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187 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

japan, thriller, mord, mobbing, hass

Geständnisse

Kanae Minato , Sabine Lohmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.03.2017
ISBN 9783570102909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Geständnisse“ gehört zu der Sorte Bücher, die ich selbst nach Jahren, aus all der Masse der gelesenen, blind herausgreifen könnte – um zu sagen, das dieses so anders ist als all die anderen.
Ein Buch mit einer Geschichte die sich festsetzt, die hängen bleibt und der man lange hinterher denkt.

Die kleine Manami ist tot. Ihre Mutter, die Lehrerin Yuko Moriguchi nimmt Abschied von ihrer Klasse, in der sich auch die 2 Personen befinden, die Schuld tragen an dem Tod des kleinen Mädchens. Fast schon seelenruhig erzählt sie, von der Welt, den Menschen und dann von ihrem Leben. Moriguchi nimmt ihre Schüler gefangen und mich gleich mit. Sie spricht über Recht und Unrecht, von Gewalt und ihren Folgen. Zeigt Beispiele auf und kommt schließlich an den Punkt, an denen keiner mehr irgendetwas anderes wahr nimmt, als Moriguchis Anklage gegenüber den 2 Schülern. Sie weiß was geschehen ist und lässt es Revue passieren, sodass alle Schüler wissen um wen es sich dreht. Täter A und Täter B, wie sie anfänglich noch heißen, sind innerhalb weniger Seiten entlarvt. Moriguchis Worte bleiben im Raum stehen, während sie geht.

„Doch was mich wirklich schockiert, ist, dass die Mörder so gelassen dasitzen, während ich euch dies alles erzähle.“ (S. 29)

Man kann es Rache nennen, oder Vergeltung. Es würde aber auch passen Moriguchis Handlungen als perfide und gleichzeitig wohl überlegte Genugtuung zu bezeichnen. Und ich kann es sogar nachvollziehen. Sie nimmt alle gleichermaßen mit in eine Art Experiment. Wie werden die Mitschüler sich verhalten? Wird es Übergriffe geben? Wer stellt sich auf welche Position und wer schreitet ein? Es läuft wohl nicht ganz so, wie sie es sich vorgestellt hat und doch bleibt alles in Bewegung.

Ich habe der Polizei nichts gesagt, weil ich der Justiz nicht zutraue, sie angemessen zu betrafen.“

In den insgesamt 6 Kapiteln erfährt man aus unterschiedlichen Perspektiven was geschehen ist, vor, während und besonders nach Manamis Tod. Vollkommen unterschiedliche Personen erzählen ihre Sicht der Dinge und wie sich alles entwickelt hat. Was für Konsequenzen diese eine Tat nach sich zieht und wer denn nun alles in was verwickelt ist.

Moriguchi hat gut geplant, das wird einem im Laufe der Geschichte klar. Diese so gebildete Frau, immer ruhig und genügsam, zuvorkommend und freundlich, hat aus dem Bauch heraus und doch auch mit dem Kopf einen Handlungsstrang gewoben, dem man sich nicht entziehen kann.

Wie gern wäre ich aus dem Sumpf herausgeklettert und weggelaufen. Irgendwohin, wo mich keiner kennt.“ (S. 185)

Was mich sehr angesprochen hat, ist wie die Mentalität, stellvertretend durch die einzelnen Charaktere, herüber kommt. Japan ist weit weg und doch war ich dort, vor Ort, mittendrinnen. In den Traditionen und Sitten. In den Köpfen der Menschen und auch wenn nicht alle Handlungen nachvollziehbar sind, war es sehr deutlich beschrieben warum es genauso kam.

Wer trägt Schuld? Der Einzelne? Die Gesellschaft? Die intakten oder zerborchenen Familien? Der Leistungsdruck oder der Wunsch nach dem ganz großen? In „Geständnisse“ wird abgerechnet, gnadenlos und bitterböse. Ohne Rücksicht auf Verluste und derer gibt es zur Genüge. Dabei wird die Rolle der Mutter nicht nur durch Moriguchi wiedergegeben, denn es gibt noch viele andere und nicht alle sind die Schuldlosen.

Nüchtern aber nicht gefühlskalt, so kam mir diese Reise vor. Ein literarischer Hochgenuss auch wenn es bitterböse war.

Rezension verfasst von © Kerstin

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82 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

thriller, wölfe, schweden, wolf, drogen

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 05.08.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich hätte Zack Herry keinen einzigen Stern verdient. Ein Mann in solch einer verantwortungsvollen Position, der sich allerlei Rauschmitteln hingibt und dadurch Ermittlungen in Gefahr bringt, geht gar nicht. Doch dann lernte ich seine anderen Seiten kennen. Den einst kleinen Jungen und die tragische Geschichte um seine Mutter. Sein Verhalten gegenüber der Kollegin Deniz und wie er Gefühlslagen einordnen kann. Dann noch die Sache mit dem kleinen Nachbarsmädchen, der er einfach seine Zeit schenkt. Ok, Zack ist kein Heiliger, aber auf dem besten Weg einer zu werden. Wenn er die Finger von dem Teufelszeug lässt.

“Sie watet durch stille Teiche, die nach vermoosten Vorurteilen und aufgestautem Hass stinken." (S. 84)

Der Fall um die ermordeten vier Frauen entpuppt sich als eine Reise in die Abgründe der Menschlichkeit. Rassismus, Pornografie der übelsten Sorte, Frauenhandel, Prostitution, Gewalt, mafiöse Verhältnisse und viele üble Gestalten. Zacks Kollegin Sirpa ist die Computerexpertin im Team und durchsucht das Netz nach Hinweisen, die Spuren oder Motive offenlegen. Dabei eröffnen sich ihr und den Lesern Welten, die man sich so gar nicht vorstellen mag.

Der Vorgesetzte Douglas Juste hat dabei alles und alle im Blick. Dabei ist es Rudolf, der älteste in der Gruppe, der durch seine Blindheit Dinge "sieht" die anderen vollkommen entgehen. Lediglich Niklas, der Familienvater in der illustren Runde, geht etwas unter. Sechs Männer und Frauen, die sich gegenseitig vertrauen und unterstützen, meistens, wenn nicht der ein oder andere der Versuchung erliegt, uns sei es nur einen Alleingang zu machen.

Man sollte sich darauf einstellen das es blutig wird im Buch. Die vier in Klappentext genannten toten Frauen sind nur der Anfang. Wer kann solch einen Hass empfinden? Wo kamen diese Frauen her? Wen fürchten selbst hartgesottene Rocker?

Es entwickelt sich eine Story, die durch die insgesamt 63 Kapitel in den 3 Teilen, gut und schnell lesbar ist. Viele Fragen die aufgeworfen werden und deren Antworten man sich als Leser stellen muss. Stellenweise keine leichte Kost, denn das Team um Zack kommt einer bestialischen Gruppierung auf die Spur.

“Er ist allein mit seinem Schmutz. Dem inneren und dem äußeren."
(S.370)

Eine sehr spannende Geschichte, Wendungen mit denen ich so nicht gerechnet hätte und ein Showdown zum Abschluss, der nach mehr über Zack Herry und seinen Team-Kollegen schreit.
Alle Kollegen, die dieser Sondereinheit angehören haben ihre Stärken und auch ihre Schwächen. Ich mochte alle, ausnahmslos, auch wenn ihre Darstellungen schon in ein deutliches Klischeemuster verfiel. Hier hätte ich mir viel mehr Offenheit zu den Charakteren gewünscht. Auch wenn alle einem Team angehören, kam es mir durch die Perspektivwechsel immer so vor, als würden alle alleine arbeiten.

“Nicht jetzt. Noch nicht. Nicht hier. Nicht ausgerechnet hier." (S. 457)

Laut "LE MONDE" ist Zack Herry ein cooler Mix aus Harry Hole und Lisbeth Salander. Dem kann ich nicht zustimmen. Er ist noch sehr weit entfernt davon. Aber vielleicht gibt es einen zweiten Band und er nähert sich diesen besonderen Charakteren doch noch. Zumal es da ja noch die Sache mit Zacks Mutter gibt - hier hoffe ich auf Klärung im nächsten Band.

Lesenswert ist "Die Fährte des Wolfes" auf jeden Fall, ein Pageturner der einen immer tiefer hineinzieht. Wären nicht die recht klischeehaften Darstellungen der einzelnen Teammitglieder gewesen und so manch überzogen dargestellter Alleingang, hätte es deutlich mehr Sterne von mir gegeben.

Rezension verfasst von © Kerstin

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

anschlag von rechts, flüchtlinge, rechtsextremismus, reiner engelmann, wahre begebenheit

Anschlag von rechts

Reiner Engelmann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.05.2017
ISBN 9783570174371
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nach einer wahren Begebenheit – Ab 13 Jahren

 „Das Beispiel einzelner Menschen“, überlegte er, „kann manchmal mehr über seine Zeit aussagen als ein ganzes Geschichtsbuch.“

Hier, in dieser Geschichte, sind es genau diese einzelnen Geschichten, von und über Menschen, die so viel aussagen. Nach einer kurzen Einführung, die nicht mehr als 3 Seiten benötigt und den unheilvollen ‚Vorboten‘, die kaum länger sind, ist man drinnen ~ in den Geschichten einzelner Menschen und Familien. In den Schicksalen der Flüchtlinge. Warum sie, Männer, Frauen, Kinder, ihre Heimat verließen und ich wünschte ein jeder würde sich etwas damit beschäftigen, bevor pauschalisiert wird.
Aber man erliest sich auch wie schnell eine Stimmung kippt und aus verbaler Hetze tatsächliche Gewalt wird.

Fünf Länder, fünf Erlebnisse und Leben werden in einem recht sachlichen Ton und ohne auf die Tränendrüse zu drücken, geschildert. Es war in allen, trotz der Unterschiede immer das gleiche, was diese Menschen veranlassten ihr Land zu verlassen. Krieg, Mord, Tod. Und keine Chance irgendetwas dagegen tun zu können ohne selbst ein Opfer zu werden, wobei ~ sie sind bereits Opfer.

„Nacht für Nacht hörte er Gewehrfeuer, Detonationen von Bomben oder Granaten. Er lebte im Krieg. Seit dem ersten Tag seines Lebens. Er kannte es nicht anders.“

Das Buch „Anschlag von Rechts“ behandelt eine Thematik, die absolut zeitaktuell ist und überall so geschehen kann bzw. bereits geschah und immer wieder geschieht. Junge Menschen und auch Erwachsene, die abdriften in eine Gesinnung, angestachelt durch Unwissenheit, Ignoranz, Langeweile und vielleicht sogar ein Stückweit Dummheit, die jeglichen gesunden Menschenverstand vermissen lassen. Dabei frage ich mich immer wieder, ob denn keiner aus der Geschichte gelernt hat, zu viele grausame Beispiele sprechen für sich.

Diese Erzählungen im Buch sind eine Rekonstruktion einer wahren Begebenheit. Zwar wurden die Namen geändert und Orte nicht benannt, dennoch ist da sehr viel Realität enthalten, nicht zuletzt auch durch die Gespräche, die der Autor mit den Betroffenen führte. Wie bereits erwähnt ist alles sehr sachlich und nüchtern gehalten, aber dadurch mindert sich keineswegs die Botschaft, die dahinter steht. 

Man erfährt die Begebenheiten aus Sicht der Opfer und der Täter. Erlebt die Angst der einen und die Wut der anderen. Nimmt an Verhören teil und letztendlich sogar an einem Prozess mit anschließender Urteilsverkündung. Hier haben mir die Aussagen und Begründungen des Gerichts sehr imponiert. Wer handelt muss mit Konsequenzen rechnen, immer und bei allem.

Durch die angenehm große Schrift liest es sich sehr flüssig. Auch das Buch ist mit seinem festen Einband und der Einteilung im Inneren sehr schön gestaltet.
Bereits zu Beginn gibt es eine Auflistung aller Kapitel, dadurch ist alles sehr übersichtlich. Auch der Abschnitt zum Ende hin hat mich sehr angesprochen.
Der Autor Reiner Engelmann hat sich sehr viele Gedanken gemacht und mich damit selbst zum überlegen gebracht.

Dieses Buch kann ich ohne Vorbehalte jugendlichen Lesern empfehlen, aber auch für Erwachsene kann es so manchen Blick über den Tellerrand vermitteln. Ein klare Empfehlung spreche ich diesem Buch auch für den schulischen Unterricht aus. Hier muss nicht nur gelesen werden.
Diese Geschichte gibt so viel Raum für Diskussionen, Aufklärung, Vermittlung und Verständnis für die Situation der Flüchtlinge.

Vielleicht würde so manches Verhalten dann im Vorfeld gar nicht erst entstehen.

„Welch Geistes Kind Sie sind, haben Sie auch dadurch gezeigt, welches Vokabular Sie Ihren Kindern vermitteln.“

Rezension verfasst von © Kerstin

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

krimi, tegernsee, andreas föhr, rechtsanwalt, alpenkrimi

Schwarzwasser

Andreas Föhr , Michael Schwarzmaier
Audio CD
Erschienen bei Argon, 01.06.2017
ISBN 9783839815304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei diesem Hörbuch hatte mich das Cover magisch angezogen, es wirkt düster und diese Sense trägt viel dazu bei. Auch ist die gesamte Aufmachung dieses Digifile sehr gelungen. Jede der 6 CD hat einen eigenen Schuber, dazu immer einen kleinen Spruch. Ein weiteres Highlight ist der Sprecher. Michael Schwarzmaier hat es einfach drauf. Die verschiedenen Stimmen der einzelnen Charaktere und die unterschiedlichen Dialekte sind hervorragend getroffen. So konnte ich den Personen ein Bild zuordnen, auch wenn ich mit den vielen Namen anfangs schon so manches Problem hatte. Das legte sich aber im Laufe der 6 CDs und je weiter ich kam um so besser verstand ich.

„Schwarzwasser“ ist eine Firma, um die es sich im Buch dreht. Es gibt neben dem aktuellen Geschehen immer wieder Rückblicke nach Berlin. Zu einem Anwalt und dessen Assistentin, zu einem recht dubiosem Mandanten und der Frage, wie das alles mit der Gegenwart und diesem Toten zusammenhängt?

Wallner ist der Ruhepol in der Geschichte. Er ist bedacht in allem was er tut, hat eine angenehme ruhige Art und ist damit das krasse Gegenteil zu seinem Kollegen Kreuthner. Während er mit persönlichen Problemen konfrontiert wird und auch sein Opa Manfred davon betroffen ist, hatte ich das Gefühl diesen Teil in der Geschichte nicht unbedingt zu brauchen. Klar möchte man immer mal etwas persönliches der Charaktere wissen, aber hier hat es mich irgendwie gestört. Der Fall an sich wurde immer wieder dadurch unterbrochen. Vielleicht wäre es beim Lesen nicht so kompliziert gewesen.

Kreuthner ist ein Chaot, sehr selbstverliebt und hat ein Organ am Hals, dass der Sprecher so richtig genial rüber gebracht hat. Besonders die Schimpftiraden waren perfekt. Ansonsten war Kreuthner nicht mein Fall. Er handelt sehr unbedacht, obwohl er ein guter Beobachter ist. Auf mich wirkte er eher wie ein Klassenclown, der es gut meint, dabei aber nur Schaden anrichtet.

Der Fall an sich war sehr komplex und gut ausgearbeitet. Hier gab es, durch die Rückblicke, immer wieder ein Stückchen mehr, dass zur Auflösung beitrug und ich bin sehr lange im Dunkeln getappt. Wer, wann, mit wem und wo und warum. Das Miträtseln hat Spaß gemacht. Dafür das es sich bereits um den 7. Band mit Wallner und Kreuthner handelte, bin ich sehr gut durch die Geschichte gekommen. Es hört/liest sich also auch gut ohne Vorkenntnisse zu den anderen Bänden.

Der Plot ist gut durchdacht, viele Wendungen, manche unerwartet, andere etwas vorauszusehen, aber komplett bis zum Schlus logisch und mit so mancher Überraschung gespickt. 

Durch die gelungenen Beschreibungen der Orte und Gebäude und vorallem der einzelnen Personen hatte ich sehr oft ein Bild der Situationen vor Augen, was das Hören stellenweise lustig machte aber hier und da auch mal traurig stimmte.

Ein angenehmer Hörgenuss, aber man muss schon aufpassen. Hätte Kreuthner nicht so einen negativen Eindruck auf mich hinterlassen, sondern einfach nur seinen Job gemacht und dabei ein bisschen mehr gedacht hätte, wäre es ein Stern mehr geworden.

Die Geschichte mochte ich, Wallner auch, aber auf Kreuthner bin ich sauer. Warum? Selber lesen oder hören.

Rezension verfasst von © Kerstin

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kleptomanie, theaterstück, politiker, denksucht, poeten poss

Herr Schreiber blockiert: Eine Poeten-Posse

Bernd Mannhardt
E-Buch Text
Erschienen bei BookRix, 19.04.2017
ISBN 9783743808645
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Murder Park

Jonas Winner , Uve Teschner , Detlef Bierstedt , Oliver Brod
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 13.06.2017
ISBN 9783837138320
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sex & Crime – das verkauft sich immer gut. So dachte vielleicht auch der vermögende Unternehmer Rupert Levin und machte aus dem stillstehenden, ehemaligen Vergnügungspark für die ganze Familie etwas anderes, etwas besonderes.
Zodiac Island musste vor 20 Jahre geschlossen werden. Der Park, weit draußen auf einer Insel gelegen und nur per Fähre erreichbar, hatte dem Serienkiller Jeff Bohner ebenfalls als „Vergnügungsstätte“ gedient und nach drei bestialischen Morden für Bohner und den Park das Todesurteil bedeutet.

Nun wird es eine Einführung geben, ein extra für ausgewählte Personen arrangiertes Presseevent. Denn aus Zodiac Island wird Murder Park.
12 Männer und Frauen die alle einen Bezug zum damaligen Zodiac Island haben und einer davon ist Paul. Seine Verbindung ist seine Mutter – eine der drei ermordeten Frauen. Aber es findet sich unter anderem auch ein Tontechniker, eine Kellnerin und eine ehemalige Bundesagentin vor Ort ein.

Das Hörbuch ist mit seinen vielen verschiedenen Sprecherinnen und Sprecher für mich wieder ein Highlight. Die Charaktere erhalten nicht einfach nur ihre Stimmen sondern auch Emotionen, die in einem Print so einfach nicht dargestellt werden können.

Die „Vorstellung“ der einzelnen Personen findet in gleichmäßigem Rhythmus statt. Zwischen der Geschichte um den neuen Park gibt es Tonbandaufnahmen der Interviews die der Psychologe Sheldon mit ihnen führte und so viel zu den Männern und Frauen aussagt. Ihre Verbindung zum Park, ihre Beweggründe nochmals dorthin zu wollen und auch ihre Skepsis gegenüber dem neu geplanten Murder Park.

Dieser Wechsel zwischen dem Park im Jetzt und den Interviews sorgt für so manchen Cliffhänger aber es führt auch dazu das immer mehr herauskommt was damals im Park wirklich geschehen ist bzw. wie die einzelnen Personen dies empfunden haben und auch nach so vielen Jahren noch empfinden.

Der Park selbst ist auf eine sehr schaurige und unheimliche Weise dargestellt. Man folgt den einzelnen Personen durch die Räumlichkeiten und sieht so den neu gestalteten Park fast mit eigenen Augen. Besonders diese Murderabilia, zusammengetragen aus allen Epochen der Serienkiller sind auf eine Art und Weise geschildert, dass man sich dem kaum entziehen kann.

Das richtige Highlight aber kommt noch, denn der Park ist mehr ein Museum der Grausamkeiten und die Gruppe der Zwölf wird in ein Spiel hineingezogen. Denn ein Killer ist auf der Insel und eliminiert einen nach dem anderen. Schnell wird es blutiger Ernst und besonders Paul versucht verzweifelt, angetrieben von dunklen Erinnerungen und Erlebnissen als Vierjähriger, hinter den Sinn dieses tödlichen Spiels zu kommen.

Ist es mehr Voyeurismus oder eher Sensationsgier? Solch ein Park würde mit Sicherheit genügend „Mitspieler“ finden. Oder ist es der Reiz dieses absolut Bösen? Des Serienkillers? Seiner Psyche? Seiner Taten? Seiner Opfer?
Es zieht einen an, ob man will oder nicht!

„Auch der psychiatrische Wahn enthält ein Stückchen Wahrheit, und die Überzeugung des Kranken greift von dieser Wahrheit aus auf die wahnhafte Umhüllung über.“ Sigmund Freud

Als Hörbuch fand ich es schaurig-schön. Sehr unheimlich diese Stimmung und auch einzelne Charaktere kamen sehr gut rüber. Dennoch waren es mir zu viele, so das einzelne untergingen bzw. nur Mittel zum Zweck waren.
Es war stellenweise sehr blutig und detailliert, deshalb rate ich zarten Gemütern eher ab den Murder Park zu betreten, zumal es auch einige reale Bezüge zu echten Serienkillern gab.

Das Ende der Geschichte hat mich doch sehr überrascht. Warum? Hört es – wenn es hell ist. Und beim nächsten Besuch einer Geisterbahn schaut euch die Gestalten und die Umgebung ganz genau an 😉

Rezension verfasst von © Kerstin

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Gerhard Jäger , Peter Matic , Manuel Rubey
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 26.09.2016
ISBN 9783837136012
Genre: Romane

Rezension:  
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(123)

207 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

spinnen, thriller, horror, ezekiel boone, die brut

Die Brut - Sie sind da

Ezekiel Boone , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.05.2017
ISBN 9783596035533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich schwöre bei Gott, wenn ich von irgendjemanden das Wort ‚ Zombies‘ höre, lasse ich ihn vom Secret Service in den Rosengarten abführen und dort standrechtlich erschießen. „

Keine Panik – es kommen keine Zombies in diesem Buch vor, eklig wird es trotzdem und zwar so richtig kribbelig iiiieh und bääääh. Deshalb würde ich ein Lesen in hermetisch verriegelten Räumlichkeiten empfehlen. Es könnte sonst zu Panikattacken kommen, wenn sich irgendein achtbeiniger Zeitgenosse so langsam, aus dem Augewinkel wahrgenommen, am abseilen ist  Wer unter einer ausgeprägten Arachnophobie leidet, wird spätestens ab dem Kapitel „Henderson Tech Falcon 7X über Minneapolis, Minnesota“ mit dem Lesen aufhören oder es als eine Art Konfrontationstherapie durchziehen. Ich vermute jedoch, das jeder, der das Cover eingehend betrachtet hat, weiß um was es sich bei „Der Brut“ handelt und auf was er sich einlässt.

Jetzt aber ernsthaft. „Die Brut“ ist als Thriller in der Genrezuordnung ganz gut angesiedelt. Allerdings ist der Killer hier kein menschliches Wesen. Für mich ist die Geschichte eher eine gute Mischung aus Horror & Dystopie. Eine Art Weltuntergangsstimmung kommt da auf, die mit jedem weiteren Kapitel immer mehr Formen annimmt. Die Anzahl der Kapitel kann ich nicht benennen, habe nicht gezählt,  aber sie beginnen immer mit der Angabe des aktuellen Ortes und es sind sehr viele. Fast eine Art Weltreise die in Peru beginnt, über China und Indien, den USA und dem Hindukusch, außerdem noch Schottland. Zwischendurch schippert man etwas über den pazifischen Ozean und an jedem der Orte lernt man ständig neue Charaktere kennen. Momentaufnahmen, die mir sogar sehr gut gefielen. Manche bleiben im Buch und der Geschichte, andere aber verschwinden plötzlich. Das hat mich gestört, gerade wenn die Personen interessant wurden, waren sie weg. Jedoch ist das ständige Wiederkehren bestimmter Personen ein Garant dafür das man sie auch im nächsten Band wieder treffen wird. 

Als positiv habe ich die ‚Stimmung‘ im Buch empfunden. Anfänglich unheimlich, da man einfach noch nicht weiß was da auf einen zukommt. Dann spannend, da ich es nun wusste, aber eben die Personen im Buch nicht. Stellenweise wurde es richtig gruselig. Vor allem die geschilderten Geräusche und Töne, sowie das Verhalten dieser Krabbeltiere wurde auf eine sehr plastische Art und Weise dargestellt. Urängste die da geweckt wurden.

Der Schreibstil ist recht unkompliziert, dadurch lässt es sich flott lesen. Auch die Cliffhänger am Ende nahezu jedes Kapitels tragen dazu bei, das man fast durch dieses Buch rennt. Leider bleibt deswegen auch kaum etwas bei mir hängen. Dafür haben mir zu viele Dinge gefehlt, etwas mehr Persönlichkeit der einzelnen Charaktere zum Beispiel. Oder die Ausführungen der Biologin zu diesen Krabbeltieren, sehr interessant und doch ist es immer zu kurz gekommen. Dafür gab es jede Menge Einblick in die Belange des Militärs, des weißen Hauses in Washington und so manche Liebelei die kein Stück in die Geschichte passte. Unnötige Seitenfüller durch die vieles auf der Strecke bleibt.

Das Buch hat gewiss Blockbuster -Qualitäten und sorgt bei manchen Szenen für ein heftiges Kopfkino. Aber es ist mir fast schon zu sehr absehbar, dass daraus eine Art Helden-Epos wird. Starke und intelligente Frauen und Männer die, wie sollte es anders sein, Amerika retten. Die anderen Länder sind eher belanglos erzählt und verschwinden wie so mancher Charakter.

Das Ende bleibt offen, also Band 2, der im August 2017 erscheint, lesen? Vielleicht haben die Personen im Bu h dann die richtigen Ideen und außerdem möchte ich schon wissen wie es besonders mit den Survivalisten weitergeht.

„Wir haben alles unter Kontrolle.“

Manche der Szenen sind auf eine sehr real erscheinende Weise erzählt, es wird blutig und noch etwas mehr. Wer eher zartbesaitet ist und nicht wissen möchte wie und was diese Krabbeltiere so alles anstellen, sollte eher etwas anderes lesen.

Rezension verfasst von © Kerstin


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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

krimi, färöer inseln, färöer, waljagd, mord

Das Walmesser

C. R. Neilson , Ulrich Thiele
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 28.12.2016
ISBN 9783453419674
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Färöer, Inseln inmitten einer unbändigen Natur. Launisch und wechselhaft, wie das Wetter auch die Menschen. Eine eingeschworene Gemeinschaft, in die nun der Schotte John Callum stolpert. Ein Fremder, der nicht zum Urlauben gekommen ist. Sondern geflohen ist, vor seinem Leben und auch sich selbst. Er trägt ein Geheimnis mit sich, eine Art Schuld und es dauert ewig bis man als Leser erfährt um was es geht. Doch auch andere wissen davon. Ist er deswegen zu einem Mörder geworden?

„Ich weiß, wer sie sind. Ich weiß was sie getan haben.“

Diese Geschichte erzählt Callum selbst. Normalerweise mag ich diese Ich-Form, gibt es dadurch viel spürbarere Emotionen, allerdings wurde mir hier dann doch einen touch zu viel „gejammert“. Irgendetwas hatte er angestellt/erlebt, soviel konnte man recht schnell herauslesen, nur was genau das war – zum ins Buch beissen. So etwas muss ich einfach immer wissen und deswegen hat mich dieses „Etwas“ auch durch das Buch getrieben.

„Mein Körper und meine Seele trugen die Narben der Schuld. Nun strömte ihr Gift aufs Neue durch meine Adern.“

Der zweite mir wichtige Punkt war dieser Mord. Die Auswahl der Verdächtigen auf solch kleinem Raum ist begrenzt. Da war es kein Wunder, dass ausgerechnet der Fremde in Verdacht gerät. Er verhält sich aber auch seltsam. Seine nächtlichen Alpträume treiben sogar seine Vermieter dazu ihn rauszuwerfen und in einer kleinen Hütte unterzubringen. Callum hat Zeit auf der Insel und die nutzt er zum Wandern, kreuz und quer über die Insel, durch Wind und Wetter. Dadurch erfährt man alles über dieses Eiland, die kaum bis gar nicht vorhandene Flora und Fauna. Man macht Bekanntschaft mit Vögel die ihre Brut verteidigen und so manche steile Klippe an derem unteren Ende das eiskalte, schäumende Wasser in spitzem Gestein wartet. Weiter kam ich immer noch nicht – ahnungslos in Sachen Callums Vergangenheit und noch ahnungsloser wegen diesem Mord.

„Mit jeder Nacht, die verging, näherte ich mich der Antwort. Ich müsste nur noch lernen, Einbildung von Realität zu unterscheiden.“

Ich muss nochmal auf Callums Träume zu sprechen kommen. Man ‚erlebt‘ sie ja mit – kursiv in kurzen Kapiteln – dass gibt Raum für Interpretationen und so etwas mache ich eh gerne. Die Menschen, denen Callum begegnet sind anfänglich kühl aber doch herzlich. So dauert es nicht lange bis er einen Job findet und die erste weibliche Bekanntschaft macht. Hat sie etwas damit zu tun? Mit diesem Mord? Mit der Nacht an die sich Callum kein Stück erinnern kann und wegen der er sogar im Gefängnis landet? Wer ist eigentlich der Tote?  Und – was ist das Motiv für diese Tat? 

Neben all diesen Verdächtigungen und Beschuldigungen, den schrägen Blicken der Einheimischen und des fast nie verschwindenen Tageslicht, empfand ich die Sprache im Buch als außergewöhnlich schön. Gerade die Darstellungen dieser Insel und auch der Menschen war sehr authentisch und bildlich gut vorstellbar. Beides zuerst grimmig und auch gefährlich aber auf den zweiten Blick, wenn sich der Nebel verzogen hat und der Regen nachlässt, dann doch wunderschön und herzlich.

Wobei mir sich die Nackenhaare stellten, waren die ausführlichen Beschreibungen zu der Waljagd. Aber es gehört zu diesem Land, ist ein fester Bestandteil und damit hat es einen Anspruch auf seinen Platz im Buch. 

„Das Walmesser“ empfand ich beim Lesen fast schon als Drama, weniger als Krimi, auch wenn die grundlegenden Elemente – Mord, Täter/Verdächtiger und Ermittlungsarbeit der Polizei – vorkommen. 

Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, es ist kein Pageturner,  sondern vielmehr ein langsames Heranführen an eine, nein zwei, dramatische Geschichten, in einem rauen und kühlen Land. Man sollte es genießen, denn dann erfährt man auch endlich warum Callum auf diese Insel gekommen ist.

Rezension verfasst von © Kerstin Mai/2017

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

frankfurt, thriller, mord, jo lasker, pageturner

Mit allen Mitteln

Jens Bühler
E-Buch Text: 366 Seiten
Erschienen bei Edition M, 16.05.2017
ISBN 9781477821107
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Mit der Truppe konnte man entweder Großes leisten oder dermaßen gegen die Wand fahren, dass man den Einschlag nicht mehr spürte.“

Jo Lasker und Jens Bühlers Schreibstil kenne ich bereits aus „Geister“ und fand beides sehr gelungen. Lasker ist in Frankfurt am Main zu Hause, dort ist sein Revier und seine Arbeit. Der Polizist ist eher einer der unkonventionellen. Einer der viel denkt und seine Zeit weder mit der Gründung einer Familie verbringt, noch viele Freundschaften pflegt. Wenn man ihn aber als Freund hat, riskiert er alles. So ist es auch mit den neuen Kollegen der Arbeitsgruppe. Wer wäre geeignet in dieser fast illegalen Truppe mit zuwirken? Lasker hat schnell einen auf dem Schirm und ohne lange überlegen zu müssen, ist die vierköpfige Truppe komplett.

„Mit allen Mitteln“ ist eine Art Prequel. Man lernt erst einmal all diese Charaktere kennen, die es in „Geister“ schon gibt. Dadurch erfährt man auch sehr schnell von deren Unzulänglichkeiten, Problemen und Motivationen. Da ist Tanner ~ anfänglich mochte ich ihn nicht. Er wirkt verweichlicht und hat durch seine unzähligen Frauengeschichten nicht wirklich ein Stein bei mir im Brett, zumal er zu Hause eine Ehefrau sitzen hat. Allerdings hat er sich gemacht, im Laufe des Buches. Seine Kontakte und sein Wille mehr zu den Hintergründen der Ermordeten zu erfahren, hat ihn als einen Top-Ermittler gezeigt. Der zweite im Bunde ist Splatter. Sein Name ist Programm. Ein tätowierter Riese, kahlköpfig und mit einem Hang zu Horrorfilmen. Er wirkt nicht nur gestört, er ist es! Doch auch er zeigt im Buch seine wahre Seite, verletzlich und verletzt, tief in seiner Seele, durch ein Traumata. Splatter mag aber noch so anders sein, es ist loyal seinen Leuten gegenüber und überrascht durch so manche actionreiche Zugabe. Dann ist da noch Saskia. Auch bei ihr ist nicht alles im Lot. Aber sie passt perfekt in diese Männerriege, denn auch wenn sie eine Frau ist – sie kann ihren Mann stehen.

„Du bist dieser chaotisch-depressiv-zynische Typ mit ausgeprägten Stärken in kreativer Problemlösung.“

Jo Lasker und seine drei Leute wollen den Mord aufklären und das obwohl es ihre Truppe offiziell noch gar nicht gibt. Da heißt es zu improvisieren und genau das kann Lasker perfekt. Er hat Ideen und Einfälle und durch seine Wortwahl trifft er die Situationen immer auf den Punkt. Oft genug musste ich gerade bei seinen Dialogen schmunzeln und lachen. Generell haben alle der vier eine unverblümte Art sich auszudrücken und es hat großen Spaß gemacht ihnen zuzuhören. 

Irgendwie schaffen sie es, sich von einem Problem ins nächste zu manövrieren und doch schaffen sie es auch immer wieder herauszukommen. Dabei zeigt sich eine ganze Bandbreite von Ermittlungsarbeit. Worauf man sich aber auch einstellen muss, ist dass diese Menschen, so ehrbar sie auch sind, mehr als einmal gesetzeswidrig handeln. Der Zweck heiligt die Mittel, könnte man sagen. Denn vieles konnte ich nachvollziehen.

„Das Problem mit dem Hass war, dass man ihn selber kaum wahrnahm. Es war mehr eine Art Hintergrundrauschen.“

Die Geschichte ist in viele Kapitel unterteilt und zeigen den aktuellen Ort, den Tag und sogar die Uhrzeit an. So folgt man der Aufklärung des Mordes über viele Wege durch das Milieu Frankfurts und deren Gestalten. Der Lokalkolorit ist richtig gut dargestellt und wer einmal in Frankfurt war und sich etwas auskennt, weiß genau wo gerade welche Szene spielt. Der Mord selbst ist fast schon Nebensache, denn es hat öfters den Anschein dass die Gruppe in eine ganz andere Richtung läuft und doch fügt sich alles zusammen und für so manche Überraschung ist auch gesorgt.

„Das Ergebnis stand fest, obwohl der Prozess noch lief. Darum musste man immer überlegen, was man tat.“

Das ein oder andere Mal dachte ich „Was tut ihr da?“ (besonders bei der mehr als makabren Friedhofsszene, die mich dennoch zum Grinsen brachte) und dann merkte ich wieder das ich gerne helfen würde. Macht es so oder so. Nicht da entlang, passt auf! Mir sind diese vier ans Herzen gewachsen und auch wenn ihre Weste verdammt grau ist, manchmal haben sie angesichts der Übermacht an Verbrechen gar keine andere Wahl und zum Glück entpuppen sie sich immer wieder als anständig genug und wissen auch wo ihre Grenzen sind.

Von Jo Lasker und seinem chaotisch-organisiertem Team würde ich gerne noch viel mehr lesen. Ihren Werdegang, ihre Aktionen und vor allem ihre gnadenlos guten Dialoge. „Geister“ spielt 5 Jahre später – dazwischen ist also mit Sicherheit noch so einiges geschehen.

Gerade den Selfpuplishern würde ich eine viel größere Reichweite wünschen und viele LeserInnen, denn die Geschichten sind es allemal Wert, beachtet und gelesen zu werden. Kein gängiger Mainstream, aber richtig gute Storys. Mit toll gezeichneten Charakteren – seien sie auch noch so schräg. Mit Ermittlungsarbeiten und Fällen die es in sich haben. 

Rezension verfasst von © Kerstin Mai/2017

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

frankreich, flucht, deportation, familie, juden

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Aufbau audio, 19.09.2016
ISBN 9783945733196
Genre: Romane

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265 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 111 Rezensionen

island, thriller, mord, adoption, krimi

DNA

Yrsa Sigurdardottir , Anika Wolff
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 26.09.2016
ISBN 9783442756568
Genre: Krimi und Thriller

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

geschichte, hörbuch, familie, geheimnis, krimi

Trümmerkind

Mechtild Borrmann
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Argon Verlag, 17.01.2017
ISBN B01N34VHH0
Genre: Sonstiges

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

teufel, sheherezade, fay, damian, james

Saint Falls: Märchen aus der Welt des Verbrechens (Sammelband)

David Michel Rohlmann , Maria Engels , Jenny Wood , Cat Lewis
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Independently published, 26.04.2017
ISBN 9781520650463
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es war einmal…David Michel Rohlmann, Maria Engels, Jenny Wood, Cat Lewis, David Knospe und Jonas F. Rohlmann – eine Gemeinschaftsprojekt.
Man sagt ja für gewöhlich, viele Köche verderben den Brei – da kann ich nur sagen – lasst Euch bloß keine Märchen erzählen!
Wobei, doch genau darum geht es in „Saint Falls“, Märchen in der Welt des Verbrechens oder anders herum? Egal, denn wie ich es auch drehe und wende – es war ein Lesevergnügen in einer fabelhaften Welt. Feinstes Kopfkino!

Glaubst du an den Teufel?“

Dieses Buch ist eine Ansammlung von vielen, kleinen Geschichten – Kurzgeschichten – allerdings ergeben alle zusammen eine große Story.
Jedes der Kapitel baut aufeinander in stetiger Reihenfolge auf. Die zwei Cops in der ersten Geschichte sind noch „normal“ und es kommt direkt eine Krimi-Atmosphäre auf.
Doch die Welt in Saint Falls ist so anders als normal – was einem spätestens dann bewußt wird, wenn Hase und Igel ihr Autorennen abliefern.
Gewöhnungsbedürftig vielleicht für Nicht-Fantasy-Leser aber spätestens bei Igels allerletztem Satz „Ich bin schon da“ wird es einem doch traurig ums Herz – man kann sich halt auch an seltsame Gestalten gewöhnen.

„Es ist hart, dreckig und scheiße, aber wer zu uns gehören will, muss wissen was andere leisten.“

Jede der einzelnen Geschichten führt einen nach Saint Falls und zu einem oder mehreren Charakteren. Allesamt sehr außergewöhnliche „alte Bekannte“ und ich war total verzückt,  wenn ich dass Märchen erkannte und was die AutorInnen daraus gemacht haben. Bei der männlichen Fee musste ich so lachen – hier hat der Schreibstil ein geniales Bild gezeichnet. Generell hat mich nahezu jede der Charaktere für sich eingenommen. Vollkommen egal, ob es die Bösen oder die Guten waren. Wolf & Biest – klaro, richtige Bösewichte und Fieslinge, Mafiabosse die durch diese Adaptionen in all ihrer Wut und dem Hass und der Gier sehr bildhaft rüber kamen.
Neben all den anderen Schurken, wimmelt es in den Geschichten aber auch nur so von den liebenswürdigen Menschen oder Unmenschen, wobei Unmensch nicht gleichgesetzt ist mit böse.
Zusammen ergaben alle eine große Einheit – die Familie eben.

„Es ist nicht ein Haus oder eine Stadt, die eine Familie ausmacht, oder dauernde Nähe. Es ist die Art, wie man andere behandelt. Zuneigung wächst durch Taten. Und Taten sind das was uns ausmacht.“

Es wird, wie sollte es anders sein, böse im Buch – allerdings ist da keinerlei Gemetzel oder ähnliches. Es sind viel mehr jede Menge kleinerer und größerer Giftpfeile die verschossen werden. Intrigen, Rachepläne, Verschwörungen und der Kampf Gut gegen Böse. Es gibt Opfer zu beklagen und dieses Drachenei hat eine Aufgabe die so weit in die Welt der Fabeln und Märchen zurückreicht. Dieses Ei ist der Kral im Buch und auch wenn sich letztendlich alles darum rankt und den Abschluß damit ganz besonders macht, mir war alles andere drumherum auch immens wichtig.

Es ist eine Märchen-Adaption, kann allerdings mit jedem Krimi mithalten. Im Gegensatz kann kein Krimi mit einem Märchen mithalten – Feenzauber wirkt da nicht 
Die Spelunken laden ob ihrer Düsternis ein und wenn Scheherezade ihrem Geschäft nachgeht wird es auch ein ganz klein bisschen erotisch.
Wenn Aschenputtel Sarah heißt, Hans im Glück eher Dauerpech hat, die schwarze Fee und die Lebkuchenhexe mitsamt Krähe auftauchen, bekommt alles eine Aura um Geheimnisse und zeitgleich dem Wissen was ihre Rollen sind/waren. Mich hat es köstlich unterhalten – es war stellenweise derb aber nie vulgär. Besonders die Frauen in dieser Geschichte sind mutige und unerschrockene Heldinnen, die so manches aushalten und ertragen. Meist aber nicht für sich  sondern für andere.

Meine Lesehighlights waren:
„Straßenrennen“
„Mit Haut und Haar“
„Schnee ist dicker als Blut“

Absolute Leseempfehlung für alle Fans von Märchen und der Spannung die darinnen fließt – denn wenn wir ehrlich sind – Märchen waren nie harmlos, sondern hatte einen geheimnisvollen Reiz.
Genau den hat mir diese Autorengruppe wieder aufgezeigt und mich ein Stückweit in die Kindheit entführt. Hätte ich Zauberkräfte würde so manch einer aus dieser Geschichte wieder auferstehen.

„Glaub mir, am Ende haben alle denselben Dreck am Stecken.
Die hier streuen nur Glitzer drauf.“

Rezension verfasst von © Kerstin 

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120 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

mord, schweden, psychothriller, stockholm, thriller

Wenn das Eis bricht

Camilla Grebe , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2017
ISBN 9783442757176
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Genrezuordnung als Psychothriller ist bei „Wenn das Eis bricht“ absolut richtig.
Die Konflikte der einzelnen Charaktere wird auf sehr emotionaler Ebene erzählt.
Emma, Peter und Hanne – diese 3 Personen prägen das komplette Buch, jeder auf seine Weise und jeder aus seiner Sicht – es wird persönlich und damit psychologisch.

„Der Psychopath ist anfangs bezaubernd, aber bald entpuppt er sich als manipulativ und egozentrisch.„

Dem Klappentext kann ich so nicht ganz zustimmen, teilweise passt es, aber er ist auch recht irreführend. Hanne, die Kriminalpsychologin, erscheint einem dadurch als wichtigste Person in dieser Geschichte, was sie allerdings nicht ist. Mich hat vielmehr Emma mitgerissen. Ihre Geschichte, die auch weit in ihre Kindheit zurück führt und bereits Monate vor dem Mord im Orres Wohnung beginnt. Es ist wie ein vorsichtiges Herantasten und sehr, sehr lange konnte ich sie gar nicht einordnen. So naiv wie sie wirkt, so jung und unbedarft.

Auch Peter hat eine sehr tragende Rolle. Der Polizist ist sehr mit sich selbst beschäftigt. Ein Grübler und Selbstzweifler. Einsam und mit einem Hang zum Depressiven.  Aber er zieht einen nicht hinunter, sondern sorgt eher dafür dass man ihm helfen möchte – ihm Mut zusprechen, dass er doch endlich mal auf sein Herz hört und sich selbst nicht allzu sehr ins schlechte Licht rückt.  

Der Mordfall – fast schon eine Randerscheinung. Es gilt den Täter zu ermitteln und das Motiv zu erkennen. Peter und Hanne sind kein eingeschworenes Team, dafür gibt es einiges in deren gemeinsamer Vergangenheit, dass wie eine Barriere dazwischen steht und doch kommen sie langsam, Stück für Stück der Sache auf die Spur.

Es ist wie gesagt eine sehr persönliche Geschichte. Jeder der 3 erzählt über sich, seine Vergangenheit, Erlebnisse, die Familie, den Problemen, Sorgen, Ängste, Nöten und da kann es schon mal etwas langatmig werden. Wer aber solche Details mag und gerne auch mal in den verborgenen Kammern von Versagen und Verlust wühlt, wird sehr gut bedient.

„Wenn mir das gelingt, wenn ich stark bin und es schaffe, ihm auf Augenhöhe zu begegnen, dann kann ich vielleicht die Kontrolle über mein Leben zurückgewinnen, und meine Würde.“

Dieser Jesper Orre, ein reicher und einflussreicher Mann. Ein medienträchtiger Mensch, der vielleicht nicht immer den besten Weg wählt und dadurch durchaus negativ rüber kommt, war mir sehr suspekt, genau wie den Ermittlern. Ein paar Dinge werden offengelegt, die diesen Eindruck immer mehr verstärken. Was ist das für ein Typ? Was bezweckt er? Warum macht er das was er macht bzw. was er eben nicht macht? Eine typisches Beispiel für den Unsympath in einem Buch. Doch ist er das?

„Vielleicht ist alles schon vor langer Zeit entscheiden worden, vielleicht ist es eine logische Folge der Ereigniskette…“

Die Geschichte ist sehr ruhig. Sie ist voller Gedankengänge und was mir am meisten auffiel – voller Adjektive. Mir ist es noch nie so bewusst aufgefallen wie in diesem Buch. All diese „Wie-Wörter“ empfand ich aber nicht als störend, sondern immer als eine Art Tüpfelchen auf dem i.

Fast alles dreht sich im Buch um die Liebe, um das geliebt werden und um das selber lieben. Sie wird gesucht, gefunden und verloren. Um sie wird getrauert und es wird sich gefreut. Doch es kommt auch der Moment in dem eben diese Liebe umschlägt. Vielfältige Gründe, solche die sich über Jahre angeschlichen haben und solche die spontan entstehen.

Psychologisch wirklich gut gemacht, aber man sollte vollkommen vorurteilsfrei an dieses Buch gehen und keinen voller Spannungsbögen geladenen Thriller erwarten.
Es ist und bleibt ruhig, da kann selbst eine einzelne Szene nichts mehr dran ändern. Die Erzählweise ist richtig gehend einlullend – auch als Hörbuch könnte ich es mir sehr gut vorstellen.

Durch die Aufteilung der einzelnen Kapitel, immer aus Sicht einer der drei Charaktere, und die dadurch entstandene Abwechslung, hat mir das Buch eine schöne Lesezeit beschert. Auch die angenehm große und gut lesbare Schrift hat ihres dazu beigetragen.

Lediglich den Schluss empfand ich als zu kurz geraten. Zu abrupt angesichts der vorherigen langen und guten Erzählungen, den vielen Kleinigkeiten. Da hat mir dann doch das gewisse Etwas auf den letzten Seiten, dieses 608 Seiten umfassendem Buch, gefehlt.

Rezension verfasst von © Kerstin

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Nackter Mann, der brennt

Friedrich Ani , Ulrich Noethen
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 01.08.2016
ISBN 9783844914474
Genre: Krimi und Thriller

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431 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 204 Rezensionen

thriller, london, ragdoll, serienmörder, mord

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective William Oliver Layton-Fawkes ist schon ein sehr seltsamer Zeitgenosse. Wolf wird er genannt und das passt auch – einsamer Wolf hätte es wohl noch besser getroffen.
Seine Geschichte, die anfänglich Häppchenweise erzählt wird, ist traurig und doch hat mich dieser Kerl immer wieder zum Schmunzeln und ja, auch zum Lachen gebracht.
Aber Obacht – Wolf ist nicht lächerlich, kein Stück sogar. Sondern ein sehr ernsthafter und ernstzunehmender Zeitgenosse.
Kennt man erst einmal alles aus seinem Leben und seiner Vergangenheit, kann man sehr vieles nachvollziehen – auch wenn man es nicht gut heißt.

„…wog das Risiko, einen psychisch labilen Detektiv auf die Strasse zu lassen, deutlich weniger schwer als die Bedrohung durch den Serienkiller…“(S.259)

Die Ragdoll – eine Flickenpuppe – zusammen „gebastelt“ aus menschlichenEinzelteilen und grotesk in Szene gesetzt, eröffnet quasi die Jagd auf einen Killer oder besser gesagt auf die nächsten Opfer. Denn diese stehen bereits fest und Wolf ist der Letzte auf dieser Liste. 6 Personen, deren Namen feststehen und nun einer nach dem anderen in Gewahrsam genommen werden müssen, um nicht als nächstes Opfer zu landen. Pech nur wenn alles schief geht und der Killer immer einen Schritt der Polizei voraus ist.

Kein Buch für schwache Nerven, denn es zerrt, sehr sogar, an den Nerven. Zum einen, da es wirklich grausame Taten sind die seitens des Killers begangen werden. Zum anderen, da es einen durch die Seiten treibt, weil man es ja doch einfach wissen muss – dieses Drumherum und wie alles zusammen hängt und wer dieser elende Kerl ist.

„Wenn du stirbst, hat er gewonnen.“ (S. 297)

Was allerdings enorm auflockert sind diese Typen im Buch. Wolf natürlich vorneweg. Er ist, gelinde gesagt, nicht ganz ’normal‘. Ein ehemaliger Fall hat ihm schwer zu schaffen gemacht und all diese damit verbundenen Erlebnisse werden hier aufgearbeitet. Was ihn ausmacht ist sein Humor, sehr trocken, sehr britisch, sehr schwarz und das er selbst weiß, wie er tickt oder eben auch nicht.

Die weiteren Protagonisten sind ebenfalls gut dargestellt und besonders mit Baxter würde ich niemals im Auto mitfahren, die eine Tour hatte bei mir schon für Schnappatmung gesorgt. Genial gelungen, solch eine Szenerie so zu beschreiben, dass ich obwohl auf dem Sofa sitzend, die Halterung suchte um mich festzuhalten.

Edmunds, der Neue im Team, irgendwann erfährt der aufmerksame Leser auch seinen Vornamen  ist jung, etwas umbedarft für den Job, aber sein Potential ist absolut ausbaufähig. Ich denke von ihm werden wir nochmals hören – oder lesen. Dann ist da noch Andrea, ach, was erzähle ich hier über die Protas, die Geschichte ist viel wichtiger.

Und damit dann doch direkt weiter zu Naguib Khalid,  sorry, aber er ist wirklich wichtig, denn er ist der Anfang dieser Geschichte. Der ‚Feuerbestatter‘ und Wolfs persönlichster Fall. Doch wie hängt das alles zusammen? Der Ragdoll-Killer und der Feuerbestatter und mitten drinnen Wolf und sein Team.

Es wird herauskommen, alles – dank viel Ermittlungsarbeit, Recherchen und dem ein oder anderen Zufall. Sehr komplex ist das alles und wunderbar miteinander verknüpft. Kreativ, ausgefallen und mal so ganz anders. Wie eben auch die Charaktere im Buch. Jeder auf seine Weise und ich muss sagen, ja, es hat mir sehr gut gefallen. Was mich etwas irritierte war die Vorgehensweise der Ermittler bzw. der Polizei, aber hätten sie es direkt auf Anhieb richtig gemacht, wäre es ja nur halb so spannend geworden.

„Wenn du der Teufel bist, was bin dann ich.“ (Einleitung)

Der Rabe auf dem Cover hatte es mir angetan. Als Unglücksbote verschrieen, ist er gleichzeitig auch ein sehr intelligentes Tier. Ob es letztendlich Zufall war oder er dann doch gezielt ausgesucht wurde muss jeder für sich selbst in die Geschichte hinein interpretieren. Für mich hat er absolut gepasst.

Insgesamt 37 Kapitel, die eine Zeitspanne von knapp 3 Wochen umfassen, lotsen und locken einen durch das Buch. Mit einer sehr angenehmen Sprache die nichts verkompliziert und durch diesen bereits erwähnten Humor auflockert. 

Dennoch ist „Ragdoll – Dein letzter Tag“ ein Thriller und den bekommt man auch. Live und in Farbe. Mit allem was dazu gehört: ein Serienkiller, Ermittler, Tote. Schauplätze, Misserfolge. Spannung, Nervenkitzel und jeder Menge Überraschungen.

Rezension verfasst von © Kerstin April 2017


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73 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

thriller, schweden, dystopie, politthriller, gesellschaft

Epidemie

Åsa Ericsdotter , Ulla Ackermann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783038800026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Wie beschreibt man das Unvorstellbare?“ (S. 365)

Das kann nicht sein! So etwas kann niemals geschehen! Die Menschen würden das nicht zulassen! Ein ganzes Land im kollektiven Schweigen, Mitmachen, Wegsehen? Von der Regierung vorgegeben? Eine einzelne Person die solch schauerliche Dinge ‚kreiiert‘ und Gleichgesinnte findet? Wenn Andersartigkeit zum Fluch wird, der Gang auf die Straße zur Qual. Was oder wer ist schlimmer davon?

„Epidemie“ hat mich geschockt – zu tiefst sogar, denn direkt mit dem Einstieg in dieses Buch wird bewusst um was es geht, auch wenn es anfänglich gar nicht direkt ausgesprochen wird. Menschen mit Übergewicht, egal welches Geschlecht oder Alter werden diffamiert, ausgegrenzt und letztendlich……nein, dass muss jeder selber lesen.

„In diesem Punkt betreiben wir eine Null-Toleranz-Grenze“ (S. 335)

Johan Svärd, Vorsitzender der Gesundheitspartei, deren Gründung erst wenige Jahre zurückliegt und die alles und jeden in der Hand hat, hat einen Traum vom schlanken Schweden. Er will die Kosten für Behandlungen der Übergewichtigen senken und mit aller Macht will er vor allem eins – wieder gewählt werden. Aus seiner anfänglich vielleicht eheren Idee wird ein Alptraum. Man erliest sich im Laufe der Geschichte immer wieder wie manipulativ die Menschen letztendlich doch sind und wie der Staat seine Macht gnadenlos ausspielt.

Plakate an Autobahnen, Werbung zur besten Sendezeit, in Gyms umgewandelte Kirchen, vergünstige Magenbandoperationen – am besten schon beim Kleinkind. Eine Flut an Gesundheit suggerierenden aber krankmachenden Möglichkeiten für die die unbedingt abnehmen wollen. Wer nicht mitspielt, warum auch immer und mit seinem FMQ (Fett-Muskel-Quotient) eine kritische Zahl übersteigt, wird bestraft.

Wir hatten so etwas schon einmal – Arbeitsverbot, Vertreibung aus der Wohnung, Siedlungen für die ‚Betroffenen‘, soziale Ächtung, massive Eingriffe in das tägliche Leben. Überwachung, Registrierung. Die Menschen stehen unter Druck und während die Einen sich in den krankhaften Gesundheitswahn flüchten, fängt für Andere der Wahnsinn erst an. 

Diesen Wahnsinn hat Åsa Ericsdotter durch eine ganz gezielte Auswahl der Protagonisten sehr deutlich dargestellt. Landon, eher ein Einzelgänger ist noch nicht so massiv betroffen aber auf dem besten Weg dorthin. Er hat eine große Aufgabe und weiß es nur noch nicht. Obwohl Landon soviel Raum im Buch bekommt blieb er mir etwas farblos, wie eigentlich alle anderen Protagonisten auch. Selbst Helena und ihre Tochter Molly – allesamt Symphatieträger – sind nur eine Art schmückendes Beiwerk. Die Träger der Last sozusagen.

Es ist die Geschichte an sich, die einen durch das Buch treibt, dieses absolut Unglaubbare, dieses Grausame und vor allem, für mich ganz wichtig, diese Assoziationen die es aufwirft. Der lockere Schreibstil kann nicht darüber hinwegtäuschen dass es richtig heftig ist. Hätte ich beim Lesen gegessen, wäre es mir mit Sicherheit im Hals stecken geblieben. 

„Wir hatten keine Möglichkeit Einspruch zu erheben….Nein, das ist nicht wahr,  natürlich hatten wir das. Wir waren einfach zu feige.“ (S. 284/285)

Während man also gemeinsam mit Landon einer so perversen Sache auf die Spur kommt, erfährt man schon einiges über die Einzelnen und so manch einer verschwindet mitten im Buch und wird nie wieder gesehen. Auch das hatten wir schon einmal. Nachbarn, Freunde, Kollegen – weg, verschwunden, in den sogenannten Fat-Camps und niemanden stört es. NIEMANDEN STÖRT ES? 

Nur vereinzelter Widerstand, kurz mal angerissen und dann wieder fallen gelassen. Kein Buch über Helden, sondern ausnahmslos über Verlierer. Kein Buch für Sartbesaitete, selbst für Hartgesottene kann es unerträglich sein. Obwohl es kaum bis keine Details gibt, es ist so beschreiben dass es im Kopfkino rund geht, so richtig sogar, und das in Farbe.

Definitv wieder ein Buch das nachhallt, das begeistert hat obwohl das Thema gar nicht begeistern darf.  Eine fiktive Geschichte, die aber durchaus Realitätsnähe hat und alleine deswegen gelesene werden sollte. Andersartigkeit spiegelt sich in vielen Variantionen wieder. Sie darf nur nie missbraucht oder zweckentfremdet werden. 

„Sind sie der Meinung das es eine absolute Menschenwürde gibt?“ (S. 336)

Rezension verfasst von © Kerstin April 2017

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430 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 77 Rezensionen

thriller, märchen, profiler, bka, maarten s. sneijder

Todesmärchen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442483129
Genre: Krimi und Thriller

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79 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

alaska, flucht, roadtrip, selbstfindung, familie

Bis an die Grenze

Dave Eggers , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.03.2017
ISBN 9783462049466
Genre: Romane

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

türkei, deutschland, gewalt, berlin, roman

Ellbogen

Fatma Aydemir
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254411
Genre: Romane

Rezension:

Klischees – was sind das schon? Vorurteile, Phrasen, abgedroschene Meinungen zu Kulturen, Menschen und deren Gewohnheiten, Sitten, Bräuche? 

Braucht man nicht? 
Bekommt man aber – auf ganzen 272 Seiten und ich hätte noch viel, viel mehr davon lesen können. Über Hazal, ihre Freunde, ihr Leben, ihre Familie und all das ganze Drumherum.

Die Autorin Fatma Aydemir hat mir mit ihrem Debüt-Roman „Ellbogen“ nicht unbedingt die Augen geöffnet, aber sie hat meine Sichtweise wieder ein stückweit geändert. Zu den Männern, die dominieren und zu den Frauen die sich dominieren lassen. Zu den Töchtern, die Frauen sein möchten aber es nicht dürfen. Zu den Söhnen, die einen höheren „Mehrwehrt“ haben, selbst wenn sie nichts wert sind.
Zu einer Gesellschaft voller unzufriedener und unglücklicher Menschen, die sich beugen und damit im Alltäglichen verschwinden. Unsichtbar und heimatlos in der neuen oder alten, nicht unbedingt freiwillig selbstgewählten Fremde, die nie ein richtiges zu Hause sein wird.
Menschen, deren Geburtsland letztendlich absolut keine Rolle spielt, sondern einzig und alleine das Umfeld, die Familie, die Sippschaft. 
Traurig hat mich all das gestimmt. Diese Zwänge und dieses Gezwungene. Aber es hat mich auch großartig unterhalten. Hier und da wusste ich nicht, ob ich Hazal in den Arm nehmen soll zum Trösten oder ob sie nicht einen ganz gewaltigen Tritt in den Hintern verdient hätte.

„Wenn ich selbst etwas darauf gegeben hätte, normal zu sein, dann würde ich immer noch im Wedding sitzen und das brave türkische Mädchen spielen und irgendwann den Sohn eines beschissenen Nachbarn heiraten…“ (Buch Seite 158) 

Hazal, diese junge, gerade mal 18jährige Türkin, die ohne Kopftuch vor die Türe geht, Party macht, gerne einen Joint raucht und mit ihren Freundinnen richtig Spaß haben kann. Im gleichen Atemzug aber noch so viel Kind ist, so unerfahren und ängstlich. Ziel- und orientierungslos und irgendwie müde wirkend angesichts des alltäglichen Trottes und der Gewissheit da niemals heraus zu kommen. Orientierungslose Zukunft, vorgelebt von den Müttern und den Müttern der Mütter. Wer ausbricht und „anders“ ist, scheint schlechter zu sein.

Die Geschichte erzählt Hazal selbst und das ist genau richtig so. Die Ich-Form bringt alle Emotionen erst richtig hervor und wäre in einer Erzählung durch eine andere Person nie so authentisch. Hazals Wut bricht sich langsam aber stetig ihre Bahn. Es hat mich eh verwundert wie lange sie dafür brauchte. Das ausgerechnet ein Fremder darunter leiden muss, machte es nicht besser aber auch nicht schlimmer. Es musste einen erwischen, es war zu erwarten und hat mich nicht überrascht, im Gegenteil, irgendwie habe ich sogar darauf gewartet – Klischee, dass ich nicht lache. Denn erst so machte die Reise Hazals durch ihr Leben und die „Flucht“ nach Istanbul einen Sinn.

„Es ist als ob sich eine Schicht von meinem Geheimnis gelöst hat. Die Fetzten, die von ihm abgefallen sind, wirbeln in mir herum. Sie proben einen kribbeligen, verschissenen Aufstand,…“ (Buch Seite 173)

Es liest sich locker und leicht, fluffig wenn ich das so sagen darf. Angenehm unkompliziert, frisch und erfrischend. Rotzig und frech, wobei es kein Stück vulgär klingt. Die Zwischentöne sind allerdings ein anderes Thema. Istanbul erwartet Hazal mit einem Kulturschock. Die Deutschtürkin muss wohl oder übel erkennen, dass sie auch hier irgendwie fehl am Platz ist – eine Außenseiterin, wieder einmal ohne Perspektive, das hatte sie doch schon zur Genüge. Nur das es hier dann doch etwas anders ist als in Deutschland. Das politische Geschehen wird nur angeritz, der Putsch ist ahnbar aber da Hazal so unwissend ist, erfährt man als Leser eben nur das was gerade geschieht und und was Hazal meint darüber zu wissen – also ziemlich wenig. 

Dieses Buch, diese Geschichte ist gelungen. Die Personen in ihr tragen nicht nur Namen, sondern bekommen ihre eigenen Gesichter und dabei auch jede Menge Fett weg. Egal ob es die kleine schrumpelige Dame mit ihren verkackten fünfunddreißig Cent ist, der dauerhaft stoned wirkende Mehmet oder Gül mit ihren Riesenbrüsten. Letztendlich alles Einzelgänger in einer riesigen Gemeinschaft.

„Einsamkeit kann man nicht teilen…“ (Buch Seite 251)

Für mich ein lesenswertes Debüt, ehrlich und offen, niveauvoll trotz oder auch wegen der sprachlichen Gestaltung und anklagend, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben – nein, es war eher der Mittelfinger.

verfasst von © Kerstin 16.04.2017

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89 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

flucht, familie, lissabon, hochstapler, kindheit

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 29.05.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

thriller, dolomiten, krimi, südtirol, debüt

Der Tod so kalt

Luca D'Andrea , Verena Koskull
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DVA, 06.03.2017
ISBN 9783421047595
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Verschwinde, zischte die Bestie. Verschwinde“ (S. 140)

Es war weniger die Geschichte in diesem Buch die mich so faszinierte, sondern die Sprache und der Ausdruck.
Es war das Zischen und das Knistern des Eises, das Flüstern der Bergmasse, das Grollen in der Bergschlucht. All dass war die Stimme der Bestie und sie sprach die ganze Zeit mit mir und flüsterte all die Geheimnisse heraus, die sich versteckt hielten, manche seit 30 Jahren, manche erst seit kurzer Zeit und manche so uralt.

Siebenhoch, ein Ort in Südtirol, an den es Jeremiah Salinger verschlagen hat, lebt mit und in seinen Erinnerungen. Die Einwohner sind naturverbunden und einer hilft dem anderen, nur Fremden gegenüber offenbaren sie sehr schnell ihr wahres Gesicht. Festgefahren in ihren Bräuchen und Sitten können sie nichts anderes akzeptieren und obwohl seine Frau Annelise eine von ihnen ist, gehört Salinger doch nicht dazu. Als ein tragischer Unfall geschieht, ist es nur Salinger der überlebt und dass kann weder er, noch die Bewohner verzeihen.

„Denn ich hatte die schwerste Schuld überhaupt auf mich geladen. Ich hatte überlebt“ (S. 46)

Der Einstieg in das Buch ist wie eine beginnende Dokumentation – Salingers Leben in den USA, seine Arbeit, seine Erfolge und Misserfolge und warum es ihn überhaupt nach Siebenhoch zieht.
Stellenweise etwas langatmig, so viele Details, bei denen ich nicht sicher war ob ich all das wissen muss und will.
Immer wieder kommt es in der Geschichte zu diesen „Entgleisungen“ – Schilderungen zu Personen, Orten und Begebenheiten – und doch hat es mich alles irgendwie gefesselt.

Salinger, der alles aus seiner Sicht erzählt und damit sehr viel Raum einnimmt. Ein smpathischer Charakter, der leidet aber nicht in Selbstmitleid zerfließt.
Depressionen die ihn über Wochen und Monate verfolgen, bis er eine Aufgabe bekommt – fast so als hätte sie darauf gewartet dass er kommt – zu recherchieren und nachzuforschen, was damals geschehen ist, in der Bletterbach-Schlucht.
Dieser Mord an drei jungen Menschen, grausame Dinge die geschehen sind vor 30 Jahren und damit seinen Ehrgeiz wecken und ihn zu einem Bessesenen machen.

Seine Familie leidet unter dieser Bessenheit und nur seine kleine Tochter Clara kann ihn immer wiederzurückholen. Sie braucht nicht viel dazu, nur ein paar Buchstaben – ein Spiel das beide immer spielen und in dem Buch fast schon zelebriert wird.
4 Buchstaben – PAPA
5 Buchstaben – CLARA

„Wahnsinn lagert sich ab, und dann frisst sich der Hass in die Seele und gebiert Blutdurst.“ (S. 456)

Böse – sehr böse wird es. Denn Salinger ist nicht der einzige Besessene in dieser Geschichte. Es gilt hinabzusteigen in dieses dunkle Gewirr aus Schuld und Unschuld. Wer weiß was? Wer tut nur so? Und wer verschweigt mit die wichtigsten Dinge, die sich zugetragen haben? Salinger folgt allen erdenklichen Spuren, kommt mehr als einmal vom Weg ab und strauchelt, fällt auf die Schnauze und rappelt sich doch wieder auf. Es war diese Bessenheit die mich am Buch hielt und weil ich es unbedingt wissen wollte – alles – über den Mord in der Bletterbach-Schlucht, die Sagen und Legenden um die Höhlen und die Menschen.

Salinger ist als Journalist und Dokumentarfilmer ein Geschichtenerzähler. Genau das hat er großartig gemacht (oder besser gesagt der Autor), eine Geschichte erzählt, haarsträubend, spannend und manchmal etwas wirr. Ein tolles Settimg in den Bergen und in der Schlucht. Eine Wanderung durch Naturschauspiele, mit allen damit verbundenen Gefahren. 

Die Bestie, was ist es oder wer ist es? Der Gletscher, das Bergmassiv, die Schlucht, der Mensch? Wer oder was lauert dort?
Kann etwas nicht von dieser Welt sein und gleichzeitig doch? Wie unvorstellbar ist das Unvorstellbare? Aber was weiß ich schon?
So viele Orte auf dieser Welt, die noch ursprünglich sind, fernab aller Zivilisation.
Was weiß ich was es dort alles gibt?
Vielleicht mit ein bisschen Fantasie Unglaubliches?
Etwas das nicht sein kann?


Das liebe ich so an Büchern – immer etwas Neues, Besonderes, Anderes – und deswegen so gut, man muss sich nur darauf einlassen.

10 Buchstaben – lesenswert!

Rezension verfasst von © Kerstin 

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Der Grenzer

Josef Kelnberger , , ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 20.09.2013
ISBN 9783463406145
Genre: Krimi und Thriller

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thriller, berlin, david gross, brandstiftung, martin krist

Brandstifter

Martin Krist
Flexibler Einband: 473 Seiten
Erschienen bei Independently published, 19.02.2017
ISBN 9781520648682
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Haben sie ein Problem? Dann ist es Zeit für den Problemlöser. David Gross ermittelt in seinem zweiten Fall und spielt dabei mit dem Feuer.

„Was wissen Sie über Feuer?“ (S. 60)

Alles und doch nichts! Der Feuertod einer jungen Frau wirft Rätsel auf und ihr Onkel möchte wissen wer dahinter steckt, denn dass der als verdächtig geltende Ehemann damit etwas zu tun haben könnte, bezweifelt er. Damit kommen wir zu Charakter Nummer 1 der Geschichte: Luka – ein Versager auf ganzer Linie. Man weiß nicht ob man Mitleid mit ihm haben oder ihm in den Hintern treten soll. Sein Umfeld ist alles andere als ’sauber‘, wie auch seine eigene Weste und so folgt man ihm Etappe für Etappe durch dieses Buch. Vom Anfang bis zum bitteren Ende, von Vergangenheit bis zur Gegenwart und erfährt Hintergünde, die letztendlich alles auflösen.

Charakter Nummer 2 ist Valentina, mit ihr beginnt die Geschichte erst. Eine Frau deren heile Welt, bestehend aus Traumhaus, Traummann, Traumkinder und Traumleben in einem Alptraum endet. Ihr Mann, Geschäftsführer einer Holding, hat im wahrsten Sinne des Wortes seinen Kopf verloren. Valentina war mir anfänglich sehr unsympathisch. Sie wirkte wie eine verwöhnte Schönheit die nun ganz andere Probleme als einen abgebrochenen Fingernagel hat. Aber es hat sich gewandelt. Mit der Zeit empfand ich sie doch taffer als gedacht. Eine Frau die alles tut um ihre Kinder zu beschützen und wissen will warum ihr Mann ermordert wurde und vorallem, von wem. Da kann ich nur sagen ‚leg dich nie mit einer Mutter an‘. 

DER Charakter aber schlechthin ist David Gross, der Problemlöser. Ein Mann, der selbst genügend Probleme mit sich herumschleppt. Die Ehefrau spurlos verschwunden, der Sohn Jan ein Sorgenkind. So kommt, der durch die Pathologie schleichende und nach unbekannten Toten und damit nach seiner Frau suchende Mann, unwahrscheinlich sympathisch rüber. Intelligent, emphatiefähig, vorausschauend und stur genug um sein Ding durchzuziehen um anderen zu helfen. Gerne auch mal bestimmend und fordernd, aber in dem Milieu angebracht.

„Flieg, flieg, fahr aus der Haut. Weit, weit raus ins Freie.“ (Songtext Silly und Davids Klingelton)

Er kann es nicht, David, aus seiner Haut fahren. Zu sehr ist er beschäftigt mit seinen Sorgen und den Fällen und vergisst sich selbst dabei auch einmal. Ein Mann der nicht er selbst ist, aber so doch genau richtig rüber kommt.

Das Buch besteht aus drei Teilen, die wiederum in mehrere Kapitel unterteilt sind. Es fordert einen als Leser, bloß keine Pause zu machen und genau aufzupassen. Warum? Wegen den Zeitsprüngen, den verschiedenen Charakteren, wer wie wo mit wem. Auch wenn es anfänglich nicht so scheint – alles hängt zusammen und es macht irre Spaß herauszufinden wie.

Was als Schwelbrand beginnt, entpuppt sich als loderndes Feuer und so mancher gießt noch Öl hinzu. Etwas Geduld am Anfang wird belohnt mit einer immer rasanter werdenden Entwicklung. So manches mal war ich verblüfft, wie einfach doch des Rätsels Lösung ist, aber man muss eben erst einmal darauf kommen. Der Rauch verzieht sich mit der Zeit.

Der Schluss schreit nach einer Fortsetzung. Denn auch wenn alles geklärt wird, der Feuerteufel enttarnt, es gibt da noch etwas dass der Autor Martin Krist und ganz besonderes David Gross uns schuldig ist – Antworten auf viele Fragen. Ungeduld ich hör dir trapsen! Des Problemlösers Schöpfer sollte seiner Kreativität freien Lauf lassen, damit wir Leser nicht im Dunkeln stehen bleiben – hat jemand ein Streichholz? 

Rezension verfasst von © Kerstin

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