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60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

fantasy, rache, mittelalterliche welt, königsschwur, abenteue

Königsschwur

Joe Abercrombie , Kirsten Borchardt
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.01.2015
ISBN 9783453315990
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Prinz Yarvi von Gettland hat nie damit gerechnet, ein König zu werden. Als zweiter in der Thronfolge und nur mit einer funktionstüchtigen Hand geboren, strebte er stets ein Leben als Gelehrter an. Doch kurz vor seiner Prüfung ereilt ihn die unglaubliche Nachricht: Sein Vater und sein Bruder wurden ermordet - Yarvi ist der neue König von Gettland. Unglücklich fügt er sich seiner neuen Rolle, doch nicht lange. Denn schon kurze Zeit später wird er verraten und entgeht knapp einem Mordanschlag, nur um als Sklave verkauft zu werden. Auf einem Schiff, angekettet an den Riemen, mit Peitschenschlägen, die ihm die Haut aufreißen, schwört er einen heiligen Eid: Rache an den Verrätern zu nehmen und seinen Thron zurückzuholen - auch wenn er nur ein halber Mann ist...

Meine Meinung
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn ich habe sehr viel Gutes von Joe Abercrombie gehört, daher wollte ich unbedingt ein Buch von ihm lesen. Schon zuvor hatte ich gelesen, dass es sich bei Königsschwur eher um Jugendfantasy handeln und es sich vom Stil her doch etwas von seiner Erwachsenenfantasy unterscheiden würde, aber da ich gerne sowohl als auch lese, ging ich mit einer optimistischen Einstellung an das Buch heran. Alles in allem hat es mir auch gut gefallen. Doch es gab leider auch einige Dinge, die mich an dem Buch gestört haben, weswegen ich es nicht ganz so gut bewerten kann, wie ich es eigentlich gerne möchte. Aber fangen wir erst einmal mit den positiven Aspekten an.

Ich mochte Yarvi. Selten werden Invalide (oder Krüppel, um es hart auszudrücken) zu Protagonisten. Es ist ja auch ein schwieriges Thema, da man sich mit dem Protagonisten identifizieren möchte und niemand identifiziert sich gerne mit jemandem, der versehrt ist. Der irgendwie entstellt ist. Aber genau das machte den Reiz bei Yarvi aus, denn ansonsten wäre er ziemlich unspektakulär gewesen. Durch seine angeborene Behinderung ist er etwas Besonderes, auch wenn er in seiner Welt eher immer wie ein Aussätziger behandelt wurde. Obwohl er ein Prinz ist. Diese Behinderung und die Ablehnung der anderen Menschen haben ihn sehr geprägt, so ist er ein stiller und in sich gekehrter junger Mann (Junge? Keine Ahnung, man erfährt leider nie genau, wie alt Yarvi ist), der keine Blicke auf sich ziehen und einfach nur als Gelehrter arbeiten möchte. Durch den Tod seines Vaters und seines älteren Bruders wird ihm all das genommen und aus einem unwilligen Prinzen wird ein unwilliger König. Im Verlauf der Handlung macht er eine enorme Entwicklung durch, die ich einerseits mochte und bewunderte, die mich andererseits aber auch manchmal etwas ärgerte. Aber dazu später mehr.

Die Welt, in der Königsschwur spielt, gefiel mir auch sehr gut. Hier ist nichts mit eitel Sonnenschein. Gettland und die umliegenden Länder sind karg und rauh, genau wie ihre Menschen. Es gibt barbarische Opferrituale und Sklavenhandel. Viele Kriege von vielen eitlen Königen werden geführt. Und wer als schwach gilt hat schon in der Welt verloren. Es ist also kein Wunder, dass Yarvi für diese Welt eigentlich nicht der richtige König ist. Man merkt schnell, dass das Weltbild skandinavisch angehaucht ist. Mehrmals fühlte ich mich an Wikinger erinnert, was ich wirklich mochte. Auch die Einstellung der meisten Charaktere war überzeugend und passend. So entpuppen sich einige Feinde noch als wichtigste Verbündete und sowieso spürt man, was es heißt, wahre Freunde an der Seite zu haben. Die Zeit, in der Yarvi als Rudersklave auf dem Schiff Südwind gearbeitet hat, hat mir auch sehr zugesagt, da man durch sie verstand, wie Yarvi härter werden konnte. Spaß hatte ich an der Schiffsführerin Schadikschirram, die immer wieder betonte, was für ein mitfühlender Mensch sie doch sein würde.

Auch wenn Joe Abercrombie hier eher für eine etwas jüngere Leserschaft schreibt, so gefiel mir sein Stil hier jedoch ziemlich gut. Er ist eine gelungene Mischung aus "harmloser" Jugendliteratur und der extra Portion Splatter mit Blut und Kraftausdrücken. Ich mag es nämlich nicht, wenn es extrem harmlos zugeht und alles nur vorsichtig umschrieben wird. Dabei darf es aber auch nicht zu blutig oder zu derbe zugehen, wenn man für Jugendliche schreibt und ich finde, dass Joe Abercrombie diesen Mix gut getroffen hat.

Kommen wir zu den Punkten, die mich bei dem Buch ein wenig gestört haben. Ich fand den Aspekt der Religion eigentlich sehr interessant und meistens auch gut umgesetzt, aber dass alles den Titel Vater oder Mutter hatte, fand ich mit der Zeit anstrengend. Vater Erde, Mutter Meer, Vater Friede, Mutter Krieg... Außerdem fiel es mir manchmal schwer, bei den ganzen Göttern durchzublicken. Vielleicht hätte Joe Abercrombie da nicht so viel reininvestieren sollen, denn meiner Meinung nach ist er etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Die Handlung war extrem vorhersehbar. Das ist, glaube ich, das größte Manko des Buches. Und das sage ich nicht als jemand, der schon viel Fantasy gelesen hat und dementsprechend den ein oder anderen typischen Fantasy-Kniff kennt. Yorvi wird verraten - ich wusste schon nach den ersten Seiten, wer den jungen König verraten würde. Und ich sollte Recht behalten. Ein geheimnisvoller Sklave auf dem Schiff Südwind, der von allen nur Nichts genannt wird, erweckt Yarvis Aufmerksamkeit - sofort ahnte ich, was es mit diesem Sklaven auf sich haben würde. Und ich sollte Recht behalten. Selten gab es Überraschungen für mich, ich ahnte schon immer im Vorraus, was passieren würde. Selbst bei nur kleinen Entscheidungen und Informationen, die man als Leser erhielt, war für mich irgendwie immer klar, worauf es im Verlauf der Handlung hinauslaufen würde. Nur das allerletzte Kapitel konnte mich nochmal überraschen. Aber nicht mit dem, was aufgedeckt wurde, das ahnte ich nämlich auch schon, sondern mit dem, wie Yarvi darauf reagierte. Damit hätte ich nicht gerechnet und das war wirklich überraschend. War für mich auf das ganze Buch betrachtet aber einfach zu wenig. Richtig packende, spannende Fantasy lebt von Überraschungsmomenten und die fehlten für mich eindeutig.

Yarvi und seine Gefährten sind mir im Verlauf der Handlung schon irgendwie ans Herz gewachsen, daher hatte ich das Gefühl, dass Joe Abercrombie mit dem Leben der Freunde Ene mene miste gespielt hat. Die Tode kamen mir willkürlich vor und auch wenn klar ist, dass so eine Geschichte nicht alle überleben können, fand ich die Tode unnötig und traurig. Zumindest hätte ich mir eher gewünscht, dass eine andere Figur abgetreten wäre, aber auch wie es mit dieser Person ausging war am Ende in Ordnung. Und Yarvi... Ich mochte ihn ja und auch seine Entwicklung fand ich irgendwie toll, aber gegen Schluss fand ich sie doch ein wenig inkonsequent. Einerseits wird er endlich härter und unnachgiebig, andererseits bleibt er der Schwächling und ist unfähig, sich selbst zu schützen, weswegen er seine Freunde in tödliche Gefahren bringt, weil sie ihn retten wollen. Natürlich wäre es unrealistisch gewesen, wenn er auf einmal ein Superheld gewesen wäre, der jeden Kampf gewinnt und nie wieder Hilfe braucht, aber bei zwei Szenen, da kam mir sein Verhalten so dumm und rückständig im Bezug auf seine Entwicklung vor, dass ich ihn gerne gepackt und einmal fest geschüttelt hätte. Es war unbefriedigend. Auch der Schluss war alles andere als das perfekte abgerundete Ende, was es auch nicht sein muss, aber auch das ließ mich leider ein wenig unbefriedigt zurück. Vor allem, da im zweiten Band nicht mehr Yarvi der Protagonist sein wird.

Fazit
Bei Königsschwur handelt es sich nicht um schlechte Fantasy und für Jugendliche oder Einsteiger ist das Buch sicherlich sehr geeignet, aber leider wies das Buch doch einige Mankos auf, die mein Lesevergnügen trübten. Doch Joe Abercrombie hat einen angenehmen Schreibstil und die Welt und die Figuren, die er erschaffen hat, haben mir gefallen. Den zweiten Band, Königsjäger , der im August 2015 erscheinen soll, werde ich auf jeden Fall lesen, auch wenn es eine andere Protagonistin geben wird, da er bei den Lesern besser ankam als der erste Band. Ich vergebe abschließend 3 von 5 Sternen !

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74 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 36 Rezensionen

cyberworld, jamie, jemma, zack, schottland

Cyberworld 2.0 - House of Nightmares

Nadine Erdmann
E-Buch Text
Erschienen bei null, 04.02.2015
ISBN B00T852OOI
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Es sind einige Monate vergangen, seit Jemma, Jamie und Zack den Brüdern Ned und Will bei der Suche nach dem Mind Ripper geholfen haben und hinter die schreckliche Wahrheit hinter der ganzen Geschichte gekommen sind. Jemma konnte Will verzeihen und Ned gewöhnt sich langsam aber sicher an seinen Körper. Da wird der Vater von Will und Ned von dem reichen Unternehmer Angus McLean nach Schottland eingeladen und darum gebeten, ihm einen künstlichen Körper zu erschaffen, seit er wegen eines Schlaganfalls an den Rollstuhl gefesselt ist. Ned soll Angus berichten, wie sich das Leben im Biokörper anfühlt und die Freunde begleiten ihn, damit er sich in Schottland nicht so alleine fühlt. Die kühle und unangenehme Aura, die das Herrenhaus die die Familie von Angus McLean ausstrahlen, führt dazu, dass die Jugendlichen sich dort sehr unwohl fühlen. Und als Angus plötzlich in ein Koma fällt, aus dem er nicht mehr zu erwachen scheint, müssen die Freunde wieder ins Cyberspace abtauchen und nach dem Bewusstsein des alten Mannes suchen - denn dort scheint es verschwunden zu sein...

Meine Meinung

Nach den Ereignissen aus dem ersten Band war ich sehr gespannt, wie es um die Gruppe um Jemma, Jamie, Zack, Will und Ned weiter gehen würde. Ned konnte erfolgreich sein Bewusstsein von seinem krebszerfressenen Körper lösen und in seinen neuen Biokörper verpflanzen. Dass das nicht so ganz folgenlos bleibt, ist ja klar, daher wollte ich gerne wissen, was die Umstellungen für Ned, seine Familie und seine Freunde bedeuten würde. Außerdem erhoffte ich mir eine spannende, düstere und auch gruselige Lektüre, denn allein schon der Titel  House of Nightmares verspricht so einiges.
Der Anfang des Buches ist recht seicht, man erlebt Zacks 17. Geburtstag. Jamie schafft es mittlerweile seit mehreren Wochen, ohne Rollstuhl zurecht zu kommen und alle sind mächtig stolz auf ihn, doch Jamie will mehr, er ist unzufrieden, dass er immer noch nicht so kräftig ist, wie er gerne wäre. Das Auftauchen von Russell erschwert die Situation auch noch, da dieser Eifersüchtig auf Jamies Beziehung zu Zack ist und Jamie deswegen schikaniert und sogar handgreiflich wird. Jamie tat mir in der Situation sehr leid und ich war schockiert von Russells Kaltherzigkeit, dass er einen körperlich behinderten Jugendlichen schlägt. Es wird jedenfalls sehr gut deutlich, dass Jamie immer noch unter seinen Umständen leidet, was man auf jeden Fall gut nachempfinden konnte. Kurz darauf geht es schon nach Schottland, wo die Freunde den reichen Unternehmer Angus McLean treffen, der einen Biokörper bekommen möchte, wie Ned einen hat.
Das erste Zusammentreffen der Freunde auf die Familie McLean war ein wenig überspitzt und übertrieben. Ich fand beide Seiten eigentlich ziemlich unhöflich, nicht nur die McLeans, aber irgendwie war die Szene mit dem Abendessen dann auch ganz lustig, und auch die weiteren gemeinsamen Situationen der Parteien waren ebenfalls gelungener, da kann ich gut über das etwas abstruse erste Aufeinandertreffen der Fronten hinweg sehen. Jedenfalls ist die Familie McLean sehr reich und von altem Adel und bildet sich viel darauf ein. Gleichzeitig ist die Familie verkorkster als jede normale Familie sein könnte. Es gibt Intrigen und Hass untereinander, Missgunst und Rache. Da wird Alkohol in rauen Mengen konsumiert und man schweigt sich gegenseitig an. Und wenn nicht geschwiegen wird, wird geschrien. Man möchte auf keinen Fall mit den Freunden tauschen und sich ebenfalls in dem Haus aufhalten. Angus ist unsympathisch und macht sich vor allem bei Ned unbeliebt, der ihm viele Fragen über den Biokörper stellt. Ich könnte mir vorstellen, dass das "Fachchinesisch" für den Ein oder Anderen Leser etwas langweilig sein könnte, aber ich fand es ganz interessant, alle möglichen Hintergrundinformationen bezüglich der Biokörper zu erhalten. Schon im ersten Band dachte ich, dass die Sache von der Autorin wirklich gut durchdacht war und auch in diesem Band merkt man, dass die Autorin gewisse physische und psychische Regeln beachtet und nicht wild drauf los fantasiert sondern auch Einschränkungen bedacht.
Das Buch ist eine gute Mischung aus Alltagssituationen und eigentlicher spannender Handlung. Man begleitet die Freunde ein wenig beim Sightseeing und erfährt als Leser selber einige Informationen über die Gegend, was mir gut gefallen hat, da ich selber noch nie in Schottland war. Man merkte, dass die Autorin sich da auskannte. Dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass die Autorin die Leser mit Info-Dumping zuballert, die wissenswerten Informationen wurden gut in die Handlung eingebaut. Neben den persönlichen Problemen der Protagonisten nimmt die Handlung an Fahrt auf, als Angus McLean ins Koma fällt und die Freunde herausfinden, dass er im neuen Cyber-Horror-Game "House of Nightmares" feststeckt. Es wird wirklich spannend und die Autorin schafft es, dass man sich selber in das Horror-Game hineinversetzt fühlt und sich alles bildlich vorstellen kann. Bei einigen Szene ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen und ich war von den eindrücklichen Beschreibungen sehr angetan. Anfangs fragt man sich, wer dahinter stecken könnte, Angus in die Cyber-Welt verschleppt zu haben, aber schon recht früh hatte ich eine Vermutung und die wurde dann auch sehr zügig bestätigt. Da hätte man vielleicht noch den ein oder anderen Verdacht vorher noch einbringen können um ein bisschen mehr Spannung bezüglich des Täters einbringen zu können.
Die Figuren waren mir wieder sehr sympathisch, wobei man in diesem Band einen etwas genaueren Blick auf Zack, Ned und Jamie bekommt und Jemma und Will etwas im Hintergrund bleiben. Besonders Will. Die Beziehung zwischen den beiden fand ich aber sehr schön beschrieben. Auch die Beziehung zwischen Zack und Jamie mag ich sehr gerne und ich finde es toll, wie die beiden miteinander harmonieren. Gleichzeitig fand ich Jamie im Verlauf des Buches leider ein wenig nervig, da er doch sehr viel jammerte und Zack immer wieder das Gleiche erzählen musste, um ihn zu beschwichtigen. Ich kann gut verstehen, dass Jamie unglücklich ist, Schmerzen hat und sich fürchtet. Doch das Gejammere zwischendurch wollte in meinen Augen nicht so recht zum sonstigen Verhalten und Charakter von ihm passen, der doch sonst so ein Kämpfer ist. Immer, wenn er wieder von vorne anfing, habe ich die Augen verdreht und Zack für seine Engelsgeduld bewundert. Ich wäre mittlerweile vermutlich schon ausgetickt. Als Jamie aber in die Cyber-Welt eintritt, wird er wieder ganz der Alte und ich mochte ihn auch wieder lieber. 

Fazit

House of Nightmares hat mir, wie sein Vorgänger  Mind Ripper, sehr gut gefallen. Die Autorin beweist ein sehr großes Talent, Geschehnisse, Umgebungen und Szenen eindrucksvoll zu beschreiben, dass man sich in die Handlungen hineinversetzt fühlt. Die Story war spannend und kurzweilig und ließ sich sehr angenehm lesen. Nur Jamies Gejammer zu Beginn des Buches und das etwas seltsame erste Aufeinandertreffen der Freunde und der Familie McLean haben mich etwas gestört. Alles in allem ist es aber eine wirklich tolle Lektüre, die Lust auf mehr macht. Ich vergebe abschließend 4 von 5 Sternen

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Tags: 4 sterne, horror, jugendbuch, rezension   (4)
 

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129 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 13 Rezensionen

sherlock holmes, amerika, krimi, england, holmes

Young Sherlock Holmes - Das Leben ist tödlich

Andrew Lane , Christian Dreller
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.08.2012
ISBN 9783596193011
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Nach den spannenden, aufregenden und gefährlichen Ereignissen vor wenigen Monaten, als der junge Sherlock Holmes die üblen Machenschaften eines finsteren Barons aufdecken konnte und nur knapp mit dem Leben davon kam, ist wieder Ruhe in Holmes Manor eingekehrt und Sherlock widmet sich abermals seinen Studien unter der Leitung seines Lehrers Amyus Crowe. Doch plötzlich taucht Sherlocks Bruder Mycroft auf und berichtet von einem totgeglaubten Auftragskiller, der in England gesichtet wurde, ganz in der Nähe von Holmes Manor. Kein Wunder, dass Sherlock nicht an sich halten kann und zusammen mit Matthew Arnatt nach dem angeblichen Auftragskiller sucht - und ihn findet. Schneller als er denkt steckt Sherlock mitten in seinem nächsten Abenteuer, das noch gefährlicher zu sein scheint als sein letztes und ihn sogar bis in die USA führt...

Meine Meinung

Da ich mir schon im ersten Band einen gewissen Überblick über den Stil des Buches verschaffen konnte, ging ich dementsprechend mit etwas gesetzteren Erwartungen an die Geschichte ran. Nicht, dass ich erwartete, dass das Buch schlecht sein würde, aber es ist nun mal für jüngere Leser (um die 12-14 Jahre) geschrieben worden und das merkt man auch beim Lesen. Die Charaktere haben teilweise einfach nicht die nötige Tiefe und vieles wird haarklein erklärt, was ich meistens nicht nötig gehabt hätte, aber für jüngere Leser ist dies durchaus angebracht und richtig umgesetzt. Insgesamt ist der Schreibstil von Andrew Lane sehr passend für das Buch, da er gut beschreiben kann und es so leicht fällt, sich die gesamte Handlung bildlich vorzustellen. 

Das Buch beginnt im tiefsten Dschungel von Borneo und lässt den Leser sehr verwirrt zurück, denn der Prolog wirft viele Fragen auf und erklärt nichts. Das facht natürlich schon die Neugierde an und ich wollte sehr gerne wissen, was es mit dem Prolog auf sich hat und wie die beschriebenen Ereignisse im weiteren Handlungsverlauf eingebaut und aufgelöst werden. Das eigentliche Geschehen in Bezug auf den Auftragskiller wird im ersten Kapitel rasch eingeleitet und kommt schnell in Fahrt. Man erfährt eine Menge interessanter Hintergrundinformationen, die das Allgemeinwissen in US-Amerikanischer Geschichte durchaus erweitern. Somit ist Young Sherlock Holmes nicht nur Unterhaltungsliteratur, man kann sogar ein bisschen etwas über amerikanische Geschichte lernen. 

Sherlock gehört zwar zu den gut erzogenen und reichen jungen Knaben, dennoch hat er eine Schwäche fürs Lauschen und Spionieren, wodurch er in allerlei gefährliche Situationen gerät. Zwar ist wichtig, dass Sherlock so etwas macht, damit die Story voran kommt und spannend wird, dennoch hätte ich ihn gerne mal geschüttelt, da er immer wieder die gleichen Fehler macht und immer wieder in Gefahr gerät, weil er lauscht und rumschnüffelt. Die Umstände, wie es dann dazu kommt, dass Sherlock mit Amyus Crowe nach Amerika reist, sind ein wenig unrealistisch und an den Haaren herbei gezogen, aber man erfährt dafür ein wenig über das Reisen mit dem Schiff über den Antlantik.

Obwohl Sherlock zusammen mit Matty und Virginia, der Tochter von Amyus Crowe, von einem Schlamassel ins Nächste schlittert, schafft er es immer recht schnell und mit erstaunlich großer Leichtigkeit, die Probleme und Rätsel zu lösen. Freilich soll Sherlock überaus intelligent sein, aber manchmal waren mir die Lösungen zu schnell und zu weit an den Haaren herbei gezogen, sodass ich es oftmals nicht ganz nachvollziehen konnte. Auch, dass Sherlock es mit Leichtigkeit mit erwachsenen Männern aufnimmt, ist etwas unrealistisch, außerdem steckt er viele schlimme Ereignisse lockerer weg, als ein normaler Mensch das wahrscheinlich tun würde.

Dennoch war das Buch durchweg sehr spannend und unterhaltsam, durch die vielen Geschehnisse und Gefahren, die Sherlock und seine Freunde durchleben, wird das Buch niemals langweilig oder langatmig. Tatsächlich schlägt die Geschichte ein sehr rasches Tempo an und manchmal könnte man vielleicht die Schwierigkeit haben, überall mitzukommen. Nach und nach macht auch der Prolog immer mehr Sinn und man versteht immer mehr von den Machenschaften, in die Sherlock hinein geraten ist. Die Idee hinter dem Ganzen fand ich überaus interessant und der Widersacher in diesem Band war sehr faszinierend, suspekt und auf gewisse Art und Weise auch grotesk. Woher der Autor die Ideen her nimmt, weiß ich nicht, aber ich fand die Beschreibungen von dem Gegner sehr beklemmend und irgendwie auch unangenehm. Aufgrund von Sherlocks Fehlverhalten befindet er sich mit Amyus Crowe und Virginia bald auf einer Verfolgungsjagd, die natürlich gegen Ende des Buches langsam aber sicher dramatische Züge annimmt. Wie zu erwarten gipfelt sich die gesamte vorherige Handlung hin zu einem Showdown, den der junge Protagonist mit Bravour bewältigt. Leider war das Ende doch sehr hochtrabend und übertrieben, besonders wenn man bedenkt, dass Sherlock dies im Alter von vierzehn Jahren alles geschafft haben soll, dennoch war es an sich von der Idee her sehr interessant.

Schon im ersten Band ließen sich zarte Bande erkennen, die sich langsam aber sicher zwischen Sherlock und Virginia knüpften und in diesem Band wird dies auch verstärkt, wobei es diesmal nicht unrealistisch oder übereilt von Statten geht, sondern altersgerecht und schön beschrieben ist. Ob die beiden in den nächsten Bänden sich näher kommen werden bleibt abzuwarten, ich werde, trotz meiner Kritik, die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen. 

Fazit

Insgesamt handelt es sich bei dem Buch um eine spannende Fortsetzung, mit aufregenden Verfolgungsjagden, klugen Rätseln und gefälligen Charakteren. Doch auch wenn Sherlock an sich sympathisch ist, ist er mir eine Spur zu klug, zu geschickt, zu talentiert. Auch wenn er der berühmte Sherlock Holmes ist, so soll er in dem Buch doch erst vierzehn Jahre alt sein und dafür kriegt er alles zu leicht hin. Gleichzeitig wiederholt er ständig die gleichen Fehler und bringt durch unüberlegte Handlungen nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Außerdem wird mir allgemein alles zu schnell gelöst. Dadurch büßt das Buch im Vergleich zu seinem Vorgänger ein wenig ein und bekommt von mir daher abschließend 3 von 5 Sternen !

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282 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

krimi, mord, london, cormoran strike, model

Der Ruf des Kuckucks

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Christoph Göhler , Kristof Kurz
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 30.11.2013
ISBN 9783764505103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT

Der erfolglose Detektiv und Kriegsversehrte Cormoran Strike staunt nicht schlecht, als eines Tages John Bristow vor seiner Tür steht und seine Dienste einfordert. Bristow bittet Strike, den Tod seiner Adoptivschwester Lula Landry zu untersuchen, die ein berühmtes Topmodel war und vor drei Monaten vom Balkon ihrer Wohnung gestürzt war. Während die Polizei und die Medien aufgrund von Lulas psychischer Labilität schnell auf Selbstmord schlossen, glaubt ihr Bruder ganz und gar nicht daran und berichtet von einer Zeugin, die gehört haben will, wie sich das Model mit einem Mann stritt, Sekunden, bevor es stürzte. Strike, der den Todesfall damals in den Klatschblättern mitverfolgte, nimmt nur widerstrebend an, mehr, um sein Schulden und seine neue Assistentin Robin zu bezahlen, die ihm von einer Zeitarbeitsfirma zugestellt wurde. Bei seinen Ermittlungen gerät Strike in die Welt des Glitzers und des Glamours und muss feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt...

MEINE MEINUNG

Ich war wirklich sehr gespannt, was der Krimi für mich bereithalten würde. Tatsächlich bin ich ein großer Krimi- und Thrillerfan und habe eine Zeit lang nichts anderes gelesen. Besonders aufgeregt war ich, wie J.K. Rowling, die mit Harry Potter einen wunderbaren Schreibstil an den Tag gelegt hat, dies auf einen Krimi umsetzen würde. So muss ich schon direkt zu Beginn sagen, dass man an keiner Einzigen Stelle merkt, dass es sich hierbei um einen Roman von Joanne K. Rowling handelt. Natürlich muss man auch bedenken, dass Der Ruf des Kuckucksnicht vom gleichen Übersetzer ins Deutsche übertragen wurde wie Harry Potter, aber auch abgesehen davon erkennt man keinerlei Ähnlichkeiten - und das ist gut so. Der Schreibstil passt einfach perfekt zu einem Krimi, und wenn man schon viele Krimis gelesen hat, weiß man auch, dass dieses Genre eine eigene Sprache besitzt. Alles ist eher nüchtern geschrieben, nichts wird beschönigt oder umschrieben. Besonders gelungen ist, dass "Robert Galbraith" es schafft, jeder Figur seine eigene Stimme zu geben. Alle weisen charakteristische Merkmale beim Sprechen auf, sodass jeder individuell wirkt. Sei es, dass ein Zeuge immer "yeah" sagt und der andere jeden zweiten Satz mit "okay?" beendet. Die unterschiedlichen Sprachfärbungen wurden meiner Meinung nach auch sehr gut ins Deutsche übertragen. Insgesamt muss man auch erwähnen, dass es sich hierbei nicht um einen actiongeladenen Thriller handelt, wie man ihn aus der USA kennt. Die Handlung fließt ruhig vor sich hin, es gibt keine blutigen Details und Cormorans Ermittlungsarbeit besticht hauptsächlich aus Fragen und Antworten, dementsprechend gibt es viele Dialoge. Dennoch muss man sagen, dass das Buch an keiner Stelle langweilig wurde.

Doch nicht nur der Schreibstil ist gut, sondern auch die Charaktere und deren Eigenheiten. Cormoran Strike ist ein äußerst ungewöhnlicher Protagonist. Es kommt zwar oft vor, dass die Protagonisten in Krimis und Thrillern eher eigenwillig und sonderbar sind, aber Cormoran Strike ist noch mal eine Nummer für sich, was nicht nur an seinem Namen liegt. Allein schon durch die Tatsache, dass er ein Kriegsversehrter ist und in Afghanistan war, ist sehr ungewöhnlich und sorgt dafür, dass man ihn immer mit einer Spur aus Mitleid und Faszination bei seinen Ermittlungen begleitet. Zudem ist er seit seiner Verwundung etwas aus dem Leim gegangen, wird als überaus haarig beschrieben und seine Frisur brachte ihm in der Schule den Spitznamen "Muschikopf" ein. Auch seine Vergangenheit und der familiäre Hintergrund sind äußerst interessant und auch wenn nicht alle Fragen und Geheimnisse geklärt wurden, die Cormoran Strike betreffen, so bin ich doch sehr gespannt, was man noch alles über ihn erfahren wird. 

Neben dem Detektiv, welcher der ungehobelte, einschüchternde Protagonist ist, gibt es auch noch eine Protagonistin, die das genaue Gegenteil zu Strike darstellt. Robin Ellacott ist jung, hübsch, frisch verlobt und wird von einer Zeitarbeitsfirma von einem Kurzzeitjob zum nächsten geschickt, während sie nebenher noch viele Vorstellungsgespräche bei großen und wichtigen Firmen hat. Als sie den Job als Strikes Assistentin und Sekretärin antritt, sorgt die erste Begegnung zwischen ihr und ihrem "Boss" für eine etwas surreale Situation, doch beide können sich nicht lange ihrer gegenseitigen Sympathie entschließen. Robin war wirklich eine sympathische und liebenswürdige Protagonistin, die diskret, effizient und diszipliniert arbeitet. Ohne, dass sie es ahnt, stellt sie für Strike den rettenden Anker dar und zieht ihn aus einem Sumpf aus Selbsthass, Lethargie und Unzufriedenheit. Ihr kindliches Vergnügen, Strike bei seinen Ermittlungen zu helfen, fand ich wirklich niedlich und hat sie sehr menschlich und zugänglich gemacht.

Der Fall, der in diesem Buch behandelt wird, war wirklich interessant. Man tritt ein in der Welt der Reichen und Schönen und erfährt von Intrigen, Neid, Missgunst und Hass auf allen Seiten. Überall herrscht Konkurrenzkampf und keiner gönnt dem anderen etwas. Jeder wird als Schlampe, Arschloch oder dergleichen betitelt, selbst unter "Freunden" hält man sich nicht zurück. Jeder ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und schätzt sich höher ein, als seinen Gegenüber. Dadurch ist potentiell fast jeder verdächtig, der etwas mit Lula Landry zu tun hatte und die meiste Zeit weiß man nicht, wer sie mochte und wen sie mochte, da jeder Zeuge etwas anderes erzählt. Nicht nur Lulas Beziehungen im Modelbusiness sind von Bedeutung, sondern auch ihr familiärer Hintergrund, der ebenfalls nicht ganz koscher ist. Ich muss auch gestehen, dass ich beim Lesen jede Figur mindestens einmal unter Verdacht hatte, Lulas Mörder zu sein und immer wieder überlegte ich hin und her, wer was wie getan haben könnte. Doch nicht nur der Mord an Lula Landry ist Thema des Buches, sondern auch das Leben von Cormoran Strike, der sich am Rande des sozialen Abgrunds befindet und viele Probleme hat, die ebenfalls gelöst werden wollen; sei es das Finanzielle oder sein Privatleben, das praktisch nicht existiert. 

Während seiner Ermittlungen stößt Strike auf viele Hinweise, denen die Polizei nicht richtig nachgegangen ist und die nach und nach ein großes Ganzes ergeben. Auf den letzten sechzig Seiten wird klar, dass Cormoran den Täter nun zwar kennt, aber noch den letzten, alles entscheidenden Beweis braucht. Der Leser tappt weiterhin im Dunkeln und wird auf eine falsche Fährte gelockt. Zwar ahnte ich da schon, dass diese/r Verdächtige nicht der wahre Mörder/die wahre Mörderin sein konnte, dennoch war ich mehr als überrascht, als dann der echte Mörder/die echte Mörderin ans Tageslicht kam, auch wenn ich ihn/sie ein oder zwei Mal kurz unter Verdacht hatte, diesen jedoch recht schnell wieder beiseite legte. Tatsächlich wird es dann, ganz wie in typischer Krimi-Manier, am Ende einmal echt eng für Cormoran, als der den Mörder/die Mörderin mit seinen Ergebnissen und Beweisen konfrontiert und muss.

FAZIT

Mit Der Ruf des Kuckucks ist Joanne K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith ein gut durchdachter, interessanter Krimi gelungen, der insbesondere durch seine authentischen Charaktere und des faszinierenden Fall besticht. Ich habe mich richtig animiert gefühlt, beim Auflösen des Falls mitzuraten und habe mir mehrere verschiedene Theorien überlegt, die zwar alle nicht wirklich stimmten, weswegen die tatsächliche Auflösung aber nicht unlogisch oder an den Haaren herbeigezogen gewesen wäre. Zwar war das Buch insgesamt recht lang, doch die ruhige Atmosphäre war passend und nicht langweilig oder langatmig. Wenn es einen weiteren Band geben wird, so werde ich ihn sicherlich gerne lesen. Ich vergebe abschließend, mit starker Tendenz nach oben, vier Sterne!

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

young adult, dystopie, artikel 5

Three (Article 5)

Kristen Simmons
E-Buch Text: 383 Seiten
Erschienen bei Tor Teen, 11.02.2014
ISBN 9781429948036
Genre: Sonstiges

Rezension:

INHALT

Ember und Chase stehen, zusammen mit anderen Überlebenden aus Chicago, vor den Trümmern des Safe House. Die MM kam ihnen zuvor und konnte den letzten bekannten Zufluchtsort zerstören. Nach kurzer Beratung trennt sich die Gruppe - Ember, Chase, Sean und die verletzte Rebecca, die sie endlich befreien konnten, machen sich in die eine Richtung auf, um mögliche Überlebende zu suchen, während Tucker und einige andere, die nicht verletzt sind, in die entgegen gesetzte Richtung gehen. Auf ihrer Suche stoßen Ember und die anderen auf ein neues Safe House, auf eins, von dem sie noch nie gehört haben: Endurance. Bald schon finden sie heraus, dass es sich hierbei um den Hauptsitz von Three handelt, dem mysteriösen Rebellen, der im ganzen Land seine Spuren hinterlassen hat. Und Three ist nun endlich bereit, zurückzuschlagen, doch Ember ist skeptisch, denn die Aussichten sind gering und seine Mittel skrupellos. Doch dann bekommt sie die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen, das zu verbreiten, was die MM und das FBR in Wirklichkeit tun und so, eine Revolution zu starten, die alles zu einem Ende bringen kann...

MEINE MEINUNG

Ich war wirklich schwer gespannt auf das Ende der Reihe. Der vorherige Band endete mit einem Cliffhanger, nämlich dass Ember, Chase und die anderen vor den Ruinen des Safe House stehen und somit die letzte Chance auf Sicherheit zunichte gemacht wurde. Außerdem wollte ich ja unbedingt auch wissen, wer nun hinter Three steckt, wie es zwischen Ember und Chase und Sean und Rebecca weiter geht und auch, was noch alles hinter Tucker steckt.

Ich muss ja gestehen, dass ich ein totaler Fan von Chase bin. Er ist der erste männliche Protagonist, der bei mir einen sogenannten "Fangirlie"-Modus freischaltet :D Normalerweise kann ich diesen Hype um Buchcharaktere wie Edward Cullen oder Jace Wayland oder wie sie alle heißen nicht nachvollziehen, aber mit Chase ist Kristen Simmons ein Charakter gelungen, den ich wirklich gerne mag, der mir unheimlich sympathisch war und einfach mal, in meinen Augen, perfekt war. Und das nicht, weil er alles perfekt konnte, nie Fehler gemacht hat und dergleichen, sondern weil er menschlich, verletzlich und gleichzeitig stark und mutig war, für seine Sache eingetreten ist und nicht tatenlos rumsaß. Er ist und bleibt bis zum Ende ein etwas geheimnisvoller Charakter und seine innere Zerrissenheit macht ihn in meinen Augen zu etwas Besonderem. Einige neue Informationen über ihn kommen in diesem Band ans Tageslicht und machten ihn noch zugänglicher.

Aber nicht nur Chase ist ein toller Charakter, tatsächlich hat es Kristen Simmons geschafft, dass ich auch Ember, Sean, Rebecca und sogar Tucker mochte. Embermacht in diesem Band eine weitere erstaunliche Entwicklung durch, besonders in Bezug auf Chase und Tucker. Endlich wird ihr klar, was Chase für sie wirklich bedeutet und dass er es wert ist, für ihn zu kämpfen, bis ans Äußerste zu gehen. Die Beziehung zwischen den beiden ist wirklich sehr schön zu lesen, nicht zu kitschig aber auch nicht zu langweilig. Zwar gibt es zu Beginn des Buches noch einige Unstimmigkeiten zwischen den beiden, aber endlich haben sie gelernt, miteinander zu reden, statt sich ständig alles zu verschweigen, so wie sie es die Bände zuvor getan haben. Sean ist und bleibt einfach cool und ich freute mich immer wieder, wenn er vorkam und Ember bei ihren Problemen geholfen hat. Er ist einfach der perfekte beste Freund. Rebecca ist durch ihre Erlebnisse nach ihrer Gefangennahme und Rettung immer noch nicht ganz auf dem Damm, aber sie überzeugte durch ihre Willensstärke und ihren Mut, gleichzeitig sorgte sie für locker-leichte Momente in der Geschichte, die kurz vergessen ließen, dass Kriegszustand herrscht.

Zu Tucker baut Ember endlich mehr Vertrauen auf, obwohl sie bei ihm Gefühlsmäßig immer noch im Zwist ist, da er einerseits der Mörder ihrer Mutter ist, andererseits ihr auch mehrmals geholfen und sogar das Leben gerettet hat. Immer wieder geht Ember durch den Kopf, was sie von ihm halten soll. Ein wenig schade fand ich es, dass er selber so wenig vorkam, da er die ganze Zeit von den anderen getrennt ist und nur über Funk Kontakt halten kann. Tucker ist ein wenig so aufgebaut wie Severus Snape: Ist er gut, ist er böse, ist er irgendwas dazwischen? Immer wieder sorgt er für Situationen, in denen man anders von ihm denkt als ein paar Seiten davor. Zudem kommen am Ende noch einige Wahrheiten über ihn ans Tageslicht, die ganz schön überraschen.

"Things weren't black and white, but that didn't mean you couldn't pick a side." (S. 170)

Für das Finale der Reihe hat die Autorin wirklich schwere Geschütze aufgefahren. Ständig passiert etwas, niemals kehrt Ruhe ein, selbst wenn Ember und Chase mal ein paar Kapitel am selben Ort verweilen und nicht gerade unterwegs sind. Immer wieder passieren Schlimme und auch Wichtige Dinge, die Embers Einsatz und Handeln erfordern und nicht nur einmal endet ein Kapitel mit einem Cliffhanger, sodass man nichts anderen tun kann als weiterlesen. Um die Spannung noch etwas anzuheizen kommen ein paar neue Charaktere vor, die den Leser eher unschlüssig zurücklassen, denn man weiß einfach nie, was man von ihnen halten soll. Sei es Three an sich oder Billy, der in diesem Band eine etwas andere Seite von sich zeigt. Ember, die sich immer etwas zuständig für Billy fühlte, erkennt ihn einfach nicht mehr wieder und auch ich als Leser wusste nicht mehr, was ich von ihm halten sollte. Ich mochte es wirklich gerne, dass Charaktere, die eigentlich zu den "Guten" gehören, nicht unbedingt immer ganz sympathisch waren, Entscheidungen getroffen haben, die nicht okay waren und teilweise einfach Fehler gemacht haben. Dies verdeutlichte einfach anschaulich, dass man, auch wenn man vielleicht Sachen falsch gemacht hat, trotzdem immer noch zu den "Guten" gehören kann.

"One bad turned good, one good turned bad. In the end it didn't matter. We were all the same." (S. 371)

Gleichzeitig erfährt man auch endlich etwas mehr von der "Bösen" Seite, warum die Lage nach dem Krieg (von dem man leider nichts genaueres erfährt) so eskalierte und die Regierung das FBR und die MM einsetzte. So erhält man neue Informationen über den Präsidenten und seinen Chief of Reformation, Chancellor Reinhardt, der schon im Band zuvor erwähnt wurde. Es ist interessant zu wissen, dass es nicht immer die Menschen an der obersten Spitze sind, die ein Land in den Abgrund stürzen, sondern auch etwas kleinere Fische, die sich gerne mit der zweiten Reihe begnügen, da sie dort einfach mehr Platz zum Ausbreiten und weniger Konkurrenz haben und so die Spitze unbemerkt manipulieren und infiltrieren können.

Das Ende ist ein großer Showdown durch und durch und Ember muss sich nun entgültig entscheiden, für was sie stehen will und was ihr wichtig ist. Steht sie hinter Three oder kämpft sie für sich alleine? Wieder mal werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die den Leser wirklich sehr überraschen und mit denen man nicht gerechnet hätte, beziehungsweise die auf viele Geschehnisse und Personen ein anderes Licht werfen. Zudem müssen einige Charaktere ihr Leben lassen und tatsächlich konnte ich mir die Tränen am Schluss nur schwer verkneifen. Das Buch beantwortet sicherlich nicht alle Fragen und es weist hier und da durchaus auch ein paar kleine Unschlüssigkeiten und Mängel auf, aber die Geschichte ist fesselnd, die ganze beschriebene Umgebung vom zerstörten Amerika unheimlich atmosphärisch und die gesamte Idee hat mir einfach sehr gut gefallen. Dazu trägt auch der Schreibstil der Autorin bei, der meiner Meinung nach gut zur Geschichte passt, auch wenn das Englisch in diesem Fall etwas anspruchsvoller und schwieriger ist als in manch anderen Jugendbüchern. Ich könnte noch viele andere Punkte ansprechen, die mir an dem Buch gefallen haben, aber dann würde ich einerseits zu viel verraten, andererseits wäre ich dann morgen noch nicht fertig und die Rezension ist jetzt eh schon zu lang, daher belasse ich es jetzt dabei und hoffe nur, dass ihr den Büchern vielleicht mal eine Chance gebt und sie euch genauso gut gefallen wie mir.

FAZIT

Insgesamt handelt es sich bei Three für einen äußerst gelungenen Abschluss der Article 5-Trilogie. Die Handlung war ungemein spannend, viele Fragen wurden beantwortet, die Charaktere machten allesamt eine erstaunliche und authentische Entwicklung durch und man wurde nicht einfach mit einem schwarz-weiß-Bild abgespeist. Irgendwie bin ich ein wenig traurig, dass die Reihe zu Ende ist, gleichzeitig bin ich mit ihrem Ende komplett zufrieden. Ich vergebe abschließend sehr gerne 5 von 5 Sternen !

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(785)

1.428 Bibliotheken, 27 Leser, 7 Gruppen, 65 Rezensionen

fantasy, schattenjäger, liebe, cassandra clare, dämonen

Clockwork Prince

Cassandra Clare , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2012
ISBN 9783401064758
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit Tessa und die Nephilim wissen, wer sich wirklich hinter dem Magister versteckt, sind sie ihm noch keinen Schritt näher gekommen, um ihn von seinen undurchsichtigen und gefährlichen Plänen abzuhalten. Tessa weiß noch immer nicht, wo sie eigentlich herkommt, wer ihre wirklichen Eltern sind und warum der Magister sie "erschaffen" haben soll. Gleichzeitig müssen Charlotte und Henry um ihre Position im Institut bangen, denn durch ihren Fehler konnte der Magister ins Institut eindringen, die Angestellten töten und beinahe Tessa entführen. Aber auch sie leidet noch immer unter dem Verrat ihres Bruders, aber nicht nur das bringt Tessas Gefühlswelt durcheinander, sondern auch ihre aufkeimenden Gefühle, die sie für Jem hegt. Doch auch zu Will fühlt sie sich noch immer hingezogen, auch wenn sie langsam einsehen muss, dass er sie nicht liebt...

Meine Meinung

Puh, das war jetzt echt anstrengend. Ich hatte mich nach dem ersten Band, Clockwork Angel , tatsächlich auf die Fortsetzung der Infernal Devices-Trilogie gefreut, aber der zweite Band verpasste mir doch einen ziemlichen Dämpfer. Leider. Dabei ist die Grundidee immer noch gut und sorgte auch dafür, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe und auch noch den letzten Band irgendwann mal lesen möchte. Ich bin ein wenig enttäuscht, denn in meinen Augen hat Cassandra Clare ein wenig den roten Faden verloren und sich in verzwickte und höchst dramatische Liebesirrungen hineingesteigert.

Doch zunächst erstmal zum Positiven: Im Bezug auf Tessa und den Magister gibt es einige interessante Entdeckungen und neue Informationen, die mich sehr neugierig gemacht haben. So forschen Tessa und die Nephilim akribisch nach Anhaltspunkten, um den Magister zu durchschauen und bringen dabei das ein oder andere ans Tageslicht, was ich wirklich spannend fand. Ebenso interessant war auch noch die Rolle von Nate, der nun sein wahres Gesicht gezeigt hat und Tessa zutiefst unglücklich macht. Das Gefühlschaos, das Nate in ihr auslöst fand ich wirklich nachvollziehbar und authentisch geschildert, denn einerseits hat er sie verraten und war bereit, sie zu opfern, um seinen eigenen Profit aus der ganzen Sache zu schlagen, weswegen sie ihn hassen möchte, andererseits ist er immer noch ihr Bruder und sie kann nicht aufhören, ihn wie einen Bruder zu lieben. Dieser Zwiespalt hat mir gut gefallen, da er deutlich machte, dass man Menschen nicht nur nach einer einzigen Handlung beurteilen darf.

Gleichzeitig gibt es auch viele neue Geheimnisse in dem Buch. Wo geht zum Beispiel Jessamine des nachts hin, als Mann verkleidet? Welche Rolle spielt Benedict Lightwood? Und kann man seinem ältesten Sohn Gideon trauen? Aber auch einige alte Geheimnisse aus dem Band davor werden aufgedeckt, so erfährt der Leser endlich, was es mit Will auf sich hat, warum er immer so abweisend und verletzend zu allen ist, die ihn lieben. Die Geschichte hinter Will mochte ich sehr gerne und besonders mochte ich, dass sich zwischen ihm und Magnus Bane eine wahre Freundschaft entwickelte. Immer, wenn man Will und Magnus als Leser begleitete, freute ich mich sehr, diese Szenen mochte ich besonders. Sowieso ist Will mein Silberstreif am Horizont, was das Buch betrifft. Ihn mag ich tatsächlich echt gerne, ich finde ihn interessant, faszinierend und geheimnisvoll, gleichzeitig sorgt er für die unterhaltsamsten Situationen im Buch und ist immer für einen guten Spruch zu haben. Auch die Liebesszenen zwischen ihm und Tessa habe ich sehr gerne gelesen. Doch nicht nur Will und Tessa sind ein schönes Paar, sondern auch Gideons und Sophies aufkeimende Gefühle fand ich herzallerliebst. Die beiden hat man ein bisschen zu selten begleitet, dafür mochte ich die Szenen mit den beiden um so mehr.

Das führt mich zu meinem Kritikpunkt an dem Buch: Tessa und Jem. Ich kann es nicht verstehen, aber Tessa fühlt sich im Laufe des Buches immer mehr zu Jem hingezogen, wobei sie dann anfangs immer denkt: "Wie? Das ist doch nur Jem. Warum werde ich rot?" und ich dachte mir jedesmal: "Ernsthaft?" Ich fand ihre Ausreden immer sehr albern, ihre Gefühle für ihn noch alberner. Okay, mag sein, dass er immer nett zu ihr ist und sich um sie kümmert, aber... Jem? Wirklich? So wie sein Haar und seine Haut ist auch sein Charakter: blass. Er ist nett und zuvorkommend, hat eine mysteriöse unheilbare Krankheit, von der man aber schon seit dem ersten Band weiß, und das ist auch schon alles, was man von ihm sagen kann. Er ist einfach langweilig und in meinen Augen zu rechtschaffen. Nie macht er was überraschendes, nur zwei Mal fährt er ein wenig aus seiner Rolle, aber auch das konnte mich nicht überzeugen. Und dann ist er immer so leidend. Immer wieder sagt er: "Ich weiß, dass ich bald sterben werde und ich habe mich damit abgefunden!" Will leidet auch, aber er behält seine Leiden für sich und kämpft dagegen an. Daher war ich immer zutiefst genervt, wenn ich eine Liebesszene zwischen Tessa und Jem lesen musste. Beim Lesen ging es dann förmlich so: "Hmm, Tessa und Jem? Doof -.- . Ah, Tessa und Will? Besser :) . Hmm, schon wieder Tessa und Jem. Mag ich nicht -.- . Yay, Sophie und Gideon! Freu *_* !" Richtig schlimm wurde es dann aber, als Tessa anfing, abwechselnd mit Jem und Will rumzuknutschen und dann zu überlegen, ob sie vielleicht in beide gleich verliebt ist. Oh Mann, ich kann Liebesdreiecke einfach nicht leiden. Zudem waren mir dann die Steine, die Tessa und Will in den Weg gelegt wurden, von Cassandra Clare zu konstruiert und am Ende des Buches hat die Autorin dann es noch tatsächlich geschafft, den Vogel abzuschießen und dem Liebes-Hickhack noch die Krone aufzusetzen. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln, wobei ich glaube, dass es noch nicht das letzte Wort ist in Sachen "Jem oder Will?"

Abgesehen davon gab es ein paar sehr spannende Szenen und es wurde auch nochmal schön blutig und gefährlich für alle. Die Clockwork-Maschinen werden zu einer größer werdenden Bedrohung und langsam aber sicher beginnt man, das Ausmaß zu begreifen. Wie im ersten Band war auch hier das angedeutete SteamPunk-Element wieder gut umgesetzt. Obwohl Tessa mich nervt, wenn es um Liebe geht, so ist sie mir sonst doch recht sympathisch und sogar sehr selbst- und eigenständig. Sie scheut sich nicht vor Gefahren und ist bereit, selber mit anzupacken, um Charlotte und Henry zu helfen, sodass sie die Leitung des Instituts behalten können. Zwar muss sie das ein oder andere Mal gerettet werden, aber sie ist längst nicht so hilflos wie zum Beispiel Clary Fray aus The Mortal Instruments. Tessa muss lernen, was sie will und in mancherlei Hinsicht schafft sie das auch (nein, nicht in Bezug auf Jem oder Will) und sie begreift, dass sie die Wahrheit suchen muss, denn in ihr findet sie möglicherweise Frieden.

Freilich endet auch dieser Band mit einem Cliffhanger, sodass man eigentlich schon wissen möchte, wie es weiter geht. Eine Person taucht am Ende auf, die für eine große Überraschung sorgt. Zudem muss ein Charakter sein Leben lassen und ein anderer entpuppt sich als Verräter. Welche Auswirkungen das alles noch haben wird, ist sicherlich interessant, dennoch muss The Infernal Devices erstmal ein paar Wochen oder vielleicht ein paar Monate ohne mich auskommen. Ich muss erstmal Jem aus meinen Gedanken verdrängen...

Fazit

Wenn Tessa nicht in beide männlichen Protagonisten gleichzeitig verliebt wäre und nicht mit ihnen abwechselnd rummachen würde, oder wenn Jem einfach nicht wäre, oder zumindest anders wäre, denn hätte das Buch durchaus an seinen Vorgänger anknüpfen können. Aber dieses Hickhack macht es mir unmöglich, dem Buch vier Sterne zu geben. Grundsätzlich tendiere ich zu zwei Sternen. Aber Gideon und Sophie und Will und Magnus retten hier eine ganz schöne Menge. Daher bekommt Clockwork Prince von mir abschließend noch 3 von 5 Sternen !

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252 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

fantasy, london, dämonen, englisch, shadowhunter

Clockwork Angel

Cassandra Clare
Flexibler Einband
Erschienen bei Margaret K. McElderry Books, 04.10.2011
ISBN B005Z8UH3C
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Nach dem Tod ihrer Tante erhält die sechzehnjährige Tessa Gray von ihrem Bruder einen Schifffahrkarte, denn sie soll aus New York wegziehen und bei ihm in London leben. Losgelöst von all ihrem persönlichen Besitz reist Tessa ihrem Bruder hinterher - und wird in London von zwei merkwürdigen Damen abgeholt, die ihr versichern, im Auftrag des Bruders zu handeln. Doch schnell muss Tessa feststellen, dass die beiden Damen finstere Absichten verfolgen und sie dazu zwingen, eine merkwürdige Kraft in ihr zu erwecken, von der Tessa nicht wusste, dass sie die besitzt. Als sie schon alle Hoffnung aufgibt, aus dieser Lage zu entkommen, stößt überraschend der junge Will Herondale zu ihr und rettet sie. Doch anstatt nun ein normales Leben führen zu können, reißt Will sie ebenfalls in eine Welt aus Magie, Monster und Mysterien...

Meine Meinung

Ich muss ja sagen, dass mir das Setting aus  Clockwork Angel wirklich liegt. Ich stehe einfach ungemein auf Bücher, die im Viktorianischen England spielen und dazu noch leichte SteamPunk-Elemente aufweisen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir der erste Band der  The Infernal Devices-Trilogie bisher besser gefallen hat als die beiden ersten Bände aus der  The Mortal Instruments-Reihe. Das Cover gefällt mir auch ganz gut, ich finde, es bringt gut diesen Touch des Viktorianischen Englands rüber. Der junge Herr soll Will sein und ich finde auch, dass er ziemlich gut getroffen ist. So oder so ähnlich kann man ihn sich durchaus vorstellen.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der zunächst aus Wills Sicht geschildert wird, und dann an einen ganz anderen Ort geht und aus Tessas Sicht berichtet. Man erfährt aber direkt, dass sich alles in London im Jahre 1878 abspielt und Tessa eigentlich eine Amerikanerin ist, die nun als Vollwaise nach dem Tod ihrer Tante niemanden mehr in den USA hat, weswegen sie zu ihrem Bruder zieht. Über Will und seinen besten Freund und  parabatai Jem erfährt man, dass es sich bei ihnen um Schattenjäger handelt, die auf der Suche nach einem Dämon sind, der ein junges Mädchen getötet hat. Auch wenn die beiden Ereignisse - Tessa kommt in London an und Will und Jem jagen einen mordenden Dämon - zunächst nichts miteinander zu tun haben, so wird bald deutlich, dass sich die Leben von Tessa und den Schattenjägern bald miteinander verbinden werden. 
Der Schreibstil von Cassandra Clare war gut zu lesen und war schön dem etwas hochgestochenen British English angepasst, obwohl die Rechtschreibung trotzdem durchweg amerikanisch blieb. Ich konnte mich aber zu jedem Zeitpunkt in die Geschichte hineinversetzen, da alles gut und anschaulich, aber nie zu übertrieben beschrieben wurde. Die Idee hinter den Clockwork-Maschinen fand ich wirklich gut, das erfüllte richtig die SteamPunk Kriterien und es machte Spaß, darüber zu lesen. Durch diese Maschinen war das Buch stellenweise auch etwas gruselig, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Insgesamt ist die gesamte Geschichte sehr spannend und kurzweilig, das Tempo ist sehr rasant und es wird nie öde, selbst nicht, wenn man nur irgendwelche Besprechungen besucht. Teilweise wird es auch etwas blutig und für den ein oder anderen Leser könnte es vielleicht auch eklig werden, aber ich mag es ja, wenn die Post abgeht und man ein bisschen Action geboten bekommt. So müssen auch einige Charaktere in diesem Buch ihr leben lassen, wobei ich es ein bisschen schade finde, dass Thomas schon sterben musste. Er kam ja kaum vor, und dann stirbt er? Da hätte Cassandra Clare ihn auch ganz weglassen können (<- Spolier, zum Lesen markieren). Tessa als Protagonistin war erstaunlicherweise ziemlich sympathisch, wobei sie sich überraschen schnell mit ihrer Situation arrangiert hat und irgendwann alles normal fand und sich über nichts mehr gewundert hat. Sie umgeben einige Geheimnisse und nur ein Bruchteil davon wird im ersten Band aufgedeckt, daher bin ich gespannt, was es noch alles mit ihr auf sich hat. Aber nicht nur Tessa war sympathisch, sondern auch Will, der ebenfalls sehr geheimnisvoll ist und irgendwas zu verbergen scheint, Sophie, die eine Mundane ist, ein Mensch, und so etwas wie eine Freundin für Tessa wird, aber auch Charlotte und Henry, die das Institut in London leiten und ein sehr ungewöhnliches, starkes, aber auch schrulliges Paar sind. 
Mein Hauptkritikpunkt an dem Buch ist die Ähnlichkeit der Charaktere zu den Charakteren aus  The Mortal Instruments. Will ist wirklich hundertprozentig genau so wie Jace, er weist die gleichen Charakterzüge auf, ist nur eben nicht blond, sondern schwarzhaarig. Er ist selbstsicher, arrogant, gut aussehend, stark, geheimnisvoll und nicht auf den Mund gefallen. Genau so ist auch Jace Wayland. Jessamine Lovelace ist Isabelle Lightwood sehr ähnlich, denn sie ist etwas eingebildet, egoistisch und eine kleine "Tussi". Tessa Gray und Clary Fray(oh je, die Namen reimen sich auch noch), sind beides Mädchen, die anfangs keine Ahnung haben, was um sie herum passiert, sich dann erstaunlich schnell mit ihrer neuen Situation zurecht finden und irgendwie was ganz Besonderes sind, da sie andere Fähigkeiten und Kräfte haben als alle anderen. Und natürlich stehen immer mindestens zwei Kerle gleichzeitig auf sie. Doch auch wenn sich Tessa und Clary sehr ähneln, so fand ich erstere doch um einiges sympathischer. Dennoch: beim Charakterdesign hätte ich mir einfach  mehrgewünscht. Mehr Einfallsreichtum, mehr Mut zur Veränderung. 
Ebenfalls anstrengend finde ich das anbahnende Liebesdreieck, was unweigerlich bevorsteht. Für wen wird sich Tessa entscheiden? Für den geheimnisvollen und unnahbaren Will oder für den freundlichen und besonnenen Jem? Puh, das ist mir eigentlich ziemlich egal. Warum muss es immer so sein, dass ein Mädchen gleich von zwei perfekten Typen begehrt wird? Warum muss es immer so sein, dass sich das Mädchen dann auch noch zu beiden Typen gleichstark hingezogen fühlt und sich einfach nicht entscheiden kann? Warum kann es nicht einfach mal so sein, dass es nur  einen Typen gibt, der auf das Mädchen steht? Ist ja okay, wenn die beiden Steine in den Weg gelegt bekommen und nicht schon im ersten Band ein Paar werden, aber dieses Hickhack nervt einfach. So etwas führt unweigerlich zur Teambildung und ich weiß schon, dass ich Will eindeutig bevorzuge, denn Jem ist in meinen Augen langweilig, obwohl ich eigentlich keine Lust habe, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. 
Abgesehen davon war ich wirklich positiv überrascht von dem Buch, da die Handlung sehr rasant ist, die Charaktere, trotz ihrer Ähnlichkeit zu  The Mortal Instruments, allesamt sympathisch oder zumindest authentisch sind, und ich das Setting im Viktorianischen London einfach sehr mochte. Ich fand die Rolle der Frau in dem Buch sehr gut rüber gebracht, die fehlende Gleichberechtigung und insgesamt die Position der Frau in der Gesellschaft, sogar in einer so weit fortgeschrittenen Gesellschaft wie den Schattenjägern. Mehrmals wird man während der Handlung an der Nase rumgeführt und immer wieder gibt es Twists, mit denen man so vielleicht nicht gerechnet hätte. Die letzten Seiten arten zu einem richtigen Showdown aus und waren wirklich sehr spannend, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Natürlich ist die Handlung mit diesem Band nicht abgeschlossen und ich frage mich, was die Ergebnisse aus Band eins für Folgen in Band zwei haben werden.

Fazit

Alles in allem handelt es sich bei Clockwork Angel um ein spannendes Buch, das mich wirklich positiv überraschen konnte. Die Charaktere sind gefällig und das Setting ist einfach toll. Als störend empfand ich, dass die Charaktere, trotz ihrer sympathischen Züge, sehr stereotypisch waren und sich nicht so wirklich von der breiten Masse abheben, erst recht von den anderen Büchern der Autorin. Auch auf das Liebesdreieck könnte ich getrost verzichten. Aber alles in allem vergebe ich noch 4 von 5 Sternen!

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164 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

mephisto, faust, teufel, mephistopheles, magie

Schwarze Tränen

Thomas Finn
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.03.2014
ISBN 9783426513491
Genre: Fantasy

Rezension:

"Glück ist für euch gleichbedeutend mit Besitz; Freude gleichbedeutend mit dem Leid anderer. Und jeden Tag lasst ihr aufs Neue zu, dass die Finsternis eure Herzen vergiftet." (S. 524)

Inhalt

Als der Trickbetrüger und erfolglose Straßenkünstler Lukas Faust seiner diebischen Exfreundin nach Staufen hinterher reist, um von ihr sein gestohlenes Geld zurückzuholen, hätte er nie damit gerechnet, was ihn im Faustzimmer im "Gasthaus zum Löwen" erwartet. Niemand anderes als Mephisto, der Teufel persönlich, taucht in Pudelgestalt auf und eröffnet Lukas, dass der berühmte Doktor Faust, der gleichzeitig ein Vorfahre von Lukas ist, versucht, aus der Hölle zu entkommen. Doch nicht nur der gefährliche Schwarzmagier, der zu Lebzeiten dem Teufel einen Eid geschworen hat, begehrt gegen seinen Pakt auf, sondern auch andere Zauberer und Paktierer versuchen, ihre Eide und Schwüre zu umgehen. Denn in der Hölle ist ein Machtkampf ausgebrochen und Mephisto muss um seine Herrschaft bangen. Schlimmer noch: der Welt droht die Apokalypse. Und ausgerechnet Lukas Faust soll der Einzige sein, der seinen Urahnen daran hindern und das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle wieder herstellen kann.

Meine Meinung

Ich war unheimlich gespannt auf das neueste Buch von Thomas Finn, habe ich doch fast alle Bücher aus seiner Feder bisher begeistert verschlungen. Allein schon von der Thematik von Schwarze Tränen war ich schwer angetan. Ein junger Mann, der dem Teufel helfen muss, einen Machtkampf innerhalb der Hölle zu beenden und gleichzeitig lernt, dass es Himmel, Hölle, Hexen, Dämonen und Engel wirklich gibt - das kann ja nur gut werden!

Als erstes fällt wirklich ganz schnell auf, dass es sich hierbei, wider Erwarten, nicht um ein Jugendbuch handelt. Bisher habe ich vom Autor eigentlich nur Jugendbücher gelesen, wobei man auch sagen kann, dass die Reihe Die Chroniken der Nebelkriegesogar für Kinder geeignet ist. Doch auf Schwarze Tränen trifft das in keinster Weise zu. Man kann das Buch, den Schreibstil und die Thematik nicht anders beschreiben alsderb. Sehr derb. Hier gibt es Fäkalsprache, Sex-Witze, Blut, Gewalt und ja, auch Titten. Um es mal salopp auszudrücken. Ich war ein bisschen überrascht und zu Beginn auch überrumpelt, da ich nie damit gerechnet hätte, aber gestört hat mich es nicht. Es passt einfach zum Buch. Daher richtet sich das Buch definitiv an ältere Leser. Sicherlich können auch Jugendliche das Buch ohne Schaden lesen, aber für 14-16jährige ist es eigentlich nicht gedacht. Thomas Finn beschönigt nichts und nennt das Kind beim Namen. Ich könnte mir vorstellen, dass manche Leser die teilweise doch sehr harte und derbe Wortwahl nicht mögen werden.

Allein schon, weil der Protagonist mit 26 Jahren weit über dem Durchschnitt liegt. Lukas Faust mochte ich sehr gerne. Er ist ein richtiger Anti-Held, der im Leben viel falsch gemacht hat, rumlügt und betrügt und jeden Menschen verletzt, dem er etwas bedeutet. Alles fängt er an, aber er bringt nichts zu Ende und auch wenn er sich zwischendurch dafür schämt, steck er trotzdem in dem Trott fest und kann nicht daraus ausbrechen. In mancherlei Hinsicht hat er mich ein wenig an mich erinnert: macht immer wieder die gleichen Fehler und weiß es eigentlich besser, aber dennoch ändert er nichts. Für mich war Lukas dadurch sehr zugänglich und sorgte dafür, dass ich ihn trotz seiner Charakterschwächen wirklich mochte. Er war menschlicher als die meisten Protagonisten, die einem sonst in Büchern über den Weg laufen. Aber nicht nur Lukas war ein gelungener Charakter, sondern auch die anderen Figuren hatten ihren Charme und kamen sehr gut bei mir an. Allen voran natürlich Mephisto in seiner Pudelgestalt. Es dauert ein bisschen, ehe man erfährt, warum er ausgerechnet als Pudel daher kommt, aber bis dahin sorgt er eindeutig für die meisten Lacher (allgemein überzeugte mich das Buch durch seinen gelungenen schäbigen und schwarzen Humor). Ihn kann man als durch und durch verdorben beschreiben, so, wie man sich den Teufel eben auch vorstellt. Er ist grob, macht Witze auf Kosten anderer, gibt anzügliche Sprüche von sich und lügt und betrügt, bis sich die Balken biegen. Man kann nie sicher sein, ob er Lukas auch die Wahrheit erzählt, obwohl klar ist, dass beide, Mephisto und Lukas, voneinander abhängig und aufeinander angewiesen sind. Auf seinem Abenteuer wird Lukas noch von dem Geomant Abraham von Worms und der Hexe Millepertia unterstützt. Abraham erfüllt die Rolle des weisen Lehrmeisters, der Lukas immer wieder wichtige Informationen gibt und trotz seiner recht groben und schofeligen Art schließt man auch ihn schnell ins Herz. Besonders wichtig ist die Rolle der Hexe Millepertia. Anfangs kühl und distanziert wird bald deutlich, dass sie ein großes Geheimnis umgibt. Ihre Fähigkeit, sich in ein Pflanzenwesen zu verwandeln, fand ich sehr faszinierend. Besonders, dass sie sich dafür in die Hand beizen oder stechen musste. 

Thomas Finn bedient sich in seinem Buch verschiedensten deutschen Sagen und Ammenmärchen, die er, in meinen Augen zumindest, ziemlich logisch und geschickt miteinander verknüpft. In einer anderen, sehr vernichtenden Rezension zu Schwarze Tränen habe ich gelesen, dass man mit dem Buch gar nichts anfangen kann, wenn man die Sagen nicht kennt - der Sinn des Buches würde sich dann einem nicht erschließen. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich kannte zwar schon die ein oder andere Sage oder Geschichte, auf die angespielt wurde, aber auch mir war einiges unbekannt und dennoch wurden alle wichtigen Informationen so gebündelt wiedergegeben, sodass auch Unwissende den Zusammenhang nachvollziehen und etwas mit den Sagen anfangen konnten. Dadurch gibt es in dem Buch zwar eine Menge Informations-Dumping, dies ist aber nie langweilig oder zu viel auf einmal. So kommen schon mal ein paar Seiten Dialog vor, gleichzeitig überwiegt aber die spannende, rasante und actiongeladene Handlung. Und dabei greift Thomas Finn teilweise in düsterste Gruselkabinette. Manche Dinge, die Lukas und seine Verbündeten erleben, sind wirklich ekelhaft und könnten aus den schlimmsten Horrorfilmen entsprungen sein. Für zartbesaitete Leser ist das dann teilweise durchaus nichts.

Auch wenn ich das Buch wirklich sehr mochte und auf jeden Fall empfehlen kann, so gibt es von meiner Seite auch einen Kritikpunkt, weswegen ich Schwarze Tränen nicht die volle Punktzahl geben kann: Die Probleme und Schwierigkeiten, vor die Lukas und seine Verbündete gestellt werden, werden in meinen Augen zu schnell gelöst. Im ersten Moment sind sie unüberwindbar, im nächsten hat meistens Lukas einen Geistesblitz und - zack - schon ist das Problem Geschichte. Ich hätte es vielleicht besser gefunden, wenn es ein oder zwei Hindernisse weniger gegeben hätte, aber Lukas dafür an anderer Stelle nicht so leicht durchgekommen wäre. Und ich muss gestehen, dass ich gerne im späteren Verlauf nochmal eine Anspielung auf den Prolog gehabt hätte, was nicht der Fall war. Dafür gibt es eine Menge Überraschungen und Twists, die das Buch zu einem echten Pageturner machen. Besonders das Ende ist nochmal sehr spannend und man erlebt die Hölle im wahrsten Sinne des Wortes. Die letzten siebzig Seiten fand ich dann nochmal besonders fesselnd und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Da gab es für mich auf jeden Fall noch einige Wendungen und Aha-Momente.Schwarze Tränen ist zwar ein Einzelband und das Ende abgeschlossen, doch der Epilog ist so geschrieben, als wolle sich Thomas Finn alle Möglichkeiten und Eventualitäten offen halten, irgendwann mal vielleicht einen weiteren Band zu schreiben. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen! 

Fazit

Mit Schwarze Tränen ist Thomas Finn ein spannender, gut durchdachter, mythischer und blutiger Modern Fantasy-Roman für Erwachsene gelungen. Die Anspielungen auf die deutsche Sagenwelt hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Charaktere, die Handlung, der Humor und die Umsetzung. Ich könnte in die Rezension noch viel mehr schreiben, aber dann würde ich wahrscheinlich zu viel verraten. Wieder mal konnte Thomas Finn mir beweisen, was für ein grandioser Autor er ist, der mit viel Herzblut für seine Bücher recherchiert und den Leser ungemein fesselt. Ich vergebe, mit starker Tendenz nach oben und nur kleinen Abzügen 4 von 5 Sternen !

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kristallkinder, fantasy, jordan dane, liebe, indigo-kinder

Indigo - Das Erwachen

Jordan Dane ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.03.2014
ISBN 9783956490170
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Raynes Bruder Lucas in einer psychiatrischen Anstalt, da er anders ist. Raynes ältere Schwester Mia schickte ihn einst dorthin, wo er jahrelang mit Drogen betäubt wurde. Nun ist Lucas geflohen und Mia bitte Rayne, ihr mitzuteilen, wenn der Bruder sich bei ihr melden sollte. Tatsächlich bekommt Rayne von ihm eine Nachricht, mit der Bitte, nicht nach ihm zu suchen und Mia nichts zu erzählen. Das schlechte Gewissen, ihrem Bruder nie geholfen zu haben, das Rayne schon seit Jahren plagt, zwingt sie nun, endgültig zu Handeln. Bei ihrer Suche nach Lucas trifft sie auf den geheimnisvollen Gabe, der ihr nichts von sich erzählt, aber zu ahnen scheint, wo Lucas stecken könnte. Gemeinsam suchen sie nach Raynes Bruder und ahnen nicht, dass auch andere Menschen Interesse an Lucas haben und ihn um jeden Preis finden wollen...

Meine Meinung

Als ich den Klappentext zu dem Buch las, war ich wirklich neugierig. Was hat es mit Lucas auf sich? Warum ist er weggelaufen und warum soll Rayne nicht nach ihm suchen? Und wer ist dieser Gabe, der nichts von sich preisgeben will, aber weiß, was mit Lucas ist? Auch wenn meine Erwartungen an das Buch nicht allzu hoch waren, so war ich doch gespannt, ob mich die Geschichte überzeugen könnte. Zumindest geht es hier nicht um Vampire, tatsächlich befasst sich das Buch mit einem Phänomen, an das viele Menschen glauben: Indigo- und Kristallkinder. Ich persönlich hatte zuvor noch nie etwas davon gehört, habe aber durch das Buch ein paar Interessante Informationen zu dieser "These" erhalten und auch ein wenig im Internet darüber recherchiert. Was diese Indigo- bzw. Kristallkinder sein sollen, werde ich hier nicht erklären, da ich denke, dass es ein zu großer Spoiler für das Buch wäre.

Hundertprozentig konnte mich das Buch am Ende dann leider nicht überzeugen, was an unterschiedlichsten Gründen lag. Gleichzeitig konnte ich aber durchaus Potential und Stärken erkennen, die dafür sorgten, dass das Buch kein richtiger Reinfall für mich war. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, weil ich einige sehr schlechte Bewertungen zu dem Buch gesehen habe, dennoch wollte ich Indigo - Das Erwachen gerne eine faire Chance geben. Daher komme ich zunächst zu den positiven Aspekten des Buches.

Die Charaktere. Auch wenn es sich hier bei den Protagonisten hauptsächlich um einfach gestrickte Charaktere handelt, die man grundsätzlich in jedem zweiten Buch finden kann, so waren sie hier doch wirklich sympathisch und haben durchaus dazu beigetragen, dass ich das Buch stellenweise ganz gerne mochte. Rayne und Gabe als Protagonisten waren unterhaltsam und sorgten bei mir für das ein oder andere Schmunzeln, ab und zu musste ich sogar mal lachen. Sie ergänzen sich gut und haben einen interessanten Hintergrund, wobei natürlich Gabe derjenige ist, der besonders ist und heraus sticht. Die Gefühle, die die beiden füreinander entwickeln, kamen mir ein bisschen zu schnell, aber es war in Ordnung. Neben Gabe und Rayne gibt es auch noch andere wichtige Charaktere, wie zum Beispiel natürlich Lucas, dann auch noch ein Mädchen namens Kendra, ein Mann mit dem Namen O'Dell und einen geheimnisvollen Alexander Reese. Ich mochte es, dass alle Figuren ihre Geheimnisse und ihre Geschichten haben, die teilweise nur angedeutet werden und von denen der Leser noch nicht alles erfährt. 

Der Schreibstil. Auch wenn es im Buch einige Sätze gab, die ich nicht so gut formuliert oder gar etwas flapsig fand, so konnte mich der Schreibstil der Autorin doch an den meisten Stellen überzeugen. Tatsächlich fand ich ihn an mancher Stelle sogar poetisch und sehr malerisch, sodass ich gar nicht das Gefühl hatte, einen Jugendroman zu lesen. Der gesamte Stil sorgte dafür, dass sich das Buch sehr leicht und angenehm lesen ließ, da er fließend und anschaulich war.

Die Idee. Man kann sagen was man will, aber ich finde die Idee hinter der Geschichte sehr gut und total interessant. Zwar erfährt man schon in diesem Band recht viel über die Bedeutung der Indigokinder, gleichzeitig schafft es die Autorin aber auch, mit wirklich interessanten Infos sparsam umzugehen, sodass man nach diesem Band längst noch nicht alles weiß und gerne mehr erfahren würde. Besonders mochte ich die Idee hinter den Gegnern, die von einer dubiosen Kirche mit sektenähnlicher Glaubensrichtung dargestellt werden. Ich war wirklich gespannt, wie das Buch ausgehen würde, welche Geheimnisse noch ans Tageslicht kommen würden und welche besondere Rolle Gabe und Lucas bei dem Ganzen innehaben. Denn es wird sehr bald deutlich, dass die beiden selbst unter den Indigokindern etwas ganz Besonderes sind. Zudem mochte ich es, wie die verschiedenen Handlungsverläufe parallel schließlich zusammengefügt wurden.

Neben den positiven Geschichtspunkten gab es aber auch einige Dinge, die ich an dem Buch sehr enttäuschend fand und die ich kritisieren muss. Auch wenn es nicht viel zu kritisieren gibt, so sind die Mängel in meinen Augen jedoch eklatant und trübten mein Lesevergnügen oftmals dann doch mehr ein, als nötig gewesen wäre. 

Das Tempo. Es ist viel zu rasant. Gabe und Rayne verlieben sich zu schnell ineinander. Man erfährt zu früh zu viele Informationen über die Indigokinder. Die gesamte Handlung spielt sich binnen weniger Tagen ab und trotzdem hat man das Gefühl, dass Dinge passiert sind, die gut und gerne mal mehrere Wochen füllen können. Es war einfach zu viel. Wogegen das Ende, der "Showdown", dann überraschend kurz und leider auch ein wenig enttäuschend war, da ich mir viel mehr erhofft hatte. Gabe setzt seine geheimnisvolle Gabe ein (ja wirklich, ich musste im Buch an manchen Stellen auch überlegen und zwei Mal lesen, ob der Charakter Gabe gemeint war, oder das Talent, die Gabe eben...) und beherrscht sie viel zu schnell viel zu gut, wenn man überlegt, dass er zu Beginn des Buches eher nichts mit ihr zu tun haben wollte. Tatsächlich fand ich Gabe zum Ende hin ein wenig seltsam und an einer Stelle wurde er mir unsympathisch, da er völlig aus seiner Rolle rausfiel. Damit die Kinder den Gegnern nicht immer zu weit voraus sind, wurden Fehler auf Seiten der Kinder förmlich konstruiert, damit die Gegner aufholen konnten. Das fand ich schade, da das Buch dadurch teilweise seine Glaubwürdigkeit einbüßen musste.

Die Erzählperspektive. Ohne Witz, aber die Sicht von zehn (!!!) Charakteren auf gerade mal 362 Seiten zu verfolgen ist des Guten einfach zu viel. Es war durchaus interessant, auch die Ansichten und Pläne der Gegner zu erfahren, aber zum Einen wurden viele Geheimnisse und Informationen schon sehr früh gelüftet, und zum Anderen blieben die wichtigen Figuren teilweise auf der Strecke. Beziehungsweise sorgte es dafür, dass die Fortschritte von Rayne, Gabe oder Lucas einfach zu schnell abgehandelt wurden, weil einfach nicht genug Platz war. Meiner Meinung nach hätte man sich auf die Sicht von maximal drei Charakteren beschränken können, das hätte dem Buch sicherlich gut getan, das Erzähltempo etwas runtergeschraubt und viele Handlungen und Fortschritte hätten dadurch besser ausgebaut werden können. Zu Gute halten muss man der Autorin jedoch, dass ich nie Probleme hatte, zu verfolgen, in wessen Sicht der Leser sich gerade befindet. 

Natürlich werden auch gegen Ende nicht alle Fragen beantwortet, da es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Reihe handelt. Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde kann ich noch nicht sagen, denn obwohl sie durchaus Potential hat, so hat sie doch auch ihre Krücken. Vielleicht werde ich dem zweiten Band noch eine Chance geben, wenn er denn dann auf Deutsch erscheint. 

Fazit

Indigo - Das Erwachen reizt den Leser mit einer guten Idee und einem teilweise auch stimmig umgesetzten Handlungsbogen. Durch das rasante Erzähltempo, bei dem leider viele wichtige Ereignisse auf der Strecke bleiben und zu schnell Erfolge und Misserfolge erzielt werden, büßt das Buch an Sympathie ein. Auch die Masse der Charakteren, dessen Sicht man verfolgt, sorgt einige Dämpfer beim Lesen. Der stellenweise schöne Schreibstil und die doch recht netten Figuren können aber einiges retten. Daher vergebe ich dem Buch knapp 3 von 5 Sternen !

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98 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

lykaner, werwölfe, roter mond, krieg, usa

Roter Mond

Benjamin Percy , Michael Pfingstl
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 24.03.2014
ISBN 9783764531232
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Er denkt an das Mädchen, an Claire. Eigentlich hat er in letzter Zeit kaum an etwas anderes gedacht als an sie. Ständig schwebt sie am Rand seines Bewusstseins. Wie ein Totenkopfschmetterling. (S. 220)

Inhalt

Als Patrick zu seiner Mutter ziehen soll, da sein Vater in den Krieg ziehen muss, ahnt er nicht, dass sich auf dem Flug sein Leben für immer verändern wird. Claire ist gerade dabei, sich durch College Broschüren zu lesen, als Männer von der Regierung das Haus stürmen und ihre Eltern umbringen. Sie kann nur knapp entkommen. Chase Williams ist als Gouverneur erfolgreich, sagt dem Terrorismus den Kampf an und droht mit harten Sanktionen, als er überfallen wird und knapp mit dem Leben davon kommt. Miriam hat sich in ihrem Haus verbarrikadiert, da sie weiß, dass die Schergen ihres Exmannes nach ihr suchen und sie überzeugen wollen, wieder bei der Organisation mitzuarbeiten. Das Leben dieser vier Menschen wird durch einen schicksalhaften Tag miteinander verwoben: den Tag, an dem die Lykaner Amerika den Krieg erklären...

Meine Meinung

Ich war wirklich auf das Buch gespannt, da es sich vom Klappentext her und von den Stimmen doch sehr von üblichen Werwolf-Roman abheben soll. Ich stehe eigentlich nicht so sehr auf Bücher, in denen es um Vampire, Werwölfe und dergleichen geht, dennoch wollte ich dem Buch eine faire Chance geben. Nicht zuletzt, da es von einem Mann geschrieben wurde und ich mir einfach erhoffte, dass es keine kitschige Liebesgeschichte gibt, wie man sie in so vielen Büchern leider findet.

Der Beginn des Buches ist sehr heftig. Zunächst einmal deswegen, da das gesamte Buch im Präsens geschrieben ist und ich das immer sehr gewöhnungsbedürftig finde. Daher hatte ich schon auf den ersten Seiten das Gefühl, dass es ungemein anstrengend sein wird, das Buch zu lesen. Präsens ist einfach nicht für einen Roman geeignet. Tja, was soll ich sagen? Nach wenigen Seiten gewöhnt man sich daran, nach hundert Seiten merkt man es gar nicht mehr und nach der Hälfte liebt man diesen Schreibstil. Spätestens nach der Hälfte. Zumindest ging es mir so. Benjamin Percy schreibt unnachahmlich toll. Bei jedem Satz, bei jedem Wort, hatte ich das Gefühl, mir alles bildlich vorstellen zu können, als sei ich selbst dabei. Ich weiß nicht warum, aber die detaillierten Beschreibungen, die er von der Umgebung gibt, sind so anschaulich, so fein und niemals zu übertrieben oder unwichtig. Sie sind genau richtig, sodass man sich in die Situation hineinversetzt fühlt. Sei es die Beschreibung vom zerkratzten Lack an einer Tür oder dem Quietschen von Schuhsohlen auf Linoleumboden. Oder die Form, wie Blut an eine Wand spritzt. Der Autor beschreibt alles bildlich, geht auf jedes Detail ein und erwähnt Dinge, die im ersten Augenblick vielleicht unwichtig oder unnötig erscheinen, die der gesamten Szene aber Flair, Raum und Echtheit geben. Möglicherweise wird es Leser geben, die den Schreibstil nicht mögen werden, denn Benjamin Percy beschönigt nichts. Worte wie "ficken", "Schwanz" und dergleichen fallen oft, zudem gibt es sicherlich auch einige, die mit der Detailverliebtheit nichts anfangen können. Doch bei diesem Buch hat alles einfach perfekt gepasst.

Die drückende Stille im Haus umfängt ihn. Dann ist es wieder da, dieses Geräusch. Klick, klick, klick. Als würde jemand mit einem Stück Kreide auf eine Tafel klopfen. Es ist ganz nah und direkt vor seiner Tür. Der Knauf bewegt sich nicht aber die Tür stöhnt ganz leise in den Angeln, als würde jemand von draußen die Hand dagegen drücken. (S. 223)

Dass der Autor nichts beschönigt und nichts unter den Tisch kehrt spürt man schon auf den ersten Seiten, die direkt deutlich machen, welche Richtung das Buch einschlagen wird, sodass man sich frühzeitig entscheiden kann, ob man es lesen möchte oder nicht. Schon zu Beginn wird beschrieben, wie viele Menschen auf brutale Art und Weise ermordet, ja zerfleischt werden. Viel lässt der Autor dabei nicht aus. Manche Leser werden hier bestimmt schon abbrechen, aber mich hat das gerade so gefesselt, da es der Beweis dafür war, hier keine schnulzige Werwolf-Romanze vorgesetzt zu bekommen. Als erster Charakter wird Patrick eingeführt, der mit dem Flugzeug zu seiner Mutter fliegen muss, die er gar nicht wirklich kennt und zu der er eigentlich auch nicht will. Sein Vater muss in den Krieg ziehen, in eine fiktive Republik, die zwischen Finnland und Russland liegt, in der Lykaner offiziell leben und in der es große Uranvorkommen gibt, weswegen sich die USA natürlich einmischen muss. Das Weltbild mit den Lykanern fand ich sehr faszinierend und einfallsreich. Ob man es glaubt oder nicht, aber Benjamin Percy hat, was die Werwölfe betrifft, tatsächlich noch Einfallsreichtum bewiesen und mich wirklich überraschen können. Die Idee hinter dem "Fluch" fand ich sehr gut durchdacht, die medizinischen Fakten waren sehr interessant und die Art und Weise, wie die Lykaner sich verwandeln und wie sie leben war innovativ. Die Welt, in der die Geschichte stattfindet, ist unsere, nur mit dem kleinen Unterschied, dass fünf Prozent der Weltbevölkerung Lykaner sind. Die meisten leben friedfertig und ruhig mit "normalen" Menschen zusammen, aber wie in jeder Randgruppe gibt es auch unter den Lykanern ein paar Extremisten, die sich mit ihrer Rolle als Randgruppe und Außenseiter nicht zufrieden geben wollen. 

In meiner letzten Rezension zu Indigo - Das Erwachen habe ich mich noch beschwert, dass es einfach zu viele Perspektiven gibt, die der Leser verfolgt. Auch in diesem Buch erlebt man die Handlung aus der Sicht von mindestens vier Personen, aber auch von vielen anderen, sodass man am Ende bestimmt auf über zehn Sichtweisen kommt, wenn nicht sogar mehr. Doch auch hier passt es einfach, es passt perfekt. Vielleicht liegt es daran, dass bei 640 Seiten den Charakteren einfach mehr Platz zur Entfaltung gegeben wird. Zudem sind die unterschiedlichen Perspektiven unheimlich spannend, besonders die von Patrick und Claire, die auch die beiden Haupt-Protagonisten sind. Aber auch die anderen Erzählstränge haben mich gefesselt, da immer nur genauso viele Informationen wie Notwendig preisgegeben wurden und die Kapitel netterweise gerne mal mit einem Cliffhanger endeten, sodass man gar nicht anders konnte als weiterlesen. Zudem mochte ich die Charaktere. Alle. Sie waren keine Wundertypen, nicht perfekt und hatten alle ihre Macken. Es waren einfach Menschen wie du und ich, mit denen jeder Leser sich identifizieren kann. Sie sind nicht übertrieben schön oder hässlich, tatsächlich spielt die Optik bei den Protagonisten bei Weitem nicht so eine wichtige Rolle wie in vielen anderen Büchern. 

Besonders an dem Buch ist, dass die Handlung knapp zwei Jahre umfasst. Die Geschichte beginnt, da ist Patrick Ende siebzehn und endet, da ist er über neunzehn, fast zwanzig. In diesen zwei Jahren passiert eine ganze Menge, wobei auch manchmal einige Monate ausgelassen werden und man nur durch Zusammenfassungen und Rückblenden erfährt, was in diesen Monaten passiert ist. Wer glaubt, dass Claire und Patrick die ganze Zeit zusammen sind, der irrt. Ihre Wege trennen sich, sie erleben unterschiedliche Dinge und haben unterschiedliche Motive für ihr Handeln. Manche Wege kreuzen sich früher, andere später. Aber alle kommen irgendwann zu einem gemeinsamen Punkt zusammen und alles geht von einem Ereignis aus, das Patrick an Bord des Flugzeuges erlebt hat. Vorwarnen sollte man vielleicht noch, neben den schonungslosen Beschreibungen von brutalen Geschehnissen, dass das Buch eine sehr düstere Stimmung allgemein hat. Den Charakteren geschieht selten bis nie etwas Gutes. Wer für eine solch doch recht depressive Stimmung nicht zu haben ist, die gegen Ende noch krasser wird, der sollte um das Buch einen großen Bogen machen. 

Kennt ihr noch die Gänsehaut-Bücher, die es in den Neunzigern gab? Wenn ja, werdet ihr euch sicherlich erinnern, dass diese Bücher immer fies endeten. Erst dachte man immer, alles sei gut überstanden und es gäbe ein Happy End, doch auf den letzten Seiten kommt dann der große Knall, dass doch nicht alles gut ist, dass irgendeine Kleinigkeit schief gelaufen ist und dass das Grauen nie aufhört. Auch Roter Mond hat so ein Ende. Wobei man eigentlich nicht mal ansatzweise von einem Happy End reden kann, denn das gibt es hier nicht. Wie bereits geschrieben ist das Buch nicht schön, es gibt kaum bis keine glücklichen Momente, aber zum Ende hin denkt man noch: puh, immerhin ist es nicht schlimmer geworden. Und dann kommt das Ende und man weiß: oh nein, es wird niemals aufhören. Doch irgendwie passt auch das zu dem Buch perfekt. Ich war selber erstaunt, aber irgendwie hat mich das Buch nicht unbefriedigt zurückgelassen und ich muss zugeben, dass mich ein Alle-leben-glücklich-bis-an-ihr-Lebensende-Ende eher unzufrieden gemacht hätte, da es in keinster Weise zum Buch passen würde. Leider leider leider gibt es aber auch vor allem auf den letzten fünfzig Seiten ein paar Punkte, die mich stören. Es wird ziemlich viel unbeantwortet gelassen und man weiß einfach nicht, was mit manchen Charakteren noch passiert ist oder passieren wird. Zudem waren mir ein, zwei Handlungsstränge zum Ende hin viel zu schnell und plötzlich gelöst, da war ich etwas enttäuscht, weil ich da mehr erwartet hatte. 

Ich könnte jetzt noch viel mehr von dem Buch berichten und ich habe das Gefühl, dass ich mit meiner Rezension Roter Mond in keinster Weise gerecht werde und dass ich noch gar nicht alles angesprochen habe, was erwähnenswert wäre, aber das würde eindeutig den Rahmen sprengen und dann würde ich wirklich Gefahr laufen, zu spoilern, daher höre ich hier auf. Ich kann nur raten, das Buch selber zu lesen. 

Fazit

Roter Mond ist ein heftiges Buch, das Ekel, Faszination, Mitleid, Wut, Abscheu, Trauer und viele andere Emotionen beim Lesen hervorruft. Es hebt sich ganz klar von anderen Büchern ab, in denen es um Werwölfe geht. Der Schreibstil und die Charaktere muss ich besonders hervorheben, da sie dem Buch eine Authentizität verliehen, wie ich sie selten mal erlebt habe. Wer also einen sehr ungewöhnlichen Werwolf-Roman lesen möchte und nicht vor derben Beschreibungen und Gewalt zurückschreckt, für den kann das Buch durchaus was sein. Ich vergebe abschließend sehr gute 4 von 5 Sternen !

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasy-serie, das erbe des dämonenkönigs, fantasy-zyklus

Die Purpurkrone

Cinda Williams Chima , Susanne Gerold
Flexibler Einband: 668 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.10.2014
ISBN 9783442481538
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Seit Raisa ana'Marianna zur Königin von Fells gekrönt wurde, scheint eine Liebe zwischen ihr und Han Alister, dem Zauberer, unmöglich. Der Zwist zwischen Magiern und Clans ist größer denn je und Raisa wünscht sich nichts mehr, als dass Eintracht und Friede zwischen den Völkern von Fells herrscht. Als das Königinnenreich von feindlichen Truppen belagert wird muss Raisa entscheiden, ob sie flieht, oder für ihr Land kämpft. 
Han Alister weiß, dass er alles geben muss, um Raisa endgültig für sich zu gewinnen. Gefangen in einem gefährlichen Konstrukt aus Lügen, Geheimnissen und tückischen Allianzen, deckt Han eine Wahrheit auf, tausend Jahre unter dem Deckmantel einer einzigen Lüge verborgen, und diese Wahrheit könnte alles für immer verändern. Doch wird er lang genug leben, um die wahre Geschichte zu verbreiten? Denn seine Feinde lauern überall und zudem wird er beschuldigt, grausame Morde an Zauberern verübt zu haben - und alle Beweise sprechen gegen ihn...

Meine Meinung

Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie toll ich diese Buchreihe finde. Daher war ich nach dem Ende von The Gray Wolf Throne sehr gespannt, wie die Geschichte um Raisa ana'Marianna und Han Alister ausgehen würde. Ich wusste gar nicht, was mich noch erwarten würde und war richtig aufgeregt, was alles noch passieren sollte. Dabei ging es nicht nur um die Frage, ob Raisa und Han endlich ihr gemeinsames Glück finden würden, sondern auch, wie sie den drohenden Krieg mit Arden abwehren könnten.

Nachdem Raisa zur Königin gekrönt wurde, besteht ihr Leben fast ausschließlich aus Beratungen und Pflichtterminen. Sie hat nicht vergessen, dass sie außerhalb und innerhalb des Königinnenreiches Feinde hat, die sie um jeden Preis töten wollen. Han Alister fungiert als ihr Bodyguard, was ebenfalls missbilligt wird, da er von allen Seiten angefeindet wird. Auch Hans Leben ist in Gefahr, denn seine Nähe zu Königin Raisa ist vielen ein Dorn im Auge. Unterstützung erhält er nur von Cat, Fire Dancer, überraschenderweise auch von Amon und natürlich von der Königin selber. Auch als Han beschuldigt wird, in Fellsmarch nachts Zauberer umzubringen und selbst seine engsten Vertrauten ihm die Morde zutrauen, ist es nur die Königin, die weiterhin unerschütterlich an seine Unschuld glaubt.

Auch dieser Band wird aus der Sicht von Raisa und Han geschildert, doch diesmal gibt es auch ein Kapitel aus der Sicht von Fire Dancer und eins aus der Sicht von Micah Bayar. Micahs Absichten werde endgültig deutlich und auch wenn ich ihn immer noch nicht mag, so ist er auf gewisse Art und Weise ein tragischer Held. Auffällig ist jedenfalls, dass fast alle Charaktere, Han inklusive, sehr egoistisch handeln - bis auf Raisa, die immer nur auf das Wohl ihres Königinnenreiches bedacht ist. Hans einziges Ziel ist, Raisa heiraten zu können. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Ich mochte es sehr gerne, dass man mit Han einen etwas düstereren Hauptcharakter hat, der mit seinen Handlungen den Leser ein wenig im Zwiespalt zurück lässt. Er ist manipulativ, berechnend und teilweise eiskalt. Trotzdem ist er sympathisch, da man versteht, warum Han so ist, wie er ist. Außerdem sind er und Raisa ein sehr tolles Paar und die Szenen mit den beiden haben mir besonders gut gefallen. Raisa ist nach wie vor eine Dienerin ihres Volkes und ist bereit, auf persönliche Wünsche zu verzichten, auch wenn es ihr immer schwerer fällt, sich Han zu entziehen. Im ersten Band war ich mir noch nicht ganz sicher, was ich von Raisa halten sollte, aber ich kann mittlerweile sagen, dass sie eine unheimlich tolle Protagonistin ist und es war eine große Freude, sie und ihre erstaunliche Entwicklung zu begleiten. Im vierten Band ist sie endlich das, was sie immer sein wollte - eine Warrior Queen, wie einst ihre Vorfahrin Hanalea.

Die Geschichte, die sich einst zwischen Hanalea und dem Demon King vor tausend Jahren abspielte, ist ein wichtiges Element in dem Buch und wird eingehend behandelt. Diese Szenen mochte ich sehr gerne, da sie mich sehr berührt und gleichzeitig auch erschreckt haben. Han erfährt endlich die Wahrheit über das, was sich vor tausend Jahren wirklich abgespielt hat und die Wahrheit ist alarmierend. Dabei wird die Rolle von dem Demon King und auch von den Bayars deutlich und warum Gavan Bayar so an Hans Amulett interessiert war. Zudem erfährt man auch einiges über Fire Dancer und auch Night Bird, eine frühere Freundin von Han, gerät etwas in den Vordergrund und handelt das ganze Buch über sehr überraschend. Ich mochte sie sehr gerne, da sie anders war als die anderen Clanmenschen. 

Einziger Wermutstropfen, den ich anbringen kann, ist, dass Amon Byrne in diesem Band leider etwas in den Hintergrund gerückt ist und nicht mehr so eine tragende Rolle spielte wie bisher. Er kam zwar immer noch vor und war eine große Stütze für Raisa, aber alles, was vorher zwischen ihnen gewesen war und seine Bedeutung für die Buchreihe ging ein klein wenig verloren. Das fand ich schon etwas schade, da ich Amon wirklich sehr gerne mochte und er zu meinen Lieblingen gehörte. Aber abgesehen davon wüsste ich gar nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Das Ende ist ein richtig spannender Showdown und ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Immer wieder dachte ich "oh, noch 200/150/100... Seiten, da kann noch so viel passieren". Ich wurde immer wieder von neuen Erkenntnissen, Geständnissen und Ereignissen überrascht. Tatsächlich konnte ich nicht vorhersagen, wie das Buch noch ausgehen würde. Alles war möglich und die Autorin spielte mit gut durchdachten Twists und Wendungen. Allgemein merkte man einfach, wie gut durchdacht die ganze Story war. Immer wieder wurden lose Fäden aus vorherigen Bänden oder aus dem Mittelteil aufgegriffen und weitergeführt. Anzumerken ist auch, dass die Handlung aller vier Bände insgesamt etwas über anderthalb Jahre umfasst, was natürlich für die Entwicklung der Charaktere sorgt. Zudem hatte die ganze Geschichte rund um die Morde ein bisschen was von einem Krimi und ich habe die ganze Zeit mitgerätselt, wer nun dahinter stecken könnte. Zum Schluss werden noch die restlichen Fragen beantwortet und einige andere Geheimnisse aufgedeckt, die mich sprachlos zurückgelassen haben. Ich hätte jedenfalls nicht mit dem gerechnet, was Han und Raisa noch erfahren. Zudem ist das Ende nicht zu 100% abgeschlossen. Es ist ein gutes Ende, das den Leser befriedigt zurücklässt, aber es ist Potential für einen fünften Band da. Man kann aber auf jeden Fall richtig gut mit der Reihe abschließen und mich lässt sie mehr als zufrieden zurück. 

Fazit

Ich könnte noch viel mehr über The Crimson Crown und The Seven Realms im Allgemeinen schreiben, aber dann würde ich vermutlich spoilern, und das will ich bei den tollen Büchern nicht. Ich hatte sehr viel Freude und Spaß beim Lesen, habe mitgefiebert, mitgehofft und mitgerätselt. Die Charaktere waren unglaublich authentisch, facettenreich und sympathisch, die Handlung hat mich völlig mitgerissen und das Weltbild war sehr gut durchdacht und einzigartig. Der finale Band beantwortet eigentlich alle Fragen sehr zufriedenstellend und lässt den Leser mit einem guten Gefühl zurück. Die Reihe ist für alle etwas, die Spannung, Action, Fantasy und Romantik mögen. Ich vergebe abschließend sehr gerne 5 von 5 Sternen !

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(12)

42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy-serie, magie, das erbe des dämonenkönigs, liebe, fantasy-zyklus

Der Wolfsthron

Cinda Williams Chima , Susanne Gerold
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.07.2012
ISBN 9783442469765
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Nachdem Rebecca Morley aus Oden's Ford verschwunden ist, folgt Han Alister der erkalteten Spur, denn er will sie um jeden Preis finden. Für ihn ist klar, dass sie von Micah Bayar entführt wurde. Doch weshalb? Nach wochenlanger, kräftezehrender Reise findet er Rebecca in der Nähe von Marisa Pines, dem Clan, bei dem er jeden Sommer seiner Jugend verbracht hat. Doch sie ist schwer verletzt, allein und tödlich geschwächt. Mit letzter Kraft kann er sie zum Clan bringen und verliert dabei beinahe selbst sein Leben. Doch das ist nichts gegen das, was ihm Rebecca bald darauf eröffnet: Sie ist niemand Geringeres als Raisa ana'Marianna, die rechtmäßige Thronerbin von Fells. Verletzt und verraten zieht sich Han von Raisa zurück, doch gleichzeitig weiß er, dass sie auf seine Hilfe angewiesen ist, denn jemand möchte ganz offensichtlich die Prinzessin nicht zurück in ihrem Königinnenreich wissen - nur knapp entkommt Raisa mehreren Attentatsversuchen. Raisa muss für ihr Recht kämpfen und sieht sich zwischen Intriganten und Verrätern wieder, sie kann nur wenigen trauen. Und sie weiß, dass sie bald eine wichtige Entscheidung treffen muss: wird sie ihre Pflicht erfüllen, oder ihrem Herzen folgen?

Meine Meinung

Wow, nach dem spannenden Cliffhanger von The Exiled Queenkonnte ich es gar nicht abwarten, The Gray Wolf Throne zu lesen. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin und mit jeder Seite mehr, die ich gelesen habe, wurde meine Liebe zu der Reihe größer. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich The Seven Realmsuneingeschränkt empfehlen kann, auch wenn ich noch einen Band zu lesen habe (welchen ich heute Abend direkt beginnen werde!). 

Raisa ana'Marianna wurde, mit halbem Einverständnis ihrerseits, von Micah Bayar entführt, der sie zurück nach Fells bringen und dort heiraten will, was all ihre Anstrengungen, einer gesetzeswidrigen Heirat zu entkommen, zunichte machen würde. Das Buch steigt nur wenige Stunden nach Raisas Entführung ein und zeigt, dass sie und ihre Entführer schon ein gutes Stück vorangekommen sind. Raisas Verwunderung über Micahs Verhalten konnte ich nur allzu gut nachvollziehen, sie ist ihm skeptisch gegenüber eingestellt. Kurz darauf trifft die kleine Gruppe auf Gerard Montaigne, den jüngsten Prinzen von Arden, der schon im ersten Band Raisa seine Heiratsabsichten unterbreitete und im zweiten Band Han und Fire Dancer für kurze Zeit gefangen nahm und sie beinahe daran hinderte, nach Oden's Ford zu reisen. Das ungeplante Scharmützel mit Montaigne sorgt dafür, dass Raisa im letzten Moment entkommen kann und sich entscheiden muss, welcher Weg für sie der sicherste sein wird. So beschließt sie, allein in Richtung Heimat zu reisen.

Auch dieses Buch wird, wie seine Vorgänger, abwechselnd aus der Sicht von Raisa und Han geschildert. Es gibt nur eine Ausnahme, denn zwei Kapitel erlebt der Leser aus der Sicht von Amon Byrne. Ich fand es sehr gut gelungen, wie man mit Han den Fußspuren von Raisa folgt und die gleichen Stationen abklappert, an denen zuvor die Prinzessin war. Han, bisher immer relativ berechnend und verschlossen erkennt immer mehr, wie wichtig ihm Raisa geworden ist, die er bis dahin nur unter dem Namen Rebecca Morley kennt. Auch Raisa bedauert, ohne Abschied von Han gegangen zu sein und bereut, ihm nie die Wahrheit über ihre Existenz gesagt zu haben. Man merkt immer mehr, dass die Gefühle, die beide füreinander hegen, immer stärker werden, obwohl sie sich lange Zeit nicht sehen.

Raisa wird von Band zu Band immer stärker, tougher und mutiger. Mittlerweile vergöttere ich sie schon fast, da sie in meinen Augen eine perfekte Protagonistin ist. Sie denkt nach, handelt wohl überlegt, packt Dinge selber an, kann sich verteidigen, ist aber nie zu perfekt, braucht ab und zu ein bisschen Hilfe und trifft manchmal auch nicht unbedingt die besten Entscheidungen. Dennoch mag ich sie unheimlich gerne, mit ihr möchte man sich einfach identifizieren. Im Laufe des Bandes merkt man einfach, dass sie keine 15 mehr ist, wie zu Beginn der Reihe, und dass die vergangenen Ereignisse sie verändert und erwachsender gemacht haben. Aber auch Han hat sich verändert. Das erste Mal lässt er Gefühle zu, gleichzeitig wird er mächtiger und auf gewisse Art und Weise auch berechnender. Ich mochte es sehr, dass zur Abwechslung mal der Junge auf das Mädchen sauer war und sich verraten fühlte und nicht umgekehrt, wie es in 95% der Bücher normalerweise ist. Auch die Beziehung zwischen Raisa und Amon verändert sich nachhaltig, was ich einerseits schade fand, aber auch richtig und vor allem gut umgesetzt.

Micah Bayar ist mit Sicherheit der undurchsichtigste Charakter von allen. Ich mag ihn zwar nicht, aber man muss ihm einfach zugute halten, dass man ihn schwerlich einschätzen kann. Ist er nur ein Spielball seines Vaters oder verfolgt er seine eigenen Pläne? Hat er ehrliches Interesse an Prinzessin Raisa oder umgarnt er sie nur, um sie zu manipulieren? Ich schätze, dass man erst im letzten Band seine wahren Absichten erfahren wird, bisher erzeugt er in mir ein Wechselbad der Gefühle. Unsympathisch bleibt er mir trotzdem. 

Wie im vorherigen Band ist auch hier die Politik von entscheidender Bedeutung. Wieder mal geht es um Intrigen, Verrat, Kalkül und wichtige Entscheidungen. Während ich in Eragon von Christopher Paolini von den seitenlangen politischen Debatten unheimlich genervt war, da sie einfach langweilig und ergebnislos waren, so sind hier die politischen Debatten und Diskussionen in meinen Augen mehr als spannend. Raisa und Han müssen über alle möglichen Entscheidungen nachdenken und auch Pakte mit persönlichen Feinden eingehen, da an oberster Stelle immer das Wohl des Königinnenreiches Fells steht. Besonders deutlich wird es dadurch, dass Raisa zwar grundsätzlich ein romantisch veranlagter Mensch ist und lieber aus Liebe heiraten würde, aber dennoch bereit ist, für die Krone auf ihr persönliches Glück zu verzichten und eine politisch vorteilhafte Ehe einzugehen. Ihre Opferbereitschaft finde ich sehr bewundernswert, denn eine zukünftige Königin muss schließlich ihrem Land dienen und stets das tun, was für das Volk am besten ist.

Insgesamt gibt es in diesem Band einige krasse Veränderungen, die nachhaltige Auswirkungen auf das Leben von Raisa, Han und Amon haben. Zudem geht es teilweise recht heftig zu, Kämpfe werden ausgefochten und mehrere Charaktere müssen ihr Leben lassen. Gleichzeitig sorgen die Attentatsversuche auf Raisas Leben für ein bisschen Krimi und als Leser rätselt man die ganze Zeit mit, wer genau hinter den Anschlägen steckt. Es gibt verschiedenste Verdächtige und immer wieder kommen mehr hinzu, denn Raisa macht sich nicht nur Freunde mit ihrer direkten Art und ihrem Wunsch zu Veränderungen. Einen richtigen Cliffhanger gibt es diesmal am Ende nicht, aber man fragt sich auf jeden Fall, wie es nun mit Raisa und Han weitergehen wird. Können sie ihre Differenzen überbrücken? Welche Gefahren drohen noch aus Arden und welche Rolle spielen die Bayars in all dem?

Fazit

Wie seine Vorgänger konnte mich auch The Gray Wolf Thronevöllig in den Bann ziehen und ich hatte richtig Spaß daran, das Buch zu lesen. Der Spannungsbogen war durchgehend sehr hoch und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Die Charaktere entwickeln sich stetig weiter und die Intrigen und Ränkespiele am Hof heizen zu wilden Spekulationen an. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie in The Crimson Crown Raisa und Han die übrigen Probleme lösen werden und vergebe wohlverdiente 5 von 5 Sternen !

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasy-serie, han, magie, das erbe des dämonenkönigs, raisa

Das Exil der Königin

Cinda Williams Chima , Susanne Gerold
Flexibler Einband: 670 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.09.2011
ISBN 9783442469758
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Raisa ana'Marianna, die rechtmäßige Thronerbin von Fells, konnte mit der Hilfe ihres Vaters Lord Averill und ihres guten Freundes Corporal Amon Byrne vor der arrangierten und gesetzeswidrigen Ehe mit Micah Bayar fliehen und befindet sich nun im Exil. Zusammen mit Amon und seiner kleinen Truppe, den Gray Wolves, macht sie sich auf den Weg nach Oden's Ford, der größten Akademie in den sieben König(innen)reichen. Denn Raisa hat gelernt, dass sie zu wenig weiß, dass ein Krieg bevorsteht und dass ihre Mutter vom obersten Zauberer Gravan Bayar manipuliert wurde. Sie muss lernen zu kämpfen - und sich bedeckt halten, denn die Bayars suchen immer noch nach ihr. Zur gleichen Zeit macht sich Han Alister zusammen mit seinem Freund Fire Dancer ebenfalls nach Oden's Ford auf, um zum Magier ausgebildet zu werden. Die jüngsten Enthüllungen und Ereignisse belasten Han noch sehr, doch er hat sich mit seinem Schicksal abgefunden, ein Zauberer zu sein. Und bald stellt er fest, dass das Amulett, welches er einst Micah Bayar abnahm, große Kräfte inne hat, größere, als er sich vorstellen kann...

Meine Meinung

Nach den Ereignissen im ersten Band, The Demon King , war ich sehr gespannt, wie es mit Raisa ana'Marianna und Han Alister weitergehen würde. Bisher waren die beiden Protagonisten im ersten Band nur ganz kurz aufeinander getroffen und mussten sich voneinander trennen, ohne zu wissen, was aus dem jeweils anderen geworden war, beziehungsweise dachte Raisa, Han wäre tot. Wie schon der Band davor wird The Exiled Queenabwechselnd aus der Sicht von Han und Rasia erzählt, die sich beide auf dem Weg nach Oden's Ford befinden - Han, um das Mystwerk House zu besuchen und zaubern zu lernen und Raisa, um im Wien House zu einer Soldatin ausgebildet zu werden. Nachdem die Prinzessin schon in Southbridge und in Ragmarket unter dem Decknamen Rebecca Morley eine gewisse Anonymität wahren konnte, beschließt sie zusammen mit Amon, bei der Geschichte zu bleiben, sie sei eine gewöhnliche Blaublüterin und nicht die Thronerbin von Fells.

Obwohl Han und Raisa beide nach Oden's Ford reisen, so reiten sie doch auf ganz unterschiedlichen Wegen zur Akademie und laufen sich zunächst nicht über den Weg. Raisa muss erkennen, dass sie auch außerhalb ihres eigenen Königinnenreiches in Gefahr schwebt und dass die Schergen vom Obersten Magier Gravan Bayar an den Grenzen nach ihr suchen. Sie reiten durch Kriegsgebiete und spüren überall die Drohung vom Königreich Arden, das in einem Bürgerkrieg liegt, da die Prinzen gegeneinander um die Krone kämpfen und alle anderen König(innen)reiche mit in ihre Kämpfe hineinziehen. Auch Han und sein bester Freund Fire Dancer müssen sich bedeckt halten und entkommen oft nur knapp Gefahren, denn die Bayars suchen auch weiterhin nach Han und dem Amulett. Zudem sind die beiden Jungen in erhöhter Gefahr, als sie durch Arden reisen, denn Zauberer sind dort noch unerwünschter und geächteter als bei den Clans. 

Ich mochte es sehr gerne, dass es in dem Buch viel um Politik und Intrigen, Machtwechsel und Regierung ging. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht mancher Leser dies sehr langweilig finden könnte, aber man hat einfach gemerkt, dass die Autorin wirklich alles sehr gut durchdacht hat und alle Kleinigkeiten gut erklären konnte. Zusammen mit Han und Raisa erfährt man, was alles in den sieben König(innen)reichen schief läuft, welche Intrigen geplant sind und was für Gefahren Fells und Raisas Erbe drohen. 

Gleichzeitig geht es auch viel um die Zeit in der Akademie, in der Han und Raisa, unabhängig voneinander, lernen müssen. Han ist durch sein Amulett und seine Abstammung sehr mächtig, was von vielen Seiten direkt bemerkt wird. So bieten sich gleich mehrere Tutoren an, Han privat zu unterrichten und erhoffen sich, Han als Partner für ihre privaten Machenschaften zu gewinnen. Tatsächlich ist er die meiste Zeit nur ein Spielball in den Händen größerer und mächtigerer Menschen, die ihn nur ausnutzen, um sich seiner Kraft zu bedienen. Han merkt das selber auch und ich finde es einfach wirklich toll, dass er kein naiver Typ ist, der sich benutzen lässt. Er hat seine eigenen Pläne - denn Micah Bayar und seine Schwester Fiona sind ebenfalls in Mystwerk House und stellen eine ständige Bedrohung für Han dar. Raisa wird währenddessen zur Soldatin ausgebildet, was dafür sorgt, dass sie zu einer richtig toughen Kriegerin wird. Sie ist mutig, clever, stolz und stark, was dafür sorgt, dass ich sie immer mehr mag. Fand ich sie im ersten Band noch ein bisschen oberflächlich, so ist sie das in diesem Band nicht mehr. Zudem sind seit den letzten Ereignissen im ersten Band fast 10 Monate vergangen, wodurch die Charaktere auch noch mal gealtert sind, was man ihnen ebenfalls anmerkt.

Ein wichtiger Part in dem Buch ist die Beziehung zwischen Raisa und Amon. Schon im ersten Band war klar, dass beide mehr als nur Freundschaft füreinander empfinden, aber aufgrund von ihren Pflichten und gesellschaftlichen Positionen ist es ihnen nicht möglich, eine Beziehung zu führen. Während ihrer Zeit in Oden's Ford muss Raisa einsehen, dass eine gemeinsame Zukunft für sie und Amon nicht möglich ist, so sehr sie es sich auch wünscht. Die Szenen zwischen den beiden waren wirklich dramatisch und traurig und ich hätte es mir so sehr gewünscht, da ich Amon wirklich mag und er ein echt toller Charakter ist, aber es wird deutlich gemacht, warum es zwischen ihnen beiden nicht funktionieren kann, auch wenn ich noch hoffe, dass sich eine Lösung finden wird. Gleichzeitig mochte ich aber auch Han und Raisa, in diesem Falle eher Rebecca, sehr gerne zusammen. Auch wenn die Beziehung, die die beiden aufbauen, erst ab dem letzten Drittel des Buches Formen annimmt, so fand ich die Szenen mit den beiden immer besonders schön. 

Doch natürlich kann nicht alles so bleiben, wie bisher, denn schließlich sind auch die Bayars in Oden's Ford und so kommt eins zum anderen. Das Ende ist richtig spannend und ein richtig fieser Cliffhanger treibt dazu an, direkt den dritten Band zu lesen, was ich ja jetzt auch mache. Man fragt sich: Was wird noch auf Raisa zukommen? Kann sie ihre Krone retten? Und wird Han seine Pflichten erfüllen?

Fazit

Der zweite Band von The Seven Realms hat mir noch besser gefallen als der erste. Die Charaktere machen eine tolle und authentische Entwicklung durch, die man anschaulich beobachten kann. Die Szenen in der Akademie mochte ich sehr gerne, da man mit den Charakteren direkt mitlernen konnte. Außerdem mochte ich die politischen Ränkespiele und Intrigen, die immer wieder angesprochen wurden und von wichtiger Bedeutung sind. Man merkt auf jeden Fall, dass sich großes Unheil zusammenbraut und ist gespannt, wie die Charaktere die Probleme lösen werden. Ich vergebe abschließend 5 von 5 Sternen !

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ya high fantasy, spannend, charaktere

Der Dämonenkönig. von Williams Chima. Cinda (2010) Taschenbuch

Williams Chima. Cinda
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 01.01.1000
ISBN B00IVQT9U2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Han Alister, ehemaliger Streetlord in Fellsmarch, hat dem Diebstahl und der Betrügereien abgeschworen, um seine Mutter und seine kleine Schwester zu schützen und sich um sie zu kümmern. Seit seiner Geburt trägt Han silberne Armreifen, die magisch sein müssen, da sie mit ihm mitwachsen und nicht entfernt werden können - dabei würden sie viel Geld einbringen. Als Han einem Zauberer ein seltsames Amulett abnimmt und bei seinen Besuchen bei den Clans, die in Einheit mit der Natur leben und grüne Magie wirken, erfährt, dass das Amulett von besonderer Bedeutung ist, ändert sich Hans Leben für immer. Er weiß, dass er es versteckt halten muss, denn der bestohlene Magier wird danach suchen - und über Leichen gehen, um das Amulett zu finden.
Raisa ana'Marianna, rechtmäßige Prinzessin und Erbin des Königinnenreiches Fells, muss derweil mit anderen Probleme kämpfen: ihr sechzehnter Namenstag steht kurz bevor und ihre Mutter, die Königin von Fells, setzt alle Hebel in Bewegung, um Rasia zu verheiraten. Gefangen im Schloss träumt sie von einem Leben wie das von Hanalea, die sagenhafte mächtige Königin und Vorfahrin von Rasia, die vor tausend Jahren den Demon King besiegt und das Auseinanderbrechen der Welt verhindert haben soll. Doch Rasias Mutter hat andere Pläne - sie will ihre Tochter unbedingt verheiraten. Auch an einen Bewerber, der für all das steht, wogegen das Königinnenreich kämpft...

Meine Meinung

Ich bin durch die Videos von PERUSEPROJECT auf die Buchreihe gestoßen und ich muss sagen, dass mich die überaus sympathische und quirlige BookTuberin richtig neugierig gemacht hat, weswegen ich mir damals unbedingt den Schuber zu The Seven Realms zulegen musste. Ich bin ein großer Fantasy Fan und war daher gespannt, ob diese Jugend-High-Fantasy mir zusagen würde.

Zunächst einmal muss ich erwähnen, dass ich das Weltbild, das die Autorin hier erschaffen hat, wirklich toll ist. Es gibt sieben König(innen)reiche (deswegen auch Seven Realms), wobei das Königinnenreich Fells das mächtigste ist. Umgeben wird Fells von vielen Bergen, die alle nach ehemaligen Königinnen benannt sind. In den Bergen leben die Clans, die mit der Natur im Einklang leben und über die Magier wachen, die für Fells zwar wichtig sind, aber kontrolliert werden müssen, da einst ein Zauberer, nur unter dem Namen Demon King bekannt, die Welt ins Chaos zu stürzen drohte. Seitdem haben Zauberer eingeschränkte Rechte und dürfen zum Beispiel niemals die Königin von Fells heiraten. Hanalea, die sagenumwobene Königin, die damals gegen den Demon King kämpfte, wird in Fells wie eine Gottheit verehrt und ihr Geschlecht gilt als stark und weise. Ich fand es sehr interessant, dass in der Welt, zumindest im Königinnenreich Fells, ein Matriarchat herrscht. Die Krone wird von Mutter an Tochter vererbt und der Gemahl ist nur Zierwerk (im Buch immer schön Consort gennant) und auch in den Clans haben die Frauen das Sagen, beziehungsweise gibt es eine Matriarchatin, die besonders weise und bewandert ist in grüner Magie. Die Spiritualität in dem Buch fand ich sehr faszinierend, besonders eben die der Clans. So gibt es Zauberkraft und man arbeitet mit Kräutern und betet zu Hanalea und dergleichen.
Einziges Manko: Es gibt im ersten Band keine Karte, wodurch es ein bisschen schwierig war, sich in Gedanken topografisch zu orientieren. Aber ich habe ja schon mit dem zweiten Band begonnen und da gibt es auch endlich eine Karte, sodass man sich genau vorstellen kann, wo welches der sieben König(innen)reich liegt und so weiter.

Die Charaktere waren auch allesamt sehr sympathisch und gefällig. Han Alister und Rasia ana'Marianna sind die beiden Protagonisten, die sich mit ihrer Sicht immer gegenseitig abwechseln. Die Leben der beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Han lebt mit seiner Mutter und kleinen Schwester in einer kleinen Wohnung über einem Stall im schmutzigsten Ortsteil Ragmarket von Fellsmarch und muss sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Als er jünger war, war er Streetlord von den Raggers, einer Gang, die den Ragmarket tyrannisiert hat und mit den Southies, der Gang von Southbridge, verfeindet war. Somit muss er immer noch fürchten, dass ihn Southies und Raggers erkennen, aber auch die Garde der Königin, die immer wieder nach ihm sucht. Als Streetlord war Han unter dem Namen Cuff Alister bekannt, da die silbernen Armreifen (die wie Handschellen aussehen und auf englisch cuff heißen), sein Erkennungszeichen waren. Rasia ist Prinzessin und rechtmäßige Erbin der Krone von Fells, wenn ihre Mutter mal nicht mehr leben sollte. Sie wird hofiert, bekommt die teuersten Kleider, den schönsten Schmuck und ihr Profil ist sogar auf eine Münze geprägt. Ich fand es toll, dass trotz des "schlechten" Lebens von Han und des "tollen" von Rasia immer darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Han dafür aber immer frei ist, während Rasia eine Gefangene ihrer Pflicht und Zukunft. So kann sie nicht heiraten, wen sie liebt und ist an das Leben im Schloss gebunden. Interessant fand ich, dass die beiden Protagonisten erst nach der Hälfte des Buches aufeinander treffen, dafür aber auch nur für ein paar Seiten und sich dann des Rest des Buches nicht mehr sehen. Normalerweise verschmelzen die Leben von solchen Protagonisten doch meistens viel schneller miteinander und sind danach für den Rest der Geschichte miteinander verknüpft. Natürlich erkennt man auch hier die Verbindung, doch die ist unterschwelliger.

Auch die anderen Charaktere fand ich sehr authentisch und mochte ich, beziehungsweise mochte ich sie nicht, wenn sie unsympathisch waren, weil sie unsympathisch sein sollten. Besonders nennen möchte ich Amon Byrne, der zur königlichen Leibgarde gehört und ein Freund aus Kindertagen von Rasia ist und Micah Bayar, der der Sohn des obersten Magiers am Königinnenhof ist und trotz Verbot eine heimliche Beziehung zu Raisa führt. Micah war auch ein Charakter, der zwar irgendwie unsympathisch ist und den man nicht mag, gleichzeitig hatte ich aber auch Mitleid mit ihm, da man merkt, dass er nicht unbedingt freiwillig so ist, wie er ist.

Ein wenig irritierend fand ich jedoch, dass die Protagonisten und sowieso die meisten Charaktere in dem Buch gerade mal zwischen 15 und 17 Jahre alt sind. Rasia ist zum Beispiel erst 15 Jahre alt und sie und auch Han benehmen sich nicht so, als wären sie noch so jung. Sie agieren oft wie Erwachsene, was ich ja eigentlich auch begrüße, aber wenn sie ja so jung sein sollen, finde ich das ein bisschen... inkonsequent. Gleichzeitig sind sowohl Han als auch Rasia sehr... frühreif. Sie knutschen viel rum, mit vielen verschiedenen Personen. Dass die beiden nicht so prüde sind und ihren ersten Kuss nicht für ihre "große Liebe" aufsparen wollen, finde ich ja grundsätzlich auch gut, dann störe ich mich aber wieder ein bisschen am Alter der beiden. Wenn die Protagonisten zwischen 18 und 20 Jahre alt gewesen wären oder sie sich ein wenig mehr ihrem Alter entsprechend benommen hätten, hätte ich das den Charakteren auf jeden Fall eher abgenommen. So blieb das ein bisschen als Wermutstropfen zurück, denn das hätte man besser, beziehungsweise realistischer machen können. Rasia ist definitiv kein Kind von Traurigkeit. Sie hat zwar keinen Sex, schließlich muss sie als Jungfrau in die Ehe gehen, aber berichtet immer wieder von ihren Erfahrungen und knutscht immer abwechselnd mit ihren Verehrern rum. Versteht mich nicht falsch, ich mochte Raisa, aber ein bisschen weniger hätte ihr auch gut getan.

Die Spannung und Action kommt in dem Buch auch nicht zu kurz, vor allem Han muss häufig fliehen und sein Leben ist bedroht, da ihm Morde unterstellt werden, die er nicht begangen hat. Dass in dem Buch nichts beschönigt wird mochte ich sehr gerne, so bekommt die Geschichte, die oftmals locker leicht ist, einen ernsten und gefährlichen Unterton. Auch Rasias Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein und auch sie muss lernen, dass nicht alles gold ist, was glänzt und dass sie die Macht hat, Dinge zu ändern, die bisher falsch gelaufen sind. So geht es in dem Buch auch ein wenig um Politik, was ich sehr interessant fand, da man einen kleinen Einblick in die politischen Ränkespiele von verschiedenen Parteien erhaschen konnte. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und sowohl Han als auch Rasia müssen schwerwiegende Entscheidungen treffen. Zudem kommen ein paar Geheimnisse ans Tageslicht, von denen ich jetzt zwar nicht sonderlich überrascht war (tatsächlich hatte ich schon auf den ersten 50 Seiten diese Vermutungen, die sich erst auf den letzten 50 Seiten bewahrheitet haben), die aber durchaus dazu anregen, die Reihe weiterzulesen, da ich neugierig bin, welche Konsequenzen diese Aufdeckungen noch mit sich bringen.

Das Sprachniveau des Buches ist auf jeden Fall recht hoch, zu Beginn auf den ersten zehn Seiten hatte ich ein paar Probleme, in das Buch einzusteigen, da das Englisch etwas anspruchsvoller ist. Zudem wird hier zwischendurch auch Dialekt verwendet, was das Lesen sicherlich erschweren kann. Nach einigen Seiten aber hatte ich keine Verständisprobleme mehr, ich brauchte nur ein bisschen länger als gewöhnlich, um den Text fließend lesen zu können.

Fazit

Der erste Band der The Seven Realms-Reihe hat mir wirklich gut gefallen, da das Weltbild sehr faszinierend ist und die Charaktere sympathisch sind. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und sorgt dafür, dass man von der Story richtig gepackt wird. Vor allem das Ende war nochmal sehr fesselnd und regt sehr zum Weiterlesen an. Mein einziges Problem hatte ich mit dem Alter der Protagonisten, da sie sich nicht altersgemäß verhalten haben. Die Autorin hätte sie durchaus älter machen können. Abschließend gebe ich dem Buch, mit starker Tendenz nach oben, sehr gute 4 von 5 Sternen !

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696 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 133 Rezensionen

dystopie, auslese, liebe, überleben, jugendbuch

Die Auslese - Nur die Besten überleben

Joelle Charbonneau , Marianne Schmidt
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 26.08.2013
ISBN 9783764531171
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit Cia denken kann, träumt sie davon, am Test teilzunehmen, wenn sie mit der Schule fertig ist, so wie es einst ihr Vater getan hat. Nur selten werden Absolventen zum Test ausgesucht und es gilt als besondere Ehre, den Test machen zu dürfen, denn nur so hat man die Chance, zur Universität zu gehen und dem kranken und sterbenden Land, das sich United Commonwealth nennt, mit seinem Wissen beim Wiederaufbau zu helfen. Beinahe rechnet Cia nicht mehr damit, für den Test ausgewählt worden zu sein, doch schließlich gehört auch sie zu den vier glücklichen Jugendlichen aus ihrer Kolonie, die zur Hauptstadt Tulsa aufbrechen sollen. Am Tag vor ihrer Abreise berichtet ihr Vater von Erinnerungslücken und furchtbaren Albträumen und gibt ihr eine letzte Warnung mit auf den Weg: Vertraue niemandem! Und kurz nachdem der Test begonnen hat wird Cia die Bedeutung dieser Worte klar, denn sie merkt, dass es um Leben und Tod geht...

Meine Meinung

Schon bevor ich das Buch gelesen habe wusste ich, dass mich hier sicherlich nicht die innovativste aller Dystopien erwarten würde. Der Klappentext klang für mich sehr nach einem Mix aus The Hunger Games und Divergent und wie ich später feststellte, sollte ich recht behalten. Gleich vorneweg kann ich sagen, dass The Testing mit Sicherheit kein schlechtes Buch war. Dennoch hatte es einige Kinderkrankheiten und Krücken, weswegen es mich dann auch nicht hundertprozentig vom Hocker reißen konnte. Es könnte auch sein, dass die Rezension ein, zwei kleine Spoiler enthält.

Die Welt, in der Cia lebt, ist nicht mehr mit unserer zu vergleichen. Die USA gibt es nicht mehr, stattdessen heißt das Land United Commonwealth und ist ein Verbund aus vielen verschiedenen Kolonien mit unterschiedlich Hohen Einwohnerzahlen. Cia kommt aus der Kolonie Five Lake, welche zu den kleinsten gehört und sie ist, zusammen mit den drei anderen aus ihrer Jahrgangsstufe, die erste aus der Kolonie, die den Test absolvieren darf. Die Idee, weswegen Nordamerika und wahrscheinlich auch der Rest der Welt in Trümmern liegt, fand ich sehr gut und innovativ. Dass die Menschen die Kriege angezettelt und zur Zerstörung beigetragen haben, dass aber gleichzeitig auch die Natur selber Grund für die starken Veränderungen ist. Es werden immer wieder Hinweise geliefert, wie es zu dem Krieg kommen konnte, der die Welt ins Chaos stürzte, aber alles erfährt man noch nicht. Ich bin gespannt, was in den nächsten Bänden noch so ans Tageslicht kommen wird.

Die erste Hälfte des Buches gefiel mir auf jeden Fall schon mal besser als die zweite Hälfte. Die Idee mit den ersten drei Tests, die Cia und die anderen Probanden absolvieren müssen, hat mir gut gefallen. Da hat die Autorin auch ziemlichen Einfallsreichtum bewiesen. Ich fand das Ankommen im Testing-Centre, das Aufeinandertreffen von den Teilnehmern und vor allem den zweiten und den dritten Test besonders interessant und hatte Spaß, diese Szenen zu lesen. Man merkte zwar schon ziemlich früh, dass alles so in Richtung The Hunger Games und Divergent geht - eine selektierte Gruppe muss Aufgaben absolvieren und überstehen, wird aber, bevor der eigentliche vierte Test beginnt, nochmal hofiert mit besonderen Köstlichkeiten, es gibt Überwachung überall und man setzt die Jugendlichen bewusst unter Druck, um sie weiter zu selektieren - aber trotzdem konnte das Buch hin und wieder mit eigenen Ideen auftrumpfen. Natürlich aber sind die Teilnehmer aus Distrikt 12, ich meine natürlich Five Lake die totalen Außenseiter.

Als es dann zur vierten und letzten Prüfung geht rutscht das Buch allerdings für mich ziemlich ab, denn es ist wirklich The Hunger Games extrem ähnlich. Oder von mir aus auch Battle Royale, was ja das erste Buch ist, das sich dem Konzept bedient, dass eine Gruppe von Jugendlichen irgendwo in der Wildnis ausgesetzt wird und sie zu einem Ziel kommen müssen, mit allen Mitteln, die ihnen richtig erscheinen. So ist es auch erlaubt, andere Testkandidaten umzubringen. Grundsätzlich gibt es während des vierten Tests nur ganz wenige Regeln: Man darf zu Beginn nur eine bestimmte Anzahl an Gegenständen mitnehmen (die Szene hat mich sehr an das Füllhorn aus The Hunger Games erinnert) und man darf das umzäunte Gebiet, in dem der Test stattfindet, nicht verlassen. Der Rest ist "up to you", wie man so schön sagen kann. Den Kandidaten steht völlig frei, wie sie ihr Ziel erreichen. Dass einige diese Möglichkeit wörtlich nehmen und beginnen, andere Teilnehmer zu jagen und zu töten ist wohl die logische Schlussfolgerung. Denn bei nur zwanzig Plätzen, die die Universität bietet und achtundfünfzig Teilnehmern, die den vierten Test beginnen, will man ja so wenig Konkurrenz haben wie nötig. Außerdem verbündet sich Cia mit Tomas, der ebenso wie sie aus Five Lake stammt, rettet ihm mehrmals das Leben, heilt ihn, als er verwundet ist und verliebt sich in ihn. 

Die Ähnlichkeit zu anderen Dystopien hätte mich sicherlich nicht so gestört, wenn nicht die Charaktere gewesen wären. Allen voran Cia, die Protagonistin. Sofort ist sie "special". Michal, ein Mitarbeiter des Testingkommitees, ist direkt auf sie aufmerksam geworden und allgemein erhält sie von allen Seiten extrem viel Beachtung. Ich hätte es vielleicht besser gefunden, wenn Michal erst im Laufe der Tests auf sie Aufmerksam geworden wäre, weil sie die Probleme alle so souverän löst. Cia ist zudem total schlau und technisch begabt und alles. Sie ist ein richtiges "Wundermädchen" und sie kann anscheinend alles besser, als alle anderen. Zudem wird auch immer von allen Seiten darauf hingewiesen, dass Cia alles immer besser macht und Dinge macht, die sonst keiner kann... Und ab der zweiten Hälfte des Buches könnte man ihren Namen einfach durch den von Katniss tauschen und man würde keinen Unterschied erkennen. Cia ist Katniss. Sie ist kühl, misstrauisch, rational, glaubt immer, dass alles direkt eine Falle ist, kann total gut in der Wildnis überleben, weil sie weiß, wie man jagt und Fallen aufstellen kann und worauf man alles achten muss, wenn man Tage und Nächte in feindlichem Terrain verbringt. Außerdem ist sie ein bisschen inkonsequent, denn als ihr Vater sagt, dass sie niemandem vertrauen soll, rennt sie gefühlte fünf Minuten später zu Tomas und erzählt ihm alles... Auch Tomas ist so eine Sache für sich. Zu schnell entwickelt er sich zum Love Interest. Es wird zwar gesagt, dass die beiden sich seit Jahren kennen, aber am Anfang reden die irgendwie nicht miteinander und dann plötzlich, als sie zum Test fahren, keimen die Gefühle auf. Ich konnte eigentlich die ganze Zeit nicht wirklich nachvollziehen, was beide aneinander finden. Ansonsten bleibt Tomas ziemlich blass, erst im vierten Test bekommt er ein wenig Farbe und ich dachte mir schon von Anfang an, dass da sicherlich noch was kommt, dass er nicht so ist, wie er sich gibt. Und ich hatte recht. Bei fast allen wichtigen Charakteren hatte ich recht. Ob es Michal war, oder Will, der ebenfalls ein Kandidat ist, ebenso wie Brick. Irgendwie konnte man einfach sofort erkennen, dass es noch nicht alles ist, was die Charaktere in der ersten Hälfte von sich gezeigt haben.

Auch was das Ende betrifft hatte ich so meine Vermutungen, die sich auch fast alle bestätigt haben. Man kann sich schon ziemlich genau vorstellen, worauf alles hinauslaufen und welche Folgen alles haben wird. Vor allem bleibt die Frage: was ist mit Tomas (wer das Buch gelesen hat wird wissen, was ich meine.)? Anmerken kann ich noch, dass die Sprache in dem Buch sehr einfach ist, da man alles aus der Sicht von Cia erlebt und die Ereignisse in Ich-Perspektive geschildert werden. Da Cia ein sehr rationaler Mensch ist, sind die Sätze dementsprechend auch recht simpel gehalten. Für Englisch-Anfänger eignet sich das Buch daher sehr gut. 

Fazit

Alles in allem handelt es sich bei The Testing um eine annehmbare Dystopie, die man locker-flockig runter lesen kann und sicherlich an einigen Stellen zu unterhalten und fesseln weiß. Manche Ideen, die die Autorin anbringt, sich wirklich einfallsreich und innovativ, aber sie bedient sich einfach so offensichtlich und zu stark aus anderen Büchern. Wenn man The Hunger Games und Divergent nun nicht kennt, erlebt man mit The Testing sicherlich eine tolle und spannende Dystopie, auch wenn die Charaktere durchaus noch ausbaufähig sind und die Autorin mehr Überraschungsmomente einfügen müsste, denn bisher schreibt sie zu vorhersehbar. Ich vergebe abschließend knapp 3 von 5 Sternen !

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Phoenix Rising

Pip Ballantine , Tee Morris
Flexibler Einband: 402 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers Inc, 26.04.2011
ISBN 9780062049766
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Wellington Books und Eliza Braun arbeiten beide für das Ministry of Peculiar Occurrences im Dienste des British Empire, mit nur einem Unterschied: Während Eliza bei Außeneinsätzen und Auslandsmissionen regelmäßig ihr Leben riskiert, mit Pistolen um sich schießt und den Gegnern des British Empire gehörig einheizt, arbeitet Wellington in den Archiven und kümmert sich um den Schreibkram. Eigentlich haben die beiden Agenten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, nichts miteinander zu tun. Bis Eliza wegen eines verpatzten Einsatzes zur Strafe ins Archiv versetzt wird und mit Wellington zusammen arbeiten muss. Bei ihren Sortierarbeiten stößt Eliza auf eine Abteilung, gefüllt mit ungeklärten Fällen. Unter diesen ist auch einer dabei, an dem sie bis vor einigen Monaten mit ihrem ehemaligen Kollegen gearbeitet hat. Von Neugier gepackt geht sie den Hinweisen nach, die ihr ehemaliger Kollege gesammelt hat und Wellington muss ihr dabei, mehr oder weniger freiwillig helfen...

Meine Meinung

Gegen ein bisschen guten SteamPunk habe ich nie etwas einzusetzen. Bücher, die im Viktorianischen London spielen mag ich sowieso sehr gerne, noch lieber mag ich sie, wenn sie einfallsreiche Fantasyelemente beinhalten und richtig coole Waffen, gepaart mit spannender Action. All das erwartete ich von A Ministry of Peculiar Occurrences - Phoenix Rising. Und ich wurde nicht enttäuscht. Nur das Cover finde ich nicht so schön...

Allein schon der Anfang, als Wellington und Eliza das erste Mal aufeinander treffen, ist genial und an Action und Spannung kaum zu überbieten. Sofort geht es los mit einer Explosion, gefolgt von einer Schießerei und einer wilden Flucht. Dabei wird direkt deutlich, von welchem Kaliber die beiden Protagonisten jeweils sind. Eliza ein Engel der Zerstörung, Wellington der intelligente Buchliebhaber. Doch obwohl beide so unterschiedlich sind, agieren sie schon bei ihrem ersten gemeinsamen Erlebnis sehr gut miteinander, denn jeder hat seine Stärken, die dem anderen sehr nützlich sein können.

Insgesamt geht es in dem Buch sehr rasant her. Eliza liebt Action, Rauch, Explosionen und Dramatik. Das macht sie direkt zu Beginn des Buches mehr als deutlich. Dass ihre Handlungen teilweise sehr unüberlegt sind und Folgen haben können, darüber macht sie sich keine Gedanken, was der Grund ist, warum sie zu Wellington ins Archiv strafversetzt wird. Wellington, von Eliza meist nur Welly genannt, um ihn zu ärgern, ist zwar auch Agent, doch er verlässt sein Archiv nie und liebt es, für das Archiv zu arbeiten. Er ist hochintelligent und zudem sehr erfinderisch, da er ein Organisationssystem für das Archiv entwickelt hat, das über Knöpfe und Schalter funktioniert. Doch Wellys ruhiges Leben nimmt schlagartig eine andere Wendung, als Eliza in sein Leben tritt. Gemeinsam setzten sie sich daran, ungelöste Fälle zu sortieren und finden dabei den alten Fall von Eliza und ihrem ehemaligen Kollegen Harrison, der nicht mehr für das Ministerium arbeiten (warum wird nicht verraten!). Vor einigen Monaten hat man viele verschiedene Leichen gefunden. Einige waren blutleer, anderen hatten keine Knochen mehr und wieder andere keine Haut. Die damaligen Spuren verliefen sich im Sande, doch Eliza hat das Gefühl, dass sie dem Ganzen noch mal nachgehen muss, denn sie findet neue Hinweise von ihrem ehemaligen Kollegen. Mehr oder weniger freiwillig wird Wellington in den Fall mit hineingezogen und verlässt das erste Mal das Archiv für einen Außeneinsatz. Die Entwicklung, die Wellington durch diesen Fall macht hat mir sehr gut gefallen, denn endlich hat er wieder mal gelernt, was es heißt, zu leben. Da gab es gegen Ende auch eine sehr schöne Szene, die mich richtig berührt hat...

Einerseits ist Eliza grob, moralisch flexibel und gar nicht fein, dann hat sich gleichzeitig aber auch ihre Momente, in denen sie ganz Lady und ein bisschen versnobt ist. Dieses Gegensatz fand ich sehr herrlich. Aber auch Wellington ist nicht einfach nur ein Archivar und es gibt ein paar Situationen im Buch, in denen er dem Leser ein etwas anderes Gesicht zeigt, was deutlich macht, dass hinter ihm viel mehr steckt, als man zunächst vermutet und das hat mir richtig gut gefallen. Wie sagt man so schön? Stille Wasser sind bekanntlich tief. Wellington hat auf jeden Fall seine Geheimnisse, die hoffentlich in den nächsten Bänden noch ausreichend behandelt werden, denn von ihm möchte ich auf jeden Fall viel mehr erfahren. Er war ein richtig einzigartiger Protagonist, der sich ganz stark von der Menge abhebt. Eliza hat mir auch sehr gut gefallen, mit ihrer richtig schönen Kick-Ass-Heldinnen-Art, da sie immer einen frechen Spruch auf den Lippen hat, aber Wellington ist einfach was Besonderes. So habe ich das zumindest empfunden. Und beide zusammen sind ein unschlagbares Team!

An verschiedenen Stellen merkt man, dass das Buch auf jeden Fall kein Kinder- oder Jugendbuch ist. Freilich können auch Jugendliche das Buch lesen, aber die Anspielungen und die Worte, die teilweise verwendet werden, richten sich doch eher an ältere Leser. Auch der Humor ist teilweise ein bisschen derb, aber ich hatte meine große Freude beim Lesen und musste mehrmals über die versauten Sprüche von Eliza lachen, die Wellington immer die Sprache verschlagen haben. Manchmal geht es auch ein bisschen anzüglich zu, aber es ist nie pervers oder verdorben, wobei es eine Szene gab, bei der ich "Hoppla o.O!" dachte, aber auch das war noch ziemlich jugendfrei. Natürlich erkennt man auch ein gewissen Potential in einer ElizaxWellington Konstellation und ich bin schon sehr gespannt, wie die beiden Autoren dies in den nächsten beiden Bänden ausarbeiten werden. Mir haben die Szenen zwischen den beiden jedenfalls gut gefallen, ohne dass es zu erzwungen gewirkt hätte.

Interessant und gut umgesetzte fand ich die Verstrickung von den zwei verschiedenen Fällen - der zu Beginn des Buches, bei dem sich Wellington und Eliza kennen lernen und der, den beide zusammen lösen wollen. Gegen Ende kommt alles zu einem großen Ganzen und dennoch ist bei Weitem noch nicht alles geklärt. Vieles wird noch Auswirkungen in den nächsten Bänden haben und ich bin schon sehr gespannt. Außerdem verlaufen auch noch andere Handlungsstränge parallel, die in diesem Band nur angerissen wurden und viel Potential liefern für Folgebände. Meine einzige Kritik ist, dass ich den eigentlichen Fall an ein, zwei Stellen etwas undurchsichtig fand und ich den Erkenntnissen nicht ganz folgen konnte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das Englisch ein bisschen anspruchsvoller ist. Dennoch ließ sich das Buch sehr gut und angenehm lesen, auch wenn die Seiten sehr voll beschrieben waren und man dadurch ein bisschen länger für das Buch brauchte.

Fazit

Phoenix Rising hat die Reihe A Ministry of Peculiar Occurrences von Pip Ballantine und Tee Morris mehr als gut eingeleitet und macht Lust auf mehr. Die Charaktere, allen voran Wellington, sind wirklich einmalig und sehr sympathisch, die SteamPunk-Elemente waren auch ausreichend vertreten und die verschiedenen Fälle waren sehr interessant, auch wenn ich zwischendurch kurze Zeit nicht mehr ganz durchsteigen konnte. Das Buch ist jedenfalls für alle etwas, die gerne ein Buch aus dem Genre lesen und einen guten Sinn für Humor haben. Ich vergebe jedenfalls abschließend, mit starker Tendenz nach oben, sehr gute 4 Sterne!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

rezension, 5 sterne, steampunk, romantik

The Janus Affair

Pip Ballantine , Tee Morris
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Harpercollins, 29.05.2012
ISBN 9780062049780
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Einige Monate sind vergangen, seit Wellington Books und Eliza D. Brown den Geheimbund des Phönix zerschlagen und das Empire gerettet haben. Doch noch immer muss Eliza ihren Strafdienst im Archiv leisten und versüßt sich die Langeweile damit, weiterhin ungelöste Fälle zu bearbeiten und ihren Kollegen Wellington in ihre illegale Arbeit mit hineinzuziehen. Ein besonderes Augenmerk werfen die beiden Agenten auf einen Fall, bei dem Suffragetten mit Hilfe eines Blitzes entführt werden und seitdem als spurlos verschwunden gelten. Als eine Freundin von Eliza aus ihrer Jugendzeit in Neuseeland beinahe ebenfalls bei einer Suffragetten-Kundgebung entführt wird, treibt nicht nur das Mysteriöse Eliza und Wellington an - diesmal ist es etwas Persönliches...

Meine Meinung

Schon der erste Band der Reihe hat mir wirklich gut gefallen, daher war ich gespannt, ob das Autoren-Duo, das übrigens miteinander verheiratet ist, das Niveau im zweiten Band würde halten können. Ich wusste ja schon ungefähr, dass mich viel Action, Witz, Elizas Schlagfertigkeit und Wellys Ohnmacht erwarten würden und freute mich sehr auf die Lektüre.
Insbesondere deshalb, weil ich das Thema mit der Suffragetten-Bewegung sehr interessant fand. Falls jemand nicht weiß, was Suffragetten sind: So nannten sich Frauen um 1900+ rum, die für das Wahlrecht der Frauen eintraten und öffentlich gegen die Vorherrschaft der Männer protestierten. Bekannt wurden sie unter anderem dafür, dass sie bei ihren Demonstrationen die Männer und Polizisten, die sie festnehmen sollten, mit Regenschirmen und Schlagstöcken verprügelten. Interessanterweise war Königin Victoria, als Frau in höchster Machtposition, von den Suffragetten nicht sonderlich angetan. Für weitere Informationen könnt ihr gerne noch diesen kleinen WIKIPEDIA-ARTIKEL durchlesen. Jedenfalls hat es mir gut gefallen, dass sich das Buch mit solch einem wichtigem Thema auseinander gesetzt und es in die Handlung eingearbeitet hat. Zudem sind die SteamPunk-Elemente wirklich faszinierend und einfallsreich und ich hatte große Freude daran, über die verschiedenen Erfindungen und Kuriositäten zu lesen. 
Die Art und Weise, wie die Suffragetten entführt werden, ist sehr mysteriös. So verschwinden sie immer in einem blauweißen Blitz, der alles und jeden verbrennt, der sich in unmittelbarer Nähe befindet (also richtig schön SteamPunk). Die Opfer werden von dem Blitz umhüllt und sind daraufhin spurlos verschwunden. Mehrmals müssen Eliza und Welly einer solchen Entführung beiwohnen, ohne sie verhindern zu können. Schon direkt zu Beginn des Buches wird eine Suffragette auf diese Art und Weise entführt. Doctor Sound, der Leiter des Ministry of Peculiar Occurrences ist natürlich nicht erfreut darüber, dass ausgerechnet Eliza und Welly Zeugen dieser Entführung sind und beauftragt den eingebildeten Agenten Bruce Campbell damit, den Fall zu lösen. Eliza kann Bruce nicht ausstehen, da er ein Sexist ist und Welly weiß, dass Bruce ihn nicht als vollwertigen Mann wahrnimmt, weil er "nur" im Archiv arbeitet. Der Leser weiß natürlich, dass Bruce nebenher gegen das Ministerium für einen gewissen Lord Sussex arbeitet, was schon im ersten Band immer wieder angedeutet wurde. In diesem Band erfährt man nun ein paar Hintergründe mehr über Bruces Arbeit als Doppelagent.

Der Humor des Buches hat mir nachwievor gefallen und Eliza und Welly sind ein tolles Gespann. Welly wird immer deutlicher, dass er in Eliza mehr sieht, als nur eine Kollegin und er muss sich mit einem fiesen Kontrahenten aus Elizas Vergangenheit rumschlagen. Immer wieder, wenn Eliza ihrer alten Jugendliebe verfällt, habe ich mich total aufgeregt und habe gehofft, dass Welly diesem Schmiersack endlich mal eine reinhaut. Denn Welly ist wirklich ein richtig feiner Kerl. Außerdem erfährt man mehr über ihn und seine "Fähigkeiten", die sich schon im ersten Band mal andeuteten. Ich mag ihn sehr gerne und er ist mein heimlicher Held des Buches, auch wenn er sich gerne im Hintergrund hält. Auch über Eliza und ihre Vergangenheit erfährt man als Leser mehr und man erfährt auch grob, warum sie Neuseeland verlassen hat und nach England gegangen ist. Dennoch gibt es zu beiden Protagonisten noch ein paar ungeklärte Fragen und ich freue mich, im dritten Band noch mehr über sie zu erfahren. 
Neben dem Fall, den Eliza und Welly - inoffiziell - bearbeiten, verlaufen auch zwei andere Handlungsstränge parallel, die schon im ersten Band aufgegriffen wurden. Einer davon ist der mit Bruce Campbell. Mir hat es richtig gut gefallen, dass es zuerst so aussieht, dass alle drei Handlungsstränge unabhängig voneinander erscheinen, aber mit der Zeit nach und nach immer mehr miteinander verwoben werden, bis man als Leser erkennt, dass alles miteinander zu tun hat, obwohl die Ausmaße noch nicht ganz deutlich werden. Zudem ging es im gesamten Buch immer schön spannend und actionreich her, sodass man als Leser selten mal Luft schnappen konnte. Immer wieder werden die beiden Agenten in Kämpfe verwickelt und immer wieder kann Welly den Lesern etwas von seinen "Fähigkeiten" zeigen, auch wenn Eliza zunächst nichts von diesen ahnt. Eine große Unterstützung ist übrigens Alice, die Bedienstete von Eliza, die ein Geheimnis mit sich trägt und den armen Welly ganz schön überrascht. Außerdem scheinen auch viele andere Charaktere ihre Geheimnisse zu haben, die aber noch nicht gelöst sind.
Das letzte Drittel befasst sich dann fast ausschließlich mit der Auflösung des Falles und es geht richtig rasant zur Sache. Man erfährt, wer hinter den Entführungen steckt, auch wenn die Vermutung schon etwas früher im Buch einmal erwähnt wird. Erst am Ende macht der Buchtitel  The Janus Affair für den Leser auch Sinn, obwohl der Fall nicht einmal so genannt wird. Über das gesamte Ausmaß der Verbrechen und deren Umsetzung war ich dann insgesamt doch sehr überrascht und stellenweise auch schockiert. Denn auch wenn das Buch grundsätzlich einen heiteren Ton anschlägt, so sind auch einige Tode zu beklagen (einer davon hat mich wirklich schwer getroffen). Aber das Ende an sich war wirklich schön und hat mir ziemlich gut gefallen. Welly hat mich sehr überrascht, was ich richtig gut fand. Ich kann nur hoffen, dass der dritte Band mindestens genau so toll wird. 

Fazit

The Janus Affair ist eine sehr gute Fortsetzung, die ein interessantes Thema behandelt. Fans von SteamPunk, Action und Humor kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Die Charaktere entwickeln sich authentisch weiter und man erfährt ein bisschen was über ihre Vergangenheiten. Außerdem macht es Spaß, mit den beiden Agenten mitzurätseln, wer hinter den Verbrechen steckt. Tatsächlich hat mir dieser Band noch ein bisschen besser gefallen als der erste (was ganz klar an Welly liegt ♥). Ich vergebe abschließend volle Punktzahl!

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Tags: 5 sterne, rezension, romantik, steampunk   (4)
 

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thriller, zukunft, jugendbuch, koma, cyberworld

Mind Ripper

Nadine Erdmann
E-Buch Text: 308 Seiten
Erschienen bei null, 07.04.2014
ISBN B00JJOT8AG
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

London 2038: Die Zwillinge Jemma und Jamie und der gemeinsame Freund Zack verbringen ihre Freizeit liebend gerne im Cyberspace. Dort können sie todesmutige Kämpfe gegen Drachen ausfechten oder in Cyberclubs Freunde aus der ganzen Welt treffen. Doch plötzlich fallen drei Jungen aus London während ihrer Zeit im Cyberspace ins Koma und obwohl ihre Körper unversehrt sind, scheint ihr Bewusstsein in der virtuellen Welt gefangen zu sein und sie wachen nicht mehr auf. Als die drei den Jugendlichen Will kennen lernen, bietet sich Jemma, Jamie und Zack die Gelegenheit, nach den Ursachen für diese schrecklichen Unfälle zu suchen und geraten dabei selber immer mehr in die Fänge des Mind Rippers...

Meine Meinung

Ich war schon ein großer Fan von  Erebos von Ursula Poznanski und  Ready Player One von Ernest Cline, weswegen ich mich sehr über die Anfrage von der Autorin freute. Die Thematik von Computerspielen und deren Vermischung mit der reellen Welt finde ich einfach sehr interessant, daher dachte ich mir schon, dass  Mind Ripper durchaus was für mich sein könnte.
Der Anfang hat mir schon richtig gut gefallen, denn man wird in eine äußerst spannende und actiongeladene Session im Cyberspace geworfen, an der die drei Protagonisten gemeinsam mit einem Freund teilnehmen. Dadurch, dass sie gerade ein Fantasy-Spiel spielen, hatte das Buch direkt auch etwas von einem Fantasy-Roman, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die Schilderungen von dem Kampf, der Umgebung, dem Gegner, war sehr ausführlich, sodass man sich alles bildlich vorstellen konnte und man das Gefühl hatte, selber dabei zu sein. Außerdem merkte man schnell, dass die Autorin sich zumindest mit dem Metier Online-Rollenspiel auseinander gesetzt hat, denn das Gameplay hat sie sehr gut rübergebracht, es aber gleichzeitig so abgeändert, dass es dazu passt, dass die Spieler mit ihren Avataren das spiel selber steuern, als würden sie die Kämpfe höchstpersönlich ausfechten.
Die Szenen im Cyberspace haben mir besonders gut gefallen, besonders ab dem Zeitpunkt, als Jemma, Jamie, Zack, Will und sein Bruder Ned nach dem Mind Ripper suchen. Ich hatte beim Lesen richtige Gänsehaut und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Umgebung, die Geschehnisse und alles drum herum wurde so eindrücklich beschrieben, dass ich teilweise selber das Gefühl hatte, ebenfalls an Ort und Stelle zu sein. Teilweise hatten diese Szenen durchaus was von einem Horrorbuch, denn es war stellenweise wirklich echt heftig von den Beschreibungen her. Dadurch war das Buch aber wirklich nie langweilig und man bekam von vielen Genren ein bisschen was geboten, ohne dass es zu viel Vermischung gewesen wäre. Es war genau richtig.
Die Charaktere waren ebenfalls ein großer Pluspunkt in dem Buch. Jemma hat mich sehr an mich selbst erinnert und ich konnte ihre Art und vor allem ihre Gedanken zu 100% nachvollziehen und -empfinden. Wie sie sich Gedanken macht, als sie Will kennen lernt und nicht weiß, wie sie seine Aktionen deuten soll - diese Gedanken hätten auch von mir sein können. Daher hatte ich wirklich guten Zugang zu Jemma und konnte sie gut leiden. Außerdem war sie nicht so ein "Mädchen-Mädchen", hatte hauptsächlich Jungs als Freunde und liebte das Zocken. Das machte sie mir einfach sympathisch. Aber auch Jamie, Jemmas Zwillingsbruder, und Zack waren tolle Protagonisten. Man spürte sofort die enge Verbindung der Freunde miteinander, was mir wirklich gut gefallen hat. Diese Nähe ist durch einen früheren Schicksalsschlag besonders eng geworden. Auch Will und seinen Bruder Ned mochte ich gerne. Sie sind auf jeden Fall recht undurchsichtig, obwohl mir die Geschichte zwischen Jemma und Will ein bisschen zu schnell ging. 
Immer wieder wird man mit neuen Erkenntnissen und Eröffnungen überrascht, die vor allem für die meisten Jugendbücher eher ungewöhnlich sind. So werden auch verschiedene wichtige und meist ignorierte oder totgeschwiegene Themen behandelt, was ich einfach toll fand. Allein dadurch hebt sich das Buch schon vom Einheitsbrei ab, den man im Jugendbuch-Genre gerne geboten bekommt. Außerdem haben die Charaktere teilweise wirklich erwachsen gehandelt. Beispielsweise stürzen sie sich nicht völlig blind und begeistert in die Möglichkeit, nach dem Mind Ripper zu suchen, sondern diskutieren auch über die Opfer, die sie dafür bringen müssen. Zudem wird dieses ganzes Cyberspace grundsätzlich positiv beleuchtet, aber es ertönen auch immer wieder kritische Stimmen, die deutlich machen, dass es einerseits noch ein Leben außerhalb der virtuellen Welt gibt und andererseits, dass man noch nicht genau weiß, ob das zu lange Spielen im Cyberspace nicht irgendwelche Nebenwirkungen haben könnte. Diese Diskussionen sorgen für verschiedene Reibungspunkte im Buch, sodass nicht immer alles rosig abläuft. Es wird einfach sehr gut deutlich, dass es nicht nur gut und böse oder richtig und falsch gibt, sondern dass man manchmal etwas Schlechtes tun muss, damit etwas Gutes am Ende dabei heraus kommt. Und dass manchmal jedes Mittel recht ist...
Die Geschichte spielt ja in naher Zukunft und nicht zur die Gamewelt hat sich entwickelt (wenn man überlegt, dass es heute schon OCULUS RIFT gibt, ist es gar nicht so abwegig, dass es 2038 diese Form von Spielen gibt), auch andere technische Errungenschaften haben das Leben erleichtert. Gleichzeitig gibt es aber auch viele altbekannte, aber auch neue Probleme. Trotzdem kann man nicht von einer Dystopie sprechen. 
Ein ganz klein bisschen negativ aufgefallen ist mir, dass einige Phrasen wiederholend benutzt wurden, wie zum Beispiel "knuffte in die Rippen/gegen den Arm...". Das kam schon recht häufig vor. Außerdem hätte ich gerne noch mehr von der Vergangenheit mancher Charaktere erfahren, vor allem von Zack. Das Cover trägt auf jeden Fall zur düsteren Stimmung bei, doch ich persönlich finde die Schrift nicht so schön, da das rot so grell ist und die Schriftart meiner Meinung nach nicht so schön ist. Aber das ist ja nur nebensächlich. Jedenfalls handelt es sich bei  Mind Ripper um den ersten Band einer Reihe, die sich  FatefulFuture 1.0 nennt, und ich bin schon gespannt, was die Autorin noch alles einfallen lassen wird, um die Leser zu fesseln.

Fazit

Ich hatte einige sehr spannende und nervenaufreibende Stunden mit  Mind Ripper von Nadine Erdmann. Die Story ist sehr gut durchdacht und die Cyberelemente waren wirklich anschaulich und authentisch eingebaut. Die Charaktere haben mir besonders gut gefallen und es gab einige Twists, die mich überrascht haben. Außerdem war die unterschwellige Kritik in meinen Augen sehr gut gelungen - dabei wird dem Leser selber überlassen, wie er urteilt. Ich vergebe abschließend, mit sehr starker Tendenz nach oben, 4 von 5 Sterne!

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Tags: 4 sterne, jugendbuch, krimi/trhiller, rezension, sifi   (5)
 

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343 Bibliotheken, 8 Leser, 4 Gruppen, 60 Rezensionen

fantasy, prinzessin, feuerstein, jugendbuch, elisa

Der Feuerstein

Rae Carson , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.08.2012
ISBN 9783453267183
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Einmal alle hundert Jahre wird ein Mensch von Gott dazu auserkoren und gezeichnet, der Träger zu sein. Der Auserwählte. Und dieser Mensch soll im Namen Gottes Großes für die Gläubigen schaffen. Prinzessin Lucero-Elisa von Orovalle ist die Auserwählte und Trägerin des Godstones, der in ihrem Bauchnabel sitzt. Doch Elisa ist sich nicht sicher, ob sich Gott nicht getäuscht haben könnte, denn bisher hat sie keinerlei besondere Fähigkeiten gezeigt oder Großes geleistet. Als sie an den König von Joya d'Arena verheiratet wird, spürt sie zwar Furcht vor dem Ungewissen, das vor ihr liegt, aber auch Erleichterung, ihrer älteren Schwester und den kritischen Blicken ihrer Angestellten zu entgehen. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Ehemann sie wegen des Godstones erwählt hat, denn er braucht eine Auserwählte, um den Krieg gegen Invierne zu gewinnen. Doch auch andere suchen nach der Trägerin des Godstones und beginnen, Elisa mit Magie zu jagen und sie erkennt bald, dass sie ihr Schicksal erfüllen muss, um den Menschen zu helfen, solange sie nicht zu früh stirbt - denn die meisten Träger sterben jung...

Meine Meinung

Das Buch hatte ich mir damals eigentlich hauptsächlich wegen des Covers und des Titels gekauft. Ich finde einfach, dass die Worte  Fireund  Thorns höchst dramatisch klingen und dass das Cover wirklich wunderschön ist. Erst später, nachdem ich das Buch schon gekauft hatte, erfuhr ich, dass es auf Deutsch unter dem Titel  Der Feuerstein erschienen ist, was vom Titel her bei Weitem nicht so viel her macht wie  The Girl of Fire and Thorns. Außerdem ist das deutsche Cover auch nicht so schön gelungen, wie ich finde. Daher bin ich froh, dass ich die englische Ausgabe besitze und jetzt lesen konnte. 
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass Elisa eine mehr als ungewöhnliche Protagonistin ist. Denn sie ist fett. Punkt. Obwohl man sich als Leser viel lieber mit den perfekten, schlanken, sportlichen und wunderschönen Protagonistinnen identifizieren möchte, so ist Elisa einfach echter, ehrlicher, menschlicher. Sie liebt es, zu essen, was auch immer wieder, besonders zu Beginn des Buches, erwähnt wird. Aber schnell wird deutlich, dass sie mit ihrer Esserei nur den Kummer kompensiert, der auf ihr lastet. Zu ihrer älteren Schwester hat sie ein sehr schlechtes Verhältnis, da beide aufeinander neidisch sind - Elisa auf die Schönheit und Anmut ihrer Schwester und diese darauf, dass Elisa den Godstone im Nabel trägt. Der Godstone (ich denke mal, dass er im Deutschen dann Feuerstein heißt)belastet Elisa ebenfalls sehr, da sie sich nicht bereit fühlt, von Gott auserwählt zu sein. Vor allem zu Beginn ist sie ein sehr unsicheres Mädchen, das unglücklich in seiner Haut ist und an sich selbst zweifelt - und das völlig nachvollziehbar. Wenn man das mit anderen Buchprotagonistinnen vergleicht, die mit sich unzufrieden sind, obwohl sie eigentlich an Perfektion kaum zu überbieten sind, ist Elisa wirklich mal eine ungewöhnliche und tolle Abwechslung. Es gibt immer wieder Anspielungen auf ihr Gewicht und die ganzen schrecklichen und auch teilweise ekelhaften Begleiterscheinungen eines solchen Körperumfanges werden schonungslos gezeigt.
Da das Buch aus Elisas Sicht und in Ich-Form geschrieben, weswegen man immer genauen Einblick in die Gedankenwelt der Prinzessin hat. So sind ihre Zweifel und ihre Unsicherheit gegenüber der arrangierten Hochzeit sehr gut nachzuempfinden, ebenso wie ihre Gedanken über den Godstone und ihre Rolle in der Welt. Die Welt, in der Elisa lebt, ist angelehnt an spanische Namen und Traditionen, gemischt mit arabischen und orientalischen Elementen. Die Religion spielt eine große Rolle und die meisten Menschen glauben an einen Gott, der alle hundert Jahre einen Menschen mit dem Godstone zeichnet. Der Bezug zur Religion hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, da Elisa selber tief gläubig und gottesfürchtig ist und somit der Glaube als völlig normal dargestellt wird. Immer wieder betet Elisa zu Gott, wenn sie einsam ist oder sie Angst hat und der Godstone in ihrem Nabel reagiert auf ihre Bitten und Gebete. 
Während der Anfang zunächst reicht seicht ist und gemütlich beginnt, so wie Elisa ja auch selber ist, wird mit der Zeit deutlich, dass es nicht lange so bleiben kann. Der Krieg mit Invierne steht kurz bevor und als herauskommt, dass Elisa den Godstone in sich trägt, ist ihre Sicherheit und ihr Schutz in den Schlossmauern von Joya d'Arena nicht mehr gegeben. Andere sind an ihr und an dem Godstone interessiert und entführen sie kurzerhand. Ab dann nimmt das Buch dann auch an Fahrt auf und auch Elisa beginnt, sich zu verändern. Sie erfährt, dass sie in die Hände von Rebellen geraten ist, die vom König bisher keine Unterstützung gegen Invierne erhalten haben und Elisa als Auserwählte entführen, da sie hoffen, dass sie ihnen helfen kann. Die Reise durch die Wüste zehrt sehr ans Elisas Kräften, macht sie gleichzeitig aber auch stärker. Auch ihre Entführer Cosmé, Humberto, Jacián und Belén werden zu Freunden und sind mir ans Herz gewachsen, da sie alle auf ihre eigene Art besonders sind. Besonders Cosmé und Humberto nehmen wichtige Plätze in Elisas Leben ein und lehren sie viel über das Überleben in der Wüste, das Kämpfen, das Hoffen. Elisa erkennt, wie blind sie bisher immer gelebt hat und weiß, dass es ihre Pflicht ist, als Auserwählte für die Gläubigen zu kämpfen. Es hat mir wirklich gut gefallen, wie sie denkt und arbeitet und welche Pläne sie sich ausdenkt, um Invierne zu schwächen. 
Ich war ein bisschen überrascht, welchen heftigen Ton das Buch manchmal anschlägt, da die Autorin nicht zimperlich mit den Charakteren umgeht. Viele lassen ihr Leben, um Elisa vor den dunklen Mächten, die von Invierne auskommen, zu beschützen und über manche Tode war ich wirklich erschüttert und sehr traurig, da ich niemals damit gerechnet hätte. Dafür macht Elisa wirklich eine tolle Entwicklung durch, die vielleicht ein bisschen zu stark für einen Band ist, aber mir dennoch gut gefallen hat. Sie lernt, mit ihrer Rolle als Auserwählte zu leben und umzugehen und außerdem erkennen die Menschen in ihrem Umfeld, dass mehr in ihr steckt als ein dickes, schüchternes Mädchen. 
Mit der Zeit werden die Absichten von Elisas Feinden deutlich und mehrmals muss sie erkennen, dass auch unter ihren eigentlich Verbündeten Verräter lauern, die sie an Invierne ausliefern wollen. Invierne wird als Bedrohung immer deutlicher und erhält mit der Zeit ein immer klareres Bild. Mir hat es gefallen, wie Elisa sie sieht, da sie in ihren Augen völlig Fremde sind und sie Menschen wie diese noch nie gesehen hat und nicht kennt. Doch allen Bemühungen zum Trotz steht ein unmittelbarer Krieg zwischen den Ländern bevor und Elisa muss abermals über ihren Schatten springen - und Kräfte aufbringen, von denen sie nie gedacht hätte, dass sie sie besitzt.

Fazit

The Girl of Fire and Thorns von Rea Carson hat mir gut gefallen, was unter anderem an der ungewöhnlichen, dafür aber authentischen Protagonistin lag. Die Welt, die die Autorin erschaffen hat, konnte mich überzeugen, ebenso wie die Bezüge zur Religion. Auch die anderen Charaktere mochte ich sehr gerne und Elisas Entwicklung hat mir gefallen, nur fand ich sie doch etwas sehr krass stellenweise. Aber alles in allem kann ich das Buch durchaus empfehlen, freue mich auf die Fortsetzungen und vergebe abschließend, mit sehr starker Tendenz nach oben, 4 von 5 Sternen!

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Tags: 4 sterne, abenteuer, fantasy, jugendbuch, magi, rezension, romantik   (7)
 

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134 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, magie, zauberer, irrlichter, elfen

Die Chroniken der Nebelkriege 1: Das unendliche Licht

Thomas Finn
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.01.2009
ISBN 9783473582884
Genre: Fantasy

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110 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

fantasy, kinder, ratten, suzanne collins, wiege des übels

Gregor und der Spiegel der Wahrheit

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Joachim Knappe
Buch: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.12.2011
ISBN 9783841500045
Genre: Kinderbuch

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310 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

england, klassiker, jane austen, liebe, heirat

Emma

Jane Austen , Helene Henze
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512072
Genre: Klassiker

Rezension:

INHALT

Emma Woodhouse ist eine junge, hübsche, talentierte und kultivierte Tochter reichen Hauses. Doch das Leben als von Männern unabhängige Frau kann recht langweilig sein, also beschließt sie, nachdem sie ihre ehemalige Gouvernante Miss Taylor erfolgreich an den älteren Witwer Mr Weston verkuppelt hat, unter die Heiratsstifter zu gehen und allein stehende Männer und Frauen unter die Haube zu bringen. Ihr nächstes Ziel ist Mr Elton, der Vikar. Passenderweise taucht zum gleichen Zeitpunkt die junge Harriet Smith in der Gegend auf, die zwar mittellos, aber reizend ist. Emma fühlt sich gleich für das Glück der beiden verantwortlich und setzt damit eine Kette von Reaktionen in Gang, die sie bald nicht mehr überschauen kann und für großen Wirbel und viele Missverständnisse in der beschaulichen Kleinstadt sorgen.

MEINE MEINUNG

Wie bereits erwähnt, habe ich das Buch schon vor einigen Jahren einmal angefangen, aber ich schätze, dass ich damals noch nicht reif genug für solch einen Klassiker war. Irgendwann habe ich dann mal mit meiner Schwester die Verfilmung mit Gwyneth Paltrow in der Hauptrolle gesehen und habe mich am laufenden Band aufgeregt. Emma war ein schrecklicher Charakter, sie hat mich regelrecht in den Wahnsinn getrieben. Dennoch fand ich den Film gut, auch wenn ich meine Schwester mehrmals bat, den Film auszumachen, da ich Emma nicht mehr ertragen könnte. Mittlerweile habe ich den Film mehrere Dutzend Mal gesehen und kenne auch die BBC-Verfilmung mit Kate Beckinsale in der Hauptrolle, die mir auch sehr gut gefällt.
Das Buch beginnt recht seicht, nämlich am Abend nach der Hochzeit von Miss Taylor und Mr Weston. Emma und ihr Vater sitzen zu Hause und unterhalten sich über die Feierlichkeiten, als der Familienfreund Mr Knightley zu Besuch kommt. Er ist 16 Jahre älter als Emma und eng mit der Familie Woodhouse verbunden, da sein jüngerer Bruder Emmas ältere Schwester geheiratet hat. Emma freut sich, dass Miss Taylor und Mr Weston jetzt glücklich verheiratet sind, gleichzeitig leidet sie aber auch unter der Abwesenheit ihrer ehemaligen Gouvernante, die ein großes Vorbild und wie eine Freundin für Emma war. Doch gleichzeitig entsteht in diesem Augenblick ihr Wunsch, als Heiratskupplerin aufzutreten, was Mr Knightley gar nicht gerne hört.
Beim Lesen des Buches fällt einem sofort die liebevolle und gleichzeitig auch zynische Darstellung der Charaktere auf. Emma, die von allen als perfekt angesehen wird und sich das gerne mal zu Kopfe steigen lässt, während Mr Knightley der einzige ist, der sie kritisiert und überhaupt etwas an ihr findet, das sich kritisieren lässt. Oder Harriet Smith, das junge naive Mädchen, das alles macht, was Emma ihm sagt und somit von einem Unglück ins nächste stürzt und unheimlich manipulierbar ist. Oder Miss Bates, die alte Jungfer aus des Stadt, die ohne Punkt und Komma redet. Alle Charaktere, auch die, die ich nicht erwähnt habe, sind wirklich sehr authentisch und man fühlt mit allen mit, egal ob man sich über sie aufregt oder sich für sie freut. 
Emma als Hauptperson ist wirklich einzigartig. Selten erlebt man einen Charakter, der eine so ausgewogene Mischung aus Sympathie und Antipathie beim Leser erzeugt. Zu Gute halten muss man ihr, dass sie alles "gut" meint. Sie möchte grundsätzlich niemandem schaden und man merkt, dass Harriet ihr wirklich wichtig geworden ist und sie für ihre junge Freundin nur das Beste möchte. Gleichzeitig aber agiert sie ohne Rücksicht auf Verluste und manipuliert Harriet am laufenden Band und übersieht recht schnell, was wirklich gut für Harriet wäre. Auffällig an Emma ist, dass sie selber keine Gefühle wie Liebe hegt. Nur Freundschaft, Respekt und Achtung sind liebevolle Gefühle, zu denen sie zu Beginn im Stande ist. Daher erkennt sie meist selber nicht die wahren Gefühle von den Personen ihr gegenüber und fuscht munter im Liebesleben der Freunde rum. Dass ein Mr Elton keine Harriet Smith haben möchte, ist dem Leser augenblicklich klar, ebenso wie die Tatsache, auf wen er eigentlich ein Auge geworfen hat, aber Emma ist nicht in der Lage, dies zu erkennen.
Als dann noch Miss Jane Fairfax in der Stadt auftaucht, die Nichte der verarmten Miss Bates, und Mr Frank Churchill, der Sohn von Mr Weston aus seiner ersten Ehe, überschlagen sich die Ereignisse und Emmas Kuppelversuche nehmen eine neue Form der Unüberlegtheit an. So überrascht es nicht, dass sich mit der Zeit einige Freunde von Emma abwenden und sie für ihr Verhalten kritisieren.
Zwischenzeitlich, auch wenn ich die Geschichte schon kenne, musste ich mich dennoch sehr über Emma ärgern und aufregen und das konnte ich einfach nicht abstellen. Man fühlt mit Mr Knightley mit, der Emma zu "bessern" versucht, aber auch mit Harriet, die nicht Herr über sich selbst und Emma auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Dennoch ist es auch immer wieder herrlich zu lesen, welche Folgen Emmas Handlungen haben und wie die Personen ihrer Umgebung mit der Zeit darauf reagieren. Besonders lustig sind die Szenen mit Mr Eltons späterer Ehefrau, die so ein unerträgliches Weibsbild ist, dass man insgeheim ganz schadenfroh ist, dass Mr Elton sie abbekommen hat. Jeder bekommt, was er verdient - heißt es doch so schön. Natürlich wird Emma mit der Zeit geläutert und sieht ein, dass sie sich unrechtmäßig in die Gefühlswelt ihrer Freunde eingemischt hat und versucht, alles wieder gut zu machen. Und sie muss merken, dass sie selbst auch für Liebe empfänglich ist.

FAZIT

Ein wirklich herrliches Buch, bei dem man sich wunderbar über die Hauptperson aufregen kann, mit der man sich aber auch viel freut. Dennoch überwiegen erstmal die negativen Assoziationen mit Emma und nicht umsonst soll Jane Austen gesagt haben, dass sie mit Emma einen Charakter geschaffen hat, "den außer mir sonst niemand leiden kann". Ich vergebe dem Buch abschließend 4 Sterne.

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676 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 54 Rezensionen

liebe, märchen, hexe, die schöne und das biest, fluch

Beastly

Alex Flinn , Sonja Häußler
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 16.03.2012
ISBN 9783843200691
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Kyle Kingsbury hat alles, was man sich nur wünschen kann. Geld, ein gutes Aussehen und ziemlich sicher eine rosige Zukunft. Dass er dafür ein unterkühltes Verhältnis zu seinem Vater und gar keins zu seiner Mutter hat, lässt sich dann mal leichter in Kauf nehmen. Und da Kyle auch in der Schule das Sagen hat, verletzt er gerne mal andere Mitschüler, die nicht so cool und beliebt sind wie er. Als er dies bei der recht hässlichen Kendra auf dem Schulball in aller Öffentlichkeit macht, muss er bald die Früchte seiner Ernte tragen. Kendra entpuppt sich als (ziemlich attraktive)Hexe und verflucht Kyle: Äußerlich soll er nun genau so sein, wie innerlich - eine Bestie. Als haariges, grauenerregendes Riesenbiest kann sich Kyle nun nicht mehr unter den Leuten blicken lassen und auch sein Vater macht ihm deutlich, dass er seinen Sohn lieber nicht in seiner Nähe haben will, solange dieser so fürchterlich aussieht. Also zieht Kyle mit der Haushälterin und einem blinden Lehrer in ein verlassenes, von der Öffentlichkeit abgeriegeltes Haus, wo er sein Leben dem Lernen und der Rosenzucht widmet. Bis er einen Einbrecher überrascht und dieser ihm als Pfand seine Tochter verspricht. Trotz Gewissensbisse willigt Kyle ein, denn laut Kendra kann der Fluch nur gebrochen werden, wenn ein Mädchen es schafft, ihn trotz seiner äußeren Monstergestalt zu lieben.

MEINE MEINUNG

Ich bin sehr unbefangen an das Buch ran gegangen, wobei ich schon vorher gehört habe, dass das Buch im Gegensatz zum Film sehr gut sein soll. Den Film kenne ich nicht, aber ich habe wirklich nicht vor, den zu sehen. Mir persönlich wurde von dem nämlich immer abgeraten.

Die Geschichte um Die Schöne und das Biest, in der ein junger Mann für seine Eitelkeiten bestraft und in einer Monster verwandelt wird, während nur die wahre Liebe eines Mädchens, das hinter die Fassade des Biestes blicken kann, ihn zurück verwandelt, ist allseits bekannt und genau dieses Märchens bedient sich die Autorin für ihre Adaption Beastly, nur dass die Handlung diesmal in New York City der heutigen Zeit spielt.

Das Buch beginnt mit einem Chatroom, in dem sich Fabelwesen oder zu Tieren verwandelte Menschen treffen und über ihre Probleme klagen. Neben Kyle taucht dort Froggie auf, der in einen Frosch verwandelt wurde und wegen seiner Schwimmhäute zwischen den Zehen nicht ordentlich tippen kann, Grizzlyguy, der davon berichtet, zwei Mädchen namens Schneeweißchen und Rosenrot getroffen zu haben, die ihn trotz Bärengestalt in ihrem Haus schlafen lassen und SilentMaid, eine Meerjungfrau, die sich in einen Menschen verliebt hat und in Erwägung zieht, selber ein Mensch zu werden. Dieser Chatroom fungiert als eine Art "Selbsthilfegruppe" und wird von einem Mr Anderson geleitet, der den verfluchten Menschen eine Plattform geben möchte, wo sie über ihre Probleme sprechen können.
Die Idee des Chatrooms fand ich äußerst gelungen und sehr lustig und während der Geschichte gab es immer mal wieder Updates, wo sich die Charaktere über ihren bisherigen Werdegang unterhalten.

Kyle ist anfangs natürlich der typische unausstehliche "Kotzbrocken", der nur von seinem Äußeren und dem Geld seines Vaters lebt. Er tyrannisiert andere Schüler und suhlt sich in der Berühmtheit seines Vaters. Um Kendra zu ärgern, die ihm unheimlich ist und die er insgeheim als "Hexe" bezeichnet, plant er, sie auf dem Schulball vor allen Leuten zu demütigen. Kendra sieht dies als Beweis seiner inneren Hässlichkeit und verflucht ihn.

Die Handlung weicht nicht sonderlich von der ursprünglichen Geschichte ab, daher weiß man als Leser natürlich, was alles so passieren wird. Dennoch war das Buch äußerst unterhaltsam zu lesen und besonders die Szenen, in denen Kyle mit dem magischen Spiegel, den er von Kendra bekommt, seine Mitschüler beobachtet um zu erfahren, was sie so treiben und  über ihn denken, sind sehr amüsant. Insgesamt ist das ganze Bücher humorvoll und ich musste beim Lesen oft lachen. Auch die anderen Charaktere wie Will, der blinde Lehrer, und Lindy, das Mädchen, dass gezwungener Maßen bei ihm Leben muss, sorgen für viele lustige Situationen. So kommt es, dass das Buch trotz der bekannten Handlung nicht langweilig wird und sich locker flockig runter lesen lässt.

Natürlich ist das Buch aber irgendwo auch kitschig und Kyle wird recht schnell geläutert, was sich unter anderem auch dadurch äußert, dass er seinen alten Namen ablegt und sich einen anderen gibt, mit dem er sich "netter" fühlt. Er leidet sehr unter seinem Fluch und muss binnen zwei Jahren die wahre Liebe finden, die ihn erlöst, ansonsten müsse er für immer ein Biest bleiben. Zwischendurch wird Kyle regelrecht lethargisch und macht nichts außer lesen und Blumen pflanzen und pflegen und erst, als Lindy in sein Leben tritt, bekommt auch dieses für ihn wieder einen Sinn.

Zum Ende hin gibt es natürlich einen kleinen spannenden Showdown, auch wenn der Ausgang der Geschichte natürlich absehbar ist. Dennoch sorgt es für ein wenig Nervenkitzel.

FAZIT

Auch wenn die Handlung jeder kennt: Mich konnte das Buch sehr unterhalten und begeistern. Ich fand es lustig und durch das moderne Setting ließ es sich angenehm und schnell lesen. Die Charaktere waren authentisch und besonders Will und Kendra haben mir gut gefallen. Für alle, die gerne lustige Märchenadaptionen lesen! Ich vergebe abschließend 5 Sterne.

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the secret garden

The Secret Garden. Der geheime Garten, englische Ausgabe

Frances Hodgson Burnett
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Penguin UK, 14.02.2012
ISBN 9780141389998
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Mary Lennox wächst in Indien auf, wo sie von einem indischen Kindermädchen großgezogen und wie eine verwöhnte Prinzessin behandelt wird, während ihre Eltern sich kaum für sie interessieren. Nachdem ihre Eltern und ihr Kindermädchen an der Cholera sterben, wird sie zu ihrem ihr gänzlich unbekannten Onkel Lord Craven nach Misselthwait Manor in England geschickt. Auf der Überfahrt wird sie von der Haushälterin ihres Onkels, Mrs Medlock, begleitet, die keinen Hehl daraus macht, dass sie Mary für das unausstehlichste, verzogenste und unansehnlichste Kind überhaupt hält. In Misselthwait Manor ist das Leben nicht viel anders als zu Hause - ihr Onkel ist selten da und interessiert sich herzlich wenig für seine Nichte. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich niemand um sie kümmert. Sie bekommt zwar Essen und frische Kleider, aber anziehen muss sie sich selber und beschäftigen ebenso. So verbringt Mary viel Zeit draußen in den Gärten, wo die frische Luft und die Bewegung aus ihr ein hübsches und gesundes junges Mädchen machen, bis sie einen abgeschlossenes Tor entdeckt, hinter dem ein geheimer, verwilderter Garten liegt. Aus Neugierde findet sie einen Weg in den Garten und fängt an, ihn mit Dickon, dem jüngeren Bruder eines Dienstmädchens aus Misseltwait Manor, zu pflegen und zu bepflanzen. Doch warum wurde der Garten abgeschlossen? Wieso ist Lord Craven nie zu Hause? Und von wem stammen die Schmerzensschreie und das Stöhnen, das Mary nachts vernimmt?

MEINE MEINUNG

Vorneweg kann ich nur sagen, dass  The Secret Garden zu meinen Lieblingsbüchern gehört. Die Geschichte um die verzogene und arrogante Mary, die in England dank einfachster Mittel wie draußen spielen und Spaß haben zu einem genügsamen und fröhlichen Kind wird und das Abenteuer ihres Lebens in einem mysteriösen geheimen Garten findet, ist weltweit bekannt und gehört zurecht zu den bekanntesten und beliebtesten Kinderklassikern. 
Die anfänglichen Szenen in Indien sind nur sehr kurz, dafür aber auch sehr schockierend. So erfährt der Leser von Marys schlechtem Verhältnis zu ihren Eltern und auch, dass sie vergessen wurde, nachdem viele in der Umgebung an der Cholera gestorben und die anderen geflüchtet waren. So findet man Mary geschwächt und zornig allein in einem riesigen verlassenen Haus. Diese Szene finde ich immer sehr bedrückend, da deutlich wird, dass Mary für niemanden wichtig war, für niemanden existiert hat. Da viele englische Familien in Indien von der Cholera betroffen waren, werden nun die Waisen, unter ihnen auch Mary, mit einem Schiff nach England zu ihren noch lebenden Verwandten gebracht. Mary, durch ihre Erziehung und die traumatischen Erlebnisse verschlossen und biestig, eckt bald mit jedem Kind an und kann auf der Heimfahrt auch keine Freunde gewinnen. Stattdessen singen sie ein fieses Lied, um Mary zu hänseln. Mistress Mary, Quite contrary, How does your garden grow? With Silver Bells, And Cockle Shells, And marigolds all in a row.Die Verwandlung von Mary ist authentisch und schön beschrieben. Ich habe jedes Mal viel Freude daran, ihr bei ihren Entdeckungen und Weiterentwicklungen zu folgen. Anfangs beschäftigt sie nur das Geheimnis um den verschlossenen Garten und findet bald heraus, dass vor zehn Jahren in dem Garten eine wahre Tragödie passierte. Mit Hilfe von Dickon, mit dem sie sich sehr bald anfreundet und der aufgrund seiner engen Verbindung zur Natur und zu den Tieren eine starke Faszination auf Mary ausübt, schafft sie es, den Garten aufzupäppeln.
Nach einiger Zeit in ihrem neuen zu Hause, das ihr immer heimeliger wird, wie das Buch deutlich vermittelt, lernt sie ihren Cousin Colin kennen, der eine weitere wichtige und tragende Rolle in der Entwicklung von Mary spielt. Aufgrund seiner komplizierten Geburt war er stets ein schwaches Kind und sein Vater meidet den Kontakt zu ihm. Da er nicht laufen kann und angeblich bald sterben wird, wird er rund um die Uhr gepflegt und verwöhnt. Dadurch ist er charakterlich genau so, wie Mary vor ihrer Ankunft in Misselthwait Manor war. Zwar freunden sich die beiden an, dennoch liest sie ihrem Cousin häufiger mal die Leviten und kritisiert sein kindisches und verzogenes Gehabe.
Die angebliche Behinderung und der angeblich nahende Tod von Colin beschäftigen nun Mary sehr und sie schafft es, Colin mit der Zeit nach draußen zu und in den geheimen Garten zu bringen, von dessen Öffnung nur Mary, Dickon, Colin und ein alter Gärtner wissen. Mary schließt richtig, dass die frische Luft und Bewegung Colin ebenso gesund machen werden wie sie. 
Das frohe Treiben steht jedoch oft unter dem dräuenden Schatten von Mrs Medlock, der Haushälterin. Mary gegenüber personifiziert sie das Böse, doch eigentlich ist sie nur um Colins Gesundheit besorgt und übersieht daher, was eigentlich für den Jungen am besten wäre. Während Mrs Medlock alles für Colin tut, stellt sie sich Mary oft in den Weg und zeigt ihr unverholen ihren Hass. Sie unterstellt dem Kind, Colin schneller ins Grab zu bringen, als es sowieso der Fall sein wird und stellt ein wahres Hindernis für die drei Freunde dar, wenn sie wieder in den Garten wollen.
Ebenfalls wichtig für die Handlung ist Colins nicht vorhandene Beziehung zu seinem Vater und der Wunsch, diesen mit der gebesserten Gesundheit seines Sohnes zu überraschen. Mit der Zeit wird deutlich, warum Lord Craven keinen Kontakt zu seinem Sohn sucht.

FAZIT

Dieses Buch ist einfach nur wunderschön und verzaubert mich jedes Mal aufs Neue. Es ist eine wunderbare Geschichte über das älter werden, Freunde finden, über das Aufblühen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Beschreibungen sind traumhaft und ich stelle mir gerne vor, wie ich selber im geheimen Garten sitze. Übrigens kann ich die Verfilmung von 1993 wärmstens empfehlen, auch wenn Marys Eltern dort unter anderen Umständen ums Leben kommen als im Original. Ich vergebe diesem wunderbaren Buch abschließend 5 Sterne.

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The City of Ember

Jeanne DuPrau
Fester Einband: 169 Seiten
Erschienen bei Doubleday & Co Inc., 01.01.2004
ISBN 9780385606875
Genre: Sonstiges

Rezension:

INHALT

In Ember herrscht stets Dunkelheit. Nur dank Elektrizität und Glühbirnen kann tagsüber die Stadt erleuchtet werden. Doch was um die Stadt herum liegt, das weiß keiner. Seit über 200 Jahren leben die Menschen nun in Ember und mit der Zeit werden die Vorräte knapp und der Generator, der die Lampen zum Leuchten bringt, hat immer häufiger minutenlange Aussetzer, in denen ganz Ember in Dunkelheit gehüllt ist und die Menschen ängstlich auf Licht warten.Die zwölfjährige Lina arbeitet als "Messenger", als Botschaftenüberbringerin. Dies verdankt sie nur ihrem früheren Mitschüler Doon, der eigentlich die Stelle als Messenger hatte und diese mit Linas unliebsamen Job in den Rohrleitungen unter der Erde tauschte. Denn Doon vermutet, dass er in den Rohrleitungen die Antworten finden kann, die zur Lösung des Generatorproblemes führen können. Und auch Lina muss bald einsehen, dass Doon mit seinen Vermutungen nicht ganz falsch liegt. Zu zweit machen sie sich auf die Suche und entdecken dabei ein altes und verschollenes Dokument, dass ihnen zwar nicht zeigt, wie man den Generator reparieren kann, dafür aber etwas viel wichtigeres: einen Weg raus aus Ember.

MEINE MEINUNG

So viel ich weiß gibt es diese Buchreihe, die insgesamt aus vier Bänden besteht, noch nicht vollständig auf Deutsch. Der erste Band wurde unter dem Titel  Lauf gegen die Dunkelheit übersetzt, ist aber anscheinend zur Zeit "out of print" und nicht neu im Handel zu bekommen. Zwar wurde der erste Band bisher verfilmt, mit Saoirse Ronan in der Hauptrolle. Den Film habe ich zwar noch nicht gesehen, aber das wird sich sicherlich bald ändern.

Das Buch beginnt mit einer Art Prolog, in dem einige Informationen fallen gelassen werden, die im ersten Moment verwirrend sind, aber mit dem Fortschreiten der Geschichte immer Sinn ergeben und den Leser ahnen lassen, was es mit dem Prolog auf sich hat.
Lina Mayfleet wird als erste der beiden Protagonisten vorgestellt, an dem Tag, an dem ausgelost wird, in welchem Beruf sie arbeiten sollen. Lina wünscht sich nichts sehnlicher, als Messenger zu werden, da sie das Laufen liebt. Doch zu ihrem Unglück zieht nicht sie dieses Los, sondern ihr Mitschüler Doon, der darüber aber gar nicht glücklich zu sein scheint. Lina soll stattdessen in den unbeliebten, nassen, unterirdischen und kalten Rohrleitungen arbeiten, wo der Generator von einem unterirdischen Fluss betrieben wird. Doon schlägt einen Tausch mit Lina vor und sie willigt begeistert ein.

Beide Charaktere verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die sich mit der Zeit jedoch verlor. Linas lebt mit ihrer sehr kleinen Schwester Poppy bei ihrer Großmutter, da die Eltern beide tot sind. Auch Doon hat nicht mehr viele Familienmitglieder übrig, er lebt zusammen mit seinem Vater.

Alle Personen, die in Ember leben, wissen nur von Ember. Sie glauben, dass es außerhalb ihrer Stadt nichts gibt außer ewige Dunkelheit. Es hat mir gut gefallen und ich fand es gut umgesetzt, dass die Menschen viele Dinge, die für uns normal sind, nicht kennen oder verstehen. In Ember gibt es beispielsweise keine Tiere, nur Insekten. Und da es dort auch keine Bücher im eigentlichen Sinne gibt, können sie auch nicht die alltäglichen Dinge lernen. Sie stellen nichts her, sondern benutzen alles, was dort ist, da sie nie gelernt haben, wie man etwas macht. Sie verstehen Elektrizität und das Wachstum von Pflanzen nicht. In den Augen des Lesers sind die Menschen von Ember unterentwickelt und unselbstständig. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Vorräte mit der Zeit zur Neige gehen und die Menschen in Panik geraten, da sie nicht wissen, wie sie Sachen reparieren, bauen und herstellen können.

Anfangs ist die Story noch ein wenig schleppend, beziehungsweise wird man in den Alltag der in Ember lebenden Personen eingeführt. Gleichzeitig wird der Leser als Mitwisser behandelt, als wüsste er, wie das Leben in Ember ist. Erst nach und nach decken Lina und Doon, erst getrennt voneinander, dann gemeinsam, immer mehr Geheimnisse auf und auch die anderen Bewohner zeigen immer deutlicher, wie unzufrieden sie mit der Lage sind. Doch der Bürgermeister, den Doon verabscheut und den auch Lina nicht sehr sympathisch findet, tut nichts, um etwas an der Situation zu verändern.

Mit der Zeit wird den beiden das Ausmaß der Stromausfälle klar und auch das Dokument, das Lina findet, nimmt einen wichtigen Stellenwert in der Geschichte. Da es stark beschädigt ist, versuchen Lina und Doon es zu entziffern, was sich als sehr schwierig und kompliziert rausstellt. Als Leser ist einem sofort klar, worum es sich bei dem Dokument handelt.

Die letzten 50 Seiten des Buches sind sehr spannend und aufregend und Doon und Lina werden allerhand Steine in den Weg gelegt. Tatsächlich überschlagen sich die Ereignisse, dass sie aus Ember fliehen müssen und ihnen bleibt nichts anderes übrig, als das zu versuchen, was auf dem Dokument beschrieben wird. Tatsächlich war ich beim Lesen dieser Szenen sehr angespannt und habe wirklich mitgefiebert, ob die beiden es zusammen mit Poppy schaffen und was sie alles erwarten würde. Diese letzten Seiten waren nochmal richtig gut geschrieben, auch wenn der ganze Teil davor mir auch sehr gut gefallen hat. Das Ende ist dann sehr fies gesetzt, sodass man natürlich auf jeden Fall wissen möchte, wie es weiter geht. Alles in allem handelt es sich hierbei um eine spannende, nette und interessante Dystopie für Kinder, die aber auch ruhig von erwachsenen Lesern gelesen werden kann.

FAZIT

Der Auftakt zu dieser Reihe hat mir gut gefallen und war sehr interessant zu lesen. Tatsächlich konnte ich es kaum abwarten, das Ende zu lesen. Einen Punkt Abzug gibt es dafür, dass zum Teil vorhersehbar war, was passieren wird und für manche naive Fehler von Lina und Doon. 12 Jahre sind halt noch recht jung für Protagonisten. Ansonsten ein Buch, das ich auf jeden Fall empfehlen kann und daher vergebe ich abschließend

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