Katzenpersonal_Kleeblatts Bibliothek

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

katzen, ratgeber, lexikon, humor, joachim schultz

Wie wir Katzen die Welt sehen

Hermien Stellmacher , Joachim Schultz , Hermien Stellmacher
Fester Einband: 125 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 23.10.2017
ISBN 9783458363057
Genre: Humor

Rezension:

Katzenbücher gibt es in rauen Mengen. Bücher, in denen sie die Protagonisten sind, Bücher, in denen man erfährt, wie man mit ihnen umzugehen hat, Bücher über und mit Katzen.
Was es bislang nicht gab, ist eine Art Ratgeber von Katzen für ihre Zweibeiner, bekannt auch als Katzenpersonal oder auch Dosenöffner.

Die beiden Autoren Hermien Stellmacher und Joachim Schultz leben mit ihrem Kater Zazou zusammen und der scheint ihnen eine ganze Menge erzählt zu haben. Sie haben zugehört und dachten sich, dass das mitgeteilte Wissen mit Sicherheit von allgemeinem Interesse sein könnte und haben eine Art Lexikon zusammengestellt. Ich gehe mal davon aus, dass alles geschriebene von Zazou vorher abgenickt wurde, schließlich soll ja alles seine Richtigkeit haben.

Das Buch ist unterteilt in Stichpunkte von A - Z, wie man es vom Lexikon her kennt, besser gesagt von Aberglaube bis Zweitwohnung. 
Logisch, dass Ägypten nicht fehlen darf, wurden doch dereinst die Katzen dort als Götter verehrt - nun ja, man kann es ja mal wieder zur Sprache bringen.

Viele andere Stichworte findet man in diesem Lexikon, bei denen man bereits grinsen muss, wenn man diese nur liest. Ob es da um die eigenen Auffassungen vom Aufräumen geht, um die Erziehung (vom Personal natürlich, denn Katzen kann man nicht erziehen), um das Jagen, das Katzenklo, der unnützen Tätigkeit des Lesens, dem Napf, dem Putzen und und und.

Es macht einfach nur Spaß zu lesen, wie die Gedanken der Katzen sind und was sie einem liebevoll mitteilen wollen oder was sie einfach nur nach Erfahrungen über ihre Zweibeiner denken. Interessant zu lesen auch die Meinung der Katzen über die Anatomie des Zweibeiners. So wie es sich liest, scheinen wir eine Fehlkonstruktion zu sein - keine Ohren, die man anlegen kann, keinen Schwanz, die Krallen eine einzige Fehlkonstruktion und weitere Merkmale, mit denen man auch nicht wirklich was anfangen kann (so die Katzen). Na ja, aber wir haben auch etwas, um was wir beneidet werden - wenigstens etwas.

Ich könnte hier noch viele Beispiele bringen, aber ich denke, die Freude sollte sich jeder selbst gönnen, denn eine Freude ist es wirklich.
Nicht nur, dass man sich an den Texten erfreuen kann, dieses Buch wurde zusätzlich von Hermien Stellmacher selbst illustriert. Liebevoll gezeichnet findet man Zazou immer wieder im Buch vor, mal albern mit Hütchen, mal lesend mit Brille, als Luftballon.... er ist überall gegenwärtig und treibt dort sein Unwesen (siehe auch Cover). Die Zeichnungen von Gegenständen sind zum Teil so detailliert angefertigt, dass sie an die Qualität eines Fotos heranreichen, einfach unglaublich.

Das ist ein Buch, das man als Katzenpersonal einfach haben muss, denn wer möchte nicht wissen, was die eigene Katze weiß und wie sie die Welt sieht. Die Welt aus der Sicht einer Katze - ich kann mir schlimmeres vorstellen.
Wer kein Katzenpersonal ist, sich aber gut unterhalten möchte, dem sei dieses Buch ebenfalls ans Herz gelegt. Wer weiß, vielleicht kommt man ja doch zu einem vierbeinigen Mitbewohner, nun, wo man schon mal weiß, wie sie ticken?

Ich habe bei der Lektüre mit einem dümmlichen Dauergrinsen dagesessen und war ehrlich froh, dass ich es nicht in der S-Bahn gelesen habe.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an das zweibeinige Katzenpersonal.

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93 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

happy end, charlotte lucas, liebe, märchen, liebesglück

Wir sehen uns beim Happy End

Charlotte Lucas
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785725993
Genre: Liebesromane

Rezension:

Geschichten ohne Happy End sind nicht so Emilias Ding. Sie kann schlecht damit umgehen und hat es sich zum Hobby gemacht, diese Enden umzuschreiben. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein Buch, einen Film oder ein Gedicht handelt.
Ihre Änderungen und auch ihre Gedanken bringt sie auf ihrem Blog "Better Endings" zum Ausdruck, dem viele Leser folgen. Nicht jeder bringt für ihre Marotte Verständnis auf, so dass es dort nicht nur positive Kommentare zu lesen gibt.
Privat lebt sie mit Philip zusammen, dessen Leben sie organisiert und Verlobte sie inzwischen ist. Die Hochzeitsvorbereitungen können ihre Leser auf dem Blog mitverfolgen und sie nehmen lebhaft Anteil daran.
Aber von einem Tag auf den anderen zerbricht ihre Welt. Es ist der Tag, an dem sie von der Untreue ihres Verlobten erfährt und dem viele unschöne Worte folgen. 

Sie trifft auf Oscar, einem Mann, der kurzzeitig sein Gedächtnis verloren hat... an dessen Zustand sie nicht ganz unschuldig ist. Da sie durch Philips Geständnis alles verloren hat, kommt er ihr gerade recht und durch eine Lüge gelingt es ihr, bei ihm als seine Haushälterin einzuziehen.
Sie lernt Oscar kennen und merkt recht schnell, dass es auch in seinem Leben einige markante Baustellen gibt. Diese versucht sie, zu umgehen und ihm ohne sein Wissen zu helfen, aber würde er das überhaupt wollen? ...

Emilia ist eine Frau, die sich ihre Welt ein wenig schönzureden versucht. Sie kann keine negativen Enden im Buch oder Film ertragen und ändert diese kurzerhand. 
Auch als ihre Beziehung mit Philip gescheitert zu sein scheint, kann sie diese nicht wirklich akzeptieren. Auf ihrem Blog nehmen die Leser weiterhin an den Hochzeitsvorbereitungen teil, die es ja in der Realität nicht geben wird. 
Sie schließt in Situationen, die es zu meistern gilt, Wetten mit sich selbst ab. So hofft sie noch immer auf eine Weiterführung ihrer Beziehung, denn Philip ist der Mann ihrer Träume, für ihn hat sie ihre Agentur aufgegeben, die sie sich gerade mit ihrer Freundin aufgebaut hatte. Philip war ihr Dreh- und Angelpunkt und den will sie zurückhaben. 
Mit diesem Ziel vor Augen wagt sie sich an die "Wiederherstellung" von Oscars Leben.

Emilia ist eine Träumerin, die manches Mal schon in einer Parallelwelt lebt. Als sie so nach und nach aus Oscars Leben erfährt, versucht sie mit aller Macht, auch für ihn ein Happy End zu erreichen. Dass sie sich dabei auch das ein oder andere Mal in ihren Lügen verstrickt, nimmt sie in Kauf.
Zu Beginn des Buches wirkte sie ein wenig naiv auf mich. Ihr fixierter Bezug zu Philip und ihrer persönlichen "Macke" ließ sie ein wenig weltfremd wirken.
Aber die Tatsache, dass sie nicht nur für sich ein Happy End wünscht, sondern auch bereit ist, es für andere zu erkämpfen, machte sie mir sympathisch. 

Lange habe ich mich gefragt, wie man so ein Mensch werden kann. Es gibt darauf sogar eine Antwort, eine Antwort, mit der man nicht gerechnet hatte, zumindest ich nicht.

Das Cover des Buches ist ähnlich dem Cover von "Dein perfektes Jahr" von Charlotte Lucas gestaltet, einfach, aber schön. Das ist definitiv ein Buch, das man anfassen möchte und das auf sich aufmerksam macht.

Dieses Buch von Charlotte Lucas umfasst nicht nur eine Liebesgeschichte, es geht um viel mehr. Liebe, Glauben und Hoffnung sind genauso ein Bestandteil wie Lügen, Hoffnungslosigkeit, Betrug und Verzweiflung. 
Vom "Semicolon Project" hatte ich schon einmal am Rande gehört, hier kam es wieder zur Sprache und interessierte mich. Mir gefällt es, wenn man neben der Unterhaltung an sich auch noch Wissenswertes erfahren kann.

Ich habe Emilia auf ihrem Weg sehr gern begleitet, wenn der Weg auch nicht immer gerade verlief. Eine Protoganistin, die ich letztendlich ins Herz geschlossen habe und die ich gern kennenlernen würde.

Auch dieses Buch von Charlotte Lucas empfehle ich sehr gern weiter.

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33 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

ladythriller, thrille, 4 sterne, rezension, thrillerelemente

Blutroter Frost

Meredith Winter
Flexibler Einband: 339 Seiten
Erschienen bei Sommerburg Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783981872200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dass Julie und Benjamin ein Paar waren, gehört der Vergangenheit an. Julie plant einen Neuanfang, nicht nur in ihrer Beziehung, sondern auch beruflich.
Sie ist dabei, eine Tagesklinik aufzubauen, in der sie als Anästhesistin arbeiten wird. Als neuer Lebenspartner kommt gerade Spencer in ihr Leben, den sie bei einer Party ihrer Freundin kennenlernt. Obwohl dieser sich anfangs ein wenig spröde in seiner Meinung zu Julie gibt, wird er durch ihren Charme eingewickelt und die beiden lernen sich kennen und lieben. 
Alles könnte so einfach sein, würde nicht immer wieder Ben aufkreuzen und so tun, als gäbe es keinen Bruch mit Julie und als wären sie noch immer ein Paar. Das bringt nicht nur Missstimmung in die frische Beziehung von Julie und Spencer, es wird auch noch ein fieser Plan damit verfolgt...

Mit diesem Buch hält man nicht nur einen Liebesroman in den Händen, sondern auch ein Buch mit Thrillerelementen. Was anfangs "normal" und "harmlos" beginnt, entwickelt sich zu einer Abfolge von Verrat und Betrug, Vertrauensbruch bis hin zum Mord. 

Es ist immer Bewegung in der Story, so dass gar nicht erst Langeweile auftritt.
Was jedoch die Beziehung von Julie und Spencer angeht, so war sie mir ein wenig zu viel in Bewegung. Obwohl sie sich eindeutig zueinander hingezogen fühlen, können die beiden keine wirkliche Vertrauensbasis aufbauen. Sie glauben, was sie sehen, ohne zu hinterfragen. Lieber nehmen sie die Enttäuschung und einen Bruch in kauf.

Neben der Liebesgeschichte gibt es eine parallele Geschichte, in der es um Organhandel geht. Ben, Julies ehemaliger Freund, hat seine Hände tief darin verankert und andere aus Julies Freundeskreis ebenfalls mit hineingezogen.

Obwohl ich die Protagonisten Julie und Spencer mochte, gab es Situationen, in denen man nicht glauben konnte, was sie wieder verbockt haben. Julie erschien mir in manchen Situationen als sehr blauäugig. Spencer machte auf mich den Eindruck eines unsicheren Mannes, der nicht in der Lage ist, um das zu kämpfen, was er will und liebt. Dieses ewige Hin und Her machte mich etwas müde, so dass dort die Spannung ein wenig abflachte.

Das Thema Organhandel wurde leider nur ein wenig am Rande abgehandelt. Das wäre ein Thema, zu dem ich gern etwas mehr gelesen hätte, das hätte die Spannungsmomente sicher noch etwas erhöht.

Auch wenn dieses Buch als Ladythriller gehandelt wird, hatte ich nicht das Empfinden, einen Thriller zu lesen. Eine Liebesgeschichte, ja, und eine spannende obendrein, aber um als Thriller zu gelten, fand ich es nicht "hart" genug. 

Eines hat dieses Buch jedoch auf alle Fälle getan, es hat mich unterhalten. Für kurze Zeit hat es mich abgelenkt vom Alltag und in eine Welt gestoßen, die mir nur vom Hörensagen bekannt ist und glücklicherweise nicht zu meiner gehört.

Schon von Beginn an nimmt die Autorin den Leser an die Hand und führt ihn bis ans Ende durch eine Geschichte, die in sich stimmig ist und rund. Es verbleiben keine losen Enden und zum Schluss hat man das Gefühl, sich von Freunden zu verabschieden.
Es ist eine Geschichte, die ich gern an Leser weiter empfehle, die nicht erstrangig einen Thriller lesen wollen, sondern auch viel fürs Herz übrig haben.

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tiere, petronella glückschuh tierfreundschaftsgeschichten, schöne illustrationen, tierlieb, petronella glücksschuh

Petronella Glückschuh

Dorothea Flechsig , Katrin Inzinger
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Glückschuh-Verlag, 13.07.2017
ISBN 9783943030501
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wie reagiert man, wenn man ungerecht beschuldigt wird? Man ist sauer oder geht den Dingen auf den Grund. So jedenfalls reagiert Petronella auf die Vorwürfe, die ihr Vater ihr macht. Erdbeeren wurden verputzt, Mülleimer durchgewühlt, Wäscheklammern verstreut und vieles mehr. Ihre Beteuerungen, dass sie das alles nicht war, werden vom Vater nicht erhört.
Also fasst sie einen Plan und will herausbekommen, wer für all das verantwortlich ist. Natürlich kann sie dann dem Bösewicht später auch nicht böse sein.

Petronella ist die Protagonistin des Buches, die ein unglaublich großes Herz für Tiere hat. Sie liebt diese und tut vieles für sie.
Sie badet mit Guppys in der Badewanne, rettet andere Tiere vor dem Schlachten, verhilft einer Henne zum Mutterglück, bringt eine Blindschleiche zum Tierarzt und erlebt mit ihrer Großmutter ein aufregendes Abenteuer im Wald.

Liebevoll erzählt die Autorin Dorothea Flechsig 6 Geschichten, in denen sich alles um Tiere und Petronella dreht. 

Die Geschichten sind authentisch, für Kinder leicht verständlich und von der Länge her genau richtig. Kurzgeschichten, die die Aufmerksamkeit der Kinder im Alter von 5 - 10 Jahren nicht überfordern und sie nicht langweilig wirken lassen.
Ganz im Gegenteil. Dorothea Flechsig hat sich auf Tiere konzentriert, die nicht so jedermanns Liebling sind wie Hunde oder Katze. Hühner, Blindschleichen, Guppys und andere findet man hier.
Die hauptsächliche Geschichte erzählt von einem Waschbären. Weitere detaillierte Informationen zu genau diesen Gesellen erfährt man im Anhang.

Das Buch ist eine Hardcoverausgabe mit eingebrachtem Lesebändchen, die Schrift groß und mit großem Zeilenabstand gedruckt. So gelingt es auch Erstlesern mühelos, die Geschichten selbst zu lesen.
Fantastische Illustrationen unterstützen die Geschichten und machen schon beim Durchblättern des Buches Spaß.

Mir gefällt dieses Buch so gut, dass ich es gern weiterempfehle. 
Es ist ein Buch zum selber und gemeinsamen lesen sowie zum diskutieren. Als nennenswertes Ergebnis hat man sich nicht nur gut mit dem Buch unterhalten, sondern sich auch noch auf die angenehmste Art Wissen angeeignet

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kinderbuch, katze

Eine Samtpfote für Paul?

Kerstin Sonntag , Claudia Meinicke
Fester Einband: 42 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 01.06.2017
ISBN 9783946049166
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als Paul zu seinem 8. Geburtstag nicht die gewünschte Katze oder den Hund bekommt, ist er traurig und enttäuscht. Wie sehr hatte er sich einen kleinen Gefährten gewünscht, damit er nicht mehr so allein ist, wenn seine Eltern zur Arbeit sind. Niemand versteht ihn, seine Eltern nicht und seine Oma auch nicht.
Sie zählen ihm auf, wie viel Verantwortung man für so ein Lebewesen hat und dass man für es sorgen und seine eigenen Belange das ein oder andere Mal hintenan stellen muss.
Trotz dem ihm das alles klar ist und er auch dazu bereit ist, haben sie ihm seinen größten Wunsch nicht erfüllt. Man vertröstet ihn, vielleicht kommt ein Tier ins Haus, wenn er älter ist.
Am nächsten Morgen wird er von einem lauten, aber energischen "Mau" geweckt. Was ist das denn, denkt Paul und entdeckt eine kleine rotbraune Katze. Sie ist mager und scheint zu niemandem zu gehören. Paul möchte sie so gern mitnehmen und für das Kätzchen sorgen. 
Pauls Eltern erlauben ihm, für das Kätzchen so lange zu sorgen, bis sich die Besitzer melden. Paul ist überglücklich und will gut fürs Peterle, wie er den kleinen Kater genannt hat, sorgen.
Aber dann passiert es, er vergisst das kleine Peterle zu füttern...

Ein wunderschönes Kinderbuch hat hier die Autorin Kerstin Sonntag vorgelegt. 
Das Buch für sich allein ist schon sehenswert. Es wurde mit wirklich bezaubernden Illustrationen versehen, bei dem es einfach nur Spaß macht, das Buch in die Hand zu nehmen und in ihm zu blättern. Aus jedem Bild spricht die Liebe zum Tier. Selbst wenn man nur die Bilder hätte, könnte man damit eine Geschichte erzählen. 
Das Buch besitzt ein Lesebändchen, was das Gesamtbild noch ein wenig veredelt.
Die Schrift ist kindgerecht ausgewählt. Von der Größe her so, dass sie auch ein Erstklässler mühelos lesen kann. Mit seinen ca. 50 Seiten ist es auch einem Kind möglich, das Buch selbständig lesen zu können, ohne dabei zu ermüden, zumal es auch mit vielen Aquarellen versehen ist.

Das Buch erzählt die Geschichte von Paul, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einen Hund oder eine kleine Katze, aber seine Eltern wollen ihm den Wunsch nicht erfüllen.
Durch einen zugelaufenen Kater, der sich partout diese Familie als sein Zuhause ausgesucht hat, erhält Paul seine Chance zu zeigen, dass er in der Lage ist, für ein anderes Lebewesen zu sorgen, Verantwortung zu zeigen.
Er merkt, dass es nicht reicht, wenn man nur mit der Katze spielt, man muss auch für alle ihre Belange sorgen, egal ob es das Fressen ist oder die Sauberkeit auf dem Katzenklo. 

Mir persönlich gefällt an der Geschichte, dass ein Tier nicht auf dem Gabentisch gelandet ist. Dort haben sie absolut nichts zu suchen. Wie oft erlebt man, dass lebende Geschenke schneller entsorgt werden, als man das Wort Ferien aussprechen kann. Sehr gute Lösung der Autorin, den kleinen Kater herumstrolchen zu lassen und nach einem Zuhause Ausschau zu halten.

Ich habe mir das Buch mit meiner 5-jährigen Enkelin angeschaut und ihr vorgelesen und konnte gemeinsam sehen, wie sie sich über die Geschichte gefreut hat. Angeschaut hat sie sich das Buch gefühlte 500x. 

Mit dem Buch hat man nicht nur eine wunderschöne Geschichte zum vorlesen und selbst lesen in der Hand, sondern auch ein wunderschönes Bilderbuch.
Wir lieben dieses Buch und empfehlen es sehr gern weiter.

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

schweden, familiengeheimnis, ddr, mauerfall, kindheit

Preiselbeertage

Stina Lund
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.09.2017
ISBN 9783499291449
Genre: Romane

Rezension:

Ariane und Jolante sind Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können.
Während Ariane in Leipzig, dem Geburtsort ihrer Eltern, wohnt, lebt Jolante genau wie ihre Eltern in Schweden.
Als ihr Vater plötzlich stirbt, macht sich Ariane nach langer Zeit wieder auf den Weg nach Schweden, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Zu ihrer Mutter hat sie ein angespanntes Verhältnis, sie fühlt sich von ihr abgewiesen und ungeliebt, kann das aber nicht wirklich in Worte fassen.
Laut Testament des Vaters erben Ariane und Jolante ein Manuskript, das Jörg, ihr Vater, geschrieben hat. Auf Nachfrage jedoch behauptet ihre Mutter, dass es dieses Manuskript nicht gibt. Es bleibt unauffindbar, trotz intensiver Suche.
Aber nicht nur Ariane ist interessiert an dem Manuskript, es gibt auch andere Interessenten, wie Thomas Freund, ein Verleger.
Nach seiner Aussage hat Jörg ihm das Manuskript bereits angeboten, eine Art Autobiographie, die den Zeitraum von 1986 bis zur Wende umfasst. Ein Werk, das ein neues Licht auf die ehemalige DDR werfen könnte.
Ariane macht sich gezielt auf die Suche nach dem Manuskript, versucht Informationen von ihrer Mutter oder auch ihren Großeltern zu bekommen, aber sie stößt immer auf eine Mauer des Schweigens...

Während Ariane versucht, in Schweden wieder Fuß zu fassen und das Manuskript zu finden, wird sie sich auch einiger Erinnerungslücken in ihrem eigenen Leben bewusst. Sie sucht Antworten und stolpert über die nächste Frage. Wer ist denn z.B. dieser Viggo, mit dem sich ihr Vater sehr gut verstanden haben soll? Ist er ein Freund von Jolante? Sie wird nicht recht schlau aus allem.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Der Strang in der Gegenwart lässt den Leser Ariane auf der Suche nach dem Manuskript begleiten. Sie hat viele Fragen, die sie stellt, aber die wenigstens werden ihr beantwortet. Ariane ist gefrustet.
Der zweite Zeitstrang umfasst die Jahre 1986 bis zur Wende und spiegelt damit genau die Geschehnisse wieder, die im Manuskript Eingang finden.
Sie erzählen die Geschichte von Ina und Jörg, die das große Glück hatten, als DDR-Bürger mit einem Chor einmal ins kapitalistische Ausland reisen zu dürfen, das Ziel war Schweden.
Ina, die zu dieser Zeit schon Mutter einer kleinen Tochter war, ließ diese bei ihren Eltern in Leipzig zurück, nicht wissend, dass eine lange Zeit vergehen würde, bis sie diese wiedersehen würde. 
Jörg und Ina haben in Schweden einen Verkehrsunfall und keine Möglichkeit, mit dem Chor wieder nach Hause zu reisen. Ihr Leben nimmt von diesem Tage an eine völlig andere Richtung.

Beim Lesen des Buches fühlte ich mich zurückversetzt in eine Zeit, an die ich mich selbst noch gut erinnern konnte. Viele der beschriebenen Ereignisse brachten die Erinnerung zurück an ein Regime, in dem die Bürger nicht ins kapitalistische Ausland reisen durften. Nur Auserwählten war es gestattet. 
Kam einer der Reisenden nicht zurück, aus welchen Gründen auch immer, gab es klare Richtlinien, wie zum Beispiel mit Angehörigen verfahren wurde. Nicht selten wurden zurückgelassene Kinder in Heime gesteckt oder es fanden Zwangsadoptionen statt, Arbeitsplatzverluste bzw. Degradierungen waren die Folge.
Der Autorin Stina Lund gelingt es mit diesem Buch hervorragend, diese vergangenen Zeiten wieder aufleben zu lassen. Die Ängste und Sorgen, die Verzweiflung der Menschen sind spürbar und nachvollziehbar.
Diese vergangenen Zeiten brachten ganze Familien auseinander, ließen sie vergessen, dass sie einmal eine Familie waren und Misstrauen zwischen ihnen aufbauen. Man vergaß miteinander zu reden und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.

Stina Lund zeigt mit ihrem Buch, wie schwer und grausam so ein Leben sein konnte.
Es zeigt aber auch, wie schwer man mit einer Lüge leben kann, welche Geheimnisse abgebaut werden müssen, um die volle Wahrheit zu erkennen.
Es gab Stellen in dem Buch, bei denen mir die Tränen in den Augen standen, ich war betroffen.
Die Protagonisten konnten mich alle überzeugen, wenn ich auch den ein oder anderen nicht ganz nachvollziehen konnte. Mein größtes Mitgefühl hatte Ina, die ich am liebsten in den Arm genommen hätte, denn sie hatte am meisten zu verlieren.

Ein unglaublich berührendes Buch, das mich noch lange beschäftigt hat. Auch hat es mich wieder ein wenig an die Vergangenheit erinnert, die ich selbst so erlebt habe, die man aber nie vergessen sollte.
Für dieses Buch spreche ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

troll, island, berlin, leben, gesellschaft

Saufen nur in Zimmerlautstärke

Hans Rath
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 18.08.2017
ISBN 9783463406961
Genre: Romane

Rezension:

Wie ist das, wenn man fast tot ist? Läuft da wirklich das ganze Leben an einem vorbei?
Fast wäre Adam in den Genuss gekommen, das alles zu erleben, aber nach einem plötzlichen Herzstillstand im Park gelingt es den Sanitätern, ihn wieder zurückzuholen. Bloß gut.
Der Arzt im Krankenhaus empfiehlt ihm Ruhe, am besten weit weg von Beruf und Familie und schlägt Island vor. Das ist ja mal wirklich weit weg.
Kurzentschlossen macht sich Adam auf den Weg nach Island, zu einem Trip, der sein Leben auf immer verändern wird...

Adam ist Anwalt, verheiratet und Vater einer Tochter. Zudem auch noch ehrlich. Die Ehrlichkeit ging soweit, dass er seiner Frau einen Seitensprung beichtete, was seiner Ehe nicht wirklich gut bekommen ist. Obwohl seine Frau ihm irgendwann verziehen und Adam aus der Erfahrung gelernt hat, ist das Misstrauen seiner Frau noch immer da und lauert im Verborgenen.
Als Adam sich nun kurzerhand nach Island begibt, trifft er dort abends im Bett seine ehemalige Geliebte an. Er kann es nicht glauben, bleibt diese Tatsache doch auch seiner Frau nicht verborgen.
Bei einem Spaziergang wird er von einer Windböe umgewedelt und kann sich nur mühsam an einer Klippe festkrallen. Während er noch überlegt, wie er sich aus der Not retten kann, wird er von irgendjemanden nach oben gezogen.
Die Person, die ihn rettet, ist ein 1,40 m großer Mann, ziemlich untersetzt und in den 20er Jahren. Nach einem kurzen Gespräch will dieser sich vom Acker machen, aber Adam will sich erkenntlich für seine Rettung zeigen und bietet ihm an, ihn mitzunehmen.
Vorerst weiß er nicht, dass er sich damit einem Troll verpflichtet und für seinen Unterhalt zu sorgen hat. Magnus, der Troll hat seine Einladung angenommen und fährt mit ihm nach Berlin. Eine Entscheidung, die Adam und Magnus verändern wird.  

Urplötzlich platzt in Adams Leben Magnus, der Troll. Er rettet nicht nur Adams Leben, er bringt auch Chaos in genau dieses. Die beiden erleben eine turbulente Zeit miteinander, Adam ist nicht nur einmal genervt und geschockt, was das Leben mit Magnus so mit sich bringt und das nicht nur finanziell. 
Hätte er doch bloß genau überlegt, was er sagt. Wem passiert schon, dass das Gegenüber jedes Wort genauso nimmt, wie es ausgesprochen wird.

Mit viel Humor und Wortwitz erzählt der Autor Hans Rath die Geschichte der beiden unterschiedlichen Protagonisten Adam und Magnus. Der eine Mensch, der andere Troll, werden die beiden irgendwann Freunde. 
Sie erleben unglaublich viel miteinander, gehen ungewöhnliche Wege, vertrauen einander. Aus einer Zufallsbekanntschaft werden Freunde, die auch füreinander einstehen, selbst dann, wenn sie dafür in Gefahr geraten.

Vom Autor kenne ich bereits die Bücher der "und Gott sprach ... - Reihe" und "Bullenbrüder", die mich begeistert haben. Nun war ich gespannt, wie er die Sache mit dem Troll aufziehen würde, denn schon allein der Text auf dem Buchrücken hatte mich neugierig gemacht.
Hans Rath schaffte mit dem Buch, mir buchstäblich ein Dauergrinsen ins Gesicht zu drücken. Es begann schon vielversprechend mit der Szene des Herztodes (ich weiß, es ist eigentlich nicht zum Lachen), die den Leser super auf das Kommende einstimmte. Sie verspricht schon Spaß und Humor, der jedoch mehr in Galgenhumor ausartete. Für mich genau das richtige.

Ich liebe Bücher, die man einfach nur seelebaumelnd lesen kann. Die Situationen überspitzt, einen Troll eingesetzt, und schon kann es mit dem Lesevergnügen losgehen. Ein Buch, bei dem man nicht mitdenken muss, das man einfach nur auf sich wirken lassen kann. 
Es ist aber nicht nur humoristisch zu sehen, es zeigt auch auf, was Freundschaft bewirken kann.

Ich hatte mit dem Buch unglaublichen Spaß und empfehle es sehr gern weiter.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

pastor, meredith winter, ladythriller, blutpsalm, liebe

Blutpsalm

Meredith Winter
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Sommerburg Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783981872217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Jonathan und Marlene sich kennenlernen, halten sie ihr jeweiliges Gegenüber für jemand anderen. Während Marlene als Edelprostituierte ins Pfarrhaus zu Jonathan kommt und ihn als Freier hält, denkt er, dass sie eine Computerspezialistin ist, die seinen Computer wieder repariert. Der Irrtum beruht auf eine Visitenkarte, die Marlene ihren Kunden gibt und die sie als Computerfachmann ausweist, was aber nur Eingeweihte wissen.
Auch wenn sich beide zueinander hingezogen fühlen, passiert nichts.
Jonathan ist Pastor in einem kleinen 800 Seelen-Dörfchen. Auch wenn er noch keine Frau hat und auf seine Seelenverwandte noch wartet, weiß er, dass Sex vor der Ehe für ihn nicht infrage kommt. Es fällt ihm schwer, denn Marlene hat es ihm angetan.
Es ist eine beschauliche Gemeinschaft, so dass es unfassbar erscheint, dass einer aus der Gemeinde, durch ein Fleischermesser erstochen, tot aufgefunden wird. Es bleibt nicht bei dem einen Toten, aber welcher Zusammenhang besteht zwischen ihnen, denn bei den Toten ist jeweils eine Visitenkarte von Marlene mit am Tatort zu finden.
Die Suche nach dem Mörder beginnt, aber ist Marlene wirklich so unschuldig, wie es scheint?...

Blutpsalm ist ein Ladythriller, in dem ein Liebesroman mit Thrillerelementen vereint wurde. Knisternde Erotik ergänzt das Ganze.
Neben der Liebesgeschichte zwischen Marlene und Jonathan gilt es, einen Mörder zu finden. Es wurden Männer getötet, die auch alle Kunden von Marlene waren.

Das Buch ist hauptsächlich ein Liebesroman, kriminalistische Aspekte kommen eher am Rande vor. Die knisternde Spannung ist spürbar, die Thrilleranteile halten sich in Grenzen.
Ungewöhnlich war für mich die Tatsache, dass schon zur Hälfte des Buches klar war, wer die Toten auf dem Gewissen hatte. Obwohl es von da an ein wenig an Spannung fehlte, war die weitere Entwicklung der Story absolut lesenswert.

Es gab ein paar Überraschungen und viele kleine fiese Cliffhanger, die ein wenig die Spannung einheizten.
Die Liebesszenen ließen sich gut lesen und wirkten zu keiner Zeit obszön oder anstößig. 

Das Buch lässt sich mit seinen knapp über 200 Seiten gut und flüssig lesen. Die Kapitel sind kurz gehalten und enden des öfteren mit einem Cliffhanger. 
Man kann gar nicht aufhören zu lesen, will man doch alles wissen, zumal es auch im Leben von Jonathan und Marlene Dinge gibt, die erst noch erzählt werden wollen.
Das einzige, was mich wirklich an dem Buch gestört hat, war die sehr kleine Schrift. Es hat mir, trotz Brille, schon einiges abverlangt, denn ich empfand es als sehr anstrengend zu lesen.
Schon beim anfänglichen Durchblättern war ich ein wenig zurückgeschreckt, aber es hieß dann doch, Augen zu und durch.
Das Cover finde ich sehr gelungen und passend zur Geschichte.

Ein Buch, das man schnell man zwischendurch lesen kann und mit dem man sich gut unterhalten fühlt.

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107 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

thriller, wulf dorn, horror, mystery, die kinder

Die Kinder

Wulf Dorn
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 04.09.2017
ISBN 9783453270947
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während eines Sturms wird Laura Schrader nach einem Unfall aus ihrem Auto geborgen. Das Auto ist nicht nur völlig hin, im Kofferraum findet sich auch noch die Leiche ihrer kleinen Nichte Mia, getötet durch Schüsse in den Kopf.Laura wird verhört und erzählt eine Geschichte, die nicht nur unglaublich ist, sie ist so verwirrend, dass der Psychologe Robert Winter hinzugezogen wird.Dieser hat während seiner Laufzeit als Psychologe schon einiges gehört, aber das sprengt alles bisher Vorstellbare und Gehörte.Sind das Hirngespinste von Laura Schrader? Aber wie sind die Zusammenhänge, denn neben der Leiche im Kofferraum scheinen auch alle Bewohner eines Ortes verschwunden zu sein. Hinterlassen worden sind nur Spuren von Kämpfen.Was genau ist dort passiert? Wird es ihnen gelingen, aus der Aussage von Laura das Rätsel zu lösen? ...
Laura Schrader erzählt dem Psychologen Robert Winter eine Geschichte, die sich innerhalb der letzten 5 Tage abspielte.Während eines kurzen Erholungsurlaubes, den sie gemeinsam mit ihrer Schwester Su und deren Tochter Mia machen wollte, erleben sie einen Höllentrip. Mia, Lauras Nichte, verändert sich zusehens, mal ist sie ganz apathisch, mal hört sie jemanden, den niemand sieht. Sie machen sich Sorgen und beobachten Mia. Es sieht so aus, als ginge von Mia und den anderen Kindern eine Bedrohung aus.
Lauras Geschichte scheint total wirr zu sein. Das, was der Psychologe zu hören bekommt, kann nur in Richtung Hirngespinst gehen, alles andere ist einfach undenkbar.Neben Lauras Erinnerungen erfährt der Leser auch Episoden, die Kinder in anderen Teilen der Welt erleben, wie Kambodscha, der Ukraine, dem Irak und andere.Was auch dem Leser anfangs als wirr und nicht zuordenbar erscheint, macht zum Ende des Buches Sinn.
Gemeinsam mit dem Erleben von Laura befindet sich auch der Leser auf einem Höllentrip. Es ist anfangs nicht ersichtlich, in welche Richtung sich das Buch bewegen wird, es scheint einfach nur wirr zu sein. Nur langsam kommt man zum Kern des Grauens und ist einfach nur entsetzt. Die Geschichte strebt einem Ende zu, die ich so nicht erwartet habe.
Mit der Protagonistin Laura konnte ich mich nicht identifizieren, da sprang so gar kein Funke über. Auch wenn sie mir nicht direkt unsympathisch war, so ist sie aber für mich eher eine uninteressante Person.
Die Geschichte hat durchaus ihre spannenden Elemente, hat mich aber im Endeffekt nicht glücklich zurückgelassen. Zudem ist sie etwas mystisch angehaucht, was mich normalerweise nicht zum Lesen inspiriert hätte, da das nicht mein Genre ist. Aber aus dem Klappentext war das leider nicht erkennbar.
Da ich bislang nur positives vom Autoren gehört habe, wollte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen. Dieses war mein erstes Buch von ihm und ich weiß nicht, ob ich noch einen Versuch starten möchte.Eine Bewertung in Sternen ist mir diesmal schwer gefallen, liegt es doch zwischen 3 und 4 Sterne. Aber wie so oft gilt auch hier, im Zweifel für den Autoren. 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

erotik, liebe, agentur, erotikhotline, hotline

Hotline of Love

Mia Brown
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Elysion-Books, 31.08.2017
ISBN 9783960000587
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Louisa endlich den Schlussstrich unter ihre Ehe gezogen hat, steht sie da und weiß nicht so recht, wie es weitergehen soll. Keine Wohnung, kein Job - aber zum Glück eine Freundin, die ihr anbietet, gemeinsam mit ihrem Sohn in ihre Wohnung zu ziehen. Sehr gern nimmt Louisa den Vorschlag an, bleibt nur das Problem, einen Job zu finden.
Aber auch da kann ihr Hanna weiterhelfen und vereinbart ein Treffen zwischen Louisa und ihrer Chefin, ohne ihr genauere Informationen zum Job zu geben.
Hoffnungsvoll macht sich Louisa auf den Weg, entsetzt macht sie sich dann wieder auf den Heimweg. Das, was ihr Hanna vorgeschlagen hat, ist eine Erotik-Hotline, aber das käme für Louisa niemals infrage.
Aber es gibt keine Alternative und so langsam freundet sie sich mit dem Gedanken an und ist bereit für den Job.

Gleich ihr erster Kunde, ein gewisser Brad, jagt ihr Schauer über den Rücken. Louisa verliebt sich in die Stimme und den Mann, ohne ihn näher zu kennen und freut sich immer, wenn er in der Hotline anruft.
Dann erkennt sie eines Tages in einem Nachtklub seine Stimme und steht ihm persönlich gegenüber. Sie kann ihr Glück kaum fassen, aber wie soll das gehen, er kennt sie als Savannah und sie ihn als Brad. Er heißt in der Realität Christian, sie darf sich aber nicht zu erkennen geben. Eine aussichtslose Situation...

Für Louisa und ihren Sohn beginnt ein neuer Lebensabschnitt, als sie sich von ihrem Mann trennt. Sie muss völlig neu anfangen, aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und einen Job suchen.
Nie im Leben hätte sie gedacht, dass sie mal bei einer Erotik-Hotline landen und noch weniger, dass sie sogar Spaß bei der Arbeit haben würde.
Natürlich ist nicht jeder Kunde wie Brad, den sie als ersten Kunden an der Strippe hat, aber auch das meistert sie, meistens zumindest.

Der Roman ist eine Geschichte über einen Neuanfang, zugegeben, einem ungewöhnlichen, aber immerhin. Hoffnungen, Sorgen, Nöte, all das sind Bestandteile, mit denen sich der Leser auch identifizieren und die er auch nachempfinden kann.
Mit Louisa hat Mia Brown eine Protagonistin geschaffen, die sich nicht unterkriegen lässt, die ihr Leben anpackt und die nicht zögert, auch neue ungewöhnliche Wege zu gehen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Louisa erzählt, so dass der Leser immer auch ihre Gedanken erfährt.

Eine ausgesprochen erotische Geschichte, bei der die Erotik jedoch nicht abstoßend oder obszön wirkt, sondern natürlich. Man spürt als Leser das Prickeln, die Lust und die Freude, die die Protagonisten erleben.
Gemeinsam mit Louisa macht sich der Leser auf und wagt mit ihr einen Neuanfang. Man ist immer nah dran und erlebt gemeinsam mit ihr die Veränderungen in ihrem Leben, fühlt mit ihr, lebt, liebt, lacht, macht sich aber auch Sorgen und Gedanken.
Louisa ist eine Protagonistin, die ich sehr gern begleitet habe.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ich bin Doodle Cat

Kat Patrick , Ilse Layer , Lauren Mariott
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei aracari, 27.07.2017
ISBN 9783905945874
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Doodle Cat ist ein roter Kater, der den Lesern aufzählt, was er alles mag. 
Man erfährt, dass er gern tanzt, malt, seine Spielzeuge liebt, Bäume und vieles vieles mehr.
Und ... er liebt sich, aber auch Unterschiede, wie beispielsweise Katzen, die anders sind als er, anders aussehen, andere Hobbys haben.

Das Kinderbuch ist ein wunderschönes Buch, das dem Leser zeigt, dass man zwar sich und seine Interessen lieben kann, aber auch für alles andere offen sein sollte.
Da ist es egal, ob man rot, grün oder gelb aussieht, im Rollstuhl sitzt oder lieber Fussball spielen geht. Jeder ist er selbst und einzigartig.

Die Geschichte von Doodle Cat ist mit wenigen Worten erzählt bzw. beschrieben.
Am Ende des Buches erfährt der Leser, warum er bestimmte Dinge liebt. So erklärt er seine Liebe zu Bäumen damit, dass sie Sauerstoff produzieren, damit wir atmen können.

Das Buch von Doodle Cat ist liebevoll illustriert worden. Ich mag diese Art der Zeichnungen, die ein wenig (bis auf die Augen) an Simon's Cat erinnern.
Selbst meine Enkeltochter konnte sich an den Zeichnungen erfreuen.

Doddle Cat erzählt aber nicht nur, was er gern mag, sondern er fragt auch den Leser, was dieser gern mag. Auf die Art kann man als Vorleser erfahren, was dem Kind / Enkelkind gefällt und erfährt auf diese Weise auch erstaunlich neues.

Meiner Enkeltochter und mir machte es Spaß, zu erfahren, was Doodle Cat gefällt und wir haben ihn gern begleitet.

Es ist ein wunderschönes Buch zum Vorlesen und zum selbst betrachten.
Ich empfehle es sehr gern weiter.

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76 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

russland, st. petersburg, zar peter, sankt petersburg, newa

Die Stadt des Zaren

Martina Sahler
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351543
Genre: Historische Romane

Rezension:

Peter der Große, Zar von Russland, ist fasziniert von der Lebensweise der Europäer. Vieles davon will er in seiner Heimat, Russland, umsetzen. Er schreibt vor, wie die Menschen sich zu kleiden haben bzw. verlangt von den Männern, dass sie ihre Bärte abrasieren.
Ein weiteres großes Ziel von ihm ist, an der Newa eine neue Hauptstadt des Landes auferstehen zu lassen. Sie soll das Tor zu Europa werden, mit einem Hafen, von wo aus Russland zu Ruhm und Ansehen gelangen soll.
Die Stadt soll St. Pieterburch heißen. Da, wo sich 1702 nur das schlammige Newa-Delta befindet, will er ab 1703 seine Vision wahr werden lassen.
Es soll eine Stadt werden, die mit Kanälen durchzogen wird, ganz nach dem Vorbild von Amsterdam.

Zur Verwirklichung seines Traumes lädt er persönlich viele europäische Handwerker und Ärzte ein, ihm bei der Durchsetzung seines Traumes zu helfen, von denen viele die Einladung annehmen. 
Diese kommen mit Hoffnungen auf etwas Großes, wissend, dass die Anfänge schwer werden, denn eine vorgegebene Infrastruktur gibt es noch nicht.
An dem Aufbau der neuen Hauptstadt kommen aber nicht nur Geladene, sondern es werden ebenfalls Gefangene und Leibeigene eingesetzt, die keine Wahl haben, sie müssen unter schwersten Bedingungen Fronarbeit leisten und auch zum Teil ihr Leben lassen...

Die Geschichte des Romans umfasst den Zeitraum von 1703, wo der erste Spatenstich erfolgte, bis ins Jahr 1712, der offiziellen Ernennung von St. Petersburg zur Hauptstadt Russlands.

Die Autorin Martina Sahler hat die Entstehung der Hauptstadt nicht nur sehr gut recherchiert, sie hat diese auch mittels historischen und fiktiven Protagonisten sowie deren Lebensgeschichten für den Leser zum Leben erweckt.

Neben den historischen Personen wie Zar Peter Alexejewitsch, seinem Freund und Berater Fürst Alexander Menschikow, seiner Ehefrau wie auch seiner Geliebten stehen fiktive Personen gegenüber wie der deutsche Arzt Richard Albrecht mit seiner Frau und den Kindern Paula, Helena und Gustav, dem Tischler Theodorus van der Linden aus Amsterdam mit seinem Sohn Willem, den beiden italienischen Architektenbrüdern Matteo di Gregorio und Francesco, schwedischen Kriegsgefangenen sowie russische Leibeigene.

Der Leser ist vom ersten Spatenstich an zur Gründung der neuen Hauptstadtmetropole unmittelbar am Geschehen dabei. Man hat förmlich das Wachsen der Stadt vor Augen, kämpft gemeinsam mit den Beteiligten gegen die Widrigkeiten der Natur und kann sich auch vor Rückschlägen nicht verwehren. 
Unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen wird eine Stadt aus dem Boden gestampft, die ohnegleichen ist.
Zar Peter weicht nicht einen Schritt von seinem Traum ab und versucht ihn, egal, was es kostet, umzusetzen. Dabei spielen Menschenleben keine Rolle.

Neben dem einzigartigen Aufbau der Stadt erfährt der Leser nebenbei auch ein wenig von Russlands Geschichte, den militärischen Angriffen, denen Zar Peter auch ausgesetzt ist.

Der Roman lebt durch seine Protagonisten, denen die Autorin hier Leben einhaucht. Sie zeigt die Lebensumstände, unter denen die Gefangenen oder Leibeigenen zu leben haben, aber auch ihre Träume und Hoffnungen. Genauso gnadenlos skizziert sie auch die Tatsache, dass diese keinerlei Rechte haben, sondern zum Spielball der Mächtigen werden.

In ihrem Roman ist alles vertreten, es reicht von Liebe, Hass, Leidenschaft, Eifersucht, Träumen, Hoffnungen bis zur Geschichte, Kriegen, Mord und Macht. 
Mir hat es Spaß gemacht, die Entstehung von St. Petersburg mit Hilfe des Romans vor meinem bildlichen Auge auferstehen zu lassen. Ich habe gern die baulichen Veränderungen beobachtet und die Protagonisten in ihrem Wirken, Denken und Tun begleitet.
Ich habe mit ihnen gehofft und gebangt und manch einem sein Schicksal gegönnt, das ihn ereilt hatte, im positiven wie auch im negativen Sinne.

Für mich war es das erste Buch von Martina Sahler, aber mit Sicherheit wird es nicht das letzte sein.
Wer gern historische Romane liest, dem empfehle ich dieses Buch gern weiter.  

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250 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 163 Rezensionen

thriller, familie, jenny milchman, night falls, mord

Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken

Jenny Milchman , Marie Rahn
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.07.2016
ISBN 9783548287553
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sandra Tremont lebt gemeinsam mit ihrem Mann Ben und der pupertierenden 15-jährigen Tochter Ivy und dem alterschwachen Hund Mac in einem einsam gelegenen Haus.
Es ist eine glückliche Familie, wenn man mal von den Quereleien mit der Tochter absieht, was aber nicht wirklich untypisch ist im Zusammenleben mit einem Teenager.
Die Idylle wird eines Abends jäh unterbrochen, als zwei aus dem Gefängnis ausgebrochene Häftlinge in ihr Haus eindringen.
Ben wird von den Eindringlingen Nick und Harlan tätig angegriffen und schwer verletzt. Sandra und Ivy werden als Geisel genommen und sind bestrebt, die Wünsche der beiden Eindringlinge zu erfüllen. Diese brauchen eine Ausrüstung, um verschwinden zu können, und die wollen sie ihnen zur Verfügung stellen, in der Hoffnung, die beiden wieder loszuwerden.
Als ein Schneesturm aufkommt, ist an ein schnelles Verschwinden der beiden nicht mehr zu denken und schon bald wird Sandra klar, dass sie einen der beiden Männer aus ihrer Vergangenheit kennt und die Heimsuchung der beiden nicht zufällig sie und ihre Familie getroffen hat...

Was für ein Albtraum muss es sein, wenn 2 Fremde, gefährliche Männer, in dein Haus eindringen, deinen Mann komplett aus dem Verkehr ziehen, indem sie ihn fast umbringen, und sich deine Tochter in dieser Notsituation auch noch gegen dich stellt?
Genau dieser Situation sieht sich Sandra gegenüber und sie ist schier starr vor Angst um sich und ihre Lieben.
Mac, ihr Familienhund, ist alt und hat ein bewegtes und auch traumatisches Leben hinter sich, bevor er in die Familie kam. Leider kann auch er keine große Hilfe sein, denn er wurde vorher eingesperrt. So sieht sich Sandra gezwungen, allein der Sache Herr zu werden, was ihr einiges abverlangt.

Abwechselnd erfährt der Leser Episoden aus der gegenwärtigen Situation und aus der Vergangenheit, die ins Jahr 1975 zurückreicht. Die Rückblenden zeigen auf, wie Nick, der geistige Kopf der beiden Häftlinge, aufgewachsen war, mit einer Mutter, die ihren Sohn abgöttisch liebte und außer ihm nichts und niemanden akzeptierte. So wurde Nick zu einem Narziss herangezogen, dem nichts wichtig war außer seiner eigenen Person.

Sandras Handeln und Beweggründe sind nicht immer nachvollziehbar, erklären sich aber im Lauf der Geschichte.
Ivy, die spürt, dass ihre Mutter sie belogen hat, versucht sich an ihr zu rächen, was die angespannte Situation noch zusätzlich erschwert.
Es ist eine Gratwanderung, die es zu meistern gilt.

Das Buch weist einige Längen auf, bleibt aber trotz allem spannend. Als Leser hatte ich schnell die Vermutung, wie die Zusammenhänge sind und fand diese auch bestätigt. Über die Hintergründe jedoch wird man nach und nach eingeweiht und kann als Leser nur ungläubig erfassen, was geschehen ist.

Man wird als Leser in die Geschichte hineingezogen und verfolgt gespannt die Entwicklung. Man hofft und bangt mit den Protagonisten und wünscht ihnen ein positives Ende. Wenn man ihre Entscheidungen auch nicht immer gutheißen und verstehen kann, so verfolgt man doch atemlos, wie diese sich letztendlich auswirken werden.
Die Spannung wird zum Ende hin noch einmal richtig angezogen, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. 

Ein Thriller, mit dem ich mich gut unterhalten fühlte.

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82 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebe, fantasy, gefahr, familie, rose sno

Die 11 Gezeichneten - Das zweite Buch der Sterne

Rose Snow
Flexibler Einband: 373 Seiten
Erschienen bei Independently published, 02.07.2017
ISBN 9781521741696
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

irland, bücher, anna bednorz, mord im cottage, cottage

Mord im Cottage

Anna Bednorz
E-Buch Text: 334 Seiten
Erschienen bei Midnight, 07.08.2017
ISBN 9783958191198
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Aoife ist Autorin, die unter dem Pseudonym Miranda Towney erfolgreich die Reihe um "Lady Huntington" veröffentlicht hat. Sie möchte Bücher schreiben, aber nicht in der Öffentlichkeit stehen, keine Lesungen, keine Interviews. Außer dem Verlag und ihrem Freund und gleichzeitig Verleger Laurie weiß niemand, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt.
Als sich ihr langjähriger Freund Andrew von ihr plötzlich trennt, fällt sie in ein tiefes Loch.
Laurie ist der Ansicht, dass sie eine Luft- und Ortsänderung braucht und organisiert ihr ein Cottage im County Kerry, im kleinen Örtchen Ard Carraig.
Begeistert ist Aoife anfänglich nicht von der Idee, lässt sich aber überreden und kann nicht wirklich glauben, wohin ihr Freund Laurie sie "verbannt" hat.
Ihr Kater Dr. Jingles geht sofort auf Erkundungsgang und auch Aoife versucht Gefallen an der Sache zu finden. 
Als am nächsten Tag ein Exemplar ihres zuletzt erschienenen Buches zerstört auf ihrem Rasen auftaucht, glaubt sie zunächst noch an einen Zufall. Aber es soll nur der Anfang einer Reihe von weiteren Zerstörungszeremonien ihrer Bücher sein. Zufall ist es jedenfalls nicht mehr, denn es handelt sich immer um Bücher aus ihrer Reihe.
Wie aber kann es sein, wenn doch niemand weiß, wer sie in Wirklichkeit ist?
Als sie sich Tom, dem Besitzer des örtlichen Pubs anvertraut, versuchen sie gemeinsam dem Geheimnis um den Zerstörer auf die Spur zu kommen...


Mit der Kombination Irland und Katzen wurde ich auf das Buch aufmerksam gemacht. Dazu sollte es ein Krimi sein. Meine Vorstellungen dazu liefen in eine andere Richtung, ich vermutete, dass die Katze in die Ermittlungen involviert sein würde. Dem war ganz und gar nicht so, zumal der Begriff Krimi in der Beziehung auch ein wenig gedehnt wurde. Es ist eher ein "Soft-Krimi", ohne Tote und ernst zu nehmende Ermittlungen. Das nur vorab.


Als Aoife immer wieder auf Schändungen ihrer Bücher stößt, die mittlerweile auch andere Personen betreffen, wird ihr die Sache unheimlich. Sie sucht sich Verbündete wie Tom, dem Besitzer des ansässigen Pubs. Gemeinsam versuchen sie der Lage Herr zu werden. Weitere Personen müssen eingeweiht werden, was ihr so gar nicht recht ist, hat sie doch Angst, dass ihr Geheimnis um das Pseudonym aufgedeckt wird.


Neben dem eigentlichen Ziel, dort in der Einöde Bücher zu schreiben, lebt sie sich auch recht schnell in der Dorfgemeinschaft ein, auch wenn ein wenig nachgeholfen wurde. Sie lernt die eigensinnige und etwas sture Petula, ihre Nachbarin kennen und auch Ed, den selbsternannten Druiden.
Diesen Charakter mochte ich besonders, ein wenig schrullig und eigenartig, aber ein Mensch, auf den man bauen kann. Unbeirrt in seiner Einschätzung, dass ihr Haus und Garten einer spirituellen Reinigung bedarf und diese einfach durchführt. Er brachte mich das ein oder andere mal zum schmunzeln.


Die Protagonistin Aoife ist eine Frau, die fest im Leben steht, welches sich momentan jedoch gewaltig gegen sie gewandt hat und doch lässt sie sich nicht unterkriegen. 
Sie lernt neue Freunde und Leute kennen und fügt sich in die Gemeinschaft ein.


Die Geschichte spielt in Irland. Die Autorin hat einige Eigenheiten Irlands aufleben lassen. Das geheimnisvolle eines Druiden, die sehr unterschiedlichen Charaktere aus der dörflichen Gemeinschaft, das Zusammengehörigkeitsgefühl, das auch ich schon oftmals in Irland verspürt habe und die Lebendigkeit, die ein Pub so mit sich bringt.


Auch wenn es kein Krimi im herkömmlichen Sinn ist, kann die Autorin mit ein wenig Spannung punkten. Das Rätsel um die zerstörten Bücher hat mich dann letztendlich doch überrascht, weil meine eigenen Vermutungen in eine andere Richtung gingen.


Das Buch versteht es zu unterhalten und den Leser an der Stange zu halten, denn schließlich möchte man ja die Auflösung nicht verpassen.
Ich fühlte mich gut unterhalten und bin auch weitere Bücher der Autorin gespannt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

I'll push you

Patrick Gray , Justin Skeesuck
Fester Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Benevento, 24.08.2017
ISBN 9783710900280
Genre: Sachbücher

Rezension:

Justin Skeesuck und Patrick Gray sind seit Kindertagen miteinander befreundet. Es ist eine Freundschaft, die vieles überstanden hat. Kindliche Streiche spielten da ebenso eine Rolle wie der spätere Zusammenhalt, als jeder von ihnen seinen eigenen Weg geht. 
Sie studierten an unterschiedlichsten Orten und lebten später auch viele viele Meilen voneinander entfernt und doch bestand immer dieses Bedürfnis bei beiden, die Freundschaft zu erhalten. Sie waren immer ehrlich zueinander und vertrauten einander. Selbst als sie später ihre Frauen kennenlernten und eine Familie gründeten, blieben sie Freunde, ihre Frauen und die Familien wurden in diese besondere Freundschaft einbezogen.
Sie haben viel gemeinsam unternommen, haben viele Länder bereist und waren immer füreinander da.

Nun sind sie in der Mitte der 30er Jahre angekommen und Justin äußert nach einer Sendung über den spanischen Jakobsweg, dass es ein Wunsch von ihm wäre, diesen zu bestreiten. 
Die Idee stand im Raum und es sollte noch eine Zeit vergehen, bis ernsthaft an die Bewältigung des Begehens des Jakobsweges gearbeitet werden konnte.
Vom Prinzip her eine Aufgabe, die man als Freunde gemeinsam bewältigen kann, wenn Justin nicht im Rollstuhl sitzen und inzwischen für alle körperlichen Belange Hilfe brauchen würde.

Eine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Es stellt sich die Frage, ist es überhaupt möglich, mit einem Rollstuhl den Jakobsweg zu begehen? Es sind nahezu 800 km, die die beiden bewältigen müssen. 
Sie packen es an, ein neuer Rollstuhl muss her, die Finanzierung dessen und auch der 6-wöchigen Tour müssen organisiert werden. Sie brauchen Hilfe und dennoch die Frage, ist es möglich, diese Tour zu schaffen? Alleine? 

Doch dann geht es eines Tages los und sie befinden sich auf den Weg nach Spanien, aber schon bald stoßen sie auf die ersten Hindernisse.

In diesem Buch erzählen die beiden Autoren Patrick Gray und Justin Skeesuck nicht nur abwechselnd über ihre aufreibende Reise, die sie über den Jakobsweg führte, sondern man erfährt auch viel von ihnen selbst.
Angefangen von ihrer kindlichen Freundschaft, in denen Streiche nicht fehlen durften wie auch das gemeinsame Betreiben von Sportarten. Später studierten sie und lernten ihre Frauen kennen.
Sie lassen den Leser daran teilhaben und geben ihm damit die Möglichkeit, sie besser kennenzulernen und beim Wachsen der Freundschaft mit dabei zu sein zu können.
Auch ihre Ängste und Sorgen teilen sie mit dem Leser, so auch die Erkenntnis, dass Justin an einer unheilbaren Autoimmunerkrankung leidet.
Im Gegensatz zu Patrick nimmt Justin seine Krankheit an und arrangiert sich mit ihr. Er muss lernen, Vertrauen aufzubauen, da er gesundheitsmäßig von anderen Menschen abhängig wird.

Als sie sich auf dem Jakobsweg befinden, müssen sie mehr als einmal auf die Hilfe von Fremden zurückgreifen, die ihnen freiwillig angeboten wird. Justin, der daran gewöhnt ist, hat damit keine Probleme, Patrick schon. Er möchte am liebsten seinen Freund allein die 800 km schieben, aber das ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit.

Die beiden erfahren auf ihrer Reise Hilfe von völlig Fremden, lernen Menschen von unterschiedlichster Nationalität und neue Freunde kennen. 

Es ist ein unglaubliches Buch, ein Buch voller Vertrauen, Freundschaft und Hilfsbereitschaft, das seinesgleichen sucht. Es ist auch ein Buch über die Reise in sich selbst, dem Besinnen, wer bin ich und was will ich mit dem Rest meines Lebens anfangen. Ein Buch, das mich nachdenken lässt, das mich schmunzeln ließ und bei dem ich mich meiner Tränen stellenweise nicht verwehren konnte.

Ich habe die beiden Freunde sehr gern auf ihrer anstrengenden Reise begleitet, habe mit ihnen gehofft und gebangt, dass sie das Ziel Santiago de Compostella erreichen mögen. 
Die beiden sind Freunde, wie man sie sich wünscht. Ehrlich, offen, eine Freundschaft voller Liebe und Vertrauen, die hoffentlich noch ganz lange anhalten möge.

Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter, es zeigt, was alles möglich ist, wenn man es nur will.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, israel, vergangenheit, meschugge, claudia s. c. schwartz

Meschugge sind wir beide

Claudia S. C. Schwartz
Geheftet: 256 Seiten
Erschienen bei Eden Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 09.06.2017
ISBN 9783959100755
Genre: Biografien

Rezension:

Die Schauspielerin Claudia möchte alles, nur nicht von ihrer Kollegin und Freundin Sharon mit einem Mann verkuppelt werden.
Aber es bleibt nicht aus, sie lernt den Auserwählten, Shaul, durch die Arbeit kennen, als Claudia für ein Theaterstück einen Musiker benötigt. Da kommt Shaul ins Spiel, Musiker und Komponist und genau der richtige Mann.
Dass er auch genau der richtige Mann für Claudia ist, wird sich dann zeigen.

Es ist eine ungewöhnliche Konstellation, Shaul - Israeli und Nachkomme von Holocoustopfern und Claudia - Deutsche mit Vorfahren, die in der Wehrmacht waren.
Da prallen zwei Welten aufeinander, fremde Länder, unterschiedliche Kulturen. Aber Shaul weiß, wie er seinen Charme bei Claudia spielen lassen kann, wie er sie überzeugen kann, und sei es mit Hilfe seiner Kaffeemaschine.

Claudia Schwartz erzählt in ihrem Buch, wie sie ihren Mann Shaul kennen- und liebenlernte. Es war nicht immer leicht, stoßen hier doch unterschiedliche Kulturen und Temperamente aufeinander. Missverständnisse und sei es nur die Sprache sind vorprogrammiert.
Die Autorin nimmt den Leser auch mit nach Israel, wo sie Shauls Familie kennenlernen soll. Ein Land, an das sie keine guten Erinnerungen hat und das sie sich geschworen hatte, nie wieder zu betreten. Wie wird sich das Land nun ihr zeigen, wie werden seine Eltern sie, eine Deutsche aufnehmen und empfangen?

Der Leser nimmt Anteil am gegenwärtigen Leben und Kennenlernen des Paares, aber auch an der Vergangenheit der Familie. Die Vergangenheit führt in die Zeit des Hitlerregimes nach Deutschland, als der Holocoust wütete.
Claudias und Shauls Ahnen sind sowohl Opfer als auch Täter aus dieser Zeit. Wird es 2 Generationen später möglich sein, eine Annäherung zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen und Background zuzulassen?

Als Claudia und Shaul beschlossen haben zu heiraten, beschäftigen sie sich mit der jeweiligen Familiengeschichte und stoßen auch auf Dinge, die bis jetzt verborgen geblieben waren.
Um ihre ungewöhnliche Geschichte und Liebe auch in Buchform wiedergeben zu können, setzt sich Claudia auch mit verschiedenen Institutionen in Verbindung, wie beispielsweise das Rote Kreuz, so dass sie dem Leser ebenso geschichtliche Hintergründe vermitteln kann.
Die Autorin erzählt dem Leser nicht nur ihre persönlich Geschichte, sondern bringt ihm auch ein Stück deutscher und israelischer Geschichte nahe.

Der Titel des Buches suggeriert dem Leser, dass das Buch in Richtung Humor angesiedelt ist. Obwohl es natürlich auch das ein oder andere Mal etwas zum Schmunzeln gibt, ist dem nicht so.
Claudia Schwartz erzählt dem Leser eine wunderschöne wahre Liebesgeschichte, die mit geschichtlichem Hintergrund sehr gut recherchiert wurde.

Das Buch zeigt offensichtlich, dass Liebe alles überwinden kann.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

familie, liebe, scheidung, hotel, neuanfang

Die Herzensammlerin

Brigitte Kanitz
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734102929
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein Schlösschen zu erben ist die eine Sache, eine ganz andere, dieses auch zu erhalten.
Laura, die Erbin, hat kurzerhand aus dem Anwesen ein Scheidungs-Hotel gemacht. Die Scheidungswilligen sollen ein paar schöne Tage zusammen haben und das Procedere soll vereinfacht werden. Die Scheidung letztendlich wird zum Abschluss durch Lauras Mann Ralf vollzogen, der Anwalt ist.
Aber Laura hat definitiv einen Hang zur Romantik, so dass nicht nur ein Pärchen noch immer verheiratet abreist.
An dem einen Tag scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, an dem anderen geht Lauras Leben den Bach herunter.
Ralf ist plötzlich der Meinung, er bräuchte Luftveränderung und diese nach Möglichkeit weit weg von Laura.
Lauras Tochter Merle rennt nur noch mit schwarzen Klamotten rum und ihre Oma Theodora, die ebenfalls mit im Haus lebt, ist lebensmüde und will diesem bei jeder Gelegenheit ein Ende setzen.
Laura ist mutlos und storniert bereits gebuchte Zimmer, um in sich selbst zurückzukriechen. Aber Laura ist auch ein Stehaufmännchen, ist harmoniesüchtig und nimmt ihr Leben wieder in die Hände.
Tja, und wer hätte gedacht, dass es plötzlich 2 neue Männer in Lauras Leben gibt, die  sich um sie bemühen...

Die Autorin Brigitte Kanitz kommt ursprünglich aus der Lüneburger Heide und hat scheinbar ihre Heimat nie vergessen. Bildhaft schildert sie diese und nimmt den Leser in ihren Büchern dorthin mit.
Auch die Handlung des vorliegenden Romans lässt die Autorin dort spielen.

In einem kleinen Schlösschen werden 4 Zimmer vermietet, um den Unterhalt finanzieren zu können. Natürlich muss sich die Eignerin was besonderes einfallen lassen, um Gäste anzulocken, so dass sie kurzerhand aus dem ehemaligen Jagdschlösschen ein kleines Hotel "Happy Scheidung" macht. An einem Wochenende können sich die Scheidungswilligen mit dem Gedanken vertraut machen und Montag mit Hilfe von Lauras Mann die Scheidungspapiere unterschreiben.
Laura, hoffnungslos romantisch und doch an die Liebe glaubend, macht es den Gästen nicht leicht, findet man doch Herzen, wohin man schaut. Handtücher, die zu Herzen geformt wurden und auch Steine.
Nachdem ihr Mann sie verlassen hat, fällt sie kurzzeitig in ein Loch und versteht die Welt nicht mehr. An ihre Tochter kommt sie gar nicht mehr ran, die nur noch aufmüpfig und trotzig ist und ihr eigenes Ding machen will.
Ihre Oma muss sie im Auge behalten, da die Dame davon träumt, ihrem Leben ein Ende zu setzen, bislang ohne Erfolg.

Es ist ein turbulentes Leben, in welche Laura gestoßen wird, von Langeweile keine Spur. Zu allem Übel steht auch noch ihre Schwester urplötzlich vor der Tür und im Gepäck einen Mann, der Laura nicht kalt lässt.

Laura ist eine sympathische Protagonistin, die man gern haben muss. Das ein oder andere mal hätte ich sie gern geschüttelt und ihr gesagt, sie möge doch mal ein Machtwort sprechen oder mit der Faust auf den Tisch hauen. Für mich war sie zu ruhig und zu duldsam.
Obwohl ich Laura mochte, war meine bevorzugte Protagonistin im Buch die Oma Theodora. 
Ein wenig verrückt und gaga war sie, aber mit einem flotten Mundwerk versehen, die genau mein Ding war. Sie brachte Schwung und Humor in Lauras Leben, auch wenn diese das nicht wirklich selbst so gesehen hätte.
Diese sorgte auch für die nötige Situationskomik, die mich mehr als einmal zum schmunzeln brachte.

Die Story ist immer in Bewegung, so dass man sich durchweg gut unterhalten fühlt. Eine wunderbare Sommer- und / oder Urlaubslektüre, bei der man nicht viel mitdenken muss, die man einfach auf sich wirken lassen kann.
Es tut sich viel in Lauras Leben und es hat mir Spaß gemacht, sie ein Stück dabei zu begleiten.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

landliebe, liebe, mosel, roman, winzer

Landliebe

Jana Lukas , Diana Amft
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 09.05.2017
ISBN 9783837137842
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ellie ist arbeitslos und hat obendrauf Schulden in Höhe von 10.000 €, die sie nicht hat. Als ihr ihre Freundin anbietet, an der TV-Show "Landliebe" teilzunehmen, wo sie genau das benötigte Geld gewinnen könnte, glaubt sie nicht recht zu hören. Sie kann nicht glauben, dass ihr die Freundin solch eine Teilnahme zutraut und kann noch weniger glauben, dass sie sich darauf einlässt. Aber ihre Geldnot ist einfach zu groß. Zu allem Unglück soll sie dort auch noch das Großstadtdummchen spielen und in einen Dirndl gezwängt werden.
Auf was hat sie sich da nur wieder eingelassen, aber wenn die Not am größten ist, frisst der Teufel Fliegen.

Der Drehort für die TV-Sendung "Landliebe" ist ein Weingut an der Mosel, das von Tom, dem Winzer, und seinem Bruder betrieben wird. Die Weine, die sie herstellen, wurden schon oft mit Auszeichnungen versehen. Aber sie stehen fast vor dem Ende, brauchen Geld, um ihre Weine weiterhin keltern zu können. Ohne dass Tom Kenntnis davon hat, wird er von seinem Bruder Eric für die Fernsehshow angemeldet. Er soll der Winzer sein, der auf diesem Wege eine Frau sucht. Auch er kann es nicht fassen, dass er sich letztendlich für Geld dazu bereiterklärt, an diesem "Theater" mitzuwirken.

Zu allem Übel soll er sich auch noch mit einer Großstadttussi abgeben, die sich stark schminkt, auf High Heels herumstakt, Dirndl trägt und durch diese TV-Show einen Mann sucht. Zeitverschwendung, Zeit, die er gerade jetzt, so kurz vor der Weinlese nicht hat. Aber des Geldes wegen macht er gute Miene zu bösen Spiel.

Die Autorin Jana Lukas hat hier zwei Protagonisten aufeinanderprallen lassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine aufgeweckte, lebenslustige Großstädterin trifft auf maulfaulen Winzer in einem kleinen Kaff. 
Beiden widerstrebt es, an dieser Show teilzunehmen, aber beide sind unverschuldet finanziell in Not geraten und lassen sich deshalb darauf ein. Die Vorurteile dem anderen gegenüber sind gefasst und werden deutlich gemacht.
Und doch gibt es Momente, wo sie hinter die Fassade des anderen schauen und etwas sehen, was sie nicht erwartet haben, nämlich einen Menschen, den sie gern haben könnten.
Aber die Unterschiede sind zu groß, als dass aus ihnen ernsthaft etwas werden könnte.

Die Autorin gestattet den Lesern, einmal hinter die Fassade von einschlägig inszenierten Fernsehsendungen zu schauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich viele Sendungen im Hintergrund genauso abspielen. Jana Lukas hat mit ihrer Sichtweise der Dinge sicherlich nicht übertrieben oder es überspitzt dargestellt. Für mich kamen die einzelnen Szenen so glaubhaft rüber, dass ich das Gefühl hatte, sie hätte schon einmal so ein Format im Fernsehen hinter der Kulisse begleitet und es nur noch zu Papier gebracht.

Dieses Buch habe ich als Hörbuch erleben dürfen. Eingelesen wurde es durch die Schauspielerin und Synchron-Sprecherin Diana Amft. Es ist eine angenehme Stimme, mit der man das Geschehen auf dem Weingut gut verfolgen kann. Ich hatte beim Zuhören das Gefühl, sie würde sich beim Lesen genauso über die Story amüsieren wie ich. 

Die Story ist locker, unterhaltsam, spart nicht mit Romantik und lässt sich leicht miterleben. Sicher weiß man schon von Beginn an, wie sie ausgehen wird, aber trotz dieses Wissens macht es einfach nur Spaß, Ellie und Tom auf ihrem Weg zu begleiten. 
Ich fühlte mich mit diesem Buch bestens unterhalten, konnte abschalten und die Story einfach nur auf mich einwirken lassen. Eine perfekte Sommerlektüre, die ich sehr gern weiterempfehle.

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50 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

sterne, sternzeichen, magie, geheimnis, rose snow

Die 11 Gezeichneten - Das erste Buch der Sterne

Rose Snow
E-Buch Text: 380 Seiten
Erschienen bei null, 17.06.2017
ISBN B072SQL2ZK
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cas und Stella sind Zwillinge und gemeinsam freuen sie sich auf die Zeit, die sie zusammen an der Uni Columbia verbringen werden.
Bevor sie jedoch dort ankommen, meinten ihre Eltern, sie müssten ihnen noch eine andere Uni vorstellen, die, an der sie sich beide seinerzeit kennengelernt haben. Die Eltern machen ein Geheimnis um die Westside University, einer Uni mit ganz eigenen Regeln. Mehr verraten sie aber auch nicht und überlassen das dem dortigen Rektor.
Was der ihnen jedoch erzählt, scheint unglaublich zu sein, denn es soll sich um eine magische Uni handeln. Stella und Cas kommen sich veralbert vor, aber dem Anschein nach muss etwas dran sein, denn es geschehen Dinge, die sind nicht zu erklären.
Sie lassen sich dazu überreden, Eignungstests zu machen und plötzlich haben sie einen ungewöhnlichen Bezug zu den Sternen, Cas mehr, Stella weniger.
Die Uni bietet nicht nur wissenschaftsmäßig viel, auch am Freizeitangebot lässt nichts zu wünschen übrig, so ist es schnell beschlossene Sache, dass die beiden dort bleiben und studieren werden...

Früher waren Cas und Stella eine Einheit, sie die strebsame, er der alles auf sich zukommen ließ. Nun aber trennen sich auf dem Unigelände ihre Wege, Cas ist aufgestiegen, Stella gehört zu denen, die nicht so intensiv gefordert werden. Doch sie ist neugierig und lässt nicht locker, denn es passieren seltsame Dinge, die ihr niemand zu erklären vermag oder man ist zum Schweigen ihr gegenüber verpflichtet. Plötzlich ist Cas derjenige, der fast zum Streber wird und Ehrgeiz entwickelt. Es tauchen auch Leute aus seiner Vergangenheit auf, was sich Stella nun gar nicht erklären kann.
Und über allem liegt Magie.

Rose Snow, das Autorenduo, hat schon andere Fantasyreihen geschrieben. Auch in diesem ersten Teil der Trilogie haben sie ihre unendliche Fantasy schweifen lassen und den Leser in ihren Bann gezogen.
Sie nehmen ihn mit auf eine Reise, die anfangs an Harry Potter erinnert und ehrlich, wer kann dem widerstehen? Genauso freudig lässt man sich auf Stella und Cas ein, erlebt Magie hautnah und erlebt Dinge, die unglaublich sind.
Andere Protagonisten wie Cedric, Ethan, Melissa und Tessa bringen nicht nur Konflikte mit in die Story, sie bereichern das Buch wie auch all die vielen anderen Protagonisten.

Der Schreibstil der Autorinnen ist locker und gleichbleibend flüssig zu lesen. Es macht Spaß, sich mit Stella und Cas anzufreunden und sie zu begleiten. Die Spannung steigt und lässt den Leser teilhaben an den Aufgaben, denen sich die beiden stellen müssen.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der so richtig fies ist, dass man sich wünscht, man hätte den 2. Teil schon auf Vorrat zu liegen.

Das Cover des Buches ist einfach nur wunderschön zu nennen. In blau - schwarz - weiß gehalten ist es ein absoluter Eyecatcher, der einen anzieht und anspricht.

Ein Buch, in dem nicht nur Küsse und Sterne eine wichtige Rolle spielen. 
Ich habe Stella und Cas gern begleitet und empfehle das Buch sehr gern weiter. 

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77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

cornwall, herrenhaus, familiengeheimnis, england, landsitz

Das Flüstern der Wände

Rebecca Michéle
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 26.02.2015
ISBN 9783940855619
Genre: Romane

Rezension:


1940: Die Deutschen beginnen ihre Luftangriffe auf London. 
Robert Carlyon hat in Cornwall eine entfernte Cousine, die sich bereit erklärt, seine Familie aufzunehmen. Seine Frau Melanie wie auch sein Sohn Mikey sind nicht wirklich begeistert von der Idee, liegt das Landhaus Higher Barton so ziemlich in der Einöde. Seine Tochter Evelyn, Eve genannt, fühlt sich dort jedoch sofort wohl.
Helen, die Cousine, die sie aufgenommen hat, ist momentan allein mit ihrem Schwiegervater in dem großen Haus, da ihr Mann eingezogen wurde. Sie ist froh über ein wenig Gesellschaft und Hilfe auf dem Anwesen, denn ihr Schwiegervater wird von ihr nur versorgt, an dem Leben dort nimmt er jedoch nicht teil. Er bewohnt ein paar Räume im Haus und ist für alle mehr oder weniger unsichtbar.
Obwohl sich Eve dort wohlfühlt, ist sie beunruhigt. Nachts hört sie eine Stimme, die ihren Namen - Evelyn - ruft. 
Stimmt es, dass es sich um einen Geist handelt, von dem die Dorfbewohner erzählen? Wieso reagieren Helen und auch deren Schwiegervater eigenartig, wenn sie den Namen Evelyn in den Mund nimmt?
Eve kommt nicht zur Ruhe, sie will wissen, wer diese Evelyn war, die einst in diesem Haus wohnte...


Eve ist aufgeschlossen und neugierig. 
Als sie von dem Gerücht hört, dass auf Higher Barton ein Geist wandelt und da sie auch das Gefühl hat, dass jemand ihren Namen gerufen hat, will sie den Dingen auf den Grund gehen.
Sie ist begeistert von Higher Barton und fängt an, sich für die Geschichte des Anwesens zu interessieren. Dabei stößt sie auf den Namen Evelyn. 
Vor nicht ganz 100 Jahren lebte bereits eine Evelyn auf dem Anwesen, über deren Verbleib Vermutungen getuschelt werden.
Helen und auch der Lord reagieren ungehalten, als Eve sie nach der Evelyn fragt.


Aber nach und nach erschließt sich aus Erzählungen Evelyns Leben. 
Evelyn ist die Tochter eines Minenbesitzers, der nach dem Tod seiner Frau ein weiteres Mal geheiratet hatte. Die Frau brachte einen Sohn mit in die Ehe, den der Vater adoptierte und der später auch die Mine erben sollte. Aber im Gegensatz zu Evelyn, die jünger war, interessierte er sich so gar nicht für die Arbeit im Bergwerk, er gab das Geld lieber aus, das sein Adoptivvater verdiente. Evelyn war ganz die Tochter ihres Vaters und interessierte sich für die Mine, die Arbeiter und alles, was mit ihr zusammenhing. Sie war verantwortungsbewusst, stand für die Arbeiter ein und hätte liebend gern Bergbau studiert. Aber es war das Jahr 1850 und es war nicht üblich, dass Frauen studierten.


Die Autorin versteht es geschickt, das Leben in zwei Zeitebenen widerzuspiegeln. Die Zeitstränge verlaufen im Jahr 1850 und 1940. 
Im 19. Jh. geht es um die Geschichte von Evelyn, einer Frau, die nie die Chance bekam, das tun zu können, was ihr am meisten am Herzen lag. Sie ist eingefercht in die Zwänge des 19. Jh., obwohl sie noch das große Glück hatte, dass ihr Vater ihr zur Seite stand und sie an seiner Arbeit teilhaben ließ.


Im Jahr 1940 tobt der 2. Weltkrieg noch in vollem Umfang. London wird von Deutschland aus der Luft angegriffen und wer flüchten kann, tut das. Hier wird dem Leser ein kleiner Einblick in die Geschichte des Weltkrieges gewährt, dem Kampf ums tägliche Überleben, den Entbehrungen und Ängsten, denen die Menschen ausgesetzt waren.


Ein wunderbarer Roman, der mich fesseln konnte. 
Ich mag Geschichten, die sich auf mehreren Zeitebenen abspielen. Die Autorin hat mit den beiden Evelyns Protagonistinnen geschaffen, die für das einstehen, was sie lieben. Das Schicksal meinte es ungleich gut mit ihnen, aber sie haben Wünsche und Hoffnungen, für die sie leben und für die sie alles tun.
Ich mochte beide Protagonistinnen sehr und konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Das Buch bringt dem Leser nicht nur ein wenig Geschichte nahe, es ist auch spannend geschrieben. Natürlich möchte man wissen, wie es Evelyn ergangen ist, ob sie der "Geist" ist, der Eve ihren Namen zuflüstert oder was es damit auf sich hat. Obwohl ein wenig vorhersehbar, war die Geschichte zu keiner Zeit langweilig, ganz im Gegenteil. Mich ließ sie nicht los, ich musste einfach weiterlesen.   


Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

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135 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

mord, thriller, krebs, krankheit, psychothriller

AMNESIA - Ich muss mich erinnern

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2017
ISBN 9783426519974
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Helen ist schon ziemlich am Boden zerstört, seit sie die Diagnose Krebs im Endstadion erhalten hat. Nun jedoch hält sie einen Zettel ihres Freundes in den Händen, auf dem nur "Leb wohl" steht.
Er ist weg, weg für immer. Er hat sie allein und im Stich gelassen. 
Wer bleibt ihr jetzt noch? Ihre Mutter und ihre Schwester, aber zu denen hat sie nur ein sporadisches Verhältnis, was man nicht wirklich herzlich nennen kann. Aber sie weiß, sie will nicht allein sterben, also packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg nach Süddeutschland.
Der Empfang ist alles andere als herzlich, aber zumindest scheint sich ihre Schwester Kristin über den Besuch zu freuen. Ihre Mutter ist froh, dass sie nicht vorhat, bei ihr zu schlafen, sondern mit rüber zu Kristin und ihrem Mann geht.
Leon, Kristins Mann, kennt sie noch von früher und da gab es einmal ein sehr unschönes Erlebnis, von dem Kristin nichts wissen darf. Leon droht ihr, wenn sie es erzählen würde und auch ihre Mutter rät ihr davon ab.
Aber wer ist Leon inzwischen? Hat er sich verändert oder ist er noch immer so brutal wie einst? Schlägt er ihre Schwester, denn alles scheint darauf hinzuweisen, auch wenn diese es abstreitet.

Dann ist Leon plötzlich tot. Kristin, die im 3. Monat schwanger ist, ist untröstlich, auch, weil er brutal ermordet wurde.
Wer ist der Täter? Kann es sein, dass es Helen selbst war? Durch die Einnahme von Medikamenten erlebt sie immer wieder Blackouts, fehlen ihr Minuten, ja Stunden, von denen sie nichts mehr weiß. Aber wäre sie zu einem Mord fähig? Alles scheint darauf hinzuweisen...

Der Autorin gelingt es ausgezeichnet, die Zweifel auch an den Leser weiterzureichen. Ist Helen in der Lage, für ihre Schwester einen Mord zu begehen? 
Helen ist schwer krank, die Ärztin gab ihr höchstens noch ein Jahr zu leben. Ein Jahr, das geprägt sein wird mit den Gedanken an Tod, Krankheit und Schmerzen. Sie ist soweit, dass sie weiß, dass sie nichts mehr ändern kann, nichts mehr zu verlieren hat.

Seit sie jedoch bei Mutter und Schwester aufgeschlagen ist, geschehen Dinge, auf die sie keinen Einfluss hat, die aber auch Rückblicke auf ihre Vergangenheit bringen, einem Ereignis, dem sie entflohen ist, das sie aber nie vergessen hat. Sie hat in den vergangenen Jahren Abstand gehalten, nun aber kommt alles wieder hoch. 
Aber die Frage, ob sie in der Lage wäre, einen Mord zu begehen, bleibt auch bei ihr bestehen.
Helen leidet unter Halluzinationen, was ist Wahrheit und Realität, was eine Wahnvorstellung?

Lange Zeit ist offen, in welche Richtung sich das Ende bewegen wird. Verdächtige gibt es den ein oder anderen, aber wer wird es letztendlich sein? Eine Frage, die den Leser ein Weilchen beschäftigt. 
Das Ende ist dann wieder stimmig und hinterlässt ein fast gutes Gefühl.

Der Thriller war spannend geschrieben, legt aber auch einen großen Fokus auf die Erkrankung der Protagonistin Helen selbst. Die Einnahme der lebensnotwendigen Medikamente setzten sie außer Kraft, machten sie unzurechnungsfähig. Nur die Tatsache, dass sie nicht mehr wusste, ob sie schon eine Tablette genommen hatte und lieber noch eine nahm, störte mich ein wenig. 

Ein Thriller, der den Leser packt und nicht mehr los lässt. Man will wissen, wie es ausgeht, wer der Täter ist und ist nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen. 
Mir hat er sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

hamburg, wien, sternekoch, liebe, pubertät

Champagner und ein Stück vom Glück

Brigitte Teufl-Heimhilcher
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei null, 11.07.2016
ISBN 9783950404210
Genre: Liebesromane

Rezension:

Helga, die ehemalige Assistentin von Susanne aus Band 1, lernte Lars, den Starkoch bereits kennen. Die Anziehung zwischen den Beiden ist groß, so dass recht schnell klar war, dass sie sich wiedersehen wollen.
Obwohl Helga in Wien und Lars in Hamburg lebt, gelingt es ihnen, eine Beziehung zu pflegen.
Helga ist mit dem Arrangement zufrieden, das sie getroffen haben und würde das gern beibehalten, jedoch Lars will mehr von ihr.
Als jetzt auch noch ihr Sohn Benny ins pupertierende Alter kommt und Ansprüche stellt, ist sie ganz Muttertier. Alles zum Wohl des Kindes, Eigenleben, was ist das? Sie ist diejenige, die immer zurücktritt. 
Auch ihr Geschiedener ist mit seiner Freiheit, auf die er so erpicht war, nicht mehr ganz so scharf. Vielleicht lässt sich Helga ja erweichen und nimmt ihn wieder auf? Ein Versuch ist es wohl wert. Er tut alles, denn scheinbar wird es ernst zwischen Helga und Lars, aber vielleicht kann man ja noch was dran drehen...

Auch in dem zweiten Teil, in dem es unter anderem auch um das Rosenschlösschen geht, hat die Autorin Protagonisten gewählt, die um die 50 Jahre alt sind. Sie sind dem Leser schon aus dem Buch "Neubeginn im Rosenschlösschen" bekannt, aber nunmehr die Hauptprotagonisten im vorliegenden Band. 
Helga und Lars haben schon einiges erlebt, haben Ehen hinter sich und gehen mit Gefühlen nicht leichtfertig um.

Nachfühlbar übermittelt die Autorin dem Leser das Hin- und Hergerissensein von Helga und dem Spagat, den sie zwischen ihrem Geschiedenen, Benny und Lars vollbringen muss.
Lars hatten neben seiner Beziehung zu Helga auch noch Probleme, die seinem Restaurant gelten. Während er sich um einen 3. Stern für seinen Laden bemüht, gibt es jemanden, der ihm Knüppel zwischen die Beine wirft und er glaubt auch zu wissen, wer es ist.

Zwischenmenschliche Beziehungen, gepaart mit den Auseinandersetzungen um das tägliche "Überleben" machen diesen Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre, die man nicht aus der Hand legen mag. Gespannt verfolgt man die Beziehung der beiden und fragt sich nicht nur einmal, wie wollen sie das räumliche Problem lösen? Hat ihre Beziehung überhaupt eine Chance und wie soll das funktionieren?
Die Protagonisten sind sympathisch und man hat das Gefühl, sie zu kennen. Es sind Leute wie du und ich, behaftet mit Problemen, die man teilweise selbst kennt.

Wie schon im ersten Teil gibt es auch in diesem Buch vor jedem neuen Kapitel ein Rezept, das man am liebsten sofort nachmachen würde. Es macht Spaß, sie zu lesen. Ich wünschte mir für diese jedoch ein eigenes kleines Inhaltsverzeichnis, so dass das nachschlagen einfacher und die Suche eingeschränkt wäre. Denn dass ich das ein oder andere nachkochen werde, ist gewiss.

Auch für dieses Buch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus. Ich habe mich damit sehr gut unterhalten.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

rezepte, kochbuch, sternekoch, neubeginn im rosenschlösschen, dinner für zwei

Neubeginn im Rosenschlösschen

Brigitte Teufl-Heimhilcher
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 02.10.2015
ISBN 9783738646177
Genre: Romane

Rezension:

Die Enttäuschung ist groß, als Susanne feststellen muss, dass man mit Mitte 50 doch ziemlich chancenlos auf dem Arbeitsmarkt ist. Die Immobilienmaklerin wurde von ihrem neuen Chef recht schnell wegrationalisiert und steht nun vor der Frage, was sie machen soll. Nie hätte sie geglaubt, dass sie keine Arbeit mehr finden wird, so dass ihr nur eine Neuorientierung als Option offen steht.
Zur selben Zeit kündigt ihr der Pächter des Rosenschlösschens, ihrem Elternhaus, den Vertrag. Da liegt es doch nahe, es selbst zu renovieren und dort Kochevents anzubieten. Kurzerhand verkauft sie ihre Wohnung und wagt einen Neuanfang mit dem Rosenschlösschen.

Mit Werner, dem Architekten für ihren Umbau, und Lars, einem Spitzenkoch, spielen auch plötzlich Männer wieder eine entscheidende Rolle in ihrem Leben. Lars macht ihr eindeutig den Hof und Werner, tja, der ist von einem Tag auf den anderen verschwunden...

Die Autorin Brigitte Teufl-Heimhilcher hat ihre Protagonistin in einem Arbeitsbereich angesiedelt, in dem sie sich bestens auskennt. Sie selbst ist Immobilien-Fachfrau und kann so Susanne bewusst agieren lassen.
Aber sie scheint auch ein Faible für das Kochen zu haben, denn ein weiteres ausschlaggebendes Thema ist die Liebe zum Kochen.

Nachdem ihr eine weitere Arbeit mit Immobilien verwehrt wird, besinnt Susanne sich auf ihre Leidenschaft, dem Kochen, renoviert und baut ihr Elternhaus aus und will sich dort mit Kochevents ein neues Arbeitsfeld schaffen.

Der Autorin gelingt es mühelos, den Leser mit auf das Rosenschlösschen zu holen. Mit einer sympathischen Mittfünfzigerin erlebt man das Geschehen im Rosenschlösschen. Umbau und Planung für die anstehenden Events, der Leser ist bei allem dabei.
Nicht alles geht glatt, nicht jeder versteht sich mit dem anderen, so dass man die hitzigen Wortgefechte teilweise schmunzelnd miterlebt und gespannt ist, wer als Sieger aus den Diskussionen hervorgehen wird.

Susanne zeigt deutlich, dass mit Mitte 50 noch lange nicht Schluss ist und dass man in der Lage ist, noch einmal voll durchstarten zu können. Nicht nur beruflich, nein, auch die Liebe kann man in dem Alter noch erleben und in sein Herz lassen. 

Zu Beginn jeden Kapitels hat die Autorin ein Rezept veröffentlicht. Viele sind bekannt wie Moussaka oder Topfenauflauf, aber trotzdem liest man es sich durch und überlegt, ob man die Zutaten alle im Haus hat, denn am liebsten würde man selbst gleich loslegen. 
Der Bezug zu den Rezepten findet sich dann auch im folgenden Kapitel.

Das Buch ist eine weitere unterhaltsame Lektüre aus der Feder der Autorin, die ich sehr gern lese. Man taucht mit den Protagonisten in eine andere Welt ein und begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg.
Die Protagonisten dieses Bandes muss man nicht für immer verlassen, denn es folgt ein weiterer Teil und lässt auf ein Wiederlesen hoffen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, so dass ich es gern weiterempfehle.

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132 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 60 Rezensionen

koblenz, preußen, 19. jahrhundert, festung ehrenbreitstein, verrat

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

König Wilhelm III. veranlasste 1815 die Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein. 
Während die Bauarbeiten in vollem Gange sind, verschwinden geheime Baupläne. Schnell wird auch ein Schuldiger gefunden, Christian Berger. Beim Militär ist er eher unfreiwillig und was ihm besonders zur Last gelegt wird ist die Tatsache, dass sein Vater ein französischer Offizier Napoleons war, der Feind also. 
Christian und seine Schwester Franziska wuchsen nach dem Tod des Vaters bei einem Onkel in Cöln auf, da ihre Mutter, eine Deutsche, allein nicht den Unterhalt finanzieren konnte.
Als Franziska von der Verhaftung des Bruders und des Vorwurfes zum Hochverrat hört, kann und will sie nicht glauben, dass ihr Bruder etwas derartiges getan haben soll. Sie versucht, seine Unschuld zu beweisen und gerät dabei an Christians unmittelbaren Vorgesetzten Leutnant Rudolph Harten.
Auch für ihn steht fest, dass Christian schuldig ist und wahrscheinlich hat auch dessen Schwester Franziska die Hände mit im Spiel gehabt.
Aber es gibt Ungereimtheiten und gemeinsam versuchen sie die Wahrheit aufzudecken...

Die Autorin Maria W. Peter schreibt mit diesem historischen Werk über den Bau der Feste Ehrenbreitstein ein Stück deutscher Geschichte.

Leutnant Rudolph Harten, nicht nur Soldat, sondern auch Ingenieur auf der Baustelle der Feste Ehrenbreitstein, steht unter Zeitdruck. Er muss den Schuldigen finden, der die geheimen Pläne gestohlen hat, denn ihm droht sonst die Versetzung von der Feste und das ist das schlimmste, was ihm passieren kann. Er ist mit Leib und Seele Ingenieur und tut alles dafür, um den Posten behalten zu können. 
Doch da kommt das engelsgleiche Wesen auf ihn zu, die Schwester des Schuldigen und behauptet, ihr Bruder wäre unschuldig. Ihre Argumente bringen auch seine feststehende Meinung ins Schwanken. Hat sie Recht? Kann es sein, dass hier ein Unschuldiger beschuldigt wird? Aber wer ist dann für das Verschwinden der Pläne verantwortlich? 

Franziska und Christian sind aus der Ehe einer Deutschen mit einem Franzosen hervorgegangen. Der Vater war Franzose und Offizier unter Napoleon, was sie auch heute noch verdächtig macht, denn schließlich sind Franzosen die Feinde der Preußen, noch immer.

Die beiden Protagonisten Franziska und Rudolph könnten entgegengesetzter nicht sein.
Franziska ist geprägt durch ihre Liebe zu ihrem Bruder. Sie steht für Ehrlichkeit und Vertrauen, ist aber impulsiv und temperamentvoll.
Rudolph ist eher ein Pedant, ruhig, gewissenhaft, korrekt und ein wenig steif. 
Die beiden prallen förmlich aufeinander und trotz der gewaltigen Unterschiede bemerken sie die Anziehung, die der jeweils andere ausübt. Aber eine Beziehung zwischen einer Halbfranzösin und einem Preußen ist absolut nicht angemessen und doch nähern sie sich an.

Die Autorin bringt dem Leser nicht nur geschichtliches über den Bau der Feste Ehrenbreitstein näher, sondern auch über den Napoleonkrieg und den Preußen im Rheinland. Für mich ein Stück Geschichte, der mir völlig unbekannt war, wie auch die Feste Ehrenbreitstein an sich.
Für den Leser gibt es zu Beginn des Buches zwei Karten, anhand derer es leicht fällt, sich in der Rheinprovinz und auf der Feste Ehrenbreitstein zurechtzufinden.

Das Buch vermittelt jedoch nicht nur geschichtliches, sondern beinhaltet auch kriminalistische Aspekte wie auch eine Liebesgeschichte. 
Die Autorin versteht es, den Leser gleich zu Beginn des Buches zu packen und nicht mehr loszulassen. Die hervorragend recherchierte Geschichte und die Umsetzung dazu im Buch machen es spannend und lesenswert. Man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen, man will wissen, wie es ausgeht, wer die Pläne gestohlen hat und ob es für Franziska und Rudolph eine Zukunft geben kann.

Ein Buch, dass ich sehr gern weiterempfehle.

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