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42 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

gilles legardinier, liebeskummer, frankreich

Mademoiselle Marie hat von der Liebe genug

Gilles Legardinier ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.01.2016
ISBN 9783442483686
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ach ja, wer kennt sie nicht: diese Momente, in denen man beschließt, nun endgültig genug zu haben vom Männerzirkus und ab sofort glücklich alleine durchs Leben zu wandeln? Der Pariserin Marie geht es da nicht anders. Sie schließt ein für alle Mal ab mit der Männerwelt – bis sie die Briefe eines heimlichen Verehrers erhält ...

Worum geht’s? Von ihrem langjährigen Freund frisch verlassen und ohne Dach über dem Kopf ist Marie Lavigne zunächst einmal am Boden zerstört. Als ihr Scheusal von Chef sie am nächsten Tag auch noch demütigt, werden ihr zwei Dinge klar: Nicht nur ist die Liebe Quell allen Übels, sondern es wird auch höchste Zeit, der Männerwelt an sich abzuschwören. Doch das Leben steckt voller Zauber, und Maries wunderbare Freunde lassen sie nicht lange an ihrer Bitterkeit festhalten. Und als sie geheimnisvolle Briefe von einem charmanten Verehrer bekommt, gerät ihr Entschluss, der Liebe zu entsagen, bedenklich ins Wanken...

Nachdem ich die ersten beiden Romane von Gilles Legardinier, „Julie weiß, wo die Liebe wohnt“ und „Monsieur Blake und der Zauber der Liebe“ regelrecht verschlungen habe, war ich natürlich sehr gespannt und voller Vorfreude auf sein neuestes Buch. Das Setting ist wie bei den beiden Vorgängerromanen wunderbar französisch (wir befinden uns direkt in Paris) und die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet. Jeder ist mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und kann sein eigenes Wesen entfalten, kleine Macken und Schrullen inklusive. Noch dazu strotzt der Roman von Situationskomik – wenngleich Legardinier an manchen Stellen ein wenig übers Ziel hinausschießt.

Marie selbst ist eine sehr liebenswerte junge Frau, die manchmal dazu neigt, ihr Licht ein wenig unter den Scheffel zu stellen. Kein Wunder hatte ihr Exfreund leichtes Spiel, sie klein zu halten – im Laufe des Romans jedoch blüht sie zunehmend auf, gewinnt an Mut und Selbstvertrauen. Das merkt man besonders auch in den vielen Szenen in Maries Firma. Dort liegt einiges im Argen und Marie macht sich gemeinsam mit ein paar Kollegen daran, nach Lösungen zu suchen.

Doch trotz aller positiver Vorrede konnte es dieser Roman nicht in gleichem Maße schaffen, meine Begeisterung zu wecken, wie seine beiden Vorgänger. Es war eher wie ein Strohfeuer: ich war sehr schnell angetan von Handlung und Charakteren – aber leider wurde mir beides auch relativ schnell zäh. 100 Seiten weniger und eine etwas straffere Handlung hätten dem Buch meiner Meinung nach gut getan. Nichtsdestotrotz werde ich die Augen weiterhin offen halten, was Gilles Legardinier so treibt und bin bereits gespannt auf seinen nächsten Roman. 

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198 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

frankreich, paris, hut, präsident, magie

Der Hut des Präsidenten

Antoine Laurain , Claudia Kalscheuer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.01.2016
ISBN 9783455650228
Genre: Romane

Rezension:

Gut 10 Monate ist es nun her, dass ich eine begeisterte Rezension zu „Liebe mit zwei Unbekannten“ verfasst habe. Nun hat Antoine Laurain nachgelegt – und mit „Der Hut des Präsidenten“ ist ihm erneut ein Wohlfühlroman mit viel französischem Charme gelungen.

Worum geht’s? Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als Präsident Mitterand seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf - und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, und entfaltet bei jedem seiner neuen Besitzer seine ganz besondere Wirkung. 

Was für eine charmante Ausgangssituation: ein Hut, der seinem jeweiligen Besitzer zu neuem Mut verhilft, zu Kraft und Inspiration, zu Neugier und Lebensfreude. Mich erinnerte das Ganze an eine Mischung aus Märchen und Kinderbuch – die jedoch auch aus Erwachsenensicht wunderbar funktioniert. Wie das Lieblingskuscheltier, das einen vor Albträumen schützt und bei Ängsten treu zur Seite steht, wird in Laurains Roman der Hut zu einer Art „Zauberstab“. Für jeden, der ihn findet, verändert sich etwas im Leben. 

Da ist zunächst Daniel, der eines Abends zufällig zum Tischnachbar von Präsident Mitterand wird (das Buch spielt im Jahr 1986) und dadurch an dessen Hut gelangt. Daniel arbeitet als Buchhalter und weiß, dass eigentlich mehr in ihm steckt und eine Beförderung überfällig wäre. Fanny dagegen befindet sich in Liebesdingen in einer Sackgasse: seit einiger Zeit ist sie die Geliebte eines verheirateten Mannes, der sich immer nur für ein paar Stunden an ihre Seite stielt und danach ins gemachte Ehe-Nest zurückkehrt. Auch wenn die Macht der Gewohnheit sie bei ihrem Liebhaber hält, weiß Fanny eigentlich, dass sie mehr vom Leben will – und auch mehr verdient hätte. 

Daniel und Fanny sind nur zwei der Charaktere, deren Leben durch Mitterands Hut gewaltig aufgemischt wird. Mir hat es großen Spaß gemacht, sie und die anderen Figuren durch den Roman zu begleiten, mit ihnen über die Kraft des Hutes zu staunen und mich überraschen zu lassen, welche Wendung ihr Leben wohl nehmen mag. Wie schon Laurains Vorgängerroman liest sich auch „Der Hut des Präsidenten“ wunderbar süffig und versprüht viel französischen Charme. 

Und als wäre die Handlung alleine nicht schon vergnüglich genug, hat Laurain mit dem Epilog noch ein ganz besonderes i-Tüpfelchen drauf gepackt, auf das ihr euch freuen könnt. Ich bekam auf den letzten Seiten noch einmal ganz große Augen und musste sehr schmunzeln – was für ein gelungener Abschluss! 
 
Von mir gibt’s somit auch für Antoine Laurains zweiten Roman eine klare Leseempfehlung!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tragödie auf einem Landfriedhof

Maria Lang ,
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei btb, 09.11.2015
ISBN 9783442754601
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die schwedische Agatha Christie“ – so wird Maria Lang (die „Tragödie auf einem Landfriedhof“ übrigens schon 1954 geschrieben hat) in den Werbetexten zu ihren Büchern gerne mal beschrieben. Und da ich Agatha Christie und ihre Ermittler genauso gerne mag wie Schweden, kann man mich mit dieser Kombi natürlich schnell neugierig machen.

Worum geht’s? Weihnachtszeit im schwedischen Västlinge: Das beschauliche Dörfchen liegt friedlich unter einer schönen Schneedecke und im Pfarrhaus bereitet man sich auf das Fest vor – bis ein Mord an Heilig Abend die Idylle stört. Gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern machen sich Pfarrer Ekstedt und seine Familie auf die Suche nach dem Täter, und bald wird klar, dass er immernoch im Ort unterwegs ist.

Ich muss sagen, dass mich dieser Krimi etwas zwiegespalten zurück lässt. Einerseits passt vieles: das Setting ist schön winterlich-gemütlich, auch die Handlung – die eher cosy als bloody ist – fand ich in großen Teilen ganz okay. Aber irgendwas fehlte dann leider doch. Nachdem ich mal drauf hatte, wer von den Protagonisten wer ist (mit ungewöhnlichen nordischen Namen nicht immer ganz so einfach, aber zum Glück gibt’s vorne im Buch eine Übersicht), fand ich recht gut in den Roman rein und fühlte mich bis ungefähr zur Hälfte auch einigermaßen unterhalten. Aber dann wurde es allmählich etwas zäh und ich habe gemerkt, dass mein Interesse an der Handlung und den einzelnen Figuren nachließ und sich stattdessen ein wenig Enttäuschung breit machte.

Ich weiß nicht genau, woran es liegt: Ob mir einfach der Vergleich zu Agatha Christie „im Nacken saß“ und Erwartungen geweckt hat, die der Roman dann doch nicht halten konnte; oder ob mir die Handlung auch ohne diesen Vergleich zu dünn gewesen wäre. Mir hat jedenfalls eine gewisse Raffinesse gefehlt, und ich habe mich dabei ertappt, wie ich beim Lesen ein wenig teilnahmslos wurde und nicht wie sonst üblich mitgerätselt habe, wer wohl der Mörder sein könnte und welche Spur ins Leere führen wird.

Obwohl bei mir der Funke leider nicht übergesprungen ist, würde ich „Tragödie auf einem Landfriedhof“ Lesern empfehlen, die „extremely cosy crime“ zu schätzen wissen. Fans von Agatha Christie würde ich dagegen eher zum Original raten. 

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

raf, terrorismus, deutscher herbst, terror, mord

Schlaf der Vernunft

Tanja Kinkel
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2015
ISBN 9783426199671
Genre: Romane

Rezension:

Direkt zu Beginn muss ich sagen, dass ich nahezu alles lese, was es zur RAF in Buchform gibt. Sachbücher, Krimis, Bücher von Betroffenen aus Tätersicht, Bücher von Betroffenen aus Opfersicht – immer her damit. Diesen Herbst hat sich Tanja Kinkel (bisher hauptsächlich bekannt für ihre historischen Romane) dem Thema gewidmet und mit „Schlaf der Vernunft“ einen – wie ich finde – tollen Wurf gelandet.

Worum geht’s? Wir schreiben das Jahr 1998: die RAF löst sich offiziell auf und Martina Müller wird nach 20 Jahren Gefängnis begnadigt. Ihre Tochter Angelika soll ihrer Mutter nach der langen Haftzeit beistehen, obwohl die Verbindung zwischen den beiden eigentlich längst abgebrochen war. Um herauszufinden, ob sich ihre Mutter geändert hat, Reue in sich entdeckt, und Teil ihrer Familie werden kann, muss Angelika Martinas Spuren folgen. Von der Sympathisantin, über die Illegalität und dem Gängelband der Stasi, bis hin zum großen Attentat. Aber nicht nur sie. Durch die Begnadigungen gibt es zwar Ex-Terroristen – aber Ex-Opfer gibt es nicht, denn deren Leid verjährt nie. 

Im letzten Satz dieser kurzen Zusammenfassung klingt es schon an: es geht hier nicht nur um eine ehemalige Terroristin und die Frage, wie es nach der Begnadigung mit ihr weitergeht (in dieser Form nähert sich beispielsweise Bernhard Schlink in seinem Roman „Das Wochenende“ dem Thema). Tanja Kinkel beleuchtet in ihrem Roman unterschiedliche Seiten und der Plot entfaltet sich aus mehreren Perspektiven und auf zwei Zeitebenen (heute vs. „damals“). So wird beiden Seiten Raum gegeben: der Täter- wie auch der Opferseite. Neben Martina und deren Tochter Angelika sind beispielsweise einige Betroffene des vorher erwähnten „großen Attentats“ auf Staatssekretär Werder zentrale Figuren: Steffen Seidel, der damals als Personenschützer tätig war und als einziger das Attentat überlebte; Michael Werder, Sohn des ermordeten Staatssekretärs; Alex Gschwindner, Sohn des ermordeten Chauffeurs. Aber auch Martinas Jugendfreundin Renate kommt vor, die eine für die damalige Zeit typische Karriere hingelegt hat: von der Sympathisantin zur Grünenpolitikerin (siehe Fischer oder Ströbele). 

Zusätzlich arbeitet Tanja Kinkel immer wieder ganz grundsätzliche Dinge zur RAF und deren Gedankengut ein, die in dieser Form auch in Stefan Austs Grundlagenwerk „Der Baader-Meinhof-Komplex“ stehen könnten. Auf dieser Art wird der Roman super unterfüttert und man findet sich vermutlich auch gut in der Handlung zurecht, wenn man bisher noch nicht so viel über die RAF wusste. Und anhand von Martinas Werdegang von der unbedarften Schülerin, die zur Zeit des Schah-Besuchs 1967 zum ersten Mal Demos und Polizeigewalt erlebt über die Sympathisantin bis hin zur Terroristin bekommt man einen sehr guten Eindruck davon, welche Dynamik die Dinge in den späten 60ern und danach hatten. 

Was mir sehr gut gefallen hat: Tanja Kinkel verzettelt sich zu keiner Zeit zwischen den unterschiedlichen Zeit- und Erzählerperspektiven, der Krimihandlung und der „Informationsebene“ wie ich es jetzt einfach mal nenne. Sie macht es dem Leser möglich, jederzeit den Überblick zu behalten – und da ich bereits einige RAF-Romane gelesen habe, weiß ich, dass das kein leichtes Unterfangen ist. 

Jedem, der sich mit diesem spannenden Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigen möchte, ist „Schlaf der Vernunft“ absolut zu empfehlen!

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orgasmus, sex, weltreise, roadtrip, spiritualität

Achtung ich komme!

Henriette Hell
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.03.2015
ISBN 9783764505455
Genre: Biografien

Rezension:

So, meine Lieben – heute geht’s mal ans Eingemachte: Let’s talk about Sex! Vor einigen Tagen hatte ich „Achtung, ich komme“ als Rezensionsexemplar im Briefkasten (vielen Dank an Blanvalet!) und habe mich auf der Bahnfahrt zur Arbeit auch direkt ans Werk gemacht. Und so viel kann ich direkt mal verraten: das Lesevergnügen war groß! 

Worum geht’s? Henriette Hell liebt Sex und ist äußerst experimentierfreudig. Dass sie beim normalen Rein-Raus keinen Orgasmus bekommt, ist für sie kein Drama – für die Herren der Schöpfung aber offenbar schon ... Die sind gekränkt, wenn es nicht klappt, und machen Stress. Das ist Henriette irgendwann zu blöd. Sie räumt ihr Konto leer und begibt sich auf eine Reise rund um die Welt. Der Plan: In jedem der bereisten Länder mit einem Einheimischen schlafen, um herauszufinden: Kommt man in anderen Ländern entspannter? Und ist der Stress rund um „the big O“ am Ende ein rein deutsches Problem?

Henriette macht sich also auf dem Weg von ihrem Hamburger Kiez in die große weite Welt: über Indien und Tibet Richtung Kairo und Tansania, ab nach New York, danach über Bangkok, Vietnam und die Türkei Richtung Frankreich, Peru und Italien. Im Fokus hat sie natürlich ihren Plan, in jedem Land Sex – möglichst mit einem Einheimischen – zu haben. Aber darüber hinaus lernt sie auch viel über sich selbst, über ihren Körper und über die Einstellung, die man in unterschiedlichen Ecken der Welt zu gewissen Dingen rund ums Lieben, Daten und Vögeln hat. Und genau das fand ich eigentlich viel spannender als die Frage, wo sich die vermeintlich besten Liebhaber tummeln und was genau diese so umwerfend macht. 

Ich nenne mal zwei Beispiele: sicher ist den meisten bekannt, dass es in Indien in Sachen Dating und Liebe komplett anders abläuft als hierzulande. Man sucht sich seinen Partner nicht selbst aus, sondern wird von den Eltern verheiratet. Oft wissen Jungs und Mädchen schon im Kindesalter, wen sie später einmal heiraten werden – was nicht bedeutet, dass sie den künftigen Gatten bzw. die Ehefrau auch persönlich kennen. Darüber hinaus ist es Frauen verboten, einfach so einen Mann auf der Straße anzusprechen, es sei denn, er ist beispielsweise Straßenhändler und sie kaufen etwas von ihm. Völlig andere Rahmenbedingungen also, als wir sie aus Deutschland kennen, und plötzlich wird die Sorge um die Orgasmusfähigkeit zum absoluten Luxusproblem. 
 
Auch was Henriette in Tansania erlebt, regt zum Nachdenken an. Sex-Tourismus kennt man ja meistens im Zusammenhang mit Männern: ab nach Thailand oder auf die Philippinen und dort eine möglichst hübsche Dame gekauft: für eine Nacht, für ein paar Tage – oder direkt für immer (oder zumindest, bis einer von beiden die Scheidung einreicht). In Afrika lernt Henriette den umgekehrten Fall kennen: deutsche Frauen, die den gängigen Schönheitsidealen hierzulande nicht entsprechen, werden dort vergöttert und haben abends beim Weggehen an jeder Hand drei potenzielle Verehrer. Und so mancher Dame ist dieses Gefühl des Begehrtwerdens ihren Jahresurlaub und einen großen Batzen Geld wert – und zwar über viele Jahre hinweg. 

Es sind Betrachtungen wie diese, die mich das Buch förmlich aufsaugen ließen und die auch noch nach der Lektüre nachhallen und einen über gewisse Dinge nachdenken lassen. 

Was die Autorin angeht… nun ja. Sie nimmt Drogen, von denen sie nicht weiß, was drin steckt (und die sie wiederum von Männern zugesteckt bekommt, die sie nicht kennt). Sie folgt Männern scheinbar völlig unbedarft und sorglos durch fremde Städte und Länder(auch mal mehreren auf einen Schlag)- in einem Moment sitzt sie noch gedankenverloren im Schlossgarten von Versailles, im nächsten kommt ein schöner Franzose des Weges und kurz darauf treiben sie es auch schon im nächstgelegenen Gebüsch. Ich will darüber nicht weiter urteilen, es ist ja quasi auch Prinzip des Buches und ihr Verhalten vielleicht Grundbedingung, damit ihr Vorhaben überhaupt erst gelingen kann…

Unterm Strich möchte ich euch das Buch auf jeden Fall gerne weiterempfehlen!

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129 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

charlotte roche, ehe, sex, mutter, drogen

Mädchen für alles

Charlotte Roche
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Piper, 05.10.2015
ISBN 9783492054997
Genre: Romane

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

hunde, liebesroman, chaos, hund, hundeliebe

Wo das Chaos hinfällt

Sandra Grauer
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 29.09.2015
ISBN 9781503953840
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sandra Grauer kannte ich bereits von ihrem Roman „Schorle für dich“, den ich letztes Jahr im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen durfte und der mir damals richtig gut gefallen hat. Daher musste ich auch nicht lange zögern, mich für die Leserunde ihres neuen Buches zu bewerben - und wurde auch direkt ausgelost.

Worum geht es? Haus, Hund, Mann und zwei Kinder: in Gedanken kann sich Buchhändlerin Laura das bereits in den schönsten Farben ausmalen. Aber in der Realität sieht es leider anders aus: 30, Single, kinderlos – aber immerhin mit Hund. Nach einem unverbindlichen One-Night-Stand von Hundedame Princess steht jedoch plötzlich Nachwuchs ins Haus. Der Welpenvater gehört ausgerechnet dem chaotischen Boris Albrecht, mit dem sich Laura schon in der Buchhandlung regelmäßig kabbelt. Da ihre Hündin aber ein geordnetes Familienleben haben soll, nimmt Laura Herrchen samt Hund in die Pflicht. Zwischen Ultraschallterminen und zerkauten Schuhen kommen Laura und Boris sich näher. Zwei Welten prallen aufeinander, und am Ende steht die Frage: Kann aus Ordnung und Chaos wirklich Liebe werden?

Man sieht schon anhand der Zusammenfassung: „Wo das Chaos hinfällt“ ist der klassische leichte Liebesroman mit relativ klarem Ausgang – aber der Weg zum Happy End hat mir großen Spaß gemacht! Sandra Grauer hat ein Händchen dafür, liebenswerte Charaktere zu erschaffen, die man am liebsten in den eigenen Freundeskreis aufnehmen möchte. Auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll angelegt und bekommen genügend Raum, sich wirklich als Charaktere zu entfalten und nicht nur als „schmückendes Beiwerk“ mitzulaufen. Man wird richtig in die Handlung rein gezogen und fühlt sich nicht nur als außenstehende Beobachterin, sondern mittendrin. Das schafft nicht jede Autorin.

Klare Leseempfehlung für alle, die ein Faible für Liebesromane mit einer großen Portion Humor und teilweise auch Situationskomik haben. 

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

liebesgeschichte;, frauen in der gesellschaft;, dbp 2015

Eins im Andern

Monique Schwitter
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Droschl, M, 07.08.2015
ISBN 9783854209690
Genre: Romane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ein ganz kleines Glück

Camille Anseaume ,
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.09.2015
ISBN 9783471351222
Genre: Romane

Rezension:

Schon als ich die Vorschau des List Verlags in der Hand hatte, wusste ich, dass dieser Roman zu meiner Pflichtlektüre gehören wird. Ich fand und finde die Ausgangssituation einfach wahnsinnig spannend und bin der Meinung, dass sie sich geradezu aufdrängt, literarisch bearbeitet zu werden.


Worum geht’s? Wir begleiten Camille, die direkt auf der ersten Seite mit einem positiven Schwangerschaftstest in der Hand vor uns sitzt – dummerweise teilt sie mit dem Vater des Kindes jedoch nicht viel mehr als ihr Bett, von einem Wunschkind kann also nicht die Rede sein. Am liebsten wäre es Camilles Affäre sogar, dass sie das Kind abtreiben lässt, und als sie nicht sofort einwilligt, verschwindet er aus ihrem Leben. Für Camille beginnen nun Wochen voller Fragen und Zweifeln, die sie mit Pro- und Contra-Listen füllt: Soll sie das Baby behalten – allein, als freie Journalistin in Paris, die lieber im Café sitzt als auf Kinderspielplätzen? Oder lieber doch abtreiben? Natürlich mischen sich Eltern und Freunde mit guten oder zumindest gut gemeinten Ratschlägen ein – aber letztendlich muss Camille selbst zu einer Entscheidung finden.


Ihr kennt doch sicher diese Fragen, die beginnen mit „was würdest du tun, wenn…?“ – Nun, ich finde, es gibt im Leben Situationen, über die man in der bloßen Theorie nicht wirklich entscheiden kann. Situationen, von denen man im Vorfeld nicht sicher beurteilen kann, wie man reagieren würde. Ungewollt schwanger zu werden von einem Mann, den man sich eigentlich nicht als Vater seines Kindes vorstellen kann oder der dieses entschieden ablehnt, gehört für mich dazu. Welche Fragen und Gefühle in so einem Moment auf einen einprasseln, wenn eben nicht nur theoretisch, sondern ganz tatsächlich neues Leben in einem wächst, weiß man wohl tatsächlich erst, wenn dieser Fall eintritt. Das wird auch in „Ein ganz kleines Glück“ deutlich. Camille macht eine wahre Gefühlsachterbahn durch und pendelt zwischen dem klaren Wunsch nach einer Abtreibung einerseits und zarten Annäherungsversuchen an ihr Ungeborenes andererseits. Mal wirkt sie fest und unerschütterlich entschlossen, kurz darauf wiederum wie ein ratloses Fähnchen im Wind.


Ich fand es rasend spannend, Camille auf dieser Achterbahnfahrt zu begleiten, ihren Gedanken, Sorgen und Hoffnungen zu folgen und mir dabei natürlich auch gelegentlich zu überlegen, wie es mir wohl an ihrer Stelle ginge. Ich weiß nicht, inwiefern die Autorin selbst schon einmal in so einer Situation war oder sie in ihrem direkten Umfeld miterlebt hat, aber für mein Empfinden hat sie einen sehr treffenden Ton gefunden. Auch die Gedanken, die Camille im Kopf hat oder in Gesprächen mit anderen Leuten äußert, wirkten durchaus realistisch auf mich – aber natürlich sind da manchmal auch Dinge dabei, die einen schlucken lassen. Wenn Camille beispielsweise ihrem Ungeborenen in Gedanken sagt, dass es sich in ihrem Bauch gar nicht erst heimisch fühlen soll, da es eh nicht lange bleiben wird… Aber ich finde es mutig und wichtig, dass auch solchen Gedanken Platz eingeräumt wird und die Autorin nichts weichspült.


Zu welcher Entscheidung Camille letztendlich gelangt, kann man zwar bereits der Umschlaginnenseite entnehmen, aber ich will es an dieser Stelle dennoch nicht verraten, falls sich jemand überraschen lassen möchte.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen stillen, bewegenden Roman und ich werde sicher die Augen offenhalten, wann Madame Anseaume ein Nachfolgewerk an den Start bringt.

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

liebeskummer, liebe, trennung, leben, aufgabe

Zwölf Mal Juli

Astrid Rosenfeld
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.08.2015
ISBN 9783257069358
Genre: Romane

Rezension:

Ich werde ja nicht müde, es zu betonen: ein Buch aus dem Hause Diogenes ist in 9 von 10 Fällen ein ziemlicher Volltreffer – sowohl bei Autoren, die man ohnehin schon kennt und mag, aber auch wenn man mal bewusst zu Büchern von Debütautoren greift oder den Roman eines Autors zur Hand nimmt, von dem man bisher nichts gelesen hat. So geschehen mit „Zwölf Mal Juli“ von Astrid Rosenfeld. Die anderen Romane der Autorin kenne ich bisher nur vom Hörensagen, aber ihr neuester hat mich so angefixt, dass sich das sicher bald ändern wird.

Worum geht’s? „Ich komme am 24. Mai. Bist du da? Hoffe, alles gut bei dir? – Jakob “ – diese Email findet Juli eines Tage in ihrem Posteingang. Drei Zeilen von Jakob, der ihr einst sehr nahe stand, bevor er aus dem Nichts heraus verschwand. Juli ist Schriftstellerin, hortet in ihrer Wohnung Stapel unbezahlter Rechnungen, schart eine Reihe kurioser Freunde und Bekannten um sich und neigt zur Träumerei. Nun bleiben ihr zwölf Tage, bis sie Jakob wiedersieht, den Mann, der ihr das Herz gebrochen hat. An jedem dieser Tage trifft sie auf einen anderen Menschen.

Wir begleiten Juli also über den Zeitraum von zwölf Tagen. An jedem davon trifft sie irgendeinen Menschen, von ihrer Mutter über ihren Literaturagenten bis hin zu einem ihr völlig unbekannten Kind. Und sie versucht, eine Entscheidung zu treffen: will sie Jakob wiedersehen oder nicht? Mit manchen der zwölf Menschen redet sie über diese Frage – ein paar davon kennen Jakob auch –, mit anderen nicht. Und gleichzeitig stellt sie sich immer wieder selbst die Frage nach dem „Warum?“. Warum verschwand Jakob plötzlich? War ihre Beziehung unwichtig genug, um sie ohne weiteres und quasi über Nacht aufzugeben? In Gedanken spielt Juli so manches Mal Szenen dieser Beziehung durch und frägt sich, an welcher Stelle vielleicht etwas schief gelaufen sein könnte – welche Frau kennt dieses Spielchen nicht…? Dabei erfahren wir nicht nur ein paar Dinge über die Beziehung zu Jakob, sondern lernen auch Juli mit all ihren Eigenheiten, kuriosen Charakterzügen und Unsicherheiten ein bisschen besser kennen.

Ich habe dieses Buch wirklich sehr gern gelesen. Natürlich könnte man der Autorin ankreiden, dass die zwölf einzelnen Begegnungen sehr kurz und an der Oberfläche gehalten sind und dass dadurch vieles offen und irgendwie wabernd bleibt – ja, das stimmt, und bei so mancher Figur hätte ich mir tatsächlich gewünscht, sie etwas näher kennenlernen zu dürfen. Aber gleichzeitig haben diese Verknappung und die schnellen Wechsel auch durchaus ihren Charme und da die Autorin ihrer Linie so konsequent treu bleibt habe ich mich auch nicht daran gestört oder den Roman in irgendeiner Form als unvollständig erachtet. Im Gegenteil, ich fand es sogar ganz erfrischend – vielleicht, weil mich der Roman zu einem Zeitpunkt erwischt hat, an dem ich auch im echten Leben meinen Frieden damit gemacht habe, dass manche Fragen eben einfach unbeantwortet bleiben oder es für gewisse Dinge auch schlicht keine zufriedenstellende Erklärung gibt. Und dass nicht nur ein Ende, an dem alle Fäden zufriedenstellend zu einem großen Ganzen verwurschtelt worden sind, ein gutes Ende ist.

„Zwölf Mal Juli“ ist ein stilles Buch für Menschen, die kuriose Figuren zu schätzen wissen und gerne ganz genau lesen, um nur ja nichts zu verpassen – denn genau das würde passieren, wenn man sich von diesem dünnen und luftig gesetzten Buch dazu verleiten ließe, ein hohes Lesetempo anzuschlagen. Es wäre schade, denn die Raffinesse liegt bei Astrid Rosenfeld im Detail, und in so manchem Absatz verbirgt sich ein kleines Schätzchen, das einen überrascht, wissend schmunzeln oder innehalten lässt. Klare Leseempfehlung!

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The Love Affairs of Nathaniel P.

Adelle Waldman
Flexibler Einband: 242 Seiten
Erschienen bei Macmillan USA, 06.05.2014
ISBN 9781250050458
Genre: Romane

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DuMont Reiseabenteuer Stadt im Rausch

Christoph Wöhrle
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 05.05.2015
ISBN 9783770199792
Genre: Sonstiges

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stuttgart, band 4, reihe, serie, familie

Zur Sache, Schätzle!

Elisabeth Kabatek
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.07.2015
ISBN 9783426304716
Genre: Humor

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

liebe, new york, chaos, freunde, schildkröte

Liebe zum Nachtisch

Victoria Seifried
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 10.08.2015
ISBN 9783641154288
Genre: Liebesromane

Rezension:

Da sitze ich nun und überlege, wie ich zwei Dinge zusammenbringe, die eigentlich nicht zusammen passen: einerseits habe ich „Liebe zum Nachtisch“ innerhalb von knapp zwei Tagen verschlungen und wollte permanent wissen, wie es weitergeht. Andererseits habe ich zwei ganz große Kritikpunkte, die mir die Lesefreude etwas getrübt haben, und komme unterm Strich daher auch nicht zu einer uneingeschränkten Leseempfehlung. Aber fangen wir von vorne an…

Worum geht’s? Helena ist 26, wohnt in Berlin und hat kürzlich ihr Zweistudium angefangen, das ihr jedoch leider nicht so wirklich liegt. Die Beziehung mit ihrem langjährigen Freund Rainer ist in etwa so spannend wie Staubsaugerbeutel und die Schildkröte Pirmin – ihr Lebensberater und Orakel in Personalunion –, kann sie auch nicht dazu bewegen, ihr Leben umzukrempeln. Doch das ändert sich schlagartig, als sie ihrem Traummann Jeffrey begegnet. Die beiden verbringen eine aufregende Nacht und Helena ist im siebten Himmel. Doch am nächsten Morgen muss Jeff nach New York fliegen. Für Nesthocker Helena, deren bisher einzige Reise nach München ging, eine quasi unüberwindbare Distanz – aber Jeff niemals wieder sehen? No way! Sie packt ihre Koffer und reist ihm nach. Aber wie soll sie ihn nur anhand seines Vornamens aufspüren?

Wie schon eingangs erwähnt: ich fand den Roman durchaus unterhaltsam und habe ihn eigentlich gerne gelesen. Kommen wir nun aber zu zwei Punkten, die meine Lesefreude dann doch etwas getrübt haben. Zum einen ist mir Helena eindeutig zu kindlich für einen Roman, der eben nicht in der Jugendbuchabteilung liegt, sondern bei den „erwachsenen“ Frauenromanen. Ich musste mir beim Lesen ein ums andere Mal in Erinnerung rufen, dass die gute Dame bereits 26 Jahre alt ist, denn sie wirkt in ihrem Auftreten und ihrer teils sehr naiven Sicht aufs Leben eher wie maximal 19. Das Zeug zur Sympathieträgerin hatte sie daher für mich leider nicht. Die anderen Charaktere haben da teilweise schon interessantere Züge, bleiben jedoch eher flach.

Der zweite Punkt hängt damit zusammen, weshalb ich mich überhaupt erst für diesen Roman interessiert habe: New York City. Ich liebe NYC und war mehrmals dort, das letzte Mal acht Wochen am Stück. Daher lese ich auch ungemein gerne Romane, die in der Stadt spielen. Denn ganz oft gelingt es Autoren, das ganz besondere Flair dieser Stadt einzufangen und mich auf neue Dinge zu stoßen – seien es Stadtteile, Restaurants, coole Läden, Parks, Eigenheiten der New Yorker, was auch immer… Nicht so Victoria Seifried. Ich frage mich, ob die Autorin überhaupt jemals in New York war oder ob sie einfach kurz durch einen Reiseführer geblättert hat? Das New York, das sie in ihrem Roman beschreibt, bleibt vollkommen im Klischee behaftet. Helena pendelt zwischen Central Park (dort ist sie quasi jeden Tag) und Fifth Avenue hin und her – für volle zwei Wochen. Einmal ist sie kurz in Chinatown und gefühlte zwei Sätze lang auch in SoHo. Das Village? Chelsea? Die Upper West Side? Williamsburg? Die Lower East Side? Finden nicht statt. Davon mal ganz abgesehen läuft Helena seltsame Wege, die eigentlich nicht möglich sind. Aus dem Central Park – der in der 59th Street anfängt – heraus will sie zur 5th Avenue laufen (wohin auch sonst…) und steht nach ein paar Schritten vor Macy’s in der 34th Street. Wie das möglich ist, weiß wohl alleine die Autorin.

So, und wie lautet nun mein Fazit? Nun, wer gerade auf der Suche nach einem Roman ist, der einen einfach nur sanft berieselt und gut unterhält, und für wen im Gegensatz zu mir der Handlungsort unwichtig ist – der soll gerne zugreifen und wird sicher auch seinen Gefallen an diesem Roman finden. Eingefleischte NYC-Fans und Leserinnen, die ihre Romanfiguren gerne etwas erwachsener und reflektierter mögen, werden dagegen vermutlich eher enttäuscht sein.  

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liebe, schweiz, berlin, sms, roman

Wir kennen uns doch kaum

Max Küng , , ,
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.04.2015
ISBN 9783499269349
Genre: Romane

Rezension:

Man muss schon sagen: das hat der Rowohlt Verlag clever gemacht. Wenn man sich die Verlagstexte rund um "Wir kennen uns doch kaum" durchliest, kommt man nicht umhin, sofort Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ und dessen Fortsetzung "Alle sieben Wellen" in Erinnerung zu haben und - sofern man diese Romane mochte - schnell zugreifen zu wollen: Moritz schreibt Meta. Meta schreibt zurück. So geht das, monatelang. Aber es ist kompliziert. Sie lebt nicht allein und in Berlin. Er in einer kleinen Stadt in der Schweiz. Nie sehen sie sich. Nie hören sie ihre Stimmen. Irgendwann fangen sie an, sich SMS zu schreiben, in einem Monat 837 Stück. 


Was man dann jedoch bekommt, hat nur ganz minimal mit Glattauers beiden Romanen zu tun. Wir haben bei Küng keine Aneinanderreihung von SMS und Emails, sondern dazwischen auch sehr viel normale Prosa, und wir konzentrieren uns auch nicht ausschließlich auf die beiden Hauptfiguren, sondern bekommen auch einiges aus deren Umfeld mit. Außerdem hat Küng ein paar wirklich schöne Ideen in den Roman eingeflochten, beispielsweise wenn Meta und Moritz "zusammen" ins Kino gehen - sie in Berlin, er in seiner Schweizer Kleinstadt, in einen Film der in beiden Städten gleichzeitig läuft. Dennoch muss ich sagen: das Personal in diesem Roman blieb mir etwas fremd. Ich konnte mich für keinen davon erwärmen, worunter dann auch mein Bezug zum Geschehen litt - es war mir eigentlich nahezu egal, ob die beiden sich am Ende bekommen, ein wirkliches Mitfiebern hat sich nicht eingestellt.

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finnland, familie, liebe, helsinki, vergangenheit

Liebten wir

Nina Blazon
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.06.2015
ISBN 9783548285771
Genre: Romane

Rezension:

„Manchmal muss man auf eine Reise gehen, um anzukommen“, heißt es auf der Seite des Ullstein-Verlags – und genau das ist auch die Ausgangssituation von Nina Blazons „Liebten wir“. Im Roman begleiten wir Moira und Aino auf ihrer Reise nach Finnland. Für die eine wird dieser Roadtrip zur Reise in die Vergangenheit, für die andere zu einer Reise weg von ihrer Vergangenheit und hin zu einer neuen Zukunft.

Worum geht’s? Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden Mündern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles – und oft genug benutzt sie sie auch, um sich dahinter zu verstecken. Denn wenn sie der Welt ohne den Filter ihrer Kamera begegnen soll, wird es kompliziert. Das Verhältnis zu ihrer Schwester ist von gegenseitiger Argwohn und Missgunst geprägt, von ihrem Vater hat sie sich entfremdet. Umso mehr freut sich Mo auf das Familienfest ihres Freundes Leon. Doch das endet in einer Katastrophe und Mo will nur noch fliehen. Gemeinsam mit Aino, Leons eigensinniger und etwas gebrechlichen Großmutter, startet sie durch. Ab nach Finnland. Es wird eine Reise mit vielen Umwegen für die beiden grundverschiedenen Frauen; eine Reise, die beide verändern wird.

Wir begleiten also ein sehr ungleiches Duo auf einem völlig übers Knie gebrochenen Roadtrip, und wie schon angedeutet, liegt der Reiz daran für beide unterschiedlich begründet: Aino reist zurück in ihre Jugend und damit die Vergangenheit, weil es für sie in Finnland noch „unfinished Business“ gibt. Wir begleiten sie in ihren Erinnerungen und Erzählungen zurück bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs und den Freundschaften (und vielleicht auch Lieben?), die damals entstanden sind. Moira dagegen kann gar nicht schnell genug von ihrer Vergangenheit fliehen. Bei ihr liegt im familiären Umfeld sehr vieles im Argen und es gibt einige düstere Erinnerungen, die unter der Oberfläche brodeln und nur darauf warten, aufgearbeitet zu werden.

Mit 560 Seiten ist dieser Roman eher von der dickeren Sorte – und ich muss zugeben, dass er für mich neben vielen tollen und packenden Passagen auch seine Längen hatte, durch die ich mich ein wenig durchquälen musste. Als Grund dafür habe ich zwei Punkte ausgemacht: zum einen taugt leider keiner der Charaktere zum Sympathieträger, und ich finde, bei einem so dicken Roman fällt das deutlich mehr ins Gewicht, als wenn man das Personal eines Romans nur 200 Seiten lang begleitet. Wenn man so viel Zeit mit einem Roman verbringt, sehnt man sich ab und an dann doch nach einer Figur, mit der man aufrichtig mitfühlt, weil sie einem wirklich nahegeht. Natürlich berührt einen sowohl Moiras Geschichte als auch die von Aino auf einer gewissen Ebene – aber für mich persönlich blieb dabei immer ein Rest Distanz.

Der zweite Punkt liegt für mich in der Erzählstruktur gepaart mit der generellen Stimmung im Roman begründet: wir haben einerseits die Handlung in der Gegenwart und andererseits zusätzlich die Rückblenden von Moira und Aino, die wiederum beide recht vielschichtig sind (wenn Moira zurückdenkt, dann denkt sie teilweise an ihren Vater, teilweise aber auch an enge Freundinnen oder ihre Zeit in Irland). Da muss man schon ziemlich aufpassen, alle Fäden sauber getrennt in den Händen zu behalten – und ich meine, dass einem das besser gelingt, je näher einem die Figuren gehen. Noch dazu haben wir ein eher düsteres Setting, das mir zwar gut gefiel – Finnland at its best – aber in Kombination mit den vielen schwermütigen und traurigen Erinnerungen der beiden Damen auch ein wenig auf die Stimmung drückte. Ich würde den Roman zumindest eher für dunkle Herbstabende am Kamin empfehlen als für tropische Temperaturen jenseits der 30 Grad :-)

Nun, ihr merkt schon: mir taugte „Liebten wir“ leider nicht so sehr – aber ich würde den Roman auf jeden Fall Leuten empfehlen, die sich so richtig gerne in komplexe Familiengeschichten eingraben und auch ein Faible für psychologisch interessante Figuren haben.

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Forever, Jack: eversea book two (Volume 2)

Natasha Boyd
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei NPRB, 26.11.2013
ISBN 9780989492553
Genre: Sonstiges

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Eversea

Natasha Boyd
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Headline Publishing Group, 10.04.2014
ISBN 9781472219657
Genre: Liebesromane

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Tod in Turin

Jan Brandt , Tom Smith
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 12.03.2015
ISBN 9783832197926
Genre: Biografien

Rezension:

Eines der bisherigen Highlights dieses Jahr ist für mich „Tod in Turin“ von Jan Brandt. Es genügte, kurz in der Buchhandlung Daumenkino durchs Buch zu machen, und schon war es gekauft. Denn was alleine gestalterisch zwischen den Buchdeckeln abläuft, ist schon klasse: Illustrationen, Fußnoten, geschwärzte Stellen, eine Tabelle mit Suizidfällen großer Autoren... Es ist wirklich etwas komplett anderes als man sonst überwiegend geboten bekommt.

Kurz zur Handlung: wie die meisten von euch wissen werden, stand Jan Brandt 2011 mit seinem Roman "Gegen die Welt" auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Im Anschluss daran begann, wie er es nennt, eine Zeit des permanenten Ausnahmezustandes: Lesungen in allen Winkeln Deutschlands, ca. 60 innerhalb von acht Monaten, dazu Interviews und das ganze Pipapo, das man als "Beinahepreisträger" zu absolviere hat. Und schließlich der mehrtägige Besuch der Turiner Buchmesse, wiederum mit Lesungen, Interviews, Einladungen, bla bla.

Genau über diese Zeit berichtet Brandt, und was dabei herausgekommen ist, lässt sich nicht so ganz benennen: ein Roman über den Literaturbetrieb? Eine Reisereportage? Eine Ansammlung von Alltagsbetrachtungen? Künstlerroman? Im Endeffekt ist das aber auch völlig unerheblich, denn wichtig ist nur: "Tod in Turin" ist ungemein unterhaltsam! Wenn man auf (selbst)ironische Erzähler steht, sich für die Mechanismen von Literatur und Literaturbetrieb interessiert, kluge Betrachtungen und auch mal einen kleinen philosophischen Ausflug mag, der sollte unbedingt zugreifen. Ganz klare Leseempfehlung!

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reporter, freundschaft, new york, new york times, gavin

Jeden Tag ein Happy End

Devan Sipher ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2013
ISBN 9783423214216
Genre: Liebesromane

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du oder das ganze leben

Perfect Chemistry

Simone Elkeles
Flexibler Einband
Erschienen bei Simon & Schuster Children's, 01.01.0100
ISBN B00CB5E2ME
Genre: Sonstiges

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ddr, deutsche demokratische republik, wende, dbp 2015, dtsch.bpreis-longlist

89/90

Peter Richter
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 09.03.2015
ISBN 9783630874623
Genre: Romane

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New York - mon amour

Simone de Beauvoir , Susanne Nadolny
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Ebersbach & Simon, 01.03.2011
ISBN 9783869150321
Genre: Sonstiges

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sophie kinsella, angststörung, finding audrey, audrey, starbucks

Finding Audrey

Sophie Kinsella
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Doubleday Children's, 04.06.2015
ISBN 9780857534590
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dass sich ein Autor mal auf einem komplett neuen Feld ausprobiert, kommt ja nicht allzu oft vor – Sophie Kinsella hat es jetzt gewagt, und zwar gleich im doppelten Sinne: weg von der chick lit hin zum Jugendbuch; und statt locker-leicht-lustigen Charakteren steht dieses Mal ein junges Mädchen im Fokus, das unter Angstzuständen leidet. Ich war im Vorfeld daher wirklich sehr gespannt darauf, mit diesem Roman eine ganz andere Seite von Sophie Kinsella kennenzulernen.

Worum geht’s? Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder verbringt sein Leben vor dem Computer, ihre Mutter ist eine hysterische Gesundheitsfanatikerin, die der Tageszeitung mehr vertraut als dem gesunden Menschenverstand, und ihr Vater ein charmanter, mitunter leicht verpeilter Teddybär. Und Audrey selbst? Die versteckt sich aufgrund einer Angststörung hinter ihrer Sonnenbrille – bloß niemandem in die Augen schauen und am liebsten keine Nähe zulassen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr dabei immer häufiger der Freund ihres großen Bruders vor die Linse: Linus…

Ich will jetzt gar nicht weiter um den heißen Brei herumreden: ich fand es ganz wunderbar, diesen Roman zu lesen! In einem Rutsch war er komplett verschlungen und die Seiten flogen nur so dahin. Sophie Kinsella gelingt der Spagat zwischen Audreys Problemen und Sorgen einerseits und einer fein dosierten Portion Komik andererseits sehr gut. Ich war im Vorfeld wirklich gespannt, wie sie dieses ernste Thema meistern würde, da ich bisher nur locker-leichte Lektüre von ihr kenne – und ich bin wirklich sehr angetan! Ich finde, sie bekommt es toll hin, dass man zwar mit Audrey mitfühlt, sie ernst nimmt und durch ihre Geschichte auch zum Nachdenken angeregt wird – aber andererseits dennoch viel Spaß beim Lesen hat und nicht in den Mitleids- oder Trauermodus verfällt.

Audrey selbst ist sehr sympathisch und ich finde es spannend, dass man als Leser ihre Gedanken sehr ungefiltert mitbekommt und dadurch einen anderen Zugang zu ihr hat als die Menschen in ihrem Umfeld. Auch wenn man nie bis ins letzte Detail erfährt, was der Ausgangspunkt für Ihre Ängste war, kommt man ihr als Leser recht nahe. Und wie ich eingangs schon angedeutet habe, gelingt es mir der Zeit auch Linus, ihre Barriere zum Bröckeln zu bringen – er ist für mich ohnehin der geheime Star dieses Romans und eine sehr liebenswerte Figur.

Mein Fazit: gelungenes Debüt von Sophie Kinsella im Bereich Jugendbuch – ein toller Roman für Jugendliche aber auch junge Erwachsene! 

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familie, arbeitslosigkeit, beruf und familie, roman, glück

Die Glücklichen

Kristine Bilkau
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 16.03.2015
ISBN 9783630874531
Genre: Romane

Rezension:

Wie rezensiert man ein Buch, das einen so vom Hocker gerissen hat, dass man vor lauter Überwältigung überhaupt nicht weiß, wie man die richtigen Worte dafür finden und ihm gerecht werden soll? Weil man sich so viele Textstellen markiert hat, die einen in ganz besonderer Form berührt haben und die man gerne erwähnen möchte – aber andererseits am liebsten einfach nur schreiben möchte: „Lest es! Flott!“ Beginnen wir mal der Reihe nach…

Worum geht’s? Vordergründig geht es um Isabell und Georg sowie deren Sohn Matti. Eigentlich könnten sie eine glückliche kleine Familie sein – doch die Fassade bröckelt. Isabells Karriere als Cellistin steht auf dem Spiel, als sie das unkontrollierte Zittern ihrer Hände nicht mehr in den Griff bekommt. Georgs Stelle als Journalist bei einer Tageszeitung wird weg rationalisiert. Dazu kommt, dass sich die beiden auch erst noch in ihre Elternrolle einfinden müssen. Der Druck und die Verunsicherung wachsen ebenso wie das Schweigen und die stillen oder auch lauteren Vorwürfe zwischen den beiden. 

Schon auf den ersten Seiten fiel mir die tolle Sprache von Kristine Bilkau auf: sehr präzise, klar und auf den Punkt. Dennoch war mein Lesetempo deutlich langsamer als sonst, da die Sätze trotz ihrer Klarheit recht komplex sind und ich den Eindruck hatte, dass mir sehr leicht etwas entgehen könnte, wenn ich zu schnell werde. Und trotz ihrer „Stille“ schlugen einige der Sätze für mich ein wie eine Bombe. Gerade wenn man auch selbst im Alter von Isabell und Georg ist, fühlt man sich quasi ständig persönlich angesprochen. Egal, ob es Dinge sind, die einem gerade selbst unter den Nägeln brennen oder ob es Geschichten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis sind, an die man spontan erinnert wird – einen Nerv trifft der Roman in jedem Fall. 

Hierzu trägt meiner Meinung nach auch die Art der Figurenzeichnung bei: sowohl Isabell als auch Georg sind beide so gezeichnet, dass man zwar ein sehr klares Bild von beiden vor Augen hat, aber dennoch genügend auf Distanz gehalten wird, um die beiden beinahe wie durch ein Mikroskop beobachten und analysieren zu können. Anhand der Figurenzeichnung wird man nicht dazu verleitet, eindeutig für einen von beiden Partei zu ergreifen, sondern kann die Handlungen und Denkweise der beiden recht analytisch und objektiv betrachten. Und was man dadurch zu sehen bekommt, ist ein großartiges Sittengemälde unserer Zeit: wie finde ich als Frau um die 30, die scheinbar alle Möglichkeiten hat (???), meinen Platz in der Gesellschaft – ohne mich dabei verbiegen oder selbst vernachlässigen zu müssen und dem allgegenwärtigen Perfektionsdruck zu unterliegen? Welche Rolle spielt hierbei meine Partnerschaft bzw. meine Familie? Inwiefern haben der eigene Beruf und der des Partners Einfluss auf dieses Gefüge? Und was passiert, wenn eines dieser zahlreichen Mosaiksteinchen plötzlich quer liegt und Perfektion nicht (mehr) möglich ist? Und, wenn auch eher am Rande: wie zur Hölle wird in diesem Land eigentlich mit der viel zitierten „Elite“ umgegangen? Wie kann es sein, dass man sich als Akademiker von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangeln muss und nicht einmal genügend Sicherheit hat, um einigermaßen beruhigt eine Familie gründen und sich dieser auch ausreichend widmen zu können?

Kristine Bilkau ist ein genialer Roman gelungen, der von scharfen und klugen Beobachtungen lebt und hervorragend zum Nachdenken und Diskutieren einlädt. Für mich ist „Die Glücklichen“ ein Buch, an dem man dieses Jahr nicht vorbeikommt. Ich hoffe, dass es möglichst viele Menschen lesen und sich vor allem auch über das Gelesene hinaus ein paar Gedanken machen – denn letztendlich tragen wir ja alle dazu bei, dass unser derzeitiges Gesellschaftssystem in genau dieser Form aufrechterhalten wird.

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