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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

abendteuer, betrug, freundschaft, furchtbar lieb, helen fitzgerald, liebe, mord, mutterschaft, psychothriller, rache, sex, splatter, thriller

Furchtbar lieb

Helen Fitzgerald , Steffen Jacobs
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.05.2011
ISBN 9783462043082
Genre: Krimi und Thriller

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80 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

drogen, flucht, gefühl, lappland, spannung, thriller, versteckspiel

Blood On Snow - Das Versteck

Jo Nesbø ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 26.02.2016
ISBN 9783550080784
Genre: Krimi und Thriller

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

afrika, frauenschicksale, migration

Drei starke Frauen

Marie NDiaye , Claudia Kalscheuer
Flexibler Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 25.07.2011
ISBN 9783518462584
Genre: Romane

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136 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

7 todsünden, angst, blumenbar, faulheit, jugend, kraftvolle sprache, leben, lebenssinn, literatur, manifest, neid, selbstfindung, sieben nächte, sünden, todsünde

Sieben Nächte

Simon Strauß
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 08.07.2017
ISBN 9783351050412
Genre: Romane

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

allein, berge, einsamkeit, hund, isolation, jagdhütte, katze, kuh, marlen haushofer, melancolie, natur, österreich, poesie, überleben, wand

Die Wand

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548288123
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

kolumbie, krimi

Die Scherenfrau

Jorge Franco , Susanna Mende
Flexibler Einband: 189 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 25.02.2004
ISBN 9783293202870
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Erfindung der Kindheit

Alejandro Zambra , Susanne Lange
Fester Einband: 167 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2012
ISBN 9783518423349
Genre: Romane

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(203)

318 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 120 Rezensionen

drama, familie, frankreich, karriere, kinder, kinderfrau, kindermädchen, kindermord, mor, mord, nanny, paris, prix goncourt, roman, tragödie

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

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(231)

377 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

asien, ehe, familie, gesellschaft, gesellschaftskritik, konventionen, korea, pflanzen, psychatrie, rebellion, roman, südkorea, träume, vegetarierin, vegetarismus

Die Vegetarierin

Han Kang , Ki-Hyang Lee
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.08.2016
ISBN 9783351036539
Genre: Romane

Rezension:

Yong-Hye ist der eher unauffällige Typ Frau. Durchschnittlich attraktiv, "einfaches" Wesen ohne charakterliche Extravaganzen, was ihrem Mann gerade ganz recht ist, weil es ihm ein gleichmäßiges, unaufregendes Leben garantiert.


Dann kommt der Tag, an dem sie entscheidet Vegetarierin zu werden – mit der simplen Erklärung: „Ich hatte einen Traum“. Und ab jetzt schlägt das Eheleben eine Richtung ein, die, man ahnt es, dem Ehemann ganz und gar nicht schmeckt. Yong-Hye treibt es allerdings auch auf die Spitze, verweigert nach und nach alles Tierische, wird dabei immer dünner. Sie möchte eine Pflanze sein. Nicht nur der Ehemann, auch die Familie stehen vor einem Rätsel, mit der für sie offensichtlich einzig relevanten Frage: Wie bringt man sie wieder zur Vernunft? Auf einem Familienfest dann eskaliert die Situation, als der Vater gewaltsam versucht die Tochter zum Fleisch essen zu zwingen ...


Mein erster Eindruck von Han Kangs "Die Vegetarierin": Zwischen den Zeilen herrscht ganz viel Schweigen.


Protagonistin Yong-Hye wird aus drei unterschiedlichen Ich-Perspektiven reflektiert. Wobei mit jeder neuen Perspektive zwar unter der Oberfläche etwas passiert. Dies aber nicht tief genug greift, um sie von ihrem Weg, den sie einmal eingeschlagen hat, abzubringen.


Die erste Perspektive ist die des Ehemannes, der mit seiner inneren Haltung den Eindruck vermittelt: das Leben plätschert vor sich hin und man geht ganz einfach mit. Dass derjenige, mit dem man das Bett teilt eigentlich nicht der- oder diejenige ist, der mit den eigenen Wünschen korrespondiert, ist ein Nebeneffekt, der zwar (in der Tiefe des Herzens) nicht wirklich erwünscht ist, aber man opfert es dem bequemen Leben. Fragen über Gefühle, Bedürfnisse des anderen werden auch nicht gestellt, weshalb Yong-Hyes Versuch emotional auszubrechen zum tragischen Solo wird, werden muss.


Ich-Perspektive zwei ist die des Schwagers. Ein Künstler, der in seiner Kunst eigene erotische Fantasien auslebt, die ihm sein Eheleben nicht ermöglicht. Seine Frau ist Yong-Hyes große Schwester. Diese führt ein gesellschaftlich "durchgenormtes" Leben: Mann, Kind und eigener Laden, alles hübsch geordnet. Ähnlich wie im Fall der anderen Ehe, weiß man auch hier nichts voneinander. Makel der Beziehung ist jedoch augenscheinlich er: seine Außenseiterrolle als Künstler, seine bizarr-erotischen Filmprojekte und seine (ebenfalls unausgesprochenen) Bedürfnisse in der Beziehung – in erotischer Hinsicht. Yong-Hye ist für ihn der Schluck Wasser auf einer völlig ausgetrockneten Zunge. Sie inspiriert ihn: ihre kantig-spröde Urwüchsigkeit. Ihre Teilnahmslosigkeit, womit sie in seinen Händen zu einem leicht formbaren Kunstobjekt wird. Sie spielt sein erotisches Spiel mit. Leise. Und man möchte die Szene gerne so stehen lassen, sie nicht interpretieren. Nicht denken: hier nutzt jemand die Schwäche des anderen aus. Es ist nicht so, denn jeder spielt ganz für sich – mit seinen eigenen, tief im Inneren verborgenen Bedürfnissen – ein einsames (erotisches) Spiel.


Bis die Ehefrau dazwischen funkt. Und hier beginnt Ich-Perspektive drei. Yong-Hye landet in der Psychiatrie. Ihre Schwester bringt sie dorthin. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem man gerade dachte, fast hat sie etwas gefunden. Etwas, das sie zwar (aus Sicht ihrer Umwelt) als "anders" oder "speziell" hinstellt, sie aber dennoch ein Stückchen näher zu sich selbst bringt … bringen könnte. Das aber will die Umwelt nicht. Der Blick auf den Menschen kommt stets von außen. Auch das, was im Inneren der Personen vor sich geht, folgt diesem "äußeren" Zwang Anderssein möglichst zu unterdrücken. So geschieht es auch in der Psychiatrie. Oder auch in den Versuchen der Schwester die Jüngere zurück ins Leben zu holen. Das Problem ist: Die Schwester weiß für sich selbst nicht, was Leben ist, wo sie steht und was der Sinn dessen ist. Über die eigene Unfähigkeit sich diese Fragen zu beantworten, klammert sie sich an ihre krampfhaften Versuche der Schwester weiterhin das Essen einzuflößen, das sie so vehement verweigert, und verfällt damit – in letzter Konsequenz – auch noch in Selbstmitleid. Sie wirft sich Versagen in Lebensdingen vor, aufgrund einer verpfuschten Kindheit …


Als Leser hat man schnell begriffen, worum es in "Die Vegetariern" geht. Yong-Hyes Botschaft: Ich bin eine Pflanze, eine Blume, ein Baum. Ich bin wertvoll. Für mich. Für das Leben. Ich will aus mir selbst heraus wachsen dürfen, meine Blätter und Blüten frei entfalten ... wird nicht gehört.


Das Thema ist nicht neu. Aus koreanischer Perspektive – Han Kang lebt in Seoul – bringt es sicherlich auch sozio-kulturelle Merkmale der koreanischen Gesellschaft zum Ausdruck. Ich musste über die beiden Koreas nachdenken, die bereits länger voneinander getrennt sind, als wir es mit BRD und DDR je erlebt haben. Familien wurden damals auseinandergerissen. Geschwister haben sich nie wieder gesehen, und stehen jetzt mit zunehmendem Alter auch vor der Frage, ob sie es jemals werden. Das tut weh, wenn man nur einmal darüber nachdenkt.


Das ging mir durch den Kopf. Vielleicht passiert es unbewusst in diesem Roman, aber es klingt ein bisschen Hoffnungslosigkeit durch...

Vielleicht ist es aber auch ganz anders, das komplette Gegenteil. Ein paar Fragen bleiben offen und das ist gut so. 

 

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131 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

adler und engel, balkan, deutschland, drogen, drogenhandel, freundschaft, juli zeh, koks, krimi, leipzig, liebe, selbstmord, suizid, verzweiflung, wien

Adler und Engel

Juli Zeh
Flexibler Einband: 568 Seiten
Erschienen bei btb, 06.04.2009
ISBN 9783442739677
Genre: Romane

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

bankrott, finanzkrise, hochzeit, kamele, kapitalismus, kapitalismuskritik, kinderarbeit, london, novelle, oase, psychiatrische anstalt, schweizer autor, tunesien, tunis, wüste

Frühling der Barbaren

Jonas Lüscher
Flexibler Einband: 125 Seiten
Erschienen bei btb, 08.12.2014
ISBN 9783442748235
Genre: Romane

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145 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

amerikanische gegenwartsliteratur, boyle, gehörlos, gehörlose, identitaetsraub, identität, identitätsdiebstahl, identitätsklau, identitätsraub, kriminell, liebe, rache, thriller, usa, verfolgung

Talk Talk

T. C. Boyle ,
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 26.08.2006
ISBN 9783446207585
Genre: Romane

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

affäre, alter mann, asien, geheimnisvoll, hote, hotels, japan, kin, liebe, man, rezeption, roman, schockierend, schriftsteller, yoko ogawa

Hotel Iris

Yoko Ogawa , Ursula Gräfe , Kimiko Nakayama-Ziegler
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.07.2016
ISBN 9783746632216
Genre: Romane

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(2)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

farc, frauen, kolumbien

Wer singt erzählt - wer tanzt überlebt

Alexandra Endres
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 10.07.2017
ISBN 9783770182848
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer singt erzählt … Cantaoras und Oralkulturen aus Afrika fanden über den Transatlantischen Sklavenhandel ihren (unfreiwilligen) Weg – u. a. auch – an die kolumbianische Pazifikküste, nach Cartagena; damals einer der Hauptumschlagplätze für Sklavenhändler. Die Schreie der Sklaven, die in Ketten auf Märkten als Ware zur Fleischbeschau angeboten wurden, haben wir spätestens seit Titeln wie „Onkel Toms Hütte“ (Beecher-Stowe) oder „Roots“ (Haley) im Ohr. Kein Wunder also, dass Alexandra Endres ihre Reise ausgerechnet dort startet, wo alles einen Anfang nahm.

Wer tanzt überlebt … Wenn wir unsere Vorstellungen, unsere Kultur retten können, dann retten wir uns. Wenn wir den Kindern beibringen zu trommeln und sich zur Musik zu bewegen, „die Klänge zu modulieren“, dann retten sie das afrikanische Erbe, halten Verbindung zu den Wurzeln, zu unserem urafrikanischen Lebensgefühl. So könnte man die Arbeit der Trommelschule (schaut dazu mal auf Endres` Blog unter http://www.latinario.de/2014/10/die-trommler-von-la-boquilla/) interpretieren, die sie im ersten Kapitel besucht. Und von jetzt an reist der Rhythmus mit. Mir ging es zumindest so. Ich hatte beim Lesen ständig die Trommeln im Ohr. Ob beim anschließenden Besuch bei indigenen Völkern, den Arhuacos oder den Wayúu; ob in Bogotá oder im Süden des Landes, immer hatte ich das Gefühl im Hintergrund schlägt jemand die Trommel. Was vielleicht aber auch daran liegt, dass meine Abschlussarbeit an der Uni eben dieses Thema war: Afrikanische Einflüsse in Lateinamerika. Endres erste Etappe weckt bei mir Erinnerungen. Etwa wenn sie von den palenques erzählt, oder den cimarrones (den vor der Sklaverei geflohenen Afrikanern). Somit ist man gleich mittendrin – in der lateinamerikanischen Geschichte und Gegenwart; im Straßengewimmel von Bogotá, Medellín oder Cali, mitten in der politischen Realität. Und vor allem ganz nah bei den Menschen, die manchmal auch nur nonverbal zu Wort kommen. Wie zum Beispiel diese Szene in Bogotá: Ein kleines Mädchen spielt hochkonzentriert mit Sand. Ein Mann beobachtet sie dabei, passt auf, dass ihr nichts passiert, dass sie in ihrem Spiel still und ganz für sich sein kann, um all das zu verarbeiten, was sie erlebt hat. Das ist das andere Gesicht, das Alexandra Endres aufzeigt. Die junge politische Gegenwart des Landes. Der Frieden, der gerade erst mit den FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) ausgehandelt wurde, nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs. Die Hoffnungen und Ängste der Menschen nach dem gescheiterten Referendum, und die Frage: Wie geht es weiter? – das alles kann nur komplex gesehen werden; denn so ist schließlich auch das Land: vielfältig in Wurzeln/Hintergründen, Kulturen, Sprachen, Weltanschauungen, Interessen … auf dem Weg sich politisch zu spalten?

"Alfonso sagt: »Der Westen versucht, es sich gut gehen zu lassen, auch wenn es anderen schlecht geht.« Das könne nicht funktionieren. Die Arhuaco seien fest davon überzeugt, dass es ihnen stets nur so gut gehen könne wie allen anderen: Menschen, Tieren, Pflanzen und sogar den unvorstellbaren Dingen. »Für uns kommt das Spirituelle zuerst. Für die Menschen im Westen das Materielle – auch wenn sie sich selber dadurch zerstören.«..."

(Nachzulesen auf Endres Blog unter http://www.alexandraendres.de/sites/default/files/artikel/pdf/zeit_2017_37_00048.pdf)

Trotzdem suchen die Kulturen, wie Endres schreibt, den Dialog, versuchen das andere Denken zu verstehen. Damit man weiß, wo man ansetzen muss, um zu einem Konsens zu finden. Um nicht übergangen zu werden. Der Weg ist steinig. Aber immerhin geht man ihn, trotz der Verletzungen und (ungeklärten) Identitätsfragen, die man teils seit Kolonialzeiten mit sich schleppt. Die Völker haben ihren Status, sind (offiziell) anerkannt und man versucht auch auf Seiten der Rechtsprechung Wege zu gehen, die den Kulturen ihre Rechte zurückgeben. Bei diesem Kapitel musste ich auch an die aktuellen Entwicklungen in Europa denken, die angedeutete Tendenz zur Abschottung, oder das Ziehen neuer Grenzen, der (geplante) Bau von Mauern. Was würden Länder wie Kolumbien dazu sagen(?) – Kolumbien, wo derart viele Kulturen unter einen Hut gebracht werden. Wenn man dort entschiede sich innerhalb eines Landes von den eigenen Kulturen abzugrenzen ... nahezu absurd. Vielleicht können wir von Ländern wie Kolumbien sogar lernen.

Hängengeblieben sind mir aber vor allem die Menschen, die Endres so eindringlich beschreibt. Da ist der Journalist Don Alfonso, der erzählen kann wie Gabriel García Marquez – zwischen magischer Realität und fantastisch-charmanter Fantasie. Er möchte gerne Alfonsito genannt werden und ist im Übrigen noch zu haben … so lässt er die Autorin dreist-selbstbewusst wissen. Ja, ich habe ein sehr schönes Bild im Kopf, wenn ich das lese …

Weiter ist da der Lohnschreiber Germán Martínez im Parque de los Poetas von Calí, der im Beisein der Autorin einem potenziellen Kunden erklärt, dass er bei seinem geringen Einkommen im Prinzip gar keine Steuererklärung abgeben müsste. Martínez arbeitet mit Mobiltelefon und – ganz traditionell – mit einer manuellen Schreibmaschine. Dabei musste ich an einen chilenischen Onkel denken, der Schreibmaschinen sammelte, weil er der Meinung war, der Trend zum Computer würde sich sicher nicht dauerhaft durchsetzen …

Alles in allem, ist Wer singt, erzählt wer tanzt, überlebt definitiv eine Reise wert. Und ganz sicher hatte ich hier und da das Gefühl, einen Moment lang an der Seite von Endres zu reisen und das zu sehen, was sie sieht.

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Tags: farc, frauen, kolumbien   (3)
 

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

deutschland, eifersucht, erinnerungen, familie, galerie, grundbruch, haus, künstler, künstlerdorf, künstlerkolonie, maler, mitläufertum, moor, moorleiche, worpswede

Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

Moritz Rinke
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.08.2011
ISBN 9783462043426
Genre: Romane

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Doppelgänger

José Saramago , Marianne Gareis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 09.04.2013
ISBN 9783442745319
Genre: Romane

Rezension:

Was wenn es dich zweimal gäbe – ein hundertprozentiges Duplikat von dir? Diese Frage bricht unerwartet in Geschichtslehrer Tertuliano Máximo Afonsos Leben ein, als er sich eines Abends nichtsahnend ein Video ansieht. Er entdeckt darin einen Schauspieler, den Nebendarsteller António Claro, der ihm in jeder Hinsicht gleicht, mehr als ein Zwilling. Das Gesehene löst eine kleine Schockreaktion in ihm aus und natürlich kann er nicht anders, als der Sache nachgehen und besagten Schauspieler ausfindig machen. Das aber braucht seine Zeit, denn Tertuliano Máximo Afonso geht methodisch eher konservativ vor. Derweil sich das Unfassbare und die gleichzeitig bohrende Frage: bin ich etwa nicht einzigartig? auf seinen Gemütszustand auswirken, lernt der Leser den Alltag des Lehrers kennen. Nicht sonderlich viel spielt sich dort ab. Es gibt eine Geliebte (Maria da Paz), seine Mutter und ein paar Lehrerkollegen. Mit seiner Beziehung zu Maria da Paz ist er leicht überfordert. Anfänglich möchte er sie lieber loswerden als die Beziehung vertiefen. Dann aber kommt es ihm in den Sinn, sie doch für seine Zwecke – das Aufspüren des Doppelgängers – zu "benutzen" …

Tertuliano Máximo Afonsos hat keinen klaren Plan für sein Leben – und das vermeintliche Doppel kann somit nur zur Bedrohung werden. Als es dann auch noch zur Gegenüberstellung kommt, alle Zweifel ausgeräumt werden und klar ist: ja, das Geburtsdatum stimmt und selbst Muttermale und Narben sitzen bei beiden an denselben Stellen, reagiert auch „der Andere“ António Claro. Keiner möchte das Duplikat des jeweils anderen sein. Keiner möchte seine Identität zugunsten des anderen aufgeben. António Claro unternimmt jedoch den ersten Schritt, um gegen den selbsternannten „Gegner“ eine Art Racheakt zu verüben ... Kurz habe ich an dieser Stelle überlegt, ob sich hierin jetzt ein charakterlicher Unterschied ankündigt. Saramago aber untergräbt diese Frage gleich wieder – indem er Tertuliano Máximo Afonso zu ganz ähnlichen Waffen greifen lässt ... Die völlig überraschende Wende am Ende des Romans, ist vermutlich eine indirekte Antwort Saramagos auf die kurz zuvor gestellte Frage des Geschichtslehrer, unmittelbar nach der Feststellung der totalen Übereinstimmung: Werden wir auch zusammen sterben? Die Antwort auf diese Frage aber greift weiter, betrifft – meiner Meinung nach – eine ganze Gesellschaft …

Tertuliano Máximo Afonso ist ein Name der hängenbleibt. Und auch wieder nicht, weil es nicht unbedingt ein leicht einzuprägender Name ist. Deshalb wiederholt Saramago ihn mit schöner Regelmäßigkeit immer vollständig. Der Lehrer gleicht jedoch einem Mann ohne Gesicht, versteckt sich hinter seinem Fachwissen und kommt außer bei einem (vielleicht) unterschwellig gärenden Konflikt mit dem Mathematiklehrer-Kollegen emotional nicht aus sich raus. Um sich aber von seinem vermeintlichen Duplikat zu unterscheiden, müsste er eigentlich auf das zurückgreifen können, was ihm offensichtlich fehlt: eine Vorstellung davon, wer er selbst ist. Zu spät versucht er an eben dieser Stelle seinem Leben eine Richtung zu geben und eine Entscheidung zu treffen (für Maria da Paz) – denn das Schicksal macht ihm unerwartet einen Strich durch die Rechnung …

"Der Doppelgänger" von José Saramago liest sich nicht unbedingt locker runter. Lange Sätze, keine Absätze, viele Nebensätze, wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen abgesetzt … machen das Lesen eher beschwerlich. Man findet jedoch irgendwann einen Rhythmus, geht mit und weiß intuitiv wer gerade spricht. - Absicht? Vermutlich. Einmal im Fluss, ändert der Autor jedoch plötzlich die Richtung, greift der Handlung vor, kommentiert oder stellt sogar etwas in Frage. Dazu bringt er auch noch den gesunden Menschenverstand ins Spiel, der personifiziert mit dem Protagonisten eine Art innerer Monolog führt. Ich hatte immer wieder das Gefühl, es geht Saramago nicht nur um seinen Protagonisten. Seine Sprache fliesst immer weiter … ähnlich dem „Fluss“ in der Großstadt(?) Wie der Autor ein paarmal andeutet, ist Tertuliano Máximo Afonso einer unter Millionen, Einwohner einer Metropole – und dort ist er nie einzigartig, weil Identität in Anonymität übergeht … Ganz abstrakt von außen betrachtet ist dort jeder ein Duplikat des anderen. Der Mensch wird erst zum Individuum, wenn man ihn einzeln betrachtet. Genau davor aber hat Tertuliano Máximo Afonso eigentlich Angst.

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216 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 62 Rezensionen

arzt, entführung, erpressung, gehirntumor, juan gómez-jurado, kindesentführung, mord, neurochirurg, operation, präsident, psychopath, secret service, thriller, tod, zerrissen

Zerrissen

Juan Gómez-Jurado , Carsten Regling
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2015
ISBN 9783423215879
Genre: Krimi und Thriller

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117 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

abhängigkeit, blauschmuck, buecherseele, burka, ehe, ehre, emigration, frau, frauenunterdrückung, gewalt, katharina winkler, roman, türkei, unterdrückung, vergewaltigung

Blauschmuck

Katharina Winkler
Fester Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.02.2016
ISBN 9783518425107
Genre: Romane

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174 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

brüder, eltern, erziehung, essen, familie, gesellschaft, gewalt, moral, niederlande, politik, politiker, rassismus, restaurant, schuld, söhne

Angerichtet

Herman Koch , Heike Baryga
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.11.2011
ISBN 9783462043471
Genre: Romane

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131 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

afrika, amsterdam, entführung, forschung, kongo, krimi, malaria, medizinthriller, moskitos, pharmaindustrie, seuche, spannend, thriller, wissenschaftlerin, zaire

Die Suche

Nick Louth , Peter Friedrich
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.05.2015
ISBN 9783548287362
Genre: Krimi und Thriller

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1.381 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 49 Rezensionen

bericht, drama, homo faber, inzest, klassiker, liebe, max frisch, reise, roman, schicksal, schullektüre, tochter, tod, vater, zufall

Homo faber

Max Frisch
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.03.1977
ISBN 9783518368541
Genre: Klassiker

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Meeres Stille

Stefan Beuse
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Piper
ISBN 9783492243940
Genre: Romane

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Brüder

Yu Hua , Ulrich Kautz
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 05.04.2012
ISBN 9783596178681
Genre: Romane

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328 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

corpus delicti, dystopie, folter, gesellschaft, gesundheit, gesundheitsdiktatur, juli zeh, kontrolle, methode, prozess, selbstmord, staat, überwachung, utopie, zukunft

Corpus Delicti

Juli Zeh
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei btb, 09.08.2010
ISBN 9783442740666
Genre: Romane

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Tags: kontrolle, visionen, zukunf   (3)
 

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(9)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

eltern, paranoia, sex

Als ich heute Morgen aufwachte, war alles weg, was ich mal hatte

T. C. Boyle , , ,
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.11.2015
ISBN 9783423216159
Genre: Romane

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