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186 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 123 Rezensionen

hamburg, sturmflut, liebe, usa, schlaganfall

Sturmherz

Corina Bomann
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288390
Genre: Romane

Rezension:

Obwohl die Literaturagentin Alexa Petri zu ihrer Mutter Cornelia seit Jahren ein sehr gespanntes Verhältnis hat, eilt sie sofort an ihr Krankenbett, als sie hört, dass diese nach einem Schlaganfall von den Ärzten ins Koma gelegt wurde.
Obwohl sie die Frau, die ihre Mutter ist, nicht wirklich kennt, beantragt sie die Vormundschaft für diese.
Alexa nimmt es ihr noch heute übel, dass die Mutter sich von ihr abgewandt hatte, als sie gerade 11 Jahre alt war. Sie war seinerzeit kurzzeitig verschwunden und kehrte verändert zurück. Was in dieser Zeit geschehen war, hat diese nie verlauten lassen.
Sie findet in deren Unterlagen einen Brief, der ihre Mutter in ein anderes Licht rückt und sie auch als Opfer der großen Flutkatastrophe 1962 ausweist.
Was genau ist damals geschehen und wer ist ihre Mutter?

Cornelia betreibt einen Buchladen, in den eines Tages zwei Amerikaner eintreten und nach dieser fragen. Alexa wundert sich, woher der ältere der beiden ihre Mutter kannte. Richard und Ethan Henderson, Vater und Sohn, machen gerade eine Lesereise durch Deutschland mit dem neuesten Buch von Richard.
Alexa wusste nicht, dass der Autor mit ihrer Mutter bekannt ist und kann es nicht wirklich glauben.

Aber Richard lebte in den 60er Jahren in Hamburg als Austauschstudent und lernte seinerzeit Cornelia kennen und lieben. 
Sie planten beide ihre Zukunft, aber die große Sturmflut trennte sie. Jeder hielt den anderen für tot und lebte sein eigenes Leben, bis sie sich Jahre später wieder gegenüberstanden...

Corina Bomann legt mit diesem Roman wieder eine ihrer berührenden Geschichten vor, die  man nicht aus der Hand legen kann.
Sie erzählt die Geschichte einer Liebe, die keine Erfüllung fand, da sie vom Schicksal getrennt wurden. Das Schicksal war die Sturmflut 1962, die in Hamburg seinerzeit großen Schaden anrichtete und Menschen in den Tod riss.

Um diesen Hintergrund herum erzählt sie die Geschichte vom amerikanischen Austauschstudenten Richard und Cornelia, die zu der Zeit gerade eine Friseurausbildung absolviert. Die beiden lernen sich kennen und lieben.

Als jetzt Richard und sein Sohn Ethan in Hamburg auftauchen und nach Cornelia fragen, fragt sich Alexa ein weiteres mal mehr, was wohl vor so vielen Jahren passiert ist, dass ihre Mutter seit dem so abweisend auf sie reagierte.
Richard erzählt ihr nach und nach aus dem Leben von Cornelia, über die Zeit, die sie miteinander verbracht hatten.

Das was Alexa da zu hören bekommt, kann sie schlecht mit der Frau von heute in Einklang bringen, denn das scheint eine völlig andere zu sein. Aber langsam beginnt Alexa ihre Mutter zu verstehen.

Sehr einfühlsam erzählt die Autorin Corina Bomann die Liebesgeschichte von Cornelia und Richard. 
Neben der Geschichte von Cornelia und Richard erhält der Leser auch fundiertes Wissen über die große Sturmflut 1962 in Hamburg.
Die Ängste der Menschen, mit der Flut fortgerissen zu werden, sind allgegenwärtig und man kann sich sehr gut in die Situation hineinversetzen. Aber auch die Gefühle, die einen überkommen, wenn man Menschen in der Flut verloren hat, verloren für immer, bringt sie nah an den Leser heran.

Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen, zwei sind in der Vergangenheit eingebracht, die dritte spielt in der Gegenwart.
Durch Rückblenden in Form von Erinnerungen von Richard und Ethan erhält der Leser ein Komplettbild von der Geschichte, von Cornelia und ihrem Verhalten.
Was mir anfänglich als unverständlich erscheint, wird nach und nach klarer, aber akzeptieren konnte ich manches nicht.

Das Cover ist wieder ein Eyecatcher, das einen magisch anzieht. Es ruft förmlich, nimm mich in die Hand.
Ich liebe die Bücher der Autorin, die mit diesem Buch wieder ein Leseerlebnis geschaffen hat, das man so schnell nicht vergisst.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

alltag, peinliche situationen, humor

Nackt im Treppenhaus

Oskar Simon
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783548376660
Genre: Humor

Rezension:

Wie oft passiert einem etwas Peinliches? Recht oft eigentlich. Glücklich kann sich der schätzen, der erleichtert aufatmen kann, wenn er feststellt, dass es niemand bemerkt hat.
Pech für den, dem das auch noch in aller Öffentlichkeit passierte. Was dem einen peinlich ist, bringt den anderen zum lachen oder auch mal zum fremdschämen.
Nichts befreit den Zuschauer mehr, als sich am Missgeschick anderer erfreuen zu können, so ganz ohne Häme, einfach nur, weil es auch Situationskomik ist.

In diesem Buch von Oskar Simon findet man die verschiedensten Situationen, die einem so passieren können.
Es kann schon mal vorkommen, dass man einen Laternenpfahl auf dem Gehweg übersieht, weil man sich mehr mit dem Geschehen auf der gegenüberliegenden Fahrbahn interessiert, oder dass man im Hotel die Toilettentür mit der Zimmertür verwechselt. Nur dumm, wenn das nachts passiert und man gerade nicht viel an hat und die Tür hinter sich zugezogen hat.
Peinlich ist auch, wenn man ein Fotoalbum verschenken möchte und die falschen Bilder drin sind, oder wenn Mails die falschen Adressaten erreichen. Das könnte unter Umständen sogar geschäftsschädigend sein.

Aber man muss selbst ja nicht der Verursacher der Peinlichkeit sein, es reicht manchmal auch schon, wenn einem die Kinder dabei ein wenig auf die Sprünge helfen und man unter Umständen das Geschäft dann doch lieber nicht mehr betreten möchte.

Peinlichkeiten oder Missgeschicke passieren in jeder Lebenslage, privat oder auch im beruflichen Bereich.

Es gab einen Aufruf in der Zeitung, in dem Leser gebeten wurden, ihre peinlichsten Momente mitzuteilen. Viele kamen der Aufforderung nach, so dass der Autor hier an die 130 kleinen Missgeschicke wiedergeben konnte. 
Einige sind wirklich zum lachen, andere zum schmunzeln. Alle haben jedoch eins gemeinsam, dem Schreiber waren sie peinlich. 
Gut, wenn man mit gehörigem Abstand diese auch erzählen und selbst darüber lachen kann.

Aber es gibt auch dieses Fremdschämen. Da schämen sich Kinder für ihre nicht coolen Eltern, die ihnen peinlich erscheinen oder auch Kollegen oder andere Personen bringen einen dazu, sich für diese zu schämen.

Das Buch enthält aber nicht nur Anekdoten von zugesandten Schriften, sondern auch Peinlichkeiten von Prominenten. Dort erfährt man zum Beispiel, dass der ehemalige Präsident George Bush es fertig gebracht hatte, sich in den Schoß des japanischen Premierminister zu übergeben oder auch von einem Fauxpas, der der Moderatorin Susan Atwell auf dem roten Teppich passierte.

Neben den kleinen Geschichten erfährt man auch ein wenig über das Schämen an sich. Der Leser erfährt, warum man sich fremdschämt, den Unterschied zwischen Scham und Peinlichkeit, warum Prominente peinlicher sind als wir und einiges andere mehr.

Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam und lädt zum schmunzeln ein. Als Leser erfreut man sich am Geschick der anderen und freut sich, dass es einem nicht selbst passiert ist. 
Eine der genannten Peinlichkeiten ist sogar mir aber schon passiert und ich konnte die Scham sehr gut nachvollziehen (ich verrate nicht, welche).

Mit seinen rund 200 Seiten hat man das Buch schnell durchgelesen, so dass es eine kurzweilige Lektüre ist, die man recht gut zum Abschalten nutzen kann.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schlagfertigkeitsqueen Hörbuch

Nicole Staudinger
Audio CD
Erschienen bei Eden Books, 12.09.2016
ISBN 9783959100991
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wie begegne ich meiner Schwiegermutter, wenn sie mal wieder ihre Spitzen in meine Richtung wirft?  Was entgegne ich auf eine freche Bemerkung meiner Schwägerin oder wie reagiere ich auf Kollegen / Kolleginnen, die es nicht gut mit mir meinen?
Ich könnte noch jede Menge Beispiele bringen, in denen es not tut, schnell und gekonnt reagieren zu können. Aber mal ehrlich, wem fällt immer gleich das Passende ein? 
Wie oft ärgert man sich darüber, dass man falsch oder gar nicht reagiert hat. Stunden später hat man die Sätze in Gedanken so oft hin- und hergedreht, dass die einzig wahre Antwort auf der Zunge liegt, aber es ist zu spät. Die Situation ist vorbei und kommt so nicht wieder.

Laut Nicole Staudinger, der Autorin des vorliegenden Hörbuches, hat man ganze 3 Sekunden Zeit, auf die Situation zu reagieren. 3 Sekunden, die man unvorbereitet schnell verspielt hat. 
Aber laut der Autorin kann man sich Schlagfertigkeit aneignen, wenn man nicht von Hause damit ausgestattet wurde.

Mit Hilfe des Hörbuches gibt sie Tipps, wie man in bestimmten Situationen reagieren kann oder sollte, ohne beleidigend zu werden.
Sie wartet hier auch mit hervorragenden Beispielen auf. Besonders fest verankert hat sich bei mir die weihnachtliche Begegnung mit der Schwiegermutter, die an allem und allen etwas auszusetzen hat. Super auf die Angriffe der Schwiegermutter gekontert, ist doch glatt auch das Weihnachtsfest gesichert, statt man sich von ihr fertigmachen lässt und nur noch darauf lauert, dass selbige die Heimreise antritt.

Die Beispiele, die die Autorin anbringt, sind nicht nur in privaten und häuslichen Situationen angegliedert, sie umfassen auch Stresssituationen auf Arbeit und im sonstigen Leben, denn Schlagfertigkeit kann man immer und überall brauchen und anwenden.

Seit ich meiner Kollegin ein paar Beispiele aus dem Buch wiedergegeben hatte, musste ich mir schon des öfteren "ach was" oder "ach ja" anhören. Wer das Buch gelesen / gehört hat, weiß, was ich meine.
Tatsächlich gelingt es einem, mit den 2-Silben-Antworten den Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die Autorin, die auch selbst das Hörbuch eingelesen hat, weiß, wovon sie hier spricht. Sie ist Trainerin und gibt Schlagfertigkeitsseminare für Frauen.
Erstaunlich war auch die Erkenntnis, dass Frauen bestimmte Situationen anders auffassen als Männer. Wo Frauen ihre Antennen ausstrecken und das Gesagte als Angriff werten, gehen Männer mit der Situation ganz anders um und erkennen den Angriff gar nicht. Demzufolge reagieren sie auch ganz unterschiedlich zu Frauen. 

Nicole Staudinger hat in ihren Beispielen ganz normale Situationen wiedergespiegelt. Man kennt sie und hat sie schon erlebt, ob man immer die richtige Antwort parat hatte, sei dahin gestellt. Dass man aber die richtige Antwort für die Zukunft zur Hand hat, dafür hat die Autorin gesorgt. 

Zwischen einigen Kapiteln hat die Autorin ein paar Fragen an die Hörer gestellt, die man für sich selbst beantworten sollte. Die richtigen (möglichen) Antworten hat sie zum Schluss mit angegeben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zum einen, weil die Autorin ihr Buch auch selbst eingesprochen hat, zum anderen, weil die Tipps zur Schlagfertigkeit einfach unschlagbar sind. Sie hat die Herangehensweise an die richtige Antwort aufgezeigt und nun ist es nur noch eine Sache der Übung, gekonnt und  zeitnah zu antworten. Fehlen die Worte, kann man ja erst mal mit einer 2-Silben-Antwort kontern.
Ich habe für mich einige Tipps verinnerlicht und hoffe, sie im entscheidenden Moment anbringen zu können.

Das Buch / Hörbuch empfehle ich sehr gern weiter. Selbst wer diese Tipps nicht braucht, hat schon allein beim Lesen oder Hören anhand der sehr detaillierten Beispiele seinen Spaß.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderbuch, gefühle, seniorenarbeit, freundschaft, bilderbuch

Komm mit zum Fluss!

Karl Rühmann
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei aracari, 25.01.2017
ISBN 9783905945683
Genre: Sonstiges

Rezension:

In diesem Kinderbuch wird eine Geschichte in der Geschichte erzählt.
Während ein Riese auf einem Stein am Fluss sitzt, erzählt dieser ihm eine Geschichte. Die widerum handelt von einem Bären. Riese und Bär begegnen sich am Fluss.

Es wird erzählt, wie sowohl der Riese als auch der Bär zum Fluss kamen und was sie in bestimmten Situationen erlebt bzw. wie sie diesen begegnet sind. 

Mit einfachen Worten und wenigen Zeilen werden die Geschichten erzählt.
Sie sind leicht verständlich, zum Zuhören und auch für den Beginn zum selber lesen.

Die Texte stammen von Karl Rühmann, die Illustrationen wurden von Susanne Smajic gefertigt. Die Zeichnungen sind mit der Technik der Farbradierung hergestellt worden.
Die Mehrheit der Bilder wurden oben rötlich, unten türkisfarben gehalten. Die Stimmungen am Fluss wurden von der Grafikerin hervorragend eingefangen und auf Papier festgehalten.

Es ist ein wunderschönes Bilder- und Vorlesebuch für Kinder entstanden, an dem sich nicht nur die Kinder erfreuen.
Die Zeichnungen laden ein, die Augen länger verweilen zu lassen. Es gibt eine Menge zu sehen und zu entdecken. 
Riese und Bär sind so gezeichnet, dass die Kinder keine Angst empfinden, sie sehen freundlich aus und man mag sie gern begleiten.

Ich habe mir das Buch mit meiner Enkelin angesehen und sie dabei beobachten können, wie sie die einzelnen Bilder betrachtet hat. Sie saß lächelnd da und blätterte immer wieder hin und her, weil es immer wieder etwas neues zu entdecken gab.
Anhand der Zeichnungen konnten wir auch Zählübungen machen, haben die Fische, Steine, Berge, Libellen und auch die Vögel gezählt.
Wir hatten wirklich Spaß daran und meiner Enkelin hat dieses Buch wirklich sehr gefallen.

Das Buch ist für 3 bis 6-jährige Kinder ausgeschrieben. 3-jährigen würde ich es jedoch auf keinen Fall allein in die Hand drücken, die Gefahr, dass es kaputt geht, wäre mir viel zu groß. Dafür ist es viel zu kostbar.

Ein wirklich tolles Buch für groß und klein, zum ansehen, vorlesen, zählen üben und selber lesen.
Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

glaube, liebe, vergangenheit, christlicher roman, freundschaft

Unter dem Sternenhimmel

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 29.08.2016
ISBN 9783957341358
Genre: Romane

Rezension:

Noa hegt schon seit langer Zeit einen Traum. Sie möchte gern ein Café eröffnen, in dem man Bücher kaufen kann, Dekoartikel und auch Blumen.
Aber so wie es aussieht, wird es wohl ein Traum bleiben, denn von den Banken bekommt sie zwecks einer Finanzierung nur Absagen. Sie hat nicht die finanziellen Mittel, um es ohne deren Hilfe zu schaffen.
Auch als sie ihren letzten Versuch bei einer Bank startet, rechnet sie nicht wirklich mit einer Zusage. Sie trifft dort in der Bank auf Chiara, der sie vor einem Jahr schon einmal bei einer anderen Bank begegnet war. Damals konnte Chiara ihr nicht helfen, aber da diese die junge Frau leid tat und sie ein absoluter Optimist ist, gibt sie Noa eine etwas ungewöhnliche Chance.

Chiara und deren Freund Florian unterstützen Noa und helfen ihr auch bei der Vermittlung von Handwerkern. Ein Allround-Genie auf diesem Gebiet ist ein Freund von ihnen, Jonas. Der ist begeistert von der Idee, die Noa umsetzen will und übernimmt sehr gern die Aufträge.
Obwohl Noa und Jonas sich zueinander hingezogen fühlen, ist Jonas skeptisch, was Noa betrifft. Aus einem ihm selbst nicht erklärlichen Grund hat er ein ungutes Gefühl, denn im Grunde genommen ist sie für Chiara eine Fremde. Eine Fremde, der sie unglaublich entgegenkommt und Vertrauen entgegenbringt. 
Aber warum gibt Noa so gar nichts von ihrer Vergangenheit preis? Was hat sie zu verbergen und wer verbirgt sich hinter der Person Noa?

Dann kommt der Tag, an dem die Vergangenheit Noa einholt...

Nachdem ich von dem ersten Teil "Unter dem Polarlicht" so begeistert war, musste ich nicht lange überlegen, ob ich auch Teil 2 lesen will. Ich wollte.
Nachdem ich im Teil 1 die Geschichte von Chiara und Florian lesen konnte, freute ich mich umso mehr, dass die beiden Protagonisten wieder mit am Ball sind, wobei Florian eher im Hintergrund agiert und nicht ganz so präsent wie Chiara ist.

Chiara weiß noch ganz genau wie es ist, ohne Hoffnung und eine Chance dazustehen. Sie nimmt sich Noa an, als diese bei ihrer Bank um einen Kredit bittet. Für Chiara ist es ebenfalls ein Wendepunkt in ihrem Leben, denn durch Noa sieht sie genau, was auch sie eigentlich will.

Noa ist Feuer und Flamme und stürzt sich regelrecht in die Arbeit, aus dieser Villa genau das Café zu schaffen, das sie sich vorstellt. Sie verlässt sich nicht nur auf den Schreiner Jonas, sondern packt beherzt selbst mit an. Sie mag es zuzusehen, wie sich langsam und Schritt für Schritt ihr Traum erfüllt.
Sie mag Jonas, aber da ist noch ihre Vergangenheit, die sie nicht loslässt und die sie nicht an eine Zukunft glauben lässt. 

Dieser zweite Teil ist wie schon Teil eins eine wunderschöne Geschichte, die nicht nur in der Weihnachtszeit spielt, sondern die auch den Leser berührt.
Noa, der es stark an Selbstvertrauen fehlte, macht mit der Zeit eine Wandlung durch. Sie war ein Einzelgänger und hat jetzt Freunde, auf die sie sich verlassen kann, die ihr zur Seite stehen.

Durch den bildhaften Schreibstil der Autorin hat man als Leser keine Mühe, sich das Café und die anderen Örtlichkeiten vorzustellen. Man ist mittendrin und bei allen Aktionen dabei. 
Noa ist eine Protagonistin, die man einfach mögen muss. Sie hat etwas an sich, dass man das Gefühl hat, man müsste sie in den Arm nehmen und vor der Welt beschützen.

Es ist eine Geschichte zum Träumen, in der der Glaube an Gott genau so eine Rolle spielt wie der Glaube an sich selbst und seine Freunde.
Ein Buch, bei dem man die Seele baumeln lassen kann. Man entspannt beim Lesen und kann die Geschichte einfach auf sich einwirken lassen.
Ein wunderschönes Buch und das nicht nur zur Weihnachts- / Winterzeit.

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

karen swan, schweiz, liebe, weihnachten, familiengeheimnis

Winterküsse im Schnee

Karen Swan ,
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.10.2015
ISBN 9783442483792
Genre: Romane

Rezension:

Allegra Fisher hat es geschafft. Sie hat nicht nur Fuss gefasst in der Domäne der männlichen Finanzwelt, sie hat es sogar recht weit nach oben geschafft. 
Sie ist eine Workaholic schlechthin. Privatleben existiert so gut wie gar nicht, ihre Freizeit, so sie welche hat, verbringt sie am liebsten auch noch in der Firma.
Nun steht ein großer Deal für sie an, den sie mit einem Chinesen abschließen soll. Die Besprechung mit ihm findet in der Schweiz statt. 
Auf dem Flug dorthin trifft sie im Flieger auf den attraktiven Sam. Die Bekanntschaft mit ihm endet nicht viel später mit einem One-Night-Stand.
Sie dachte, sie würde ihn nie wieder sehen... was für ein Irrtum. Zu ihrem Pech wird dieser Sam ihr neuer Kollege, der zudem auch noch einen besonderen Draht zu dem Chinesen hat und ihr größter Konkurrent wird.

Allegra hat eine Schwester, Isobel, die das ganze Gegenteil von ihr ist. Sie hat im Gegensatz zu Allegra eine Familie und lebt das Familienleben voll aus.
Auch wenn die beiden unterschiedliche Leben führen, verstehen sie sich sehr gut.
Da bekommt Allegra eines Tages die Nachricht, dass in den Schweizer Bergen in einer versteckten Berghütte scheinbar die Überreste ihrer Großmutter gefunden wurden. Diese sollen dort seit 50 Jahren im Eis verschollen gewesen sein. Aber das kann nicht sein, denn Allegra und Isobel kannten ihre Großmutter, oder etwa nicht?
Wen kann man fragen und Antworten bekommen? Ihre Mutter lebt mit Alzheimer in einem Heim und die Tage, an denen sie ihre Töchter gar nicht mehr erkennt, werden immer mehr.
Da hilft nur eins, gemeinsam mit Isobel in die Schweiz fliegen und den Dingen auf den Grund gehen.
Als wenn das nicht genug Aufregungen sind, befinden sich dort vor Ort ausgerechnet auch noch Sam und der Chinese. Eine vertrakte Situation... 

Karen Swan ist mir bekannt mit ihren Weihnachts- / Winterromanen. So fällt auch dieser in diese Zeit, er spielt im Winter und endet Weihnachten. Als Kulisse dienen hier die Schweizer Alpen, traumhaft schön und schon zum Träumen vorprogrammiert.

In diesem Roman jedoch geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern auch um ein Familiengeheimnis, welches gelüftet werden will.
Durch Zufall erfahren die Schwestern Allegra und Isobel, dass ihre geliebte Großmutter gar nicht ihre wirkliche Großmutter gewesen war. Sie können es nicht glauben und versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. 
Es wird ein Tripp in die Vergangenheit.

Allegra ist die kühlere der beiden Schwestern. Sie ist knallhart und lässt emotional keinen Mann an sich heran. Sie nimmt sich, was und wen sie will, aber mehr ist sie nicht bereit zu geben. Woraus das Verhalten resultiert, erfährt man später auch noch, so dass man sie selbst besser verstehen kann.
Sam und Allegra haben es schwer, sich aufeinander einzulassen. Beide sind, was die beruflichen Interessen angeht, sehr zielorientiert, so dass beide keine Beziehung anstreben. Es findet ein Eiertanz der Gefühle statt, aber wie wird er ausgehen?

Es ist wieder ein zauberhafter Roman an traumhaften Orten. Man fühlt sich als Leser an Ort und Stelle versetzt und schaut sich dort mit den Augen der Autorin um.

Mit Allegra hatte ich anfangs meine Probleme, denn mit derartigen karriereorientierten Frauen habe ich so meine Probleme, aber das gab sich glücklicherweise mit der Zeit. 
Trotz allem jedoch nahm sie sich immer Zeit für Schwester und Mutter, was sie wieder sympathisch erscheinen ließ.

Erwähnenswert ist auch die Idee mit dem Adventskalender, dessen Sprüche nicht nur als Kapitelbeginn erscheinen.
Wer jetzt mehr darüber wissen will, dem kann ich nur raten, sich das Buch zu besorgen.
Von mir gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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408 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 71 Rezensionen

thriller, märchen, bka, maarten s. sneijder, profiler

Todesmärchen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442483129
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

BKA-Kommissarin Sabine Nemez ist mit ihrer Ausbildung fertig. Sie wird ihrem ehemaligen Ausbilder, dem niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder zugeteilt, was beide nicht unbedingt in Begeisterung versetzt. Sneijder nicht, weil er lieber allein arbeitet, Nemez nicht, weil sie weiß, wie schwierig die Zusammenarbeit mit Sneijder ist.

In Bern fand man eine weibliche Leiche, die seltsam drapiert aufgefunden wurde. Der Fall weist Parallelen zu einer Mordserie von vor 5 Jahren auf, aber der damaligen Killer Piet van Loon sitzt gut verwahrt in Haft. Gibt es einen Trittbrettfahrer oder wie kommt der Mörder auf die damalige Vorgehensweise?
Es dauert nicht lange und es gibt weitere Leichen.

Fast zeitgleich trifft die gerade mit ihrer Ausbildung fertige Psychologin Hannah Norland in Steinfels ein, um in der dortigen Anstalt für abnorme Rechtsbrecher eine Therapiegruppe zu leiten. Besonderes Augenmerk legt sie auf den Häftling Piet van Loon, sie ist nahezu besessen von ihm...

Nun bereits zum dritten mal ermitteln der Profiler Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez gemeinsam. Sie kennen sich von vorherigen Fällen und wissen sich zu nehmen, obwohl keiner von beiden die Zusammenarbeit angestrebt hatte.
Sehr bald stellt Sabine Nemez eine Gemeinsamkeit der Toten fest, sie haben alle einen Bezug auf die Märchen von Hans Christian Andersen.

Auch nach den beiden Vorgängern Todesfrist und Todesurteil gelingt es dem Autor Andreas Gruber mühelos, das hoch angesetzte Niveau zu halten.
Dieser Band ist der für den Profiler Maarten S. Sneijder persönlichste.

Die Handlung spielt hier auf drei Zeitebenen. Die erste Ebene ist die in der Gegenwart, in der der Mörder gesucht wird.
Um ein paar Tage zurückversetzt spielt der zweite, in dem Hannah, die Psychologin, sich intensiv mit dem Mörder Piet van Loon beschäftigt und die dritte Zeitebene gibt die Geschehnisse von vor 5 Jahren wider.
Obwohl sie scheinbar alle losgelöst voneinander sind, ergeben sie zum Ende ein großes Ganzes und werden ohne lose Enden aufgedribbelt.
Den Wechsel zu einer jeweils anderen Zeitebene lässt der Autor oftmals gern mit einem Cliffhanger enden, was die Spannung noch einmal anzieht.

Andreas Gruber gelingt es wieder mühelos, gleich von Beginn an Spannung aufzubauen und diese stetig zu steigern. Als Leser ist man mittendrin und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. 
Die Handlung ist voller Wendungen und birgt einige Überraschungen in sich, die absolut nicht vorhersehbar waren.

Hervorragend in Szene gesetzt hat der Autor wieder die beiden Protagonisten Sneijder und Nemez. Sneijder kauzig und sehr speziell und Nemez wohl überlegt und vorausschauend. Die beiden ergänzen sich hervorragend und der Leser hat das Vergnügen, die beiden bei ihren Ermittlungen begleiten zu können.

Das Buch kann man separat für sich lesen, aber ich würde trotz allem empfehlen, mit Band 1 zu beginnen, schon um nur die Protagonisten Sneijder und Nemez kennenzulernen.


Auch dieser 3. Band um die beiden Ermittler hat mich völlig überzeugt und ich freue mich, dass es bald einen 4. Teil geben wird.
Auch dieses Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Das Glück wohnt in der Ivy Lane

Juliet Ashton
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 22.04.2017
ISBN 9783644400566
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Bewohner im blauen Haus in der Ivy Lane könnten unterschiedlicher nicht sein.
Sarah, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Leo die Wohnung gekauft hatte und die diese gemeinsam renovieren wollten, sitzt nunmehr allein in der Wohnung. Leo hatte sich in Helena, die Mieterin unter ihnen, verliebt, Sarah verlassen und Helena geheiratet. Für Sarah eine schlimme Situation, sieht sie ihn doch immer wieder, hat aber nie die Hoffnung aufgegeben, ihn zurückzugewinnen.
In der Wohnung, in der früher Smith lebte, sind ganz frisch Jane und Tom eingezogen. Offen und herzlich gehen die beiden auf Sarah zu, so dass schnell eine Freundschaft entsteht. Während Jane eine gute Freundin für Sarah ist, kann sie mit den Avancen von Tom schlecht umgehen. Warum flirtet er so offensichtlich mit ihr und warum scheint es Jane nichts auszumachen?
Unten im Haus wohnt Mavis, eine Frau, die zu allen grantig und unverblümt ist. Ein freundliches Wort kann man von ihr nicht erwarten, im Gegenteil, immer schlecht gelaunt und mürrisch. Umso mehr erstaunte es, dass ihre Zwillingsschwester kurz vor ihrem Tod zu ihr gezogen ist und diese von Mavis bis zu ihrem Tod gepflegt wurde.
Neben Mavis wohnt eine junge Frau, die von ihrem Mann verlassen wurde, allein mit ihrer Tochter Una. Seit einiger Zeit spricht Una nicht mehr, was die Mutter ziemlich überfordert.

Jeder im Haus macht sein eigenes Ding und erst, als Jane und Tom einziehen und Sarah über die Mitbewohner im Haus befragen, merkt diese, wie wenig sie doch von den anderen weiß. Nicht einmal der Namen des kleinen Mädchens war ihr geläufig, wofür sie sich wirklich schämt.

So langsam aber findet bei den Hausbewohner ein Umdenken statt.
Sarah hat weiterhin die Hoffnung, dass Leo sich wieder auf sie besinnen wird, denn er verbringt doch wieder eine Menge Zeit mit ihr. Sie wagt auch eine Annäherung an die grantige Mavis, indem sie diese zum Essen einlädt. Immer wieder versucht sie, hinter deren Fassade zu schauen, aber diese blockt immer wieder ab.
Auch versucht sie, sich Una zu nähern, die sie an sich selbst als Kind erinnert. Es gibt viele Parallelen zwischen ihnen und sie will ihr helfen, zumal sie auch ausgebildete Kinderpsychologin ist, aber gerade ein Sabbatjahr eingelegt hat.

Die einzelnen Hausbewohner sind jeder für sich ein Unikat.
Die Geschichte wurde aus der Sicht von Sarah geschrieben, der Leser erhält aber nicht nur über deren Tun und Denken Kenntnis, sondern kann sich auch in die anderen Mitbewohner hineinversetzen. Man nimmt als Leser teil am Leben der Bewohner des blauen Hauses, man lebt, trauert und hofft mit ihnen.
Einige Geheimnisse gibt es ebenso aufzudecken wie das stetige Miteinander zu erleben, das gegenseitige Kennenlernen.

Juliet Ashton hat einmal mehr bewiesen, dass sie sich auch auf die leisen Töne versteht. Es ist eine einfühlsame Geschichte mit Höhen und Tiefen, Hoffnungen und auch Überraschungen. Freundschaft und Liebe beanspruchen ihren Teil genauso wie Enttäuschungen und Trauer.

Als Leser hat man zu Beginn des Buches keine Ahnung, wohin einen das Buch führen wird.
Sarah ist eine Protagonistin, die man einfach mögen muss. Ich habe sie nicht immer verstanden, schon gar nicht, dass sie von Leo nicht lassen konnte und in der Beziehung immer in einem Tagtraum lebte.
Aber ich mochte sie, ihre Art, Dinge anzugehen und auf Leute zuzugehen, auch wenn es dazu erst eines Anstoßes bedurfte.

Die Autorin Juliet Ashton hat es geschafft, mich mitzureißen, mit den Protagonisten mitzufiebern. Es fällt einem schwer, diese nach dem Lesen des Buches wieder gehen zu lassen, so sind sie mir ans Herz gewachsen.

Sehr gut gefällt mir auch die Skizze im Buch, anhand derer man erkennen kann, wo welcher Hausbewohner wohnt. 

Ein wunderbares Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. 

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54 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

liebe, starke frau, ostsee, krieg, schicksal

Die Villa am Meer

Micaela Jary
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442485956
Genre: Romane

Rezension:

Katharina entscheidet sich mit ihrer Hochzeit gegen die Liebe. 
Ihrem heimlichen Verlobten Joachim gibt sie den Laufpass, da er 2 Jahre zur See fahren will. Er hat nie offiziell um ihre Hand angehalten und da sie nicht warten will, entscheidet sie sich für den älteren Korbmacher Olaf Borchers und heiratet ihn. Sie hofft, ihm eine gute Frau sein zu können.
Sie bekommen zusammen 2 Söhne, die Katharina abgöttisch liebt, aber die Betreuung wird einer Gouvernante übertragen. Katharina, der nunmehr alle Aufgaben abgenommen wurden, langweilt sich und bittet ihren Mann Olaf, ob sie denn nicht einen Strandkorbverleih aufmachen könnte. Aber das lehnt er kategorisch ab, sie hätten es nicht nötig, dass die Frau arbeiten gehen müsste, es würde ein schlechtes Licht auf sie werfen.

Joachim ist inzwischen mit Greta verheiratet, die sich bereits in der Hoffnung suhlt, bald Frau Kapitän zu sein und damit etwas darzustellen. Sie hat Joachim nicht geheiratet, weil sie ihn liebte, sondern weil sie in ihm Aufstiegschancen sah. Diese Hoffnung zerschlägt sich aber, als Joachims Schiff untergeht und ihm die Schuld zugeschoben wird. Der gesellschaftliche Abstieg ist vorprogrammiert. Greta, die gerade ihre Tochter zur Welt gebracht hatte, ist maßlos enttäuscht von ihrem Mann und zeigt ihm das auch.

Als sich Olaf anderweitig mit einer Geliebten amüsiert und Katharina ihre Hilflosigkeit erkennt, zieht sie aus dem Haus aus. Eine Scheidung kommt nicht infrage, dann würde sie auch ihre Söhne verlieren. So macht sie gute Miene zum bösen Spiel, trotzt ihm aber als Bedingung die Genehmigung zu einem Strandkorbverleih ab. Er stellt jedoch die Bedingung, dass dieser nur mit einem ihr vorgesetzten Geschäftsführer betrieben werden dürfte.
Wird es Katharina gelingen, ihre Wünsche und Ziele zu erreichen?...

Es passiert mir ganz selten, dass ich für die Protagonisten fast von Beginn an real lebende Personen im Blick habe. Für mich lief das Lesen des Buches wie ein Film ab mit den Schauspielern Nicolas Gage (Joachim), Bridget Fonda (Katharina) und Rosie Perez (Greta). Diese drei Schauspieler aus dem Film "2 Millionen Dollar Trinkgeld" passten für mich so perfekt zu den Protagonisten, dass ich sogar die Stimmen beim Lesen im Kopf hatte.

Das neue Buch der Autorin Micaela Jary spielt an der Ostseeküste und umfasst den Zeitraum von 1897 - 1921.
Eine Zeit, in der Frauen nicht wirklich Mitspracherecht hatten und vom Wohlwollen ihrer Ehemänner abhängig waren. Es ist aber auch eine Zeit, die nicht nur vom Kaiserreich geprägt ist, sondern auch in die Zeit des 1. Weltkrieges reicht.

In dem Buch geht es um die zwei Frauen Katharina und Greta. Wo die eine versucht, ihrem Leben Sinn zu geben und alles dafür gibt, tut die andere das Gegenteil. Sie ist bestrebt, in die besseren Kreise zu gelangen, um etwas darzustellen. Neid und Missgunst sind dabei ihre steten Begleiter und bringen viel Leid.

Es ist ein Buch, das nicht nur spannend und fesselnd geschrieben ist, es berührt auch den Menschen, es spricht ihn an. Zurückversetzt in eine vergangene Zeit nimmt man teil an geschichtlichen Ereignissen wie auch am Leben der Protagonisten.
Ich habe mit den Protagonisten gebangt, gehofft, geliebt, gehasst und habe auch zwangsläufig an den Intrigen teilgenommen. Was auch immer geschah, es ließ mich nicht los, packte mich und zwang mich zum weiterlesen. 
Ein Stück deutscher Geschichte, hervorragend recherchiert und verpackt in eine mitreißende Geschichte - was will man mehr?
Nun ja, das würde mir nur eins einfallen, eine Fortsetzung?

Für das Buch spreche ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.

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Sommernächte und Lavendelküsse

Lena Johannson
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 11.04.2017
ISBN 9783352008962
Genre: Romane

Rezension:


Sybille hat den in der Provence lebenden Fotografen Jérôme beauftragt, in der Provence nach Antiquitäten für sie zu suchen und diese zu fotografieren. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf alte Türen und Möbel, die Ansässige verkaufen. 
Da sie als Antiquitätenhändlerin das als neuesten Trend sieht, will sie damit ihr Glück versuchen. Als sie sich die Fotos jedoch durchsieht, muss sie feststellen, dass auf einem der Fotos ein Mann abgebildet wurde, den sie von früher kannte. Luc, ein Mann, in den sie vor 15 Jahren verliebt war. So wie es aussieht, scheint er noch immer dort in Grimaud zu leben.
Kurzerhand macht sie sich auf in die Provence, die von ihr ursprünglich anvisierte Anwesenheit hat sie gleich auf Urlaub verlängert. 
Wird es ihr gelingen, Luc wiederzusehen? Ist er inzwischen verheiratet, hat er Kinder und vor allem, kann er noch immer so küssen wie vor 15 Jahren?...


Jérôme ist es gelungen, Sybille die Handynummer von Luc zu besorgen, so dass sie sich nach einigem Zögern entschließt, ihn anzurufen, als sie vor Ort ist. Wie erfreut ist sie, als er sich spontan entschließt, sich mit ihr zu treffen und sich scheinbar auch freut, sie wiederzusehen.
Das Herz klopft noch wie vor 15 Jahren, es scheint, als hätte Luc all die Jahre nur auf sie gewartet. Sie versucht, immer mehr Zeit mit ihm zu verbringen, will ihm nahe sein. Selbst eine geschäftliche Partnerschaft mit ihm zieht sie in Betracht. Aber wer ist Luc und warum ist er so unpünktlich und unzuverlässig? Kann man wirklich alles von seiner verkorksten Kindheit ableiten?


Nachdem ich von der Autorin "Strandzauber" gelesen habe, war ich natürlich gespannt, wie mir das neue Werk gefallen wird.


Lena Johannson hat sich dieses Mal in die Provence begeben, wo sie ihre Protagonistin Sybille Antiquitäten besichtigen und kaufen lässt.


Neues Setting und neue Protagonisten, aber ansonsten nicht wirklich etwas neues, muss ich leider so feststellen.
Die Story nimmt sich nicht viel von der vorhergenannten. Auch hier hat die Protagonistin wieder eine innere Stimme, die mit ihr kommuniziert und Ratschläge gibt. Hier heißt sie Frau Eggers, aber auch in diesem Fall wird nicht immer auf sie gehört.


Leider ist auch diese Geschichte sehr vorhersehbar, so dass mit Überraschungen nicht zu rechnen ist. 
Ich kenne von der Autorin jetzt genau 2 Bücher, kann aber nur hoffen, dass die anderen nicht nach demselben Schema geschrieben sind. 


Die Story lässt sich gut lesen, was dem lockeren Schreibstil der Autorin geschuldet ist. Man kann in sie hineinsinken, kann sie auf sich einwirken lassen, ohne groß mit- oder nachdenken zu müssen. Ein Buch, um die Seele baumeln zu lassen, ein Buch zum Abschalten. Ein traumhafter Schauplatz, die Provence, bringt auch den Leser zum Schwärmen und Träumen. Man möchte am liebsten gleich den Koffer packen und dort Urlaub machen.


Ich hätte die Geschichte wahrscheinlich mehr genossen, wenn ich nicht gerade kurz vorher "Strandzauber" gelesen hätte.


Lange habe ich überlegt, welche Bewertung ich dem Buch gebe, was dann auf 3,5 Sterne hinausgelaufen wäre. Da wir aber keine halben Punkte vergeben, gilt hier zugunsten des Autors.

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Strandzauber

Lena Johannson
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746633053
Genre: Romane

Rezension:

Carolina hat der Familie wegen auf eine berufliche Laufbahn verzichtet. Da war sie sich mit ihrem Mann einig. 
Inzwischen hat sie 2 Kinder und der Alltag ruht mehr oder weniger auf ihren Schultern. Dass sie nunmehr aber von ihrem Mann so gut wie gar nichts mehr sieht, war so nicht abgemacht.
Dieser kann sich von der Arbeit nicht loseisen, irgendetwas ist immer, etwas muss immer fertig werden. Urlaub - was ist das? Gern würde sie einmal mit ihrem Mann wegfahren, im Notfall auch mal nur ein paar Tage, nur er und sie. 
Als daraus nichts wird, stellt sie ihn vor die Tatsache, dass sie allein für eine Woche verreisen wird. Sie will nach Rügen, eine Insel, die sie von Kindheit an liebt und auf der sie schon lange nicht mehr gewesen ist.
Auf der Insel kommen auch bald die Erinnerungen an früher, als sie mit ihrer Mutter dort Urlaub machte. Auch an ihre erste Liebe Jens erinnert sie sich. Diesem läuft sie doch auch tatsächlich über den Weg und plötzlich sind sie wieder da, die Schmetterlinge, die sie schon damals gespürt hatte.
Auch Jens erinnert sich an sie und die schöne Zeit, die sie seinerzeit dort verlebt haben. 
Ist Jens der Schlüssel zu all ihren Sorgen und Problemen?...

Es ist immer wieder erfrischend, wenn die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten auch in der Gegenwart bestehen können. So erging es Carolina, als sie ihre Jugendliebe Jens wiedertrifft. Sie spürt noch immer dieses Kribbeln, wenn er ihr nahe kommt.

Durch ihn lernt sie auch ein altes Ehepaar kennen, das sich auf Rügen ein Haus gekauft hat und dieses umbauen will. 
Carolina, die sich Jens gegenüber als ledig und ungebunden gibt, erzählte ihm, dass sie Innenarchitektin geworden ist und als diese berät sie das Ehepaar bei ihren Umbauplänen.
Dabei spürt sie die Freude, die sie hat, wenn sie arbeitet und selbst etwas schaffen kann. Aber ist das in ihrem eigentlichen Leben umsetzbar?

Die Autorin Lena Johannson hat ihren Roman auf die Insel Rügen verlegt. Eine traumhaft schöne Insel, auf der man sich schon verlieren kann.
Sie macht es der Protagonistin Carolina jedoch nicht ganz so einfach, hat sie diese doch mit zwei inneren Stimmen ausgestattet, die mit ihr reden - die verträumte Jeannette und die vernünftige Hildegard. Beide sind ihr Gewissen, auf das sie hört oder auch nicht.

Die Geschichte lässt sich gut lesen. Die Story ist leider sehr voraussehbar, so dass mit Überraschungen nicht zu rechnen ist, was ich sehr schade finde. Mit ihren nicht einmal 200 Seiten ist diese auch recht schnell weggelesen, so dass es eine nette Abwechslung bietet, wenn man einfach schnell mal was zwischendurch lesen möchte, ohne nachdenken zu müssen.

Zur Entspannung oder zum Lesen am Strand ist es genau die richtige Lektüre.

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lustig, hanna dietz, grillen, 5 sterne, humorvoll

"Schatz, brennt da grad was an?"

Hanna Dietz
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442159239
Genre: Humor

Rezension:

Das Wetter lädt zum Grillen ein.
Wer jetzt denkt, mit ein wenig Grillgut, einem Grill und Grillanzünder wäre die Sache doch perfekt, hat das Buch von Hanna Dietz noch nicht gelesen.

Der Grill, der es letztes Jahr noch gemacht hat, hat die Hufe hochgerissen, es muss ein neuer her. Was sich einfach anhört, für Otto-Normal-Verbraucher, scheint für den Kenner eine Entscheidung zu sein, die wahrlich nicht einfach zu treffen ist.
Was für einer soll es werden? Kugelgrill, Holzkohlegrill, einer, der mit Gas betrieben werden soll, ein elektrischer? Am besten ist da der Weg in einen Fachladen, natürlich in Begleitung eines Fachmanns, in diesem Fall dem Kollegen des Mannes.
Schwere Entscheidungen stehen bevor, aber was soll's, werden eben 2 Stück gekauft.

Hanna Dietz, die Autorin des Buches, beschreibt auf humorvolle Art, wie die Findung eines Grills in ihrem Haushalt stattgefunden hat und vieles mehr rund um das Thema Grillen.

Da finden sich nicht nur Themen wie die Frage nach dem Fleisch, wer verantwortlich für den Grill ist, wer bekommt welches Grillstück und wie handhabt man Grill und Besuch.

Der Leser nimmt ebenfalls teil an Wettbewerben, dem Fachsimpeln von "Grillmeistern" sowie manch anderer Entscheidung, die im Hause rund ums Grillen anstehen.

Hanna Dietz schreibt das Buch in der Ich-Form, dem Leser wird der Eindruck vermittelt, all das hätte sich genau in ihrer Familie so abgespielt. Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass sie vieles vom Hörensagen erleben durfte und das nur zu Papier bringen musste.
Natürlich bleiben auch die ewig guten Ratschläge der Nachbarn, wie man was richtig macht, auch hier nicht aus.

Rund um den Grill erfährt man ebenfalls Episoden der Familie, bei denen man nur grinsen kann. 
Öffentliche Grillplätze werden dabei ebenso erwähnt wie das Überzeugen von Ernährungsfanatikern, der Erweiterung des Grillgutes, ob es da um Fleisch geht, wie Nutria oder Krokodilschwänze oder eben Alternativen zu Fleisch.

Die Autorin hat eine Menge Wissen zusammengetragen und versteht es, den Leser nicht nur zu unterhalten. Das ein oder andere informative mag hängenbleiben, wenn man selbst vor einigen der anstehenden Entscheidungen stehen sollte.

Ich persönlich habe mich gut unterhalten mit dem Buch, auch schon von der Tatsache her, dass Pleiten, Pech und Pannen, betreffen sie andere, doch sehr lustig sind.

Ein Buch zur rechten Zeit, jetzt, wo die Grillsaison so richtig losgeht. Beim Lesen bekommt man nicht nur Lust, selbst die Grillzange in die Hand zu nehmen, man spürt förmlich, wie einem das Wasser im Mund zusammenläuft.

Wo zum Geier ist mein Elektrogrill, der Balkon wartet!

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rike stienen

Liebe im Jetstream

Rike Stienen
E-Buch Text: 218 Seiten
Erschienen bei null, 04.09.2016
ISBN B01LLNL67K
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Fliegerei liegt Julia im Blut. Von klein auf war sie damit vertraut, denn ihre Eltern leiteten eine Segelflugschule. So ist es auch kein Wunder, dass sie das Fliegen zum Beruf gemacht hat.
Sie ist Pilotin bei der Airline VIPS-on-WINGS, die sich auf das Transportieren von Promis spezialisiert hat. Die Airline hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wünsche der Gäste zu erfüllen und bereit zu sein, wenn ein Ortswechsel ansteht.
Als Julia den Auftrag bekommt, den als Frauenhelden bekannten und ausgesprochen attraktiven Fußballstar Emilio Kandis gemeinsam mit einem Fototeam nach Teneriffa zu fliegen, ahnt sie nicht einmal ansatzweise, dass diese Begegnung ihr Leben verändern wird...

Auf Teneriffa sind Werbeaufnahmen für eine Firma geplant, die Sportbekleidung herstellt. Ihr Aushängeschild soll Emilio sein, der dafür eigens engagiert wurde.
Julia, die nicht viel von Fußball und schon gar nichts von spielenden "Superhelden" hält, kennt Emilio nicht und kann die Euphorie ihrer Kolleginnen nicht nachvollziehen. Das ändert sich jedoch in dem Moment, als sie ihm nach dem Flug das erste Mal persönlich gegenübersteht.
Als sie dann auch noch feststellen muss, dass er so gar keine Starallüren aufzeigt, weder arrogant noch machomäßig rüberkommt, ist es auch schon fast um sie geschehen. Sie kann sich seinem Charme nicht entziehen.
Aber ein Mann, der so in der Öffentlichkeit steht, kann nicht gut für Julia sein.

Die Romane von Rike Stienen stehen für gute Unterhaltung. So auch dieser Roman, den man eben mal schnell weginhaliert. Kaum hat man ihn begonnen, mag man ihn nicht mehr aus der Hand legen. Da er nicht soviel Seiten hat, muss man das auch nicht.
Man kann in die Geschichte eintauchen und sich darauf einlassen.

Julia ist eine Frau, die mit beiden Beinen auf der Erde steht und ihrem Traumberuf nachgeht. Auch wenn viele Promis ihren Weg kreuzten, war doch noch nie einer dabei, der ihr Herz berühren sollte. Das ändert sich, als sie den Fußballstar Emilo und seine Crew transportiert.
Als Leser ist man hautnah dabei, wie sich aus Ablehnung Zuneigung entwickelt und man sich näherkommt. Julias Zweifel sind sehr gut nachvollziehbar und man hat im Hinterkopf immer den Gedanken, wird das was, wird das nichts?

Aber nicht nur die Beziehung von Julia und Emilio ist in diesem Roman Thema, sondern auch Julias Mutter Helene, die sich von ihrem Mann trennt und eigene Wege gehen will.

Schöne Schauplätze auf Teneriffa vervollkommnen das Bild und bringen dem Leser die Insel ein wenig näher.

Ein wunderbarer Roman, der leider viel zu schnell ausgelesen ist. Die Romane von Rike Stienen kann ich bislang uneingeschränkt weiterempfehlen, so auch diesen. Gute Unterhaltung, Entspannung und Wohlbefinden pur. Zeit, die Seele baumeln zu lassen.

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adhs, ads, autobiographisch, erfahrung

Neben der Spur, aber auf dem Weg

Mina Teichert
Geheftet: 288 Seiten
Erschienen bei Eden Books, 06.04.2017
ISBN 9783959101080
Genre: Biografien

Rezension:

ADS oder ADHS zu haben, war für mich bislang gleichzusetzen mit dem Gedanken an ein hyperaktives Kind, das nicht stillsitzen kann, ein Zappelphillip sozusagen. Wie verkehrt ich mit dieser Meinung lag, zeigte mir die Autorin Mina Teichert in ihrem Buch auf.

Sie selbst ist betroffen von dieser Krankheit, denn sie leidet unter ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom). Dass es bei ihr erst sehr spät diagnostiziert wurde, sie war bereits über 20, liegt daran, dass ihr zum bekannten ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom / Hyperaktivitätssyndrom) die Hyperaktivität fehlt. Diese fehlt bei Mädchen sehr oft, so dass es nicht wundert, dass eine Erkennung der Krankheit fast dem Zufall gleicht.

In ihrem neuen Buch lässt die Autorin den Leser teilhaben an ihrem Leben und dem leben mit ADS. In dem Buch stecken 90% Mina Teichert drin, die restlichen 10% wurden angepasst.

Mina Teichert ist sehr offen mit dem, was sie von sich preisgibt. Viele private Dinge haben in dieses Buch gefunden, nicht alles war lustig.
Sie erzählt von ihrer Kindheit und ihren Wahrnehmungen, die niemand nachvollziehen konnte. Sie hatte es schwer, fand doch für sie ständig eine Reizüberflutung statt, gegen die sie versuchte, anzukämpfen. Wutausbrüche, verbale unflätige Kommunikation und auch vor Gewalt schreckte sie nicht zurück.
Dass sie anders war als andere, merkten auch andere Kinder, von denen sie auch teilweise gemobbt wurde. Eine Integration, zum Beispiel die Aufnahme in die Kita, führte nicht zum Ziel, sie schrie alles zusammen, so dass ihren Eltern nichts anderes übrig blieb, als sie wieder abzuholen, vor der Zeit.
Sie fühlt sich bei altbewährtem wohl, Überraschungen oder Änderungen grenzen an Reizüberflutung, mit der sie sehr schlecht umgehen kann.

Durch die Aufnahme von vielen Eindrücken auf einmal verliert sie sich selbst, sie träumt vor sich hin und achtet nicht mehr auf die Umwelt, was letztendlich zu unendlich vielen Missgeschicken und Unfällen führt.
Nicht mehr lustig war beispielsweise die Tatsache, dass sie mit ihrem Mann im Auslandsurlaub bei einem Arzt landete, der ihren Mann schon fast der häuslichen Gewalt bezichtigte, nachdem er einen Blick auf ihre Röntgenbilder genommen hatte.

Mina merkte selbst, dass sie anders tickt als andere. Die Frage, was mit ihr nicht stimmt, bestimmt auch ihr Leben.
Sie hat große Probleme, was das Berufsleben angeht, Partnerschaften gehen nicht ohne Komplikationen vonstatten. 
Sie fühlt sich missverstanden, nicht nur von ihren Eltern. Falsche Diagnosen von Ärzten führen sie in die Psychiatrie und lassen sie Therapien machen, die nichts bringen. Medikamente werden verordnet und es dauert lange, zu lange, bis die eigentliche Diagnose gestellt wird.
Aber selbst von dem Zeitpunkt an ist es für sie nicht leicht, alles kommende zu bewältigen.

An all dem lässt die Autorin den Leser teilhaben. Auf humorvolle Art beschreibt sie nicht nur ihren Lebensweg, sondern zeigt auch die Seiten der Krankheit auf.
Betroffene oder Angehörige von Betroffenen werden viele Dinge wiedererkennen bzw. können sich hier Hilfe holen.
Am Ende des Buches wartet sie noch mit einem Ratgeberteil auf, der Hinweise und Tipps gibt, wohin man sich wenden kann, wie man die Krankheit erkennen kann und vieles mehr. 

Ich war überrascht, wie vielseitig die Krankheit ist und auch, dass sich diese nicht immer mit der Zeit verliert. Es gibt Menschen wie Mina, die lebenslang mit dieser Krankheit leben müssen.
Sie hat in ihrem Buch nichts beschönigt, Dinge erzählt, die betroffen machen.

Es ist ein Buch, das nicht nur unterhaltsam geschrieben ist, es vermittelt auch Wissen zu einem ernsten Thema.
Ich kann es nur weiterempfehlen und das nicht nur an Betroffene, sondern auch an Menschen wie mich, die sich bislang um diese Krankheit keine Gedanken gemacht hat.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

strandfliederblüten, engelmann, gabriella engelmann, hallig, knaur

Strandfliederblüten

Gabriella Engelmann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426520710
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben selbst sucht sich für bestimmte Ereignisse die eigenartigsten Zeiten aus. Fast zeitgleich erfährt Juliane, dass ihr Freund Oliver verheiratet ist, dass sie ihren Job verlieren wird und dass sie als Erbin von Ada Schobüll eingesetzt wurde. 
Ada Schobüll war ihre Großmutter väterlicherseits, von der sie nicht einmal wusste, dass diese noch gelebt hatte, nachdem ihr Vater vor Jahren verstorben war. Als sie ihre Mutter Hanne daraufhin befragen will, blockte diese ab, es war kein herankommen, keinerlei Informationen von dieser Seite zu erfahren.
Geerbt hat sie den Nachlass ihrer Großmutter, der aus einem Bauernhof und einem Leuchtturm samt Wärterhäuschen besteht. Das alles zu finden an der Nordseeküste auf der Hallig Fliederoog. Hm, was genau macht man nun mit einem Leuchtturm?
Als sie ihrem Halbbruder Felix davon erzählt, ist dieser sofort Feuer und Flamme. Klar dass sie sich dort, bevor Juliane die Erbschaft annimmt oder ablehnt, erst einmal umschauen wollen.
Auf Fliederoog angekommen, werden sie von Jasper, einem langjährigen Freund von Ada, abgeholt. Sie fühlen sich willkommen.
Nach einem ersten Eindruck fahren sie wieder nach Hamburg. Juliane ist noch ein wenig unschlüssig und zieht dann doch für eine gewisse Zeit nach Fliederoog, um zu entscheiden, was sie mit dem Anwesen und dem Erbe machen soll...

Welch ein Schock, wenn man nach vielen Jahren erfährt, dass man eigentlich Großeltern, von diesen aber keine Kenntnis hatte. So erging es Juliane, als sie vom Ableben Ada Schobülls erfuhr, die ihre Großmutter war und die sie zur Alleinerbin einsetzte. Ihre Mutter hatte nach dem Tod ihres Vaters nicht nur den Kontakt zu den Eltern ihres Mannes abgebrochen, sie hat auch deren Existenz verleugnet. Obwohl sich Juliane stets auf ihre Mutter verlassen konnte und sie ihr immer mit Rat und Tat zur Seite stand, verschlechtert sich das Verhältnis der beiden daraufhin enorm. Juliane kann nicht verstehen, warum die Mutter nie etwas erzählte, so dass es ihre Beziehung stark beeinträchtigt.

Als Juliane nach Fliederoog zog, gab es nicht nur freundliche Gesichter, die sie dort antraf. Einige Mitmenschen passte es so gar nicht, dass sie dort aufkreuzte, aber war das ihr Verschulden oder warum standen diese ihr so ablehnend gegenüber.
Juliane, die den Menschen offen entgegentritt, findet Freunde und Nachbarn, mit denen sie sich gut versteht.
Aber es gibt auch Dinge, die sie nicht versteht, vor allem, welches Geheimnis verbirgt sich hinter den Ringen, die sie immer mal wieder zu sehen bekommt und von denen sie inzwischen auch welche besitzt? Fragen dazu werden nur ausweichend oder gar nicht beantwortet.

Auch in diesem Roman vermittelt die Autorin Gabriella Engelmann deutlich ihre Liebe zu den Nordseeinseln, obwohl Fliederoog keine Insel, sondern eine Hallig ist.
Gabriella Engelmann versteht es wie keine andere, den Leser mit auf die Insel zu nehmen. Man hat das Gefühl, alles mit eigenen Augen zu sehen, den Leuchtturm zu erklimmen, in der Lore mitzufahren. Die Empfindungen der Protagonistin sind hautnah spürbar, als wäre man sie selbst. Die unglaubliche Schönheit der Insel sieht man mit den Augen der Autorin und sie kann einen nur faszinieren. In Gedanken habe ich schon meine Koffer gepackt, weil ich genau das sehen will, was die Autorin mir bildlich vorgestellt hat.

Mit der Protagonistin Juliane hat die Autorin eine Frau geschaffen, die man gern als Freundin hätte. Anfangs skeptisch, macht sie sich mit der Lage vertraut, bevor sie zu einem abschließenden Entschluss kommt.
Als Leser ist man förmlich dabei, wie sie anhand von Briefen, Zettelchen, Bildern, Gesprächen und vielem anderen ihre Großmutter Ada kennenlernt. Eine Frau, die sie sehr gern gekannt hätte und der Wunsch wird immer größer, je mehr sie über diese in Erfahrung bringt.

Auch mit den Gegebenheiten einer Hallig muss sie sich vertraut machen, ein ihr völlig fremdes und ungewohntes Terrain, aber ist das was, was man immer haben möchte?
Gabriella Engelmann hat die Eigenheiten und Besonderheiten einer Hallig sehr gut recherchiert, so dass sich dem Leser der Verdacht aufdrängt, sie würde auf einer leben.

Das Cover des Buches ist ein absoluter Augencatcher. Man muss das Buch einfach in die Hand nehmen und sich ansehen und das nicht nur wegen dem traumhaften Bild. Die Haptik des Einbandes tut sein übriges, ich weiß nicht, wie oft ich mit den Fingern darüber gestrichen habe, denn es zieht mich immer magisch an.

Das Buch ist wieder ein absolutes Lesehighlight gewesen, aber man kann mit einem Buch der Autorin auch nicht viel falsch machen.
Ich fühlte mich rundum wohl auf Fliederoog, habe Juliane mit all ihren Sorgen und Nöten begleitet und mit ihr auf der Hallig gelebt.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

cornwall, dana paul, liebe, ein zimmer über dem meer, cornwell

Ein Zimmer über dem Meer

Dana Paul
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548613246
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Kims Verlobter Jake mit dem Flugzeug über dem Meer abstürzt, bricht für sie eine Welt zusammen. Ein Leben ohne ihn ist für sie unvorstellbar geworden, so dass sie beschließt, ihrer großen Liebe in den Tod zu folgen.
Sie sucht sich eine Klippe, die in der Nähe des Absturzortes liegt, und will dort ihrem Leben ein Ende bereiten. Während sie noch zögernd auf der Klippe steht, kommt die alte Janet vorbei und verhindert den Sprung. 
Janet, die in der Nähe der Klippen wohnt, nimmt Kim mit zu sich, wo diese zur Ruhe kommen soll. 
Ihr Enkel Dan, der in regelmäßigen nach seiner Großmutter sieht und für sie Besorgungen macht, ist von dieser Idee so gar nicht begeistert, denn niemand weiß, wo die Fremde her kommt und was sie im Schilde führt.
Kim ist noch lange nicht soweit, ihr Vorhaben aufzugeben, da gibt ihr Janet ein altes Tagebuch, in dem sie eine Geschichte aus ferner Zeit zu lesen bekommt.
Es ist das Tagebuch, in der die stumme Leandra ihren Leidensweg mit einem ungeliebten Ehemann aufgezeichnet hat. Auch sie wollte einst von der Klippe springen und wurde gerettet.
Aber was soll Kim mit der Geschichte anfangen, wird sie ihr helfen, die richtige Entscheidung zu treffen?...

Das Pseudonym Dana Paul ist der bekannten Autorin Corina Bomann zuzuordnen, dessen Bücher mich immer wieder in ihren Bann ziehen.
So geschehen auch mit diesem Buch, das den Leser an die Küste Cornwalls bringt.

Klippen haben ihren eigenen Reiz. Sie liegen meist in einer wundervollen Landschaft mit Blick aufs Meer, aber sie können auch Orte des Todes werden, nämlich genau in dem Moment, in dem man sich von ihnen zu stürzen gedenkt.
Mit genau diesem Ziel sucht sich Kim die Klippe aus, von der sie ihrem verstorbenen Verlobten Jake in den Tod folgen will. Bevor sie jedoch ihr Vorhaben in die Tat umsetzen kann, wird sie von Janet von den Klippen weggebracht.
Während Kim noch in den ersten Tagen nach ihrem verschobenen Vorhaben vor sich hin brütet, versucht Janet sie wieder zu erden.
Mit dem Tagebuch von Leandra, das sich seit 200 Jahren im Besitz ihrer Familie befindet, hofft sie auf ein Umdenken Kims, in dem sie es ihr zum lesen gibt.
Kim ist fasziniert von der Geschichte, die aber Fragen offen lässt und denen sie nun auf die Spur geht.

Ein weiterer wundervoller Roman der Autorin Corina Bomann, der sich nicht nur um Trauer, Verlust und Resignation dreht, sondern der auch Hoffnung, Liebe und Glauben wiederspiegelt.

Dan, der Kim anfangs mit widerstrebenden Gedanken und Gefühlen begegnet und glaubt, dass sie seine Großmutter nur ausnutzen will, wird sich besinnen und auf Kim bauen, als Not am Mann ist.

Der Autorin gelingt es mühelos, den Leser mit nach Cornwall zu nehmen. Man spürt förmlich, wie der Wind einem um die Nase weht und der Geruch des Meeres ist fast greifbar.
Eine traumhafte Kulisse, sympathische Protagonisten und eine Story, die den Leser nicht nur die gegenwärtigen Ereignisse erleben lässt, sondern ihn auch mit in eine Vergangenheit zieht, runden das Bild ab. 
Man mag das Buch nicht aus der Hand legen, zumindest ging es mir so. Ich wollte wissen, wie es Kim ergehen wird und auch, was mit Leandra passiert ist.

Ob alle Fragen geklärt werden, müsst ihr schon selbst herausfinden.
Ich spreche für dieses Buch eine klare Leseempfehlung aus.

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220 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 85 Rezensionen

barbarazweig, heiligendamm, liebe, ostsee, weihnachten

Winterblüte

Corina Bomann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783471351420
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anfang Dezember 1902 findet Christian Baabe eine schiffbrüchige Frau am Strand des Ostseebades Heiligendamm. In ihren Händen hält sie einen Zweig, den sie sich auch nicht wegnehmen lässt. 
Christians Familie führt in Heiligendamm das Hotel Baabe, wohin er auch die junge Frau mitnimmt.
Sie jedoch weiß weder, wo sie herkommt noch wie sie heißt. Mit dieser Tatsache ist sie Christians Mutter ein Dorn im Auge.
Die junge Frau freundet sich mit Christians Schwester Johanna an. Diese soll nach dem Willen ihrer Eltern demnächst verheiratet werden - mit einem Mann, den sie nicht liebt. Die Familie ihres Liebsten ist mit ihren Eltern seit ewigen Zeiten im Streit, so dass keine Hoffnung besteht, den Mann heiraten zu können, den sie liebt.
Die junge unbekannte Frau wird von Johanna Barbara genannt, denn der Zweig, den sie in Händen hielt, ist ein Barbarazweig. An diese Tradition konnte sich die Fremde noch erinnern und erzählt Johanna davon. 
Wer am 04.12. einen Obstzweig ins Wasser stellt und dessen Blüten zu Weihnachten aufgehen, soll im nächsten Jahr eine gehörige Portion Glück haben.
Johanna, die wegen der ungeliebten Hochzeit alles Glück der Welt brauchen kann, schneidet sich ebenfalls einen Zweig. Beide Frauen hoffen nun auf das große Wunder, denn gebrauchen können sie es beide...

Mit ihrem neuesten Roman entführt die Autorin Corina Bomann den Leser zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Heiligendamm.
Es ist eine Zeit, in der oftmals noch die Ehen nach dem Willen der Eltern geschlossen wurden. Da ging es nach Ansehen und Stand, persönliche Belange der zu Vermählenden waren nicht gewünscht.

So sind in diesem Roman Johanna und Christian die Leidtragenden. Johanna liebt einen Mann, den sie nie heiraten darf, da ihre Eltern in Streit liegen. Christian fühlt sich zu der fremden jungen Frau hingezogen, die in den Augen seiner Mutter nicht standesgemäß ist. Zudem weiß ja auch niemand, wo sie herkommt und was sie im Schilde führt.
Die Mutter unterbindet alles im Keim und drückt den Anfängen ihren eigenen Stempel auf.

Corina Bomann versteht es wieder einmal mehr, den Leser in ihren Bann zu ziehen.
Die Geschichte spielt in der Vorweihnachtszeit und bringt dem Leser auch die Tradition der Barbarazweige nahe. Mir war diese bislang völlig unbekannt, aber sie fasziniert mich, so dass ich mich im kommenden Dezember auch einmal daran versuchen werde.

Die Protagonisten des Romans kommen dem Leser sehr authentisch vor. Man lernt die sympathische Fremde kennen, wie auch die Geschwister Johanna und Christian und kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Man nimmt als Leser an ihren Schicksalen Anteil und wünscht ihnen nur das allerbeste.
Bei den Eltern reicht es leider nur bis zum Kopfschütteln, die zwar selbst seinerzeit aus Liebe geheiratet haben, dies aber ihren Kindern verwehren wollen.
Die Sympathieträgerin des Buches ist für mich die fremde Frau, die Barbara genannt wird. Sie kommt zu Leuten, die sie nicht kennt, in eine ihr unbekannte Umgebung und weiß nicht, wer sie ist. Sie versucht verzweifelt, sich zu erinnern. Auch die Anfechtungen von Christians Mutter nimmt sie ruhig und beherrscht auf, beugt sich allem, was ihr dort widerfährt, ohne aufzubegehren. Sie zeigt eine Größe, die bewundernswert ist und die sie absolut liebenswert erscheinen lässt. Eine Frau, die man selbst gern als Freundin hätte.

Ein wunderbarer Roman, den man nicht aus der Hand legen möchte. Man leidet, liebt und agiert mit den Protagonisten und ist sofort mittendrin im Geschehen.
Der Schreibstil der Autorin macht es möglich, das Buch genießen zu können. Es gibt keine Längen oder Schnörkel, die es künstlich in die Länge ziehen, da ist jede Zeile es wert, gelesen zu werden.

Das Cover des Buches ist ausgesprochen gelungen. Die Blüten werden mit kleinen glitzernden, in Gold gehaltenen, Tupfen umrahmt, die etwas erhaben auf dem Cover zu finden sind.

Auch für dieses Buch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

liebe, krimi, seniorenheim, senioren, michaela grünig

Ohne Ziel ist der Weg auch egal

Michaela Grünig
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2015
ISBN 9783426516522
Genre: Humor

Rezension:

Für Lenja bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund Ben die Beziehung beendet und sich gleichzeitig für "Ärzte ohne Grenzen" verpflichtet. 
Sie kann es nicht verstehen. Zu ihrem Glück geht es für ihn aber nicht gleich los, denn er wird vorher noch kurze Zeit als Vertretung in einem Seniorenheim als Arzt arbeiten, dem Seniorenheim, in dem auch seine Oma untergebracht ist.
Lenja, die Drehbuchautorin und auch immer auf der Suche nach neuen Ideen ist, sieht ihre Gelegenheit gekommen, sich in das Seniorenheim einzuschleichen.
Kurzerhand lässt sie sich in die 76-jährige Karla verwandeln und zieht ins Heim ein, um ihrem Liebsten näher zu sein und auf den Zahn zu fühlen. Optimalerweise will sie Ben natürlich zurückgewinnen.
Wird ihr das gelingen?...

Was für ein herrlicher erfrischender Roman, war mein erster Gedanke, als ich das Buch endgültig zuklappen konnte.

Auf die Idee, sich in eine alte Frau zu verwandeln, um die Liebe eines Mannes zurückerobern zu können, muss man erst einmal kommen.
Lenja hat sich da in etwas verrannt, sie will Ben zurückerobern. Ihre Hoffnung ist, durch ihre Maskerade zu erfahren, warum er sie verlassen hat und wie sie ihn zurückbekommen kann.
Ihre zwei engen Freunde denken, dass sie einen Knall hat und auch genau das war mein Gedanke.

Natürlich geht nicht alles glatt, denn wie will sie zum Beispiel einem Pfleger erklären, dass sie nicht überall altersgemäß aussieht? Nur ihre Hände wurden Dank einer Creme auf alt getrimmt, die Arme, wo dieser Blut abnehmen wollte, nicht. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich der Blutabnahme zu verweigern. Auch noch andere nette Begebenheiten gibt es, die Lenja in Bedrängnis geraten lassen, dem Leser aber ein schadenfrohes Lächeln ins Gesicht drücken.
Sicher umschifft sie jedoch jede Herausforderung. 

Sie lernt ihre Mitsenioren kennen, ihre Macken und Eigenheiten und muss feststellen, dass diese gar nicht so trottelig daherkommen wie gedacht. Ja im Gegenteil, sie bekommt von diesen auch noch Unterstützung.

Dann gibt es im Heim Unregelmäßigkeiten, Pflegekräfte werden verletzt. Lenja, die immer auf der Suche nach neuen Ideen für ihre Drehbücher ist, wittert die Gelegenheit, hier spannenden Stoff recherchieren zu können. Das ganze ist nicht ganz ungefährlich.

Lenja als Protagonistin war anfangs nicht ganz mein Fall, sie war mir zu fixiert auf ihren Verflossenen, da sie an nichts anderes mehr dachte.
Im Laufe der Geschichte entwickelte sie sich aber zu einer Frau, die ich mochte und die ich sehr gern begleitet habe.

Obwohl es hauptsächlich um Lenja und ihren Vorsatz, Ben zurückzuerobern geht, erhält Tim, Lenjas Freund und Kollege, einen eigenen Erzählstrang. Da Lenja einfach in Urlaub gegangen ist, muss er nun die fehlenden Drehbücher schreiben und die Firma am laufen halten, was ihm zunehmend schwer fällt. Zumal ihm auch noch Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

Es ist ein Roman, mit dem ich mich sehr gut unterhalten fühlte. Ein Buch, bei dem man die Seele baumeln lassen kann und die man einfach auf sich wirken lässt. Man kann locker abschalten und sich einfach auf sie einlassen.
Ein Liebesroman mit ein paar kriminellen Aspekten, bei dem man sich keinen Moment langweilt, im Gegenteil, man will als Leser wissen, wie es ausgeht und mag das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Ein tolles Buch für zwischendurch, das ich gern weiterempfehle.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das U-Boot auf dem Berg

Ulrich Fasshauer , Regina Kehn
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei TULIPAN VERLAG , 20.01.2017
ISBN 9783864293672
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mauritius ist ein Einzelgänger, der keine Freunde hat. Er ist fast 12 Jahre alt und wird in der Schule der Blobfisch genannt. Den Namen haben ihn Klassenkameraden gegeben, als er sich einmal zu einem Thema in der Schule gemeldet hatte, das ihn wirklich interessierte.
Mauritius ist fasziniert von der Tiefsee, liest darüber sehr viel und weiß recht gut bescheid. 
Er hat eine imaginären Freund, Herrn Glimm. Das ist ein Fantasiefisch, der Mauritius' Kummer auffrisst
Sein 12. Geburtstag steht an und seine Eltern fragen ihn, was er sich denn wünschen würde. Er wünscht sich ein U-Boot, denn Fußbälle hat er schon, obwohl er Fußball nicht einmal mag. Seine Eltern sind enttäuscht.
Eines Tages ist plötzlich sein durchgeknallter Onkel da und zieht vorübergehend in Mauritius' Zimmer, was dieser nicht ganz so toll findet.
Aber er merkt recht schnell, dass sein Onkel so ganz anders ist als andere Menschen, verrückt und ein wenig gaga. Aber Langeweile gibt es bei ihm nicht und das macht ihn zum Favoriten von Mauritius, der nur noch eins will, auch so verrückt sein wie sein Onkel. 

Als sein Geburtstag naht, würde er gern Mieke, die Nachbarstochter, einladen, aber so richtig traut er sich nicht. Das Ende vom Lied ist, dass er die gesamte Klasse einlädt und der Onkel das Chaos komplett macht, denn er hat ein ganz besonderes Geschenk für Mauritius...

Mauritius ist ein Junge, der es schwer hat. Er wohnt mit seinen Eltern in einer alten Mühle und muss nun sein Zimmer räumen, als urplötzlich Onkel Christoph vor der Tür steht. Aber mit dem Onkel ändert sich sein Leben komplett. Dessen Ideen treffen nicht immer auf seine Zustimmung, schon gar nicht, wenn er mit ihm zur Schule kommt. Aber was hat er an sich, dass die Leute ihn trotzdem mögen, selbst seine Lehrerin? Onkel Christoph ist anders, fast immer gut drauf und nimmt sich Zeit für Mauritius. Das ist etwas, was seine Eltern sehr selten haben. So ist es nicht verwunderlich, dass er viel Zeit mit seinem Onkel verbringt und diesen verehrt.
Aber die Sache hat einen Haken, nicht alle Ideen sind wirklich gut überlegt. Einige sind sogar gefährlich, die Mauritius letztendlich wieder zum Alleingänger stempeln.

Ein ungewöhnliches Kinderbuch, das der Autor Ulrich Fasshauer hier vorlegt. Er erzählt die Geschichte eines Jungen, der für die Tiefsee lebt und sich mit diesem Hobby ins Ausseits manövriert hat.
Erst als sein Onkel auftaucht, kommt er ein wenig aus seiner Ecke heraus und wird offener und mutiger.
Mauritius lernt mit der Wesensart seines Onkels umzugehen und muss später sogar erkennen, wie er wirklich ist. 

Es ist ein Buch über Freundschaft, Krankheit und erste Verliebtheit und wurde für 10 - 12-jährige Kinder geschrieben. Die Geschichte zeigt auch, dass man an seine Träume glauben soll und dass sie vielleicht ja doch einmal in Erfüllung gehen.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

humor, tiffan, liebe, feuerwehrmann, katzenroman

Tiffany

Larissa Schwarz
Flexibler Einband: 164 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 07.02.2017
ISBN 9783740724832
Genre: Liebesromane

Rezension:

Katzenbesitzer kennen das. Katzen miauen, kratzen, schmollen, ignorieren ihr Personal. Warum sie das tun, bleibt meist ungewiss.
Genau so hält auch Juli es, sie redet mit ihrer Katze Tiffany. Wenn Tiffany Hunger hat, gibt sie es laut und deutlich zum besten, meist versteht Juli das auch und reagiert, aber alles andere? Was will sie, womit ist sie nun wieder nicht einverstanden? Fragen, die niemand beantworten kann, oder doch?

Eines Tages, Juli redet wieder mit Tiffany, antwortet diese ihr. Es ist nicht erkennbar, wer von den beiden sich mehr erschreckt hat.
Nachdem sich beide an den Gedanken gewöhnt haben, merken sie, wie positiv das alles sein kann. Vor allem Tiffany scheut sich absolut nicht, ihrem Personal mitzuteilen, was ihr alles nicht gefällt und was geändert werden könnte.
Das fängt ganz harmlos mit der Lieblingssorte des Fresschens an und hört mit dem gewünschten neuen Schlafplatz noch lange nicht auf.

Es könnte ja alles so schön sein, wenn Juli nicht Leander kennengelernt hätte. Tiffany gefällt es so gar nicht, dass da jemand auf der Couch sitzt, der zwar nett ist, der ihr aber ihre Position bei Juli streitig machen will.
Juli widerum weiß nicht so recht, wie sie die Tatsache Leander gegenüber ansprechen soll, dass sie mit Tiffany redet. Was sollte er von ihr denken? Wird er sie für völlig durchgeknallt halten?
Irgendwann dann stellt auch Tiffany Juli vor die Wahl, er oder sie, wie soll sich Juli entscheiden?

Wie gern würde ich als Katzenbesitzer wissen, was genau meine Fellnasen wollen. Es wäre schon ein Vorteil, wenn man sich mit ihnen verständigen könnte. Was könnte man noch tun, um es ihnen gut gehen zu lassen, welche Probleme haben sie?
Aber wie alle anderen muss auch ich alles raten oder erahnen.

Juli, die Protagonistin des Buches von Larissa Schwarz, hat das Glück, ganz urplötzlich mit ihrere Katze sprechen zu können. Das hat jedoch zur Folge, dass Tiffany Forderungen stellt, die nicht wirklich bescheiden zu nennen sind. 
Auch wenn man seine Katze liebt, muss man ihr jeden Wunsch erfüllen? Zumal diese auch nicht immer preiswert sind.

Das Buch ist unterhaltsam, humorvoll und lädt das ein oder andere mal zum schmunzeln ein. 
Es macht Spaß, Tiffany und Juli bei ihren Gesprächen zu belauschen und sich seinen Teil zu denken.
Tiffany braucht ein Spielzeug, klar. Aber die Auswahl, die sie dann trifft, ist schon ein wenig makaber und ich möchte gern unsichtbar dabei sein, wenn sie in Gegenwart von Gästen damit spielt. Da geht mein Kopfkino mit  mir durch.

Tiffany ist ein wenig zickig und bringt das auch ganz gut rüber. Juli, die ihre Katze liebt, versucht alle ihre Wünsche zu erfüllen, was nicht immer honoriert wird, aber Tiffany ist eben eine Katze und die haben bekanntlich ihren eigenen Kopf.

Ein wirklich schönes Buch, das man aufgrund der vorhandenen 157 Seiten schnell durchgelesen hat.
An dem Buch haben mit Sicherheit nicht nur Katzenliebhaber ihre Freude.

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100 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 55 Rezensionen

thriller, john katzenbach, cold cases, usa, krimi

Die Grausamen

John Katzenbach , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426306031
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sie sind schon ein ungewöhnliches Gespann, das man da zusammengetan hat, Gabriel (Gabe) Dickinson und seine Partnerin Marta Rodriguez-Johnson.
Gabe wurde in die neu gegründete Cold-Case-Abteilung gesteckt, weil aus dem ehemaligen Topp-Polizisten ein Alkoholiker wurde, der seit einem Bootsunfall, bei dem sein Schwager ums Leben kam, sein eigenes nicht mehr auf die Reihe bekam. Seine Ehe wurde geschieden, sein Sohn  blieb bei seiner Frau. Der einzige Freund, der ihm blieb, war der Alkohol.
Marta ist Witwe und lebt allein mit Tochter und Mutter zusammen. Sie arbeitete bei der Drogenfahndung, bis sie bei einem Einsatz versehentlich ihren Partner erschoss. Ihre Kollegen vertrauen ihr nicht mehr, ja schlimmer noch, sie vertraut sich selbst auch nicht.
Die beiden sind nunmehr für alte, ungelöste Fälle verantwortlich. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die mehr von Langeweile geprägt waren, stoßen sie auf 4 Fälle, die 20 Jahre zurückliegen. Als sie anfangen, darin herumzustochern, tut sich ihnen ein weiterer Fall auf, dem Verschwinden der 13-jährigen Tessa. Gibt es zwischen diesen Fällen einen Zusammenhang und warum scheint es noch immer brisant zu sein, sich mit ihnen zu beschäftigen? ...

Zwei verkrachte Existenzen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch müssen sie miteinander klarkommen, sich arrangieren. Es dauert eine Weile, bis sie wissen, wie sie den jeweils anderen zu nehmen haben. 
Gabe und Marta haben sich die 5 Fälle vorgenommen, die ihrer Meinung nach zusammenhängen. Sie graben tief in den 20 Jahre zurückliegenden Fällen. Die Chance, nach all der Zeit überhaupt noch neue Erkenntnisse gewinnen zu können, ist verschwindend klein und doch geben sie nicht auf. 
Es dauert nicht lange, bis sie jemandem auf die Füße getreten sind, man will sie von den Fällen abziehen, aber für sie geht es jetzt um alles. Irgendwer will verhindern, dass sie ihre Arbeit machen. Tote pflastern ihren Weg, es macht irgendwie keinen Sinn.

Zur Polizeiarbeit und der erneuten Spurensuche nach den Mördern nimmt der Leser auch Anteil an das Leben der beiden Protagonisten Marta und Gabe. Man erlebt beide an den Wendepunkten ihres Lebens. Sie können beide nicht tiefer sinken, sie wissen es, nehmen ihre letzte Chance an und wollen sie zum Erfolg führen. Sie kommen aber auch an den Punkt, an dem es nicht schlimmer werden kann und an dem ihnen die Konsequenzen klar sind, wenn sie dort weitermachen. Man will sie stoppen, aber das ist für sie keine Option mehr.
Sie lernen, einander zu vertrauen, doch bis dahin ist es ein langer Weg.

Ein spannender Thriller, der mit dem Verschwinden der 13-jährigen Tessa beginnt, die nach dem Besuch bei einer Freundin nicht nach Hause kam.
Der Fall wurde nie gelöst, erst 20 Jahre später interessiert man sich wieder dafür.
Während man zu Beginn des Buches, nach dem Prolog, ruhig in die Geschichte eingeführt wird, nimmt sie anschließend Fahrt auf. Die Ereignisse überschlagen sich und die Spannung steigt. Man fiebert als Leser mit, rätselt, wie könnte es zusammenhängen, wer sind der / die Mörder? 
Auch wenn ich für mich eine These aufgestellt hatte, musste ich sie durch immer neu hinzugekommende Erkenntnisse revidieren bzw. anpassen. Obwohl ich mit meiner Vermutung nicht so verkehrt lag, überraschte mich das Ende dann doch.

Hat man sich in die Geschichte eingelesen, will und kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Man ist gefesselt und mag nicht mehr aufhören zu lesen. 
John Katzenbach lässt den Leser unmittelbar an den Gedanken der Protagonisten teilhaben. Kenntlich gemacht sind sie in kursiver Schrift, mal sachlich, mal sarkastisch, aber immer als Ergänzung zum gerade geschehenen.

Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, grübele ich noch immer über den deutschen Titel nach "Die Grausamen". Ganz erschließt er sich mir nicht. Ich bin mit anderen Erwartungen herangegangen, die mir der Titel suggeriert hat, die sich jedoch nicht erfüllten.

Es ist ein Thriller, den ich sehr gern weiterempfehle. Spannend von der ersten Seite an, mit einem stetig steigenden Spannungsbogen und mit einem überraschenden Ende.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

hennig

Leilani - Die Blume des Himmels (Blütenträume 2)

Annette Hennig
E-Buch Text: 338 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 04.04.2017
ISBN 9781477828182
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es kommt eins zum anderen. Nicht nur Rose, Leilanis Mutter, stirbt, sondern ihr verheirateter Kollege und zudem Liebhaber wendet sich ungeniert einer jüngeren Kollegin zu.
Während sie den Nachlass ihrer Mutter durchsieht und auf deren Wunsch das Haus verkaufen will, findet sie ein Gemälde, das recht wertvoll zu sein scheint und welches eine Villa darstellt. Leilani kann sich schwer vorstellen, wie ihre Mutter an dieses Gemälde gekommen sein soll, denn finanziell wäre sie definitiv dazu nicht in der Lage gewesen. Da sie momentan nichts mehr in Hannover hielt, macht sie kurzerhand gemeinsam mit ihrer Freundin Urlaub und ist auf den Weg an die Küste, wo sie recht bald auch dem Charme der Insel Rügen unterliegt.
Tief vom Verrat ihres Liebhabers getroffen, nimmt sie die Chance eines Neuanfangs auf der Insel Rügen war, als sie sich ihr in Form einer Praxis dort bietet...

Auch dieser Roman der Autorin Annette Hennig spielt auf 2 Zeitebenen. Während die in der Vergangenheit die Zeit von 1945 bis 1961 umfasst, spielt die andere im Jahr 1990 als Gegenwart.
Der Vergangenheitsteil schließt nahtlos an Teil 1, "Floras Traum vom roten Oleander" an. Der Leser erfährt, wie es mit der Familie von Langenberg weitergeht, wobei das Hauptaugenmerk auf das Heranwachsen von Viola geht. Flora von Langenberg, ihre Mutter, hat noch immer das Zepter in der Hand und bestimmt nach eigenem Gütdünken über die Geschicke ihrer Familie. Obwohl als Mensch sehr dominant und fast nicht tragbar, ist sie andererseits erfolgreich und durchsetzungsfähig. Deutlich spürbar ist die Abweisung, die Flora ihrer Tochter Viola entgegenbringt.
Die Reue kommt zu spät, Viola und auch ihrer geliebten Schwester Rose gegenüber.

Im Jahr 1990 ist Leilani die Hauptprotagonistin, eine Ärztin, die in Hannover lebt. Nach dem Tod der Mutter und dem Vertrauensbruch ihres Liebhaber zieht sie sich auf die Insel Rügen zurück, wo sie einen Neuanfang wagt. Das Gemälde, das sie von ihrer verstorbenen Mutter hat, lässt sie Nachforschungen betreiben. Sie findet das Haus auf Rügen. Ihr kommen Fragen und Zweifel, wer war ihre Mutter Rose? Sie war ihre einzige Verwandte, aber stimmte das so? Fragen zu ihrem Vater wurden nie beantwortet. 
Andere Gegenstände kommen ihr zwischen die Finger, die neue Fragen aufwerfen. Wird es ihr gelingen, diese Fragen alle zu beantworten?

Sehr gekonnt hat Annette Hennig wieder die beiden Zeitebenen miteinander verwoben. Fragen, die nach dem Lesen des 1. Bandes beantwortet wurden, bringen neue auf. Auch dieser Teil endet mit einem Cliffhanger und lässt den Leser hoffend zurück, dass es mit der Fortsetzung nicht so lange dauern möge.

Altbekannte Protagonisten, wie beispielsweise Flora und Heinrich aus Teil 1 sind auch hier wieder anzutreffen, denn ihre Geschichte wird ja weitererzählt.
Neu hinzugekommen ist Leilani, eine sympathische junge Frau, die einfach nur Pech mit Männern hat. Auch wenn sie zu Beginn des Buches noch einiges verklärt sah, so ist sie doch eine Frau, die weiß, was sie will und auch, was nicht. Sie muss man einfach mögen, ob man will oder nicht.
Mit Flora ist das so eine andere Sache. Ich weiß nicht wirklich, ob ich die Frau so verdammen soll, wie ich es fühle. Sie ist inzwischen eine alte Frau, die versucht, einiges gut zu machen, zwar immer noch sehr dominant, aber doch bemüht, vergangenes Unrecht wieder gut zu machen.

Ich mag Bücher mit Familiengeheimnissen, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen. 
So ist es für mich einfach ein Muss, die Bücher von Annette Hennig zu lesen. Sie kann das, nimmt mich mit auf die Reise und zieht mich in den Strudel der vergangenen und gegenwärtigen Zeit. Durch Angaben der Zeiten fällt es dem Leser leicht, sich zu orientieren. 
Es ist eine wunderbare Geschichte, die noch immer nicht zu Ende ist. Ich fühlte mich wohl beim Lesen und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Das Buch und ich waren verwachsen, schließlich wollte ich wissen, wie es ausgeht.
Nun heißt es wieder warten, bis der letzte Teil der Trilogie erscheint.

Ich mag die Bücher der Autorin und empfehle sie immer gern weiter, so dass ich auch für dieses nur eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen kann.
Jedoch sollte vor dem Lesen dieses Buches der 1. Teil gelesen werden.

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

titanic, liebe, christiane lind, rache, intrige

Weiße Rosen und die Titanic

Christiane Lind
E-Buch Text: 316 Seiten
Erschienen bei null, 18.03.2017
ISBN B06XMXQSJS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Luise und Paula sind Freundinnen seit Kindertagen. 
Paula, die aus gutgestelltem Hause kommt, hat mit ihren Eltern gebrochen und gemeinsam mit Luise in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Sie arbeiten beide am Theater, Paula als Schauspielerin und Luise als Kostümbildnerin. Beide lieben ihre Arbeit und finden Erfüllung darin, bis sie von einem auf den anderen Tag arbeitslos werden.
Es scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben, denn zeitgleich verlieren sie auch ihre Wohnung. Nun ist guter Rat teuer.
Da passt es ganz gut, dass sie beide Tickets für die erste Klasse auf der Titanic haben, die ihnen ein Jugendfreund von Paula aus Amerika geschickt hatte.
Sie haben keine Wahl, sie müssen auf das Schiff, in Berlin oder anderswo haben sie keine Perspektive, zumal ihnen auch noch ein gefälschter Schuldschein das Leben schwer macht. Wird ihnen ein Neuanfang in Amerika gelingen?...

Paula und Luise haben sich vor vielen Jahren einen Feind gemacht. Sie waren noch Kinder, aber der Feind vergaß nicht. Im Gegenteil, er steigerte sich in eine Liebe, auf Paula fixierend, hinein, die ihn handeln ließ. 
Paula, die am Theater ständig mit weißen Rosen von einem ihr unbekannten Verehrer bedacht wurde, ist nicht ganz unglücklich darüber, dass sie nunmehr ihr Leben in Berlin aufgeben soll, kann sie doch auf diesem Weg ihrem Stalker entkommen. 
Sie geben alles auf, um in Amerika neu anfangen zu können.

Sie sind Passagiere auf der Titanic, dem unsinkbaren Schiff. Ein Schiff, das Geschichte geschrieben hat, jedoch keine rühmliche.
Selbst am Landungssteg überlegen die beiden Frauen noch, ob sie es wirklich wagen sollen, denn die Omen stehen schlecht. Eine Frau weigert sich auf das Schiff zu gehen, sie hatte von einem Unheil geträumt. 
Aber Paula und Luise können nicht anders, sie müssen auf dieses Schiff, das zugegebenerweise ein absoluter Traum ist. Sogar Passiere der 3. Klasse reisen mit ihm komfortabler als auf anderen Schiffen. 

Während Luise sich mit dem Steward Leonard anfreundet und sie sich in ihn verliebt, hat Paula die Bekanntschaft mit Ferdinand von Fahlbusch gemacht. Ein Mann, den sie teils nett findet, der aber andererseits auch für Gänsehaut sorgt. Wohl fühlt sie sich nicht unbedingt in seiner Nähe, obwohl er seinen Charme spielen lässt.

Die Autorin Christiane Lind lässt den Leser nicht nur an den Gefühlen der Protagonisten teilnehmen, sie nimmt den Leser auch mit auf eine unbeschreibliche Fahrt auf der unsinkbaren Titanic.
100 Jahre ist es her, dass dieses atemberaubende Schiff seinerzeit zu seiner Jungfernfahrt auslief, aber nie sein Ziel Amerika erreichte. Viel hat man bislang darüber gelesen, gesehen und gehört.

Mit ihrem Buch hat die Autorin jedoch den Leser an den Ereignissen teilhaben lassen. Während sich menschliche Tragödien abspielen, ist man unmittelbar dabei, den Verlauf der letzten Stunden dieses unsinkbaren Schiffs mitzuerleben.
Man spürt förmlich die Angst und Panik der Menschen, die sich auf diesem Schiff aufhalten. Mit 20 Rettungsbooten ist das Schiff definitiv unterbesetzt, so dass von vornherein absehbar ist, wie es ausgehen wird. 
Der Leser ist vom Erstkontakt mit dem Eisberg bis zum Sinken der Titanic dabei, auch noch, wenn die geretteten Passagiere geborgen werden. Man hat das Gefühl, die Stimmen aus dem Wasser zu hören, das Sinken life mitzuerleben.
Christiane Lind hat nicht nur die Titanic selbst hervorragend recherchiert, selbst die Ereignisse der Schiffskatastrophe und die Rettung der Überlebenden werden glaubwürdig widergegeben. 

Viele Überraschungen bringt das Buch nicht. Die Katastrophe der Titanic, deren Ursachen und Ausgang sind hinlänglich bekannt. Auch innerhalb der Story gibt es wenig Überraschungen, die man nicht schon vermutet und erwartet hat.

Die Kombination von Liebesgeschichte und historischem Hintergrund macht den Reiz des Romans aus. Durch die detaillierten Beschreibungen der Titanic konnte ich mich mittels Kopfkino auf der Titanic umschauen, habe im großen Saal diniert, bin die Gänge entlang gelaufen und habe das Deck gesehen wie auch vieles andere. Die Faszination Titanic lebt auch noch nach 100 Jahren und begeistert.
Christiane Lind hat einen packenden Roman vorgelegt, der nicht nur unterhält, sondern der auch den Leser auf eine Reise mitnimmt, von der es keine Wiederkehr gibt.

Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter. 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

italien, liebe, toskana, romantik, baumann

Das Gut in der Toskana

Margot S. Baumann
E-Buch Text: 366 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 07.03.2017
ISBN 9781477821084
Genre: Sonstiges

Rezension:

Allegra arbeitet in Frankfurt / Main gemeinsam mit ihren Eltern, die ein Bestattungsunternehmen betreiben. Als ihr italienischer Großvater einen Schlaganfall erleidet, ist sie es, die sich auf den Weg macht, um ihm hilfreich zur Seite stehen zu können. Was sie jedoch nicht erwartet hatte, war der unfreundliche Empfang ihres Großvaters, den sie so nicht wiedererkannte. Der sonst so liebevolle und herzliche Mensch hat sich irgendwie in Luft aufgelöst. Allegra jedoch lässt sich nicht vergraulen, auch nicht, als sie auf Massimo trifft. Massimo ist der Neffe des Gutsbesitzers Lorenzo Ferretti, der ein langjähriger Freund von Allegras Großvater ist und auf dessen Landgut dieser lebt.
Massimo ist ein gut aussehender Mann mit Machogehabe, der in Allegra widersprüchliche Gefühle auslöst. Treffen die beiden aufeinander, sieht man die Funken förmlich fliegen, bis sie sich zusammentun, um einem Familiengeheimnis auf die Sprünge zu kommen...

Die Autorin Margot S. Baumann entführt den Leser mit ihrem neuesten Werk in die Toskana.
Durch ihre gekonnte bildhafte Beschreibung hat der Leser das Gefühl, sich vor Ort zu befinden. Jedenfalls erging es mir so. 
Die Beschreibungen der Landschaft versetzten mich in die Toskana, ließen mich die Luft schnuppern und ein Gefühl des Erkennens aufleben, obwohl ich noch nie dort gewesen war.

Allegra ist nicht ganz unglücklich darüber, dass sie es ist, die zu ihrem Großvater fahren soll, nachdem dieser einen Schlaganfall erlitten hatte.
Im Betrieb ihrer Eltern erledigt sie die Buchhaltung, was sie nicht gerade glücklich macht, die Arbeit füllt sie nicht völlig aus. So kommt ihr die Abwechslung, die sie in der Toskana erwartet, gerade recht. Dass sie dabei wieder ihren liebevollen Großvater trifft, freut sie umso mehr. 
Wie überrascht aber ist sie, als sie statt dessen einen mürrischen, schlecht gelaunten Mann antrifft, der so gar keine Ähnlichkeit mit ihrem Großvater hat und der sie am liebsten gleich wieder nach Hause schicken würde.
Aber Allegra ist nicht der Mensch, der sich von irgend etwas abschrecken lässt, sie kann mindestens genauso stur wie ihr Großvater sein.
Auf dem Landgut, auf dem ihr Großvater lebt, trifft sie auf den Angestellten Massimo, nicht wissend, dass er der Neffe des Gutsherren ist. Ihn hält sie für anmaßend, frech und unkompetent, was neben den Missverständnissen auch zu Reibereien kommt. Obwohl sie sich nicht leiden können, besteht eine Anziehung zueinander, der sie sich zu widersetzen versuchen.
Massimo, der noch an seiner Verlobten festhält, stellt das ein oder andere mal fest, dass Allegra sich in bestimmten Dingen wie seine Verlobte verhält. Demzufolge sind doch eh alle Frauen gleich und kennt man eine, kennt man alle.
Erst als sie aufeinander angewiesen sind, um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, erkennen sie, wie der jeweils andere wirklich tickt.

Zum wiederholten Mal hat mich die Autorin in eine mir fremde Umgebung versetzt. Wie gehabt versteht sie es, den Leser in genau diese hineinzuversetzen, sich dort wohl zu fühlen. Am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt, um genau das sehen zu wollen, was sie den anderen Touristen aus dem Roman gezeigt hat.
Die Protagonisten Allegra und Massimo machen im Laufe der Geschichte eine Wandlung durch. Obwohl sie mir schon von Beginn an sympathisch waren, verstärkte sich das Gefühl bei mir, als ich miterleben durfte, wie sie einem Geheimnis auf die Spur kommen wollten. Mit Tricks und Überlegung gelingt es ihnen, gemeinsam Informationen zu sammeln, an die der einzelne nicht gekommen wäre. Durch das Zusammenspiel der beiden können sie neues Leid vermeiden.

Das Zusammenspiel von Story, den landestypischen Beschreibungen und der Entwicklung der Geschichte ist stimmig. Gerne habe ich mich gemeinsam mit den Protagonisten in der Toskana aufgehalten und mit ihnen gestritten, gelebt und erkundet. Ich fühlte mich wohl dort und habe traurig die letzte Seite umgeschlagen. Traurig, weil die Geschichte zu Ende war und ich mich von den Protagonisten verabschieden musste.
Das Buch wurde wieder mit einem wunderschönen Cover versehen, das schon stimmlich auf die Toskana einstimmt.
Wie schon so oft, auch dieses Buch der Autorin empfehle ich sehr gern weiter.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

oman, wüste, geheimnis, archäologie, geheimnisse

Das Versprechen der Wüste

Katherine Webb , Katharina Volk , Anna Thalbach , Gabriele Blum
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 14.11.2016
ISBN 9783837135770
Genre: Romane

Rezension:

Für Joan Seabrook geht ein Traum in Erfüllung, als sie gemeinsam mit ihrem Verlobten Rory die Gelegenheit erhält, in den Oman zu gehen. Dort will sie nicht nur ihren Bruder Daniel besuchen, der dort als Soldat stationiert ist, sondern sie will auch ihr großes Idol Maude Vickery treffen. Diese ist eine bekannte und inzwischen gealterte Entdeckerin des Oman, hat diesen bereist und ihn entdecken dürfen.
Es kommt auch zu einem Treffen, aber Joan kommt von diesem sehr ernüchtert wieder zurück. Maude gab sich ihr gegenüber sehr abweisend und hat ihr auf den Kopf zugesagt, was sie von deren Entdeckerlust hält. 
Es wird weitere Treffen geben und die beiden Frauen freunden sich ein wenig an. Dann wird Maude sie eines Tages um einen Gefallen bitten...

Die Autorin Katherine Webb entführt den Leser in die arabische Welt, in den Oman ins Jahr 1958. 
Während Joan voller Elan in den Oman fährt, mit der Hoffnung, dass sie diesen bereisen und erkunden darf, muss sie feststellen, dass im Land Krieg herrscht und sie ihre Wünsche zurückschrauben muss. Ihr einziger Hoffnungsschimmer liegt nunmehr an einem Treffen mit ihrem Vorbild Maude Vickery, die sie seit jeher bewundert.
Während sie diese ab und an besuchen darf, entfremdet sich ihr Verlobter ihr gegenüber immer mehr und obwohl sie hinter den Grund kommt, hält sie an ihm fest.

Erst der britische Kommandant Charlie Elliott macht es ihr möglich, dass sie sich im Land umsehen und sie auch Abenteuer erleben kann.

Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. 
Der eine Erzählstrang liegt im Jahr 1958 und spiegelt die gegenwärtigen Ereignisse um Joan und Maude dar.
Ein weiterer Erzählstrang spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in dem man Maude als junge Frau erleben kann, wie sie die Wüste durchquerte. Das allein war schon eine gewaltige Leistung, dass sie eine Frau war, machte die Sache noch interessanter.

Aus der anfänglich ein wenig naiven Joan wird im Laufe der Geschichte eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will und das auch durchzusetzen versteht. Bei einigen Dingen in ihrem Leben braucht sie zwar einen kleinen Anstupser, aber einmal in die Spur gebracht, bringt sie die Dinge auch zu Ende.

Als Leser ist man bei allem nahe dabei, erkundet mit den Frauen den Oman und steht ihnen bei ihren Entscheidungen zur Seite.
Auch wenn das Buch einige Längen hat, ist man gepackt von der Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Man möchte wissen, wie sie ausgeht und verschlingt die Seiten.
Mit dem Handlungsort Oman ist die Autorin einmal andere Wege gegangen als in ihren vergangenen Büchern, die bislang immer in England spielten. Sie hat sich mit dem Oman auseinandergesetzt und sehr gut recherchiert, was sich auch im Buch wiederspiegelt.
Die Autorin vermittelt in ihrem Buch auch ein wenig arabisches Zeitgeschehen, das man so, zumindest ich, nicht kannte.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch erleben dürfen und somit den Stimmen von Anna Thalbach und Gabriele Blum lauschen dürfen. Die beiden geben Joan und Maude ihre Stimme und machen so das Gehörte ein wenig plastischer. Es ist ein Vergnügen, ihnen zuzuhören.

Ein etwas anderer Roman der Autorin, fernab von England, aber nicht weniger spannend als ihre herkömmlichen Bücher.

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