KarlMay

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, holland, rückblick, verantwortungsbewusstsein, 2. weltkrieg

Julia

Otto de Kat , Andreas Ecke
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 22.02.2010
ISBN 9783458174653
Genre: Romane

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, samaritaner, nablus, palästinenser, palästina

Der Tote von Nablus

Matt Beynon Rees , Klaus Modick
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 17.02.2010
ISBN 9783406598395
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: arafat, israel, palästinenser, samaritaner   (4)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

argentinien, militärdiktatur, ausland, kindheit, versteck

Das Kaninchenhaus

Laura Alcoba , Angelica Ammar
Fester Einband: 118 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 16.08.2010
ISBN 9783458174929
Genre: Romane

Rezension:

Wieder ein dünnes Buch mit viel Inhalt!
Aus der Perspektive eines 7 jährigen Mädchens erzählt Laura Alcoba von ihrer Kindheit im Argentinien der 70er Jahre, als das Land vom Militär beherrscht wurde und es an der Tagesordnung war, daß Menschen, die politisch anders dachten, verfolgt wurden. Auch Lauras Eltern haben sich einer bewaffneten Untergrundorganisation, den Montoneros angeschlossen. Ihr Vater sitzt im Gefängnis und ihre Mutter muss untertauchen. Sie finden Unterschlupf in einem heruntergekommenen Haus am Stadtramd von La Plata, in dem ein Ingenieur ein raffiniertes Versteck baut, in dem sich die Druckerpresse verbirgt, auf der die revolutionäre Zeitung gedruckt wird, die die Zelle herausgibt. Getarnt wird das Ganze durch eine Kaninchenzucht, die verbergen soll, warum so viel Bewegung in und um das Haus ist.
Laura kann nicht mehr zur Schule gehen, das ist zu gefährlich, denn ihre Mutter wird gesucht. Nur einmal besucht sie gemeinsam mit ihren Großeltern ihren Vater im Gefängnis, aber der Besuch wird kein Erfolg - die massive Präsenz der bewaffneten Gefängniswärter kann Laura kaum ertragen. Sie freundet sich mit einer Nachbarin an, aber unbefangene Freundschaften sind eigentlich gar nicht möglich, denn sie weiß, daß sie auf gar keinen Fall sprechen darf über das, was in dem Haus passiert. Zwar kann sie für kurze Zeit noch einmal in eine Nonnenschule gehen, aber damit ist es vorbei, als einer der Untergrundkämpfer bemerkt, daß in der Jacke, die Laura in der Schule trägt, der richtige Familienname steht. So verbringt sie ihre Tage meist mit Diana, der schwangeren Frau eines der Untergrundkämpfer. Bis ihre Mutter dem Druck nicht mehr standhält und mit Laura aus Argentinien ausreist.
Auf knapp 120 Seiten erzählt die Autorin von einer Kindheit, die beherrscht ist von Angst und Druck, das wichtigste ist, daß Laura nichts verrät: "Ich habe verstanden und werde gehorchen. Ich werde nichts sagen. Selbst wenn man mir weh tut. Selbst wenn man mir den Arm umdreht oder mich mit einem Bügeleisen verbrennt. Selbst wenn man mir kleine Nägel ins Knie schlägt. Ich habe verstanden, wie wichtig es ist, zu schweigen." Sie stellt ihrer Erzählung einen kleinen Prolog voran, gerichtet an Diana, dem man entnehmen kann, daß eine Reise mit ihrer Tochter nach Argentinien bewirkte, daß sie ihr Schweigen brechen konnte. Denn Diana ist tot - kurz nach der Flucht von Laura und ihrer Mutter, wurde das Kaninchenhaus vom Militär angegriffen und zerstört und alle Menschen, die sich darin aufhielten wurden getötet. Nur das Baby von Diana, Clara, wurde nicht gefunden und Laura ist sich ganz sicher, daß sie irgendwo noch leben muss.
Eine bewegende Lektüre, die mich lange nicht losgelassen hat!

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Tags: argentinien, militärdiktatur   (2)
 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

burnout, erfahrungsbericht, erschöpfung, anprüche, krise

Brief an mein Leben

Miriam Meckel
Fester Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 10.03.2010
ISBN 9783498045166
Genre: Biografien

Rezension:

„Der Burnout gehört zum erfolgreichen Berufsleben wie das Eigenheim zur Vorzeigefamilie“. Dieser Satz findet sich im vierten Kapitel des Buches von Miriam Meckel, in dem sie über ihre Erfahrungen mit ihrem Burnout reflektiert. Reflektieren ist das richtige Wort dafür, denn bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen der klassischen Erfahrungsberichte über einen Burnout, sondern hier setzt sich eine Intellektuelle auseinander mit etwas, das sie nicht haben will und das sie trotzdem hat.

Zwei Tage „kommunikativer Stubenarrest“ in der Allgäuer Klinik, in denen sie auf ihrem Zimmer bleiben muss: Keine Gespräche mit anderen, nichts lesen, kein Fernsehen, keine Musik, kein Handy und kein Laptop (Der offizielle Ausdruck dafür ist „Inaktivitätstage“) - in diesen zwei Tagen schreibt sie nieder, was sie beschäftigt, denn schreiben, das darf sie.

Und so erfahren wir in verschiedenen Abschnitten etwas darüber, wie sie sich in ihrem Alltag immer mehr von dem entfremdet hat, was sie empfindet und was ihr wichtig ist. Dabei spielen die Geschwindigkeit ihres Lebens, die permanente Kommunikation online und offline eine große Rolle und die Tatsache, dass sie immer so funktioniert hat, wie es gewünscht war. Besonders berührt hat mich dabei der Abschnitt „Inseln ihn mir“, in dem sie Erfahrungen mit dem Tod ihr nahestehender Menschen beschreibt.

In manchem hat mich das Buch an Joan Didions großartiges Buch „Das Jahr magischen Denkens“ erinnert, denn ähnlich wie sie lässt auch Miriam Meckel zahlreiche Leseerfahrungen in den Text mit einfließen, so dass man sich beinahe eine kleine Liste der Bücher anlegen möchte, die man irgendwann auch einmal zu Hand nehmen möchte. In manchem machte es mich aber auch nachdenklich und ich ich fühlte mich einige Male fast ertappt, wenn sie bestimmte Gewohnheiten beschrieb.

So empfehle ich Euch dieses Buch als eine überaus anregende Lektüre, die Bewusstsein dafür schaffen kann, die eigenen Grenzen zu respektieren und achtsam mit sich umzugehen.

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Tags: burnout, erfahrungsbericht   (2)
 

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90 Bibliotheken, 1 Leser, 10 Gruppen, 32 Rezensionen

südafrika, krimi, kapstadt, mord, thriller

Dreizehn Stunden

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 02.03.2010
ISBN 9783352007798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe mich hier glaube ich schon öfter als Fan des südafrikanischen Krimiautors Deon Meyer geoutet. Ich schätze seine Romane auch deshalb, weil er sehr sorgfältig recherchiert, nicht nur die thematischen Hintergründe, sondern auch die Orte, an denen seinen Romane spielen.

In „Dreizehn Stunden“ begegnen wir Benny Griessel wieder, dem Inspector aus Kapstadt, den wir schon aus „Der Atem des Jägers“ kennen und der versucht, dem Alkohol zu entsagen, weil das die einzige Chance ist, dass er zu seiner Familie zurückkehren kann. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die auf irgendwelche unbedeutende Wachen abgeschoben wurden, hat er bei der Auflösung der alten Mordkommission eine neue Aufgabe bekommen: Er arbeitet als Mentor für die neue Südafrikanische Polizei. 1 Jahr lang soll er 6 neue Ermittler begleiten und unterstützen, die noch wenig Erfahrungen in der Ermittlungsarbeit haben. Dabei soll er den KollegInnen die Arbeit nicht abnehmen, sondern sie beraten, damit die Qualität der Polizeiarbeit zunimmt. Eine Aufgabe, die Benni nicht leicht fällt, zumal die Ermittler aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihm teilweise feindselig gegenüberstehen.

Einer seiner Mentées ruft ihn zu einem Mordfall, der politischen Sprengstoff beinhaltet: Neben einer Kirche wurde die Leiche einer jungen Amerikanerin gefunden, der man die Kehle durchgeschnitten hat. Zuständig für diesen Fall ist Inspector Vusumuzi Ndabeni, genannt Vusi, ein Schwarzer, für den die Tote sein erstes weißes Mordopfer ist. Erste Ermittlungen am Tatort ergeben, dass die junge Frau einen Rucksack bei sich gehabt haben musste, der ihr vom Rücken geschnitten wurde. Handelt es sich um einen Raubmord?

Schnell erfahren die Ermittler, dass die junge Frau mit einer Freundin durch Afrika reiste, Rachel Anderson, die spurlos verschwunden ist. Ein Anruf der amerikanischen Botschaft bei Bennys Vorgesetztem macht ihnen jedoch klar, dass Rachel sich auf einer verzweifelten Flucht durch Kapstadt befindet und es nicht wagt, zur Polizei in Kapstadt zu gehen.

Zur selben Zeit wird der Musikproduzent Adam Bernard erschossen aufgefunden. In Verdacht gerät seine Frau, Alexa Bernard, früher eine erfolgreiche Sängerin, heute Alkoholikerin. Beauftragt mit diesem Fall ist der Farbige Fransmann Dekker. Für ihn ist schnell klar, dass die Ehefrau die Schuldige sein muss, aber er verfolgt nach Bennys Hinweisen auch noch eine weitere Spur, die in die südafrikanische Musikszene führt. Hat er die Abrechnungen der Musiker, die bei ihm unter Vertrag stehen manipuliert?

Mitten in diesen Stress platzt ein Anruf von Bennys Frau Anna, die ihn am Abend unbedingt treffen will. Ihr hat er versprochen, trocken zu bleiben und sie wollte ihn erst wieder sprechen, nachdem er 6 Monate ohne Alkohol gelebt hat. Nun meldet sie sich schon früher von sich aus – wird sie ihm eine neue Chance geben, wieder nach Hause zurückzukehren?

Während Griessel damit beschäftigt ist, auch seinen 2. Mentée so zu unterstützen, dass er die Ermittlungen nicht selbst führt, erfahren wir als Leserinnen und Leser in kurzen Einschüben immer wieder etwas von Rachel Anderson, die von mehreren Männern durch die Stadt gehetzt wird. Sie musste mit ansehen, wie ihre Freundin Erin ermordet wurde und hat etwas, hinter dem ihre Verfolger her sind. Langsam enthüllt sich uns, dass Rachel irgendetwas gesehen hat und das ihren Verfolgern sehr gefährlich werden kann........

Dieser Roman ist unglaublich spannend und lebt von der Parallelität der verschiedenen Handlungsstränge. Seine besondere Spannung jedoch hat der Roman für mich daraus bezogen, wie er konstruiert ist. Als Leserin hatte ich immer den Überblick über alle Handlungsstränge, der den Ermittlern natürlich gefehlt hat. Dabei gelingt es Deon Meyer, den Thriller nicht statisch aufzubauen, also die Perspektive Kapitelweise zu verändern, sondern jedes Kapitel umfasst eine Stunde, was die Dramatik zusätzlich steigert. So entfaltet dieser Thriller von der ersten Seite an eine Spannung, die sich ständig steigert. Aber im Gegensatz zu manchen Thrillern, bei denen zwar eine Spannung aufgebaut wird, die sich am Ende jedoch nur sehr unbefriedigend auflöst, haben die Handlungsstränge in diesem Buch Hand und Fuß. Die Auflösung und auch die Motive sind jeweils sehr schlüssig, auch wenn mir das Thema, das Deon Meyer fast zum Ende hin noch aufgreift etwas zu kurz behandelt wurde.

Das tat meinem Lesevergnügen jedoch keinerlei Abbruch und ich kann Ihnen das Buch nur wärmstens zur Lektüre empfehlen!

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Tags: südafrika   (1)
 

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

pakistan, bürgerkrieg, bangladesh, bangladesch

Zeit der Verheißungen

Tahmima Anam , Anke Caroline Burger
Fester Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.03.2010
ISBN 9783458174646
Genre: Romane

Rezension:

Ostpakistan 1971: Rehana, Witwe, Ende 30 feiert einen ganz besonderen Tag: Den Tag, an dem sie vor 10 Jahren ihre beiden Kinder zu sich zurückholen konnte. Nach dem Tod ihres Mannes hatte ein Gericht die Kinder ihrem Schwager anvertraut, da Rehana angeblich alleine nicht in der Lage war, die Kinder ordentlich zu versorgen.

Rehana jedoch liebt ihre Kinder über alles und ist bereit, auch gegen große Widerstände alles dafür zu tun, das Sorgerecht wieder zu erhalten. Sie baut ein Haus auf dem großen Grundstück, für das sie Mieter findet, die mit ihrer Monatsmiete für eine regelmäßiges Einkommen sorgen. Wie sie das Geld für den Hausbau zusammenkratzte bleibt allerdings ihr Geheimnis.

Nach der Rückkehr begehen Maya, ihre inzwischen 17jährige Tochter und Sohail, der fast 19 Jahre alt ist jedes Jahr diesen Tag der Wiedervereinigung. In diesem Jahr jedoch ist es ein besonderer Tag, denn Ostpakistan oder, wie wir es heute besser kennen, Bangladesch, steht kurz vor dem Ausbruch eines Unabhängigkeitskrieges. Auch Sohail und Maya sind Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung, die in den Studentinnen und Studenten der Universität von Dhaka viele Anhänger hat.

Mit dem Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges bricht auch Rehanas kleine Welt auseinander: Sohail wird zum Untergrundkämpfer, Maya, deren beste Freundin spurlos verschwindet ist völlig verbittert. Sie beginnt, politische Flugblätter zu schreiben und muss ihre Heimat verlassen. Rehanas einziges Ziel ist es, ihre Kinder zu beschützen, aber als eines Tages ein schwerverletzter Major in ihrem Haus Zuflucht findet, merkt sie, daß sie Stellung beziehen muß.......

Dieses Buch habe ich nicht nur voller Spannung gelesen, sondern es hat mich sehr bewegt. Aus dem Blickwinkel von Rehana erleben wir Leserinnen und Leser mit, wie der Krieg in das Leben der Menschen einbricht. Rehana entwickelt sich im Laufe der Handlung immer mehr zu einer starken, eigenständigen Persönlichkeit, die mutig das tut, was sie für richtig hält, wobei das Wohl ihrer Kinder für sie immer das Wichtigste ist - auch ganz am Schluß, als sie eine Entscheidung treffen muss, die ihr persönliches Glück zerstört.

So ist dieser Roman ein tolles Leseerlebnis! Das einzige, was ich in diesem Buch wirklich vermisst habe ist ein Nachwort, das etwas über die historischen Hintergründe erzählt, ohne daß ich mich dafür erst im Internet auf die Suche nach Informationen begeben muß!

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Tags: bangladesh, bürgerkrieg, pakistan   (3)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

gorilla, zoo, pappbilderbuch, nachtwächter, kinderbuch

Gute Nacht, Gorilla!

Peggy Rathmann , Peggy Rathmann
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Moritz, 07.11.2016
ISBN 9783895651779
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Zoowächter ist schon recht müde auf seiner Abendrunde und so merkt er gar nicht, daß ihm der kleine Gorilla den Schlüsselbund mit seinen Schlüsseln stiebitzt und heimlich hinter ihm die Tierkäfige aufschließt. Eine lange Reihe von Tieren folgt dem Wärter bis in sein Schlafzimmer. "Gute Nacht" sagt er zu seiner Frau. Und höflich wie sie sind, sagen auch die Tiere "Gute Nacht"......

Ein pfiffiges Bilderbuch für die ganz Kleinen, bei dem auch die Erwachsenen ihren Spaß haben!

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Tags: pappbilderbuch, vorlesebuch   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

helge timmerberg, hörbuch, kurdistan, afghanistan, reiseerzählungen

Der Jesus vom Sexshop

Helge Timmerberg ,
Audio CD
Erschienen bei Argon, 11.03.2010
ISBN 9783839810224
Genre: Romane

Rezension:

Auf dieser CD sind verschiedene Reisereportagen versammelt, die der Reiseschriftsteller Helge Timmerberg von 1982 - 2009 für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften geschrieben hat. Für dieses (Hör)buch hat er sie noch einmal überabreitet. Wir reisen mit ihm nach Amsterdam, Kuba oder Marrakesch, erfahren etwas darüber, wie unterschiedlich LSD - Trips sein können und wie er knapp einem Jaguar entkommen konnte. Manche der Geschichten sind länger, manche ganz kurz - das waren die, die mir am besten gefallen haben.

Witzig und klug erzählt er seine Geschichten, von denen ich mir nicht immer sicher bin, ob er sie wirklich so erlebt hat. Und er kann wirklich richtig gut lesen! Den Witz und die Hintergründigkeit bringt er dabei wunderbar zur Geltung, so daß dieses Hörbuch ein außerordentlich unterhaltsames Hörvergnügen gewesen ist!

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Tags: humor, reiseliteratur   (2)
 

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

frankreich, krimi, bruno, périgord, wein

Grand Cru

Martin Walker , Michael Windgassen
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.04.2010
ISBN 9783257067507
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der zweite Fall für Bruno, chef de police in Saint - Denis, einem kleinen Städtchen im Perigord. Ein Brand in einem Schuppen führt dazu, daß ein geheimes Versuchsfeld entdeckt wird, auf dem im Auftrag des Verteidigungsministeriums Versuche mit der Züchtung von Pflanzen gemacht werden, die auf trockenem, magerem Boden besonders gut gedeihen - eine Maßnahme, dem Klimawandel zu begegnen. Haben die écolos von Saint - Denis etwas damit zu tun? Eine Spur führt in die Hippiekommune des Ortes und zu Max, einem engagierten Umweltschützer.
Gleichzeitig bemüht sich Fernando Bondino, Vorstandsvorsitzender von Bondino Wines, einem großen amerikanischen Weinunternehmen um Grundstücke rund um Saint - Denis, um dort französische Weine zu produzieren. Der Bürgermeister wittert eine große Chance, seinem Ort auf lange Sicht eine wirtschaftliche Perspektive zu ermöglichen, Bruno hingegen ist skeptisch, so wie andere Einwohner auch. Bondino macht allen eines klar: Unruhen und Proteste wünscht er nicht - wenn so etwas passiert, dann ist es vorbei mit der schönen Investition.

Da wird Max tot in einem Weinfass gefunden, sein Adoptivvater liegt neben dem Fass - ebenfalls tot. Nun muß Bruno also einen Mordfall aufklären, in dem pikanterweise der zukünftige Investor unter Mordverdacht gerät, denn er hat sich kurz zuvor mit Max um ein Mädchen geprügelt. Aber ist es wirklich so einfach? Und welche Rolle spielt Jacqueline, die junge Frau, die beide Männer begehrten?

Auch der zweite Kriminalroman um den sympathischen Dorfpolizisten Bruno ist wieder eine spannendes Lesevergnügen, auch wenn er nicht ganz an den ersten Roman heranreicht, weil der Fall, den Bruno aufzuklären nicht dieselbe Dichte hat. Trotzdem habe ich auch dieses Buch sehr gerne gelesen. Man erfährt viel über den Weinbau in Frankreich und die Konkurrenz aus Übersee, aber auch über die ökologischen Probleme, vor denen dieser Wirtschaftszweig steht. Außerdem liest man diese Krimis - ähnlich wie die von Donna Leon - auch wegen der liebevoll gezeichneten Atmosphäre der kleinen Stadt und seiner Bewohnerinnen und Bewohner! Und hofft, daß Bruno bald wieder die Bühne betreten wird!

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Tags: bruno, frankreich, perigord, wein   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alt werden, freundschaft, ü 60, allein sein, auseinandersetzung mit tod

Nein! Ich will keinen Seniorenteller

Virginia Ironside , Gertrud Wittich , Hannelore Hoger
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 08.02.2010
ISBN 9783837103120
Genre: Romane

Rezension:

Nein ich bin noch keine 60 und doch - ich habe schon Seniorenteller bestellt, weil die a) lecker und bekömmlich sein können und b) die Portionen kleiner sind.
Aber um Seniorenteller geht es in diesem überaus kurzweiligen Hörbuch eigentlich nicht in erster Linie, ums Älterwerden aber schon. Das Tagebuch der Marie Sharp erzählt aus dem Leben einer Frau, die gerade 60 geworden ist und froh darüber ist, daß sie nun bequeme Schuhe tragen darf, in Rente ist und umsonst mit der Londoner U - Bahn fahren kann. Sie findet Beerdigungen zwar traurig, aber nicht so steif wie Hochzeiten, bei denen man meist in festgezurrter Sitzordnung mit irgendwelchen Menschen zusammensitzt, die man im Leben nie mehr wiedersehen wird. Sie wird Großmutter und gleichzeitig verliert sie einen ihrer besten Freunde, der an Krebs erkrankt ist. Und sie beschließt: Schluß mit dem Sex - da läßt es sich doch viel entspannter leben und flirten. Na ja, ob es dabei wirklich bleibt, das hören Sie sich am besten selbst an!
Hannelore Hoger liest dieses Hörbuch toll - sie fühlt sich in Marie Sharp ein und passt an ihre Stimme den Situationen an - manchmal schluchzt sie, manchmal lacht sie - eben so, wie es die Situation erfordert. So kommen die unterschiedlichen Stimmungen, die manchmal nahe beieinander liegen wunderbar zur Geltung - ich könnte mir fast vorstellen, daß dieser Text in dieser wunderbaren Interpretation besser ist als als "normales" Buch!

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Tags: älterwerden, freundschaft   (2)
 

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all, frogs, planeten, weltraum, raumschiff

Raumpatrouille ORION - 7 Hörspiele zur Kult-Science-Fiction-Serie

W.G. Larsen , Rolf Honold , Andreas Fröhlich , Eva Pflug
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 20.11.2009
ISBN 9783837102468
Genre: Science-Fiction

Rezension:

"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen schon Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen....."
So beginnen die einzelnen CD’s, auf denen sich je eine Folge der legendären Science Fiction Serie von 1966 als Hörspiel befindet. Ich war zwar damals noch zu jung und wir hatten auch noch keinen Fernseher, aber als in den 70er Jahren Wiederholungen kamen, saß ich gebannt vor dem Bildschirm und folgte den Abenteuer von Allister McLane und seiner Crew auf dem schnellen Raumkreuzer Orion. In meinem Bücherschrank stehen auch noch die 7 Taschenbücher von Hans Kneifel, die in den 90er Jahre im Haffmanns Verlag noch einmal veröffentlicht wurden.
Keine Frage, daß ich auch die Hörspiele anhören musste. Es handelt sich hierbei um die Originaldialoge der Fernsehserie, die mit einem verbindenden Text (gesprochen von Andreas Fröhlich) versehen wurden. Ich war etwas skeptisch, ob so etwas funktionieren kann, aber die war unbegründet. Natürlich merkt man, daß es sich um eine Science Fiction Serie der 60er Jahre handelt, aber gerade deshalb funktioniert es: Damals wurde noch weniger mit Effekten und Bildern gearbeitet, eine Geschichte und die Dialoge standen mehr im Mittelpunkt. Dazu die geniale Musik von Peter Thomas - ich jedenfalls hatte eine Menge Spaß beim Anhören.
Ob es jüngeren Zuhörerinnen und Zuhörern ebenso geht, kann ich nicht einschätzen - diejenigen, die in ihrer Jugend Orion - Fans waren, werden jedenfalls Freude an diesem Hörbuch haben!

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Tags: science fiction, tv - serie, weltraum   (3)
 

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103 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

alzheimer, familie, demenz, harvard, liebe

Mein Leben ohne Gestern

Lisa Genova , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 01.10.2009
ISBN 9783785760161
Genre: Romane

Rezension:

Alice ist 50 Jahre alt, eine brillante Professorin für kognitive Psychologie in Harvard – und sie hat Alzheimer. Als die Krankheit bei ihr diagnostiziert wird, kann sie es nicht fassen, obwohl einiges darauf hingedeutet hat: Wörter, die ihr plötzlich nicht mehr einfielen, Menschen, die sie kennen müsste und nicht erkannte und plötzliche Momente der Orientierungslosigkeit. Alice muß sich darauf einstellen, dass in relativ kurzer Zeit ihr Leben als anerkannte Wissenschaftlerin, Ehefrau eines ebenso engagierten Naturwissenschaftlers und als Mutter dreier erwachsener Kinder nicht mehr so sein wird wie bisher.......
Eindringlich, einfühlsam und bewegend erzählt die junge amerikanische Autorin die Geschichte eines Schicksalschlages. Innerhalb von 2 Jahren verliert Alice fast alle ihre Erinnerungen, am Ende des Buches erkennt sie ihre Kinder nicht mehr. Ihr Mann kann mit dem Verlust ihrer Persönlichkeit nicht umgehen und geht nach New York, als ihm dort seine Traumstelle angeboten wird, während Alice zurückbleibt, denn sie möchte ihre vertraute Umgebung nicht verlassen. Sie selbst geht sehr bewusst mit den immer größer werdenden Defiziten um und versucht, möglichst lange etwas sinnvolles zu tun. Ihre beiden Töchter unterstützen sie auf diesem Weg und kümmern sich um sie.
Es ist erstaunlich, dass es sich bei diesem Buch um einen Roman handelt – manchmal hatte ich das Gefühl, ich lese einen Erfahrungsbericht, so gut hat sich Lisa Genova in alle Beteiligten hineinversetzt. Die Hilflosigkeit von Alice, die sich immer weniger auf sich selbst verlassen, kann, die Trauer, als sie ihre Stelle aufgeben muß, der Stolz, als es ihr gelingt, bei einer Alzheimerkonferenz ein Rede über ihre Krankheit zu halten, ohne den Faden zu verlieren – aber auch die Verzweiflung, als sie erfährt, dass eines ihrer Kinder ebenfalls die Veranlagung für die Krankheit in sich trägt und die Hartnäckigkeit, mit der sie eine kleine Selbsthilfegruppe aufbaut, all das erleben wir als Leserinnen und Leser intensiv mit.
Ein berührendes Buch zu einem wichtigen Thema, das einen nicht so schnell loslässt!

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Tags: alsheimer, demenz   (2)
 

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barcelona

Emma

Maria Barbal , Heike Nottebaum
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Transit, 25.08.2009
ISBN 9783887472405
Genre: Romane

Rezension:

Emma ist eine junge Frau, die in Barcelona lebt. Sie stammt aus guten Verhältnissen, Ist hübsch und lebt auf der Strasse. Sie ist ausgebrochen aus der Eheroutine und hat ihren Mann und ihre Tochter verlassen, um mit einem charmanten Franzosen nach Marseille durchzubrennen, der sie dort jedoch rasch verlässt. Als sie zurückkehrt, will ihre Familie ihr das nicht verzeihen und ihre Schwiegermutter verweigert ihr jeden Kontakt zu ihrer Tochter. Immer weiter geht ihr sozialer Abstieg und erst, als sie bei einem Anschlag schwer verletzt wird, wendet sich ihr Schicksal hin zu einer kleinen Besserung: Im Krankenhaus wird sie behandelt und beginnt eine Therapie. Aber bereits nach wenigen Tagen holt sie ihre Schwiegermutter aus dem Krankenhaus ab und bringt sie in eine Spezialklinik, in der sie völlig vereinsamt. Heimlich verlässt sie diese Klinik und fährt aufs Land in das Haus ihrer Eltern, das sie noch besitzt. Dort scheint sich ihr Leben wieder zu normalisieren, bis ein tragisches Ereignis ihrem Leben ein Ende setzt.
Maria Barbal erzählt in diesem nur 156 Seiten starken Roman die Geschichte einer Frau, die einen radikalen Bruch mit ihrem bisherigen Leben volllzieht und daran zerbricht. In einen Collegeblock, den sie hinter einer Parkbank gefunden hat, notiert sie ihre Geschichte als eine Art Tagebuch für ihre Tochter. Sie versucht zu erklären, warum sie ausgebrochen ist und wir erfahren, wie ihr Mann begann in der Politik Karriere zu machen und Frau und Kind immer mehr sich selbst zu überlassen. Die gemeinsamen Träume, die Emma und Alexandre einst hatten sind ihm nicht mehr wichtig, einzig seine politische Karriere zählt. Dabei wird er unterstützt von seiner Mutter, die auch dafür sorgt, daß die obdachlose Frau ihres Sohnes nicht für eine schlechte Presse sorgen kann, indem sie sie in die Spezialklinik abschiebt. Emma passt nicht in diese enge Mutter - Sohn - Beziehung, denn sie hat Ansprüche an ihren Mann, auch als Vater. Doch sie kann sich letztlich nicht durchsetzen.
Dieses Buch ging mir wirklich unter die Haut, da es eigentlich die ganze Zeit klar war, daß Emma nicht mehr in die Balance zurückkommen wird. Und dennoch ist das Buch ungemein spannend, es ist bewundernswert, wie es Maria Barbal gelingt, sich völlig in die Denkweise ihrer Hauptperson hineinzuversetzen. Unbedingt empfehlenswerte Lektüre!

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Tags: barcelona   (1)
 

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münchen, oktoberfest, attentat, krimi, bka

Das München-Komplott

Wolfgang Schorlau
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.11.2009
ISBN 9783462041323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Es ist die Hölle, Dengler. Wenn Sie die Gelegenheit dazu haben, dann werfen Sie einen Blick hinein. Löschen können Sie die Höllenfeuer nicht." Das sagt Dengler ehemaliger Chef Dr. Schweikert zu Georg Dengler, als dieser ihn bei seinem neusten Fall um Hilfe bittet.
Dabei sah dieser Fall am Anfang eigentlich nur nach trockenem Aktenstudium aus und Dengler war sich gar nicht sicher, ober überhaupt zusagen sollte, als ihn Dr. Schneider damit beauftragen wollte. "Wir brauchen Ihre Hilfe" hatte der Chef des Bundekriminalamtes, seines ehemaligen Arbeitgebers, zu ihm gesagt. "Wir möchten, daß Sie noch einmal den Fall des Attentats auf das Münchner Oktoberfest untersuchen." Bei diesem bisher schwersten Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik waren 1980 13 Menschen ums Leben gekommen und 200 verletzt worden, 68 davon sehr schwer.
Nach kurzer Überlegung stimmt Dengler jedoch zu, denn der Auftrag wird nicht nur gut bezahlt, sondern irgendetwas tief in seinem Inneren treibt ihn dazu. Als er beginnt, sich intensiv mit den Akten zu beschäftigen, stößt er bald auf Ungereimtheiten. Wieso wurden manche Aussagen, die der Theorie vom rechtsradikalen Einzeltäter widersprechen einfach nicht weiterverfolgt? Wie konnte überhaupt eine Einzeltäter alleine ein solches Attentat vorbereitet haben? Warum gab es kein Bekennerschreiben? Georg Dengler versucht, den Zeugen, der den vermeintlichen Attentäter kurz vor der Tat noch mit anderen sprechen sah, ausfindig zu machen und muss feststellen, daß dieser bereits 2 Jahre nach dem Attentat ums Leben kam. Wer könnte ein Interesse an seinem Tod haben? Vielleicht das LKA, das begonnen hat, ihn zu beschatten und überhaupt sehr beunruhigt darüber ist, daß Dengler beginnt, sich wieder mit diesem Fall zu beschäftigen. Welche Rolle spielt die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke? Und was hat es mit dem Filed Manual 30 - 31 auf sich, das alle, die sich näher damit beschäftigen, in Lebensgefahr bringt?
Dies ist der bisher komplexeste Fall, den Georg Dengler zu lösen hat. Dabei konzentriert sich der Autor ganz auf die komplizierte Handlung, ganz verzichten müssen wir jedoch auf das vertraute Personal nicht: Zwar weilt Olga in der fernen Heimat, um ihre todkranke Mutter zu pflegen, Martin Klein und Mario leisten Dengler wichtige, ja entscheidende Hilfe - sie sind letzlich die Einzigen, denen er wirklich noch vertrauen kann. Raffiniert und spannend flicht Wolfgang Schorlau ein komplexes Geflecht aus verschiedenen Handlungssträngen. Zu Beginn haben die einzelnen Interessensgruppen scheinbar nichts miteinander zu tun haben, am Ende jedoch blickt Dengler tatsächlich in Höllenfeuer und Monstern ins Gesicht und wir gleich mit.
Auch dieser Kriminalroman ist wieder eine fesselnde Lektüre, bei der man leider auch eine Menge Illusionen verliert.

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Tags: dengler, geheimdienst, münchen, neonazis, npd, oktoberfest, stuttgart   (7)
 

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archäologie, steinzeit, afrika, leaky, evolution

Eden

Sibylle Knauss
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe/KNO VA, 16.02.2009
ISBN 9783455401448
Genre: Romane

Rezension:

m Mittelpunkt des neuen Romans von Sibylle Knauss steht das Archäologenpaar Louis und Mary Leaky, die (später mit ihrem Sohn Richard) in Afrika aufsehenerregede Funde aus der Frühzeit des Menschen machten. Konsequent erzählt sie dabei die Geschichte aus der Perspektive von Mary Leaky, die als junge Frau ihrem zukünftigen Mann Louis, damals schon ein erfolgreicher Archäologe begegnet und sich leidenschaftlich in ihn verliebt. Ihre Leidenschaft wird erwidert und gemeinsam lebt und arbeitet das Paar in Ostafrika.
Die Autorin verknüpft geschickt die Geschichte des Forscherpaares und deren Funden von Schädeln, Knochen, Werkzeugen und Fußspuren mit Episoden aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Dessen Leben war überhaupt nicht paradiesisch, sondern ein reiner Überlebenskampf und bestand zu Beginn vor allem darin, nicht gefressen zu werden, bevor sich langsam Sprache und Emotionen entwickelten.
So entsteht ein ungeheuer lebendiges und fesselndes Bild unserer eigenen Entwicklungsgeschichte. Gleichzeitig bekommen wir Einblicke in die dramatische Geschichte einer Forscherehe zwischen zwei völlig unterschiedlichen Menschen.

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Tags: archäologie, leaky, ostafrika, steinzeit, urmensch   (5)
 

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209 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 29 Rezensionen

todesanzeigen, humor, tod, sammlung, zeitung

Aus die Maus

Matthias Nölke , Christian Sprang
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.08.2009
ISBN 9783462041576
Genre: Humor

Rezension:

"Aus die Maus" - unter diesem Motto stellen die beiden Autoren interessante Fundstücke aus verschiedenen Sammlungen von Todesanzeigen vor. Große Gefühle, rätselhaftes, skurriles und viel unfreiwillige Komik finden sich in diesem Büchlein. So starb Otto H wie gewünscht im Neckarstadion, ein Gänsblümchen macht für immer bubu oder wir erfahren etwas über die Rollenverteilung in einer Ehe, wenn es heißt „Wie im Leben – Oma rief – Opa kam.“
Begonnen hat alles mit einer Todesanzeige, die Christian Sprang auffiel und die wochenlang in seiner WG herumlag und für Gesprächsstoff sorgte. Darin betrauert eine Firma den Tod eines Mitarbeiters, der unverhofft gestorben ist. Die WG - Gäste schmunzelten nicht nur darüber, sondern begannen, Christian Sprang Anzeigen zu schicken, die ihnen auffielen und legten damit den Grundstein zu einer umfangreichen Sammlung von Todesanzeigen.
Für das Buch haben die beiden Autoren noch weitere Sammlungen von Todesanzeigen ausgewertet und so entstand ein kurzweiliges kleines Buch, in dem wir viel über das Leben und Sterben in unserer Gesellschaft erkennen können.

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Tags: humor, todesanzeigen   (2)
 

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

katalonien, spanien, bürgerkrieg, krieg, bauern

Wie ein Stein im Geröll

Maria Barbal , Heike Nottebaum
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Diana, 01.09.2008
ISBN 9783453352469
Genre: Romane

Rezension:

Manchmal stößt man erst spät auf Bücher, die einmal Bestseller waren und das sogar zurecht. Bei diesem Buch ging es mir so. Und dabei liebe ich Bücher, denen es gelingt, auf wenigen Seiten eine komplexe Geschichte zu erzählen. So mancher Autor dicker Wälzer könnte sich daran ein Beispiel nehmen!
Auch bei diesem Buch ist das so: Auf 190 Seiten erzählt Maria Barbal die Lebensgeschichte von Conxa, die mit ihren 5 Geschwistern in den spanischen Pyrenäen aufwächst. Mit 13 Jahren kommt sie zu ihrer Tante einige Dörfer weiter, die selbst kinderlos geblieben ist und der sie zur Hand gehen soll. Dort lernt sie Jaume kennen und lieben. Gegen anfängliche Widerstände können die beiden heiraten. Die Zeit mit ihm, dem sie drei Kinder schenkt ist für Conxa die glücklichste ihres Lebens. Doch sie endet jäh, als Jaume, der sich der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung anschließt, von Franco - Truppen erschossen wird. Conxa selbst wird interniert und kehrt nach einigen Wochen wieder ins Dorf zurück. Irgendwann verläßt sie mit ihrem Sohn und seiner Familie den Hof und geht nach Barcelona, eine für sie völlig fremde Welt.....
Es ist bewundernswert, wie die Autorin Conxa erzählen läßt und sich dabei völlig in die einfache Frau aus den Bergen hineinversezt. Diese ahnt zwar, daß ihr Mann ihr genommen werden wird, aber sie fügt sich ohne großen Widerstand in ihr Schicksal, das von Verlusten geprägt ist: Zuerst dem Verlust ihrer Eltern und Geschwister - denn auch wenn das Dorf, in dem ihre Tante lebt, für heutige Verhältnisse nah am Heimatort Conxas liegt, war es für damalige Verhälrtisse eine weite Reise. Der zweite Verlust ist der ihres Ehemanns Jaume, mit dem sie eine glückliche Ehe führt. Und zum Schluß der Verlust der Heimat. Denn "Barcelona, das ist ein ferner Himmel und schreckhafte Sterne. Das ist ein feuchter Himmel und ein ganz grauer Himmel. (...) Barcelona, das ist für mich etwa sehr schönes. Die letzte Stufe vor dem Friedhof."
So entsteht das Bild eines Frauenschicksal und das Porträt eines Lebens in einer Umgebung, die längst untergangen ist. Unbedingt lesenswert!

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Tags: spanien, spanischer bürgerkrieg   (2)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

krimi, südafrika, mord, malla nunn, buren

Ein schöner Ort zu sterben

Malla Nunn , Armin Gontermann
Fester Einband: 407 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening, 01.09.2009
ISBN 9783352007712
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

1952 in Südafrika: "Einen schönen Ort zu sterben hat sich Captain Pretorius ausgesucht"denkt sich Detective Sergeant Emmanuel Cooper, als er an das Flußufer kommt, an dem die Leiche des örtlichen Police Captains liegt: Direkt an der Grenze zu Mosambik, vor einer zerklüfteten Bergkette. Störend sind allerdings die Schußwunden, das Motiv liegt im Dunkeln: Der Captain war allseits beliebt und respektiert, Vater von 5 Söhnen, streng religiös. Detective Cooper beginnt zu ermitteln, ganz auf sich alleine gestellt und bald behindert vom Geheimdienst, denn für diesen scheint klar: Es handelt sich um eine politisch motivierte Tat der Kommunisten, die gegen die kürzlich eingeführte Apartheidgesetze kämpfen. Emmauel hingegen glaubt nicht so recht daran - seiner Erfahrung nach haben fast alle Gewaltverbrechen ihre Motive im Privatleben der Opfer. So beginnt er nachzuforschen über das Leben des Toten und ganz langsam enthüllt sich ihm die dunkle Seite des scheinbar makellosen Lebens von Captain Pretorius......

In diesem spannenden Krimi bekommt man so ganz nebenbei ein sehr differenziertes Bild der Gesellschaft im Südafrika der 50er Jahre: Die Apartheid - Gesetze sind gerade eingeführt und beginnen, ihre Wirkung zu entfalten. Die bigotte Einstellung der weißen Afrikaander gegenüber den Schwarzen, die feine Unterscheidung zwischen Schwarzen und Farbigen - all das wird in dieser Zeit gesetzlich legitimiert. Der Mord dient dem Geheimdienst vor allem dazu, diese Gesetze zu manifestieren, während der Detective, der lange in England gelebt hat, mit neutralem Blick hinter die Fassaden schaut. Zwar gelingt es ihm, die Zusammenhänge zu durchschauen und den wahren Mörder zu finden, zur Verantwortung gezogen wird dieser jedoch nicht.

Spannende, anspruchsvolle Krimikost - unbedingt zu empfehlen!

  (9)
Tags: apartheid, krimi, mosambique, südafrika   (4)
 

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99 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

krimi, london, paris, frankreich, adamsberg

Der verbotene Ort

Fred Vargas , Waltraud Schwarze
Fester Einband: 423 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 21.04.2009
ISBN 9783351032562
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich lese ich sehr ungern Krimis, die sich mit richtig unappettitlichen Todesfällen beschäftigen. Oder wie würdet Ihr einen Toten bezeichnen, der von seinem Mörder völlig zermalmt und über ein Zimmer verteilt wurde? Oder wie stehet Ihr zu 17 aufgereihten Füßen, die in ihren Schuhen, teils verwest, vor dem Londoner Friedhof Highgate stehen?

Trotzdem habe ich diesen neuen Kriminalroman von Fred Vargas verschlungen. Nicht zuletzt deshalb, weil es ihr gelungen ist, die Grausamkeit so zu beschreiben, daß es den Leserinnen und Lesern klar ist, daß ein entscheidendes Motiv für den Mord in dieser Grausamkeit liegt und nicht darin, sich an blutigen Details zu delektieren, wie mir das in so manchem Krimi (den ich dann nicht fertiggelesen habe) schon begegnet ist.

Kommissar Adamsberg, der mit seinem Team zu dem ermordeten und zermalmten Pierre Vaudel gerufen wird, tappt am Anfang im Dunkeln. Instinktiv weiß er, daß der Mann, der so offensichtlich der Täter sein soll, unschuldig ist. Absurd wird es, als sich eine Vebindung zu einem anderen Fall in London auftut: Dort war Adamsberg zusammen mit seinem Kollegen Danglard auf einem internationalen Kongress. Nicht nur, daß er sich dort völlig fehl am Platze fühlte - schließlich spricht er kein Wost englisch! Nein, zu allem Überfluß wurden sie dort mit einem mysteriösen Vorgang konfrontiert: Vor dem Friedhof Highgate standen fein säuberlich aufgereiht 17 Füße, die noch in ihren (nun nicht mehr benötigten) Schuhen steckten. Als Danglard feststellt, daß ein Paar dieser Füße in Schuhen steckt, die seinem Onkel gehört haben, wird Adamsberg hellhörig. Denn dieser Onkel stammt aus einem serbischen Dorf, in dem Vampire ihr Unwesen getrieben haben sollen, ebenso wie in Highgate. Da sich zu allem Überfluß auch noch ein Komplott gegen Adamsberg abzeichnet, bleibt ihm nicht mehr viel Zeit und er macht sich auf nach Serbien, in das Dorf von Danglards Onkel, um Licht in die verwirrenden Vorgänge zu bringen.

Was sich vielleicht etwas mystisch anhört und einen denken läßt, man hat es mit einem weiteren Vampirroman zu tun, trifft so nicht zu, denn dieser Fall ist raffiniert und vielschichtig gestrickt und findet am Ende seine durchaus schlüssige Aufklärung. Trotzdem bleibt Platz für originelle und schräge Charaktere, für Sprachwitz und Humor. So hören wir von Menschen, die Schränke gegessen haben oder die Fotos ihrer Mutter, Adamsberg kämpft mit der englischen Sprache und Danglard beginnt eine Romanze mit einer englischen Kriminalbeamten, deren Namen sich Adamsberg nicht merken kann und die er deshalb nach einem Anstecker nur Abstract nennt.

Wunderbare, intelligente und gut geschriebene Krimikunst, die sich wohltuend von der Masse des Durchschnittskrimis abhebt!

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Tags: krimi, london, serbien, vampir   (4)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

krieg, liebe, kambodscha, völkermord, pol pot

Der verschollene Liebhaber

Kim Echlin
Buch
Erschienen bei Kiepenheuer, 01.09.2009
ISBN 9783378011045
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman erzählt nicht nur die Geschichte einer großen Liebe, sondern auch von Gewalt und Krieg in Kambodscha.

Die junge Kanadierin Anne verliebt sich in den 70er Jahren leidenschafftlich in Serey, den Studenten und Musiker aus Kambodscha. Die beiden verbringen glückliche Monate bevor Serey die Ungewißheit über das Schicksal seiner Familie nicht mehr aushält und zurückkehrt nach Phnom Penh. 10 Jahre lang hört Anne nichts von ihm - vergessen kann sie ihn dennoch nicht. Als sie glaubt, in einem Fernsehbericht über Kambodscha Sereys Gesicht zu erkennen hält sie nichts mehr und sie fliegt nach Phnom Penh, um nach Serey zu suchen. Und das Wunder geschieht tatsächlich - nach einigen Wochen der Suche findet sie ihn. Ihre Liebe ist noch so groß wie zuvor und kurze Zeit später ist Anne schwanger.

Doch Serey ist nicht mehr derselbe junge Mann von einst. Die Erfahrungen, die er nach seiner Rückkehr in sein Heimatland machte, haben ihn traumatisiert und er ist nicht bereit, darüber zu sprechen. So weiß Anne auch nicht, was er in den Zeiten, in denen er angeblich für Freunde übersetzt, eigentlich macht. Als während einer politischen Versammlung, die Serey besuchte, ein Attentat verübt wird, bei dem viele Menschen sterben, muß Anne sich wieder auf die Suche machen, denn Serey ist verschwunden.......

In diesem spannenden Roman wird nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt. Kim Echlin erzählt auch vom Leben in einem von Krieg und hemmungsloser Gewalt beherrschten Land, in dem keiner mehr dem anderen trauen kann. Dafür verarbeitet sie nicht nur Erfahrungen aus eigenen Begegnungen mit Menschen, die das Pol Pot Regime überlebten. Sie las auch Zeugenaussagen und Abschlußberichte aus vielen Wahrheitskommissionen. So entsteht das Bild eines zutiefst traumatisierten Landes und seiner Menschen, das einen so schnell nicht wieder loslässt!

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Tags: kambodscha, phnomh penh, pol pot   (3)
 

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392 Bibliotheken, 6 Leser, 12 Gruppen, 91 Rezensionen

verbrechen, mord, anwalt, strafverteidiger, berlin

Verbrechen

Ferdinand von Schirach
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2009
ISBN 9783492053624
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Juristen können tolle ErzählerInnen sein: Bernhard Schlink, Louis Begley oder Juli Zeh sind prominente Beispiele. Und nun auch Ferdianand von Schirach.

Der Anwalt und Strafverteidiger aus Berlin erzählt Geschichten aus seinem Alltag und alle sind sie wahr. Da ist der Rentner, der mit 72 Jahren seine Frau mit einem Beil erschlägt und zerlegt, bevor er die Polizei ruft. Oder die Einbrecher, die bei einem japanischen Geschäftsmann nicht nur viel Geld, sondern auch eine unscheinbare Schale klauen - das bezahlen drei Menschen mit dem Leben. Und der Bankräuber, der sich mit seiner Beute auf den Rasen vor der überfallenen Bank setzt und sich widerspruchslos festnehmen lässt.

Der schlicht gestaltete Schutzumschlag des Buches paßt zum Stil des Buches: In einer knappen, schnörkellosen Sprache erzählt v. Schirach, wie es zu diesen Taten kommt. Da sitzt jedes Wort und keines ist zu viel, manchmal bleibt einem fast die Luft weg angesichts der Schicksale, die geschildert werden. Man könnte dieses Buch in 2 Stunden durchlesen - mir ist das nicht gelungen. Ich brauchte immer wieder eine Pause, um das Erzählte zu verarbeiten und nicht gleich durch das nächste Kapitel zu erschlagen.
Ein tolles Buch - spannender als jeder Krimi!

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Tags: justiz, recht, richter   (3)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

tel aviv, holocaust

Es war einmal eine Familie

Lizzie Doron , Mirjam Pressler
Fester Einband: 142 Seiten
Erschienen bei Jüdischer Verlag, 09.03.2009
ISBN 9783633542352
Genre: Romane

Rezension:

Wie schon in ihrem Roman "Ruhige Zeiten" thematisiert Lizzie Doron auch in ihrem neuen Roman das Leben von Holocaustüberlebenden in Tel Aviv und erzählt aus der Perspektive einer Frau aus der zweiten Generation.

Elisabeth kehrt zurück in das Viertel, in dem sie aufgewachsen ist, denn Helena, ihre Mutter ist gestorben - zum zweite Mal. Das erste Mal starb sie im Zweiten Weltkrieg.

Zur Schiwa bleibt Elisabeth 7 Tage in der Wohnung der Mutter und trifft Freundinnen und Freunde ihrer Mutter, die mit ihr trauern, denn eine Familie hatte Helenas Mutter nicht mehr. So wird die Schiwa auch eine Erinnerungsreise in ihre Jugend, denn wie alle ihre Spielkameraden von einst hat auch sie das Viertel schon vor vielen Jahren verlassen. Sie alle wollten fliehen vor den Ängsten und Alpträumen ihrer Eltern und ein normales Leben führen. Fast alle ihrer Kinderfreunde sind jedoch im Jom Kippur Krieg gefallen.

In der Begegnung mit den Trauergästen erinnert sich Elisabeth zurück - an ihre Kindheit, an ihre Freunde, an das scheinbar normale Alltagsleben und an die Alpträume der Nächte, die die Erwachsenen heimsuchten und die Auswirkungen, die ihre Schicksale auf den Alltag ihrer Kinder hatten. Und obwohl sie allein mit ihrer Mutter lebte, merkt sie doch, daß sie eine Familie hatte - nämlich die Nachbarn aus dem Viertel.

Auch in diesem Roman gelingt es Lizzie Doron wieder, auf knapp 150 Seiten viel zu erzählen. Ohne daß sie die Schicksale der einzelnen Personen detailliert beschreibt, ist klar, was sie erlitten haben. Und auch was die Schicksale der Überlebenden für Auswirkungen auf das Leben ihrer Kinder, der zweiten Generation haben wird ohne große Wort klar.

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Tags: holocaust, tel aviv   (2)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

usa, mord, freundschaft, new york, liebe

Weil ich dich nicht vergessen kann

Ron McLarty
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 29.09.2008
ISBN 9783442301072
Genre: Romane

Rezension:

Manchmal frage ich mich schon, was sich in den Köpfen der Personen abspielt, die die deutschen Titel für Romane aus anderen Ländern texten und in jenen der CovergestalterInnen! Einen unpassenderen Titel und ein dämlicheres Cover kann man sich für diesen Roman kaum denken.

"Traveler" heißt der Titel im Original und "Wanderer" wäre ein passenderer Titel für diesen unterhaltsamen Roman gewesen. Ein Wanderer war nämlich die Kugel, die die Jugendliebe des Erzählers Jono fast 40 Jahre in sich trug, bevor sie zu wandern begann und ihr eine Aterie abdrückte. Und der Tod von Marie ist der Anlaß, warum Jono zurückkehrt in seine Heimatstadt.

Eigentlich ist Jono Barkeeper in New York und das seit über 30 Jahren und recht erfolgreich - seine eigentliche Leidenschaft aber ist die Schauspielerei. Diese betreibt er allerdings weniger erfolgreich. Auftritte auf den Bühnen kleiner experimenteller Theater vor wenigen ZuschauerInnen und die eine oder andere Nebenrolle in TV - Serien oder Werbespots reichen nicht zum Leben. Und er hat kein Glück in seinen Beziehungen. Mit seiner neuen Partnerin Renee, ihres Zeichens Feuerwehrfrau ist er eigentlich glücklich und doch kann er sich nicht ganz auf sie einlassen.

Als er für einige Tage zurückkehrt und sich seiner Vergangenheit stellt, entdeckt während der Begegnungen mit seinen Freunden ganz langsam, was sich damals eigentlich abgespielt hat und wer die Kugel auf Marie abgefeuert hat.

Ron McLarty erzählt spannend und unterhaltsam von einer Jugend in den 60er Jahren irgendwo in einer amerikanischen Kleinstadt, in der die Iren, Portugiesen und Italiener noch in ihren eigenen Vierteln wohnten und es wichtig war, aus welchem Viertel man kam. So idyllisch die Jugend am Anfang zu sein schien - je weiter man liest, desto mehr spürt man auch eine unterschwellige Bedrohung, die dann plötzlich in der Gegenwart noch einmal ganz real wird. Das ist sicher keine große amerikanische Literatur, aber ein gut gelungener Unterhaltungsroman im besten Sinne des Wortes!

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

krimi, freiburg, louise boni, louise boni. begierde, louise bonì-reihe

Jäger in der Nacht

Oliver Bottini
Fester Einband: 329 Seiten
Erschienen bei Scherz, 04.03.2009
ISBN 9783502110187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Jäger in der Nacht“ ist der vierte Fall für Louise Bonì, die Freiburger Hauptkommissarin mit französischer Familie, die in ihrem Kommissariat als schwierig und eigensinnig gilt - was sie ohne Zweifel auch ist.

Und wieder wird sie mit menschlicher Bosheit und Grausamkeit konfrontiert: Ein Junge wird ermordet, eine junge Freiburger Studentin verschwindet und kurze Zeit später taucht die grausam zugerichtete Leiche eines Familienvaters auf – auf den ersten Blick scheinen die Fälle nichts miteinander zu tun zu haben. Louise Bonì wird jedoch schnell klar, dass sie sehr wohl zusammenhängen. Besonders schwierig wird es für sie, als sie vermuten muß, dass die Mörder und Entführer beste Verbindungen zur ermittelnden Sonderkommission zu haben scheinen....

Oliver Bottini widmet sich in seinem neuesten Krimi, der wieder auf der Krimi Bestenliste landete, dem Thema Gewalt gegen Frauen. Schon der Prolog geht unter die Haut und auch im weiteren Verlauf ihrer Ermittlungen muß Louise Bonì erleben, wozu Menschen fähig sein können. Die Stärke von Oliver Bottini liegt darin, sich nicht auf exzessive Gewaltszenen zu verlassen, auch wenn der Prolog durchaus gewalttätig ist. Es geht ihm jedoch nicht darum, Gewalt nur darzustellen, sondern er zeigt, wie Gewalt aus Langeweile beginnen und sich daraus eine wahre Spirale entwickeln kann. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die damit konfrontiert werden: Das Team um Louise Bonì, das Opfer, dem jedoch geholfen wird, aber auch Eddi, der als Kind täglich von seinem Vater geschlagen wird und der seinen Entschluß, das Entführungsopfer, das er in einer Scheune findet, erst einmal für sich zu behalten, mit dem Leben bezahlt.

Spannende Krimikunst, die unter die Haut geht!

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Tags: elsaß, freiburg, krimi   (3)
 

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laos, krimi, geister, pathologe, kommunismus

Dr. Siri sieht Gespenster

Colin Cotterill , Thomas Mohr
Fester Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 25.05.2009
ISBN 9783442546442
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. Siri, der einzige Pathologe Laos’ ist wieder da! Und wir erleben erneut, daß er genug zu tun hat!

Es ist ein sehr heißer Sommer in Vientiane und er bringt nicht nur große Hitze, sondern auch merkwürdige Todesarten mit sich. Es werden die schrecklich zugerichteten Leichen von Frauen gefunden: Sie sehen so aus, als ob sie von einem Ungeheuer zerfleischt wurden. Ist es der Kragenbär, der unter unwürdigen Umständen in einem Käfig im Garten eines Hotels gehalten wurde und ausgebrochen ist? Gleichzeitig werden 2 Männer mitten in Laos auf einem verbeulten Fahrrad tot aufgefunden.

Und damit nicht genug der Rätsel: Mitten in den Ermittlungen wird Dr. Siri in die alte Königsstadt Luang Prabang gerufen, um den Tod zweier Hubschrauberpiloten aufzukären. Seine beiden Gehilfen Mr. Gueng, der wie Sie sich vielleicht aus dem ersten Buch "Dr. Siri und seine Toten" noch erinnern, unter einem leichten Downsyndrom leidet, und Schwester Dtui, die davon täumt, Medizin in Moskau zu studieren mischen sich deshalb in die Ermittlungen ein. Und während Dr.Siri sich um die beiden Hubschrauberpiloten kümmert, stößt Schwester Dtui auf eine heiße Spur im Fall der getöteten Frauen, die sie selbst in Lebensgefahr bringt.......

Mit seinem neuen Buch ist Colin Cotterill wieder ein ganz besonderer Kriminalroman gelungen. Aber Vorsicht: Noch stärker als im ersten Buch spielen hier die Geister eine entscheidende Rolle und darauf muß man sich als Leserin oder Leser einlassen. Wer das kann, wird dieses Buch mit großem Vergnügen lesen - unschlagbar war für mich die Szene, in der der der Gouverneur des Bezirks Luang Prabang Houey versucht, die zusammengerufenen Schamanen dazu zu bewegen, den Geistern ein Ultimatum zu stellen und dabei von diesen vorgeführt wird. So erfährt man als LeserInen ganz nebenbei auch einiges über die Traditionen des Landes und den Schwierigketen des Regimes, diese auzumerzen.

Ganz abgesehen davon sorgt das etwas skurrille Personal dieses Krimis dafür, daß man sich bestens unterhalten fühlt und auch die Todesfälle finden im Laufe des Buches ihre sehr irdische Aufklärung.

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