. Es gibt Verräter und Verratene und so genau weiß man oft nicht, wer zu welcher Gruppe gehört. 
Zafón ist ein Meister der Atmosphäre, des verschachtelten Plots, der sich am Ende zu einem sinnvollen Ganzen löst. Und doch bleibt ein Hauch Mysterium. 
Geniale Unterhaltung!





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Tags: barcelona, buchhandlung, friedhof der vergessenen bücher, spanischer bürgerkrieg   (4)
 

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120 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

island, thriller, leuchtturm, selbstmord, mord

Nebelmord

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.10.2014
ISBN 9783596030651
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine winzige Insel, darauf ein Leuchtturm. Vier Personen sollen dort zwei Tage und Nächte verbringen. Doch dann verschwindet einer von ihnen.In Reykjavik wird ein amerikanisches Ehepaar vermisst und die Polizistin Nina muss sich damit abfinden, dass ihr Mann nach einem Selbstmordversuch nicht mehr aus dem Koma erwachen wird. Wo liegt der Schlüssel? Was verbindet die Fälle?
Drei Handlungsstränge sind in diesem Island-Krimi miteinander verflochten, die über eine weite Strecke scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Erst am Ende zeigt sich, wie alles zueinander passt.Die Szenen auf der Insel wirken unheimlich und klaustrophobisch. Die Charaktere mögen sich von Anfang an nicht, die schlechten Witterungsbedingungen bringen sie zusätzlich an ihre Grenzen.Die Familie in Reykjavik, die den Urlaub in Florida verbracht hat und nach einem Haustausch nun zurückkehrt, stellt fest, dass irgendetwas nicht stimmt. Ein Unbekannter scheint sie zu beobachten, die Gäste sind verschwunden.Die Polizistin Nina will herausfinden, warum ihr Mann Selbstmord begehen wollte und muss sich ebenfalls ihren Ängsten stellen.Jeder Strang für sich trägt unterschwellige Spannung mit sich, die einfach dazu zwingt, weiter zu lesen.Kurz irritiert hat mich der Zeitablauf, denn die Ereignisse auf der Leuchtturminsel werden zwar zwischendurch erzählt, spielen sich aber eigentlich am Ende der Geschichte ab.Das Ende kommt ziemlich abrupt und bleibt offen, was mich ein wenig gestört hat. Es wirkt, als ob die Autorin entweder keine Lust oder keinen Platz mehr hatte, um die Story fertig zu schreiben.

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Tags: island, leuchtturm, selbstmord   (3)
 

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

griechenland, ikone, thriller, partisanen, 1944

Ikone

Neil Olson , Michael Benthack
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur , 01.01.2006
ISBN 9783426629680
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Griechenland 1944: In der Kirche eines kleinen Bergdorfs wird die angeblich wundertätige uralte Ikone der Heiligen Mutter Gottes von Katarini aufbewahrt. Das kostbare Kleinod verschwindet spurlos.Sechzig Jahre später taucht sie plötzlich in New York im Nachlass eines Schweizer Bankiers auf. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd beginnt, denn es gibt einige Interessenten für das wertvolle Kunstwerk.
Eine angeblich wundertätige Ikone, ihr geheimnisvolles Verschwinden und die Jagd nach dem Kunstwerk, als es plötzlich wiederauftaucht – das alles wären durchaus Zutaten zu einem spannenden Thriller.
Leider entpuppt sich die Geschichte eher als Familientragödie mit Verrat und nie eingestandener oder aufgearbeiteter Schuld. Eine etwas halbgare Liebesgeschichte begleitet die Handlung, die leider durch ausufernde und zum Teil nichtssagende Dialoge noch mehr verwässert wird.Viel Innenschau der Charaktere bremst ebenfalls das Tempo. Erst im letzten Teil gewinnt die Handlung etwas an Fahrt, aber bis dahin braucht der Leser viel Geduld!Zahlreiche Fehler trüben zudem den Lesegenuss, wie z.B. falsche Namen und unrichtiger Gebrauch des Konjunktivs.Wer hier – wie auf dem Cover suggeriert – einen temporeichen, spannenden Thriller erwartet, wird ziemlich enttäuscht. Wer sich auf eine doch atmosphärisch dichte Familiengeschichte einlassen möchte, kann durchaus zum Teil auf seine Kosten kommen.

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Tags: 2. weltkrie, griechenland, ikone, kunsthandel, kunstraub, partisanen, wunder   (7)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

zoi'ron, heldenreise, kraftlinien, die sieben zeichen des zorns

Die sieben Zeichen des Zorns: Kraftlinien

Alexandra Balzer
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei null, 16.01.2018
ISBN B07937D9RG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein letztes Mal müssen die Krieger Maondnys aufbrechen, um das siebte Zeichen des Zoi’ron zu beschwören. Sie müssen die magischen Kraftlinien verbinden, die das Land durchziehen. Doch die Helden werden von Zweifeln geplagt, der Kampf hat sie zermürbt. Was wird wirklich geschehen, wenn der Gott erwacht? 
Der letzte Teil der siebenbändigen Saga ist von Anfang an geprägt von Endzeitstimmung und Trauer. Die Helden – und mit ihnen die Leser - haben ihr Ziel beinahe erreicht, doch sie fragen sich, was danach sein wird. Warten Tod oder Leben auf die einzelnen Wesen, wer hält dem Gericht des Gottes stand, wer wird vernichtet?Die Grundstimmung des Abschlussbandes ist daher eher besinnlich, auch wenn noch gegen eine Armee von Untoten gekämpft werden muss.Maondny hat natürlich wie immer die Fäden in der Hand und lenkt ihre Auserwählten. Die vielschichtigen Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und mir tut es leid, dass ich von ihnen Abschied nehmen muss. Ein würdiges und stimmiges Finale!

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Tags: die sieben zeichen des zorns, heldenreise, kraftlinien, zoi'ron   (4)
 

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toskana, münchen, italien, laura gottberg, krimi

Nacht der Stachelschweine

Felicitas Mayall
Flexibler Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 19.05.2009
ISBN 9783499249891
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Gruppe deutscher Touristen sucht Ruhe und Erholung bei einem Selbsterfahrungsseminar in einem alten Kloster in der Toskana. Doch damit ist es schnell vorbei, als eine von ihnen, die junge Carolin, tot in einem Waldstück gefunden wird. Ein Verdächtiger ist schnell zur Hand: Giuseppe, ein geistig beeinträchtigter Junge, hat eindeutige Spuren bei der Leiche hinterlassen. Doch Commissario Angelo Guerrini glaubt nicht an die Schuld des Jungen. Gemeinsam mit seiner deutschen Kollegin Laura Gottberg versucht er, das Rätsel um Carolins Tod zu lösen.
„Elegant geschrieben und klug konstruiert“, verspricht der Klappentext und ließ mich neben der Tatsache, dass die Handlung in der Toskana spielt, zum Kauf dieses Krimis verleiten.Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt.Zum Positiven: Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr stimmig, schaffen Atmosphäre und machen Lust, sofort in die Toskana aufzubrechen. Das wars aber dann auch schon so ziemlich!Die Handlung und die Figuren?Die akribische, sehr ausführliche Innenschau der einzelnen Personen bremst das Tempo sehr ein, vieles daran ist überflüssig und bringt die Handlung nicht weiter, ebenso wie die Dialoge, die manchmal eher unbeholfen wirken und oft sehr lang geraten sind.Viele überflüssige Nebensätze bremsen den Lesefluss zusätzlich.Die Figuren – lupenreines Klischee!Die hübsche, geschiedene, alleinerziehende Laura Gottberg, die sich auch zusätzlich noch um ihren einsamen Vater kümmern muss (die Dialoge mit ihm sind allerdings witzig und lebendig!), stolpert die meiste Zeit müde und unkonzentriert durch die Handlung. Zusätzlich muss sie noch die Annäherungsversuche eines jungen Kollegen abweisen. Allerdings setzt sie ihre weiblichen Reize dann doch wieder sehr gezielt ein. Ihre Arbeit als Polizistin überzeugt nicht.Der fesche, ebenfalls alleinstehende Commissario Guerrini wirkt ähnlich planlos. Dass die beiden ein Verhältnis beginnen, ist von Anfang an klar. Sie sind auch eher mit den Gefühlen füreinander als mit dem Fall beschäftigt. Warum Vorgesetzte bei der Polizei immer hässlich und unsympathisch sein müssen, ist ein Klischee, das mir mittlerweile gehörig auf den Geist geht! Die Auflösung kommt dann an den Haaren herbeigezogen und fast ein wenig lustlos daher. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe über Laura Gottberg, aber mir ist nicht unbedingt danach, die weiteren Bände zu lesen!
Fazit: Genießen kann man die stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen, alles andere ist eher unspektakulär!

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Tags: laura gottberg, meditation, selbsterfahrung, siena, toskan   (5)
 

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inspector barnaby, totenbeschwörung, krimi, englisches dorfleben, finanzspekulation

Nur wer die Wahrheit sieht

Caroline Graham , Eva Pampuch (Übers.) , Caroline Einhäupl (Übers.)
Flexibler Einband: 636 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.08.2008
ISBN 9783442469673
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Mallory Lawson und seine Familie das idyllische Anwesen Appleby House erben, scheinen alle seine Träume in Erfüllung zu gehen. Doch dann wird der Notar der Lawsons, Dennis Brinkley, tot aufgefunden. Es scheint ein Unfall gewesen zu sein, sein Faible für grausame Kriegsmaschinen wurde ihm offenbar zum Verhängnis.Das Medium Ava Garrett kündigt Enthüllungen aus dem Jenseits über Brinkleys Tod an. Wenig später ist sie tot – vergiftet! Chief Inspector Tom Barnabys Ermittlungen bringen das Leben im beschaulichen Dörfchen Forbes Abbott gehörig durcheinander. Und für die Lawsons ist schließlich der Traum vom geruhsamen Leben vorbei. 
Der bisher letzte und zugleich umfangreichste Band um den durch die erfolgreiche Verfilmung bekannten Chief Inspector Tom Barnaby zeichnet sich wieder durch gemächliches Tempo sowie akribische Charakter- und Landschaftsbeschreibungen aus.Die Autorin versteht es perfekt, den zum Teil sehr eigenwilligen und skurrilen Charakteren Leben einzuhauchen: Sei es die exzentrische Benny, Freundin von Dennis Brinkley, die scheinbar gegen alle Vernunft überzeugt ist, dass er ermordet wurde, die Familie Lawson, deren hübsche, aber selbstsüchtige und gierige Tochter Polly eine Katastrophe heraufbeschwört, der von seiner reichen und hässlichen Frau geknechtete Andrew Latham, die egoistische Ava Garrett und ihre bemitleidenswerte Tochter. Ihre Gedankenwelt, die Motivation für ihre Taten werden schlüssig und genau dargestellt.Der feine Humor, der mitschwingt, tröstet über die leichte Langatmigkeit hinweg. Chief Inspector Barnaby und Sergeant Troy, der immer noch gerne mit hübschen Kolleginnen flirtet, sind hier allerdings Randfiguren und dürfen erst im letzten Drittel zeigen, wie gut sie als Ermittler sind. Das Ende bringt dann noch einen überraschenden Aspekt, mit dem man so nicht rechnen würde.
Fazit: Atmosphärisch dichte und mit skurrilen Charakteren ausgestattete Kriminalgeschichte – very british!

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Tags: englisches dorfleben, finanzspekulation, inspector barnaby, medium, totenbeschwörung   (5)
 

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mentalisten, sekten, esoterikkult, lesbische liebe

Liebeszauber mit Hindernissen

Clare Sudbery , Lina Linke
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 09.06.2009
ISBN 9783442542727
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem Henrietta den Fängen einer obskuren Sekte entronnen ist, brauchen sie und ihr 7-jähriger Sohn unbedingt Ruhe. Die glaubt sie in Hebden Brigde, einem malerischen Dorf in West-Yorkshire, zu finden. Doch ihre neue Nachbarin Tawny, die einen erfolgreichen Esoterikkult gründet, macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Der griesgrämige Leo, ein erfolgloser Bühnenmagier und seine Lebensgefährtin, die reizende Belle, sorgen ebenfalls für Turbulenzen. 
„Eine großartige Satire auf Esoterikkult und Magie“ verspricht der Klappentext. Woran es liegt, dass der Funke bei mir trotzdem nicht übergesprungen ist, kann ich nicht so genau sagen. Zum einen sind die Charaktere dermaßen skurril und kompliziert, dass sie einfach nicht sympathisch wirken. Henrietta leidet unter Zwangsstörungen, ist nicht in der Lage, ihre Gefühle auszudrücken, die sich hauptsächlich auf Belle konzentrieren. Die ist zwar mit Leo zusammen, aber der ist eigentlich schwul. Gefühlsdurcheinander ist vorprogrammiert. Am wenigsten sympathisch ist im übrigen Leo, ein Egozentriker mit Anfällen von Selbstmitleid.Ernstnehmen sollte man diese Story wahrscheinlich tatsächlich nicht. Witzig in Ansätzen fand ich die Darstellung, wie sich Menschen von sogenannten „Gurus“ oder „Magiern“ an der Nase herumführen und manipulieren lassen.Manche Wendungen in der Geschichte wirken konstruiert, die Zufälle zu augenscheinlich und irgendwann sehnt man das Ende herbei.Die Inhaltsangabe stimmt in einem Detail nicht: Henriettas Sohn ist nicht neun, sondern sieben.Fazit: Hat mich leider nicht überzeugt und witzig fand ich das Buch auch nicht besonders!

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Tags: esoterikkult, lesbische liebe, mentalisten, sekten   (4)
 

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italien, 2. weltkrieg, fallschirmspringer, liebesbeziehungen, sommerliebe

Mortimer & Miss Molly

Peter Henisch
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 26.08.2013
ISBN 9783552062252
Genre: Romane

Rezension:

Toskana, 1944: In dem kleinen Ort San Vito landet ein amerikanischer Fallschirmspringer in einem Garten, unter dem Fenster einer englischen Gouvernante. Sie versteckt ihn vor den deutschen Besatzern.Etwa dreißig Jahre später begeben sich Marco und Julia auf die Spuren des merkwürdigen Paares, als ihnen die Geschichte von einem alten Amerikaner erzählt wird. Doch am nächsten Morgen ist der Mann namens Mortimer verschwunden und lässt die beiden mit der Frage zurück, wie die Geschichte weitergegangen sein könnte. 
Der Wiener Autor Peter Henisch erzählt in diesem Roman zwei Liebesgeschichten: die Begegnung zwischen Mortimer und Miss Molly – fiktiv oder doch Wahrheit? und die Beziehung zwischen Marco und Julia, die vorerst eine Sommerliebe bleibt – mit all den Schwierigkeiten, die so etwas mit sich bringt: Alltag, der entfremdet, Eifersucht auf mögliche andere Partner, die Frage, ob eine solche Liebe nur zu einer gewissen Zeit gelebt werden kann.Gleichzeitig wird man in die Toskana entführt – die wunderschöne Landschaft, die intensiven Farben und Gerüche, die Menschen – all das entsteht sehr ausdrucksvoll und bildhaft – Kopfkino pur!Auf das langsame Tempo und die eigenwillige Erzählweise muss man sich einlassen. Es ist fast, als säße man im Schatten von Olivenbäumen mit einer Tasse Espresso und ließe sich die Geschichte erzählen. Der Autor versteht sehr geschickt, die Eigenwilligkeit der Charaktere auszuleuchten und mit Eventualitäten zu spielen. Hat sich die Begegnung zwischen Mortimer und Miss Molly tatsächlich so zugetragen oder ist alles doch nur der Fantasie des jungen Paares entsprungen? Der letzte, tatsächliche Beweis bleibt aus, aber das ist gar nicht so wesentlich. Am Ende der Geschichte darf man ruhig glauben, dass sich alles so zugetragen hat.Fazit: Einfühlsame, sinnliche Geschichte mit viel Flair und Ambiente!

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Tags: 2. weltkrieg, fallschirmspringer, gouvernante, sommerliebe, toskan   (5)
 

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96 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

indianer, kanada, western, thriller, thomas thiemeyer

Devil's River

Thomas Thiemeyer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.03.2015
ISBN 9783426517154
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Studentin Eve erbt das Haus ihrer Großmutter und entdeckt auf dem Dachboden eine Truhe, in der sie auf ein altes Familiengeheimnis stößt.Kanada 1878: Die Indianerin River muss miterleben, wie ihr Dorf von einer unheimlichen Kraft heimgesucht wird. Kein Mensch ist es, der solche Gräuel anrichtet. Sie schwört, dieses Ungeheuer zu bekämpfen und begibt sich zusammen mit Nathan Blake auf die Jagd nach dem furchtbaren Feind. Doch Blake ist ein unberechenbarer Serienmörder …
Die Heldin dieses „Western-Thrillers“ ist einerseits River, eine Weiße, die von einem Indianerstamm aufgenommen wurde und andererseits die Studentin Eve, die sich erst ihren Platz im Leben suchen muss.Zu Beginn liest sich die Geschichte noch recht spannend und flüssig. Die Kapitel sind kurz und lebendig. Besonders die Abschnitte in der Vergangenheit wirken gut recherchiert. Das Setting ist anschaulich beschrieben, ebenso wie die unheimlichen, übernatürlichen Erscheinungen.Doch tauchen dann immer mehr Kritikpunkte auf:Die Charaktere wirken zum Teil sehr klischeehaft. Die Verfolger Blakes zeichnen sich eher durch Naivität aus als durch Gewieftheit. Der „gute“ Sheriff, der mit Lebensweisheiten um sich wirft und wohl psychologisch geschult wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er zu dieser Zeit ernst genommen worden wäre. Der „böse“ Detektiv, der massivste Vorurteile gegenüber Indianern und Frauen hegt und dann noch der verliebte Deputy, der nicht weiß, wie ihm geschieht …Am besten ausgearbeitet ist noch Nathan Blake, für den man durchaus Sympathie empfinden kann, auch wenn er ein grausamer Serienmörder ist. River ist eine starke Persönlichkeit, ihr Handeln ist allerdings manchmal nicht ganz nachvollziehbar. Irritierend vor allem, dass sie immer wieder als „junges Mädchen“ bezeichnet wird, obwohl an anderer Stelle behauptet wird, dass sie bereit dreißig ist. Auf den Strang in der Gegenwart hätte man getrost verzichten können. Er wirkt wie aus einem Frauenroman: Hübsche Studentin, verlobt mit einem „Schwiegermuttertraum“, eine herrschsüchtige Mutter und ein schwacher Vater, entdeckt ein dunkles Familiengeheimnis. Hier gibt es keine Überraschungen, Eves Entscheidung am Ende ist vorhersehbar.Leider verrät der Stammbaum am Ende des Buches viel zu viel. Wer sich also überraschen lassen will, sollte ihn am besten nicht beachten.

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Tags: dämonen, familiengeheimnis, indianer, kanada, serienmörder   (5)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alexandra balzer, die sieben zeichen des zorn

Die sieben Zeichen des Zorns: Die versunkene Stadt

Alexandra Balzer
E-Buch Text: 145 Seiten
Erschienen bei null, 19.01.2017
ISBN B01MUCWEP9
Genre: Sonstiges

Rezension:


Um das fünfte Zeichen des Zoi’ron zu initiieren, müssen die Gefährten zuerst die versunkene Stadt wiedererwecken. Inzwischen muss der gefallene Gott Nakoio das Vertrauen Kiomys erlangen, damit auch dieser seine ihm vom Schicksal zugedachte Aufgabe erfüllen kann. Ein beinahe unmögliches Unterfangen, denn der Junge ist zutiefst verstört. 
Gleichzeitig wird Yllanya vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt.


Der fünfte Teil um die Erweckung des Gottes Zoi’ron durch die Auserwählten widmet sich hauptsächlich der Frage, ob und wie ein Wesen, dessen Vertrauen tief erschüttert ist, seine Fähigkeiten entdecken und nützen kann. Wie immer gelingt es der Autorin, die Charaktere glaubwürdig und mit viel Gespür anzulegen. 
Das Erzähltempo dieses Bandes ist um einiges ruhiger, da es weniger um Kämpfe als um innere Wandlung und Erlangen von Stärke geht.
Die Traumseherin Maondny bleibt geheimnisvoll und hat sicher noch einige Überraschungen zu bieten.
Faszinierend auch immer wieder die bis ins Detail ausgearbeiteten Welten und ihre Geschichte, wie die der Rataumi. 
Der philosophische Ansatz ist hier besonders interessant. 
Zwei Zeichen sind nun noch zu erwecken und man darf gespannt sein, welche Überraschungen und Wendungen sich bis zum großen Finale noch ergeben!

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Tags: alexandra balzer, die sieben zeichen des zorn   (2)
 

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282 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

london, magie, krimi, fantasy, peter grant

Der Galgen von Tyburn

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 05.05.2017
ISBN 9783423216685
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Kampf gegen den Gesichtslosen geht weiter. Aber auch die Suche nach einem geheimnisvollen Buch beschäftigt PC Peter Grant, den magischen Polizisten aus London. Ein Mord in der High Society ruft Lady Tyburn auf den Plan und Peter hat alle Hände voll zu tun, um heil aus den Verwicklungen zu kommen. Denn es kann fatal enden, wenn man einer Flussgöttin einen Gefallen schuldet … 
Tja, was soll ich sagen – ich habe mich verleiten lassen und auch den 6. Band der Serie um den magisch begabten Police Constable Peter Grant noch gekauft, obwohl ich schon Band 5 nur mehr mäßig spannend fand.Natürlich ist alles wieder da: der Schauplatz London, die abstrusen Charaktere und der besondere Sprachwitz.Aber irgendwie läuft sich die ganze Geschichte tot. Peter Grant mäandert durch das Geschehen, wird ab und an magisch oder nicht magisch verprügelt, seine Ex-Kollegin Lesley, die sich mit dem Gesichtslosen verbündet hat, taucht wieder auf und auch mit seinem Erzfeind selbst kommt es zu einer Konfrontation. Das geheimnisvolle Buch, nach dem zuerst so fieberhaft gesucht wird, ist plötzlich nicht mehr wichtig. Zwischendurch geht nicht nur Peter die Luft aus. Ich hatte des Öfteren das Gefühl, als sollten nur Seiten gefüllt werden – bis zu einem noch nicht absehbaren Ende? War ich von den ersten Bänden noch schwer begeistert, hat sich meine Faszination inzwischen ziemlich verringert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir Band 7 – oder folgen womöglich noch mehr? – auch noch antun werde.

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Tags: isaac newton, london, magie, magisches buch, peter grant   (5)
 

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, krimi, england, vergeltung, rache

Vergeltung

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.12.2012
ISBN 9783426511817
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Serienmörder Jacko Vance flieht aus dem Gefängnis. Und er will Rache – vor allem an Carol Jordan und Tony Hill, denen er seine Verhaftung zu verdanken hat. Aber er will nicht ihren Tod, seine Vergeltung ist perfider. Er will seinen Feinden das Liebste nehmen. Seine ersten Opfer sind Carols Bruder und dessen Frau.
Dies ist der 7. von mittlerweile 9 Bänden um DCI Carole Jordan und den Profiler Dr. Tony Hill. Der Band kann durchaus einzeln gelesen werden, die notwendigen Informationen zu vorhergehenden Ereignissen werden ausführlich geschildert. Feinheiten der Charakterentwicklung bleiben womöglich verborgen und ein Handicap sind vielleicht die vielen Namen, mit denen man konfrontiert wird, schließlich leitet Jordan ein Spezialistenteam – das allerdings vor der Auflösung steht. So ist der parallel laufende Fall des Serienmörders, der bizarre Morde an Prostituierten begeht, sogar eine Chance, um weiter zusammen zu arbeiten – so bizarr das auch klingt.Leider hatte ich teilweise den Eindruck, dass dieser Fall nur als eine Art Beschäftigungstherapie für die Ermittler dient, bis endlich Vance seinen Rachefeldzug antreten kann. Denn erst ab Mitte des Buches beginnt die Handlung tatsächlich spannend zu werden.Die beiden Hauptcharaktere haben mittlerweile eine ganze Palette an traumatischen Ereignissen hinter sich, angefangen von problematischer Kindheit bei gefühlskalter Mutter bis über Alkoholsucht und dgl. Und mir kommt vor, das Duo zeigt gewisse Ermüdungserscheinungen. Sonst könnte es nicht vorkommen, dass derartige Fehleinschätzungen passieren, wie die Tatsache, dass niemand daran denkt, dass auch das Umfeld der Hauptpersonen bedroht sein könnte. Vor allem Tony Hill präsentiert sich wenig glaubwürdig als sentimentaler Versager und die ohnehin problematische Beziehung zu Carole Jordan wird noch schwieriger.Das Ende – erwartungsgemäß und auch wieder nicht, lässt unbefriedigt zurück. Für mich besteht kein Anreiz, die anderen Teile der Serie auch noch zu lesen.

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Tags: jordan/hill, prostituiertenmorde, rache, serienmörder, spezialteam   (5)
 

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hippies, alraune, nora taban, vergiftung, persönlichkeitsspaltung

Seelensplitter

Mitra Devi
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 11.07.2013
ISBN 9783293206229
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreiend und von einem inneren Feuer verzehrt springt ein Firmenchef bei einer Feier in die Tiefe. Die Polizei geht von einem Unfall im Alkoholrausch aus, doch seine Sekretärin hat Zweifel. Sie engagiert die Privatdetektivin Nora Tabani. Diese findet die Todesursache heraus: Vergiftung durch Alraunen, im Mittelalter als Teufelsdroge bekannt.Während die Detektivin ermittelt, braut die „Hexe“ weiter an ihren Gifttränken und ein zweiter Mitarbeiter der Firma stirbt.
Im dritten Fall um die Privatdetektivin Nora Tabani, die in Zürich lebt und ermittelt, geht es um eine Frau, die als Kind von Hippies durch Drogenmissbrauch zerstört wurde. Was das alles mit dem Mord an dem Firmenchef zu tun hat? Ich möchte nicht spoilern, aber es ist von Anfang an klar, wer für die Verbrechen verantwortlich ist – auch wenn die eine oder andere überraschende Wendung noch auftaucht.So erfährt man, dass in dieser Firma einiges im Argen liegt, denn es geht auch um Waffenhandel und Diebstahl.Man erfährt auch so einiges über die Giftpflanze Mandragora oder Alraune, über Wissenschaftliches und Okkultes. Nora Tabani ist eine sympathische Ermittlerin, auch wenn ich ihr manchmal gewisse Kompetenzen abspreche. Ausgerechnet dem wichtigsten Hinweis nicht nachzugehen, der ihren Partner in Lebensgefahr bringt, wirkt für mich zu aufgesetzt, zu bemüht, Spannung zu erzeugen.Die Thematik der gespaltenen Persönlichkeit ist nicht unbedingt neu, hier wird sie etwas sehr plakativ dargestellt und am Ende frage ich mich, ob der Ablauf der Ereignisse tatsächlich logisch durchführbar war. Aber gut – alles in allem eine mit Herzblut geschriebene und auch gut recherchierte Story mit Flair.

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Tags: alraune, hippies, nora taban, persönlichkeitsspaltung, vergiftung, zürich   (6)
 

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kolumbien, kurzgeschichten, spanien, phantastischer realismus

Das Licht ist wie das Wasser

Gabriel García Márquez , Joachim Knappe
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 20.10.2006
ISBN 9783596852321
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Geschichten von der Liebe und anderen Dingen“ erzählt der Literaturnobelpreisträger von 1982 in 11 Kurzgeschichten.Ihnen allen ist die atmosphärische Dichte gemein, die präzise Charakterisierung der oft schrulligen Menschen, der humorvolle Unterton. Skurrile Ereignisse, die sich der Logik des Lesers entziehen, die man so annehmen muss ohne Erklärung.Literarische Experimente wie die Geschichte vom Geisterdampfer, die in einem einzigen, endlos scheinenden Satz erzählt wird. Die anrührende Groteske vom Begräbnis der Großen Mama, der uralte gefallene Engel, die ehemalige Hure, die auf den Tod wartet – Figuren mit Leben und Charisma.Einige der Geschichten enden im Nichts und ich muss gestehen, dass ich etwas ratlos zurückblieb ob des abrupten Endes.Man sollte diese literarischen Kostbarkeiten nach und nach lesen und sie sich auf der Zunge zergehen lassen!

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Tags: kolumbien, kurzgeschichten, phantastischer realismus, spanien   (4)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fluchmagie, heldenreise, sieben zeichen des zorns, zeitreise, prädestinationsparado

Die sieben Zeichen des Zorns: Fluchmagie

Alexandra Balzer
E-Buch Text: 216 Seiten
Erschienen bei null, 02.09.2017
ISBN B075CCNL6M
Genre: Sonstiges

Rezension:

Maondny schickt ihre Auserwählten durch die Zeit, um sieben Flüche der Pashatvas zu verhindern. Eine heikle Mission, denn das Zeitgefüge darf nicht durcheinandergebracht werden. Zoi’ron muss zudem innerhalb einer Woche beschworen werden, denn sonst muss Maondny sterben und alle Mühe war umsonst.
Dem 6. Band der siebenbändigen Saga ist eine Zusammenfassung des bisher Geschehenen vorangestellt – eine weise Entscheidung der Autorin, denn die Handlung ist sehr komplex und weitläufig. Auch diesmal müssen sich die Geweihten ihrer eigenen Vergangenheit stellen, um die ihnen zugewiesenen Aufgaben bewältigen zu können. Das führt dazu, dass dieser Teil mehr an Innenschau bietet und vom Tempo ruhiger ist. Genau wie Sayid verstand ich erst einmal nur Bahnhof, wenn es um das „Prädestinationsparadox“ ging. (Ich habe nachgeschlagen, um es zu verstehen.)Ich hatte hier allerdings ein stilistisches Problem. Solche „Fachbegriffe“ haben für mich eher in einem Science-Fiction-Roman Platz als in einem Fantasy-Roman mit mittelalterlichem Setting. Aber das ist vielleicht Geschmackssache.Spannend fand ich vor allem wieder die vielschichtigen Charaktere. Es gibt keine absolute Wahrheit, jede Seite hat ihre Berechtigung. Und selbst Anash weckt diesmal Sympathien.Drollig auch wieder die Bemühungen von Illoziz, der wie immer bemüht ist, die Helden mit Leckerem zu versorgen, obwohl mein Lieblingsdämon diesmal eher im Hintergrund steht.Die Wandlung des Gottes Nakoios wird sehr drastisch und mitreißend geschildert, hier gibt es berührende Szenen.Maondny mischt trotz der Tatsache, dass sie eigentlich im Koma liegt, kräftig mit. Alles in allem darf man gespannt auf das Finale sein!

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Tags: fluchmagie, heldenreise, prädestinationsparado, sieben zeichen des zorns, zeitreise   (5)
 

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

cornwall, erbe, england, wahnsinn, gut

Meine Cousine Rachel

Daphne du Maurier , Brigitte Heinrich , Christel Dormagen
Flexibler Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2017
ISBN 9783458361978
Genre: Klassiker

Rezension:

Der alternde Gutsbesitzer Ambrose Ashley glaubt, sein Glück in Italien in der Heirat mit der schönen Rachel zu finden. Doch bald darauf befällt ihn ein merkwürdiges Leiden. Als er seinen Neffen Philip um Hilfe bittet, reist dieser tief beunruhigt nach Florenz. Doch er kommt zu spät. Ambrose ist tot.Als Rachel nach Cornwall kommt, verliebt sich Philip in die impulsive Frau. Was zu einem noch größeren Verhängnis führt …
Wie jeder Leser dieser Story der berühmten englischen Schriftstellerin (bekanntestes Werk Rebecca und Die Vögel  - beides Vorlagen für Filme von Alfred Hitchcock) frage auch ich mich: Ist Rachel eine Giftmörderin oder ein Opfer der Umstände? Der Roman ist eine meisterhafte Charakterstudie, wie ich finde. Der in einem reinen Männerhaushalt aufgewachsene, unerfahrene und impulsive Philip Ashley erzählt in der Ich-Perspektive, was wohl einen intensiven Blick auf seinen Charakter zulässt, die Beweggründe Rachels aber im Dunklen lässt. Philip ist ein „viktorianischer“ Held, wie er im Buche steht. Er erinnert in vielen Zügen an die übersensiblen Figuren E.A Poes oder E.T.A. Hoffmanns, die sich selbst am meisten im Weg stehen und deren Gefühlsleben in ein wahres Chaos ausartet. Manchmal möchte man den Kerl einfach nur schütteln, um ihn zur Besinnung zu bringen!Rachel ist einmal aufmerksame, liebenswürdige Frau, die jeden in ihren Bann zieht. Dann wieder eiskalt und berechnend. Schlau wird man aus ihr nicht.Die Sprache ist ganz der Zeit und den historischen Gegebenheiten angepasst, das Tempo eher langsam. Die düstere Kulisse Cornwalls ist natürlich das geeignete Setting und bildet den würdigen Rahmen für dieses Drama. Ein psychologisches Meisterwerk! 

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Tags: cornwall, cousine rachel, erbe, gif, gutsbesitz   (5)
 

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henry plantagenet, 12. jahrhunder, irland, normannen, band 1

Die Herren der Grünen Insel - Die Irland-Saga 1

Kiera Brennan
Flexibler Einband: 976 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.10.2017
ISBN 9783734101403
Genre: Romane

Rezension:

Irland im 12. Jahrhundert: Die Könige der einzelnen kleinen Reiche bekriegen sich untereinander in blutigen Fehden. Als jedoch Henry Plantagenet die Insel an sich reißen will und mit einem Heer einfällt, müssen sie einem gemeinsamen Feind trotzen.Der Krieger Ascall, der die schöne Caitlín, die er eigentlich zu seiner Sklavin machen wollte, heiraten muss, wird ebenso in den Kampf um Macht und Vorherrschaft verwickelt wie der Waffenhändler Pól und seine Tochter Róisín.
Kiera Brennan ist eines der Pseudonyme der österreichischen Autorin Julia Kröhn. Der erste Band der Saga um die Geschichte Irlands umfasst gerade einmal etwa zwanzig Jahre und ist mit 960 Seiten eine echte Herausforderung. Nicht nur wegen der Seitenanzahl, auch wegen der verwickelten blutigen Geschichte. Zugutehalten muss man der Autorin, dass sie penibel recherchiert hat, um die geschichtlichen Tatsachen und Figuren geschickt mit den fiktiven verknüpfen zu können. Eine Zeittabelle sowie eine Aufstellung über die wichtigsten Charaktere ergänzt das Buch, ebenso eine Lautschrift, um die komplizierten gälischen Namen richtig auszusprechen. Hier gibt es nämlich schon das erste Hindernis: viele wurden in Original-Schreibweise übernommen, vor allem, was die historischen Charaktere angeht und die ist doch recht kompliziert, auch wenn sie dem Ganzen natürlich Authentizität verleiht. Das war aber nicht der Grund, warum ich mich doch mehr oder weniger durch die umfangreiche Geschichte gequält habe. Ehrlich gesagt, war ich schon lange nicht mehr so froh, ein Buch endlich beenden zu können.Grundsätzlich wurde, wie gesagt, gut recherchiert. Neben den geschichtlichen Tatsachen – meist sehr lebendig in Dialogform – werden auch zahlreiche Legenden und Sagen eingewoben. Die Lebensumstände und Sichtweisen der Personen sind glaubwürdig, wenn auch nicht immer nachvollziehbar dargestellt. Überhaupt konnte ich über lange Zeit für keinen der Charaktere besondere Sympathie empfinden. Die Männer sind samt und sonders brutal, nur auf den eigenen Vorteil bedacht oder werden von ihren Trieben geleitet. Die Frauen wehren sich gegen die Übermacht der Männer mit Hinterlist und Intrigen.Da die Geschichte aus der Perspektive mehrerer Personen erzählt wird, muss man erst einmal einordnen, wer zu wem und wohin gehört. Gleich zu Beginn wird man mit der Szene konfrontiert, wie der sechsjährige Ascall Zeuge der Vergewaltigung seiner Mutter durch seinen Vater wird und daraufhin ein Kätzchen tötet, um dem Tierchen Leid zu ersparen. In diesem Stil geht es weiter. Die Sprache ist zum Teil sehr derb und es scheint, als hätten die Iren damals neben Saufen, Fressen und Kämpfen tatsächlich nur ihren Fortpflanzungstrieb befriedigt. Und das auf möglichst gefühllose Weise. Das Ganze wirkte abschnittsweise so deprimierend, dass ich mich wirklich zwingen musste, weiterzulesen.Probleme hatte ich u.a. mit der Königstochter Aoife, die geradezu besessen von ihrem Haustier, einem Hermelin, ist und nachdem es von einem bösen Ritter getötet wurde, danach trachtet, Königin zu werden, um einen Hermelinpelz tragen zu können. Dafür geht sie buchstäblich über Leichen – für mich nicht nachvollziehbar!So mancher Verrat scheint nur der Dramatik der Story zu dienen, die Gründe dafür werden erst gar nicht erklärt.Dialoge geraten oft langatmig, bei einigen merkt man, wie eifrig die Autorin bemüht war, sämtliches Wissen, das sie sich angeeignet hat, auch in der Geschichte unterzubringen.Die Landschaftsbeschreibungen sind stimmungsvoll, wenn auch meist sehr düster. „… die Fluten, glatt wie die Haut eines blutjungen Mädchens, das noch von keinem Mann je belogen worden war, blieben schwarz …“ Solche und ähnliche Formulierungen haben eine für mich unnötige Dramatik. Die detaillierten Beschreibungen der körperlichen Gebrechen einer Hure – natürlich möglichst unappetitlich – fand ich unnötig, noch dazu, wo die arme Frau gleich darauf ohnehin getötet wird und nichts weiter zur Geschichte beiträgt.Hier zeigt sich für mich wieder, dass man akribische Recherche auch übertreiben kann! Das Ende lässt einige Fragen offen, die, so nehme ich an, im Folgeband beantwortet werden.Alles in allem hat mich die Lektüre zwiespältig hinterlassen. Zum einem schien mir die Geschichte sehr authentisch, zum anderen allerdings sehr deprimierend und mit den Charakteren wurde ich nicht wirklich warm. Auf den zweiten Band dieser Saga werde ich höchstwahrscheinlich verzichten!

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Tags: 12. jahrhunder, henry plantagenet, irland, normannen   (4)
 

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überleben, familie, endzeit, adrian j walker, apokalypse

Am Ende aller Zeiten

Adrian J Walker
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 21.09.2017
ISBN 9783596037056
Genre: Fantasy

Rezension:

Edgar Hill ist Mitte Dreißig und unzufrieden mit seinem Leben als Familienvater. Als Asteroideneinschläge die Britischen Inseln verwüsten, wird er von seiner Frau und seinen beiden Kindern getrennt. Um sie wiederzusehen, muss er 500 Meilen von Schottland nach Cornwall laufen – durch ein sterbendes, im Chaos liegendes Land. 
Dystopien lese ich eher selten oder gar nicht, weil ich sie als zu destruktiv empfinde. Diese fand ich vor allem deshalb interessant, weil sie in Großbritannien spielt. Der Autor, der in Sydney geboren wurde und jetzt in London lebt, arbeitete als Informatiker. Eine Tatsache, die m.M. nach auch in der Struktur der Geschichte zu erkennen ist, denn phasenweise erinnerte mich das Ganze an eines dieser apokalyptischen Computerspiele, in denen die Helden von einer gefährlichen Begegnung zur nächsten gejagt werden und die Charaktere selbst aber eher blass bleiben. Die Geschichte beginnt zuerst spannend und sehr beklemmend. Edgar ist ein Versager, ein Alkoholiker und er hat Schuld, dass er seine Familie nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Er ist nur mit sich selbst beschäftigt, suhlt sich in Selbstmitleid, selbst als es zur Katastrophe kommt. Kurz, er ist absolut unsympathisch. Die Wandlung seines Charakters muss sich natürlich im Laufe der Handlung vollziehen, aber so wirklich nahe wurde er mir nicht, obwohl der Fokus nur auf ihm liegt.Deshalb bleiben auch Fragen offen (z.B. wer sind die geheimnisvollen Retter in Gelb?), einige Szenen verlaufen ins Leere. Über seine Begleiter, die durchaus interessant wären und Potenzial hätten, erfährt man viel zu wenig, um mit ihnen mitfühlen zu können. Stattdessen wird seitenlang über das Laufen und das Leben philosophiert.Sehr lebendig beschrieben fand ich das apokalyptische Szenario, die zerstörte Landschaft, die Widrigkeiten, die entstehen, wenn alles im Chaos versinkt, wenn Verkehrswege und Beförderungsmittel nicht mehr existieren. Wirklich skurril sind die Begegnungen mit Menschen, die sich durch die Katastrophe gewandelt haben, wie z.B. das Mädchen Gloria oder die selbsternannte Diktatorin Jenny Rae. Das Ende kommt dann irgendwie unvermittelt, nachdem Ed zuerst seitenlang alleine durch die Gegend stolpert und eine seltsame Begegnung mit Jesus hat

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Tags: apokalyps, asteroideneinschlag, familie, roadtrip, trennung   (5)
 

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vietnam, zuhälter, minderjährige, trauer, lebensgestaltung

LI

Isabella Maria Kern
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei IATROS, 01.07.2016
ISBN 9783869632278
Genre: Romane

Rezension:

Der arrogante Journalist Peter sucht aus einer Laune heraus ein Bordell auf. Die Lust auf Sex vergeht ihm aber, als er die minderjährige Vietnamesin Li trifft. Er verspricht, ihr zu helfen. Doch Li begeht noch in der gleichen Nacht Selbstmord. Peter versteckt Lis Freundin Beatrice bei sich, die von ihrem Zuhälter gesucht wird und riskiert damit sein eigenes Leben. Als dann plötzlich Li zu ihm spricht, glaubt er, den Verstand zu verlieren. 
Dieses Buch über das brisante Thema Zwangsprostitution ist der Erstling der Mühlviertler Autorin Isabella Maria Kern, die als Krankenschwester arbeitet.Die Geschichte über das Mädchen Li, das aus dem Jenseits zu dem Journalisten Peter spricht und ihn veranlasst, sein Leben neu zu organisieren, hat sehr viele berührende Momente. Am Schreibstil merkt man allerdings den Erstling, manche Formulierungen wirken etwas unpassend. Einige Fehler sind Lektorat und Korrektorat entgangen. Es wird viel und detailgenau beschrieben. Manche Abschnitte sind etwas ausufernd geraten.Den Untertitel finde ich etwas sperrig. Das Cover ist sehr schön gestaltet, das Porträt Lis zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. Untertitel und Autorenname hätten eventuell eine Spur größer in der Schrift ausfallen können.Li ist trotz ihres Leidensweges ein sehr positiver Charakter, ihre drolligen Statements sind erheiternd und regen zum Nachdenken an.Sehr gut gelungen fand ich auch Beatrice, traumatisiert, sehr verletzlich, die erst sich selbst entdecken und den Mut aufbringen muss, ihr Leben in die Hand zu nehmen.Der Focus ist aber hauptsächlich auf Peter gerichtet, der eine für mich nicht ganz glaubwürdige Wandlung vom arroganten Widerling zum Gutmenschen durchmacht. Seine Zwangsneurose verschwindet sozusagen über Nacht, dann schwingt er sich auch noch zum selbsternannten Lebensberater auf und präsentiert der zu Recht irritierten Beatrice Lehrsätze aus „The Secret“. Wissen aus einem Seminar, das er zur Überraschung des Lesers irgendwann einmal absolviert hat. Dass er sich im Lauf der Handlung gleich in drei Frauen verliebt, war mir außerdem ein bisschen zu viel des Guten!Die Polizei wird samt und sonders sehr negativ dargestellt, obwohl man über die Ermittlungsarbeit kaum etwas erfährt. Ziemlich überzeichnet fand ich Johann, den notgeilen Beamten, der eine unerklärliche Obsession für Beatrice entwickelt. Auch andere Nebenfiguren agieren und reagieren meiner Meinung nach ein wenig zu überzogen. Der Autorin sind neben der Zwangsprostitution auch die Themen Lebensgestaltung, Beziehungen und Verarbeiten von Verlusten ein Anliegen. Was grundsätzlich sehr positiv zu sehen ist, nur manchmal wurden mir die Thesen, die zu einem erfüllteren Leben verhelfen sollen, doch zu viel. Wie gesagt, so einiges erinnert an „The Secret“, das ich eher mit Skepsis gelesen habe. Nicht immer erfüllt das Universum sämtliche Wünsche, auch wenn man sie noch so sehr visualisiert! Fazit: Auf jeden Fall ein interessantes Debüt zu einem brisanten Thema!

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Tags: lebensgestaltung, minderjährige, vietnam, zuhälter, zwangsprostitutio   (5)
 

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krimi, sanela beara, berlin, brandenburg, familie

Das Dorf der Mörder

Elisabeth Herrmann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.08.2014
ISBN 9783442481149
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Berliner Tierpark ereignet sich ein grausiger Mord. Schnell steht fest, wer die Tat begangen haben muss, denn die Indizien gegen die Tierpark-Angestellte Charlotte Rubin sind erdrückend. Doch die junge Streifenpolizistin Sanela Beara hegt Zweifel an der allzu glatten Lösung des Falls. Auch der Psychologe Jeremy Saaler, der an einem Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit Rubins beteiligt ist, will nicht an ihre Schuld glauben.Die Ermittlungen führen sie zurück in die Kindheit der Frau, in ein düsteres Dorf in Brandenburg. 
Die Autorin, die bereits mit der Reihe um den Berliner Anwalt Joachim Vernau sehr erfolgreich ist, stellt eine neue Protagonistin vor: Die ehrgeizige kroatisch-stämmige Streifenpolizistin Sanela Beara.Ins Auge fällt zuerst das ziemlich gruselig wirkende Cover, das mich allerdings eher an eine amerikanische Horror-Geschichte á la Stephen King als an einen deutschen Kriminalroman erinnert. Aber das ist eher Geschmackssache.Gut fand ich die Atmosphäre in diesem sterbenden Dorf geschildert. Die Hitze des Sommers, die baufälligen Gebäude, die Gerüche, auch die Personen, die noch dort verblieben sind – bedrückend und sehr beklemmend, hier entsteht tolles Kopfkino!Die Story entwickelt sich eher langsam, da die Ermittlungen von Beara immer wieder behindert werden. An sich finde ich die psychologische Ausarbeitung der Charaktere ganz gut. Allerdings sollte man, wenn man sich in diesem Bereich bewegt, schon den Unterschied zwischen Psychologe und Psychiater kennen!Mit Sanela Beara hatte ich leider ein Problem. Sie wirkt mit ihrem verbissenen Ehrgeiz nicht wirklich sympathisch.Natürlich lebt eine Story davon, dass sich Helden querlegen und deshalb braucht es auch ihre und Jeremys Alleingänge, um Konflikte zu schaffen. Jeremy war mir allerdings zu naiv und vor allem für so einen bedeutenden Fall viel zu unerfahren. Das wirft auch ein etwas seltsames Licht auf die angebliche Koryphäe Brock, dem einige grobe Schnitzer unterlaufen.Die Liebesgeschichte fand ich ziemlich kitschig und ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie überhaupt notwendig gewesen wäre.Der Täter wirkt dann ein wenig wie aus der Trickkiste gezogen.Alles in allem atmosphärisch gelungen, mit Abstrichen, was die Charaktere angeht.

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Tags: brandenburg, dorf, psychologe, sanela beara, tierpar   (5)
 

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scheibenwelt, fantasy, tod, humor, musik

Rollende Steine

Terry Pratchett , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.09.2001
ISBN 9783442430499
Genre: Fantasy

Rezension:


Der Tod fällt in eine Sinnkrise und verschwindet spurlos. Also muss seine Enkelin Susanne das Geschäft übernehmen. Sie bekommt es mit einem merkwürdigen Phänomen zu tun, das die Welt auf den Kopf stellt. Eine neue Art von Musik, erfunden von einem Barden, einem Zwerg und einem Troll. Und dann verliebt sie sich auch noch in den Gitarristen der „Band mit Steinen Drin.“ 


Die Romane, die in der Scheibenwelt angesiedelt sind, haben mittlerweile Kultstatus. Dieser hier thematisiert die Musik, besonders die Rockmusik, ihre Anhänger und die Geschäfte, die in diesem Zusammenhang gemacht werden, ebenso die Auswüchse der Fankultur. Eine köstliche Parodie!
Meine Lieblingsfigur von Pratchett, Tod, darf hier seine gewichtigen Sätze wieder in Blockbuchstaben sprechen und er erscheint eine Spur menschlicher, hat er doch jetzt Familie. 
Susanne ist eine unerschrockene, würdige Vertreterin im tödlichen Geschäft, auch wenn sie die Ordnung gehörig durcheinanderbringt.
Wunderbar auch die drei Bandmitglieder, die nicht so recht wissen, wie sie überhaupt zu solcher Berühmtheit gelangen. Die vielen Querverweise zu realen Rockbands sind natürlich gewollt. 
Pratchetts ironisch-witziger Schreibstil ist zwar nicht immer ganz hundertprozentig ins Deutsche übertragbar, aber trotzdem für manches Schmunzeln gut. 
Dass es keine Kapiteleinteilung gibt, irritiert ab und zu und einige Schauplatz- und Perspektivenwechsel geschehen ziemlich abrupt. Aber man hat das Gefühl, einen Film zu sehen, so deutlich entstehen die Bilder im Kopf.
Fantasy vom Großmeister!

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Tags: magische musik, rockmusik, scheibenwelt, tod   (4)
 

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taubheit, england, berlin, liebe, nachkriegszeit

Die Schwestern von Sherwood

Claire Winter
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.12.2014
ISBN 9783453358331
Genre: Romane

Rezension:


Berlin, Nachkriegszeit: Die angehende Journalistin Melinda Leewald hält sich mehr schlecht als recht über Wasser. Als sie ein anonymes Paket bekommt, das Zeichnungen einer südenglischen Landschaft und Liebesbriefe eines Unbekannten bekommt, fühlt sie sich sofort an ihre Großmutter erinnert, die ebenfalls aus England stammte. Sie beginnt nachzuforschen, ohne zu ahnen, dass sie sich damit in Lebensgefahr begibt.
Cornwall, Ende des 19. Jahrhunderts: Die beiden Schwestern Amalia und Cathleen Sherwood sind ein Herz und eine Seele. Der Ehrgeiz ihrer Mutter, in der adeligen Gesellschaft akzeptiert zu werden, stürzt die beiden Mädchen jedoch ins Unglück. Denn Lord Edward Hampton, Cathleens zukünftiger Ehemann, liebt die taube Amalia – eine Beziehung, die niemals sein darf.


Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt und liest sich trotz der mehrfachen Sprünge sehr flüssig und man kann sehr gut eintauchen in das Berlin der Nachkriegsjahre und auch in die englische Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit all den strikten gesellschaftlichen Regeln.  
Besonders mit Amalia leidet man so richtig mit und erfährt auch, wie in der damaligen Zeit mit der Einschränkung der Taubheit umgegangen wurde. 
Da ich selbst Cornwall schon zwei Mal bereist habe, gefiel mir auch die Schilderung der Landschaft sehr.
Zu Beginn hatte ich allerdings Schwierigkeiten, in die Geschichte einzutauchen, da sie doch erst einmal ein wenig langatmig wirkte. Mir war auch von Anfang an klar, wie Melinda mit den Schwestern von Sherwood in Zusammenhang zu bringen war, auch wenn die Einzelheiten erst nach und nach ans Licht kamen.
Gestört hat mich ein wenig, dass Melinda immer als „die Deutsche“ bezeichnet wurde, obwohl sie doch halbe Engländerin war. Hier sollte wohl noch ein zusätzlicher Konflikt geschaffen werden, denn natürlich waren Deutsche in England damals nicht gerade beliebt. 
Alles in allem aber spannende, mitreißende und romantische Unterhaltung!

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Tags: berlin, cornwal, erbe, nachkriegszeit, taubheit   (5)
 

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new york, englisch, hochstapler, ehemann, selbstmord

Killmousky

Sibylle Lewitscharoff
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.06.2015
ISBN 9783518466018
Genre: Sonstiges

Rezension:


Richard Ellwanger, vorzeitig aus dem Polizeidienst entlassen, gerät in eine Sinnkrise. Da kommt ein privater Ermittlungsauftrag, der ihn nach New York führt, gerade recht. Mord oder Selbstmord? Die Nachforschungen in den vornehmsten Kreisen der amerikanischen Metropole gestalten sich schwierig. Ellwanger beherrscht die englische Sprache nicht wirklich und auch sein Kater Killmousky ist wenig davon erbaut, dass sein Herrchen ihn im Stich lässt.


Die Autorin, die bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, versucht sich hier erstmals im Krimi-Genre. So ganz ernst sollte man die Geschichte um den pensionierten Kriminalkommissar nicht nehmen. Ellwanger ist ein behäbiger Grübler, der einen Blick fürs Detail hat, im normalen Leben aber eher unbeholfen wirkt. Eine gute Beobachtungsgabe zeichnet ihn aus. Was seine Englischkenntnisse anbelangt, ist nicht ganz sicher, wie gut sie wirklich sind. Denn in entscheidenden Momenten kann er sich doch ganz gut artikulieren.
Dass er unvermutet mit einer der Hauptverdächtigen ins Bett hüpft, konnte ich nicht nachvollziehen.
Das Ambiente – vor allem New York – ist gut und sehr anschaulich beschrieben.
Der titelgebende Kater – aus der Serie „Inspector Barnaby“ abgekupfert - kommt leider wenig zum Zug. 
Gestört hat mich der etwas seltsame Schreibstil. Besonders bin ich über eine umgangssprachliche Unart gestolpert, die offenbar immer öfter Einzug in Manuskripte hält: „paar“ statt „ein paar“, „bisschen“ statt „ein bisschen“. Als literarische Sprache würde ich den Schreibstil in diesem Krimi ohnehin nicht bezeichnen.
Der Fall selbst gestaltet sich wenig spektakulär. Von Anfang an ist klar, wer der Täter sein muss. Das Ende ist sehr konstruiert und versucht krampfhaft, Spannung zu erzeugen. 
Wer gemütliche Krimis mit einem skurrilen Ermittler mag, ist mit „Killmousky“ gut bedient. Spannend fand ich ihn eher nicht.

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Tags: kater, killmousk, new york   (3)
 

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barcelona, freundschaft, zafón, geheimnis, roman

Der Gefangene des Himmels

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar , Carlos Ruiz Zafón
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.10.2013
ISBN 9783596195855
Genre: Romane

Rezension:


Barcelona, Weihnachten 1957: Ein zerlumpter Fremder betritt die Buchhandlung Sempere und kauft das teuerste Buch, eine Ausgabe des Grafen von Monte Christo. Er widmet es Fermin Romero de Torres, einem engen Freund der Semperes. 
Fermin wird gezwungen, sich einem der schrecklichsten Abschnitte seines Lebens zu stellen, um Glück und Leben seiner Freunde und sein eigenes zu retten.


Der Gefangene des Himmels ist der dritte Band des Zyklus um den Friedhof der vergessenen Bücher und behandelt ein dunkles Kapitel der spanischen Geschichte. Der Bürgerkrieg (1936 – 1939) forderte zahllose Opfer, deren Todesumstände noch immer ungeklärt sind. Fermin hat die Grauen der Haft überlebt, doch die Vergangenheit holt ihn ein. Auch die Familie Sempere ist davon betroffen und schwerwiegende Geheimnisse werden aufgedeckt.
Wieder zeichnet Zafón ein düsteres Bild von Barcelona. Er ist ein Meister im Schaffen von Atmosphäre. Fermin ist ein Charakter, den trotz seiner tragischen Seite ein besonderer Wortwitz auszeichnet. 
Die fantastischen Elemente treten in diesem Teil eher in den Hintergrund und das Ende ist offen. 

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Tags: barcelona, friedhof der vergessenen bücher, spanischer bürgerkrie   (3)
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alex delaware, jamey, helfen, finden, kalifornien

Jamey - Das Kind, das zuviel wusste

Jonathan Kellerman , Ari Großkopf
Flexibler Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 20.03.2006
ISBN 9783442460526
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Mitten in der Nacht erhält der Psychologe Alex Delaware einen Anruf des 17-jährigen Jamey. Der Junge ist total verwirrt und leidet unter Wahnvorstellungen. Doch bevor Delaware ihm helfen kann, verschwindet Jamey und wird an einem Tatort gefunden – neben zwei schrecklich zugerichteten Leichen und mit einem Messer in der Hand. Delaware glaubt trotzdem nicht, dass der hoch begabte Junge ein Mörder ist und versucht, die Wahrheit herauszufinden. 


Die Reihe um den Psychologen Alex Delaware startete im Jahr 1985 und umfasst mittlerweile mehr als dreißig Bände. Die Geschichte um den hoch begabten Jamey, der angeblich zum Mörder wird, ist der dritte Band. Er kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Der etwas sperrige deutsche Titel nimmt leider einiges vom Inhalt vorweg. Ich habe mich nämlich die ganze Zeit über gefragt, warum die Polizei derart auf Jamey als Täter fixiert ist, wo doch so viele Ungereimtheiten auftreten, dass selbst ein Laie erkennen muss, dass dieser Verdacht an den Haaren herbeigezogen ist. Und das Ganze nur mit „Psychose“ oder „Wahnsinn“ zu erklären, ist viel zu dürftig.
Das Tempo der Geschichte ist eher gemäßigt, was u.a. an den relativ langen Abschnitten liegt, die zum Thema Psychodrogen und Geisteskrankheiten im Allgemeinen informieren. Zwar interessant, aber weniger spannend.
Der Held schwebt im Übrigen keine Minute lang in Gefahr, was für dieses Genre eher untypisch ist.
Wirklich gestört hat mich die Tatsache, dass so ziemlich alle Charaktere – auch unwesentliche Nebenfiguren – bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Wenn das die gute Beobachtungsgabe Dr. Delawares demonstrieren soll, fand ich es nicht sehr geglückt, ebenfalls nicht die genaue Beschreibung, welche Kleidung die verschiedenen Charaktere zu welchem Anlass tragen. 
Manche Dialoge geraten auch relativ lang, es gibt viel Herumreden um den heißen Brei.
Delaware und sein Freund, der homosexuelle Polizist Milo Sturges, sind allerdings durchaus sympathische Charaktere mit Ecken und Kanten.
Ein Minus der Übersetzung: Chicken Tandoori ist kein indianisches, sondern ein indisches Gericht. Und ich nehme an, es wird nicht von einem „indianischen“ sondern von einem indischen Mädchen serviert.
Wer also Infos über die Wirkung verschiedener Drogen und Medikamente in einer Geschichte verpackt serviert bekommen will, ist hier gut bedient. Wer Spannung sucht, sollte sich lieber woanders umsehen.

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Tags: dr. alex delawar, drogen, kalifornien, kinderpsychologe, psychosen, serienmörder   (6)
 
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